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Badisches Sagen-Buch II

Das Lied vom Hornberg

2 Min. Lesezeit· Johann Karl David Paul Reimold, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Hier wohnte Götz! Auf! singts im frohen Kreise! Der edle teutsche Mann, Der seiner Zeit des Heldensinnes Preise Zu Haufen abgewann. Hier schlug sein Herz für Recht und schlichte Sitte In freier Brust empor; Hier lieh der Held des Unterdrückten Bitte, Der Wahrheit auch sein Ohr.

02

Hier zog er siegreich aus mit seinem Herzen Und seiner Eisenhand; Hier war ein Freund, – der stand in Lust und Schmerzen, Gleich dieser Felsenwand.

03

Hier war’s, wo seine kühnen Löwen ruhten Zu neuem Siegesgang! Hier wälzte sich mit unsers Neckars Fluthen Triumph und Hochgesang.

04

Hier war’s, wo Götz in wildumstürmten Tagen Sich und die Treuen wog, Dann aus der Nacht, drin schwache Seelen zogen, Auf, wie der Falke, flog. Hier trank der Knecht, der an des Führers Seite Das Schwert erklingen ließ; Hier hob den Feind die Großmuth und die Freude Tief aus dem Burgverließ. – So laßt denn hoch den goldnen Becher wandeln, Gefüllt mit Neckarwein! Es gilt, wie Götz als Biedermann zu handeln, Und treu und wahr zu seyn;

05

Gleich ihm der Welt die große Schuld zu zahlen Der alten Redlichkeit; In Stürmen fest zu stehn, wie in den Strahlen Der holden Frühlingszeit.

06

Es gilt, ein unvergänglich Maal den Ahnen Im Herzen zu erbau’n, Es gilt, es gilt, der Vorzeit ernste Manen In Herrlichkeit zu schau’n.

07

Nichts soll den Glanz, in dem sie leuchten, mindern; Erlöschen soll er nie. Und glühend ruf’ der Vater seinen Kindern: Schaut hin, und seyd wie sie!

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Quelle zitieren

Das Lied vom Hornberg, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 302, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Das Lied vom Hornberg, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/das-lied-vom-hornberg/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-302-das-lied-vom-hornberg