In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Gleichwie die göttliche Schickungen, Verhängnuß und Zulassungen zu allen Zeiten, alle Orth dieser Welt bald zu Gnaden, oder Straff, oder Schrecken, Begaabung oder Heimsuchung nach dero unerforschlichen Gerichten und Absehen befallen; solchen Schicksaal empfindete auch Villingen im Jahr 1271, in welchem, nach Bezeug uralter Schriften, dise Statt durch das wilde Feur, so vom nideren Thor hereingebrochen, (außer der Kirchen, Spithal, und Hauß der Niederen [Minoriten] Brüder) schier gar in die Aschen so schnell und häfftig zusammengeworfen worden, daß in dieser so kläglich- als schädlichen Brunst auff die 330 Manns- und Weibspersohnen jämmerlich mit verbrunnen, oder sonsten armseelig umkommen, worbey zwar die neben Bericht (an)geben: daß selbe erste Statt-Häußer bey weitem nit so bemauret, sondern meisten von Holtz-Laim und Lett-Wänden aufgebauet gewesen. Nachdem aber die Wider-Aufferbauung von 1271 weit in das 1300te Jahr hinein sich erstrecket, so hat indessen der versöhnlich und allzeit wider tröstende Himmel dem erschreckten Villingen weit einen theureren und kostbareren Statt-Schatz ohnverhofft zukommen lassen, als der ganze Feur- und Brunsts-Verlust zu schätzen wäre, nemlich an dem so genanten Nägelins-Creutz sunder- und wunderbahrer Erhaltung.