In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Die Sonne sinket roth hinab, Taucht blutigen Flammenschein In’s feuchte Wolkengrab, Dumpf rauscht der Rhein. Die Weide seufzt im kalten Hauch Des Abendwinds, vom Moor Qualmt fahler Nebelrauch Zur Höh’ empor.
Was schäumst du an der Brücke auf, O Strom, im Wirbeldrang? Was braust dein wilder Lauf Wie Hochgesang?
O wecke nicht die Helden dort, Vergessen wie ihr Streit! Wird einst zur That das Wort, Dann ist es Zeit!
Was hemmst du deine rasche Flucht So scheu am schilfigen Strand? Erkennst du noch der Bucht Befleckten Sand? Enteil’! – Nicht Scheiterhaufenglut Flammt prasselnd himmelan, Nicht Asche stopft und Blut Mehr deine Bahn!
Drum rausche hin, drückt manches Joch Noch deinen Nacken schwer, Eil’ hin, bald schäumst du doch In’s freie Meer!