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Badisches Sagen-Buch I

Badenweiler

2 Min. Lesezeit· Ignaz Heinrich von Wessenberg, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Willst du der Natur dich freuen, Willst du sinnen, ungestört, Ueber Alles, was der neuen, Was der alten Zeit gehört; Wie des Schicksals Wandelsterne Sich in sichern Kreisen drehn, Wie die Menschen stets sich ferne, Seyn und Nichtseyn nahe stehn;

02

O so komm in dieses Eden, Wo mit Sonn, Mond und Thau Bäch’ und Nachtigallen reden Zwischen heiterm Grün und Blau; Hier dem Erdenqualm enthoben, Siehst von Strahlen dich umwoben, Wallst, umweht von Blumenduft. Kämst du mit zerrissnem Herzen, Mit geheiltem giengest du; Schnell entfliehn des Grames Schmerzen, Lacht dir dieses Thales Ruh; Wo der Glaube hinmlisch heiter Schaut der Liebe in’s Gesicht, Die den Glauben nahm zum Leiter, Der sie füllt mit Muth und Licht.

03

Schau umher! Die Menschenalter Braußten, stürmten durch das Thal, Folgten wechselnd sich, wie kalter Winter folgt dem Sommerstrahl;

04

Zartes siehst du Rauhes mildern, Blüthenglanz im Fels zerstreut, Allwärts bei des Lebens Bildern Bilder der Vergänglichkeit.

05

Tief des Römerbades Trümmer, Wo im Thal der Heilquell floß; Hoch im reinsten Aetherschimmer Ein zerfall’nes Ritterschloß. Blumenreiche Wiesen grünen, Wo der Adler Roms geglänzt, Und der teutschen Burg Ruinen Voll Gesang ein Hain umkränzt. Hinter segensreichen Auen, Hell durchströmt vom stolzen Rhein, Sind im Ferngedüft zu schauen Bläulicher Vogesen Reih’n. Holde Landschaft! Wunderselig Wall’ in deinen Thälern ich; Manches Bild erblich allmählig, Stets verklärt das deine sich!

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Quelle zitieren

Badenweiler, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 134, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Badenweiler, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/badisches-sagenbuch-i-134-badenweiler/textzeugen/badisches-sagenbuch-i-134-badenweiler