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Deutsches Heldenbuch. Zweiter Theil: Alpharts Tod, Dietrichs Flucht, Rabenschlacht

Dietrichs Flucht

Originalfassung · 1866 · Ernst Martin

259 Min. Lesezeit· Ernst Martin, Weidmannsche Buchhandlung

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

Der Text wurde vollständig mit den historischen Scans verglichen.

01

Haupttext der Ausgabe Ernst Martin, Berlin 1866, Druckseiten 57–135. Historische Schreibung, Interpunktion und Absätze sind erhalten. Variantenapparat und Anmerkungen gehören nicht zu diesem Haupttext.

02

Welt ir nû hœren wunder, sô künde ich iu besunder diu starken niuwen mære. lât iu niht wesen swære, ob ich iu sage die wârheit (daz enhabent nicht vür leit) von einem edelen künege hêr: Dietwart sô hiez er. dem dient vür eigen Rœmisch lant und muoste im warten allesant schône mit gewalde. im dienten helde balde vil unde mêre durch die grôzen êre, der er phlac in sînem rîche. er lebte sô hêrlîche, daz man im jach des besten von vriunden und von gesten in sîner blüenden jugende. swaz man uns von tugende ie gesagte mære, des was der êrbære ein gimme und ein adamant: dâ von er wîten was erkant. er lebte in reinen blüenden tagen, als wir die wîsen hœren sagen, sô gar ân alle schande. vride was in sînem lande, und tet ouch niewan daz beste. swaz er ze tugenden weste, dar zuo was sînem herzen ger. ez gelebet hôher künec niemêr sô hêrlich noch sô schône. er warp nâch prîses lône noch mêr danne ie künec getæte. dar an was er sô stæte, daz man im niwan êren jach alles daz im ie geschach. sîner ougen spiegel was diu zuht. des hete diu êre zuo im vluht und minnet in naht unde tac durch daz er ir sô schône phlac.

03

Alsô phlac er der tugende wart. ez wart nie guot deheinz verspart, ern gæbe ez swer ez wolde. er warp nâch reinem solde und nâch tugenlîchem lobe. sîn lop lac allen künegen obe, die dâ lebten bî den tagen. swaz ich ie hôrte sagen von tugenden und von wirdikeit, dâ was sîn herze mit geleit. man sach in in sînen zîten nâch allen den êren strîten die ie herre gewan. vür wâr ich daz vernomen hân, er was der allerbeste, den dô ieman weste über alliu rîche. er lebt sô wünneclîche, daz im allez daz was holt. daz riet im der êren solt. sîn allerbestiu stunde, die er betrahten kunde, daz was, swenne im daz heil geschach, daz er die hôchgeborne sach: sô blüete im immer hôher muot. die nam er vür allez guot, die wâren sîn morgensterne. die edelen ritter sach er gerne swa er kunde und swâ er mohte. er tete swaz in ze guote tohte und wonete in bî mit reinem site. dâ liebte er si sô schône mite, daz si im dienten widerstrît. si wontn im güetlîch alle zît bî hie unde dort: an im lac ouch ir vreuden hort. er sach si gern, si tâtn in sam. si wârn im dienstes undertân âne valsches riuwe. daz macht sîn güetlîch triuwe die er in ze allen zîten bôt. er lie si seltn in keiner nôt: er hœht in williclîch ir muot, er gap in sô rîchez guot. si dienten im mêr danne mêr: ze dienste was in alsô ger daz sie ez gerne tâten. keinen andern muot si hâten danne der in ze dienste stuont, alsô noch al die gerne tuont die ir herren dienste willec sint. wæren die vürsten nû niht blint, so gedæhten si an dienste nuo alsô die vürsten tâten duo.

04

Dietwart der hôchgemuote, der reine und der guote der minnet sô vürstlîchen site und liebt sô sêre sich dâ mite, daz in die liute enwiderstrît begunden suochen alle zît swâ er des landes kêrte. sîn reinez herze in lêrte daz er die êre het ze hûs. er lebte rehte als Artûs mit rehter ritterschefte. er hete ot wol die crefte an lîbe und an guote. er blüete in hôhem muote.

05

Swenn er niht ritterschefte phlac, sô wart sus selten der tac, ern hæte volle hôchgezît. sîn hof der stuont âne nît. die tanzten unde sungen von allen ordenungen, sô redten die von minne und heten in ir sinne wie si gedienen mohten dâ mite si wol getohten den meiden und den vrouwen, so begunden die schouwen den buhurt vor dem palas. sîn hûs also gestiftet was, daz man dar in niewan vröude vant. trûren dâ vil gar verswant.

06

Nû lâze wir diu mære stân unde heben aber an, wie Dietwart der rîche lebte sô vürstlîche als Artûs ie gelebete. sîn herze darnâch strebete daz milte unde êre und tugent noch mêre sîn phlac unde was sîn rât: si entwichen im an keiner stat.

07

Die rede lâze wir nû sîn. er hete êren vollen schrîn dar nâch als manegiu jâr. er hete allez daz sô gar mit tugenden beslozzen und was dar an unverdrozzen. man sach in ouch nie dâ hin komen swâ untât wart vernomen. dannoch het er einen site, dâ übergulte er allez mite daz er ze tugenden ie begie an beiden orten dort unt hie, daz er got tougen mit herzen und mit ougen minnete swâ er kunde. darzuo er im ein stunde ouch in dem tage nam, daz er got ruofte an umbe sîner sêle heil. daz was ein der beste teil, den im got ze sînem leben in dirre werlte hete gegeben.

08

Alsô lebte Dietwart (daz ist wâr) in blüenden tugenden drîzec jâr unz er gewuohs vil nâch ze man. dô was ein site alsô getân: er wære junc oder alt oder swie er wære gestalt, arm oder rîche, man liez in sicherlîche nimmer gewinnen wîbes teil noch versuochen solh meil, daz minne wære genant. der site was dô übr alliu lant. daz wert man man und wîben. des muosten starc belîben die liute bî den jâren. man sach ouch si gebâren vil vrœlîche unde wol. die liute wârn dô tugende vol durch den kiuschlîchen site: dô wonte in reiniu vuore mite. sît der site ist hin getân, daz man die vrouwen und die man ê ir tage ze einander gît, des ist diu werlt bî dirre zît an manegen sachen gar ze kranc, daz er haben muoz undanc der uns den site brâhte und sîn von êrste gedâhte.

09

Nû lâze wir den site stên. dirre mac jenen niht ergên. doch wil ich einez mezzen, des ich niht mac vergezzen. wâren dô die liute starc, sô sints nû ungetriuwe unt karc. swie gerne ein man nû tæte, sô ist sô vil der valschen ræte, daz man deheim getriuwen man rehter vuore niht engan, als er doch gerne tæte. nû ist diu werlt sô unstæte, daz unvuore und unzuht zuo den liuten hât nû vluht. der besten vuor der man nû phliget, deist daz diu schande nû wiget ze vaste vür die êre. swelhez ende ich kêre, dâ vinde ich niht wan untât. diu êre hât ze hove ir stat, owê, leider gar verlorn. sît diu êre ist ab geborn und daz diu schande vür sich gêt und die êre hinden stêt: daz macht der vürsten blœde, daz ir hove stênt sô œde.

10

Ouch wæne ich mich selben trüge, ob ich die vürsten nû züge. swaz ich in des vor gesage, dâ mit ich si nû gar verjage. si enruochent waz die alten tugent haben behalten, si tuont niwan den niuwen site. dâ lâze wirs belîben mite. sît ich in niht gesagen kan waz die alten haben getân, lâz wir ir den tiuvel walten unde sagen von den alten. die wârn getriuwe und tugenthaft: got der vuogte in die craft daz si heten rîchez guot. si gewunnen sigehaften muot und alsô vil der êren. waz hilft mich nû mîn lêren daz die vürsten nû niht tuont? ez stêt nû niht als ez dô stuont, sît des sites ist verphlegen, daz man beginnet hin legen die alten tugent unde zuht. des komen die vürsten an die suht, dâ von si werden nimer erlôst! ir herrn, ir habt nû kleinen trôst, grâven, vrien, dienestman, sît man iu niht dienstes lônen kan. swie gerne ich iuch nû machte vrî, sô stênt die vürsten iu niht bî. jâ muoz ich iuch lâzen underwegen. si hânt der alten mære verphlegen. nû wil ich wider grîfen an, wie die alden haben getân.

11

Dietwart der künec von Rœmischlant als ich iu ê tete bekant, der lebt mit êren drîzec jâr: daz ich iu sage, daz ist wâr. der minte in sîner jugende alsô vil der tugende. als uns tuot kunt daz mære, swie unkunt im wære die vrouwen und diu minne, doch het er in sîm sinne der minne alsô guoten vlîz, daz si im nie itewiz vür breiten kunde. er diente ir sîne stunde swâ er sold oder mohte. swaz der minne ze dienste tohte, des vleiz er sich mit guotem site. der minne diente er dâ mite, daz er niht wan guotes sprach. swâ im ze dienste iht geschach, daz tete er gerne und williclîch: dâ von er der êren rîch dicke wart an maneger stat. sîn herze gap im solhen rât. bescheidenlîch ist mir gesaget, diu sælde was mit im betaget, daz si im sô schône bî wonte und machte in schanden vrî. des êrten in diu reinen wîp. des müeze sælic sîn sîn lîp!

12

Dô er mit êren drîzec jâr hete gelebet sô schône gar, dô hete er in der jugent sîn, alsô uns daz buoch tuot schîn, vier und zweinzic râtgeben. die zugen in ze rehtem leben und rieten im daz beste. dar an was er sô veste, dem wolte er nie entwîchen. des begunde er mêre rîchen an tugenden denne ein ander man. er greif nie dehein dinc an, im muoste wol gelingen in allen sînen dingen.

13

Im rieten sîne râtgeben, die in heten in ir phlegen ‘ir sît, künec von Rœmischlant, in der mâze nû zehant nâhen gewahsen zeinem man, des al die trôst wellent hân, die in iuwern rîchen sint. hôch edelez küneges kint, die wellent houpten an dich. nû hât got bedâht sich an dir sô hoher sælikeit und allez daz an dich geleit daz tugent und êre heizen sol: kunde wir nû dir gerâten wol daz alle liute heten vür guot! nû gebe uns got sô wîsen muot, daz wir dich daz beste lêren und uns an dir niht unêren!’ ‘des sol iu wesen vil unnôt. mir wære lieber der tôt dann ich ân iuwer ræte immer iht getæte.’ ‘sît ir, lieber herre mîn, in unserm gebote wellet sîn, sô sult ir niht wenken und ruocht daran gedenken, daz mêr dann vierzehen lant wartent niwan iuwer eines hant. sô sît ir niwan einic kint. swenn iu al die willec sint die iuch habent gesehen ie, nû ruochet ir gedenken hie, daz iu wartet manic man der iu aller êren gan. sô hât iu got den wunsch gegeben, schœnen lîp und liebez leben. nû lât iu niht beslîfen, ir ruochet dar zuo grîfen, werdet ritter schiere. sô habt ir volle ziere an lîbe und an guote. welt in iuwerm muote der iu dar zuo gevalle, als wir iu râten alle, die mit iu swert wellent nemen, die iu ze gesellen mugen zemen.’ ‘daz tuon ich gerne’ sô sprach er, ‘dar an zwîvelt ir niht mêr. nû râtet selbe âne strît, wenne wir die hôchgezît in dem jâre wellen hân.’ dô sprach ein sîn dienestman ‘daz kan nimer sô wol gesîn, von Rœmisch lant herre mîn, sô in des süezen meien zît, sô allez daz geblüemet lît über berge und über tal und daz der vogelîne schal über al den walt clinget und daz alliu crêâtiure dinget gegen des liehten sumers vruht.’ dô sprach ûz reine bernder zuht Dietwart der junge helt ‘ich bin bereit, swenne ir welt, ze sant Jörgen misse. sô kumt uns vil gewisse der sumer und der meie.’ dô sprach der tugent heie ‘daz sî vil gerne getân. nû rât wen ich sol ze gesellen hân.’

14

Si sprâchen ‘lieber herre mîn, daz wirt iu kurzlîchen schîn. ouch sûme wir uns niht dar an, ir müezet solhe gesellen hân, die iuwern êren wol gezemen und wol mit êren mügen nemen von iu pherît unde cleit. wir haben iu allezân bereit ahtzehen schiltgeverten die sich ie schanden werten.’ dô sprach der lantgrâve Erewîn ‘möhten ir noch zweinzec sîn, kunde wir die ûz gelesen?’ der künic sprach ‘daz sol wesen. nû trahtet, liebe râtgeben, ob uns got læt geleben die lieben sumer wunne, swer mir dann êren gunne, der sî dar umbe gemant und bereite sich zehant und kome ze mîner hôchgezît. dem gebe ich vride âne strît vür alle viande her ze mînem lande, daz er ân sorge drinne sî. des gestên ich im bî unz ich in âne sache heim bringe mit gemache.’ dô sprach der lantgrâve Erewin ‘diu zît müez immer sælec sîn, alsô sî der liebe tac, dâ dîn geburt ane lac! nû sul wir alle trahten und vil ebene ahten, wer die geverten sulen sîn die swert nemen mit dem herren mîn.’

15

Dô sprach der herzoge Herman ‘vil wol ich iu genennen kan, die swert mit êren mugen tragen: der namen wil ich iu nû sagen. daz sol der herzoge Âbel sîn und Candunc der herre mîn und der herzoge von Tuscân: der ist geheizen Îwân. die zwêne sint von Spôlit, die gelâzent nimmer keine zît den werden künec von Rœmisch lant und wartent gerne sîner hant und sîns gebotes alle stunt. den vierden tuon ich iu kunt, daz ist Rûân von Bârût. sîn lîp und allez sîn gemuot daz ist durch ritterschaft gewegen. er ist ein ûz erwelter degen lîbes unde guotes, dar zuo manlîches muotes. einen bruoder den hât er, dem ist ze ritterschaft sô ger, swâ er sitzet oder stât, sîn muot den selben willen hât, daz er daz beste gerne tuot. Arnolt der hôchgemuot sô ist er genennet, daz ir den ouch bekennet. daz sehste sî Berhtram. den sult ir, lieber herre, hân ouch ze schiltgeverten. solt iemer man beherten den Grâl mit ritters hende, daz tæt er ân missewende. der sibende daz sî Baldewîn, daz aht sîn bruoder Bâlîn. sô sî der niunde Tûriân: den wil ich niht under wegen lân, dern sî, herre, ze in gewegen. der kan wol hôher êren phlegen. swenne er nû ze ritter wirt, ahî, waz êren der birt! der zehende sî ouch ûz gelesen, der sol ouch schiltgeverte wesen des küniges von Rœmisch lande. er lebet gar ân alle schande, daz ich des wil ân angest sîn, und wirt iu sîn tugent schîn, ir sît im ie lenger ie mêr holt. er wirbet umb iuch solhen solt daz er des wol geniuzet, wan iuch sîn nimer verdriuzet. Mîmunc heizt der mære. Tûriân der êrbære, bruoder sint si beide. nimmer ichs gescheide ûz iuwerm dienste, herre. nâhen oder verre si sint iu immer undertân, dar umb sult ir niht zwîvel hân. herren sint si dâ ze Isterrîch. der einlift daz sî sicherlîch Bitrunc von Heste, der ie tete daz beste und noch immer tuon wil. er hât tugende alsô vil, daz ir nieman mâze hât. sîn herze in solher vuore stât, daz sî wol heizt ein sælec wîp diu immer triutet sînen lîp. der zwelfte den ir ouch sult hân, des name ist alsô getân, daz er vil wîten ist erkant. der ist Berhtunc genant. ................. sîn vater was von Kriechenlant und was geheizen Wizlân. als ich mich, herre, versan, der nam die schœnen swester mîn und gewan bî ir daz kindelîn, den ich iu ê genennet hân. der ist iu dienstes undertân. der driuzehend sî an der vart daz nieman tiurer wart. der ist geborn von Püllenlant, Tibalt sô ist er genant, ein helt in rehter mâze, dâ heime und ûf der strâze ein guoter redegeselle. swer einen tiurern welle nû kiesen, daz lâz ich âne haz. ûf mîne triuwe meine ich daz, solt ieman bejagen den Grâl alsam der küene Parzivâl, des ist er wol als gar bewegen als von der tavelrunde dehein degen bî Artûses zîten. er ist in allen strîten als gar ein vrum man als ez dô ieman hât getân. der vierzehende sî ouch an der schar (des muoz man schône nemen war): deist von Galaber Balmunc. der ist der tugende ursprunc mit manlîchem ellen. der zimt iu wol ze gesellen dâ man die werden ahtet. allez daz er betrahtet ist niwan ritterschaft und êre. sîn herze gît im die lêre daz er naht unde tac tuot daz beste daz er mac. den vünfzehenden swertdegen, den ich iu wil ze gesellen wegen, der ist Reinher genant und dienet in Cêciljen lant schône mit gewalde. er ist ein degen balde mit ûz erwelter manheit. daz ich iu hân von im geseit, daz ist endelîchen wâr, ich liuge niht grôz umb ein hâr. sô sult ir, lieber herre mîn, den sehzehenden lâzen sîn iuwern schiltgesellen, ob siz iu râten wellen, die lieben hûsgenôze mîn.’ der künic sprach ‘daz sol sîn.’ ‘sô sî iu sîn name kunt getân. Hûnolt heizt der werde man und ist daz lant ze Swâben sîn und dienet im unz über Rîn. sîn herze unde ouch sîn muot sich vor schanden hât behuot. noch solt dû einen gesellen hân, wirt immer êre ze dir getân, daz muoz von sînen schulden komen. swaz ich von tugenden hân vernomen, des hât er mêr dann ieman. wol er dir an verdienen kan, daz du im bist liuterlîchen holt. er heizt von Franken Diepolt. noch nim einen, herre mîn, der blüemet mit den tugenden sîn dînen hof und al dîn lant. er ist Sigehêr genant und ist herre ze Westvâl. er gewan nie schanden mâl in allen sînen zîten. er kan nâch êren strîten. vil gerne er daz beste tuot, er ist milte und hôchgemuot. dîn lant hât sîn êre und dîn hof noch mêre. er prüevet vreude und wirdikeit, er ist dienstes dir bereit mit lîbe und mit guote, daz weiz ich wol an sînem muote. noch kumet dir wol ze mâze, den ich des niht erlâze ern sî der schiltgeverte dîn: daz sol der herzoge Wigolt sîn. er ist vürste über Zæringen. ich hân ouch des gedingen, daz tiurer man nie wart gesehen. ich hœre im maneger êren jehen. noch soltû niwan einen hân, des wil dich vrou Êre niht erlân. geheizen ist er Fridgêr. bringt dir den vrou Sælde her, sô ist dîn hof und dîn sal mit vröuden schône überal. die ich dir alle hân genant, daz sint vürsten unde habent lant. nû solt dû dich rihten und dînen hof sô tihten, daz ez dir nâch êren stê. sô bistû dar nâch immermê gevröut an dînem muote. nu gebiut, künic guote, allen den dînen, daz si sich dar zuo pînen daz si komen alle mit vröude berndem schalle, des dîn hof sî gêret und mit vröude gemêret, swer ze dîner hôchzît kumt, daz ez im immer vrumt.’

16

Hiemit ist nû gar geseit und die schiltgeverten ouch gereit, die er ze gesellen haben wil. ‘nu bedarft dû guoter sinne vil. got dich daz beste lêre! nû beite niht mêre, vertege boten in diu lant mit dînen brieven alzehant und künde dise hôchzît den dînen vriunden âne strît, dar nâch armen unde rîchen, daz die sicherlîchen komen an sant Jörgen tage. vernim wol, waz ich dir sage, daz dîne boten tuon kunt allen den varenden nû ze stunt, swer guot welle enphâhen, daz die her zuo dir gâhen.’

17

Dô sprach der künec von Rœmischlant ze sînen râtgeben zehant ‘nu gebietet mînen schaffæren, als ich iu wil bewæren, daz si iht lenger beiten unde îlen reiten alle die gerechnung her zuo, dâ mite man der hôchzît tuo ir reht und dem gesinde. schaffet daz man vinde in mîm hove alles des die craft, daz dâ heizet wirtschaft.’

18

Diu rede was alsô ergân, swaz er gebôt daz wart getân. noch wil ich des niht verdagen, in welle iedoch den liuten sagen umb die werden geselleschaft, mit wie hêrlicher craft si kômen in des küneges lant, der Rœmisch herre was genant. si vuorten werdez ingesinde. als ich ez an dem mære vinde, si wâren alle hôchgemuot. si vuorten selb sô rîchez guot von gesteine und von golde rôt, daz in ze nennenne was unnôt. si wolten nâch ir selbes willen leben, ob in der künec iht wolde geben, daz des unnôt wære. ez wâren ir soumære mit maneger rîcheit wol geladen. si muoten niht des küneges schaden. dar umbe was in unnôt, ob in der künic niht enbôt dehein êre noch dehein guot. er was ab sô tugentlîch gemuot daz er daz durch ir guot niht lie, swie vil si des heten hie, er bôt in dannoch êre und gap in michel mêre danne si dar brâhten: swie wênic si gedâhten, daz si rât haben wolden daz si nemen solden, der künic doch daz niene lie, grôze tugent er begie an sînen schiltgesellen. er hiez von sîner kamern zellen manegen edeln samît, als ez noch an dem mære lît, unverschrôten dar tragen und dannoch, als ich iu wil sagen, zobel unde hermîn, phelle unde baldekîn und manegen guoten scharlach, über die vedern sô rîchiu dach spæhelîchen wol genæt, diu berlîn dar ûf gesæt, (die enkunden ouch niht bezzer sîn) diu guoten teschel guldîn gezieret mit gesteine ze guoter mâze und niht ze cleine, zuo den cleidern edel gürtel guot, als man ze hove gerne tuot: die zement wol umb rîche wât. der künic hie mit nû hât gezieret sîne geselleschaft mit vil hêrlicher craft.

19

Nû habt ir hie mit wol vernomen, wie ez allez ist bekomen, daz sich der künec bereitet hât. nû ist ez komen an die stat daz er swert nemen wil. dar was komen alsô vil maneger hande liute, als ich iu nû bediute, gîger singer unde sagen und noch mêre bî den tagen. aller hande kurzewîle man hete wol ûf ein mîle ûf einem hêrlîchen plân, dâ der künic wolde hân sîne schœne hôchzît. man hôrt dâ clingen wider strît von zoumen und von gesmîde. niht lenger ich daz mîde oder ich welle iuch wizzen lân, manec verdecket castelân pherît unde râvît wâren ûf den plân wît ûz ze dem buhurte brâht. da der ritterschefte wart gedâht, ûf daz hêrliche velt geslagen wart vil manec gezelt. alsô daz dâ wart getân, dô kômen ouch die capelân und huoben ûf und sungen. der künic kom gedrungen mit sîner massenîe, manec grâve und manic vrie und maneger hôher dienestman. diu messe schiere wart getân. dô stuont der künec mit schalle und sîne geverten alle, dô man in segente diu swert. zehant wart dar nâch gegert ze dringen ûz dâ ze der tür. diu ros wâren komen dâ vür, diu heten in die knaben brâht. buhurtes dâ wart gedâht vaste mit gedrange. der werte wol als lange unz si zebrâchen die schilde. die schivern daz gevilde wol halp überdacten, daz sîn vil wênic blacte.

20

Dô si des vil getâten daz sis genuoc hâten, dô wâren diu gesidel bereit. si erbeizten nider, als man seit. dô wâren komen mit schalle die varenden vil nâch alle, die man dâ heizet varende diet. der künic si vil wol beriet. die werden schiltgeverten sîn die tâten dô vil wol schîn daz si vürsten hiezen. zehant si des niht liezen, diu cleider wurden ab gezogen (des enhân ich niht gelogen), gegeben hermîn unde grâ: lûter vêch gap man dâ, die soumer alsô wol geladen. des nâmen die vil cleinen schaden, die dar umb gâbe kamen und ez umb êre nâmen. dâ wart alsô vil gegeben, daz ich daz nime ûf mîn leben, daz diu werlt erstorben ist, als wîte sô diu erde ist, daz nie künec sô lobesam sô grôze hôchzît ie gewan. gerihtet wâren die tische. wîze semel unde vische und edel wildbræte und ander guot geræte, des gap man dar mêr danne vil. vor den tischen singn und seitspil hôrt man dâ michel wunder. alsô man dô besunder het vrœlîche gezzen, dô wart des niht vergezzen, sich huop der buhurt verre mê und noch herteclîcher dann ê.

21

Der buhurt wart herte. ûf dem plâne manec geverte wart getân hin unde her. die schilte giengen dicke entwer sust unde sô, hie unde dâ. alle die jâhen sâ, daz nie sô herter buhurt ze küneges hôchgezît ie wurt. ez werte alsô unz an die naht. wâ diu ros næmen die maht, des muoz mich immer wunder hân. dô der buhurt wart verlân, do geselleten sich ie viere zuo einander schiere und kêrten alle gegen der stat, dâ der künic hûs hât, zuo der guoten veste. man hiez sumelîch geste an den selben zîten mit samt dem künege rîten in die burc ûf den palas. der künec mit hôhem muote was. dô hiez er des morgens vil vruo bereit sîn alle die dar zuo, die bî dirre hôchzît wâren slehtes âne strît komen zuo im in daz lant. des gewerten si in alle zehant.

22

Als ez des morgens wart tac, nû hœret wes der künic phlac. der was vrüeje ûf gestân und die er mit im wolde hân. er gie ûf sînen palast. er sprach ‘hie ist manc edel gast und ouch mîner mâge vil, die ich dar zuo haben wil: daz si mir râten des ist zît. etwer ist der mir gît sô guoten rât umbe ein wîp. in der mâze ist nû mîn lîp daz ich darf einer vrouwen wol und die man vür guot dol über mîniu rîche.’ des gedûhtes guot al gelîche.

23

Nû wârn ouch alle die komen, die des nahtes heten vernomen daz si vruo kæmen und die messe ze hove vernæmen. dô daz ingesinde überal mit vreuden kômen ûf den sal, dô was das ezzen nû bereit: dô rihte man die tavel breit. der künec gebôt bî ir leben den schaffæren gnuoc ze geben allen den die ez wolden und die ez nemen solden. dô man hete gezzen, der künic hiez mezzen die hôhen und die besten, die alliu lant wol westen. sumelîch die nam wunder und trahten ouch besunder, waz der künic wolde. die besten man ûz bolde und bat die mit dem künege gân, dâ er ir rât wolde hân. in einer kemenâten si sich schiere verrâten. zuo zin er nidere gesaz. er sprach ‘ir herren, wizzet daz, iuwern rât ich gerne haben sol. nu bedorfte ich iuwer nie sô wol ze allen mînen êren, ich wolde dar zuo kêren daz ich ein wîp næme swâ ez mir rehte kæme. nû mac ez âne iuch niht ergân. nû wil ich iuwern rât hân, ob ez iu wol gevalle.’ si begunden swîgen alle und retten niht über lange stunt, dô er in hete getân kunt, wie gestalt was sîn muot. si dûht sîn rede alsô guot, si trahten als si solden, waz si im râten wolden.

24

Dô si nû lange alsô geswigen, dô was ir aller muot gedigen under in an einen man, der hete sinne sunder wân und weste ir iegelîches muot. der sprach ze dem künege guot ‘herre, wir suln iu antwurt geben. iu hât got guot unde leben geordent in dirre werlde vil. nû welt ir der tugent zil mit triuwen übergulden. ir welt in gotes hulden nâch reinen êren werben und in sînem dienste sterben. ir sît in ein reinez phat getreten. ir habt uns, herre, gebeten, daz wir iu râten umbe ein wîp. wâ vind wir nû der vrouwen lîp, dâ mit ir werdet wol gewert? sît ir sô reiner êren gert, sô vüege iu got die sælikeit dâ von iu nimer geschehe leit!’

25

Einer der sprach under in ‘swaz ich noch lande gevarn bin bî mînen zîten lange stunt, sô wæne ich wol, mir sî kunt in der mâze wol sehzec lant und in den landen bekant al die vürsten dar inne. als ich mich rehte versinne, sô kan ich geschouwen alle die vrouwen die in den selben rîchen sint. dar ûz hân ich genomen ein kint, diu mir übr alle die behaget, die der tac ie hât betaget. diu selben hêrlîchen lant diu ich iu ê hân genant, dar undr ich einez vunden hân (des sult ir iuch an mich wol lân): dar inne ist diu vrouwe. des ich wol gote getrouwe, und wirt iu diu schœne maget, von der ich iu hân gesaget, sô sît ir alles des gewert des iuwer lîp ze vreuden gert. alle die ich hân gesehen (des wil ich bî mînen triuwen jehen) die sint ein tou und ein wint wider künic Ladineres kint. ich wil iu kunt tuon ir namen, des darft dû dich nimmer schamen. wirt dir diu küneginne, sô hâstû mit gewinne der minne lôn errungen und ist dir wol gelungen. Minne sô ist si genant und heizet Westenmer ir lant, dar in si und ir vater ist. nû vüege der süeze Crist dir den tac ze heile, daz si dir werde ze teile, Minne diu vil schœne, die ich vür alle vrouwen crœne mit êren und mit tugenden. sô hât dir got in dîner jugende vreude und êre gegeben. dû maht wol lieplichen leben, dû und dîn âmie. vor allen sorgen ich dich vrie. sô hâstû êre unde guot und blüet dir immer hôher muot. diz bedenke dû nû baz. ich wil daz lâzen âne haz, ob dir nû ieman drâte ein bezzer dinc gerâte, daz wil ich lâzen âne zorn. schœne unde hôchgeborn ist si ob allen künegen wol, ûf mîn triuwe ich daz nemen sol. nû vrâge, künic rîche, dise herren alle gelîche, ob ez in wol gevalle.’ dô sprâchen si alle, daz ez guot wære. dô liebt dem künec daz mære daz ez si alle dûhte guot. er sprach ‘ich sage iu waz ir tuot. nû helfet dar nâch trahten und habt in iuwern ahten, wie wir daz an ein ende getragen daz wir in kurzen tagen werben umb die vrouwen. benamen ich muoz si schouwen od mich enirre sîn der tôt. ez understêt kein ander nôt.’

26

Si sprâchen ‘lieber herre, ez ist nicht ze verre, ez enkomen her unde dar die boten die ir nemet gar in iuwer heimlîche, die vil getriulîche werbent umb die vrouwen, den ir des welt getrouwen.’

27

Dô sprach der künic Dietwart ‘nû wen aht wir ze der vart? daz wolte ich gerne vernemen.’ ‘ze boten sul iu wol gezemen’ sprach der lantgrâve Erewin, ‘sô râte ich, lieber herre mîn, an vier iuwer man, die ich iu wol genennen kan. daz eine daz sî Starcher, der var gegen Westenmer: daz ander sî Arnolt, der ist iu mit triuwen holt: sô wil ich selbe der drite sîn. der vierde sî Baldewîn. die sint iu zuo der reise guot.’ der künic sprach ‘nû tuot mînen willen dar an und bitet her ze hove gân die edeln recken balde, wellents mit gewalde der reise vor gesîn.’ dô sprach der lantgrâve Erewîn ‘iu ist nieman sô guot. iuwer boteschaft wirt wol behuot. nu enbietet swaz ir wellet oder swaz iu gevellet dem rîchen künege Ladiner. die boten habent deheine wer, si enleisten allen iuwern muot.’ diu rede dûhte den künic guot.

28

Nû wâren die boten komen, die der künec het ûz genomen dâ hin ze sîner reise. er sprach ‘nû habet niht vreise umbe dise boteschaft. ich gibe iu guots sô rîche craft und tuon iu sô getâne êre, des ir habt vrumen immer mêre.’ dô sprach der marcgrâf Baldewîn ‘solte ez unser tôt sîn, wir werben iu die boteschaft, uns irre dann diu gotes craft: sus tuot ez dehein ander nôt. wir sterben dann benamen tôt, wir bringen iuch ab oder an. wir scheiden nimmer von dan, wir erwerben iu die vrouwen: des sult ir uns getrouwen.’

29

Dô sprach der künic alzehant ‘nû habet ûf mînen triuwen phant, sît ir ez sô gerne tuot, mir zerinne denne lîp unt guot, ich rîche iuwers kindes kint, und swaz iuwer mâge sint, den wirt guot von mir getân. die wîle ich eine huobe hân, die wil ich in halbe geben und mit dem andern teile leben.’ der marcgrâve Erewîn dô sprach ‘nu betraht ein anderz dar nâch, wann die boten sullen sîn bereit.’ dô sprach der künic vil gemeit ‘so ez aller schierist mac gesîn, daz ist wol der wille mîn.’

30

‘Bereitens ist uns vil unnôt.’ der künic bat und gebôt sînen schaffæren, als ich iu wil bewæren. ‘nû habt in iuwern sorgen daz ir gwinnet hin umb morgen einen kocken zuo der habe. und gâhet noch hinte abe, sô ez morgen welle tagen, daz allez daz sî ûf getragen daz mîne boten sulen hân.’ sîn gebot wart getân. der künic hiez springen, vil baldeclîchen bringen die sîne kamerære: die kâmen durch daz mære, als in der rîche künec gebôt. dô hiez er manegen phelle rôt vil snelleclîchen dar tragen, die guoten samît wol beslagen mit gesteine und mit golde, als er ez geben wolde den herzelieben boten sîn, und hiez in vüllen manegen schrîn ûz sîner kemenâten. die boten wurden wol berâten mit maneger guottæte. spîse und gewæte des wart in wunder gegeben. der künic sprach ‘iuwer leben müeze got gevristen. nû werbet mit listen! und vüeg mir got in kurzer stunt daz ich iuch sehe gesunt und gebe iu got sînen segen!’

31

Dietwart der junge degen mohte daz nie verlân, diu ougen muosn im übergân umb die lieben boten sîn. der herzoge Arnolt sprach ‘herre mîn, nû wâge wir lîp unde guot. nu gebiete iu got daz ir tuot an uns hie heime daz beste.’ der künic vil wol weste waz si meinten dâ mite, ‘dar umbe dû mich niht bite! got behüete iuwern lîp! iuwer kint und iuwer wîp sulen mir wol bevolhen sîn. daz habet ûf den triuwen mîn.’

32

Nû ist ez komen an die stat daz der künec gevertegt hât sîne lieben boten dan. dô kômen ouch ir mâge gegân, dar nâch diu kint und diu wîp. si heten mit clage an ir lîp sô grôze ungehabe getân: swaz ich von clage vernomen hân, daz ist allez gar ein wint. si kûstn ir wîp und diu kint, dar nâch alle ir mâge. dô stiezen si ze wâge ir kocken unde schieden dan. dô wart weinen niht verlân. der künic sach in lange nâch. vil ofte er weinende sprach ‘herre got vil guote, nû habe in dîner huote die vil lieben boten mîn! ob ez niht anders müge gesîn, sô brinc si mir wider gesunt!’ nû was ez komen an die stunt daz er ir niht ersach mê: si wâren verre ûf den sê von dem stade hin gevarn: dô bat ouch er si got bewarn. got der vuogte in einen wint, der in ze staten kom sint ûf dem breiten wâge. got vuogte in die lâge daz si mit gemache ân aller slahte sache vuoren inner einlif tagen, als wir daz mære hœren sagen, ze Westenmer in daz lant, dar sî ze boten wârn gesant. dô si begunden gâhen zuo der habe sô nâhen, dô begunde ir schifman die segel nider lân.

33

Ûf der burc ze Valdanîs begunden die liut alle wîs ab den zinnen schouwen, ritter unde vrouwen, und nam si michel wunder, waz schiffes sô besunder in die habe wære bekomen. ‘nû hete ich gerne vernomen, welher hande volc ez wære. einweder ez diutet mære oder ez sint koufliute. daz besehe wir wol noch hiute.’

34

Die boten sigelten in die habe. ir anker ûz zuo dem stade hiezen si dô schiezen. niht mêre si daz liezen, si giengen ûz an daz lant und sâzen nider allesant. die herren wurden des enein ‘unser sorge ist niht ze clein. nû râten wie wir wellen varn, dâ mite wir wol bewarn beidiu lîp unde guot.’ der eine sprach ‘ich sage waz ir tuot. nû trahtet wen wir wellen lân bî dem schiffe alhie bestân: die andern gên ûf die veste. daz ist uns daz beste.’ si schuofen zuo dem guote, daz man ez wol behuote, vier unde zweinzic man, die besten die si mohten hân, und sprâchen alsô zuo in. ‘nû well wir scheiden von iu hin. sô habt dar umb niht sorgen. wir kumen benamen morgen, wir werden danne gevangen. wie ez uns ist ergangen, daz wirt iu morgen kunt. verwartet ir vür die stunt, sô hebet iuch von hinnen und habet in iuwern sinnen daz ir iht lenger bîtet, dâ von ir kumber lîdet.’

35

Si hiezen von den schiffen tragen die guoten samît durchslagen, cleider von Trôjande, ûz der heiden lande die allerbesten sîden, die mohten wol gelîden die hôhen boten rîche. die cleiten sich hêrlîche und ouch ir geselleschaft. si heten guotes grôze craft. wie vil ieglîcher gesellen hât, daz bescheide ich iu an dirre stat: ir ieglîcher selbe vierder was. ......... ein phelle grüene als ein gras, den man wol ûz tûsenten las, dar ûz ein infel was gesniten: porten mit spæhelîchen siten zuo dem halse und zuo den handen. zehant si sich dô wanden ûf gên der veste. nû wolt diu sunne ze reste und ouch ze gemache nider gân. si riten schœniu castelân.

36

Daz ingesinde under dem tor innerthalbe und dâ vor die liezn in niht versmâhen, si begunden vaste gâhen gegen den werden gesten. ez wârn vil nâch die besten die der künic mohte hân. hie mite wart daz niht verlân (vil rehte sult ir merken daz), die geste wurden baz dan baz von dem ingesinde enphangen. dô kom ouch dort her gegangen manic hôher burgære, die wolten vrâgen umb diu mære. die boten wâren abe gestân. dô nam man diu castelân und wart der hêrlich gephlegen. manic ritter unde degen die drungen ûz dâ zuo dem tor, dâ si die geste vunden vor in tugentlîcher mâze. ich daz ouch niht lâze, ich sage iu vil unverswigen, her unde hin genigen wart beidenthalben vil getân. hie mit vuorte man die geste dan in die burc ûf den palas, dâ der künic inne was. der saz mit grôzem schalle. sîn ritterschaft alle mit vröuden bî im sâzen. zehant si niht vergâzen si ruochten gên in ûf stân, dô si si sâhen her gân.

37

Die boten von Rœmisch lant die stuonden mit zühten alzehant vür den künic hôchgemuot, als man noch ze hove tuot. der künic neic in schône und sprach mit vollem lône und ouch mit zühten tugentlîch ‘sît gote willekomen ir alle gelîch zuo mir in mîn eigen lant. ze vreuden ist ez mir erkant daz ich iuch gesehen hân.’ er bat die herren sitzen gân. dô sprach der lantgrâve Erewîn ‘genâde, lieber herre mîn. welt ir, künic hôchgeborn nû daz lâzen âne zorn und vernemet unser botschaft: wan wir sîn in iuwer craft komen alsô verre. nû tuot genâde an uns, herre.’ der künec die boten dô ane sach. vil tugentlîch er zuo in sprach ‘die boteschaft und iuwer mære’ sprach der êrbære ‘sol mir lieplîch gezemen. ich wil gerne vernemen, waz ir werbet gegen mir. ich weiz wol daz ir werbet keinen bœsen rât, der wider mîne êre stât.’ dô sprach der lantgrâve Erewin ‘benamen ich wolte ê tôt sîn, ê ich immer iht gewurbe dâ von ieman verdurbe.’ dô sprach Ladiner der helt ‘nû werbet allez daz ir welt. daz ist mîn guoter wille.’ dô wart ein michel stille daz dâ nieman niht ensprach. nû sult ir hœren waz geschach.

38

Erewîn der sprach ‘herre, so enbiutet iu vil verre der hôhe künec von Rœmisch lant sînen dienest alzehant und sîn güetlîch triuwe, slehtes âne riuwe allez liep und allez guot. sîn sin und aller sîn muot iu ze dienste immer stât. und ist daz ir iu dienen lât, sô lebet ûf der erde nindert künec sô werde dem er dienstes sô willec sî. des wirt er nimmer von iu vrî. und ruochet, künec, vernemen mêr, waz iu mîn herre enbiutet her. ir wizzt wol und ist iu bekant, er heizet künec übr Rœmisch lant, sîn maht ist michel unde grôz: und sît ir des wol sîn genôz an edel und an rîcheit, daz hât man im wol geseit. nû muotet des der herre mîn, daz dû im gebest die tohter dîn êlîchen ze einem wîbe. an guote und an lîbe hât er wol die êre, daz si immermêre wol mit vreuden leben mac mit mînem herren manegen tac.’ mit kurzer antwurt der künic sprach zuo den boten die er sach ‘antwurt sult ir von mir hân. wil ez an gotes willen stân, sô ist mîn wille des vil guot, dar zuo aller mîn muot. swaz got wil daz muoz ergân. sol mîn tohter immer man ir ze liebe genemen, sô mac ir wol gezemen der künec von Rœmisch lande, wirbt er ez âne schande.’ ‘herre, da ist niht zwîvel an. swaz ich iu gesaget hân, daz ist allez sleht gar.’ dô sprach der künic ‘ist daz wâr, des bringt er mich wol inne. ob mîn tohter Minne im zimet ze einer vrouwen, sô wil ich gote getrouwen, er werde alles des gewert des sîn herze ze vreuden gert.’ ‘lât si got mit vreuden leben, sô hât got in beiden gegeben’ sprach der lantgrâve Erewîn ‘aller tugende vollen schrîn. nu enbiut slehticlîche dînen muot, künic rîche: waz dû hie mite tuon wil, des gip uns ein slehtez zil.’ dô sprach der künic lobesam ‘daz wil ich iuch wizzen lân. vart heim, sagt iuwerm herren, ich lâze im dar an niht gewerren, komt er her zen nehsten sumertagen (alsô sult ir im von mir sagen), sol ez dan gotes wille sîn, sô gibe ich im die tohter mîn. hân ich gelt unde lant, ir sehet daz wol nû zehant, daz ich niht mêre erben hân wan mîner tohter wol getân und mînen sun Ruother. dem gibe ich Westenmer: sô sî Portegâl und diu stat ze Mundâl mîner tohter Minne. dannoch in mînem sinne hân ich manic rîche guot: des ist willic mîn muot, daz ich ir allez daz wil geben, und hilft mir got daz sî sol leben.’ ‘sô welle wir scheiden hinnen. herre, ir habt uns wol mit minnen geverteget âne schande wider heim ze lande’ sprach der lantgrâve Erewîn. ‘got der lâze iuch sælec sîn und lange leben wol gesunt. nû gebet uns urloup hie ze stunt heim ûz iuwern rîchen. wir varen vrœlîchen.’ der künic zuo den boten sprach ‘nû lât iu sîn niht ze gâch. des belîbt ir âne sorgen, bestêt unze morgen.’ dô sprach der lantgrâve Erewîn ‘herre, daz mac niht gesîn.’ der künec sprach ‘ez geschiht wol. geweren man mich des sol: geruochet hie ze bîten.’ er hiez bî den zîten die kamerære balde tragen, als wir daz mære hœren sagen, zobel unde hermîn. mohte iht bezzers gesîn, daz hiete er heizen tragen dar. doch brâhte man (daz ist wâr) manic hêrlich silbervaz und dâ mite (nû wizzet daz) manegen bouc rôten, die samît unverschrôten, golt und gesteine. ez enwas nie sô kleine daz er dâ gap den boten starc, man ahte ez vür tûsent marc.

39

Dannoch gap er in mêre durch ir selber êre, sehzehen kastelân. dô diu gâbe ein ende nam, dô schieden die boten rîche von dannen vrœlîche. der künic wolte des niht lân, wie ez an ir schiffe wære getân, daz wolte er rehte besehen. er hiez heimlîchen spehen, ob in iht gebræste spîse. daz wart versuochet lîse. dô heten si brôt unde wîn: swaz ander dinc sol dar zuo sîn, des hetens an dem schiffe genuoc. hie mite man in hin wider truoc ir soumschrîn und daz gewant. si nâmen urloup zehant. ‘dienstes mêr danne vil ich mînem vriunde enbieten wil’ sprach der künic Ladiner, ‘ich und allez mîn her: und swaz ich guotes ie gewan, dar über sol gewalt hân iuwer herr von Rœmisch lant: und tuot im daz von mir bekant, ich diene im unz an mînen tôt: des enirret mich dehein nôt, daz rehtiu nôt geheizen mac. gevüeget uns got den tac, daz wir uns vriunden beide, swer uns danne scheide, der muoz haben undanc. dar an bin ich stæt âne wanc.’

40

Urloup wart dô genomen. nû sint die boten wider komen zuo ir schiffe in die habe. si zugen ûf bî dem stade ir segel unde vuoren dan. si kom ein guoter wint an, der in ze rehter mâze lac. si treip der wint und der wâc in einer kurzen wîle (mit dem mære ich île) ûf dem wâge vaste manic mîle und raste unz an den niunden morgen. si kômen unverborgen ze Brandîs in die habe. si sprâchen ‘nû sî wir abe aller unser sorgen komen. habet ir nû rehte vernomen wie man uns dort hât geseit, daz daz iht werde hie verdeit.’ dem potestât von der stat man diu mære verkündet hât ‘des küneges boten die sint komen.’ nû het er nie sô schier daz vernomen, er îlte vaste gâhen dâ er die boten wolte emphâhen. mit im ein grôziu menege reit, vil manic burgære gemeit, die ouch die boten, als man sol, wolden grüezen und emphâhen wol. hie mite in snelle wart bereit ezzen und trinken, als man seit: und in den selben stunden dô hete der potestât vunden zweinzic soumære, die truogen golt swære. dô daz ezzen wart verlân und si von den tischen giengen dan, dô vrâgt der lantgrâve Erewîn ‘ist ab ieman rehte schîn, wâ wir den künic vinden, der sol des niht erwinden.’ dô sprach der potestât an der stunt ‘daz tuon ich iu rehte kunt, ir vindet den künec ze Rôme.’ urloup nâmen sî schône und schieden mit den mæren dan, als in dâ kunt wart getân.

41

Si strichen naht unde tac, als ich vür wâr wol sagen mac, unz an den zehenden morgen vruo. dô riten si ze Rôme zuo sô nâhen, als ich hân vernomen. si wârn ir leides ze ende komen und ouch ir arebeite. nû kom ein bote und seite von Rôme dem künege mære, daz wider komen wæren die vil lieben boten sîn. ‘nû wol ûf, al die helde mîn, und helfet mirs emphâhen!’ dô wart ein michel gâhen.

42

Dô wâren ouch die boten komen, als ich an dem mære hân vernomen, ûf den hof ze Latrân. der künec und ander sîne man mit vrœlîchem muote gie dâ er die boten sîn emphie. lieplîche er ze in sprach ‘leide mir nie geschach sît ich iuch gesehen hân. daz ist ze vreuden mir getân. waz saget ir mir nû mære? ist mînes herzen swære mit vreuden inder wider komen? gerne hæte ich daz vernomen, wie ir habt geworben dort. aller mîner vreuden hort unde ouch gar mîn swære daz stêt an iuwerm mære.’

43

Dô sprach der lantgrâve Erewin ‘herre, ir sult vrô sîn. daz mære allez ebene stêt, nâch iuwerm willn ez schône gêt, ez ist geschaffet allez gar. sûmt iuch niht und varet dar: iuch irret dort niemen niht. trahtet niwan dazz bî zîte geschiht. dar zuo sul wir iu mære sagen, des sul wir iuch niht verdagen: iu enbiutet dienest unde guot darzuo willigen muot der künic von Westenmer. lîp lant unde her daz ist iu immer undertân. nû gâhet, iuwer wille derst ergân.’ ‘wes solt wir danne beiten?’ dô hiez er gereiten manegen kiel hêrlich. sô vil der hôhen zierde rîch bat er an diu schif tragen. er gewan wol in zweinzec tagen allez daz er solde od mit im vüeren wolde.

44

Die er mit im wolde hân, vier tûsent sîner man, die alle ritter hiezen, die in ouch niht liezen lîbes noch guotes, die wâren wol des muotes, swaz in ir herre gebôt, daz si daz durch deheine nôt nimmer niht geliezen, swâ si ze sturme stiezen. dô rieten im sîne liute als ich iu nû bediute. ‘nu besetzet iuwer veste, daz ist iu daz beste. dar an ir niht erwindet. schaffet daz ir vindet mit gemache hie heime iuwer lant. daz wart betrahtet alzehant, wen er hie heime wolte lân. Reinher unde Îwân den enphalch er die marke und schuof in helfe starke. dâ mit tet er in sînen segen und bâten si got sîn phlegen.

45

Dâ mite schiedens dô von dan, der künec und ander sîne man über sê, daz ist wâr. si heten sich bewegen gar aller sorgen sunder wanc. nû was ez in den tagen lanc, sô allez daz meiget, daz rehte vreude heiget, beide wilde unde zam, sô diu heide und der tan geblüemet allez schône lît in der süezen sumerzît.

46

Nû merket waz ich iu sage. si heten niwan aht tage gevaren ûf dem breiten sê, dô kom ein sturm, der tet in wê und sluoc si leider alzehant ûz in ein einlant. ankern dô der künic hiez. die segel man dô nider liez. ab den schiffen si dô giengen, bî handen si sich viengen und clagten vaste ir herzen sêr. in der zit dô lief dort her ein wurm ungehiuwer, dem vuor wildez viuwer ûz ze sînem munde, swenne er blâsen begunde. sîn stimme unmæzlîche erdôz. ez was ein tier kûm alsô grôz sam in der mâze ein serpant. der künic sprach dô zehant ‘ir herrn, uns welle got nern und mit sîner craft wern, wir sîn anders ungenesen.’ dô hiez er ab den schiffen lesen gêren und ouch schilde gegen dem starken wilde. iedoch hân ich daz vernomen, des êrsten was ze were komen Tibalt der guote. mit unverzagtem muote ze schirme bôt er den schilt. den gêren nam der recke milt und lief den starken wurm an, do er im sô nâhen was gegân, und begunde mit vil starken slegen sô baltlîchen dar ze legen mit stechen und mit schiezen. des liez in niht geniezen daz tier ungehiuwer. ez blies dar ein viuwer, dâ von der vil werde man kom lebendic nimmermêre dan.

47

In den zîten hete ouch sich der künec bereit (nû hœret mich) unde vierzic sîner man. einer vür den andern dan begunde loufen an daz tier. zwâre nû geloubet ir, der wâren drîzic schiere tôt. dô der künic dise nôt an sînen lieben liuten sach, er sprach ‘owê und immer ach! zwiu bin ich immermêr!’ dô ruofte er dar unde her ‘nû wol ûf alle die ich hân, lât iu mîn leit ze herzen gân!’ dise kômen mit ir bogen, mit armbrüsten ûf gezogen, mit swerten und mit gêren: dô wânten si versêren diz vreislîche kunder. dô striten si besunder, dise sus und jene sô. alsô wert daz tier sich dô des küneges unde sîner man. dem künege wart solch schade getân, des er immer jâmerec was. ich sage iu wâ von er selbe genas.

48

Dô der werde künec gesach daz im daz leit gie vaste nâch, dô wart er sô grimmec und ouch sô gar unsinnec, daz er sich ze lebene gar bewac. ‘ez muoz ouch sîn mîn endes tac an dirre wîle!’ sô sprach er. er zucte ûf einen scharfen gêr und lief den starken wurm an und traf in, als er sich versan, in zuo dem halse und in den lîp. ‘ich geriche hiute manic wîp an dir, der dû hâst leit getân. die wîle ich daz leben hân, so begibe ich dich tâlanc niht, swaz mir halt von dir geschiht.’

49

Der stich daz starke kunder entwelte sô besunder, daz ez vor grimme begunde holen ûf von grunde ein stimme sô vreislîch, dâ von der edel künic rîch vil nâch den tôt hæte genomen. der wurm was an in komen mit einem stanke den er blies. diu brünne zunt sich als ein mies. dô muost der strîtmüede man durch lîbes nôt scheiden dan, er was worden âne wer: er sanct sich nider in daz mer.

50

Dô er erkuolte ein teil, dô wolt er versuochen aber sîn heil. er stuont ûf unde huop sich dan und lief sô grimmiclîchen an disen vreislîchen wurm. sich huop zwischen in ein sturm sô starc und sô herte. manic swinde geverte tribens zwischen in entwer, der man in hin, der wurm in her. er werte sich als ein man, der gerne wil sîn leben hân. alsô lange werte ir strît unz über vruoimbiz zît. daz kunder sich vaste werte, den man ez dicke entwerte daz er vil ofte umb sîn leben niht einen phenninc hete gegeben. ouch hân ich daz wol vernomen, im wærn die sînen gern zuo komen: des wolte er in gestaten nie. mit dem vâlande er umbe gie wol unz über mitten tac. einen slac er mit creften wac dem starken wurme ûf sînen gebel, daz ein viur unde ein nebel ûz dâ ze sînem giele spranc, daz ez mit dem tôde ranc. ez begunde von im kêren dan. er sach ez vil unverre gân unz ein stimme von im brast, daz ab den boumen loup unt ast muoste vallen, dô daz tier erstarp, daz geloubet mir.

51

Dietwart der werde degen hete sich sô gar erwegen mit vehten an dem wurme, daz er nâch dem sturme nider seic ûf daz gras. er enwiste selb niht wie im was. die sînen stuonden über in, si sâhn in sô gar âne sin unde ouch âne witze ligen: si heten sich sîn vil gar verzigen, si wânden des, ez wær sîn tôt. si nâmen in mit dirre nôt und truogn in an ir schif dan. die segel zôch der schifman wider ûf alsam ê. si vuorn dan und beliben niht mê. ir herre mit uncreften lac vil nâch unz an den driten tac: vil kûme er sich dô versan. dô wârn ouch si nû komen dan ze Westenmer in daz lant, dar inne er mit vröuden vant durch die er dar was komen. nû het ouch dâ der künec vernomen, Ladiner diu mære, daz der Rœmisch künic wære komen mit vil rîcher habe: ‘wol ûf und vart mit mir hin abe, alle die ich bî mir hân.’ daz gebot vil schiere wart getân, diu ritterschaft mit schalle volgten dem künege alle. wær ez ze hœren niht ze lanc, wie der gruoz und der antvanc mit emphâhen wart getân: Dietwarn und alle sîne man, den enphie der künic Ladiner âne strît und âne wer. sô was kein ander zwîvel dran, hie mite wârn diu castelân ab den schiffen gezogen. mich hât daz mære niht betrogen. der künec reit ûf die veste. die sînen lieben geste, die vuorte er mit samt im ûf sînen palas hin in. mit tepech und stuollachen von manegen spæhen sachen wâren die wende an allen vier enden behenget und gezieret. der palas was gewieret rîchlîchen unde wol. nû hœrt waz ich iu sagen sol. ez was nû komen dar an, daz man ze tische solde gân. der wirt die wirtinne mit lieplîcher minne des nahtes bat ze tische gân. ir muot der was alsô getân, allez daz der künic wolde, daz si daz gerne dolde. dô wâren ir juncvrouwen, die gerne wolden schouwen die geste und die ritterschaft. der wirt hete der tugende craft an alle die vrouwen geleit und si ze wunsche gecleit.

52

Mit grôzer massenîe gie, als ich iu wil bescheiden hie, des hûses vrouwe aldort her. hundert maget unde mêr die volgeten ir an der schar. ze vorderst gie (daz ist wâr) Minne diu vil schœne, die ich an dem mære crœne vür alle vrowen die lebendec sint oder ie wurden wîbes kint. güetlîchen wol gebâren, des sach man si vâren, beidenthalp genigen in die schar. si nam vil tugentlîchen war der swachen zuo den besten. des wart ir von den gesten gesprochen güetlîchen, von armen und von rîchen.

53

Nû wârn geriht die tische. von semel und von vische, des stuont dâ wunder widerstrît. si sâzen in lieplîcher zît wol verre ûf die naht. nû wart ouch dâ gedâht, als ir habt ê wol vernomen, war umbe dar was bekomen Dietwart der hôchgemuote, umb dise vrouwen guote. daz ich nû lange gedagte, unde iu niht sagte, daz wær ze hœren swære und den liutn ein michel mære. nû lâze wirz ein ende hân. dô wart mit rede vil getân und allez daz ûz gemezzen unde des niht vergezzen, daz man ze êlicher hîrât tuon sol und getân hât.

54

Nû habt irz allez wol vernomen, wie ez her und hin ist komen. Ladiner der rîche der gap endelîche dem künege von Rœmischlant sîn schœne tohter dô zehant, dar zuo lant unde guot, als ein vater sînem kinde tuot. er gap ouch ir hin widere, daz si gevreute sidere, sîniu lant und sînen lîp. er wart ir man und si sîn wîp. nû habet irz niht vür undanc, daz ich iu niht hân lanc disiu mære getân. dô der hîrât was ergân, dô wart der vrouwen ze ir phlegen vierzic meide ûz gewegen. die vuoren mit samt ir von dan. hinder ir wart niht verlân von cleidern noch von golde und swaz si haben solde, daz wart zen schiffen getragen, manic soumschrîn wol geladen.

55

Weinen wart dô niht verlâzen. mit zühteclîchen mâzen wart urloubes dô gegert, gerne und ungerne gewert. Ladiner von sînem lande vierzic ritter sande mit sîner tohter über sê. gebîten wart dô niht mê, si vuoren hin in Rœmisch lant. boten wurden vür gesant, die dâ heime tæten kunt allen den bî der stunt, armen unde rîchen vil gewalticlîchen, daz die wæren bereit, swenn daz mære wurde geseit, daz der künec zuo komende wære. der bote schiet mit dem mære, er gâhte danne alsô sêre, er sûmte sich niht mêre. dô er in Rœmisch lant was komen, man hete diu mære schiere vernomen. der bote tete den besten kunt ‘nû sît bereit in kurzer stunt und gebietet ouch den besten ze allen mînes herren vesten, daz si komen ze Latrân. dâ wil er die hôchzît hân mit mîner lieben vrouwen. swer in dâ welle schouwen, der kome dar kurzlîch. mîn herre der künic rîch, der kumet mit grôzem schalle. nû bitet er iuch alle, daz ir bereitet iuch dar zuo. ich wæne er kume morgen vruo.’

56

Nû liez ouch daz nieman, sich huoben vrouwen unde man ze Rôme, als in der bote seit. dô was allez daz bereit, daz man haben solde, dô der künic wolde haben sîne hôchzît. ez enwart weder ê noch sît nie dehein hôchzît alsô grôz. der uns daz mære zesamne slôz, der tuot uns an dem buoche kunt, daz weder ê noch bî der stunt nie hôchzît sô schœne wart. dô kom ouch der künic Dietwart mit sîner mässenîe, manic grâve unde vrie, künec herzoge dienestman, die besten die er mohte hân, die enphiengen in güetlîchen wol. dô tete man als man tuon sol. gesidel dô bereitet was, die tepeche nider ûf daz gras al umbe wârn gebreitet. die tische wârn bereitet. man satzt die herren überal in dem hove und ûf dem sal.

57

Schœne was diu hôchzît. man gap dâ wunder widerstrît. swer guot nemen wolde, den rîchete man mit golde und gap swer guotes gerte. diu hôchgezît werte vierzehen naht unde tac, daz man niwan ze gebene phlac. dô diu hôchzît ende nam, nû sage ich iu âne scham, dô riten alle die heim. nû merket rehte waz ich mein, dô endet sich diu hôchzît. Dietwart der lebte sît mit êren vierhundert jâr: daz ich iu sage, daz ist wâr. alliu tugent bluote an sînem lîbe. er gewan bî sînem wîbe vier unde vierzic kint. owê, die sturben alle sint, daz im niwan einz beleip. des tugent wart sît sô breit daz er wol vier und zweinzec lant betwanc mit sîn eines hant. wie er genennet wære? daz ist mir ein kundez mære unde wil iu sagen mêr: Sigehêr sô hiez er.

58

Nû ist ez komen an den tac daz Dietwart niht mêr leben mac. nû lâze wir in sterben und sagen waz dirre werben welle oder beginne. er warp ouch nâch prîses minne. nû lâze wir diu mære stân und heben hie wider an. Dietwart gap sîniu lant sînem sune allesant. dâ mit gelac er leider tôt, als got über in gebôt als er noch übr al die werlte tuot. dô wart lant unde guot Sigehêr dem rîchen. nû hœret sicherlîchen, sîn muoter starp ouch sît. dô was gewahsen in der zît Sigehêr ze einem man. diu mære hebent sich nû an. er begunde ûf êre pînen. dô rieten im die sînen, daz er ein wîp næme diu im wol gezæme. des volgte er in vil williclîch. Sigehêr der künic rîch der volgte sîner liute rât. daz noch den vürsten wol stât, swâ si volgent wîser lêre: dâ von stîget ir êre. so geschach dem künege Sigehêr. er enriht sich nie dâ gegen ze wer, ern tæte gern daz beste. swaz er ze tugende weste, dar an was stæte ie sîn muot. daz riet im ie allez guot.

59

Nû ist ez an daz mære komen, als ir habet wol vernomen, wie tugenthaft Dietwart was, als daz buoch von im las, und waz er êren âne strît begangen hât bî sîner zît. nû wart er nie sô tugenthaft noch gwan guotes nie sô grôze craft, ez wurde Sigehêr sunderbâr tugentlîcher, daz ist wâr. beidiu lop und êre, des hete er noch mêre dann ie dehein sîn künne bî sînen tagen ie gewinne.

60

Nû waz welle wir des mêre? er hete doch guot und êre und dar zuo einen schœnen lîp. nû lâze wir in nemen ein wîp mit einem kurzen mære. Sigehêr der lobebære, dem rieten mâge unde man nâch einer vrouwen wol getân ze Normandîe in daz lant. diu was vrou Amelgart genant und hiez ir vater Pallus, daz mære saget uns alsus. kunt tuot uns daz mære, wie schœn die vrouwe wære. allez daz si ie gesach anders niht von ir jach, niwan daz bî den selben tagen nie schœner kint wart getragen.

61

Boten wurden dô gesant ze Normandîe in daz lant. zwêne herzogen rîche die wâren boten sicherlîche und ouch die man zuo in nam. wie ir iegelîches nam bekantlîch wære, daz ist ein langez mære den liuten vür ze sagen. wir suln daz anders gar verdagen und nenne wir die boten beide. nû hœret wie ich iu bescheide. der eine der hiez Sigebant, Mêrâne was sîn lant: dâ hiez der ander Sindolt. der künic gap in rîchen solt und vertigt si rîchlîchen dan. si vuorten vünf und sehzec man, schœne phert und rîch gewant. ze Normandîe in daz lant kômen si kurzlîche und wurben endelîche ir lieben herren boteschaft mit vil kurzlîcher craft. ditz wart schiere an getragen. wir suln daz mær niht lange sagen: lâze wir ez ende hân. dise vrouwen wol getân wurbens minniclîche. Pallus der rîche kom des schiere überein (nû merket rehte wiech ez mein) daz diu schœne Amelgart dem künege ze wîbe wart. die boten gâhten vrœlîch dan, als ich iu gesaget hân, und sagtn ir herren mære, daz im die vrouwe gegeben wære. nû was er vrô und gemeit. der künic schiere hete bereit sîne werde ritterschaft. er vuor dâ hin mit grôzer craft und nam sîn wîp mit im dan. niht lange ich iu gesagen kan von der grôzen hôchgezît. man gap dâ wunder wider strît ze Normandîe unde ouch hie. diu hôchzît dar mit zergie.

62

Nû hât der künec von Rœmisch lant, als iu ist allen wol bekant, ein wîp genomen, daz ist wâr. daz gestuont dar nâch niwan driu jâr, er wart rîter sunderlîch sô schône und sô hêrlich mit hundert gesellen, die ich iu wol kunde gezellen: daz aber ich verswîgen wil, sust wurde der mære gar ze vil ê unde ich die genante. wer die rehte erkante? daz ist nieman sô rehte kunt, als ir nû hœrt an dirre stunt. des sul wir vergezzen und suln ein anderz mezzen, wie Sigehêr (daz ist wâr) mit êren vier hundert jâr lebte in reinen blüenden tagen. als wir die wîsen hœren sagen, mit êren er kint gewan. daz buoch uns kunt hât getân, ein und drîzic kint gewan er. nû wil ich iu bescheiden mêr: die gelâgen sider alle tôt, (daz sult ir hœren âne nôt) daz der enheinez niht beleip niwan, als uns daz buoch seit, ein sun und ein tohterlîn. welt ir, nû tuon ich iu schîn, wie diu kint wârn genant. daz ist mir als wol bekant sam ob ich si hete gesehen: des müezet ir mir selbe jehen.

63

Der sun hiez Otnît. der wart sô biderbe ouch sît daz man von sîner manheit vil manegiu wunder hât geseit. die vrouwen wil ich nennen, die sol man ouch bekennen, ich meine Sigehêres kint. diu hiez diu schœne Sigelint, alsô ist mir daz mære kunt. die nam sider der künic Sigemunt und vuorte si gên Niderlande. Sigemunde man wol bekande: der gewan bî Sigelinden sint ein lobesamez kint, Sîvriden den hôchgemuoten, den starken und den guoten, an dem sît grôzer mort geschach, den Hagene von Tronege stach ob einem brunnen mortlîch. vil sêre riuwet er mich.

64

Nû lâze wir diu mære stân und heben hie wider an. Sigehêr der wart alt, als ich iu ê hân gezalt: der starp ouch, als man seit. ez ist ein gewonlîch wârheit: lebet der mensch kurz oder lange mit vreuden unde mit gesange, owê, sô muoz er doch sterben tôt. daz ist ein clegelîchiu nôt daz daz mensch niht sîner tugent des guotes noch der jugent vür baz niht geniezen mac, swenne im kumet sîn lester tac. alsô starp der künic Sigehêr. Otnîden dem wart âne wer allez sînes vater lant. nû tuon ich iu daz bekant, wie schône der sît lebete und in manegen êren swebete. nû wil ich iuch wizzen lân, waz Otnît hât getân von manne. der nam ein wîp mit der sîn leben und sîn lîp lebten manegen lieben tac, als ich iu wol bescheiden mac.

65

Nû sî iu hie mit kunt getân unde wil iuch wizzen lân, wie tugentlîchen und wie wol, als ich iu nû sagen sol, Dietwart der rîche und Sigehêr der lobelîche lebten aht hundert jâr. nû ist iu kunt worden gar, waz si guotes hâten und dâ mit tugent tâten. si wârn getriuwe und milde und volgten wol dem schilde.

66

Waz si êren haben getân, daz wil ich under wegen lân und wil ein ander mære sagen, wie Otnît in sînen tagen lebte vürstlîche. des wart er êren rîche. nû ist ez komen an daz zil, daz Otnît wol zwirent als vil hât getân an maneger stat dan dehein sîn vorder begangen hât mit tugenden und mit milte. Otnîden nie bevilte manheit noch êren. sîn herze begunde in lêren manege zuht unde lop und tete daz allez âne spot.

67

Dô er in der tugende vart wol vierzic jâr alt wart, dô tete er an den zîten wunder an manegen strîten, daz im dar an nie misselanc. sîn herze ie nâch êren ranc. des gewan er prîs und êre. diu zuht was sîn lêre. nû sul wir daz mære lân. Otnîden rieten sîne man, daz er næme enzît ein wîp dâ mit er sêle unde lîp behielte unz an sînen tôt; ‘edeler künec, des ist uns nôt.’ dô stuont ouch Otnîdes muot in reiner zuht wol behuot nâch sîner liute lêre. ‘waz touc der rede mêre? mich endunket niht ze vil. gerne ich iu volgen wil swâ ir mir râtet umbe ein wîp. des ist gebunden nû mîn lîp. nû râtet, mâge unde man, wâ ez mir wol sule ergân.’

68

Dô rieten si im âne wer in ein lant über mer, dar inne ein künec vermezzen mit gewalte was gesezzen. der hiez der künec Gôdiân. der hete ein tohter wol getân, diu hiez diu schœne Liebgart. nie vrowe sô rehte schœne wart als diu selbe küniginne. si kund nieman gewinnen, ez muoste im an sîn leben gân. ir vater muot was alsô getân, swer in sîner tohter bat, dem sagte er an dem leben mat. dô sprach der künic Otnît ‘nû wil ich an dirre zît in ir vater lant varn. er kan daz niemer bewarn, ich gewinne ims an ân sînen danc, gestêt ez kurz oder lanc. nû wol ûf alle die ich hân und grîfet baltlîch dar an und îlet gewinnen mit allen iuwern sinnen kiele unde kucken. wir sulen dar rucken ze Galamê in daz lant.’ nû geschach ouch daz zehant. swaz des landes herre gebôt, daz liezen si durch keine nôt. dô die kiele wâren gar wol bereitet (daz ist wâr), dar an getragen spîse unt wîn, dô wolt der künec niht lenger sîn. er vuor dannen über mer gên Galamê, er und sîn her.

69

Unlange wart ditz verdeit. Gôdiân dem künege wart geseit, man læge in sînem lande mit wuoste und mit brande und tæte im creftigen schaden. dô hete der künec ze im geladen die besten, die er mohte hân. dô wolte er mit strîte bestân den rîchen künic hôchgemuot. die sînen jâhn ‘hêr, dêst niht guot.’ der künec begunde sêre clagen. er sprach ‘wer kund mir nû gesagen, war umbe der künic Otnît mit gewalte in mînem lande lît?’ in der zît dô daz geschach, dô kômen boten dar nâch, die Gôdiânen seiten und in vil rehte bereiten, war umb Otnît komen was in sîn lant. daz wart Gôdiâne bekant. ‘ê wolt ich vliesen daz leben, ê ich durch gewalt well ieman geben die vil schœnen tohter mîn. ê muoz ez mîn tôt sîn.’ dô sprâchen die boten hêrlich ‘sô wizzet, edel künic rîch, daz iuwerm lande und iuwerm leben mit vride vür baz wirt gegeben.’ die boten gâhten dâ mit dan, als ich iu gesaget hân. dô huop sich leit und ungemach: man brant daz lant, die vest man brach. daz treip man alsô verre unz Gôdiân der herre gedâhte in sînem muote ‘ez enkumt mir niht ze guote daz leit in mînem lande.’ boten er dô sande Otnîden dem künege rîch und hiez im sagen sicherlîch, ob er in vride wolt lâzen hân, er gæb im sîn tohter wol getân. ‘daz wære baz ê geschehen. sît daz er mir wil verjehen, nû wil ich in vride lâzen hân.’ hie mite wart getragen an der hîrât, alsô man seit. Otnît dô niht enbeit, er nam die vrouwen alzehant und vuor wider in sîn lant, dâ diu hôchzît geschach. nû hœret wie sich sît gerach Gôdiân der künic rîche an Otnîden sicherlîche, der im under sînen danc sîne tohter an ertwanc.

70

Gôdiân der rîche, der sande heimlîche vier wilde würme in Rœmisch lant. die brâhte ein wilder man zehant bî Garte in einen tiefen tan, dâ von sît vil manic man verlôs lîp unde leben. dem mær sul wir ein ende geben. die dâhte ze rechen sît von Lamparten Otnît. nû ist iu wol kunt getân, wie Otnît der küene man nâch dem wurme in den walt reit. daz hât man iu ouch geseit, wie in der wurm slâfent vant vor einer wilden steinwant. er truoc in hin in einen berc. die würme sugen in durch daz werc.

71

Disiu grôze swære wart ein clagendez mære mâgen liuten unde man und sîner vrouwen wol getân, diu clagte ir lieben mannes lîp. dô lobt daz tugenthafte wîp, swer der man wære, der ir herzen swære ræch an dem wurme vreissam, den wolt si nemen ze einem man. nû habt ir alle wol vernomen, wie ein und ander ist bekomen, wie den lîp verlorn hât Otnît und verderbt hât sîniu lant wît. ân erben sô verdarp er. in der zît was komen her von Kriechen in Rœmisch lant ein reck mit ellenthafter hant, küene starc und lobelîch: der hiez Wolf her Dietrîch. nû ist mich daz niht verdeit, über al daz lant was geseit des küneges Otnîdes tôt. der umbe heten grôze nôt arme unde rîche, die clagten in clegelîche. diu grœste clage diu umbe in was, als uns daz buoch von im las, daz was daz triuwe und êre an im verdarp sô sêre. des clagten man unde wîp sînen hôchgetriuwen lîp. daz weinen unde bitter clagen daz enkunde ich nimmer gesagen, daz sîn vrouwe umbe in tete ofte und an maneger stete.

72

Nû was ouch Wolfdietrîch komen, als ir habt ê wol vernomen, und sluoc den wurm ze tôde sît und rach den künic Otnît. dâ mit gwan er die vrouwen sîn. alrêrste tuon ich iu schîn, mit wie getâner manheit er die vrouwen dô erstreit. nû wizzet ir daz alle wol. nû hœrt waz ich iu sagen sol. der unverzagte Wolfdietrîch wart künic über Rœmisch rîch. so ist daz genuogen wol bekant, mit wie manlîcher hant er manege êre ervaht. des half im sînes ellens maht.

73

Nû wil ich iu tuon kunt, welt irz vernemen an dirre stunt, wie der herre Wolfdietrîch, der lobesame und der rîch, die schœnen Liebgarten nam und waz kinde er bî ir gewan und mit wie hôhen tugenden er bî sînen jugenden in hôhen êren swebete und wie lange er lebete: driu jâr und fünfhundert jâr. disiu mære diu sint wâr. er gewan in den selben tagen, als wir daz buoch hœren sagen, sehs unde vünfzic kint. diu mære mir wol kunt sint. die sturben alle (daz ist wâr) unz an einen sun, dem wart gar Rœmisch êre und Rœmisch lant. wie der selbe ist genant, daz künde ich iu endelîch. der hiez Hugedietrîch.

74

Nû ist sîn allez wol gedâht. alrêrst hân ich iuch brâht an daz rehte mære, wer aldern des von Berne wære. nû ist Wolf her Dietrîch tôt gelegen sicherlîch. nû wart sîn sun herre nâhen unde verre über aller Rœmer gewalt. wie ez bî im ist gestalt? diu lant und diu rîche diu stuonden vridlîche. dô er gewuohs ze einem man, do begunde er hiemit heben an, daz zuht unde êre sîn râtgebe was sô sêre. er minte tugent unde zuht. er was der nôthaften vluht, der milte ein glîchiu wâge, ein trôst aller sîner mâge: im enwart über noch gebrast. er was der rehten triuwe ein ast, der zuht ein rehter adamant. sîn herze was alsô gewant, swaz iu von milte ist geseit, von tugende und von wârheit, daz ist an allen orten blint. alle die ie gewesen sint, die hânt sô vil niht mit milte getân als Hugedietrîch der eine man.

75

An sînen besten zîten, daz er begunde strîten nâch lobe der wîsen, nâch der minne prîse, dô nam er von Francrîche ein küniginne rîche, diu hiez vrou Sigeminne. als ich mich rehte versinne, daz ich iuch solt nû wizzen lân, daz ist iu ê wol kunt getân, wie der herre Hugedietrîch die küneginne von Frankrîch mit ûz erwelter manheit in ir vater lande erstreit, waz arbeit er umb si gewan ê er si ze wîbe nam. dô er si brâhte in Rœmisch lant, nû ist mir daz wol bekant an disem langem mære, wie lange er mit ir wære: mit guotem leben (daz ist wâr) vünfthalphundert jâr. dô diu zît ein ende nam, ich sage iu waz er kinde gewan: niwan einigen sun. der wart sô biderbe und sô vrum daz er vil êren bejagete. diu sælde mit im tagete.

76

Nû lâze wir diu mære wesen. dô er niht langer mohte genesen, owê, dô starp er leider. dô underwant sich beider Amelunc der lande, den man sît wol bekande. nû sint die künege alle tôt. Amelunc leit sît grôze nôt mit manegen urliugen, uns welle daz mære triugen. iedoch betwanc er manic lant, daz ist genuogen wol erkant. der rîche künic Amelunc der wart der tugende ursprunc mit triuwen und mit stæte. wie manege tugent er hæte! ezn gelebten jene bî ir tagen, als wir daz buoch hœren sagen, nie sô rehte brîslîch als Amelunc der künic rîch.

77

Nû wil ich iuch wizzen lân als ich vür wâr vernomen hân, von welhem lande er nam ein wîp dâ mit sîn tugenthafter lîp maneger êren teil gewan. wol ich iu daz bescheiden kan, diu was von Kerlingen geborn. nû sult ir haben niht vür zorn, daz ich iuch berihtet hân, wie ez enneher allez ist ergân. Amelunc der rîche der gewan sicherlîche drie süne wol getân, der namen ich iu wol nennen kan. der altest der hiez Diether. nû sage ich iu âne wer, der ander der hiez Ermrîch. herre got, nû clage ich, daz er ie einen tac genas, wand er der ungetriuwist was der ie von muoter wart geborn. von im wart manic man verlorn. der drite Amelunges suon (nû hœret disiu mære nuon), der hiez der künic Dietmâr. dô Amelunc sîniu jâr vol lebete unz an den lesten tac, nû sult ir hœrn wes er dô phlac. dô rieten im mâg unde man ‘herre, ir sult daz niht lân od ir teilet iuwer lant under iuriu kint alzehant.’ dô volgte er ir aller rât, er teilte diu lant an der stat. dô gap er Ermrîche Püllen gewalticlîche, Gâlaber und Wernhers marke. Wernher der helt starke, der emphie daz herzentuom unt lant von des ungetriwen Ermrîches hant. daz mære ich wâr mache: dô gap er Brîsache unde Beiern daz lant Diether dem wîgant. dô gap er dem künege Dietmâr Lamparten allez gar, Rœmisch erde und Isterrîch daz ez im diente gewalticlîch, Friûl stehte über al und dar zuo daz Intal. Amelunc der starp da mite. ze hœren ich iuch alle bite, waz ich iu nû sagen wil. dise herren habent landes vil, dar zuo guot unde lîp. si nâmen alle drie wîp und gewunnen bî den wîben kint, diu arebeite liten sint. nû wil ich iu tihten und der mære slehte berihten: waz islîcher kint gewan, daz wil ich iuch wizzen lân.

78

Ez gewan der künic Ermrîch einen sun, der hiez Friderîch, den er sît versande hin ze der Wilzen lande. dar an man sîn untriuwe sach: nû seht wie er sîn triuwe brach an sînem liebem kinde! an manegem mære ich daz vinde, daz bî niemannes tagen ungetriuwer lîp nie wart getragen. Diether der rîche, der gewan sicherlîche drie süne wol getân, den Ermrîch sît benam daz leben, dô er si vie und si âne schulde hie. Dietmâr der tugenthaft der lebte in reiner blüender craft vümfzic jâr volleclîch und nam ein küniginne rîch, eines küneges tohter. deste baz mohter geleben nâch sînem muote. Dietmâr der guote gwan bî der selben vrouwen kint, die wurden biderbe und küene sint. wer der eine wære? daz ist der Bernære, der mit maneger manheit elliu diu wunder hât bejeit dâ von man singet unde seit, wand er leit michel arbeit.

79

Dietmâr unde Ermrîch die zugen bêde ungelîch. Ermrîch der wart karc: Dietmâr vor êren niene barc, er was milte und tugenthaft. got vuogte im guotes rîche craft. doch saget uns ein mære, swie milte Dietmâr wære, idoch bouwet er Berne und was dâ alle zît vil gerne unz an sînes endes zil. er gewan hôher êren vil. er was ein vorhtsamer man: des was im slehte undertân Rœmisch lant und Rœmisch marc. Dietmâr der was sô starc, daz im bî sînen zîten nie künec torst wider rîten. in den êren lebte Dietmâr vierzic und driu hundert jâr. dô kom der dem nieman mac vorgehalden, der leste tac. owê, dô starp er leider. do verzêch er sich ir beider des lîbes und des guotes, der vreuden und hôhes muotes. dô hete er niwan zwei kint, diu liten arbeit sint. daz was Diether und Dietrîch, die sît vertreip künc Ermrîch.

80

Nû lâze wir diu mære stân und heben hie mit wider an. dô der künic Dietmâr starp, Rœmisch lant nâch im verdarp, daz ez wart allez œde, an grôzer rîcheit blœde, daz weiz ich wol bescheidenlîch, daz geschach von künic Ermrîch. dô Dietmâr den tôt dolte, als er doch sterben solte, do bevalch er Ermrîche sîniu kint getriulîche. owê, daz ez ie geschach, wand er sîn triwe sît an in brach. nû ist der künic Dietmâr tôt, nû hebet sich jâmer unde nôt in al Rœmisch lande mit wuoste und mit brande. Dietheren unde Dietrîch die zôch ein herzoge rîch, Hildebrant der alde, der küene und der balde, der sît nôt und arebeit durch sîne lieben herren leit.

81

Nû ist iu wol kunt getân, wie Ermrîch grîfet an untriuwe und übermuot, daz leider selten wirt guot. nû hœret rehte wiez ergie. Ermrîch die Harlunge vie. wie er des gedâhte daz er si zuo sich brâhte? dô er in tac hete gegeben, dô schiet er si von dem leben und zôch sich zuo ir lande. owê der grôzen schande, daz die got vertragen hât! ez was diu grœste missetât diu ûf der erde ie geschach. got daz sît allez rach an sîm lîb unde an sînem leben: er nam im swaz erm hete geben und rach den meinræten zorn. der lîp der wart hie verlorn: nû ist diu sêle geselle des tiuvels in der helle.

82

Dô man die Harlunge von ir leben hete gedrungen, dô riet Sibeche und Ribstein ‘des ist zwîvel dehein, edel künic Ermrîch, mahtû dînen vetern Dietrîch von dem leben gedingen, sô habe den gedingen: mit swelhem satze daz geschiht, sô kan dir gewerren niht hinevür immer mêre: sô hâstû guot und êre mê danne dehein dîn genôz. sô wirt dîn gewalt grôz, daz sich in den rîchen nieman getar ze dir gelîchen. der künic Sibechen ane sach: nû sult ir hœren wie er sprach. ‘nû wol mich daz ich dich hân! dû redest als ein getriuwer man der ninder unstæte hât. nû gip mir, Sibeche, den rât, dâ mit ich beherte Rœmisch lant. Dietrîch von Bern hât an der hant ân aller slahte rede den tôt, od ich bring in in solhe nôt daz er mir rûmen muoz daz lant.’ dô sprach Sibeche alzehant ‘ich getuon iu, herre, wol den rât der im an sîn leben gât. ich sage iu, herre, wie ir vart daz daz nimmer wirt bewart, ir bringet Dietrîch swar ir welt.’ der künec sprach ‘owê, welch ein helt dû Sibeche ze manegen êren bist! got gunn mir dîn vil lange vrist! nû râte an wie ez muge ergân.’ ‘herre, daz wil ich iuch wizzen lân, welt irz hœren gerne. nu gebietet dem von Berne und heizt dem iuwern kumber clagen: den ir dâ sendet den bitet sagen, und ir wellet varn über mer gote dienen mit einem her, dem hêrngrab helfen ûz der nôt umb der Harlunge tôt, den ir schaden habet getân und ir leben halt gewunnen an. daz wellet ir gerne büezen. ir getrouwet gote wol dem süezen, daz ir als lange noch gelebt unz ir im buoze gegebt. und enbietet im mêre, iuwer lant und iuwer êre wellet ir im geben in sîne phlege und wellet ir varn after wege. und heizt den boten mê sagen und bitet in daz niht verdagen, aller iuwer rîche der muge sicherlîche nieman baz gephlegen dann er, und heizt in komen dâ mit her. nû seht wie wol iuch daz vrumt. ich weiz wol daz er her kumt: als daz danne geschiht, sô beitet dâ mit langer niht, ir scheidet in von dem leben. sô hât iu got den wunsch gegeben daz aller iuwer vordern lant wartent iuwer eines hant. ist aber daz daz niht geschiht, daz er zuo ziu kumet niht, sô rîtet mit heren starke in sîn lant und in sîn marke und gewinnt im êre und guot an. daz kan er nimmer understân.’

83

‘nû râtet mir’ sprach Ermrîch, ‘ob mîn veter Dietrîch ze wer sich setzet gegen mir.’ Sibeche sprach ‘sô habt ir sô manegen werden volcdegen, welt ir iuch anders bewegen, daz ir im mâge unde man und allez daz ertwinget an, lant guot unde gelt, ir machet œde sîniu velt.’ dô sprach der künic Ermrîch ‘daz tuon ich vil gewislîch. nû wil ich dich biten mêre, Sibeche, getriuwer recke hêre, wâ wir einen boten dar nû gewinnen, des nim war.’ dô sprach der ungetriuwe man ‘daz sol kurzlîche ergân. vür wâr wil ich râten daz, dîn bote kan nieman wesen baz denne von Ankône Randolt: der ist dir mit triuwen holt.’

84

Randolt der ziere der wart gewunnen schiere. dô in Ermrîch ane sach, nû vernemet wie er sprach ‘Randolt, lieber man mîn, dû solt mîn bote ze Berne sîn ze mînem vetern Dietrîch.’ Sibeche sagte im heimlîch disen ungetriuwen rât, den man zesamne gebrouwen hât. Randolt sich schier vereinte, er west wol waz man meinte. dirre ungetriuwer smerze der gie im in sîn herze und betruobte sîniu ougen. er begunde trahten tougen, von disem starkem mære wie er den Bernære bewarte und behuote daz ez im kæme ze guote. nû hœrt wie uns daz buoch las. dô Randolt gevertegt was dâ hin gegen Berne, der künec sprach ‘nû wirp gerne getriulîch die boteschaft. ich gibe dir guotes rîche craft.’ ‘ich getuon im sô daz ez dâ wirt’ sprach Randolt. ‘dû bist niht verirt an allen mînen reisen. ich bringe dir die weisen, daz soltû, künic, ûf mir hân.’ der bote schiet hie mite dan, der reise er slehtes sich bewac. nû hœrt waz triuwen er phlac. mit maneger riuwe ûf dem wege, ûf der strâze und über stege truckenden sîniu ougen nie, manegen suft den er lie hin ze den ougen ûf von grunde. got er antwurten begunde ganzlîch unde gerne die herren bêde von Berne. er clagte âne mâze disen mort ûf der strâze unz daz er kom ze Rabene. ein herzoge der hiez Sabene, der was herre über die stat, als man mir gesaget hât. nû wart Randolten kunt unde vrâgte ouch an der stunt wâ er Saben vunde. man zeigte im bî der stunde dem werden recken ziere. Randolt der vant in schiere.

85

Er erbeizte vor dem palas. in den zîten komen was Saben unde Friderîch. bêde wârens vürsten rîch und heten liute unde lant von des Bernæres hant. si begunden vaste gâhen, dô si Randolten sâhen. dô wart er wol enphangen ‘nû lât iuch niht belangen daz ich iu sage diu mære’ sprach Randolt der gewære: ‘ich bin ein bote’ sô sprach er ‘und rite von Ermrîchen her und wil gâhen gegen Berne. nû sagte ich iu gerne vil heimlîchiu mære. iuwer herre der Bernære an guoten triwen verrâten ist, des bin ich bote an dirre vrist. daz tuon ich iu wærlîche kunt. swer im nû gunne an dirre stunt guotes unde triuwen, der lâze sich daz riuwen. ich wil inz selbe wizzen lân. ich hânz iu umb daz kunt getân daz ir iuch, edele degene, rihtet dâ engegene, daz ir iuwerm herren helfet wenden solhen werren.’

86

Dâ mit der bote danne streich. der reise er nie tac entweich unz er ze Bern reit in die stat, als man mir gesaget hât. er huop sich dâ mit schiere, Randolt der ziere, in den hof ûf den sal. dâ hete michelen schal der junge künec von Berne. der sach den boten gerne. ‘gote willekomen, Randolt! von rehte sô bin ich dir holt’ sprach der recke Hildebrant. ‘sag an, mærer wîgant, weist iht mære od wie gehabstû dich?’ ‘der mære bringet, daz bin ich.’

87

Hie mite bat man ûz gân die man dâ in niht wolde hân. Randolt der sweic niht mêr, er sprach ‘dir enbiutet her Ermrîch der veter dîn (daz habe ûf den triuwen mîn), daz dû sô dû schierste maht (daz habe ebene in dîner aht) zuo im balde rîtest, und hüete daz dû iht bîtest vür den tac morgen. ich sage dir unverborgen, mit swelhem end dû kumest dar, (daz habe gewisse vür wâr) sô hâstû guot und lîp verlorn. bezzer ist diu reise verborn denn ob dû lîdest den tôt: sô müesten immer haben nôt swaz der dînen liute sint. nu belîp hie, Dietmâres kint. nû hân ich dir die wârheit rehte und ebene geseit. nû sende, vürste starke, al umbe ûf dîne marke. besetze dîne veste: daz ist dir daz beste. dû hâst wol vernomen an dirre vrist wie dir dîn lîp verrâten ist. dâ mite müez dich got bewarn. ich wil mit dînen hulden varn heim ûf mîne marke. habe ûf mir’ sprach der starke ‘daz ich dir bî wil gestân und slehtes, herre, durch dich lân man guot unde wîp: durch dich wâge ich guot unt lîp.’

88

Dâ mite der bote dannen streich, der reise er nie zît entweich unz er Ermrîchen vant. er huop ûf unde seite zehant, des doch ze Bern nie wart gedâht. ‘herre, ez ist im vür brâht: dar nâch schaffet swie ir welt. diu sippe diu ist ûz gezelt zwischen iu unde sîn. er kumet her niht, herre mîn.’ nû wurden diu mære schiere kunt. in des huop sich bî der stunt der küene Randolt von dan: er wolte Ermrîchen niht gestân. do der ungetriuwe wart gewar, daz der von Berne wart sô gar gewarnet dirre mære, dô wart im harte swære. do gebôt er eine hervart daz nie dehein grœzer wart ûf Rœmischer erde. vil manegen recken werde die gewan Ermrîch ze helfe ûf Dietrîch.

89

Nû hebt sich nôt und ungemach. durch untriuwe daz geschach. daz ist diu êrste swære, dâ mite der Bernære des êrsten begunde heben an ê er gevuohs zeinem man. Ermrîch daz golt rôt allen den recken bôt, und swer ez nemen wolde, den richte er mit solde. des wart vil michel sîn her. nû reit er slehte âne wer, dâ er bejagen wolte ruom, ze Spôlit in daz herzentuom. dâ tete er schaden starke. ze Ankône ûf der marke dâ wuoste er liute unde lant. er hiez werfen an den brant. dâ bruofte er nôt und ungemach. daz gestuont unlange dar nâch unz man seit diu mære. die unbillichen swære die kômen inz lant überal. dô der schade sô wîte erschal, den vremden und den gesten, den hôhen und den besten den behagte ez allen niht wol (sît ich iu die wârheit sagen sol), diu untriuwe die Ermrîch begie an hern Dietrîch. umb dise grôze geschiht dar ûf ahte Ermrîch niht: er hete sichs bêdenthalp bewegen. er liez daz lant œde legen mit roube und mit brande: nieman in des wande. Rœmisch lant er allez vür sich nam, dar umb het er deheine scham. er brante unz an Meilân, er tôte wîp unde man: der mort was im gar ein wint. daz rach got allez an im sint. nôt unde wâfen clagen daz geschach allez bî den tagen. Ermrîchen des niht verdrôz. ditze unbilde grôz und ouch diu ungebære, daz wart ein gengez mære von armen und von rîchen. dem herren Dietrîchen het dannoch nieman geseit den mort und das herzenleit.

90

Nu gevriesch der herzoge Saben diu mære hin ze Raben, ez læge Ermrîch und manic man vor der stat ze Meilân, als ez ouch leider wâr was. nieman vor im genas. nû ist mir daz vür wâr geseit, Ermrîch swuor einen eit daz er nimmer wolde ûf gehân od im wurde Berne undertân.

91

Nû habt ir diu mære wol vernomen wie gewalticlîche ist komen Ermrîch in Rœmisch lant. hie mit vuor er sâ zehant von Meilân gegen Rabene. der herzoge Sabene der gie ze râte und sîne man, die er dô mohte bî im hân. er sprach ‘weiz ab ieman endelîch, ob mîn herre Dietrîch wizze disiu mære? der nû guot wære, der durch uns alle gerne striche gegen Berne und dâ kunt tæte dise meinræte, die der künic Ermrîch an uns tuot ungetriulîch.’ ‘daz wil ich sîn’ sprach Volcnant. ‘ich wil gên Berne alzehant.’ dem helde vil versunnen balde wart gewunnen ein meidem den man ledic zôch, dar ûf er jagte unde vlôch. dô der recke wart bereit, hie mit er niht lenger beit, sînen meidem nam er in die hant. dâ mit durchstreich er daz lant mit vil grôzen sorgen unz an den driten morgen. er kom ein wênic vor dem tage (nû merket reht waz ich iu sage) vür die stat ze Berne. nû sult ir hœren gerne, wie der recke lobebære kunte disiu mære.

92

Ein degen der hiez Volcnant, der kom ze Berne vür gerant. ‘nû wol ûf, herre Dietrîch! vil sêre riuwestû mich. dir hânt die Ermrîches man sô vil ze leide getân: si ligent ûf dîner marke und brennent dich vil starke. nû ledege wîp unde kint, die mit grôzen nœten sint. Ermrîch læt nieman genesen: swer an dir, herre, wolte wesen, dem tuot er vil ze leide: vür wâr ich dirz bescheide. nû wol ûf, degen hêre! ichne warne dich nimêre.’

93

Hin umb daz er gesagte, von himele ez schône tagete. dô was ouch komen Hildebrant, der vant den degen Volcnant vor der burc ze Berne. er sach den recken gerne. er nam den ellenthaften man, er wîste in balde mit im dan vür den Bernære. er sagte im diu mære von Ermrîches reise, den mort und die vreise, den Ermrîch tet in dem lande mit roube und ouch mit brande. ‘ich wil dir sagen waz dû tuo: nû grîf baldiclîchen zuo, sende ûf dîne marke und bite die recken starke daz si gedenken dar an, ob dîn vater in ie liep hât getân, daz si dir komen schiere. ich weiz wol’ sprach der ziere, ‘dû maht wol edele recken hân, wellent si dir gerne bî gestân.’ mit triuwen sô sprach Hildebrant ‘nû sage an, herre Volcnant, hâstû daz grôze volc gesehen? des hôrte ich dich gerne jehen, wie vil mac Ermrîch liute hân? daz soltû mich wizzen lân.’ ‘daz weiz ich wol’ sprach Volcnant. ‘ich sage dir, herre Hildebrant, Ermrîch der künic hêre, ahzectûsent und noch mêre mac Ermrîch vil wol hân, als ich mich versinnen kan.’ leit wart dem Bernære. Hildebrant der mære der trôste sînen herren. ‘umb disen grôzen werren sult ir, künic, niht verzagen. ich wil iu ander mære sagen: ê ez noch hiute werde naht, wir gewinnen etlîche maht Ermrîche ze leide. ê er hinnen scheide, er gelæt uns etlîch phant, dâ mit uns erbe unde lant wirt lîhte vergolten.’ der rât wart niht bescholten.

94

In der zît dô daz geschach, zuo der stat man rîten sach vil manege schar hêrlîch. dô wart dem herren Dietrîch gesaget niuwiu mære, daz ein her komen wære vür die stat ze Berne. daz hôrte er vil ungerne: wand im hete niemen kunt getân daz ez wæren sîne man. man hiez bereiten ûf die wer armbrustschützen gegen dem her.

95

In der zît kom Helmschart und der starke Wolfhart mit vil manlîchen siten ze Berne ûf den hof geriten und sagte dem Bernære diu starken niuwen mære. ‘ez sint komen iuwer man vür die stat ûf den plân: Hûnolt unde Sigebant, Sindolt unde Volcnant, Eckewart und Nêre, Alphart ein degen hêre und der herzoge Saben unde Friderîch von Raben, Iubart von Latrân, Starcher unde Elsân, Stuotfuhs von Rîne, von Metzen Ortwîne und von Pôle Perhtram: die habent brâht zwei tûsent man. nûtrâ, herre Dietrîch, nu enphâch die herren lobelîch. ich weiz daz wol, ez ist dir guot. nû rihte dar nâch dînen muot und erbiut ez wol den edelen degen. si habent sich durch dich bewegen alles des in geschehen kan.’ diu rede wart hie mit verlân.

96

Vrô wart der herre Dietrîch. er nam die recken alle ze sich, als er emphâhen wolde die recken, als er solde. gebiten wart dâ niht mêr. von Berne der vürste hêr reit ûz der stat ze Berne, dâ er die helde gerne lieplîch emphâhen wolde ze rehte, als er solde. die werden Dietrîches man, dâ von er vreude gewan, die küenen und die starken die stuonden von den marken. her Dietrîch lachende ze in sprach, dô er si dort erbeizen sach ‘nû sît gote willekomen unt mir, stolze recken. ich wæn ir welt nû retten mîniu lant.’ mit gemeinem munde si zehant sprâchen ‘daz wirt willeclîch getân. welt irz selbe grîfen an, wir helfen rechen iuriu leit. wir sin iu alles des bereit und ze wenden iuwers landes nôt od wir geligen bî iu tôt. dar umbe zwivelt niht vür wâr: swanne ir welt, sô rîtet dar.’

97

Die recken bat her Dietrîch mit samt im gên getriulîch ûf den hêrlîchen palas. daz ezzen nû bereitet was. über die tische si dô sâzen, ir müede si vergâzen. ir wart hêrlîch gephlegen. Wolfhart der starke degen riet vaste ûf die reise ze rechen die vreise, die Ermrîch und sîne man im ze leide heten getân.

98

Als man die tische gehuop, sô man nâch ezzen dicke tuot, dô bat der Bernære die küenen recken mære alle samt bereit sîn. si tâten im mit triuwen schîn ir dienest schône über al. diu castelân vür den sal wâren mit einander komen diu man zerreis het ûz genomen. ze rechen wâren si bereit. nû was übr al die stat geseit den jungen und den alden, den tumben und den balden, wie der herre Dietrîch den ungetriuwen Ermrîch mit stürmen und mit strîten des tages wolte an rîten. dô man diu mære gevreischet hât, dô giengen die vrouwen von der stat mit clegelîchem leide, als ich iu nû bescheide, vür des hoves porten. mit gelîchen worten islîchiu sprechen began wider ir kint und zuo ir man ‘wem welt ir uns nû lâzen?’ mit weinen solch unmâzen wart dâ sêre getân beidiu von vrouwen und von man.

99

Ûf stuont selbe her Dietrîch ‘ist iemen hie, den ich mit deheinem leide beswæret hân, der ruoch daz hiute durch got lân. ich enweiz niht’ sprach der recke hêr, ‘ob ir mich beschouwet immer mêr.’ hie wart ein weinen und ein clagen. si sprâchen, als ich iu wil sagen, ‘ir habt uns leides niht getân. got müez iuch in sînem vride hân!’ dô wart dâ ze stunde von maneger vrouwen munde der segen vlizeclîch getân. die edelen Dietrîches man hie mite langer niht enbiten. mit unverzagelîchen siten rûmten si dô Berne. si wolten rechen gerne ir schaden und ir herzenleit. si riten dan, als man seit.

100

Ez was nû nâhen bî der naht. si bâten got daz er in maht gæbe zuo ir swære. nû hœret disiu mære, diu ich iu nû tuon kunt. nû ahte wir an dirre stunt, waz her Dietrîch recken mohte hân, dâ mit er Ermrîch wolt bestân: daz wart gahtet ûf den wegen sehs recken min dan tûsent degen. der reise gâhtens vaste. die mîle und die raste begunde si gâhen, unz daz si kômen sô nâhen, daz si daz Ermrîches her sâhen ligen mit starker wer.

101

Nû was ez komen an daz zil, als ich iuch hœren lâzen wil, über den êrsten slâf od baz. si begunden alle trahten daz, wie si varen wolden od hie mit tuon solden.

102

Dô sprach der recke Hildebrant ‘ich râte iu, künec von Rœmisch lant, daz ir daz iht wendet, vil wundernbalde ir sendet iuwern boten al dâ hin, der in der mâze habe sin der liute kunne ahten und ouch daz muge betrahten, wâ wirs mit strîte rennen an.’ ‘daz wirt gerne getân’ sprach der herre Dietrîch. ‘nû sult ir, helde lobelîch, ahten mit vil rehter kür, wen wir ze boten senden vür.’ dô sprach mit gewalte Hildebrant der alte ‘ich râte iu, lieber herre mîn, Volcnant unde Erewîn, daz ir die sendet an die vart: daz dritte daz sî Helmschart. selbe wil ich daz vierde sîn.’ ‘nû tuo, lieber man mîn.’

103

Die edelen recken viere die nâmen harte schiere die guoten meidem an die hant. Hilpranden dem was wol bekant die stîge und ouch die strâze. si riten in der mâze zuo dem here sô nâhen daz si ir gelegenheit wol sâhen. michel was des heres schal. si umbedrabten daz wal und ouch daz her allez gar. si ersicherten reht vür wâr, wâ si die stat vunden, dâ si bî den stunden mohten in daz her kumen, daz ez si mohte gevrumen. got vuogte in rehte eine stat, dâ si den vînden sagten mat.

104

Dô si die stat vunden, zehant si wider wunden: niht langer si dô biten, si kômen widere geriten und sagten dem Bernære disiu starken mære. ‘vogt von Bern, her Dietrîch, wir haben daz her endeclîch ân alle missewende umbriten unz an daz ende. sô vesticlîch si ligent, dînem lande si ane gesigent: si habent maht und gewalt. er hât sô manegen helt balt: als ich mich rehte versinnen kan, baz danne sehzic tûsent man die wartent Ermrîche vil gewalticlîche. nû merke rehte waz ich mein: künec von Rôm, nû wirt enein, waz dich hier umbe dunke guot. nû rihte dar nâch dînen muot: dûne maht Ermrîche niht gestrîten offenlîche.’

105

Dô sprach der starke Wolfhart ‘ez wirt dehein widervart. swie ez uns, herre, sule ergân, wir suln die viande bestân nâch übele od nâch guote. nûtrâ, helde hôchgemuote, wir sulens ane rennen. reche wir daz brennen, daz si uns alle habent getân: des sul wir si enkelten lân. nû gâhet zuo den marken, ir küene helde starken!’

106

Den vanen nam her Dietrîch. ‘nûtrâ, helde lobelîch, lât iu die vart niht riuwen: und habt ûf mînen triuwen, swer mir hilfet rechen mîniu leit, dem wirt niemer niht verseit der triuwen noch des muotes, lîbes noch des guotes, noch alles des ich ie gewan, daz muoz sîn iu undertân.’ ‘uns enriuwet niht diu vart’ sprach der starke Wolfhart.

107

Gegürtet wurden diu marc. dô volgten die recken starc ir herren über heide. nû hœret waz ich iu bescheide. dô si bekomen an die stat, dâ man in gespehet hât daz her und die lucken, ‘nû sul wir an si rucken, edel vogt von Berne. dir helfent die dîne gerne: nû tuo ouch in hin wider sam. von sprunge alrêst vert dîn nam: den soltû machen bekennelîch.’ dô sprach der herre Dietrîch ‘ich sûme iuch niht der reise, dâ ich geriche mîne vreise.’ der zageheit wart vergezzen, die recken vil vermezzen die sâzen ûf ir guotiu ros. si schûhten herte noch diu mos, si drabten über heide Ermrîche ze leide.

108

Si kômen ein wênic vor dem tage (nû merket reht waz ich iu sage) an die stat brâhte si diu spê, dâ si gewesen wâren ê, dâ si daz here wolden an rennen, als si solden. ‘nû riht iuch, helde, bî der zît, ê daz ir kumet in den strît. ir stricket vast die riemen starc, ir sitzet ûf diu guoten marc, ir helfet iuwerm herren rechen sînen werren!’

109

In der zît dô daz geschach, dô kom ein bote, dem was gâch. der hete sich heimlîch und verholn von dem herren Dietrîche verstoln: mit vil manlîchen siten het er daz her gar durchriten. si lâgen unverborgen ûf den betten âne sorgen und wolten gar ân angest sîn. der bote tete dem Berner schîn disiu ganzen mære ‘wol ûf, her Bernære! si ligent alle enphettet. si sint uns reht gebettet, daz wir si slahen âne wer und tœten allez daz her. die mit Ermrîch sint komen her, die kument wider nimmer mêr.’ der im diu mære sagte, daz was Hûnolt der unverzagte.

110

Der mære wurdens alle vrô. si sâzen ûf diu ors dô. die schar leite her Dietrîch selbe harte manlîch des heres an daz ende. mit manlîcher hende daz sper er under duohsen twanc. sîn ors in spilnden vröuden spranc. gebiten wart dô niht mêr. lûte rief der vürste hêr ‘ahtschavelier Berne!’ daz hôrten vil ungerne alle Ermrîches man, die man des êrsten bungiert an. gedâht wart an swinden zorn, diu ors genomen mit den sporn, dar nâch diu swert in bêde hant. der strît der was ungewant. si sluogen unde stâchen, ir leit si vaste râchen an allen Ermrîches man. sie liezen genesen nieman. ze wer sich nieman rihte, ze vluht man sich phlihte. si stôrtens ûz dem slâfen. sô schriren die hie ‘wâfen!’ sô riefen die ‘harnasch her!’ alsô wart ez gênt entwer, dise dâ und jene sô. ê si kômen ze were dô, dô was der schade an in getân, des si jâmerec muosen stân.

111

Nû sult ir hœren gerne. der werde vogt von Berne der hete geteilet sîne schar envümf ende (daz ist wâr) in daz Ermrîches her, darumbe ob sich ieman ze wer rihte od wider slüege daz man die den sturm an trüege. dâ von wart Ermrîch behert und alles des sô gar entwert, des er ze êren solde hân. des wart im grôzer schade getân, daz im sît vil übele kom. die vînde wâren rehte ein om wider des Bernæres recken. vaste râchen sich die kecken.

112

In des sturmes herte dô kom mit eine geverte Rienolt von Meilân: dem volgten vier hundert man under helmen und mit schilden. die starken und die milden die wolden an Dietrîchen rechen Ermrîchen. gegen der selben schar reit Wolfhart der unverzeit: dem volgten zwei hundert degen, dâ mit der recke vil bewegen daz her het drîstunt durchriten. ez wart langer niht vermiten, Rienolt der rante in an, er tete ouch im hin wider sam. in was zuo einander ger. si verâten schier diu sper: dô muosten si diu swert zucken. zesamne wart ein rucken mit den swerten getân. daz viuwer von den helmen bran (von starken slegen daz geschach), daz man dâ von alsô gesach sam ob ez wære umb mitten tac. slac dô wider slac gelac sô vreislîch und sô sêre, ez wirt nimmer mêre in starken hern sô vaste gestriten. die ringe wurden versniten sô gremlîch mit den swerten. ze lebene si niht gerten. Wolfhart unde Rienolt der eine arnte den solt von des andern handen, daz sît in vremden landen mit mæren kunt wart getân. Wolfhart rant Rienolden an mit einem swerte guot genuoc. Rienolden er dô sluoc durch den helm mit ellens hant, dazz ûf den zanden widerwant. den helm durch bêde wende cloup er unz an daz ende bêdenthalp vil nâch ze tal, unz daz der recke ûf daz wal von disem slage starke schôz von sînem marke tôt nider ûf daz gras. Ermrîch ab gestanden was ein sîn helfære. Wolfhart der mære vil lûte ruofen began ‘nû wert iuch, Amelunges man, und lât einen niht genesen. ir lât ius alle gelîch wesen, die jungen und die alden, die küenen und die balden. und sehet, ob ir vindet (daz ir des iht erwindet), kumt ir an Ermrîchen, sô slahet in endelîchen.’

113

In der zît drabten dort her vünfhundert recken und noch mêr, die vuorten einen vanen rôt, die gerten ouch ze sterben tôt. der houptmann daz was Heime. diu ors von dem veime wârn erswitzet sêre. Wolfhart der degen hêre der rief die sîne vaste an ‘nû wert iuch, helde: ez muoz ergân ze vluste ode ze gwinne. wir vehten als wir winnen: wir müezen doch ersterben. wir suln hiute werben daz man uns clage hin nâch.’ Helmschart der starke sprach ‘sît ez niht anders sol ergân, sô lâze ot wir enouwe gân beidiu lîp unde leben. ir sult ze bêden handen geben diu swert in dem strîte. ir kêret ûf die wîte, ir houwet bluotige brücke, ir kêret an die rücke baltlîch die schilde, ir tunget das gevilde vaste mit den tôten!’ dô wart alrêst verschrôten ringe und ouch die helme. dô sturben sunder melme die recken vaste âne zal, dâ si vielen ûf daz wal. Heime unde Wolfhart die wâren bêde wol bewart, die kômen zesamne gerant. zwei scharphiu swert an ir hant si in dem strîte vuorten. âhî, wie siz ruorten ûf die helme mit den slegen! si begunden ûz ir arme wegen manegen slac ûf die gebel, daz von in der nebel ûz dem lîbe vaste rouch. in der zît dô striten ouch ir bêder recken ûf dem wal. harte michel wart der schal.

114

Die küenen Rienoldes man die wâren von dem leben getân. die dâ Heimen dannoch lebten, hin wider vaste strebten unde gulten sich vil tiuwer. ûz den helmen wât daz viuwer, sich mohte ein raste langer tan wol dâ von enzündet hân. nôt und angst dâ gie entwer. ir gesâhet noch nie mêr solhe slege alsô sêre erclingen. si liezen dar dringen ûf einander sô vaste, daz in ir hant erglaste diu swert von den starken slegen: dâ von die ellenthaften degen muosten leider sterben tôt. dâ was angest unde nôt. manec helm sich von nœten cloup. man sach die ringe als ein loup vliegen ûz den brünnen. dâ was lützel wünne, dâ was haz unde nît. alsô herte was der strît und werte unz an den liehten tac. nû hœrt wes der Bernære phlac. der tete dort michel wunder. von im gelac dâ under vil manic Ermrîches man. von im wart solich mort getân daz ez an dem mære ungelouplîch ze sagen wære. die houfen lâgen ûf dem wal, die tôten vaste âne zal vielen von des Bernæres hant. si gâben sêre widerphant, wand si vluren dâ den lîp. owê, daz beweinten sît diu wîp. der site ist ie und ie ergân: swaz leides lîdent die man, daz beweinent allez diu wîp, die durch die man kestigent den lîp.

115

Nû lâze wir diu mære sîn. under diu der sunne schîn ûf von dem berge gie. dô heten die recken gebrüevet hie diu vil manlîchen werc. manic liehter halsperc der lac dâ verhouwen. daz clagten sît die vrouwen und vluochten tegelîche dem künege Ermrîche. dô der tac von himele erschein, dô was ez komen allez enein an dem von Berne über al. Ermrîch wart vlühtic ab dem wal. der schade was ergangen, dise erslagen, jene gevangen. Ermrîch nam solhen schaden: die er dar mit im hete geladen, die wâren vil nâch alle tôt. daz velt was allez worden rôt von maneges mannes bluote. dâ sturben helde guote. Ermrîch der wart entsachet, an sînen êren sô geswachet, daz er mit ungemüete reit. daz wart vil seine gecleit, wan er ist êwiclîch verlorn. ist er ze helle geborn, daz dunkt nieman unbillîch: untriuwe ist von im in diu rîch leider allerêrste bekomen, als ir habt von im vernomen. dâ von clag ich in seine, wande er was unreine an allen sînen dingen: des muoste im misselingen.

116

Dô er wart vlühtic von dan, do vergaz er mâge unde man. dô liez er sicherlîchen sînen sun Friderîchen unde dannoch manegen man, der ûf dem wale was bestân. daz was liep dem von Berne: er sach in harte gerne. er vie in und die er bî im vant und al die recken sâ zehant. die sachhaften wurden gezalt ahzehenhundert helde balt: die vuort der herre Dietrîch gevangen mit im gwalticlîch.

117

Dô ez kom hôhe ûf den tac, nû hœret wes man dô phlac. dô kômen geriten ab dem wal die sînen recken über al. dô hiez kiesen her Dietrîch die sînen helde lobelîch, wen er hæte dâ verlorn. dô was dem vürsten hôchgeborn, als wir daz buoch hœren sagen, niwan hundert sîner man erslagen: vier und zweinzic wâren wunt. dâ wider was Ermrîch bî der stunt sehs und zweinzic tûsent erslagen. swie unglouplîch ez si ze sagen, daz wal und der breite plân mit bluote über al beran, (nû sehet welch mort dâ geschach!) daz die tôten nieman sach von des starken bluotes craft. her Dietrîch wart dô sigehaft.

118

Die rede lâz wir hie mit stân. die starken Ermrîches man, von mâgen und von gesten die hôhen und die besten, die vuort her Dietrîch gerne dâ hin mit im gên Berne. nû het im got gevüeget (des in ouch genüeget) daz er sîn leit alsô gerach. nû hœret wie ez sît geschach, wie in diu unsælde verriet, daz er von al den êren schiet, die im sîn vater Dietmâr hete geheien menegiu jâr. disiu starke geschiht diu kom von im selben niht, daz er muost lîden arebeit. nû wirt iu allerêrste geseit, wie der herre Dietrîch verliuset lant und Rœmisch rîch, daz wil ich iuch wizzen lân. dô der strît was dort ergân und nâch sînem willen ergangen, dô vuorte er dan gevangen den künic Friderichen und dannoch sicherlîchen vil manegen Ermrîches man, als ich iu ê gesaget hân. dô er kom hin ze Berne, (nû sult ir hœren gerne) dô was vrœlîch sîn muot, vor liebe lachte der helt guot. do begunde er sêre ahten und innerclîchen trahten, wâ er daz guot næme, daz den recken wol gezæme, die im lant und êre gerettet heten sêre. dar umbe het er swære. sîne kisten wâren lære und alle sîne kamere gar, die sîn vater Dietmâr volle hete bî sînen tagen. daz guot was allez zetragen, golt und edel gesteine: des vant er vil cleine. er clagt sô sêre niht daz guot noch enhete dar umbe trûregen muot: er clagt niwan die edelen degen den er niht guotes hete ze wegen. dô sprach der alte Hildebrant ‘rîcher künec von Rœmisch lant, ir sult niht ze sêre clagen noch dar umbe niht verzagen, ob ir niht habet rîchez guot. ich wil iu sagen waz ir tuot: grîfet unser guot an, des muge wir wol vil hân. swer iu dar zuo gevellet, dem gebetz, ob ir wellet.’ dô sprach von Bôle Berhtram ‘ir sult umb guot niht sorge hân. des gibe ich iu wol sô vil, (mit triuwen ich daz tuon wil) vünfhundert soumære. vil lieber Bernære, nâch dem guote sendet swenn ir welt: daz wirt iu allez dort gezelt ze Bôle, dâ ich hûs hân. dem Bernær lieben began ditze starke mære, daz benam im sîne swære. her Dietrîch wart ze râte mit den sînen drâte, wen er senden wolde gein Bôle nâch dem golde. die wurden schiere ûz gewegen. ich will iu nennen die degen, die mit manlîchem muote riten nâch dem guote. daz eine daz was Hildebrant, daz ander her Sigebant, daz drite daz was Wolfhart, daz viert sîn veter Helmschart, daz vümft von Garten Amelolt, daz sehste daz was Sindolt, daz sibend von Stîre Dietleip, ein edel degen unverzeit. dar zuo gap man in ze rehte sô vil der guoten cnehte, die zuo der reise zâmen, dâ si daz guot nâmen. si wurden gevertiget dan. mit in sô reit Berhtram.

119

Nû hebt sich alrêst diu vreise. vervluochet sî diu reise die si tâten umb daz guot: des wart sît trûriger muot. über al Rœmisch marke wart ez beweinet starke, becleit tiefe und sêre. der Bernær al sîn êre umb dise eine reise vlôs, dar umbe er lant und guot verkôs. dô die boten hôchgemuote strichen nâch dem guote, daz wart gesagt Ermrîche. dô sande er heimlîche vümf hundert sîner man, die tiursten die er mohte hân, und begund daz mit in an tragen, als ich iu kan wol gesagen. ‘nû rîtet iuwer strâze. habt daz in iuwer mâze’ sprach der künic Ermrîch, ‘daz ir iuch leget heimlîch in eine huote zuo den wegen. swann ir die Dietrîches degen sehet zuo rîten, sô sult ir niht bîten, irn rennets an und nemet daz guot. vâht die recken hôchgemuot und bringet die mit iu her. des habe wir vrumen immer mêr und wizzet dazz uns wol ergât. swen uns Dietrîch gevangen hât, die werdent ledic sicherlîch.’ den rât den riet Ermrîch. die recken strichen dâ mit dan. Witege was ir houptman. si gâhten naht unde tac, als ich iu wol bescheiden mac, unz si ze Bôle quâmen, dâ si daz guot nâmen.

120

Nû hœret waz uns sagt daz liet. der tievel, der nie guot geriet, vuogt in ein lâge bî der stat: als uns daz buoch gesaget hât, dâ burgen si sich inne mit sô starkem sinne, daz ir nieman wart gewar. in der zît dô heten gar Dietrîches boten genomen daz golt, als manz dannen vüeren solt gegen Berne ûf durch Isterrîch, als ez der herre Dietrîch den recken geben wolde allez samt ze solde. als die soumære geladen wâren swære, dô nâmen urloup zehant her Amelolt und her Hildebrant. si schieden dâ mit ûz der stat gegen Berne ûf daz rehte phat. ir gelegenheit in rehter mâze si kêrten ûf die strâze, dâ in sît leide geschach. dâ von sich huop ir ungemach. si vuoren âne sorgen unz an den vierden morgen: dô wârens mit dem guote komen, als ich vür wâr hân vernomen ze Muntigel zuo der veste. si wolden haben reste nâch ir arebeite. si hiezen vil bereite entladen ir soumære. nû hebent sich diu mære. si wânden sîn âne schaden. dô ir soumære wârn entladen, in selben ze leide si hiezen ûf die heide ir viuwer balde machen. si lâgen in den sachen daz si niht heten swære. hie mit disem mære dô kômen ir viande, als si der tievel sande. die riten zuo in sô nâhen, daz si die helde vil wol sâhen. ir eismende diu was grôz: owê, si sâzen leider blôz. daz sâhen ir vînde wol: si tâten als man tuon sol. dô erbeizten si nider, (daz gevrumte si wol sider) si gurten ir orsen baz. islîcher des niht vergaz, er stricte ouch die riemen. owê, dô warnte niemen des herren Dietrîches man. des wart im grôzer schade getân. ‘sît ir, helde, nû bereit?’ sprach Heime der unverzeit. ‘nû wartet mînem munde und schrîet hie ze stunde: ahtschavelier Ermrîch! ir sehet wol, helde lobelîch, wir sîn über si ein her: si sitzent blôz und âne wer.’ die Ermrîches recken, die starken und die kecken, die randen die Dietrîches an. si wurden schiere under getân, si beliben gar âne wer. gegen disem ungetriuwen her kômens doch zen swerten. die dicke manheit gerten, Wolfhart unde Hildebrant, Helmschart unde Sigebant, den wart wîle niht mêr niwan daz ieslîcher einen gêr gezuhte mit den handen. ze strîte si sich wanden. alsô tete her Amelolt, her Dietleip und her Sindolt. si vrerten vaste daz guot. die küenen recken hôchgemuot die vînde vaste versêrten. die rücke si kêrten zesamne ûf der heide. swaz ich iu bescheide, des enliuge ich niht umb ein hâr. si sluogen hundert, daz ist wâr. nû waz half ir manheit und ir guotiu wâfen breit? si muosten sigelôs doch geligen, sine mohten leider niht gesigen. ir wer diu wart hin getân. den starken Dietrîches man den was ez übele ergangen: si wurden dô gevangen und mit dem guote gevüeret dan. Dietleip von Stîre danne entran, der sagte ze Bern diu mære. owê der herzenswære, die her Dietrîch gewan! dô muoste er trûriclîch gestân. dô clagte er jæmerlîche die recken lobelîche und lie daz guot under wegen. ‘owê mîner lieben degen, die ich alsô verloren hân! nû muoz ich mit leide stân und naht und tac umb si clagen. owê daz mir ie wart getragen Ermrîch ze leide! alrêrste ich nû verscheide. ich lebe mit allen sorgen. nû ist mîn êre verborgen. owê der jæmerlîchen nôt! daz wolde got und wære ich tôt! daz wær mir bezzer hinne vür. mîn allermeistiu hôhiu kür diu lac an mînen recken. verliuse ich die vil kecken, (daz wizzen alle die hie sint) daz muoz besiuften muoter kint.’ diu nôt moht got erbarmen, die die rîchen und die armen mit jâmer an sich leiten. mit clage si sich beiten.

121

Nû lâze wir die rede stân und heben hie wider an und sagen umb die gevangen, wie ez den sî ergangen. die wâren brâht gewalticlîch dem ungetriuwen Ermrîch ze Mantouwe in die stat. nû schuof man in vil bœsen rât. dô si Ermrîch ane sach, valschlîch er zuo in sprach ‘ir sît komen von Berne ze verre. iuwer mâge und iuwer herre die kunnen daz nimmer understân, ir müezt mir iuwer leben lân. sît ich iuch hân gevangen, benamen ir müezet hangen. dâ vür næm ich niht allez golt, ob daz ieman vür iuch geben wolt.’ vil trûreclîch sprach Hildebrant ‘ez stêt, herre, in iuwer hant beidiu übel unde guot. got gebiete daz ir wol tuot. iwers zornes sult ir entwenken und ruochet dar an gedenken, daz mîn herre Dietrîch iuren sun Friderîch hât noch in sînen phlegen und ahzehenhundert degen. er ist ouch alsô gemuot, ist iht des man uns tuot ze leide, sô læt er des niht, er tœte si all, swaz uns geschiht. so verliustû, künic hêre, dar an verre mêre, wil dû liute und kint geben niwan umb siben manne leben.’

122

Dô sprach der künic Ermrîch ‘mînen sun Friderîch ich ê selbe verstieze ê ich iuch leben lieze.’ ‘daz ist allez als ir welt.’ ‘diu sippe diu ist ûz gezelt zwischen mir und mînem neven. wir suln alrêste an heven mit roube und mit brande. er erarnet die schande, daz ich im lasterlîchen muost ab dem wale entwîchen.’ ‘sul wir verloren hân daz leben, sô ruoch uns sô lange vrist geben, ob dû daz tuon wil gerne, daz wir senden boten gein Berne, ob wir daz mugen getragen an, daz die dîne werden verlân mit endehaften mâzen, wil dû uns danne lâzen.’ dô sprach der künic Ermrîch ‘ir muotet vil unbetelîch. wil Dietrîch lœsen iuwer leben, sô muoz er mir vür wâr geben allez daz er ie gewan und die mînen slehtes ûz lân. beidiu Garte und Meilân, Berne und Raben muoz ich hân, Bôle und ouch Isterrîch, Lamparten gewalticlîch, Rœmisch erde hie unt dâ, daz muoz er mir lâzen sâ, Spôlit unde Tuscân und swaz ich niht genennen kan, daz muoz mîn eigen allez wesen od ich lâze iuch niht genesen.’

123

In der zît dô daz ergie, dô kom ein bote geriten hie. den hete her Dietrîch gesant dem künege Ermrîch zehant. wer der bote wære, den der Bernære hæte gesendet dar? daz was Dietleip, daz ist wâr. der recke gie unvorhticlîch vür den künic Ermrîch. er wart enphangen seine, sô dancte er im ouch cleine. dô er Ermrîchen ane sach, nû sult ir hœren wie er sprach. ‘künec, hâstû daz wol vernomen, emphâht mich nieman, ich bin komen doch zuo dir her in dîn lant. mich hât her Dietrîch gesant al dâ her von Berne, und wil dich biten gerne dîner gnâden alsô vil, daz du im sagest, waz du wil tuon an sînen liuten. daz soltû mir bediuten. dir enbiut mîn herre Dietrîch, er welle dînn sun Friderîch lâzen an vil kurzer stat und alle die er gevangen hât, daz dû im lâzest sîne man. wil dû, ez mac wol ergân’. dô sprach der künic Ermrîch ‘nû sage dîm herren Dietrîch, ich hân hie sô guot phant, er muoz mir slehtes sîniu lant in mîn gewalt elliu geben od ich benime in daz leben.’

124

Wâte balde hin vür trat. er sprach mit zorne an der stat ‘birt irz der starke Dietleip, von dem man grôziu wunder seit? möht daz danne alsô sîn, sô wolte ich daz ellen mîn an iu versuochen endehaft. ich muoz besehen iuwer craft. ich wil nimmer vrô geleben (des sî iu mîn triwe gegeben) od ich versuoche wer ir sît.’ dô sprach mit zühten an der zît Dietleip der starke helt ‘nû sî versuochet swanne ir welt. heizt uns vride bannen vor des küneges mannen. ich wil iuch iezuo bestân.’ Wâte zürnen began mit Dietleibe sêre. ‘iwer vier und dannoch mêre, über die wære ich wol ein her und slüeges wol ân alle wer und müezet ir daz selbe sehen.’ Dietleip sprach ‘nû lât geschehen. ich entwîche iu nimmer einen slac die wîle ich mich gerüeren mac.’ Wâte der mære der hiez sunderbære vürder rûmen ûf dem sal, er wolt mit strîte âne zal den küenen Dietleip bestân. antwurten im Dietleip began ‘ir werdet tâlanc gebeten, nû lât den lewen ab der keten, der dâ wil solhiu wunder tuon. ez enwirt vride noch suon zwischen uns nimmer mêre, unz unser eines êre von dem andern under gelit. des sît gewis vür dise zît.’ Ermrîche man dô riet, daz man die recken beide schiet. zwischen in gemachet wart ein tac, einen kamph man hin ze Meilân wac über sehs wochen dar nâch. der unverzagte recke sprach, von Stîre her Dietleip ‘daz ist wâr, des bin ich bereit. nu enbiut, künic Ermrîch, mînem herren Dietrîch slehtes allen dînen muot. waz dû umb dise helde guot wellest tuon, daz sage mir. die boteschaft bringe ich im von dir’. Ermrîch der künic sprach ‘nû lâ dir sîn hin wider gâch und sage Dietrîche, ich welle niwan Rœmisch rîche, lant êre unde guot. ist daz er daz niht entuot, sô sî mîn triuwe im gegeben, sô muoz er lâzen mir daz leben.’

125

Mit urloube er danne reit. ‘iuwer grôziu arebeit’ sprach er ze Hildebrande, ‘ez kumt ze tiurem phande dem künege Ermrîche. ir helde lobelîche, nû habt gein gote guoten trôst, ir werdet kurzlîch erlôst. dâ mit muoz iuwer phlegen Crist! ir sehet boten in kurzer vrist.’ Dietleip niht lenger dô beit, gegen Berne er balde reit, dâ er den vogt von Berne vant. dem sagt er diu mære sâ zehant und allen Ermrîches muot. dâ bî stuonden helde guot, die disiu mære hôrten: dâ von si sich stôrten an vreuden und an lîbe, si bewâgen sich kinde und wîbe.

126

Alsô der Bernære gehôrte disiu mære, dô sprach er trûreclîche ‘und sol ich Rœmisch rîche alsô vliesen, daz erbarme gote. sol ich nû warten sîm gebote, sô möht mir lieber sîn der tôt denn daz ich lîde dise nôt.’ dô rieten mâge unde man ‘ê daz wir solch guot lân, wir mugens ê verkiesen ê daz wir verliesen guot lîp unde leben. sold wir daz umb si siben geben, so ist bezzer daz si sterben tôt denn daz wir lîden immer nôt.’ dô sprach der herre Dietrîch ‘und wæren mîn elliu rîch, diu wolde ich elliu lân ê mîne getriuwe liebe man. diu rîche ich elliu verkür ê danne ichs alsô verlür. wâ nû ein bote sô getriuwe, den ir leit riuwe? der var hin ze Ermrîche und sage im endelîche, ich wil im al die sîne lân, dar nâch allez daz ich hân, daz wil ich im vür eigen geben, den worten daz er mir lâze leben mîne recken wol gesunt.’ hin vür trat bî der stunt Jubart von Latrân. er sprach ‘herre, wildû mich lân, ich wil an disen zîten zuo Ermrîche rîten und im sagen slehtes vür wâr, swaz dû enbiutest bî mir dar.’ ‘ich hân michs alles nû bewegen: nû gâhe, unverzagter degen!’ Jubart dô nicht langer beit, gegen Hôhensien er balde reit. dâ vant er Ermrîchen und sagte im endelîchen ein und ander, hie unt dâ, wie sich sîn herre wolde sâ landes und guotes gar bewegen umb sîne unverzagte degen. dô daz Ermrîch vernam, ‘wil er mir al die mîne lân?’ ‘jâ’ sprach her Jubart. ‘si sint nû ûf der vart. dû maht wol rîten gerne: Garte unde Berne, Botzen unde Brissân, Triente unde Meilân, Mantouwe unde Raben, dâ von scheidet hiute Saben, und dar nâch manic guot stat, die der künic Dietmâr hât lâzen den lieben sûnen sîn, die werdent al vür eigen dîn.’ Ermrîch der wart nû vrô. er hiez die gevangen recken dô balde mit im vüeren dan. sechs und sehzec tûsent man die wâren alle nû bereit ze rechen als uns ist geseit: die heten im alle triwe geswarn mit guotem willen unervarn, die alle in dem muote wâren und des niht verbâren die hervart mit im ze rîten. er huop sich bî den zîten gegen Berne durch die marke mit maneger schar starke.

127

Dô si kômen after wegen, im wider riten sîne degen, die der herre Dietrîch gevangen hete sicherlîch und wârn die alle nû verlân, Ermrîch lachen began vor vreuden, dô er si sach, wand im lieber nie geschach. dô bezzerten si die reise. owê der grôzen vreise diu dem Bernære zuo gie: wand er lant und êre lie.

128

Alsô kom der künic Ermrîch vür Berne vil gewalticlîch und hiez slahen diu gezelt ûf daz hêrlîche velt. mit creften si lâgen, roubes si phlâgen, si tâten schaden starke al umbe ûf der marke: daz lant si ane zunden, si nâmen swaz si vunden. rouch vlouc über lant, der starke roup unde brant der rouch über Berne. nû sult ir hœren gerne, her Dietrîch was dar inne mit grimmigem sinne. trûric was des herren muot. er clagte nicht sîn selbes guot, er clagte den jâmer den er sach, der an sînen liuten geschach. dô gie er ze râte mit den sînen drâte. trûriclîch ers ane sach. nû sult ir hœren wie er sprach. ‘ende hât disiu suon. nû râtet, helde, wie wir tuon. wir sin nû in grôzer nôt. daz erbarme got, daz ich nicht tôt in mîner kintheit bin gelegen! nû muoz ich arebeite phlegen’. dô sprach der küene Sigebant ‘ir seht wol, künec von Rœmisch lant, daz kan niemen understên. nû müezet ir ez lâzen gên, als ez nû gên kan. nû tuot als ein wîse man und wellet ûz uns allen, die iu dar zuo gevallen, die an ir triuwe denken daz iu die iht wenken: die sô getriuwes herzen sint, die durch iuch wîp unde kint und ouch daz guot lân under wegen’. dô sprach von Berne der degen ‘daz muoz allez an iu stân. ir muget mir helfen ode lân, des habt ir guoten gewalt. ez ist umb mich nû sô gestalt, daz ich hân weder ditz noch daz’. dô wurden recken ougen naz. hin vür trat her Jubart ‘ich sihe wol, Dietmâres zart, si gebârent umb dich trâge, die durch dich ûf die wâge solten setzen lîp unt guot. sît man umb dich sô trâge tuot, sô wil ich der êrste sîn, von Berne lieber herre mîn, ich wil mit dir sterben od genesen und an dir immer stæte wesen.’ dô die andern gesâhen daz, (nû sult ir hœren vür baz) dô sprach der recke Nêre ‘guot lîp und êre wil ich mich durch dich bewegen.’ hin vür trat Eckewart der degen und ouch der küene Eckenôt ‘herre, wir weln lîden den tôt od swaz uns ze lîden geschiht, wir komen benamen von dir niht’. die sich slehtes bewâgen, des sult ir gerne vrâgen, wie vil der wâren ode sint, die guot wîp unde kint liezen durch den von Berne. daz sult ir hœren gerne, der wâren drî und vierzic man: die sach man alle vor im stân. die heten alle einen muot, si liezen gelt unde guot durch ir herren êre. si beliben dâ niht mêre.

129

Nû lâze wir diu mære stân und heven hie wider an, wie der herre Dietrîch sprach, dô im ze rûmen geschach die edel stat ze Berne. daz tete er vil ungerne. ‘nû muget ir, edel recken zier, durch iuwer triuwe râten mir, ob ich den künic Ermrîch bæte’ sprach her Dietrîch, ‘daz er doch gedæhte dar an, daz ich noch niht zeinem man vol wahsen bin, als ich sol, daz er tæte sô wol und mir lieze Berne. daz ander wolde ich gerne im lâzen unde swaz ich hân, unz ich gewüehse zeinem man.’ der rât dûhte si alle guot, si sprâchen ‘herr, daz selbe tuot. bescht, ob er iuch welle gewern. welle ab er des niht enbern, sô leistet swaz er welle. swaz ab er iu vor zelle, des sît im alles bereit und lîdet die wîl arebeit, unz dazz iu got verkêre.’ dô wart gebiten nimêre, diu stat ze Bern wart ûf getân. man sach vrouwen unde man hende winden unde clagen, ir leit vil jæmerlîchen tragen. ez mohte got erbarmen. die rîchen und die armen die clagten al gemeine. ir leit daz was niht cleine.

130

Dô reit der herre Dietrîch mit geleite harte clegelîch vür den künic ûf daz velt ze des küneges Ermrîches gezelt. dâ lac der meinræte under. nû hœrt aller untriuwen wunder: daz muget ir nû hœren gerne, daz geschach an dem von Berne. als der vürste ûf daz gras von dem orse gestanden was, dô gie er vil clagelîche vür den künic Ermrîche mit nazzen ougen trüebe unt rôt. daz houpt er dô nider bôt Ermrîche ûf die vüeze. er sprach ‘gedenke, veter süeze, daz ich bin dînes bruoder kint, daz mîne sinne kranc sint. nû tuo an mir dîn êre. ich wil nimmer mêre wider dîne hulde iht begên. ruoche dînes zornes abe gestên.’ lange sweic der künic Ermrîch, ze leste sprach er unerbarmeclich ‘nû strîch von mînen ougen! dû solt vür wâr gelouben und wil dirs mîne triuwe geben, dirn vristet nieman daz leben: gît man mir hiute Berne niht, so geloube mir, daz dir geschiht wê von mînen handen. in allen dînen landen, diu indert lant sint genant, und begrîfet dich mîn hant, dâ wigt dir niht allez golt rôt: begrîfe ich dich, sô bistû tôt.’

131

Weinde sprach her Dietrîch ‘herre veter Ermrîch, habe dir elliu mîniu lant, dar über ich herre bin genant, daz dû mir Berne ruochest lân unz ich gewahse zeinem man. wellestû niht gnâde an mir begên, sô lâ mich denn von hinne gên als ich von dem andern bin gegân und varen dâ ich mich betragen kan.’ ungetriuwelîch der künec dô sprach ‘nû lâ dir sîn von mir gâch! od ich heiz dich vâhen, an einen boum hâhen, den næhsten den ich vinde. nimmer ich erwinde od ich benime dir dîn leben: des sî dir sicherheit gegeben.’ do getorst der degen hêre gemuoten niht mêre niwan daz eine, daz er sprach ‘her veter, vür mînen ungemach sô lâ mir doch mîne man, durch die ich al mîn êre verloren hân. sô wil ich niht langer bîten und wil von hinne rîten als ein unsælic man, der nie vreude gewan.’

132

Ermrîch sprach zehant ‘nû habe ûf mînen triuwen phant: dir wirt diu êre nîmer getân daz ich dich welle rîten lân. dû muost in der mâze arbeiten ûf der strâze ze vüezen swar dû kêrest, dich selben dû unêrest.’ von Berne der vil tumbe kêrt sich weinde umbe und vie sich selben in daz hâr. owê, des nam vil cleine war Ermrîch der ungetriuwe. dise grôze herzenriuwe die rach sît an im sêre got: disen hazlîchen spot behielt er im unz in sîn gruobe: disiu ougen truobe, daz wart im sît vür geleit daz er sîn kom in arebeit.

133

Mit dirre grôzen herzen sêr kom ein mässenîe her baz danne tûsent vrouwen. der schœne mohte schouwen got ûz dem himel rîche. die wolden Ermrîche biten tiwere zehant umb den künec von Rœmisch lant, daz er genædiclîche an dem herren Dietrîche tæte durch sîn êre. als die vrouwen hêre vür Ermrîch kômen gestân, si riefen in weinende an. ze vorderst gie vrou Uote mit trûrigem muote mit vierzic juncvrouwen. nû sult ir jâmer schouwen. die begunden vallen âne zal vür Ermrîche zetal und manten in alsô verre. vrou Uote sprach ‘lieber herre, nû seht an maneger vrouwen lîp und êret elliu reinen wîp und dar nâch allez himelesch her, dazs iu vüegen sigehafte wer: und tuot hiute küniclîche an mînem herren Dietrîche. lât ritters êre an iu sehen. sî iu von vrowen ie liep geschehen, dâ ruochet hiute gedenken an. sît ir von art ein edel man, sô weiz ich wol daz ir uns gewert: ich hân niht unbetelîch gegert.’ diu verteilte jugende begie ein grôze untugende. swie nâhen im die vrouwen trâten, swie tiefe si in bâten, des wurdens leider niht gewert. ‘des ir an mich habt gegert, ir sît vrouwen ode maget, iu sol sîn vil gar versaget: und îlt iuch von mir wenden, od ich heiz iuch schenden.’ mit manegen herzensêren wart dô ein widerkêren von vrouwen und von meiden. dô gie ez an ein scheiden, daz sît galt mannes leben. her Dietrîch hiez Berne geben.

134

Hie wart gerûmet diu stat. owê, welch ein scheiden dâ ergât von dem herren Dietrîche. der lie des tages Rœmisch rîche, burge stete unde gelt, die wîten urbor unde velt, diu muoste er elliu lâzen. in gelîchen mâzen lâzen wart her Hildebrant und die recken al zehant. dô giengen clegelîchen die hôhen vrouwen rîchen mit manegem weinen ûz dem tor. dâ vunden si mit jâmer vor den werden recken Dietrîch. vrou Uote ein herzoginne rîch ze dem herren Hildebrande sprach, dô si in verrest ane sach, (si druhte in an ir herze) ‘owê mir dirre smerze, den ich hiut muoz an dir sehen! lieber herre, wie sol mir geschehen, swenn ir vart iuwer strâze? saget mir, wem man mich lâze.’ mit zühten sprach her Hildebrant wider vroun Uoten sâ zehant ‘vrouwe, triutinne hêre, nû claget niht ze sêre. ich bevilhe iuch an dirre vrist dem heiligen Jêsû Crist, der müeze iuwer immer phlegen: sîn trûtmuoter sî iuwer segen und müeze iuch êwiclîch bewarn. ir seht wol, ich muoz hinne varn.’ ‘nû wâ welt ir daz ich bestê? ichn weiz ob ich iuch immermê mit mînen ougen beschouwe.’ alsô sprach diu vrouwe, da enantwurt stuont Ermrîch. die vrouwen und her Dietrîch Ermrîchen manten sêre. her Dietrîch sprach ‘künic hêre, nû gedenke dar an, daz du hâst swaz ich ie gewan. daz sî dir allez vergeben, swaz dû mir bî dînem leben ie ze leide hâst getân: daz wil ich den worten hiute lân, daz dû nû ergetzest mich: und erbarme hiute dich über dise vrouwen, veter mîn, und lâ si in der stat sîn.’ dô sprach der herre Ermrîch ‘ir muotet vil unbetelîch. ir gewinnet nimmer mêre weder heinlîch noch êre. von diu rûmet die stat. allez daz ir drinne hât, desn wirt iu nimmer niht.’ daz was ein jæmerlîch geschiht, daz beidiu vrouwen unde man ze vüezen muosten scheiden dan vil trûriges muotes. ir geltes unde ir guotes des enwart in nie niht mêre. mit trûren und mit herzen sêre schiet her Dietrîch von dan. seht, alsô muoste er Berne lân. Hilprant nam vroun Uoten, die schœnen und die guoten vil clagelîch an sîne hant. die andern recken alle sant die tâten ouch ir wîben sam. dise herzenlîchen scham die beweint der herre Dietrîch des tages vil dicke clagelîch. diu jæmerlîche vreise und diu ellende reise, die von bürge und von stete her Dietrîch von Berne tete, daz tete im inneclîchen wê. er sprach ‘mich gesiht nimmermê wîp noch man gelachen. mîn herze daz muoz krachen imer und imer unz ûf den tac unz ich mîn leit gerechen mac. ich bite dich, heiliger Crist, daz dû mir gebest sô lange vrist: lâ mich leben sô lange gesunt und gevüege mir noch die stunt daz ich gereche mîniu leit. des hilf mir, vil reiniu meit, des himels küniginne, daz ich die helfe noch gewinne.’ alsô giengens über lant, her Dietrîch und her Hildebrant, her Nêre und her Wolfhart, her Hûnolt und her Helmschart. von Berne sprach der helt guot ‘owê daz gên daz ir tuot! owê den jâmer, den ich muoz schouwen an disen hôhen vrouwen, die niht arbeit hânt gewont. daz leit mir immer nâch dont.’

135

In der zît dô daz geschach, her Dietrîch dort her rîten sach den vil küenen Eckewarte und Amelolten von Garte. die sagten dem Bernære nâch leide liebiu mære. wie diu mære sîn getân, daz wil ich iuch wizzen lân. her Amelolt sprach ‘herre mîn, got hât der swære dîn ein teil gerochen.’ als er daz hete gesprochen, dô sprach her Dietrîch ‘sage mir, daz ichs immer danke dir, an welhen dingn ist daz ergân?’ dô sprach Amelolt der küene man ‘herre, daz wil ich dir sagen. wir haben ahzec man erslagen dem künege Ermrîche, daz wizze sicherlîche. nû gâhe, herre, harte. Metzen unde Garte habe wir bêde in unsern phlegen. hebe dich balde von den wegen, daz man dich iht errîte. niht langer dû hie bîte.’ liebe dem Bernære geschach. zuo Amelolten er dô sprach ‘dû hâst wol an mir getân. nû tuo als ein getriuwer man. ich wil dir bevelhen hie (getriuwer man der wart nie denne dû, her Amelolt: aller mîner vreuden solt daz bistû, hôchgetriuwer man) ich wil dir dise vrouwen lân, die soltû vüeren mit dir. dûne kanst niht baz gedienen mir hinne vür immer mêr.’ ‘ich tuon’ sprach der recke hêr. von den phârden si dô sâzen. niht langer si des vergâzen, si nâmen die vrouwen alzehant. neben dem gebirge über lant strichen si gegen Garte. dâ rach Amelolt sît harte sînes lieben herren leit und brâht sît dicke in arebeit den ungetriuwen Ermrîch durch sînen herren Dietrîch.

136

Nû lâze wirz hiemit gestân. welt ir, ich wil iuch wizzen lân, welch ein weinen dâ ergie. nû ruochet ir vernemen hie. dô die helde guote mit trûrigem muote urloup nâmen von ir vrouwen, dô muost man jâmer schouwen. diu kuste ir kint, sô diu ir man. ez möhte ein stein geweinet hân dise barmunge grôz. vrou Uote mit armen umbeslôz den getriuwen Hildebrant. si sprach ‘nû gedenke alzehant, wie ich dir bevolhen bin. nu belîbe ich hie, sô verstû hin. mit welhem ende læstû mich hinder dir nû? gip mir ein zil, obz mac geschehen, wenne trouwestû mich næhste sehen?’ ‘vrouwe, des enweiz ich niht, wenne ez næhste geschiht. wir varn dâ hin in vremdiu lant: da belîbe wir’ sprach Hildebrant ‘ichn weiz wie lange sicherlîch. getriuwiu herzoginne rîch, nû clage durch dîn tugent niht mêr. swenn ich mac sô kum ich her und sô ez schierste mac gesîn. dâ mit müez got phlegen dîn.’

137

Nû ist ez an daz ende komen. urloup hât man nû genomen beidenthalben zwischen in. die vrowen beliben, si vuoren hin. Amelolt der guote mit unverzagtem muote die vrouwen brâhte hin ze Garte, dâ er si wol bewarte. hin vuor der herre Dietrîch ze Hiunen durch Isterrîch. in wie manegem tage daz ergie, daz wil ich iu bescheiden hie, wie der herre Dietrîch kom in Hiunischiu rîch. daz geschach in drîn und zweinzec tagen. nû hœret starkiu mære sagen.

138

An dem drî und zweinzigsten tage (nû merket rehte waz ich sage, welt irz hœren gerne) dô kom der herre von Berne in eine stat, diu heizet Gran, er und vümfzec sîner man. dô si kômen in die stat, als man mir gesaget hât, dô wunden si die hende. ‘owê dir, ellende’ sprach der herre Dietrîch, ‘wie gar unerbarmeclîch dû an ze schouwen bist. nû râtet, helde, an dirre vrist, war wir kêren oder gân.’ dô wart siuften niht verlân. ‘nû hân ich weder êr noch guot niwan trûrigen muot.’ dô sprach mit triuwen Hildebrant ze sînem herren dâ zehant ‘wer solt sô clegelîchen und alsô zegelîchen gebâren, als ir, herre, tuot? ir soldet uns herz unde muot hœhen, daz stüende vürsten wol. nû tuot, als ich iu râten sol, und gebâret rehte als ein man, und gedenket ouch daran, daz mit trûren nieman mac sîn leit überwinden einen tac. und merket rehte dâ bî und trahtet, herre, wie dem sî: daz nieman erwenden kan, daz sol man slehtes varn lân.’ dô sprach der herre Dietrîch ‘daz sprichestû sô rinclîch. ein man, der niwan ein hûs verlür und anders dâ bî niht verkür, dem wær dar umbe leide. ich sprich niht, daz ich scheide von liuten und von lande: ob ich nû nimmer schande gewünne unz an mînen tôt, so vergæze ich nimmer dirre nôt. nû schouwe, swie rîch ich gewesen bin, wâ sol ich hînte des êrsten hin? wer siht an mîn edelkeit, od wer hât ieman dâ von geseit? oder waz weiz ieman wer ich bin? swelhez ende ich nû kêre hin, hân ich dâ niht ze bieten dar, mîner edelkeit nimt nieman war.’ mit triuwen sprach dô Hildebrant ‘sîn kan doch nû niht werden phant, ir welt uns, herre, leit erwecken. ir mugetz nû niht errecken, unz daz ez got bedenken wil. er hât genâden noch sô vil und ist umb in alsô gestalt, swenn er wil, sô gwinnet ir gewalt.’ Dâ mit lâz wirz ende hân. si kêrten eine gazzen dan, dâ des küneges hûs was, reht gegen des küneges palas in ein hûs ze einem koufman. nû was ez komen dar an, daz der tac scheiden wolde von hinnen, als er solde. dâ herbergten die ellenden in, als ich der mære berihtet bin. der wirt gegen in dô gie, hêrlîche er si enphie. im wart dô kurzlîche schîn, daz si dâ bî im wolden sîn: er wîste si mit im dan. der wirt was ein guot man, er schuof in allen gemach. dô wart bereit dâ nâch diu spîse ûf die tische, wiltpræt unde vische: dâ mit wart ir wol gephlegen. die vil ellenden degen die heten manege sorge und doch des leides borge. ez legte der herre Dietrîch mit siuften manege clage an sich: die leit er heimlîche der edele und der rîche. dô man die tische het erhân, Hildebrant der getriuwe man der gie zuo dem wirte hin, er sprach ‘schaffer ich bin: welt ir den gelt hînaht?’ er sprach ‘des wirt noch wol gedâht.’ gebettet wart mit râte in eine kemenâte, dâ lâgen si unz ûf den tac. owê, waz man dâ trahtens phlac! si wurden manegen ende enein. dô diu sunn von himele schein, dô stuonden ûf die geste. ‘got vüege uns daz beste, als wir des dürftec sîn.’ Hildebrant sprach ‘herre mîn, nu verzaget an iu selben niht: wizzet daz uns schiere guot geschiht.’ ‘ich tuon’ sprach der Bernære. inner des kômen mære, daz diu küniginne wolde komen. daz hete Hildebrant vernomen, daz ez einer sagte, der vaste dort her jagte. der was ze boten vür gesant. dô neigte sich Hildebrant durch die line unde sprach, dô er den boten komen sach: er sprach ‘junkherre, saget mir, von welher stat rîtet ir?’ der bote im antwurten began und sprach als ein gevüeger man ‘von Etzelburc rîte ich, und hât mîn vrou Helche mich her ze boten vür gesant und rîtet in die stat zehant.’ Hildebrant sprach ‘saget mir, wer kumet her mit ir?’ ‘daz tuot’ sprach der bote hêr ‘mîn herre marcgrâf Rüedegêr und ander recken harte vil, der ich iezuo niht nennen wil.’ dâ mit gesweic Hildebrant. er trôst mit vreuden alzehant die sînen nôtgestalden, die mit im solden alden.

139

In der zît dô daz geschach, her Dietrîch dort her rîten sach vroun Helchen die guoten, die reinen hôchgemuoten. neben ir reit her Rüedegêr, Dietleip von Stîre ein recke hêr, und als ich vernomen hân, Eckehart der Harlunge man. dô leinten sich die recken, die starken und die kecken, durch die line hin ze tal. her Dietrîch sich allez hal, als noch tuot ein schemelîch man: iedoch erblîhte in sunder an Eckehart der mære. ‘ist ditz der Bernære, des muoz mich immer wunder hân.’ dô reit der vil getriuwe man zuo dem hûse alsô nâch, dar umbe daz er rehte ersach, ob ez der Bernære endelîchen wære. do ersach er Wolfharten und den starken Helmscharten und den unverzagten Sigebant. do erbeizte Eckehart zehant und lief îlende dan. daz ersach der reine marcman, Rüedegêr der milte, den tugende nie bevilte. nû sult ir hœren wie er sprach, do er Eckeharten gâhen sach. er dâhte, ditze bediutet mære. dô lief der êrbære in daz hûs nâch im dan, vil vaste er gâhen began. dô was ouch der von Berne (welt ir daz hœren gerne) an einer stiege komen nider. swaz ir ê oder sider bî aller künege tagen gehôrt ie singen unde sagen von vreuden endelîche, daz ist sicherlîche wider dise vreude gar ein wint. Dietrîch Dietmâres kint, âhî wie liebe dem geschach, dô er Eckeharten sach! ensamt si dô giengen, mit armen si sich umbeviengen und kusten sich wol drîzic stunt. dô kom ouch an der selben stunt Rüedegêr der guote. mit vrœlîchem muote er an den vogt von Berne lief. mit vrôem muote er dô rief ‘wol mich hiute und immermêr!’ sprach der marcgrâve Rüedegêr ‘tûsentstunt unde mêr sît gote willekomen her, vogt von Berne und iuwer man, alle die hie bî iu stân und die mit iu komen sint in daz lant: daz ist ze vreuden mir bekant. und sîn ouch hie mit schalle willekomen alle, ich meine iuch, Dietrîches man.’ er lief ieglîchen sunder an und kuste si getriulîche. dô sprach von Berne der rîche ‘genâde, herre Rüedegêr. die genâde mac ich nimmer mêr umb dich gedienn die wîle ich lebe. dar nâch ich immer gerne strebe.’ ‘herre’ sprach der guote, Rüedegêr der hôchgemuote, ‘sagt mir, herre von Berne, daz hôrte ich alsô gerne, wie stêt ez in Rœmisch lant? daz tuot mir, herre, bekant. und saget mir an dirre zît, wie ir von lande gescheiden sît.’ dô kund her Dietrîch nie verlân, do in Rüedegêr vrâgen began, im übergiengen sîniu ougen. des nam war der marcgrâf tougen. im antwurt von Bern her Dietrîch ‘von Berne mac wol heizen ich, wan ich dâ niht ze schaffen hân. mir ist allez daz gewunnen an, daz mir mîn vater Dietmâr unstrîtlîch hete lâzen gar. daz hât mîn veter Ermrîch allez vil gewalticlîch und bin ich gescheiden dan. weder stete noch bürge ich hân, gelt erbe noch lant: als ir mich sehet hie zehant, anders guotes hân ich niht niwan als iuwer ouge siht.’ dô daz Rüedegêr vernam, er sprach ‘owê der grôzen scham, der ich an iu sehen sol. nû gevellet mir daz wol, daz ir mir volget endelîch, milter vogt von Rœmisch rîch. ir sît mir triuwen nâhen. nû lât iu niht versmâhen, ir ruochet hiute von mir nemen (ez sol iu ze nemen wol gezemen) vümfzic guotiu kastellân, diu ich noch wol geleisten kan. dar zuo wil ich dir mêre geben. ich und dû wir sîn ein leben: swaz dir wirrt, daz werre ouch mir.’ ‘alles guotes getrouwe ich dir’ sprach der herre Dietrîch. Rüedegêr schuof heinlîch mit vil hêrlîcher craft dem von Bern und sîner geselleschaft vümfzic phârde (daz ist wâr) und alle die bereitschaft gar, diu dar zuo gehœren solde. von gesteine und von golde hiez er ab sînem soumer wegen: er gap den nôtigen degen aht hundert marc, als man seit, islîchem drîer hande cleit gap der milte Rüedegêr. ‘enphâch ez, edel vürste hêr, von mir in guoter minne. ez sol nieman werden inne dîner armuot an dirre vrist, daz dû sô armer komen bist.’ dô huop sich ein grôz danken mit triuwen âne wanken von dem herren Dietrîch. Rüedegêr der êren rîch sprach, als ich iu sagen sol ‘herre, mir wirt gedanket wol. ich weiz dich wol sô tugenthaft, ganstû mir der boteschaft, vil edel Bernære, daz ich gesage diu mære vroun Helchen mîner vrouwen, ich lâze dich daz schouwen, daz mir durch dich wirt gegeben diu miete, unde sol ich leben, der ich immer vrumen hân: wan si gesach nie keinen man sô rehte gerne alsô dich. des lâ dich rehte an mich.’

140

Gebiten wart dâ niht mêr. von danne gâhte Rüedegêr in den hof ûf den palas, dâ diu vil reine Helche was. vor ir sô stuont her Dietleip und hete vroun Helchen nû geseit diu endelîchen mære von dem Bernære, wie im sîn lant was gewunnen an. vrou Helche weinen began, si sprach vil muoterlîche ‘owê Dietrîche! daz wil ich immer clagen gote. wâ nû ein sô getriuwer bote, der des niht langer bîte und in Rœmisch lant rîte und mir den recken bringe her.’ in der zît kom Rüedegêr. dô in vrou Helche ane sach, nû sult ir hœren wie si sprach. ‘herre Rüedegêr, und weistû niht der vil jæmerlîch geschiht, diu an dem von Berne ist getân? im ist allez daz gewunnen an, und hât daz getân Ermrîch. uchuch, armer Dietrîch, nû sint et grôz dîniu leit.’ ‘rîchiu küniginne gemeit’ sprach der herre Rüedegêr, ‘wir wizzen wol, küniginne hêr, daz ir barmherze sît. nû ruocht vernemen an dirre zît, ich wil iu sagen mære. der edele Bernære der ist komen in Hiunisch lant.’ vrou Helche diu sprach alzehant ‘herre Rüedegêr, seist dû mir wâr?’ er sprach ‘vrouwe, ich liug niht umb ein hâr.’ ‘hâstû in ernstlîch gesehen?’ ‘vrou, ich sol anders niht jehen niwan der rehten wârheit.’ vrou Helche wart der mære gemeit. si sprach ‘getriuwer marcman, sage mir, wâ hâst dû in verlân?’ ‘vrouwe, er ist nâhen.’ dô hiez diu reine gâhen und sprach ‘wol ûf alle die ich hân!’ ir gebot daz wart getân mit willigem muote. vrou Helche diu guote sprach ‘her Rüedegêr, mac ez geschehen, mac ich den recken gesehen? sô wil ich mit iu gâhen, ich wil in selbe enphâhen.’ ‘vrouwe, daz wirt wol getân. ich bringe iu’ sprach der marcman ‘hern Dietrîchen von Berne endelîchen. ir gesâht in nie sô gerne oder iuch sehe der von Berne gerner, daz ist mir wol kunt. er hât iwer gewunscht wol tûsentstunt.’

141

Hie wâren alle die bereit: diu schar was michel unde breit, die Rüedegêre volgten dan. her Dietrîch und sîne man bî handen sich dô viengen, gegen Rüedegêre si giengen. dô dranc man wider man. daz enphâhen wart alsô getân âne valsch ûz ganzem munde. swer gesprechen kunde, der enbôt ez wol den gesten. die ellenden vil wol westen, daz ez mit triuwen wart getân. her Rüedegêr si wîste dan ûf den hof gegen dem sal. vrou Helch gie in der zît zetal an einer stiege dort her mit drîzic vrouwen oder mêr, als si wolde enphâhen gerne den werden künec von Berne. nû sult ir hœrn wie ez geschach. dô vrou Helche ane gesach die ellenden geste, dennoch si niht weste, welhez der Bernære was. ditz geschach vor dem palas. dô winct si Rüedegêren und bat den recken hêren ‘sage mir diu mære, welhez ist der Bernære?’ dô sprach der marcgrâf Rüedegêr ‘vrouwe hêre, daz ist der, der dort ze vordrist an der schar gêt, des sult ir nemen war.’ vrou Helche dô mit zühten gie, wol und hêrlîch si in enphie mit grôzen triuwen in daz lant. vil güetlîch sprach si zehant ‘nû sît hiute gote willekomen! iwer komen ich gerne hân vernomen.’ her Dietrîch sprach ‘gnâde, vrouwe mîn. sælic müezt ir immer sîn, daz ir sô muoterlîche tuot an manegem ellenden recken guot.’ mit zühten sprach dô Rüedegêr ‘nu enphâhet, küniginne hêr, die sînen reckn in iuwer lant. mir ist daz wærlîch wol bekant, si sint gruozes vil wol wert: wan si sint helde dâ man ir gert.’ vrou Helche dô niht mêre sweic, den recken güetlîch si neic und bat si willekomen sîn. her Hildebrant sprach ‘gnâde, vrouwe mîn.’

142

Dâ mit vrou Helche danne gie. her Rüedegêr den Berner vie bî handen unde wîste in dan. dô giengen nâch sîne man über hof ûf den palas. daz ezzen nû bereit was. geriht stuonden die tische, wîze semel und guot vische, dâ bî manic guldîn schencvaz, dar inne wîn und môraz. hie mit wart wazzer gegeben. Rüedegêr gebôt an sîn leben der küniginne schaffære, daz allez daz bereit wære, dâ mit man die geste wol ze wirden weste. an daz hôhgesidel dan wîste Rüedegêr der marcman den vogt Dietrîche und phlac sîn hêrlîche. die wîl man ob dem tische saz, vrou Helche selten ie vergaz des herren Dietrîches und darzuo Rœmisches rîches, si clagte sêre sîniu leit. si sprach ‘owê der arbeit, diu iu âne schulde ist geschehen! und solte ich noch den tac gesehen’ sprach diu tugentrîche, ‘daz mir von Ermrîche ein leidez mære quæme! swer im den lîp benæme, der gewunne des sünde cleine: wande er ist unreine.’ dô sprach der vogt von Berne ‘daz mær hôrt ich ungerne, daz in ieman slüege wan ich. und sol ich noch gerechen mich, dar umb wolte ich Rœmisch lant verclagen und mich dest armer betragen.’

143

Als man dô hete gezzen, die ellenden vil vermezzen, die stuonden von den tischen dan. her Dietrîch dô sprechen began zuo der küniginne mit wîslîchem sinne ‘vrou künigin von Hiunisch lant, ruochet vernemen nû zehant, wes ich ellender ger. ich bin komen ûf genâde her, ûf iuwern trôst in disiu lant. vrouwe, nû sît durch got gemant, daz alle ellenden hânt ziu trôst: und sol ich von sorgen werden erlôst, daz muoz an iwern genâden stân. nimêr trôstes ich nû hân niwan des künic Etzel unde iuwer. sol ich immer werden tiuwer, daz wil ich dienen, als ich sol, umb in und umb iuch vil wol.’ vrou Helche getriulîchen sprach ‘her Dietrîch, allen den gemach, den ich immer genden kan, der wirt iu von mir getân: und wil des gerne vlizec sîn, daz Etzel der herre mîn iu daz beste immer tuot. dar umb habt niht zwîvelhaften muot: wand ich weiz wol, swes ir gert, daz iuch des Etzel gewert.’ alsô sprach diu stæte. ‘ob Etzel den muot niht hæte, daz er iu ze dienste wære, dêswâr her Bernære, so ist Etzel mir dannoch sô holt, swes ich in bite, daz er daz dolt. nu gehabt iuch, edel vürste, wol. tuot als ein man sol und claget niht ze sêre. habt ûf mir’ sprach diu hêre, ‘ich gehilfe iu rechen iuwer leit. daz sî iu vür wâr geseit.’ er sprach ‘genâde, liebiu vrouwe. alrêst ich an iu schouwe, daz ir der ellenden trôst sît mit reiner helfe alle zît.’ si sprach ‘nû habt niht zwîvel dran, die wîle ich iht guotes hân, daz wirt iu geteilet mit: des entwîche ich nimmer einen trit. nu belîbet âne sorgen. ez kumt hint ode morgen der künic Etzel zuo uns her, des zwîvelt niht mêr. ich weiz wol, daz er iuch gerne siht: des missage ich niht. er hât lange gewunscht dîn. dir sol daz niht zorn sîn, daz ich dir dû spriche: dar an ich niht zebriche dehein mîn êre noch mîn zuht. wan dû hast her zuo mir vluht.’ Rüedegêr der tugenthaft sprach mit tugentlîcher craft ‘diu muoter müez immer sælec sîn, von der uns ie wart schîn sô hôhiu triuwe unde guot, als ir, vrouwe hôchgemuot. sælic müeze sîn der tac, dâ iwer geburt ane lac! daz was uns ein hôher trôst: wand iuwer tugent hât erlôst vil manegen ellenden man. alle die müezen vreude hân, die ie kômn in iuwer lant. iwer herze und iuwer gebende hant und iuwer tugent manicvalt, diu vreut vil manegen recken balt.’ vrou Helche diu tugentrîche diu sprach ze Dietrîche ‘und habt ir, vürste hôchgeborn, alle iuwer veste gar verlorn?’ er sprach ‘vrouwe, leider ez ist wâr. ich hân als grôz als umb ein hâr ninder gewalt ûf Rœmisch erde. sehzec stete vil werde die sint mir alle gewunnen an. dennoch ich verloren hân vil manege burc hêrlîch: daz hât allez Ermrîch.’ vrou Helche sprach an der stat ‘des mac noch werden guot rât. dar umbe solt dû niht verzagen. dir vüeget got in kurzen tagen, daz dû gerichest dîne nôt, ez sî daz Etzel sterbe tôt.’

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Nû habt ir hie mit vernomen. in der vrist was Etzel komen mit einer hêrlîchen craft. im volgte ein schœniu ritterschaft die er geleisten mohte wol. nû hœrt waz ich iu sagen sol. dô sagt man vrou Helchen mære, daz der künic komen wære. si sprach ‘daz mær müez sælic sîn: ich sihe gerne den herren mîn.’ si sprach ze Rüedegêren, ze dem edelem recken hêren ‘nû ginc ze Dietrîche und vrâge in heinlîche, ob er deheinen gebresten habe: des rihte in guotlîchen abe. hât er dehein armuot, sô nim, edel helt guot, die zwelf soumære und büeze im sîne swære. den ellenden daz guot nâch ungemüete sanfte tuot. dâ sint inne, wæn ich, ûf den soumæren, dô ich mich von hûse huop, helt starc, dô hiez ich nemen zwelf tûsent marc: die gip dem von Berne und bite in daz erz gerne von mir ruoche enphâhen und irnz niht lâze versmâhen.’ ‘ich tuon’ sprach her Rüedegêr. er beite hie mit niht mêr, er gie vil balde zehant, dâ er die camerære vant und nam daz golt und daz guot.

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Haupttext der Ausgabe Ernst Martin, Berlin 1866, Druckseiten 136–215. Historische Schreibung, Interpunktion und Absätze sind erhalten. Variantenapparat und Anmerkungen gehören nicht zu diesem Haupttext. Die menschliche Schlussprüfung vor dem Buchsatz steht noch aus.

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Rüedegêr der hôchgemuot, er brâhte ez baltliche dem herren Dietrîche. als er den vogt von Berne sach, Rüedegêr der milte sprach zuo dem recken alzehant ‘herre von Bern, dir hât gesant mîn vrou Helche ditze guot. dû trœste, helt, dînen muot. dir heizet mîn vrouwe sagen, si welle dîn leit mit dir tragen.’ her Dietrich sprach von Berne ‘ich wil immer dienen gerne mîner vrouwen hulde, alles guotes übergulde, des si ie hât gephlegen gegen mir und an manegem degen: swâ ich daz niht gedienen kan, dâ bite ich mâge unde man daz si ir dienstes sîn bereit. si hât mich brâht von arebeit.’

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In der zît gie Etzel ûf den sal und ouch die ritter überal, die hôhsten und die besten, die starken nôtvesten, die tiursten die Etzel mohte hân. der het er mêr denne ie künec gewan. welt ir, die wil ich iu nennen: ir muget si wol erkennen. die schuofen dick wol Etzeln dinc. daz was der starke Îrinc und daz ander her Blœdelîn, und von Elsentroy her Erewin, daz vierde was her Îsolt, dem was der künic Ezel holt, daz vümfte Gotel der marcman, von Antioch her Îmiân, Pitrolf der Stîrære, Sintram der gewære, Palther unde Paltram, Nuodunc der lobesam, Norpreht von Bruovinge, Helphrîch von Lutringe und von Lunders Helphrîch, von Kriechen her Dietrich und Wîgolt der guote, Sturmgêr der hôchgemuote. swaz ich iu der helde hân genant, daz wâren vürsten allesant, als ich vür wâr hân vernomen. die wâren hin ze den Hiunen komen durch der reinen Helchen guot und durch ir tugentlichen muot und durch die êre dies in bôt: si half in dicke ûz maneger nôt.

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Nû ist ez komen an daz zil, als ich iu nû bescheiden wil, daz der künic Etzel wol enphangen wart, als man sol einen rîchen künec von rehte enphân. her Dietrich und sîne man und ouch der marcgrâf Rüedegêr die giengen mit einander her, dâ der künic rîche saz. dô was ouch Etzeln kunt daz, daz der Bernære ûf dem hove wære. dem hete vrou Helche nû geseit umb den recken vil gemeit. si hete dem künege kunt getân, wie dem Bernær was gewunnen an stete bürge unde lant. si sprach ‘her Etzel, wis gemant durch die künicliche êre dîn und lâz dir ez leit sîn: wand er ist ûf dîn genâde komen in dîn lant, daz hân ich vernomen. nû maht dû wol sîn sæliclîch, sît ein sô hôher künic rîch ûf genâde ist komen in dîn lant und gern wil warten dîner hant. du gewunne nie bî dînen tagen (daz wil ich dir vür wâr sagen) sô edele dienære, als den Bernære. nû wil ich ein anderz mezzen unde wil des niht vergezzen: die hôhen recken, die er hât, der manheit an maneger stat hie und dort ist wol erkant. sîn ist getiuwert immer mêr dîn lant und elliu dîniu rîche, behaldestû Dietrîche.’ Etzel sprach ‘vrouwe mîn, er sol mir wol bevolhen sîn.’

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In der zît kom her Dietrich. vrou Helche diu küniginne rîch sprach zem künege ‘sich wâ er gât!’ der künic Etzel spranc ûf an der stat, alsô tâten alle sîne man. der künec lief den Bernære an: vil lieplîche er zuo im sprach, dô er in dort her komen sach, ‘vogt von Berne, nû sît ir gote willekomen unde mir, alsô sîn alle iuwer man. daz ich iuch nû gesehen hân, daz ist ze vreuden mir bekant und ze hôhen sælden gewant.’ bî handen si sich viengen, ensamt si dô giengen sitzen ûf daz gesidele hin. vrou Helche diu künigin neic dem Bernære. des dancte ir der gewære. des herren Dietrîches man die wurden ungegruozt niht lân von der werden ritterschaft. man bôt in mit êren solhe craft, daz si ez heten wol vür guot. Etzel wart hôchgemuot durch sîne liebe geste. er erbôt in daz beste, mit vreuden si sâzen. dar under si niht vergâzen, Etzel vrâgte der mære den edelen Bernære. ‘herre von Berne, tuot mir kunt und lât mich hœren hie zestunt, wie ez ist ze disen dingen komen, daz iu sô slehtes ist genomen von Ermrîch iuriu lant?’ dô sagt im her Dietrich zehant vil bescheidenlîche, wie ungetriuwelîche Ermrîch mit im umbegangen was. über al des küneges palas mohte daz nieman verlân, sine weinten, dô der junge man sô jæmerlichen sagte. vil tiure man in clagte. Etzel sprach ze dem Bernære ‘nû lât alle iure swære. sîn sol guot rât werden. ûf aller der erde, die ich noch ze gewalte hân, dar zuo mâge unde man, die vüert gewalticlîche’ sprach er ze Dietrîche ‘swelhez ende ir selbe welt. ich hân sô manegen biderben helt, die wol geturren strîten: die heize ich mit iu rîten. ich wâg allez daz ich hiute hân und swaz mir mîn vater hât verlân, daz muoz geligen nider od ir gewinnet Rœmisch lant wider.’ ûf stuont der künec von Rœmisch lant und neic Etzeln nider unz ûf die hant.

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Dâ mit daz mær wart hin getân. man huop die kurzewîle an mit tanzen ûf dem palas. allez daz dâ indert was, daz hete vreude und hôhen muot, als man ze hove gerne tuot, ân der Bernære der clagte sîne swære und hal doch sînen ungemach. vrou Helche daz allez vil wol sach und marhte daz vil tougen. si sach daz sîniu ougen ofte und dicke truobten, sîniu leit sich dicke uobten mit maneger ungebære, mit siuften und mit swære, der er vil in sînem herzen truoc: und gehabte sich doch wol genuoc, ab niwan den liuten ze sehen. vrou Helche begunde ez vil wol spehen und nam sîn ofte heimlîch war. dô diu kurzewîle gar genam ein ende ûf dem sal, dô gie her Dietrich ze tal an einer stiege und Hildebrant, Hûnolt und her Sigebant. vrou Helche wincte tougen Rüedegêre mit den ougen ‘nû gâhe, helt guote, mit unverzagtem muote und brinc den Bernær mit dir und heiz in komen her ze mir.’ Rüedegêr gâhte sâ zehant, dâ er den Bernære vant. her Dietrich gên dem marcgrâven gie, bî handn ietweder den andern vie: si giengen mit einander dan. swaz schimphes ie der marcman begie od begunde, dâ bî was zaller stunde unvrô der Bernære: sîn vreude was sîn swære.

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Her Dietrich was ze hove brâht. nû wart ouch ezzens dâ gedâht. ez was nû komen dar an, daz der tac was zergân. Etzel und her Dietrich die sâzen ensamt hêrlich. vor den tischen hôrt man singen, ûf durch den palas clingen: maneger kurzewîle was dâ vil, maneger hande seitspil man dâ hôrte über al den sal. si wâren dâ vrô über al ân alein her Dietrich, der gehabt sich trûreclich. als man die tische hete erhân, Etzel sprechen dô began ‘herre von Bern, wie tuot ir sô? mich dunket, ir sît unvrô. gebâret manliche, helt her Dietrîche: ir müezt in kurzen zîten wider heim ze lande rîten.’ ‘herre, daz kan nimmer ergân, ich müeze iuwer helfe hân.’ dô sprach Etzel zehant ‘her Dietrich, des habt ûf mir phant. ich wil iu sagen mînen muot: verzaget niht, edel helt guot. ich wil iu sagen, vogt von Berne, welt ir heim ze lande gerne, daz tuot mir endelichen kunt. ich wil iu lâzn in kurzer stunt zwelf tûsent wîgande ûz Hiunischem lande.’ vrou Helche balde ûf stuont, als noch die reinen vrouwen tuont, die noch barmherzec sint. si sprach ‘rîchez Botelunges kint, dû hâst ein tugent hiute getân, des dir vrouwen unde man immer dankent gerne, daz dû den vogt von Berne in dîn genâde hâst genomen. daz sol dir ze hôhen êren komen. ich sihe wol, daz dû triuwe hâst: swer dir getrouwet, daz dû den niht lâst.’ ‘vrouwe, ich wil daz immer gerne tuon. vür disen tac vride noch suon gewinnet nimmer mêre, vil edeliu vrouwe hêre, von mir der künic Ermrîch: des sît gewis, her Dietrich.’

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Hinvür trat her Rüedegêr. ‘urloubes ger ich, künic hêr, und bite daz ez dîn wille sî. ich wil dem vogt von Berne bî gestên und alle die ich hân. mir wartent noch zwei tûsent man, mit den wil ich rîten, dem Bernær helfen strîten ûf den künic Ermrîch. des hân ich reht, her Dietrich.’ hinvür trat von Lunders Helphrîch und von Kriechen her Dietrich. si sprâchen ‘vogt von Berne, wir wellen helfen gerne, dir ze retten dîniu lant. wir weln dir vüeren alzehant vier tûsent edeler degene.’ dô dancte in der bewegene. dô sprach von Stîre Dietleip ‘dir wirt dîn schade widerleit. ich wil dir bringen, ob ich kan, anderthalp tûsent mîner man, und sint daz allez ziere degen. wir haben uns durch dich bewegen, wir wenden alle dîne nôt, od ich gelige in dînem dienste tôt.’ dô sprach Îrinc und Blœdelîn und von Elsentroye Erewin ‘vogt von Berne, ruochet ir, vier tûsent recken zier die welle wir iu bringen mit helmen und mit ringen.’ her Dietrich sprach ‘gerne ichz dienen wil. der helfe dunket mich ze vil, wand ich ez niht gedienet hân. ir sult aber ûf mînen triuwen hân, ich gediene ez, unde sol ich leben. ich wil iu des mîn wârheit geben: swer durch mich kumber dolt, der neme mîn dienst dar umbe ze solt.’

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Welt ir die helfe hœren gerne, die der herre von Berne gewan ze helfe in Hiunisch lant, daz tuon ich iu kurzlîch bekant: vier und zweinzec tûsent man mit den die im Ezele hete lân. vrou Helche diu vil reine sprach ‘herr, diu helfe ist noch ze cleine gegen dem künege Ermrîch. sîn untriuwe vürhte ich vreislich.’ Etzel sprach ‘vrouwe mîn, mac der helfe niht genuoc sîn, sô schicke wir im mêre der edelen recken hêre.’ vrou Helche sprach ‘des wirt guot rât, sit er dînen willen hât.’ der hôhe Dietmâres zart alrêste hie mit vrô wart und nam ein ende sîn swære. der hôhe Bernære gerte urloubes hie. ze herberge er dâ mit gie, im volgten vrœlîch sîne man. vrou Helche trahten began umbe helfe in ir muote von Berne dem helde guote.

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Alsô diu naht dô zergie, (nû hœret niuwiu mære hie) reht als der tac wold ûf gân, dô kom Amelolt der getriuwe man selb zwelfte ûf den hof gerant. er was gestrichn von Rœmisch lant zwelf naht und zwelf tage: ez ist wâr daz ich iu sage. er erbeizte vor dem palas. dannoch ez sô vruo was, daz nieman ûf was gestân niwan der milte marcman. Amelolten ersach her Rüedegêr. dem marcgrâven wart sô ger, daz er harter lief danne er gie. Amelolten lachende er enphie und kuste in vriuntlîch an den munt. Amelolt der sprach dâ zestunt ‘wâ ist mîn her von Berne? den sehe ich harte gerne.’ ‘den zeige ich dir’ sprach Rüedegêr. ‘tuo mir kunt, getriuwer recke hêr, weist dû iht guoter mære ze sagen dem Bernære?’ ‘guotiu mære diu weiz ich. liep und leit jaget mich.’ Rüedegêr nam in an die hant, er vuorte in dâ er balde vant den Bernær unde sîne man. Rüedegêr ruofen began ‘wol ûf, vogt von Berne, ir muget hœren gerne: iu sint diu liebsten mære komen, diu ir vor lange ie habt vernomen.’ hern Dietrich ditze mære betwanc, baltlîch er gegen der tür spranc. dô er die tür ûf enslôz, sîn vreude wart wunschlichen grôz: liep und leit im geschach, dô er Amelolten sach. ‘wol mich des tages und der zît! dîn kunft mir leit und liebe gît. sage mir’ sprach der Bernære, ‘getriuwer recke vil gewære, des mac ich niht rât hân, wie hâstû Garte verlân? ich vürhte des, ez sî gegebn.’ ‘ez enist, sam mir mîn leben. ich sage iu daz ir hœret gerne: ich hân gewunnen wider Berne. nû strîchet mit samt mir dar ê daz wir verliesen gar.’ vor vreuden lacht her Dietrich. ‘Amelolt, nû hâstû mich von aller mîner nôt erlôst. nû habe ouch dû von mir den trôst, sol ich und dû gesunt leben, des wil ich dir mîn triuwe geben, ich getuon zuo dir die êre, des dû hâst vrum immer mêre. Triente unde Prissân daz solt dû dir vür eigen hân, den Nônes und daz Intal, daz sî dîn eigen über al: Potzen unde Garte dir eigenliche warte: und swann dîn nimmer müge sîn sô sî daz guot der kinde dîn.’

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Dâ mit was ez nû dar an komen, als ich vür wâr hân vernomen, daz ez was worden hôher tac. nû hœret wes man dô phlac. dô was der künec ouch ûf gestân, er und ander sîne man. dô gâhte dort her Rüedegêr. nû gruozte in der künic hêr ‘weist dû iht niuwer mære?’ ‘jâ’ sprach der êrbære, ‘niuwiu mær hân ich vernomen. boten sint dem Bernære komen, daz Berne die guoten stat Amelolt wider gewunnen hât, und ist der recke selbe hie.’ in der zît dort her gie vrou Helche diu guote. mit vrœlîchem muote sprach Etzel dô zuo ir ‘vrouwe, nû gebt miete mir: ich sage iu niuwiu mære. ez hât der Bernære wider gewunnen Berne.’ daz hôrt vrou Helche gerne. si sprach ‘wer hât dir daz geseit?’ ‘vrouwe, ez ist diu wârheit. mir hât Rüedegêr kunt getân, der hât gesehen den man, der die hêrlichen stat selbe gewunnen hât.’

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Hie mit disem mære gie ouch der Bernære über hof dort her. gebiten wart dâ nimêr von dem edelen künege rîch, er gruozte den herren Dietrich und Amelolt den küenen man. er sprach ‘dû hâst wol getân an dînem herren, Amelolt. er sol dir sîn mit triuwen holt. nû sag an, helt, ze dirre vrist, wie ez dar zuo komen ist, daz dû die stat gewunne?’ dô sprach der versunne ‘herre, daz wil ich iu sagen. eines morgens, dô ez wolde tagen, dô hete sich Ermrîch erhân gegen der stat ze Brissân ûz der stat ze Berne. ir mugt ez hœren gerne: daz was ab mir des nahtes kunt getân, daz Ermrîch wold gein Brissân. dô nam ich zuo mir hundert degen und huop mich dâ mit after wegen und legt mich bî naht in eine huote. dô sach ich’ sprach der guote, ‘dô ûz der stat Ermrîch reit, dô vuorte er helde unverzeit, daz ich in torste niht bestân. ich muoste in vür sich rîten lân. Ermrîches vanen ich an gebant, dô kêrte ich gegen der stat zehant. die Ermrîch ze huote hete lân, die wânden, wir hôrten si an: ûf wart uns getân diu stat. nû hœrt wie ez sich gevüeget hât. offen stuont daz bürgetor, des was uns nieman vor. do erbeizte wir und giengen în. wir liezen nieman komen hin, wir sluogen swen wir vunden. wir gewunnen in kurzen stunden die stat und allez daz dâ was. nieman dô vor uns genas. alle die Ermrîch gehôrten an, den muoste ez an ir leben gân. wir sluogen in der selben zît ê daz ende næme der strît vier hundert man Ermrîchen, daz wizzet sicherlichen. dâ mit bin ich gestrichen dan. Alpharten hân ich verlân in der stat ze Berne. wil mîn herr nû gerne behalten die veste, sô gâhe heim, daz ist daz beste, und bringe ouch mit im sô vil dar der biderben, (ich sag iu vürwâr) ob er behalten wil die stat: Ermrîch sîn samnunge hât.’ ‘Daz geschiht wol’ sprach her Dietrich. dô gie der recke hêrlich vür die milten Helchen stân. ‘vrouwe, ich wil urloup hân: ich wil gên Berne rîten, ich mac niht mêr gebiten.’ si sprach ‘war umbe ist dir sô gâch? wie kumt daz her dann hin nâch?’ ‘vrouwe, swie ir selbe welt: ich muoz dâ hin’ sô sprach der helt. ‘sit dû niht langer wil bestân, sô soltu niht angest drumbe hân: ich schicke dir ze dîner wer ein vil hêrlichez her, ob ez dir niht versmâhet. daz her nâch dir gâhet sô ez baldiste mac. des gibe ich dir einen tac über sehs wochen oder ê. dar umbe zwîvel dû niht mê.’

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Urloup der von Berne nam, sîne recken tâten sam. nû wil ich iu bescheiden hie, waz tugent vrou Helche an im begie. si liez an den zîten vümf hundert recken rîten mit dem Bernær von dan. nû ist diu reise gehebt an umb den herren Dietrich. der stricht dâ hin gên Rœmisch rîch vil vaste ze sînem lande. hie liez er Sigebande und den küenen Wîcman bî dem here dâ ze Gran. der von Berne gâhte vaste die mîle und die raste, er streich naht unde tac, deheiner ruowe er drunder phlac. er kom reht an dem zwelften tage (vür wâr ich iu daz mære sage) in die stat ze Berne. dô sâhen in vil gerne die sînen vil getriuwen man, die er hinder sîn hete verlân. arme unde rîche den herren Dietrîche mit triuwen wol enphiengen. ensamt si alle giengen in den hof ûf den sal. si wâren vrô dâ über al. vrœlîch sprach her Dietrich ‘herre got, nû hâstû mich in ganze vreude wider brâht. nû was mir des vil ungedâht, daz Berne unde Rœmisch lant mir immer wurde bekant. ich sihe wol, der dir getrouwet, daz er vil wol gebouwet an allen sînen sachen. dû kanst wol krump sleht machen.’ hie mit man trahten began, wie man die veste mohte hân. des wurdens schiere über ein. ‘mîn sorge ist ringe unde clein’ sprach der junge Amelunc. ‘mîner vreuden ursprunc muoz nû hôhe gestân, sît daz ich Berne wider hân. wil got der hôhe und der rîche, ich gewinnes mêre sicherliche, daz mir hât Ermrîch genomen. sit ich ze Berne bin bekomen, mir môhte ouch werdn in kurzer vrist, daz mir noch vil verre ist.’

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Nû was ouch daz niht verdeit, ez wart vil baltlîch geseit über al daz lant mære, daz dâ ze Berne wære her Dietrich unde Hildebrant. daz mære wart Ermrîch bekant. daz was im leit und ungemach, nie sô leide im geschach. dô Ermrîch hete vernomen, daz der von Bern was widerkomen, und ouch daz Berne was verlorn, des wart vil grimme sîn zorn. ûz tobendem sinne er dô sprach ‘nû lât iu allen wesen gâch und sit dar umbe alle gebeten und rîtet von steten ze steten und gebietet bî den hulden mîn und heizet alle die ûf sîn, mâge liute unde man und die von mir iht wellen hân, daz die komen alle mit gewalticlichem schalle zuo der stat ze Prissân: dâ wil ich samenunge hân. und gebiet, swer ez dar über lât, daz ez dem an sîn leben gât.’ Ermrîches boten gâhten sêre. si vermiten daz niht mêre, si strichen vaste über lant. si tâten die hervart bekant vriunden unde gesten. si strichen von vesten ze vesten und hiezens komen in kurzer stunt und tâten endelichen kunt, wâ si Ermrîchen vunden sicherlichen. hie mit disen sachen begunden sich ûf machen arm und rîch über al daz lant. daz her daz seic alzehant rehte gegen Brissân, dâ hin in hete kunt getân der mehtic künic Ermrîch. daz her daz wart sô eislîch und ouch diu grôze hervart, daz nie deheiniu grœzer wart ûf Rœmischer erde. sich samten dâ helde werde.

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Nû hœrt wie uns daz buoch las. die wîl diu samenunge was vor der stat ze Brissân, dô satzt sich wider Meilân und kêrtn an den von Berne. nû sult ir hœren gerne, wer der stat gewaltic was. ein herzoge, der hiez Tidas, dem was diu stat undertân. der mohte wol mit vollen hân tûsent recken ode baz, rehte sult ir wizzen daz. er was ein hôchgevriunter man. die helde ich wol genennen kan, die bî im wâren in der stat, als man mir gesaget hât. dâ was der starke Sabene und Friderîch von Rabene, Berhther unde Starkân, von Ôstervranken Herman und manic edeler helt balt, die ellens hêten gewalt, die man nimmer sach verzagen, die tâten manheit bî ir tagen.

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Nû gêt ez an ein ahten. ich sage iu daz betrahten, daz Tidas tete und sîne man. er sprach ‘ir held, nû grîfet an und râtet hie zuo alle: ob ez iu wol gevalle, daz hôrte ich von iu gerne. wen sende wir gein Berne ze mînem herren Dietrich, der im sage wærlich, daz wir an in gekêret hân mit der stat ze Meilân, und im sage endelichen gar, welle er, wir kumen dar. trahtet, wer der bote müge sîn, der dem lieben herren mîn diu mære tuo kunt al zehant.’ ‘ez ist nieman baz dann Volcnant’ sprach der herzoge Friderîch. daz dûhte si guot al gelîch. Volcnant der versunnen wart schiere dar gewunnen. im wart diu boteschaft geseit. des was Volcnant bereit, wan er reit et vil gerne die reise gegen Berne. snelle er gevertiget wart von Meilân ûf die vart. er kunde die rehten mâze: er vermeit alle strâze und streich die wilde über lant. vaste gâhte Volcnant. der reise er sich gar bewac. er streich unz an den vümften tac. er lie sich nider ûf haben unz rehte ze Berne ûf den graben. swer im die wîle wider reit, dem wart vil cleine geseit.

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Nû sult ir hœren sicherlich, in der vrist was Ermrîch diu mære drâte kunt getân, daz wider in wære Meilân und rihte sich gên im ze wer. dar kêrte er und daz starke her.

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Nû wil ich iuch wizzen lân, wie Volcnant der küene man kunt tete dâ diu mære dem edelen Bernære.

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Ein degen heizet Volcnant, der kom ze Berne vür gerant. ‘nû wol ûf, herre Dietrich, sêre riuwestû mich. dir hânt die Ermrîches man sô vil ze leide getân. si ligent ûf dîner marke, si brennent dich vil starke. nû lœse wîp unde kint, die mit vil grôzen nœten sint. nû wol ûf, degen hêre, als liep dir sî dîn êre! dû solt dar umbe niht verzagen. ich wil dir endeliche sagen’ sprach Volcnant ze dem wahtære, ‘nû wecke den Bernære dû sage den unverzagtem man, er hât wider Meilân.’ der wahter gâhte in den sal, er rief daz ez lûte erhal ‘wol ûf, edel Dietmâres kint, boten an dem graben sint, die sagent starkiu mære.’ dô wahte der Bernære und ouch die recken über al, die bî im lâgen ûf dem sal. man dâ wider man dranc. ahî, wie der Bernære spranc gegen der porte an daz tor! dâ hielt der recke Volcnant vor. diu porte wart balde ûf getân, Volcnant wart in verlân. als in her Dietrich an gesach, vrœlîch er zuo im dô sprach ‘gote willekomen, Volcnant!’ ‘genâde, herre’ sprach der wîgant, ‘nû sît ouch ir got willekomen. wol mich, daz ich hân vernomen, iuwer stimme und iuwern munt. daz ist mir ein sæligiu stunt.’ her Dietrich sprach ‘got lône dir. herre Volcnant, sage mir, waz sint diu mære diu dû sagest? daz dû alsô sêre jagest, daz diutet etlich wunder. daz tuo uns kunt besunder.’ ‘herre, ich hân iu mære brâht.’ hie wart swîgens gedâht. Volcnant huop ûf unde saget dem edelen vürsten unverzaget ‘herre, ir habt wider Meilân. Tidas und ander iuwer man die sint alle dar inne. nû merkt in iuwerm sinne, waz si iu enboten hânt: daz sage ich iu’ sprach Volcnant ‘vil getriulichen gar. welt ir, si koment iu vür wâr, herre mîn von Berne. nû sult ir hœren gerne, waz si iu helfe bringent. vil sêre si an iuch dingent. ich wil iu nennen, wer si sint, edel Dietmâres kint. iu kumt der starke Sabene und Friderîch von Rabene Strither unde Starkân und von Ôstervranken Herman, her Stûtfuhs von Rîne, von Metzen Ortwîne, von Pôle mîn her Perhtram, der kumt und her Elsân und der küene Sigebant, Randolt und her Schiltrant und der küene Sigehêr, Eckenôt der kumt ouch her. sô habt ir Wolfharten und den küenen Helmscharten: sô habt ir ouch bî iu Nêren, ez welle denne got verkêren: Amelolt und Alphart die bêde sint an dîner vart, Hilprant unde Herebrant die beide helde zehant die helfent dir vil starke ze retten dîne marke.’

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In der zît dô daz geschach, einen boten man dort her strichen sach. den hete vrou Helche gesant dem herren Dietrich in sîn lant dar umbe daz er im sagete, daz er die wîle niht verzagte, unz daz daz her quæme. der bote der wart genæme. der Bernær wart herzenvrô, dô er den boten sach dô, gegen im er vrœlîchen gie, baz danne wol er in enphie. ‘gote willekomen, Baltran. sage an, wâ hâstû verlân daz her von Hiunisch marke?’ dô sprach Baltram der starke ‘herre, die recken ziere die koment iu gewislîch schiere, dar umb sult ir niht sorgen. ir sehet si benamen morgen mit einem grôzen schalle hie ze Berne alle. und wil iuch des niht verdagen, ich wil iu liebiu mære sagen. in der vrist und ir rîtet dan, dô kômen ahte werde man. daz sî iu vür wâr bekant, die hât ouch iu vrou Helche gesant. daz eine daz ist Liudigêr und Liudegast ein recke hêr, die bringent iu die kecken wer. iu kumet von Lengers Walther und Hagen der vil starke, und kumt von Pôlân ûz der marke Hornboge der mære. vil edeler Bernære, iu kumt Hiuzolt von Priuzen und Hertnît von Riuzen, von Antioch künic Îmiân und Gotel der marcman, her Îrinc und her Blœdelîn und von Elsentroye Erewin, Bitrolf der Stîrære und Dietleip der mære. sô bringt iu vil der schilde Rüedegêr der milde. ez kumt Nuodunc der hôchgemuot und Îsolt ein helt guot: ez kumt von Kriechen her Dietrich und von Lunders Helphrîch. die recken unverzeit die bringent schare breit. nû hœret, künec von Rœmisch lant, sô hât iu mîn vrou Helche gesant vier und zweinzec tûsent man: die sult ir besunder von ir hân.’

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Dirre starken mære wart vrô der Bernære. er enbeit kûme, daz diu naht den anderen tac brâht. dô er den tac gelebte, der vogt von Berne gebte vil manegen meidem unde marc. diu edelen kastellân starc gap er den edelen recken und mante sêr die kecken, daz si im hulfen sîniu lant retten mit ellenthafter hant.

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In der zît dô kômen mære. ‘wol ûf, her Bernære, und heizt rihten die burc ze wer: dort siget her ein creftec her.’ dô sprach der starke Baltram ‘herre, daz sint die Helchen man, die iu ze helfe sint gesant. daz ist mir wærlich bekant. si sigent vast mit scharen her: die vanen vliegent entwer.’ als daz her Dietrich hete vernomen, er sprach ‘die sîn gote willekomen. nû wol ûf, helde vil gemeit!’ her Dietrich ûz der stat dô reit. im volgten vier hundert man. er wolt die geste wol enphân.

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Nû habt ir hiemit wol vernomen. nû was ouch daz her komen zuo der stat sô nâhen, dazs her Dietrich wolde enphâhen. dô sprach der marcgrâf Rüedegêr ‘dort rîtet des landes vogt her: nu erbeizet nider alle!’ daz geschach mit einem schalle. her Dietrich und sîne man die liefen lieplîchen an die hôhen werden geste. diu vreude wart sô veste bêdenthalp zwischen in getân. dô wart nieman ungegrüezet lân. dô herbergt man ûf daz velt. man hiez dô geben wider gelt spîse, trinken ungezalt. der schal wart grôz manicvalt. si heten creftige maht, der liute den hort dar brâht.

168

Dô diu naht zuo steic, ein bote dort über velt her seic. den hete Iubart von Latrân dar gesant von Meilân, der sagte dem Bernære diu starken niuwen mære. alsô der bote komen was, dô stuont er nider ûf daz gras. her Dietrich in dô wol enphie: dô dancte im der bote hie. er sprach ‘herre von Berne, wir sæhen iuch harte gerne. wir sîn et vaste besezzen. Ermrîch der vermezzen der stürmet sêre alle tage. nû merket rehte waz ich sage. ez sî iu liep oder zorn, kumt ir niht schier, sô habt ir vlorn die stat und al die drinne sint. man tœtet wîp unde kint. wir sîn vil gar nâch alle verzagt. nû sî iu, her, vür wâr gesagt, swie dû verliusest Meilân, des muost dû immer schaden hân.’ ‘daz sul wir vil wol bewarn. sô sul wir ê dar varn und die stat dâ retten, daz velt mit tôten betten. nû wol ûf, mâge unde man, und gedenket alle dar an, daz ir mir triuwe habt gegeben. swer durch mich êre unde leben hiute wâgt in dirre nôt, umb den diene ichz unz an mînen tôt.’ dô sprach der marcgrâf Rüedegêr ‘wir sîn umb daz bekomen her, ich und mîne gesellen, daz wir wâgen wellen beidiu lîp unde guot durch dich, vürste hôchgemuot. nû ahte daz, helt Dietrich, edel künec von Rœmisch rîch (daz ist dir ouch daz beste) wie dû lâzest dîne veste.’ ‘daz hân ich gahtet schiere’ sprach von Bern der ziere. ‘hie ze Berne sol bestân Starcher unde Elsân und ouch ir helfære’ sprach der Bernære, ‘an die wir uns mugen lâzen ûf stîgen und ûf strâzen.’

169

Daz wart hie mit snelle getân. Wolfhart der küene man sprach als ein unverzagter degen ‘wir solden stunt sîn after wegen zuo den vînden ûf daz wal. rotiert iuch, helde, über al und vreut iuch dirre reise: wir komen Ermrîche ze vreise.’

170

Dâ mit daz her was bereit. hie mit man niht langer beit, dem vanen hiez her Dietrich der dâ hôrte ze Rœmisch rîch vil balde ane binden. ‘nû lâze uns got vinden die vînde ze rehter lâge! ahî, wie ichz dâ wâge!’ sprach der starke Wolfhart. ‘si werdent cleine gespart, ich meine die Ermrîches man. nûtrâ, helde lobesan! nû howet in tiefe wunden, die nimmermêr gebunden werdent unz an den lesten tac. ich solz dâ schaffen, ob ich mac, dazz muoter kint beweinen muoz. wir machen in lebens mit tôde buoz. ich geriche mînen smerzen. ez lît in mînem herzen diu grôze untriuwe und ouch der rât, den er uns lange getân hât.’

171

Nû lâze wir diu mære stân. daz her seic gegen Meilân über velt und über lant. in was diu strâze wol erkant. si zogten müezeclîche. der künec von Rœmisch rîche der trôste den sînen wol ir muot. ‘verzagt niht, edele helde guot. geloubet mir diu mære’ sprach der Bernære, ‘wir bejagen benamen êre, des wir immer mêre haben vrum die wîl wir leben. ich wil iu mîne triuwe geben’ sprach der vogt von Berne, ‘swer mir hilfet gerne, dem tuon ich daz guot, des sich vreut wol sîn muot.’

172

Dô wart vil trahtens getân, unz daz daz her lobesam ze Meilân komen was sô nâch, daz man die vînde ligen sach. daz was reht an dem ahten tage. nû merket eben, waz ich iu sage. der tac gescheiden was von dan, diu naht begunde slîchen an. nû sult ir hœren gerne, daz starke her von Berne herbergte nider ûf daz velt. dâ hebet sich der widergelt mit grimme und mit zorne. die recken ûz erkorne die leiten sich mit schalle. ob ez iu wol gevalle, sô ruocht vernemen an dirre zît, wie sich hebe der strît: daz wil ich iuch wizzen lân, als ichz rehte vernomen hân.

173

Als man hete gezzen, dô wart des niht vergezzen, hie wart gesezzen an den rât. die hœhsten die her Dietrich hât mit im brâht an den strît, die rieten alle in der zît ‘edel vogt von Berne, nû hôrt wir alle gerne, wie wir tuon wolden od wie wir varen solden. hie zuo gehœret wîser rât. Ermrîch mehtic her hie hât.’ dô sprach der herre Dietrich ‘swie ir nû râtet al gelîch, alsô var ich’ sprach der helt guot. Rüedegêr der hôchgemuot, der getriuwe und der gewære, der riet dem Bernære ‘mich diuht guot, künec von Rœmisch lant, daz ir boten sendet alzehant zuo dem Ermrîches her, die betrahten künnen alle ir wer und uns sagen ir gelegenheit’ sprach Rüedegêr der unverzeit. im antwurt von Berne der hôchgemuot, er sprach ‘swer uns sî dar zuo guot, die heize ich iezuo rîten vür. die betrahten mit rehter kür, daz ez uns mac ze vrumen gestân, wederthalp wir si rennen an noch hinte umbe mitte naht. mir ist gesaget, si haben maht sô michel und sô starke, daz wir in ûf der marke niht turren widerrîten. wir mugen ouch niht gestrîten mit in offenlichen. ez ist mit Ermrîchen wol zwelf vürsten her bekomen, daz ich wærlich hân vernomen.’ ‘daz ist niht ein wunder. ir gelît dest mêr under’ sprach der starke Wolfhart. ‘mir geliebt nie dehein hervart sô vaste in mînem muote. got vüege ez mir ze guote.’

174

Nû wart ûz dem her genomen, die vür ûf die warte solden komen. daz eine daz was Volcnant, daz ander her Sigebant, Hildebrant was daz drîte (ze hœren ich iuch bite), daz vierde daz was Nêre. nâch Hildebrandes lêre kêrten si eine strâze. si kômen in der mâze zuo dem here ûf einen lê. ‘ir helde, nû sprecht niht mê’ sprach der recke Hildebrant. ‘nû lûzent ebene alle zehant, ob ieman an uns rîte, daz wir uns gên dem strîte ê gerihten, daz ist guot.’ des volgten im die helde hôchgemuot.

175

Dô si alsô hielten dâ, vil schier dô sâhen si sâ wol tûsent viuwer brinnen und dar umbe winnen die liute sam si tobten. die küenen hôchgelobten (ich mein die Dietrîches man) ieslicher wünschen began ‘ôwê, vogt von Rœmisch lant. wærst dû nû hie alzehant, dû und dar nâch alle dîne man, sô müeste wir die vînde an endeclîchen rîten.’ dô sprach an den zîten der unverzagte Hildebrant ‘daz widerriet ich alzehant. si tuont ez uns lîhte ze sehen. wir sulen ê vil ebene spehen, wes si sich dort rihten. nû sule wir uns phlihten mit getriulîchem muote, daz râte ich’ sprach der guote, ‘ob uns ieman an rîte, der hiute mit uns strîte, daz wir bî einander gestên.’ Nêre sprach ‘daz sol ergên.’ die küenen und die starken die gurten vaste ir marken, si begunden rîten hin zuo baz. si wârn ir muotes niht ze laz. si sâhen daz daz starke her ungewarnet lac und âne wer. Hildebrant noch mêre sach. si schuofen in dâ guot gemach, si begunden sich dâ enphetten. dise sâzen ûf den betten, jene huoben dort grôzen schal: so vermâzen sich die über al, waz si wunders wolden begân, sô si die vînde sæhen an. ditz hôrte allez Hildebrant. zuo den sînen sprach er alzehant ‘wir haben die gelegenheit hie gesehen vil bereit. nû sul wir vürbaz rîten und hie niht lenger bîten und sehen, ob sich daz her alswâ inder rihte ze wer.’

176

Si riten neben dem her nider, als ez in kom ze guote sider. si bekômen an eine stat, als mir daz buoch gesaget hât, dâ begunden sich mit sachen heinlichen ûf machen vil nâhen zweinzec tûsent man, die besten die Ermrîch mohte hân. über alle dise degen was ze houptman gewegen her Witege und her Wâte. ditz was geschehen mit râte. Hildebrant hôrt al ir trahten, wie siz begunden ahten. er hôrte ouch, wie her Witege sprach ‘nû lât iu sîn niht ze gâch und werdet enein vil rehte, ir recken unde ir cnehte, ze welher zît wir an si komen: daz hete ich gerne vernomen.’ Wâte sprach ‘daz wil ich iu sagen. ê ez morgen welle tagen, sô sul wir rehte bî in sîn. ê daz der liehte sunne schîn liuhte und der schœne tac, sô ist geschehen swaz ergên mac. ich weiz wol daz dâ schade geschiht: want si wizzen unser niht. si hânt sêre gestrichen, in ist noch unentwichen diu müede sicherliche. nû sult ir, helde ellens rîche, dar umbe deheine sorge hân, wir gesigen in endelichen an.’

177

Wie ez allez ist bekomen, daz hât nû Hildebrant vernomen. ze sînen geverten er dô sprach ‘nû sol uns wider wesen gâch.’ bî dem here si niht mêre biten, si kômen balde geriten zuo ir her alzehant, dâ si den künec von Rœmisch lant mit schalle dô vunden. si giengen bî den stunden vür den Bernære. vil manic recke mære sach si dâ vil gerne. alsô tet ouch der von Berne.

178

Dô si her Dietrich ane sach, nû sult ir hœren wie er sprach. ‘nû sît willekomen mir, edele helde, wie habt ir getrahtet unser reise? mug ab wir unser vreise an Ermrîch inder gerechen?’ do begunde zehant sprechen der unverzagte Hildebrant ‘ich râte iu, künec von Rœmisch lant, vil rîcher künic hôchgemuot, ez kumet iu niht ze guot, bestêt ir Ermrîchen, sô müezt ir im entwichen. er hât imer wol drîzec man ûf unser einn, wil dûz verstân.’ ditz was Wolfharten leit. mit zorne sprach der helt gemeit ‘herre von Bern, ditz ist niht wâr. wan si bekomen nie dar noch gesâhen ouch die vînde nie.’ Hildebrant der sprach hie ‘herre von Bern, gehabt iuch wol: guotiu mære ich iu sagen sol. nû heizet, lieber herre mîn, alle die bereit sîn, die ir mit iu muget hân. ez wellent die Ermrîches man benamen mit uns strîten und in die herberge rîten. wand ich bin allz bî in gewesen. si hânt al die ûz gelesen, die tiursten die si mugen hân, und ist Wâte houptman und her Witege der degen.’ dô sprach von Berne der bewegen ‘jâ herre, wie vil mac ir sîn?’ er sprach ‘daz tuon ich iu schîn: zweinzec tûsent ist ir, niht baz. die bringent si her, wizzent daz. nû schafft ez sô’ sprach Hildebrant, ‘si rîtent uns reht in die hant.’

179

Vrô wart der Bernære. er bat die recken mære ‘nû traht, wie ez iuch dunket guot.’ Rüedegêr sprach ‘nû tuot nâch mînem râte, vogt von Berne.’ er sprach ‘daz tuon ich gerne.’ ‘welt ir nû êre gewinnen, sô traht in iuwern sinnen, daz ir mit wîslicher kür zweinzic tûsent sendet vür, die sich legen in ein huote. und gebiet den helden guote, daz si sô lange dâ biten, unz daz si sehen rîten die vînde mit gewalte. und bitet die recken balde, daz si in der huot sô lange biten, und sô wir danne hie gestrîten, sô suln die nôtvesten hinden ûf die vînde bresten: sô sint si zwischen unser schar, so entwurke wir si schiere gar, so ist ez umb si ergangen. geslagen und gevangen werdent die Ermrîches man. sô ist ez uns wol ergân.’

180

In der zît was Alphart komen, als ich vür wâr hân vernomen und an den buochen gelesen. der was ouch bî den vînden gewesen. er het ir gelegenheit gesehen und kund ouch die stat gespehen, wâ man die vînde an rite und âne sorge mit in strîte. als in gesach Dietmâres zart, er sprach ‘got willekomen, Alphart.’ ‘genâde, herre von Berne. welt ir gewinnen gerne beidiu vrum und êre, sô sûmet iuch niht mêre: ez lît allez Ermrîches her ungewarnet âne wer.’ her Alphart im dô alsô riet, dâ mit Ermrîch von êren schiet. ‘wir suln mit ellens hende anrennen daz her an eim ende. durch nôt rûment si uns die stat. mit swerten hou wir ein phat. wir mugen harte wol gesigen. si lâzent guot und êre ligen. sô habe wir unsern degen des goldes vil ze wegen. daz râte ich’ sprach der guote. ‘sô hâstû nâch dînem muote dînen willen wol getân, und lâst dû ez alsô ergân, wir tœten si ân allen schaden. alle die Ermrîch hât her geladen, die vâh wir’ sprach der helt balt. ‘sô kumt wider in dîn gewalt, swaz er dir hât betwungen an.’ dô sprach der milte marcman ‘ditz ist der allerbeste rât, den ieman hie getân hât. nû seht wie wol ez uns ist komen. nû wirt Ermrîche beide genomen liute guot und êre. waz welle wir danne mêre, sô ez uns wol ergangen ist. nû rât ich den allerbesten list, der uns ze staten wol mac stân. wir sulen zweinzic tûsent man schicken an disen zîten. die sulen slehtes rîten in die herberge Ermrîchen, sô habe wir volleclîchen unsern muot verendet und wirt Ermrîch geschendet. ouch vüegt uns got lîhte ze heile, daz uns wirt ze teile der ungetriuwe Ermrîch.’ dô sprach der herre Dietrich ‘nû vüege ez got durch sînen tôt! sô wurde elliu mîniu nôt verendet sicherlichen, gevienge wir Ermrîchen.’

181

Nû wart hie mit geahtet und allez sleht betrahtet: zweinzec tûsent helde guot wurden geleit in die huot (daz was ungewendet), zweinzec tûsent gesendet zuo dem here an die stat, daz was Rüedegêres rât. dô wurden zweinzec tûsent man ûf dem wale hie verlân. ‘nû trahtet’ sprach her Rüedegêr, ‘von Berne hôher vürste hêr, wen schaffet ir ze houptman den die daz her dort rîtent an?’ ‘welt ir, daz wil ich selbe sîn: diu reise ist billîchen mîn’ sprach der vogt von Berne: wan ez tuot nieman sô gerne. damit muoz iuwer got phlegen und habe ouch mich in sînem segen, und helf mir got’ sprach Dietrich, ‘daz wir an einander vrœlîch vinden unde müezen sehen. got lâze uns vil wol geschehen!’ ‘daz vüege got!’ sprach Rüedegêr. dô wart gebiten niht mêr, einen vanen Dietrich an gebant und vuorte in selbe in sîner hant. über heide strichen si dâ hin, si wolden werben umb gewin.

182

Alsô die helde mære mit samt dem Bernære bekômen an des strîtes zil, (nû hœrt waz ich iu sagen wil) dô gurten si den marken. die küenen und die starken die sâzen ûf ir kastelân. Wolfhart sprechen began ‘nû vreut iuch, helde guote. wir suln in mannes bluote hiute waten unz über die sporn. ir küenen recken ûz erkorn, diu sper sul wir verstechen unser leit an in gerechen. wir machen setel lære. ir edele helde mære, wir sulnz alsô schaffen, daz leien unde phaffen von dirre vreise mêre sagen, als ez noch hiute welle tagen, daz man sô vil der tôten vinde nider verschrôten. sô vreut sich mîn herze und endet sich mîn smerze. ahî, waz vreuden mir geschiht, swen noch hiut mîn ouge an siht daz sich die gîre und die raben mit dem bluote müezen laben. nû wol ûf, edele helde starc, und sitzet ûf diu guoten marc!’ daz geschach alzehant. si zogten under schildes rant zuo den vînden über heide wît. ‘nû wære buhurdierens zît’ alsô Wolfhart daz gesprach, nû hœret wie daz geschach. dar treip ouch der von Berne. des wâren hülfic im vil gerne die sînen die dâ mit im riten. hie wart langer niht vermiten, si heten sich zuo vier scharn geslagen. ich wil iu endelichen sagen, si brâsten mit ir mehtic wer an einem orte in daz her.

183

Alsô daz dô geschach, daz man in daz her brach, dô wart michel der schal. her Dietrich schrei, daz ez erhal ‘ahtschavelier Berne!’ daz hôrten vil ungerne alle Ermrîches man. sich rihte ze wer nieman, wand si heten der wîle niht, des noch harte vil geschiht. des wart schade dâ grôz genomen. si liezen nieman hin komen, die edelen Dietrîches degen, die begunden starkes strîtes phlegen. si sluogen, si stâchen, ir leit si vaste râchen, si entworhten helde guote. Wolfhart der hôhgemuote schrê als ein wüetender man ‘nû lât genesen nieman! swaz ir der Ermrîches vindet, nimmer ir erwindet, ir slahet si alle gelîche! wir suln an Ermrîche hiute rechen unser leit, daz manic vrouwe her nâch cleit.’

184

Dâ was nôt und ungemach. in der zît man dort her komen sach Strîtheren von Tuscân, dem volgten zwei tûsent man under helme und in halspergen. den wilden getwergen vuoren si vil nâch gelîche. mit ellen sicherliche si vuorten kolben unde swert. ‘daz sint die der mîn herze gert’ sprach der Bernære. ‘nû zuo zin, helde mære!’ dô wart ein dar rucken, dô huop sich ein zucken die scharphen gêrn mit handen. zesamne si geranden, die gêre si verstâchen. die Ermrîches râchen ir leit an den von Berne. si wolten retten gerne ir herren êre und ir guot. dô kômen zesamn die hôchgemuot. der sturm vaste gie entwer. man sach vliegen manegen gêr über helme gegen den luften. dô wâren komen mit guften zesamne helde guote mit grimmiclîchem muote.

185

Der sturm und der starke strît der werte unz ûf vruoimbizzît. daz velt und daz breite wal daz ran mit bluote über al. si vâhten grimmiclîche beidenthalp gelîche. dâ was wan ach unde nôt. daz ê was grüen, dô wart ez rôt von maneges mannes bluote. dô sturben helde guote.

186

Daz starke Ermrîches her, des kom vil wênic iht ze wer ân Strîther von Tuscân und von Spôlit Tûrlân und Heime der mære. die drie vürsten lobebære die vuorten sehs tûsent man, die werten daz wal und den plân sô rehte vreislichen. die vrumten Dietrîchen vil manegen creftigen schaden. dâ was craft wider craft geladen. beidenthalp si sich werten. ûf die helme si dô berten. daz bluot durch diu hersnier spranc. in die köphe dô erclanc vil manic bitterlicher slac. sich cluben die helme unz in den nac. man sach dâ bresten den herten stâl. die von swerten nie gewunnen mâl, die wurden des tages verschert: ich meine die brünnen hert, dâ durch wunden wurden geslagen. ich wil iu noch mêre sagen. owê, welch nôt dâ ergie! man hôrte die wê schrien hie. si genuogt des strîtes niht ouch. der tunst ûz ir lîbe rouch gelîche in der gebære, sam ob ein walt wære gezündet an mit viuwer. si gulten harte tiuwer den solt mit tôdes ende. umb disen mort got schende den künic Ermrîchen! des wünsche ich herzenlichen.

187

Ez erhal von den swerten, dâ si niht anders gerten, wan den tôt wider tôt. ir gesâht nie solhe nôt in deheinem sturme mêre. Wolfhart schrê vil sêre ‘nû lât et einen hin niht, ir rechet vaste die geschiht, die uns Ermrîch hât getân. ist under uns hie ieman, er sî herre oder vürste, den von hitze dürste, der lege sich nider und trinke ez bluot, und veht aber als ein helt guot. hie sol nieman rasten. ich wil ouch nieman vasten, ob ich si alle mehte erslahen. wir sulen uns mit bluote twahen, des gêt uns ouch wærlich nôt. ob alle die hie lægen tôt, daz wær sô guot niht sicherlich, als ob eine sturbe Ermrîch. nû lât dar nâher clingen!’ dô huop sich ein dringen. beidenthalp (daz ist wâr) an einander drungen die schar. mit swerten und mit spiezen durch die helme si miezen, daz daz viuwer dar ûz vlouc. den Bernær dô niht entrouc, er tete swaz er gemohte und ouch daz im getohte. Ermrîch satzte im starkiu phant. im wart erslagen dâ zehant drîzic tûsent sîner man. daz bluot ûf der heide ran, daz man dort unde hie in dem bluote unz an diu knie muost vil dicke und ofte waten. dâ wurden halsperge unde platen verhouwen und verschrôten. da gelac sô vil der tôten, daz ir hete nieman zal. ez lac getunget daz wal sô vast dâ mit den tôten. die gazzen wurden geschrôten vaste durch Ermrîches her. si wurden cranc an ir wer.

188

Ez was nû wol ûf mitten tac. als ich vür wâr sagen mac, dô was sunderbære Tidas der mære komen ûz der stat ze Meilân mit zwelf tûsent sîner man. die sach an den zîten Ermrîch zuo rîten und daz volc vaste zuo ziehen. dô gie ez an ein vliehen. swer dô ze rosse kom zehant, der hete vil wol vor gerant: ez was ab ê alsô komen, in wârn diu ros sô gar genomen, daz si ir niht mohten hân. zehant wart diu vluht gelân von dem künege Ermrîche. si wurden alle gelîche vlühtic gegen Rabene. owê, daz ez niht weste Sabene! daz ist mir hiute und immer leit. nû sî iu hie mit geseit, mit Ermrîch nieman entran. aller der er ie gewan der beleip nieman dâ gesunt. ez wart geahtet bî der stunt, als wir daz buoch hœren sagen, Ermrîchen wurden dô erslagen sehs und vünfzic tûsent man, der kom nie deheiner lebendic dan.

189

Alsô der âbent zuo gesteic und daz diu sunne nider seic, do begunden die strîtherten, des Bernæres geverten ruowen dort ûf dem wal. die heten sich sô sêr über al in dem starken sturme erwegen, daz den Dietriches degen nindert niht beliben was, als man an dem buoche las, hût noch vleisch an den handen. si heten sô ir anden gerochen an Ermrîchen. dem herren Dietrîchen was ouch solich schade getân, im was erslagen niun tûsent man. den Bernær des niht verdrôz, er hete dar umbe clage grôz. er hiez die sînen über al lesen ûz dem bluote ûf dem wal. die wurden alle bestatet wol. nû hœrt waz ich iu sagen sol.

190

Hie mite kêrten si dô dan, dâ si heten dort verlân den marcgrâven Rüedegêren und vil manegen recken hêren. dâ was ouch der strît zegân: Rüedegêr der marcman der hete gesiget die wîle ouch hie. die wîle jener sturm dort ergie, dâ was ouch dirre strît ergân. vierzehen tûsent man die lâgen ûf dem wale erslagen: ob Ermrîch niht anders hete ze clagen wan die vierzehen tûsent man, er solt immer jâmerec drumbe stân.

191

Nû ist der strît ergangen. sehs tûsent wârn gevangen der Ermrîches recken. sich heten ouch die kecken vergolten volleclîchen. dem herren Dietrîchen was grôzer schade hie getân, im wârn erslagen vier tûsent man.

192

Alsô mit ellens hende des strîtes an ein ende gesigte der von Berne. ‘nû wolte ich harte gerne’ sprach der herre Dietrich, ‘daz wir betrahten endelîch, wen wir hæten hie verlorn.’ man bat die recken ûz erkorn zuo einander halden. dô ahte man die balden. dô was der biderben niemen tôt. die wîl man clagte dise nôt, dô vrâgte der Bernære, wâ her Dietleip wære: ‘hât ab den ieman gesehen? ich wæne uns sî ein schade geschehen, dar umb wir immer müezen clagen. und ist her Dietleip erslagen, des muoz ich immer jâmrec sîn. nû wol ûf, al die recken mîn, und suocht den degen guote ûf dem wale in dem bluote.’

193

In der zît dô daz geschach, dô kom ein bote unde sprach ‘edel vogt von Berne, wellet ir nû gerne den aller hertesten strît sehen, der ûf dem wale ist geschehen, sô sult ir rîten drâte. her Dietleip und her Wâte die hânt einander bestân.’ dô gâhte man vür man.

194

Si wâren komen in ein tal. von ir swerten gie ein schal daz manz hôrte clingen verre. dô rief von Bern der herre ‘wer dich, herre Dietleip! gedenke daz dîn name ist breit: dû heizest vürste und bist ein degen. über alle recken ûz gewegen ist mit ellen dîn hant.’ in des kom Wolfhart gerant sam ob er wære ein tobender man. er rief Dietleiben an ‘lâ den schilt ûf daz lant, nim daz swert in beide hant und slach slege ungezalt!’ des volgte im der helt balt, er tete alsam ein volcdegen. swaz ich gehôrte ie von slegen in allen mînen zîten in stürmen ode in strîten, daz ist ein tou unde ein wint. des küenen Bitrolfes kint vrumte ûf Wâten manegen slac. Wâte ouch hin wider wac vil manegen slac herten. beide si sich werten sô sêre und alsô vaste: daz viuwer rehte erglaste in bêden vor den ougen. ir sult mir daz gelouben, daz der viurine nebel ûf ir helme und ûf ir gebel ofte rouch unde bran. sich heten die vil küenen man in dem sturm sô sêre erwegen, sine mohten nimmer strîtes phlegen: und doch, swie wê in was geschehen, einer wolte dem andern nie gejehen.

195

Dô schrei der starke Wolfhart ‘nûtrâ, Bitrolfes zart, doch an in mit starken slegen!’ do erzurnt der ûz erwelte degen, Dietleip der hêre. an Wâten lief er sêre mit einen slage sô grimme. ûz im sô kom ein stimme ‘got weiz, her Wâte, ir gebt ez her. ir enphâhet nimmermêr deheinen solt von Ermrîchen.’ er sluoc sô crefticlîchen ûf Wâten einen slac, daz sich sîn helm cloup unz in den nac. er sluoc durch patwât und hersnier, (daz sult ir wol gelouben mir) er douht imz mit ellens hende. durch hirne und durch zende sluoc er den starken helt guot. daz hirne her engegene wuot. ouch was er an Dietleiben komen mit eim slage, als ich hân vernomen, dâ mit er den recken hêre entwellet hete sô sêre, daz Dietleip von dem slage grôz wol speres lanc von im schôz. daz bluot im ûz den ôren spranc und ouch zen ougen ûz dranc. hie mit viel ouch Wâte tôt nider drâte.

196

Nider stuont her Dietrich und ouch die recken algelîch. si wânden Dietleip wære erslagen. sich huop ein weinen unde ein clagen ob dem recken sêre. ûf rihte sich der hêre Dietleip bî der stunt. er sprach ‘ich bin noch wol gesunt, ân daz mir arm unde gebel rehte swebet als ein nebel: nindert ich mîn enphinde. nimmer ich erwinde, ich gereche mîne nôt. ez muoz wesen Wâten tôt.’ dô sprach der Bernære ‘er gesagt daz widermære nimmer mêr deheinem man. dû hâst im sîn reht getân. wir suln in harte weinic clagen. nû schouwe, er lît dort erslagen.’

197

Vor vreuden er wider maht gewan. dâ mit schieden si dô dan ze Meilân in die veste. vriunde unde geste den was durft dô gemaches. ‘vogt von Bern, nû laches, des uns hiute ist widergân. got hât wol ze uns getân. er hât uns vil wol bewart und Ermrîch ze leide gespart. swaz er ie ze untriuwen hât getân, daz ist an im selben ergân. welle wir sîn wol ze ende komen, swaz wir hie êren hân genomen, sô sul wir Ermrîchen rehte nâch strîchen und besitzen swâ wirn vinden. des sult ir niht erwinden’ sprach der marcgrâf Rüedegêr. ‘ich getrouwe got, er gebe ez her. wir mugen noch wol hiute hân.’ hie wart der rât zehant getân, si strichen gâchlichen nâch. in kurzen zîten daz geschach, daz man sagte mære, wâ Ermrîch wære: daz wart in rehte kunt getân. her Dietrich vrâgen began ‘weiz ab ieman, wer bî im ist?’ dô sprach der bote an der vrist ‘er mac noch wol tûsent man volleclîchen bî im hân, und ist ze Raben in der stat. her Dietrich sprach ‘des wirt guot rât, hey, und vunde wirn dar inne. ez sî daz er uns entrinne, er arnet manegen ungetriuwen rât, den er vil lange gebrouwen hât. daz gilt er mit sînem leben. ich wil iu mîne triuwe geben, vinde ich Ermrîchen, ich wil in sicherlîchen’ sprach der künec von Rœmisch lant ‘hâhen mit mîn selbes hant.’

198

Si wârn nû komen zuo der stat. alsô man mir gesaget hât, si herbergten nider. daz kom in ze staten sider und dem herren Dietrîche. er hete dâ volleclîche baz danne vierzectûsent man. man begunde den sturm heben an an die mûre und an den graben. ‘si kunnen uns niht vorgehaben die stat deheine lange vrist. ob Ermrîch dar inne ist, sô mac uns wol gelingen an allen unsern dingen.’

199

Manic tür unde tor begunde man in dô tragen vor an graben unde an mûre. si sturmten vil untûre sam ob si niht wolten leben. si begunden vil cleine geben umb ir wer ûz der stat. Ermrîch man nû gesaget hât, daz der von Bern wær selbe dâ. Ermrîch gie ze râte sâ mit den die er dô mohte hân. dô rieten alle sîne man mit herzen und mit sinne ‘wir sulen rîten hinne’ sprach Sibeche unde Ribstein. ‘des ist zwîvel dehein, edeler künic Ermrîch, besitzet uns her Dietrich mit kreften hie in dirre stat, sô wirt unser nimmer rât.’ hie wart der reise gedâht. ‘nu belibe wir unz an die naht, sô sul wir hinnen rîten. und swie wir langer bîten, sô hab wir êre und lîp verlorn. ich vürhte den grimmen zorn, den der herre Dietrich ûf dich hât, künic Ermrîch.’

200

Nû hœrt wie man mir gesaget hât. Ermrîch gebot übr al die stat armen unde ouch rîchen ‘nû wert iuch vrümeclîchen! uns kumet ein her morgen, die lœsent uns ûz sorgen.’

201

Der sturm wert allen einen tac, daz man dâ niht anders phlac niwan werfen unde schiezen. doch liez sich niht verdriezen her Dietrich und die sînen man. der sturm sô herte wart getân beidiu innen und dâ vor, ûf der mûre und an dem tor dâ wart der strît vil herte, die stat man vaste werte. man sach ûz unde in beidiu her unde hin die liute vaste versêren. dô hiez man zuo kêren mit sturme al umbe an die stat. als man mir gesaget hât, dâ was herte diu nôt, dâ gelac vil der liute tôt.

202

Alsô diu naht was bekomen, (nû hân ich daz vür wâr vernomen) dô schuof man mit der ahte über al die stat wahte. Ermrîch gie an den rât. die besten er ûz genomen hât und truoc mit den heimlîch an wie er komen möhte dan. daz wart im gerâten dô zehant. die besten nam er alle sant. von danne entran Ermrîch. er rûmte Raben heimlîch, er lie die guoten stat stân. dâ mit er gâhen began gegen Bônônje drâte. vil grôze sorge er hâte.

203

Daz beleip unz an den tac. rîtens al die naht er phlac, ich mein den künic Ermrîch. er hete gestrichen sô vreislîch. als ez des morgens wolde tagen, dô hôrt man in der stat sagen, (vil genge was daz mære) man sagte daz entrunnen wære ûz der stat der künic Ermrîch. dâ von verzagtens al gelîch. si vereinten sich mit schalle in der stat dô alle und kômen des über ein ‘ditz ist niht ein sorge clein. daz best daz wir nû mugen tuon, dâ mit wir gewinnen suon, si ez iuwer wille gerne, sô gebe wir dem von Berne hie ze Raben die stat, wand si nieman sô billîch hât.’

204

Der rât dûhte si alle guot. si gewunnen slehtes einen muot und gebuten einen vride: der wart gebannen bî der wide. dô der vride wart an getragen (nû wil ich iu vil rehte sagen), dô giengens alle gelîche arme unde rîche ûz der stat vür diu tor. dâ vunden si mit schalle vor den herren Dietrîchen. si giengen sicherlîchen vür den künec ûz Rœmisch lant. genâde gerten si zehant. ‘wir sîn umb daz bekomen her, daz uns der rîche künec gewer’ sprach ein herre von der stat. ‘iuwer wille, herre, an uns ergât. ob ir uns huld welt lâzen hân, sô mache wir iu undertân die stat in iuwer gewalt.’ dô sprach der mære helt balt, Rüedegêr der guot ‘ist danne, daz ir aber tuot als ir ê habt getân, sô ist ez bezzer nû verlân. ir brâchet iuwer triuwe ê: dâ von mac man iu müelîch mê getrouwen’ sprach her Rüedegêr. ‘ez ist niht ein cleiniu êr umb ein sô hêrlîche stat, swâ die ein rîcher vürste hât. ein stat twinget ein lant.’ dô sprâchen Rabenære zehant ‘swâ wir uns versûmet hân und wider mînen herren getân, dar umb ruoch er ze gîsel nemen, die im ze gîsel wol gezemen.’

205

Dô rieten alle gelîche dem herren Dietrîche beide mâge unde man ‘ir sult si gerne, herre, enphân.’ des volgte der Bernære. hie mit endet sich daz mære. dem rîchen künege ûz Rœmisch lant wart Raben gegeben alzehant. si satzten im triuwe unde leben und muostn im dannoch gîsel geben. Rabene er sich underwant. dô kêrte er wider alzehant gegen der stat ze Meilân. vil tiwer er clagen daz began, daz im Ermrîche entran sô lesterlîche. dô sprach der starke Wolfhart ‘hey getæte wir noch eine vart, dâ uns als wol an gelunge! wie dann mîn herze clunge vor vreuden als ein schelle! wurd ich in mîner zelle noch imer gewaltic alsam ê, sô geschæh wærlîchen wê dem künege Ermrîche. ich wil nimmer vrœlîche geleben rehte lieben tac unz ich mich wol gerechen mac.’

206

Nû lâze wir die rede stân. ‘ez mac noch allez wol ergân’ sprach der Bernære, ‘und trahten ein ander mære, wen ich lâze hinder mîn, wer sô getriuwe muge sîn, dem ich bevelhe mîniu lant.’ dô sprach mit triuwen Hildebrant ‘dirre sin der ist guot. ich wil iu sagen waz ir tuot. Meilân und Raben die stat, sît iu die got gevüeget hât, Raben bevelhet einem man, an den ir iuch des muget lân mit triuwen manicvalde, der sich alsô behalde an iurem lande, herre, daz iu dâ von iht werre leit noch ein ungemach. und besetzet Meilân dar nâch, sô ist ez wol ergangen. und traht umb die gevangen, wie man die hie lâze sô wir rîten unser strâze.’ ‘daz sol schiere gerâten sîn. vümf hundert sulen wesen dîn, die beschatze umb lîp oder guot, oder swie dir râte dîn muot. sô soltû, edeler marcman, der gevangen ahthundert hân und schaffe mit in swaz dû wil: wil dû, si gebent dir guotes vil. Dietleip von Stîremarke, unverzagter recke starke, ahthundert suln ouch wesen dîn. swaz der andern mac gesîn, die teilet undr iuch alle als ez danne gevalle.’

207

Ditz wart schier gewegen mit kür. die gevangen wurden brâht dâ vür. an ein gedinge komz zehant boten wurden vür gesant dâ hin zuo Ermrîchen mit brieven endelichen, ob Ermrîch mit golde od mit swiu er wolde lœsen sîne gevangen, od ez wær umb si ergangen. Ermrîch der wart gemeit, dô im die boten heten geseit, daz man im sîner liute leben ze koufen wider wolde geben. dô sprach Ermrîch der ungemuot ‘ich gap nie sô gerne guot her bî allen mînen tagen.’ er bat im die boten sagen ‘ist ab iu daz kunt getân und sint si komen dar an, kan ich des haben einen tac, ob ich si erlœsen mac?’ dô sprach der recke Nentwîn ‘herre, welt ir, ich tuon iu schîn, ob irz hœren welt zehant: si hânt iu den namen her gesant, sint iu liep die helde starc, sô sendet dar ahzectûsent marc. ist daz dû des niht entuost, sô wizze daz dû nemen muost solich jâmer unde leit, dazz nimmer mêre virt vercleit.’

208

Ditze mære und der smerze der gie Ermrîch in sîn herze. vil manege treher er dô lie. an den rât er dô gie und bat vriunt unde man ‘nû râtet wie ez sule ergân. weder sol ich geben daz guot (nû râtet, helde hôchgemuot) od sol ich mich der liute sicherlîchen und bediute hiute an disem tage verwegen?’ dô riet vil manic edel degen dem künege Ermrîche ‘sô tæt ir zegelîche und wæret immermêr geschant swâ manz gevriesche in diu lant. ir wurdet an iuwern êren kranc, man gæbe iu manegen undanc und wurde iu al diu werlt gehaz. swanne ir, künic, tætet daz, daz ir die recken hôchgemuot liezet tœten umbe guot, sô spræche ich und manic man “wer sol dem bî gestân?” nû merke waz ich meine: künec, dû belîbest eine ûf velden und in vesten von vriunden und von gesten. dâ von bewic dich umb daz guot und lœs die recken hôchgemuot.’ der Ermrîche gap den rât, des namen man mir gesaget hât. daz was niht Sibeche: dirre der hiez Gibeche und was ein recke ûz erkorn, von Gâlaber was er geborn. Ermrîch sprach an der vrist ‘sît ez iu allen liep ist, sô wil ich ir tôt wenden und daz guot nâch in senden.’ daz golt daz wart ûfgewegen, dâ mit man lœsen solt die degen. ê man daz guot sande dar, dô muost her Dietrich vür wâr Ermrîchen gîsel senden vür, daz er sîn guot iht sus verlür. dô diu sicherheit wart getân, daz die Dietrîches man enphiengen Ermrîches guot, dô tete man als man noch tuot, dô lie man die gevangen alle: die vuoren heim mit schalle.

209

Hie beleip her Witege der degen. dô sprach von Berne der bewegen ‘nû tæte ich übel an iu wol, wær ich untriuwen alsô vol als ir od künic Ermrîch.’ dô sprach der recke lobelîch ‘des hæt ir, herre, wol gewalt. wolt aber ir mich’ sprach der helt balt ‘belîben lân bî mînem leben, ich wolte iu mîne triuwe geben, dar zuo lîp und êre setzen alsô sêre, daz mich schiede kein nôt von iu wan aleine der tôt.’ dô riet marcgrâve Rüedegêr und ander manic recke hêr ‘von Berne künic hôchgemuot, wir weln iu sagen waz ir tuot. lât Witegen ûf sîn triuwe. er hât lîhte gewunnen riuwe dar umb daz er iu hât getân.’ her Witege sprechen dô began ‘nu versuocht mich, künic hêre. getuo ich immermêre wider iuch als grôz als umb ein hâr, sô werde mir verteilet gar an allen mînen dingen und müez mir misselingen.’ her Dietrich sprach ‘nû sî geschehen. nû wil ich dîne triuwe sehen. bistû ein rehte getriuwer man, daz lâ dir nû sehen an. wis marcgrâve dâ ze Raben, sît daz der herzoge Saben leider ze tôde ist erslagen. den kan ich nimmermêr verclagen und vergizze sîn nimmermê. mir tuot diu triuwe alsô wê, der er mir manege hât getân. swenn ich gedenke dar an, sô weinent mîniu ougen. ir sult vür wâr gelouben, solt noch leben der getriuwe man, dar umbe wolte ich Raben lân, Meilân unde ouch Berne: swie liep und swie gerne zuo den steten stê mîn sin, die wolte ich vliesen durch in.’

210

Witege der mære, dem bevalch der Bernære Raben mit gewalde. dô swuor ouch im der balde drîzec eide an der zît: die lie er alle meine sît. ‘Witege, nû bevilhe ich dir, nu behalt dich alsô an mir, daz dir diu werlt dar umb sî holt. bedarft dû silber unde golt, daz nim von mînem guote, swaz dû wil in dînem muote. dâ mit müez dîn got phlegen. ouch habe dir, ellenthafter degen, den guoten Schemmingen: der ist ze dînen dingen guot ze allen zîten in stürmen und in strîten beidiu ze vliehen und ze jagen. dû darft nimmer verzagen, swenn sô dû dar ûf bist, sô kan dich in keiner vrist niemen wol errîten nâhen noch wîten.’ dô weste der Bernære leider niht der mære, daz im leit dâ von geschach. daz ergie leider dar nâch.

211

Dô lie ouch er ze Meilân Tîdas den getriuwen man, der phlac der marke gerne. dô satzt er hin ze Berne den unverzagten Elsân. ‘dar umb wil ich niht zwîvel hân, du behaldest mir die guoten stat. dar umb mîn herz niht sorge hât.’ daz lant, die marc er wol bewarte. Amelolt beleip ze Garte.

212

Dâ mit nam er urloup dan und alle die künc Etzeln man. si riten gegen den Hiunen. lât iu diu mære briunen. dô si ze Saders in die marc wâren komen mit vreuden starc, dô kômen boten gegen in, als ich der mære berihtet bin, die vrou Helche hete gesant in der Amelunge lant dem herren Dietrîchen. der bote solt sicherlîchen diu mære rehte ervarn hân, wie ez an dem strîte wære ergân. dô widerritens im under wegen. her Dietrich und ouch Ezeln degen an einander sâhens gerne: dô vrâgt der herre von Berne den boten lieber mære, wâ der künic wære. der bote sagen im began ‘dâ ze Etzelburc hân ich in lân und mîne liebe vrouwen. und solten si getrouwen iuwer widerkomens in daz lant, mir ist daz wærlîch bekant, des gewunnens vrœlîchen muot. wol mich daz ich iuch, helde guot, hân gesunt alhie gesehen. nû kan nimmer baz geschehen vroun Helchen mîner vrouwen. des sult ir ir getrouwen und sî iu vür wâr geseit, iwer kunft ist Ezele niht leit. mir ist daz getriulîchen kunt, daz ir sît alle wol gesunt, dâ vür næm Ezel dehein guot, wand er treit iu holden muot.’ dô sprach der herre Dietrich ‘daz hât uns mîn herre volleclîch erzeiget mit den triuwen sîn und ouch diu liebe vrouwe mîn.’ dô sprach der bote alzehant ‘nû saget mir, künec von Rœmisch lant, wie iu dort gelungen sî.’ dô sprach der künic valsches vrî ‘ez ist uns allez wol ergân. Raben unde Meilân ist wider komen in mîn gewalt. ez ist ein wenic baz gestalt in mîner armen marke dann ê’ sprach der starke, ‘dô ich næste dannen schiet, dô mich Ermrîch verriet.’ dô sprach der bote ‘ich wil iuch biten, ist ein veltstrît gestriten? ist iu gelungen wol dar an?’ ‘jâ’ sprâchen alle Etzeln man, ‘wir haben gesiget vrümeclich. ez hât der künic Ermrîch edeler recken ûz erkorn sehs und vünfzic tûsent vlorn.’ ‘sô sît ir heiles ûz komen? habt ab ir iht schaden genomen?’ dô sprach der milte marcman ‘ez ist ân schaden niht ergân. niuntûsent sint uns erslagen. alsô soltû rehte sagen Ezeln dem herren mîn. dâ mit müez got phlegen dîn.’ urloup nam der bote bereit, er wart vrô und gemeit. vaste gâhen er began vür sich gein Ezelburc dan.

213

Alsô der bote zuo reit, vor dem palas ûf dem hove breit stuont er nider ûf daz gras. in der zît komen was vrou Helche diu vil guote. den boten hôchgemuote si al dort her gâhen sach. si erkom vil sêre unde sprach ‘gote willekomen, Îsolt. mîn herze grôzen kumber dolt umb daz widerkomen dîn. sage mir durch den willen mîn, waz diut dîn widerrîten? ich vürhte an disem zîten, dû bringest leidiu mære von dem Bernære. durch got île mir ze sagen, weder sint die recken erslagen od sint si gevangen od wie ist ez ergangen?’ dô sprach her Îsolt zehant ‘künigin von Hiunisch lant, lât iuwer ungebære. ich sage iu liebiu mære: si sint alle wol gesunt. ich bin in vil kurzer stunt bî in allen gewesen, si sint alle wol genesen. ir ist ein teil tôt und hât der Bernær sîne nôt ein wênic überwunden. si koment in kurzen stunden her ze Etzelburc vrœlîche.’ vrou Helche diu rîche vrâgte dô der mære umb den Bernære. ‘wie ist ez dort ergân? sage mir, helt, wie manegen man hât der vürste ûz erkorn an dem strîte dort verlorn?’ her Îsolt sagte ir zehant ‘vrowe, si tâten mir bekant und hôrte ez Rüedegêren sagen, niuntûsent sint im erslagen, dem herren von Berne.’ daz hôrt vrou Helche ungerne. ‘si hânt ab sich wol gerochen. erslagen unde erstochen sint dem künege Ermrîche sehs und vümfzic tûsent volleclîche. sînen schaden er wol gandet hât. Meilân die guoten stat und ouch die stat ze Rabene, von danne der starke Sabene geboren was, vrouwe mîn, die stete sint bêde wider sîn, mînes herren Dietrîches, und sint die Ermrîches vil nâch alle drumbe tôt gelegen und hât gesiget von Bern der degen. gesunt ist marcgrâf Rüedegêr und Dietleip der recke hêr, Blœdel und hêr Îrinc, vil wol stêt ir aller dinc. Nuodunc unde Baltram wol gesunt ich si gesehen hân. her Gotel und her Helphrîch, Walther der ellens rîch, si sint reht alle wol gesunt.’ ‘sælic müeze sîn dîn munt!’ sprach vrou Helch diu guote mit tugentlîchem muote.

214

Dô kom ouch Etzel her gegân und vant den boten hie stân, den er gein Rœmisch lant umb diu mære hete gesant. dô in Ezel an gesach, nû sult ir hœren wie er sprach. ‘dû hâst mir vreude vil benomen. mich wundert umb dîn widerkomen daz dû sô schiere hâst getân. ich wæn tôt sîn alle mîne man.’ ‘nein, herre, si sint wol gesunt. ir sehet si in vil kurzer stunt hinaht oder morgen: dar umb sult ir niht sorgen.’ ‘hâst dûs sô vrœlîch gesehen, als ich dich selbe hœre jehen, sô soltû grôze miete hân: diu marke sî dir undertân von Rôdnach unz an Budîne. Îsolt, geselle mîne, daz wizze, ich bin dir immer holt.’ ‘genâde, herre’ sprach Îsolt.

215

Sich vreuten manicvalde, beide junge und alde, die wâren dirre mære vrô. in der zît kômen dô die strîtmüeden recken, die starcken und die kecken mit schalle ûf den hof geriten. dô kom mit hêrlîchen siten Ezele der rîche, und enphie si güetlîche. dô dancten im mit schalle die werden recken alle. mit vreuden allez daz dâ was in dem hove und ûf dem palas. Etzel und her Dietrich die giengen samt lieplîch über hof ûf den palas, dâ diu vil reine Helche was und ouch manic hêrlîch meit. den hete vrou Helche geseit, daz dem Bernære wol gelungen wære. als Etzel und her Dietrich dort her giengen sicherlîch, vrou Helche zühticlîch ûfstuont, als noch die reinen vrouwen tuont. sprechen si begunde ûz tugentlîchem munde ‘gotwillekomen, her von Berne. iuwer komen sihe ich gerne: mir ist liep, sît ir gesunt.’ dô sprach mit zühten bî der stunt der unverzagte Dietrich ‘genâde, küneginne rîch.’ die vrouwen die dâ sâzen ouch des niht vergâzen, si nigen alle vil gerne und gruozten den von Berne.

216

Dô daz grüezen ende nam, dô kômen ouch dort her gegân die hôchgemuoten alle, die enphie man mit schalle. daz ist mich niht verswigen, her und dar wart genigen. dâ wart vrâgen vil getân, wie der strît wære ergân: daz tete in der von Berne kunt, er sagte Ezeln an der stunt und den vrouwen ûf dem palas, wie ez allez dort ergangen was.

217

Dâ was nieman, ern wære vrô. ouch kom gegangen dô der junge künec von Rœmisch lant. der was Diether genant, er was bruoder des von Berne. an einander sâhens gerne. in kust der herre Dietrich mit triuwen harte lieplîch. er sprach ‘bruoder Diether, unser lant lît vast âne wer: doch muget ir wol trôst hân, Raben unde Meilân hân ich wider ertwungen.’ ‘daz iu ist wol gelungen’ sprach Diether der junge degen, ‘des lobe ich got ûf allen wegen.’

218

Hie mit daz mære ende nam. ‘noch vil tiwere ich mich des scham’ sprach der herre Dietrich, ‘daz Lamparten unde Rœmisch rîch ein als ungetriuwer man sol in sînen phlegen hân.’ ‘nû lât diu mære under wegen. wir suln ander kurzwîl phlegen’ sprach Etzel der guote ‘und leben mit hôhem muote. wir suln baneken rîten, und dar nâch bî den zîten sol ein buhurt sîn getân.’ zehant man loben daz began.

219

Die mœre wâren nû bereit, die edeln rîter wol gecleit die wâren komen alle. dâ huop sich mit schalle ein buhurt vor dem palas. man sach dâ streun ûf daz gras vil manege buckel rîche. der buhurt herticlîche vor dem palas gie entwer, diu rotte hin, jeniu her.

220

Der buhurt werte unz an daz zil, als ich iu bescheiden wil, unz daz man ezzen solde gân. alrêst wart der buhurt lân. die vrouwen heten wol gesehen, dâ der buhurt was geschehen, dâ was vreude unde schal. mit maneger kurzwîl in den sal gie der künic lobelîch. sîn messenîe diu was rîch. mit tanzen und mit singen hôrt man suoze erclingen. der schal von den liuten dôz. diu kurzewîle diu was grôz. der rîche künec von Rœmisch lant der wîste selbe an sîner hant den reien in dem palas vor. mit vreuden vuoren si enbor. die der künec dâ mohte hân, beide vrouwen unde man, die wâren dâ vil hôchgemuot: des man nû leider niht entuot. mich wundert ze allen stunden, war diu vreude sî verswunden, daz man der nû sô cleine phliget. ich wæne trûren habe gesiget.

221

In disen vreuden manicvalt, als ich iu hie hân vor gezalt, und man in kurzewîle saz, Ezel des niht vergaz, er sprach ze dem von Berne ‘welt ir mir volgen gerne, edel künec von Rœmisch rîch, ir sît nû wol sô mehticlîch an lîbe und an guote und ouch mit wîsem muote, ez ist vol wahsen iuwer lîp: ir soldet werben umb ein wîp. des bedorfte vil wol iuwer lant und ouch die iuren allesant.’ dô sprach der Bernære, daz des noch wol zît wære. ‘mâge vriunde unde man die sulen iuch des niht erlân ode ir nemet eine konen: sô mac iu sælde bî gewonen.’ dô sprach der herre Dietrich ‘nû sint elliu mîniu rîch leider gar ze blœde und allez mîn gelt œde: war sol ich danne des êrsten hin, sît ich sô gar beheret bin alles des ich solde hân. mâge liute unde man die sint gar zergangen. mir ist als eim gevangen, der mit trûren umbe gât und lützel iht gewaldes hât.’ vrou Helche diu reine sprach ‘vogt von Bern, dîn ungemach des mac werden guot rât. Etzel ditz sus niht gesprochen hât. ob dû dir wil guotes günnen, sô nim ûz mînem künne ein wîp, künic rîche. daz gevrumt dich sicherlîche.’ dô vrâgte der Bernære, wer diu vrouwe wære, die si im geben wolde od der er muoten solde: ‘ir seht wol, vrouwe wolgetân, daz ich lützel guotes hân.’ dô sprach diu küniginne hêre ‘dar umbe zwîvel dû niht mêre. ich hân einer swester kint, der lant wît und rîche sint: bî der soltû belîben. dû kanst nimmer baz gewîben’ sprach vrou Helche zehant. ‘si ist Herrât genant, diu schœnist diu nû lebentec ist. ich enlobe si niht durch den list, daz ich ir triuwe leisten sol: ich weiz wol si behagt dir wol mit edele und mit rîcheit, vür wâr dir daz sî geseit. ob si ab niht guotes hæte, sô bin ich wol sô stæte, daz ich ir elliu mîniu lant gibe in dîn eines hant.’ mit zühten sprach her Dietrich ‘mit urloube, küneginne rîch, bite ich iuch umb eine vrist. sît niemen mîner mâge ist hie, die ich nû solde hân, ich wil gesprechen mîne man.’ ‘daz ist mîn wille vil wol, gerne ich dirs gunnen sol.’

222

Dan gie der Bernære und sagte disiu mære sînen getriuwen liuten und begunde in bediuten, waz vrou Helche diu rîche muote an in sicherlîche. ‘si wil des niht rât hân ode ich grîfe dar an und neme ein wîp drâte. nû habt in iurem râte, wie ich mit disem dinge tuo. da bedarf ich iuwers râtes zuo.’ bî disen dingn was Rüedegêr. dô sprach der getriuwe recke hêr ‘edel künec von Rœmisch lant, nû ruocht vernemen al zehant. ich bin niht ein sô wîse man, der sinne ich ouch sô vil niht hân, daz ich iu gæbe wîsen rât: ab daz beste daz mîn herze hât mit wîsheit beslozzen, daz râte ich unverdrozzen. sît man ez allez sprechen sol, herre von Berne, ir wizzet wol, wie ez umbe iuch ist gestalt. iuch twinget nôt unde gewalt. kumberhaft sint iuriu lant, dâ von ir gwaltige hant haben soldet ze allen zîten in stürmen unde in strîten, dâ sît ir von gescheiden. lât iu mînen rât niht leiden. dâ kunnt ir nimmer wider zuo komen (ir habt daz selbe wol vernomen) ez muoz an Etzeln helfe stân. ez enkan anders niht ergân, sult ir betwingen iuwer lant (iu ist daz selbe wol erkant), daz muoz mit Etzeln geschehen. nû lâze ich iuch wol selbe sehen, nemt ir vroun Herrâten niht, nimmermêr iu dienst geschiht. und vrâget alle iuwer man, ob ich iu rehte gerâten hân.’ dô sprach der alde Hildebrant und ouch die andern alzehant ‘er hât iu getân den besten rât. sît iwer dinc, herre, alsô stât, daz ir niht Ezeln muget enbern, sô sult ir vil gerne gewern’ sprach Hildebrant der guote ‘swes vrou Helche an iuch muote.’ dô sûfte der Bernære. mit zühten sprach der mære ‘swes niht rât sîn kan, daz sol man lâzen vür sich gân.’

223

Daz beleip unz an den andern tac. her Dietrich sich des gar bewac. alsô ez begunde tagen (nû hœrt vürbaz mære sagen), dô sande er nâch Rüedegêren und nâch andern recken hêren und bat die alle mit im gân, dar zuo nam er sîn selbes man. dâ mit er ze hove gie. vrou Helche in güetlîche enphie, alsô tet Ezele der rîche. dem herren Dietrîche erbôt man êren genuoc. zehant man ûf die tische truoc tischlachen, als man solde, wand man ezzen wolde. ûf stuont der Bernære und ander recken mære. dô sprach marcgrâve Rüedegêr ‘edeliu küniginne hêr, mîn her von Berne der ist komen, als ir habt selbe wol vernomen, swaz ir gebietet daz geschiht: er brichet iuwers willen niht.’ dô sprach vrou Helche diu vrouwe ‘wol ich im des getrouwe, daz er mînen willen tuot: daz sol im immer wesen guot.’ ditz geschach ûf dem palas, dâ der künic Ezel was und ander manic hôher man. Ezel sprechen nû began ‘sît ez sich sô gevüeget hât, daz ez ist komen an die stat, sô lâze wirz enzît ergân, dâ mit ez ende müge hân.’ vrou Helche was vrô und gemeit. zehant si dô niht langer beit, dô swuor man dem herren Dietrich vroun Herrât, ein küniginne rîch, zeinem wîbe alzehant und bevalch ouch ir den wîgant. vrou Helche gap im rîchez guot, von Berne dem vürsten hôchgemuot, si tete im michel êre und vürdert in ie mêre an allen sînen sachen, swâ si kunde daz gemachen, daz im was êre unde guot. si gap dem vürsten hôchgemuot Sibenbürgen das guot lant ze ir swester tohter alzehant.

224

Dô diu hîrât ergie (nû hœret starkiu mære hie), dô kômen boten geriten mit vil leidigen siten ze Ezelburc vür den sal. nû wârn gegangen über al die recken ab dem palas. der bote der dâ komen was der was Eckewart genant, den hete her Amelolt gesant dem herren Dietrîchen ze Hiunischen rîchen. der bote wart enphangen wol, alsô man billîch tuon sol. den erblîhte Hildebrant, den recken kuste er alzehant. vür hern Dietrich er dô gie. lieplîch in der Bernære enphie, er bat in gotwillekomen sîn. ‘sage an, lieber vriunt mîn, wie stêt ez dâ ze Berne (daz hôrte ich harte gerne) umb Raben und umb Meilân? ist ez als ich ez lâzen hân?’ Eckewart vil trûrlîchen sach an sînen herren unde sprach (sîn ougen wurden treher vol) ‘ich enweiz waz ich sagen sol’ sprach der bote ûz erkorn. ‘Raben habt ir wider verlorn: daz hât Witege hin gegeben und dar zuo al der liute leben, beidiu wîp unde kint, alle die in der stat sint, die hât Ermrîch erhangen und lützel ieman gevangen. er hât ir vil ze tôde erslagen. swaz ich von untriwen ie hôrte sagen, daz ist ein tou unde ein wint wider die, die dâ ergangen sint. ez sol ouch nimmermêr geschehen. ich hân den jâmer dâ gesehen, den man muoz immer mêre clagen, swâ man ez hin hœret sagen. vierzec hundert vrouwen den sach ich abe houwen ir houbet mit den swerten, dô si genâden gerten. alle mit jâmer dâ sint. mêr dan sehshundert kint die hiez henken Ermrîch.’ die begunde der herre Dietrich weinen harte sêre. clegelich sprach der hêre ‘owê daz ich ie wart geborn! alrêst hân ich gar verlorn. nû swindet immermêr mîn muot. ich wolt verclagen gar daz guot daz mir hât Ermrîch genomen: ditz leit kan ich nimmer überkomen. owê jâmer unde nôt! owê dû verteilter tôt, der mich sô lange leben lât! wie sêre mich gevazzet hât unsælde und grôz arebeit! mir geschach nie sô leit in allen mînen jâren. wie sol ich nû gebâren! owê ich armer Dietrich! herre got, wie hâstû mich sô rehte unsælic getân! swaz ich liebes ie gewan, dâ bin ich von gescheiden. bruoder Diether, uns ist beiden elliu werltwunne benomen. wir kunnen nimmer wider komen, sît sich sô sêre offenbâret allez daz uns beswâret. des wirt ie mêr unde mêr. owê’ sprach der vürste hêr, ‘Witege, ungetriuwer man, waz hâstû nû an mir getân!’

225

Nû hete ouch daz mære vernomen und was an den künic komen, Ezele von Hiunenlant, dem was gesaget alzehant, daz dem Bernære Raben hin gegeben wære mit liuten und mit guote. Ezele der hochgemuote vil balde vrâgen began ‘jâ herre, wer hât daz getân?’ ‘daz hât Witege der degen. er hât mit allen sînen phlegen sich ze Ermrîch gephlihtet und mit dienste zim gerihtet.’ Ezel der begunde clagen ‘seht zuo dem ungetriuwen zagen, welch ein untriwe der hât getân! an wen suln sich nû die vürsten lân?’

226

Hie mit disem mære gie ouch der Bernære vür Ezeln ûf den palas. sîn herze mit leide gevangen was. als in der künic Ezel sach, nû hœrt wie güetlîch er sprach ‘gehabt iuch wol, her Dietrich, und wizzet daz endelîch, ich wâge allez daz ich hân od ich gereche daz iu ist getân.’ dô sprach der herre Dietrich ‘genâde, edeler vürste rîch. al die triuwe die ir an mir tuot, sol ich immer êre unde guot gewinnen bî dem leben mîn, daz muoz durch iuch gewâget sîn.’

227

Ditze grôze herzenleit was vroun Helchen nû geseit. do begunde si vil tiure clagen und in ir herzen tougen tragen ditze leide mære umb den Bernære. daz gestuont unz daz man ezzen gie. Ezel dô daz niht enlie, er tete der reinen Helchen kunt und sagte ir bî der selben stunt die untriwe und daz mære umb den Bernære. si sprach ‘daz muoz got sîn gecleit. sold ich im wenden sîniu leit, daz tæte ich mit mîn selbes lîp’ sprach daz vil getriuwe wîp. die wîl man ob dem tische saz, dô sach man trüebe unde naz dem Bernær sîniu ougen. daz marhte Ezel tougen. dô man nû hete gezzen, Ezel der vermezzen wider den Bernære sprach ‘lât iu den starken ungemach sô nâhen niht ze herzen gân. tuot reht als ein biderber man, der gewont hât arebeit. ich wil mit iu iuwer leit tragen unz ûf den tac, daz manz wol gerechen mac.’ Eckewart hinvür trat. er sprach mit zühten an der stat wider den Bernære ‘wie tuot ir nû umb disiu mære? ich sage iu, mîn her Dietrich, daz der künic Ermrîch mit grôzer samenunge lît in dem herzentuom ze Spôlît, und wil iu noch mêre sagen: er gewan noch nie bî sînen tagen ein her alsô crefticlîch über al Rœmischiu rîch.’ Ezel vrâgen dô began ‘ist ab dir daz kunt getân, wie grôz mac doch daz her wesen? mac ab iemen vor im genesen?’ Eckewart der helt sprach ‘nie ouge sô grôz her gesach ûf Rœmischer erde. er hât’ sprach der werde ‘wol zwei hundert tûsent man. mich muoz immer wunder hân, wâ er si alle habe genomen od von welhem tievel si sint komen.’ ‘wundert dich des?’ sprach Dietrich. ‘swaz hordes zwêne künege rîch heten von golde und von gesteine, daz hât er alters eine: er hât der Harlunge golt, dâ von git er noch lange solt. sô hât ouch er vür wâr allen den hort vil gar, den Dietmâr der vater mîn ie gewan bî den tagen sîn.’ Ezel sprach besunder ‘daz ist niht ein wunder, mac er vil guotes hân: des ist im nôt hie an. her Dietrich, er muoz benamen iuch sehen (und sol daz kurzlîch geschehen) in Rœmischer marke mit einem her sô starke, daz nie kein grœzer wart gesehen. des müezet ir mir selbe jehen.’ ‘kund ich iu, herre, danken wol’ sprach her Dietrich, ‘als man sol, sô dancte ich iu des guotes der êren und des muotes. als einen siechen ir mich labt mit den triuwen, die ir gein mir habt: der sol ich nimmer vergezzen. kumt ez sô’ sprach der vermezzen, ‘daz ez iu wider heim kumt, mit swiu ir mich nû gevrumt, daz wirt gedienet wol von mir. künic Etzel, und welt ir, wir sîn immer ungescheiden: daz stætig ich mit eiden.’

228

Des sagte im Ezel grôzen danc. daz gestuont dar nâch unlanc unz daz Etzel hiez rîten und hiez gebieten wîten eine hervart über sîniu lant und hiez künden alzehant allen den sînen hin ze Gran, dâ wolde er samenunge hân. die brieve die er sande al umbe in sînem lande, dâ stuont ouch slehtes an geschrieben (des bin ich niht ûz beliben), waz er geben wolde allen den ze solde, die die hervart wolden varn. ‘und sagt’ sprach Botelunges barn, ‘swer dar über hie heime bestê, daz ez dem niht wol ergê.’ diu hervart wîten wart bekant und ein zil in vor genant. in wart vil kurzlîche schîn, wenn si ze Grane solden sîn: ‘über aht wochen sî iu der tac gesprochen. sô sol man sich heven von Gran.’ do begunde vrâgen manic man, war diu hervart solde od war hin Ezel wolde. ‘daz wirt iu danne wol bekant.’ nû lâz wirz dâ mit hie zehant und künden andriu mære hie, waz man die wîl ze Ezelburc begie.

229

Daz êrst was daz man boten sande hin gegen Rœmisch lande ze Berne und ze Meilân. nû wil ich iuch wizzen lân, die allergrœzisten tugende die kein vrouwe begie in der jugende, die begie vrou Helche, daz ist wâr. si sande vil heimlîche dar vierzec soumære ze stiure dem Bernære, die vuort man gegen Berne. nû sult ir hœren gerne, durch waz vrou Helch die tugent begie, daz wil ich iu künden hie. si sagte ez heimlîchen dem herren Dietrîchen, si sprach ‘künec von Rœmisch lant, ich hân ein teil guotes gesant dâ hin gegen Berne. daz solt dû nemen gerne. daz hân ich dir dar umbe getân, dû vil unverzagter man, ob dir guotes werde nôt, sô nim du daz golt rôt und gip ez den kecken, sô sint dir holt die recken. dû weist wol, hôhes küneges kint, swie holt dir die liute sint, si gewinnent undiensthaften muot, swenn dû in niht hâst ze geben guot.’

230

Den hôhen vürsten daz wol stât daz man die liute liep hât mit helfe und mit guote und mit willigem muote. sô sint ouch in die liute holt und dienent willeclîch den solt. swer urliugen wil und strîten sol, der bedarf der liute gunst wol. betwungen dienst der ist niht guot. swer dienst betwungenlîchen tuot, dâ mac wol schade von ûf gestân. wil er einen iegelîchen man in sînen dienst betwingen, im mac dran misselingen. owê, waz des nû geschiht! wie manegen man nû dienen siht betwungen dienest alle tage. ez ist nû meist der werlde clage. daz si sô vil dienet âne ir danc und daz diu helfe ist sô cranc, die man in dar umbe tuot. des swende got der vürsten guot und sî ir sêle und ir leben dem übeln tievel ergeben! dirre vluoch clegelîch gê über die bœsen vürsten rîch, die nû dâ vürsten sint genant. ich wil sprechen alzehant, vervluochet sî der sich des vlîzet daz er dem herren wîzet ob er indert mit dem guot etewâ unarclîchen tuot. ir werdet nimmer âne sorgen: sô kumt ein bote hint ode morgen ‘wol ûf unde sît bereit, ir vart ze hove wol gecleit, daz gebiut iu mîn herre.’ so vertiefet ir iuch verre, ir setzet riute unde velt, ir verkoufet iuwern huobegelt. sus swendet ir iuwer guot. sô ir iu schaden dann getuot, sô komt ein ander bote gerant, der gebiut iu alzehant ‘lât die hovevart under wegen: ez ist ein hervart gewegen, dâ vart hin mit gesellen vil.’ man stecket iu ûf solhiu zil, dâ von ir alle verderbet und armuot erwerbet.

231

Dise wernde swære hât Heinrich der Vogelære gesprochen und getihtet. ir sît vil unberihtet, ir grâven vrîen dienestman. ich sihe wol daz man iu niht gan guotes noch der êren. man wil iu verkêren iuwer reht alle tage. ez ist wâr daz ich iu sage. man setzet die geste ûf iuwer erbeveste und müezet ir dar zuo sehen. swaz iu des immer mac geschehen, dar umb türret ir niht sprechen wort od ir sît alle mort. sît ich iu, grâven vrîen dienestman, mit melden niht gebüezen kan, sô gê übr iuch der gotes segen und ringe iur leit ûf allen wegen!

232

Ich wil mîn altez mære von dem Bernære rehte wider heben an, wie ez umbe in ende nam. ir habet ê wol vernomen, wie ez her ist bekomen, wie her Dietrich von den Hiunen schiet und waz im vrou Helche riet und wie si im daz guot gap. vil manegen wîslîchen rât riet im diu küniginne rîch: des sagt ir gnâde her Dietrich.

233

Nû ist ez komen an den tac, daz daz starke her lac dâ ze Grane in der stat, dar in Ezel geboten hât. dô sprach der künic Ezel zehant wider den künec von Rœmisch lant ‘nû sît bereit, her Dietrich, und vart dâ hin gein Rœmisch rîch. iuch ensûmet nieman. anderthalp hundert tûsent man die sint alle nû bereit, die wellent rechen iuwer leit.’ vrô wart der Bernære. er gie mit disem mære vür die milten Helchen stân. er sprach ‘lât mich urloup hân, ich wil ze lande rîten.’ ûf stuont an den zîten vrou Helche und ander vrouwen. dâ muost man jâmer schouwen. vrou Helche und vrou Herrât die bevulhen in bêde an der stat mit getriulîchem muote ze heile und ze guote got verre in sîn gewalt. von danne schiet der helt balt. Diethern sînen bruoder liez er hie. ûf den palas her Dietrich gie und nam urloup von dan beidiu von wîben und von man. Ezel mit samt im dô reit gegen Gran, als man seit, dâ er daz starke her vant. Ezel mit gewaltiger hant mit herzen und mit munde gebieten dô begunde vil gewalticlîchen armen unde rîchen ze warten dem von Berne ‘swer daz tuot gerne, dem teile ich williclîch mîn golt und bin im immer gerne holt.’ beide junge und alde die lobten vil balde ze warten dem von Berne. daz hôrt der Amelunc gerne.

234

Nû wil ich iu mêre sagen. Ezel hiez ûf den hof tragen vil manegen wol geladen schilt. Ezel der wart nie sô milt ze geben mit dem guote. die recken hôchgemuote die machte er alle rîche durch den herren Dietrîche. er hiez ouch dar nâch ziehen dar vil manic râvit (daz ist wâr) und manegem meidem wol gestalt. er gap diu ors ungezalt den edelen und den kecken. er vertigt al die recken mit volliclîchem guote und bevalch in ir huote den herren Dietrîche. hin vuorens gein Rœmisch rîche.

235

Ezel dem Bernær gebôt ‘wurd iu iemens mêre nôt, sô sûmt iuch selben niht dar an, ir heizet boten strîchen dan: sô kume ich iu vil schiere und bringe iu recken ziere. dâ mit müezt ir sælic sîn und alle die recken mîn, die ich mit iu sende! sigehafte hende vüege iu got der guote und hab iuch alle in sîner huote!’

236

Nû ist ez an die reise komen. urloup wart al dâ genomen von jungen und von alden. hin sigen dô die balden durch Saders ûf gein Isterrîch. daz her leit her Dietrich mit ganzer ebenmâze die gelegenlîchen strâze rehte ze Isterrîche in daz lant. nû wâren Bôlær alzehant wol mit tûsent orsen ûz komen. die heten daz vil wol vernomen, daz ir rehter herre Dietrich komen solt ze Rœmisch rîch. si heten dâ vor niun tage (vür wâr ich iu daz rehte sage) aht hundert Ermrîches man von dem lebene getân. die het Ermrîche geschaffet sicherlîche ze huote in die guoten stat. hœrt wie man mir gesaget hât. die wolten sô gewaltec sîn. dô wart den burgæren schîn und gedâhten ouch dar an, daz si heten missetân an ir rehtem hêrtuom. daz wolden si nû widertuon. si heten al die ûz brâht, mit den si heten des gedâht, daz si ir lîp unde ir leben dem von Berne wolden geben ûf genâde gar in sîn gewalt. die stolzen Bôlære balt vuorten manegen gîsel dar. dô was ouch komen (daz ist wâr) daz starke her von Hiunisch lant. man staht die vanen alzehant mit gewalte nider vür die stat. dô wârn ouch komen, als man mir hât gesaget an dem mære, die rîchen burgære. die vuorten vridebanier. nû sult ouch ir gelouben mir, dô nam vil michel wunder daz starke her besunder, waz daz bediuten wolde. die dâ riten mit rîchem solde, si vuorten deheiner slahte wer. si erbeizten verre von dem her und giengen in der gebære vür den Bernære. dâ si den künic vunden, gemeinlîch bî den stunden si ir houbet neigten nider. daz kom in ze staten sider wider den von Berne. si begunden alle gerne biten den künic rîch ‘hôher vogt, her Dietrich, wir manen iuch genâden’ sprâchen die dâ lâgen. ‘nû tuot hiute küniclîchen und lât uns sicherlîchen, herre, wider iuwer hulde hân. wir haben wider iuch getân, daz habt ir selbe wol vernomen. nû sî wir ûf genâde komen zuo iu, her von Rœmisch lant. durch got, sô sît hiute genant, hôher vürste wol gemuot, gebietet über lîp unde guot, swie ir wellet, herre. ob iu immer iht gewerre von uns deheiner slahte leit, sô hâht uns, vürste gemeit. und nemt die gîsl in iwer gewalt. wir haben die besten ûz gezalt, die wir inder mohten hân. ir sult iuch, herre, an uns wol lân, daz ir, vürste hôchgemuot, von uns gewartet niwan guot.’ dô rieten mâge unde man dem rîchen künege lobesan ‘ir sult lâzen iuwern zorn, hôher vürste ûz erkorn. ir sult iuwern unmuot lân und sult si hulde lâzen hân.’ do gewert die recken mære der edele Bernære und liez si slehtes hulde hân. dô wart ein sicherheit getân mit eiden sicherlîchen. Bôlære die rîchen gâben tûsent castellân, diu besten diu si mohten hân, mit ganzem willen gerne ir herren dâ von Berne. und dannoch tûsent recken starc und als manec verdecket marc vertigten si mit gelfe dem Bernære ze helfe.

237

Nû ist ez allez wol ergân, dâ mit seic daz her dan. Bôlæren er ir gîsel lie allen ûf ir triuwe hie. dô vuor er ûf durch Isterrîch, ich mein den herren Dietrich. grôz was sîn rîterschaft. mit dirre grôzen hers craft kêrt er gegen Bâdouwe dan. vil dicke er trahten began mit herzen und mit muote und sprach ‘herre got vil guote, nû lâ mich noch den tac geleben und ruoche mir die vrist geben, daz ich mich herzenlîche gereche an Ermrîche.’

238

Die werden recken hôchgemuot tâten als man noch tuot. si rotierten sich dar zuo, si warten spâte unde vruo der vînde zuo zin sêre. nû sult ir hœren mêre, wie ich an dem buoche hân vernomen. si wârn ze Bâdouwe komen. dar inne lac gewalticlîch der junge künic Friderîch und hete wol zwelf tûsent man. nû was ouch in daz kunt getân, daz der Bernær komen wære mit manegem recken mære. dô hete der künec Friderîch sehs tûsent recken lobelîch ûz al den sînen gewegen, und wârn ouch daz sô kecke degen, als wir daz buoch hœren sagen, si tâten wunder bî ir tagen. si riten durch manheit ûz der stat. daz her sich nider geleget hât. dô daz der künic Friderîch gesach, dô sprach der ellensrîch ze sînen geverten allen ‘ob ez iu wol gevalle, sô heb wir ein zecken mit in. wir rîten her unde hin âne schaden swenn wir wellen, und möhte wir ersnellen etlîchen Dietrîches man, des müest wir immer êre hân.’ nû dûhte si der rât guot. nider stuondn die helde hôchgemuot und gurten ir marken. die biderben und die starken ûf ir ors si dô gesâzen, manheit si niht vergâzen. einen vanen hêrlîch vuort der künic Friderîch. si staphten under schilde über daz gevilde, dâ si daz her wolden sehen. nû hœret wie ez was geschehen.

239

Daz her von Hiunisch lande sich ouch mit sinnen wande. si westen endelîchen wol, als ichz iu rehte sagen sol, daz daz nimmer wurd verlân od si wurden dâ bestân von den recken ûz der stat. hœrt wie man mir gesaget hât. si lâgen ungewarnet niht. in was wol kunt diu zuoversiht. si heten allez ir her in huote geleit und ouch ze wer. vil schier dô sâhens rîten die vînde bî den zîten. daz sâhen sumelîch gerne. do gebôt der helt von Berne, daz sich ieman ruorte noch die schar iht zevuorte. si gewerten in des endehaft, si lâgen mit behuoter craft. die vînde nâhen zuo in riten. her Dietrich begunde biten die sînen heben deheinen strît: ‘sîn wirt noch allez guot zît.’ die vînde hin unde her umb daz her vaste entwer begunden strît suochen: dô wolde ir nieman ruochen. ez getorste ouch nieman die schar brechen. swie hart manz suochte dar, darumbe gâbn die Hiunen cleine. dô hete sich Wolfhart al eine ûz dem here hin verstoln. heimlîch unde vil verholn was er selb ahte geriten. mit vil unverzagten siten rante er die vînde an als ein unverzagter man.

240

Nû wil ich iuch ze hœren biten, wer die wâren die dâ rîten. daz eine was her Alphart, daz ander her Helmschart, daz dritte was her Nêre, daz vierde der marcgrâf Gêre, daz vümfte Else der wîgant, daz sehste her Volcnant, daz sibende Ilsunc der degen, daz ahte Wolfhart der bewegen. sper si undersluogen, diu ors si dar truogen, die schefte si zebrâchen, durch schilde si gestâchen, strîtes si gerten, si griffen zuo den swerten, houwen si begunden durch helme tiefe wunden: si stâchen, si niezen mit swerten und mit spiezen, si durchhouten herten stâl, mit bluote tungten si daz wal. si liezn in strît enblanden, si gâben ze beiden handen diu swert an den zîten. si begunden vaste strîten, ir leit si vaste râchen, durch die schar si brâchen. sam obz ein wint wæte, daz bluot von swerten dræte. die werden Dietrîches man tâten schaden vreissam, si gescheiden sich nie in dem strîte dort noch hie. des gelâgen die vînde under. si tâten michel wunder an dem künege Friderîch. ahzec man volleclîch sluoc Wolfhart und sîn gesellen, als wir daz buoch hœren zellen. zwô widerkêre und wætlîch dannoch mêre stritens durch der vînde schar. an der driten kêre (daz ist wâr) die si her wider wolten tuon, dô vie Wolfhart Sibechen suon. vlühtic wart künc Friderîch gegen der stat sicherlîch. si wârn mit trûren überladen, si heten genomen grôzen schaden an ahzec mannen ûz erkorn, die hete der künic dâ verlorn.

241

Des strîtes noch der mære wesse niht der Bernære, daz Wolfhart hete dort gestriten. vil schiere kom er zuo geriten (der strît der was ergangen) und vuort mit im gevangen den Sibechen sun Sabene. ez was niht von Rabene. dô her Dietrich Wolfharten sach, er begunde lachen unde sprach ‘dich hât niht guotes ûz lân. dîn reise sagestû nieman’ sprach der vürste ûz erkorn. ‘nû wie, het ich dich alsô verlorn? des müeste ich immer schaden hân. sag an, wie ist ez dort ergân? ist der vînde ieman erslagen?’ Wolfhart sprach ‘ich wil iu sagen. ich wæne, ir sîn wol ahzec tôt. hât von wunden ieman nôt in dem strîte enphangen, daz mac ouch sîn ergangen.’ ez sprâchen mâge unde man ‘Wolfhart, hætestû niht mêr getân denn umb des ungetriuwen sun, dîn reise wære gewesen vrum. dû hâst Ermrîchen sêre entsachet.’ dâ mit sich daz her ûf machet. si riten nâhen zuo der stat, als man mir gesaget hât. einen galgen machte Wolfhart. des ungetriuwen Sibechen zart der wart gehenket dar an. daz muosten al die sehen an, die indert wâren in der stat. des ungetriuwen Sibechen rât dâ vil übele ûz gie an sînem sune, den man hie.

242

Dâ mit daz her danne reit. künic Friderîche nie sô leit geschach bî sînen zîten mê: schade unde schande tet im wê, diu im des tages wart getân. daz her seic vür sich dan gegen Ermrîch über lant. in was vil rehte bekant wâ si Ermrîchen vunden. dâ hin si gâhen begunden. her Dietrich sprach ze Rüedegêren ‘welle wir daz ende kêren gegen Raben durch daz mære? ich wil’ sprach der Bernære ‘den grôzen jâmer schouwen, den Ermrîch an den vrouwen hât begangen und getân. owê, er ungetriuwer man, er ist niht von vrouwen komen. ich hân daz ofte wol vernomen, im volget nimmer sæld noch guot, swer an wîben missetuot.’

243

Nû sint si komen vür die stat, dâ si die grôzen untât sâhen unde vunden. do erbeiztens bî den stunden, die starken Dietrîches man. ez enkunde nieman verlân od er beweinte dise nôt. si clagten dirre vrouwen tôt. man hiez si ab dem galgen nemen. als ez in wol muoste zemen, si wurden begraben vür die stat. ‘der disen mort getân hât, über den riht daz, reiner Crist! lâz in des nimmer langer vrist geniezen durch die marter dîn, des wil ich bitende immer sîn.’ dô man mit grôzen ungehaben die vrouwen hete alle begraben, dô sprach der Bernære ‘owê der leiden mære, diu Witege hât an mir begân. daz wirt nimmer gelân unz an mînen lesten tac, ich riche ez wærlîch, ob ich mac.’

244

Hie mit si langer niht dâ biten, daz ende si dâ vür sich riten gerihte gegen Bôlonje dan. in was vil rehte kunt getân, daz si Ermrîchen dâ vunden mehticlîchen. daz was ouch des si dâ gerten. an einander si dâ werten des si willen hâten. vaste begunde dar zuo râten der unverzagte Wolfhart ‘nû gâhet alle an die vart, daz wir komen dar enzît. dâ sol geschehen ein solch strît, daz muoter kint beweinen muoz. wir machen lebens mit tôde buoz. dâ sulen vogel unde tier büezen irs hungers gir mit âse und mit bluote. nûtrâ, helde guote! nû machet setel lære, daz si diu widermære heim nimmermêr gesagen. ez sol niemen dar umb verzagen, ob Ermrîch vil liute hât: unser wirt doch guot rât.’

245

Mit disen mæren wârens komen, als ich ez rehte hân vernomen, zuo Bôlonje alsô nâch, daz man crefticlîch wol sach alle Ermrîches rîterschaft. er hete der liut sô grôze craft, daz alle die begunden jehen daz si grœzer her nie heten gesehen. velt lîten unde tal lac allez vol über al wol zweier grôzen raste wît, alsô ahte man ez bî der zît.

246

Dô leiten sich ouch die Hiunen nider, die dâ schaden tâten sider. si herbergten vaste die mîle und die raste den vînden nâhen ûf daz zil. swie ir wære harte vil, in vorhten doch die Hiunen clein. si schiet ein smaler rein, kûm vierteil einer mîle breit. nû was ez, als mir ist geseit, harte nâhen bî der naht. wes dô wart gedâht, daz wil ich iuch wizzen lân. manegen wîsen urliuges man het der von Berne dâ mit im, die ze strîte heten wîsen sin, die wol trahten kunden wie man ze allen stunden die vînde solde rîten an. dô wart manic rât getân beidiu hin unde her. ze leste dô riet Rüedegêr ‘ich hân einen sin vunden, der uns an disen stunden wol ze staten mac gestân, dâ mit wir den vînden an gewinnen lîp und êre, des wir immer mêre getiuwert sîn die wîl wir leben. ich wil uns einen rât geben, dâ mit wir si bestricken: wir suln ez alsô schicken, daz ir dehein vür dise stunt nimmer mêre kumt gesunt.’ dô sprach der vogt von Berne ‘nû hœre ich harte gerne. rât an, herre Rüedegêr, dâ mit Ermrîch sîn êr verliese’ sprach her Dietrich. Rüedegêr der tugentrîch sprach zuo dem künec von Rœmisch lant ‘daz tuon ich, herre, dir bekant. sende nâch den besten allen, die dir dar zuo gevallen, sô lâze ich hœren dich den rât, der uns ze hôhen vrumen stât. dû weist wol, künec von Rœmisch rîch’ sprach Rüedegêr der tugentrîch, ‘Ermrîches her ist mehtic unde starc: dar zuo sint si ouch sô karc, si bewarent und behüetent wol, dâ mit man si gewinnen sol, als wir si haben gewunnen ê: daz geschiht nû nimmermê. wîse und listic si sint, si werdent nimmermêr sô kint, daz si uns getuont die stat: wæn man daz understanden hât. wir möhten uns verbrennen, wolten wir si ane rennen, dâ möhte uns misselingen an. ich râte’ sprach der marcman, ‘daz wir listiclîche varn und uns deste baz bewarn. wir mugen volleclîche hân anderthalp hundert tûsent man: die sul wir enzwei wegen. die hie des wales wellen phlegen, daz sol man mich wizzen lân’ sprach Rüedegêr der marcman. ‘ez gêt doch morgen an ein strîten. die andern sulen rîten hînte alle dise naht. wizzt ir war umbe ichs hân gedâht? des habt ir ê niht vernomen. wir sulen rehte ê tages komen hinder die vînde an eine stat. ich weiz wol, swiez morgn ergât, sô gêt ez an ein strîten. die wîle sul wir bîten, unz daz der sturm werde erhân. sô sul wir si hinden an gewalticlîchen rîten. sô mügens uns bî den zîten enwederhalp entrinnen, sô mugen si schaden gewinnen und wir dâ bî grôzen vrumen.’ ‘sô sul wir si ze stücken drumen’ sprach der starke Wolfhart. ‘si werdent cleine gespart von mir swaz ich ir vinde. ir wîben unde ir kinden sol ich si senden ungesunt. und gevüeget mir got die stunt daz ich kum eines an die stat, dâ muoz ich vehtens werden sat ode ich muoz dâ geligen tôt. ich geriche etlîche nôt, die uns Ermrîch hât getân.’ ‘nû sule wirz dâ mit lân’ sprach der herre Dietrich. hie wart gewegen endelîch, wer ûf dem wal solte bestân. den wart gewegen ein houptman. daz was von Stîre Dietleip. des wârens vrô, als man seit, und lobeten in mit schalle ze houptherren alle.

247

Hie bî im beleip her Paltram, Nuodunc unde Sintram, Îrinc unde Blœdelîn, Helphrîch unde Erewîn, und Hornboge von Pôlân, her Îsolt und her Îmiân, Hûnolt unde Sigebant, Walther der wîgant, Gotel der marcman, von Ôstervranken Herman, Dancwart unde Hagene, von den wol zimt ze sagene, si wâren zwêne degene in strîte vil bewegene. swaz ich iu der helde genennet hân, vür wâr ist mir daz kunt getân, si wârn in allen landen die tiuristen ze ir handen, die ie muoter getruoc. si wârn noch küener danne genuoc. die beliben hie ûf dem wal. nû hân ich ouch in mîner zal, welhe mit dem von Berne riten, daz vernemt mit guoten siten. daz tete der starke Wolfhart, her Nêre und her Alphart, her Amelolt und her Eckewart, her Stûtfuhs und her Helmschart und her Iubart von Latrân, Sigehêr und Starkân. ahî, daz wârn die kecken! noch ist sô vil der recken, der ich genennen niht enkan. nû sule wir hie heben an, ob ir ez gerne hœren welt, sô sî ouch iu hie vor gezelt, wer die Ermrîches wâren, die ouch niht verbâren, man muoste si vür recken hân, von den dâ wunder wart getân. daz was der starke Liudegast, dem an sterke niht gebrast, und Liudegêr der unverzagt, von dem man grôze manheit sagt. dâ was Rûmolt der starke und Diezolt von Tenemarke, von Norwæge Hiuzolt, von Gruonlande Diepolt, Fridunc von Zæringen, Walther von Kerlingen, Sturmgêr von Engellant, Sigemâr von Brâbant, Tûsunc von Normandîe und sîner bruoder drîe, Marchunc von Hessen, die ouch ze strîte wol wessen, und von den Bergen Ladiner, der hete dâ ein starkez her, Râmunc von Îslande, des ellen man wol bekande, Môrolt von Arle und sîn bruoder Karle (den guoten Karle mein ich niht, von dem man saget manec geschiht) Gunthêre von Rîne, Gêrnôt der bruoder sîne, Tiwalt von Westevâle, Marholt von Gurnewâle, von Dietmarse Môrunc, der manheit ein ursprunc: Heime und Witegouwe, als ich der mære getrouwe, Witege und Witegisen. noch wil ich iuch bewîsen, Madelolt unde Madelgêr daz wâren zwêne recken hêr.

248

Nû hân ich iu bêdenthalp genant die küensten über elliu lant, die wâren bêdenthalben dâ. sich gesante hie noch anderswâ nie sô manic recke werde ûf aller der erde, diu ie erde wart genant. daz ist mir wærlîch bekant. ir was dâ bêdenthalp sô vil. dâ mit ich daz lâzen wil und heben hie mit wider an, wie Dietrich und sîne man Ermrîch ze leide reit. als ich iu ê hân geseit, si vuorten manic kastelân, diu besten diu si mohten hân, diu vuort man ledic mit in hin. als ich der mære berihtet bin, wîser des heres was Hildebrant. über wazzer unde über lant riten si alle die naht, die wîl die mœre heten maht. si riten alle mit gelîcher wer, unz si daz Ermrîches her umbe riten allez gar. si kômen neben tage vür wâr in eine guote gelegenheit. in der huote wurden si bereit. dô rotierten si sich enzît und rihten ir dinc ûf den strît. si strihten die riemen. lût wart dâ niemen. halsperc iserhosen unde helm daz wart bereit sunder melm als siz haben wolden sô si strîten solden. si dahten diu vil guoten marc. von stâle manic decke starc leiten si ûf ir kastelân rehte als siz wolden hân in dem herten strîte. nû was ez an der zîte daz ûf hôhe was der tac. der von Bern daz her wac. ze scharen wurden si geslagen. nû wil ich iu mære sagen, er hete zwô und drîzec schar. ieslîch schar (daz ist wâr) wâren drithalp tûsent degen. dô si ze rote wurden gewegen, zuo ieslîcher schare breit, als mir vür wâr ist geseit, vuorten si eine banier, daz sult ir gelouben mir.

249

Dô bat der von Berne alle die recken gerne ‘ich wil houptman selbe sîn, ob got lîht die sælde mîn an gedenket unde mîniu leit, daz ich mîner arebeit hiute etwâ ze ende kum. dar zuo sî mir dîn helfe vrum, herre vater, heiliger geist: want dû mîn reht wol weist. nû ruoche hiute bedenken mich durch dînen tôt (des bite ich dich) den dû durch uns hâst genomen. nû ruoche mir ze helfe komen und niwa als ich reht hân. swaz hiut hie schaden wirt getân, daz rihte, vil heiliger Crist, in den der rehte schuldec ist. nu verzagt niht, helde guote: sitzet ûf mit heldes muote und ruofet alle Jêsum an, wan er uns wol gehelfen kan. ieglîch recke gurte sînem marc. nû haldet, edele helde starc, und lûzent, recken ûz erkorn: swenn ir hœrt daz herhorn’ sprach von Bern der unverzeit, ‘sô ist al daz her bereit und zen rossen alle komen. habt ir rehte daz vernomen, sô man daz horn geblâsen hât, sô sîget al daz her von stat: sô sul ouch wir bereit sîn. und bittet durch den willen mîn, daz got der himelische degen uns haben muoz in sînen phlegen, beidiu liute unde man und alle die wir lâzen hân ûf dem wale hinder uns, den gebe got sælde unde guns.’

250

Vil schiere hôrten si den schal. daz herhorn lûte erhal von Ermrîches mehten. michel was ir brehten, dâ si rûmten daz wal, michel was ir herschal, vaste kurren diu marc. der stoup was michel unde starc, der von den rossen ûf gie. daz sâhen harte gerne hie die starken Dietrîches man. hie wart langer niht verlân, si sâzen ûf diu guoten ros, si schülten herte noch diu mos. si zogten müeziclîchen nâch. vor der molte si nieman sach unz si kômen an die vînde gar. vil schier dô hôrten si vür wâr diu her zesamne dringen, diu swert ûf helme clingen, diu sper verstechen vaste. daz viuwer ûf erglaste sam ob berge unde tal allez brünne über al.

251

Dô sprach der herre Dietrich ‘nûtrâ, helde lobelîch! diu her sint zesamne komen, daz hân ich gar wol vernomen. ich hœre diu sper krachen. ir sult iuch dar zuo machen. ez muoz nû an ein strîten gên. alle die mir wellen gestên, die sîn ûf diu ors komen.’ dâ wart mit sporn genomen diu ros ze beiden sîten. von stat begunden rîten die Hiunen lobelîchen. mit samt Dietrîchen bunieret manic werder man. die vînde brâstens hinden an, diu sper wurden gezucket, undr uohsen gedrucket. si schrîren alle gelîche mit samt Dietrîche ‘ahtschavelier Berne!’ daz hôrten vil ungerne alle Ermrîches man. dâ wart anders niht getân wan diu swert ze handen genomen. dâ was manheit ze ellen komen. der wint von swerten wæte, daz bluot durch helme schræte. dâ was niwan ‘slach unde stich!’ ‘hiute geriche ich mich’ sprach der herre Dietrich. daz viuwer vlouc vreislîch ûz helmen unde ûz ringen. lûte hôrte man erclingen diu swert in mannes handen. ze sturme si sich wanden beidiu hin unde her. daz viuwer daz gie vaste entwer sam ez ein esse blæte. daz bluot danne schræte ûf hænde unde ûf ougen. ir sult vür wâr gelouben, man sach dâ manegen helme rôt von mannes bluot, dar under tôt lâgen vil der recken. man sach die gêre stecken durch halsperc tiefe in mannes lîp. daz beweinten sît diu wîp.

252

Der sturm gie vaste entwer. dô man vertân het diu sper, dô greif man zuo den swerten. an einander si gewerten mit tiefen verchwunden. sô si allermeiste kunden, sluogen si die slege dar. man nam dâ barmung wênic war. dâ was wan ach unde wê! ez geschiht nimmermê dehein sturm sô herte. beidenthalp man sich werte mit slegen harte sêre. man sach ouch die gêre vliegen her unde hin. jæmerlîch was der gewin, den si beidenthalp dâ wurben. die liut niht wæher sturben, sam ob si slüege ein donerslac. slac dâ wider slac gelac. si brâchen durch unde durch, man sach von bluote manic vurch über und über rinnen. als ich mich kan versinnen, beidiu bluomen unde gras in einer varwe allez was, lant und klê allez rôt. da gelac sô vil der liute tôt, daz ez ungelouplîch ist ze sagene gar an dirre vrist. da gelac vil manic kastelân: sô sach man hie ze vüezen gân die werden welrecken. sich werten sô die kecken under in beidenthalben ouch: der tunst ûz ir lîbe rouch in aller der gebære, sam ûf dem wale wære tûsent kolgruobe erzündet an. daz viuwer ûz den helmen bran rehte alsam ein glosendiu gluot, der daz viuwer heize tuot. dem gelîch die helme gluoten. die schar einander muoten reht sam diu ors undr in vlugen. diu swert si gein einander zugen. die sluogen, die stâchen, die schar si durchbrâchen sam obs der tiuvel vuorte. ahî, wie manz dâ ruorte mit sturme und mit strîte! man sach die wunden wîte durch die halsperge offen stân: daz bluot niht wæher drûz ran, ez moht getriben hân ein rat. ez vrumte niht diu stælin wât noch die helme guoten. diu swert dar durch wuoten und sluogen wunden lange. manec stæliniu spange sach man ûf helmen bresten, daz viuwer dar nâch glesten. die küenen Ermrîches man die sach man wîclîchen stân. swie si ze vüezen wâren komen und in diu ors wârn genomen, doch wertens sich vil sere. einer mîl lanc ode mêre was mit tôten daz velt gestreut. owê, dâ wart geunvreut maneger hôhen vrouwen lîp. sît beweinten ez diu wîp. swaz den mannen leides geschiht, daz lâzents unbeweinet niht. si strîten ie mêr und mêre vil manege umbekêre beidiu ûf und zetal. dâ wart getunget daz wal mit tôten und mit bluote. dâ sturben helde guote. daz gevilde allez vollez lac, sam ob ein raste langer hac wær dâ nidere gevalt. die tôten lâgen ungezalt ûf dem wal dâ nidere vür unde widere.

253

Dirre strît herte und daz swinde geverte werte unz über mitten tac, daz man anders niht dâ phlac niwan vehten unde strîten. si liezen nieman erbîten, daz er den helm hæte gestriht ze rehter stæte. beidiu tunst unde nebel der rouch von lîbe und von gebel und begunde gegen den lüften gân. ez mohte einander nieman vor dem tunste gesehen, alsô hœre wir daz buoch jehen. ez wart nie sô herter strît. rehte an der nône zît, als ich vür wâr hân vernomen, dô wâren êrst zesamne komen die Dietrîches recken. die starken und die kecken die heten solch mort getân an den Ermrîches man, daz ez immer ist ze clagen. si heten ouch hin wider erslagen der edelen Hiunen alsô vil, daz ich ouch daz clagen wil. schade und nôt gie dâ entwer, dise hin und jene her. liep dem Bernære geschach, dô er Dietleiben sach und ouch die mit im wâren komen. sumelîchen wârn diu ros genomen und sumelîch ze tôde erslagen. man sach si in ir handen tragen diu swert elliu bluotvar. dô rief her Dietrich vor der schar vaste ze Dietleiben dan ‘sage an, unverzagter man, hâstû die vînde gar durchriten dâ her dâ dû hâst gestriten?’ Dietleip sprach ‘daz ist geschehen. welt ir ez selbe gerne sehen, sô rîtet vür iuch hin ze tal. ir vindet velt unde wal getunget mit Ermrîches degen. die unser sint ouch dâ gelegen.’

254

In der zît dô Dietleip daz sagte, von Berne der unverzagte sach under schilde draven über gevilde drîzec tûsent Ermrîches man. her Dietleip ruofen began ‘hie vindâ vinde! alrêst sul wir hinde überwinden unser nôt od wir geligen alle tôt.’ vîntlîch wart dâ geblicket, die helme wurden gestricket vesticlîch ze houbet. vür wâr ir daz geloubet, dô huop sich alrêst der strît. der wart ouch vil herter sît danne er ê was ergân. dô kom man wider man mit nîde zesamne gerant. diu sper wurden verswant, swaz ir ganz was beliben. dâ wart ein strît alrêst getriben mit grimmigem muote. die vesten helme guote die muosten von einander gân. von ir slegen mohte niht gestân die helme noch der halsperc. si worhten tiwerlîchiu werc. ez vrumte dehein schildes rant, die spielten sich unz ûf die hant. die herten brünne vesten die muosten von slegen bresten, daz sich die ringe lôsten. ine weiz wes si sich trôsten. si liezen dar strîchen, si vâhten grimmiclîchen, si sluogen creftige slege. ez wurden velt und wege bestreut mit den tôten. si begunden an einander schrôten beidiu ros unde man. dâ wart alrêst ein strît getân dâ grôzer jâmer von geschach. iegelîch sîn leit dâ rach mit tiefen verchwunden. swâ si an einander kunden gewinnen mit den swerten, vil vaste si des gerten, si erzeigten vlîzeclîch ir maht. der sturm werte unz an die naht. si wolden sich niht scheiden. die lieben und die leiden gelâgen bêdenthalp dâ tôt. swaz scherm man gein slegen bôt, daz vrumte niht umb ein hâr. si nâmen dâ niht anders war wan diu swert ze beiden handen. vil wênic si bekanden deheine barmunge. von Berne der junge rehte vür si alle vaht. wâ er ie gewünne die maht, des muoz mich immer wunder hân. er liez ouch sô dar nâher gân: swaz im der vînde wider reit, als mir daz buoch hât geseit, der liez er nieman genesen. si muosten alle tôt wesen, swâ sî im wider vuorn, den tôt si von im kurn. mir ist daz mære ebenkunt, sehs unde vierzec stunt durch daz Ermrîches her mit vil manlîcher wer der von Berne al eine reit. als ich iu ê hân geseit, durchbrach er Ermrîches maht, daz her er allez durchvaht. dô diu naht begunde zuo sigen bî der stunde, dô wâren, als wir hœren sagen, die drîzec tûsent gar erslagen: die Ermrîches nôtgestalt die wurden alle ensamt gevalt.

255

Rehte dô diu naht was komen, daz si hete dem tage den schîn genomen, dô kom an dem mâle Marholt von Gurnewâle mit zwelf tûsent recken. die starken und die kecken die hulfen Ermrîchen. die kômen an Dietrîchen mit hertem sturme geriten. dâ wart alrêste gestriten von den Hiunen vil hiuzen: die liezen dar striuzen. undr schilde si sich bugen, diu scharfen wâfen si zugen mit grimme von den sîten. dâ gie ez an ein strîten, des muoterkint dâ tôt gelac. ez wart dâ maneges veictac. si worhten êrste heldes verch, si schrieten hirn unde verch durch helm und durch patwât. rehte man mir gesaget hât, si schrieten ouch diu hersnier. in was zesamne alsô gir, daz ichz niht halbez mac gesagen. wunden wurden wît geslagen, dar zuo unmæzlîchen tief. maneger lûte wâfen rief: owê, wie den der tôt betwanc! der strît was in der mâze lanc wol unz über mitte naht. ahî, wie Wolfhart dâ vaht! er stach, er stiez unde sluoc, er tete den vînden wê genuoc. sust vâhten si unz an den tac. wie vil recken dâ gelac, daz wil ich iu rehte sagen: des selben nahtes wart erslagen die zwelfhundert recken gar, die mit Marholten dar wâren in den strît bekomen: den wart daz leben dâ genomen. ê daz si ouch gelâgen tôt, dô brâhten si in solhe nôt die küenen Dietrîches degen: der beleip ouch vil dâ under wegen.

256

Dô beliuhten wolt der tac, daz wal getunget vaste lac von manegen edelen tôten. durch helm lac verschrôten vil manic ûz erwelter man. daz bluot über die tôten ran, daz man dar inne unz an die sporn muoste waten. dâ wart verlorn maneger küener wîgant. des starken Dietrîches hant rach dâ schaden unde leit, dâ von man noch hiute seit.

257

Dô diu sunne begunde ûf gên bî der stunde und daz lîhte der tac, strîtes man alrêste phlac. ez was dannoch vil vruo. dô reit der künic Gunthêr zuo, dem volgten zweinzic tûsent man, von den wart alrêst schade getân den Hiunen sicherlîche und dem edelen Dietrîche. dô sach der marcgrâf Rüedegêr vaste zogen dort her die starken Burgônis man. die riten alle kastelân mit îser wol bedecket. si wâren unerschrecket in stürmen unde in strîten. si wolden bî den zîten helfen Ermrîchen. si zogten vrechlichen bêde mit rotte und mit scharn. ‘wie welle wir nû varn?’ sprach der vogt von Berne ‘daz weste ich harte gerne.’ dô sprach Rüedegêr der milde ‘dâ haldet under schilde, als die wîcnôtigen tuont!’ von rosse manneclîch gestuont und gurten vlîzeclîch diu marc, si stricten die riemen starc an helme unde an brünnen. ‘swaz si uns nû künnen an gewinnen’ sprach Rüedegêr, ‘ich wil des sîn iuwer wer, wil got, wir mugen wol genesen. ir sult stætes herzen wesen und verzaget niht umb dise nôt. ez geligt hie nieman tôt wan der doch muoste tôt geligen.’ nû was ez ouch dar an gedigen daz die vînde begunden gâhen zuo den Hiunen nâhen. dô heten ouch die Dietrîches degen ze vesten rotten sich gewegen. die küenen vil vermezzen die wârn ouch nû gesazzen ûf ir guotiu kastelân. dâ kom man wider man mit starker crefte geriten. dâ wart ein sturm herte gestriten, der hertist der dâ ie geschach. von stat man dô trîben sach diu ors vaste mit den sporn. die küenen recken ûz erkorn zesamne si geranden, diu swert ze beiden handen vil vaste und bariu vuorten. ahî, wie sis dâ ruorten beidenthalp mit den slegen! si begunden diu gebot legen, des maneger vil riuwic wart. hin und her vil manege vart si beide trîben unde riten. sô bewegenlîch si strîten beidiu dort unde ouch hie, daz rehte der tunst ûf gie von rossen und von liuten. dâ wart ein niderriuten mit den tôten getân, sam ob ein raste langer tan mit äxen nider wære gevalt. owê, dâ sturben helde balt.

258

Der strît der gie vaste entwer. man sach swert unde gêr in den helmen stecken. dô wâren die kecken mit grimme êrst zesamne komen. ich hân vür wâr daz vernomen, daz die küenen recken tiuwer sluogen daz daz viuwer ûz swerten unde ûz helmen spranc. dô was sô michel der clanc von ir slegen swæren, sam ob tûsent smide wæren mit hamer über ambôz gestân. si liezen sô dar nâher gân, daz ichz iu nimmer mac gesagen. dô wurden solhe slege geslagen, daz sich die brünne entranden. diu swert in ir handen vast in den lîp wuoten. ich hôrt dâ nieman muoten daz er genesen wolde. si wurben nâch dem solde, der in ir leben an gewan. swaz ich noch ie gehôrt hân von stürmen und von strîten bî allen mînen zîten, daz ist ein wint, als man jach, wider den strît der dâ geschach.

259

Si ahten cleine ûf den tôt. si wac ouch ringe diu nôt, die si dô sâhen under in. si wurben umb einen gwin, der si von ir leben schiet. diu houbet man enzwei schriet, dazz ûf den zanden wider want. brünne unde schildes rant daz muoste enzwei allez gân. die starken Dietrîches man mit grimme sich werten. jene her engegen berten mit slegen, daz ez rehte smarz. die biulen blâ unde swarz wurden an ir lîbe. owê der schœnen wîbe, die verwitewet wurden alle! der sturm wart mit schalle und mit grimme dâ getân. die starken Gunthêres man werten sich alsô mit slegen. da gelac degen wider degen. als ich vür wâr vernomen hân, einer rant ie den andern an. her Dietrich und her Gunthêr, die kômen zesamn mit wer. mit zwein guoten swerten an einanders bêde werten, daz velt berge unde tal allez von ir slegen hal. von Alzey her Volkêr und Wolfhart der recke hêr die wâren zuo einander komen. nû habt ir ê wol vernomen, die wâren küene beide. sich huop ûf der heide ein sturm vreislîche. von Lunders Helphrîche den bestuont der starke Ladiner. von Lengers Walther der bestuont den starken Hiuzolt. si arnten alsô daz golt, daz ez si sûre muoste an komen. nû hân ich ouch daz wol vernomen, mit wem her Dietleip dâ streit. daz hât man mir wol geseit. den hete Heime bestân. alsô was man wider man an dem strîte gewegen. dâ wart sturmes gephlegen von morgen unz ûf miten tac. wer sigelôs dô gelac, daz wil ich iuch wizzen lân: daz was Gunthêr und sîne man. was daz niht ein michel nôt? die zweinzic tûsent lâgen tôt. des künic Gunthêres man, der kom nie deheiner dan niwan zwêne und drîzec. Wolfhart was des vlîzec, daz ouch die wæren dâ erslagen. nû hœre wir daz buoch sagen, vlühtic wart Gunthêr der rîche ab dem wal vor Dietrîche. des künic Gunthêres man die heten grôzen schaden getân an den Hiunen ûf dem wal. ich hân ez lâzen ûz der zal, daz ich ez nimmer tar gesagen, sô vil als ir dâ wart erslagen, nû seht, welch nôt dâ was, daz velt bluomen unde gras überal von bluote ran! man sach die güsse enouwe gân sam von regen tuot ein bach. die tôten nieman vor bluote sach.

260

Als Gunthêr ab dem wale entran und der von Berne den sic genam, in der zît was ouch komen, als ich vür wâr hân vernomen, Diepolt von Gruonlant. einen vanen vuorte er in der hant, der was über al rôt. der helt sich ze sturme bôt. under sînem vanen breit aht tûsent recken gemeit zogten under schilde. ob iuch des niht bevîlde, sô sagte ich iu mêre. dar nâch ein recke hêre zogte her mit einem vanen, der daz niht wolde vermanen, er müeste komen in den strît. nû hœret an dirre zît, wie der selbe was genant: Sturmgêr von Îslant. dem volgten sehs tûsent man. vür wâr ich daz vernomen hân, daz wâren recken zuo ir hant. die man dâ heizet wîgant, daz mohten wol die selben sîn. owê, daz tâten si dâ schîn mit maneger vreislîcher tât. daz buoch mir gesaget hât, daz wâren sturmgiten in allen herten strîten.

261

Die vierzehn tûsent recken starc die vuortn als manec verdahtez marc mit hertem stâle wol bedaht. sich huop ein strît vor der naht, der immermêr ist wol ze clagen. von in wart manic recke erslagen. si kêrten alle an einen ort. da geschach sô creftigez mort an liuten allenthalben, die von allen salben nimmermêre wurden heil. dâ ergie ein urteil, dâ von man immer sagen muoz. dâ wart mit tôde lebens buoz.

262

Gegen den vierzehn tûsent man kom Tîdas von Meilân mit einer starken rote geriten. nû vernemt mit guoten siten, der wolde helfen gerne sînem herren von Berne. jene vierzehntûsent man die gehôrten Ermrîchen an. her Tîdas der guote, der küene hôchgemuote mit dem zogten siben schar. islîcher schar (daz ist wâr) wâren zwei tûsent degen. die torsten manheit wol phlegen in strîte ze allen stunden. niht langer si erwunden, si trîben diu ors mit grimme dar. veste was Tîdas schar, als wârn ouch jene her engegen. dô kômen zesamne kecke degen. her Tîdas von Meilân der mante alle sîne man ‘verzagt niht, helde alle!’ den puneiz mit schalle huoben si dar unde her. in was zesamne harte ger. daz grimme viuwer als ein loup ûz den huofîsen stoup. in einander brâchen die schar. mit starken slegen (daz ist wâr) ûf die helme si sluogen. nîtlîch si truogen diu swert in den henden. der sturm ze allen enden wart als ein turnei. ach und wê dô maneger schrei, den der grimme tôt twanc. daz hirn ûz en köphen spranc, ez mohte got erbarmet hân. daz bluot an den swerten ran in die hende nider ze tal. die helme vielen âne zal, alsô tâten ouch die schilde. getunget daz gevilde wart mit tôten über al. dô was von slegen solch schal, daz nieman mohte gehœren daz grimmiclîche stœren, daz si an einander tâten. manegen diu ros trâten, der wol lenger mohte leben. dâ wart der solt alsô gegeben mit tiefen wunden wîten, daz maneger muoste enbîten des jungisten urteiles. owê des unheiles, daz Ermrîch ie wart geborn! alle die dâ wurden vlorn, daz geschach von sînen schulden. des ist er von gotes hulden gescheiden immermêre. ez enhet niht widerkêre ûf dem wale dannoch, der strît der werte iedoch von mittem tage unz an die naht. der ez dâ ûz den sorgen vaht, daz was ot allez Wolfhart, Nêre unde Helmschart.

263

Dô diu naht zuo seic, Wolfhart dannoch nie gesweic in dem herten strîte. vast rief der sturmgîte als ein wüetunder man ‘lât, ir helde, et dar gân! und lâzet nieman genesen! ez muoz ir urteil hie wesen. wir suln ouch niht langer leben. ez wirt niemen vride gegeben jungen noch den alden.’ do ergrimten die balden, die starken, die ræzen, und ouch die widersæzen. si sluogen, si stâchen, ir leit si vaste râchen mit grimmigem muote. ez wart nie helm sô guote ode er spielt sich von den slegen. bêdenthalp vielen die degen tôte nider ûf daz lant: und wart iu dehein snê bekant, als er von den alben gât, noch dicker vielen an der stat die liute tôt dar nidere. beide vür und widere sach man daz viuwer glasten. si wolden nie gerasten, unz daz der tac nimmer schein. wie si getruogen daz enein, daz si ruowe wolden phlegen? zwischen in wart ein vride gewegen unz an den andern tac dan. daz widerriet dô ein man Wolfhart der mære. des volgte der Bernære.

264

Der vride widerboten wart. in der zît hete sich geschart Pitrunc von Engellant, der vuort mit werlîcher hant sehzehen tûsent recken. die starken und die kecken wâren dâ mit Ermrîche ze schaden Dietrîche. die vuorten einen vanen breit swarz und wîz, als man seit. si wârn georset alle wol. dâ wider ich iu brüeven sol, die gegen Pitrunge riten und einen sturm mit im striten. daz was selbe der Bernære und manic recke mære. aht schar vil hêrlîch riten mit dem herren Dietrich: ieslîch schar was wan tûsent man. dâ rante ie einer zwêne an. dâ wart lachen lâzen. in gelîchen mâzen zesamne brâsten diu schar. ez het her Dietrich (daz ist wâr) leider ze vaste nâch. ein strît dô allerêrste geschach, daz sît beweinten ougen. ir sult vür wâr gelouben, ez wart durch halsperc und durch schilt die scharphen gêre gezilt, daz ez durch diu herze brast. beidiu vriunt unde gast muosten dâ tôt belîben. man sach zesamne trîben den sturm ûf der heide. dâ was bœsiu ougenweide.

265

Der sturm der was sô herte. nieman den andern nerte, weder der vater dem kinde. ir slege wârn sô swinde daz ich im nie gelîche sach. manic man dô jach, daz von sô vil liuten in velden unde in riuten herter sturm nie wart gestriten. die halsperge wurden versniten, daz si enzwei hiengen. mort si begiengen an ein ander ûf dem wal. dâ vielen etlîch ze tal âne houpt und âne hant. alsô streuten si daz lant. von den slegen si sich bugen. die schilde von den handen vlugen rehte alsam ein dürrez strô. beidiu trûric und unvrô wart vil manic werdez wîp umbe ir lieben mannes lîp: sô cleit daz kint unde mâc, owê, der vil dâ tôt gelac.

266

Nû hœret grôziu wunder sagen. dô undr in wurden erslagen diu ûz erwelten kastelân, dô muosten si ze vüezen gân. alrêrste trâten si ein phat mit strîte an der selben stat. dâ gie der sturm vaste entwer, dise hin und jene her. der mâne in schône lûhte. nieman den andern schûhte, er wære starc ode cranc. craft wider craft dâ ranc. die wîl si heten deheine maht, si schieden sich nie bî der naht, unz daz der tac wol ûf sleich. ir halsperge wâren alsô weich worden von der hitze. ‘waz wunders ist ab ditze’ sprach der marcgrâve Rüedegêr, ‘sul wir geruowen nimmermêr.’

267

Dô der tac ûf gie, dannoch weigerlîchen hie ze beiden handen truoc daz swert Pitrunc der recke wert. sîn schar was worden dünne. man unde künne lâgen ûf dem wal erslagen. si heten cleine vertragen den starken Dietrîches man, die wârn ouch von ir leben getân. Alphart der mære lief von dem Bernære den küenen Pitrungen an. Pitrunc der küene man ouch gegen Alpharten lief. si holten ûz ir herzen tief zwêne slege vreislîch. Pitrunc der ellensrîch traf Alpharten ê, daz der recke nimmermê von der stat kom gesunt. alrêst wart dem Bernære kunt daz allersterkiste leit daz im ie geschach, als man seit. dô in her Dietrich tôten sach, dô wart im von dem grimme gach an Pitrungen dâ der stunt. als noch die liute in zorne tuont, si liefen bêde einander an. des muoste ir einer schaden hân. si strîten eine lange zît. under in herte was der strît. dem Bernær wart von einem man in dem sturme nie sô wê getân. dô si gestriten dâ den strît unz wol ûf vruoinbizzît, dô dâhte der Bernære ‘unser eintweders swære muoz iezuo ein ende hân.’ er lief Pitrungen an und sluoc im einn sô herten slac daz imz houpt unz ûf den nac allez samt enzwei gie. dô hete mit grimme gerochen hie her Dietrich sînen lieben man. her Pitrunc ruofen began ‘swaz der mînen hie mac wesen, die vliehen, ob si weln genesen!’ daz was sîn allerleste wart. ûf den recken Alphart viel er tôter dâ nider. daz wolde rechen sider Reinhêr von Pârise. der starke und der wîse brâhte kurzlichen dar zwelf hêrliche schar, in ieslîcher schare breit riten tûsent recken gemeit. manege brünne stælîn, die besten die dâ mohten sîn, dâ wâren si gewâpent in. ‘ich sihe wol, wir komen nimmer hin’ sprach von Lunders Helphrîch. ‘edel künec von Rœmisch rîch, wir sulnz enouwe lâzen gân, sit hie nieman genesen kan.’ ‘daz ist mir ouch als mære’ sprach der Bernære, ‘ob ich hie gelige tôt. ich muoz mîner starken nôt hie an ein ende komen od mir werd der lîp benomen. wir hân noch recken wol gesunt und hân geaht an dirre stunt, waz wir liute mugen hân. ich wæn wol drîzec tûsent man hab wir noch volleclîchen.’ ‘nû lâz wir dar strîchen’ sprach Dietleip von Stîrelant. dô wart gewegen alzehant sehs schar hêrliche. Dietlêip der ellensrîche was ir aller houptman. als ich vür wâr vernomen hân, si heten slehtes sich bewegen, alle die Dietrîches degen, lîbes unde guotes. si wâren eines muotes: daz erzeigten si des tages wol. noch mêre ich iu sagen sol. die allertiuristen man, die der von Berne mohte hân, die wurden gewegen in den strît. dô was ez komen an die zît, daz die vînde mit ir schar begunden staphen (daz ist wâr) gegen dem von Rœmisch lant. dô sprach her Dietrich zehant ‘nûtrâ, recken hôchgemuot!’ daz tâten ouch die helde guot. von stat triben si diu marc. si kômen dar mit nîde starc ûf einander geriten. dâ wart langer niht gebiten, sâ zuo den handen diu swert. dâ wart strîtes gegert mit nîdigem muote. die küenen helde guote ûf einander sluogen. mit grimme si truogen diu swert in den handen. mit crefte si sich wanden beidiu hin unde her. in was zuo einander ger. dâ was jâmer unde wê. ez geschiht nimmermê sô herter strît an einer stat. des werd Ermrîches nimmer rât, der den strît ie gevuogte: wan in nie genuogte deheiner untriuwen. des sol mich cleine riuwen swaz sîner sêle geschiht, daz clage ich nimmer niht.

268

Si sluogen hin, jene her. alsô gie ez entwer mit sturme ûf der heide. do geschach vil ze leide dem künege Ermrîche. ez wart ouch sicherliche des von Berne niht vergezzen. vil manegen helt vermezzen vlôs dâ der Bernære. ditz ist ein wârez mære.

269

Dirre sturm der was grôz. daz bluot durch die ringe vlôz und durch die helme sêre. wa gehôrt ir ie mêre einen sturm alsô langen? ez was nû sô ergangen swaz dâ ze schaden mohte ergân. doch wart der strît alsô getân, er werte dannoch al den tac. owê, waz liute dâ gelac, ê daz ein ende næm der strît! rehte wol ze nône zît, dô was velt unde plân alsô jæmerlîch getân, mit bluote überrunnen. die recken vil versunnen heten nû vil cleine craft. diu Ermrîches ritterschaft diu was nû elliu erslagen. ez ist ze mære wol ze sagen ditz wunder, daz dâ geschach. man sach von bluote manegen bach über velt rinnen. als ich mich kan versinnen, sô lac der liute dâ sô vil, daz ich daz wol sprechen wil, daz bî niemens zîten in stürmen od in strîten sô manic man nie wart erslagen. wer kunde ez iu ze geloube sagen!

270

Nû lâze wir diu mære stân und heben hie wider an, wie sich ende der strît, (daz vernemt an dirre zît) den Reinhêr von Pârise der starke und der wîse mit Dietleiben hie gestreit. Reinhêr hete, als man seit, mit im dâ zwelf tûsent man. der kom nie deheiner dan od si lægen alle dâ tôt. daz was ein clegelichiu nôt, daz dâ sôlich mort ergie. ir hôrtet ez gesagen nie.

271

Rehte gegen âbunt dô lâgen tôt unde wunt alle Reinhêres man: er kom ouch selbe niht von dan. in sluoc Wolfhart der wîgant. ouch galt sich mit ellens hant Reinhêr der mære: der sluoc dem Bernære ahte ze tôde sîner man, die tiursten die er mohte hân. wer die wæren, die wil ich iu nennen: nû vernemet mich. daz eine daz was Helmschart, daz ander was Alphart, daz drite her Nêre. si verclagte nimmermêre von Bern der herre Dietrîch. noch nenne ich iu sicherlich einen recken ûz erkorn, owê, der ouch dâ wart verlorn. daz was Iubart von Latrân, und von Pôle Berhtram und ouch der küene Amelolt. wær Rœmisch lant allez golt, daz hete der vürste ûz erkorn drîzec stunt gerner vlorn und het ez allez dar gegeben umb sîner lieben manne leben. dâ gelac her Eckenôt, Eckewart starp dâ tôt, do gelac Starchêr der degen. der ahte recken vil bewegen vergaz sît nimmermêre von Berne der hêre.

272

Dô der tac hine seic und die naht zuo steic, dô was ebene unde tal allez vol über al getunget mit tôten vaste. wol ein tiutsche raste ez mit tôten vollez lac. dô was ein urteillicher tac. do gelac manic breitiu schar. Ermrîch vlôs alle die gar, die er hete brâht in den strît. ir lebte niemen bî der zît niwan einlef hundert man, uud kômen die niht alle dan od ir wurd noch vil erslagen. nû vernemet, ich wil iu sagen, dô Ermrîch daz gesach, daz ez hete vaste nâch, dô habt er bî Ribsteine dort verre ûf einem reine. dâ was ouch Sibeche der unstæte, von dem die ungetriuwen ræte in die werlt sint bekomen, als ir dicke habt wol vernomen. dô kom ouch Witege gerant dâ er Ermrîchen vant. vil balde er im zuo sprach als er in verrist an gesach ‘wes beit ir, künic rîche, daz ir niht sicherliche vliehet zuo den vesten? sehet ir dort her bresten den herren Dietrîchen? wir suln im entwîchen. swaz wir nû langer hie bestân, daz muoz uns an daz leben gân. mâge und liut sint alle erslagen. lâz wir uns nû hie betagen, des müge wir komen in grôze nôt: wær unser ein her, sô wær wir tôt.’

273

In der zît dô daz geschach, dô kom gerennet dort her nâch Gunthêr von Rîne und Gernôt der bruoder sîne. die hôhen vürsten ûz erkorn die heten an dem strîte vlorn niunzehen tûsent man. vaste ruofen dô began der hôhe künic Gêrnôt ‘swer hie niht welle ligen tôt, der hebe sich von hinnen, ob er muge entrinnen.’ dô wart gebiten niht mêr. Ermrîch der künic hêr saz ûf ein guot kastelân. vil vaste vliehen man began. swer baz moht, der reit dâ hin: daz was ein wîslicher sin. niemen des andern dô erbeit. nû was ouch komen, als man seit, der edele Bernære mit manegem recken mære und volgten im wol driu tûsent man. diu ûz erwelten kastelân treip man dar crefticlîchen. dô jeit man Ermrîchen gegen Bôlonje zuo der stat. Wolfhart ruofte unde bat sînen lieben herren ‘nû rechet iuwern werren und slahet swen ir vindet. niht nâher ir erwindet und lât et einen hin niht!’ owê der grôzen geschiht diu an der vluht dâ geschach! man schôz, sluoc unde stach die Ermrîches ûf der strâze: si sturben âne mâze. der einlef hundert manne die mit im vluhen danne, der kom wan zwei hundert hin. alsô nam zuo sîn gewin, mâge und man er dâ verlôs. owê, wie schiere er si verkôs! daz et er selbe dâ entran, ern ruocht umb mâge unde man. doch wil ich daz eine sagen und wil ez immer gote clagen: daz diu stat sô nâhen was, daz half leider daz er genas. dar in entran Ermrîch. owê, daz riuwet mich.

274

Sibeche ouch mit im entran. nû hœrt waz ich vernomen hân. an dem graben vor der stat, als man mir gesaget hât, da erreit Eckhart Ribesteinen. ‘nû hân ich der rehten einen’ sprach der recke Eckehart. ‘nû wirstû langer niht gespart, dû vil ungetriuwer man. du gewunne mir mîn herren an, die getriuwen Harlungen. nû wil ich mit dir tungen einen galgen, ob ich mac. ez muoz sîn dîn lester tac. sît mir dich got gevüeget hât, deheinen ungetriuwen rât gerætestû nimmer mêre. du erarnest daz vil sêre. het ich alsô wærliche dînen herren Ermrîche alsam hie bî dir, sô müeste er tôt sîn von mir.’ dô bôt er im creftigez golt. Eckehart des niht enwolt, er zuht daz swert mit ellens hant. Eckehart der wîgant Ribstein daz houpt ab sluoc. alsô tôten er in truoc unde bant in ûf daz marc. dan vuort in der helt starc gegen dem von Berne wider. dô sach er ûf der strâze nider der tôten harte vil ligen. wie ez Ermrîch ist gedigen, daz habt ir alle wol vernomen. er hât den schaden dâ genomen, der im immer nâch gât. dô Eckehart kom an die stat, dâ der strît was ergân, dô kômen Dietrîches man, die dâ heten nâch gejeit. welt ir nû hœren herzeleit und starken jâmer manicvalt: umb alle die helde balt, die an dem strîte wârn erslagen, dar umbe wart michel clagen von allen Dietrîches man. ez mohte nieman verlân, er muoste beweinen dise nôt. ez lac dâ vil ir mâge tôt.

275

Dô si ir herzen swære clagten, mit dem mære dô kom ouch her Dietrich und Rüedegêr der lobelîch, Nuodunc unde Baltram, Dietleip unde Sintram, Îrinc unde Blœdelîn, Walthêr unde Erewîn, Hûnolt unde Sigebant, Berhthêr und Hildebrant, Wolfhart unde Starkân, Friderich unde Elsân. die küenen recken mære mit samt dem Bernære stuondens nider ûf daz gras. vil barmeclich diu clage was. dâ was wê und ungemach. von Berne der vogt sprach zuo den recken über al ‘ir helde, nû gêt ûf daz wal und suochet ûz dem bluote die edeln recken guote. tuot ez iu selben ze heile. lât si werden niht ze teile dem bœsen unkunder.’ si teilten sich besunder, ûf dem wale hin und her die tôten plânten si entwer. die Ermrîchen hôrten an, die wurden den vogelen dâ verlân: swaz der von den Hiunen was, ûz dem bluote man die las und truoc si ûz an daz lant. her Dietrich Alpharten vant und den küenen Eckewarten Amelolten und Helmscharten und Iubarten von Latrân. dô er sîne getriuwe man sach ligen in dem bluote, mit grimmigem muote der von Berne über si saz. nû muget ir gerne hœren daz, wie jæmerlîch er clagte. vor leide er rehte verzagte, er vie sich selben in daz hâr. er sprach ‘owê, nû hân ich gar wunne und vreude verlorn, sît mîne recken ûz erkorn alle hie nû tôt sint. ich armer Dietmâres kint, nû muoz ich mit jâmer leben. herre got, dû hâst mir gegeben niwan ungemach und herzenleit. Marîâ, muoter unde meit, küniginne in himel rîche, erbarme dich genædiclîche über mich vreudelôsen man! owê, was ich nû vloren hân an dir, getriuwer Alphart! ich was mit dir vil wol bewart aller mîner êren, swar ich hin wolde kêren: der triwe muoz ich nû âne sîn. owê des werden lîbes dîn, der nû die erde bouwen sol! nû wirt mir nimmermêre wol unz an mîne leste stunt.’ Alpharten kuste er an den munt: ‘owê, hôhgetriuwer lîp! dîne tugende müezen elliu wîp immer weinen unde clagen, swâ si hœrent von dir sagen.

276

Owê, ûz erwelter degen, Amelolt, recke ûz erwegen! nû muoz ich mich ouch ânen dîn. daz ich âne dich muoz immer sîn, daz erbarme dir, heiliger Crist! waz grôzer triuwen an dir ist, vil lieber Amelolt, gelegen! owê, unverzagter degen, sol ich dich nimmer gesehen! mir ist an dir sô leit geschehen, daz nie mensch sô leit geschach.’ daz hâr er ûz dem kophe brach. ‘owê ich vil unsælec man, daz ich niht ersterben kan! zwiu bin ich immermêre! vil lieber recke Nêre, wie möhte ich dich ouch verklagen! owê, daz ich niht bin erslagen: des sî verteilet diu stunt. Nêre, swem dîn tugent wære kunt als rehte sam si mir ist, der clagte dich vür dise vrist mit triuwen immermêre. owê, getriuwer Nêre, dû wære küene und milte. nie nihtes dich bevilte daz tugent und êre heizen sol: des was dîn reinez herze vol.

277

Owê, Iubart von Latrân, waz ich an dir verloren hân! wie sol ich nû ân dich geleben? got herre, dû hâst mir gegeben grôz ungenâd bî mînen tagen. nie kein mensche wart getragen sô rehte unsælic, als ich bin. swâ ich mich verwende hin, dâ ist mir wirser danne wê. ich verclage dich nimmermê. dû wære küene unde starc, dar zuo witzic unde karc, getriu und vil tugenthaft. ûz genomeniu riterschaft, die kunde tuon dîn reiner lîp. alle maget unde wîp sulen dînen tôt wol clagen. ez gehôrte niemen von dir sagen untât noch untugende. dû wære in dîner jugende der triuwen rehte ein rôse. dîn werdez wîp Binôse mac dich wol weinen unde clagen. mîn hundert mohten niht gesagen die êre diu an dir lac. dû wære ein blüender ôstertac dîner liute und dîner mâge, der milte ein gelîchiu wâge: ein hagel unde ein bitter dorn, hôher recke ûz erkorn, dînen vînden ze allen zîten, dâ heime und in strîten, ûf velde und ûf strâze. owê, wie ich dich lâze! sol ich dich nimmermêr gesehen, nû ist mir êrste leit geschehen.

278

Hie mit kômen ouch gegân beide vriunde unde man, von den ein clage sich dâ huop. dô man die tôten begruop. si wuonden die hende und clagten manegen ende: sô griffen sich die in daz hâr, sô lâgen dise vür tôte gar, jene sich ze dem herzen sluogen, dô sis ze dem grabe truogen, der den vater, sô der daz kint. si wâren reht von weinen blint. sô cleit der sus, sô cleit der sô. ez wâren alle die unvrô, die dannoch lebten dâ gesunt. dô man hete bî der stunt die tôten alle begraben, sich kunde nie wol gehaben der künec von Rœmisch rîche clagte sô jæmerlîche mit maneger ungehabe grôz, unz daz sin Wolfhart verdrôz. er sprach ‘künec von Rœmisch lant, ir wellet uns allesant in grôzen jâmer bringen. vreut iuch des gedingen, edeler künic ûz erkorn: habt ir die alten verlorn, sô habent si doch lâzen kint, die nâch nû gewahsen sint ze mannen volleclîchen, die dir ûf Ermrîchen helfent immer mêre und rechen, künic hêre, ir veter die hie sint erslagen. lâ dîn unmæzlichez clagen und gedenke ouch dar an, daz si nieman lebendic machen kan âne got aleine, Jêsus der vil reine, der aller dinge schephær ist. den bitte umb sô lange vrist, daz er dir wende dîniu leit und daz dû dîner arbeit ze ende kumest an Ermrîche. daz râte ich sicherliche.’

279

Her Dietrich tete des man in bat. er begie ein tugent an der stat, daz vil selten dehein künic ie solhe tugende begie hie bevor bî ir tagen. er hiez ûz dem bluote tragen vil nâch die besten alle. swie si im wârn ein galle gewesen, die Ermrîches man, und swie leit si im heten getân, doch hiez er si alle begraben und clagte si mit ungehaben und beweinte einn ieslîchen man. swie leide er im hete getân, der ungetriuwe Ermrîch, man bestattes vaste güetlîch.

280

Nû sul wirz lâzen ende hân. dô man mâge unde man die küenen und die werden bestatte zuo der erden, owê, dô rûmte jæmerlîch daz wal der herre Dietrich. si riten daz ende nider die rehten strâze hin wider gegen der stat ze Meilân. als ich vür wâr vernomen hân, dô si wârn bekomen dar, dô bat her Dietrich vür wâr Rüedegêr den guoten, den reinen wolgemuoten, und ouch alle Ezeln man durch sînen willen dâ bestân, daz si ruowe phlægen und in gemache lægen, unz in diu müede entwiche und ouch daz man gestriche von der müede diu marc. des gewerten in die recken starc. ir wart mit vlîze wol gephlegen. dô ruoweten die müeden degen unz an den ahzehenden tac. wes her Dietrich dô phlac, daz wil ich iuch wizzen lân. er besatzte Berne und Meilân, Muntigel unde ouch Garte. da beweinte er Alpharte und den getriuwen Amelolt. er wesse wol, si wârn im holt.

281

Nû habt ir selbe wol vernomen, wie ez allez ist nû komen umbe den Bernære, wie er alle sîne swære an Ermrîchen gerach, waz wunders dar umbe geschach, waz liute drumbe wart erslagen, als ir ê habt wol gehœret sagen. nû wil ich iuch wizzen lân, wie ez beginnet ende hân ditze buoch von Berne, ob irz welt hœren gerne. her Dietrich der hât gesiget. Ermrîch under geliget, als daz was vil billîch. dô der herre Dietrich sîn leit ein wênic gerach, waz im schaden dar umbe geschach, daz sul wir dâ mit lâzen stân. Berne unde Meilân besatzt her Dietrich zehant und rûmte dâ mit Rœmisch lant. gegen den Hiunen vuor er und der marcgrâve Rüedegêr: dô bevalch er Garte dem küenen Eckeharte.

282

Nû hât ein ende dez mære. hin vuor der Bernære zuo den Hiunen in daz lant. boten gâhten alzehant hin ze Ezelburc (daz ist wâr). si seiten Ezelen gar lieb und leidiu mære, wie ez ergangen wære beidiu ze schaden und ze vrum. nû ist ez komen an daz drum des buoches von Berne. Ezel hôrte gerne, daz der Bernære an dem sige wære.

283

In der zît dô daz geschach, hie mit man ouch komen sach den herren Dietrîche. Ezel der vil rîche hie mit samt vroun Helchen gie, dâ er die herren wol enphie. Ezel den von Berne sach dâ harte gerne. dô wart vrâgen niht verlân: wie ez umb den strît was ergân, des sagte dô her Dietrich. er bat die küneginne rîch sîne liebe recken clagen und alle die dâ wârn erslagen. daz beweinte si vil sêre. waz touc der rede mêre? si clagten in ir muote die edelen recken guote und swer ûf dem wale dâ verschiet. hie mit endet sich daz liet.

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Dietrichs Flucht, in: Deutsches Heldenbuch. Zweiter Theil: Alpharts Tod, Dietrichs Flucht, Rabenschlacht, S. 57–215 (PDF-Seiten 121–279), Weidmannsche Buchhandlung: 1866

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Dietrichs Flucht, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/heldenepik-dietrichs-flucht/textzeugen/heldenepik-dietrichs-flucht-bub-gb-5i0naaaaqaaj-original-gmh-1