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Nu sult ir hœren fürbaz. die wîle ez ze Berne was, dô het Sindrân daz getwerc gesant in manegen holen berc: ez klagte sînes herren nôt. ez enweste obe er tôt oder lebende wære. ez klagte sîne swære den getwergen über al unde ouch des gesindes val, wie si alle ir leben heten vlorn von hern Dietrîches zorn. diu boteschaft wart gesant ze Lamparten in daz lant ze einem twerg, hiez Albrich. ez was ein mehteger künic rîch, ez klagte gote sîne nôt daz im sîn herre wære tôt der edele und der zarte künec Ortnît von Lamparte. ‘ouwê sold er mir leben noch, jâ hulfe er mir rechen doch mîn friunt an dem Bernære, daz ez im wurde swære.’ Albrich des doch niht enliez, den boten er doch für sich hiez. ez nam den boten den ez vant, den sande ez in der twerge lant hin über mer verren ze einem grôzen herren, der was gewaltec aller twerge diu enhalp mers wârn in den bergen.
Ein berc hiez Armeniâ, in dem selben wonte ez dâ. ouch hiete ez in sîner phlege Sinâî den berc alle wege. dar zuo diente sîner hant ein berc Tabôr ist genant. alle die wârn ze Judêâ, die muosten ime dienen dâ; und daz birg ze Kaukasas im allez undertænec was. im was undertænec gar daz edel birge, daz ist wâr, dar durch rinnt der Eufrates. nu si wir gewis des daz allez edelz gesteine guot ûz dem berg rinnt in die fluot; wan ûz dem paradîse daz wazzer fliuzet lîse. ouch hâte daz getwerc mit kraft gewunnen vil der heidenschaft. ez hâte ouch mit gewalteger hant betwungen Kanachas daz lant, von dem die grôzen liut sint komen: an den hiet ez den sige genomen. ez was nie sô ein herre, ez hiet gewaltes dannoch mêre. ez was Laurînes œheim. daz solt ir wizzen gemein, Walbrân hiez der künic rîch: man vant niender sîn gelîch.
Dô er disen brief gelas und swaz dar an geschriben was und der bote im sagt diu mære wie ez dort ergangen wære, mit klage huop er an ein schal daz ez in dem berge erhal. ‘ouwê’ sprach er ‘mîner nôt! weistu obe er si tôt, oder ist er noch bî dem leben? ich wil dir grôz guot geben.’ ‘nein, herre, er ist lebendic noch. in grôzer huot helt man in doch.’ er sprach ‘sô wirt sîn guot rât. ich ledige in von dirre nôt, daz er ungevangen ist; des ich hoffe in kurzer frist. swer halt der von Berne sî, er muoz mir in lâzen frî ode er muoz mir sîn leben lân. ich füere in zeime phande dan; und allen die in hœrent an den muoz ez an daz leben gân: si enwærn tief in der helle, ich riche mîn gesellen.’
Zehant er boten ûz sant. in daz gebirge und ûf daz lant hiez er in klagen sîniu leit und enbôt in daz si wærn bereit ze rechen sîne swære, als liep sîn hulde in wære. er gebôt daz genôte daz si alle kœmen drâte dâ ze Mambre für den berc. dô sament sich manec stolz getwerc, diu wâren schœne und wætlîch, manic kneht ritterlîch. alsô in vier wochen wart daz zil gesprochen, si samenten sich ûf dem plân: als ich iu gesaget hân, dâ ze Mambre in daz tal samenten si sich über al, dâ sich Walbrân ze velde leit. ich sage iu âne widerstreit, er hiet die gelegenheit âne wer überriten mit sînem her.
Er hiet hundert tûsent man und fünfzehn tûsent ûf dem plân die all mit guoter were wârn, mit manegen hêrlîchen scharn. sehzec tûsent er drûz nam, die andern liez er dâ bestân. die wâren ûz erwelte degen, si torsten strîtens wol gephlegen. er fuort von Kananêân der starken liute hundert man: die wârn die besten recken, in allen strît die kecken; si gerten zallen zîten niht anders denne strîten.
Dô er hiet genomen gar die er wolt haben an der schar, und dô er nu wolt varen dan, ie tûsent gaber ein houbetman ûz den grôzen liuten. er hiez in rehte bediuten daz si in wærn gehôrsam, ie diu schar irm houbetman. daz was ein wunderlîch geschiht: des hers ensach nieman niht, daz er mit listen fuorte daz in nieman an ruorte. si fuorten alle ir lîpnar ûf olbenden und kemeln dar hinz âbendes zuo der habe: dâ sâzen marnære ûf und abe.
Dô schihte er Nibelungen dan, einen recken freissam, mit sîner recken scharen die im enpholhen wâren, daz er næme in der habe die kiele alle her abe unde bræhten die galîn, swaz ir dâ möht gesîn. der degen tet als man im gebôt: dô kâmen si in angst unt nôt die ûf den kielen wâren von Nibelunges scharen. die der kiele solten phlegen, den wart gegeben ein bœser segen: si wurden gworfen in daz mer. si wânden der tiuvel her wær an die kiele komen. die fluht si alle nâmen gegen der stat gemeine beide grôz und kleine. si konden niemans gesehen wer die kiel tet ûz heben und balde enwec fliezen. die si ûz den schiffen stiezen, die ertrunken in dem mer. hin fuor Niblunc und sîn her. für wâr wil ich daz jehen, sîn mohte nieman gesehen.
Er hiet genomen in der habe fünfzehen kiele her abe und hundert galîne guot. die brâhte der hôchgemuot dâ hin dâ daz her lac . . . . . . . . . . als Walberân die kiele an sach, zuo sîme râtman er dô sprach ‘nu rât, edeler fürste rîch, wie wir teilen gelîch an die schiffunge daz her, sô wir varen über mer, und daz wir frœlichen varn und die kiele alsô bewarn, daz wir âne schaden komen zuo den staden.’
Dô sprach ein fürst, hiez Polîas ‘gêt dâ ir sît aller baz. daz her sul wir teilen wol als man ein her von rehte sol. ouch gedenket, edler fürst, dar an: mich zimt ez si niht wol getân daz ir dem Bernære kumet mit solcher swære ân widerbot: daz ist niht guot. enbietet ime iuwern muot ê wir kumen in daz lant, daz im ê werde bekant iuwer reise und iuwer vart: da ist iuwer êre mit bewart.’ Walbrân sprach ‘daz sol geschehen. er sol mînen boten sehen, der wol botschaft werben kan. nu rât wen wir senden dan.’ er sprach ‘ir sent Schiltungen dar. dem sint diu lant kunt gar, der wirbet ez wol sicherlich; er ist ein fürste lobelich.’
Er sprach ‘daz sol sîn getân.’ nâch Schiltung hiez er balde gân. dô er Schiltunc ane sach, gar zühticlîchen er dô sprach ‘Schiltunc, lieber friunt mîn, du solt mîn bote gên Berne sîn und widersagen dem fürsten hêr umb die missetât die er an Laurin hât begangen daz er in hât gevangen, daz er besend sîn recken, die küenen und die kecken: die wil ich bestân vor Berne. wellen si sich weren gerne, des geschiht in allen nôt oder si müezen ligen tôt. und türm si kumen ûf daz velt, ich wil gewinnen solch gelt als si mîm œheim habent getân. für wâr ich daz sagen kan: si welle denn der tiuvel nern, si müezen sich vor Berne wern.’
Dâ mite Schiltunc zehant nam urloup von dem wîgant. an die porten er dô trat, von danne er sich füeren bat mit sîm gesinde schiere: daz was gekleit ziere in alsô rîchiu kleit. zer boteschaft was er bereit. von danne fuor er über mer: hinder im liez er daz her.
Daz volc man danne schihte. dô fuorens al gerihte, künec Walberân und sîn schar. unz an die dritten wochen gar fuorens ûf dem fluote. der wint was alsô guote, an einem mântag morgens fruo dô fuoren si Venedige zuo. dô der marnær Venedige sach, dem herren ruoft er unde sprach ‘herr, waz welt ir daz man tuo? sol man Venedige varen zuo od welt ir an daz lant dâ bî? sagt mir waz iuwer wille sî, od sull wir harren an der habe daz wir mügen kumen abe?’ ‘jâ,’ sprach der künic zuo dem môrn, ‘daz wizze âne allen zorn, wir müezen alle dâ hin kêrn zuo dem lande gegen Bern.’ dô fuor man her an daz lant. man sluoc an die hol zehant beide hütten und gezelt, dâ mit bedecket wart daz velt.
Nu lâze wir ez ligen hie und sage wir wiez Schiltunge ergie: der kam vor siben tagen gên Berne alse ich iu kan sagen. dô er in die stat reit, er bat die liut daz man im seit wâ wære der tiuwerste wiert der geste durch ir guot behielt. im wart daz geoffenbârt, hinz einem gastgeben dort dâ er herberge vienc. der wirt im engegen gienc, er bat in willekomen sîn . . . . . . . . . . des dankte im zühticlîche Schiltunc der fürste rîche.
Er sprach ‘edler wirt, mir sag wes ich dich in zühten frâg. wâ vinde ich des landes hern den edeln fürsten von Bern? dem wolte ich gerne botschaft sagen, der ich in niht kan verdagen.’ er sprach ‘den vint ir in der stat. swaz ir hinz im ze werben hât, daz mac vil wol geschehen. welt ir in gerne sehen, sô sult ir ze hove gân: dâ vindet ir den werden man.’
Schiltunc sich dô bereite in sîniu rôten kleide, er und alle sîne man. daz was êrlîchen getân. selbe zwelfte er was dar komen, alsô ich hân vernomen: die wâren solch recken starc, an manheit ir sich keiner spart. daz ander wârn getwerge rîch, die truogen kleider zierlîch. dô si gên hove wolten gân, si wurden vil gesehen an von den liuten über al. her Dietrich stuont in dem sal. dô er die geste her sach gân, er sprach ze allen sînen man ob si nieman erkande von wanne od welchem lande: si wârn im unerkant gar. her Hilprant nam ir rehte war ‘daz sint starke liute, swaz ez halt bediute. diu getwerc diu mit in gân diu gehœrent Laurîn an.’
Her Dietrich nâch Laurîne sant. dô kam er al sâ zehant. er sprach ‘vil lieber Laurîn, wer mügen die werden geste sîn?’ dô er die geste rehte an sach, ze herren Dietrîche er dô sprach ‘daz ist ein fürste lobelich ûz Kananê dem künicrîch. waz der helt botschaft künde her oder wes er beger, des wundert mich vil sêre. ich sage iu dennoch mêre. er ist ein wunderküener man, für wâr ich iu daz sagen kan: er dienet ouch mîm œheim sâ künec Walbrân von Cananêâ.’
Die wîl si redten dâ van, dô kam Schiltunc gegân. den enphienc dô der von Berne williclîche und gerne. dô dankte im zühticlîche der edel fürste rîche. dar nâch enphienc in Laurîn, er bat in willekomen sîn. er dankte in vlîziclîche, der edel fürste rîche. ‘die botschaft die ir mir sult sagen, der sult ir mich niht verdagen.’
‘Der künic von Armeniâ * * * irn gruoz und ir huld umb die grôzen ungedult die ir an Laurîn habt getân: dar umbe enbiut iu manic man. si wellen für die stat mit her, und daz ir iuch setzt ze wer, daz sæhen si vil gerne. edler fürst von Berne, er hât iu mêre heizen sagen, des wil ich iuch nicht verdagen, ob irn ze velde türrt bestân. ir habet manegen werden man, dar ûz welt die besten dan: die wil er alle bestân. als manegen ir welt wellen, die heizt mir alle zellen: mit als manegen sîner man wil er iuch vor der stat bestân. welt irn bestên in offem strît, des gewert er iuch an der zît. bedenket iuch mit witzen und lât iur virwitzen sich versuochen vor den torn. . . . . . . . . . . . . er jach, und türrn si sichs bewegen, ez muoz geltn ir aller leben.’
Dô antwurte im her Dietrich mit senften worten zühticlîch ‘waz hân ich iuwerm herrn getân daz er mich mit strît wil bestân, oder in mîn lant füert sîn her? mîn knehte sint gar âne wer gegen unsihtigen liuten. liez er ê doch bediuten wie diu rede wære, und erfüer diu rehten mære, daz er mir âne schulde niht widersage sîn hulde. doch sult ir iuwerm herren sagen, ich well dar umbe niht verzagen ob er habe ein grôzez her: er vinde mich in der wer und die lieben friunde mîn, er liez wol solich drôen sîn.’
Dô sprach Ilsunc der degen ‘iur herre liez wol under wegen sîne drô die er mac tuon ze einem solchen degen frum. jâ wir wellenz ûf dem velde wâgen daz sich die gire müezen laben beidenthalp von unserm bluot. sîn drô sint für nihtiu guot.’
‘Entriuwen’ sprach Wolfhart ‘ich fröu mich diser hovevart. jâ hôrte ich nie sagen mære der ich fröuwer wære; und suocht er uns für die stat, er wirt strîtes alsô sat daz er der mawer nicht derkant ze Armeniâ in sînem lant.’
Dâ sprach der fürste Schiltunc ‘sît ir nu ein degen junc, sô tuot ez kunt an der zît sô iu diu nôt ane lît. lât mich hœrn iurs herren rât, dem ouch mîn herre enboten hât.’ her Dietrich mit zühten sprach ‘Wolfhart, habe dîn gemach. wizze daz ez stêt niht wol, der werden boten antwürten sol.’ dô sprach er zuo dem boten rîch ‘sagt iuwerm herren sicherlich, kumet er her in mîn lant, des wirt im ein swære phant, als verre ich habe daz leben und wil mir got gelücke geben.’
Dô sprach daz twerc Laurîn ‘Schiltunc, ir sult mîn bote sîn zuo dem lieben œheim mîn. er sol mir willekomen sîn alsô daz er mit guotem muot hie beschowe den fürsten guot; sô sihet in vil gerne der edel fürst von Berne. sag im daz wir guot friunt sîn, daz zwischen ime unde mîn kein widersagen mac werden die wîl wir leben ûf erden. bit in von mir tugentlîchen daz er dem fürsten rîchen ihts in dem lande phende, unz in got her gesende daz man in sehe vor der stat. sô wil ich denne geben den rât daz ir guote friunde sît ân allen kriec und âne strît. swaz dem von Berne sol geschehen, man muoz mich tôt bî ime sehen.’
Dâ mite Schiltunc urloup nam und schiet balde von dan. daz her lac ze Venetiâ und hiet gewart Schiltunge dâ unz an den ahten morgen. sîn kâmen si in sorgen. dô er zuo dem here reit, dem künege man daz schiere seit daz Schiltunc wære komen. diu mære hiete er gern vernomen, frœlich er im engegen gienc: vil williclîche er in enphienc. ‘bis willekomen, Schiltunc, ein fürste starc unde junc: ich wil dir imer holt sîn. sag wie gehabt sich Laurin.’
‘Herre, sît ichz iu sagen sol, er gehabt sich rehte wol. er enbiut iu gruoz und dienest, unde ouch daz ir im daz best tuot alse er iuch bat, daz sage ich iu an sîner stat, daz ir güetlîche hervert, unde in dar an gewert, durch des von Berne rîche daz nieman tæt vîntlîche und ir den liutn niht enschat, unz daz ir kumet für die stat, ir vindet lîht die fuoge dar an iu wol genuoge. so enbiut iu der von Berne, er wil iur warten gerne und wil sîn liute und sîn lant rechen mit sîn selbes hant. er hât ouch manege recken guot: si sint alsô wol gemuot daz si sehent harte gerne daz ir ziehet für Berne.’
‘Triuwen, daz muoz geschehen daz man mich vor Bern muoz sehen. ich wil ouch Laurin, den vil lieben œheim mîn sîner bete wol gewern. ich wil verbieten vil gern allem dem gesinde mîn daz ez ân schaden süle sîn dem lande gemeine, wan diu stat al eine, swaz schaden ez dar ane tuo.’ darub begonden sy nemen rawm er hiez dô rüefen über al daz ez in dem her erhal, daz man nieman nihtes næme unz man für die stat kæme. in wart geboten ganzer fride bî dem halse und bî der wide.
Die wîl hiet der von Bern besant beide stete und ouch daz lant. er hiez die liute fliehen, sich zuo der vesten ziehen. mâge unde dienestman, die im wâren undertân, die kâmen alle geriten dar mit maneger hêrlîcher schar. si wolten wern irs herren nôt oder si wolten ligen tôt.
An dem niunden morgen fruo dô zôch der herr mit kraft zuo: er begond sich legen neben die stat dâ er wol die wîle hât. dâ sluogen sie ûf daz velt vil manic hêrlîch gezelt, diu man alliu wol sach, vil nâhent zuo einem bach. si begonden alle spehen: die liut kund nieman gesehen wan Dietrich und her Hilprant, Dietleip, Witege der wîgant und dar zuo Wolfhart der degen. daz geschach von des wegen daz si heten diu vingerlîn, diu in wârn worden von Laurîn. die liute in der stat jâhen, dô si die hütten ane slahen hôrten unde grôzen schal vor der stat über al, ‘uns müeze got hie genern; wir mugen uns selbe niht gewern.’
Her Dietrich an der zît liez rüefen in der stat wît daz nieman kœme für daz tor ode er verlür daz leben dervor. er nam zuo im sînen rât. ‘wie behüete wir die stat vor den unsihtigen scharen?’ ‘die sulle wir wol bewaren,’ alsô sprach meister Hilprant; ‘die sulle wir besehen zehant unde gegen den vînden ligen daz si uns niht ane sigen mit iren grôzen listen. wir suln daz volc wol fristen: unser fünf si mugen gesehen. die sulen gar wol sehen unt spehen, ieglicher phlege eins burctor und hüete dâ der vînde vor daz dem volc geschehe kein leit. wir sullen sîn zehant bereit.’
Si wurdn zehant geschicket dar: ieglicher nam sîns tores war. her Dietrich gienc sâ zehant dâ er Laurinen vant. ‘lieber friunt und geselle mîn, erziuge mir die triuwe dîn und teile mit mir dînen rât; du sihest wol wie mîn dinc stât.’ ‘edler fürst von Berne, vil williclîche und gerne behalte ich mîne triuwe an dir: daz solt du gelouben mir. ich rât dirz beste daz ich sol, und wil ouch daz bewîsen wol. wan mînen lîp und mîn leben wil ich durch dînen willen geben, ê ich daz gesæhe daz dir kein leit geschæhe. ich râte iu keines râtes niht, ez ist wærlichen enwiht. iuwer walt ist gar ân wer gegen daz Walberânes her. er hât sô manegen wîgant her brâht in ditze lant, und hiete er niemannes mêr dann die von Kananê,’ sprach er, ‘ir kunt im niht gesigen an. für wâr ich daz sagen kan daz er selbe ist sô starc . . . . . . . . . daz die in allen landen sigen im nieman mac an gesigen. mit im gestreit nie kein man, ern habe im gewunden an. ir sult mich lâzen zuo im. ob ich sîn rede alsô vernim daz ich ez setze in ein suon, daz wil ich mit triuwen tuon.’ ‘vil gerne,’ sprach her Dietrich, ‘tuost du deme wol gelîch daz du mir getriuwe bist; und setze dar nâch dînen list daz dir daz beste müge gesîn: daz getrouwe ich den triuwen dîn.’ er hiez in rîchlîchen kleiden, dô er von der stat wolt scheiden. er sande mit im zwelif man, die truogen guotiu kleider an.
Dô riten si gar gezogentlîch dâ Walbrân lac der künic rîch. Laurîn erkand wol daz gezelt, daz was gespannen ûf daz velt. Walbrâne kâmen diu mære daz Laurîn vor der hütten wære. des was er von herzen frô, ûf spranc er schiere dô, gegen im er dô gienc: vil lieplichen er in enphienc. ‘bis willekomen Laurîn, getriuwer lieber œheim mîn. daz ich dich hân funden ledegen und gesunden, des bin ich von herzen frô.’ vil lieplich trûten si sich dô. er enphienc in als liepliche wider. si sâzen ûf daz gras nider. dô si gesâzen ûf daz gras, gar frœlich ir herze was. er enphienc ouch daz gesinde sîn. man truoc in dar mete unde wîn. swaz ir dâ komen was, die hiez man sitzen in daz gras. Laurîn dankte flîziclîchen sîm œheim dem künege rîchen der triuwe unde friuntschaft sîn dier im tet einvaltlichen schîn daz er im sô grôz ein her durch sînen willn brâht über mer. er sprach ‘vil lieber œheim mîn, ich wil dir iemer holt sîn umb die triuw die du tæte mir. got gebe daz ich gedanke dir dîner êrn und ganzer friuntschaft. dîn triuwe hât ganze kraft. doch sol dîn gnâde ane sehen und solt mir einer bete jehen, der ich beger ane dich. der gewer ouch, lieber œheim, mich. sô hât ein end mîn trüeber sin, dâ mite ich betruobet bin.’
Er sprach ‘dîn trüebesal wil ich wenden über al, als ich von rehte tuon sol. dar umb gehabe dich wol; dar umbe bin ich ûz kumen. ez kum ze schaden oder ze frumen, ich wende dir al dîne nôt oder ich lige dar umbe tôt. des soltu ouch gewert sîn, swes du gerst, lieber œheim mîn.’
Er sprach ‘sît du mich wilt gewern, sô bite ich umbe den von Bern daz du sîst der friunt sîn als gelîche als ich der dîn. wan er mir güetlîch hât getân. für wâr ich dir daz sagen kan,
wær ich sîn als gewaltic gwesen, ich hiete in lâzen niht genesen. dar zuo hât er getân an mir daz ich niht kan gesagen dir. triuwe und ganze friuntschaft hab wir gesworn mit eides kraft. dâ von, lieber œheim mîn, tuo an mir dîner gnâde schîn und nim in in dîn friuntschaft. sîn triuwe hât grôze kraft, erst der getriusten manne ein den ie sunne überschein.’
Do erschrac Walberân der bete und daz er im gelobet hete; wande er sich niht versan daz er in bæte für den man; und sach eine wîle nider unde kam doch zuo im wider. er sprach ‘waz ich dar inne tuo, wil ich bedenken unze fruo. ouch soltu im heizen sagen daz si den fride stæte haben bî dem halse und bî der wide. die wîl diu stat sol haben fride, du muost belîben hiut bî mir. morgen fruo sô sage ich dir wes ich denne gedâht hân. daz heiz im sagen âne wân.’
Sâ zehant ruoft Laurin dar, Wielandes nam er eben war. er sprach ‘rît zuo dînem hern, sage dem edelen von Bern daz ich fride gemachet hân, unz ich selbe zuo im kan. sô sage ich im denne wol dar nâch er sich rihten sol.’
Wielant dô in die stat reit. sîm herren er diu mære seit. er frâgte ‘wâ ist Laurin?’ ‘er ist bî dem œheim sîn, er wolte in niht von im lân als ich iu gesagen kan. er wil iu selb diu mære sagen. die wîle sult ir fride haben.’
Dô hiez er mit eim grôzen schal den fride rüefen über al. an dem dritten morgen fruo Laurin reit ze Berne zuo. dô her Dietrich in ersach, vil zühticlîchen er dô sprach ‘bis willekomen Laurin, vil getriuwer friunt mîn. du solt mir diu mære sagen und solt mich sîn niht verdagen.’ ‘herre, ich sage iu sicherlich waz iu enbiut der künic rîch, und obe ez iu gevalle wol, daz selb mit fride wesen sol. ir habt sô manegen helt unt degen die strîtes wol getürren phlegen und der herz nâch strîte gert, die sulen sîn wol gewert. an dem suntacmorgen sô kumet er unverborgen hie für daz burctor: dâ halt er ûf dem graben hie vor. er giht ir sît sô gar ein man daz ir in türret wol bestân; ouch sô sîn iuwer recken die starken und die kecken des muotes alsô gar ertobet, ob er ez hiete verlobet, ir gedæht ern torst vor zageheit. dar umbe wil er sîn bereit und ir manheit besehen gern. swelche sich denne wellen wern daz si danne gerne strîten, die kumen zuo den zîten. die werden denne dâ gewert alles des ir herze gert.’
Dô sprach der von Berne ‘diu mære hœr wir gerne. wil unser got geruochen, wir sullen si versuochen.’ zehant die sîne er besant unde tete in daz bekant daz si sich bereiten dar zuo, an dem suntacmorgen fruo daz si denne liezen sehen waz in glückes möht geschehen.
‘Jâ triuwen,’ sprach her Wolfhart, ‘ich wil der êrste an die vart, ich wil den êrsten strît an heben, und solde ez gelten mîn leben.’ Ilsunc sprach mit übermuot ‘ez sol in niht werden guot daz si uns im lande haben gesuocht. wærlîche ich ouch des enruocht daz er mich getörst bestân: ez müest im an daz leben gân.’
Dô sprach Hilprant der wîse ‘lât iuwer hôhe wîse. ez zimt niht biderben recken wol daz man von in hœren sol. man siht denn wol waz denne geschiht, sô man die vînde hœrt unt siht. welche denn den prîs bejagen, daz hœrt man denne wol sagen.’
Do bereiten si sich zuo dem strît die recken dâ ze beider sît. an dem suntacmorgen fruo der künec bereite sich dar zuo: er hiez balde springen, sîn wâfen ime bringen. des wil ich iuch niht verdagen, ich wil iu wunder von im sagen. ez was von stahel noch von îsen, daz wâfen sol man prîsen.
Ein tier salamander gnant, daz wont in Armenien lant bî eim wazzer, heizet Trimonîn: dâ kan nieman kumen hin, ern müez mit grôzen listen dâ sîn leben fristen. wærlîche ich des enruoche daz ich ez iht versuoche. des houbet ist alsô getân daz ez nieman gewinnen kan mit keiner hande wâfen guot wan mit des selben tieres bluot. swen man daz strîchet dar an, dâ læt ez sich gewinnen van. wan daz bluot hât den site, swenn man wâfen hert dâ mite, daz wirt sô herte und sô starc daz ez nieman gewinnen mac. daz houbt ist grüene als ein gras; dâ von sîn wâfen allez was. swenn er daz wâfen an sich leit, sô vorhte er weder sturm noch streit. daz wâfen gap sô liehten schîn alsam ez wære smâradîn. dâ mit er dacte al sîniu lît. daz wâfen dorft nie keines smit.
Ein netze man im über leit, daz dekein man ê noch sît daz zerizen niene sach. für wâr ich daz sagen mac, daz was geworht wæhe ûz arâbischem golde spæhe, gehertet in des tieres bluot: dâ von was ez herte unt guot.
Ein brünn sîn wâfenroc was, diu was geworht ze Kaukasas. dar ûf geworht von golde, als man ez wünschen solde, wâren sunne unde mân unde sterne neben an. durch die sterne stecken giengen, dran guldîn schellen hiengen, die hieten alsô süezen klanc als aller vogele gesanc, die hôhe ûf zugen und sungen unde flugen.
Man truoc im einen helm dar, der was lûter guldîn gar, von edelm gesteine unt golde geworht als er wolde, gehert in salamandri bluot: kein wâfen wart nie sô guot daz im geschaden moht umbe ein hâr. daz sage ich iu für wâr.
Ein krône ûf dem helme was, noch liehter denne ein spiegelglas von dem edeln gesteine, beide grôz und kleine. ein rinc die krône umbevienc, der zallen zîten umbe gienc. dâ was diu sunne vorne an, dar engegen stuont der mân. mit listen was gemachet daz daz ir ganc alsô was als an dem firmament gerihtet; alsô was ez getihtet. reht als der zirkel arcticus hiet ez geriht ein meister sus. dannoch wâren neben dar an reht als die merstern stân . . . . . . . . . man moht si sehen gerne. diu sunn diu an dem zirkel was diu was polieret als ein glas. ez was ein karfunkelstein, der sô gar lûter schein alsô der morgenrôt, sô diu sunne ûf gât. der mâne was ein rubin guot, der bran als ein brinnendiu gluot gegen dem karfunkel. diu naht wart nie sô tunkel, diu krône als schône lûhte daz ez alle die bedûhte die von der krône sâhen, (mit wârheit si des jâhen,) daz si gesâhen alse wol als man bî tage tuon sol. ouch sult ir wizzen für wâr daz die sterne wâren klâr, swenn diu sunne rehte erschein an die vil edeln stein, daz der büschel was sô licht daz nieman wol mohte nieht Walberânes an gesehen von der edeln steine brehen.
Man truoc im dar ein rîchen schilt, der mit jost nie wart verzilt: dâ was sunne unde mân genagelt vesticlîch dar an. daz die riemen solten sîn, daz wâren borten sîdîn. ein swert man im bôt dâ, daz was geworht in Indiâ von dem stahel alsô guot, gehert in salamandri bluot. dekein wâfen ez vermeit; alsô vesticlîche ez sneit, swaz er dâ mite an ruorte, wie gar ez daz zerfuorte!
Ein ros man im dar zôch daz kein vorhte nie geflôch. ez was starc an sîner maht: ez wart im von Ispanjâ brâht. diu deck diu ûf dem rosse erschein diu was lûter unde rein, reht als der wâfenroc sîn; mâne und sterne guldîn, dar an hiengen schellen, die man hôrt lûte erhellen: swenn daz ros springen wart, so erhulln die schellen an der vart in allen den gebæren sam ez vogelîn wæren.
Daz der satel solte sîn, daz wârn zwên lewen guldîn, die sich begriffen mit den klân. zwischen in saz er schôn alse in eime satel guot. daz ros drabte in hôhem muot alsô daz die schellen man hôrte lûte erhellen.
Ein lauterman man im dar truoc, der was sô sûber und sô kluoc gemacht ûz lûterm golde als man ez wünschen solde. mit kluogen liden ez was gemacht daz man ez zesamene brâht. neben bî dem stegereif dem lewen ez in die klâ greif; daz ander bî dem andern dâ dem lewen ez greif in dise klâ. swenn ez die lewen reht begreif, von einander ez nimer gesleif. swenn er sich in den satel swanc, daz wâfen lûte an im erklanc.
Nu wart ouch bereit sâ sîn geverte allez dâ. die wâren alle schône bereit in alsô rîchiu wâfenkleit, daz nie bî unsern zîten in stürmen noch in strîten rîcher kleit wart nie gesehen: des muoz man für die wârheit jehen. ouch wâren sie rehte helt und ze strîte ûz erwelt.
Walbrân selp zwelfte über al zôch rîchlîchen ûf daz wal. wol zwelf pusûne erhullen und vil lûte erschullen, daz manz erhôrte in der stat. her Dietrich die sîne bat daz si sich bereiten dan: daz wart vil vliziclîch getân.
Dô zôch Walbrân mit sîner schar für die stat vil offenbâr mit sîne rîchen banier, daz was schœne unde zier von vil klârem golde, sam man ez wünschen solde. daz banier was violvar, dar in gemachet sterne klâr.
Dô si für die stat kâmen und ez die liut vernâmen, si begonden alle gâhen: ûf der mûr si alle sâhen die hêren Walberânes schar. si gesegenten sich alle gar. si jâhen daz von himel klâr engel wæren komen dar. swenn diu sunne dâ erschein, sô gar liuhtic was daz gestein daz man von der steine brehen die liute niht wol mohte gesehen. daz si von himele wæren, daz mohte ir schîn wol bewæren. die burgær kâmen alle glîch für herren Dietrich. si sagten im diu grœsten wunder von der schônheite besunder. si sprâchen ‘herre, sicherlich er ist komen von himelrîch. alsô schône liuht diu schar daz uns sîn alle wundert gar.’
Dietrîch sprach ân gevære ‘ich sage iu wol diu mære. ez prüeft Walbrân mit sîner schar, . . . . . . . . . . . . . . . wir suln im kumen für daz tor, dâ er unser beitet vor.’
Nu was ouch gar her Dietrich mit sîm geverte zierlîch. die fuorten alle wâfen guot. si wâren alle hôchgemuot. si fuorten liehte sarwât, als ez edeln liuten wol an stât. gegen dem burctor er dô zôch. daz banier fluoc ob ime hôch, daz gap von rœte liehten schîn. dran was ein lewe guldîn: swenne ez gegen dem winde swebte, der lewe strebte alsam er lebte.
Dô man daz tor ûf slôz, dô wart ein loufen alsô grôz von den liuten gemeine: beide grôz und kleine die wunscht im heiles alle glîch, beide arme unde ouch rîch. dô si kâmen für daz tor, dô sâhen si halten dervor Walberân und sîne schar. ir wâfen was liehtgevar daz sîn wundert den von Berne, reht als die rehten liehten sterne glitzent wider einander dar; des nam si wunder alle gar. ‘entriuwen’, sprach her Dietrich, ‘si sint komen von himelrîch.’
Dô schiht man Wolfhart hin für. mit vil ritterlîcher kür wolt er den strît heben an. gegen im hielt ouch ein man der sînes lîbes was ein helt: er was ein degen ûz erwelt. Schiltunc was er genant, er was ein fürste wol erkant. diu ros si dô sprancten, vil ritterlîch si sancten diu sper über schildes rant. Schiltunc traf Wolfhart zehant al dâ er sîn gerte. er stach in zuo der erde von dem rosse nider. ern möht sich niht geheben wider, er lac unversunnen gar. des nam Schiltunc wol war. von dem ross sprang er zehant, er lief über den wîgant, er sprach ‘wol ûf helt hôchgeborn, du hâst gestrûchet über den sporn.’ dô sich Wolfhart versan, ûf spranc der degen lobesam. er schamte sich des vallens sêr, doch gewan er sterke mêr. mit zorne zuhte er sîn swert, an Schiltunge er sich kêrt mit ungefüegen slegen. ouch liez niht under wegen Schiltunc sîne manheit. er hiet ein swert daz freislich sneit. si triben einander entwer, iezuo hin, iezuo her.
Wulfhart wart ertobet zehant. er sluoc Schiltunge von der hant den schilt ze kleinen stücken gar. dô des Schiltunc wart gewar, ein schirmslac er dô gevienc, Wolfharte er underz swert gienc: sîn swert warf er ûz der hant, er umbevie den wîgant, mit kraft er in umbeslôz; sîner manheit wênic er genôz: er truoc in gwalticlîchen für den künic rîchen. dô muoste sich der werde degen künec Walberâne gevangen geben.
Dô sâhen ez die liute an. her Dietrich und sîn werde man wurden erzürnet gar. si wolten mit einander dar. ‘neinâ,’ sprach Laurin, ‘lât alsô iuwern zorn sîn unde sît niht alsô gâch, ir enphât entriuwen ungemach.’ her Dietrich mit zühten sprach ‘ir sult alle haben gemach. ich wil den künic selbe bestân. sô muoz der kriec ein ende hân.’
Dô sprach Laurin der degen ‘ir sult den sin lân under wegen, her Dietrich, ez zimt mich niht guot. Walbrân ist sô hôchgemuot, und verstüent ir wie er wære getân, ir wâgetet niht als manegen man. wande ir möhtet âne wân enphâhen schaden dar an. welt ir sîn niht geruochen, sô lât mich noch versuochen daz ir friunde müget werden. er stichet iuch zuo der erden.’
Her Dietrich alsô sprach ‘swaz mir dar umbe ungemach von Walberân sol widervarn, ich muoz liute und lant bewarn vor Walberâne und sîme her. sol man mich vinden âne wer, daz wære mir ein grôziu schande swâ man ez sagte in dem lande. ich überwunde ez nimmer mêr. nu reiche mir her mîn sper! ich wil mîn glück versuochen, ob mîn got welle geruochen.’
Dô hielt er dâ für die schar. des nam Walberân wol war. er sprach ‘reich mir her mîn sper. dâ kumet mîn widersâze her, her Dietrich von Beren. ich wil in hiut geweren, daz er an Laurin hât getân; des muoz er mir ze buoze stân.’
Si kêrten an die wîte die fürsten an der zîte: si nâmen deste wîtern plân daz diu ros louf möhten hân. under die schilte si sich bugen: wie si zuo einander zugen als zwêne wilde valken guot! si wâren grimmiclîch gemuot. künec Walberân Dietrichen traf, mit samtem rosse ern nider stach. iedoch verstach der degen hêr ûf Walberâne sîn sper.
Der von Bern balde ûf spranc. Walbrân sich von dem rosse swanc her nider zuo der erden, er lief an den vil werden mit sîme starken swerte guot. ouch stuont her Dietrich in dem muot daz er in wolte enphâhen. mit grimme begonde er slahen ûf Walberân den künic rîch: des satzte er sich ze wer gelîch. si wâren helde an ritterschaft und hieten beide grôze kraft. mit grimme si ûf die helme sluogen: man sach funken ungefuoge von den slegen fliegen und in die lüfte stieben. Walbrân treip Dietrîchen daz er begonde wîchen vaste hin gên sîner schar. des nâmens beidenthalben war. er hiete in gwundet sêre. dô enkund der degen hêre mit allen sînen sinnen Walbrânes niht gewinnen. mit schirmen muoste er sich fristen vor Walberânes kluogen listen.
Dô daz ersach Hilprant, ze Laurîne sprach er zehant ‘nu rât, degen küene, einen rât, der süene.’ ‘entriuwen,’ sprach Laurin, ‘ez muoz der liebe œheim mîn Dietrîchen fride und suone geben, oder er muoz mir nemen mîn leben. sô loufet baldiclîche dar, und nemet ir hern Dietrîches war, sô wil ich balde gâhen mîn œheim umbevâhen: wir suln si niht lân strîten mêr.’
Dô huoben sich die herren hêr, si wolten den strît scheiden. si liefen zuo in beiden: ieglicher einen umbevienc, kein strît mêre dâ ergienc.
Laurin ze sînem œheim sprach ‘durch mînen willen habe gemach und leistu daz gelübede dîn, vil getriuwer œheim mîn.’ ‘swaz ich dir gelobet hân, des wil ich dir niht abe gân. ich leiste gern den willen dîn.’ des dankete im dô Laurin. er sprach dâ ze stunde daz er den helm ab bunde. er rief zehant einen dar ûz sîner dienære schar, dem gap er den helm ziere. er erwarp grôz hulde schiere zwischen ir beider schar. Hilprant fuort sînen herren dar. si swuoren beide friuntschaft diu sît hiete grôze kraft. man brâhte in beiden ir ros guot, ûf sâzen die held hôchgemuot. ir gesinde dô zesamene reit: si wâren frœlich und gemeit.
Her Dietrich Walberân dô bat daz er rit mit im in die stat. des gewerte in dô der degen hêr. mit im nam er der sîn niht mêr denne die einlif man die mit im kâmen ûf den plân. dô wart diu kurzewîle grôz, daz Walberânen niht verdrôz, mit roten, gigen, singen. man hôrte vil erklingen maneger leie seitenspil. dâ was kurzewîle vil. des nahtes er in blîben bat und sîn geverte in der stat. des muoste er in geweren. dô sprach der von Beren zuo sîm meister Hilprant daz er schüefe sâ zehant die liute frœlîch in der stat. daz geschach mit solchem rât, si fröuten sich der geste und tæten al daz beste.
Si huoben an ein grôzen schal in der stat über al. er erbôt ez den gesten wol als man lieben friunden sol. er schuof in allen guot gemach. Walberân vil wol daz sach daz im willic wære der edel Bernære. dâ ze Bern den wîten sal den überbreit man über al mit edlen teppichen guot, dâ die herren hôchgemuot innen solten ezzen. ouch wart niht vergezzen, mit guldîn tüechern liehtvar umbhienc man die wende gar. die tisch man rihte dô wol als man fürsten rihten sol.
Man bat die gest ze tische gân. dône wart des niht verlân, in becken von golde rôt wazzer man in zen henden bôt. dô satzte man die geste rîch, alse daz was billich. ouch der kleine Laurin muost ir morgenstern sîn. dar nâch hiez der von Bern ieglichen sitzen nâch sîn êrn. die spîs man ûf den tisch truoc: juncherren die wârn alsô kluoc, si truogen alsô rîchiu kleit. die schenken wâren alle bereit, si schancten in den besten wîn der in allen landen moht gesîn. des hiete man dâ guote stat: man gap in sîn allen sat.
Dar nâch von pusûnæren, phifæren und pûkæren was dâ kurzewîle vil. man hôrt ouch manic seitenspil von videln, harpfen, roten klanc. man hôrte ouch manic guot gesanc von guoten singæren. daz si frœliche wæren, des bat si der wirt rîche mit zühten al gelîche. mit fröudn vertriben si die naht. dô ez des morgens was betagt, der wirt künc Walberânen bat daz er den tac blîb in der stat: ‘ouch bitich iuch, edler künic rîch, daz ir die fürsten alle gelîch, die ir under dem here hât, mit iu lât rîten in die stat.’
Die burgær willic tâten daz und schuofen ez in dester baz; wand si wol sâhen dar an daz im willic was der man. dô huop mit fröuden sich der schal in der stat ouch über al. man began aller fröuden vil mit sô maneger hande spil, des man imer erdenken kan. mit meister . . . . .
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