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Badisches Sagen-Buch II

Gespenst in’s Haus gebracht

1 Min. Lesezeit· Unbekannt, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Ein Mann von Eppingen, der Nachts durch den dortigen Wald fuhr, hörte seitwerts vom Wege ein Blöcken und fand, als er nachforschte, ein Milchkalb allein dort liegen. Er lud es auf seinen Wagen und sperrt’ es zu Hause in seinen Stall. Als er vor dem Schlafengehen noch einmal nach dem Kalbe sehen wollte, traf er statt desselben eine hochbejahrte Frau in alterthümlicher Tracht an. „Fürchte dich nicht,“ – sprach sie zu ihm – ich thue dir nichts zu Leide. Schon über hundert Jahre schwebe ich zwischen Himmel und Erde und kann nicht erlöst werden. Manchmal nehme ich die Gestalt eines Hundes, manchmal eines Schafes und manchmal eines Kalbes an. Weil ich in dein Haus gebracht worden bin, gehe ich nicht mehr heraus, will mich aber gerne mit jedem Winkelchen darin begnügen.“ – Darauf ließ der Mann für sie einen besonderen Kasten machen, worin der Geist noch heute sich befinden soll.

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Quelle zitieren

Gespenst in’s Haus gebracht, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 216, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Gespenst in’s Haus gebracht, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/gespenst-in-s-haus-gebracht/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-216-gespenst-in-s-haus-gebracht