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Badisches Sagen-Buch I

Der Kanonier von Freiburg

1 Min. Lesezeit· Ignaz Hub, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Breisach, „des deutschen Reiches Kissen,“ War längst des Kaisers Macht entrissen.

02

Des Königs Heer mit Schall und Klang, Vor Freiburg steht’s am Bergeshang. Fern blinkt des Generalstabs Rüstung Von des Lorettohügels Brüstung.

03

„Vive Louis quinze!“ – Er tritt herfür Aus der Kapelle Gnadenthür:

04

Recognoscirt auf ihrer Schwelle Die Dreisamstadt und ihre Wälle. Vom Schloßberg späht die Artillerie, Des Königs Stab erkannte sie.

05

Ist’s nicht sein Federbusch, der bunte? Schnell greift der Kanonier zur Lunte: „Habt Acht, dem wälschen Königlein Soll einmal teutsch gepfiffen seyn!“

06

Ha, Blitz und Schlag! drei Spannen Maß Ob seinem Haupt die Kugel saß.

07

Noch steckt der Eisenball zur Stelle Dicht ob dem Pförtlein der Kapelle.

08

Der König stutzt, als von der Wand Ihm Mörtel fällt auf Kopf und Hand.

09

Er winkt, aus zwanzig Feuerschlünden Die Antwort ihnen baß zu künden. Der Stadt entbeut er dann zum Gruß Noch den Bescheid auf solchen Schuß:

10

„Sollt fürder euch mein Haupt bekümmern, Schieß’ ich das Münster euch in Trümmern!

11

„Ma foi! ein Ziel voll Majestät, Die höher wohl als meine steht!“ – Vom Schloßberg schwiegen die Kanonen. Solch’ ein Tempel muß man schonen!

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Quelle zitieren

Der Kanonier von Freiburg, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 191, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Der Kanonier von Freiburg, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/der-kanonier-von-freiburg/textzeugen/badisches-sagenbuch-i-191-der-kanonier-von-freiburg