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Badisches Sagen-Buch II

Allerheiligens Ende

1 Min. Lesezeit· Eduard Brauer, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Adels-Preis und Herrlichkeit, Priestermacht und Glanz verbleichen, Denn im West mit blutgen Zeichen Steige empor die neue Zeit.

02

Auch Frau Uta’s Gotteshaus Ist dem Untergang verfallen, Traurig aus den Klosterhallen Zieht der Mönche Schaar hinaus.

03

Und des Hauses Gründerin, Uta, schwebt herab zur Erde; Was aus Allerheil’gen werde, Forscht sie mit betrübiem Sinn.

04

Sieh, da pflegen just die Herrn Rath mit hochgelehrten Mienen: Wie der Bau nun möge dienen, Ob als Strafhaus, als Kasern’?

05

Reden, schreiben hin und her Mit bedächt’ger Ueberlegung, Ziehen gründliohst in Erwägung Dieser Das und Jenes Der. Uta hört geduldig lang, Wie die Herren sich verklügeln, Doch nicht länger mag sie zügeln Ihres Unmuths heißen Drang. Von des Schwarzwalds Felsensitz Gießt sie finstre Wetterschauer: Weh! des Klosters höchste Mauer Spaltet ein gewaltiger Blitz!

06

„Nun ihr Herren! mit Verlaub, Sparet euch des Rathens Mühen!“ – Flammen zischen, Funken sprühen, Und das Kloster sinkt in Staub.

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Quelle zitieren

Allerheiligens Ende, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 21, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Allerheiligens Ende, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/allerheiligens-ende/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-021-allerheiligens-ende