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Badisches Sagen-Buch II

Die Nonne

1 Min. Lesezeit· Ludwig Uhland, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Im stillen Klostergarten Eine bleiche Jungfrau ging; Der Mond beschien sie trübe, An ihrer Wimper hing Die Thräne zarter Liebe. „O wohl mir, daß gestorben Der treue Buhle mein! Ich darf ihn wieder lieben; Er wird ein Engel seyn, Und Engel darf ich lieben.“

02

Sie trat mit zagem Schritte Wohl zum Mariabild; Es stand im lichten Scheine, Es sah so muttermild Herunter auf die Reine. Sie sank zu seinen Füßen, Sah’ auf mit Himmelsruh’, Bis ihre Augenlieder Im Tode fielen zu; Ihr Schleier wallte nieder.

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Quelle zitieren

Die Nonne, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 309, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die Nonne, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-nonne/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-309-die-nonne