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Badisches Sagen-Buch I

Der Lütplager

1 Min. Lesezeit· Johann Jakob Schneider, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

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Im dreizehnten Jahrhunderte hauste ein Ritter Kuno auf der nun schon längst in Trümmern liegenden Veste Bärenfels. Er war ein harter, boshafter Mann, und sein Aeußeres, seine rothen struppigen Haare, sein tückisches Gesicht, entsprachen vollkommen dem Inneren. Weil er durch seine in der Umgegend ausgeübten Gewaltthätigkeiten eine wahre Plage der Leute geworden war, hieß man ihn auch allgemein nur den „Lütplager“; bald fiel es ihm ein, seine Dienstmannen nach Hasel hinabzusenden, um das Beste, was die armen Bauern besaßen, von ihnen einziehen oder gewaltsam hinwegnehmen zu lassen; bald zwang er das Volk zu den härtesten Frohndiensten; bald entführte er einem Vater die reizende Tochter, kurz, er häufte Sünde auf Sünde. Nach seinem Tode sahen ihn die Leute öfters in Gestalt eines ungeheuern ziegelrothen Katers zu gewissen Zeiten in der Nähe seines verfallenen Schlosses umherschleichen und manchmal plötzlich von Hunden verfolgt werden; noch jetzt scheut man sich nächtlicher Weile den Ruinen zu nähern, wo man wildes Hundegebell und ängstliches Katzengekreisch zu vernehmen glaubt; dann pflegt man zu sagen: „der Kuno rührt sich wieder“.

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Quelle zitieren

Der Lütplager, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 117, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Der Lütplager, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/der-luetplager/textzeugen/badisches-sagenbuch-i-117-der-luetplager