Zum Archiv
Zitieren

Badisches Sagen-Buch II

Der Bannacker

1 Min. Lesezeit· Alois Wilhelm Schreiber, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

„Dieb oder Diebin, kommet nur an! Ich bind’ euch alle hier mit dem Bann, Mit dem Herr Christus die Hölle bunden, Mit seines Leibes heiligen Wunden. Es stehn drei Lilien in Blüthe Auf unsers Herrgotts Grab; Die erst’ ist seine Güte, Die zweit’ sein sanft Gemüthe, Die dritt’ sein göttlicher Will’. Wer drunter ist, muß halten still, So lange Gott und ich es will.

02

Wohl dreiunddreißig Engel Die saßen beieinand’ Und pflogen mit Maria Der Ehren allerhand; Da sprach der heilge Daniel lieb: Schaut, liebe Frau, dort kommen Dieb’, Die wollen dein Kind dir stehlen, Das kann ich dir nicht verhehlen! Da sprach unsre liebe Frau mit dem Kind Zu St. Peter: Bind’, St. Peter, bind’! Da sprach St. Peter: ich habe die Dieb’ Schon festgebunden mit einem Band, Und zwar mit Gottes selbsteigener Hand. Jetzt mögen sie stehlen, drinnen und draus, Im Wald, im Felde, Hof oder Haus!“

Für deine Recherche

Quelle zitieren

Der Bannacker, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 18, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Der Bannacker, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/der-bannacker/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-018-der-bannacker