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Badisches Sagen-Buch II

Die Kreuze oberhalb Reicholzheim

1 Min. Lesezeit· Unbekannt, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

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Vor Zeiten gingen einmal neun bis zwölf Höhfelder Bursche mit einem schönen Mädchen von der Waldenhauser Kirchweihe heim. Auf der Höhe hinter Reicholzheim geriethen sie wegen des Mädchens, das Allen wohlgefiel, miteinander in Streit, wobei sämmtliche Bursche bis auf Einen, und auch das Mädchen, welchem sie den Kopf abhieben, getödtet wurden. Der am Leben gebliebene Bursche ging noch bis zur Gamburger Steige, wo ihn aber die Reue so heftig erfaßte, daß er sich selbst umbrachte. An diesem Platze nun, so wie an jedem andern, wo einer der Bursche gefallen, steht ein steinernes Kreuz, und ein hoher Stein, mit einem darauf eingehauenen Schwerte, da, wo das Mädchen umkam. Von dem obersten Kreuze bei Reicholzheim bis zum untersten, war das Blut wie ein Bach geflossen. Die dortigen Aecker haben von diesem Vorfalle den Namen „Die Streitäcker“, und wegen desselben ist die Waldenhauser Kirchweihe für immer aufgehoben. Bei den Kreuzen spukt es in manchen Nächten, namentlich geht ein schwarzer Mann dort um, der sich den Vorüberwandernden auf den Rücken hängt und eine gute Strecke weit von ihnen forttragen läßt.

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Quelle zitieren

Die Kreuze oberhalb Reicholzheim, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 336, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die Kreuze oberhalb Reicholzheim, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-kreuze-oberhalb-reicholzheim/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-336-die-kreuze-oberhalb-reicholzheim