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Badisches Sagen-Buch I

Die Römerbäder zu Badenweiler

1 Min. Lesezeit· Georg Zetter, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Mit Wehmuth schaut euch Jeder, Der pilgernd euch genaht, Ihr alten Römerbäder Die längst die Zeit zertrat. Wohl schlieft ihr unterm Thale Den tausendjähr’gen Schlaf, Bis jüngst auf eure Maale Des Bauern Pflugschaar traf.

02

Die Gemmen, längst zerschlagen, Der Bider seltner Kranz,

03

Sie künden und sie sagen Von alter Tage Glanz.

04

Als noch dort überm Forste, Das Schwert in brauner Faust, Der Römer in dem Horste Mit seiner Schaar gehaust,

05

Da mochte voller quellen Des Heilborns reiche Fluth, Wenn in den edeln Wellen Der Tiber Sohn geruht; Wenn sich im kräft’gen Schwalle Der narb’ge Leib gekühlt Und seiner Wunden alle Genesen sich gefühlt. Das war ein lustig Baden! Verjünget stand er auf Und zog auf grünen Pfaden Zu neuem Siegeslauf. –

06

Wie anders ist es heute! Es starrt das Römerhaus Verödet in die Weite, Kein Ritter schaut heraus.

07

Der Knechtschaft Joch sank nieder, Kein’ Sclavengeißel schwirrt, Es klingen freie Lieder, Wo Ketten einst geklirrt.

08

Nun seh’n die öden Hallen Kaum einem Schatten gleich, Es ist, wie sie, zerfallen Das alte Römerreich.

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Quelle zitieren

Die Römerbäder zu Badenweiler, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 135, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die Römerbäder zu Badenweiler, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-roemerbaeder-zu-badenweiler/textzeugen/badisches-sagenbuch-i-135-die-roemerbaeder-zu-badenweiler