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Badisches Sagen-Buch II

Gertraut von Gemmingen

1 Min. Lesezeit· Unbekannt, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

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Von dieser Frau, der Gattin Diethers von Handschuchsheim, erzählt Pistorius in seiner „Gemmingen’schen Geschichte:“ Die aufrührische Bauern zogen für das Schloß zu Handschuchsheim, solches einzunehmen, da fasset die Frau Gertraut ein Herz, zoge die Brücken auf, und, nachdem sie Niemand in dem Schloß hatte, als den Thorwart und ihre Magd, lude sie mit Hülfe derselben die Stücklein in dem Schloß, schosse unter die Bauern, und trieb sie hinweg. Das Geschrey kam bald nach Heidelberg, da eilte Einer von Adel, welcher nur Geschwistert Kind mit dieser Gertraut von Gemmingen war (es kann ein Dahlburger, Münchinger oder Erlacher gewesen seyn), vor Handschuchsheim, wollte ihr sammt seinen Gesellen helfen und sie entschütten (entsetzen), aber weil sie ihn nicht kannte unter dem Tumult, und vielmehr vor ihren Feind hielte, ward er bald erschossen, und soll sie, zum Unglück, solches Geschoß mit eigener Hand geladen und losgebrannt haben; da sie es erfuhr, ward sie hochbekümmert, aber geschehen war geschehen.

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Quelle zitieren

Gertraut von Gemmingen, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 243, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Gertraut von Gemmingen, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/gertraut-von-gemmingen/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-243-gertraut-von-gemmingen