In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Auf Steinbachs Rebgelände Thront Meister Erwin’s Bild, Des Künstlers freie Spende Begrüßt das Rheingefild. Des Meisters Blicke schweifen Nach Straßburgs fernem Dom, Um den die Wolken streifen, Ein farbenreicher Strom.
Er suchet den Bekannten Aus alter, guter Zeit, Da noch die Herzen brannten Voll Glaubensfreudigkeit.
Da Münster neu sich hoben Am Rheine, hoch und schlank, Aus denen fromm nach oben Erstieg der Christen Dank.
Nun weilt der Blick zufrieden Auf seinem Riesenbau, Wird ihm auch nicht beschieden Des zweiten Thurmes Schau; Den schwindelnd er erhöhet Im Urplan sich gedacht – Sein Münster dennoch stehet In unerreichter Pracht. Stadt Straßburgs Dom besinget Noch manches Flammenwort, Und Erwin’s Name dringet Durch alle Zeiten fort!
Rheinthäler schließen heute Wohl um sein Bild den Kreis, Und Jubel klingt und Freude: „Dem Meister Ruhm und Preis!
„Dem Meister, der als Knabe Gespielt in Steinbachs Schooß, Und dann am Wanderstabe Gedanken hegte groß!“ –
Auch unserm Friedrich hohen Und lauten Jubelruf, Der aus dem Block, dem rohen, Dies Meisterwerk erschuf! Geformt aus selbem Steine Aus dem das Münster ward, In lieblichem Vereine Sich Ernst mit Anmuth paart. Er weiht’s zum Friedenszeichen Dem heimathlichen Thal, Daß wir die Hände reichen Uns liebend allzumal.
Auf, Brüder! laßt ertönen Ein donnernd Lebehoch Des Rheinthals edlen Söhnen: Erwin und Friedrich hoch!
Und hoch der Fürst der Gauen, Drin Erwin’s Denkmal thront, Dem Liebe, Volksvertrauen, Sein mildes Herrschen lohnt!