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Etzels Hofhaltung
Es sass in Ungerlande ein konick so wol bekant, der was Etzel genande; sein gleichen (man) nydert fant: an reichtum vnd an milde was im kein konick gleich; zwelf konicklich kron vnd schilde dinten dem konick reich.
Er het zwelf konickreich freye, dye waren im vnderthan, zwelf hertzog auch do peye, dreyscht grossen wol gethan, manck riter vnd auch knechte, darzu manck edelman; der konig was milt vnd gerechte: sein gleich man nydert fant.
Konick Artus was auch reiche, wol zu derselben zait, er was Etzel nit gleiche; auf aller erden weit dorft niemant wider in thune, er het sein leib verlorn; der konig hilt frid, gleit schune, was seyner lant do worn.
Konick Etzel lies mit schalle beruffen ein wirtschaft, die konig vnd fursten alle, die heten adels kraft, vnd auch alle die recken, die waren in sennem lant, ein zil ließ er in stecken, nach ydem er do sant,
Das er gen hof solt komen, wol mit der frawen sein; das mocht im wol gefrumen gegen dem kon(i)g rein: „vnd auch die gewaschte kinder, pey firtzehen jaren wol, dye las nimant dohinder; der kong die haben sol.“
Er speist sunst alle tage drew taussent menschen wol; nach armen thet er frage, die musten sein gar vol. auch speist die kon(i)gine mit irer speiß so rein arm frawen must man pringen, der must vier hundert sein.
Itlicher kong do name die werden frawen sein; vnd mit den fursten kome manch furstin vnd greffein: die komen alsampt dare zu Etzel dem kong gut; ir zu kunft freut in gare, er wurt gar hoch gemut.
Er entpfing die kong am ersten, darnach die fursten gut, die frawen aller mersten, als man zu hoffe thut. der kong setzt sich zu tische wol mit den recken sein, man bracht wilpret vnd fische, mocht nit zu teuer sein.
Nun horet grosse wunder wol von der pesten speis: die frawen sassen besunder, der pflag man wol mit preiß, mit zucht vnd auch mit erenn, nach konglicher majestat; sein lob das must sich meren: kein konk kein solches hot.
Konick Etzel zu tisch do sasse pey andern kongen gut, vnd mit in liplich asse; die fursten hoch gemut die sassen auch alleine; desgleich die graffen seinn; die edelmann so feine genasten pey den graff(en) sein.
Kein tor nit was beschlossen, vnd nye beschlossen wart: „man sol mirs offen lossen;“ sprach Etzel der konig zart „wan ich hab doch kein feinde auf aller welte preit: die tor mir fast auf leinde; es darf nimant gelait.“
Do kom wol an die pforten dye hubste magettein; sie sprach mit sussen worten: „hor, lieber wachter mein, dein genedig lieber here, wo mag des genade sein? wer er mir nit zu fere, hort er die rede (me)in.
Pit in durch meynen willen, das er mein pet verhor, vnd thun das in der stillen, so wirt mein lait zu stor.“ der pfortner der lif palde fur Etzel den konick her, er ging do in den salde, do saß der konick mit er:
„Ewr mechtig koncklich krone die pit ich vmb gelait, pis ich euch sag so schone, als man mir hot gesait: die aller schonste junck frawe, so ichs doch nye gesach, vor wunder mocht ir sie schawe fur alles vngemach.“
Konick Etzel sprach zuhande: „so heiss sie komen her.“ der pfortner sie pald fande, vnd saget ir die mer. do trat die junckfraw schane in den wunicklichen sal: die kong die saches ane, die fursten vber all.
Sie hot das schonste hore, als nye kein mensch gewan, dor auf ein harpant clore, von dem ein glantz her pran, von golt vnd von gesteine gab es so lichten schein; vorn an dem harpant feine do stunt clarfunckel stein.
Den rock, den sie an hete, der was von perleinn weiß, die waren drauf genede, der stant ir wol noch preiß, der rock war also swere, das sie in kawm getrug: edler stein war er nit lere, er het ir gar genung.
Sie prunen also helle, das sie do gaben glast: ir hals vnd auch ir kelle lauch inn dem gestein so fast, dar zu ir rode wange die prunen als rübein; ir roder munt so ange, mit worden was er rein.
Jre stirn vnd ir augen, wen man die ane sach, niemant mocht sie berauben mit lait noch vngemach, dar zu ir stolt gerade, vnd wol geschickten leib: an ir war ye kein schade, das junckfrawliche weib.
Jr leib der war vmb fangen mit eyner gurtel clein, dar auf manck gulde spangen, vnd ye dar nach ein stein mit varb do vnder setzet, mit steinen das geschach; ir wat was vnbeschetzet: mang kong ir lobes jach.
Dye junckfraw war geporen des aller pesten geschlecht, nit weit im lant zu Moren aus grosser konges mecht; des hab der wider mere was er eyn konick reich; mit mach(t) was er so swere, kawm lebt, der im geleich.
Er was so groß geporen, mit grosser sterk er facht; zwen sun so groß auch woren, die fachten auch mit macht: die komen vmb ir leben, als ir noch wert verstan, von eim, dem must man geben zu essen mangen man.
Got ließ den konick sterben, do komen was die zait, die sun das konckreich erben; die tochter war inn lait: do gebiß sie got dem heren ir kausch vnnd reynickeit behalten ymer mere; ir frumckait sait man weit.
Got gab ir do zu lone, der junckfraw wolgethann, wen sie ein mensch sach ane, das sie palt wissen kont, was eygenschaft er hete, vnd was sein dancken was, das sagt sie eim so stete: die erst genad was das.
Dye ander genad so here het do die reyne mait, welch reck wolt mit der were wolt gen zu eynem streit, wen sie im den das gunde, so segnet sie den helt, das er zu keyner stunde erslachen von keinem felt.
Dye dritte genad so schlechte het sie al tag ein mal, wo sie nawr hin gedachte, dohin so kam sie wol in eyner cleyne(n) weyle, wo sie hin setzt den syn, das geschach in sneller eylle, das sie kam pald dohin.
Also was sie gefaren aus fremden landen her, do die kong al waren, nach kung Etzel het sie ger, den fant sie also schire; sie sprach: „got grusse dich!“ er danck(t) ir mit begire, der junckfrawen mynniklich.
Sie sprach: „got muss euch grussen, ir kong vnd fursten wert, vom haupt piß zu den fussen nach koncklicher gepert; got gruß die werden fursten manck graff vnd edelman, die den nach eren dursten, den sol (got) geben lon.“
Sie sachten sie vast one, vnd danckten ir so schon, die kong vnd fursten frone hissen sie here gann. sie danckt in ires gutes: „weist mir kong Etzel do: fund ich in gutes mutes, des wer ich sicher fro.“
Konick Etzel der ging here; sie grust in tugentlich: „las dir nit sein vnmere, der liebe got grusse dich, vnd auch de(i)n werdes weibe, vnd al dein hofgesind; was dir thut lait, vertreibe, das thun noch deynem kind.“
Der konig setzt sich do nyder, vnd sach sie liplich an. die kong vnd fursten pider lissen das essen stan, keyner mocht trincken, essen, zu sehen das megetlein: sie heten ir selbs vergessen, das sie so schon mocht sein.
Sie sprach: „ich wil hie clagen mein iemmerliche lied, das du mir nit versagen, war umb ich dich hie pit, durch got vnd vnser frawen, vnd durch al weiplich pild, dein er du auch anschauen, was ich dich piten wil.
Ich pit dich, konick here, du solt mein helffer sein; ich pin geflochen sere, pis ich pin komen rein: er heist mit seynem namen der wilde Wunderer, wolt mich gefressen hane, das mir ist gar zu schwer.
Schlaus pald zu thur vnd prucken, vnd auch den guten sal, er thut mich sunst hin zucken, das irs must sehen al. er hot mit mir getrieben mer den drew gantze iar, das ich nit kan beleiben, das sach ich dir fur war.“
Der konick der sprach gemaide: „kein tor schlaust man mir zu, ich hab pey meyner zaite gehabet gute ru. kumpt er zu vns her eyne, ich gib im gute speiß, die im mag pesser seyne, den das er dich zu reiß.“
Do sprach die junckfraw reyne zu dem kong hoch geporn: „er kumpt werlich reyne, er hot ein eid gesworn, vnd das er mich wol essenn, das sey dir, konick, gecleit, vnd solt mein nit vergessen, zu hilf pis mir bereit.
Vnd solt auch fur mich streiten, durch Vnnser Frawen er; in allen landen weiten, wirt mann dich loben ser. er hot mit seynen hunden mich iagt drew gantze iar, vntz her auf disse stunde: ich hof, du seist im for,
Myt deyner sterck vnd machte, die dir got hot gegeben, das du mit deyner krafte mich haltest pey dem leben.“ do sprach kong Etzel here: „das sey dir hie versait; wan ich streit nümer mere, du (wunder)schone mait.“ —
„O we mir iemerleichen! du edler konick gut, wiltu hie von mir weichen mit zageßleichem mut, durch aller junckfrawen schare, durch got vnd reine weib, gedenck, das vns gepare der reyne frawen leib.“
Kong Etzel sprach mit mechten: „du versteest woll meynen syn, ich wil nit fur dich fechten, wan ich der hochste pin. dar vmb wel dir hier eynenn wol vnder den gesten mein, do mit das du kunst meynen, moch helffen dir aus pein.
Wan ich hab gar kun helde, die sitzen in dem sal, die hab ich ausserwelte, dar vnder hab die wal. wen du kunst ein erkennen, der aller menlichst sey, vnd thest denselben nennen, villeich(t) stunt er dir pey.“ —
„Ja,“ sprach die junckfraw gute „als pald ich eins sich an, was es hot in seynem mute, ich das pald wissen kan. das hot mir got der herre durch sein genad gegebn; dar vmb wil ich in eren diewell ich hab das leben.“
Do sprach der konick reiche: „des gelaub ich nit, zwar, du sachst mir hie den gleiche, das ich sprich, du habst war.“ die junckfraw die sprach wider: „das sach ich dir hie eben, wen, kong, du werst so pider, vnd liesest mir das leben.
Den noch, mocht ich verdynen den deynen grossen zorn, ich wil die warhait finden.“ der kong sprach, hoch geporn: „es sol gesichert seyne dein leip vnd auch dein leben, weistu die complex meyne, ein kempfer wil ich dir geben.“ —
„So wiß du, kong, fur ware, dastu so zaghaftig pist, das vnder deyner schare kawm als ein verzagter ist: aber du pist so milte, ich nye fand dein g(e)leich, du wir(d)st noch gottes pilde, du pist den armen weich.
Darumb weß ichs gar wolle, dastu nit sachst fur mich. las mich ein kempfer holle, des selben pit ich dich, dort innen aus dem salle, ob ich fund ein so stet, ich such in vber alle, der mich gewert der pet.“
Do sprach der konick so reiche: „durch dein junckfrawlich schon dastu der warheit deiche, dorumb ich dich hie kron; vnd gen hin zu mein gesten, wo du sie weist zu hant, vnd pit sie nach dem pesten: dein gleich ich nye gefant.“ —
„Got danck dir konge here, got geb dir dor vmb lon, vnd kron dich ymer mere, dort in des hymels tron!“ also mit grossen freuden ging hin die junckfraw gut, vnd wolt ir lait vertreiben, in freuden was ir mut.
Do sie kom in den salle, do sach sie sich weit vm, do sassen die recken alle, die beschaut sie vmbedumb: do fand sie nydert keynen, der gut was mit der wer, den ausgenomen einen, hiß marckgraff Rudiger.
Sunst waren sie al verzaget, gleich als kong Etzel was. Rudiger sah an die maget, vnd ging vber den pallast; im traten nach behende auss mynst drew hundert man. die junckfraw ging elende. do sie kong Etzel fant.
Sie sprach: „ich han gefunden den aller kunnsten man, so ich in finden funden, kein kunern ich gesehen han, der selb der ging spatiren vber den schon pallast, drew hundert oder pey fieren der seyner dyner was.“ —
„Wo sitzt der selbig herre, ob welch(em) disch ist das?“ sie saget im die mere: „er schenckt in ein trinckfaß, das ist ein kopf so rode, vnd dint der alten kongyn; der hilft mir wol aus note, das ich gesichert pin.“
Etzel sprach: „du junckfrawe, das ist der teurest man, so ich in nye geschawe, vnd in auch nye gewan; ich hon in aus derlessen, das sach ich dir furwar, er ist pey mir gewessen auss mynst funf gantze iar.
Er heist der Rudigere, der jungling so gemait: ich gewer dich nit der mere, vnd say dir gar versait; sein vater ein konick reiche vnd sitzt in Meylant, ein vogt gewaltickleichen, das ist im vnderthant.
Sein vader vnd sein muder die sind auch konges kind; er ist auch mein behuter vber Pechlar geswind, darzu auch Osteriche, das ist seinn, mercket eben, ich wil im sicherleichen ein reiche kongein geben.“ —
„Neyn, konick, nun thun so wolle, las in mein fechter sein, das ich dir dancken solle, hilf hie dem leben mein, das dir got darumb lone, du ausserwelter degen, tregst sust der eren krone, wolstu hie schanden pflegen?
Du solt mirs nit versagen, las mich widder fur in gan; mein not wil ich im clagen, dem tugunthafte(n) man, ich weipliches pild so armen, meyn sach wirt im gesait, ich weis, es in derparmen vnd wirt im darzu lait.
Darumb so loß mich piden den milten Rudiger, das er mir helf mit fleden in meyner grossen swer; wan er wird schir komen, der wilde Wunderer, vonn im wird ich genomen.“ kong Etzel lachet ser.
„So wird ich den verslunden von dem teuffellichen man: Rudiger hulf zu stunden, das es pleib vnderstan.“ — „du host gar recht gesehen;“ sprach sich konick Etzel gut „den streit mocht er versmehen, ich weis nit, ob ers thut.
Streit hot er vyl getriben, der margrof Rudiger, sein lob ist im pliben, manck helt gab im di er; mit wem er hot gestriden, die lagen vor im tot: pit in mit guten sieden, er hilft dir wol aus not.“
Dye maget wunickleichen, die war der red gar fro, sie danckt dem konick reichen, vnd sched wol vom im do, vnd eyllet in den salle zu margrof Rudiger, ir sorg die wurd ir schmalle, sie gedacht: wo ist der herr?
Sie suchet in gar rechte, den tugunthafte(n) man, ir wichen al sein knechte, piß das sie fur in kom; do sie im kom so nohent, sie sprach: „got gruß dych; laß mich dich nit versmohen, ich pin vnwirdicklich.“
Sie grust die alten frawen, die kongein hochgenant; vnd wen sie in thet schawen, der wurd mit gruß ermant; sie sprach zu Rudigere: „du tugenthaffter man, mein hertz ist freuden lere, wolstu mir red vergan.“
Do neigt ir zugtickleichen die kongein mit der kron, kong Etzlin des gleichen. Rudiger der konick kron der sprach: „das dein begeren das los mich hie verstan, ob ich dich kun geweren, ob es mir sey zu than.“
Sie sprach: „ich wil dir clagen mein engstickliches lait: der mich herein thet jagen, des leip ist gar verhait; er hot mit mir getriben auss mynst drew gantze jar, das ich nit kunt pleiben vor seynen hunden, zwar.
Er hot sich des vermessen, vnd hot ein eydt gesworn, er wol mich in kurtz essen, vnd hot auf mich sulchen zorn, ich (weis), das er wirt komen in disse purck so gut: mein leben wirt mir genomen, wen man mir nit hilf thut.“
Do sprach sich Rudigere ein marckgraf aus Pechlar: „das sein gar greulich mere, der ich nye wart gewar, das er dye leut wil essen, wie ist er doch genant? der teuffel hot in besessen; pfu sich der grossen schant!“ —
„Der wilde Wunderere also ist er genant; der teuffel ist er nit lere, die haben sein sel zu pfant. er ist so vngehäure, sein gleich der mag nit sein, er macht vns freüd(e) teüre, wen er kompt zu vns rein.
Dar vmb pit ich dein gute vnd konickliche kron, dastu mich hie behute vor dem teuffellichen man; ich hab dich aus derlessen, dastu der kunste pist: pey Etzel pin ich gewessen, der sprich(t), das es recht ist,
Dastu solt fur mich fechten, du tugenthafter man, mit deynen grossen mechten, dy dir hot got gethan, vnd durch dein menlich hertze, das ist in deynem leib, hilf mir auß dissem smertzen, durch alle reyne weib!“
Marckgrof Rudigere sprach: „ich thet vbel ann; meins heren genad so swere hot manchen kunen man, die sulle fur euch fechten, vnd eur kempfer sein, die euch eur lait thun rechen vnd wenden ewr pein.
Wen ich zu streiten kome, wurden mir die helt gehass, vnd sprechen, ich wer furneme, es kuntz ein ander paß; dorumb so such dir eynen, der kuner sey, den ich, domit das du kunst mennen, das er mug lossen dich.“
Do mit ging er von danen, die mait die pleyb bestan, mit allen seynen manen; dan ging die junckfraw schan, do sie kong Etzel weste, dem sagt sie disse mer, sie sprach: „du konick feste, mein hertz ist freuden ler.
Der marckgrof Rudigere hat mir seyn hilf versait, vnd spricht auch zu mir mere, ich kind zu disser zait gar wol ein kuner(n) degen, der kuner sey, dann er, der sul mir streites pflegen: west ich dan, wer er wer!
Er spricht also zu mire: find ich kein kunern nicht, so wol er fechten schire, vnd wol sich an in richt. nun kan ich keynen finden, der fechten thut fur in: thet er sich vnderwinden; geb ims got in den syn!“
Sie sprach: „kung Etzel, fur ware wil ich dir sagen das, las beslissen alle thore vnd den guden pallast; der Wunderer kumpt behende, das wirt nit anders sein, das ist vnser aller ende, er prengt vns al in pein.“
Konick Etzel sprach mit zoren: „des het ich ymer schant; wie torlich die red waren! vnd thut mir auf dich ant vnd also ser verdrißen, dastu mir hie thust sagen: kein tor ließ ich zuslissen pey allen meynen tagen.
Kein mensch ward nye so reiche, so starck, noch edel, zwar, vor forcht ich sicherleiche lies speren kein tor, furwar: kumpt Wunderer her eyne nach dir, du junckfraw weiß, ich gib im prout vnd weyne, darzu die pesten speiß.
We mir der grossen schande! sluch ich zu meyne thor, wo mans saidt in dem lande: ich trag die kron empor vber al kong so reiche vynt man nit meyn geleich; vor nymant dorft ich weichen, den got allein ich weich.“
Der kong vnd die junckfrawe, die sassen in dem sal; vor schon thet ers anschauen, vnd sprach in vber al: „kein mensch auf aller erden, das also schone sey.“ sie sprach: „du konig werde, gedenck meyner not do pey.
Vnd schauf mir hie zu geben zu kempffen eynen helt.“ do horten sie gar eben, das man ein horn schelt. do sprach die junckfraw reyne: „erst hab ich angst vnd not, ich hor das horn seyne, erst muß ich ligen tot.“
Der kong erschrack vil sere wol vor des hornes schal; die hunt die lufen here zu dem kong in den sal, des Wunderers sie waren; die mait schrey: „wostiga! konick, loß die tor bewaren; du sist die warhait do.“
Die mait in vber ginge, das man die thor spert zu; die mait den konick vmb finge, sie sprach: „du konick, nun thu so wol an mir vil armen, gib mir doch eynen man.“ sie want ir hent vnd arme: „kan ich kein kempfer han?“
Kong Etzel sprach mit witzen: „du edle junckfraw rein, weystu nit, wo sie sitzen, die junge konygein? die sitzen in eynem salle, sie sitzen also hoch: such dar in vber alle.“ der junckfraw was so ioch.
Sie ging mit hubschem geperen, vnd auch mit stoltzen triten; die kong sach(en) es geren, vnd horten do ir piden; sie sprach: „got gruß ewr krone, dorvnder ewrn leib! gebt mir vor vrlaub schone, ir tugenthafte weib.
Gott gruß ewr hofgesinde, der adel der ge voran, vnd alles, das ich finde, ir edle konig kron, ich wil euch hie vor frogen, ob ich mocht vrlaub han, ich wolt ein wenig sagen, ob ir mirs wolt vergan.“
Sie sprache(n) al g(e)leiche, sie solt gut vrlaub hann. do sprach die junckfraw reiche: „ir habt ein jungenn man sitzen ob ewrm tische zwischen zwenenn kongein, der ist von hertzen frische, der sol mein helffer seyn.“
Das was der her von Peren; des west dye junckfraw nit; er antwurt ir: „gar geren.“ vnd sprach mit clugem syt: „was wer der ewr geprechen, du hubisches megetein, ob es ymant mocht rechen, die ewren grossen pein?“
Sie sprach: „ich wil dir clagen mein eng(s)tickliche pein, das mich herein thet jagen wol mit den hunden sein der wilde Wunderere, also ist er genant: lus dir die cleglich mere, dein hertz das sey ermant.
Darzu wil er mich essen, das sag ich dir furwar, vnd hot sich des vermessen, er hot mer, den drew iar, hat er mich vmb getriben, er selbs vnd auch sein hunt, das ich kawm pin pliben: das thun ich dir hie kunt.
Er ist der purg hie fore, sein hunt die lauffen rein; wer(d)n nit beslossen die thore, er prengt vns al in pein. von got kan ich derkennen, das du der kunste pist; durch gott saltu dich nennen kurtzlich in disser frist.
Do sprach der jungling reiche: „wiltu derkennen mich, ich pin der her Ditereiche, vnd wil fechten fur dich, ich wil eren die schare, dich vnd al reyne weib, dar vmb das vns gepare der reyne frawen leib.
Wer weyb schilt vnnd ein hare, dem pin ich fast gehaß, dem vertrag ich sein nit, zware, man kan got nit thun paß, der in do hilft vertreiben ir angst vnd ir not, den selben wil got schreiben von dem ewigen tot.“
Dye junckfraw die sprach wider: „du host tugunt genug, vnd pist mild vnd auch pider; selig sey, die dich trug, deyner muter leibe, die dich getragen hat! das du die reyne weibe liep host fru vnd spat.
Durch weipslich keusch vnd milde saltu mir sey(n) berait, mit harnasch, swert vnd schilde, es kumpt nun schir die zait.“ do sprach her Dietereiche: „dein lait trag in der still; ich hilf dir sicherleiche, ist es kong Etzels wil.
Der den ist vnnser herre, vnd wir im vnderthann, in seynem land so ferre, wen er mir das vergan: dar vmb mustu in piden, den edlen konick rein, das er mirs erlaup mit sieden; sag mir die meynung sein.“
Sie frogte noch im palde: „wo ist konick Etzel her? ich mus fur sein gewalde.“ sie saget im die mer: „ich han mir ein gefunden, der wil mein kempfer sein, er wil mir zu den stunden so helfen aus der pein.
Er hot an dich geschoben, ob es dein wille sey: du solt im, degn, geloben; dorumb wont dir got pey.“ so sprach der konick: „nen myre den selben kunn weigant.“ sie nenet in gar schire: „er ist Dieterich genant.“ —
„Der jung her Dietereiche, der ist der liebste meyn, ich teil mit im mein reiche, ob er wolt geren sein: er ist pey mir gewessen mer den zwey gantze iar; ich hab in aus derlessen, das sag ich dir fur war.
Zu hof ist er geriden, er mit den knechten seinn, funf hundert, nach adel syden, sein geriden aus vnd ein. sein tugunt solt im meren, hiß mich der vater sein, ich solt in zucht, er leren, vnd thun das peste mein.
Nun hor du, maget, mere; von wem er hab sein stam: in durchlauchtiger ere sitzt ein keyser zu Rum, der ist seins vaters pruder; der helt ist edel gut, sein vader ist ein konick in ruder, sein muter des gleichen thut.
Solt er den fur dich fechten, vnd kem er mir den ab, sein freunt wurden in rechen, ich must groß vngluck hab, sie hulfen doch einander vnnd triben mich darvon, das ich plib kawm salbander; das het dein schult gethan.
Er sol den Wunderere furwar nit hie bestan; ich verlür in ymer mere, den jungling wolgetan. er ist so iunck vnd cleyne, sein gut ist manigfalt, er ist kawm, als ich meyne, achtzehen iare alt.
Dar vmb sey dir versaite, du aus erwolne mait, das er zu keyner zaite mit streit dir sey berait.“ — „nit, konick, durch al ewr guts, nit thut so vbel an; in sorgen ich hie ware: las in mir pey bestan.“ —
„Ich thun sein nit, furware;“ sprach do des konges munt: „gen fur Rudiger dare, ob er dir hilf thun kunt; ich wolt in ee verlissen, den den jungen Diterich: solt eyner den tot hie kossen, furwar, es rawet mich.
Verlur her Dietereiche, mich ging das erst vngeluck an, ich must von meynem reiche, also wurd es mir ergan, ich must zu fein(t)schafft haben kung, kayser, fursten gut: dar vmb, junckfraw, las aben, furwar, es mir ant thut.“ —
„Nein, konick du aus derlessen, las mich zu Diterich gan, so schaft er mich genessen, wen ich in segnen kan, das er nit wirt derslagen, sprich ich auf meynen aid; du wirst nit weider frogen, wen du sisgst die warhaid.“
Wol in denselben zaiten, nun hort, was do geschach, zu der purg sag man reiden, in nahent vngemach, das sachen die fursten alle, die in der purg do worn, der Wunderer kam mit schalle, vnd hilt do vor den torn.
Er pliß ein horn mit gryme, seyner hunt der komen vil, mit graussamlicher styme, so was des hornes gyl; er eyllet zu dem graben, die slag pruck was gelait; aufzogen sis wolten haben: zu kurtz wurdt in die zait,
Sie musten sie lossen ligen; der Wunderer stunt dar auf, er sprach: „wolt ir mich trigen? nun sten ich doch hie drauf.“ er rif mit lauter styme wol zu den recken hin ein, aus wutigen zornes gryme: „gebt mir die megetein!
Wolt ir mir die rawß geben, das thut pal pey der zait; es gilt nichs, den ewr leben, sprich ich auf meynen eyt.“ sie swichen al sampt stille, vor forchten das geschach, das er was also wilde; sein geleich man nye gesach.
Kong Etzel sprach zu stunde: „der teufel ist hie vor, ich thun euch allen kunde, pas slust vns alle thor; kom er zu vns her eyne, der teuffelliche man, er pregt vns al in peine, mocht vns an leben gan.“
Vor engsticklicher forchte die junckfraw aber kam; konick Etzel ir do horchte, vnd ir piden do vernam; sie pad in aber sere, als sie nye het gethan, durch got, Maria here, das er ir Perner vergan.
Konick Etzel sprach, so here: „des wil ich hie nicht than; zu margrof Rudigere dohin soltu vor gan: wolt derselb fur dich streiten, das sech ich also gern; versagt er dirs pey zaiten, so gen zu dem von Pern.“
Die junckfraw danckt im teure, dem kong so hoch geporn, sucht Rudinger geheüre; pald het sin aus erkorn, sie sprach: „du degen here, ich wil hie piden dich, durch aller junckfraw ere, so vicht hie noch fur mich!“ —
„Solt ich mich vnderwinden des vngefugen man? kanst du sust nymant finden, der in hie tur bestan?“ zu im sprach sie zu stunden: „Wunderer hot vor dir ru; ich hab eynen gefunden, der ist kuner, den du.
Der vicht noch mit im sere; got mus im glucke geben! ich thun dirs hie zu ere, das saltu mercken eben.“ do sprach der Rudingere: „wie ist derselb genant, der dir wil helfen sere?“ — „er ist Perner, bekant.“ —
„Er kan wol streites pflegen, dar vmb streit er pissich, vnd ist ein kuner degen; vnd ist edler, den ich: heiß dir helfen pey zaiten; er ist kuner, den ich: ich wil nit fur dich streiten, er moch(t) erslahen mich.“
Also ging sie von danen, vnd such(t) her Dieterich, vnder frawen vnd auch manen; sie vand in zugticklich, sie sprach: „genad, degen here, das ich kum aber her!“ — „ir seit mir nit vmmere, ir seit nit tugunt ler.“ —
„O edler her von Peren, mein lait hebt sich empor, ich pit euch, helft mir geren; wan er ist vor dem tor, der mich hie wil verslinden: awe der grossen not! mocht ir in vberwinden! er slecht vns al zu tot.“
Mit iemmerlichem weynen het die junckfraw do kein ru. im erparmet do die reynen, vnd sprach: „ichs gerne thun; ich getraw Maria, gotz muter, das mir got pey besten, das ich sey dein behuder, das es mir glucklich gen.
Wie ich mit Hildeprande wird her ercheren mich: ich verhiß im an sein hande, das streiten wolt nit ich vor fir vnd zwentzick jaren, das alter ich solt han: das wiß du, maget clare, das wil ich vber gan.
Ich sag dir hie fur ware meynes alters zil: zu vier vnd zwentzig iare, darzu hab ich noch vil, newn iar auf das mynste, das sag ich dir hie wol, nit elter du mich vinste,) fur war ichs reden sol.“
Do ruft der Wundere(re): „ir sult mich pald ein lonn, ee das ichs als vmbkere; ich mus zu essen han; ich wil mich an euch rechen, die maget die ist mein, ich wil euch al derstechen, des sult ir sicher sein.“
Das horten die konginen, furstin vnd edle weib, komen schir von den synen, besor(g)ten ire leib mit weynen vnd mit clagen; den recken war so lait, das sie wurden al zagen: das machet als die mait.
Do sprach her Ditereiche: „wie we ist dir her ein!“ er hieß im pald her reiche: „prengt mir mein harnasch rein! wiltu den leut hie essen, vil got, es sol nit sein: got sol mein nit vergessen, Maria die kongein,
Das ich durch reyne weibe wil wagen meynen leib; mocht ich in lait vertreibe, durch ein junckfrawlichs weyb, dye Jhesu Christ gevare, die helf auf streites pan! durch alle(r) frawe(n) schare, wil ich zu streiten gan.“
Do mit was er beraite, sein gut prun het er an, die legt im an die maite, vnd gurt fast vmb in gan, sie strickt im ma(n)che vande, setzt im auf sein hut, schilt, swert gabs im in die hande, als man zu wappen thut.
[Dye junckfraw sprach: „ste stille, ich wil dir geben lon, das du durch meynen wille den Wunderer wilt bestan, ich wil dir thun ein segen, das du des sicher pist, das du von keynem degen ymer erslagen wirst.“
Sie thet im do den segen, der ir von got was kunt: von irer frumckait wegen gab ir got sulchen kunt: das was pey im peliben, vnd an im wol bewert, als man es vint geschrieben, das yn got oft dernert.
Vnd ist auch noch pey leben herr Diterich von Pern; got thet im puß zu geben, das mugt ihr horn gern: eyns tags er sich verjache zu Peren in der stat, von red dasselb geschache, das was des teuffels rot.
Dor vmb ward er beruret von eynem ros vnrein, vnd wurd do hin gefuret, das mocht der teuffel seyn, dor auf do muster reiden in die wuß Rumenen; mit wurmen mus er streiden, pis vns der jungstag wont pey.
Das las wir hie nun seyne, wo er nun komen sey; got hilfft im noch aus peyne, mit sterck wont er im pey; dasselb los wir pleyben, vnd fahen wieder an, vnd volgen noch dem schreiben, was Wunderer hot gethan.
Wunder(er) der ruft zu hande: „thut mir auf pey der zait! drey kong ligen in meim lande, vnd gewinen das mit streit; Dye kong vnd al ir here die erslag ich wol allein, sie kunen sich des nit were; dar vmb lot mich hin ein.“
Man wolt in nit einlossen, den vngefugenn man; do fing er an zu stossen, als ging ein weder an, die guten eysen sperre, die rigel vnd die pant, die thet er als zu zerre, vnd wurd von im zu trant.
Die thur was eysneyn veste, vnd war fur not gericht, vnd was die allerpeste; noch half es vor im nicht. do die thur war zu prochen, do eylt er in den sal; er het sich noch nit gerochen, noch seynes hertzen gral.
Sein ros het er gepunden an eyner linden ast; er kom do mit den hunden, die lissen mit im fast, achtizehn lait pracken vnd vier vnd zwentzig jaghunt, die mit im luffen iacken, die luffen mit im zu stunt.]
Er trug das pest gesmeide: sein helm was so gut, kein swert dar durch nit schneide; sein prun die was behut vor allem geschoß vnd stiche; sein schilt war also herr: fur war ich das hie spriche, es was vil gutes wert.
Sein swert was also preite, vnd was dar zu so lanck: das zog er aus der schaide; des sagt im nymantz danck. er ging hin auf den salle, do er die junckfraw fant; ir frewd die wurd in smalle; mit gruß er nymant mant.
Sein harnasch was nit teüre von silber vnd von golt, sust was er vngehaüre, zu streit in nymant wolt, den der in an solt tragen, der gert kein wechsel sein: er het manchen erslagen in seyner prun stellein.
Er eyllet also palde vnd wolt in den pallast, vnd wolt dar ein mit gewalde, do der kong innen saß; der pallast was verslossen, der Wunderer stunt dor vor: „wolt ir mich nit ein lossen, ich stoß auf pald das tor!“
Also sturt er do vore, mit zoren also groß, er tet ein stoß dem tore, dass es so weit auf schoß; die rygel al hin sprungen, so weit hin auf den sal, die cleine stücklein clungen, das es so weit erhal.
Do luffen hin die hunde, vnd bissen an die mait, wol zu denselben stunden, sie hingen ir in dem cleit. do ruft die junckfraw reyne Diterich von Pern an: „nun hilf dem leben meyne; solt mich nit essen lan!“
Auf fur her Ditereiche, im was vor zorn ant, was er der hunt begreiffe, die slug er vmb die want, das ir gar vil geslage, auf ein vnd zwentzick wol, die hunt thet er verjage; Dieterich was zornes vol.
Er sprach zu der junckfrawen: „nun setz dich neben mich, so wil ich geren schawen, wer nun wol essen dich; ich wil fur dich setzen mein leip vnd auch mein gut, ich will in dar vmb letzen, wer die ein lait hie thut.
Der Wunder(er) ruft hin eyne: „gebt mir die maget her, ee ich euch bring in weyne, vnd mach euch freuden ler.“ do mit trat er furpasse in den palast so weit, do alles gesind do sasse, vnd auch die schone mait.
Doß der Wunderer nun sache, das die hunt lagen tot, nun horet, wie er iache: „ir zwey, ir leydet not; vnd werst du nit ein kinde oder ein kindischer man, es must euch alle peyden wol an das leben gan.
Dor vmb du schone meide, du must dich essen lan, nymantz wend dir das leide, ich muß zu essen han, vnd thun das pald pey zaiten, ich muß von hin(nen) pald, mit zweyen kongen streiten, die erslag ich mit gewalt.“
Do sprach her Ditereiche: „nun loß vns lenger leben; ich gib dir sleg vnd streiche, das saltu merken eben, wie wol du mich g(e)leichest, ich sey ein kindisch man, ich hof, du vor mir weichest, pring dich auf todes pan.
Das selb ich dir bedawte, dyr wirt der tot gemessen, du wolst den ander leude wol fur die junck fraw essen, der wolt ich dir wol weyssen, so gen in ein spital, do vinstu wol zu versten, vnd hast auch wol die wal.“
„Der dein vnnutze rede der saltu mich derlan; werstu ein furst so werde, so solts du mirs nit than.“ also sprach Wundere(re) wol zu her Diterich, vnd zurnet also sere, so gar inprunsticklich.
Do sprach her Dieterich palde: „ich sag dir hie nit me, nun gen hinaus zu walde, den frawen den thut we dein odem auß dem munde du pist gar vngehaür, vnd heb dich aus zu stunde, ee ich dir freud mach teur.“
Der Wunderer nam sein ware, im ward vor zoren ant, er sprang zu in peiden dare, vnd fing sie pey der hant. Dieterich fur auf behende, vnd gab im eynen stoß, begreif die ander hande, sein zoren der was groß.
Des must der Wunderer vallen nider auf die erd, wol vor den kungen allen, des schempt er sich gar ser. her Diterich von Peren der nam die maget vein; sie saß neben im geren, sy meint, wolt sicher sein.
Der Wunderer kam her wider, vnd was so gar verhait, er sprach: „du degen vider, so gib mir noch die mait.“ do sprach her Ditereiche: „die mait wont dir nit pey, du sagst mir den werleichen, war vmb die feintschafft sey.“ —
„Das wil ich dir hie sagen: die weil ich cleine was, das man mich vmb must tragen, do ist geschehen das, do was sie auch ein kinde, ir vater ein konick reich; kein weib kunt man mir finden, das mir moch(t) sein g(e)leich.
Mein vater dem reichen kunge (nam) den das kindelein, zu ee man vns verkunde, das sie ist ewig mein: so thut sie mich versmehen, vnd wil furwar mein nit; sie solt sich hie versehen, ee sie den tot hie lit.
Ee ichs eim andern losse, des hab ich aid gesworn, vnd wer sie noch so grosse, ich friß vor grossem zorn, das sie auf dieser erde keim man nit werd zu teill, gleich haur als wenig als ferde, las ich dir doch kein heill.“
Do sprach der her von Perem wol zu der mager vein: „wiltu in haben geren, vnd will seyn eygen sein, so pleibstu hie pey leben; nym in zu eynem man.“ sie sprach: „e wil ich im geben mein leip zu speysse han.“
Herr Diterich was gesessen neben der junckfraw vein, er sprach: „wil er dich essen, ee wil ich laiden pein, her ein pringt mir nun palde den guten harnasch mein, ee wol wir sterben alle, es mus gefochten sein!“
Do sprach der Wundere(re): „helt, wiltu nit lenger leben, das du dein leben here wilt vmb eine pubin geben? dar zu pistu ein kinde. ich rit, du hest wol frid: wen ich dich vberwinde, ich henck dich an ein wid.“
Do die red was geschehen, die lidet her Dieterich zorn, er sprach: „ich wil besehen, ob du nit seist verlorn; dastu mir zu droßt henken, des mochstu dich wol schemen: ich wil dir dran gedencken, ob wir zusamen kemen.“
Er wappet seynen leip, als man zu streit sol than; das wunickliche weip das wappet in so schon, sie knupft im ma(n)chen pande, Diterich dem werden man, ob sie es den wol kunde, vnd sach in liplich an.
Do er nun was bereite, Diterich der kune man: „nun sey dir wider saite, Wunderer, solt verstan, dastu mir droß zu henke(n), mir vnd der schone(n) mait, dein leben wil ich krencken, das hab ich auf meynen eit.
Ich gedraw Maria werde, vnd gottes genad so heil, das ich auf disser erde dem galgen nit werd zu teil, vnd auch die junckfraw seine: du magst ein poßwicht sein, der galg ist selber deine, daran leid selber pein.“
Sich wapper in der purge aufs mynst acht hundert man; wen nun her Diterich sturbe, den Wunderer woltens bestan. vnd margrof Rudingere, ein her dort in Pechlar, der ging in der prun here: des wurd her Diterich gewar;
Er danckt im seiner gute, vnd auch der sein manhait: „ich hof mich got behute, nun ist komen die zait.“ er geseget in der veste, die hant er in do pot, den kongein vnd den geste(n); die paden fur in got.
Dar nach luffens zu samen mit sprungen als(o) weit, die ire swert sie namen vnd auch ir schilt so preit, sie slugen auf eyn ander, das wilde faur erschein, die zwen fursten salbander, aus iren Hildegrein.
Sie heten ein gedimel mer den fir gantze tag, als wen das weder am hymel thut manchen doner slag; pey in mocht nymant pleiben vor slegen (so) freysam: wie mocht man das geschreiben, was sie geliden han?
So manche diffe wunden, die sie haben geslagen, das es thut nymant kunden mit singen noch mit sagen, den, das der Wundere(re) dieselben hat allein: das macht der segen here, den gab die mager rein
Dem edlen Perenere; dar vmb er mit im facht; es must der Wundere(re) fallen mit gantzer macht: er was so gros vnd swere, do er der nider slug, das man es hort so ferre der weiten purge clug.
Dye purg must sich bewegen, do Wunderer thet den fal, das gemauer thet sich regen, der sal vnd poden al. auf sprang der vngefuge, der val der thet im ant: „wen das ich dirs vertruge, des het ich ymer schant.“
Der Diterich het im geslagen, das er so ser was wunt; er sprach: „ich wil dir sagen, du wirst noch vngesunt; du sprachst, du wolst vns hencken, mich vnd die junckfraw mein: das wil ich dir nit schencken, es gilt das leben dein.
Dar zu hastu gegessen so werden manchenn man, des wirt dein got vergessen, vnd wilt zu speiß auch han dye junckfraw minickl(e)iche, al hie zu disser zait.“ also slug Ditereiche Wunderer wünden weit.
Das plut thet in begissen vber den harnasch weiß; das thet Wunderer verdrißen, er floch hin auß dem kreiß, mit eynem snellen sprunge, wie pald er pey im was! der Wunderer kert sich vmbe, mit grossem neid vnd has.
Er gab her Ditereiche so gar ein harten slag, das er vil iemerleiche, vnd auf dem sale lag, das er sein witz vnd syne so gantz vnd gar vergas; kein sterck mocht er gewine, vnd west nit, wo er was.
Er lag ouch in dem plute, doch schir er sich besan, do gedacht der degen gute: „wel got, wer ich dar von! du pist zu vngehaure, dein gleich ich nye gesach, du machst mir freüd noch teüre.“ also er im gedacht.
Er lag also lang stille, pis er geruet pas: der Wunderer het im willen, wie er gestorben was. das sach auch in der festen margraf Rudiger, vnd auch die werden geste erschracken also ser.
Marckgraf Rudigere red zu dem Wunder(er): „nun vicht auch mit mir sere. waffen der dissen mer! das Diterich ist gestorben, das gilt das leben dein; ir ist achthundert worden, do von du leidest pein.
Du must hie hin dersterben, es ficht noch manger man, vnd solt wir al verderben, so kumpstu nit der von.“ also sprang auf mit schalle her Diterich von Pern, er sprach: „nun habt danck alle, ich wild verdynen gern.
Das ir mich hie wolt rechen, des sey euch aid gesworn, die ich euch nit wil prechen, ich pin zu hilf geporn euch, ir werden helde, das ir mich rechen wolt, ir seit mir außerwelde, vnd pin euch darumb holt.“
Den Wunderer zu der stunde procht er in grosse not; im (gieng) do aus dem munde von faur ein glo so rot, von Pern dem edlen heren, der vast erzurnet was; dem Wundrere thet geweren, do von er nit genas.
Er slug in do der nider, den Wunderer also groß. er sprang auf pald her wider, thet Diterich eynen stoß mit dem schilt in ein saiden. do sprach her Ditereich: „wer hot dich lernen streiten? fur war das wundert mich.“
Do sprach der Wunderere: „ich meint, du werst langes tot; ich sach des psicht(s) nit mere, den hie dein leichnam hot. kompstu einmal noch nider,“ sprach Wunderer, „furwar, du kompst mir nit mer wider, du must ye sterben gar.“
Her Diterich von Peren, macht Wunderer also heiß, er wer geflogen geren von Diterich aus dem kreiß, das er vor grossen engsten der sweis vast von im floß. Diterich vacht noch dem lengsten, das macht der zorn groß.
Er slug den Wundere(re) ein wunden in den halß, durch sein halsperg schwere vnd durch des krages vals. sprach Wunderer der helde: „awe der grossen not! das ich streit derwelde, dar vmb ich leide tot.
Mir sagt der vater meyne, do er nun sterben wolt, es solt ein Diterich seine, der mich derslahen solt, dem ging auß seinem munde ein glo von faür so rot: pistus, so thun mirs kunde, wol durch den milten got.“ —
„Ja, ich heiß Ditereiche, des laugen ich dir nicht. got der gewaltickleiche mich vnd die junckfraw richt, dastu vns droßt zu henken, mich vnd die junckfraw vein, dar an wil ich dir dencken, es gilt das leben dein.“ —
„Ach nein, du degen here, nun loß genessen mich, so wil ich ymer mere fur war nun loben dich.“ do slug her Ditereiche den Wunder(er) aber nider: „ich sag dir sicherleiche, nun ste du auf pald wider;
Wan ich dich nit derslahe, dieweil du vor mir ligst.“ also Diterich do jahe „ich gib dir keynes sygs, dir wirt der tot genessen, wen dus halt nymer wilt: du wol(t)st die junckfraw essen; dar vmb man dich noch schilt.“
Do stunt er auf gar kawme, der wilde Wunderer, mit vechten er sich sawm(t)e, die wunden flussen ser; noch slug er dem von Peren ein wunden also weit: das war das letzt verseen, das wurd dem Wunder(er) lait.
Dar nach der Pernere ein slack dem Wunderer gab, das im der halsperg swere vil von dem hals herab; mit dem hals stunt er nacket, er het auf noch den hut: her Diterich ser do lachet; Wunderer wird vngemut.
Do hub er auf zu piden, das er im geb gelait, es solt mit gutem syden gesichert sey die mait. do sprach her Ditereiche: „nein, sweich, du hitz(t) seyn nit; du must von hynen weichen, dich hilfet nit dein pit.“
Ein schirm slag gar eben im do her Diterich gab, vnd draf im den hals neben, vnd hawt ims gantz herab, den kopf vnd auch den hut, das er vel auf die erd, das er lag in dem plute; des freud sich Diterich so werd.
Er sprach: „wiltu noch essen die junckfraw mynniklich? dein leben ist klein gemessen, furwar des frew ich mich.“ er hub pald auf das haupte, den helm warf er dor von; des lebens er war beraubte, der vngefuge man;
Er nam es pey dem hare; do was es also swer, des glaubet hie fur ware, er het kawm tragen mer; er trug das haubt von danen vber den weiten pallast vor frawen vnd vor manen, was in der purge was,
Das lif dem fursten entgegen, manck konick vnd auch kongein, mit freud thet man sich regen, itlichs auß krafften seyn itlichs in do entpfinge, vnd sprach zu im also: „Wunderer den tod entpfinge, des sein wir werlich fro!“
Do wurd ein groß zula(u)ffen, vor freuden das geschach, der kong waren gros hauffen, das man Diterich kawm gsach, vnd auch der werden fursten, manck graff vnd edel man, die theten Diterich grussen, vnd in entpfingenn schon.
Dye weil er in danckt schone, do lief die junckfraw her, sie sprach: „das dir got lone! nun pin ich sorgen ler: nun sait mir gotwilkume; ewr wunden sein mir lait, die ir von im habt gnome.“ do dancket er der mait:
„Gebt mir das poden prode, zart junckfraw mynniklich; der Wunderer der ist tode, das haubt trag des hie ich, der euch alzait wolt essen; das thet im nye kein gut: ewres leib sult ir vergessen, vnd habt ein guten mut.
Er entpeißt ews nymer mere; also gewan ich dir frid; er troet vns peyden sere henckens an ein wid: ich han in vberhaben derselben possen müe; got der her thet mich laben; ich mein, ers nymer düe.“
Die junckfraw pant im abe den seynen helm gut. er sprach: „junckfraw, danck habe, du machst mich hoch gemut.“ do sprach die junckfraw reyne: „got danck ewr gutickait; ewr gleich mag nit seine auf aller erden preit.“
Do kom konick Etzel here so gar in sneller frist, er sprach: „das sein gut mere, dastu genessen pist, dar vmb sul wir got dancken der seyne(n) gutickait, vnd haben freüd an wancken mit disser schone(n) mait.“
Man saß wider zu tische, als man vor het gethan, man aß wilpret vnd vische, vor freüden weib vnd man, vnd auch die schon junckfrawe, die sas am hochsten ort, Dieterich, Etzel, sein frawe, die sassen pey ir dort;
Dar nach die pesten freunde, dar nach das pest geslechte, die wurden al vereinde, also mit grosser mechte dancken herr Ditereiche; dy junckfraw was derlost: sie lebten wunickleiche; die junckfraw gab in trost.
Sie sprach: „ich wil von hynnen wol in meins vaters lant, do hin ich denck mit synen; dar vmb seit gemant, das ir wilt meynen namen, das loß ich euch zuletz, des sult ir euch nit schamen, auf vrlaub ich das setz.
Das ich euch geren liesse golt, silber, als man thut, das sol euch nit verdriße, ir habt sein vor genunck.“ sie frogten al gemeyne die junckfraw mynniklich, wie sie hies mit dem namen? palt thet sie nennen sich:
„Ich heiß fraw Seld furware, des sult ir sein dermant, vnd drag die kron envore wol in meins vaters lant.“ do mit gabs in die hande, itlich besunder var. den Perner sie wol kande, zu dem ging sie vor dar;
Sie geseget in so süsse, gab im ir weiße hant, ein halssen vnd ein kussen, do mit sie in dermant, das ers hilt pey dem leben; do weint die junckfraw schon, sie sprach: „got mus dir geben, was ich dir gutes gan!“
Dar nach sprach sie behende: „nun wil ich pald dar von, wan es hot gar sein ende, ir sult pal zu mir gan.“ do traden sie ir peye, was ir was aller sant. sie sprach: „got pey euch seye!“ do mit sie do verswant.
Also fur sie von danen, do sie was komen her; es was den frawen vnd manen gar wunderleiche mer; also kam sie hin heyme, wol in irs vaters lant: gelaubt, das es mag seyne, als mans geschrieben fant.
Nit lenger woltens [sie] pleiben die edlen kong so gut; sie lissen das wunder beschreiben, vnd hilten das in hut; sie heischten do vrlaube von konick Etzel so her, sie sprachen: „konick, lat abe, es ist genunck der er.“
Do sie nit pleyben wolten, so gab er vrlaub in. sie theten, als sie solten, vnd gelobten im zu din, wo er ir dorft zu noden, wolten sie sein bereit, als vil volcks als sie den hetenn, vnd wenden im sein leit.
Des danck(t) er in gar schone, dor zu den frawen sein. do wurd groß gut verdone, pis sie komen wieder heym. — vnd auch her Ditereiche, der sagt Hilprant die mer: es dauch(t) in wunderleiche, das eo geschehen wer.
Nun hot ein end das gedichte, wer es horet hor, mit warhait wol verichte, nun seinn sie alsampt tot: mit hert streitigen quelle(n) gaben sie auf ir leben: got alln gelaubigen selle(n), den sol got gnade gebn! Amen.