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Der Liefländischen Chronik Andrer Theil: Von Liefland unter seinen Herren Meistern

Der Liefländischen Chronik Andrer Theil: Von Liefland unter seinen Herren Meistern

1753 · OCR, ungeprüft

1274 Min. Lesezeit· Johann Gottfried Arndt

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

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Sieſländiſchen Vhronit Fndrer Sheil Eiefland - rr ww € ufer ſeinen Serren Geiſtern, welche die alte Geſchichte des Ordens und der benachbarten Völker erleutert. Sowol mit Zuziehung der gedruckten und ungedruckten Schriftſteller als fürnemlich aus einer zalreichen Menge alter Documente im Original, begla i z g HELL Pe eer ginal, beglaubten Copeien zuſammen getragen : nebſt angehängten Tabellen, worintte die Namen de? Erz- und ' Biſchöfe von Riga, Revel, Dörpt und Oeſel, die Sigille der Ordensgebietiger, die Wapen der liefländiſchen Städte, das Verzeichnis aller ehemaligen Schlöſſer, wie auch alle zur Zeit des Ordens und nachher geprägte auch noch vorhandene Münzen . qus den berümteſten Cabinetten geſamlet 2c. beſchrieben worden von Johann Gottfried Arndt des Kaiſerlichen Lycei zu Riga Contector: " SS SS SECS SSER E IE 540 00 90-2 ff Ef Zy de Si BA LALA ZE I Bi Zh 25 25 20 24 20 H Halle im Magdeburgiſchen gedruckt bey Johann Juſtinus Gebauer, 1753.

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Denen Socverordneten Dhrigfkeiten und Samtlichen FVitgliedern - eines Gochanſchnlichen Nitterſiandes zu der vormaligen SEI I liefländiſchen Ordensprovinz gehörigen Herzogtümer Lijeſ= Eſih- und Curland wie auch der Provinz Oeſel widmet Din andern Theil der liefländiſchen Chronik in ſubmiſſem Sehorſam der Bexrkfaſſer.

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Hochwolgehorne Herten, Gnädige Herren, 2 Ww. Hochvolgebornen geruhen der pflicht- Ra Z5, mäßigen Zuſchrift dieſes andern Theils der lief- EE [ändiſchen Chronik deſto geneigtere Aufname zu ſchenken, je DE mich mein Beruf ans iche Lyceum zur Hiſtorie, und ſonderlich zur einheimiſchen Geſchichte des Lan- des verbindet, und welcher wegen Kürze unſrer nicht mehr um Geld feil ſtehenden Scribenten eine genauere Unterſuchung der alten Ordensverfaſſung von mir erfordert. - Die Anfechtung wurde im vorigen Jahrhundert manchem die erſte Lehrmeiſterin der Landesgeſchichte, und Liefland hatte die bettübte Erfarung damals in Händen, was die Gleichgül- tigkeit oder Kaltſinnigkeit gegen dis edle Studium für üble Fol- gen nach ſich zöge, Der Mangel der Hülfsmittel aber trug Schuld, daß ein Cavalier nicht eher an die Hiſtorie ſeines Va- terlandes mit Ernſt denken konte, als bis er nach Niederlegung öffentlicher Aemter und Kriegesdienſte auf ſeinen Landgütern em ruhig und unbeſchäftigt Alter abwartete, Nunmehr wer- den IE die jüngeren Gelegenheit haben, ihr Vaterland eigentli- her zu kennen, und mit dieſer Kentnis die Reiſen in fremde Län- der deſto nüßlicher und fruchtbarer anzutreten, BE. "Gs Die

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Die Verdienſte, Hochwölgeborne Herren, die theils Deto ruhmwürdige Vorfahren und Anherren , theils Dero hohen Anverwandte durc< das Regiment der Kirche und des Ordens ſich erworben, bleiben'unvergeslich. Die Wirkungen derſelben liegen am Tage, ob uns gleich die Parteilichkeit oder Scheelſucht damaliger Geſchichtſchreiber viel namhafte Thaten verhelet, oder ſie auf der unrechten Seite vorgeſtellet. Haben nicht dieſe- Helden der alten Zeit ein blindes und abergläubi- ſches Volk von unterſchiedenen Sitten und Sprachen durch das Glück der Waffen zur Annemung der geoffenbarten Reli- gion gebracht , und nach den Grundſäßen ihrer Kirche durch nötige Zwangsmittel vor dem oft gewagten Rückfal verwa- ret? Haben ſie nicht mit Verleugnung aller Gemächlichkeit und Ruhe ſich an die Spike der Heere geſtellet, wenn ſie ent- weder das Chriſtentum auszubreiten oder zu beſchüßen hat- ten ? Und wie glücklich ſind nicht dieſe Unternemungen abge- laufen, bis die groſſe Vorſicht die Kriegesſchule änderte, und ihnen unter der Anfürung gekrönter Häupter andere Ritter- dienſte anwies? So viel glorwürdige Könige der Pohlen und Schweden die einzelnen Theile des alten Lieflandes beherrſchet, ſo viel Ehrenbühnen öfneten ſich dem liefländiſchen Adel, Uebungen eines ritterlichen Heldenmuts zu zeigen. J< berufe mich auf das Verttauen der gröſten Potentaten zu der Pflicht und dem Wohlverhalten eingeborner Liefländer, die unter ihren Armeen Dienſte genommen; und auf; dem Bette der Ehren ſichs zur Unſterblichkeit angerechnet, Blut und Leben für ihren König, nicht ihre Treue zu verlieren. Wie wichtige Bedienungen des Staats, des Hofes und Landes in erlauchten Collegien und Regierungen haben nicht Dexo an Wiſſenſchaft und Kiugheit berümte Vorfaren verwaltet, die entiveder durch neue Wer- dienſte den alten Adel erhöhet, oder einen neuen auf ihre Nach- kommen fortgepflanzet? Hier verſchweige ich diefe Namen, die in der ftrnern Folge der liefländiſchen Chronik eine anſchnliche Zierde geben, mit Ehrerbietung, aus Beiſorge bey ſo zalreicher Menge derfelben einige zu übergehen. Was ſol ich von jenen wohlverdienten Männern ſagen, welche das Glück nn Zeugen der Siege eines unſterblich roſſen Petrus zu ſeyn; die dieſem nunmehr verewigten Helde n ſeinen Feldzügen durch unüberſteigliche Gefärlichkeiten nach- ſchritten, und von feiner allerhöchſten Perſon die Kriegeskunſt lerntenz die er würdig fand, ſeiner hohen Weigsheit in Rath- ſchlägen theilhaftig zu machen, und ihnen nach wohlgeprüf- ter Fähigkeit das Ruder des Regiments und Staats in Mili- taix- und Civilgeſchäfteit aitzuverträuen? Sie haben den DIG fuhm

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xuhm und Lohn rechtſchäffener Patrioten? und die jeko von dei- ſelven ſich noch am Leben befinden, werden ihre Verdienſte ums Reich und das Vaterland nach dem Wechſel der Zeit mit der Ewigkeit in der Hiſtorie unverweslich erhalten. Die Ordnung der Gedanken füret mich auf die glückſe- lige Regierung der unvergleichlichen Eliſabeth, der glorwür- digſten Kaiſerin und Selbſtherſcherin aller Ruſſen. Sie, Hochwolgeborne Herren, genieſſen die vorzügliche Gna- de, der allergnädigſten und ſanftmütigſten Monarchin zur Hand zu ſeyn, ihren Ländern weislich zu rathen, ihre Befele zu befolgen, ihren Unterthanten Gerechtigkeit zu verſchaffen, und zum Theil unter ihren Siegesfahnen in Dienſten zu ſte- hen. Sie widmen nicht nur wackere Söhne für den Staat und die Heere unſerer allerhöchſten Souveraine, ſondern er- ziehen ſie auch zu dieſen Ehrenämtern gelehrt und rittermäßig. Sie können nicht ohne empfindliche Rührung und Danfbar- keit bleiben gegen die höchſte Vorſicht GOttes und gegen ſei- ne Geſalbte, die eine än Verdienſten ſo glänzende Ritterſchaft bey den theuer hergebrachten Privilegien nicht nur erhält, ſon- dern dieſe Freiheiten aufs grosmütigſte vermeret 5 die den Wohlſtand des Landes mit ausnemender kaiſerlichen Huld ver- beſſert und uns den unſchäßbaren Frieden erhält. Der al- inächtige Arm des Höchſten unterſtüße die Schultern, welche die Regierungslaſt ſo weitläufiger Reiche und Provinzen tra- gen, mit auſſerordentlicher Kraft, und beglücke das allerhöch- ſte kaiſerliche Haus mit alle dem Gute, was die von tiefſter Ehrfurcht und treueſter Liebe gerührte Vaſallen und Untertha- nen vom Himmel erbitten. GOtt gönne auch unſern Nach- barn die Früchte eines ſo geſegneten Regiments, und laſſe inſon- derheit Curland unter dem Scepter eines allerweiſeſten Auguſts bey dem Fette und der Fruchtbarkeit ſeiner Felder mit uns über die Tage des ewigen Friedens vergnügt und ftölich ſeyn. Die Betrachtung ſolcher Vorzüge, Hochwolgeborne Herren, beweget mich, dieſe wenigen Nachrichten, die Krieg, Brand, Verwüſtung und andere Unglücksfälle uns übrig gelaſ- ſen, Denenſelben zu beſondrer Geneigtheit zu empfelens weil ſie auſſer bürgerlichen Händeln auch das Andenken Dero0 beſt- verdienten Vorfaren der Nachwelt aufheben. Nicht. meine mäßige Wiſſenſchaft, ſondern Ler0 edelmütigen Beförderung iſt es zuzuſchreiben, daß aus der Zeit des Ordens mehreres be- kant geworden, daß man einige lateiniſche Documente zum Nu- ken der ſtudierenden Jugend aufbthalten, und daß wir die be- Fümte rußiſche Nation, aus den Zeugniſſen vernünftiger Ge- ſchichtſchreiber, in ihrer 6 höchſt würdigen Ge jj der 2 elt

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Welt darſtellen können. Es würde aber manches aus den alten Zeiten in gröſſere Deutlichkeit geſezet worden ſeyn, wenn eine jo fürtrefliche Ee 100 nach dem Sn des übrigen euro- päiſchen Adels Belieben fände, Dero € eſchlechtsregiſter zum Gedächtnis ſo hochberühmter Vorfaren im Druck kund zu ma- <en. Was hier und da dem groſſen Univerſallexico einverlei- bet worden, iſt zu abgebrochen, und enthält zu wenig aufs Ganze, zu geſchweigen, daß dieſes weitläuftige Werk in den Händen der meiſten Pränumeranten ſic) unvolſtändig befin- det. Die andern Familiennachrichten kleinerer Bücher ei en uns den liefländiſchen Zweig nur durchs Fernglas, oder beken- nen ihre Unwiſſenheit, weil ſie erſt aus Liefland den Zuſammen- hang erwarten. Die Münzen der Ordenszeit ſind von Liebhabern fleißig genug geſamlet, Da nun noh eine gute Anzal derſelben zer- ſtreuet, dieſe aber auſſer ihrer Ordnung und Zeitfolge wenig vorſtellen: ſo wäre allerdings zu wünſchen , daß ſie entweder aus vielen Händen in ein Cabinrt geriethen , oder daß eine hinlängliche und nach den Jahren eingerichtete Samlung an einem öffentlichen Orte zum Beſehen aufgeſtellet, und durch dieſes Aufheben ihrer Vergeſſenheit und ihrem Untergang ent- riſſen würde. Sie ſind die unverwerflichſten Denkinale, daß ZN R wirklich das geweſen , wie es die Geſchichte be- reiben. Ich weis keine angenemere Belonung meiner eigenen Ar- beit, als Der0 Beifal, den mir aufs zuverſichtlichſte ausbitte, und für den ich mit begierigſter Gegenerkentlichkeit bin, Gnäudige Herren, Eiw. Hochwolgebornen Riga , den 25ſten April 1753, unterthäniger und gehorſamſter Diener Johann Gottfried Arndt.

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283 ie Seltenheit unſerer Geſchichtſchreiber kan die Augax- By beitung einer neuen Ordensgeſchichte von Liefland =" zur Gnüge rechtfertigen , die bey ſo bewandten Um- 5 ſtänden keine unnöthige Arbeit ſeyn kan. Wenige Lieb- | H“ . haber beſitzen die theuren Werte des =Zuitfelds, des Pontanus und Chyträus, welche Schriftſteller doch noch nicht einmal ur Hauptabſicht gehabt / die Händel des liefländiſchen Ordens aus» Führlich zu erzehlen. Die Menge der pohlniſchen und preußiſchen Ge- ſchichtſchreiber treiben ſie gleichfals bey andern Materien nur als ein Ne- benwerk. Die ſo den Staat von Rusland beſchrieben 1 bleiben nur bey den neueſten KAREN 0 222: Unſere einheimiſchen Ge- ſchichtſchreiber, Ruſſdw *) und Kelch *), ſind bey uns ſo ſelten, daß ſie 4 en ") Von des revelſchen Paſtor Balthaſar Ruſſows platdeutſchen Chronik von Licf- land ſind 3 Auegaben vorhanden. Die erſte iſt zu Roſtock 1578 in 4 gedruckt 3 die andere eben daſelbſt, in 8, noch in eben dem Jahr , doch mit einigen Zuſäßen ; die dritte zu Barrh in Pommern in gros 4, durch Andreas Seitner, in der färſtlichen Drucerey, welche letztere die beſte und volſtändigſte iſt, Er hat eine beiſſende Schreib art, und mahler die Laſter ſeiner Zeit ohne Anſehen der Perſon mit natürlichen Färben, Da hingegen Salomon Zennigs Chronik von Lief- und Curland mit Chpyrr&i Vorrede vielen varteiiſch vorkömt, weil ſie mit noch lebenden Perſonen ober deren Häu« fern zu thun gehabt. Sie ſamlet auch nur die Begebenheiten von 1554 bis 1590, wes« wegen man ſie beim Ruſſow zur Fortſeßung gebrauchen kan, Sie iſt ſo wol, als die Arbeit des NTenius und Herrn von Ceumern, in den Nebenanmerkungen dieſes Theils beſchrieben worden, wo auch von unſern ungedruckten Geſchichtſchreibern Nach« richt zu finden iſt, 2x) Der Paſtor zu St, Johannis in Jerwen , nachmaliger Praäpoſitus, und zuleßt re- velſcher Oberpaſtor, Herr Chriſtian Relch, hat eine liefländiſche Rrietes - und Sriedensgeſchichre geſchrieben , die zu Rudolphſtade 1695 in 4 gedruckt worden. Sie hat ihres ordentlichen Vortrages und ihrer Volſtändigkeir halber durchgängig Bei« fal erhalten, ohnerachtet dieſe Arbeit vor dem Dru wider des Verfaſſers Willen eis ne öffentliche Durchſichtigung ausſtehen müſſen. In den liefländiſchen Hiſtorien, ſo in lateiniſcher, engliſcher , franzöſiſcher , ſchwediſcher und andern Sprachen geſchrieben ſind, hat man dieſes Werk theils ſtüweiſe, theils völlig überſeßet, auch ag ' - hier ne 008 +

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Vorrede. den öffentlichen Bücherauctionen um 3 bis 4 Dukaten erſtanden werdens daher ſie ſchwerlich jungen Leuten in die Hände gerathens zu geſchweigen, daß ſie ſich bey den Zeiten des Ordens nur kurz 'aufgehalten. Die beiden erren Schurtzfleiſche *) in Wittenberg haben zwar die Ordensge- ichte de zu ihrem Zwe erwehlet **)5 allein die Hülfsmittel , de» ren ſie ſich bedienet, waren nicht von der Beſchaffenheit, daß ſie dieſelbe zus verläßig darnach abhandeln konten. Nachdem der königliche grosbrittanniſche geheime Juſtizrath, Hi» ſtoriographus / und Bibliothekarius zu Zannover, Herr Daniel Gru- ver, durch ſeine Entde>ungen in den Originibus Linoniae der Ordenghi- ſtorie von Lieſland die Bahn gebrochenz ſo ſchien es nicht ganz unmöglich, dieſen Fuſtapfen nachzuſpüren, zumal da in dem ſchönen gruberſchen Werke eine ganze Bibliothek zur liefländiſchen Hiſtorie angewieſen wor- den. Der Herr Rittmeiſter Otto de 4 von Aderkas auf Kürbis bot auch gleich aus freien Stüen durch Vorſchub Bede und unge- druter Schriftſteller, die nur einiger maaſſen in die Geſchichte des Landes einzuſchlagen ſchienen, die erſte hülfreiche Hand dazu an. Wir haben eine ſo rümliche Beihülfe nicht obenhin angenommen, ſondern ſie zur Ermun- terung gebraucht / ſelbſt Hand ans Werk zu legen, und ſind aus mehr als einer Bibliothek mit den benöthigten , theils geſuchten , theils unge- ſuchten Hülfsmitteln verſehen, und alſo zur Augarbeitung dieſes Theils gleichſam berufen worden, Die Quellen, daraus die Geſchichte des Ordens geſchöpfet werden muſte, und worauf. alles ankam, waren verſiegen, oder doch hinter ſolche Zäune verleget, zu denen der Zugang höchſt ſchwer war. Man hatte uns zwar Hier und da mit ſinreichen Ausdrückett und eingeſtreueten 'Urtheilen verſchönert. Bey verſchiedenen Begebenheiten des r6ten und 1x7ten Jahrhunderts hat er die höchſte Glaub« würdigkeit , weil ihm das revelſche Archiv zu ſeinem Gebrauch offen geſtanden. Die Fortſeßung, welche dieſer Verfaſſer bis 1706 handſchriftlich hinterlaſſen , verdienet ſorgs fältig aufgehoben zu werden. Was ſeine perſönlichen Umſtände betrift , ſo war er am 5ten December 1657 in der Stadt Greiffenhagen in Pommern geboren, Sein Vater Gottfried Relch war Prediger , fein Grosvater aber Paul Relcl) Bürgermeiſter in beſagter Stadt. Von feiner erſten Ehe finden wir weiter nichts, als daß er mit ſeinen noch übrigen 3 Stief« töchtern Richtigkeit getroffen. Seine andere Ehe volzog er am 235ſten Nov, 1696 mit Jungfer Euphroſpna Coſtera, einer Tochter des Magiſter Caſpar Coſteri, Paa ſtoris zu Haggers und Präpoſiti des oſtharriſchen Kreiſes, in welcher er 3 Töchter erzeuget, und einen einzigen Sohn, Chriſtian Relch, der den 23ſten April 1704 geboren, und jeßo Rathsherr und Kaufman in Dörpr iſt, welcher uns auf Verlangen dieſe wenige Nachricht von ſeinem ſeligen Herrn Vater mittheilen können. Er ſo wol, als ſeine Frau ſtarben beide 17x05 er nemlich in der groſſen Peſt zu Revel , nachdem die Stadt an die Ruſſen übergegangen war, in dem Paſtorathauſe bey St, LJicolai, bey welcher Gemeine der ſelige Präpoſitus zum Oberpaſtor berufen geweſen. 0) Dieſe beiden Herren Brüder haben das Ordensregiment , der Profeſſor nemlich Con- rad Samqyel in einer hiſtoriſchen Diſſertation in 4, der Hofrath aber und Profeſſor der Hiſtorie, Heinrich Leonhard, in einem eigenen Tractat in 8 abgehandelt, Beide irren ſchon in dem Titel de ordine Enfiferorum, weil von dem Schwerdtbrüderorden nur 2 Meiſter, die andern 46 aber ordinis Crucigerorum, oder wie ſie ſich ſelbſt ſchreis ben, "Teutonicorum in Livonia geweſen. Der lektere giebt unſern Schriftſtellern nach academiſcher Gewonheit ein lateiniſch Kleid. Seine Zuſäße ſind Berichte des Dutsburgers, Venators und Bredenbachs. Unter den auswärtigen Geſchicht- ſchreibern nimt er Rojalorviczen mehrentheils als entſcheidend an, und unter denen, ſo ohne Documente geſchrieben, hält man ſeine Arbeit für die gelehrteſte. 52) Es liegen unter unſern Handſchriften auch einige, die ſich ausdrülich für herrmei- ſterliche Chroniken ausgeben , deren Die noch keinen Finger breit ausmacht , und die oft recht SPEE Geſchöpfe ſind, Zu allem Glück haben ſich ihre Verfaſſey nicht nennen wollen,

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Vorrede. zwar dieſen und jenen Canal angewieſen: allein wie ſolten ſolche kleine Strömgen das leere Meer der hiſtoriſchen Begebenheiten füllen können, welches durch gar zu ſtarke und öftere Ableitungen bis auf den Grund ausgetro>net war ? Der wichtigen und ſchon bekanten Zerſtörung des al- ten erzbiſchöflichen Archivs zu Rokenhauſen nicht zu gedenken, ſo hat die bürgerliche Geſchichte durch den 1532 entſtandenen Brand in Riga und den Verluſt der Gildeſtubenbücher einen anſehnlichen; Abgang erlitten, Aus dem rigziſchen Archiv holten die Pohlen 1620 ein ſtark Pac>et Ori» ginale weg, Jm Jahr 1621 wurden aus MitäU durch die Schweden viele daſelbſt verwarte lief- und eſtländiſche Documente nach Stock» holm gebracht, dergleichen 1710 den öffentlichen Archiven der Regierung, des Burggerichts und des Conſiſtorii zu Bevel ſo gar mit Wegnehmung aller hiſtoriſchen Privatſamlungen' in Lſiland wiederfuhr. m Jahr 1674 den 9gten Febr. gerieth das Obertheil des rigiſchen Rathhauſes in Brand, wodurch die Protocolle bis 1660 zu Aſche wurden, welchen Ver- fal der Hr. Oberpaſtor , Mag. Brever in einer beweglichen Predigt über Amos VIl, 'v. 4. 5. 6 den Tag darauf. beklagte. Laut des hard» tiſchen Berzeichniſſes giengen recht alte und wichtige liefländiſche Brief» ſchaften bey plößlicher Abbrennung des königlichen Schloſſes zu Stock» RENE in Rauch auf, die uns 3 Jahrhunderte hindurch Licht gege» en hatten. Weil auch bey den unruhigen Kriegeszeiten das Ritterſchafts- archiv von Haus zu Haus, ja wol gar zu Lande herum wandern müſſen ſo iſt manches ſchöne Original darüber verloren gegangen. Denn ob ſi wol dann und wann ein Ulyſſes nach langen Umſchweifen und zwar ganz unkentlich wieder zu Hauſe eingefunden; ſo haben doch viele durch die üble Haugshaltung des Mars ihren Reſt, oder in den Briefladen der Privat» leute ein unrecht angewieſenes Quartier bekommen, und in ſolchem un- ſchuldig vermodern müſſen. - „Dieſer Verluſt wäre-einigermaſſen zu verſchmerzen, wenn fich die al- ten NUufGe der Pfaffen finden wolten, welche zur Zeit der Ordensrcgie- rung merkwürdige Veränderungen erlebet haben. Auch dieſen Papieren Haben die NON das Garaus gemacht. Der culmiſche Kanzler Lu- cas David berichtet, daß der Orden alle preußiſche Chroniken auſſer den Duisburger und Jeroſchin verbrant habe. Der Hochmeiſter Mi- c<gel von Steenberg lies alle Chroniken vertilgen , weil ſie den Zußiten das Wort redeten, daher viele ihre Chroniken vermaurten. An Kettlern ſelbſt haben manche bemerken wollen , daß er keine Chroniken leiden kön- nen, weil die Mönche gemeiniglich der Cleriſey Recht gegeben. Die Privilegien der Städte, ſo die Vorſicht ihres Magiſtrats 'meh- rentheils in Urſchriften aufgehoben, gehen hie und da in Abſchriften durch die Hände , und erlauben uns noch einige Blie in die verloſchenen Zeiten des Altertyums. Doch liegen noch manche unter dem Namen der hbenſe- ſchen Verträge, oder wolmerſcher und wendenſcher Receſſe, in ſtarken Stöſſen unaufgelöſt und unberüret. Sie werden auch in dieſer langen Ruhe ungeſtört bleiben. Ihre Schrift erfordert mehr als 2 Augen, und die Durchſicht derſelben eine Freiheit von andern öffentlichen Geſchäften. Da ſie keinen andern Gehalt als ein kleines Vergnügen für die Neubegier- de gewähren , ſo dürfte wol der Tag ihrer Auferwe>ung ſo bald noch nicht anbrechen. Bey ſo oftmaliger Ausleerung der Archive können die einheimiſchen Urkunden wenig Stof.zur Hiſtorie ertheilen. Es iſt daher kein Wunder, wenn die zahlreiche Samlung unſerer Handſchriften nichts beſonders ent- hält, und die Liebhaber der Hiſtorie die angewandten Screibekoſtien 5 k a 2

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Vorrede." ein atiſtändiges Almoſen anſthen müſſen. Wir berufen uns auf die Erfah- rung aller geſchi>ten Kenner , ob ſie in dergleichen Abſchriften was anders finden , als eine magere Geſchichte der alten Zeiten, die ihres gezerreten und übel ausgedehnten Vortrags halber mit altväteriſchen Formeln we» nig oder nichts ſagen, und einen lehrbegierigen Leſer von einem Blat zum andern auf ein leeres Jch weis nicht warten laſſen. In dem vorigen Fahrhundert, da das Chronikenſchreiben in Lieſland recht zur epidemi« ſchen Krankheit geworden, haben die Verfaſſer nicht für die gelehrte Welt, ſondern zu ihrem Zeitvertreib geſchrieben , oder nur die Abſicht gehabt, die Begebenheiten ihrer Zeiten zu bemerken 3 daher ſie entweder die alte Hi- ſiorie flüchtig überhüpfen, oder den alten Buſſow undSenning bald ſiück« weiſe, bald ganz ausſchreiben, nach dem einer vor dem andern was zuſam- menhängendes liefern wollen. Selbſt VIeuſtädt bindet ſich im Anfang ſeiner Geſchichte an keine Ordnung, und Thomas Siärne *) , der unſern Livius vorſtellet , bringt auſſer den kurzen Auszügen aus der grüberi- ſchen Handſchrift und den däniſchen Geſchichtſchreibern wenig erhebli- <es von der Regierung der Erzbiſchöfe und des Ordens vor, Hierzu komt noch, daß ſeine Handſchrift in denen Documenten aus dem Suitfeld und Pontanus durc unlateiniſche Schreiber oft bis zur Unverſtänd- lichkeit gemishandelt worden. Solchen Hauptmängeln der Handſchriften haben gelehrte und tüchti- e Männer durch Hervorjuchung der noc< vorhandenen oder auswerts be- Andlichen Urkunden abzuhelfen. geſucht. Weil aber hierdurch die Hiſtorie ein geraumiges Feld bekommen, und die lezten Jahre von 1560 bis auf ihre Zeiten an Documenten ſehr fruchtbar ſind, fe aber den ganzen Um- fang auf einmal durchzuarbeiten ſich vorgeſeket; ſo hat ſie der Tod bey ſo weit geſte>tem Ziel ohne Uebereilung abholen können. Der gelehrte rittiſche Rakrhsherr , Herr Johan Witte *), hat mit guſſerordentlichem Fleis und erſtaunlicher Arbeitſamkeit das Archiv vn tadt .) Von dieſem arbeitſamen Manne iſt in der Vorrede des erſten Theils etwas erwehnek worden. Seine eigene Handſchrift mit Lufrens Fortſesung wird in Rigga auf dem Ritterhauſe verwahret, | Er wandte eine erſtaunliche Mühe auf die Hiſtorie des Lan« des , und ſein geſchriebenes Werk wurde ſo gültig aufgenommen, daß Oernbhielm, Patkül, Stralenberg und LTettelbladt in ihren gedru>ten Werken ſich auf ihn bey rufen, Nichts deſto weniger erkennet ein vornehmes Urtheil ſeine Ordensgeſchichte für mager und trocken. Jndeſſen behält ſein Fleis einen ewigen Nachruhm“ Sein] ſchon fertiges Werk bahnte ihm erſt den Weg zu Urkunden. Seine Collectanea zeigen, was von ihm zu hoffen geweſen. Er bediente ſich der oxenſtierniſchen Bibliothek auf. Fyholm, Der ſchwediſche Reichskanzler 0)agnus Gabriel de la Gardie ertheilte ihm gegen einen eidlichen Revers vom 29ſten May 1676 die Freiheit, alle zur eſt- und liefländiſchen Hiſtorie gehörige Sachen aus dem Reichsarchiv abzuſchreiben, doch alle Staatsgeheimniſſe zu verſchweigen. „Zziärne würde mit ſeiner Arbeit alle - praleriſchen N'lenios übertroffen haben, wenn nicht das Vorhaben , die liefländiſche Hiſtorie auf einmal und diplomatiſch in vielen Folianten ans Licht zu ſtellen, ihn ſo wis andere um Zeit und Leben gebracht hätte, i 28) Dieſer fertige Man ward wegen ſeiner ſiebenjährigen Treze und Sorgfalt, die er als Agent am königlich ſchwediſchen Hofe in Staatsſachen bewieſen, 1648 als Archi- varius und in claſſe Secretariorum Rigen/: gebraucht, wo er ſehr gute Dienſte gelei- ſtet, ſo dann 1654 am 27ſten October zum vogteilichen Gerichtsſecretarius , ernennet und 1656 in den Rath gezogen. Er bekleidete bis an ſein Abſterben , ſo am 25ſten - Juli 1657 erfolget , die Würde eines Ober - Bau- und Waiſenherrn, Daß er 1654 auf die Empfelung des Grafen Frichs Oxenſtierna , Präſidentens des Cammercol- legii , der ihm alle ſeine Handſchriften gegeben, dis Stells eines Sniglichen "2033 Iophus

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"Vorrede. Stadt Rittg durchſucht / und auſſer vielen herrlichen Hülfsmitteln, durch hohen Vorſchub aus Schweden einen ziemlichen Vorrath von Urkunden ſich abgeſchrieben, die do< mit ſeinem Abſterben der Nachwelt eben ſo bald durch Berſchlieſſung, als ſeine Perſon durch den Tod entzogen worden, Der Vieepräſident des rußiſch - kaiſerlichen Juſtizcollegii, Herr Zer- man von Brevern *), ein Bater zweier hochverdienten EE UI SRE ejas graphus von Liefland vertreten , und bafür aus den Licenten eine jährliche Penſion von 300 Thlr, Alberts gehoben, erhellet aus einer Birſchrift an den König, in wel« <her er ſich ſeine Beſoldung aus dem ritziſchen Portorio ausbittet, weil die Licent« gelder ſehr unordentlich auefielen. Sein Sohn, Herman Wirte, ward am ügten May 1698 von Carl den Xllten geadelt, r ſchlos nebſt dem Rathsherrn:JoHh. von Reutern, und den Elterleuten beider Gilden, am zoſien Jun. 1710 mit dem rußi- ſchen Generalfeldmarſchal Scheremetow die Capitulation der Stadt Riza, und ſtarb am 2ten Auguſt darauf, Sein Sohn Zerman Claudws Witte von L7or- deck , der lezte im Rathe von ſeinem Geſchlecht , war Bürgermeiſter, und ſtarb am Igten Auguſt 1736 auf Uxkül in einem Alter von 53 Jahren, *) Dieſer groſſe Man war am 20ſten Jul. 1563 zu Rita geboren, Sein Vater war D. Joh. Zrever , königlicher Superintendent , die Mutter Frau Sophi« von Dunten , und ſein Grosvater Herr Joh. Brever, gräflich- mannefeldiſcher Con« ſiſtorialſecretair. Seine noch auf Schulen verfertigte Reden, Diſputationen und Vor« ſe liegen der Welt im Dru>k vor Augen. Im Jahr 1683 begab er ſich vom titzio ſchen Gymnaſio nach Deutſchland, beſuchte die vornehmſten Höfe, Handelepläße und Univerſitäten , und ſtudirte 3 Jahr in Altdorf, alwo ihn eine Diſputation de 8Spm- bolo heroico berühmt machte. Er wandte ſich 1686 nach Jena, urd nahm mehrere Reſidenzſtädte von Deurſchland in Augenſchein. Von Wien nahm er ſeinen Weg nach Untern, und fehrte von Ofen zurück nach Augſpurg, Von da reiſete er nach Venedig, Florenz und Rom, beſichtigte die vaticaniſche Bibliothek, und nahm die Poſt nach LTeapolis, wo ihm die türkiſchen Seeräuber den Pas nach Sici- ſien unſicher machten, Hier beobachtete er die Flammen und Schlünde des Veſte vius , und richtete ſeine Reiſe wieder über Rom nach Mayland und Genug. So Hann begab er ſich nac; Turin, und ſo weiter von Geneve nach Paris und Ver« ſaille. Hiernächſt wolte er die Niederlande durchreiſen ; allein eine Krankheit, ſo ihn in Umſterdam das Bette zu hüten nötigte, unterbrach ſein Vorhaben nac Entt- land zu ſchiffen. . Er trat alſo auf Erinnerung ſeines Herrn Vaters 16g1 die Kuka reiſe dureh) Zolſtein , Nle>lenburg, Pommern und Preuſſen zu Lande an, Im Jähr 1693 ward er Aſſeſſor des Landgerichts, 1694 am zten Octobr, in den Adels ſtand erhoben, verheyrathete ſich darauf mit Catharine von Reutern, und nahm 2696 die Präſidentenſtelle in dem königlichen Burggerichte zu Ria an. Gleich nach« her ernante [hn der König zum ordentlichen Aſſeſſor des 170x von Dörpt nach Riga verlegten Hofgerichts- Bey den vorwaltenden Kriegsläuften wandte er ſich mit jeic er Famile nach Lübeck. Seine daſelbſt ausgearbeitete herrmeiſterliche Hiſtorie iſt uns nicht zu Geſicht gekommen. Mit dem Frühjahr kam er wieder nach Riga, wo er ein halbes Jahr in Abweſenheit des Hrn, Statthalters von Strokirch der Landeg« regierung vorgeſtanden. Hier nötigte ihn der Krieg zum andern mal nach Lübecl zu gehen, Alhier erhielt er das kaiſerlich rußiſche Patent als Vicopräſident des Hofgerichts , mit welchem er 1711 nach einer gefährlichen Reiſe im Herbſt zur See über Liebau zu Riga ankam, Im Jahr 1717 ward er zugleich Vicepräſident des erlauch« ken hohen Reichsjuſtizcollegii, und ſtand in Petersburg am kaiſerlichen Hofe in bes ſondern Gnaden, So mäßig er auch lebte, und ſich vor allen heſtigen Leidenſchaften hütete, ſo verurſachten ihm doch die Steinſchmerzen am 17ten Jun. 1721 ein ſcvmerzli« <es Lager, Das Singgedicht , ſo er über dieſen Stein in ſeinen Nieren mit eigner Hand aufgeſeßet , iſt ſo ſinreich , als beweglich; wie denn auch ſeine gedruckten Gea dichte viel Schönheiten und artige Gedanken enthalten, Er ſtarb am 3ten Jul. und ſeine Leiche ward von Petersburtg nach Riza abgeführet , wo ſie am 23ſten Febr, 1722 beerdiget worden, | Unter ſeinen Handſchriften iſt die leſenswürdige Unterſuchung von der Warhaftiakeit "des Privilegii , ſo Sitziumund Auguſt 1561 fer. 6 poſt Cathar, den Liefländern ertheilet hat, die GEO ſonſt finden ſich auch gelehrte , * Ans

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Vorrede. beſas den groſſen Geiſt, der ſich an die merkwürdigſtert Sachen des Alter- thums und an die Urkunden des Landes ohne Schwachheit wagen konte. Sein aufgeweckter und lebhafter Witz, . der. ſich ſchon in ſeinen kleinern Schriften zeiget,, würde uns was ausnehmendes geliefert haben, wenn das oberſte Verhängnis nicht ſeinem Leben ein enger Ziel als ſeinen Ab- ſichten hätte ſeßen wollen. Einige ſeiner“durch Erbſchaften zerſtreueten Papiere ſind in Abſchriften der 'Vergeſſenheit“glü>tich entzogen" dahinge- gen die übrigen ſamt den rareſten Münzen von ihren jetzigen Beſitzern aus NENE Liebe geheimer gehalten werden, als es der Hiſtorie zuträg- Der Secretair “des Generalgouvernements von Eſtland , Herr Beenhard Rieſemann, hatte ſich in den eſtländiſchen und revelſchen Documenten wohl umgeſehen. Er ſuchte bey ſeinem erfahrnen Alter, und in der nach vielen Amtsgeſchäften erbetenen Ruhe , ſein Vergnügen darin, die Hiſtorie des Landes zu erweitern. Wir würden ſeinem freiwilligen Verſprechen zu Folge ſeine Beiträge mit erhalten haben, wenn ihn nicht nach einer kurzen Kranfkheitrein. uns, nicht ihm, unerwarteter. Tod den TIzten April 17509 die Feder hätte niederlegen heiſſen. Die Erben, welche ſeine Arbeit, die gröſtentheils die Rechte und Privilegien von Lſilaud be- ANI Eg zerſtreuen wollen, werden ſie mit der Zeit vielleicht dex Welt mittheilen. Unter denen, welche zur Ausführung und Herbeiſchaffumg der ver» lohrnen Hiſtorie von Liefland das meiſte beigetragen, macht der Land- rath und Präſident des liefländiſchen Oberconſiſtorii, Herr Carl Guſtav Clodt von Jürgensburtt, die erſte Perſon aus. Die BVerantaſſung war folgende. Die Pieemgen und Städte des Königreichs Schweden mu- ſten bey dem Leichenbegängnis des höchſtſeligen Königs Carls des Kiten und der damit verknüpften GlüFwünſchung wegen der Thronfolge ſich im Jahr 1697 durch ihre Abgeordneten in Stockholm einfinden. Das damals hochbedrängte Liefland hatte, auſſer andern politiſchen Anfechtun- gen, eine recht gefährliche Obſervation wegen des ſogenanten Biſchofszehnden von ſich abzulehnen, Eine Unterſuchung , die dem gröſten Theil des Adels den Verluſt der Güter und den gänzlichen Untergang drohetez weswegen derſelbe entſchloſſen war, durch eine beſondere Botſchaft nach) Rom über dieſen Zehnden eine nähere Belehrung einzuziehen , wenn es wegen Kürze der Zeit und ohne Aufſehen geſchehen könte, * Die auf das Ausſchreiben des königlichen Generalgouverneurs auf dem Landtage zu Wenden verſamlete Nitterſchaft bemühete ſich um drey angeſehene Mit- glieder , die dieſen Verrichtungen am ſchwediſchen Hofe bey fo gefährli- <en Umſtänden gewachſen wären, Sie fiel mit einhelliger Stimme auf den Herrn Präſidenten Clodt von Jürtensbur& und ernante ihn zu ihrem Abgeordneten / tanquam (wie die lateiniſchen Worte des deut» ſen Receſſes lauten,) ad hunc actum maxime idoueum, . Dieſer treue atriote war für die algemeinen Angelegenheiten des Landes eben ſo be- mühet , als für die Ausführung der ihm übertragenen Staatsgeſchäfte. Allein das nach Schweden weggebrachte' herrmeiſterliche Archiv , ſo Kettler in Mitgu verwahret, und das Stilſchweigen der Hiſtorie! mach- te der liefländiſchen Nitterſchaft den Hauptbeweis ſchwer, und ſo lange Un (1.000 un Anmerkungen über alle Denkwürdigkeiten von Lieſtand darunter; Der Prof und Re« rtor des rigiſchen Gymnaſii, Herr Adam Gottfried-ZHörnick, hat von dieſem unſern Polpbiſtor mehrere Lebensumſtänds in ſeiner zu Biga gedruckten „Gedschtnise Seuls mitgetheiſet,

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Vorrede, uttthöglich, bis aus tüchtigen Urkunden der Grund öder Ungründ der vorgegebenen Frage klärlich dargethan würde. Zu dem End« wirkte der- ſelbige durch inſtändiges und anhaltendes Bitten, den 15ten Merz 1658, an den damaligen Canzleyſecrerair und Archivarius, Herrn Sven Lep. onmarc>, den hohen königlichen Befehl aus , vermöge deſſen er alle zu ſeinem Unterricht dienliche Urkunden aus dem Reichsarchiv zur Abichrift erhielt , in welchem zugleich eine Menge eſäländiſcher , curländiſcher, preußiſcher und pohlniſcher Briefſchaften verwahret lagen. Der ge» ſchi>te Altertumskundige in StoXholm , Herr Richard von der Sardt , beſorgte dieſe Abſchrift , und unjer redlicher Patriot ſchonete kei- ne Koſten und Geſchenke zur Vergeltung einer ſo vieler Sorgfalt bend tigten und weitläufigen Arbeit. Dieſe Freigebigkeit aber erniunterte den Abſchreiber , auch einen ziemlichen Theil der vom Herrn Siärne abge- nommenen Documente wieder herbey zu ſchaffen, durch welcye der alten und neuern Hiſtorie von Liefland konte aufgeholfeu werden, Der Sohn deſſetben , der Herr Käminerjunter Jacob Guſkav Clodt von Jürgensbur&, war nicht nur der einzige Erbe dieſer Stöſſe von Schriften, tondern beſas auch den patriotiſchen Trieb ſeines Herrn Baters, dieſelben brauchbar und nüßlich zu machen. Er lieferte k1bige nach genommener deutlichen Abſchrift in das Archiv der Rittei ſchaft ein, und vermehrte ſeinen Vorrath wir vielen ändern Handſchriften. Wir finden bey ihm die Folge faſt aller gedruckten und ungedruckren Geſchichte ſchreiber, die nur irgend in die lieftändiſche Hiſtorie einſchlagen 3; inſon- derheit aber das wohlgeordnete Kabinet der alten liefländiſchen Mün- zen, ſo uniers Wiſſens das ordentlichſte und volſtändigſte in ſeiner Art genenner zu werden verdienet. Der Freigebigkeit des Herrn Kammer- junfers haben wir hier öffentlichen Dank abzuſtatten, der ſo theuer an- geſchafte Schri“ten faſt allein und umſonſt hergegeben , die man zum Ge- brauch unſerer Leſer in dieſem Werke auszugsweiſe angeführet , oder vol- ſtändig mitgetheilet. Den vortreflichen >odtiſchen Samlüngen fügen wir billig die aus- erleſenen Beiträge des Herrn Peter von Schievelbein , Obervögts der Stadt Rigg, bey. Durch die rühmliche Vorſorge dieſes in unſerer Ge- ſchichte wohl bewanderten Mannes haben wir manches ſeltene Origt- nal zu Geſichte, und manche alte Abſchrift in die Hände bekommen. Da auch zur Zuſammenhaltung und Vergleichung einiger Abſchriften meh- rere Exemplare nöthig geweſen, ſo hat der Staatsſeeretair des kaijerl» <enGeneralgouvernements von Liefland, Herr D, Bernhard Cheodox Sausdorf, nach ſeiner Liebe für die ſchönen Wiſſjerchatten, dieelben hrc- beizuſchaffen ſich Mühe gegeben. Eine aleiche Ari der Beihülfe iſt uns durch den muntern Fleis des Heren Ernſt Wilhelm Roux, Secre» tairs der Stadt Mitau, zugefloſſen. . Was von bürgerlichen Sachen der Stadt unter den Briefſchaften der groſſen Gildenſtube verwahrlich aufgehoben worden, hat der Elre- ſte, Herr Bernhard, von Suickellzgven, ſo wie die Docymente der kleinen Gilde , derſelben Elterman Herr Johan Chrijtoph Kleeburg , uns mit vieler Willigkeit zu unjerm Gebrauch in der Geſchichte überlaſſen wollen, Aus dieſen allen hat man die ordensmeiſterliche Geſchichte zu Skayn- de gebracht / viele Jahrzahlen SII die verloenen Namen DG 2 ere

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Vorrede. hergeſtellet , und alten Berichten ihre Gewigsheit verſchaffet. Zwar iſt die alte Hiſtorie von 64 für die Ehre eines Schriftſtellers gefähr- lich genugz weil ſie ſelbſt in den Urkunden durch ſo viele Lücken ganzer Jahrzehnde durchbrochen iſt, zumal wenn unſere Leſer getrennete Bege- benheiten in einer anmuthigen Erzehlung und richtigem Zuſammenhang von uns verlangen ſolten. Allein da die wißigſten Einfälle am leichte- ſten ſtraucheln können , ſo hat man ſich derſelben mit gutem Bedacht enthalten, und lieber den Titel einer Chronik erwehlet, auch nicht den Text nach den Jahren , ſondern die Jahre nach dem Text eingerichtet, wenn gleich dadurch mehrere Lücken entſtanden. Denn Kauf- und Han- delsbriefe in die ledigen Stellen einzuſchieben, die die Jahre hätten zur Noth füllen können , würde ſo wol jedermans Erwartung als un- ſerm Endzweck zuwider geweſen ſeyn. Wir geben ſelbſt dieſe Materien für weiter nichts als einige vom algemeinen Schifbruch übrige Trümmern aus. Verunglückte oder verſchlagene Leute ſehen ſich nach ein paar Bret- tern um, wenn ſie ihr altes Vaterland wieder finden wollen. Ein Haus aus alten Werkſiü>en komt der Natur am ähnlichſten. - Die Kentnis der Knochen an einem Gerippe iſt.eben ſo nöthig, als die Kentnis der fleiſchichten und feſten Theile des Körpers. . Vielleicht finden ſich nach unſern Zam Künſtler , welche über dieſe Gebeine eine ſaubere - Haut ziehen. ir haben uns der vorhandenen Documente nicht weiter bedienet, als es unſere Abſicht , Sahigfeit, Kräfte und Nebenſtunden zu- gelaſſen. Manche gar beſondere Nachrichten ſind um des liefländiſchen Leſers willen unumgänglich nothwendig geweſen. So trocken die alte Hiſtorie an ausführlichen Begebenheiten iſtz ſo fruchtbar wird ſie nach der Zeit des Ordens an Feldzügen, Belagerun- en, Streifereien, Scharmützeln / berühmten Perſonen und merkwür- igen Veränderungenz nicht als ob es vorher an dergleichen Vorfällen gefehlet, ſondern weil die Mönche zu gemächlich und neidiſch geweſen, die häufigen Siege der Ordensherren und ihrer Ritterſchaft umſtändlich und rühmlich zu melden, Was auch von Mönchsarbeiten noch zu Papier ge- bracht worden, hat nicht immer Gedeihen gehabt. Vermuthlich G mancher Aufſaß von dem Orden unterdrückt, weil mehrentheils die Geiſt- lichen, als der beleidiate Theil, ihr Unrecht und die erlittenen Bedrängniſ ſe zu lebhaft beklagten. Dazu komt noch, daß die Stadt Riga in den er- ſtern Zeiten wenig mit den Meiſtern zu thun gehabt. Es giengen 130 Fahr vorbey, ehe die Bürgerſchaft, der ſchon das ſanfte Regiment des Krumſtabs beſchwerlich fiel » auch noch über dem das harte Joch des Kreuzes, wiewol nicht oßne Murren, auf ſich nahm, und dem Meiſter ſo tool als dem Erzbiſöof huldigen muſte. Daher auch die Zahl der Ordensmeiſter do? dreizehnten Jahrhunderts ſo wenig , als ihre Na- men, von unfreitiger Nichtigkeit ſind , auc) nicht aus dem Archiv der Stadt hergeſiellet werden können, Der Oberſte unter den Ordensgebietigern hies der Meiſter. Die et der mitlern Zeiten ſeßte das Ehrenwort Serr davor , daher ie Zerrmeiſter Domini » Feinesweges aber Zeermeiſter, Duces exercitus, genennet worden. u dem r6ten Jahrhundert ſagte man auch Vorſtenmeiſter, nachdem Plettenbert die Fürſtenwürde erhalten. Wir haben ſie, um den harten und jueDemigen Ausdruc> des Alter- thums zu vermeiden, Ordensmeiſter betiteln wollen, ochweiſter, Magiſt, generales , waren allein in Preuſſen zu ſuchen, welche ih- - ren

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Vorrede. ren Landmeiſter unter ſich hatten, obgleich dieſer leßtere Name auch in alten Zeiten dem Meiſter von Lieſland beigeleget worden. Die Eigenſchaften dieſer Helden ſind bey den alten Chronikenſchrei- bern durch die Beinamen eines alten, frommen , tapfern, beſcheidenen, erfahrnen und braven Mannes ausgedru>t. Der Herr Hofrat)y Schurzfleiſch ſchildert ſie gleichſam, wie ſie vor oder nach der Schlacht ausgeſehen , nachdem ſie glülich oder unglücklich gefochten. Da dieſe al» gemeine Abbildungen zu ſchwach ſind, die meiſten ihre Rolle ſehr kurz ge- ſpielet, auch ihre Handlungen nicht im Zuſammenhang bekant gewordenz ſo hat man lieber keine Charactere beibringen wollen. Geſichtsbildungen „entwerfen , oder bey jeder ZE aer em ihre Weigsheit , Staatskunſt und Einſicht rühmen, hieſſe in den Verſtand unſerer Leſer ein zu groſſes Mistrauen ſeßen , deren Nachdenken und Urtheil manches überlaſſen werden müſſen. „Die Abhandlung dieſer Geſchichte beſtehet aus einer fortlaufenden Erzählung, die man ohne Anſtos fortleſen kan. Die Urkunden zum Be» weis oder zur Erläuterung find in die Anmerkungen gebracht. Aus dieſen iſt manches in den Nebenanmerkungen erkläret worden , worin manche Urtheile über unſere Geſchichtſchreiber mit vorkommen. Hier- durch hat dieſes Werk zufälliger Weiſe eine Aehnlichkeit mit dem erſten Theil empfangen, Die wenigen Materien, ſo wider die Ordnung ein- geſtreuet und do< mit einem Sterngen bezeichnet worden, ohnerachtet ſie füglicher in die Anmerkungen ſelbt gehöret hätten ,/ ſind Spätlinge, mit welchen man wegen der ohnedem ſchon ſtark beſchriebenen Hand»- ſchrift dem Druer die Arbeit nicht noch verworrener machen durfte. Die Urkunden der älteſten Zeiten haben den Text lateiniſch, davon man einige, die zum Beweis gehören, der ſtudirenden Jugend wegen beibehalten. Unter den deutſchen ſind wol auſſer einigen bürgerlichen Geſeßen die monheimiſchen Briefe an die Stadt Rigg 1330 die er- ſten. Sie ſind alle in der platten Sprache abgefaſt, die man in etlichen in die hochdeutſche Mundart überſeßet, doch ſo, daß man die alten Wort- fügungen, ſo viel möglich, beibehalten wollen. Es war daher nicht nd- tig, denenſelben eine neue Ueberſezung an die Seite zu ſeen, wie der Herr Landrath von Ceumern bey dem ſplveſtriſchen Privilegio thun müſſen. Einige platteutſche hat man zwar zur Probe mit angebracht; Wir bitten aber der Rechtſchreibung wegen um Verzeihung , weil eine ans hochdeutſche gewöhnte Hand mit ſolchen Abſchriften ungemein ſchwer zurechte fomt. Die hochdentſchen Urkunden fallen ſchon geläufiger 3 von welchen der“Ordensmeiſter Galen 1553 zu Wenden, Montags nach Catharinen, die erſte niederſchreiben aſs , da die vorhergehenden von eben dem Jahr noch platteutſch abgefaſſet find. Doch unterzeichne- ten die Herren Meiſter die hohdeutſchen Briefſchaften noch platteutſch, als: Göddert Redler, WMeiſter, myn Zandt, oder: Göddert, mpn egen Sandt. Bey den Auszügen der Urkunden haben wir auſſer dem Jahr und Tage hauptſächlich auf den jedesmaligen Endzweck, die vornemſten Stücke des Inhalts, und aufidie Zeugen geſehen. Damit aber bey der Menge ſo vieler Namen die öftere Wiederholung derſelben in den hintereinander fond Documenten kein Misvergnügen erwe>e, ſo hat man ſolche lieber weglaſſen, als zehnmal einerley Perſonen namhaft machen FE c enz

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Vorrede. || len; zumal da dieſe Sorgfalt höchſtens nur zur Ausfürlichkeit der Ge» ſchlechtsregiſter dienen können. An einigen Stellen hat man die ſonder- baren feierlichen Ausdru>e, weil ſie was beſonders haben, mit unterlau- fen laſſen. Man erfennet ſie gleich an der Seltſamkeit oder an der ihren Zeiten ganz eigenen Einfalt, Die angehengten fünf, Tabellen haben jede ihre beſondere Vorerinne- tung. Wir wünſchten, die von den Münzen und Sigillen durch Kupfer- ſtiche beleben zu können. Was die Münzen betrift, ſo könte man Hof? nung haben , dieſelben durch die geneigte Bemühung eines vornemen Gön- ners in Kupfer abgeſtochen zu ſehen, wenn diejenigen, ſo dieſe und mehre- re Arten beſißen, durch Mittheilung der vorhandenen Stücke dazu be- hülflich ſeyn wolten. Wie die Beſißer dadurch ihres Schaßes nicht be» raubet werden, ſondern ihn in vieler Händen vervielfältiget wieder fin- den; ſo wollen wir alle diejenigen, welche ſolches ſchöne Borhaben zu be- fördern gedenken, hiemit aufs. ergebenſte erſuchen, die bey ihnen vorräti- gen und hier nicht namhaft gemachten Münzen an uns nach Bitg einzu- ſenden wofür man auſſer der Exlegung des Werths ſich ihnen für ganz beſönders verpflichret erkennen wird. Die Altertümer der herrmeiſterli- <en Leichenſteine in der Domkirc<e-zu Wenden, und dieſe Zeugen von der ehemaligen Ordensregierung , - ſolten billig bey den Liebhabern oder den noc< vorhandenen Familien in ſolchem Werth“ſeyn, daß man ſie in natürlichen Abbildungen dem ſo nahen Untergang entzöge. Wie vieles lieſſe ſich nicht dagegen an nüchternen und übel ausgearbeiteten handſchrift- lichen Aufſäßen erſparen? GOTT wolle übrigens auch dieſer Arbeit den zur Abſicht gehabten Nutzen in Gnaden angedeihen laſſen, deſſen Schirmwaltung wir un- ſere Leſer empfehlen. Geſchrieben zu Bigg den 25 ſten April 1753. Der

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Der erſte Ordensmeiſter der Ritterſchaft Chriſti oder des Schwerdtbrüderordens in Liefland a), Vino). "| ſem Jahre geſtifteten Ordens der Schwerdtbrüder. Sei- PZ" ne Heriunft , Thaten und Negierung ſind von den Ge ſchichtſchreibern, der damaligen Schwäche dieſes neuen Or- dens wegen, in wenige oder gar keine Betrachtung gekommen, Die Geſchichte ſeiner Ordensbrüder , die er als ein tayfrer Vorgänger angeführet, und ſeinen gewaltſamen Tod haben wir unter dieſen Jaho ren im erſten Theil dieſer Chronik zu ſuchen «). 8) Liefland , Livonig, heißt beym Pro'em&us auch Levonia, und bey einem unge. nanten preußiſchen Chronifenſchreiber Lyvonia. Ein angeſehener Gelehrter die» ſes Landes *), weicher unter dem Namen tlontan verborgen bleiben wollen, ſuchtweit- läufig zu beweiſen, daß der Name Liefland von dem eſtniſchen und lettiſchen Worte Liv, ein klein Neg, herzuleiten ſey 3 weil die Liwven zu den Venedis gehöret, die Ca citus wie Schnaphäne und Räuber beſchreibet. Der Landesname Widduſemme, Witrtelland, deſſen ſich die Curländer und Letten bedienen, ſol ſich, nach ſeiner Mei« nung auf, das feſte Land beziehen, indem es nur etliche Meilen breit an Semgallen gren« *) Dis iſt der in der Vorrede zum teu Theil der allgemeinen Welthiſtorie S- 38 , und in der Vor- rede zum 9ten Theil angeführte liefländiſche Gelehrte , welcher einige ſchöne Anmerkungen nnd Beiträge zur allgemeinen Welthifiorie, von den Gegenden unſers Reichs, eingeſandt, nemlich der Rußiſch Käyſerl. Leibarzt und Doctor der Arzneykunſt , Herr Johann Becnhard von Fiſcher, der um das Aufnehmen gründlicher Wiſſenſchaften und um die Beförderung mediciniſcher heilſa- men Anſtalten, in unſerm Reiche ſich wohl verdient gemacht. Er lebt anießo vor ſich bey B1gg) auf ſeinem neu angelegten Hofe Zinterbergen, deſſen Winter- und Sommerluſt cr in Verſen bes ſchrieben , und von den Anfanasbuchſtaben ſeines Namens, ſich den In Beruhigung Vnd Friede wohnenden Montan nennet, welchen Namen wir der Kürze wegen beybehalten- Dieſe phyſica- liſchen und moraliſchen Betrachtungen ſind 1745 zu Riga in 8v- gedruckt , hinten aber des Vers faſſers Gedanken von dem Urſprunge des Namens der Stadt Riga, und der Provinzen Cur» und ZLiefland beygefüget, die eigentlich-bieher gehören. Dieſe kleine Schrift iſt in Leipzig in der Gleditſchiſc<en Buchhandlung zu haben. Da wir nur kurz das Stammwort anzeigen ſo, wer? den neugierige Leſer wohl thun, wenn ſie die ganze Abhandlung mit den Beweiſen aus dem Werk» gen ſelbſt in Erwegung ziehen. d A x war der erſte Gro3meiſter des vom Biſchof Albert in die« 120x

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2 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, grenzet , ſondern auf die Lage deſſelben gegen die See, weil es nemlich nicht an der freien Oſtſee, ſondern an einem Mittelwaſſer, nemlich dem liefländiſchen Meerbuſen, liege, dero gleichen Waſſer die Dänen und Holländer Zet Binne -Watrer zu nennen pflegen. Die Ruſſen nanten in ganz alten Zeiten das Land Livonskaja Semla, anjeßo aber nennen ſie es Lieflandie, Die Wenden *) und Letten, welche die Liven ver- drungen und ehmals von einander unterſchieden waren, haben uns jeßo keine Spur von ihrem vormaligen Unterſchiede übrig gelaſſen. Es kan auch die Sprache dieſer ſlavonis- chen Völker nicht ſehr unterſchieden geweſen ſeyn. Was für einen Commentarius könte nicht ein Sprachfundiger hierüber verfertigen ?, Die Stadt Libau in Curland hat ihren Namen von Leepa, ſo auf curiſcl) und lettiſch den Lindenbaum bedeutet, den auch die Stadt in Wapen hat. Heepicz nent der Lirthauer den beſten Meth, der aus dem von Lindenblüten geſamleten Honig gebrauet wird. Das ſchöne Leipzig ! | in Sachſen hat von den Linden ſeinen Namen, durch die Wenden erhalien. Mit dem Urſprung der Wenden wird «Zeinrich der Letre geſchwind fertig, vtpote a Wyn» dow repulli. Es wäre ja eben ſo kurz von den Liven geſchloſſen, Liui vtpote a Liva » repulß, Siwa iſt der alte Name des Stroms und der Stadt Liebau in Curland. Doch Suagnini tom. Il p. 42 fähret terram Livenſem an, in der Lo, eine hölzerne Stadt mit einem ſteinern Schloſſe, am Fluß Liwviecz lieget. Zu dem in Leuen« klaus, Zeplers, »3enninggs , Waiſſels und andrer Schriften befindlichen Namen Biſtand iſt es ganz unſchulvig gekommen. Man krift in unſern alten und neuen Do- cumenten fein Eifland an , ſondern der Buchdrucker hat das in einen Zug gebrachte 2 für ein E geleſen , weil die erſten Schriftſteller, nach der Einführung der Buchdruce« rey, wegen der Entlegenheit der Druorte, die Durchſichtigung der Bogen nicht ſelvſt beſorgen können , wie denn noch in einigen unſrer Handſchriften das zierliche Anfangs 2, wegen des durchgehenden Zuges, als ein E gelefen werden kan **), Wir wiſſen nicht, aus welchen Quellen Herr Franz LFeuſtädt ***) ſeine ſo gar umſtändlichen Nachrich« ten 1208 *) Diejenigen, welche die Namen der Völker gerne aus Stammwörtern ableiten , ſo ihre Raubereis en, Ueberfälle und Gewaltthätigkeiten anzeigen, finden in Guagnini rerum Po/ox». tom. I p. 16 das ſlavomſche Wort Wenda oder Venda, das einen Fiſcherhamen bedeutet , und vielleicht den Wenden den Namen gegeben. Die Wenden aber in Liefland haben heutiges Tages vor an- dern Letten nicht das geringſte Unterſcheidungszeichen mehr übrig. Daher ſind ſie ohne Zweifel dieſelbe Nation, die ehmals am Fluß Windag in Curland gewohnt, und den die Zetren noch Wenda ausſprechen. %) Zeuenclau in Pand. Turcicis tom. I part. III p- 18x nennet Eifland die hochdeutſche Ausſpras <e, da hingegen die Sachſen Liefland ſagen. Entfernte Völker verfehlen gemeiniglich des rech- ten Namens, den die Nachbarn oder jolche Nationen , welche mit einem Lande Handel treiben, richtiger ſchreiben und ausſprechen. So geht es dem Athenienſer Laonicas Chalcocondylas, der in ſeinem zten Buche de rebus Turcicis auf ein Land Euphraſtä oder Inflaſtä komt , deſſen Hauptſtadt er Ycra heiſſet. Es mag nun dieſer Grieche oder ſein Abſchreiber gefelet haben 3 ſo zeiget doch die Beſchreibung dieſer Seeſtadt, wohin die Deutſchen, Dänen, Franzoſen und Engelländer handeln , und die ein ariſtocratiſch Regiment haben ſoll, daß ſie Ryca oder Riga, und das Land Liefland oder Lifland heiſſen müſſe , und man alſo nur die Buchſtaben verſeßen dürfe. Auf die Art wird man mit den verworrenen Namen auch eher fertig, als wenn man nach der Erklärung des Franzöſiſchen Ueberſeßers , es auf die Stadt X7o0garden deuten wolte. Chalcocondpylas hat mehr ungewöhnliche Namen- Die deutſchen Ordensherren heiſſen bey ihm XTazarger , weil ſie weiſſe Mäntel trugen und Gelübde thaten. ewuenclau ſelbſt , der die Einwohner bes Landes von den Juden ableitet, iſt vom Herrn Präpoſitus Relch S. 13 gründs lich widerleget worden. Sein Jörru, Jörru UJaſcolon, welches er von den Bauren ſingen hören, und für ein Klagelied über Jeruſalem und Dämaskus halt, iſt ein ordentlich Schäfers liedgen , nicht aber wie Fabricius meinet, ein Ehrengeſang für die eſkniſchen Waldgößen. Wir hatten eine Provinz Jdumäg, wir haben noch ein Egypten, ein Bethlehem, ein Engeddi, aber feine Juden in denſelben. Dieſe bibliſchen Namen brauchten die Mönche, weil ſie darin eine beſondre Andacht ſekten. a+) Der ſelige Herr Franz TTeuſtädt oder Lieſtädt , ehmaliger Bürgermeiſter in Riga , den ſchon Chytrgaus in Saxonia p. 805 wegen ſeiner ſonderbaren Klugbeit , Gelaſſenheit und ſtandhaften Weſens rühmet , hat eine handſchriftliche Nachricht von Liefland hinterlaſſen , die aber wenige Liebhaber vollſtändig, ſondern nur in einem Auszuge, beſißen. In der alten Hiſtorie iſt er andern kurz nachgegangen. In der neuern Geſchichte aber , ſonderlich vom Jahr 1558 , hat er uns die dorptiſchen Veränderungen am ordentlichſten beſchrieben , weil ihm ſein Aufenthalt in dem Hau» ſe ſeines Schwiegervaters, des Herrn Bürgermeiſter U3eyers in Dörpt, vieles entdeckt , was unter dem gemeinen Mann entweder gar nicht, oder mit manchen erdichteten Zuſäßen bekant ges weſen z daher man auch in der dorptiſchben Geſchichte ſich faſt allein an ihn halten mus. Wir werden an gehörigem Orte zeigen , daß LTeuſtädt unter den Liefländern von der rußiſchen Na» tion zuerſt unparteiiſche Begriffe geheget , weil er ſich als ein Kaufmann in Pleskow, T7ogar- den und U3oskau lange aufgehalten, und die Ruſſen näher kennen gelernet. Er ſchrieb ſeine Hiſtorie auf dem Landgute Sonzel, wohin er ſich in einem hohen Alter der Ruhe halber begeben hatte,

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Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Vinno, 3 ken von der Entdeckung dieſes Landes geſchöpfet. Es ſcheinet, daß er zu leichtgläubig 1208 geweſen, (denn zu eigenen Erdichtungen war er zu aufrichtig,) und ohne genugſame Prüe fung ſich etwas zu weit in den Gebrauch der bremiſchen Scribenten eingelaſſen, die ihrem Vortrag durch genaue, ſonſt aber bey jeder Landeserfindung ſehr gewöhnliche Um- ſtände eine Farbe zu geben gewuſt, Seine Erzehlung läuft ohngefehr auf folgendes Hinaus: Im Jahr 1148 wolten die Bremer nach Wisby ſegeln, wurden aber durch y einen Sturm aus LTordweſt nach Curland verſchlagen , von da ihnen eine Fiſcher- ſchüte den Weg nach der Düne zeigte, Als die Wilden ſich über ein vorher nie geſehes . nes Schif ſehr verwunderten, ſeßten die Deutſchen zwey ledige Tonnen , mit Brod und andern Eswaren und Naſchwerk bedeet, ans Ufer, und bewirtheten die Heiden ſo wohl, daß dieſe ihre beſten Waaren herbey brachten, wofür ſie von den Deurſchen untere ſchiedliche Verehrungen erhielten, Hier beſchreiber LTeuſtädt den ganzen Bauerkram, als er ob dabey geweſen, und bezeichnet uns faſt die Minen, mit welchen die Liven den Bremern das deutſthe Geld zurück gegeben , weil ſie es nicht gekant, und lieber aus- ländiſche Waaren zu tauſchen begehret. Den Tag drauf komt ein armer Betler, wel- <er ben Kaufleuten für ein Meſſer , ein Hutband und ein paar Stecknadeln, etliche Ey« er hinleget , bey vermerktem ungleichen Tauſch aber zwey Grauwerksohren mit kleinen ſilbernen Stiften beſtreuet aus dem Buſen ziehet, welche die Deutſchen begierig an- nemen, um die Münze der Liven kennen zu lernen. Dieſe ſilbernen Buckeln, ſagt L7eu- ſtädt, hätten die Liven LTatzar, die Deutſchen aber, von den Ohren eines Eichhörn« gens, ein Oer geheiſſen. Damit nun dieſe Kaufleute die Sprache der Liven lernen möchten , ſo körnten ſie einen jungen Menſchen täglich mit Zuer, Feigen und Roſinen, brachten auch deſſen Eliern dahin , daß ſie ihr Kind von 15 Jahren mit nac) Bremen reiſen , daſelbſt taufen und die deutſche Sprache lernen lieſſen. Anno 1149 ſührten die Bremen dieſen jungen Liven, als nunmehrigen Dolmetſcher, mit nach Liefland. Un- ter andern Handwerkern befand ſich auch ein Goldſchmidt auf dem Schiffe , über wele <en ſich die Heiden am meiſten verwunderten. Hier weis LTeuſtädr die Schifsla« dung wieder aufs umſtändlichſte, Die Chriſten tractirten vor ihrer zweiten Abreiſe noc< 30 Liven, ſchrieben ihre Namen auf, ſchloſſen Vergleiche, und namen viere von dieſen Leuten mit nach Deutſchland. Der bremiſche Erzbiſchof ſchi>te endlich 1155 auf Philippi Jacobi den Prieſter Meinhard , ſamt ſeinem Chorſchüler, Johann Hartmann, und einem Küſter, Thomas Sreter dahin, welche am 24ſten May auf der Düne glücflich ankamen, Im Junius brachten noch 2 andere Schiffe einen Bl und Schmidt, mit Weib , Kind und Geſellen mit, die viele Keſſel bey ſich ften 2c, So umſtändlich auch dieſer Bericht des Herrn Bürgermeiſter LTeuſtädes gera« then , ſo gehet doch die Erdichtung des Dionyſ, Fabricius *) noch weiter. an A 2 rift» hatte, bis ins Jahr 1604. Wir haben auch von ihm geſchriebene Anmerkungen über D, Lau- rent, Müllers feptentrionaliſche Hiſtorien , ſo zum erſtenmal in Fol. hernach in 4 gedruckt, und quc< ins Schwediſche überſeßt worden. LTeuſr8dt beſchuldiget Nfüllern der Unwarheit, wenn er, Fol. 6, Pitſchur eine Meile von Pleskow entfernt, da es wol 8 Meilen davon liegt ; wenn er Fol. 13 alle Thürme zu Pleal:ow überguldet , Fol. 14 dem Herzog NFagnus die Erbauung des Schloſſes |Teuenbaus zuſchreibt; Fol. 15 die Stadt Riga der vergebenen Freiheit beſchul»- diget. Fol. 18 macht FTeuftäde die berufene Erzehlung von der Freiheit der Dauren , welche ſie durch den poiniſchen König Stephan empfangen ſolten und nicht wolten, zur Fabel , welche Erzeblung dennoch in die Schriften der gelehrteſten Männer eingeſchlichen, und verwirft endlich auf demſelben Blat die Beſchreibung der ganzen undeutſchen Nation. Auch Benning S. 156 über- führet Müllern einer Unrichtigkeit , wenn dieſer nach den Stiftshändeln in Pilten dem Herzog Rettler vorwirft , der Herzog habe durch ſeine Abſchifung die Sequeſtration des Stifts Pilren geſucht oder begehret. *) Dionyſius Fabricius, ein catholiſcher Geiſtlicher , ſchrieb in lateiniſcher Sprache ein ſo betiteltes Compendium hiftoriae von Liefland , ſo noc< hie und da in Abſchriften verwahret worden, und gehet bis aufs Jahr 1610. Etwas davon iſt verdeutſcht und an Laur. Müllers ſeptentrio- naliſche Hiſtorien als ein Supplement angehängt worden. Es enthält nichts beſonders, als ei- nige ſeltſame Wunderwerke , z, E. daß man durch geweihetes Salz und Weihwaſſer Kranfe ge- ſund gemacht. Unſre Bauren macht er zu erſchrelichen Hexenmeiſtern , welche durch ihre Zau- berey mitten im Sommer Eis und Schnee hervorbringen , und das junge Rockengras mit den Spiken ſo zur Erde drehen können , daß es wie verworrene Haare gewachſen. Hiärne hat die ſen Schriftſteller im Anfang ſeiner Hiſtorie faſt von Wort zu Wort überſekßt , weil er die Sitten des Landvolks am natürlichſten zu ſchildern gewuſt. Daß es in dem alten Liefland Hexen die Menge gegeben , wird auſſer andern, durch zwey unverwerfliche Zeugen beſtätiget. Der Supe- rintendent Hr. Mag. Hermann Samſonius ließ 1626 bey Gerhard Schrödern in Riga 9 auserleſene und wohlgegründete Hexenpredigten drucken, ſo er in der Domkirche zu Riga gebat- ten, darinne der terminus Magiae nach den logiealiſchen Terminis richtig und fürzlich aus GOka« tes Wort erkläret wird» Der Paſtor zu Rigg, Hr. Rötger Beer , gab eben daſelbſt 1544 CN ſein FP

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1208 Qeben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, Schriftſteller pill Nachricht haben , daß die bremiſchen Kaufleure bey ihrer vierten Ankunſt auf der Düne den König der Liven zu Gaſte geladen , und ihm unter andern Gerichten auch 2 Heringe vorgeſeßt. Der König habe die Heringe auf die Nachricht, das es Seeſiſche wären, beym „Schwanze zu zerlegen angefangen, welches die Deut» ſchen für ein glüliches Zeichen gehalten; daher die liefländiſchen Bauern zu ſeiner Zeit noch einen Hering beym Schwanze angefaſſet. Gleich darauf verfält Fabricius auf die abgedroſchene Fabel von der carthaginienſiſchen Oc<hſenhaut, für welche die Deurſchen ſich ein Räumgen ausgebeten, und dadurch auf Wartinſaarc, das iſt auf dem Warrinsholm, die erſte Kapelle, unter dem Namen Holme oder Juſel auſge» bauet haben; welcher lektere Umſtand des Orts vielleicht allein ſeine Richtigkeit hat- Was Saxo Grammaticus lib.DX hilt. Dan. p. 155, Cran Dan. 1. 2, & 16, p- 68> Zuicfeld in Danmarkis Rigis Rrönike part, 1 p. 141 Bering Flor. Dan, p. 139 und andere, von vier Brüdern aus dem Helleſpont melden, die Jarmerich zur See gefangen genommen, und unter denen ein liefländiſcher Peinz Zico *) am Hofe in groſſen Gnaden geſtanden, hat Wenius in ſeinem noch ungedructen Syntagmate wahrſcheinlich zu machen geſucht. Seiner Meinung nach ſollen die däniſchen Schrift» ſteller durch Griechenland, Rußland, durch den Zelleſpont, den. mit der Lado- gaſee verbundenen finniſchen Mez: buſen, und durch den Orienr, alle Dännemark gegen Morgen gelegene Provinz'n , als Lief“ und Eſtland gemeinet haben, wie denn auch in den Documenten die Oſtſce würklich Mare orientale genant wird, Fabricius ſett den Wohnſis des liviſchen Königs, zwiſchen Rirchbolm und Urkülz weit zu ſeis ner Zeit noch eine Bauerfamilie in derſelben Gegend den Namen König geführetz den König der Curländer aber verweiſet er in die Gegend von Grubin, alwo defſen Nach» kömlinge den Herzogen weder gezinſet noch gearbeitet , ſondern nar zum Kriege ein Reuterpferd unterhalten. Die liviſchen Prinzeßinnen , ſchreibt er, hätten zum Zeuge niß ihrer königlichen Herkunft, Kronen von meßingenem Blech, die gemeinen Mädgen aber nur gewundene Kränze von gefärbten Pferdehaaren getragen. Allein wie vorer» wehnte Bauren ihren Namen , Vorzug und Freiheit aus viel neuern Urſachen herzu« leiten haben , ſo bemerkt ſchon Herr Tyomas Ziärne, daß das Bisgen Flittergold in einem bäuriſchen Hauptſchmuk ſo wenig als die Korallen ein königliches Geblüt anzeie ge, indem ſonſt ſo viel Königstdchter als Bauerdirnen in Liefland ſeyn müſten« Ueberhaupt iſt in der Benennung des! Baueradels und der Bauerkönige etwas ſehr förmliches 3; zumal da man nunmehro mit Gewigsheit weiß, daß die mächtigſten von dieſer Nation ſich mit dem bloſſen Titel eines Elteſten beholfen. Eine der allerverwe genſten und ungegründeteſten Mathmaſſungen aber iſt die, vaß ein gewiſſer ungenanter Verfaſſer vornehme und alte deutſche Geſchlechter , deren Zuname ſich mit kül endi« get, aus ſolchen Familien herleitet, welche den alten liviſchen Adel auch nach einge. führtem Chriſtenthum beybehalten. Daß inzwiſchen den Herren Zremern die Ehre der Entdeckung von Liefland gebühre, ſolches berichten faſt alle Scribenten , denen wir noch Heinrich Wolters Zeugniß aus der bremiſchen Chronik beym Jahre 1159, in *) Die Stelle beym Saxo erwehnet nicht nur ei ches 5 Predigten von der Zaubereyſlnz daß Fellin die vornehmſte unter den damals feine Trümmer mehr vor» und iſt auch ſein Linteum exoreiſtieum oder Banntuch in Dru, rel de enthält». Wir lernen aus dieſen Schriften für uns , 9 gemauerten Städten in Lieffand gewefen , davon ſchon handen waren. Za Thomaſti Zeiten hörten die Scrifien wider die Hexen auf; ſeit der Zeit keine mehr in Liefland verdrant worden« nes könig. liviſchen Prinzen Bicco , deſſen Nache bic>erſchen Bauerfamilie geſucht aber unglück» ſich gefunden hat 3 ſondern aud) der Liven, welche ſamt den Slaven und Sachſen eine mächti» ge Flotte von 7005 Mann verſtärtet - ſo daß man für den ourgeſpanten Segeln den Himmel nicht ſehen können. Eine andre Stelle des Saxo im 1IXten Buch, führet der Heldin Zerba Leili» gompagnle an, enius (centuriac) primi foerunt Grimar ac Grenz/e: poſt hos Ger, Lanictvfy Hama etc, Allein die däniſchen Ueberſetzer haben hierunter ſelbſt keinen Ziven verſtanden. Denn gleichwie der ältere Dolmetſcher ſich einer andern Leſeart bedienet, und polt Hoger linidus durch Zo8ger den Schwarzen überſeßet; ſo macht hingegen der jüngere noch eine Perſon daraus, und giebt es : Nach dieſen kam Ger , ZiviE, AZama. Die 2.iven des Adelmi Benedicti, oder nach andern, des Mönchs Adamari , deſſen fränkiſche Sahrbücher Ufarquardus Freberus gee ſamlet , haben mit unſern Liven eben ſo wenig einige Verwandtſchaft als die, v in Eginbards Lebensbeſchreibung Carls des Groſſen vorkommen 3 weil Sagitrarius diſp- de originihns et in» crementis Lunebwygi cap. II S8. VIII beweiſet, daß man ſtatt der Linones, die Carl der Groſſe x bellum Livonicum, Linonieum leſen müſſ?- Unfre als längſt der Düne bis Aſcherade , da ſchon Zokenbaus nach Zettland zu dis Treyden , und längſt dem rigi- ſel ihrer Nachkome kommen Brandis in der zu ſeiner Zeit bekanten bezwungen haben ſoll, Linones, und fü ten Liven wohnten um Riga herum, ſen rußiſch war , und erſtreten ſich ſchen Meerbuſen nach Eſtland zu bis Salis / wo jeßo noch einige Ueberblelb men vorhanden ſinde PD

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Biſch. Albert, zur Zeit der Regierung des Volquin, 5 In des jüngern Meiboms Samlung deutſcher Geſchichtſchreiber beifügen, welcher 1208 als einen Beweis davon anführet , daß die Bremer in Lieſtand gleich Leuten von ritterlichem Stande weiſſe Ordensmäntel tragen dürfen , und der Stadt Bremen in dem Gebete der Brüder namentlich ſey gedacht worden, dergleichen feiner andern Stadt wiederfahren. Die häufigen Marienbilder ſelbſt auf den Münzen , und die Schlüſſel bey dem Wapen der Stadt Riga beweiſen ein gleiches *). ' b) Dieſer Ordensmeiſter wird von etlichen Dinne , vom Herrn Paſtor und nachmaligen Präpoſitus Kelch, Winand von Rohrbach, von Srrubyczen **) gar Weimar ge- nant. Peter von Duis8burg läßt ihn aus, und ſelbſt Arnold von:Hübeck !. 8, c. 9 gibt deſſen Namen nicht einmal.an. Vinno, an ſtätt Vinhold, iſt ein alter ſächſi- ſcher Rittername. So ward ein gewiſſer Vinno, Abt zu Zelmwardhauſen zu Kayſer Conrads des 2ten Zeiten x033 nac) dem heil. Grabe geſchiXe. Es iſt aber auch nach unſern Documenten.ein bürgerlicher Vorname, Die ſeiner Regierung mehr Jahre und Thaten unrichtig beylegen , brechen ſie ſeinem Nachfolger Volqum ab, Waiſſel und eine alte Ordens<ronif ſeßen ſonſt die Stiftung dieſes Ordens in die Zeit, da Alexander der dritte den päpſtlichen Stul bekleidet , welches mit der Zeit- rechnung unmöglich beſtehen kan. Zartknoch, in ſeinen Anmerkungen über den Duisburg S. 115 getrauet ſich nicht es auszumachen, TJJnnocentius der Ute ſoll im 26ten Jahr ſeiner Würde , welches das 1213 Jahr nach C, G. wäre, an ihn geſchrieben haben, doch iſt der. Name des Ordenemeiſters nicht genennet. | Es bemerket aber Bernhard Juſtinian in ſeiner italiäniſchen Geſchichte der Ritterorden S. 568 , daß das päpſtliche Dreve beym Franciſcus Bosquet 1. IV, reg. XVI, ep. 123 und beim Steph. Baluze lib. XVI in der Jahrzahl einen Druckfehler habe, Gewiſſer iſt das Schreiben beſagten Papſtes von 1210 an den folgenden Ordensmeiſter Wolcuin , das fich in denen Brlefſchaften Jnnocentii des Ulten , lib. RIU, ep, 141, p. 479 befindet, woraus die kurze Dauer der Regierung dieſes Dinn0 zugleich erhellet. 8) Da der lundiſche Erzbiſchof Andreas und der Biſchof von Schleswig , Lrico- laus, den Winter 1206 zu Riga mit aſcetiſchen Uebungen zubrachten, ſo haben unſere Verfaſſer, Herr Relch und Nhenius ***) entweder den Aufenthalt dieſer Prälaten mit der *) Es folget nicht, daß die Entdeckung von Liefland deswegen an einem Sonnabend geſchehen ſey, weil das Länd der heil. Jungfrau H?3grig gewidmet worden , und ihr dieſer Tag geweihet war, Es fomt viel natürlicher heraus , wenn man annimk , daß die erſten Coloniſten das Wapen des Erzſtifts Bremen deswegen beybehalten , damit ſie ſich ihres Vaterlandes dabey erinnern möch» ten. Die H7agrienbilder ſind noch häuflg in Liefland vorhanden. Auf der Gildenſtube hat der nächſte Nachfolger im Elteſtenamte blos ſeine Auctorität zu reden , wenn er unrer dem Bilde dex Heil. Jungfrau oder der Docke ſtehet, davon er auch der Do&mann heiſſet. In der ſpaniſchen Hiſtoria de nueſtra Sennora de Guadalupe fommen eben dergleichen übertriebene Lobexerhebun: gen von der UTaria vor , wie ſie Heinrich der Lette im' erſten Theil S. 169, 5 2 anbringet, %*) H7Iatthias Stoubycz, ein Liefländer und königl. polniſcher Seeretair, brachte 1577 einen gar nüchternen Aufſaß zu Papier unter dem Titel: Breuis atque accurata Livoniae ducatus de« Lcriptio hiſtorico - geographica, und widmete ihn in einer eigenen Zuſchrift dem König Stea pbanus. Herr Mag. Diez ließ dieſes Werkgen von 4 Bogen zu Amſterdam 1727.drucken, und eignete es dem ſachſenherzvglichen Rath Hrn. Joh, UTich. Langgnth zu. So klein die» ſe Scrift iſt, ſv vol iſt ſie von Fehlern in den Namen der Perſonen, Oerter , Flüſſe, in der Zeitrechnung und der Landesbeſchreibung. Eine Probe von ſeiner ſaubern Chronologie mag uns die 9te Seite geben , wo es heiſſet: Nach Alberts Tode, der 3 Jahr regieret, kam TTicolaus, welcher 22 Jahr Biſchof war , und ſtarb 1242, Albert der andre regierte 30 Jahr , und ſtarb 1282. Johannes von Lünen ſtarb 1289 und regierte 13 Jahr. Jobannes der andere ſtarb nach 9 jährigem Regiment 1294. - Wie muß hier der Verfaſſer gezehlet haben ? Daß cs keine Druckfehler ſeyn , bezeugen die mit Buchſtaben überall ausgedruckten Jahre. Die AQa boruſlli- ca ecclefiaſtica , cinilia et Jitteraria haben dieſer unbrauchbaren Geſchichte die Ehre gethan, und ſie in dem zten Stück des zten Bandes von neuen mit allen Unrichtigkeiten abgedruckt , ohne die groben Schnißer auch nur in einer Note anzuzeigen. Doch läſt ſich unter vielen Nieten noch dann und waun ein Treffer greiffen«. / wr) Friedrich U3enius ein Pommer, ehemaliger Prediger umd nachmaliger Profeſſor der Geſchichte und Alterthümer in Dörpt , ein Mann von groſſer Arbeitſamkeit , aber wunderlichen Einfällen, erwehnet im hiſtoriſchen Prodromus S. I ſeiner bey Serbard Schröder zn Riga 1630 gedru- ten Intrada, welche nur eine vorlänſige Ankündigung ſeiner Univerſalhiſtorie von Liefland ents Hält. Sie iſt von ihm zu Riga, da er noch Paſtor der Kirchen zu Teuermühlen, Düne» münde , Czernichow und Rodenpois war , in einer etwas ſtachlichten Schreibart aufge'eßet, die er hier und da mit des Traianus 20ccalini Relation vom Parnas noch beiſſender gemacht, Weil dieſe kleine Schrift von etwan 4 Bogen bey uns faſt unſichtbar geworden , ſo wollen wir unſern Leſern den Entwurf ſeiner Univerſalhiſtorie aus einer Abſchrift vorlegen , damit ſie urthei: len können , ob Menius mit manhen nichtsbedeutenden- Kleinigkeizen , ſeltſamen. Sedanken, aber; B

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6 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1208 der Anfunft des in Liefland ſo beliebten Biſchofs von LIodena, Wilhclins, in der Geſchichte verwechſelt z oder es muß die Urkunde dieſes päpſtlichen Geſandten, welche eine Landeseintheilung von 21 Artikeln enthalten ſol, in das Jahr 1226 fallen, Denn abergläubiſchen Meinungen und offenbaren Unrichtigkeiten ſeme groſſen Verſprechungen zu erfüle len im Stande geweſen , oder nicht. Der Anfang dieſes weitläufigen Werks ſol mit der Cosmographie geſchehen, und die Polhöhe, das Clima, die Zone und Tages - und Nachtlänge in Winter und Dommer bezeichnen. Hier- auf folget die Aſtronomie, unter welchen Zeichen und Pklaneten Liefland liege, um welche Stunde nud Minute Sonne und Mond aufgehe, und welches Zeichen alle Augenblicke über jedem Orte ſtede» Die geographiſche Abhandlung ſol uns das feſte Land , die Inſeln , die Seen , Häfen, Fläſſe, Ströme , Edelhöfe, Kreiſe, Schlöſſer, Städte, Kirchen, freien Päſſe, Handel und Wan»- del , Wege und Stege, Wiethshäuſer und Heröergen , , und wer weis was ſonſt noch, und zwar. nach der Reihe, entdecken. « In der Topographie wird die Lage des Orts, die Beſchaffenheit der Grenzprovinzen , wie auch das beſondere jedes Kreiſes vorgetragen. Die pragmatiſche Des ſchreibung erſtrecket ſich erſtlich auf den Feldbau , und handelt von den 4 Jahreszeiten , den ges meiuſten Winden , der Luft, Natur der Erde, Fruchtbarkeit der Felder, von Heuſchlägen , Gär- ten , Holzungen , Objibäumen , Wurzeln, Blumen, Bergen, Erzten , Brunnen , Bächen, Fi- ſchen , Gewäſſern , zahmen und wilden Thieren , Vögeln, Gewürmen, Alterthümern , Uebero fius und Mangel des Landes ; zum andern auf die Schiffart , ob ein Waſſer ſalzig oder ſüs ſey, wo Grundſand , Reffe , blinde Klippen liegen , ob kleine oder groſſe Schiffe zu gebrauchen ſeyn 3 drittens, auf die Policey, da die Menge der Einwohner , ihre verſchiedenen Sprachen, Haus» haltungaart , Kleidertracht , Gemüthgart , Nahrung , Gewerbe , Jahrmärkte , Münzen, Maas , Gewichte , Regierungsform , Richter , Privilegien , Zoll, Tribut , Tapferkeit, Gaſtes reien, Hochzeit -= und Begräbnisceremonien beſchrieben werden z und viertens auf die Kirc<henſao <en, die Schulen und Lehrer im Lande, auf die vorige und jeßige Religion, die gottesdienſtli» <en Gebräuche , auf die Prediger , auf deren Beſoldung, auf die Conſiſtoria und das Miniſtes rium. Endlich macht die Aohandlung vom Alterthum des Landes, von den Geſchichtſchreibern, den erſten Stiſtern, dem Erbauungsjahr und Namendeutung jedes Ortes, den Wapen, erſten Einwohnern, Urſprung der Geſchlechter , den obrigkeitlichen Perſonen, berühmten Männern und vielen andern Merkwürdigkeiten den Beſchluss Dieſes alles ſolte den erſten Band auss- machen. Im andern Theile folget die ordentliche Geſchichte in 3 Büchern, nemlich 1) von den Zeiten der Ordensherren , 2) von der ſchwediſchen und polniſchen Regierung zugleich , und 3) von dem ſchwediſchen Regiment alleine. Dabey verſpricht- der Verfaſſer alle Misgeburten , Wun= derzeichen, Kälte und Hiße, Fener, Bliß, Brand, Ungewitter, Hagel , Erdbeben, Waſſexs- noth , theure Zeit, Ungeziefer , Peſt, Sterben , Krieg, Friede, Tumult und hundert andre ent- ſetliche Begebenheiten nicht zu vergeſſen Vom erſten Theile , glaubt Menius , würden die Herren Aerzte, Wundärzte, Apotheker und alle Hausväter auſſerordentlichen Nußen haben , wenn ſie die, Polhöhe , die Tages» und Nachtlänge , der Sonnen Auf- und Untergang, den Grad der Sonn , des Mondes , und der Planeten aus der von GOtt verordneten geheimen Naturkunſt verſtünden. Kräuter ſamlen, Arzneyen gebrauchen , Waſſer diſtilliren , durch Charactere heilen und „Schäte graben, alles dieſes würde weit beſſer gehen , wenn dieſes Werk ans Licht treten ſolte. Bey Gelegenheit der Bergwerke berichtet der Verfaſſer , daß man den Düneſtrom hinauf, Eiſen , Kupfer , Wismuth , und Galmey gegraben , welches aber der Krieg unterbrochen ; daß er ſelbſt aus denz kleinern Bache in ſeinen Kirchenſprengel reine, klare und groſſe Perlen ſamlen ſehen, auch davon einige beſiße, dergleichen Perlenfiſcherey an manchen Orten in Zief- und Eſtland angetroffen werde ;z.die meiſten aber fallen ſehr unreif. In Unterſüchung der alten Geſchlechtsnamen ſcheinet Wenius einen Fehlſchus zu thun, wenn er hieſigen Familien nnvermuthete auswärtige Erbſchaften zeigen will, und die Herren von Roß» Xül , vermuthlich von dem Worte Rooſt, ſo nach der oeſelſchen. Mundart einen Löffel bedeutet, zu Herren von Löffelsdorf machet ; da doch der Name ſolcher Gegenden von Roſ?k , einem Waſ» ſerfall oder "Damm herzuleiten , von deſſen Länge oder Höhe die Bauren gar viele Oerter in Eſt: Finn/und Ingermannland benennet haben. Etwas glücklicher gehet es doch den Herrn v« Urkül, die er nach ſeiner etymologiſchen Kunſt bis auf einen Buchſtaben getroffen und. ſie Hero ren v« Eindorff, nennet, da ſie doch v- U3eindorf heiſſen , welcher Name richtig aus Stieder» ſachſen und nicht aus Urk&l herzuholen war. . Weiter räth dieſer Verfaſſer , daß man die Jahre und Zeiten am Himmel, Erde , Menſchen und Vieh , Hie, Kälte und Miswachs in genaue Obacht nehmen und die darauf erfolaten Vero änderungen in.den“3 Hauptſtänden bemerken ſolle; weil ſeiner Meinung nach dieſe vorgemeldets SSuuderzeichen die nüzlichſten Lehrmeiſter auf die künftigen Begebenheiten abgeben. Hierauf beweiſet er die Unzulänglichkeit der ruſſonziſchen Chroni>, und beſchuldiget den cur- ländiſchen Rath, Salomon Zenningen, einer unf&rmlichen Ordnung, daß er keine weitere Nach» richten , als aus ſeines Vaters "Archiv beſeſſen ,. den Wohlſtand der Hiſtorie bey Seite geſekt und mehr um Einſchiebung ſeines Adelbriefes , als nöthige Nachrichten bekümmert geweſen , dafür er ihm aus dem Voccalini eine derbe Lection lieſet, und verſpricht aus ſeiner eigenen Feder am Ende ſeiner Univerſalhiſtorie von Ziefland eine nnpartheiiſche Critix über unſre Schriftſteller zu fiefern. Nachher begegnet ex dem Einwurfe, als verſtünde ein Prediger, wie Ruſſow und er, keine Geſchichte abzufaſſen ; zeiget aber , daß die bisherigen Staatsleute , die von Kiefland ſchreiben wollen, eben anch nicht ſonderlich HIgzariniſch gedacht, noch gar zu politiſch geſchrieben an n-

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Biſch. Albert, zur Zeit der Regierung des Volquin, » Der groſſe Biſchof Albert ſparte keine Klugheit, die neue Republik in Flor r20 zu bringen, und das wichtige Werk der Heidenbefehrung- zu erleichtern. c 8 ſorgte zuerſt für die Schiffart, um viele-Bürger nach Bigg zu ziehen ; ſo wie er biöher der Ritterſchaft und der Cleriſey viele Freiheiten zugeſtanden. Um die neue Stadt volkreicher zu machen, und ſie mit.allen Bedürfniſſen zu verſchen, findct ſich folgende Verordnung von ihm (dabey-aber ſowol der lateiniſchen Ur- ſchrift als der altdetitſchen Ueberſetzung die Jahrzahl fehlet) : Alle Kaufleute, ſonderlich die gothländiſchen (Gutlenles) beſchiſſen die Düne Zolfrey. Al- le Hafen in Liefland werden zu Freyhafen erkläret. Kein Bürger oder Deut- PIE träget das ginende Eiſen, oder hat nöthig ſich in cinen Zweikampf einzulaßs en. Die ſchifbrüchitgen Güter darf niemand ihnen abnehmen. Keine Gil- de (Gilda) darf ohne biſchöfl. Auctorität angeleget werden. Vier und eine halbe Mark an Denarien machen eine gothl&ndiſche Mark Silber aus, Zwey Oer davon bekomt der Münzer. So viel ſollen auch die rieziſchen Pfennige (4en3- rij) gelten, und an Gewichte, doch nicht an Geſtalt, den gothländiſchen 54 ſeyn. Ein Todtſchläger erleget ohne Unterſchied 40 Mart an Denaricn. Dieſe Ordnung iſt von dem Biſchof Bartholomgus zu Paderborn, dem Biſchof Pore zu Batzebursg , Bruder Bernhard Graf von der Lippe, Zeinrich raf von Pleſſe, Alexander von Luncborch, Daniel dem Prieſter , Bu- dolph Lange. (Longus), Philip Job. Travemann , Weſſel Born ſchatte, Entgelbert Enervorn und andern mchr unterſieg.lt. Denn die zwiſchen der Geiſtlichkeit und den Nittern obwaltenden Grenzſtreirigkeiren legte Jnnocentius der lte ſelbſt bey, wie ſeine Briefe bezeugen , worin kein Biſchof von TModena ſtehet. Honorius der Illte aber ſandte zuerſt dieſen brauchbaren Mann ums Jahr 1224 nach Liefland , wie die päpſtlichen und andere Schrifiſteller auf das einmüchigſte berichten. Zulekßt werden die Herren Gelehrten unter langen Ehrentiteln erſuchet , aus einem Verzeichniß von 65 Büchern , welche dem Verfaſſer fehlen , die vorhandenen geneigt einzuſenden. Da nun ÜFenius zur Ausführung eines ſo weitläufigen Werks , noch erſt das ganze Land durchzureiſen geſonnen war, ſelbige Reiſe aber, der dazu erforderlichen beträchtlichen UU: koſten wegen, nicht zu Stande gekommen ſo kan die gröſſere Hiſtorie dieſes mühſamen und recht eigenen Mannes , auf deren Abſchrift ſich einige beziehen , unmöglich alle Stücke dieſer Intrada, ſoy» dern vielleicht nur die Ausführung einzelner Materien , oder auch die Samlung der liefiändi» ſchen Rechte enthalten 3 wovon uns deſſen 1633 zu Dörpt herausgegebener Predromus vorläus fig benachrichtiget , den aber der Herr Vicepräſident von Drevern mit Recht einen Prodro- mum vieler Pralereien zu nennen pflegte. Sein Lebenswandel erhellet aus dem beim damaligen dörptiſchen Hofgerichte am 19ten Febr. 1638 gefälletem Urtheil , darinne er in pun&o atrocis diffamationis gegen des Prieſters Caſpar Pegius nachgelaſſene Witwe , eine geborne Chriſtina Pauli, in die Reichzacht und als ein in ſchwediſchen Reichen banniſirter Vogelfrey erlläret wird. Ja ein Jahr vorher, ward er von dem Oberfiſcal wegen begangenen criminis bigamiae belanget. Von ſeinen beſondern Meinungen in der Religion, die er, unter dem ſymboliſchen Namen Sa: lomon WMagjus, mit alchymiſtiſchen Erklärungen der 3 erſten Kapitel Höoſis , in dem Tractat: Conſenſus Hermetico-Moſaicus entdecfet , weswegen er den riten April 1645 vor dem ſko>bola miſchen Conſiſtorio verhörek und nach gethanem Wiederruf abgeſeket worden , iſt Trettelbladts 5tes Stück der ſchwediſchen BibliotheX S. 125 nachzuſehen- Im Jahr darauf Cchrieb er eine Nachricht von ſeinen verlornen Sachen, durch deren Verluſt ohne Zweifel ſein unter Händen habendes-hiſtoriſches- Werk den gröſten Stos bekommen , welches Verzeicnis man vielleicht künfs tig dem Leſer mittheilen wird, weil es noch in der Handſchrift verde>c liegt. Witte in diario biographico meldet , daß er zuleßt Verwalter der Kupferbergwerke in Schwes den geworden , wozu ihn die Achtung für die Chymie vielleicht befördert hat. Er hat Diatribam criticam de maris Balthici nominibus et oftiis herausgegeben , ingleichen in deutſcher Sprache eine Probe von der leßten Zeit und dem ſüngſten Gerichte wieder Job. Döling. Er gab auch relationem de inauguratione Academiae Guſtauianae Dorpatenfis die 15 Odtobr. 1632 faGa in Druc. Sein Ende fällt in den September des 1655ſten Jahrs, Der

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L2TL T214 " 8 Leben nnd Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, Der zweite Ordensmeiſter der Schwerdtbrüder in Liefland, Volquin 9. » inin ſeinen Unternehmungen glücklicher Herr, weil er die im Kriege / ſo nöthige Beobachtung des rechten Zeitpunkts niemals aus der . Acht lies. Seine Reiſe nach Rom der Theilung Lief- und Lettlands halber , ſein Widerſtand gegen die Litthauer, ſein - doppelter Einfal in Zarrien, ſein Feldzug nach Jerwen, ſei- ne Streitigkeiten wegen Lſtland , die Verjagung. der Eſten aus den lettiſchen Grenzen, ſein bey Winterszeit unternommener Feldzug über das Eis nach Oeſel, und mehrere Umſtände von ihm befinden ſich ſchon in unſerm erſten Theile. Nachdem der Biſchof Abert allen Bürgern ſeiner neuen Stadt Biggg die Pläße zu ihren Häuſern angewieſen, und ſich einen neuen Plaß zur Domkirche gewälet , ſo gieng er am Tage des Apoſtels Jacobt in völligem Ornat, mit den Reliquien , Kreußen, und der geſamten Proceßion der Geiſtlichen und Laien auſe - ſerhalb der Stadtmauer hinaus, und weihete den Raum, wo die Liven wohn- ten, zur Anlage eines Kloſters und der Kapitelshäuſer zur Ehre der' heil, Jung- frau und zum Dienſt der Domfirche ein; zu welchem Platz alles gehörte, was zwiſchen der Mauer, der Düne und dem Graben lag. Die daſelbſt ſtehenden Häuſer der Deutſchen und Liven faufte er an ſich, oder wies ihnen andre Woh- nungen an und legte einen ſchweren Fluch auf die, ſo dem Kapitel dieſen Platz ſtreitig aue würden. Die deshalb ausgefertigte Urkunde iſt vom 25ſten Zul, unterzeichnet 7). Zur Zeit der Meiſterſchaft dieſes Volquins, wolte der Biſchof Philip von Batzcburt mit dem eſtländiſchen Biſchof Dietrich die Kirchenverſam- lung zu Bom beſuchen. Sie ſegelten beide von 368 ab, kamen aber auf Oeſel in Gefahr, woraus ſie durch Vorſchub ihres Schiffers *) errettet jen s . o 8) Volquin heiſt beim Strubicz Andreas, beim Kelch hingegen Schenke von Winter« ſiädr, ſeinem Herkommen nach ein Schwabe. Spangenberg läſt dieſen Ordens? meiſter gar weg. Andreas Tendo im Buche von Ritterorden q.2 8,14 nentihn unrichs tig den erſten. Pfeffinter in Inſtitution.p. 1,1. 1, tit, 21 und sSorner verwirren die Per- ſonen noch wunderlicher und ſeßen den leßten zuerſt. Beſiehe Schurzfleiſchen S. 187. +) Wir nehmen dieſe Stelle aus dem erſten Theil deswegen mit, damit wir die neuere Muthmaſſung des Herrn Grubers *), auf die ihn Arnold von Lübek 1. 6, c. 20, 0. x 8) Hieraus folget , daß der Brand , welcher im erſten Theile 1213 erſt angegeben wird , ſchon die er- ſte Domkirche innerhalb den Stadtmauren ruiniret habe. Siehe unten die Note beym Jahre 1547» **) Der ſelige 'geh. Juſtizrath und königl. Hiſtoriographus , Herr Gruber, hat ſich die Mühe gefals len laſſen , in einem lateiniſchen ſehr verbindlichen Briefe vom 2ten Nov. 1747 einige Anmer» kungen und Verbeſſerungen ſeiner liefländiſchen Chronik auf unſre Bitte einzuſenden, Die Be» ſißer des lateiniſchen Exemplars werden nicht ungerne ſehen, wenn ſie nach dem Sinn des Herr Grubers, einige Stellen darinne ändern oder verbeſſern können. Wir wollen ſie nach dex Ordnung mittheilen : Corre&iones et dilucidationes chronici Jatini, Pag. 1 Raab et Babylanis. Pſalm. 87 v. 4. pag. 8 rt) Sunt verba Sulpieii Seueri ad Baſſalam focrum de obitu beati Martini. p. 13 b) pro videntes lege vident. p. 15 a) Parentum vocabu- Jo pro confanguineis primus vſus eſt Curtius VI 10. 39, et poſt eum hiſtoriae Augsftae ſcri- ptorcs paſſi Virum parentatum Suetonius in Othon. c. I dixit multarum et magnarunm propinquitatum, p. 20 a) adde teftimonium Wolteri apud Meibom, t. 2, p. 55» P- 23 d) lege; exurunt, p- 25 lin, 27 pro videtur lege vident. p. 28 c) Jege: adueniens aduchensque cibarla, P- 29 lin. 4 leg, monent, lin, 7 nomine , ſupple: ſubſtitit ante portam b) lege vicerimus P- 39 d) lege Iuuenis, deleto quem, p- 32 lin. 16 in ſs, lege, inter ſe. p+ 35 lin, 16 pro quarz

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Biſch, Abert. zur Zeit der Regierung des Volquin. 9 Doch konte Philip Rom ſelbſt nicht erreichen , ſondern ſtarb unterweges zu 1214 Veroug 9. Ee 11. 1 geholfen , anbringen können , nach welcher er , ſtatt des im Lateiniſchen befindli« <en Worts Stveuants, lieber Sarcianta leſen wil. Die Handſchriften , von denen wir gleich ein mehreres ſagen wollen, behalten dieſes ungerathene Wort, deſſen Anfang aber nicht mit St ſondern 81 geſchrieben wird , wie auch meine vorige revelſche Handſchrift hatte. Der eine Text erklärte es in einer Randgloſſe: Sluckhuarda notter , gleichſam, unſer Kellermeiſter , davon ein guter Schlucker herkommen ſoll. Die andre Abſchrift liefert uns ein Wort mit alten verzogenen Münchszügen, die uns keinen Zweiſel übrig laſſen, daß nichtim Grundtext : Etait Albertus Sluk, nauta noſter, geſtanden, wie Suit- feld einen Rubert von Sluk, ehemaligen Beſißer der Dörfer Obwald , Ruts und Saimitkertel im Revelſchen, unterm Jahre 1249 p. 221 anführet. Ein UÜhinori- tenbruder Namens Albert Sluck, erſcheinet in den Friedenstractaten mit den Lit- thauern von 1323. €) Dieſes Verona will Herr Gruber ganz und gar nicht gelten laſſen. Seine Worte in dem Briefe lauten ſo; Yeronia aeque incognita elt atque Neyonia. Neque enim Vironia YOirland eſle poteſt, multo minus Verona Venetorum. J< wünſchte hicbey, dieſer gelehrte Geſchichtfundige hätte nur die geringſte Urſach angegeben, warum das dem Zuſammenhang ſo gemäſſe Verona nicht angenommen werden könne, zumal da bekant ge nug iſt, daß die Mönche, oder ihre Abſchreiber, mit der Endigung 2 oder ia in der Erdbes ſchreibung der mitlern Zeiten nicht allzugewiſſenhaft umgegangen. Indeſſen hat dieſer Einwurf mich begierig gemacht dreierley Handſchriften nachzuſchlagen- Die eine iſt von dem etwas weitläuſtig gerathenen Auszuge des Hrn. David Werners, unter der Auſſchrift: Anales amiqui Livuoniae, welchen bisher viele für den wahren Text Zein- richs des Letten gehalten , und ſich daher um das gröſſere Werk nicht bekümmert, Weil dieſer Auszug ſich in vielen Abſchriften verbreitet, ſo ſind wir gleichfals durch die Aufſchrift verleitet worden, in der Vorrede des erſten Theils zu glauben, daß der Haupttert, wie ihn Herr Gruber herausgcegeben, ſo gar ſelten nicht ſey; wovon wir doch nachher das Gegentheil erfahren, und ihn unter den Samlungen unſerer berühme teſten Liebhaber gar nicht , oder mit vieler Mühe antreſſen können. In dieſem Auszu- ge meldet TWWerner , daß der Grundtext oder das wahre Original von »Zeinrichs des Letten Chronik, in dem königl. ſchwediſchen Archiv zu Stockholm verwahret wer« de, und Philip von Ratzeburt in einem Kloſter auf Gothland begraben liege, deſ« ſen Namen er uns verſcheiget; ob ich ſchon nicht einſehe, was die Alpen bey Gothland vorſtellen ſollen , wo keine hohe Gebirge zum Vorſchein kommen. Die andre Hands ſchrift hat die rvittiſche Feder von einem Exemplar der ſchönen Bibliothek des Herrn | re Axel , Grafens von Oxenſtierna genommen, welches mit der hannöveri- Hen Abſchrift auch in Kleinigkeiten übereinkomt, und ebenfals Neronia und Neronien« 113 beibehalten. Dieſes alles vermehrte meinen Zweifel , der ſich auch aus der zu BDa- ſel 1573 in x2 gedruckten Nauigatio maris Ard&oi i. e. Balthici et Sinus <=feg CIl1e quam ocyus, lege, quantoeyus p- 37 lin. 14 pro dilatanerunt leg, dilaniauerunt ; lin. 33 lege 2 nbi cum plurimum profccifſet, p+ 39 lin. 2 tantorum 1. e. tot hbominum, phraſt Tertullianos * familiari. h) ad exemplum Yincentti Bellopac, ſpec, hiſtor. lib. 31 c. 83, 84, Cogones Co/v. mienfium: cogones, galeae, etc: p- 76 h) lege omen et elice, ſenſumz p. 81 n) promtualibus leg. pro viQualibus vt n. 15p. 97 €) Papp Efſlonibus , Pop Stani eſt ſacerdos tefte Iv. Herbi- mio de eryptis Kioyp. e. 14, 8 p. 101 a) Chronicon Kiowien/e fine Zheodofii fiye Neſleris ante omnia conſulendum ; p. 160 b) Alphenfſi verum nomen Kaphael Sananarol4 , p. 182 lin. 29 leg, vitia, dans» Sn der deutſchen Ueberſekung entde>et der Herr geh Juſtizrath uns fol» gende wirkliche Fehler: S. 19 f) ſollen Inſcriptiones fzQi die Protofolle heiſſen. S. 87 c) bedeu- let Legatus imperii einen Reichsverweſer 3 S. 90 k: muß Sirmond den Vornamen Jacob bes fommen. S-147 a) in fin, ſol id quod eſt in principio fo viel ſeyn, als eine Petitio principii, wenn man das zum Beweis gebraucht. was noch ſelbſt erſt mus erwieſen werden. Noch eine gruberſche Anmerkung nebſt unſern eigenen Verbeſſerungen über den erſten Theil, ſollen weiter , Unten folgen« - 7 Vor der gruberſchen Ausgabe hat man den Werth der alten Anngles nicht zu ſhäßen ges wuſt, obgleich einige Gelehrte ſie auch in gedruckten Schriften angezogen. Selbſt der gelehrte Verfaſſer des andern Aufſaßes in dem zten Theil der-LiÄonic» S. 130, welche 1700 ohne Benen- nung des Orts ans Licht getreten, führt daraus UTeindards Antheil an dem ſchwediſchen Tinfal in Curland, und die dadurch veranlaßte Verwüſtung in Wirland an , yennet aber den Chro» nifenſchreider "derman von Zeldrungen, C *+ 8...

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10 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1215 Eſiland * ſol nach dem rugniß des rothen Buchs in Bevel ſein erſtes ſchriftliches Lehnrecht vom König aldemar dem Zweiten in DannemarFerhal- ten haben. Esbeſteht aus 53 Puncten, und erſtreckt ſich auf alle angeſeſſene Män- ner in Biejag, Dörpt, Oeſel und in den Bruderländern. Die 40 eibt ſcriptio per Nicolaum Widemannum nicht heben lies, weil es gleich in die Angen fält, daß Lleringa daſelbſt die friſche Nehrung bezeichne, Zulekt half mir die recht ſäube- re Handſchrift des Herrn Paſtor Skodaiski zu Rieza , welche an dieſem Orte Vero- nia und gleich darauf gar Veronenſis quidam hatte. Warum ſolte wol Verons nicht der Begräbnigort dieſes rarzeburtiſchen Biſchofs ſeyn können ? Dech da Herr Gruber ſeinen Widerſpruch nicht ſo ausdrücklich gemacht haben würde , wenn er durch die Stärke ſeiner Gegengründe nicht geſichert wäre , ſo wollen wir Leſern , die ſcharfſichtiger ſind als wir, eine zu LTcrona datirte Urkunde darlegen, ob ſie vielleicht glülicher ſind, dieſen Ort aus den darin vorkommenden Umſtänden herauszubringen, Qualiter Domnus Marquardus Brede, Miles paſt mortem regis Danorum Chriftophori , refſignat ordini Linonienß caftra Eſtthoniae. Actum Anno 1334- kei Chriſti fidelibus, ad quos praeſentes litterae peruenerint , Jacobus Dei gratia, Offlienfis eccleſiae Epiſcopus ſalutem in Domino ſempiternam. Teno- re praeſentium publice proteſtamur , quod defundo illuſtri principe, Domino Chri- Rophero quondam rege Daciae , dum Dominus Marguardur Breyde , Miles, cailra, quae eiusdem regis nomine tenuerat in Eſtonia, reſignaret, compoſitionem cum Fratribus Theutoricir Livoniae in hunc modum iniuit, ſcilicet quod ipſe Dominus Marquardusr promiſit didis fratribus data fide, quod nunquam vllo tempore malum ſen damnum eorum vel ordinis eorundem ſcire aut procurare deberet, ſed ipſos diligere ſemper et honorare et fideliter in omnibus promouere, Et illud idem di» do Domino Marquardo per fratrem Reynerum Mumme tunc Aduocatum Terviae extiterat repromiſſlum , ex parte fratrum et ordinis praediddorum, . Et quia eidem compoſitioni praeſentialiter interfüimus , figillum noſtrum praeſentibus duximus ap« ponenduim in maiorem euidentiam praemiſſorum. Dat. Neronae anno Domini MCCCXXXIIII feria ſecunda ante nativitatem beatae Mariae virginis, celebrato ze« nerali inibi parlamento. 2) Eſtland heiſt in den lateiniſchen Briefen Jnnocentii des Tllten Eſtia , welche Schreibart die älteſte zu ſeyn ſcheinet, dahingegen andre Eſtonia ſeßen. Tacitus, Solinus und Jornandes nennen die Nation Aeſtier , EKgjinhard zu Carls des groſſen Zeiten Aiſten, und Caßiodorus Hüſten, wo andre Aeſtenleſen, Saxo der Seec- länder aber Eſtones. Diejenigen welche auf den Namensurſprung der Provinz ſe- hen, ſchreiben Oeſtland z der Ausſprache nach höret man Beſten und LEeſtland. Hermelin *) macht es S. 14 uf. de-Origine Linonorum warſcheinlich, daß die aus- gedreitete Nation der Eſten von Oſten ihren Namen füre. 'Nurläſt ſich hiebey fragen : ob ein Volk ſeine urſprüngliche Benennung fahren laſſen, und den ihm von ſeinen Nachbarn beigelegten Namen, als ſeinen eigenen, gebrauchen werde? Der Finne nent ſich Some-mees einen Moraſtkerl , der Live Linve- mees einen Sandmann, bei- de von der natürlichen Beſchaffenheit ihres Landes 3 und dieſe machen mit den Liſten ei« ne Nation aus. Von den Finnen beweiſets "die noch lebende Sprache... Was aber die Ueberbleibſel der alten Liven in der ſv genanten'liviſchen VWacke am Salisſtrom betrift , welche ihre alte Sprache noch unter ſich gebrauchen; ſo hat der Herr Paſtor Joh. Conrad Burchard zu Salis auf unſer Anſuchen uns ſolche Proben zuge- ſchickt, die offenbar erhärten, daß-die liviſche Sprache ein gebrochener dörptiſcher Dialect ſey. Und da dieſe Liven ſich beim Gottesdienſt der lertiſchen Sprache bedie nen, ſo zeigen die unter ihre Hausſprache mit untergemengten lettiſchen Wörter, daß ſie ihre alte Sprache nicht einmal mehr zu reden verſtehen , wie ſie ſelbige us n *) Olaus »Sermelin , Profeſſor der Beredſamkeit und Poeſie zu Dörpt , königl. ſchwediſcher Hi- ſtoriographus , und endlich geheimer Kanzleyrath , ein Mann von ausnehmenden Gaben und eis ner weitläufigen Gelehrſamfeit , blieb, in Begleitung des Königs auf ſeinen Feldzügen , bey Pul- tarog am 27ſten Jan. 1709, wo ihm die'Coſaken den Reſt gaben. Wir haben uns ſeiner Di- ſputation de Origine Livonorum in 4 bedienet , wie ſie- Guſ?av Adolph Zumble aus Jön- köping in Schweden vertheidiget , und Joh. Brendeken i693 in Dörpt gedruckt. Mag« Caſpari hat ſie zu Leipzig 1717 in 8 wieder auflegen laſſen«

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Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin. xx bleibt bey dem männlichen Geſchlecht in abſteigender Linie, nach welcher ungetheil- 1215 te Brüder einer auf, den andern erben. Das Lehngut fält, im Fall keine männliche Erben vorhanden ſind, an den Lehnsherren zurück, ohne deſſen Einwilligung es nicht veräuſſert werden kan *). Des- nicht im tägl. Umgang brauchen , auſſer wenn ſie mit Eſtländern ſprechen müſſen, Es muß alſo noch der Grund unterſuchet werden , warum der Lſte in ſeiner Sprache ſich ſelbſt einen Lſten und ſein Land Eeſti- ma benennet, Wir haben ſonſt eine ge» ſchriebene Nachricht vom Fürſtenthum Eſten , welche wegen ihrer Kürze und magern Jnhalts hier kaum erwehnet zu werden verdienet, Da die Sprache der Eſten in weit« läufigem Verſtande was beſonders, Eſtland aber geſchite Männer hat, ſo wäre zu wünſchen, daß einmal ein Kunſtrichter, dem es weder an einer gehörigen Stärke in der Sprachfunde, noch an regelmäßigem Wik fehlete, ſich an eine ſolche Materie machte, Die europäiſchen Sprachen verrachen ihre ehmalige Verſchwiſterung wenigſtens in Zahlwörtern z der Eſte aber fängt, vom Salisſtrom bis gar weit nach L7orden und Tr7ordoſten hinauf, die Zahlen mit einem gar ungewohnten üks , kaks, koim, nelli an, welcher Umſtand wohl einer genauern Unterſuchung werth wäre, Es haben ſchon verſchiedene bemerken wollen, daß die Eſten durchgängig etwas ſtärker vom Leibe und länger von Statur ſeyn als die Letten , wie ſich tenn auch dieſe Nationen in der Tracht unterſcheiden. Doch mus man dieſe legrern nicht zu ausgehunger- ten Zwergen machen. Der Dichtkunſt wollen wirs zu gute halten, wenn Piſtorius die Letten nicht in allen Zeilen richtig getroffen. Er ſchreibt nemlich ſo: Vix homines dicas hos, fi gens culta videres. Et bene conueniens veſtitus inngitur illis, Corpora ſunt illis attenuata fame, Calceus eſt cortex, getera lana tegit; Et breuia, aſiduo multum ſvppreſa labore, Quae tamen haud magna contexta 'cokae- reat arte i ro ratione carent, 7 „ii a“ Artubus et iuſta pro tätio Velleribus ſimilis tergoribusque boum. His potus 1ympha elt, panis de furfure co Atque premunt humiles infirmo corpore tus, | mannos, Pro plumis ceruix mollibus vrget humum. His equitant ſimili foemina virque modo. Man vergleiche hiemit Paul Einhotns Hiſtoria L.ettica, die bey Job, Vogeln zu Dörpr 1649 in 4 gedruckt und dem Herzog Jacob von Curland und Semtällen zugeſchrieben iſt. PMehrere Nachrichten findet man in den beckeriſchen zu Witten- bertt gehaltenen Diſputationen von liefländiſchen Völkern, deren Sprache und Ge« bräuchen, beim Rumpäus in der Nachricht vom curiſchen Glauben, Zartknoch in diſlert.de Curanorum et Semgallorum republica und Job. VJenecius imlibro de ſacrificiis et Idololatria veterum Curonum, Regiomont. 1551. Jn ganz Curland und Lettland gilt die lettiſche Sprache, in Eſtland und auf Oeſel die eſtniſche. An manchen Orten in dieſen Provinzen findet man eigene Worte und eine geänderte Ausſprache ; wo- durch in dieſen zweien Sprachen nur unterſchiedliche Mundarten entſtehen, die man deswegen gar nicht für eine eigene Sprache ausgeben kan , wenn auch die Mundart et- was unterſchieden iſt, -. Es fomt wol natürlicher heraus , wenn man die Namen der Länder von ihren Be- wonern herführet, als von der Beſchaffenheit des Landes- Der Lſte und Finne nent Finnland Some-ma, das iſt: der Somen Land , obgleich einige es erklären wollen ſe omma-mag das iſt unſer Land, welches nur der Finne ſagen könt, Der Liſte und Finne ſpricht : Rootſi- ma der Rooßen Land , von den Einwohnern der Provinz Rooslatzen , und verſteht das Königreich Schweden darunter, weil ehmals die alten Roxolanen da gewohnt haben. Er ſagt Leto-ma d. i. Litthauen, oder der Leten Land; Wenne-ma, Rußland, entweder der Wenden Land, die =zum-Theil rußiſche Vaſallen waren, oder auch-Brüderland , wie, die Römer ſagten Germania, Saxa-rma Deutſchland , das iſt der Sachſen Land, e)- Dieſes Lehnrecht iſt das erſte in dem ſo üehenten rothen Buche zu Revel *) Ie 2 ers *) Im Jahr 1545 lieſſen die eſiländiſchen Herren Landräthe, namentlich Job» Taube zu B3arth, Bruns Wettberg, »5erman Anrep, Reinhold von Roſen, und Claas HJ5e>s , als Ra: the in Zarrien, ud Jacob von Löwenwolde, Thube Bremen, Herman Lode zu Aſ: ſery, Peter von Tiſenhauſen , Otto Taube zu Kochtel, und Robert von Gilſen, ith

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12 Leben und Thaten der liefändiſchen Ordensmeiſter 1219 Desgleichen ſoll Fönig Waldemar einen lyndiſchen Geiſtlichen , Nas mens Ernemod nach Curland geſchi>t haben, welher das Schlos Pilten angelegt, und in der neubefehrten Lande den erſten Biſchof abgegeben. wi ez Verfaſſer der kurzen Nachricht von der wahren Beſchaffenheit der Landgüter in Lſt- land , Liefland und auf Geſel *) ziehet dieſen Freibrief auch auf die Erbgüter, und derſelben Veräuſſerung , weil daraus nicht dargethan werden könne, daß iWaldemar alle eſtländiſche Güter zu Mannlehnen gemacht , überdem Erichs Privilegium von 1252 dieſem Lehnrechte das erbliche oder Landrecht entgegen ſeße, auch die Ceßions- acte der Provinz Eſtland an den Ritterorden erweiſe, daß auſſer den Lehngütern auch wahre Allodia ſich daſelbſt befinden. So richtig die Sache ſelbſt iſt, ſo unrichtig ſind hingegen die Jahrzahlen , und zwar in ſol<en Büchern , auf welche bzy dem Beweiſe am meiſten ankomt. Denn TYaldemar konte nicht 12x15 dem Lande Geſeße geben und es erſt 3 Jahr nachher erobern, vielweniger über Dörpt befehlen , welches noch über 8 Jahr in heidniſchen Händen war. So geht es auch mit der Jahrzahl des an- ; dern Privilegü, nach welcher Erich, zwey Jahr nach ſeiner Enthauptung, ohne Kopf Eſtland beherſchet haben müſte, Die Vorrede, welche Erich vor das woldemar- ſche Lehnrecht geſeßet , zeiget deutlich an , daß WWoldemar ehemals mit Zuziehung ſeko ner Stände Lſtland ein Lehnrecht verliehen, welches Erich, des vielen Misbrauchs wegen, wieder in Gang zu bringen geſucht , worauf er auch ein damals übliches Land« oder Allodialrecht beſtätiget. Weil Erich in dem 1248 Jahre ſich perſönlich in Lſto land aufgehalten, und in ſelbigem Jahre der Stadt Revel unterm uten May das lübiſche Recht verliehen , welches die folgenden Könige von Dännemark ſo oft wie« derholt, beſtätiget und erweitert haben ; ſo vürfte ſich zu den erſten Rechten von Eſtland nicht leicht eine andere Jahrzahl als 1248 ſchien. Vihenius S. 8 räth ſür das wol- demarſche Mannlehnsrecht aufs Jahr 1238, für Erichs Confirmation aber auf 12513 wel« <es erſtere ungewiß, daslekßtere aus obigen Urſachen falſch iſt. Doch der revelſche Com- thur, VRembert von Scharenbertg, bezeuget in ſeinem Transſumt etlicher Privilegien, daß dieſer Beſtätigung des Königs Erich der 2te Octob. 1252 beigeſchrieben ſtehe. Uns- ſre Abſchrift eines Briefes vom König Erich) an die gelinden und guten Männer in Revel und Weſenbertt, worin ihnen zugeſtanden wird, daß ſie ihre Göter nach Erba ! rechte, welches in gemeiner Sprache Landrecht heiſſet, erben können, if verſiegelt zu ' Leonnigas 1252 des andern Tages vor dem 1iſten October, Wenn dieſe Jahrzahlen ihre Richtigkeit hätten , ſo mäſten die Dänen die Regierung ihres Königs Abel ſpäter als gewöhnlich anſeßen. *. i Unter einige merkwürdige Stellen des woldemariſchen Lehnrechts ſind folgende zu «rechnen; 6. 11, „Stirbet ein Mann, der Erben hat, Söhne oder Töchter , und ſind j „dir Kinder zu ihren Jahren nicht kommen , der nechſte Schwertmage ſol Vormund =. ſeyn, ob er des Königs Mann ſeyz iſt da kein Schwertmage, der König ſol ihr Vor« „mund ſeyn; 9. 18, Stirbet der Mann ohne Erben, ſo bleibt die Frau in ihres Man- „nes Gut Jahr und Tag, das iſt 6 Wochen und ein Jahr, und ſol helfen ſeine Schul- „»den güten und pflegen ſeiner Seele; &. 42, Iſt ein Mann auſſer Landes beſeſſen, ſs „entbeut man ihm ſein Gut, komt er denn nicht, ſo bricht er 3 Wedden, das ſind »ſechzig Schillinge; 5. 49, Wer ein unrecht Urtel findet« das iſt zwo Pfund, und wer „ein recht Urtel beſchilt , das iſt 3 Pfund.,, Da dieſes Lehnrecht 13x5, nach Zuitfeld S. 385, von Erich dem Vllten ſehr verbeſſert worden; ſo hat ſich wol der Abſchreiber des rothen Buchs mit der Jahrzahi 15 geirret, und dieſelbe bey LVoldemars Lehnrecht un« richtig angebracht. Billig ſolte es keine Jahrzahl haben , weil ſich aus keiner Geſchiche te erweiſen läſt, daß die Dänen ven Brüderländern, den Städten Riga und Dörpt Geſeße geben können. in Wirland, mit Bewilligung ihres kürz vorher mit Tode abgegangenen zwölften Stallbruders, Lorenz Ferſen , durch“ ihren Secretär , Wolfgang Scheffel , im Hofe zu Engedes am 4teiz Sept. Sonnabends nach Egidii die königl. däniſchen , hoc<meiſterl. preußiſchen, und meiſterl, ncfiandiſchen Privilegien aus den Hauptbriefen in ein Buch zuſammen tragen , welches von jeiner rothen Pergamentſchale den Namen des rotben Buchs führet. Der Herr Mannrichter von Lode hat ſich deſſen zu ſeiner Hiſtorie wohl zn bedienen gewuſt. *) Dieſe nicht gär weitläufige Schrift iſt 1720 ohne Namen des Orts und des Verfaſſers in Deutſchs land gedruckt worden. Die Muthmaſſung derer iſt am gegründeſten , welche den Herrn Lande und Regierungsrath Richter für den Urheber beſagten Traetätgens angeben.

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Biſch. Albert, * zur Zeit der Regierung des Volzuin, x3 Bericht der däniſchen Geſchichſhreiber ſtimmet ebenfals mit der'vahren Hiſto- 1219 rie nicht überein F). | Der Graf Adolph von Daſſel d:gab ſich auf die Rückreiſe nad Deutſch 12209 land. Unter den ankommenden Pilgrinen hingegen befand ſich arch ein edler Herr. Bodo von Zohenbore *), welcher nebſt andern Fremden ene ZU . ' über ?) Wie «Zuitfeld S,. 185 und Pontanus S. 307 das Biſtum Pilten Genfals zu früh, wie das dörptiſche, ſtiften, ſo fehlen ſie dabeyin der Namenserklarung des Schloſs ſes Pilten, ſonſt Danipils genant. Der König fragte nemlich den Biſchof, wo er das Sch<los anlegen wolte, dieſer antwortete 3 Ther ſom Pilten ſtgär „da vo der Junge ſteht. So gleich hieß der Ort Pilten. Natürlicher laſts ja , weil die Curen und Letten jede Burg Pils nennen, daß ſie dieſe, neue Feſtung Danipils, da D&- nen Burg geheiſſen, uud auch nur ſchlecht weg die Burg. Der Eſte ſagt Lin, daher Revel Lindaniſſe, Danilin, kürzer Tallin und auch auf lettiſch Danizals heiſſet. Die Letten heiſſen die Stadt Wenden Zebf ſo ebenfals einen feſten Ort aus zeiget. Unſere Geſchichtſchreiber legen dem Biſchof Albert die Errichtung des Bi« ſtums Pilten beim Jahre 1224 bey , welches, der Handlung und Zeit nach, richtiger bes ſtehen könte, als das Zeugniß der däniſchen Scribenten. Heinrich der Lette würde eine ſo nahe und wichtige Anſtalt beim J. 1220 uns wol beſchrieben haben, Allein am ſü <erſten iſt es, daß man nicht früher in Curland Biſtümer ſtifte , ehe das Land erobert und bekehret worden ; zumal da um dieſe Zeit das ſemtgzalliſche noch keine gewiſſe Reſidenz hatte. €) Dieſe Namen ſind nach der Vorſchrift des Herrn geh, Juſtizr. Grubers verbeſſert, weil ſie in dem erſten Theil S. 168 unrichtig angegeben worden. Ob nun gleich die damit verglichenen Handſchriften nicht Dasle ſondern Dalle, und Rodo von Zoenbertg leſen , ſo wird doch die gruberiſche Muthmaſſung in Abſicht des lekten Namens, durch eine Urkunde beſchöniget, welche mit 3 Siegeln, wiewol ohne Meldung der Jahre zahl, verſehen iſt, Wir glauben, daß ſie aus mehr als einer Urſache aufgehoben und . mitgetheilet zu werden verdiene. Hiec iſt ſie: In nomine Patris et Filii ex Spiritur Sandti , Amen! * » Cuzn Dei dignatione Rigenfr Epiſcopus omnibus Chriſti hdelibus tam na: tis quam naſcituris in perpetuum falutem! Cum Rigenfr civitas ad inhabitatio= nem ſui plus libertatis gratia , quam praediorum circumiacentium fertilitate *) fdeles alliceret, erat quaedam grauis importunitas et frequens gE-7 transeuntibus ſta» guum, quod a villa Rodenpoirs denominabatur. Vande de confilio et confenſn Do- mini VOLQVINI, magiſiri militum Chrilli, et fratrum fvorum ob publicam trans euntium vtilitatem placuit, trans ſtagnum ipſum pontem praeparari, hac cautione Praemiſla, conſcripta et gillata, vt nihil vnquam a transeuntibus telonii nomine exigeretur , ct tam in transeundo quam in piſcando in ipſo ſtagno libertas fidelibus in perpetuum permaneret. Nos ergo Peregrini anni illius, videlicet Domino 80 DONI 42 HOENBORG **) et ceteris hoc in remiſſionem omnium peccatorum ſuorum et expeditionis iniunximus , vt ipſum pontem **) in perpetuam ipforum memoiiam elaborarentz quod et ſtudioſe perſicere curauerunt. Statuimus ergo et ſub intermi« natione Anathematis inhibemus , ne vIli vnquam hominum liccat transeuntes alicuius exadtionis moleſtia ſollicitare, neque ipſum pontem turpis lucri cauſſa diſſpare. Huic tam neceſlariae rei pro fauore confentit Robertur Abbas de Dunemitnde , Jo< hanne» praepoſitus Seas Zantas“ Volquinur magiſter militiae Chriſti cum fratribus ſuis , Daniel de Lenewarde , Conradus de Vkerkole , Theodoricus de Raupena , Johan» nes de Dolen *%%%) cum omnibus inhabitantibus terram. +) Die ungehenre Menge der Sandberge um die Stadt , läſt keine andre als gefünſtelte Fruchtbarkeit zu z daher man mit Recht die Gegend um die Stadt die Sandbüchſe von Ziefland nenney möchte. %*) Andre Abſchriften leſen von Zomborg. 2) Die See Rodenpois führt jezo den Namen der ſegelſchet.See , und'vereiniget ſich bey Lletto ermuhlen mit ber Stintſee. Um der Heerſtraſſe willen nach Lief- Eſi- und Rußland bediente man ſich in-mitlern Zeiten einer Prame , dafür die Stadt Riga jeko eine ſtarke hölzerno Brücke unterhält. . es) Wir verbittens noch einmal, daß niemand dieſe aufrichtig dertſchen Familien der Herren von x Öfnerow, von Weindorf, von Roſen , wegen Vegarp ihrem Lehngute gognpuinjehen Mar 9 en

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14 Leben und Thaten der liefländiſchan Ordensmeiſter, 1220 über die rodenpoiſiſche See ſchlagen muſte. Weil ihnen der Biſchof Albert, mit Einwiligung des Ordensmeiſters , dieſe Arbeit als eine Bedingung der Ver»- gebung de Sünden aufgetragen, ſo verbot auch ſelbiger bey Strafe des Bannes, feinem vox den Uebergehenden das Brückengeld abzufordern. De: Biſchof ſtiftete in dieſem?! Jahr das Hoſpital St. Jürgen. In dem Stiftumzöbriefe wird zwar der Gottesdienſt im Hauſe verſtattet, nur ſol aus der Kapellekeine Pfarrkirche gemacht, noch ein Gottesa>er dabey angeleget werden. 1224 Der rigiſche Biſchof Albert ſowol als ſein Bruder Zerman, Biſchof zu Dyrpt, erhielten vom römiſchen König Seinrich ihre Inveſtitur -) nebſt der 4) Wir haben im erſten Theil S. 209 den Grund angezeigt, warum der Hr, geh, Juſtiz- rath dieſe Urkunden in Verdacht gezogen. Der Beweis iſt auſſer dem Zuſammenhan- ge in der That ſcheinbar, weil niemand ſo leicht einer Sache halber um Erlaubnis bittet , die er ſchon vor 24 Jahren volbracht hat. Allein da ſo alte und oſt durch die Muſterung gegangene Abſchriften , und zwar in den Hauptarchiven, davon vorhanden ſind, ſo gehet man ſehr unſicher, wenn man eine Begebenheit von der Art durch einen Schluß 2 priori leugnen wil, Der Orden hatte von dem der Cletiſty zugethanen päpſtl. Hofe ſchon manches Reſcript erhalten, das Männern von ausgebreiteten Ver- dienſten alzuenge Grenzen der Belohnung anwies , und ſuchte daher ſich mit dem welt- lichen Arme zu ſtärken. Albert merkte dieſes» Solte ihn nicht die Staatsflugheit, deren er volfommen kundig war, haben antreiben können, dem Orden zuvor zufom« men, und dasjenige von Heinrich ſich beſtätigen zu laſſen , wozu er ſchon vor langen Jahren päpſtl. Volmacht gehabt. Der damals regierende Kaiſer Friedrich war ein Pfaſfenfeind und half lieber den Rittern , denen er auch anſehnliche Freiheiten ertheilet, weswegen der Biſchof vielleicht Bedenken trug ſich an denſelben zu wenden. Daß Herr Schurzfleiſch die Abſchrift bey Herrn Ceumern S. 133 wegen der neuern deurt- ſchen Sprache verdächtig zu machen geſucht, iſt aus einem Misverſtändnis gekommen, weil Ceumern zu melden vergeſſen, daß er nur ſeine deutſche Ueberſeßung davon liefere. Wir haben ſelbſt S. 209 die mitlere Urkunde von germans Inveſtitur bey Wim- pfen aus den Geſeßen der Rechtſchreibung verworfen , die doch niemals bey Abſchrif« ten einen rechtsbeſtändigen Richter abgeben kan, wenn man nicht die Fehler des Ab- ſchreibers dem wirklichen Verfaſſer aufbürden wil, bey welchem leßtern ſelbſt dieſer Um- ſtand nicht einmal von algemeiner Kraft zu beweiſen iſt. Daß Albert die Münzfrei- heit ungenutzt liegen laſſen , iſt von ſeiner Regentenklugheit nicht zu vermuthen. Der römiſche Kaiſer Carl der IVte hat das rigjiſche Diploma ſowol als das dörptiſche auf des Erzbiſchofß Fromholds Anſuchen 1356 in einem Tranſſumt beſtätigen laſſen. Sie wurden beide in den oliviſchen Friedensteactaten für gültig erfant, und ſind im Diario Europaeo tom. VIII append. p- 47 ſag. abgedruckt. Wem dieſes noch kein Gnügen thun ſolte , der darfnur den Grundſaß der damaligen catholiſchen Kirche zu Hülſe neh. nps; zu Abkömlingen alter liviſcher Könige mache« Die königl. Wärde unter dieſen Bölkern beſtand nur in d - Der Name Veſceke von Rukenois heiſt nichrs anders als Ael- | teſter von Rökenbauſen. Die ukrainiſchen und donniſchen Coſaken nennen noch denjenigen | Strarſebin, d- i. Acelteſten, welchen die ſlavoniſchen Völker Scaroſ? oder Staraft nennen, mit welchem Namen nur der Aufſeher über die Bauren Gezeichnet wird , weil ihn gemeiniglich das Alter dazu erhebet. Dem lekten Johann von Dolen ſprach der Legat Wilhelm das Schlos Dolen ab, weil er das däniſche Wirland, ohne des Legaten Vorwiſſen wegnahm, ſich auch ein eigen Schlos anmaſte, daher er als mn neee periurus, und vielfach Verbanneter ſeines Lehns verlu» fiig erkiäret ward , ſtat deſſen es jkbelm der Stadt zuſchlägt, am 23ſten May in Dünemönde. Zuleßt melden wir uns ſelbſt, und hitten unſre Leſer um Verzeihung , daß wir uns S. 15€ durch unſere revelſche Handſchrift verleiten laſſen, dem Biſchof Albers einen neuen Bruder zu geben, indem die andern Abſchriften det Text ſo liefern: Miſerunt etiam fratres Epiſcopi Rigenfit» Sa- lomonem ſacerdotem in Rofalium«» Die übrigen Abweichungen von dem neuen Texte ſind von keiner Erheblichkeit , und beſtehen oft uur in Abkürzungen, Doch wäre folgendes etwa noch zu ändern: S, 172 3. 32 exa&ionibus an ſtat actionibus. S. 174 3, 9 Cagethe au ſtat Copgelle. an ſtar in eiuitate, S. 176 3. 6 cum mercibus luis an ſtat mercatoribus ſuis. Z. 29 a cwitate nicht weit von der Stadt &Togardiem Und das wären die Verbeſſungen des erſten Theile. Die durch eilfertige Umdruckung etlicher Bogen eingeſchlichenen Druckfehler, werden billige Leſer weder dem Fleis des geſchi>dten Herrn Correctots noch unſerm Willen zurechtyen- Glück, daß ſie deutlich in die Augen falleit. Nur bey der 27ſten Seite «) iſt noch zu erinnery, daß wer den Spruch nachſchlagen will, denſelben nicht im Evangelio Johannis , ſondern im Buch Joſua k. 15 v. 19 aufſuchen müſſe- In der Zueignnngsſchrift ſol unter andern gleich in des gten Zeile der dritten Seite ſtehen ; Wir beugen Herz und Knie mit.

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Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Voquin. 15 der völligen Gewalt, in der ricziſchen Gegend und an andern Ortät eine Stadt 1224 anzulegen und Münzen zu prägen *). ' T Der Biſchof belehnte hinwieder den Ordensmeiſter Volquin imd ſeine Or- densverwandten für ihre treuen Dienſte mit den Ländern Sotakch: , Legle, zZanhele, Lodhe, Botalewien, der ganzen Wyk, und der vdügen geiſtli- <en und weltlichen Gerichtsbarfeit über dieſe Länder, Ihre Namen h<en unter- rieben Johann, Probſt zu Big, und ſein Kapitel; Albert, Piior von Üünemünde , Bothmar, des Biſchofs leibl. Bruder, Thomas, Yfarrer von Lüneburg, GefBe von Altenburg, Daniel von Lenfewar-» de, Conrad von Nkeskole ,. Joh. ven Dahlen , Walther Trichſes, Wilhelm von Pnoch, Didrich von Eſcherd , Ludgert von Zardarpe, Idvocat der Pilger. =Zelmold von Lüneborch, ZSeinrich.von Lith, Joh. v. Bikishovede, Engelbert von Tiſenbauſen; Jacob von Stade, (de vrbe) Bernhard von Deventer und Albert uth LJorden unſere Bürger, Der Biſchof nennet den Bothmar und Zerman von Dörpt germanos 'uos, Der Orden verbindet ſich noch weiter für die Aufnahme der Kirche GOttes zu fechten. Geſchehen am 24ſten Julius. Der dörptiſche Biſchof =5ermann verlegte mit Genehmhaltung des päpſts lichen Legaten, Wilhelms, ſemes Vorfahren Dietrichs Sitz von Teal nac) Dörpt, bey weicher Geiegenheit er auf Anrathen des rieziſchen Biſchofs und ſeines Kapitels, nach Einwilligung der Pilger und Bürger zu Rieſa, mit den Brü- dern der Ritterſchaft einen Vertrag machte, daß ſie mit ihren Nachkommen bey, nahe die Helfte ſeines Landes mit Kirchen, Zehenden und allenzeitlichen Nutungenzu ewigen Beſitz inne haven und gebrauchen ſolten, nemlich Saccalg, LIurme- gunde, Moe, Alumbus, und Waigele, doch den geiſilichen Rechten unves ſchadet. Als Zeugen waren dabey der Biſchof Albrechr, Johann der Propſt, und andre mehr, Bothmar der Propſt und das ganze dörptiſche Domfkapi- tel +). Gretyorius der 1Xte beſtätigte dieſen Vergleich zu Perutzig am zten D 2 November nehmen , nah welchen dem Kaiſer ein gewiſſes Schirmrecht über alle denen Heiden durch die Chriſten abgenommene Länder zukam , da es denn gleich viel war , ob die kaiſerliche Genehmhaltung voraus gieng; 'oder einige Zeit nachher drauf erfolgte. 5) Daß in Finnland ſowol als in Lſtland perfiſche, türkiſche, griechiſche, römis ſche, engliſche, gorhiſche und runiſche Münzen von einem 7 bis 800 jährigen Alter aus ver Erde gegraben worden, bezeuget »Zigrne und anderer Geſchichtſchreiber ungedruckte Denkmale. Herr Vleuſtädt wil gar vom Biſchof Meinhard in Lief« land einen Pfennig beſeſſen haben , auf deſſen einer Seite das Marienbild, auf der andern die Kirche zu »Zolme zu ſehen geweſen. Von Albert weiſet man auch eine ſilberne Münze auf. Der in unſern Alterthümern erfahrne He:r Vicepräſident von Brevern hält ſie für. die erſte bekante Münze von Liefland, und hat ſie mit eigner Feder in einem Schreiben an ſcinen guten Freund abgeriſſen. Ein ruſchendorfiicher Bauer ſahe im Brachmonar 1698 beim Pflügen eine Feldraße, die etwas Glänzena . des in der Schnauze truq, und ging ihr bis zu ihrem Loche nach, wo er etwan einen Halben Stof, oder ein deutſches Nöſſel vol alte ſilbernen Münzen entdeckte , worune ter viele ertzliſche und runiſche Waren. Unter derſelben war auch die vom Hrn. v. Brevern abgeriſſene, in der Gröſſe eines alten deutſchen Groſchens , «auf deren einer Seite das biſchöfl. Hauptbild mit einer hohen. biſcydſlichen Müße-und ſtarkem Barte, auſ der andern aber 2 Stadtrhürme mit dem Kreuz abgebildet waren , zwiſchen welchen ein Löwenkopf hervor zu gucken ſcheinet. Sie iſt nur in der Mitte gepräget , und hat den Rand leer. Unter den. lieſt. Münzen würde ihr keine das Alterthum ſtreitig ma- <en , wenn ſie gewiß eine lieſtändiſche wäre. GSo aber ſcheinet. ſie noch älter, und der Löwenkopf mit ſeinen Haaren komt dem Bilde eines menſchlichen Geſichts ähnli cher , zu geſchweigen, daß das Stadtwapen der damaligen Zeit noch keinen &wenkopf aufzeigen kan. + wr M k) Dieſe Urkunde iſt in einigen Abſchriften mit der Jahrzahl 1234 bezeichnek- Dieſes ſchadet nichts, wenn nur das Tranſſumt , dem kein Jahr. beigeſchrieben iſt, MEI , + "% Ola

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/ yp w / 16 Feben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1224 November 1:29 im3ten Zahr ſeiner Regierung, und wurde Ueetenois, (Untgn- nien) Otäg und Sobolit noch dazu dem Orten abgetreten. Die Ritter- ſchaft ſtellx dem Biſchof die Geiſtl. zur Snveſtitur vor. Sie erhielten auch den freien Flu- Emmajögti und das halbe Fiſchwehr, das ſonſt dem Könige gehöret. Dagegenmus ſie den Biſchof und ſein Land ſchüßen, ihm auch in geiſtlichen Ditt- gen untethan ſeyn. Der Jor- und Nachrede wohl unterſchieden wird. Unſre Schriftſteller , dis alles in eins zezogen , und gleichwol einen Biſchof Albert als Zeugen angeführet ſehen , haben des- wegen den Biſchof L7icolaus 18 Jahr zu früh tod geſchrieben und Albert den er« ſten in den andern verwandelt, wie es auch Hiärne macht 3 da doh Albert der andre um dieſelbe Zeit noch Biſchof zu Armagh in Jrrland war. Tl nomine Sandae et indiuiduae Trinitatis FHHermannusr Dei gratia Tarbatenſis Epiſcopus omnibus hoc ſcriptum legentibus Salutem in eo , qui elt Salus fide- Jium. Natura et conditionibus rerum mutatis neceſle eſt quandoque nomina com- mutari- Cum igitur antecefſor noſter Dietericus ſecundum tempus ſuum voluerit ſi bi ſedem eligere in loco Lea! et regionibus illis quibusdam neceflitatibus et vtilitati- bus interuenientibus renunciauerim, etiam infra ſcriptae dioecehs nomen eccleliae et Sedi Epiſcopali impoſui de confilio voluntate et audtoritate Venerabilis Patris 19777 helmi Epiſcopi, Mutinenfir qui erat tunc Apoſtolicae ſedis Legatus. Ne igitur pro- pter mutationem huius nominis inter Nos et Fratres militiae Chriſti ſuper concordia, uae inter nos et ipſos fada eſt, prout ex illis litteris ſub nomine Lealenfir Epilcopi dis apparet, aliqua in poſterum dubitatio oriretur de voluntate , confilio et aucto- ritate praedidi Legati, vt et Praepoſiti et Capituli Tarbarenfs pracdidtam concor- diam in quibusdam etiam articulis declarantes renouamus et modis omnibus con- firmamus tenorem praedidtae concordiae praeſentibus teſtibus annotatum , qui ta» lis erat: In nomine Sandae et Indiuiduae Trinitatis: Hermanus Dei gratia Lealenfr Epiſcopus omnibus hoc ſcriptum cernentibus Salutem in eo, qui eſt Salus omni» bus. Notum eſſe volumus, tam pracſentibus quam futuris, quod de conſfilio Venerabilis fratris Noſtri Alberti , Rigen/ir Epiſcopi et Erclefiae ſuae, peregri- norum quoque ac cinium Rigenfium cum ſratribus Militiae Chriſti iuxta | in : authentico ipſorum continetur, talem fecimus compoſitionem, vt videlicet a no- bis et noſtris ſuccelloribus ipfi teneant mediam circiter regionem Epiſcopatus no» ſiri iurisdidione ciuili perpetuo poſlidendam cum Ecclefiis, Decimis et omni emolumento temporali terram'videlicet Saccale, Nurmigunde, Mogeke, Alumbur, dimidiumque Waigele cum attinentiis ſuis, faluo in omnibus iure ſpirituali, In il- lis igitur terris pro ecclehis ſuis perſonas idoncas inſtituant et*eas inueſtiendas no» bis praeſentent. Pro eis autem terris nullumn nobis tem orale ſeruitium alind ex- hibebunt, niß quod pro epiſcopatu noſtro contra ES hoſtium ingiter decer- tabunt, et in Siritnalibus nobis obedient, et cum ratione oflicii Epilſcopalis eccle- Gas eorum vilitabimus , expenſas nobis neceſlarias winiſtrabunt. Fluuium Em- majöggi liberumrelinquemus, vel gurguſtium regisdimidinum eis dimittemus. Ne vis autem eis ſuper hac noſtra conceſlione malitioſum inferat impedimentum, jub anathematis interminatione prohibemus, et, vtaCtum noſtrum robur perpetuum obtineat, hancchartam inde conſcribi et figillo noſtro et Domini Rigenſir Epiſco- piet Eccleſiae ſuae muniri fecimus. - Huius actionis teſtes ſunt Dn, Albertus Rigen- ſis Epiſcopus, „Johanner Praepoſitus , et ceteri teltes. Verbum autem Gurguſ/ti*) ſopra didti fic terminabimns.vt fratres militiae Chriſt dimidium gurguſtium regis, ficnt medio poſitumveſt, perpetno poſlidendum habeant, + ita *) Weiſ in den liefländiſchsn Urkunden die Gurguttia oder Fiſchwehren, die von ihrem Schlupfloch de! 1a- teiniſchen Namen haben, häufig vorkommenz ſo wollen wir doch dem geneigten Leſer eine Beſchreibung davon ertheilen, undzwar nach der Art, wie die Lachswehren in unſrer Düne errichtet werden. Zuerj? ſtellen die Fiſcher Waſteln oder Böe „yſo- breit der Strom iſt, faſt in einem halben Cirfel nebein einander , dergeſtalt daß die Ründung gegen den Strom zu ſtehen komt. Dieſe Böe , deren Füſſe unten weit , oben in einen ſpitigen Windel zufammen gehen , werden durch draufgeiegte und angebunde Stangen beveſtiget , und mit groſſen Steinen beſchweret , damit das Waßer ſie micht aufheben noch der Stroin fortreiſſen könne. Fürs andre“ werden die Deen oder ſo enen "48

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Biſch. Albert; zur Zeit der Regierung des Bolquin, 17 Der modeneſiſche Biſchof Wilhelm war etliche Jahr im Lande, Sei- x üe Geſchäfte , welche er mit Volmacyzt und im Namen des Papſts glütklich und zum Beſten von Liefland ausrichtete , beſtanden auſſer andern erbaulichen Ar- beiten auch in Beilegung der Greryſtreitigfeiten , wobey er der Stadt Rita durch Anweiſung einer richtigen Mark und Grenze beſondere Dienſte gethan, weil ſie in allen folgenden Grenzirrungen für entſcheidend angenommen wor? den. In der Jacobi Kirche entſchied er den Streit zwiſchen dem Biſchof und MD über die Wörte: „Mit aller weltlichen und geiſtlichen Gerichtbarfeit, alſo : der Meiſter hat das Gericht über die Brüder und deren Geiſtliche in weltlichen Hän- deln: im Geiſtlichen ſtehen alle, ja der Meiſter ſelbſt, unter dem Biſchof, an welchen auch die Apellation ergehet. Als Zeugen davon waren zugegen Abert Biſch. z. Big, Lambert B. z. Semggallen, Mag. Ludolph, Domhere zu Lübeck , Siecfried Domherr zu Zildesheim, Arnold , Kapellan des Bi- ſchof Alberts , im Auguſt in der 13 Indiction. | Am gten April ſprach er Volquin das Jus patronatus auf die damals in der Vorſtadt gelegene Jacobskirche ab, weil der Biſchof dieſes Recht durch beſondere Briefe des Papſts erhalten. Den Brüdern wird die Jürctenskirche angewieſen, doch ohne eine Parochie dabey zu haben. Auſſer den vorhin gedach- ten war noch Hr. Dietrich Abt zu Dünemünde zugegen '), I; ie ita (00503 fluwen fit liberum et apertum , vt nulli quocunque genere piſcationis li ceat piſcari ab ipſo gurguſtio , infra vsque ad locum a dextris in deſcenlu, vbi via Ruthenorum. Haec autem libertas et apertio aquae permaneat omiibus temporibus, quibus Duus Epiſcopus vel praedidti Fratres piſcari voluerint, in gurgnſtio ſupra di« Co. Ad maiorem euidentiam fermini WEP ab vtroque latere crucem 2dpo= ni, a praedidto autem termino vsque ad ſlagaum nulli facere vel habere liceat gur» guſtium, quod teneat vitra diwidium 4.006 Huius igitur adionis teſtes ſunt Rothmarur Praepoſitus Tarbatenfir et eius con» ventus ac ceteri teſtes, Datum anno Domini 1224. ?) Er beſtätigte nicht nur die biſchöflichen Verträge mit den Ord2nsbrüdern , z. E. daß man von dem Urteil des Meiſters-ſich auf den Biſchof beruſen könne; ſondern ſtiſcete auch einen Vergleich.zwiſchen dem ſemgalliſchen Biſchof Lambert , und zwiſchen dem Syndicus und der riziſchen Bürgerſchaft wegen des Schloſſes Babat , das auch. ver heil. VTarie Schlos heiſſet. YWVon der Vereinigung der Babat mit der ſemgalliſchen Ag an bis nach der See, gehöret der halbe Strom und das ganze diſ« ſeitige Ufer der Bürgerſchaft, welche eben ſo wie der Biſchof ſetbſt, die Freyheit hat, auf dem biſchöflichen Theil Gras zu hauen, Heu zu machen , Holz zu fällen, und ein ewiges Recht in der Babat zu fiſchen behält. Jm Jahr 1226 ſchlichtete er die Verdrieslichkeiten , die ſich zwiſchen dem Abt und den Mönchen in Dünemünde, und zwiſchen der Stadt entſponnen.. Er verordnete dazu die Comißarien , Lambert, eis- nen Palaggen verfertiget. Man bindet dünne Stö>e von Gränen oder Tannen , deren Dicke im Durchſchnit x oder anderthalb Zölle beträget , und welch? die Fiſcher Tharen nennen, mir Baſt an drey Stangen, die anderthalb bis 2 Faden lang ſind und eine Elle weit von einander liegen, ganz dichte zuſammen. Der Palaggen aber liegen 66, 80 bis 100 Stück nach der Breite des Stroms neben einander , werden gegen den Strom vor die Böcke bis auf den Grund geſcket, und an die Böcke mit Baſt oder Wiken , das iſt zuſammen geflochtenen jungen Birken, ange» bunden. In den Palaggen wird eine Oeſnung gelaſſen, vor welche die eigentliche Lachsfammer zu liegen komt. Dieſe Lachskammern, deren wol € bis 7 in einer Wehren liegen, ſind viereckige und haben vorne einen weiten Eingang , woxein der Lachs, der aus der See gegen den Strom gehet , den Strich nimt, hinten aber ſich durch elne Oefnung von etwan 4 bis 5 Zoll drengen und durcharbeiten mus. Weil nun der Fiſch ſich gleich auf die Seite wendet , und in der geraumen Kammer den Eingang nicht wieder findet, ſo heben die Fiſcher ihren Gefangenen mit einem groſ= ſen ſo genanten Keſſel heraus , und keulen ihn auf den Kopf, daß er davon das Ausreiſſen vers giſt. Die Lachswehren werden im Anfang des Maymonats geſchlagen , gleichwie die Neunaus genwehren im September. PDieſe leßten haben eben dieſelbe Zuſammenſeßung, nur daß an ſtatt der Kammern Körbe von feinem Weidenſtrauch angeſeßet werden, die den gewöhnlichen Fiſcha reuſen ähnlich ſchen. In kleinern Flüſſen ſind die Gurguſtla oder Kaſten kleiner und mit einem Glö>lein verſehen , welches bey dem Einſchlupfen des Lachſes oder eines andern groſſen Fiſches klingeln my8- Auch die Aale müſſen dieſen Weg mehrentheils wandern. 225 1226

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18 Leben und Thaten der liefländiſche» Ordensmeiſter, 3226 Als die Deutſche auf Oeſel mit dey groſſen Heidenbekehrung zu thun hatten, ſo paſſeten die Semgaller ihre Zit ab, und gaben bey der ſchönen Winterbahn den Rt iſchen in ihrer Abweſenheit einen unangenehmen Beſuch. Sie zerſörten das dunemündiſche Kloſter-den Clausberg, machten die Pfafe fen nieder, und verübten allen Muthwillen. Polquin hatte alſo nicht Zeit, das nen Scholaſtikus von Stendel, Ludolph von Zanover Domherren zu Lübeck und Luder Zumbrecht von Soeſt, welche. die Fiſcherey beiden Theilen, gemein« ſchaftlich zuſprachen , die Anlegung einer Mühle aber an. dem kleinen Bache , der aus der See Rodenpois gehet, nur den Mönchen verſtatteten. Auch die Holzung blieb gemeinſchaftlich, nur ſolten die Eichen für die Mönche unbeſchädigt erhalten werden, vom 1ſten April, Die Jnſel Ramesholm gehöret den Brüdern, Wir lernen hieraus eine See Latzhen, einen Flus Pele, und noch einen, die Modizze, kennen. Als der Biſchof; und Meiſter zu weit in die bürgerlichen Rechte griffen, ſprach er die neuen Ländereien der Selen der Stadt zu. Etliche geſchworne von der Bürgerſchaft ſolten jedes« mal die Frage entſcheiden , welches alte oder neue Aeker ſeyn; die von Düunemünde ſolten diſſeits der Düne keine gebauete noch ungebauere Felder haben , vom 7ten May, Weil Job. von Dohlen wieder Willen dees Biſchofs das bürgerliche Land angegrif« fen, wird ihm alle Begnadigung verſaget , und das Sc<hlos Dohlen ſamt allen ge- baueten Lande den ritziſchen Bürgern ertheilet , vom xſten Jun. Die Volziehung dieſer Befehle wird unter Bedrohung des kleinen Bannes den ſtreitenden Parteien eingeſchärft *). Der Papſt Gretzorius der IXte ſchickte 1234 dieſen geſchickten und wohlverdienten Mann mit einer Volmacht eines päpſtlichen Legaten wieder nach Liefe kand , wo er mit vielem Nachdruck die fernern Grenzſtreitigkeiten auf alten Fus ent« ſchied , und die mehreſten der vorigen Urkunden beſtätigte, Jn Raynalds Kirchen« geſchichte ſtehen unterſchiedliche apoſtoliſche Verhalrungsbefehle an dieſen Wilhelm, als vom Jahre 1236 , worin ihm der Papſt aufträget, dahin zu ſehen, daß Licfland nicht zum Salzfelde **) werde und zu dem Ende heilſame Anſtalten zu machen, den Neube- kehrten geziemende Freyheit zu laſſen, den Kir<enzehnd zu erhalten, keine neue 2an« destheilung vorzunehmen , den Pilgern unter die Arme zu greifen, und ſie wenigſtens ein Jahr in Kriegsdienſten zu brauchen ; Rayn. t. 13, p. 445, 9. 62. GSo ſchenfte er auch dem neuen Biſchof auf: Oeſek das dritte Theil des Landes , welches die Bürger zu Riga vem Legaten überlaſſen, Pap Alexander der 1Vte beſtätigte es zu Pirerbo am 13ten Merz 1257. 1240 führte Wilhelm den ehloſen Stand der Geiſtlichen in Schweden ein, der doch erſt 8 Jahr nachher auf. der ſchöningiſchen-Kirc<henver« ſamlung zum Geſesß wurde ***)» Er hatte vorher ſchon die Biſtümer in Erme- land, Culm, Samland und Pomeſamen eingerichtet. Suirfeld S. 204. 4 n *) Gleich Anfangs hat- die Stadt Riga ihre Mark und Grenzen mit vielem Eifer verfochten, worin ilw Albert und. Wilhelm recht väterlich beigeſtanden. In folgenden Zeiten wnrden ſie durch den Geiß der Pfaffen hie und da beeinträchtiget, allein ſte gewan immer den Rechtshandel. Da nach der evangeliſchen Reformation die Cleriſey ein eigen Regiment anzufangen drohete , behauptete ſich die Stadt auch in dem Beſiß der Kirchengüter, und erhandelte einige vom Erzbiſchof Wilhelm, ſo ſehr auch die Pfaffen ſich dawider ſtreubten. Sigism. Auguſt half anfänglich den Pfaſſem über, und lies überaus harte Reſcripte an die Stadt ergehen. Siehe unter deſſelben lareimſchen Briefen den 185 und 186-0 Allem die Grosmuth des Königs Stepbani befeſtigte 'ſie in dem Beſißs aller Stiftsgüter, als curiae archiepilcopalis , aedium Canonicorum et Capitularium cwn vniverſo iure, dominio et proprietate unterm 7ten April 1582 zu Riga, ſo nächher in eben dem Jahr am x65ten Octobr, zu Warſchau auf dem. Reichstage beſtätiget worden. %) Dieſe aus der lateiniſeben Bibel hergenommene Redensart; Pſalm 107 v. 34, bedeutet eine Ge» gend wo Salzquellen ſind und nichts Fruchtbares wachſen wil. Die Vulgate und die Mönche, welche dieſelbe faſt auswendig lernen, folgen dem hebräiſchen Texte. Dahin gehöret der imuten Theil vorfommende Ausdruck in millibus luis , der nichts anders ſagen wil, als in ihrer ganzen Menge mit allen ihren Landsleuten 3 die deutſche Bibel hat Nich. 5 v. x dieſe Tauſend in faſt gleichem Verſtande beibehalten. - . 5282) Der Legat hatte dabey die Abſicht , die Kirchenmobilien zu erhalten / welche mehrentheils von den Kinder? unter dem Titel der Erbſchaft entwandt, da auch die Güter mit angegriffen wurden , wo? durch die Kirchen verarmten. Er verfiel aber auf den greulichen Abweg die Ehe der Geiſtlichen für eine Todſünde zu erklären... Innerhalb einem Jahre muſten ſich alle Ehefrauen der Cleriſey wegpacken bey Strafe des härteſten Bannes. Prieſter und ihre Frauen , die beide über 59 Jahr alt waren,+ konten beiſammen bleiben, muſten aber eine ſchwere Geldbuſſe erlegen, und angeloben, niemals unter einem Dache oder in eimem Hauſe zu ſchlafen. Der Papſt Alexander der IVte er- lies den Bann , und gab dem Erzbiſchof zu Upfal Volmacht, den verehelichten Geiſtlichen eine andere heilſame Buſſe aufzulegen. Schwediſcher Bibliothek zweites Stü S« 124.

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Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin, 19 das Schworbiſche von Deſel, wo die Seeräuber recht ihr Neſt hatten, zu 1226 erobern , ſondern eilte nach Haufe, alwo er die Seinigen erſt ausruhen lies und v dann in Sefpalen den Gegenbeſuch abſtattete, wo er bey 1600 Feinde er- chlug, und viel Beute machte, aber auch 300 Mann ſchwächer in Biggg an- fam. . Albert von Stade meldet die Begebenheit , da die Mönche zu Düne» münde von den Heiden zu Märtyrern gemacht worden, zwey Jahre ſpäter. . So bald die See wider aufgegangen war, gieng der. Herzog Barnim von Pommern und der Graf von Arnſtein. nebſt einer zahlreichen Pilgergeſel- haft wieder nach Deutſchland, Hierauf hatte fich der Semgaller Aelteſte, eſthard , geſpitzet. Er verband ſich alſo mit den Litthauern, überfiel Aſcherade, und verheerte die ganze Gegend. Der Schlosvogt, Yiarquard von Bührbach, ein braver und geſetzter Mann, nahm ſo viel Liefländer und Letten, als er aufbringen fonte, ſeßte dieſen Freibeutern des Morgens nach, jagte ihnen den Raub ab, und ſtreckte bey 500 ins Gras, Weſthard, der eben beim Früſtücken überrumpelt wurde, nahm gleich einen Brand aus dem Feuer, und ſchlug den Schloösvogt damit ſo derb ins Geſicht, daß ihm die Zähne aus dem Munde fielen. Hierdurch bekam er Zeit zu entwi .8 Die von Aſche- rade gewonnen das Feld und lieſſen 200 Mann im Stiche. Volquin gab au erhaltene Nachricht von dieſem -vortheilhaften Scharmügel Weſtharden no weiter das Geleite, holte auch die Semtaller ein, erbeutete über 1500 Pferde vm) erlegte 2000 Feinde. ' Doch koſtete ihm dieſer Sieg gleichfals 600 von den einigen, In eben dem Jahr ſandte der Ordensmeiſter einen lübiſchen Domherren, Joh. Vol>arſon, und die Bürger zu LübeX , Wilhelm Bertholſon, und Joh. von Bremen an den Kaiſer Fridrich den Iten, um denſelben im Namen der Brüder vorzutragen /' wie nöthig es dem Orden zur Beſchüßung der neuen Republic ſey, daß ihm alle Güter und Rechte, ſo ihnen die Biſchöfe von Liefland und Legl auf eine rechtsbeſtändige Weiſe ertheilet oder noch kimftig ertheilen möchten , beſtätiget, und alles Metal in und über der Erde , das ſonſt zur faiſerl. Kammer gehöre, zugeſprochen würde. Der Kaiſer wilfahrete dem Orden in Bettachtung des Todeskampfes , welchen die Brüder täglich auszuſtehen hätten , und verbot durchs ganze römiſche an bey 50 Mark reines Goldes, daß niemand ſie in ihren Grenzen beunruhigen ſolte, Der Urbrief davon iſt bey Parma im Maymonat des 14ten Indictionsjahrs unterzeichnet. Als Zeu- gen waren dabey 'gegenwärtig die Erzbiſchöfe, Albert von WIagdeburt, von Weiland und der von Jvreg, der Biſchof von 'Chur und Abt zu St. Gal- ken , die Biſchöfe zu De zildesheim , Jacob von Turin und L11. von Nmola , der Hochmeiſter Zerman Landgraf von Thüringen, Herzog zu Sachſen, Benald Herzog von Spoleto , ein Graf“ von Wien , von . Queurenberch , von Evreſteen, de + Aeg 4 und andre mehr "). + 2 er In den folgenden Jahren bedient er ſich in öffentlichen Schriften des Titels eines Biſchofs von Sabina... Aus den Documenten. ſeiner Zeit bemerken wir, daß der vornehmſte Adel , auch gräfl. und fürſtl. Perſonen ſich an den Biſchof. gehalten , weil ſie als Pilger und Freiwillige in Liefkand dienten. Der Ordensmeiſter Volquin Hat in Verſiegelungen und Unterſchriften ſeinen Rang nach dem Propſte zu Riga: doch folgen auch in vielen die Grafen und Vaſallen der Kirchs erſt nach ihm. m) / Noch gefälliger lauteten die Freiheitsbriefe dieſes Friedrichs, die er dem deutſchen Orden verliehen, und an dem die Liefländer nach der Ordensvereinigung Theil nah2 men? als, eine vom April r221 zu Tarent, von'dem alten Beſig der Schlöſſer, Dorf«- ſchaften (caſalia *) Menſchen und Güter, von dem freien Gebrauch des Waſſers, fe. Ol. 0) Caſalia ſind bey Dörfern die Edelhöfe / Landgüter und ſogenanten Luſthöfgen, die Sriedrich der Iſte als König von Sicilien nach der ſicilianiſchen Landſprache ſo benennet. , 79880 Julcandus, ein ſiciligniſcher Schriftſteller ; braucht das Wort in eben.der Bedeutung«- „Gewöhnlich en

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20 Leben und Thaten der liegändiſchen Ordensmeiſter, 1226 Der päpſtliche Legate Wilhelm endigte die Streitigkeiten zwiſchen der Cle- riſey, dem Orden und der Stadt durch eine neue Verordnung, die wir der vielen darin feſtgeſetzten Stücke wegen ganz beibringen wollen "). Noc< Holzes, von Erlaſſung des Brücken» und Seezols, des Geleites , des Pfalgeldes (falangaticum) und zwar durchs ganze römiſche Reich, Wer ſie aus ihren Gütern jagen wil, ſol 100 Mark reines Gold: zur Strafe erlegen (componat *), Eine an= dre vom Merz 1226 zu Rimini „da. der Kaiſer zur Auſnahme des Ordens der Brüs derſchaft die Freiheit giebt, Durchzugsgelder (pallagia**) und Zölle anzuordnen, Märk= ke und Meſſen einzufüren, Münzen zu prägen, Steuren (talliam) und andre Gerechte ſame aufzulegen , alle Gold- Silver - Eiſen» Salz» und andre Metalgruben , die ſich in ihren Ländern hervorthun würden , auf ewig zu beſißen , wie auch löbliche Geſeße und Landtagsverordnungen (aſMlillias ***) abzufaſſen ****). n) Wilhelmus miſeratione diuina Mutinezffr Epiſcopus , Apoſtolicae fedis Legatusy omnibus praeſentes litteras inſpe&uris in vero Salutari ſalutem | Cum ea, quae in» ter habitatores Livoniae Teutonicor ſuper diuiſione terrarum acquirendarum annis fſin- gulis oriebatur , diſcordia odi fomitem et inuidiae gencraret, ex qua radice peſlſima raue impedimentmun ad conuerßionem gentium euidentiſſime naſcebatur , Ücut et "tama publica et facti euidentia comprobat; placuit Nobis et Viris praedidis, tempe» fle tanto morbo ſalubriter obniare, Dedudta itaque in praedidto articulo hora dies non tnodica , tandem Dominus Albertur Epiſcopus , Johanner Praepoſitus, Frater V fratrum Militiae Chriſti , Comes Borcardur , Vaſalli Eccleſiae et Ciues Rigen/er fotum negotium comimiſernnt noſtro arbitrio terminandum, promittentes , quod,' quamcunque faceremns in terris fupradidtis divihonem , et diuiſa quibuscunque par tiremur, ratum haberent, et inujolabiliter obſeruarent, ſicut ipſorum Sigilla appenſa ioferius teſtantur, Nos ergo ſlatum terrae attendentes, qualitate perſonarum et vilitate perlpeda, vidimus expedire, vt hi confolationem reciperent , qui in expeditiombus faciendis et rebus praeualent et perſonis , vt Ipe releuante laborem contra inimicos Ecclefige Chrilti intendant efficaciter vniverh. Terrarum ergo, quae omnimodo auxilio Dei et praedidtorum Jabore fuerint ad cultum fidei connerſae, partem vnam Epiſcopo Rigenſ et Eccleliae ſnae, aliam Magiſtro et Fratribus Militiae Chriſti, et tertiam par» tem Ciuibus Rigenfäbur adlignamns , in his duntaxat, quae ad Domininm pertinenb temporale, Decimam enim et vniuerſa ſpiritualia creandis ibidem Fpiſcopis reſer- vamus ****), ' Epiſcopi etiam in quocunque loco conuenientem elegerint manſio« nem, die Jtaliäner einen ſolchen Hof Villagio. Jobannes der XXUlſte ſekt in einem Schreiben die, Erzbiſchöfe von Löln und Magdeburg und den Biſchof von Urrecht zu Schirmherren über die Eccdleſßas, Georgia , caſtro - calalia etc. des liefländiſchen Ordens vom Jahr 1316, | 5) Componere; ein juriſtiſches Wort aus dem fränkiſchen Rechte, heiſt eine Geldbuſſe an den Fiſcus, oder den beleidigten Theil erlegen. *) Paſſagia der Zoll für die öffent!iche Landſtraſſe, das Geleit. Beim Duisbtrger part, Il'c, 5, bedeutet es den Kreuzzug ſelbſt nach dem gelobten Lande, N n 4 | DRL » 344) Aflifſa , AſlilBa, ein von deu Krormännern nach Sicilien und Britannien gebachtes Wort, deſſen ſich der alte britanniſche Rechrsgelehrte Jieta lib. I c. 17 bedienet , das aber in den ſici- lianiſchen Edicten deſto häufiger vorkomt, bedeutet nicht nur die Landtage , fondern auch die auf ſelbigem gemachten Receſſe. i k N 9248) Fridericum It Imperatorem cundtis in Septentrione gentibus, vtpote Linis« Zſtiis, Curiis et Semgallis ad Chriftianorum ſacra tranſfiturislibertatem publice conceſliſſe, Go/daſlus Collet, Conſtitut. Imperial. tom. IL, p. 77, au&tor eſt. Ipſum libertatia diploma Celeber, Schurz fleiſchins operi ſino de ordine Enſiferorum ſuübiecit. rd, ) Daß dieſer Zehnd zum Unterhalt der Domkirchen gewidmet geweſen, niemals aber von den Vaſallen „ſondern der Bauerſchaft entrichtet worden , beweiſen viele Urkunden , ſonderlich dieſeni- . gen, welche bey Austheilung des Ländes den Ordensbrüdern die Kirchen ſamt den Zehnden zum Unterhalt des Pfarrers zuſprachen , welcher auch noch dafür cine Gerech:ſame zu heben hat» In den Jahren 1695 drohete dieſe hervor geſuchte U:fkunde mit ihrer zu weit gedehnten Erflärung der liefländiſchen Ritterſchaft gefarliche Folgen , welche deswegen alle Mühe anwandte , den rechten Verſtand derſelben zu erläutern» Sie erwies, daß von den ſchon errichteten Biſtümern Riga und Dörpt nicht die Rede ſey, weil da ſchon creati epil“opi ſäſſen , der Biſchofszehnde aber für die Creandos ausgemacht werde. Sie bezog fic< auf die Verordnung des Biſchof Alberts, wels <he 1537 vermehrt in Druck gekommen , und derer 2 und 167 Kap. womit die päpſtl. Briefſchaf- ten übereinſtimmen. Hauptſächlich ſchüßte ſie ſich mit dem Beweis, daß die. Ciſtercicnſex, Tem- pelberren und 53oſpitalbrüder , nach dem Jure cananico c, 10, von ihren Gütern keinen Zehtz- . den

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Biſch, Albert, zur Zeit der Regierung des Volquin., 2x Noch eine neue Grenzeinrichtung von dieſem Legaten, in Abſicht der Stadt- mark , verdienet hier aufgehoben zu werden. Site iſt zwar vom 13 Merz unter- ſchrieben. Doch hat ſie der Papſt Zonorius der Ulte in einer eigenen Bulle aufbehalten z und da die Urkunde des Legaten, ſo in hieſigen Archiven mit 5 Sie- geln befräftiget lieget , im geringſten nicht volſtändiger iſt , ob ſich gleich der Papſt darauf beziehet, ſo mag zur Abwechſelung die päpſtliche Bulle ihre Stelle vertreten. *) es er nem ibidem quilibet ad fam manfionem de terra viciniori XVIII incultos et duos cultos manſos ab omni onere obtineant expeditos. Epiſcopus etiam unusquisque in Caſtris fingulis, in ſua dioeceßi conſtitutis , fß voluerit aream ad habitandum, habeat competentem. Unicuique etiam Eccleſiae cathedrali de terra viciniori culta centum vnci, et X manſi de inculta ſine cenſu et decimatione ab omni prouentu libere re- feruentur. Coloni quoque M mk agrorum a vedtigalibus et exadtionibus quibuslibet , nec non ab expeditionis onere ſint immunes. Eccleſiae vero parochiales tam in agris quam in annona dotentur , ficut per Linoniam eccleſiae ſunt dotatae, De peregrinis autem de voluntate praedidtorum taliter ordinamus , vt, poſtquam ad Dunemundam peregrinorum adplicuerint primae naues , infra decem dies liceat praeeligere Domino Epiſcopo decem de voluntariis ab his peregrinis ad vſus ſuos et caſtrorum ſuorum, Poſt decem vero dies liceat tam Praepoſito quam Magiſtro et Ciuibus accipere voluntarios peregrinos in obſequium in caſtris et operibus ſuis, nec liceat hoc alicui prohibere. Si autem contigerit, vnum vel duos + praedidis Portionaris velle aliquam paganorum terram expugna ſubücere cultui Chri- ſtiano, faciant hoc communicato conlilio praedictorufffeffium 3 quod ſi vnus vel duo noluerint, ſecundum quod 24 20% ad hoc labo ille, vel illi foli obti- neant , qui laborant , fi terra fuerit conquiſita, Daturi/in Riga, anno Domini MCCXXYVL III Idus Aprilis, Quinque *) Honorius dE ue Seruus Seruorum Dei, dilediis filis Cömmunitatis Rigenfr Sa- lütem et Apoſtolicam benedidtionem! Ea , quae judicio vel concordia terminantur, firma debent et illibata perfiſtere , et ne in recidiuae contentionis ſcrupulum relaban- tur, conuenit Apoſtolico praefidio communiri. Significaſtis fiquidem Nobis, quod, cum inter vos ex parte vna et venerabilem fratrem noſtrum Epiſcopum , Praepoſi- tum et Magiſtrum Militiae Chriſti Rigenfir ex altera ſuper terminis Marchiae ciuita- tis noſtrae coram Venerabili ſratre noſtro Mutinenß Epiſcopo , Apoſtolicae ſedis legato, quaeſlio verteretur, vos et pars altera ipfius Legati vos arbitrio commißſiſtis, Promittentes, ad inuicem, quod, quicquid ſuper hoc ordinaretur ab ipſo, ratum hine inde perpetuo haberetur, prout littere noſtro et partis alterius figillis munitae reſtan- tur. Praedictus vero Legatus rerum, locorum et perſonarum qualitatibus circum- pedis, et debita deliberatione prachabita, ordinauit, vt Marchia Cinvitatis Rigenfir citra Dunam incipiat a Rumbula in ipſo angulo lapidee ripe fluminis , vbi ripa incipit altius conſceadere relicto ſuperius prato ; Et de illo angulo procedatur contra ſtagnum Rodepoi1 recta linea vsque ad pontem riuuli, qui Pitcorga *) vulgariter nuncupatur ; de ponte vero redia linea vsque prope caput ſtagni ad locum, bi dicitur Lingua, cui adiacet ſtagnum ex vna parte, ac ab alia aqua, quae dicitur Skilaziusr , et ſic citra ſNtagnum vsque ad Dunemundenſem terminum deſcendendo ; inter praedicdtos autem fines comprehendantur prata fadta vel facienda, quae ſunt inter pontem de Rodepoir et den entrichten, welchen Titel der Tempelherren auch der liefländiſche Orden bekommen. S. das Cor- pus Juris Canon, Lib, V, Decretat. tit. 35 c. 3. 4rno!dus Lubee, Hiſt. Slay, lib. VIL c. 9, Pontanus 1. 6, P+ 317, Ziegler in notis ad Lanceletti inſtit. Juris Canon. LIT,t. 26, der Bul- len Johannis XX1I und Benedicti XII zugeſchweigen. Sie berief ſich auf die Freiheit der be- nachbarten Preuſſen; Zenneberg S. 282 1.f. Ichätz2 fol, 65 3 weil die Kirchen ſtat des Zehn: den mit andern Mitteln verſehen worden. Sie führte“aus der Geſchichte an, daß die Geiſtlich- keit viel geringere Beſchwerden wider den Orden bey den Päpſten angebracht , niemals aber über den Abbruch des Zehnden geflaget , wie denn kein einzig Erempel vorkomme , daß der Orden dem Biſchof den Zehnden entrichten müſſen , auch in keinen geiſtlichen Stiftungen deſſelben aedacht werde, Hierzu komt noch das Präjudicat der Polen , die als Glieder der catholiſchen Kirc<e, die Vorrechte der Biſchöfe am beſten kanten , aber niemals eines Zehnden, weder in den Subjectiong» tractaten noch weiterhin, erwehnen. Weil dieſe Gründe an ſich erweiſen , was ſie ſollen, ſo ha- ben wir die übrigen , weil ſie mehr beweiſen als ſie ſollen , weggelaſſen. *) Pitcorga heiſt an andern Orten die Putkerga, davon Putkermünde herfomt. F 1227

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22 Qeben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Der römiſche König, Seinrich VU, ſchenkte die Stadt und das SchlosRe/ 1228 vel nebſt den Provinzen Jerxwen, Zarrien undWirland, alsihmund dem Reich zuſtändige Linder, dem Meiſter und Ordensbrüdern in Lieſland, zum Söſegelds für die Seelen ſeiner durchlauchtigſten Vorfahren. Bey dieſem Schen gu riefe, et ilos duos montes prope pontem, qui ſe mutno reſpiciunt contra ſtagnum, quo run ülterior Nabz vocatur propter riuulum Naba, 'qui ei noſcitur adjacere , citerior vero vocatur Mons aquilae , pro eo quod ibi nidificare aquila conſneuit. Gurgu- ſium autem Fratrum Militiae, quod eſt ibi, eisdem Fratribus perpetuo conſeruetur. Ipfi vero dimittant ab vna parte ſpacium competen3 propter naues, nec faclant ca- ptucam in adſcenſa piſcium ſed tantummodo id deſcenfu. Vitra Dunam vero a Pracdicto loco Rumbulae procedatur vique ad aquam, quae dicitur Meiſſae redta li- nea , vnde ad aquam citius perucnitur , et deinde ad locum, vbi flumen Semigal- Zorwn jungitur ad Babat, et ſic per medium fluminis vsque ad mare et per terram vsque ad fratrum Duncnuudenfſium terminos procedatur. Ad haec memoratus Lega tus illud de pracdidta Marchia, quod.eſt inter Babat et lumen Semigallorum , et omnia gramiua riparum ejusdem Haminis » quae a Venerabili*fratre noſtro, Epiſco- o Semigallias redemiſtis , nec non omnia gramina quae ſunt vel poſlunt efle in Nagao Rodepoir in citeriori ripa ejus vsque ad riunlum Pitcorga , et omnia gramina culta vel inculta vallis ipfus riuvli ad communes vſus tantum cinium, peregrinoruns et mercatorum non vero Epiſcopi , Praepoſiti vel Magiſtri ſpecialiter reſeruauit, ad- Jiciens, vt piſcatio Rodepoir communis fit omnibus, gurguſtio fratrum faluo. To- ta vero alia Marchia omnibus tam Clericis quam Laicis in piſcationibus , paſcuis lignis cacdendis , argilla fodienda, lateribus et calce coquendis, fornace propter haec babenda, et ea quae ſunt tedis neceſſaria, Ita tamen, quod poſt hacc loca Imins- modi (talia) remaneant in communi, nec non in graminibus colligendis ad herbam; et in fodiendis alueariis apum de lignis, quae ſunt in myricis , et ad. omnem vtilita- tem aliam ſint communia« Idem quoque Legatus e2 , quae ſunt culta in ſupra didta Marchia fie in agris, five in pratis ſeu in arboribus, nec non molendina cum riunlis , ex quibus molunt, et vetera gurguſtia omnibus tam Clericis quam Laicis et Dunemundzufbur fratribus , ſicut poſſident , integra conſeruans et libera , Nlatuit, vt noua gurguſtia aut molendina inter didtos terminos fine communi conſenſu non Nant. Si qui vero ſunt Selones , vel alii intra Marchiam cenſum Magiſtro reddentes, ad communem vtilitatem reſpondeant Ciuitati , Inſula , quae Ome/era (Osmeſara) di citur , Eccleſiae ſandae Mariae integre reſeruata- Sin autem infra didam Mar- chiam alicubi dubitatio fuerit, vtrum fit locus ille cultus vel incultus, et vbi funt ar bores, vtrum ſint agri vel ſiluae incultae, ac de gurguſtiis , utrum fint noua vel veter2a , hoc totum trium juratorum ciuium arbitrio terminetur , qui eligantur a raedidtis Lpiſcopo, Praepoſito et Magiſtro. „Adicit etiam legatus praedictus , vt angulis noſiris concivibus de inculta Marcbia iceat colere vbi. et quantum volunt, ita quod odo annis integre ac libere percipiant inde frudtus , et poſimodum ad communem vſum redeant, ſi poſlant eſſe bona paſcua ſine prata, Quod ſi eflane- quiuerint, ſed agri potius , reddant cenſum exinde ciuitati, fi vere dubitetur, vtrum paſcua efle poſlint, vel fi plures forſan contenderent in eodem colere loco volentes, Pracdidtorum trium ciuium arbitrio terminetur. „De ſupra dida vero Marchia inte- ger manſus Ha/pitali Sancti Spiritus et ponterio de Redenpois dimidius eorundent trium civium arbitrio algaetur, qui ß fuerint in praemiſhis quandoque diſcordes, duorum arbitrium obſeruetur- Cum autem conciues veſlri ob praedidlas cauſlas Jaborauerint , ab his, quorum interfuerit , expenſas recipiant moderatas. Quod enim de fornace et tedis ad opus laterum eſt praediqum, ß de loco fuerit conten- tio , inter plures , vel quod non videatur ſorfitan opportunus , ſaepe didorum trium cinium ſententia decidatur, prout praemiſſa omnia in litteris ſupradidi Legati exinde confedtis perſpeximus plenius contineri- Veſlris itaque ſupplicationibus in- clinati, quod per eundem Legatum ſuper his rite ac proinde adum el, audoritate Apoſlolica confirmamus. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam no- ſtrae Confirmationis infringere, vel ei auſu temerario contraire. Si quis aufem hoc attentare pracſumſerit, indignationem omnipotentis Dei et Beatorum Petri et Pauli Apoſtolorum eins ſe noverit incurfurum. Datum Laterami II Idus Decembris Pontificatus noſtri anne, undecimo, | Sigillum penſile - Honorii Pont. P.

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Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin. 23 briefe , der bey Pfürnbere vom 1 Zul. im erſten Indictionsjahre unterſchrieben 1528 worden, ſtunden als Zeugen, der hochwürdige Biſchof Zerman von Würtz- burg, Conrad Burggraf von L]ürnberg, Fridrich von Drahendingen, - 5 von Tannenrode , Eberhard Truchſes von Waldpurg, Conrad Schenfe von Winterſt&dt, Ulrich von Truchtelineen, 4 Brüder und Ritz- ter von Grindelahe, - - genant Bindesmule, Cunrad von Berczen und andre mehr. In dieſem Jahre erhielt dieStadt Riga inrußiſcher und lateiniſcher Spra- ein herlich Handelsprivilegium , welches des Königs David in Smolensko Sohn YMcislaus im Namen der Könige von Polocz und der Buyßen in Wi- tebeck unterzeichnet hatte. Der Biſchof Albert richtete nach Masgebung der ſächſiſchen Rechte das erſte und älteſte Ritter-und Landrecht ein, deßen 67 Artikel die Biſtümer Bi- ga, Dörpt, Oeſel, Curland und die Ordensländer angiengen, ?) Es wird m 2 au 2) Dieſes älteſte Lehnrecht in Liefland befindet ſich gemeiniglich hinter der brandiſiſchen Handſchrift , und erſtreckt ſich auf obgemeldete Provinzen , ausgenommen Zarxien und Wierland, die ſich des woldemariſchen Lehnrechts bedienten. Wem der Sach- ſenſpietzel bekant iſt, kan des Abdrus von dieſem Lehnrecht entraten. Man hat ſonſt eine erweiterte Abſchrift davon in 3 Büchern , deren erſtes 33 Kapitel , das andre 40 und das 3te 28 Kap. enthält. Am vollſtändigſten iſt es, vermutlich bey Ludwitz Diez zu Roſtock , unter dem Titel in Dru> gekommen : De gemenen Stichtiſchen Rechte im Stichte van Rita, geheten dat Ridderrecht mit der Einingze unde Uthanwerdinge der Buren dorch den Zochwerdiggen unde Groihmechtitgen Sörſten unde Zeren, HScren Ülichaelem, Erzbiſchop tho Rygga unde Wol« thern van Plattenborch DEE Düdeſches Ordens tho Lyfland gemaker und verſettelt; "MDXXXFY11L as ganze Buch in 4 beſtehet aus 249 Kap. Hinten iſt angedrut : Formulare Procurarorum, Proces unde Rechtes ordenintge, Rechter arth unde Wiſe der Ridderrechre yn Liſſiande, So wol yn den Stiffren, alſe yn Zarrien unde Wirlande unde ggemennichliken ym Gebruke gver ganzem Lyflande. Wutatis mutandis. Dith bock ys yn viſf Dele ges delet, unde lerer fyn, wo me ſaken, ym rechten anvangen, middelen unde endigen, Klage unde Antroerde , unde alle andere nöditze Dinge ym rechten ſchien, formeren unde ſtellen ſchölle, unde ys ym xxrüſ jare angevantgen unde ym xxxviiſ geenditzet , unde ſe thor Prente , den Liſfländiſchen Jun« &>ern, Armen unde Riken, ok andern des Rechten , nodtroſſtig, thom be» ſten uthgeſandt, GOtt ggeve ſpne Gnade, dat recht, recht gefordert unde gerichter werde, darup de name des Heren gepriſet unde ewich gebenediert werde... Amen. Auf dem lekten Blat lieſet man: Gedrücket unde vollendet yn dem MDXXXIX yare am dorteinden Date des Herueſtmaens. Die unge- mein groſſe Seltenheit dieſes gedruckten Werkgens, hat uns den ganzen Titel abzufor- dern geſchienen, indem es an öffentlichen Orten und bey den ſorgfältigſten Liebhabern gar nicht oder höchſtſelten zu finden , die ſich daher mit bloßen Abſchriften behelfen müſſen, Der Verfaſſer dieſes Formulare Procuratorum iſt der bey uns berümt geweſene Rechtsgelehrte Dionyſius Fabri aus Poinmern, den man mit dem oban- geführten Dionyſ: Fabricius nicht verwechſeln mus, Der bekante David Zil- hen *) hat uns von der ziemlich unverſtändlichen platdeutſchen Urſchrift des lezten eine *) Da dieſer Mann, zur Zeit der königlich polniſchen Regierung, bey der Stadt Riga ſowol als dem Lande eine wichtige und verdiente Perſon vorſtellet, ſo wird es nicht undienlich ſeyn, wenn wir hier einige perſönliche Umſtände deſſelben zum voraus bemerken. David 5Zzilcben war eines Büv- „gers Sohn aus Rigg. S, Caſelii Briefe S. 234. In dem ſigismundiſchen Diploma über ſeinen Adel, heiſt ſein Vater Thomas zilchen , Tribunus , d. i. Eltermann; - die Muüter Catherine Ralb , und ſein Bruder Johannes , der Philoſophie und Arzeneikunſt Doctor, Nach zurücfgelegten Studien begab er ſich von auswärtigen Univerſitäten zu dem berümten Grosfanzler und Generalfeldherrn der Kron Polen, Johann Zamoiski von Jamoscie, der ihm 1585 nach Riga zum Oberſecretariat half, wo er nach 4 Jahren Syndicus der Stadt wur de. Hier lies er ſich unter andern rümlichen. Bemühungen ſehr angelegen ſeyn , im Conſiſtoo rio eine beſſere Einrichtung zu treffen , die Schulen in Aufnahme zu bringen, und auf eigne Kos ſten die erſte Buchdrucferey in dey Stadt 6nzulegen , worin ex dje Vormündyy » dne

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24 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, eine hochdeutſche doch ungedrukte Uberſeßung nachgelaſſen. Doch die kürzere ſowol als die erweiterte Abſchrift , wie auch des Fabri gedrucktes Stifeiſche Recht war für ein liefländiſches Ritter - und [Landrecht unzulänglich , *) weswegen sZilchen es, uns ter polniſcher Regierung auf beſſern Fuß ſeßte , der Herr Vicepräſiden? Engelbrecht von Ülengden **) aber unter ſchwediſcher Regierung anſehnlich vermehrte, Als lein 9) Nicht nur unzulänglich, ſondern es war auch theils ungerecht, „" im Jahr 1591 zum Druc befördert» Der erſte Buchdrucker zu Rigg hies Ticolaus Vollin- und das erſte Werk, ſo er ums Jahr 1588 gedruckt - war die plardeurſche Kirchenordnung, oder eigentlich die Ordnung des Kirchendienſts in Singen und Beten, wie ſie D. Brisman aus R0- nigsberg aufgeſekßet. Bey der Druckerey beſorgte Hilchen zugleich die Anlegung eines Buchla- dens- Auf jein Zureden vermachte ein Ziefländiſcher von Adel, Johann Overla>, am 23 December 1596 zu Ruſkjerwe , der kurz vorher zu Riga geſtifteten Stadrbibliothek 300 Mark rigiſch, mit der Bedingung / daß auf alle Bücher , die von dieſem Gelde würden gekauft wer- den , des Teſtatoris Overla>s Name zum ewigen Gedächtnis gedruet werde. Hieruber ward Hilchen zum Teſtamentarius verordnet. Der König von Polen, der die Geſchiflichkeit dieſes Syadici erkanre, gab ihm den Titel ſeines Seeretarii , brauchte ihn in Geſandſchaften; und ernenuete ihn zum Landſchreiber des wendenſchen Diſtrikts, wie er denn auch als Mitcom» miſſarius und Sefkretair der groſſen Commißion in Hjefland 1599 zur Reviſion der Güter bei- wohnre. Er erhielt ſchon 159x am 2 Zenner für ſich, ſeine Eltern und Bruder,das Adelsdiplo» ma , worinne thm das Iamonciſche Wapen, nemlich drey goldene Lanzen oder Spieſſe im rotyen Felde , verliehen wurden, worunter 2 freuzweis liegen und die Spißen in die Höhe kehren , det dritte aber mit niedergeſenkter Spike mitten hindurch gehet« Der König ſchenkte ihm aus beſon- drer Gnade auf dieſen Schild noch einen gekrönten ofnen Ritterhelm, worauf ſich ein Pfauen- ſchwanz in ſeinen natürlichen Farben ausbreitet. Solc<e Huld bey ſeinem Könige muſte nothwendig bey einigen Verdacht und Misgunſterwecken. Das handſchriftliche Tagebuch der vorer? wehnten groſſen Commißion führet unter dem 24 April eine artige Begebenheit an. Ein gewiſs» ſer Paul Spande hatte ilchen in einem Gedicht Sacro-Sanfum Regis Polonia legatum beti- telt. Hilchens Feinde gaben vor , der Dichter habe dieſen Titel auf ſeines Gönners Begehren ſo hinſchreiben müſſen. Spancke wurde vor die Commißion gefordert, daer jenen entſchuldigte, . und ſich auf das Geſandtenrecht berief, nach welchem alle Gefandten ſacro - ſan&i wären» In Rig3 war der Burgemeiſter LTicolaus Eed das Haupt einer Gegenparthey, zu der ſich auch der Viceſyndicus , Jacob Godeman, ſchlug, ob er gleich ſeine Erhebung zu dieſem wichtigen Po- ſten Hilchens Empfelung zu danken hatte. Als Zilchen einsmals dieſem Godeman in der Vorburg zu Pferde begegnete , hieb er mit der Spikbgerte nach demſelben. Dieſe Hike zerſterete nicht allein HZilchens eigenes Glück , ſondern auch ſeines Schwiegervaters, des Herrn Burgemeiſter Franz ereuſtädts» In Rigg brachte man 15 Klagpunkte zuſammen, nach welchen Hilchen die Ma- jeſtatem Senatus rigenfis (ſo war der eigentliche Ausdruk), die Privilegien der Stadt und das gemeine Weſen beleidiget hatte. Weil ſich Hilchen nach Polen gewandt, ſo wurde er aufm Rath» hauſe pro contumaci erkläret, ihm der Hals abgeſprochen , und er für vogelfrey erflaret. Auch der Scharfrichter muſte in Hilcbens Namen dem Syndico Gooeman Abbitte thun, und ſich aufs Maul ſchlagen. Die- Specicm fatti von der ganzen Sache lies Zilchen 1605 zu Cracau in 4, in einer flieſſenden und beſcheidenen lateiniſchen Schreibart der Welt um Dru vorlegen. Die Urſchrift hat die Aufſchrift : Clyperts innocentiae et veritaris 3 die deutſche Überſeßung aber: Gegenwehr der Unſchuld und Warheit wider Jace. Godeman 2c. Da man ſich in Riga alle Mühe gab, dieſe Bläter zu unterdrücken , ſo iſt leicht zu erachten , daß ſie ungemein ſelten und beinahe unſichtbar geworden. Man ſuchte in Polen dieſen Händeln abzuhelfen , allein mit ſchlechtem Fortgang. Simon Stargoolski führet Hilchen mit unter den Eloguüs et vitis centum illuſtrium Po/on/42 Scriptorum an, meldet aber deſſen Tod ein Jahr zu früh. Chyp- träus hat von ihm viel liefländiſche Nachrichten zur Verbeſſerung ſeiner neuern Ausgaben erhals ten, ihm auch das 30 Buch ſeiner Hiſtorien zugeeignet. Sein feuriges Temperament erſiehet matz über dem aus einem alten Tagebnche , da er am 22 October 1589 Ticlas Fi>ens Frau auf öffentlicher Gaſſe die Müße vom Kopfe herunter geſchlagen. Es iſt auch um jeinetwillen Häat» tbias Treiden am 12 Junii 1591 von dem Bedienten des dörptiſchen Caſtellans ZenieE erſchoſs ſen warden , als Treiden nach Zilchen zu ſchieſſen gedrohet harte. Nach vielem Kammer und Verdrus, den auch ſein Schwiegervater Herr Leuſtädt mit empfinden muſte , weil ihm als Bürgen das Seinige ſequeſtriret und der Rathsſtuhl verboten wor , ſchafte ihm der Tod 1669 im 49 Jahre ſeines Alters auf einmal Ruhe. Er ſchrieb und ſprach fertig Latein , in welcher Sprache er auch, bey ſeiner Durchreiſe durch Roſko>, an die daſelbſt ſtudirende Liefländer eine wolgeſelte Rede auf des Chyträus Catheder gehalten, und ſie zum Fleis in ihren Studien ver? mayer und aufgemuntert. Seiner Geſchiflichkelt balber wurde ihm 1599 von der groſſen Com- mißion das Landrecht zu verfaſſen aufgetragen. Vid. Diarium Commiſlionis Manuſcript p- 68» it. Relation, p+ 7- theils und hauptſächlich aber auf neue öret Lib, If tit. 17, Zeiten nicht anzuwenden. Unter die vielen Merkwürdigkeiten deſſelben geh: R f: Was ich geredet, daß der Adel das Halsgericht habe, und tit. 44 ver ſonderliche Wiederru hab ich gelogen wie ein Hund, Dieſer Engelbrecht ſt von dem Generalmajor, Landrath und Obriſien der liefländiſchen Ritterfahne, Herrn Guſtav von Mengden, zu unterſcheiden- Lekterer muſte ſich x579 wegen einer uwalücklichen Begebenheit verborgen halten , in welcher Einſamkeit er uns die ſchönen Sontagsgedantken eines Chriſten, ſo ſich:an GOtt VerMietbet, und den verfolgten, ervetreren nnd lobſingenden Duvid ix deutſche Verſe gebracht. Das erſtere find Lieder über die Evangelia, bas ws 1 hig»

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Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin, 25 lein beide Verbeſſerungen ſind noch nicht zu der Reife und Vollkommenheit gediehen, 1228 daß ſie in öffentlichen Druc hätten erſcheinen können. Zur Befriedigung der Neu, begierde, unſrer Leſer wollen wir, einige merkwürdige Stellen aus der mitleen Abſchrife hier beibringen, weil ſelbige ſo gar von Fabrt das landläufige Recht genant wird, Wobey wir das alte gebrochene LTiederdeutſch ſv viel als thunlich , mit neuern deuts ſchen Worten zu beſſerer Verſtändlichkeit ausdrucen. Auszug der merkwürdigen Stellen 'gus des dritten Biſchofs Alberts Liefländiſchem Ritterreichte nach der volftändigern Abſchrift, Das erſte Buch. Wm ein Biſchof erkoren oder beſtätiget wird, auch der Lande und Schlöſſer 1 Kapitel, mächtig iſt, und darein komt, ſo iſt ein jeder von Adel und Eingeſeſſener des Stifts pflichtig, ſein Lehn zu empfahen, innerhalb Jahr und Tag, das iſt 1 Jahr und 6 Wochen , ſo ferne es ihm wiſſentlich iſt. Nachdem das Chriſtenchum in Liefland gelegen innerhalb der Heidenſchaft der 2 Kay, Reuſſen , Littauer und Carelen, und der Adel und Eingeſeſſene des Stifis wehren und beſchüßen ſollen, auf, ihre eigene Koſt ; werden ſie gefangen , ſie müſſen ſich ſeibſt löſen 3 verlieren ſie ihre Habe, ſie tragen den Schaden. Wenn ein Stiftmann geſinnet iſt, ſein Gut zu empfangen von ſeinem Herrn , ſo 3 Kap, ſpricht er alſo: Gnädiger Herr , ich geſinne an Ew, Gnaden ſolchen Gutes meines väterlichen Erbes oder gekauften Kaufes , als ich an Ew, Gnaden gebracht habe , und bitte Ew. Gnaden zum erſten , andern und drittenmale daſſelbe mir und meinen Erben zu verleihen. Enthält die Rechte der geſamten Hand, : 7u.2 Kap. Hat eine Frau ein Kind, daß ſie bezeugen mag ſelbſt dritte, daß es die 4 Wände 9 Kap, beſchrien , ſo iſt alle Wiedergabe , das iſt die Morgengabe , todt, Die Erben mögen ſowol bewerben an der Witfrauen Gut vor dem Mondfeſt , da- 13 Kap, mit bewehret werde, daß nichts verloren werde, das Jhnen anfallen mag; mit Ih- rem Rath ſoll auch die Witfrau Begräbnis und Mondfeſt begehen, anders ſollen aber die Erben keine Gewalt haben bis an das Mondfeſt, Ritter Heerweide iſt das beſte Pferd mit dem Sattel , zweier Knechte Pferde mit 14 Kap. den Satteln und Zäumen, und alles was man pfleget datauf zu fähren , auch alle die Waffen , die der Ritter pflegte an ſeinem Leibe zu füren. Wo 2 oder 3 Mann zur Heerweide geboren ſind , der älteſte nimt das Schwerd zuvor , das andre theilen ſie gleich unter ſich. Nach der Heerweide ſoll man die Muß theilen, Zum Mußtheil gehören alle Speiſen, 15 Kop. die der Mann in ſeiner Gewehr hat, oder einig Mann von ſeinetwegen im Haus und Hofe, nemlich Fleiſch , grün oder treuge Schmeer, Schmalz , alles geba>ene Brod, allerley Getränke, alle Küchenſpeiſe , als Erbſen , Bohnen, Grüße , Seuf „ deutſche Heringe , Bücklinge , Stockfiſch , Butter , Eyer , Käſe, alle Motken , Oele, Zwies beln, Knoblauch, Rüben, alles gebrochene Obſt, alle Kräuter gemalen oder gebrochen, Honig, Laduaria, Feigen, Roſinen, Mandeln, Reiß und alles was manlich eſſen odir trinfen mag „' roh oder gar , das man nicht aus der Erden graben darf, oder von den Bäumen pflücken, und darneben gehören dazu alle Maſtſchweine, nicht mehr ge- höret zum Mußtheil, Wird ein Man mit Recht von ſeinem Weibe geſchieden , ſo ſollen ſie zu Recht thei- 17 Kap, len, was ſie haben halb und halb , und da ſie ohne Untugend von ihrem Manne geſchie- den würde, ſo behält ſie, was ſie zu ihm gebracht hat, und er behält das ſeine , und wenn ſie getheilet iſt von ihrem Manne, oder nach ihres Mannes Tode, ſo mag ihr Fein Lehn8gut mehr anfallen. Daſſelbe geſchicht auch einem Pfaffen, wenn der von ſeinen Brüdern abgetheilet iſt. | lles wohlgerathene Ueberſeßung aller Pſalmen Davids, wo über etlichen eine eigene Singatt in No» ten ſtehet. Dieſe Poeſien ſind voller Andacht und beweglicher Ausdrücke , die Gedanken lebhaft, die Reime rein, das Sylbenmas und die Worrfügung nach ihrer Zeit beſſer ais man vermuthen ſolte: Beide ſind zu Riga bey Georg rattbias Lrollern, 1686 in 8 zujammen gedruckt, G

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21 Kap, 22 Kap, 25 Kap. 27 Kap. 30 Kappe 31 Kas 1 Kap« 5 Kay. 6 Kap: 25 Kay, 26 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmäſter, “ Alles gewonnene Gut und fahrende Haabe mag ein Mannt-vörgeben „'ohneſeiner Erben Volwort, dieweil er ſo mächtig iſt, daß er auf ein-Pferd ſißen mag vonzeinen? Stein oder Stoke, der Knies hoch iſt, daß man ihm das Pferd und den Steigriemen halte, wenn er aber daſſelbe nicht mehr thun kan, ſo mag er weder vergeben, noch verlaſſen oder lehnen, Ohne des Herrn Urlaub mag ein-Mann vergeben oder verkaufen oder verjehnen ſein Gut, wenn er nur behält einen halben Haen Landes und ſo viel Hofes , da man einen Wagen innen kehren mag /'davon er ſeinem Herren möge Eides pflegen , der ſo vermögen iſt," daß er mit"guter Leute Hülfe auf ein Pferd ſien möge und reiten , wo- hin er Gewerbe hat, g keibzucht kan den Frauen noch' Jungfrauen noch Pfaffen kein Mann brechen , kein Vetter , noch geborner Freund; oder Erbe, noch einig Mann, darauf das Gut verſtir- bet , ſie verbrechens denn ſelber, alſo daß ſie die Obſtbäume oder Maulbeerbäume *) abhieben , oder Mahlſteine. verdürben, oder Leute vom Gute verwieſen , die-jüm, Gute geboren ſeyn, oder in welche Weiſe ſie ihre Leibzucht. nicht in ihrer Würde lieſſen. Der Pfaf. theilet mit den Kindern und nicht der Mönch , der unter ſeinen Jahren in die Kappen kommen iſt, auch mag der Mönch kein Lehngut beſißen. Will der Biſchof ſeinen Mann verklagen um Lehngut, und iſt der Mann zur Änt- wort , er gewinnet 6 Wochen Zeit, verklaget er ihn aber um andre Sachen , ſo ywß er alſobald antvorten, iſt auch ein Mann nicht zur Antwort, ſo leget man ihm ſeine Ta« ge zu 3 malen und 14 Nächte, ob er im Stifte wonhaftig it, und zu entbieten ihm die Tage in ſein Haus .mit wahren Worten zu zeugen; wohnet er aber auſſerhalb des Stifts, ſo lege man ihm 6 Wochen zu 3 malen, und entbiete“ihm die Tage in ſein Haus oder Gat , komt er denn nicht, ſo bricht er drey Wetten öder Brüche , das ſind 65 Schilling. zie Wettet oder bricht ein Mann vor Gerichte , das ſoll er bezahlen bei ſcheinendex Sonnen, thut er das nicht, ſo ſteige die Wette oder Bruche 3 Tage, den erſten Tag 2 Pfund , den andern Tag 4 Pf. den 3ten Tag 8 Pf. und nicht höher, ſo leget ihn der Richter 3 mal über 14 Nacht , entrichtet er denn nicht, ſo pfändet der Richter aus ſel- nem Hofe und Gut, und w9'er des ſeinen etwas findet. Wer ein unrecht Urtheil fin- det, das iſt x Pf, und wer ein recht Urtheil ſchilt, das ſind 2 Pf, Das andre Buch. Wird ein Kind geboren ſtum, blind , Handlos oder Fußlos, das iſt wol Erbe zu Rechte , hat auch ein Mannslehn empfangen, ehe er dieſe Gebrechen gehabt , ſein Lehn verleuret er damit nicht, aber auf den ausſäßigen Mann ſtirbet noch Zehn noch Erbe. Hat er aber das Lehn vor ſolcher Krankheit empfangen , und wird darnach krank, er verleuret es damit niht. Der Pfaf nimt gleiches Theil mit den Brüdern und Schweſtern in Erb und eigen, es iſt aber keiner ein Pfaf, er ſey denn gelehrt und geordneter Thumbpfaf, 1.50 Der mit Diebſtal oder Raub , mit Morden, mit Kirchenbrechen, mit Verrätherey oder mit Gift und Zauberey einmal vor Gerichte verklaget und überwunden worden, und dafür gebüſſet hat, wird er darnach anderswo ſolcher Laſter beſc<huldiget, er mag mit ſeinem Eide nicht unſchuldig werden. Wer den andern wundet oder tödtet , und ihn gefangen vor Gericht füret, und für einen Friedbrecher bereden wil , mag er das nicht volfüren, ſo iſt er ſelbſt des Unge- richts , ſo er hat an ihm gethan, überwunden , und obgleich der Mann ein Spill» mann oder Unrechtgeborner ſey, ſo iſt er darum kein Räuber oder Diebsgenos. Welcher Mann nicht alſobald und unverwandtes Fuſſes ein Urtheil, das ihm an» frift, ſchilt, wenn mans ausſpricht vor Gerichte , des Urtheil mus ſtets bleiben. Vier Sachen ſind die echte Noth heiſſen? x) Gefängnis, 2) Krankheit, 3) Ver- dienſtung ſeines Gutes und 4) auſſer Landes. 4 Wer ein Weib unwiſſend nimt , die ihm nicht gebüret mit Recht, oder haben muß nach Rechte , und haben Kinder zuſammen, werden ſie darnach geſchieden mit Recht, es ſchadet den Kindern an ihrem Rechte nicht / die geboren ſind vor der Scheidung, ſowol auch dem, das die Mutter träget. x Wozweene Männer ein Erbe aufnehmen , und aufböhren ſollen, das ſoi der älte- ſte legen und der jüngſte kieſen, Sind ihrer aber mehr als zween, ſo theilen ſie nach dem 2008, ' Wer *) Maulbeerbäume find nicht Mori, noch auch diejenige Art von Erdbeeren, welche bei uns Maulbex- ven heiſſen , und auf der Erde wachſen, ſondern Obſtbäume, Flori ſind nicht in Siefiand,

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Biſch.'Albert." zur Zeit der Regierung des Volquins, 27 Wer Schuld fordert vor Gericht auf. einen Mann. der nicht zahlen noch Bürge ſeven kan, der Richter ſol dem Kläger den Mann. ausantworten, für das Geld, den ,9 &g ſol er halten gleich ſeinem Geſinde mit Speiſe und Arbeit, Wil er ihn in eine Helde, T das mag er thun, anders aber mag er ihn nicht peinigen, Singende oder krümmende Stägelwiede, Jächthunde , Bracken mag man gelten 35 Fay mit einem ihres. gleichen , die ſo gut ſeyn als die:andern, ob man es bey ſeinem Eide " erhält. FEN zwey zankende Dörfer wegen ihrer Scheidung. gleich rechte Gewehr an der 36 Kay zwiſtigen Scheidung, ſo frage :män das.Eiſen drauf, wem es denn GOtt giebt , der behalte es; bleiben, ſie aber beide unſchamſieret , ſo heile man das Land , brennen ſie aber beide , ſo ſol man auch das Land theilen, Kriegt ein Mann in der Gemeinheit Eigenthum zu ſich, und vernehme, daß dieje- 37 Kap- nigen, ſo zu der Gemeinheit gehören, ſie ſeyn -näher ihre Gemeinheit zu behalten mit 7 geſchwoenen Eiden , denn der andre, wil aber derienige das heiſſe Eiſen tragen, das mag er thun, gewinnet ers, die 7 geben ihm.1 Maxk Silbers, Das. dritte Buch. Ein Dieb der eines Ferdinges werth , (das iſt 4 Mark, ) ſtielt, den ſol man hen- x Kap, Fenz ſtielt er aber unter eines Ferdinges werth , man ſol ihn zeichnen in den Backen mit einem heiſſen Eiſen, ein Ohr abſchneiden oder zur Staupe ſchlagen, er büſſe es denn mit 6 Maitk Landguts. Stielt „einer auf. einer Burg, oder in einer Kirchen, in einer Mühlen, oder in einer Badſtuben, das ein Loth Silbers werth iſt, das iſt der Galgen, Wird einer zum drittenmale .Diebſtals belanget vor Gerichte , und hat ſich erſt zweimal lo8geſchworen, ſo muß er ſich reinigen mit" heiſſem Eiſen , aber der Kläger ſol es mit ſeinem Eide bekräftigen , daß es nicht geſchehe durch Haß oder andrer Sa- hen Pillen, ſondern allein durch Verluſt ſeines Gutes. Brennet er ſich, man ſol ihn henben, bleibet er aber unverleßt, der Kläger ſol ihm geben ein Mark Silbers für ſein Ungemach, i Daſſelbe Recht geht auch über unrechte Maſſe, unrecht Gewicht und unrecht Kauf, ob man ſolches bey ihm ſindet , denn ſie ſind Diebe allen Leuten, Item alle Mörder, und die den Pflug, Mühlen, Kirchen oder Kirc<höfe berau« ben, auch Verräter , Mordbrenner , und die in Botſchaften ihres Herrn ihren From- men werben, und nicht ihres Herrn, die ſol man alle rädern. Jſt es aber ein Pfaf, der ſolche Laſter begangen, den ſol man verbrennen, Welch Chriſtenmann ungläubig iſt, oder mit Zauberey umgehet, oder mit Gift, 2 Kap, und wird des überwunden, «den ſoi ':man auf einem Heerde brennen, Schläget ein Stiftemann den andern tod, er ſol weichen Jahr und Tag aus dem 4 Kap. Stifte , ſo gebe er dem Biſchof 13 Ferding und 4 ODehr , und lege die Sache ab, ſo er mag, mag er aber nicht, ſo trage er die Fehde, Der Biſchof mag ſeine weltliche Mannen nicht bannen um weltliche Sachen, er verfolge denn die Sache mit weltlichem Rechte, weil er das weltliche mit im Geiſtli- <en hat. Wenn ein Mann an ſeinem Maul, Naſen, Ohren, Zunge oder an ſeiner Mann- 6 Kap. heit, Hand oder Fuß beſchädiget wird , das ſol man. beſſern mit einer halben Mann Buſſe. Wer dem andern den Daumen abſchlägt, der ſol geben 6 Mark Landsgut, für den Finger nechſt dem Daumen 5 Mark, für den mittelſten Finger 4 Mark, für den Finger nechſt dem, 3 Mark, für den kleinſten Finger 2 Mark, Daſſelbe Recht haben die Zähne auch , nemlich wer dem andern eine Kufe oder Bakenzahn ausſchlägt, der ſol ihm geben 6 Mark Landguts , für der förderſten einen 3 Mark. Welch Mann einen andern wundet, daß man Knochen findet , der ſol für das erſte, das daraus würde gezogen, 6 Mark Landguts, und für das andre 7 Mark, und ſo fort bis auf zo Mark geben, und nicht höher, x Welch Mann herberget oder ſpeiſet öffentlich einen friedloſen Mann, der iſt fried- x Kap, los gleich ihm, Man mag auch keinen friedlofen Mann überwinden in einem andern Gerichte. Wer einen Friedbrecher;tddtet- oder wundet, der bleibet des ohne Wandel, ob er 1 Kap, das ſelb 7 bezeugen kan, daß es auf der Flucht geſchehen ſey« Man ſol kein Weib richten , das ein lebendig. Kind träget , höher denn zu Haut 12 Kap- und Haren 3 auch rechte Thoren und ſinloſe Leute ſol man nicht richten , wenn ſie Schaden chun, oder jemand beſchädigen „ ihre Vormünder aber ſollens gelten. ' G 2 Wer

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Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, “ 3228 äuch'die Verfauſſng-des-weltlichen Bauerrechts zugeſchrieben 1 Wie ſolches von detz x3 Kap. 17 Kap. 23 Kay» 25 Kp» 26 KäP- 23 Kap» - das Vieh gelten „als ſein Wehrgeld iſt. älteſten Liven für Burgrecht gehalten worden 9). Zu welcher Zeit äber das"älte geſchrie: Wer da fähret über eines Mannes A>er , der“ beſäet iſt, oder Wieſe, die ungee mehet iſt, der ſol geben für ein jeglich Rad ein Dehr , das iſt.3 Schilling, reitet er aber , eine Dertning , das iſt noch ſo viel, Webhrt er ſich, ob man ihn pfänden wolte, das ſol er beſſern mit einer Matk Landesgut:" : Wer Holz hauet , Gras mähet , oder fiſchet in eines andern Waſſer , ein ieder wage ſeine Brüche , iſt ein Mark Landesgutz den Schaben gilt er nach Rechte 3 fiſchet er aber Teiche , die gegraben ſeyn , oder hauet Holz, das geſeßet iſt, oder Bäume, die Früchte tragen , oder bricht ſein Obſt , oder 'hauet er“ Maulbeerbäume ab , oder gräbet er aus, die zu Markſteinen geſeßet ſeyn, oder hauet Honigbäume ab; er mus 9 Matk Landesgut geben; den Schaden gilt er'nach Rechten. Ob iemand ſchieſſet oder wirft einen Menſchen oder Vieh, als er ſchieſſet oder räh« met nach einem Vogel, oder anders wornach , hierum urtheilet man ſeinen Leib nicht, noch ſeine Geſundheit, ob der Menſch gleich ſtirbet , aber er mus den Menſchen oder Hänget der Hopfen über den Zaun, wer im Hofe die Wurzel hat , der greife zum Zaune aufs höchſte er ran, und ziehe den Hopfen , was ihm folget, das iſt ſein, was nmachbleibet , das iſt ſeines nechſten Nachbarn, Der im Rechten verklaget wird, der mus nicht mehr als ſelb 7te vor Gerichte kommen, und die ſollen keine andre Waffen bey ſich haben denn Schwerter. Schlägt ein Mann ein Kind tod, er ſol ſein vol Wehrgeld geben. Schlägt aber ein Mann ein Kind mit Rufen , oder ruſt ers durch ſeine Miſſethat , er bleibt des ohne Wandel , ſo fern ers halten wil mit ſeinem Eide, daß ers nicht anders uy Miſſethat ' geſchlagen. Welch Mann einen Hund hat, der glupende beiſſet , einen zamen Bären, Wolf oder Fuchs, was die Schaden thun, das ſol er gelten. Ju gemeinen Tagen und Frieden , den der Landesherr gebeut , ſoll niemand andre Waffen führen, denn alleine Schwerter , und daſſelbe nur ſeine Dienſtmanne. Alle, die darüber Waffen führen , ſollen wetten auf die höchſte Wette; Waffen ſol man wel führen, wenn man dem Gerufte folgt ; und demſelben folgen von rechtswegen alle, die zu ihren Jahren kommen feyn, ſo ferne, daß ſie ein Schwert führen mögen, es entſchuldige ſie denn rechte Noth. Obſexrvat. [. Da in der älteſten Abſchrift 6. 10 dem Biſchof das nähere Recht in den Gütern der ges» ſamten Hand zuerkant , und 6 26 Man oder Frau kein Gut ohne des Herrn Volwort zu ver» kaufen oder zu verſeßen befugt iſtz dieſe Einſchränkung aber in der neuen Ausgabe dieſer Rechte vo dem Erzbiſchof Michael und dem Heermeiſter Plattenberg weggelaſſen worden, ſo iſt die Veräu- ſerung der Lehnsgüter in Liefland ohne Zweifel in freye Wilkähr geſtellet worden. Aus dem 67 oder letzten 6 ſiehet man auch , daß die im erſten Theil beim Jahr 1222 not e) und *) vorkom: mende Waypen oder Deiken ein deutſches, Wort ſey, das die Eſten nur angenommen , im Deute ſchen aber Wepen heiſſe und zum Heergeweide gerechnet werde. Dbſervat. II. Die in vorigen Geſeßzen-beniemten Strafgelder haben nach Ausſage der älteſten Brief» ſchaften folgende Stufen gehabt. Ein Pfund macht 32 Loth Silber; ein Ferding als ein viertel Pfund 8 Loth oder 4 Mark Landgut, eine Mark Landgut 2 Loth- Die Manbaſſe für einen unvor» ſeßlichen Todſchlag an einem Bauer wurde mit 40 Mark oder 89 Loth reines Silbers vergolten, davon ein Theil der Kirche , der andere Theil dem Gerichte" und das Drittel den nechſten Anver- wandten des Entleibten zufiel. Uiiter Deurſchen und Freileuten ward das Söhnegeld verdoppelt und 160 Loth Silber erleget. Die Ritterſchaft hat nie eine Taxe gehabt , ſondery jeder hat jeine Manbuſſe zur Verſönung nach Gutbefindon der Anverwandten erlegen müſſen. Als mit der Zeit die Marke gefallen und deren 40 etwan 10 Lorh Silber betrugen, iſt dieſe Geſesordnung vieten Midbräuchen unterworfen geweſen , welchen die nachherigen Landesverfaſſungen endlich abgeholfette q) Von dieſem Rechte der alten Liven, theilen wir in voriger Schreibart hier die ganze Abſchrift mit. Des weltliche Bauerrecht , wie es von den älteſten Liven vor Burgrecht gehalten, und von den Biſchöfen in Liefland beſtätiget und genehmiget worden. Wenn einer dem andern ein Auge ausſchläget aus dem Haupte , derſelbige Schlä- ger hat im Rechten verbohret o - 20 Mark ſtiftiſcher Münze. Eine Hand ab „ - 26 . » Ein Fuß ab - ; o 20 - .. Ein Daumen ab D iſt ... 5:21 499 5.8 “ Den

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Biſch. Albert. + zur Zeit der Regierung des Volqtin +29 Den mittelſten Finger ab iſt * 4 Mark ſtiftiſcher Münze. Den 4ten Finger ab - o 3 E u Den 5ten und kleinſten Finger B 3 » » Wer einen Todſchlag gethan, hat im Rechten verbohret 40 - P ſo ferne er zu der Verſönung mag kommen. So ein Mann den andern vor einen Dieb anſpricht, derjenige der angeſprochen wird, mag ſich des entgehen mit ſeinem Eide, ſo er ihm das übergehen wil, der ſol ihm das überzeugen mit 3 glaubwürdigen unberüchtigten Männern, Wer den andern verwundet mit einem Stoc> oder mit einem Meſſer , der hat verbohret - Mit einem Schwerte 3 o Mit einem Brodmeſſer [] . Mit einem Speer - - Mit einem Beil M 30860 Wer einer Frauen Namen ſchwächet, daß ſie bezeugen kan mit 3 glaubwürdigen Männern , iſt den Hals ab. Wer ſeinem Herrn den Zehnden ſtielt, verbohret 20 o baer ſonſt iſt auch der Hals ab. ) So einer des andern Röhde fället, hat verbohree 9 D N Wer des andern Peener oder Miſta>er umhaet 9 „ 2 Wenn einer einen Peener zum Felda>ker haet - 9 | e Wer dem Herrn die Scheidung ſtielt , iſt Hals ab Schieſſet der eine des andern Queck , oder wird es ihm ge- nommen aus ſeinem Stalle, ſo iſt es ' - 9 o H wird es ihm genommen aus ſeinem Hofe - 6 . " Wenn ein Mann das Queck vom Aer gebracht hat , wird es ihm denn entwältiget, iſt - - 9 Wird ihm das Queck entwältiget auf ſeinem Aer, it 138 - - Eine Wunde im Antliß iſt - - 6 Auer - und das dritte Theil komt der Herſchaft zu Eine Blaue auſer den Haaren im Antliß, iſt - 3 N - Wer den andern beiſſet , er mag beiſſen mit vier Zähnen, einen jeglichen Zahn ſol er löſen mit - 4 . “ oder man ſol ihm die Zähne ausſchlagen. Eine blaue Wunde“, die gedecft iſt unter den Kleidern, 4 ] 2 Eine Blutwunde unter den Kleidern iſt - x . „ Eine blaue auf. dem Haupte iſt - [ o FS Wer den andern ermordet , ſol aufs Rad, Einen Keßzer und Zauberer ſol man brennen, I des Herrn Gebot verſißet, iſt die Staupe oder der als. Wer den andern beleugt , und kan es ihm nicht wahr ma- <en , iſt die Staupe. Wer den andern hilft zeugen von Gewonheit wegen, und das nicht volbringen kan , iſt - Es ſey denn Sache, daß ers mit ſeinem Eide und Recht erhalten wil , als ſichs gehöret. Wer unrechte Klage vorbringet, und einem andern Schaden thun wil , iſt - B - x „ - Wer der Herrſchaft ein Fuder Heu ſtielt, das ſol er bezahlen, und darüber der Herrſchaft geben , als viel er geſtolen 3 B . Wer den andern beraubet auf: dem Wege auf ſechs Pfennig werth, der ſol bezahlen und wiedergeben . 40 2 - Ja der Stube und in der Kirche iſt desgleichen , ſonſt iſt der Hals ab. Ein Ding , das eins vertragen und gerichtet iſt, komts zum andernmal vor die Herrſchaft, iſts 1 Ziehet der Miethknecht vor der Zeit von ſeinem Herrn, ſo ſoi er ſeinen Lohn verlohren haben , und ſol nichts ſeyn die Zeit , die er ſeinem Herrn gedienet hat. ».»wWaoyrFuvv * 5 2%.» » “DAnn a m x - [] . Des-

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30 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, * 1228 geſchriebene Stadtrecht -) eingeführet ſey, 1äſt ſich ſo wenig mit Gewisheit fager) Degaleichen its auch mit.der Dienſtmagd zu halten, Was man für einen Todſchla3 und Wunde. giebt, iſt. dasdritte Theil der Herrſchaft, und zwey Theile, dem Klä- ger, dem die Sache angehet. Was man beſſert für Gewalt und Richtigkeit, iſt der. Herre Von dieſen Geſeßen hat man mancherley Abſchriften, die aber der Ordnung, des «Strafgeldern, und den AusdrüFen nach ſich unterſcheiden, Wir haben dieſe aus einem öffentlichen Ortez die älteſten haben ſo unleſerlich. und unverſtändlich deutſch , daß wir eine neue Uberſeßung hinzu fügen müſten« Die Marken machen in noch nicht ſehr alten Berechnungen viele Schwierigkeiten , indem ſie in dem 16 und 17 Jahrh. von 3 bis gegen 40 auf einen Reichsthaler geſprungen. Doch müſſen die älteſten Marke an Silber ein gut Pfund gehalten haben , weil die Oeſeringe , die einer halben Mark gleich kamen , das ſind-die groſſen aus dichterh Silber verfertigten runden Schnallen, womit die reichen Bäuerinnen ihre Wepen auf der Bruſt feſt machen, und nun ſchon ziemlich zur altväteriſchen Tracht gehören, ein halb Pfund und mehr an Gewichte betragen. In einer bey dem Archiv befindlichen weitläuftigen Nachricht von der alten lief: ländiſchen Münzvaleur, aus der der Herr Landrath v. Ccymern einen Auszug bey Lin Theatridion druen laſſen , findet ſich noch am Ende dieſer Werth : z Mark Goldes iſt nach alter rigiſcher Gewonheit 8 Mark Rigiſch oder 8 Rehlr. x Mark Silber - 4 „ - 24 x Dehr - - - 3 ßl. 3 Nagak - N - 2, a Dertgen *) » 87 alen 3 Pfennige machen einen Schilling | Der groſſen Gilde in Riga Morgengabe iſt 60 Mark löthig a 4 Rehlr, » 240 Rthlr) - fleinen Gilde . . 490 9 » 34N<lr. - 160 Rhlr, 7) Das alte geſchriebene Stadtrecht iſt in 11 Büchern verfaſſet, deren Rubri?, Menius S, 6richtig angiebt. Es]war auch in der Stadt Dörpr eingefüret , iſt aber niemals in Druck gekommen , auſer daß das 7 Buch, unter dem Titel einer Vormünder- Ord- nung in 60 Artikeln , etwas erweitert bey Llic. Wollin 1591 gedruckt ans Licht ges kreten, und zum andernmal 1687 zu Riga durch LYIöllern wieder abgedruckt worden, bey welcher andern Auflage man doch die Vorrede vermiſſet. Um der Hiſtorie willen, wollen wir unſern Leſern aus den übrigen xo Büchern etliche Artikel ausſuchen , die für andern etwas Seltenes an ſich haben. 1 Buch, Wenn ein Mann einen Kauf ſchließt, und einen In emtione fi arrhz per 17 Kap. Gottespfennig darauf giebet, und wird der Kauf modem retineantur, poe- nicht wiederrufen deſſelben Tages , und behält den Got- nitere non licet, exceptis tespfennig über Nacht , ſo ſol der Kauf ſtets bleiben zu quis vitiols , qui intra beiden Seiten, Es ſey denn , daß ein Pferd ſtaar- odiduum reſiituantur. blind oder hauptſichtig ſey , alsdenn mags ein Mann wol wiedergeben innerhalb 8 Tagen. 26 Kap- So einem Rathmanne geboten wird von dem Senatores a Conſulibus Bürgermeiſter zu Botſchaften oder zu andern Sa- Vocati obtemperent, <hen, als gen Dünemünde oder dergleichen, binnen der Stadts8marke , und thut er das nicht, ſo ſol er das beſ- ſern mit 3 Mark Silbers. 2 Buch, Ein Vorſprach ſol haben 6 ODehr , daß er einen Mann an-ſeinem Leibe 3 Kap« ſpricht , und 4 an ſeiner Geſundheit , und von einer ſchlechten Klage 4 Pfennige Läbiſch, Wird aber ein Urtel beſcholten aufs Haus , davon ſol:er haben ein Oehr. 3 Buch, Es mag ſich niemand entſchuldigen um Klage mit den Leuten , die mſt am 3 Kap, Flooke und am Farde wehren; es mag auf den andern niemand zeugen, auf einige Handſache von Schuld, mit dein, der ſein Compan daran iſt, oder dem die Sache mit angehet. x Buch, So ein Mann oder Weibsperſon in ein geiſtlich Leben gegeben wird , und 19 Kap. Gehorſam thut, die mag kein Erbe aufböhren , oder fahrende Habe , es wäre ihm denn gegeben mit Willen. Ein x) Daß dieſe Oertgen die ehmals ſogenanten Artte oder Artige ſeyn, hat ſchon Herr Caſpar von Con- mern S. 137 aus alten Berechnungen erwieſen,

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Biſch.- Albert, | zur Zeit der Regierung des Volquin, "3 „Ein Knecht oder Magd mag ihres verdienten Lohns inen Ferding auf die 1228 Heiligen behalten, von ihren Herren oder Frauen , können ſie ihnen beweiſen, daß ſie 6 Buch, ihnen wol gedienet haben. - 8Kap, So ein Mann begriffen wird mit falſc<er Münze, das ſich erſtrecket auf 2 Ochr 8 Buch, oder mehr, der"ſol/der' Stadt Zeben xr'Mark Silber.“ Iſt des fälſchen ein Ferding, 2 KP: ſv verleuret der "Fälſcher ſeine Hand, oder die mag er löſen mit 5 Mark Silber. Iſt aber des Falſchen über ein Ferding , ſo ſol man ihn ſieden in einer Pfannen. „Wem das ritjiſche Gut befohlen wird , der ſol die Mark alſo gieſſen, daß ſie z Kap. löthig ſey bey x Loth , und ſo jemand drüber thut, daß ers ärger macht zweyer ſchvar«- zen Pfennige , *) der ſol der Stadt geben 3 Mark Silber. Macht er es aber ärger * "eines Quentleins, denn es ſich gehöret , ſo verleurt er ſeine Hand, oder mag ſie löſen mit 5 Mark Silbers. Macht er es aber noch ärger ein Loth, denn es ſich gehöret, und zu Rechte ſeyn ſol, ſo verleuret er ſeinen Leib. Wer mit der Elle umgehet, der ſol geben einem jeglichen Rechr, Jſt ſeine Elle 4 Kap, zu kurz eines Fingers breit, ſo ſol er ſeinen Hals verlohren haben , oder er mag den löſen mit xo Mark, Und iſt die Elle zu kurz einen halben Finger breit, das ſol er büſſen mit ſeiner Hand, und die mag er löſen mit 5 Mark Silbers. Schläget ein Mann den andern ohne ehafte Waffen blau öder blutig, oder ſtehet 5 Buch, ähm an ſeiner Ehre, als Dieb „ Mörder , Räuber, Hurenſohn und dergleichen , das 26 Kap. ſol er büſſen dem Sachwalter mit x Mark Silber, und dem Vogt 3 Oehre, und der Stadt x Mark Silber. | Ein Dieb , der geſtolen hat einen Ferding oder drüber, den ſol man henken. So 10 Buch jemand geſtolen hat einen halben Ferding oder drüber , den ſol man zu den Zehnen 2 Koy- brennen oder ein Ohr abſchneiden, und laſſen die Stadt verſchweren und verloben bey ſeinem Halſe, hat er auch drunter geſtolen, man ſol ihn zu der Staupe ſchlagen und die Stadt verbieten bey ſeinem Leibe. Wenn Schiffe , ein oder mehr in die Düne kommen, alſv, daß ſie von Noth we- x Buch, gen des Eiſes in die Rieſing nicht fommen mögen 3 was denn das Schif koſtet in vie 9 Kap» Rieſing zu bringen , das ſol gelten das Schif das vierte Theil, und das Gut, das brinnen iſt, 3 Theile- Das Gut ſol man rechnen nach Zahl der Laſten, Ein Schifman , der ein Schif heuret, giebt Windelgeld von der Laſt Korns 4 Ar- 9 Kap, tige, und von der Laſt Salz 4 Artige , von der Laſt Heringe x ODehr , von der Laſt Wachs 4 Artige , von dem Pfund 4 Pfennige Lübiſch , von dem Faß Wein unter fünf Ahmen 4 Artige, Ein jeglicher unſrer Bürger ,. der Schiffe zur Seewerts führet , der ſol fähren ein 14 Kap; weiſſes Kreuz an einem ſchwarzen Flügel , er lege es denn ab von Noth wegen, Wer das nicht thut , der ſol büſſen der Stadt ein Mark Silber. , Dis wäre der Jnhalt der Geſeße , die man Gorhländiſch verbeſſert Recht nent. Es wurden auch die ſchwediſchen Geſeße in neuern Zeiten aufs Tapet ges bracht , allein die Stadt Ritta fand ſelbige für ſich ganz unbrauchbär. Dieſes iſt das alte ſchwediſche Recht, ſo König Rarl IX beſtätiget, und 1608 bekant machenlaſſen.**) Es fam auch 1643 zu Stockholm bey Zeinrich Rapſern in ſchwediſcher Sprache in Druc unter dem Titelz Sweritzes Riſkes Landz- och Stadz-Lagh , ſamt Uplandz , Oſtgötha , gelſintze Laghen. Der berümte Loccenius gab es lateiniſch zu Stockholm beyLTicolaus Wankiif1672in Folio heraus. Zwey geſchifa te Mitglieder des erlauchten Hofgerichts überſeßten dieſe Rechte ins Deutſche und widmeten ſie dem Könige Rarl dem XUlten, Dieſes Werk ward 1709 in 4to zu Srankfurr und Leipzity wieder aufgeleget, und iſt in L7öllers Verlag , oder bey deſſen Schwiegerſohn Herrn Frölich in Rita zu finden. Jn den Tiyfwa-Bal« eFer oder Geſeßen vom Diebſtal heiſt es: Es mag niemand hängen um weniger als eine halbe Mark, auch müſſen die Hände nicht auf. dem Rücen, ſondern vorwärts ge- bunden werden, Stielt ein Man 2 Rundſtü, oder minder als 3 Rundſtü>, der miſſe die Haut und das eine Ohr Er ſol überwieſen werden mit 6 Männern, Wird *) Zwey ſchwarze Pfennige halten ein halb Quentlein. **) Rarl muthete ſchon als Herzog 160x zu Revel den Liefländern den Gebrauch und die Einfüh» rung des ſchwediſchen Rechts an, in ſv weit ſolches zu bewerkſtelligen wäre, welches aber demüthiz abgelehnet ward, weil Liefland ſchon ſein eigenes Recht hatte, Rarl der XI lies an einein andern Rechte arbeiten , davon die Ritterſchaft zwar gute Hofuunhg hatte; doch durch den Krieg kam dieſe Sache ins Stecken. Die Stadt zog ihre 1x Bücher auf, 6 Bücher zuſammen, welche ſis der ſchwediſchen Commißion 1662 nach StoX holm überſandte , die es auch bey allen Paras» graphis der Statuten bleiben lies. “Sie wurden nachher int nieſtgdtiſchen und aboiſchcn Friedens» ſchluſſe von den allerdurchlauchtigſten Dberhäuptern dieſer Lande beſtätiget , und bey allen Richtep« ftählen gebrauchet und beibehalten, '

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32 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter. * x22Zals man.von dem in Gerichte eingeführten Eide der alten Letten, -) den eigentlichen Zeitpunkt beſtimmen kan. E., Wird er deſſen überwieſen und nicht dabey ergriffen , entledige er ſich mit 9 Manseiden, oder bezahle wieder, was er ſtahl, und dazu 6Mark in 3 Theile. Wir haben eine Anmerkung in einer alten Handſchrift gefunden, welche aus den älteſten Receſſen be- weiſet, daß eine Mark ſchwediſch 3 Speciesthaler gegolten, dos find 8 Oer , oder 24 Oertige , wofür man damals 6 Tonnen Roen kaufen können. ) Nachſtehendes Formular des alten lettiſchen Bauereides entde>et uns die vor alte Zeiten üblich geweſenen Ceremonien beym Schwören. Die erſte Zeile enthält den alten Text, die andre die Schreibart und Ausſprache der neuern Zeiten. Kenner, welche der alten deutſchen Sprache kundig ſind, können aus dieſer Probe ſehen , ob die lettiſche Sprache ihren Urſprung aus Griechenland oder Deutſchland habe, wo ſie nicht vielmehr mit der deutſchen von einer Mutter herſtammet, Es N. runna un ſwäre pi Deewe, ka es uhs tho , ko man no Es N. runnaju un ſwehru pee Deewa, ka es us to, kasman ns Ic< N. rede und ſchwere bey GOtt, daßich auf das, was mir vom zeenige Tees fluist waizat , un kas man ſinnams gir , ta tire * zeenigas Teeſas kluhs waizahts, un kas man finnams irr, totihru Ehrwürdigen Gerichte wird werden gefragt, und was mir wiſſend iſt, diereine taisnibe, ne wenem per lab, ne otrem perliaun, ne daawne ne taiſnibu, ne weenam par labb, ne ohtram par launu, ne dahwanas ne Warheit, nicht einem zu gat, noch dem andern zumböſen, nicht Geſchenks noh breesmibe päts , grib iſsadzit un ne nefe ſflähpt. Un jo es ta tire breeſmibas pehz, gribbü isſazziht un ne neeka ſlehpt. Un ja es totihru Gefahr halber, wil ausſagen und nicht etwas verbergen. Und wenn ich die reine taisnibe ne iſsak, tad dood Dees ka es tif mels palle> ka tas taiſnibu ne isſfakku, tad dohd Deews ka es tik melns paleeku ka tahs Warheit nicht ausſage, ſo gebe GOtt daß ich alſo ſchwarz bleibe als dieſe ogles, tik isnikfuſh ka ta ſemme , tik zeets ka tas akmens, tik ohgles, tik ignihzis fa ta ſemme, tif zeets ka tas afkmins, tif Kohlen, ſo vernichtiget wie dieſe Erde, ſo hart wie dieſer Stein, ſo isfaltuſch fa tas koofs 3 un ſodi man manne Sewe, mannes Barnes, isfaltis ka tas kohkss un ſohdi man mannu Seewu, mannus Behrnus, verdorrt wie dieſer Sto; undſtrafe mich mein Weib, meine Kinder, man lope un wiſs man augle , ſcheit laidzigue un tur mugi- mannus lohpus un wiſſus mannus auglus , ſcheit laizii un tur muhſchi- mein Vieh und alle meine Feldfrüchte, hier zeitlich und dort ewig- „gue beſs gal, Amen, gi bes galla, Amen, li< ohne Ende, Amen, Als die Zeiten des diken Aberglaubens aufhörten , ward der leßte Theil geändert, und der Schlus ſo eingerichtet Sik teeſcham ka man Dees pallidzas pi mees un dwäſsel, ſcheit laid» Tik teeſcham ka man Deews palihdſehs pee meeſas un dwehſeles, ſcheit lai- So wahr als mir GOtt helfe, am Leibe und Seele, hier zeit- zige un tur mugigue beſ3 gal, Amen. zigi un far muhſchigi bes galla , Amen, li< und dort ewiglich ohne Ende, -Amen. In einer andern Eidesformul ſchwören die Bauren bey dem Untergang ihrer Wol» fart bis ins gte Glied. Wobey zu merken iſt , daß dieſe Nation durch kein ander Zwangsmittel in Furcht geſeßet werden können , als durch die Eidexeleiſtung, daher die Lecten auch in alten Zeiten einen ſolchen, der den Eid ablegen müſſen , verabſcheust nnd kaum unter ſich leiden wollen,

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Biſch. Llicolaus. zur Zeit der Regierung des Volquin, 33 Der Biſchof Albert ſtarb nach einer 31 jährigen glücklichen Regierung, wel- 1229 <er ſeiner wichtigen Dienſte halber unter den geiſtlichen Oberhäuptern von Lief: land, ſo wie Dletrenbere unter den Ordensmeiſtern, den Beinamen des Groß ſen verdienet hätte , wie ſte denn ihr Regiment am glücklichſten verwaltet. Sein Leichnam ward in die von ihm erbauete Domkirche beigeſetzet. Der tödliche Hin- trit dieſes klugen Mannes war eine mit von den Urſachen , welche den Volquitt | bewogen, die Vereinbarung des Schwerdtbrüderordens mit dem in dem benach- barten ſſen in Aufnam gekommenen deutſchen Orden zu ſuchen. Er fer- tigte alſo an den Hochmeiſter "Zerman von Salze, welcher ſich damals in Ve- nedict aufhielt, eine Botſchafe ab. Allein es ſey nun, daß demſelben die Lieſlän- Der ſchlecht abgemahlet worden, oder daß er geglaubet, man müſſe ſich bey einem ſo wichtigen Werk nicht übereilen, deſſen Bereuung beiden Theilen zu ſchlechtem Ruh- me gereichen dürfe; ſo verzog er eine geraume Zeit, ſich deshalb zu erklären. Eine andere Folge von dem Abſterben des Biſchofs war der Vergleich, den 1230 die rieiſche Kirche mit „den heidniſchen Curländern eingehen muſte, worin denſelben die bisherige jährliche Abgabe gemildert ward. Llicolaus von Magdeburt erhielt die biſchöfliche Würde durch die ein- 1234 ſtimmige Wahl des Domkapitels in Bigg, welches des Widerſpruchs, den der bremiſche Erzbiſchof, Gerhard der Ute dagegen machte, ohnerachtet, den Pro- ces am päpſtlichen Hofe gewan ; und empfing von Greeorius dem iXten die Be- frätigung darüber. Er hat ſich bey der Stadt den Nachruhm eines gütigen und verſtändigen Regenten erworben, die ihn auch länger in ihren Mauren herſchen geſehen, als verſchiedene von unſern Geſchichtſchreibern melden. Die Bürger- ſchaft machte er lich durch viele Wohlthaten , ſonderlich) durch Ertheilung des othländiſchen Rechts und durch die Losſprechung von dem zu errichtenden Behnden verbindlich -), welche Urkunde die Stadt treflich zu gebrauchen eer als 2) Die Wahlſtreitigkeit des rieziſchen Domkapitels mit dem bremiſchen Erzſtift iſt in unſerm erſten Theil S. 216 ſchon berühret worden. Auſſer den daſelbſt benanten Ur- kunden errichtete LTicolaus noch 1231 zwiſchen den Bürgern zu Riga und den Kaufleu- ten einen beſondern Theilungstractact wegen des von den Heiden eroberben Landes *). Er ſcheinet mit dem Lande wenig zu thun gehabt zu haben. Wir fladen noch von ihm einen Freiheitsbrief, unterm Jahre 1250, in welchem er der riziſchen Bürgerſchaft, und den ankommenden und einheimiſchen Kaufleuten den freien Durchzug zu Lande auf der T'ü- ? ne, oder ſonſt hin und her zu reiſen erlaubet, wie ſie ſein Vorgänger Albert zugeſtans den. Das gothländiſche Recht iſt ſonſt bey uns unter dem Titel b.kant: Water- Recht , dat de Rooplüde unde Schippers ggemaket hebben rho Wisby. Man nent es auch Wisby-Siöret , das iſt, der Stadt Wisby Seerecht, das an- dern Nationen zum Grunde ihrer Seerechte dienen, und daher in die ſchwediſche, franzöſiſche, engliſche, holländiſche und andere Sprachen überſeßzet werden müſs ſen. Jndeſſen da viele Documente eines gorbländiſchen Rechts erwehnen , deſſen ſich die Stadt zur Entſcheidung det Grenzen und Stadtmark bedienet, ſo mus wol ſol- <hes nicht das ungedruckte Stadtrecht , ſondern eine Verordnung von Wilhelm ſeyn, da er die rigziſchen Bürger durchgängig mit denen zu WWisby auf gleich Recht ſe- : bet, > *) Weil die Bürgerſchaft den dritten Theil von Curland bekam, ſo nahm TTicolaus den Theil diſe ſeits der Winda für ſein Stift, den Kaufleuten wies er jenſeit der Winda mit dem Schlos ÜTe- derothe ihren Theil an, das übrige empfiengen die andern Bürger. Von der Kaufman- ſchaft muſten 71 Mann allezeit ſich maärſchfertig halten, doch durften ſie nicht ihre eigene Fah» ne führen , ſondern muſten der Stadtfahne folgen. ' Der Biſchof fertigte darüber am 1ſten Merz 1232 eine eigene Urkunde. aus , welche unter andern die Pilger und Ritter Herr Albert, Edler von Arnesheim , Jobann von Gateraleben und Hilmer Froe zu, Riga unterzeichnet. Der ſemgalliſche Biſchof Balduin belehnte als päpſtl. Legat am zſten April 1234 zu Riga mik dieſem Drittel 56 Bürger , jeden mit 25 Hacken , und wies ihnen die Gegend deutlicher an, neme lich das dritte Theil diſſeits der Winda, und das te Theil jenſeit des Fluſſes. Des Herzogs von Sachſen Trüchſes und Procurator gab hierzu ſeine beſondere Einwilligung. Die Aebte von Dünemünde und Valkeng ſekten ihr Siegel mit bey. I

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34 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 7231 als ſie inden neuern Zeiten, wegen unterlaſſenen Abtrages des Biſchofszehnden, ſich zu erflären hatte , dahingegen dis Ritterſchaft ihren Beweis nicht ſo klar führen fonte, 1232 Herzog Albert von Sachſen begnadigte die ganze Gemeine der rieziſchen “ Kaufleute mit eben dem Recht und Freiheiten in ſeinen Ländern, welche ſie zur Zeit der Biſchöfe Alberts und Wilhelms von .Modeng genoſſen 3 und ſprach ſie auch vcn allen Ungeldern (Ungeldo), Zöllen und Strandgeldern frey. Alle vom Schifbruch gerettete Güter ſollen ihnen wieder ausgeliefert werden, Die vom Arab Geſandten, zur Grenzeinrichtung der Stadt verordne- ten Schiedsmänner , Dietrich) von Berenwig,. und Johann von Zuren- huſen, ſprechen den neuen Anbauern in Big, gewiſſe Hafen Landes zu, die ſie 8 Jahr lang, ohne alle Abgaben, beſitzen ſollen: Nach deren Verlauf zahlen ſie für jeden Hafen jährlich einen halben Ferding Cimidium 'Tertonem) und für ei- nen halben Hafen ein Loth , dagegen ſie. es ihren Kindern. und Freunden erblich übergeben , im Fal des Verkaufs aber. weder an Pilger noch Kloſterleute , ſon- dern nur an Mitbürger ablaſſen können. - LFicolaus beſtätigte dieſes zu Rigg 3 und ſteht »5elenwick, ein Schiffer (nauta) als Zeuge beigeſchrieben. In eben dem Jahr zog der Biſchof nach Wisby, weil die rieziſchen Bürger ohne Ein? willigung derer zu Wisby feine Synodalzeugen wählen wolten, und verſiegelte daſelbſt in der Marienfirche-am 6ten May mit den daſigen Bürgermeiſtern die eingeholte Bewilligung, doch mit der Bedingung, daß der Stadt Bitzg im Sy- nodalgerichte fein Nachtheil (nulla Vara) daraus zuwachſen jede, 1233 er dörptiſche Biſchof Zerman, erbauete das Dominicanerkloſter Salkenagw an der Embach, damit die Brüder immer Fiſche haben könten. Da dieſes Kloſter bey wenigem Einkommen viele Bäuche füllen muſte, ſo ſchiten die Mönche 2 ausihrem Mittel an Se, päpſtl. Heiligkeit, um bey derſelben eine Ver- günſtigung auszuwürfen, vermöge welcher ihnen der Biſchof einen fettern Unterhalt ausmachen ſolte. Dieſe erzehlten dem Papſt, ſie bekämen nichts anders als den ekeln Jas , (ein weiſſer langer und niedlicher weicher Fiſch, welcher häufig bey Dörpt gefangen / und lieber gebraten als geſotten wird) jund grobes Brod zu eſſen, und Gerſtenbier mit Wermuth zu trinken, zu geſchweigen wie ſie wöchentlich ih- xen Leib caſteyen müſten. Der Papſt ſchite einen Jtaliäner mit, der von dieſer ſtrengen Lebensart warhaften Bericht einſenden ſolte, Man ſekte dieſem einfältigen Kloſterbeſichtiger lauter gedörten Jas und Bier vor; in welches Bors, ein bitteres Waldkraut, an ſtat des Hopftns geleget war, ſo dem auswertigem Ge- ſchmac> ziemlich fremd vorkam, Des Sonnabends führten ſie den neuen Gaſt in ihre Badſtube, goſſen zur Verſtärkung der Hitze häufig Waſſer auf die glühenden S eine, nahmen groſſe Quaſten, goſſen auch wol kalt Waſſer zu, und peitſch- ten auf den von Schweis geſamleten Unflat ganz unbarmherzig 108. Wie bey dieſer Zucht die Reihe den zärtlichen Itgliäner treffen ſolte, ſo lief er aus dem Bade weg, und ſchrie: Proh Deum! auſtera mimis haec vere elt vitae regula, vix audita ab hominibus! Mein GQtt! das iſt eine unerhörte und unerträgliche Diſciplin! brachte es auch bey dem Papſt. ſo weit, daß das Kloſter mit mehrern Gütern verſorget wurde *). . | Nach Alberts von Stade Bericht, ſol in dieſem Jahr in Liefland eine ß groſſe Get, nur daß ſioſich keinen Prieſter, wie die auf Gothland, erwehlen durften , weil der Biſchof ſich dieſes Recht vorbehielt, nach der Urkunde des Legaten vom December 1225» Sonſt bauete dieſer Biſchof. ein Kloſter Bernhardinerordens in Riga , welches, wie Fabricius klaget, zu ſeiner Zeit zu einem Speicher gemacht worden. 5) Wir haben dieſe poßirliche Erzehlung aus dem Fabricius, einem eifrigen Catholiken, ausgeſchrieben. Fabricius fügt hinzu , daß der Biſchof Zerman kurz darauf nach Rom gezogen; bald wieder gekommen, 1245 vor Alter blind geworden, ſodann Alex- andern zu ſeinem Nachfolger beſtimmet, und im Kloſter Falkenaw fein Leben be- ſchloſſen habe,

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Biſch. Liicolgzus: zur Zeit der Regierung des Volquin. 35 | groſſe Hungersnoth geweſen ſeyn, daß ein Menſch den andern gefreſſen, und der 1233 | Diebe am Galgen ni t geſchonet worden. . Der ſemgalliſche Biſchof. Balduin bezeuget, daß im „vorhergehenden 12 34 Jahr der Vogt, die Bürgermeiſter und ganze Bürgerſchaft zu Rita ihm ihr An- theil und Recht auf Curland und Semgallen ſamt 70.ihrer Lchnösleute abge- treten, dagegen er ihnen auf erhaltene päpſil. Volmacht, auf den Fus des mit dem vorigen Biſchof Lambert in Semcgallen getroffenen Vergleichs , die Grenzen ihrer Stadt anſehnlich erweitert, Auf Anſuchen der Schwerdtritter ») ſandte era der, Hochmeiſter 5er“ 1233 man von Salze , 3 deutſche Ordensritter nach Liefland , nemlich den Comtur zu Altenburg, Ehrenfried von Lleuenburg, und den Comtur zu 44.3008 , Arnold von Dorf oder LIleuendorf, die von dem Verhalten der Schwerdtbrüder nähere Nachricht einziehen ES Die Geſandten muſten wegen des frühen Winters ihre Rückreiſe bis aufs Frühjahr verſchieben. Sie reiſeten ſo dann, ſo bald das Waſſer. aufgegangen, ab, und der Ordens? 12.26 meiſter Dolquin gab ihnen 3 von ſeinen Ordensbrüdern mit, pmg den Vogt “ zu-Wenden, Erdmund oder Reimund; den Ordensmarſchal "Job. Sa- linger und Joh, von Meypdeburg. Der eien 7 Zudwig von Oet- ringen, nahm ſie zu Marpurgin Empfang, bey welchem erſten Gehör ſich 70 S2 euts =) Dieſe Einverleibung des Schwerdträgerordens in den deutſchen Orden, war deſto nöthiger , je frühzeitiger die Herſchſucht und der Eigennuß die neuen Eroberer Lieflan- des *) in der Eintracht und Verträglichkeit ſtörte, Arnold von Lübeck , welcher doch ſchon 1209 ſeine Hiſtorie 'endiget , beſchreibet uns Chiron. Slav. lib, VI11, 0, IX, 8. 1t den innerlichen Grol uud das wunderliche Gezänke , da die Brüder über das" dritte Theil des bezwungenen Heidenthunis ſich einen Biſchof ausgebeten, mit welchem Geſuch ſie aber bey dem Biſchof, Albert ſowol , als am- päpſtlichen Hofe, abgewieſen worden. Was hatte Papſt Jnnocentius nicht immer zu ermahnen , daß die Ordensbrüder der Geiſtlichkeit niht Verdrus machten, und die Waſſen ihrer Nitterſchaft nicht gegen Chriſtum, das iſt, den Biſchof brauchen ſolten ? Er erinnert ſie, die Kriege des HErrn än der Macht götlicher Stärke zu führen , mit Bedeuten , der Papſt werde es an ſeiner Hülfe nicht fehlen laſſen, wenn GOtt und er ſehen würden , was ihnen nöihig ſey, Siehe Innocent. libr. XIV, epiſt« 149, t. 2, p- 580: Ja die Schwäche der neuen Republic ſchien dieſe Verbindung mit "einem mächtigern Orden zu erforbern. Die Be» gierde um eines kahlen Ablasbriefes wegen zu fechten, verlor ſich- almälig ; und wer in Deutſchland Vergebung der Sünden und ein fettes Landgut hatte, blieb lieber zu Hau- ſe, als daß er ſich in Liefland von den Heiden oder in Paläſtina von den Sarace- nen tod ſchlagen lies. Dieſe Wenigkeit der ankommenden Pilger , unter denen ſich der Biſchof doch immer die beſten auslas , reichte nicht zu , Licfland gegen die Dä- nen, Ruſſen, Litthauer, ja wol gar künftig gegen den benachbarten deutſchen Orden zu ſchüßen. Ueber dem reikßten die anſehnlichen Vorrechte des deutſchen Or- dens, die ſie vom Kaiſer) Friedrich erhalten, die Liefländer ſtark 3 wozu man des klu- gen Biſchof; Alberts Tod auch mit rechnen kan, wodurch der Orden gleichſam zum Waiſen geworden. Wer dieſe Urſachen erweget, wird leicht die Nothwendigkeit gewahr wer- den , warum die Liefländer dieſe mächtige Verbindung ſuchen müſſen, *) Ziefland begreift im weitern Verſtande Eſtl«nd mit in ſich , in welcher Bedeutung es die Ausläns- der oft gebrauchen, als Rapynald t.. 13, p. 445: Arcis Reualiae in Linvnia ſlitae« Zur Zeit des Ordens gehörte Curland mit dazu , welches die Meiſter ſo wenig in ihrem Titel benanten , als Sſtiand , indem ſie unter dem Namen eines Meiſters von Liefland, das ganze Curland und Eſtland mit begriffen. In dieſem Verſtande rechnen auch noch die polniſchen Reviſionsherren 2599 Liefland-von LTarva an bis an UTemel auf x00 Meilen. Heutiges Tages begreift es den rigiſchen , wendenſchen, pernaniſchen und dörpriſchen Kreis in ſich, in deren beiden erſtet? die letriſche , in den beiden andern aber die eſtniſche. Sprache geredet wird. Das alte Üg- gannien , oder das Dörptiſche nennen die Leiten Iggaune Semme. Es fält jeho den Ohren unerträglich Kenalia> Tinonus zu ſchreiben 3 vob es gleich nicht ungeſchickt iſt , die in dieſen beis- den Provinzen befindlichen Ausländer und Deutſtbe Livonos zu betiteln, da die Nation des Landes Linones und Eſihones heiſſen , wie man etwan Liven, Lſken und Letten ſpricht, durch Ziefländer aber nur diejenigen verſtehet, welche ſoyderlich gus Deutſchland als Coloni- 08 Liefigyd. beſeßet, und ſich einen Pflanzort, durch den Degen oder andre Mittel, zu wege ges Tracht, n

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36 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1236 deutſche Ordensbrüder gegenwärtig befanden: doch konten die Liefländer mit dem Hochmeiſter ſelbſt nicht zur Unterredung kommen, weil derſelbe eine Reiſe an den faiſerl. und papſtl. Hof unternehmen müſſen. Man machte ihnen mit Fleis die Aufnahme ſchwer , damit dieſelbe als eine hohe und wichtige Wohlthat angeſe- hen werden möchte. Man erkundigte ſich nach ihren Ordensgeſeßen, nach ihren Vorrechten, nach ihren Ländern, nach ihrem Leben, und lies den beiden zurück- gefommenen Geſandten Bericht "abſtatten , wie ſie es in Liefland gefunden ätten. ! Der Bruder Ehrenfried war nicht am beſten auf. die Brüder der Ritter? ſchaft Chriſti in Liefland zu ſprechen. Es ſind ſagte er , eigenſinnige nnd muth- willige Köpfe, die ſich nicht gern an die Ordensregeln binden. Sie begehen ſelt- ſame Dinge, und jehen mehr aufiihren Eigennut als auf die gemeine Wohlfarth. Dabey wies er vor dem Vicemeiſter auf. 2 von den liefl&ndiſchen Abgeordneten mit dem Finger , und fügte hinzu: dieſe nebſt 4 andern, welche ich kenne, ſind die allerärgſten. 060 ſchöne Empfelung begleitete der zweite Geſandte, Arnold, mit einem neuen Lobſpruch: Alles, fieng er an, was dieſer mein Reiſegefährte hier vorgebracht , hat ſeine Richtigkeit. Da aber die Schwerdtbrüder unſern Orden annehmen und allen Misbrauch fahren laſſen; ſo wollen wir das Beſte hoffen. ei wollen wir ihnen durch unſern Wandel ein Muſter der Nach? vlge vorſtellen. : ſ Der Vicemeiſter frägte.nach der Reihe herum, was die deutſchen Brüder zu dieſer Vereinigung gedachten. Alle AV kiE gaben dem Bruder Ehrenfried Beifal, und wiederriethen ſie als die gefährlichſte Sache. Ganz zuleßt kam das Wort an einen damals noch jungen Bruder , aber nachmaligen Hochmeiſter, zZerman von Zeldruncegen, der dieſen füßlichen Handel bis: zur Rückkunft des Hochmeiſters auszuſeßen rieth. Arnold von Vleuendorf ergrif. dieſen Vor- ſchlag , und bat die Brüderſchaft , aufdie Stimme dieſes jungen Ritters Acht zu geben. Man beſchlos alſo das Anbringen der liefländiſchen Geſandſchaft un- erörtert zu laſſen , bis der Hochmeiſter in Perſon zugegen wäre. Der Vogt zu Wenden, jErdmund, und der Ordensmarſchal Joh. Salinger , beur- laubten ſich hierauf: bey dem Vicemeiſter , Ludwoite von Oettingen, und zo- gen wieder nach Hauſe, von denen doch der Ordensmarſchal unterwegens ſtarb. Der dritte Schwerdtbruder Joh. von WMepydeburg ſolte inzwiſchen die Ankunft des Hochmeiſter Zermans mit Geduld abwarten. Der Vicemeiſter ward beim u Een ſeines Principals, zumal, da ihn der lieflandiſche Abgeordnete faſt täglich überlief, auch. ungedultig, und reiſete ſelbſt an den kaiſerl. Hof, wohin er den Abgeordneten mit nahm, und vom deutſchen Orden die Brüder Ulrich von Döre, Wichmannen von Würz- burg und Zermannen von Zeldrungen zur Begleitung bey ſich hatte. Sie fanden den Hochmeiſter ziemlich willig. Doch wolte er alles auf die papſtl. Ein- willigung anfommen laſſen 3 da denn um dieſelbe einzuholen, der Hochmeiſter mit dem Abgeordneten =erman von Zeldrundgen u zum Papſt Gretforius dem IXten verfügte, der zu Viterbo , nicht aber zu Salerno, oder gar , wie Waiſ: ſel ſchreibt, zu Luceen, ſeine Hofſtadt aufgeſchlagen. 1237 Am paäpſtl. Hofe machte der däniſche Geſandte viele Schwierigkeiten, weil Waldemar der lIlte weder Mühe noch Koſten ſparen lies, den Papſt dahin zu vermögen, daß derſelbe das Schlos Revel dem König zuſprechen ſolte *). paſ *) Daß Volquin Revel eingenommen, und die Eſten , welche die Dänen daraus ver- jaget , mit eignen Kräften des Ordens, wieder zu Paaren getrieben bezeuget, Raynald annal. ecc. t. 13, P+ 445, 1, 65, beim Jahre 1236. Der Popſt ſchrieb aus Virerbo den niten May 1337 an ſeinen Botſchäfter , den Cardinal Wilhelm von Uiodena, ſich älle erſinliche Mühe zu geben , damit Waldemar ſein Revel, die Brüder aber die Unkoſten der Eroberung wieder bekämen, Eine andre Inſtruction bekam 5 m

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Biſch. Llicolaus: zur Zeit der Regierung des Volquin. 37 Papſt ſchrieb auch an ſeinen Botſchafter nach Liefland, er ſolte dieſes Geſchäfte 1237 zu Stande zu bringen ſuchen 3 wogegen der Orden durch ihren Abgeordneten an- haltend proteſtirte. Doch die WEINEN Niederlage , in welcher Dolquin mit manchem braven Streiter ins Gras beiſſen muſte , machte den Liefländern die Tractaten leichter 3 daher ſie einen andern Bruder , Gerlach Fuchs »), nach Viterbo abſchiten, die Vereinigung beider Orden inſtändiger zu ſuchen, die Abtretung Lſriandes an Dännemark beſtmöglichſt zu hintertreiben, und für den Fehn Verluſt ſo braver Männer Troſt zu ſuchen 9. Der Hochmeiſter ſahe als ein ſtaatsverſtändiger Kopf:wol ein, daß der Papſt dem König von Dänne« mark in ſeinen Anſprüchen auf, Revel nicht entgegen ſeyn, ſondern dadurch die- ſen Herrn deſto mehr an die Vortheile der Kirche binden wolte. Er merkre aber auch, daß wenn er den Liefländern die päpſtl. Abſichten entdeckte, der ganze heilſame Vereinigungshandel, woran über 6 Jahr vergeblich gearbeitet worden, krebs- gängig werden , und Mühe und Koſten vergeblich ſeyn dürften. Um aber doch dieſes gute Werk zu befördern , ſagte er den Abgeordneten viel angenehme Dinge vor , in Hofnung, er würde die Liefländer bedeuten können , nach getroffener Vereinigung, ſich gegen Dännemagrk nicht zu ſperren, ſondern vie Krone, wenn R die Kriegesfoſten dem Orden erleget, in dem weitläuftigen Lieflande einen feſten Fus zu gönnen. Ex ſuchte demnach Gehör beim Papſt, welches ihm auch, wiewol oh- ne Gepränge, zugeſtanden wurde. Es befanden ſich nur 4 Perſonen um Se. Heiligkeit, nemlich der antiocheniſche Patriarch 3 der Biſchof: von Bariz Conrad von Strasburtg, ein Bruder vom deutſchen Orden und Marſchal des Papſts3 und der päpſtliche Kämmerling, ein “Johgnniter- ritter, Helm Anno 1238, dahin zu ſehen, daß den Neugetauften, in Betrachtung ihrer erlangs- ten Würde, etwas von ihrer Frohnarbeit erlaſſen , und dem Gottesdienſt beizuwohnen erlaubet würde. Er ſolte nicht leiden, daß die Ordensbrüder der heil, Mariä der Deutſchen freie Leute, die ſich zu Chriſten geſelleten, zu ihren Sclaven machten, Ob nun gleich der Orden bey dieſer Vereinigung etwas zu verlieren ſchien, ſo traf. der Papſt doch eine Milderung, und unterwarf die preußiſchen Biſchöfe von Werme« land , Culm , Pomeſan und Samland dem künftigen Erzbiſchof Albert zu Riga, Pontanus begehet S. 318 einen ziemlichen Fehler , wenn er die Biſchöfe von Revel, Dörptr, Oeſel und Curland unter den Erzbiſchof, von Lunden zwinget, die doch von dem zu Riza abhiengen , auſſer daß der König von Dännemark und der luns diſche Erzbiſchof ſich einige mal das Oberrecht über Revel angemaſſet, und mit Recht anmaſſen können, - 5) Der Bruder Gerlach war eines Pfarrherrn Sohn aus Zolzhauſen, weil den Geiſtli« <hen damals die Ehe noh nicht verboten war. Sein Beiname heiſt im Lateiniſchen Rufus, welches wir durch Fuchs, Brandis aber durch Rothe überſeßet ; andre les ſen Rectus , oder Rade und heiſſen ihn alſo Gerlach den Geraden. Brandis hat die Geſchichte der Ordensvereinigung aus Waiſſeln am weitläufigſten ausgepußet, und wil ſie aus Hermans von Seldrungen eignem Aufſaß nachgeſchrieben haben, welche Handſchrift uns nie vor Augen gekommen , auch wol nie in der Welt gewe« ſen iſt. Indeſſen müſſen wir uns mit dem brandiſiſchen Bericht dismal behelfen. s) Die alte Herrmeiſter .Chronike *) bey Ant. Matthaei, annal. t. 5, p. 699 meldet 6, 15x folgendes: Daer nae quam int lant den Grave van Danenbercb, ende Heer Iohan Haſel dorpe mit veel pelgrims, die mitten Meyſter ſtreden tegen die Lettawen, crde Mevſter Volquyn bleeff mit XLVIH, broeders van der Dirden doot, ende die Gra» ve mit veel goeder mannen mit hem: Hy hadde Meiſter geweeſt XV jaer lanck, veel goets gedaen, ende veel tribulatien gehadt. Nach dem Albert von Stade ges ſchahe dieſes unglückliche Ttreffen am St. Morißtag 1236, +) In dieſer alten Herrmeiſter Chronik S. 689 wil HFouran den Schreibefehler bemerken , daß die Ruſſen Reenen genennet worden, die ſonſt Rrewen heiſſen, auch von den Letten und Curen ſs genennet werden« In der Hiſtorie ſind die Rrcwitzen oder Rriwitzen, oder Ruſſen, welche die Düne höher hinauf gewohnet haben , noch bekant. Daß die Ruſſen nicht nur Nachbaren ſons dern anch Herren der Preuſſen geweſen, beweiſet Sartfnoch dilh 111, de Orig. gent, Pruß,

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38 Qeben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, x237 ritter. Die beiden Liefländer traten hierauf;ins Audienzzimmer, und erhielten „vom Papſt das Jawort, welcher ſie auch vor ſeinem Stuhl niederfnieen hies, Er ertheilte ihnen Vergebung aller ihrer Sünden, ſprach ſie von dem Eid und den Regeln ihres Ordens los, ermahnte ſie zur Tapferkeit und ertheilte ihnen nebſt den neuen Ordensregeln den päpſtl. Segen mit der Inveſtitur. Sie legten ihre vorigen Mäntel mit dem Schwerdte ab , und lieſſen ſich die neuen weiſſen mit dem ſchwarzen Kreuz umhängen. Die Liefländer wechſelten anfänglich einige Wor- te mit dem Kämmerling , welcher die Ceremonien verrichtete, und wolten die al- ten Mäntel mit nac) Hauſe nehmen. Allein dev päpſtl. Marſchal bedeutete den Bruder Gerlach , daß ſie dem Kämmerling mit Rechte verfallen wären, daß er alſo ſeinen geliebten Mantel fahren laſſen muſte. Nach volbrachter Inveſtitur begleiteten die neu aufgenommenen Ritter den Hochmeiſter nach Hauſe, und erhielten des Papſts Befehle, welcher für gut ange- ſehen, daß die Licfländer Bevel an Dännemark wieder abtreten, dagegen aber die Unfoſten ausgezahlt bekommen ſolten , die ſie darauf; gewandt, die aufrü- rigen Eſten aus BRevel zu vertreiben. Dieſes Anmuthen war für die Lieflän» der ein Donnerſchlag. Der Abgeordnete und neue Ordensbruder Gerlach, ſchlug für Eifer an die Bruſt, und brach gegen den deutſchen Ordensbruder, erman von Seldrungen in die Worte aus: Wäre es nicht geſchehen, es geſchähe nun und nimmermehr, das ſage ich, warlich! Doch es ſtund nicht mehr zu ändern, und die Abgeordneten muſten wieder Willen mit des Hochmeiſters Erklärung zu frieden ſeyn. Der Hochmeiſter fertigte dieſen >5ermatt und Gerlach gleich an den Vie cemeiſter Ludwig nach Marpurt ab, mit Befehl, in der Eil 60 Ritter zu wehe ſen, und die Stellen der erſchlagenen in Liefland damit zu beſezen. Er ſelbſt reiſete mit Joh. von Vleydeburg an den kaiſerl. Hof Friedrichs und ſtattete von ſeiner wohl abgelaufenen Verrichtung Bericht ab, wo ihm der Kaiſer 60 Mk. Goldes , oder nam Waiſſtln 1500 Mk. mit gab, um ſelbige den liefländi- ſchen Ordensbrüdern zur Beiſteuer zu verehren. Nachdem der Hochmeiſter in YMarpurte angefommen, brachte er ein Kas pitel zuſammen und machte Anſtalt, die erwehlten 60 Ritter mit einer andern Anzahl Reuterey nach Liefland abzufertigen , ernante auch Dietrich von Grü- nineen zum Meiſter von Liefland. Als aber das Kapitel vorſtelte, daß es nicht rathſam ſey, ſolchen tapfern und verſuchten Männern in Liefland einen ſo jungen Ritter zum Haupte zu geben 3 ſo bedachte er ſich anders, und ernante an deſſen ſtat z5errman Balken, ein altes redliches und berühmtes Mitglied des deutſchen Ordens , der ſchon vorher in Preuſſen Landmeiſter oder Proviſor des Ordens geweſen, und welcher alſo der dritte unter den Ordensmeiſtern in Liefland , vom deutſchen Orden aber der erſte iſt 9. Und damit ward die Incorporationsacte volzogen * *), > er «) Die Stiftung des marianer oder deutſchen Ordens ſest man am richtigſten in das Jahr 1191, da Zeinrich Walpot nach Eroberung der Stadt Akers im gelobten Lan- de 3x Brüder annahm, welche der Kranken in Hoſpitälern pflegen ſplten , daher, ſie 6 auch Hoſpitalarii hieſſen. Sie muſten auch die Chriſten gegen die Feinde des Kreuzes mit dem Schwerdte ſchüßen. Sie lebten unter der Regel Autzuſtini und waren ves uns 3) Sonſt hat fich dieſes Jahr, durch den grauſamen Abfal der Finnen in Tavaſt, merkwürdig gemacht, Raynald führt davon des Papſts Gregorius des IXten Brief, an den Erzbiſchof von Upſala an, den er ermahnet, die Catholiſchen im Reich und den benachbarten Inſeln gegen dieſe wil= den Schweine, die den Weinberg GOttes durchwählten, aufzubieten. Die Tavaſter werden beſchuldiget , daß fie die Kinder uach der Taufe geſchlachtet , denen Erwachſenen das Eingeweide ausgeriſſen , ſie den Göken geopfert, andre um die abgöttiſchen Bäume herumgetrieben, bis ihs nen die Seele drüber ausgefahren , etlichen Prieſtern die Augen ausgeſtochen , einigen Hände und Glieder zerſtüämmelt , audre mit Stroh umwunden , und ſo augezündet. Dieſer Abfal gab Ges legenheit , daß Birger Jerk der lte im Jahr 1250 mit einem Heer hinzog und Tavaſibus evo baugets. Das päpſtl. Schreiben iſt vom 9ten September 1237 unterzeichnet«

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Biſch. Vlicolaus. zur Zeit der Regierung des Volquin. 39 bunden, ſtat der Horä , alle Tage einige mal das Vater unſer, das apoſtoliſche Glaus« bensbefentnis und das AveWMarig zu beten, Sie hatten ein fünffaches Gelübde auf ſich, des Gehorſams , der Keuſchheit oder des eheloſen Standes, der wilkührlichen Armuth, der Vertheidigung der Armen, und der Freiwilligkeit gegen den Türken zu fechten, zu welchem lekten ſie durch den zu Speier 1542 errichteten Reichsreces auch angehalten worden. Daher ſie ſich einige mal beim Kaifer angeboten , etliche Veſtungen in Un- garn zu beſeßen, wenn die Chriſtenheit von den Türken bedrohet würde, Cäſar 3a9 ronius ſchreibt tom, XI], Annal. ecce]. beim Jahr 1198, daß der Papſt Cäleſtinus der Illte auf Erſuchen des Kaiſers «5einrichs dieſe heiligen Feldzüger mit dem weiſſen Kleide (velte alba) oder Mantel und dem ſchwarzen Kreuz beſchenket habe. Der Herr Profeſſor Liebhard zu Barepyth hat uns in ſeiner kleinen Schrift de inclutv Teuto« nicorum ſine Marianorum Equitum ordine 1672 in 4to aus einem Manuſcript die Um« ſtände aufbehalten , mit welchen Herr Wolfgang Erhard von Uluckenthal 1587 in dieſen Orden aufgenommen worden. Der Adminiſtrator des Hochmeiſterthums in Preuſſen, Erzherzog NlLaximilian zu Oeſterreich, bekennet , daß der Herr von W)uso &entbal ſeiner Vernunft und Glieder mächtig und geſchickt, am Leibe ganz unge- brechlich , auch zum wenigſten von ſeinen 4 Ahnen edels und rittermäßigen Geſchlechs geboren ſey , ſich auch aufs höchſte verpflichte , die Tage ſeines Lebens in ſolchem rit? terlichen Orden gehorſamlich zu bleiben, Wenn der Candidat ſeive ehrliche deutſche Herkunft erwieſen, die Gelübde und Ordensſtatute beſchworen, ſpricht der Ordensgebieti- ger zu ihm: Wir ſagen euch Waſſer und Brod zu , und des genug; dazu eine geringe Kleidung euer Lebenlang, Wirds beſſer, ſo habt Jhrs auß, PMehr ſind wir euch nicht ſchuldig. Der Ordensprieſter hängt hierauf dem neuen Ritter den Mantel um mit dieſen Worten: Dis Kleid und Kreuz geben wir Euch, und ſo Jhr thut, was Jhr gelobt habt , verſprechen wir Euch das ewige Leben. Der Ordensgebietiger nimt das bloſſe Schwerdt des neuen Ritters , ſchlägt damit 2 mal auf. deſſen Schild und ſagt: Hie beſſer Ritter denn Knecht, Den dritten Schlag bekomt der Ritter auf, ſeinen Rücken , und wird ihm zugerufen : Den vertrag, und keinen mehr. Mehrere Gebräu« <he meldet Sebaſtian Srantke in Chron. p. 223. Bey der Aufnahme der Schwerdt- brüder, die ſich nicht gern lange hudeln lieſſen, fand weder der Papſt noch der Hoch« meiſter nöthig, viele Ceremonien vorzunehmen. Herr Jürgen Zelms führet aus ei» ner geſchriebenen preußiſchen Chronik an , daß der Hochmeiſter in alten Zeiten dem Herrnmeiſter in Liefland einen Ring an den Finger geſtet, und ihn auf, den Stuhl Seiner Herrlichkeit geſeßt ; welche Ceremonie ſtat der päpſtl. und kaiſerl. Confirmation war. Jn neuern Zeiten wehlten die Liefländer ſich ihr Ordenshaupt ſelbſt, und lieſ» ſen nur die Wahl vom Hochmeiſter und Kaiſer beſtätigen, b) Da wegen des Jahrs der Ordensvereinigung viel Ungewisheit bey den Geſchichtſchreibern herrſcht auch ſelbſt die beiden Manuſcripte *) von den Herrnmeiſtern eine unrichtige Jahro zahl anführen, ſo wird es dem Leſer nicht misfallen, wenn wir die ganze Urkunde davon bei- bringen, die vom Jahr 1237 unterzeichnet iſt ; dahingegen LTauclerys Vol I1, gen. XLI, das Jahr 1234 unrichtig annimt, Die lateiniſche Beſtätigungsaete dieſer Ordensvereinigung findet'man beim Bayngld um dieſes Jahr 8. 64 ſqq. libr. Il, ep. 64, davon wir hier die Ueberſeßung mittheilen. (Gregorius 2c. denen Biſchöffen von Riga , Dörpt, und Oeſel 1c, Nachdem -“ der angenehme Geruch unſers geliebten Sohns des Hochmeiſters, und der deut- ſchen Brüder der heil. Maria , ſich über die Gegenden der Erden ausgebreitet, ſo iſts der Gnade des Erlöſers zuzuſchreiben, daß ſelbiger bey dem apoſtoliſchen Stule nicht weniger werth, als bey der Menge gläubiger Völker beliebt iſt. Dis iſt die Urſache, warum unſer lieber Sohn , der Gebietiger (Präceptor) und die Brüder der Ritter« ſchafe Chriſti aus Liefland, als ſie aus deutlichen Proben oberwehnter Hoſpitalgeſelſchaft vielfältigen Eifer gegen die Tugenden erſehen , zu mehrern malen, wie uns berichtet worden, durch Botſchaften und ausdrückliche Briefe dieſen Hochmeiſter herzlich und K 2 ange« |) Dis ſind die beiden Handſchriften, welche wir bereits mehrmals angefüret haben, Sie haben wundero liche Namen und Jahre. Die eine hat Meiſter Job. Bülow 1525 geſchrieben. Die andre fängt mit der Entdeckung des Landes 1160 an , und geht bis 1558 , wobey die im Lande geſchries bene Rechte, das alte Landrecht und rigiſche Stadtrecht angehänget ſind. Die erſten Stellen er- weiſen gleich ihre Unbrauchbarfeit. Wyne oder Wynrich regierte 1235- Ihm folget Wolquin 1253 , dieſem ſuccediret Hermann Falko 1268, Verdienen ſolche Papiere wol den ſchönen Titel der Herpmeiſterlichen Chroniken 2

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49 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Der dritte Ordensmeiſter en Liefland, deutſchen Ordens. Herman Bale ). 274 x brachte vor allen Dingen am königl. däniſchen Hofe die Ceßions) acte wegen Eftland zu Stande, welche der König Waldemar Gage am 7ten Jun. zu Stenby ausfertigen laſſen. Der König be- <72 * ſchweret ſich , daß der Urteilsſpruch des Papſtes und der ganzen Cardinalverſamlung , worin man ſein Recht auf das Schlos und die Stadt Ne- vel, Jerven, Wirland und Zarrien für gültig erfant, ſeit 2 Jahren her nicht zur Volziehung gekommen, und er daher genöthiget worden, zu einem ärgerit- <en und ſeelenverderblichen Kriege, eine Flotte auszurüſten, und ſich ſelbſt Recht zu ſchaffen. Doch habe er , auf Vermittelung des Legaten Wilhelms und des liefkändiſchen Gebietigers =Sermans , nachſtehende Punkte beliebet, deren unverbrüchliche Volziehung, mit gegebenem Handſchlag, gemeinſchaftlich verſichert worden. Zum erſten, der.Orden ſol dem König die Heiden bezwingen helfen, da- gegen behält der Orden den dritten Theil des .Eroberten auf gemeinſchaftliche Un- koſten. Zum zweiten, der Orden räumet ſo gleich das Schlos Bevel, und ziehet mit Haab und Gut davon, ohne das Geringſte nachzulaſſen , däfür der König das Land Jerwwen dem Orden abtrit, mit beigefügter Bedingung, daß der Orden darin keine Veſtung ohne königl. Einwilligung anlege, und deſto williger den Kb- nig in ſeine Fürbitte zu GOtt einſchlieſſe. Zum dritten, der Erzbiſchof von md über? angelegentlich erſuchet, ſie ſeinem Orden einzuverleiben. Dieſes habeniſie auch endlich an uns gelangen laſſen, nach dem der betrübte Fal erfolget, den ſie durch die Niederlage ihres Herrmeiſters , und 50 Brüder von derſelben Ritterſchaft , nebſt vielen Pilgern, durch Wuth und Untreue neulichſt erlitten haben, und bitten es zugleich nebſt euch fle- hentlich und mit fläglihen Briefen. Sie leben der guten Hofnung, da beſagter Meis- ſter und die Brüder eine tapfere und berühmte Ritterſchaft in ihrem Hauſe haben, die es theurer als einen Schaß halten, wenn ſie ihr Leben für denjenigen dahin geben, der das ſeinige , wie bekant, für die Erlöſung der Gläubigen gelaſſen, es werde unter göttl. Beiſtand dazu kommen , daß ſie untereinander, wenn ſie eine Heerde geworden, gar bald mit triumphirenden Händen die Gegenpartey aufreiben, und dem Sohn des ewigen Vaters da verherrlichen können, wo eine unzehlbare Menge Seelen. verloren gegangen , die nun unter den h. Engeln ſchweben. Wir, die wir nichts lieber ſehen, als die Ausbreitung des catholiſchen Glaubens, und gerne wollen , daß ihres Meiſters und der Brüder gottſeliges Verlangen, bald zur erwünſchten Erfüllung gelange, ſind alſo völlig überzeuget , daß der HErr den Brüdern beſagten Hoſpitals in Liefkand ta- pfere Männer wird finden laſſen, die er durch ſeine Macht in den Gegenden von Preuſs ſen zum Siege wird ausrüſten. Wir finden demnach für gut, obgedachten Meiſter und Bruder auf Beirathen unſerer Brüder mit ihrem Orden zu vereinigen, und be- Ächlieſſen bey-dem Anſehen unſers apoſtoliſchen Stuhls , mit allen rechtſchaffenen unter ihnen , daß ſie und die übrigen Brüder des ſchon berührten Hoſpitals der heil. Ma- ria für die Deutſchen, die jeßo in Liefland feyn mögen , unter der Gerichtbarfeit ih- ver Biſchöfe und anderer Prälaten, wie bisher, ſtehen bleiben c. Gegeben zu Viterbo am14ten May im xten Jahr unſers päpſtl. Regiments, 8) So unterſchreibt ſich der Meiſter ſelbſt unter den Privilegien, ſo zur culmiſchen Handfeſte gehören. Peter von Duisburg nennet ihn auch Balcke , und das Dis ploma des cujaviſchen Herzogs Caſimirs, Balko. - Walke, Falcke, Valleke ſind unrichtige Namen. Michov, B. Ill, f, 35, macht aus ihm und dem Hochmeiſter „Zerman von Saltza eine Perfon , da ſie in doch Anfehung der Geburt , Würde und Vaterſtadt ganz unterſchieden ſind. Wärend ſeiner 7 jährigen Landmeiſterſchaft in Preuſſen ſchrieb er ſich nicht Landmeiſter, ſöndern Proviſor von Preuſſen, in« dem er dem Orden als Vicemeiſtex mit vorgeſtanden,

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Biſch. VIlicolaus, zur Zeit der Regierung Herman Bäl>ens. 4x Überläſt dem Orden das geiſtl. Recht über Jerwen, wie es ſonſt die Biſchöfe 12328 von Lſtland haben. Zum vierten, der Königwil den Orden in derXWpcE undauf. Oeſel nicht beunruhigen. Zum fünften, beide Theile unterwerfen ſich in den Grenzſtreitigkeiten den Ausſprüchen der Biſchöfe von Liefland von Eſtland frei- willig. Zumſechſten, dem Orden wird zuletzt die Auszahlung aller biSher gehobenen Einfünfre aus Eſtland im weltlichen und geiſtlichen erlaſſen *). Die anwachſende Macht der Schwerdtbrüder wolte den herſchſüchtigen Geiſte lichen nicht länger anſtehen. Der Ausgang hat gewieſen, daß die Biſchöfe mitdem deutſchen Orden noch ſchlimmer angekommen. Die erſten ſind es aber, über wel- <e der Biſchof =einrich von Oeſel, ſich in einem Briefe unterm ſten Merz be- ſchweret, daß ſeine Vaſallen die Kirchengüter mit Gewalt an ſich riſſen und ſich aus dem Ban der Kirche nichts mehr machten. Er meinet auch, der Unfug dieſer Lute könne nicht beſſer gezähmet, noch der Kirche eher geholfen werden, als durch die YIg- rienbrüder vom De Hauſe , daher er , auf, erhaltene Volmacht von dem apoſtoliſchen Legaten Wilhelm , mit dem Ordensmeiſter »5erman den Vertrag gemacht, daß deſſen Ordensbrüder den 4ten Theil von der Wyk inne haben ſolten, nemlich 7 Kilegunden, und 50 Hafen, mit allen Zehnden und Gerechtſamen 3 nur 'daß der Biſchof ſich die geiſtliche Obergewalt darüber vorbehält. 300-Haken werden zur Stifrung einer Domkirche beſtimmet, deren Einkünfte 3 Jahr lang auf die Er- bauung eines Schloſſes, SSteenbertg genant, verwendet werden. Für dieſe Gefäl- ligkeit ſchenken die Brüder den 4ten Theil von XMone an den Biſchof. Obbeſagtes Schlos mit ſeiner Vorſtadt wird aufigemeine Koſten erbauet und gleich getheilet. Je- der Theil hält wenigſtens x0 Mann zur Beſatzung darin. Den Thurm und das Schlosthor beſetzt der Biſchofmit ſeinen Leuten, ohne deſſen Einwilligung die Brüder aufihrer Seitekeinen Thurmanlegen dürfen. Die Ordensbrüder geloben an, die un? rechtmäßig entzogenen Kirchengüter in Jahr und Tag denen Verbanneten wieder ab- zunehmen und den Biſchof. in allem zu ſchüßen. Papſt Clemens der 1Vtebeſtätig- te dieſes den 28ſten May 1625 zu Viterbo. | Indieſem Jahr ſprengeten ZU iſchy Schiffe mit ausgeſpanten Segeln die ſtarke Kette, welche der König von Dännemark vor der Mündung der Trave ziehen laſſen, alser mit dem Grafen Adolph von Zolſtein die Stadt Lübeck ein- ſperrete. Die Liefländer zogen dadurch in ihrer Handlung von der Stadt viele Vortheile. Cranz lib. Vl, c. 12 hält dieſes für lübiſche Schiffe, die nur aus Lief- land gefommen, weil die neuangelegten Städte Bevel und Ritzg noch zu ſchwach ge- weſen, eigene Schiffe zu halten. Allein Lübeck war auch ſo altnicht. Zur Zeitdes Ordensaber hat die Stadt Rigs gar ihre eigene Kriegeöſchiffe ausgerüſtet, warum Ci ſiedenn nicht 0 Kaufmansſchiffe haben halten können ? Ob aber die Stadt igg mit dem däniſchen und holſteiniſchen Hofe es der Handlung wegen ver- derben wollen, iſt eine andre Frage. Unter den vornehmen Feldzügern in Liefland befand ſich.dieſes Jahr auch, nach Alberts von Stade Zeugnis, der Graf Adolph von Schauenburg. Cr hatte, wie der Domimkanermöndh , erman von Leerbach, in der Chro, ni +) Dieſen Vertrag, welchen „Zuitfeld.S. 201 ausführlicher als Pontanus S. 318 lie- fert, fennen wir aus einer Abſchrift, welche die Biſchöfe Diererich von Dörpr und Conrad zu Oeſel 1304 zu Weiſſenſtein davon genommen. Weil Ziärne und an- dre die Ordensvereinigung weiter hinausſeßen , ſo können ſie freilich nicht begreifen, wie Balke in einem Jahre ſo vielerley Geſchäfte in Deutſchland, Jtalien, Dän- nemark und Liefland beſorgen können. Die Dänen datiren vie Urkunde vom öten May. Wir folgen der unſrigen, nach welcher der König Waldemar, ſein Thronfol2 ger Erich und ſeine andern Prinzen , die Herzoge Abel und Chriſtoph, ingleichen Herr Uffo , Erzbiſchof zu Lund, Wilhelm päpſtl. Legate, Peter zu Aarbus, LTicolaus zu Rotſchild , Johann zu Borclum , Biſchöfe / Johann , Axrn- frid, Bonin Predigerordens, Reynard und Albert, Minoriten, die Grafen Albrecht und Ernſt von Gleichen der Gebietiger oder Ordensmeiſter serxman, „und die beſten des Königreichs Dacien dabey zugegen geweſen, Der Papſt Inno»- centius der IVte beſtätigte dieſen Vertrag zu un am 24ſten Septembex 1243,

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42 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1239 nif derGrafen von Schauenburt berichtet, ſeine Gemahlin Zelwitt, eine Toch? ter »Zermans Grafen von der Lippe, zur Reiſegefärtin. Im folgenden Jahr gieng er wieder nach Hauſe, und zog am 13ten Aug. am Tage Zippolpti die Franciskanerkutte an. 1240 Der König Woldemar befahl allen Lehnsleuten in Lſt- und Wirland unterm 14ten Jul. von Wartinsbort, von allen Zehnden , welche die zEſren erlegen müſten, wieder den Zehnden dem revelſchen Biſchof ins Haus zu ſchi- >en. Erbeſtimteauch dem Torchillzum Nuten desrevelſchen Stifts 80 Haken im Bevelſchen, und 49 Haken inWirland, welche letztern doch, ſo baldWir- land einen eigenen Biſchof bekommen würde , ſo gleich wieder an das wvirländi- ſche Stift fallen ſolten. Gegeben zu Eresbor>g am z6ten September. 1241 Dieoeſelſchen Bauren hatten das Joch des Chriſtenthums abgeſchüttelt, wurden aber von Andreas von Velven bald wieder gedemüthiget I, und muſten ſich €) Recognitio Fratris Andreae de Velven » Magillri Linoniae et per abſentiam Domini Henrici Epiſcopi Oflienf: in cadem dioeceſi Vicegerentis, qua fatetur Apofſtatas Ofiienſer , qui profedui Chriſtianorum illius viciniae multum incommodarunt, con» ditionibus ab üsdem propoſitis, quae hic inſeruntur, in gremium matris Eccleſias et ad vnitatem ſidei ſe recepiſſe, ſaluo in omnibus iure dioeceſiano Epiſc. 1241. Tl N. D. noſtri Iefu Chrifti, Amen. Anno Dominicae Incarnationis MCCXLI Venerabili Domino H. Epiſcopo Q/iliae et Maritimae *) pro ſuis agendis ad fedem Apoſtolicam vergente, qui negotia Epiſcopatns ſui Magiſtro et Fratribus Domus Teutonicorum in Liuonia plene commiſerat et deuote, accidunt ea quae ſunt inferius aduotata, Ego Frater Andreas de vELVEN Domus Teutoricorum ſratr. Magi» ſter **) in Livonia, cum fem in maritima , Qfiliani apoſiatae, qui Chriſtianis nitnis infelti et nociui exiſtunt, in mari, terris et inſulis cismarinis , ordinatione divipae gratiage nuncios ſitos pro, attemptanda compoſitione in Maritimam transmiſerunt. Multis itaque placitis et interlocutociis hiac inde habitis , praedidi apoſtatae in hoc tandem univerſaliter et finaliter conueniuutz Quod fi Eccleha fubſcriptam formam fine omni permutatione violenta in perpetuum ab 38 acceptare dignaretur, vellent redire deuoto animo et prompta voluntate ad Catholicae fidei, a qua diabolico inſtin« Au receſſerant, vnitatem. Forma autem talis erat. Pro cenſa dimidiam menſuram filiginis quod vulgariter dicitur , Punt, de quolibet vaco dare promiſerunt et in cog= gam inferce, quam Epiſcopus eorum ſeu Magiſter Rigenfir iphus fſumptibus procu- rabunt. Si vero coggam babere non potuerint; Naues et Gubernatores in ipſla ter- xa conducent , quae ab ipfis Qfflianis in Rigam feu Maritiman: deducentar. Aduo« catum ad ſecularia iudicia ſemel in anno, eo ſcil. tempore quo cenſus colligitur, recipient, qui de ſeniorum terrae conſilio indicabit , quae fuerint iudicanda, Pro occiſione pueri 3 O/rringh **) ad poenam dabunt, et mater ipfaquoque diebus do= minicis nuda in Coemeterio recipiet diſciplinas. Interim fi quis ritu gentili immo Jauit et qui immolari fecit, vterque dimidiam Marcam argenti dabitz ipſe aufem qui fic immolat 3 diebus dominicis gudus in Coemeterio vapulabit, Si quis in 6ta HR vel quadrageſima, Vigiliis Apoſtolorum ſeu quatuor temporibus carnes comedit , di= midiam marcam argenti lugt Si homicidium iater ipfos et homines alterius terrae contigit, X Marcis argenti redunet, Clericis Parochianis et Ecclekis prae . dbendam dabunt, quam ante Apoſlaſiam dare conſueuerant, cum reſtitutione omnium . ablatorum. Cognito ergo, quod praedidti Q/Qianifidelibus in Circuitu ſuo ohtis minus fuerant opportuni, quod proficientiam et incrementum fidei in partibus Livoniae ve- hementer impediebat; Ego praedictus frater A. Magiſter Rigenfr de Confilio ſra= trum meorum et Clericorum Vaſallorum et de Maritinia et multorum aliorum fide» lium -9 Da die oeſelſchen Biſchöfe ura dieſe Zeit den Vornamen 5. im Original haben, ſo ſeßt es |n den Abſchriften gvſſe Unordniing m Abſicht der Zeitrechnung indem dieſelben bald Herman valid Seinrich däraus machen. 1288 war ein 4. Epicopus Offiz etMarimar zu Lüves; wo er | allen Kaufleuten freie Handlung nach Geſel und dea Wyk erlaubte, ſie auch mit der Sichirheit ihrer Güter im Fal des Schifsbruchs begnadigte, " (1. &d) Hier hätten wir einen neuen Meiſter ; der bisher nicht [3 ünferim Verzeichnis der Herrrmeiſter bes Fant geworden. Zwey Urſachen ſtunden im Wege , warum man ihn nicht mit in Das Verzeih» nis deyſelben bringen wollen 3 einmal weil ſein Name ungewis läutet, undin dem Original Andreaa von Trörben geleſen werden kan. Zum andecn hat ſich auch) weiter nichts auſſer dieſem Doeument . von ihm finden woellen- Ein mehrers ſiehe beim Jahr 1245 in den Anmerkungen, ? 544) Vide quac ad Livenerans iura eirch annum 12328 adnotauimus,

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Biſch. Llicolaus. zurZeit der Regierung Herman Bal>ens, 43 ſich ihrem PifpeN Zeinrich unter ſchweren Bedingungen aufs neue unterwerfen. [241 Doch die Ordensbrüder thaten dabey das Beſte; und dafür vermachte ihnen der Bi- ſchof Zeinricl) den Strich Serwen *) zu ihrem Antheil auf: Oeſel, mit der Bedingung, daß der daſige Hafen für jederman frey und offen bleiben ſolte , eben E wie alle Hafen in der Wpk. Er ſchenkte ihnen auch die Helfte des Dorfs Lo- e , nicht weit vom biſchöjt. Schloſſe. Der König von Dännemark, [Erich der Vie, genant Plotpennintt, errichtete mit dem Biſchof zu Revel den Vergleich, daß der revelſche, nach dem Beiſpiel des dörptiſchen (0054 von 20 Hafen Landes zwey gewogene a Schifpfund Korn, halb an Rocken, h Lehngütern zu empfangen habe; gegeben "a LIachſchouf am 22ſten Zun, *). an Gerſte, ſowol von den Kron- als 2 Erich lium Theutonicoyum et Elonum, necelſitate vrgente, et vtilitate petmaxima ſuadente, praedidam ſormam ſaluo iure dioecefano Epiſcopi in omnibus acceptaui, Prae- ſentes literas ſuper ratificatione et confirmatione praedidorum conuentus noſtri Si- gilli munimine perpetuo roborando. Teſtes ſunt Dominus Nicolaus , qui tunc gere bat vices Epiſcopi; Waltherus Sacerdos , Commendator in Maritima, tunc diocoehs praepoſitus ; Frater Friedericus Stultus, Marſchalcus; Frater Joh. Camerariur Pleba- nus, et alii fratres de Domo Theutonica. Fundam, Frater Ordinis praedicatorum» Conradur , Theodericur, Fratres de Ordine Nudipedum, Vaſalli Eccleſiae Johannes de Bardewich , Heinricur de Beckerhofwede , Henricur de Brach! , Gerbertusr, Frater Johanner de Huxaria; Diedericur de Pallele , Diedrich Ezzecke , et feniores de E/fo» wibur Maritimae et alii quam plures, 4) Der dörpriſche Biſchof Herman hatte nemlich nach Revel an Corchill geſchrieben, daß ec allezeit von 2:Haken ein Külmet Rocken, von 4 Haken ein Külmct Weißen, von einem Haken. ein "Külmet Haber von 2“ Haken“ ein junges Huhn, von zwan« zigen ein Fuder Heu , den Zins aber in Fleiſchwerk oder andern Nothwendigkeiten ent« richret bekäme, . Zuitfeld S. 210, Die Gröſſe der Hafen in alten Zeiten wird nicht nach einerley Berechnung angegeben, und nach einigen Documenten ſcheinet es als wenn 1nanlus nur eine Hufe, vncus aber noch ein gröſſerer Strich Ackerlandes ge« weſen, Wir wollen folgende Nachricht davon mittheilen 2 Cn den Jahren 1232 enthielt ein Haen Landes 30 Morgen Landes, ein Morgen Lana I des aber 40 Ruthen in die Länge und 10 Ruthen in die Breite. Nach einer Com« mißionsverordnung von 1262 ſol die Ruthe x6 Fus halten. Nach dieſer Zeit hatte man von den liefländiſchen Haen ein dreifaches Maas. Das gröſte berechnete ei« nen Haen in der Länge und Breitezu 99 Baſten, und jegliche Baſte zu 99 Faden, wels <es Maas im rigziſchen Kreiſe gänge warz das mittelſte, ſo-der Landhacken genennet wurde, zu 77 Baſten, jede zu 77 Fadenz das kleineſte zu 66 Baſten , jede zu 66 Faden, welches lebtere Plettenbert in einem Privilegio 1518 zu Burtnick anzeiget, Zu den Zeiten dieſes Herrmeiſters legte man auch eine Schnur von 260 rigziſchen El« len 4 mal in die Breite und 5 mal in die Länge , welches ohngefähr mit 2 preußiſchen Hufen überein komt. Aus dem herzogl. curländiſchen Archiv iſt zu erſehen , daß ein? liefländiſche Ba« ſte , deren 66 einen Hacken ausmachen, 66 Faden und überdem eine Länge, 6 mal um den €) Serw nent der Lſke eigentlich eit Horn , dafür der Letke Ragg gebrauchet, Beides bedeute eine Sandbank, davon bey Rigs der Kruſe » Ragg , und der Renge - Rags; dey Jütland aber der Schagge - Rags bekant ſind. Das Serw oder die groſſe Sänddank auf Geſel nennen die Schiffer und Deutſchen Scworben, welcher Name faſt dem halben ſüdlichen Theil des Lana des beigeleget worden. Eine Erdzunge , die lang und ſchmal itt die Ser gehet , heiſt bey dein Ruſſen TTos, und bey allen gorhiſehen Völkern Tres, welches die Schiffer mit Ort ausdrucken« Auf Oeſel kommen auſſer vielen vor: Pämme = Tres , das iſt Pammerorr, und Schworber2 ort iſt der Hafen Jerelhamn berühmt , den alle Schiffer , ſo den rigiſchen Meerbuſen beſchif» fen, beſuchen müſſen 3 er hat ſeinen Namen von dem an den Hertn Landrath Job. Guſkav, von der Gſken genant Sa&>en gehörigem Hauptgute 5etel , und hat einen Fonerthurm , der dem zu Domestnes befindlichen faſt gegenüber ſteht.» XVÖyEL iſt ein Meerbuſen. An der welklichen Kis ſte von "Eſrländ iſt eine groſſe YWpk , die zugleich dem feſten Lande den Natnen gegeben. Der Lie heiſt das Land Läne-mg , das iſt terra Zutuum , oder nach lateiniſcher Art: Maritima, Neil das Stift Häpſal in demſelden gelegen , ſo pflegten die alten Biſchöfe von Geſel ſich Epiſcopi hapfatienſts, auch wol Wykide, zu ſchreiben. So wird auch ein Strich Landes auf WVeſel , wo die See eintrit, und das Land niedrig iſt, Wyk genant« 1242

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44 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1242 Frich der Vte vermachte dem revelſchen Biſtum noch 14 Hafen, zu 43 Lund, 0 beigefügte Zeitbeſtimmung. Gegen die Bujſen war Bglc>e Act / den Kopf und 6 mal um den Daumen, in ſich begreiffenz welche leßtere Länge auch 2 Faden beträget , daß alſo die Baſte 68 ordentliche Faden enthält, jeden Faden zu drey und eine halbe rigziſche Elle gerehnet. Hierein ſäet man 12 Laſt rigziſch zu 42 Lof, Die Heuſchläge und unfruchtbaren Oerter ſind mit hierin begriffen. Auf. den Gütern kehrte man ſich an dieſe Landmeſſerrechnung nicht , ſondern berech- nete die Hacken nach der Menge der Ausſaat ; doch auch darnach ſind die Haen drei- fach unterſchieden, Ein deutſcher Haen erforderte zur Ausſaat 30 Tonnen, ein herrmeiſterlicher 60 Tonnen, ein polniſcher 120 Tonnen ; alles nach rigiſehem Maas, und ſo eingetheilet, daß 2 Drittel jährlich beſaet werden, das dritte aber Brache lie« gen mus. Zu einem Lof Ausſaat nahm man in herrmeiſterlichen Zeiten 2312 Quadratruthen, je- de zu 7 Ellen gerechnet, zu ſchroediſchen Zeiten aber eine Baſte Landes von 29 Quas« dratfaden. Die Herren Reviſores geben von den lieflä&ndiſchen Haen ſelbſt keine beſtändige Ausgrechnung an, indem etliche als Herr Denedict. Protovius in Felvbländern 40 Lof, und in Buſchländern 80 Lof, zuſammen 120 Lof Ausſaat auf einen Haen angeben, / andere ihn aber zu 60 Linien *) in die Länge und Breite beſtimmen. Jede Linie macht 60 Baſten , jede Baſte aber 60 Faden aus. Gemeinem Landbrauche nach, miſt man jeden Haen von 66 Baſten ordentlich nach 1x Baſt in die Länge und 6 Baſt in die Breite , einen halben zu 6 Baſt in die Länge und 5 und einen halben in die Breite , einen halben zu 6 Baſt in die Länge und 5 und einen halben in die Breite , einen viertel Haen zu 5 und einen halben Baſt in die Länge und 3 Baſt in die Breite. Der Herr Rath Heinrich von Tiſenhauſen erzehlet unterm 7ten Jenner 1592, er habe nach vorigem Fus einen halben Haen ſo gros gefunden, daß er 4 Laſt Rocken, und alſo auf. dem ganzen Haen 8 Laſt ausgeſäet, daß auf eine deutſche Meile un» gefähr 40 ſolche Haen Landes zu liegen kämen. Nach der Megart des Herrn Joh. Timotheus Zappach , Geometrs, 1632 vom gten Merz, machen :5 preußiſchraſeburgiſche Schuh eine Ruthe; 10 Ruthen in die Breite und 30 in die Länge einen Morgen, worin man etwan 3 ritziſche Lof ſäet ; 30 Morgen eine preußiſche Hufe, 2 Hufen einen Haen, der 4 Laſt und 12 Lof ritzi- ſche Ausſaat faſſen kan. Doch ſind hierin Heuſchläge , Moräſte, Holzung und ander unbrauchbar Land nicht mit begriffen. Unter dem 7ten Febr. 1627 meldet der revelſche Herr Bürgermeiſter Ranun, daß ein Haen in welchen 12 Tonnen Korn geſäet werden ſollen, 54 Stangen lang und 35 Stangen breit ſey, und alſo 1944 Stangen ins Gevierte betrage, jede Stange zu 6 revelſchen Ellen gerechnet. In TJcrven hielt ein Hacken Landes in die Länge 62 Baſt, jede Baſt 62 Faden in die Länge und 62 Faden in die Breite , worin **) 12 Pf. ſerviſch geſäet werden kan. Auf, die Baſt rechnete man 30 Tonnen ſerviſch Maas, in der Wyk aber machte ein Haken Landes 3942 Quadratfaden aus. Nach einer anderweitigen Beſtimmung nimt man zu einem liefländiſchen Haen, in dem 30 Tonnen geſäet werden , 1844 Faden in die Länge und 961 Faden in die Breite. Das = . 7 Dieſe Gröſſe ſol vermöge des liefländiſchen Ritterrechts ein Haen in Harrien unb Wirland haben , und würde alſo aus 216009 Faden beſtehen, Woeil dieſes zu übertrieben ſeyn würde, ſo hat man den Saß ſo verbeſſern wollen : Ein Baſt hat 69 Faden, 65 Faden eine Linie , 60 Li» nien einen Haken , damit alſo 1 Baſt gleich einer Linie, und 60 Linien gleich einem Hacken wä- re« Da aber dieſer Hacken 6 oder 8 Baſt kleiner ſeyn würde , als ein herrmeiſterlicher; ſo ſtehet man wohl, daß die alte Ha>enberechnung immer ihren Schwietigkeiten unterworfen bleibe, wenn man nicht Zeit und Ort genau unterſcheidet. Ein Faden heiſt auch Filum , Baſten oder Srricke nennen die Pohlen Reſtes in lateiniſchen Documenteit. Vielleicht bedeutet corda auch eine Baſt ; die altdeutſchen Ueberſeßungen geben es durch Reepen. 38) Daß in vorigen Zeiten das Getreide gewogen worden, erhellet nicht allein aus den ehmaltgen Schenkungsbriefen, darin die talenta naualia das Maas beſtimmen , und aus alten Kaufbriefen da 1547 Simon Anrep an Frombold von Tieſenhauſen zu Dörpr einen Erbbauer um 110 Mk. und 114 Pf, Haber verhandelte; ſondern es ſind nech jeßo die Spuren davon in den ſo genau» ten Kleinen Kornwagen übrig, nach deren Anzeige die Güte und Schwere des Korns im Groſſen beurtheilet wird. Noch heutiges Tages werden 5 Lieſpfund Mehl gewogen und für einen Lof. ver» kauft. Mehrere Beweisthümer/ kommen in dieſem Theil vor. SID

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Biſch. Qicolaus. zur Zeit der Regierung Hermans Bal>&e, 45 lich; und erlegte ihrer in einem, Treffen bey Jſeburskp,.2 Meilen von Pit- 1243 (hun , 600 Mann, verband ſich hierauf mit dem dorptiſchen Biſchof, rück- te vor die Stadt Pleskoww, und verſahe ſie mit guter Bejazung, weil der ruſs ſiſche Czaar Gerpold fapituliret 1 und mit ſeiner Beſatzung abgezogen war. Albert der Abt berichtet, daß Graf Adolph von 5Zolſtein den Liefländern damals mit einer ziemlichen Macht beigeſtanden habe. Des Alters und der Ruhe halben begab ſich dieſer Meiſter nach Deutſch- land, wo er 2 Jahr nachher geſtorben und begraben worden *), Das Jus prouinciale Livonie. lib. I1, 6, 26 ſchäßet einen beſeßten Haken Landes auf 200 Ruthen. Der Herr Reviſor Roſenberg bezeuget 1744, daß einem Bauer, der ein Viertelhä« Fer heiſſe, gemeiniglich eine Stelle von 15 Lof rieziſch an Ausſaat angewieſen werde, Von 1683 und in folgenden Jahren ſey eine Tonne Landes von 2 Lof ritzijch zu 14000 ſchwediſchen Ellen , die 35035 Quadratruthen rheinländiſch betragen , jede Ruthe zu 6112 ſchwediſchen Ellen gerechnet 3 Bey der Stadt Riga bediene man ſich des rheinländiſchen Maaſſes zur Ausrechnung der Haus » und Gartenpläße, welches auch oft bey Landmeſſungen zur Parallele der ſchwediſchen Ellen gebrauchet werde. Allen dieſen Ungewisheiten abzuhelfen , hat die hohe Krone die Abgaben der Güter nicht nach der Hakenzahl , ſondern nach ihren Einkünften und Vortheilen bes ſtimmet , weil nicht alle Güter na< der Anzahl ihrer Hafen dieſelben auch beſett aben. 8) Der preußiſche Mön<h Simon Grunow, Predigerordens, ſekt ſeinen Todextag ins Jahr 1238, und giebt das damals noch nicht angelegte Jantir zu ſeinem Begräbnis« ort an 3 worin ihm Schurzfleiſct) ein doppeltes Verſchen Schuld giebt. Wir fol- gen dem Duisburtzer S. 61 und 114, nach deſſen Zeugnis Balcke nicht völlig 6 Jahr Meiſter geweſen. Unſre Geſchichtſchreiber wiſſen von ſeiner Abdankung nichts, und verwechſeln alſo ſein Abſchiedsjahr 1243 mit dem Jahre ſeines Todes, den faſt alle ins Jahr 1245 ſeen. Indeſſen iſt man nicht in Abrede, daß dieſes Meiſters Regierung gemeiniglich noch gar zu lang angegeben werde, da ſelbſt manche preußiſche Scriſt« ſteller von ihm nichts wiſſen wollen, ſondern Diedrich von Grüneck zum erſten Meiſter angeben. Unſre Documente zeigen uns einen Meiſter von Liefland, Namens An- dreas von Velven oder Llötken, der ſich lange Zeit mit den abirünnig gewordenen Oeſelern herum getummelt , und im Jahr 1241 mit ihnen einen Vergleich errichtet, den wir bey dieſem Jahre beigebracht. Den preußiſchen Ordensherren ſtanden die Beſchwerden in Liefland nicht wol an, daher ſie bald wieder nach Hauſe giengen oder die Ruhe ſuchten. Vielleicht waren ſie den Liefländern ſelbſt nicht angenehm, die der alten Freiheit gewohnt waren , und gerne Vorſteher aus ihrem Mittel hatten. Daß aber dieſer Andreas von Velven nicht Promagiſter oder Vicemeiſter , ſondern wirklicher Ordensmeiſter geweſen , bezeuget ein andrer Vergleich von 27 Aug. 1255, in welchem Andreas von Stuckland den Oeſelern ihre Freiheit vermehret , um dieſe armen Leute nicht zur Verzweifelung zu bringen, ſondern ihnen das Chriſtenthum er- träglich zu maßen. Er beziehet ſich ganz ausdrücklich auf den Vertrag, der von ſei nem Vorfahren , Magiſtro Andrea Domus St. Mariae Teutonicorum in Riga, mit den Oeſelern geſtiftet ſeys und damit ſich dieſe Aufrürer nicht wieder an der heil. Ü)a« via verſündigen möchten, ſo begnadiget er ſie mit 7 Artikeln, und darunter auch mit dem Erbſchaftsrechte; daß , wo ſich jemand, auf Eingebung des Teufels, die Kehle abge« ſchnitten , die Erben nicht mehr um des Selbſtmörders Verlaſſenſchaft kommen , noch die Erbſchaft dem Landesherrn zuſallen, ſondern den nechſten Verwandten zu Thei! wer« den ſolle, die auch alle ſo gleich ihr Recht vor Gericht erhalten ſollen, Für dieſe Wohl- that müſſen ſie dem Orden im Winter zu Pferde und im Sommer mit Schiffen wi- der die Feinde dienen. Auſſer denen licefländiſchen Comturen , zu welchen auch der Comtur zur ?emelburgg, Bernhard, und ein Vogt, Ludwig Balcke, gerechnet wird, ſind bey dieſer Handlung viele oeſelſche Bauren gegenwärtig geweſen , deren Aelteiten ſich unterzeichnet Mlle, Culle, Emme, Wurbedene , Tawete, Valde, Wiele- te, Cake, Dieſe Leute haben ein unkentlich Siegel in weis Wachs darunter gedruckt, von welchem nur die Umſchrift : Gflianorum munimentum zu kennen. M Der

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1245 46 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Der vierdte Ordensmeiſter in Lieſland deutſchen Ordens, Heinrich von Heimburg 9), : IT eine ſchwächliche Seibebefbafe wen ſowol, als die verworrenen Um- 5:3 ſtände in dem unruhigen Deutſchland, erhielten dieſen ſonſt wür digen Regenten in ſtillen Friedensgedanfen , deswegen von ſeinen | Thaten nichts in die Geſchichtbücher gekommen. Der Grosfönig von PTogarden, Alerander , rückte vor Pleskow, in welchem Orter, troßaller Gegenwehr, 70 Ordensbrüder und manchen Deut- ſchen niedermachte , 6 aber, die er lebendig befam, über die Klinge ſpringen lies. Der Orden fertigte nach dieſem Verluſt eine Botſchaft nach Dännemark ab, in Begleitung des fönigl. Statthalters von Eſtland. Der König brachte auch ſchon zu Nſt&dt eine mächtige Flotte zuſammen, nach Lſiland zu ſegeln, und übertrug ſeinem Bruder Abel die Anfürung derſelben, weil er ihn im Rei- c<e nicht ohne Furcht zurück laſſen konte. Doch der König und ſein Bruder ſtel? ten auf die andre Botſchaft , daß Alexander ſich zurück gezogen, die Reiſe ein, und begnügten ſich , einige Truppen zur Verſtärkung der Beſaßung in die Grenz? veſtungen nach Eſtland zu ſchien. Der ehemals modeneſiſche und damals ſabiniſche Biſchof, Wilbelm, machte am zten Febr. im zten Jahr der Regierung Jnnocentius des Vten zu Lyon *) 2 Theile von Curland dem Orden, und dem Biſchof den dritten aus, wobey man die in Preuſſen getroffene Einrichtung zum Muſter anfürete, weil die Vorrechte des deutſchen Ordens, durch der Schwerdtbrüder Vereinigung, mit auf die Liefländer gefommen ſeyn. Der Orden hatte nicht nur Curland wieder erobert, nachdem die abgefallenen Curen ihren Biſchof Engelbert umge- bracht 3 ſondern auch das Schlos , ſv ehmals Goldingen, anjetßo aber Jeſus- bore heiſt, daſelbſt erbauet, MN „on «) Beim Zorner heiſt er von Hanenbere) , beim Strubicz, Sriderich von Zenne« bert, in der Handſchrift von Herrmeiſtern Hindrich von Zennebertg, bey andern von Zembertz oder Zemborch, 5%. L. Schurzfleiſch verdenfet es dem Ruſſov ohne Grund , daß er dieſen Meiſter in die Zeit des 4ten Biſchofs LTicolaus ſekßet. 6) Unter der Negierung dieſes Papſts kam der Orden in ziemlichen Flor. Denn etwan ein Jahr darauf ward den Rittern durch Petern von Alba, dieſem ſabiniſchen Bi- ſchof Wilhelm und dem Cardinal Johannes, auſſer zwey Theilen in Curland auch noch der dritte Theil von Semiäzallicn zugeſprochen; welchen Ausſpruch auch Jnnocentius der IVte zu Lyon im gten Jahre ſeiner päpſtlichen Würde am 14 Merz beſtätigte, und dem rieiſcben Biſchof 200 Haken von Donegantze u. Thartzelein Cur- land anwies. Die päpſtliche Beſtätigung iſt dezwegen merkwürdig, weil ſie dem Erz biſchof von Liefland, Preuſſen und Eſtland , dem Biſchof von Riza und dem von Curland zugeſchicket worden. Der päpſtliche Geſandte LVilhelm nennet Curland Partem veteris Prufſiae, Wegen des biſchöflichen dritten Theils in Curland verſchrieb ſich der Hochmeiſter TWilhelin von Urenbach *), daß weder er noh ſeine Nachkom- men was darüber zu ſprechen haben wolten. 7) Den Namen dieſes Hochtnelſters von Urenbach ſucht man in den Geſchichtbüchern vergebens 3 wie denn auch Hartknoch die Unvolſtändigkeir in dem Regiſter dieſer Regenten zugiebt, Die Urfün- de ſtehet in des Herrn Lettelblädts Falcice, rer. Cur/and. S. 148, doh mit einer unrichtigen Jahrzahl: zu Venedig 1223 , die wenigſtens 1246 heiſſen mus. Denn Urenbach beziehet ſich auf den euriſchen Biſchof 55erman , wilcher den Brüdern ſchon einen Theil, und auf den Biſchof 5einrich von Littlenburg , welcher den andern Theil von Curland dem Orden in Beſik ein- wm 0] da doch der lebte erſt 1245 ſein Biſtum Semgallien mit dem Biſtum Cyrland | verwechſelte,

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Biſch. Vlicolaus. zur Zeit der Regierung Heinrichs v. Heimburg. 47 In demſelben Jahre vermachte der rechtmäßige Erbe des Fürſtententhums 1254 lesfow , Jaroslaw , den halben Theil ſeines Landes an die Kirche zu orpt *). "Nach einer zweijährigen Regierung nöthigte den Ordensmeiſter ſeine Unpäs- lichfeit nach Deutſchland zu gehen, und dex Ruhe zu genieſſen. Der fünfte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens. Dietrich von Grüningen, ") YA r brachte den gröſten Theil ſeiner Regierung mit det unruhigen Curen 1246 2723 zu. Dieſen Leuten wolte es nicht recht in den Kopf, mit der Taufe EL zugleich die Knechtſchaft der Deutſchen anzutreten, und hiengen ſich daher an die Litthauer, welche auch unter ihrem Gresfürſten WMpyndow aufbrachen , und Curland von der fremden Re- gierung erlöſen wolten. Am 25 May verſtattete Johann, Herr von LMeck- Lenzburg, den riefiſchen Bürgern zu Wismar und in andern Oertern ſeines Gebietes, eben die Freiheit , welche die Lübecker genieſſen. Herr Gottfried Bülow , Herr Johann ſein Bruder , Herr Bernhard von Walie , Herr Dietrich Clawe, Herr Ulrich ſein Bruder, Ludecke von Zam, Zolein- nehmer, Zeinrich) von Dortmund, Ergee Dittmar von Bucos 2 WE; €) Die Bewegungsurſache dieſer Stiftung iſt unbekant», Die Meinung, daß die Ruſ- ſen den <riſtlichen Glauben angenommen , findet nicht Stat z weil dieſe ſchon längſt Chriſten waren, welches auch Hirne eingeſehen. Vielleicht entde>t uns Raynald annal, eccleſ. t. 13, p. 559 1. 29 die Urſa<e. “Jnnocentius der IVie ſchreibt von Lyon am zten May, im dritten Jahre ſeinct Regierung, 1246 an einige Czaaren in Ruoland, daß er ſeinen Botſchafter Aibert , Erzbiſchof von Preuſſen , Luf- und Eſiland an ſie abfertigen wolle, weil er von ihrem Zutrit zur römiſch» catholiſchen Kirche benachrichtiget ſey. Der Papſt befehligte auch Albert unterm 7 September nach Rusland , die Botſchaft an den durchlauchtigen König Daniel anzutreten, und deſſen Beitrit zur römiſchen Kirche in den benachbärten Gegenden bekant zu machen. Allein der- dörptiſche Biſchof Bernhard wuſte ſich mit dieſer Schenkung nicht gar ſicher , indem er 1247 mit des Legaten Bewilligung die ganze Donation dem Orden ab- trat, mit beigefügter Bedingung, daß die Brüder daſſelbe Land gegen die feindlichen Anfälle in eigner Perſon, zur Erhaltung der Kirche zu Dörpt, ſchüßen und vertheidigen ſolten, .. g | ' 8) Chyträus giebt ihm feinen Zunamen; Strubicz nennet ihn DiricX von Griningen, Rajalowitz ſchreibat ſchlechtweg Meiſter Diedrich, andre Theodor von Groningen, uud von Groncn. Noch andre Meiſter von Gruneck oder blos Zeinrich. Zorner ſekt ihn gleich nach Balcken, andrenoch wunderlichernach Volquinen, Mit der Zeitreche nung hat es hier folgende Bewandnis. Die Urkunde , welche Herr Gruber aus Trettelbladts Samlung anföhret, und die vom rtten VMärz im dritten Jahr der päpſtlichen Regierung datiret iſt, meldet uns dieſen Ordensmeiſter zuerſt. Bey dieſem Inſtrument aber findet die ain Rande beygeſchriebene Jahrzahl 1245 nicht ſtat, weil beim Rapynald , in dem Schreiben des Papſts an einige rußiſche Czaren, der ute May 1246 nicht ins dritte Jahr des Jnnocentius 1V, fallen kan. Wir haben alſo das Jahr 1246 ihm geben müſſen. Jnnocenttus nahm ſich ſeiner bsſonders an , und lies zu Lyon durch Peter, Biſchof. vonAlba, und Wilhelm, nunmehrigen Biſchof von Sabina , wie auch durch den Cardinalprieſter Johann, den Erzbiſchof zu Rio ga, Albert, ermahnen , die Freyheiten des Ordens nicht zu kränken , den Verords nungen des Legaten von ÜJodena nicht entgegen zu handeln , ſonderlich derjenigen, in welcher den Brüdern zwey Theile von Curland mit dem Zehnden ausgemacht ſein ; auch ſolle der Erzbiſchof weder mit Chriſten noch Heiden gegen den Orden ein Bündnis eingehen. Geſchrieben zu Lyon, ani 24 Februar, 1251,

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a8 Leben Und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1246 we, Ulrich und Tliclaus von Cusveld, Wizzel Kleine (Paruus) 5in- N rich von Bucow, Sildebrand von Pole 3 ritjiſche Bürger / waren eugen. h ? "Auf eingelaufene Nachricht , daß die Curen und Litthaguer mit einem Heer von 30000 Man Ampoten belagert, machte ſich der Ordensmeiſter in Perſon auf, überrumpelte die Belagerer , und jagte ſie nach einem Verluſt von 500 Mann nach Hauſe, doch blieben beim Entſatz vier Ordenöritter und 10 andre Liefländer. Der Ordensmarſchal Berwart ſol dieſer Unternehmung mit beigewohnet haben. Dietrich drang hierauf. in Litthauen ein , wo er ſengte und brente, aber auch manchen Kopf verlor. | 1243 Dier däniſche König Erich beſtätigte zu Botſchild dem Ciſtercienſer- kloſter Gudwall in dem Biſtum Linköping, *) die vom Herzog Cnut er- haltenen Privilegien, und erhandelte zum Nußen deſſelben von den Deutſchen in Eſk- und Wirland die Dörfer Bale, Xalemachi, Ugri, Culmigs, Sicudal, Adalica, Ballis, Wonei, und Perniſpä. Doch muſten die Bauren auf das Schlos nach Bevel frönen, und in Kriegszeiten ſich wie Sol- daten gebrauchen laſſen. Er ſegelte auch ſelbſt nach Eſtland, beſorgte die nde thigſten Anſtalten im Geiſtlichen und Weltlichen, machte allerhand geiſtliche Stif- tungen und ſchenkte, als er wieder nach Lund kam, am 8ten Aprildem eſtländi- ſchen Biſchof. Torchill 14 Hafen im Dorfe Rawwwel, ſv Ulrich Schü- tzen gehörte, beſtätigte auch das gottſelige Vermächtnis, in welchem ſein Vater vor 9 Jahren das Biſtum Bevel ſv reichlich beſchenket hatte, geſchehen zu War- tinsbor>, am x September 9 Dem Orden in Preuſſen und Liefland | aber +) Nach Arrild Zuitfelds Bericht war Gudwal, das erſte Kloſter in Liefland , Ci- ſtercienſerordens, Was hat aber Zuitfeld durch dieſen mangelhaftenBericht unſern un- gedruckten Geſchichtſchreibern nicht zu rathen aufgegeben ? Herr Thomas iärne gab ſich viel Mühe dieſes Kloſter zu finden , konte aber mit allem Nachſuchen weiter nichts heraus bringen, als daß einige Güter in Zarrien und Tirland dazu gehöret haben, deren Namen er doch aus dem Zuitfeld abgſchrieben zu haben ſcheinet, Einige haben daher dieſes Kloſter in Walck geſucht. In der aus dem Zuitfeld genommenen Er- zehlung begehet Herr Ziärne auch einen Fehler, indem er des lundiſchen Erzbiſchofs 1Eskill Erbgut und geſtiftetes Kloſter Eſſerum für einen Mönch Namens LVſſerus, angeſehen , den Waldemar 1 nach Eſtland geſchit habe; da doch der däniſche Geſchichtſchreiber ſich ſo ausdruet , daß das Kloſter Tſſerum (Tſcheraum) dem Kloſter Gutwal Mönche überlaſſen , und ſelbige dahin geſchit, Der Papſt weis uns dieſes ſo lange vergeblich geſuchte Kloſter beſſer anzuweiſen, Benedictus der Xlte beſchweret ſich in einem Schreiben an den Stathalter des Königreihs Dän- nemark und des Herzogthums Eſtland , daß der Höchſte durch den Dru der Geiſtli- <hen und ſonderlich der Ordensleute ſehr beleidiget werde , daß man den Eifer der Cio ſtercienſer unterdrücke, den Mönchen viel Herzleid zufüge , ihre Güter einziehe, und ſie ſelbſt im Gefängnis halte, da doch alle Geiſtliche frey ſeyn müſten, Er verlanget alſo , daß der Stathalter die Steuer der 400 Mark rigiſch den Ciſtercienſerklöſtern Valckena , Padis und Guthwal erlaſſe, damit die Kirchenfreiheit niht zu Grun- de ge9e. Gegeben zu Avignon, am gten Febr, Ein andrer Brief vom 20 April wiederholet ein gleiches , ſeßet den Orden zum Schirmherrn dieſer drey Klöſter , und ſpricht alle Klöſter in-Eſtland von Schoß uud Abgaben frey. In beiden päpſtlichen Shreiben werden beſagte Klöſter in die Biſtümer Dörpt, Revel und Linkiöping verleget. Nach dem andern, ſo an den Ordensmeiſter in Liefland gerichtet iſt, gehöret Padis zu Eſtland , in welcher Provinz die beiden andern Klöſter einen groſſen Theil ihrer Güter haben. Nun wil ſich das 7te Jahr der päbſtlichen Regierung und der Ort Avieznon mit der dieſen Briefen beygeſeßten Jahrzahl 1305 nicht wol reimen, wenn anders die gemeine Zeitrechnung der Päpſte um dieſe Zeit richtig iſt, e) Wenn die Dänen uns die eſtniſeen Namen nicht ſo ſehr radebrechten , ſo könten wir die an das Biſtum Revel geſchenkte 80 Haen in den Dörfern Obwald, Ruts, Sammitkertel, die ſonſt Robert von Sluck gehörten , und in den Ddr« fern Chokere , Peſack, Carris und Waimel ſuchen, die ein gewiſſer Luttgard ehemals beſeſſen. Die 40 Haen, weiche dam Biſtum Wirland zugeſchlagen wer» ! den 1247

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B, Llicolgus, zur Zeit der Reg. Dietrichs v. Grüningen. 49 " nverſagte er in einem eigenen Schreiben den Eingrifiin die königlichen Güter 1249 in ano. Mah einigen Verdrieslichfeiten mit dem Erzbiſchof Albert, dankte Die- 1253 trich ab, und begab ſich nach Lyon, wo/er für den Orden manches Gute aus- richtete, "Der Papſt Innocentius der ſte lies durch die Biſchöfe, Peter von Alba und Wilhelm von Sabing zwiſchen ihm und dem Erzbiſchof. einen Vergleich ſtiften , der auch im folgenden Jahre am 24 Febr. zu Stande kam, darin alle Beleidigungen gegen. einander aufgehoben werden. Der Erzbiſchof ſol das Kreuß und Glaubensgeſchäfte durch Predigen und Rathen befördern, die ES REESLE unangefochten laſſen, ſich nach des modeneſiſchen Biſchofs Urtheil mit einem Theil in Preuſjen und Curland begnügen laſſen, den Or- densbrüdern das Wſegeld von den Gelübden abgeben, ihnen nichts zu Leide thun, oder thun laſſen , ſich weder mit Chriſten noch Heiden gegen den Orden verbinden, dagegen die Brüder dem Erzbiſchof ſeinen gebührenden Reſpect geben, feine Ver- WE in Schuß nehmen und alle Neubefehrten freundlich und gelinde halten müſſen. Ihm wird ſonſt die Erbauung der Schlöſſer Ampoten und Curland 9 125x zugeſchrieben. is er den ſollen , liegen unter dent Gute Saltzalle. Es iſt gar kein Wunder, wenn ſolche Schreipfehler ſich darch viel Jahrhunrerte hindurch erhalten, Die Licfländer muy ſten ſchon 1575 eine Vereinigung über gewiſſe Namen. von ſolchen Do: fern ſchlicſſen, die in den Specialbullen nicht richtig getroffen waren, weil die päpſtl, und kaiſerlichen Kanzleien die <igenthümlichen Benennungen der Dercer ſehr ungeſtalt und unfentlich “ qusgedrucket hatten. 2) Curland, ein altes Schlos nach dem Namen des Landes, Die erſte Erwehnung der Curen findet man bey dem hamburgiſchen Erzbiſchof Rembert im Leben des heili- gen Ansgarius , kf. 27, worinne dieſe Nation Chori heiſſen, welche der hiſtoriſche Dichtet Sualdo eben ſo benennet. Aus dem Remberct hat der Canonicus Adam von Zremen dieſeBenennung eatlehnet, in ſeinem Buch von der Lage Dännemarks, Kap, 223. Saxo der Seeländer nennt ſie Curetes, doch laſſen ſich des Prolomgi Caryones nicht dahin rechnen, + Paul Einhornhat in ſeiner lettiſchen Hiſtorie S. 11, den alten Siß der-Lureten weder richtig geſucht noch richtig gefunden, Da Rembert ſowol als Adam auf bloſſes Hörenſagen geſchrieben, und Curland , wenn es nicht Oeſel bedeuten ſol, eben ſo wie Eſtland , zur Inſel machen z ſo läſt ſich aus ihnen ſo wenig der alte Zuſtand beiver Provinzen erweiſen*) als aus dem Snorro Sturlon- ſon, wo der Lagman von Upland, Chorgnyr an König Glaus I1l von groſſen Schlöſſern und Veſtungen pralet, welche der König zu Upſal , Erich Eimund, in dieſen Oſtländern angeleget haben ſol. Man vergleiche damit Seite 128 in den Luo» nicir , oder einiger zu mehrern Erleurerung der mir Anfang des 1700 Jahrs in Liefland entſtandenen Unruhe dienlicher Stücke und adorum publicorum faſcicuium teitium, Das Chronicou Krouien/e nennt Curland Corſia, Wonraiz führt den Namen des Landes von demlettiſch- und curiſchen Worte Jure, das Meer, welches wie Chure geleſen worden, und von Semme, dasLand herz daher Oeſel die Be- nennung Chureſägred«. i. die 3 cerinſel erkalten, Cluverius ſezt die Scyren zwiſchen die Weichſel und Düne, woraus ÜMonran die Churen macht , weil y und u leicht verwechſelt werden , als oxvros Scutica , zev52AAos auf rußiſch Chruſtal, Nyrge auf rußiſch Nurgge, ſo auch Thyle und Thule, Unter den Zirren mag man enk- weder die Wirics, Wirländer, oder die «Zarrier um Revel verſtehen , weil ſie eſt- niſche Völker ſeyn ſollen , und man ſie daher nicht in Curland zu ſuchen hat, Die Sprache in Curland iſt die lettiſche. *) Der-Text Adams von Bremen heiſt im-ganzen ſo: Quarum Cinſularum Sinus Balthici) maxima ei illa , quac Curland dicitur, iter o&o dierum habens; gens erudelifima propter 'niunijum 1dololatriae cultum fugitur ab omnibus : aurum ibi plüritmun , equi opti- ani divuinis auguribus atque necromanticis omnes domus ſunt plenae, qui etiam veſtitu mo» nachico induti fünt. A toto orbe ibi refponfa petuntur, maxime ab Hiſpanis et Graecis, Herr Gruber verſtand darunter die Inſel Geſel, davon doch auſſer dem Namen nichts zutkeffett wil, Hielte mans auch für eine von den Mönchen in der lateiniſchen Bibel I ENES N

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50 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, Der ſechſte Ordensmeiſter in Lieſland deutſchen Ordens. Andreas von Stuland, *) Rag 1251 ZeLXE Die Grafen Johann und Gerhard von Zolſtein, Wagrien und E77 Stormarn gaben den Bürgern und Kaufleuten zu Big die Freiheit unterm 7. Aug. daß, wenn ſie nach Z5amburty oder ſonſt Eze. 11 ihre Lande fämen, ſelbige von Zoll und Unpflichten ewig und En gänzlich los ſeyn ſolten. Der Brief. iſt unterzeichnet vom Bruder Adolph, ihrem Vater, Gervaſius dem Kapelian, den Rittern Drowin, ih- rem Lehnsmanne Otto von Lüneborch , Albrecht von LNTäiedebeke und an- dern mehr. An der Urkunde henget an einer gelben ſeidenen Schnur von gemei- nem Wachs ein Siegel, in deſſen Mitte das Bild eines geharniſchten Reuters, derin der Rechten den bloſſen Sebel, mit der Linken hingegen den Zaum des Pfer- des hält: umher ſtehet die Umſchrift: S. lohannis Comitis Stormarie, Wagrie et Holtzatie, Das andre Siegel hält eine rothe ſeidene Schnur , mit einem Schilde in Geſtalt eines gezackten Neſſelblats, nebſt den Buchſtaben am Rande: S. Johannis et Gerhardi Comitum de Schowenburg. Dieſer Freiheitsbrief. iſt etlichemal, und unter andern vom Erzbiſchof Splveſter, in Abſchrift genommen worden. Der König von Dännemark , Abel, übertrug dem Biſchof. =5er- man von Oeſel und der Wy>X den ewigen freien und völligen Beſitz des öſel- ſchen und wyckiſchen Biſtums, entſagte ſich aller Anſprüche darauf , und ' der Koſten , welche der Biſchof. dem Könige nach gewonnenen päpſtlichen 1Ur- theil auszahlen müſſen. *) Gleichfals trat Abel dieſem Ordensmeiſter (13 ein ) Zorner nennet ihn von Stockland , Waiſſel hingegen von Stäverland. Die Urheber der neueſten Beſchreibung der Ritterorden , von Strickland, Stru- . bic3z, von Seeland, Er heiſt auch Anno iin idem deutſchen Briefe von 1255 , nach welchem die riggiſchen Bürger in der See Ranijerwe fiſchen können. +) Die königliche Ceßion an den Biſchof, liefert Zuirfeld S. 230 und Pontanus S. 340. Die an den Meiſter aber kennen wir aus öffentlichen Abſchriften , die mit der erſten faſt gleichen Jnhalts ſind» PBeyde ſind zu LTypbory am 8 Aug. von dem ſchwediſchen Primas Uffo, Erzbiſchof zu Lund, den Biſchöfen Eſchil zu Schles- witt, Jacob zu Rothſchild, Esgger zu Rypen, Jacob zu Odenſee, dem kös niglichen Bruder Chriſtoph , dem Grafen Ernſt von Gleichen, dem Grafen Jo- hann und Gerhard von Holſtein, dem Ritter Gerbert von Stolrenborch , dem Kämmerer Tycho Zoſt, Andreas Peterſon , Johann TTfilſon, Saxo Peter- ſon und andern mehr unterſchrieben. Der König führet darin an , daß ſein Vater Woldemar und ſein Bruder Erich dem Biſchof: wider Abels Willen am päpſtlichen Hofe zu viel gethan. Die däniſchen Geſchichten beſchreiben uns dieſen Zero man als ehmaligen Kanzler bey Abeln, welcher um ſeines Herren willen manches gewaget , und daher von Abeln bey deſſelben Gelangung zum Thron , mit dieſem" Freibriefe begnadiget, aber auch von deſſen Vorfahren gegen die Verſicherung von 1238 ſey beeinträchtiget worden. Eine alte Grenzſcheidung zwiſchen der VWOpyck und Harrien , worin eines Abts von Padis Erwehnung geſchicht , nennet dieſen 'Zer- mann einen Herrn von Burthöveden , Biſchof von Oeſel und Beſißer des Kloſters zu Leal , in den Zeiten da Bruder Ruſſe ſein Vogt zu Leal, und Leettzas Haupt- mann ſce Redensart , und verſtünde durch eine Inſel nur ein an der See gelegenes Land, oder das eigentliche Curland ; ſo wird ſich doh die übrige Beſchreibung, ohne groſſe Leichtgläubigkeit, ſchwerlich auf das feſte Land deuten laſſen. Des Sieges über die Curen rühmt ſi< der kluge und groſſe Stareatber in folgenden Verſen an Hatherum beym Saxo, S. 152 Hinc mecum cgregiis congreflum viribus Hamam Enecui, mox cum Rino duce, Flebace nato, Obtriui Carios (Cranz lieſt Kyrios) vel quas alit Zflis gentes, Et populos , Semgalla , tuos.

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B. LXlticolaus. zur Zeit der Reg. Andreä v. Stu>land, 51x ſein ganzes Recht auf Gerwen , Alenpoys , LTormegunde , Moche und 1251 Waigele ab, damit das Reich GOttes durch Einigkeit erbauet würde zur Vers gebung ſeiner Sünden. <) gie 5 70 Die Litthauer verſuchten ihr Heil durch eine neue Streiferey in Liefland, 19.52 wurden aber mit blutigen Köpfen nach Hauſe begleitet, Die Liefländer hinge ; gen rücdten gar in Samogitirn, und zogen durch Seentgallien, nachdem ſie in beyden Ländern fette Beute geſamltt, wieder nach Hauſe. Der König Min- dow in Litthguen bekam hiedurch Friedensgedanken , ſtellte ſich auch auf. der Deutſchen Einladung zu einer Unterredung ein, in der er ſeine Neigung zum Chriſtenthum entdeckte , welches dem Papſt Innocentitis dem I1Vten hinter- bracht wurde. Der Papſt AChaf zwey Kronen, oder lies ſie auch in Rigg ver- fertigen, die der liefländiſche Erzbiſchof an ſeinen Bruder Zeinrich , Biſchof zu Culm, in Begleitung des Ordensmeiſters nach dem königlichen Wohnſitz in LSitthauen ſchi>te, wo <Zeinrich den Lindow nebſt ſeiner Gemahlin , wels <e in der Taufe LMartha genennet wurde, nach geſchehener Taufhandlung zum König und zur Königin von Litthauen krönete. Der Biſchof belehnte auch den Ylindow im Namen des Papſts mit Litthauen; da denn dieſe feierliche Haändlung bey allen Hofleuten einen ſolchen Eindruck machte, daß über 600 vor- nehme Litthauer ſich mit taufen lieſſen, obgleich die übrigen Unterihanen auf dieſe Unterwerfung ſchlecht zu ſprechen waren.*) N 2 Der mann zu Revel war. Alſo ſäumte Hermann nicht, die Grenze auf eine ſehr um- ſtändliche und beſtimte Art mit dem däniſchen Statthalter zwiſchen ſeinem Stiſte und dem königlichen Lande in Richtigkeit zu bringen. Sie fängt ſich an vom Dorfe Walckle in Zarrien , bey einem groſſen Baum vorbey, worein ein Biſchofsſtab ,ge- hauen iſt, und gehet über den Bach Rellamechkt bis in den Buſch Aitepäh , wo der Seiftsbauer Nlagdis zu Romedy wohnet. Hier ſeßt es Noth in unſern Hand«- ſchriften, die dieſen Grenzbrief, der keine Jahrzahl hat, weder mit den Jahren 1224 noch 1334 vergleichen können , in welchen Hermanne regieret haben. Weil die lekte Fahrzahl zu neu, indem Geſel und Leal ſchon längſt eingegränzet geweſen, und der andre Hermann den Beinamen von Osnabrüg geführet, die erſtere aber des Kloſters und Abts zu Paids halber zu alt iſt; ſo müſſen wir wol aus den däniſchen Schriftſtellern und unſern Urkunden einen mitlern Biſchof Hermann annehmen, und wer weis ob dieſer angegebene Herr von Buxthöveden nicht Schuld daran iſt, daß enan dem Biſchof Albert , als Bruder des erſten Zermanns , den ſonſt vornehmen Namen derer von Buxthsveden beigeleget. Dieſer zermann fällt in die Jahre 1277, und nicht, wie Zzuitfeld ſchreibt, ins Jahr 1251 , indem ſelbſt in Urkunden noch lange nachher Zeinriche vorkommen. «) Dieſe freywillige Schenkung beſtätigte der Papſt Martin der 1V am erſten Septemb, 1282 zu Monte Fiaſcone, der revelſche Biſchof Zeinrich aber verſahe ſie 1307 mit ſeinem Vidimus. 8) Es iſt bey unſern Schriftſtellern noch nicht ausgemacht , welcher Papſt den Mindow in den Schoos aufgenommen. Ruſſow giebt Jnnocentium dem I1Vten und Relch Alexandern dem I1Vten zu ſeinem geiſtlichem Varer an. Ruſſow hat Recht , weil ihm RojalowiczP. 1, lib.4 nicht entgegen iſt, Michow, Guagnint und unſre Ur- kunden aber beiſtimmen, %. Spodanus ſchlieſt es aus der Fortſeßung der Jahrbü« bücher des Baronius. Am unwiederſprechlichſten bezeugen es Ü)ypndorvs eigene Briefſchaften , unterm Jahr 1257. Einige gehen in manchen Umſtänden etwas von ihm ab z nemlich weil der Fürſt von Polocz, Theophilus , von ſeinem Bruder Ulindow bekrieget wurde , hieng er ſich, unter Vorwand des Beitrits zur römiſchen Kirche, an den Ordensmeiſter , daher ihm Ulindow den Streich ſpielte , und beim Erzbiſchof ebenfals um die Taufe anhielt, welches ſich dieſer für ſeinen Kopf nicht zu bewilligen gerrauete , bis ihn der Papſt dazu Erlaubnis ertheilte. Der Rath und die Geiſtlichkeit in Riga haben eine eigene Acte in dieſer Heidenbekehrung ausgeſtellet, * daß der König Mindow nach ſeiner Krönung unb Salbung Geiſtliche und Mönche in ſein Land genommen. Die Herren Polen und andre ſchreiben dieſen Namen WMen- doc, Mendego, Mendolph , Mende, Wendogunus und Mindog , welches alles gegen die Urkanden iſt, und machen ihn, wiewol fälſchlich, gleich nach GU ve

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1252 1253 52 ./“ Lebenund Thatender liefländiſchen Ordensmeiſter. "" Der Ordensmeiſter Andreas unterſiegelte nebſt dem Biſchof Seiden» reich in Preuſſen und dem ritziſchen Dompropſt =Zezelin, den andern Tag nach Luc& des Evangeliſten, auf dem Schloſſe zu Goldingen 1252 einen Ver- trag in welchem'der Biſchof =einrich von Curland und der Ordensgebietiger Eberhard von Seine, auf Anſuchen des ritziſchen Propſts die Worte eines Briefes ; daß On Genemhaltung des Biſchofs und der Brüder keine Städte in, Curland angeleget werden, die Brüder hingegen zwey Theile und der Biſchof ei- nen Theil haben ſolle , blos von der Stadt Vlemelburt wollen verſtanden wiſ ſen, welche Stadt zwiſchen der XTlemel und Daucghe liege- Die Münze, ſo zu Memel gepräget iſt, wird durch ganz Curland für gültig erfläret. Der liefländiſche Erzbiſchof Albert , der bis jego noch Diener der Kirche zu Lübeck war, ſandte einen Bannbrief herein wider die Strandkaper, die ſich die Schiffe, welche zwiſchen Lübe> , Gothland und die Düne hinauf,. oder nach Lief-und Eſtland ſegelten, nac) der Strandung zu plündern unter- ſtehen würden, vermöge deſſen auch andere, ſo durch käufliche Erſtehung, Ein- tauſchung oder Bergung etwas von dem Geſtrandeten an ſich gebracht, als muth- willige Todtſchläger angeſehen, und ſo lange von der Kirchengemeinſchaft ausge- ſchloſſen wurden , bis ſie das Geraubete doppelt erſezet. Kübeck im Monat Iunius. -) Der littguiſche König V3pndowe gab den riziſchen Kaufleuten ein anſehnlich Handelsprivilegium in ſeinen Landen. EE achdem Jahre zum Mammeluen. Er ſtelte im Jahr 1253 der Stadt Riga den Freiheits» brief aus , durch ſein ganzes Land zu handeln , worinne er umſtändlich bekennet, daß er durch den Dienſt des culmiſchen Biſchofs 5%. zum König von Litrhauen geſal- bet worden. : €) Weil dieſe Urkunde verſchiedene bisher unbekante Umſtände entde>et, ſo haben wir ſie hier nicht weglaſſen können. Daß das Biſtum Revel mit unter den rigiſchen Kire <Henſprengel gehöre, iſt ſchon aus andern Zeugniſſen bekant. „Albertus uſeratione dinina Archiepiſcopus Livoniae , E/honiae et Pruffae , miniſter Eccleſiae Lubecenfir? Omnibus Sandtaec Matris Eccleſiae üdelibus, ad quos prae- ſous ſcriptum peruenerit, falutem et benedidtionem a Domino. Chriſtiani nomi- nis religio hoc requirit , vt ſuper afllictos 11 geſlent viſcera, quae ſibi volunt in ſuis neceſſitatibus ſubueniri, et hoc idem perſuadet lex et ratio naturalis, vt, quaecun- que volumus nobis fieri, eadem et nos proximis noſtris maxime, neceſlitatis, tempo- re, faciamus. Cum itaque neceſſitas non modica, imo vna de maximis et de Prae- cipuis reputetur, vt, cum fideles quique mercatores in licitis negotiatiombus res et perſonas fuas exponant diſcrimini, et tempeſlatis periculo ingruente quaſi nihil alind niſi mortem ante oculos videant incumbentem , et parum reputant res omnes deper» dere , ſola vita contenti, miramur et mirari non ſufficimus, quomodo inueniri pofſ- ſet quisquam tam perditus et prophanus, qui manus ſuas Faleeg pracſumat exten- dere ad res illorum, qui de naufragio et maris periculo per ſolam Dei clementiam Nint ſaluati, quod omnium raptorum et praedonum crudelitatem excedit, vnde!vo- lentes cum Dei adiutorio tanto ſceleri congruis remediis obuiare 3 tale duximus prouidendum , vt ſecundum ſandtiones canonnm et imperialia decreta maiorum omnes huiusmodi ſceleratiſlimos praedones vno animo perſequanmmr , decernentes inprimis, vt omnes ſupra didos 70:0 qui mare navigant inter Lubecam et Gotlan- diam, et inter Dunam fluujum *) adſcendendo, nec non ad omnes partes Livoniae et Eſthoniae fob Apoſtolica ſede et noſtra protedione conſiſtant, nec quisquam eos contra juſtitiam audeat perturbare, et tam perturbatores, quam Participes eorum, feu tutores ac defenſores excominunicationis vinculo fint adſiridi, et quicunque de rebus ſic ablatis in emtione, permutatione vel conſeruatione aliquid Participare, prae» fumferit, donec ablata in duplum reſtituat, tam diu ah BEE eccleſiae hit NE pen. ſus, 2c fi voluntarium homicidium perpetraſlet. Iudices autem ſeculares huiusmodi latrocinia poteſlate hbi tradita, tanta giligentia perſequantur, vt ipſos non oporteat rationem reddere de negledu, quod non turbare peruerſos nihil aliud ſit quam fo- vere. In parochia vero illa , vbi talis rapinae facinus perpetratur , ſtatim ceſleut di- uina officia, et igniſicetur Epilcopo loci et judici feculari, quod propter talem caufam diuina ceflauerint, ef vterque opponet remedium falutare antequaim fiat reſumtio di- uinorum «

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LErzbiſch. Albert, zur "Zeit der Reg.) Andr. v. Stuckland, 53 Nachdem der lekte ritziſche Biſchof YIicolays die Augen zugethan, ſuchte 1254 ſich das Domfapitel, dem der Orden ſchon zu Haupte gewachſen, einen bey dem apſt beliebten Mann aus, und fiel mit einmüthiger Wahl auf den um Liefland Ehr verdienten Albert, /) welcher um ſeiner wichtigen Aemter willen, vom Papſt 1255 352 dem 1Vten zu YTegpolis am 20 Jenner die Volmacht erhielt, in welcher das bisherige Biſtum zu Rigg in ein Erzbiſtum verwandelt wurde. 2) Der Papſt giebt ihm nun den Titel von einem gewiſſen Sigße als ricjiſchen Erz- biſchof, nachdem er vorher nur Erzbiſchof über Lief-Eſtland und Preuſſen geheiſſen. *) Weil ſich Albert mit dem bloſſen Beifal ſeiner Suffraganen zum vinorum, et ſi rernedium neglexerit adbhibere judex ecclefiaſticus, ipſo facto ab in- greſſu eccleſiae fit ſuſpenſus, judex vero ſecularis judiciaria careat poteſltate, et ipſum praeuenit, poenae ſimili ſubjacebit. Nullus autem omnium praedidorum, niſi perſede poenituerit et reſtituerit ante mortem, eccleſiaſticam habeat ſepulturam, quin potius ß in tali flatu diſceſſerit inconfeſlus , cadauer eins in mare projedum ibi dighnin recipiat vitionem , et ſt aliis in exempluim vbi contra terrae marisque Domi- unn et Confideles iphus Hagitia perpetrauit, Praecipimus autem vt haec litera Ec» clefüs parochialibus , et maxime in locis maritimis in quatuor anni temporibus et poſimodo ſemel in anno folemniter publicetur , ſaluis aliis remediis, quae dante Do mino et Confilio Epiſcoporum et aliorum fidelium , cum ad partes illorum veneri« mus, apponemus, Summa in neceſlitate noſtra haec ſit, vt Pax Dei, quae exſn« perat omnem ſenſum, ingrediatur nobiscam ad terras illas ad quas proßficiſcimur Propter Deum, vt per pacem temporis ad pacem pedtoris et demum ad pacem aeter- nitatis concomitante dinina clementia veniamus. Dat. Lubecae Ao, Dni. 1253 Men- ſe Iunio. F) Bequemer läſt ſich das Jahr, da dieſer Erzbiſchof ſeine Würde angetreten, nicht bea ſtimmen, als daß wir das Jahr 1254 dazu machen; weil er 1253 noch in Lübeck Bi« ſchof , 1255 aber, im Jenner, ſchon in Riga Erzbiſchof war. Jnnocenrtius der 1Vte rühmet ihn in dem Brife an eiliche rußiſche Czaren , als einen Mann nach ſeinem Her« zen , den ein frommer Wandel , eine feine Gelehrſamkeit und reife Erfahrung ziere, Als Biſchof zu Lübeck muſte er, nach dem Lindenbrog in Scriptor. Septembr.p. 173, am 29 Novemb. 1247 dem bremiſchen Erzbiſchof, Gerhard dem Ulten, einen doppelten Eid ſchwören , erſtlich die lübiſche Kirche in allem ſchadlos zu halten, und zweyrens, ſich niemals von der Unterwürfigkeit unter dem Erzſtift loszureiſſen , und endlich noch, wie Herr Gruber anmerket, als apoſtoliſcher Legate verſprechen, die Biſchöſe von Liefland , Eſtland und Preuſſen dem erzbiſchöflichen Kirchenſprengel auf ſeine Ko« ſten zu unterwerfen, Dabey iſt merkwürdig, daß dieſer leßte Arri>el nicht beſchworen worden. Wäre er aber auch beſchworen geweſen , ſo blieb doch noch die Frage übrig: ob der Eid, wozu der bremiſche Erzbiſchof einen päpſtlichen Geſandten ohne Vorwiſ« ſen ſeines Herrn gezwungen, ſeine Verbindlichkeit behalten? Albert hätte mehr dem Papſt, als dem Erzbiſchof gehorchen müſſen. Der Ausgang hat gewieſen, daß Albert das Lekte, nicht ohne Vorbehalt in ſeinem Herzen, angelobet. Denn weil er ſchon lange den erzbiſchöflichen Titel führte, ſo fand er keine bequemere Stelle offen , als das ri« giſche Biſtum , das ſich am natürlichſten zu ſeiner Legatenwürde ſchi>te , und wo eine erzbiſchöfliche Mutterkirche angeleget werden konte, Er begrüſte deswegen Gerhar- den zu Bremcn mit keinem Worte darum , ſondern zog ohne Abſchied zu nehmen nach Riga, machte ſich ſelbſt zum Primas , und fieng ſo gar bis Litthauen an um ſich zu greiffen, wo er den vom Biſchof Albert geſezten Biſchof den Eid eines Suffragans ablegen lies, Alexander der 1Vte aber, wie Raypnald beim Jahre 1254 n. 27 er« zehlet , erflärte dieſen Eid für ungültig und verwarf das ganze Unternehmen , weil er ſelbſt Luſt hatte, die Litchauer unmittelbar unter den päpſtlichen Stuhl zu ziehen. 8) Die Volmacht, worin Riga zu einem erzbiſchöflichen Siß erfläret wird , hat uns Rapnald in ſeiner Kirchengeſchichte Th. 14, S. 13 und 64 volſtändig aufgehoben. Sie iſt zu LTeapolis vom 23 Jenner 1255 unterzeichnet. Alexander der 1Vie bezieht ſich darin auf ſeinen Vorgänger Uno den iVtien, welcher Albert den Ilten zum Erzbiſchof über Preuſſen , Lief-und Eſiland etrnennet. 3) Dieſer Umſtand iſt in der Geſchichte wohl zu bemerken- Das Erzbiſtum Liefland iſt älter als das rigiſche Erzbiſtum, ob es gleich eine Disces iſt. Es ſtand Albert nemlich frev, eine von beſagten drey Provinzen zu erwehlen, und in einer biſchöflichen Stadt das Erzbiſtum anzulegen , weil die

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T 255 54 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, zum Erzbiſchof von Bieta gemacht, ſo bedinget der Papſt ordentlich dabey aus, daß dergleichen-insfünftige weder den Vorrechten der römiſchen Kirche , noch ſeinen lieben Söhnen, dem Meiſter-und ſeinen Brüdern zum Nachtheil gereichen ſolle. der Ordensmeiſter hatte ſich mitlerweile mit den Qeſelern herum zu tump meln, die er auch glücklich zu Paaren trieb. Der ſiebente Ordensmeiſter deutſchen Ordens in Liefland Eberhard von Seine. *) eine kurze Regierung hat ihn nicht ſonderlich berühmt werden laſſen; 2, doch ſcheinet der Orden unter ihm in ziemlichen Anſehen geſtanden zu haben. Alexander der 4te beſtätigte am 15ten May im La- "Dus teran ſeinen lieben Söhnen, den Bürgern in Bitſg, alle ihre eh? maligen Freiheiten, nahm ſie in ſeinen und des heiligen Peters beſondern Schuß, ſprach ſie auch ihrer Bürgerſchaft halber von Entrichtung des Zehnden frey, und ſchlichtete das Jahr darauf verſchiedene Händel , die zwiſchen vem Erzbiſchof und der Stadt vorgefallen. Der Erzbiſchof Albert ſelbſt verordnete zur mehrern Aufnahme der Bürgerſchaft , daß der Orden kein Haus an ſich bringen, ſondern nur den Werth des Vermächtniſſes heben könte, Grund und Boden aber unter dem weltlichen Richter ſtehen ſolten. Er verglich ſich auch mit dem Orden, wegen des dritten Theils des Schloſſes Gercike deſſen Grenzen er Veſte) | me «) Andre ſchreiben ſeinen Namen von Sein, von Scing, von Sapne, von Steine Srrubicz läſt ihn garweg. Er war erſt Landmeiſter von Preuſſer. In dem Transo ſumt des culmiſchen Privilegii von 1251 ſchreibt er ſich nicht comes, ſondern dictus de Seine, So leicht fält es Geſchichtſchreibern , jemand in den Grafenſtand zu erhe- ben. Siehe ein gleiches im erſten Theil S. 200 not. 9). Vor ſeiner Meiſterſchaft in Liefland unterzeichnete er ſich 1253 auf dem Schloſſe Goldingen mit dieſem Titel: Frater Everhardusr didtus de Seine, praeceptor fratrum Teutonicorum per Alemanniam ac vices Magiſtri Generalis gerens per Linoniam , welcher Titel mit dem im culmi- ſchen Transſumt faſt einerleyiſt, Ex ſtiftete auch 1253 zwiſchen dem öſelſchen Bi- ſchof und dem Orden einen Vergleich, als Statthaiter von Liefland und Meiſter in Deutſchland. 4) In folgendem Document wird uns nicht nur die Gegend der Burg Gercike, welche doch nie wieder aufgebauet worden, ſondern auch ein neuer Meiſter, Ludwig von Queden*) gezeiget, daher wir es-der Mittheilung werth achten. bertus Mileratione diuina ſandae Rigenfis Eccleſiae Archi Epiſcopus H. Praepofitus D. Prior, Totumque eiusdem Ecclehae Capituluw , Omnibus Chriſti fidelibus ad quos praeſeys ſcriptum peruenerit in ſalutis auctore ſalutem! Vt omnis controuerſia et queltio inter nos ex parte vna, et dileJos Magiſtrum Ludowicum Praeceptoreim et Fratres Hoſp. S. M. de domo Theuronica in Rigenf dioeceh commorantes ex altera Parte, penitus conquieſcat, praeſentibus literis confitemur, quod ſuper his, de quibus erat quaeſtio , amicabiliter conueniumus cum eisdem fratribus fob hac forma, IAM elicet die Prälaten ihren Titel nicht von dem Lande , ſondern von ihrem Wohnſiß füreten. Da Rigg durch LTicolai Tod erledigt worden , erwehlte Albert dieſe Stadt zu ſeinem Sile, und gab ihm den Titel des rigiſchen Erzbiſtums , welche Benennung ihm der Papſt beſtätigte , und Rigg zur Metropolitankirche erhob, Die rigiſche Diöces war die gröſte, wie Revel das kleinſte Biſtum, Curland das luſtigſte , Oeſei das reichſte, und Dörpt das mächtigſte. *) Zudouicus a Queden enarrante Hartknochio p. 281 Magiſter generalis ſpartam ob nobilium ftu- dia in Henricum Holacheum dedignatus , ſua Pruſſiae prouiſoris forte coepit viuere contentus, quo titulo Crulmenſfuns inmnunitatibus 1251 ſübſcripfit« Sex fere poſt annos Linoniae cum praefuiſle , hoc ipſo tempore documenta noſtra demonſtrans,

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Erzb, Albert. zur Zeit der Regierung Eberh v. Seine. 55 Barwin, Herr vonBoſto>, gab am r7 Junius den rittiſchen Bürgern 12 in ſeinen Häfen die Zolfreiheit, mit dem Vorbehalt, alle Jahr für ihn gegen die 4 Heiden einen gewapneten Mann ins Feld zu ſtellen , wie ſie für die Seele ſeines Vaters und Grosvaters bisher zu thun gewohnt geweſen. -) Der Biſchof von Wirland Diedrich 4) ernannte einige Domherren zu xZzildesheim, ſeinen lezten Willen zu eichen , und mit ſeiner SENE 2 o delicet quod locus caftri in Gerfike pro tertia parte cum terra, decimis et omni jure temporali ſit eorum, ſpirituali iure nobis tantum relido. Similiter debet intelligi et eodem modo de tertia parte terrae quae Selonia nuncupatur hocadiedo, quod terra illa, quae adiacet caltro didto 4/erad in tertiam partem einsdem Caſri ceder. Et duae partes, quae ſunt ſitae contra caſtrum Kukenoir, iam didto caſtro aſlignentur. Ita tamen quod inter has diviſiones [ſratrum videlicet, noſtra terra ſuper Dunam con tinens milliare in longitudinem et laritudivein Abbatiſſae et Conmuentui Sandti Jacobi relinquatur. De cenſu autem et decimis Caſtrorum Segewald, Wenden et omnium bonorun ſuorum per totam dioeceſim Rigen/em quae inter nos et ipſos in queſtione fuerunt, omni adioni celhimus quam habuimnus contra ipſos, non. obſtantibus priui- 3, legiis ex vtraque parte ſupzr his omnibus habitis aut habendis. In euius rei Com- penſationem relinquunt nobis Allodium et terram in Blomendal! cum ſuis pertinen- tiis et omnes agros quos in Srezholma habuerunt, cun pratis ab Archiepiſcopo perpetuo poſlidenda, Nobis autem praepolito et capitulo reliquerunt in Semz;- gallia in Villa quae Feftene vocatur , VIII vncos cum omni iure ſuo, Item ſuper bonis noſtris in Caronia in Donedange et Targels nobiscum taliter conuenerunt, vt praedidta bona cum terminis ſuis in littore maris quod adiacet - = libere nobis abicisdem fratribus cum omni iure in perpetuum „relinquantur. Ceſlunus etiam adtioni quam habuimus contra eosdem fratres in cenſu et decimis de ter- ra ; quae Calye dicitur , hoc conſcientis eorum relinquentes , faluo tamen iure ſpirituali Eccleliae Rigenfk, Terra in Warkunde ad ipſos ſratres perti- nebit , ita ſane quod Epiſcopo et hominibus eorum in piſcariis nullum ex hoc praeiudicium generetur , ſed cuilibet ius ſuum , vt hadtenus poſlederit, relinquatur, Vt autem haec omnia robur perpetuae firmitatis obtineant, praeſentem literam ſuper hoc confedtam noſtro et Ecdleſiae noſtrae nec non et fratrum hgillis fecimus robora- ri, mediante Fratre Alderto quondam Gardiano, praeſentibus fratribus Praedicatoribus et Minoribus, etipſorum fgillis roborata- Datum in Riga Anno Domini 1256. *) Daß dieſe Herzoge in eigner Perſon in Liefland Dienſte gethan, davon erzehlet uns Cranz, Wandal. c. 45 L. VII eine merkwürdige Begebenheit, ohne doch das Jahr in welcher ſie geſchehen , zu melden. Der Herzog sZetnrich von Wecklenburg war in der türkiſchen Gefangenſchaft grau geworden, als ihn ſein Herr , der Sultan fragte: Wilt du wol zur Ehre deines Chriſti, deſſen Geburtsfeſt die Chriſtenheit mor- gen feiren wird , frey ſeyn, Es ſtehet in deiner Hand, o Herr, antworcete der Her« zog, mit deinem Knecht zu machen was du wilt. Wer ſolte mich aber wol zu den Meinigen ſchaffen ? Meine Gemahlin und meine Kinder haben mich ſchon lange unter die Todten gerechnet, Es iſt nicht an dem , verſeßte der Sultan, Jc< vernehme von deinen Landesleuten, daß den Deinigen ſehnlich nach dir verlanget. Damit du aber ſehen ſolt , daß ich von deiner Herkunft und deinen Umſtänden wiſſe , ſo wirſt du dich erinnern, daß zu der Zeit, da du unter deinem Vater in Liefland zu Felde giengeſt , ein gewiſſer Zeugmeiſter (machinarum magiſter) demſelben gegen die Feinde trefliche Dienſte gethan. Ich bin derſelbe; ich bekam nachher unter den Tattern eine vorneh- me Stelle, und unter dieſer Nation bin ich noch höher geſtiegen. I< ſpreche tich frey , und gebe dir unſerer vorigen Spiesgeſelſchaft wegen noch- dieſen Reiſepfennig ; worauf er ihn reichlich beſchenkte , und vergnügt nach ſeinem Vaterlande beförderte. 8) Dieſer wiriſche Biſchof folgte auf den Oſtrad, einen Dänen, und lebte mehren- theils in Deutſchland. Zu Goslar ertheilte er am Tage Georgii 1261 dem Non- nenffoſter der heiligen Maria Ulagdalena in Srankenberg, mit Genemhaltung des Biſchofs zu Zildesheim , die Macht die Sünden des vierten Gebots, die Mein« eide , und Entheiligung der Feſtrage , zu vergeben , zur Verbeſſerung ihrer Ein- künfte. Siehe die frankenbertziſche Chronik S. 28. Jn Scharens Annal. Paderborn. t. 2: p+ 109 hat er ſich noch 1265 zu Zannover als Zeugen unterſchrieben. Sein Biſtum

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56 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter; 12579 ſo umzugehen, wie ſie es für der ſtrengen Unterſuchung des ewigen GOttes zu ver? antworten gedächten. Erſpricht dem Biſchof von Paderborn und dem Abt von Corbey das Recht über ſein Vermögen ab, weil ers nicht durch ſein Biſtum noch von den Kirchengütern , ſondern durch Beitrag redlicher Leute und durch Schenkung der Adelichen für ſeine Arbeit und Dienſte geſamlet. Gegeben am Sonntage Oculi. | Der litthauiſche König Myndow vermachte aus Erfentlichkeit dem Or? den ein anſehnliches Stück ſeiner Länder , weil ſelbiger dem König gegen ſeine auf; rührigen Unterthanen getreue und nachbarſchaftliche Hülfe geleiſtet ) Das unvermögende hohe Alter nöthigte den Ordensmeiſter nach Deutſch- land zu gehen, nachdem er nur 3 Jahr in Liefland zugebracht. Der achte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Anno von Sangerhauſen. *) 57 x hatte ebenfals mit den Litthgauern und Samotiten und Cu? 25790 ren vieles zu thun, um den LMMyndow aufm Throne zu erhal- LE ten, mit deſſen Chriſtenthum nicht alle Unterthanen zufrieden wa» HE ren. Die Feldzüge giengen auf Seiten der Deutſchen nicht ſo gar tro>en ab. Doch erwies ſich Mypndow bey dem Verluſt des Ordens, durch Schenkung ſeiner Länder, wieder dankbar, M m Biſtum ſcheinet nicht viel abgeworfen zu haben , daßer es auch nachher mit dem revel- ſchen verbunden worden, - Eine andre Frage iſt, wo dieſe Biſchöfe ihren Siß gehabt ? Vermutlich in Revel , gleichwie der zu Semgallen zu Riga ſein eigen Haus hatte 5 denn Tolsburg war noch nicht erbauet. Die Benennung nach einem Lande, und ihr Aufenthalt in der Fremde zeiget an , daß dieſe Würde ein Titel von geringen Ein- künften , die Didces aber mit keiner Domkirche und Reſidenz verſehen geweſen, €) Die ada dornuſfica liefern uns S. 724 aus dem XIten Buch der Hiſtorie des ehmaligen culmiſchen Kanzlers und herzoglichen Raths, Lucas Davids, drey alte Documente, in deren erſtem Mäyndowe von GOttes Gnaden König in Litthauen, (Lettaufae 70x) befennet, daß er aus göttlicher Erbarmung, auf Rath des Meiſters und der Brüder in Liefland , von der Finſternis zum Licht gebracht, getauft, und von dem allerheiligſten Vater und Herrn Innocentrius dem IVten zum König von Litthaucn gefrönet ſey, welcher ſeine Perſon ſamt dem Reich und Gütern in Schuß genommen. Ob nun gleich der Orden für die ihm verſprochene Hülfe die ewige Seligkeit davon tra- ge, ſo übergebe er doch demſelben als eine Anfriſchung zum neuen Beiſtande das halbe Raſſeyen, halb Lonkow, ganz Rulen , ganz Ltiderow, Craſſe, Weicze, noch ein ander Weizze und Wanghe. Dieſe Stiftung iſt bezeichnet 1257, Die beiden andern wollen wir gleich anführen. «) Der Name Anno iſt altdeutſch, und heiſt in lateiniſchen Schriften Andreas, daher ihn der lateiniſche Verfaſſer einer preußiſchen Chronik unrecht Hapmo , andre noch unrichtiger. Hanno , das iſt Johannes, nennen. Wie etliche von unſern Schrift« ſtellern ſeinen Vorgänger zu einem Grafen von Sayn machen, ſo zehlen ſie auch un- fern Anno mit Zenneberggern unter die Herzoge von Braunſchweig, ſangerhäu- ſiſcher Linie , welches ſowol gegen die pragmatiſche Schreibart als die welfiſchen Stamregiſter ſtreitet. Die aus Albini meißniſcher und ZBüntings braunſchwei« giſcher Chronik angebrachten Zeugniſſe erweiſen nicht was ſie ſollen, die 3 88wen aber, die ſich auf des Anno Grabſtein im Wapen befinden, beweiſens gleichfals nicht 3 weil oft groſſe Herren ihy Wapen den Vaſallen zu führen erlaubet. Simon Grunow tract, IN, fol. 133« meldet bey Ausführung ſeiner Geſchlechtsfolge, daß er ſeine Mutter Jutg

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5Erzhb. Albert. zur Zeit der Regierung des Anno v. Sangerhauſen. 57 Am 7. Auguſt vermehrte alſo Mypndow die vorige Schenkung, damit der 1529 Orden ihn und ſeine rechtmäßigen Erben beym Reiche ſchüßen möchte. Er ver- machte über dis ganz Denow), ſo auch einige Jecweſin *) nennen, an denſel- ben, doch behielt der König Sentane, Dernen, Croſinen, den Hof Gri« bunthin, und drey andre Dörfer in Weltzow für ſich: weiter verſchenkte er gan: Schalowen, ganz Sgamopthen , auſſer was im letztern Lande dem Bi- ſchof vonLitthauen gehöret, beſtätigte auch dem Orden den künftigen Beſitz aller beweglichen und unbeweglichen Güter, die ſeine Erben einmal ganz, oder zum Theil, Den Brüdern vermachen würden. In Betrachtung der von dem Orden auf ſein Reich gewandten Unkoſten, 1265 vermachte Vipndow, im Fall er ohne Erben abgehen ſolte, ſein ganzes König reich Litthauen nebſt allen herumliegenden Ländern, mit Genehmhaltung ſeiner Erben und edlen Männer, an den Orden in Liefland, doch ohne Nachtheil der biſchöflichen Länder und Rechte. Gegeben auf dem föniglichen Schloſſe Lit- thauen mitten im Junius. Als Zeugen ſſnd angeführet der Biſchof von Culm, eiſter Andreas und ſeine Brüder, Langutin, des Königs Schweſtermann, Lygeike , Schabbe , Bte , Bune , deſſen Barone und Blutsverwandte, arbuſe von Lier&, Gerdine von LIailſa, Vege , Veſegele und Parbu- e der jüngere. Von den Predigermönchen , Bruder Snidergm , von den WMinoriten, Bruder Adolph, ſeine Gehülfen und andere Redliche mehr. Im dritten Jahre ſeiner Meiſterſchaft ward er nach Preuſſen an die Stelle Des alten Epps von Oſterna zum Hochmeiſter berufen, wobey er noch groſſen Ruhm erworben. *) Der neunte Ordensmeiſter in Lieſland deutſchen Ordens, Burchard von Hornhauſen 9, (M: e ' s 3 D Us ieſen Herrnmahlet unsPet, v. Duisburg als einen ſehr leutſeligen 12 G D = und bey jederman beliebten Man ab, dem es aber andre als is m v Verwegenheit äuslegen , daß er ſich 3 wilde Nationen , die Semgailter , Litthauer und Samotiten auf einmal auf den Juta nach Preuſſen kommen laſſen , die ſich aber von der Beſchuldigung einer unkey» ſchen That mit Tragung eines glüenden Dreifuſſes befreien müſſen , worauf ſie die Kranken gewartet, und weil ihr Chriſtus etliche mal erſchienen , als eine Heilige geehret worden ſey. Siehe Zarcknoch über den Duisburger S. 212, Andreas von Stuckland ſchreibt ſich auch m lateiniſehen und deutſchen Documenten Frater Anno Magiſter, zum Beweis, daß Anno ein eigener Vorname geweſen. H) Strubicz wil, daß er auf ſeinem Rückzuge aus Samotzitien erſchlagen worden, da er doch noch lange in Preuſſen regieret. In Abſicht des Jahrs, in welchem er aus Liefland gezogen , ſind die Nachrichten ſehr widerſprechend. Ruſſov und Relch) melden es beym Jahr 1261, obgleich Schurtzfleiſch aus Uebereilung Relchen die Jahrzahl 1258 zuſchreibet. Zennebertger nimt 1263 an , und daher führt Zart: knoch S. 289 im alt und neuen Preuſſen ihn im Jahr 1263 nach Preuſſen , und giebt ſeinem Amtsfolger mit dem Duisburger , eine Seite vorher, ſchon 1258 Abſchied, welches gegen die Urkunden ſtreitet, 8) Chytr. nent ihn Barchard v. Lorhuſen, die Handſchr. von den Herrmeiſt, v. Orhuſen, Wichov 1.3, c. 55, Seinr. v. Zornſnuzzen, Guagniniv. Zornshuſen, Rolalomits urgard *) Jecweſin iſt eine littauiſthe Landſchaft , deren Völker Igezwingi heiſſen. Dlugoß verlegt ſie in Preuſſen, Cromer de origine et rebus geſtis Fe/onermm lib, 9 wil, daß ſie Mans Udieys FES

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58 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, T261.dent Hals gezogen. Er war erſtlich Comthur zu Königsbert&, und bauete auf gemeinſchaftliche Koſten der Preuſſen und Liefländer ein Schlos auf, dem Berge des heiligen Georgs, im Carſauiſchen Gebiete in Curland, *) wel? <es auch nachher eine Gelegenheit zu ſeinem Tode geworden. Seine erſte Beſichtigung der Schlöſſer in Curland, wohin er ſich mt 40 Ordensbrüdern und 500 Reutern begeben/hatte , liefſehr mislich ab, indemihm die verſte>ten Litthauer und Samotitenaufpaſten 3 woraufer nach einem hißigen Gefechte, mit Verluſt von 20 Brüdern, ſelbſt ſtark verwundet, ſeine Zuflucht nach yNemel nahm. Er befeligte hierauf, Bernhard von Zeven, mit der ganzen liefländiſchen Macht aufzubrechen , welcher auch ſchon auf dem Schlachtfelde and , als eben durch Vermittelung des ricziſchen Erzbiſchofs Albert ein zwei- jähriger Stilſtand ausgerufen wurde, indem Albert für ſein neuerbautes Ron- neburg ſo wol, als Myndows fetter Schenkung halber bange war , und dem Anwachs des Ordens nicht viel Gutes zutraute. Der Erzbiſchof Albert überlies der Stadt Riza das an der Rodenpop- fer See gelegene Haus, ſo die Bürger bisher im Bau erhalten: doch ſol die of? fentliche Glocke darinne abgeſchaffet werden. Die 3 becideten Perſonen, ſo die ri- tiſche Stadtmark beſorgen, legen und beſſern die Brücke, und haben über die Daran ſtoſſenden Aecker und Wieſen die Aufſicht. Die Aebtißin und der ganze Convent der Nonnen erhielten auf gemeinſchaft- liches Anſuchen der Parochialien bey St. Jacob die Freyheit, eine Mauer gerade durchs Kloſter, durch alle alte Gebäude zu ziehen, und die Fenſter bequemer an- zulegen , nur an der Löbe (Lobia) und Thüren mus nichts geändert werden, das für ſie die alten Gebäude an dem Kirchhofe, innerhalb 10Jahren, ganz wegzuſchafe fen verſprechen. Bittg am 14 Auguſt. 1262 Peter von Duisburte meldet uns bey dieſem Jahre einen Handel mit den Samländern. Die königsbergiſchen Ordensbrüder getraueten ſich nicht'al- lein die Gegend von Bethen anzugreifen. Denn es wohnten wilde Menſchen da, und ofe bey 500 in einem Dorfe. Sie baten daher den Ordensmeiſter in Liefland , 'gemeinſchafeliche Sache mit ihnen zu machen , beſtimten ihm auch Tag und Ort zum Treffen. Die Königsberter kamen , ſahen aber feine Lieſe länder. Sie wurden daher übermannet nnd zum Weichen genöthiget. Eben da es ans Laufen gehen ſolte, rückte das Heer der liefländiſchen Brüder an, die alle groſſe und ſchöne Sattelpferde bey ſich hatten. Hierauf wandten ſich die Könicsberger , erlegten alle Manſchaft mit der Schärfe des Schwerdts, nah» men Weib und Kinder gefangen, und ſteten Dörfer und Hütten in Brand. 1263 Wilhelm, Abt in Dünemünde , Ciſtercienſerordens / macht ſich anheiſchig , die Stelle ſeines Kloſters und deſſen Länder von der Semcallen Ag an, bis an den Flus Thorgida, *) ohne des rittiſchen Magiſtrats Vor- wiſſen niemals weder durch Tauſch noch Verfauf zu veräuſſern, noch auch in 15 en Burgard Zorsnuſen. Sein Antritsjahr geben die Geſchichtſchreiber eben ſo ver- worren an, als das Abdankungsjahr ſeines Vorgängers. 5) Dieſes Schlos aufdem St, Jürtzensberge lag in der Gegend von Dobeln, undiſtuns wegen der dabey gehaltenen Schlacht durch andre Schriſtſteller bekant geworden. Weil es in Carſow gelegen, ſo hat es wol auch das Schlos Rerſaw heiſſen können, welcher Name beim Ruſſow vorkommt. Doch Rerſaw wurde bald zerſtöhret, Pnudicus faſt vertilget habe, HFichov lib. II c, 14 beſchreibet ſie als Barbaren, die ihre eigens Sprache gebraucht, und an den litraniſchen Grenzen neben UFazovien gewohnet. Nach Cro: mern iſt dieſe wilde Nation , weil ſie keine Begnadigung annehmen wollen, gänzlich aufgerieben, dach 0 an der Theis in Ungern zu ſeiner Zeit noc< einige Ueberbleibſel von ihnen vorhanden geweſen ſeyn. ' . 9) Thoraida heiſt hier derjenige Flus , den die Letten Ganje , die Liven Tboraida, die Deuts ſchen Aa nennen. Die alte heidniſche Burg hies auß Thoraida, das Schlos der deutſchen Treyden , dafür die Bauren noch Turreda ſprechen. Thoraida bedeutet ebenfals Thor hilf, als Tharawita. Es wird aber deswegen niemand die alten Liven für Gallier halten, wenn 70 aider, Zu>X cog, ois, meiſa, maiſon und dergleichen mit einander verwandt zu ſeyn einen.

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Erzb. Albert, zur Zeit der Regierung Burchards v. Hornhauſen. 59 ſett Grenzen Häuſer zu errichten , welche der Stadt Eintrag thun fönten. Zeu- 126 gen waren Zermatn der Prior, Gottfried der WERE , Dietrich) der 3 Cantor , Seinrich der Unterprior, Johann der Küſter, Gerhard der Spit? ler , Entzelbert der Gaſiwirth , Winand der Kranfenwärter, Conrad Nſen- bat , Johann Meiſter der Novitien, Conrad , Ulrich der Kämmerer. Als die Brüder von Liefland und Prettſſen, unter einer ſtarken Bede? >ung, den Brüdern auf der neuen Türgensburg Lebensmittel zuführen wolten, lief die Nachricht ein , daß 4000 Litthauer in Curland eingefallen, viel Chri? ſtenblut vergoſſen, und Weiber und Kinder in die Gefangenſchaft weggeführet. Wie nun der Ordensmärſchal =5einrich Botel , einen edlen Pomeſanier, WMacto, (E00 Sohn fragte , wie man den Feind angreiffen müſte, antworte? te dieſer: Wir wollen unſre Pferde eine gute E>e von uns weg anbinden, und auf den Schwarm zu Fuſſe lösgehen, ſo wird man deſto eher Stand halten. Alo lein die Dänen aus Revel wandten eitt, ſie könten es in der ſchweren Rüſtung ohne Pferd nicht aushalten. Die Curen baten um Rettung ihrer entführten Weiber , erhielten aber zur Antwort, daß man mit ihnen nach Kriegsgebrauch umgehen werde , weil ihre treuloſe Männer auf. die Chriſten von hinten zu ge? hauen, wenn dieſe von forne her von den Litthauern Stöſſe bekommen. Cin edler Samländer aber von Quedenow , Namens Sclodo , QYalubs Vater, ermunterte ſeine nechſten Freunde zur Schlacht, da es denn zum Hand» gemenge fam; und obgleich die Deutſchen wie die XMlaccabäer fochten, ſo wurden ſie doch am Fluſſe Durbin übermannet, daß am YNargaretentage der Ordensmeiſter Burchard , der preußiſche Marſchal nebſt 150 Brüdern aufder Wahlſtadt blieben, auſer einer ziemlichen Anzahl Gemeiner. Die Furcht und Beſtürzung war unter den Chriſten ſo gros, daß 3 oder 4 verwegene Kerls wol 100 auf der Flucht niedermachten, oder zum Ausreiſſen brachten. Andre fügen hinzu , „daß die Feinde von den gefangenen 14 Nittern 8 ihren DIN geopfert, den übrigen Arme und Beine abgehauen , und den Leib gevier? theilet, 9) . Der zehnte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens. Jürgen von Aichſtädt, 127 hmaliger Comthur zu Spezervalde, hatte gegen die Litthauer und 1264 Y' Samotiten auch kein beſonder Glück 5 doch kam er dem preußi- "7252" ſchen Orden noch zu rechter Zeit zu Hülfe, welcher im Treffen mit den Samländern zum Weichen genöthiget worden, weil er der Lieflän- Der verzögerte Anfunft nicht abwarten ... Daher ſing man die Schlacht von 2 neuen 8) Jn den Umſtänden gehen die Geſchichtſchreiber von einander ab. Strubicz redet von 380, andre von 172 erlegten Ordensrittern. Wir folgen dem Duisburter , doch in der Jahrzahl 1360 nicht, Dieſer Schriftſteller macht die Niederlage des Ordens durch etliche, nach der Einfalt ſeiner Zeiten eingerichtete Hiſtörchen, noch merkwürdiger. Zum Exempel , dem Bruder Herman, mit dem fürchterlichen Zunamen der Saracene ſey Maria erſchienen, und habe ihm zugerufen : Herman ich bitte dich bey meinem Sohne zur Mahlzeit , daher er auch bey ſeinem Abſchiede aus Rönitsbers geſagt? Zebt wohl , non nun an werdet ihr mich nicht ſehen, denn die Mutter GOttes hat mich zur ewigen Freude eingeladen, Conrads von Feuchtwantgen Schweſter , eine Non ne, ſahe in Deutſchland die Seelen der erſchlagenen Brüder von den En gen imme

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60 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1.264 neuett an, und bauete nachgeſäubertem Lande, die Feſtungen Tapigxv undLoch» 265 1266 1267 ſtedt den Samländern zur Brille aufdie Naſe. Der Papſt Clemens der 1Vte beklaget in einem aus Perntzig an den Bi- ſchofizu Marienwerder in Pomerellien abgelaſſenen Schreiben mit Thränen die unglückliche Zeitung von den in Liefland , Curland und Preuſſen erſchla- genen 500 Ordensbrüdern , beſtimmet auch für dieſe 3 Länder die ſonſt nach dem tjelobten Lande reiſenden Pilger aus Böhmen, Dännemark, Liorweten, Schweden, Friesland, Polen, Pommern, Gotland und der Pros vinz Bremen , welche der Biſchof, zur Reiſe nach Liefland ermuntern ſolte. Wer unter dieſen den Kreuzbrüderordenträgt, aus Schwachheit oder Armuth aber nicht in Perſon die Reiſe antreten kan, iſt zwar von dem Gelübde des Kreuzes lo8geſprochen, musaber von ſeinen Gütern, nach Vermögen, eine verhältnismäßiz ge Beiſteuer entrichten. Alle Güter derer, ſo tüchtige Krieger aufiihre Unkoſten dahin geführet , bleiben ſo lange unter genauem apoſtoliſchem Schutz, bis gewiſſe Nachricht von ihrem Tode oder ihrer Rückfunft eingelaufen. Die, jo auf fremde Koſten dahin gegangen, miiſſen wenigſtens ein Jahr Br thunz denen aber, ſv die Reiſe in Perſon thun, werden an der aufgelegten Buſſe 40 Tage erlaſſen. Die Königin Margaretha Sambirig in Dännemark ſchrieb unter dem 13ten Auguſt , bey noch währender Minderjährigkeit ihres Kronprinzen Prichs des Viten, an die Herren Odward von Lode, und an die beiden Brü- der »50bhenreich und Egbert von Beſchone>: , daß ſie mit Zuziehung des Schloshauptmanns und einiger andern von Adel, die Wieſen und Heuſchläge der Stadt Bevel und der Krongüter mit Grenzſteinen bezeichnen ſolten , damit weder die Stadt noch das Schlos etwas leiden dürfte. Sie ertheilte auch in dem« ſelben Jahre der Stadt die Münzgerechtigkeit, mit angehengtem Befehl, aus einer Mark reines Silbers 6 Mark und 2 Oer an Denarien zu prägen. -) Kein fö- niglicher Advocat oder Vogt ſoll ſich mit dem Stadtweſen befaſſen , die Münzver- fälſcher aber nach dem lübiſchen Rechte geuttheilet werden. Die unruhigen Oeſeler trieb dieſer Ordensmeiſter in der glücklichen Schlacht bey Carmel Wieder zu Paaren, daß ſie zum Kreuze kriechen und die ge? wöhnliche Gerechtigfeit wieder erlegen muſten. Nach dieſem dankte er ab, und genos der Ruhe, nachdem er das Schlos =Zelmet erbauet, und ſeinem Amte ins dritte Jahr vorgeſtanden. Der eilfte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen - „46002 Ordens, T Werner von Breithauſen, 9) ) ieſer Regent hatte mit den Litthauern und deren Bundsgenoſſett A verdriesliche Händel. Der litthauiſche König Myndow. "2 7 hatte ſeine übertriebene Freigebigkeit an den Orden, ſeit einiger Zeit, ſchon heimlich bereuet, war aber von ſeiner Gemalin, mu tv6& Himmel kragen 3 welcher Erſcheinung auch ein einfältiger Bauer in Preuſſen gewürdl- get worden , der das ganze Gefechte am Himmel erblickte, und die Jungfrau Maria, die heiligen Jungfern und Engel mit dieſen Seelen nach den Wolken ziehend zu Ge« ſichte bekam, Des Saracenen und eines Bruders Gleisbergs Seelen hatten vor andern das ſchönſte Anſehen. Eine davon ſol verloren gegangen ſeyn, Warum ſie verdammet worden , ſchreibt dieſer Geiſtliche S. 189 , weis ich nicht, GOtt weis es. 8) Dieſe Oere an Groſchen ſind in Liefland lange gebräuchlich geweſen. Jn des Erzbi« ſchofs Johannis des Vten Privilegio an die kleine Gilde zu Riga von 1441 werden den verarmten Brüdern oder Schweſtern im erſten und andern Jahre 4 orae ucnario» rum ausgemacht. a) Andre, als Waiſſel und Spantzenbert; heiſſen ihn von Fritzhauſen. Es geſchicht dieſem Manne in der zuſammengezogenen kurzen Hiſtorie, welche Herr SR ESI) dr ühret,

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Erzb, Albert. zur Zeit der Regierung Werners v. Breithauſen, 61x . tha bisher noch zufrieden geſprochen worden. Nun kam der Samotittn An- 1267 ' führer Tramate darzu, und verwies ihm ſeine Dumheit nachdrücklich, daß er als ein freigeborner Herr ſein Erbreich vom Papſt und dem Orden zum Lehn ge- nommen, und ſelbiges ſeinem nechſten Erbetz entwandt hätte. Ypndow brach wa los, lies alle Chriſten in ſeinem Lande niedermachen , und verband ſichmit dem Czgar von Rusland wider alle Liefländer, rückte auch vor Wenden, wo beide Heere, der genommenen Abrede gemäs, zuſammen ſtoſſen ſolten: als aber die en nicht zu rechter Zeit eintrafen, verwüſtete er das ganze Land , und lies die Fuſtapfen einer Grauſamkeit nach, die ein abgeſchworner Feind des <riſt- lichen Namens nur verüben konte. „ Nach Abzug der Litthauer ſtelten ſich die Buſſen ein, die im Rückwege Dorpt in Brand ſteten, und mit reicher Beute wieder nach Hauſe giengen. Werner holte ſie noch ein, nahm ihnen die Beute ab , und drang mitten in Rusland, wo ſeine Leute es nicht beſſer als die Ruſſen im Dörptiſchen machten. Eine Unpägslichfeit nöthigte ihn hierauf nach Hauſe zu gehen. Unterdeſſen hatte Tramate mit ſeinen Samotiten einen Einfal in die 1268 Wpy> unternommen, das alte Pernguzerſtöret, und den Einwohnern nicht gerin- gen Schaden zugefüget. Werner lauerte ihnen k mit den Brüdern und Bürgern in Rigg auf dem Heimwege auf, ertapte ſie des Nachts beim Klo- ſter zu Dünemünde und richtete bey hellem Mondſchein ein entſetliches Blut- bad unter ihnen an.“ Tramgte flohe nach Litthaguen, die Deutſchen aber verloren 9 Brüder und einige Bürgerknechte, Der Erzbiſchof und Ordensmeiſter verglichen im December die Stadt und das Kapitel über gewiſſe Stücke, unter andern , daß beide Theile die entſtandenen Zwiſtigkeiten durch den ordentlichen Richter , oder einen beliebig erwehlten Schiedsmann entſcheiden läſſen wollen, ohne bey einem Fürſten oder am päpſt- lichet Hofe ein Urtheil zu erſchleichen, und zu beider Theile Schaden zu erringen. Auch ſolle das Kapitel keinen Fürſten oder Herrn, der mächtig (potens) ſey, ins Land verſchreiben , übrigens aber diecanoniſche Wahl ungeſtöhrt behalten. Eine bedenk- liche und frühzeitige Behutſamfeit ! . Werner befriegte die abtrünnigen Curen, denen er drey Veſtungen und darunter Durbin zerſtörte 3 bey anhaltender Leibesſchwächlichfeit aber beurlaubte er ſich vom Amte und zog nach Deutſchland. Der zwölfte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens. Conrad von Meden). 267) x verlohr in einem Gefecht mitden moscoviſchen und novotjo- 2X, rodiſchen Buſſen, Samotiten und Litthguern über 600 Mann und 20 Ordensbrüder. Ein andermal fam er ſelbſt in Gefahr, und büſte 10 Ritter ein. Den Semcgallen legte er - . das Handwerk, in dem Ritziſchen zu ſtreifen, und verſahe die Grenzen mit tüchtigen Veſtungen. Der führet , offenbar unrecht, wenn ihn deren Verfaſſer der Verſäumnis des Regiments - beſchuldiget, und ihm bey hohem Alter die Weichlichkeit und den Müßiggang vorwirft. 8) sZorner nennet ihn von Wundern 3 Waiſſel von Meden , *) Scrubicz von Hlanderen , Prätorius und die deurſche Beſchreibung der Ritterorden , von Wan-« 1269 [270 *) Daß dieſer Name der richtigſte ſey, hat der eurländiſche Superintendent, Herr Gräwen, in der Fun» dationsrede des neuen Schloſſes zu DIitaw 1739 erwieſen, indem ſich der eigentliche Name Con« xad von Meden auf der Grundplatte gefunden,

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62 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1270 " Der König in Dännemark, Erich der Vite *) ſandte den Bevelſchen ſeinen Reichsdroſten Matthias zu Hülfe, welcher den über die Ruſſen und ih- re Bundsgenoſſen erfochtenen Siegmit dem Leben bezahlen und auf der Wahlſtat bleiben muſte. 1271 WMpyndow ward von ſeines Bruders Sohn Tramaten auf dem Bette ermordet, und von ſeinen Erben kein einziger am Leben gelaſſen. *) Der Ordens meiſter befand nicht vor gut, deſſen ehmaliges Teſtament zu volziehen, ſondern ex- wehlte das Privatleben, und gieng nach Deutſchland. Es war aber auch nie? mand, der etwas heraus zu geben geſonnen war. Der König Waldemar in Schweden beſtätigte der Stadt Riga die von ſeinen Vorfahren ihr ertheilten Vorrechte, daß ſie ohne Durchzugsgelder (ine pedagio) Zoll und Abgaben frey handeln und wandeln fönten , weil die Schweden in Rigg gleiches Recht genöſſen. Zur Verhütung des Unter- ſchleifs ſolten die Bürger das ächte Siegel ihres Erzbiſchofs bey ſich haben. Nach vier Jahren beſtätigte dieſes der König Magnus zu Lincöping. Der dreizehnte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens. Otto von Rodenſtein. *) Seit Feldzug wider die Buſſen lief nicht zum glücklichſten ab. Denn ob er (E33 gleich das Feld behielt, und 5000 von den Feinden niedermachte, ſoließer E70, doch auch an 1350 Mann von ſeinen Leuten ſiven. Der Biſchof Ale- xander von Dörpt hatte ſeinen Hirtenſtab ſo lange abgeleget und das Schwert dafür um ſich gegürtet , welcher unbedungene Beruf aber ihm das Leben foſtete, In Wandern, Die alten Documente nennen ihn Cuno. Das Privilegium , nach Riega an die Stadt zu appelliren, ſo dieſer Conrad der Stadt Embeck , das iſt, Pernau , ertheilet , ift | <on vom 5ten April 1265 unterzeichnet, s) Erich der VIlte mit dem Zunamen Glipping, beiſt auch bey einigen Geſchichtſchrei- bern der VIlte, daher ihn Ziärne den Beinamen Q)cenwed unrichtig beilegt, wel- <en Erich der VIlte führte , der aber erſt 1287 zur-Regierung gelanget« e) Myndovo hinterlies 3 Prinzen , davon Ruclius und Rupica ſamt ihrem Vater vom Tramate oder Troynate ermordet wurden, der ſich daher zum Herrn über Litthauen aufwarf. Der dritte Prinz, Volſtinicz oder Voypſielck, war als Geiſſel und Bürge in Rusland, Als ſein Vater ein Mammelue geworden , dieſen Sohn aber auch da« zu machen wolte, nahm derſelbe in Rugsland den geiſtlichen Orden an, und begab ſich in ein Kloſter. Tramate ſchafte ſich noch einen Mitwerber vom Halſe , der ein naher Blutsfreund vom Wyndow wär. , und brachte ihn meuchelmörderiſcher Weiſe um, muſte aber ſelbſt eben ſo liederlich umfommen. Die Stände von Litchauen fielen ſodann mit ihrer Wahl auf. den dritten Prinz Volſtinicz, nahmen ihn aus dem Kloſter und ſeßten ihn auf den Thron. Allein der rußiſche Czaar Leo lies ihn bald hinterliſtiger Weiſe ums Leben bringen. Dergeſtalt kam Litthauen wieder an die alte Regenten- familie , S. Roſalowicz hiſt. lit. part. 1. 1. 4 et], 5. Die Stammtafel dieſer Czaare hat LTicolaus Rittershuſen ſehr mühſam und gut ausgearbeitet, Chptr&us fängt mit dem Vithenes ſeine Geſchichte von Lttthauen an, läſt aber vieles aus, ſo aus den litthauiſchen Jahrbüchern zu ergänzen iſt. Guagnini und andre melden uns ÜIyndows Hinrichtung 7 Jahr früher. *) Spangenberg heiſt ihn von Rotenſtein „sZzorner und die Urkunden laſſen ſeinen Namen gar weg. |

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Erzb. Joh.v. Lünen, zur Zeit der Reg, des Otto v. Rodenſtein, 62 In Riga gieng der Erzbiſchof Albert mit Tode ab, und wardin die Dom- 1272 kirche unter dem hohen Altar begraben. 9) Vor ſeinem Ende ſchenkte er der ritti- ſchen Bürgerſchaft das Land von Ekowemünde bey der Semgallen Aa, wie auch das Land zwiſchen dieſer Ag, dem Waſſer Ekowp und dem Waſſer Müſne bis andie Grenzen des Herrn Joh. v. Dalen. Ihm folgte Johannes von Lünen, der doch erſt nach zwey Jahren den Stuhl beſegte. Der Ordensmeiſter ei mit18000 Mann, und noch etlichen Tauſenden, 1272 die auf Schütenüber die Deipus ſetzten, in Rusland, verbrante Iſenburg, und beſtürmete Plescow mit geſamter Macht ; doch auf Vermittelung des Grosföniges von LJogarden ward die Belagerung nach getroffenem gütlichen Vergleich aufgehoben. welchen der Knees Jerian bewirken-helfen. Otto gab der Stadt die Verſicherung, daß die angelegten Veſtungen ihr nicht zur Hindernis ſondern zur Beförderung gereichen , und die Bürger in dem Ordensgebiete , wie zu Volquins Zeiten, frey Gewerbe treiben ſollen. Andre ſchreiben dis richtiger Wolteen von LJordec>k zu. Währender Zeit , da die Liefländerin Busland ſtunden , hatten die 1274 Litthauer und Semgallen einen Streif bis ganz nach Oeſel unternommen, daher ſich Otto mit dem königlich däniſchen Statthalter in Revel , Sicg- frid, wie auch mit den Biſchöfen Friedrich in Dörpt und »5erman auf Oeſel verband , und ihnen bey Karkus auf dem Eiſe aufpaſte. Allein den Feinden waren die Hände nicht gefroren, ſondern ſie ſtreten den Ordensmeiſter nebſt 52 Brüdern und 600 Deutſchen aufdem ſchlüpfrigen undglatten Schlacht» felde nieder. Nach waren Bericht blieb der Biſchof =5erman von Oeſel auch, oder ward vielmehr halb verblutet nach Hauſe gettagen. -) Der vierzehnte Ordensmeiſter deutſchen Ordens in Liefland, Andreas von Weſtphalen. *) [S1 ein Glück wolte ihm nicht aus Preuſſen mit folgen, wo er als Or» AEZ densmarſchal ſchöne Proben der Tapferkeit abgeleget. Die Lit» X20.75 thauer und deren Bundögenoſſen machten ihn und 20 ſeiner Brü- “ „der zum Ziel ihrer Pfeile, we Schaden doch einigermaſſen von dem preußiſchen Hochmeiſter Anno von Sangerhauſen durch drey erfochte- ne Hauptſiege bey Chriſtburg, Kreuzburg und Brandenburg erſetet ward. Der dorptiſche Biſchof Friedrich *) ertheilte den Kaufleuten in Lief und s) Den Urkunden nach mus Albert eher geſtorben ſeyn. Denn 1271 am 27 Auguſt über- trug ſchon der Erzbiſchof Johan dem Orden das Kapitelsſchlos Dohlen oder Spar- nene, wenn derſelbe das Schlos'Therwetere und Semgallen bauen und die Heiden befehren wolte. . €) Etliche geben nur 42 Ritter an, deſto mehr aber von gemeinen Soldaten. S. Roja- lowicz B. 5. Horner nent es bellum mo/chovitanum , weil die Litthauer mehrens theils Ruſſen ſeyn und ſich der rußiſchen Sprache bedienen; S. HZartknochs alt und neu Preuſſen , S, 3. Serubicz berichtet, er ſey bey Rokenhauſen in dem Gefechte mit den Liethauern erſchlagen worden. Der Biſchof Zerman von Oeſcl, ein Buxthöveder von Geburt , wil in unſern Urkunden noch lange nicht ſterben. 8) Rojalowicz und Relch geben ihm dieſen Beinamen, die alten handſchriftlichen Chro»- nicken machen ihn zum Herrn von Witten oder von Weiß, Sonſt ſind noch ißo die Herrn von Weſtphalen im Weſtphäliſchen berümt. S. Sibmacher de armis gentilitiis, oper. German, part, 1, p. 190. +) Dieſer Friedrich verliehe zu Goslar 1268 am Magdalenentage , als ed von polig

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64 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1274Lſiland ein Privilegium / vermöge deſſen alle auf der Peipus verunglückte Wagren, nach Entrichtung der Bergegelder, ihren Eigenthümern oder deren Erben abgefolget werden. Alle WEr ſind zolfrey 3 das Holz wird am Peipus»- ſtrande zur Ausbeſſerung der Schiffe ohne Entgeld gefället, Dorpt, vom 3ten April. Der funfzehnte Ordensmeiſter in Liefland deut- ſchen Ordens, Wolther von Norde>. *) ; Sr bezwang die Samottiten und Semgallen, zerſtörte Tarwepte ZP 486 und Wieſoprhen, und ſchenfte die Helfte von ſeinen Eroberungen SES, VV der ritziſchen Geiſtlichkeit, . 5 AIT SU. Der Erzbiſchof bewilligte, daß der gewöhnliche Advocat in Ri- tg oder zeitliche Richter ſich ſelbſt einen Subſtituten ſetzen könne, damit der neue Nachfolger die Inveſtitur nicht von neuen zu. ſuchen nothig habe. 1275 Desgleichen vermehrte er im dritten Jahr ſeiner Regierung den 3ten Nov. << die Stadtmark mit der ganzen Gegend von dem Ort, wo dieLTaba von Babat in den Flus der Semqgllen fält, den Strom hinauf bis an das Dorf Putule- ne. Der König von Schweden, Matnus, aber beſtätigte den Bicziſchen die freie Handlung aufdem Fus, wie jie Gothland und Lübeck hat. Yarhus, im erſten Jahr ſeiner Regierung. 1277 Brich der Vite, König von Dännemark, erklärte die Bürger von Bitzg in ſeinem Reiche für zollfrey, auſſer auf.dem ſchomiſchen Markte 3; die Güter der Schifbrüchigen werden dem Eigenthümer zuerkannt. Gegeben zu Liykiöping, am Tage Johannis des Apoſtels und Evangeliſten. Die Königin Marttaretha *), als Frau von Efiland , gab am erſten Septemb. zu Wardintgsburt& den revelſchen Domherren die Freiheit , ſich ſelbſt einen Biſchof zu wehlen, und für ſeinen Unterhalt anſtändige Sorge zu tragen. Die Abhänglichkeit der revelſchen Birche von der Metropolitankirche zu Sünden ward aufgehoben, dem Biſchof und Kapitel die Gemeinheit der Felder, IBälder und Heuſchläge , die Erlaſſung aller Steuern und Ungelder zugeſtanden, bis es ihr Sohn der König beſtätigen würde. Wolther gieng nach getroffenen guten en nach Preuſſen und legte im dritten Jahre ſeine Regierung nieder, Eine ſeiner Urkunden haben "el ry: Capolia und Poſtulirter von Dörpt, den Nennen zu Frankenberg einen Indul- genzbrief , von gleichem Jnhalt als ſie von dem wirländiſchen Biſchof Diedrich erhalten. Man findet ihn im Chron. Mont. Franc, p. 36. os) Strubicz nentet ihn von Ulordekou , beim Ceumern heiſt er von Wordeke, mit dem Beinamen der Sieghafte. In den Documenten der Stadt erſcheinet er ſchon 4:0) Die Regierungsjahre der Ordensmeiſter ſind in der Hiſtorie ſehr unrichtig um dieſe Zeiten. +) Dieſe Nl. artgaretha ſchrieb ſich Frau von Eſtland , gleichwie ſich die Könige Herren von dieſer Provinz nanten. Die folgenden aber bedienten ſich des herzoglichen Titels von Fſiland. Der Herr Präpoſ, Relch mutmaſſet ganz richtig, daß ſich das Ka« pitel der freien Biſchofswahl nicht bedienen können, Zwar findet ſich eine Urkunde * von Erich dem Viten zu Wyburg 1280, worinne er dieſes dem Domkapitel von ſeiner Mutter zugeſtandene Wahlrecht von neuen beſtätiget, und eine andre zu War« rinsborg unterin Jahr 1289, in welcher es Erich der VIlre ausdrücklich wiederholet 3 doch muſte das Kapitel aus Zwang der däniſchen Geiſtlichkeit 1294 ſolcher Freiheit entſagen,

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Erzb. Joh. v. Lünen, zur Zeit der Reg. Ernſts v. Ratzeburg. 65 Bruder Joh. von Mattedeborch , Comtur zu Bieta , Bruder Zeinrich von 12 Arnesberch, Bruder Zeinrich Sturmann , und Bruder Bembold. 7 Der ſechzehnte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Ernſt von Raßbeburg,*) "in wißiger und arbeitſamer , aber nicht gar glücklicher Regent. 1277 / Derritfiſche Erzbiſchof Johan, der öſeliſche Biſchof Ser- man und dieſer Meiſter ertheilten am Oſteriage allen , jo nach Siefland handeln , die Erlaſſung von Zol und Ungeldern, nebſt folgenden Vortheilen: Die auf der See oder in der Düne verunglückten Güter werden nach Erlegung des Bergegeldes frey verabfolger , Hafen und Ufer in bequemen Stand geſeßet 3 die Weide für die von auswäris eingefommenen Pferde iſt offen , nur daß ſie kein Kornfeld oder Heuwachs verderben. Holz zum Brennen und zur Ausbeſſerung der Schiffe dürfen ſie frey fällenz wer aber zum Bau neuer Schiffe Holz haben wil, mus der Obern Einwilligung ſuchen. On Strand- und Seezwiſiigfeiten wehlen ſich die Parteien einen Richter , der nach gothländiſchem Rechte FU Haben die Fremden mit den Bürgern Verdrus, ſo verſchafrihnen der Aelterman nach rittiſchem Rechte Genugthuung, oder es ſollen beſondere Gevolmächtigte geſeßet werden, Fremde gegen die Bürger zu ſchüßen 9. Der Erzbiſchof belehnte ſeiner Schweſter Man Johan von Sy? nen und deſſen Erben mit den Dörfern Piderſele , Cauſele und Morikgs, nach Lehnsrechte. Zeugen waren Zeinrich von Wrangel, Johan von Tie- ſenhauſen, Otto und Zelmold, Brüder, genant von Lüneborch, Ale- xander , Bodolph von Untern , (de Ungaria) Johan von Adrikas, Zinrich von Picxever , Vaſallen der Kirche. Weil des Erzbiſchofs Schwa- ger denBeinamen von Lünen gefähret , ſo ſind einige auf den Zweifel gefallen, ob auch der Erzbiſchof würflich ein Herr von Lünen ſeyn können. Die Litthauer und Samotiten droheten das von Ernſten neu ange- 1278 legte Düneburt zu ſchleifen, welches den Ordensmeiſter nöthigte , mit dem kö- niglichen Statthalter in Bevel, Elert, ſich zu verbinden, und mit lieſländi- ſchen und däniſchen Truppen in Litthauen einzurüken. Dieſe ſiegenden Bölfer wolten nicht gerne mit leeren Händen nac Hauſe gehen, und ſchlepten olſomit, was ſich fortbringen lies, lo>ten aber eben daher die Zitthauer mit ſich nach Liefland,die wie die Barbaren Haushielten, und ſich für ihren Schaden be? zahlt machten. Sie rückten im erſten Schrefen vor Aſcherade , wo es den 1279 f Son, 3) Chyträus nennet ihn Rasborch , Zorner läſt den Zunamen weg, beim Waiſſel heiſt er Baſuburg , in, einer Handſchrift von den Herrmeiſtern, von Roſenberg, beim Ceumern, Rosborgz beim Spangenberg, Raſperg ; Pet. v. Dutsburg giebt ihm! den Vornamen Orneſt. Nach den Urknnden müſſen wir ihn ein Jahr weiter hinauf ſeßen , als unſre Chronikenſchreiber. In einigen Documenten der Stadt ſteht er ſchon 1275 und 1276, gleichwie ſein Vorgänger noch bis 1277 vorfomt. 8) Jn des Herrn D. Johan Peter Willebrandts Vorbereitung zur hanſiſchen Chros nif, Lübeck 1747 in fol. S. 11 findet man die Nachricht, daß die verbundenen Städ- te ( Lübeck und Samburg) 1276 die Zolfreiheit und Sicherheit der ſchifbrüchigen Güter bey dem Erzbiſchof und Ordenesmeiſter geſuchet, auch um einen eigenen Rich« ter zu Riga und in andern liefländiſchen Städten angehalten 3 auf welches Geſuch ohne Zweifel die obige Verordnung WEGE worden. (

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66 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordenstneiſter, 1279 Sontag nach Lätare zum Handgemenge kam , und worin dieſe erbitterten Feinde alles zertraten nnd niederſebelten. Ernſt verlohr nebſt 71 Ordensrittern und vielen Gemeinen das Leben, Die übrigen machten ſich auf die Flucht, als ſie durch den Fal des tapfern Zeinrichs von Tieſenhauſen die Marienfahne, in welcher das Bild der Mutter GOttes ſehr koſtbar geſtiket war , in die feind- lichen Hände gerathen ſahen. | Elert wolte zwar mit ſeinen Luten die Fahne wie- der erobern , wurde aber von ihnen im Gedränge gelaſſen, und muſte alſo, nach- dem ihm ſein Pferd unterm Leibe getödtet worden, mit vielen Wunden übel zuge- richtet, den Seinigen nacheilen. “) Unter ſeiner Regierung ward den eſtniſchen Bauern zuerſt auferleget, von ihren Feldern ſtatt des Tributs ein gewiſſes Maas Getreide zu entrichten, wel- <es in ihrer Sprache Külmet*) genennet wurde, Der ſiebzehnte Ordensmeiſter in Lieſland deutſches Ordenn, Conrad von Feuchtwangen *), „“- WD ie Semttallen machten ihm groſſes Herzeleid , nachdem ſie ihm = und dem Erzbiſchof den Tribut aufgefündiget, EI 44 Mn X Ee Regenten ihre Kräfte vereinigten , und dieſen troßigen Feinden eins beibrachten , aber auch eben feine Seide dabey ſponnen, . 1281 Er wurde des Handels bald überdrüßig und gieng nach Preuſſen, wo ihm die hohe Würde des Hochmeiſterthums zu Theile ward, €) Dieſe merkwürdige Schlacht geſchaße am gten Merz 1279. Rojalowicz in ſeiner Hiſt, Lituan. S. 1 Z. 5, nennet dieſen Herrn, welcher bey der Fahne fein heldenmü- tiges Leben einbüſte , nach der polniſchen Schreibart Tyzenhauzen , mit welchem, auſſer dem Ordensmeiſter Ernſt, auch der Graf Gilard und 67 andre Ritter geblies ben. Die einheimiſchen Chroniken haben 71, andre auch mehr als 70. GSilard iſt niche der holſteiniſche Graf, Gerhard , als der nicht beim Treffen geweſen , und auch die däniſchen Truppen nicht angeführet. 8) Rülmet iſt in Eſtland der ſechſte Theil eines Lofs oder Scheffels , bey den Lieflän«- dern aber der dritte Theil, und hat vermutlich ſeine Benennung von küllima , ſäen, weil ſie dieſes gleichſam dem Hofe zur Ausſaat entrichten muſten. -) Zorner nennet ihn von Urwentgen, Strubicz von Wychwantgen , Ruſſow von Fuchtewangen, Peter von Duisburg ſchreibt Wuchwangen , und meldet beim Jahr 1280, daß er zu gleicher Zeit Landmeiſter in af und Liefland ge weſen, um der doppelten Laſt willen aber das erſtere Amt nach einem Jahre fahren laſſen; Strubicz giebt unrichtig vor, daß ihn die Semgaller erſchlagen, da er doch zu Dra geſtorben und zu Trebniz 1297 begraben worden, Die kurz gefaſten Nach» richten beläſtigen ihn mit einem ſchlechten Nachruhm , und wollen wiſſen , daß die Semtjallen unter ſeiner Regierung das Schlos Feſte niedergeriſſen, wobey ſie 15 Rit- ter mit ihren Bedienten erſchlagen, die <riſtliche Religion aber aus ganz Semggallen verbannet. & M . Es Zs Ee 1 x .n xX «CASTER KK EHS EHEN - Der

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Erzb, Job. v. Sünen, zur Zeit der Reg, Wilhelms v. Schauerburg. 67 Der achtzehnte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, « Wilhelm von Schauerburg,*) | ka.ard ſeiner bekanten Tapferkeit halber von den Rittern auf dem zu Vel- 1281 6“. pn gehaltenem Landtage erwehlet , und ſette ſich! gegen die feindliche ; pe durch Werbung neuer Bölfer, gleich anfangs in gute Ver- aſſung. Der rigziſche Fürſt Wiczlaus verſtattete den rigiſchen Kaufleuten , die 1282 in den Grenzen ſeiner Herrſchaft anlanden würden, von allen ihren Gütern die AngariaundPerangaria, die Freiheit von Zol und von der Schepwora>e; beſtä- tigte ihnen auch die Privilegien ſeiner Vorfahren, Unterzeichnet zu Bittg am a9gten April. - Der König Erich beſtimte am Sontag Trinitatis zu Lunden der revel- 128 3 chen Kirche 60 Hafen Landes von den Höfen Wartel und Kadjal, und be- ahl. dem eſtländiſchen Adel, von jedem Haken zwey Külmet Getreide nach der alten Gewonheit zu entrichten , deſſen ſich die Ritterſchaft biöher entſchüttet hatte, Der Ordensmeiſter war gegen die Semgallen anfänglich ziemlich glückli und wies ihnen einen Hügel, auf. .demer ein Greift ſette , zur ENES TEB 1284 Verſamlung an, bey welchem das Volk ſeine Andacht haben , die Predigt hören und Betſtunden halten konte, und den man nachher Zeiligenbert nante. Bey den Streitigkeiten zwiſchen dem König Erich in L-orwegen, und den Städten an der Oſtſee , Lpbikh, Roczſtok, Vismarh, laſt, Grips- woldh , Btgg und den Deutſchen in Wisby , 1285, ſeßte der König Magnus von Schweden um Michaelis zu Calmar vier Commiſſarien nieder, von ieder Seitezwey, darüber er ſich jedoch dieendliche Entſcheidung vorbe- hielt. Der Erzbiſchof. erbaute unterdeſſen die berühmte Kirche zu Wenden; nach deren Vollendung er aus dieſer Welt Abſchied nahm, und im rt iſchen Dom vor dem Catharinenaltar begraben wurde, An ſeine Stelle kam "J0- 1286 Hann von Fechten, - Dieſer Ordensmeiſter ſahe ſich übrigens genöthiget , mit den Litthauern, 1287 Sagwmotziten und den anruhigen Semgalliern zu ſchlagen , deren Heerführer auch das Leben verlohr. Er wurde aber von der überlegenen Macht der Feinde umzingelt / und ſtandhaft entleibet, nachdem von ſeinen Rittern 33 erſchlagen, und 16 gefangen worden, die man-theils nacket auf. Pferde band, und mit Knüt- teln zu Tode prügelte , theils auf hölzernen Roſten über dem Feuer langſam briet. *) R 2 Der *) Beim Chyrräus heiſt er von Endorf, beim Strtihics von Enderpen. Andre ſchreiben Emsdorf, Schurborc< , Syersburg; Schürze nennet ihn Willeke oder Wilm von Schürborch, die alte Handſchrift von den Herrmeiſtern macht aus Wilhelm von Schurborg und Wilhelm von Eindorf zwey Perſonen , die uns mittelbar auf einander. gefolgt. Andre ſchreiben 'gar WWidekind von Schierburt. 5) Zartknoch ſchreibet in ſeinen Anmerkungen über den Duisburger beim Jahre 1383, daß ſich der Hochmeiſter. Winrich von Rniprode von dem mit den Litthauern und Samogiten 85 Jahr lang geführten Kriege ein Verzeichnis vorzeigen laſſen, nach welchem der Orden über 168000 von dieſer Nation theils erſchlagen, theils gefangen genommen, dabey aber 45 Ordensbrüder, 28 andre vornehme Ritter, 40c0 Bürger, 31000 von Adel, '8000 Gemeine und 15000 Pilger eingebüſſet habe, Der eee ürger,

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68 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, . 2287 Det neunzehnte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Conrad von Herzogenſtein. “) ; ) ie übermüthigen Feinde verfolgten ihren Sieg bis in Liefland, er vr 87/ beſchnit ihnen aber die Flügel, und nahm ihnen Doblin, Ra» ten und Sidropien weg. Die Litthauer verlohren bey der > Niederlage der Semtallen ihren Muth dergeſtalt , daß ſich 4 S feiner ſich zu regen getraute. Ruſſov hältihn daher für glücklich, daß er die Semgaller völlig bezwungen, gegen welche alle ſeine Vorfahren ver? geblich zu Felde gelegen, Es bemerket aber Zartknoch aus dem Duisburter, daß die Semgallen noch fernere Unruhen erregt. 23288 Ergieng nach einer zweijährigen Regierung aus der Welt, und wurde von vielen, ſeiner rümlichen Amtsführung wegen, bedgauret. 9) Der Bürger , Herr Jürgen Helms *) hat ſich die Mähe genommen , die Summe von denen, ſo in den liefländiſchen Kriegen umgekommen , ſo wie ſie Ruſſow angege- ben , zu überrechnen , wovon die Anzahl von den Jahren 1198 bis 1557 in dieſem Vers zeichnis enthalten iſt, Biſchöfe, [] - 2 Mönche, - 2 28 Ordensbrüder, „ - 622 Chriſten, „ „ 11769x Heiden, - „ 212012 in allem 330355 Seelen, s) Chyträus nennet ihn von Zertoggenſtein, Zorner, Cono von /Schnickenſchort, und Strubicz läſt ihn gar aus, d) Bey dieſem Jahre meldet Strelow S. 145u.f. in ſeinev gothländiſchen Chronik» daß die Bürger zu Wisby mit dem Adel wegen Anlegung eines neuen Zols zerfallen, Die eſt - und curländiſche Ritterſchaft halfen dem gothländiſchen Adel , die Hans ſeeſtädte aber der Bürgerſchaft; doch wurde dieſer einheimiſche Krieg durch die Vero mittelung des Herrn Odward von Lode beigeleget. *) Jürgen Helms ward mit ſeiner Chronik 1628 fertig. Beſage der Vorrede ergrif er die Feder und ſchrieb , weil er bey dem ruinirten Commercienweſen wenig zu thun hatte , und bey dem Möüßiggehen befürchtete , in ſchwere Schande und Laſter zu gerathen, davon er aus der Bibel ein ganz Regiſter anfähret. Er ſchreibet Ruſſoven und Henningen von Wort zu Wort gänzlich ans, und wo dieſer aufhöret , beſchreibet Helms die Sachen ſeiner Zeit. An vielen Orten beruft er ſich auf eine uralte preußiſche geſchriebene Chronik , aus der er die Riſſe der Veſtungen nach» gemahlet, davon auch einige der Lage nach richtig getroffen ſind. Z. E. wenn ex das alte Düs -- nemünde von Riga aus zur rechten Seite der Düne angiebt , wo es auch eigentlich lag, da hingegen das neue an dem linken Ufer aufgefähret iſt» Er beſchreibet uns auch die alten Waffen der Heiden , als Schwerter , Senſen, halbe Monde , Spieſſe , hölzerne Keulen von Eichenholz, Aexte mit langen Stielen , Bärenſpieſſe , Streithämmer , Handbogen, Schleudern, Balken, Steine , fiedend heiſſes Theer und dergleichen. Nur dies klingt in der preußiſchen Chronik einfältig , wenn ſie auf dem 96 Blat noch lange vor dem Gebrauch des Schiespulvers und des Ges wehrs in Liefland erzehlet , daß die Heiden von Büchſen oder Röhren nichts gewuſt, bis ſie einmal die Chriſten aus dem Felde geſchlagen , und ein geladen Rohr mit aufgeſpantem Hahn ges funden. Ein Heide henkt ſich dieſes um den Hals“, als er aber im Fortgehen es beſichtigen wil, uud bey der Feder rühret , ſo geht die Flinte los, und nimt ſeinem Spiesgeſellen die, Naſe vorm Kopf. weg , der auch gleich wie todt zur Erden fält, Solte man hier nicht. auch fragen , was die» ſen armen Kerl eigentlich um die Naſe gebracht, dex Schuß oder dis Erzehlung ?

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Erzb, Joh, v. Fechten. zur Zeit der Reg. des Bodo v. Hohenbach, 69 Der zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland 22 deutſchen Ordens, Bodo von Hohenbach, 9 >V4. Unter demſelben giengett bey der Ruhe von auswärtigen Feinden die / innerlichen Händel an, worüber die Gemüther der Weltlichen ſo NG nE> wol als der Geiſtlichen gegen einander erbittert wurden, und bei- 727 24%2, de einander weit auſſehende Abſichten vorwarfen. 9) WALE Der curiſche Biſchof, Emund überliesihm das Schlos 1290 YNiemel und eine dabey gelegene Mühle; doch durfte an dieſem Bach keine neue Mühle angeleget werden. Die Kirche dabey läſt darin ohne Entgeld mahlen und giebt auch nicht die Metze (line moletro, quod vulgo Merhe dieitur). Der König Erich der VItte verliche den Brüdern in Dünemünde alle 1291 Güter des Dorfs Arrenkülle, welche je von Peter Saxen rechtmäßig erkauft, mit eben dem Lehnrecht, wie ſie der erſte Beſitzer vom König empfangen. Als Zeugen haben ſich unterſchrieben , Peter JIndeß, ehmaliger Droſt, Skielm Stich, dermaliger wirklicher Droſt, Otto von Roſen, Plicolaus Abſo- lonsſohn und Odward von Bevel, Die Urkunde ijt deswegen merkwürdig, weil der König ſie am vierten Tage vor Yaris TMagdalens zu Revel in Ge- genwart ſeiner geliebten Mutter unterzeichnet, von deren damaligem Aufenthalt in Eſtland die däniſchrn Geſchichtſchreiber nichts erwehnen. Der Erzbiſchof. lies zur Anlegung der St. PIicolgikirche zuPennin>holm eine Collecte ſam? Ien, und erlies denen, ſo einen willigen Beitrag dazu trhaten, 40 Tage und einen Faſttag an der Buſſe. Zu Big in der Oſterwoche. Der in der Stadt Riga entſtandene Brand veranlaſte die erſte Bauord- 1293 nung von 10 Artikeln, deren Vorrede alſo lautet: Dat ſp witlic alle , de nu ſpn vnde thokamende, dat ng Bort unſes Sercn 1293 in Süntc Martens Llacht brande de Stad tho Riga, do wilkörde de Raht vnd de Lienen Börgere deſe Ding holdende, de hirna beſchrevcn ſtat. Philip 5) Der Herr Landrath von Ceumern und der Herr Präpoſ, Relch ſchreiben ſeinen Na- men Orro, beim Chyträus heiſt er Botho, beim Zzorner und Ruſſow Boltho, wie ſich denunoch jeßo eine gewiſſe Familie dieſes Zunamens bedienet. Strubicz nennet ihn Zeltus , und die mehrgedachte Handſchrift von Herrmeiſtern, Boltho von 5a- neburtg, andre Bodo, dafür einige aus den Urfunden 8. Orto, d. i. beatus Oro , les ſen wollen. Spantenbertg nennet ihn Herold von Hombach,, andre von Zegzen- bach. Der wunderliche Name Helcus , den Srrybicz hier anbringet, iſt werth in Betrachtung gezogen zu werden. Unter den öſtlſchen Briefſchaften entdeet uns ein Auszug einer Urkunde, daß 1293 Meiſter Zalt, Meiſter zu Liefland , gewiſſer Zwi- ſtigkeiten wegen mit dem Biſchof, Zeinrich auf Oeſel eine Vereinigung getroffen, Weiter findet man von dem Ordensmeiſter Zalte nichts aufgezeichnet. +) Es iſt nichtunwahrſcheinlich , daß der Orden ſich an die fetten Einkünfte der Geiſtlichen geſtoſſen , indem man ihre Güter als verſtopfte Quellen anſahe , aus deren Eröfnung der Republik noch manche Beihülfe zuflieſſen konte. Cranz und die Hiſtoria contrada ſprechen den Ordensmeiſter von dieſer Gewaltthätigkeit frey , beſchuldigen aber die Or- densherren, daß ſie den Biſchöfen das Jhrige abzwa>en wollen 3 da hingegen andre dem Haupte die Schuld beimeſſen. Viele ſuchen den Knoten in dem Stolz und Geiß des Erzbiſchofs und ſeiner Cleriſey, Wem die einſeitige Beſchuldigung zu parteiiſch vorkomt , der thut am ſicherſten, wenn er beiderley Klagen zuſammen nimt. Die Stadt lies ſich vom Propſt und dem Kapitel ein Zeugnis von der Verſicherung dieſes Herrn ausſtellen, daß ihr die Schlöſſer und Veſtungen des Ordens nicht nachtheilig fallen ſollen, vom Jahr 1292, S 4 +A

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70 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 12 Hilip der IVte, Fönig in Srankreich, gab der Stadt Big nebſt 8 an- ue dern 00 die Handelsfreiheit in ſeinen Häfen , nach der ſie nichts I als den gewönlichen Zol entrichten durfte. . | Die Händel zwiſchen dem Ordensmeiſter und Erzbiſchof gediehen endlich ſo weit , daß dieſer einen langwierigen Arreſt bekam , wozu die Ritterſchaft des Erz- ſtifts das Ihrige mit beitrug , die an dieſen Prälaten bisher eine mehrere Nei- gung gegen die Pfaffen, als gegen die Ritterſchaft bemerkt haben wolte. Doch der Tod trente dieſe Partheien, und ſchafte den Meiſter in der beſten Arbeit zur Ruhe, Der ein und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Heinrich von Dumpeshagen"*). x r ſchafte ſich gleich den dörptiſchen Biſchof Bernhard durch einen 277 gütlichen Vergleich vom Halſe , welches den einſamen Erzbiſchof. ver- = 8555 anlaſte, ſich hinter die Litthguer zu ſtecken, und gewiſſe Betſtun- den anzuordnen, in welchen er den Ordensmeiſter und ſeine Nitter- ſchaft wolte zu Tode beten laſſn Der Tod aber faſte zuerſt den Erzbiſchof. beim Mantel , und wanderte im folgenden Jahr mit ihm aus der Welt. Das revelſche 4 muſte ſeine Domherren, Peter Detjen, Jacob Cimeterr& , Johan Terristerr& und Johan von Nmbrig nach Both- ſchild abfertigen , wo ſie in Gegenwart des daſigen Biſchofs Johannes das Bekentnis ablegten , daß weder ſie, noch ihre Vorfahren ſich der freien Biſchofs? wahl bedienet. Site verſprachen auch , weil es ein Regale wäre, in dergleichen Fällen nie etwas gegen diefönigl. Vorrechte zu wagen. Rothſchild am 25ten Juli. 1295 Die Kapitelsherren in Curland umzogen Pilten mit einer Mauer, weil ſich deutſche Kaufleute daſelbſt niedergelaſſen. Der Orden aber bezog das Ha- felwerf vor dem Schloſſe LIeu- Pernau, welches eine alte preußiſche Chro- nife ein Jahr vorher meldet. Der Meiſter folgte dem Erzbiſchof. Johan von Fechten bald nach, und ſtarb. Der zwey und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, EH 9 Bruno. *) 44 er neue Erzbiſchof, Johannes Graf. von Schwerin, ſette das Bündnis mit den Litthguern gegen den Orden fort, auf welche „> Gelegenheit der Grosfürſt Vitenes längſt gewartet hatte. Umaber die "EE GE Bürgerſchaft mit in ſeine Vortheile einzuflechten , bekräftigte er “8 vo s) Zorner nennet ihn von Dumpfſatzen , Strybics, von Durenſchlagk, eine Hands ſchrift von den Herrmeiſtern, von Dingſchalen , eine andere, Hinrich von Dintg- ſchlagen. Jn einem Document vom uten. Jul. 1295 heiſt er Zinrich von Din- Kia Jn ſelbigem ſpricht er der Stadt dasjenige Stüc der Mauer zu , ſo hinter den Fleiſchſcharren (infra apothecam carnium) und ſeinem Wohnſiße DVittenſteen weggehet, und von dem St. Peters Kirchhof bis an den St. Jürtzens Thurm ſich erſtre>et. Nur müſſen keine Rennen von der Mauer in den Hof Wittenſteen gehen, und er Freiheit behalten, die Balken ſeines Hofes in die Mauer, doch ohne Schaden derſelben , einzulegen. ) Sein Zuname findet ſich weder bey auswärtigen noch einheimiſchen Schriftſtellern. Stry-

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Erzb. Joh. v. Schwerin, zurZeit der Reg. Gottfrieds v. Rogga. 71 von ſeinen Vorfahren ihnen ertheilte Freiheiten, mit dem Zuſas, daß der Stadt- 1296 vogt ſich einen Nachfolger ernennen könne, ohne daß derſelbe die Inveſtitur zu ſuchen nöthig habe. Zu Bitga im April. Die Kaufleute zu Wisby kamen bey dem König in Dännemark , Erich, klagbar ein , daß ihnen die Eſtländer einige Kaufmansgüter vorenthalten, worauf, derſelbe an ſeinen Stadthalter in Revel, LIils Arelſon , und an die Räthe über Eſtland , die Herren 5enrich) von Lode, =5erman von Bur- thöveden, Woldemar Roſen und 5elmold von Lode, Befehl ſtelte , die- ſen Bürgern zu ihrem Rechte zu verhelfen , wodurch die Zwiſtigkeiten gehoben wurden. S. Strelovs gothländiſche Chronif Bl. 147. Bruno zerfiel mit den Bürgern zu Riga einer Brücke halber , welchen 1297 Streit der Erzbiſchof: und der Biſchof Bernhard von Dörpt ſo ſchlichteten, daß die Bürger zwar am Bau zum gemeinen Beſten nicht gehindert werden , aber 0 Eile Mühlen und Wehren (gurguſtia) ohne Einwilligung des Ordens an? gen ſollen. Der litthauiiſche Grosfürſt Vithenes rückte indeſſen mit ſeinem Heere in Liefland ein, da der Erzbiſchofiund die Bürgerſchaft das Rauhe heraus fehr- ten , und mit dem Orden in anderthalb Jahren 9 Schlachten wagten. Die lezte bey Trepder- Ag am erſten Junius war entſcheidend , und Bruno ſamt 60 Rittern und vielen Gemeinen blieben in derſelben. Die Sieger machten ſich hierauf; an die Belagerung des Ordensſchloſſes L7evermühblen, *) hatten aber auch faſt 3000 Chriſten aus ihren Händen reiſſen, und von ihren eigenen Leuten 800, oder wie andre leſen, 1800 ſien laſſen müſſen. Der drey und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Gottfried von Rogga ). KAär erhielt aus Preuſſen noch zu rechter Zeit eine gute Anzahl neu- 1298 j geworbener Soldaten, welche der tapfere Berthold von Me- erreich, mit dem Zunamen Brüban, anführete. Sie rück- ten miteinander zum Entſa vor Lieuermühlen an, und fielen 2 am Serubicz ſchreibt Brunau, 'Peter von Duisburtj K. 262 heiſt ihn ſchlechtweg Meiſter Bruno. Spangenberg läſt ihn mit andern Ordensmeiſtern aus, Jn« zwiſchen iſt es falſch , daß die Ritter bey Annehmung des Ordens ihre Namen geän» dert, wie Simon Grunov meinet. Cranz Vandal. lib. VII, c. 46 giebt die Suc- ceßion der rigiſchen Erzbiſchöfe ganz unrecht an, Seinem Bericht nach folgte auf Al« berten gleich der Graf Johan von Schwerin, den er Zekmolds Bruder nennet, Auf dieſem folgte 1304 "Johannes Brand, ein rigiſcher Domherr 3; welches den Documenten entgegen iſt, «) T7euermühlen, auf lettiſch Adaſch , ein altes herrmeiſterlichs Schlos, lag 11 Wero ſte von Rigaz nicht weit davon iſt die erſte Poſtſtation na) Pernau, Revel, Dörpr und Petersburg. Peter von Duisburg K, 262 nent es caſtrum molendim noui, HZorner , noua mola. Rojalowitz ſchreibt auf eine ganz ſeltſame Art, nouem 1y= num, ſo ohne Zweifel nouum molendinum heiſſen ſollen, Peter von Duisburg erzehlet, Bruno habe dem litthauiſchen König Vithenus nachgeſeßet , weil dieſer im Schloſſe Carthuſen 4 Brüder mit ihrem Volke gefangen genommen, und das Schlos zerſtöret. Er habe ihn auch endlich bey der Trepderaamünde oder Gowmunde angetroffen, 3000 Chriſten aus ſeinen Händen errettet, 800 Ungläubige erſchlagen , wobey doh Bruno ſelbſt mit 22 Brüdern und 1500 Chriſten ins Gras beiſſen müſſen. 5) Die mehreſten von unſern Geſchichtſchreibern laſſen den Zunamen weg. Horner nent ihn Gottfried Rugo. Strrubicz , Andreas Gottfried; die eine Handſchrift, Gottfried Roſusz die zweyte Curt Fridow genant Rutzez andre, Rogge und Roggag,

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„2 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1298 am Tage Detri und Dault mit ſolcher Verbitterung auf die Belagerer , daß über 102 theils in den Strom geſprenget , theils durchs Schwert niedergemacht wurden. Inzwiſchen ſuchten die Litthauer den Brühan aus Liefland zu ziehen, und thaten deshalb einen Einfal in Preuſſen, wo ſie gar ſeltſam wirthſchafteten. Doch Brühan *) kam ihnen unvermuthet auf den Hals , und wies dieſen frem- den Gäſten nach etlichen Scharmügeln den Rückweg, Der Erzbiſchof hatte ſich müſſen gefangen geben. Als aber die Bürgerſchaft nach Brübans Abzuge Luft bekommen, fag und brente ſie ſv lange in dem Gebiete des Ordens, bis der Erzbiſchof auf freien Fus geſeßt wurde. Erich) der VIlte König in Dännemark erklärte, daß wer ſich ihm gefällig erweiſen wolte , die Bürger zu Bittg in- und auſerhalb des Reichs, günſtig aufe nehmen , gütlich bewirthen, und ihre Abſichten befördern möchte. Kein Rich- ter (Aduocatus) oder Unterthan ſolte ihnen etwas in den Weg legen, bey könig- licher Ungnade uud Ahndung an ihren Gütern oder Perſonen. Worthingburg, am Tage vor Antonit des Befkenners. 1 1299 So bald der Erzbiſchof ſich in Freiheit ſahe, war ſeine erſte Verrichtung eine Reiſe nach Rom, ſein Aufenthalt aber daſelbſt ziemlich kurz , indem ihn das Jahr darauf der Tod aus der Welt forderte. Der Papſt Bonifacius der 11Xte ſandte hierauf ſeinen Kapellan, den Prior des Auguſtkinerkloſters zu Bene- vent, Namens Jſarnus “), nach Liefland, und beſtätigte ihm das rigiſche | 13» 8) Dieſer Man war Befelshaber in Rönitzsbertz, oder wie man damals redete, Com- thur. Beim Michow lib. III, c. 66 heiſt er von Brunhaim, beim Rojalowiz P+ 1, 1, 6, Brunheim, Peter von Duisburt erzehlet S. 3x0 von ihm eine ſeltſa» me Probe und Uebung ſeines Gelübdes der Keuſthheit. Der Entſaß bey LTeuer- mühlen geſchahe 1298 am Tage Petri und Pauli , und ſollen die Rigiſthen und Litthauer über 4000 Mann davor haben ſißen laſſen. Ein Preuſſe aus Samland focht ſo ſtandhaft , daß ſeine Hände kraftlos wurden, und ihm das Schwerdt in den Fäuſten erſtarrte, 4) Wir kennen dieſen Man- aus der päpſtlichen Beſtätigung, die ihm Bonifacius der IXteim Lateran, im 6ten Jahr ſeiner Regierung am 19 Dec. ausgefertiget, Die Dänen nennen ihn Jſarnus, und Jſerms, andre Jſaurus, Strubicz Aßverus e Dania, die Biſchofschronik *) Erasmus, Chyträus S. 19, Jvarus. Seines Vaterlandes Halben fönnen ſich die Geſchichtſchreiber auch noch nicht vertragen , indem ſie ihn bald zu einem Franzoſen , bald zu einem Dänen machen, da er doch ein Jtaliäner von Geburt war: welcher Meinung auch Üatznus Matthias im Verzeichnis der lun- diſchen Biſchöfe beypflichtet. Zuirfeld, Ponranus und der Papſt nennen ihn einen päpſtlichen Kapellan, Er ward endlich von Lunden weg, und zum Erzbiſtum Sa- lerno berufen, wo er ohngefehr 13:0 mit Tode abgieng. Jn der ſchwediſchen Bi- bliothet Tom. III p. 190, wird der Monat October 13to beibehalten, doch a+ 4 au *) Die Biſchofschronik iſt eine Handſchrift ,. von etlichen xo Bogen , die zur Nachahmung der huit- feldiſchen Biſpers Rroenick2 aufgeſelzet zu ſeyn ſcheinet. Sie enthalt einen magern Auszug aus dcr Chronik Heinrichs des Letten und der Geſchichte der rigiſchen Erzbiſchöfe , dabey aber man he unerweisliche und nicht gnugſam eingeſchränkte Sätze befindlich ſind. Z. E. von dem 4jährigen Re- giment des Biſchofs TTicolaus, von der drauferfolgten Bekehrung der Ruſſen in Plescow, die doch ſchon lange zuvor Chriſten waren; von Innocentii Befehl , das Sacrament des Altars un- ter beiderley Geſtalt zu reichen ; von Honorii Verbot, daß die Bauren nicht mehr das glüende Eiſen tragen ſolten. Lekteres iſt wol ein Misverſtand einer Stelle beim Raynald, wo Hono- xius bey den Neubekehrten, und zwar in nichtsbedeutenden Fällen, es abgeſchaffet : denn daß es zu Plettenbergs Zeiten noch im Gebrauch geweſen , beweiſen dieſes Fürſten Geſetze , die 1539 it Dru gekommen , wiewol einige aus der darin beibehaltenen Gewonheit des glüenden Eiſens, dieſe ungemein rare Samlung der alten lieffländiſtben Geſetze für eine eigene Erfindung Diony- ſti Sabri halten, die in Kiefland von denen Regenten nie überſehen, ſondern nur als eine Prö- ße etwan zu Roſto> bey Joban Ballborn, in wenig Exemplaren gedrucket worden 3 daher es uſtgerneiu rar iſt. Doch dieſe Urſache iſtnicht hinlänglich 3 indem Plettenberg in der Einigung der Banren von 1509 das glüende Eiſen zu tragen anbefolen. Man hat noch eine Beſchreis bunz aller Biſchöfe unv Erzbiſchöfe des Erzſtifts Riga aus alten Schriften zuſammen getragen, im Manutcript, von Gerhard Kürich Roſenſtrguch 3 davon die erſten Proben ziemlich ſchlecht gerathen , und nicht des Aufhebens werth ſind«

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Erzb. Iſarnus. zur Zeit der Reg. Gottfr. v. Rogga-. 33 Erzbiſtum. Allein er hatte ein zu redliches Herz, als daß er dieſem cwigen Ge- zänfe lange zuſthen kontez3 daher ihn der Papſt zum Erzbiſchof von Lunden er- nante, dem [lundenſchen aber, Johannes Grand, das rigiſche Erzbiſtum auftrug. Doch Johannes bedankte ſich für dieſe unruhige Ehrenſtelle , und LE muſte in Dännemark noch eine kleine Zeit unter dem Namen eines päpſtlichen Legaten warten , bis die [undenſche Stelle erlediget wurde. Den heiligen Abend vor Jacobi lies dieſer Gottfried den Lübeckern, aus Dankbarkeit für ihre Bemühungen, zum Auffommen des Ordens alle An- ſtalten vorzufehren, ein gar ſchönes Handelsprivilegium ausfertigen, in welchem den lübiſchen Kaufleuten zugeſtanden wird, auch in Kriegszeiten mit den Buſs ſen zu handeln, ja ihren Handel zu Lande bis Preuſſen zu treiben, ohne von den Liefländern geſtöret zu werden. In See- und Haftnverbrechen ſollen die Schuldigen nach lübiſchem Rechte, in Stadtſachen aber durch den zeitigen Ael- termann (Oldermannum) gerichtet werden.) es Iſarnus kam nach Lieſland, wo er 6 Tage vor Reminiſcere die alten 1300 obſchwebenden Zwiſtigkeiten auf dieſen Fus abthat: Der Ge und der Or- den heben die Koſten gegen einander auf. WWolmar von Roſen erhält ſein. Schlos wieder. Der Orden braucht die St. Jürgenskirche zu Bicgag zum Gottesdienſt , nur daß niemals über 10 Brüder in der Stadt bleiben , noch viele Bediente bey ſich haben , oder öffentliche und heimliche Zuſammenkünfte halten, feine Thürme oder Schanzen in der Stadtmark oder Grenze anlegen. Die Or- densſchiffe haben durch die Brücke der Bürger freie Durchfahrt. Das ganze Land gehbret dem Papſt, und iſt den Brüdern nur zur Fortpflazung des <riſtli- <en Glaubens verliehen 3 daher dürfen keine neue Zölle eingeführet werden. Über die Güter , ſo die Bürger dem Orden im Stadtgebiete abgezwa>et, und welche der Orden der Bürgerſchaft zu Big in Lief- und Curland weggenom?- meit, wird der Papſt den Ausſpruch thun. Das Kirchenregiment beruhet allein anf dem Erzbiſchof und ſeinen Nachfolgern. Biſchof Seinrich von Revel, Lager auch in Lunden geſtorben, und daſelbſt in hypogaeo der Kirche des H. Lauren- tii begraben ſeyn. Weil Thomas „Ziärne bey den Nachrichten von den Verrichtun- gen dieſes Mannes viel widerſprechendes gefundenz ſo iſt ihm Jſarni erzbiſchöfliche Würde in Riga verdächtig: er wil ihn daher beym Jahr 1306 nur zum Legaten des Papſts , nicht aber zum Erzbiſchof von Lunden machen. Doch dieſem Zweifel wäre noch abzuhelfen, nemlich im Jahr 1302 am Tage vor Himmelfahrt war er in Düne- münde , wo er vermutlich zu Schiffe gehen wolte, Der Herrmeiſter Gottfried gab ihm das Geleite, und der Erzbiſchof. unterzeichnete noch daſelbſt zum Abſchiede das Privilegium über Altenwoggen. Was das folgende Jahr 1303 betrift , ſo beweiſet die päpſtliche Beſtätigung des folgenden Erzbiſchofs Friedrichs von Benedict dem Xlten daß Jſarnus in demſelben nach Lunden gegangen, um mit Johan Gran- dis einen Tauſch zu treffen , wofür ſich aber der zu Lunden bedankie: Johannes kam endlich 1357 auf Martini des Vten Volmacht, nach dem Erzbiſtum Bremen. Wer weis aber , ob nicht Jſarnus, da er den Sis nicht gleich ledig fand , unter dem „ anſehnlichen Kirchentitel eines päpſtlichen Legaten , unterdeſſen eine und die andre Reiſe in die benachbarten Länder anſtellen können ? -+9) Die Abſchrift, welche wir haben, lies Johan Tideman , Dechant , Matthäus Richard, Senior, und das Domkapitel zu Lübeck durch den geſHwornen Notarius Lorenz Walter am uten Jun, 1551 von dem weitläuftigen Original nehmen. Die Worte des angeführten Artikels lauten ſo: Si praeterea inter nos, fautores et coope- ratores noſtros ex vna' et Ruthenor ſen Paganos ex altera vel eorum fantores con= Junctim vel diviſim ſabortae fuerint inimicitiae feu canſſae qualescunque , cites ta nen Lubecenſer eo non obſtante cum bonis ſuis in noſira protedione et in ſua ipſo- xum propria fortuna procedent et pergent per terras noſtras et extra eas, quorſum= cunque ipforum fuerit voluntatis , ſecuri prae omnibus , qui noſtris obedire ſtrict ſunt mandatis. Hierauf bezogen ſich die Herren Läbecker an den Kaiſer Ferdinand, als ihnen die Lieflander 1559 den Handel mit den Ruſſen auf LFarva legen wolten. Siehe heim Chytraus S, 612, ' T

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74 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Egger Jul, Domherr zu Bypen / Bernhard VDirolettus , Biſchof zu Karkes 7 »Zeinrich von Lubeke , Canonicus zu Rypen , Porrius von Cuſa , Jacob von Caſiilis , Dero von St. Benedicro , Rechtsgelehrte und Advocaten des römiſchen Hofes nebſt andern mehr , *) haben ſich dabey unter- rieben. % Die eſtländiſche Ritterſchaft verſamlete ſich zu Weſenberg, wo ſie in einer Schrift mit 3x angehengten Siegeln an Erich den Vilten berichtet , daß ſie zwar Eiland dem Svelſchent Biſchof =einrich zugeeignet, doch unter der Bedingung , daß es nie von der Krone Dännemark veräuſſert werde. 1301 Drr Ordensmeiſter ſahe ſich gezwungen, die aufrührigen Oeſeler zu demit- thigen, welches der Biſchof für einen Eingrif in fremde Rechte anſahe. Gott- fried lies ſich daher von der Nothwendigkeit dieſes Krieges von etlichen Rittern und Hofleuten des Stifts Dörpt, wie auch von dem Ritter des Stifts Oeſel, 250 von Yrkul , ein Zeugnis ertheilen, womit er dem öſelſchen Biſchof onrad den Mund ſtopfte, daß ſelbiger mit ſeiner Klage beim Papſt kein Ge- hör fand. Conrad erhielt indeſſen keine ſonderliche Genugthuung , und am äpſtlichen Hofe war man gegen. alles taub. Zuleßt ernante der Papſt Bene- ictus der Xite einen Minoritenmönc<, Namens Friedrich) , einen gebornen 1302 bömiſchen Bannerherrn , zum Erzbiſchof von Riga, welcher den Streit zwi? ſchen dem Orden und dem öſelſchen Biſchof beilegte. M) Frich Ert e) Bey dieſem Jahte melden uns die däniſchen Geſchichtſchreiber , Zuitfeld S. 315, und deſſen Uberſeßer Pontanus, S. 389, doch ohne Jahrzahl , Tag und Zeugen, aus einem Stu> von einem lateiniſchen Inſtrumente , daß der neue Erzbiſchof FSriedrich aus Mangel anderer Auswege ſich uud ſein Erzſtiſt dem König von Dän«- nemark Lrich dem VIlten auf folgende Bedingungen ergeben : Weil die Verfolgung, welche der Orden den Geiſtlichen anthue , in Semgallen., Valez und Gerze uner- ſeßlichen Schaden „angerichtet , ſo ſuche der Erzbiſchof beim weltlichen Arm Hülfe, und übertrage mit Genemhaltung der rigiſchen Bürgerſchaft dem Könige das Recht zu den entledigten Gütern des Erſtifts die Perſonen vorzuſchlagen , welche vom Erze biſchof die Lehne erhalten ſollen. 'Gleichergeſtalt verhält ſichs mit den Gütern , welche der Orden der Kirche abgedrungen , wenn ſie durch königliche oder erzbiſchöfliche Macht wieder ans Erzſtift gebracht werden, Die Stadt Riga und die geiſtlichen Gü« ter ſtehen des Königs Advocaten und ſeinen Männern allezeit offen , ohne deren Vor« wiſſen der Erzbiſchof mit ſeinen Feinden fkeinerley Vergleich eingehen wil. Dieſe Ur« funde, worinne Friedrich den Ordensbrüdern gewis keine Lobrede hält, verdiente hier ganz überſeßet zu werden , wenn nicht zwey Hauptumſtände den Juhalt derſelben wankfend machten. Einmal, daß von ſo vielen Urkunden, die wir von dieſem Erzbi- ſchof übrig haben , nicht eine einzige mit der däniſchen Nachricht übereinſtimt ; und zweitens, daß Friedrich erſt von Benedict dem XIten im erſten Jahr ſeiner päpſtlio <en Regierung zum Erzbiſchof ernennet worden. Denn ſo heiſt es in der 1303 am 19ten März aus dem Lateran ergangenen päpſtlichen Beſtätigung deſſelben ; weil B0« mifacius der IUXte den rigiſchen Erzbiſchof zur lundenſchen Kirche, den lunden- ſchen Erzbiſchof Johan aber zur ritziſchen Kirche berufen 3 lekterer aber dieſen Tauſch nicht antreten wollen , ſo übertrage er dem Nlinoriten Bruder Friedrich das Erzſtift, und ermahne die rigiſche Kirche, ihn als ihren Vater und Seelenhirten ehr- erbietig aufzunehmen. Siehe auch Pontan, S. 391. Friedrich brachte es beim Papſt dahin, 'daß er den Orden vom Banne losſprach, wohin derſelbe ſo wol wegen Gefangennehmung des vorigen Erzbiſchofs, als wegen der Bedrängungen der Biſchöfe von Oeſel belegt worden. f) Damit wir mit den-oeſelſchen Begebenheiten die Geſchichte nicht zu ſehr unterbrechen, ſo bemerken wir nur , daß dieſelbe kurz ſo zuſammen hängen : 1302 wiederrief der Biſchof Conrad auf Oeſel , feine Verbindungen gegen den Orden , und ſchwür auf das heilige Evangelium , demſelben gegen die Ruſſen und andre Feinde beizuſtehen, 1304 vereinigten ſich der Biſchof. von Oeſel, der zu Dörpt, der Orden und des Kö nigs von Dännemark Hofleute in Zarrien und Wirland. 13685 quitirt der Bio ſchof den Orden wegen des geſamten Schadens, den er im leßten Kriege gelitten. 1320 beſchwert ſich der Biſchof bey dem Cardinal zu Rom, daß ein Ordensherr SEEN en

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Erzb., Friedrich. zur Zeit der-Reg. Gottfr. v. Rogga, 75 Erich der VIlte belehnte ſeinen Bruder den Herzog Ee H auf 6 Jahr mit Eſtland, um ſolches vor den Ungläubigen unter fönigli VIE 7303 zu ſchüßen , wogegen-der Herzog verſpricht, ein getreuer Lehnsman zu ſeyn, und dem König im Nothfal mit 50 bewehrten Leuten zu dienen. Im Märzmonat verſamlete ſich der Meiſter , der Landmarſchal und alle Be- 1 304 fehlshaber des Ordens zu Dörpt, wobey ſich die däniſchen Vaſallen von der eſiländiſchen Nitterſchaft mit einfanden, und ſchioſſen dieſes ewige Bündnis, daß ſie keine däniſche Vaſallen abſpenſtig machen wolten , weil dieſelben noch vom Heidenthum her zu dieſer Krone gehöret, ingleichen daß feiner ohne den an- dern eine Verbindung errichten ſolte: Die Biſchöfe von Dörpt und Oeſel ſollen mit dem Ordensmeiſter den ritziſchen Erzbiſchof bereden , gemeinſchaftliche Sache zu machen. Welcher Ort nun zwiſchen der Düne und Larve ſich dieſem Bunde nicht unterwerfen würde , dem. ſolle feindſelig begegnet werden. Wer das Land unter fremde Herrſchaft zu bringen trachtet, mit einem ſolchen wird als ei- nem Verräther umgegangen. Wenn obgemeldte Biſchöfe und der Orden mit j den Ruſſen in Verdrieslichkeit gerathen , ſo giebt eine Commißion den Aus- ſchlag , worin 3 von Rigg , 3 von Oeſel , 6 von Dörpt , 6 königliche Lehnsmänner und 6 Ordensbrüder ſien. Werden eſ Verbundene unter ſich uneins, ſo thun 6 Commiſſarien von Dörpt und Oeſel , 6 königliche Lehns- männer und 6 Ordensbrüder den Ausſpruch, wobey es ſein Bewenden haben mus. Thut jemand den Ruſſen zu viel, und wil nach ſeinem Kopfe mit ihnen anbinden , der ſol ohne Beiſtand bleiben und ſeine Gefahr ſtehen 2). Der lundenſche Erzbiſchof Iſarnus legte in dieſem Jahr die zwiſchen dem Orden und der Stadt noch obwaltenden Zwiſtigkeiten bey. Der Erzbiſchof. Friedrich aber beſtätigte am oten Oetober der lektern alle 1305 Rechte und Freiheiten, insbeſondre das gorhiſche Recht, nebſt der Befreiung vom Kampfſchlagen , vom Zol, vom glüenden Eiſen und den Strandungsfo- ſten. Zum ggothiſchen Rechte wird gerechnet , daß ſich die Bürger einen Stadtrichter wehlen, den erwehlten aber dem Erzbiſchof: zur Inveſtitur vorſtellen ſollen. Dieſer Stadtrichter entſcheidet alle weltliche Sachen, doch iſt kein ſtifti- ſcher Lchnsman an dieſes Gericht gebunden. Der Erzbiſchof. behält die Münzge- rechtigkeit , die Bürger hingegen ſind frey vom Zehnden und andern Abgaben. Alle die in die Stadt kommen, ſind des Bürgerrechts fähig, und mit der Dar- ſtellung des Stadtvogts wird es jo genau nicht genommen. Unterſchrieben ſind ; ruder Bernhard, Unterprior der Mengen / Bruder Johannes A 2 eſel, ſchen Canonicus zu Riza in ſeines Vaters Hauſe erſchlagen habe, welche Klage auch weiter an den Papſt gelangte, in welcher der Entleibte ein Dumherr von Zapſall heiſe ſet. 1324 heßte der curiſche Biſchof den von Geſel auf, mit dem Orden anzubinden, und verſprach in eigner Perſon nach Rom zu ziehen , das Verfahren des öſelſchen Biſchofs zu verantworten, 1328 verglich ſich der Orden mit dem Biſchof J.3cob uber den vierten Theil von der Verläſſenſchaft guter Männer, die ohne Erben ſterben; der Biſchof giebt dem Orden dafür 36 Ha>en Landes und 30 Mark, 1365 richtete der Orden mit dem Biſchof eine Beliebung auf, was man für die Ueberfahrt über beyde Sunde und Hoon erlegen ſolle, 1344x muſte Johan Claſen , Dechant zu Dörpt und Oeſet, und beider Kirchen Domherr, jährlich 30 Mark verzinſen, zum Behuf der St. Johannis Baptiſt& Vicarie. 1446 befahl Evgenits der 1Vte dem Orden, den Biſchof Johannes wider Ludolphen in den Beſiß der Kirche zu Oeſel zu ſeßen. Von dem ehmaligen Zuſtande ver Stadt und des Schloſſes Arens- bürg hat Simon Heinrici in ſeinem zu Roſco? 1634 in'4 gedruckten Buche, Ci- uis Chriſtianus, eine weitläufige Beſchreibung hinterlaſſen, die wir aber nie zu Geſicht bes kommen können, 8) Pontanus S. 394 bemerket, daß der däniſche Stadthalter Johan Saxeſon über das Verfahren der Herren Led Ortzies und Johan Waigiche ſich bey dem König beſchweret , daß ſie als Lehnsmänner ohne königliches Vorwiſſen ſich in dis Bündnis „eingelaſſen« Suitfeld gehet in einigen Umſtänden von uns ab,

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1306 "6 Leben und Thaten-der liefländiſchen Ordensmeiſter, Oeſel, von eben dem Orden in Rigg, Bruder Friedrich , Vicegardian der xminoriten in Bitjg, Bruder Johan von Pohlen, Lſer, Bruder Wen- ceslagus, Bruder Gerhard, ebenfals Minoriten, Herr Gerlach, Herr Lambert , Johan von Oſtinghuſen und Magiſter Marcus von St. Gerz mano. Als die Stadt den St, Jürcgenshof zerſtöret, und in eine Strafe vow 1000 Mark verfallen war , weil es biöher die ordensmeiſterliche Reſidenz geweſen 3 ſv erlegte ſie "E allen Schaden überhaupt 800 Mark, worüber ſie der Meiſter Gottfrid , jein Marſchal Cono, und der wendenſche Comtur Albert, ge- nant Pladere , in der Octave Petri und Pauli völlig quitiret. er Biſchof Conrad von Oeſel hatte die rieziſchen Bürger zu Beſchu?- kern ſeiner nach Biezag geflüchteten Leute und Güter beſtellet. Da aber ein ver- unglüctes Schif auf den öſelſchen Küſten wider den Freiheitsbrief keine Sicher» hrit genos, ward die Stadt erbittert, nnd nahm was ihrim Weg kam, erſchlug auch einige Bedienten des Biſchofs. Doch das Jahr drauf ward zu Leal am Tage Philippi u. Jacobi die Sache verglichen. Beide Theile genieſſen in des an- dern Grenzen Sicherheit , und die BRitziſchen liefern die genommenen Pferde und Waffen zu L9euermühlen oder Dünemünde aus. Ueber den Todſchlag iſt der Erzbiſchof Richter. Als Mitler waren zugegen, Bruder Cuno von Ol- denborc<, Comtur zu Leal, Bruder Bavo, daſiger Prieſter, Bruder Jo- Han, genant 5olſathen, Vogt in der DO Herr Wal, Nitter, genant von Wrandghel; Herr Gerlach, genant Reiſe , Herr Lambert , genant Sepme, Burgermeiſter der Stadt Rita. Am 26 März traten, die eſtländiſchen Landräthe mit der Nitterſchaft zus ſammen, machten eine nähere Landesordnung , deren Handhabung ſie auch be- ſchworen, und übergaben ſie dem revelſchen Biſchof Zeinrich zur Beſtätigung, der ſie auch auf zwey Jahr bis zur kbniglichen Genehmigung beſtätigte. Die Namen derer, ſo dabey zugegen geweſen, ſind: Wolmar Boſen, Zeinrich von Lode , Diedrich Thoys , Diedrich Kiwel , Bruno von Dolle Ludolph FSahrensbach , Joban von L6öwenwolde , Johan Urkül, Woldemar Wrangel, Johan Waigithe, Leo Orgies, Johan Wa- Eolt , Llicolaus Askerſon , Joban Weſenberg , Otto von Kiwel, Llicolaus von Zafjwesforde , Odoard von Bevel , Conrad Söte, 5einrich von Lechtes , Albert und Llicolgus von Dohlen. Am St. Grape Ne 12 01 vorerwehnte Herren Landräthe und Rit- ter auf einem Landtage zu Weſenber&x dem Biſchof =einrich in des Königs Na- men ganz Eſtland. Der Biſchof ſandte die Reſignation dem König zu , und legte die ſchönen Zeugniſſe bey , worin der Adel des Biſthofs Treue und Eifer ge- gen den König ungemein gerühmet hatte. Inöbeſoudre war mit ausbedungen 0: ' daß Eſtland auf feinerley Weiſe von Dännemgrk veräuſſert werden olle. b) Auſer den vorigen erſchienen auf dieſem Landtage noch zur Unterſchrift: Zerman von Lode, Odward von Dohlen, Friedrich von Wrangel , Peter von Zuds, Jacob Fahrensbach, Berthold und Zans von Lechtes , Albrecht von Al- wen, Johann von Vorkel, Gottfried , Daniel und Hinrich Brakel , Wil- Helm von Embach: Gerhard von ZHerke und Johan Tiſer , Ritter. Weil die däniſchen Schriftſteller uns viele von dieſen Namen verdorben, ſo haben wir ſie aus den beſten Abſchriften verbeſſert. Der

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Erzbiſchof Friedrich." zur Zeit der Reg. des Gerdt v. Jo>e, "77 * Der vier und zwanzigſte Ordensmeiſter in 137 Liefland, deutſchen Ordens. Gerdt von Joke. *) > r erhielt unter'der Anführung des tapfern Conrad Reſſelhuts, exe Schatmeiſters und nachmaligen Landmarſchals , eine ziemliche umme Verſtärkung von preußiſchen Ordenstruppen , mit welchen er Ha S5 Plegcow eroberte / und die "Buſſen zum Frieden nöthigte. Hieauf gieng er dem Biſchof.von Oeſel zu Leibe, und nahm im erſten Schrecken »5gpſal, Lode, Leal und die ganze WWpy> weg, weil die Litthauer als der Geiſtlichen Bundesgenoſſen nicht abkommen fonten, indem ſie in Preuſſen alle Hände vol zu thun hatten. Doch kam es bald zum Vergleich , und muſte die nach Biceg entführte Beute, öder der Werth derſelben, zu Lxeuermühlen oder zu Dümnemünde wieder ausgeliefert werden. Der König von Dännemark ſandte Johan Kanen nach Revel, unter 1310 welchem die Mauren der Stadt auf der Nord-und Oſtſeite erweitert , erhöhet, und mit Thürmen, Schanzen und Graben beveſtiget werden ſolten. Hierdurch fam das berühmte Nonnenkloſter St. Michaelis *) mit in den Bezirk der Stadt 3 die Nonnen aber erhielten Erlaubnis, ſo nahe an die Stadtmauer zu bauen, als ihr Grund gienge, Der 8) Dieſen Vornamen haben wir aus den Documenten geändert, die ihn alle Gerdt, und auf lateiniſch Gerhardus nennen, wofür unſre Chroniken Cordc und Conra- dus, ingleichen Bernhardt geleſen. sZuitfeld ſchreibt von Jorke , Strubicz, Gotthard von Jorigk. Andre nennen ihn Joke. Spangenberg rechnet ihn nicht mit , und Chyträus getrauet ſich nicht den Zunamen zu melden. Die eine Handſchrift von Herrmeiſtern nennet ihn Cordr von Hocke , die andre Gerhard von Docke , noch andre, Cordt'von 5acke , oder noch ſeltſamer, Gerdt von Ds- vigt, Oernhielm mus ein Blat in unſern Geſchichtſchreibern zu weit umgeſchlagen haben , wenn er im Leben des Pontus dela Gardie S. 8x ſchreibt , daß dieſer Con- rad bey Treiden erſchlagen worden , da dieſes doch ſeinen Vorfahren Bruno be- troffen, 5) Das Wichaeliskloſter war Ciſtercienſerordens. Der vorgegebene alte Urſprung - deſſelben aber iſt fabelhaft und von 1093 her unerweislich , indem derſelbe ſich weder mit der Zeitrechnung, noch der Thronfolge der däniſchen Könige reimet , ob gleich Brandis es aus der leßten Aebtißin Munde gehöret, und die Privilegien ſelbſt gele- ſen zu haben vorgiebt. Er iſt deswegen vom Herrn Viannrichter von Lode widerlegt » worden. Siehe den erſten Theil S. 18 in der Anmerkung. Die Namen der Aeb- tißinnen dieſes Kloſters hat uns der ehemals beim revelſchen Gymnaſio berühmte Herr Profeſſor Jſaac Aulinus vom Anfange des 14ten Jahrhunderts her aus den alten Briefſchaften aufbehalen, Sie folgen in folgender Ordnung auf einander: Chriſtina 1310 Adelheit Wacke 1484 Hlargarctha von Bycke *) 1348 WMargaretha Stakelberg 1486 Ey; Eliſabeth Brinc> 1497 MBliſaberh 1393 Sophia Schwarzhofi- 1513 EKliſaberb von Lehtis 1419 EKli'aberb Taube 1534 Bliſaberh von Luggenhuſen 1433 Kliſaberh Zöge 1540 *) Wir legen dieſer Aebtiſßin zwey Jahrzahlen bey , weil cs ungewis iſt, ob 'es auch eine und eben dieſelbe Perfon geweſen , die 1348 der Stadt beſcheiniget, daß ihr Kloſter kein Rec<ht an den bey Reveli gelegenen Inſeln LTargo, Wulfſs und Carel, habe, indem ihr Zuname nicht ausge» druckt worden, welcher ſich in einem Verlasbrief der Kloſtermühle an die Stadt befindet. U

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X311 T3 13 78 „».; Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter? Der Erzbiſchof ertheilte der Stadt die Erlaubnis, die Pforte und alle-Thüren auf dent Stiftshofe zu vermauren, und verbot den Domherren, Fein Thor, kein Fenſter oder ſonſt eine Oefnung.in die Mauer zu brechen , weil es die Stadt? mauer ſey 3 widrigenfals: wäre die Stadt berechtiget; ſolc<e ungehindert zuzumau- xen. Ritſg vom 15 Dec. *) ; Das Kapitel, der Erzvoigt und;die Burgemeiſter zu Rita trafen einett Vergleich wegen der eine Zeitlang verſchloſſen gehaltenen Kapitelpforte, Die Schlüſſel werden den Herren Burgemeiſtern eingehändiget , doch ſv, daß im Nothfal das Kapitel ſelbige gebrauchen könne. Wenn auf, erfordeendem Fal ati- dre. Stadtthore zu verſchlieſſen ſind) und das Kapitel zaudert, ſo können die Bur? gemeiſter auch dieſe Kapitelpforte ſchlieſſen. Nachdem der königliche Stadthalter: zu Bevel / Johan Waittithe in Un- gnade gefallen , und deſſen Nachfolger kn Satxreſon entweder geſtorben oder nach Hauſe gezogen war; ſo kam Zeinrich Pernawer zur revelſchen Stadt- hal? Gerdrut Maydell 1554. Catharina Rudlen 1598 Gerdrut Zöge 1568 oder Rudling*). Eliſabeth Lode 1580 Nach beigelegten Zwiſtigkeiten , welche ſich über dis Kloſter zwiſchen der Ritter« ſchaft' und der Stadt entſponnen hatten", legte der König Guſtav Adolph 163r das berühmte Gymnaſium von 4 Profeſſoren an, wobey M. Sitzismundus LEvenius der erſte Rector geworden , dem M; Pet, Gotrſchenius gefolget , welchen Herr Relch aus Verſehen den erſten nennet, F) Dieſe lebte noch 1618 und ſtarb vor 1629. Joban Roch nent ſie in ſeinem Hausbuche ſeine leibliche. Mamutterſchweſter. ) Nach dieſer Zeit verſchwindet der Erzbiſchof Friedrich in den öffentlichen Urkunden, woraus unſre Geſchichtſchreiber unrichtig folgern, daß er gar nicht nach Liefland gekommen, ſondern ſich in Rom und Avignon aufgehalten habe. Die Stadt Riga muſte jeßo beide Augen aufthun, um in ihren Rechten weder von der Cleriſey'noc< dem Orden beeinträchtiget zu werden. Es famen aber oft Leute von Anſehen in diejem Gedräuge um, weswegen die Stadt ſich zu mancher Genugs thuung verſtehen muſte. So befriedigte ſie z. E. 1311 Jobhant Rallen, damit er ſeines Bruders Tod nicht rächen möchte , 1314 die Bürger aus XDenden, wegen der in lekten Kriege abgenom- menen Güter , die aber den Vergleich nicht annahmen; 1315 8olken v. Buxtbövöden zu Dörpe, damit er den des Todes ſeiner Anverwandten halber gegen die Stadt gefaſten Widerwillen fah- ren laſſen möchte 3 1317 den dünemündiſchen Comtur Rycholph Wa&erbarth , um ſeines erſchlagenen Bruders und Vetters nichtmehr zu gedeufen z 1317 die ſchwediſchen Herzoge Erich und Waldemar, um ihren Grol gegen die Bürgerſchaft aus aufrichtigem Herzen zu vergeſſen 3 2319 Johan von Burthöveden , um den Tod ſeiner Freunde und andrer zu Riga erſchlagenen nicht weiter zu rügen. Dieſer leßte Vergleich wurde am Tage Vitus zu Leal durch Vermittelung des öſelſchen Biſchofs Harthung geſchloſſen , kam aber der Stadt am theuerſten, weil ſie zum Heil ſo vieler Erſchlagenen viele Unkoſten beſtreiten muſte 3 Die Namen der Getödteten machen ein ganz Regiſter aus , davon die erſten mit dem Herrn Jobait von Buxthöveden ſo wol als mit dem Biſchof Conrad verwandt waren , nemlich Herr Wedekind , ehmaliger Probſt zu Ri- ga und Herr Henrich von Lübeke , daſige Domherren ; HIauritius von Zude, Heinrich Greve , (Comes) Heinrich des Cäammerer Zudolphs Sohn, Johann Wackerbart , UTat- tbias, UTönch, (Monachus) Syl. von Braunſchweig, Hyl. genant Sigreich , UTarquard Weis, (albus) Seinrich von St. Egidien; Zudwigven Riga; Johan, genant Beſeworm z Joban von Lübeke, H3orizens Diener , Heinrich von Rande, Arnold Koch, (Coqus) FFondewaſt von Aarbos , Serdar und Ludekin Schweſterſohne des Bruder , Harders, und Zenniktn genant durch den Buſch. Für die Seelen dieſer Erſchlagenen muſte die Stadt eine Vicarie in der Domkirche St. Johannis auf Geſel ſtiften, und dazu von den Lehngütern des Herrn Johan von Bupthöveden, nemlich vom Dorfe Rauniver 8 Hacken , und von Sallaver 4 Haden erkaufen. In der Kirche, worunter die Mordthat geſchehen , wie auch bey den-Majoriten und Minoriten ſol die Stadt 3 Altäre erwehlen, woran täglich Meſſe gehalten wird. Auch mus ſie ein Jahr lang in allen Klöſtern zwiſchen der Düne und L7arwe, auf Gotbland und Wisby, zu Bremen , Stade , Hamburg , Lübe> , Wiomar , Roſtkos, Stralſund und Greifswalde ,- von Michaelis an 1000 Meſſen und 1090 Seelmeſſen halten laſſen , daneben noh am Johannestage in allen ihren Kirchen einen Sarg mit den Leichentüs * ern; als went die Leichen gegenwärtig wären , hinſtellen, und ihnen mit Vigilien und Meſſen unter dem-Geläute“ der GloFen Ehre anthun- Mit unterſiegelt haben Johan Wachholk, Heinrich von L7ortben. Bürgen waren Wolmer von Wrangel , LTicolai Aſſeri Sohn z Rerſken vou Schcrenbeke , Bartholomäus von Vellyn, und die Burgemeiſter von Dörpe, Gerbard von UIynden und Weſſel Schilling. ; Zeugen ſind angeführet, Conrad von Kübes ke , Seinrich Jagemann , Domherren zu Oeſel , Herr Alleyiys , Ritter, Johaw von Rv» den , Vogt des öſelſchen Biſchofs, und Sexrman ſein Kämmerer, %

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Erzbiſchof Friedrich« zur Zeit der Reg. des Gerdt v.' Jo>e, 79 halterſchaft, . Ihm wird die Verordnung mit zugeſchrieben , daß, wenn ein an--TZTZ beerdier ſeine Güter verfaufe , um anderwerts ſich nieder zu laſſen, unterdeſſen äber vom Tode übereilet werde, der Kaufſchilling an den königlichen Fiſcus ver- fallen ſeyn ſolle, | " AmTage Viti und LModeſti nahm der König mit dem Ordensmeiſter die 1314 Verabredung, daß die Grenzſtreitigkeiten zwiſchen den königlichen -und Ordens unterthanen durch den revelſchen Befehlshaber , vermittelſt. drey föniglicher Lehnsmänner und vier Ordensbrüder , entſchieden werden ſolten. Bey der Ges? legenheit erhielt die harriſche Ritterſchaft die 2 WEOO EN ihrer Briefſchaften, und die Cleriſey auf ihre angebrachte Klage den Troſt, daß ihr jeder den Zehenden nach dem.alten'gröſſern Maas entrichten müſſe, wer nicht als ein Verfälſcher des Maaſſes beſtrafet ſeyn wolte. Ueber das lette ward drey Tage vor Matthst zu Stenloß ein eigener Befehl ausgefertiget. Der König Erich der Vilte beſtätigte der revelſchen Bürgerſchaft ihre 1315 Freiheiten , die ſie Zeit ſeiner Minderjährigkeit erhalten , und vergab ihnen alle Beleidigungen. Nur die Stadtmauren ſolten , im Fal ſie dem Schloſſe nachtheilig fielen, eingeriſſen werden. WWaldemars des lten Ritterrechte für das Herzogthum Eſtland wurden gleichfals wohl verbeſſert. . Papſt Johannes der XKUlte zu Avieqnon / machte die Erzbiſchöfe von 1316 Cöln und YIagdebur>t, nebſt dem Biſchof zu Utrecht, zu Beſchirmern des deutſchen Ordens in Liefland. Die Schirmherren können den weltlichen Arm gegen die Beleidiger des Ordens zu Hülfe rufen, ohne ſich an Bonifacius des 1UXten Bulle zu kehren. 5) Der König von Dännemark Erich der Vilte, erlaubte am. fünften Ta- T317 ge nach Trinitatis dem Abt und Convent zu Stolpe , das Ciſtercienſerklo- ſter Dadis ) in Eſiland, GOtt in der heiligen Jungftau zu 15 pn 2 teis e) Man hat dieſen Brief in einem Transſumt des Erzbiſchofs Friedrichs zu Cöln, in welchem er zu Gudbertz vom 23ten Auguſt 1386 unterſchrieben iſt. Der Erzbiſchof entſchuldigte ſich damals mit ſeinen vielen Geſchäften, und übertrug das Amt ſeinen Herren Gehülfen. Es wurde auch den Biſchöfen von lWWermeland und „avelbertg, ingleichen dem Propſt zu Grypswalde, caminiſcher Diöces , davon Bericht ertheilet. 8) Der Ciſtercienſerorden in Liefland, erhielt vom Papſt Alexander dem lVten herr«- liche Freiheiten. Jn Dünemünde hatten ſie ihre erſte Abtey, Als dieſe Mönche ſich mehr ausbreiteten , kauften ſie ſich das Gut Padis , und legten daſelbſt 1254. eine Kapelle an. Den Brüdern des Ritterordens , ja ſelbſt den Geiſtlichen Anguſtiner« ordens „ ſiel dieſer Anwachs ungelegen 3 ſie ſuchten daher die Ciſtercienſer beim Papſt heslich anzuſchwärzen , gegen welche Verleumdungen ſich Gr?gorius der Xte Ihrer annimt , und ihre Vorrechte vermehret, Der Biſchof zu Revel , Johan, machte der Zänkereyen, welche die Mönche zu Dünemünde mit ſeinem Vorfahren Thurgot gehabt, ein Ende, und ſchlug 1238x am 23ten März die Kapelle Padis zu der Mutterkirche zu Zerrele , woran aber die Ciſtercienſer ungern giengen. Sie wieſen einen Freibrief von Innocentius dem 1Vten auf, den derſelbe im uten Jahr ſeiner Regierung ertheilet, und in welchem alle Aebte und Mitäbte des Ciſtercienſer- ordens vor dem Bann aller Prälaten geſichert werden 3 welchen Johan, Biſchof, zu Lübeck , am 27ten März 1275 zu Reinfeld transſumiret hatte, Der revelſche Com« tur , Bruder Heinrich von Appenhus, machte 1276 eine neue Grenzbeſtimmung, auf den Fus; wie ſie der königliche Stathalter Sare 1257 eingerichtet, weil Heinrich von Riwel und ſeine Leute auf; Arle der Fiſcherey wegen mitihnen in Streit geriethen« Der Biſchof Thiederich von Revel ſprach 1250 auf des revelſchen Hanptmans Sa xens Forderung die Mühle Satentaken dem dünemündiſchen Abt Conrad zu, doch mit dem Vorbehalt, daß die Bauren am Bach SatzentaFe und die von Voſeke nach dem alten Herkommeu freie Fiſchwehren ſeßen können, welche Abtretung der Comtur zu Wirren ſtein, Bruder Reymer 1314 beſtätigte, wie aus dem Transſumt erhellet, ſo der Comtur Helmich Depenbrock und der Prior der Predigermönche zu Revel, Zeinrich, 1364 qusgeſtellet. Der Ordensmeiſter Jocke und Arnold von Vietinghoff beſchenkten das Kloſter mit gewiſſen Dörfern: 1345 verkaufte es ſeine Inſel Datghde : 1389 wur« den ſeine Grenzen auf der Weſtſeite bis mitten in den Bach Satzenrake de da ngegen

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80 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensimneiſter, I317 Steinen aufzuführen. Die Mauren ſollen'4 Ellen hoch" und die ſeyn. Dex Abt kan mit den Nonnen zu Leal 35 Haen Land, die ihm gelegener fallen, um- tauſchen, ſol aber die päpſtliche Beſtätigung deshalb einholen. Im Fal das Kloſter dem Lande Eintrag thut, mus ſelbiges an die Krone wieder zurück fallen, Die Aebte des Kloſters Johan, "Michel und Jürden, ſchwuren dem revel» ſchen Biſchof LIicolaus den Eid der Unterthänigkeit, welchen SZuitfeld S, 396 und Pontan S. 419 lateiniſch liefern. -) Er hingegen die Grenzen gegen Oſten dem Biſchof zugeſprochen werden, 1478 Freitags nach Allerheiligen verhandelte Zinrich von Brageck ſein halbes Schlos Caſti an den Abt Erdman mit dem ganzen Hofe Raykül "im Kirchſpiel Merjema vor 5500 Mark rigiſch, Goswin von Dönhof aber verpfändet das'ganze Dorf, zu Rappel und das ganze Dorf zu ole, im Kirchſpiel zu Rappel, dem Kloſter um 44 Mark rigiſch. 1488 nahm der Orden, bey dem damaligen Lermen mit den Biſchöfen, das Kloſter ein, und trates das Jahr draufwieder ab. 1499 verglich ſich der Abt ALichgel mit dem Abt Jo- han in Revel , und dieſer lette verſpricht das Licht auf, dem Domhofe nicht zu verbauen, wobey Herr Diedrich Zagen, Herr Johan Gruther, Rathmänner, Herman Ha- gen, Lambert Oetting, Mirbürger, als Zeugen angeführet ſtehen, 1504 beſchenkte der Abt Gisbert das Kloſter mit drey Häuptern von den 11000 Jungfrauen, 1543 bekam es von dem revelſchen Comtur die Freiheit, ſeine Verbrecher durch eigne Unterſaſſen zu rich» ten, weil bisher manche entronnen, ehe man die weltlichen Richter verſchreiben können, 1545 bevolmächtigte es Sinrich Boſemannen und Johan Volckerſamen in Revel, die ausſtehenden Schulden einzufordern. 1554 ſtrandete ein Schif von Enkhupyſen, deſſen Güter der Abt bergen lies,. wofür er von den Rhedern in Revel ; Laſt Salz bekam , und ein Zeugnis: empfing , daß er der Eignerin des Schifs , einer Witwe „fein Unrecht gethan. / Auſſer dem, was ſonſt von dieſem Kloſter angeführet worden, bes merfen wir noch die demſelben vorgeſeßten Aebte, ſo viel ſich in den Urkunden haben -finden wollen. Die erſtern wohnten noch in Dünemünde , unter welchen 1250 ein Conrad vorkomt. Sie hielten in Padis nur einen Prior, der aber wie die nachmali- gen Aebte jederzeit unter der revelſchen Didces ſtand, Die eigentlichen Aebte von Padis ſind folgende: 1320 Johannes 1448 Jobann Greves |1525 Eberhard Sanenſchein*) 1341 LTicolaus 1478 Erdman 1547 Ludwig Duchſcherer 1364 LTicol, Riſebyter | 1499 Ulicha'l - » Anton Dreyer, ſonſt Tor- 1383 Zertholdus 1502 TTicolaus nearor. 1393 Johan 1504 Giebert 1554 Georg Conradi. 1428 Georg Es gehöret demnach mit unter die fabelhaften Erzehlungen, wenn Zuitfeld S. 220 beim Jahr 1248 uns eine Erſcheinung meldet , die dem König bey ſeinem Aufenthalt in Eſtland wiederfahren ſeyn ſol. Der heilige [Wenceslaus trat vor den ſchlummernden König hin, und prophezeiete ihm den Märterertod 3 welchen Betrug nach ſeinem und Pontans Zeugnis ein liſtiger Mönch ſpielte. Hiedurch kam der Kd- nig auf andre Gedanken, gab die Zurüſtungen gegen die Ruſſen auf, und befahl das Kloſter Padis zu bauen. Wir wiſſen nun aus den Documenten die Anlegung dieſes Kloſters durch die Ciſtercienſer von Dünemünde richtiger. Da dieſes Kloſter noth- wendig viel Honig und Fiſche brauchte , ſo hat es mit ſeinen Nachbarn, ſonderlich mit einem Heinrich von Riwel viel Grenzſtreitigkeiten angefangen, Die Gurguſtia oder Fiſchwehren , deren Weite im Strom nach Faden (tlum) beſtimmet werden, und - die arbores melligerae ſind in dieſen Zänfereien immer das Hauptſtäk, *) Sonſt fält in dieſe drey Jahr von 1315 bis 1317 die ſtarke Peſt und Hungersnoth in Liefland , wovon unſre Geſchichtſchreiber die Nachrichten aus des danziger Secre- tairs , Herr Caſpar Schürzens preußiſcher Chronik entlehnen. In dem jerwi- ſchen Dorfe Pugget wolte ein Kerl ſeinen leiblichen Vater auffreſſen , den man des« wegen hart am Leben ſtrafte, Das Getreide ſchlug nachher ab von 18 zu 3 Mark, Hier würde uns Menius in ſeiner groſſen Hiſtorie ein paar hundert unnatürliche Spei- ſen beſchrieben haben, wie er bey den Jahren 1601 und 1602 zu thun verſprochen, da- 4 fern *) Für Sanenſchein leſen einige unrichtig Sauenſchein, Man findet auß Sännenſchyn. Das Wapen iſt eine ſtralende Sonne. .

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Erzbiſchof Friedrich, - zur Zeit der-Reg. des Gerdt v. Jo>e. 181 Er ſchrieb guch an die-Ordensherren, nach Liefland, Ä möchten in ihren 1318 Zänfereien mit dem Erzbiſchof nicht ſo weit gehen ; daß Eſtland davon Scha- den hätte. Sonſt nahmen viele eſtländiſche Herren zu Coldintten ihre Erb- güter von ihm zu Lehen , nemlich : Engelbrecht , Wolmar, Lliclas und Thile von Dolen, Johan von Weſenberg, Gottſchal> Preen, Sin>o Baliken , Simon LViilsſon , Flörike und Zenrich Bal>e , .Gorr- ſchal Capelle, Adeke Sansſon, Senrich von Aruſel , Johan Gödi- >e von Oerzen, Luder von Brunswich, Lambert Bir>hahn, ZSen- rich Witte, Wolmer, LIiclas und Selmold von Lode, Conrad S6- ge, Wilhelm Fahrensbach , Gerdt 5ohenbec> , Otto Boſen, 5er- man Orties, Thile von Kiwvele, Otto Bikishovde „Bertram und Conrad Fahrensbach, Johan Orgies, Thile Metis, Johan 5Sab- ne, Evert Yekis, Thile Valderſen, Senrich Lechtis, Thile Thoys, Üldelempe von Suldene , nebſt den Herren von Lüdinghauſen, Vorkele, Sildenſen, Bisbyten, Bacheln, Sorſevere, Pekelen, Wake, As- en / Tandes , Liattemüblen , Alven, Boſenheim, von Yioer, und &lmer von Dolen. Eben dieſer König legte den Grund zu einem Gymnaſio der Stadt Revel, 1319 ſchafte die Winkelſchulen ab , und befahl den Einwohnern bey Strafe von 10 Mark Silber , ihre Kinder in feine andre Schule zu ſchifenz welche Strafgel- der innerhalb 14 Tagen erleget werden muſten, nemlich 4 Mark zum Schlos- 3 Mark zum Kirchen- und 3 Mark zum Maurenbau, über welche Verordnung der Biſchof, der Statthalter und der geſamte Magiſtrat halten ſolten. Die ſchwediſche Herzogin Jnggeburg, Herzog Erichs Witwe, ſprach 1 320 in ihrem, des Reichs und ihres Sohnes L]]atyni., Königs von Schweden und VTorweten, Namen die ritziſchen Bürger , weil ſie mit Korn bezählet, von Lieferung des Pelzwerks frey, welches ſie ihrem ſeligen Gemahl dem Herzog Erich zu liefern ſich verbindlich gemacht. Bagenhuus , 4 Tage nach Tit- chgelis. Der öſelſche Biſchof Zartwitz und ſeine Canonici ſchiten ihren Scholaren Gottfried von LMemel an den Papſt , um von dem Orden für allen. erlittenen Schaden Genugthuung zu fordern. / Die Volmacht, welche die bitterſten Klagen , wiewol nur in algemeinen Ausdrücken , enthält , iſt unter- zeichnet in der dritten Indiction , am 23 Auguſt , zu Sapſal (5Zapizalis). Hingegen erwies er den Ciſtercienſeen zu Padis deſto mehr Liebe, und ver- ehrte ihnen, zum Bau ihres Kloſters, die Dörfer Barrinemme und LYTletzen- fülle, wofür er fünftig als der Stifter des Orts angeſchen ſeyn wil. Er ver- Faufte ihnen zugleich die Dörfer LLormes , Tratereverre, Wattele und 50- veſelle, die alle, wie die vorigen, im leglſchen Gebiete liegen , und zwar um 500 Mark ricziſches Silbers. Beſchloſſen zu Dünemünde, am Sabbath in der Octave der Himmelfart Chriſti. Der König in -Dännemark , Chriſtoph der 1ite , beſchied die edlen 1321 Männer , Ritter und- Wapener in Eſtland, durch ihre Abgeordnete , Herrn Friedrich von Wrantel, Karſten von Scharenberg, Johan von Saß ure, und Bartholomäus von Dellyn, innerhalb Jahr und Tag das Lehn aufihre Güter zu ſuchen , es wäre denn , daß der Ruſjen Einfal ihre Reiſe hin- derte. Wartinsbort, Dienſtagsin Pfingſten, Doch die eſtländiſche Rit- terſchaft ward dieſer weiten Reiſe überhoben / indem der König ganz Eſtland mit allen Städten und Schlöſſern AUE von Zalland und Samwſoe, j Nas ferne ers mit ſelnern Prafereleit hätte ins Werk richten könnett. Von einem harten Winter ſchreibt Crans beim Jahre 1322 , daß die gefrorne Oſtſee 7 Wochen lang vo. -Deurſchland näh Dünemünde und Preuſſen mit Schlitten habe befahren worten fönnert , und man duf vem Eiſe ordentliche Wirchshäuſer , zur Bequemlichkeit der Reiſenden , angeleget habe, Peter von Duisburg ſchreibt , alle Obftbäunne in Liefland und Preuſſen ſeyn erfroren, und man habe den Feldzug wide» "zie Lie« thauer einſtellen müſſen,

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82 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1221 Namens Cnut) in einem feierlichen offenen Briefe , als ein“ freiwilliges Ge- 3 ſchenk übertrug. Geſchehen zu LENTUB am Wiartinstäte. n. ; ie F) Dieſes iſt ein denkwürdiger Umſtand , daß Eſtland einen eignen Herzog erhalten ſolte. Wir fennen dieſen Cnut Porſe aus den däniſchen. Geſchichtſchreibern 3; und.er war weiter nichts als ein bloſſer Edelmann ans szalland , welchen der König um ſeiner Verdienſte willen, wie es hies , zum Herzog machte, und ihm das ſüdliche Zalland, die Inſel Samſoe und das Amt Zolbeck ſchenkte. Er lies ſich gegen Chriſtophern in eine. Verſchwörung ein , jagte den Prinz-Erich aus dem“ Lande , und drohete auch den König vom Thron zu ſtoſſen. Woldemar ſchenkte ihm das nordliche 5al- land nebſt Callenburg darzu , unter der Bedingung, wenn ſein Bruder Graf. Ger- hard von Holſtein dieſe Schenkung genehmigte. Porſe hatte des Königs Ülagni in Schweden und LTorwetzen Mutter zur Ehe, konte ſich aber mit Nlatgno nicht vertragen. Er ſtarb 1330, und hinterlies 2 Söhne, Canyt" und Haquin, die, ih- rem Vater bald im Tode folgten. Bey denen damaligen Unruhen in Dännemark blieb er immer das Haupt einer anſehnlichen Partey , und. ſcheinet ſich um Lſtland wenig bekümmert zu haben. So ſchwer wir dran gehen. deutſche Schriften mit 1a- teiniſchen Brocken auszupußen , ſo können wir uns doch. nic<t enthalten, bey dem Stilſchweigen der Dänen , und wegen der Seltenheit dieſer Nachricht die ganze Ceſ» ſionsacte anzuführen. Donatio Cyriftophori Regis Danorum cuidam Principi Hallandiae faCta ſuper terra Eſhoniae et Reualiae Ao. 1321. . (CHRIS TOPHORVS DEI gratia Danorum Sclauorumnque Rex, omnibus praeſem ſcri- ptum cernentibus ſalutem in Domino IESV CHRISTO. Tenore praeſentium conſtare volumus vniverſis praeſenribus et futuris, quod Anno Domini Millefimo trecenteſuno XX primo, Ringſtad in die beati Martini Epiſcopi inter nos et liberos voltros vna parte ac principem nobilem D. Canutum, Ducem Hallandiae et Sam/ocy liberos ſuos, Conſanguineos-et fautores ex altera, ſub ſufficienti literarum et pro- miſſionum cautione, in modum, qui ſequitur, placitatum ,exſtitit, et quidem it2, quod omnes exceſlus , rancores , inimicitiae et diſfenhonum materiae quaecunque inter ipſos in praeſentem diem ventilati, ſint in perpetuum annibilati, ex corde no- ſtro radicitas exſtirpati , nec vnquam ad vindidtam de caetero reducendi. Nos in- terim praelibati Rex Chri/?ophorur et liberi noſtri. ex vnanimi conhſilio noſtro et af- ſenſu, ipß Domino Duci Canuto, et haeredibus ſvis poſt ipfum, Ducatum Efhomiae, Prout eum vnquain liberius a Corona Regni noſtri poſledimus, cum omnibus et fin- gulis Caſtris , mugitionibus , Ciuitatibus, villis forenſibus , Reualia, Wae/enbaergh et Narua ac omnibus aliis Regalibus, bonis „+ cauſis , libertatibus et juribus ibidem einergentibus , donamus ac omni jure feudali asfignaunus perpetuis futuris tempori- bus poſſidendum ipfi, quod et haeredes ſuos poſt ipſum in corporalem poſleſlionem ipſus Ducatus Eſthoniae, jurinm ſuorum et omninm bonorum praedidtorum ex par- te noſtra et liberorum noſtrorum introducimus , transferentes in eosdem plenum proprietatis Ius et poſleſſionis dominium, ipſum Dücatum cum adiacentiis ſuis omni bus, ab impetitione omnium diſbrigatum, *) liberrime retinendi, ablata a nobis/et Überis noſftris penitus omni facultate et poſle , ipfum Ducatum cum Attinentüs ſuis Prius didtis-2 dido Domino Duce Canuto et haeredibus ſuis nullo vnquam adinventio- Wingen reuocandi, Inſuper obligamus nos et omnes liberos noſtros2d mandandum et inforinandum finaliter omnes et ſingulos iphus Ducatus incolas, vt dio Domino Duci Canuto et haeredibus fuis ſincerae ſidelitatis homagium faciant , reddituri [e ipſ tanquam vero ſuo Principi et Domino obſequioſos et benignos 2d ſtandum ſuis per omnia requiſitionibus et mandatis, Promittimus inſuper bona ſide media, quod di- Jedtus et fidelis nobis Dominus Henricur, didtus ſpecialiter miles, iph Domino Dud Canuto vel haeredibus ſuis , ſeu ipſorum certis Nuntiis praenotatum Ducatum Eſtho« nienſem cum didtis adiacentiis ſuis infra proximum feſtum Pentecoſtes libere reßgoa= bit tam ex parte noſtra quam noſtrorum liberorum. Contingente autem , quod idem dominus Henricus in refignando ipſum Ducatum Eſhonige eo forſan tempore ineuitabilibus praepedimentis impediatur, ex tunc faepedidis Domino Duci Canto et haeredibus ſuis feu ipſorum certis nuntiis praenominatum Ducatum Efſthopiae xX +| s) Disbrigare, inelinatae latinitatis vocabulum, eſt ab infidiis liberare. 'Brig4 enim ſpeculatorum inſidias notat. Conf, Hartknechinm ad mppleii, incerti au&oris not. d) p+ 445-

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Erzbiſchof Friedrich, + zur Zeit der Reg. des'Gerdt v. Jo>e, 83 " Die Litthauer ſtreiften bis Eſtland“und erſchlügen'im Biſtum Dörpt 1322 5000 Chriſten, und ſchlepten auch viele als Gefangene mit.'s) PEZ Der königliche Stadthalter Jöhan Ranng in Revel,- verſprach, auf be- 1323 ſondern Befehl des Königs in Dännemark, allen, die nach Llogarden han- deln. würden , völlige Sicherheit , ſo lange die nogardiſchen Bürger. mit den Chriſten Freundſchaft halten würden. Die Schifbrüchigen können ihre Güter in des Königs Land in Sicherheit bringen. Am Tage Plaris Geburt, - X 2 'Der fra proximum et immediate ſubſequens feſtum natinitatis beati Johanni» Baptiſte ſine omni impedimento et dilatione viteriori faciemus ſinaliter aſlignari. Caeterum etiam 1108 ſide media per praeſentes aſtringimus , quod, poſtquam vltra paſſagium Belrefund, ſcilicet in Eeoniaet hatiainRegem recepti fuerimus , et ibidem pro Rege et Domino reputati, pracdito domino Duci Caimto et ſuis/haeredibus , pro praemiſ- ſis omnibus et ſingulis, quae inter nos et ipſos, placitata ſunt, inuiolabiliter obſeruan- dis, cautionem conſimilem ſub figillis Dominorum Archiepiſcopi et aliorum Epiſco- Porum omnium et ſuorum Capitulorum infra *) Regnum Daciae , nec non er ſub ogillis quadraginta nobilium noſtrorun, viginti videlicet aparte occidentali Belze/und, ſcilicet in Feonia et tatia, et vigintia parte orientali , ſcilicet in. Schania commorantium et-Siaelandia ſine omni contradictione debeamns procurare, Vtautem omnia et ſingula praedidta huic praeſenti placitationi inſerta 'robnr habeant firmitatis , nec in aliquo Tuturis temporibus videantur diminuta, non ſolum Nos, verum etiam magnificos prin cipes et dominos , milites etiam et armigeros infra ſcriptos per praeſentes firmiſſime "ebligamus , videlicet Fricum et Ottonem, filios noſtros diledtos, Jobannem et Heni- chinumdominos de Werle , fratrem noſtrum Johannem comitem Holt/atiae et Storma- „riae 3 Albertum-Domicellum Magnopolen/em , Henricum Moltazen, Thetluum de Bo- kuald , Pinechinum de Vonrflet , Nicolaum de Sanſou, Henricum Mordare , Heyne de Retfow, Conradum Moltike , Ficconem de Lobecke , Hermannum de Cremmin, Henricum Nortmann, Vipertum Luzfoghu , Hinricum de Barnaecowe , Iohannem de Plaeſſe , Marquardum Stacke , Marquardum, Henricum et Nicolaum de Brochthorp, milites, Conradum Preen, Ficonem Moltike , Nicolaum de Lobeke , Henichinum Mol- „zike , Eggardum Brochthorp , et Gothfridum de Molendino, Armigeros, qui omnes et ſinguli ſuper obſeruatione praemiſſorum omnium et ſingulorum vna nobiscum in folidum, bona fide media, proiniſerunt. "In cuius rei teſtimonium Sigillum noſtrum vna cum ſigillis FNS Ww Principum , militum et Armigerorum praeſentibus lit- * teris duximus apponendum« Adum.et.datum Anno, die et loco ſupradidtis, *) So heiſts beim Duisburtgger :S. 393. “Alexander Gugatqnini meldet S, 317 die Begebenheit ,- daß der litchauiſche Hauptman , David , vom Schloſſe Gardin in dem härteſten Winter bis Bevel geſtreifet, die Kirchen eingeäſchert, die heiligen Ge« fäſſe entführet, und nach dieſer fetten Beute mit 6000 Gefangenen den Rückweg ge« “nommen habe.“ Schürze wil «daß der Orden. indeſſen in Litrhauen Repreſſalien gebraucht , die Feſtung Gardin zerſtöret, 38 Gefatigene, 160 Pferde, viel Vieh und alle Koſtbarkeiten, die in vielen Jahren aus Liefland und Preuſſen nach Litthauen geſchleppet worden , wieder erbeutet , der grimmigen «Kälte wegen aber eine. weitere Verwüſtung, unterlaſſen , womit Peter von Duisburg übereinſtimmet. + An dieſem Unheil ſol der Erzbiſchof mit ſeiner Cleriſey Schuld, geweſen ſeyn „wie die Ordeneher- ren bezeugen „' auch dem Papſt darüber die Briefe des Erzbiſchofs, und der Ritziſchen an denlitthauiſchen Feldherrn vorgewieſen haben- ſollen. Es iſt übrigens ſehr unwar- ſcheinlich , was die däniſchen. Geſchichtſchreiber melden , daß der Orden aus.:Furcht für den Litchauern ſich-in den „Schuß des Königs von Dännemark begeben, da ? doch nur die eſtländiſche-Ritterſchaft dem König eine gewiſſe.Summe zur Erhaltung gröſſerer Privilegien zugeſtanden, . *) Hae particula medil aeut fcrlptores mirum in modum deleQantur , ct pro intra adhibere ſo- ,%" lent, Quae obſeruatio facere videtarad an« 12146: 6, tom: 1. Ad annum 12 17 74 füper pro ad feculumfapit, 'et quemadmodum Galli Francfort für P oder, ße wonachi Curia ſa- „weerdotis ſuper Raupam dieunt. Caterizare non cſt.catechizare, ſed'a z=>agidu deriuandnm, quod denotat ex vſu ecclefiaſtico, aqua luſtrali adſpergere, qui ritus Rufs eft ſolemnis ma- xime. Cubbeſele idem quod Pagus Cauponis et Wi wall ate - regem 7vfſice ftgnificanc, Sele Ruſſis pagns dicitur, Na29) vnde Nayat4e , vnguis digitorum eſt, qua forma Rv rum nummi minores gaudent; Wetfoalli dicuntur"Lert in finibus Lettie colentes. Zu/5 340 Damam et bodie Datiam adpellitant. Haec leui brachio iv gratiam leQoris latinitetigimua.

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84 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1323 Der für die Stadt ſo nöthige.Friede mit den Litthauern kam zu Vilng, Sontags nach Michgelis zur Verſiegelung. Der König Gedimin erlaubt freien Handel, und liefert die Entlaufenen wieder aus, läſt auch den Lieflän- dern in ſeinem Reiche das ritſiſche Recht genieſſen. Die nach Dilna abgefer- tigten Boten waren Herr Arnold Stropver , des Biſchofs Vicarius, Herr Woldemer von Boſen, von Seiten des Kapitels 3 Herr Johan Wühlen, (Molendinum) und Herr Thomas, von Seiten des öſelſchen Stifts 3 Herr Zarth. von Dellyn und Herr Ludolf von dem Ditenhawe, Domherr von 5Zgapſal 3 Zerman Lante von Seiten des dörptiſchen Stifts3 Arnold, Prior vonBevel , und Herr Zinrich von Parenbeke , von Seiten des Kd- nigs von Dännemark 3 Von dem Meiſter der Brüder , Johan von Leu- wenbroke, der Comtur von der TMitgu, und Bruder Otto Bramhornz von Seiten der Stadt auſſer den Burgemeiſtern auch noch BruderWeſſel, der Prediger Prior, und Albert Stuk, Minoritenbrüder. 1324 Der König Chriſtoph vermählte ſeine Prinzeßin Tochter Marcaretha?) mit dem Marggrafen von Brandenburg , Ludwit , einem Sohn Kaiſer Ludwigs von Bayern, und verſchrieb ihm 12000 Mark zum Brautſchaß, welche aus gewiſſen Gütern in Eſtland gehoben werden ſoltenz die nachher ſein Sohn Woldemar wieder auslöſete. Bey dieſem Jahr. meldet Peter von Duisburg, daß der Papſt Joban der XXUſte zwey angeſehene Prälaten nach Lieſland abgeſchickt -. weil der Erzbi- ſchof und die Bürger zu Rigg in ganz Europa ausgeſprenget , der Konig der Littbauer wolle ſich taufen laſſen. Die Prälaten kamen zu Big am Tage Matthäi des Apoſtels und Evangeliſten an, und brachten den Frieden zwiſchen den Littbaueen und dem Orden zu Stande, Sie ſchärften den Litthauern ein, wer den Frieden bräche , ſolte ſich in Zeit von einem Vierteljahre zu Rom demüthigen. Sie lieſſen auch durch) ausdrülich dazu abgefertigte Perſonen den König Gedimin zur Taufe einladen, der ſich aber anders bedachte, und wegs blieb, %) Den 8) Ülargaretha war Chriſtoph des Ilten dritte Prinzeßin von der Euphbemia, die eis uige, wie Pontanus S. 451 ſchreibet , unrecht für eine Lfſtländerin angeben , da ſie Alberts von Brandenburg Tochter geweſen: Der König hatte ſeinem Schwieger- ſohn Zarrien und Wirland verpfändet, und Ludwig machte ſich de3wegen verbind» lich, was dieſe Provinzen über 22060 Mark am Silber abwürfen, ſeiner Gemahlin zum Leibgedinge zuzuſchlagen» Der baieriſthe Kanzler Zerwart beziehet ſich gegen Bz0vium auf 2 Briefe im baieriſchen Archiv von den J. 1323 und 1324. Den dritten vom folgenden Jahre an das Cardinalscollegium bringetPontanus S. 346 gleichfals bey. b)- Der Erzbiſchof, Friedrich und-ſeine Vorfahren lebten mit den Litthauern in gutem Verſtändnis, Der Orden aber widerſehte ſich demſelben mit ganzer Macht, und bes hauptete die Schändlichkeit dieſes Bündniſſes aus' dem Grunde , weil GOtt ſeinem Volk verboten, ſich mit den Heiden zu verbinden, Allein die Cleriſey bewies, daß die Litthauer theils Chriſten wären , theils werden wolten, Schon 1298 am 26ten März wurde darüber ein Inſtrument mit neun Siegeln ausgefertiget , worin der Rath, die Gemeine der Stadt Riga, der Prior des Stadtkloſters, der Abt zu Dunemun- de, die Kioſterbrüder und der Capitain der Pilger bezeugen , daß nicht nur ehmals det König Qöindow gekrönet und getauft ſey , ſondern auch viele Litchauer den Gößens dienſt verlaſſen , ſich mit den Gläubigen verheirathet, und ſtandhaſt über dem Glau- ben zu halten verſprochen. Sie klagen dabey erſchrelich über die Brüder der Ritter» ſchaft , welche die, Boten der Litthauer , die doch ungebeten gekommen , und um das Geheimnis des Glaubens und um den Bund des Friedens angehalten , weggeſchnappet, ſo, daß manche mit groſſer Lebensgefahr ſich mit dieſer Botſchaft in Riga einſchlei= <hen müſſen, Doch die Brüder wuſtens zum voraus , daß es den Lirchauern nicht um Annehmung der <hriſtlichen Lehre zu thun war , obgleich die Boten von der baldi« gen. Bekehrung ihres damaligen Königs viel Rühmens machten. Der Erzbiſchof Friedrich bekam auch gleich den:-Glauben in die Hand, daß er den Litthauern, und wer

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Erzb. Sriedrich. zur Zeit der Reg, des Gerdt v. Jo. 85 Den dritten Tag nach dem Fronleichnamsfeſte machte ſich die eſH&ndiſche Ritterſchaft anheiſchig , dem König Chriſkoph in Dena wn 06 Prinz Erich 2000 Mark Silber zu zahlen, welche ſie ſeinem Vater dem König Erich abzutragen angelobet. Unterzeichnet ſtehen aus =5arrien: Johan und zennife Bisbyt, Johan von Lemed, 5ennike von LIapale, Bole von Zerfulg, Thilo von Kirfutg , Thilo von 550ppanimg , 5ennife von Sylkula , Sine von Bokula, Palno Tuveſoen , 5ennele von zZunfimpg, Sennete von Satjemüle, Eylard von Eiſenberg , Ever- hard von 7 , Sennike Bafſſven, Lippold von Altenthoen, 5eiw- nefe von Zemſebecd:, Bysle von Ortple, =5ennike von Kirfutg, Sert- nike von Wargs; - Aus Wirland: Wilke von Embeke , Ridder , Zinke von Revel , Berthold von Lechtes, =enneke von Brakel, Gödeke von Brakel , Flörke von Zaſvesforde , 5in>e Moer , Gerhard Skye Zennike von Knudes , Zennikevon Boſenhaggen, Odward von Be el, Thilo von Poll, 5Zennike von XUſen, Andreas von Poll, 5ennike von Wal>, Simon Moer, Sinrich»5aſvesforde, Berthold von Wirks, und Conrad von5prmen, *) | 3 ett wer weis , aus was für Abfichten , zu viel getrauet. Cranz B. VI, K, 9. Wan» dal. meldet, es habe der Erzbiſchof dem Papſt Johan dem XXllten zu Avignon zus geſchrieben , Seine Heiligkeit möchten doch den Licthauern auf ihr Geſuch einen Bi« ſchof und Abt zuſenden, weil dieſelben unter päpſtlichem Anſehen Kirchen errichten, und Klöſter ſtiften laſſen wolten. Der Papſt war gleich fertig. Die Geſandſchaft kam an. Der litthauiſche König antwortete auf ihren Antrag kurz und gut: Von eurem Papſt weis ich nichts, und begehre ihn auch nicht zu kennen. Meine väterliche Religion werde ich verfechten bis aufs Blut, Die Geſandten ſchlugen hiebey die Augen nieder, giengen beſchämt zurück, und hatten eine ſo gefährliche und beſchwerliche Reiſe umſonſt gethan, |) Ohnerachtet ſich in Eſtland viele Abſchriften von ſolchen Documenten finden, deren Inhalt die däniſchen Schriftſteller uns liefern , ſo haben wir doch dieſe nebſt einigen andern blos aus erwehnten Geſchichtſchreibern nehmen müſſen , wie Herr Htärne und Herr Mannrichter von Lode voruns gethan, Die Dänen mächen zwar die Na:nen der Deutſchen ſehr unkentlich ; es läſt ſich aber doch aus dieſer und andern Urkunden of= fenbar abnehmen , daß die Ausländer den Namen ihres Geburtsorts und Geſchlechts oft verſchwiegen , und einen neuen Namen von ihrem Lehn- oder Erbqute angenommen, Wie es in Liefland gieng , ſo war es auch in Eſtland. Die Zunamen von Patkül, Paykül, Herrakül, Orrekul , Roſtiſerwe, Zoppanima, Rokülo, Splku« la, Zunknnp& , Zatggemula und ſo weiter , ſin> von den Gütern entlehnet: wer wolte aber deswegen dieſe Herren für gebohrne Eſten ausgeben ? Jndeſſen iſt nicht unwarſcheinlich , daß einige Geſchlechter darüber den Namen ihres deutſchen Stamm« Hauſes vergeſſen , daher auch einige Auctores , obgleich mit ſchlechtem Glü> daran ges künſtelt , den verlornen Namen wieder zu finden, *) Einige hat die Ungedulo über dieſer *) Von alten revelſchen Familien, welche mit adlichen Wapen verſehen, und ſo wol hier als auswärts ihre adliche Verwandten haben , aus Liebe zur Kaufmanſchaft aber , oder aus andern Bewegungs? gründen das Bürgerrecht angenommen , hat uns der Herr Staatsſecrekair Riſemann folgendes Verzeichnis zugeſendet : Ausgeſtorbene Noch lebende * Corbmacher “ Brodkbauſen oder BruFbgauſen Derentbal Zuchau Fegeſa> Burchardt Goldbergen Claybillis die trhor Hareis ' Glehn von 4 die zur Sögen Zanen Höveln Hauſen oder Zuſen ünerjäger von & zur Mühlen oder thor NTröhlen 1 Rettler 1 goder de Renteln Zobnet Schoten Re>en. von welchen Familien doch Schwanenbach no< einige in Sjieflgnd blühen. Thieren Webren oder Wernen Willen . „+ Witten, und andre mehr. 1225

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86 Qeben und Thaten der lieffändiſchen Ordensmeiſter, 1226 Den Tag nach Mariä Himmelfahrt verſprach der König und ſein Kronprinz, die Kirche unſrer lieben Frauen auf dem Schloſſe zu Revel, ſamt dem Biſchof und Kapitel bey ihren vorigen Freiheiten zu erhalten. Der Burgermeiſter und etliche Bürger aus Bitzg fanden an einem Morgen die ZOG b offen, und weil die Bürgerſchaft eine Verrätherey beſorgte , ſo verſchütteten ſie das Thor mit Steinen F und verlangten , daß ſolches durchaus . nicht wieder gedfnet würde. Dieſes gab Gelegenheit zu langwierigem Gezänfe. Die Unterſuchung ward den Herren Johan Brelo , Domherrn zu Oeſel, Volquin von Oſtinghuſen, Domherrn zu Dörpt , Arnold Sropvern, Pfarherrn der Kirche St. Paul zu Kokenhbauſen , den Rittern Wolmern von Boſen, Rudolph von een nnd Barthol. von Vellyn aufgetragen. Da nach vielem Beſchicken das Kapitel nicht nachgeben wolte, bediente ſich die Stadt der Appellation 3 darüber im Notariatsinſtrument unter andern ein 5er- man Yiollint, Pfarrer zu Papendorp in der rigziſchen Didces, als Zeuge angegeben wird. Dieſes wurde am 12tenFebr. etwan um 3 Uhr errichtet. Doch der Biſchof Entzelbert zu Dörpt lies den Handel durch Diedrich Schwar- zen (Niger) ſeinen Domherrn, durch Conrad Kruſen (Criipus) ſeinen Lehns- man, und durch den dörptiſchen Burgemeiſter =Zeinrich Schelen dergeſtalt beilegen , daß die Mitler die Steine wegwelzen laſſen , und die Schlüſſel dem Probſt ehrerbietig ausliefern, der ſie dem Burgemeiſter und Bürgern geneigt zu? rü giebt, bis auf die Ankunft des Erzbiſchofs. Geſchehen am Sontag Qua- ſimodoteniti. Dieſe Kapitelspforte oder das ietzige Stifthor hat mit ſeiner groß ſen m einen Thüre beſtändigen Lerm zwiſchen der Stadt und den Pfaffen ver? anlaſſet. 132 Vier Tage nach Oſtern verglich der Biſchof zu Dörpt, Entelbert, als EE Mitler , den Biſchof, Jacob zu Oeſel , und den Ordensmeiſter , welcher das vierte Theil von der WOpk hatte, daß ſelbiges durch vier gute Männer beſichtiget werden ſolte. Der Vertrag iſt auf dem Schloſſe Leal unterzeichnet. 9 Nach allerhand überſtandenen Widerwärtigkeiten legte ſich der Ordensmeiſter Gerdt nieder und ſtarb , im 2uſten Jahr ſeiner Regierung, dieſer vergeblichen Arbeit ergriffen, die uns deswegen ohne allen Beweis manchen braven Ritter aus eſtniſchem und liviſchem Geblüt herleiten, Jaes ſcheinet, daß etliche ange- ſehene Häuſer dieſen Urſprung ſich gefallen laſſen , wie denn Zennebertzer, und aus ſel- bigem Zartknoch S. 444 viele urſprünglich preußiſche Familien angeben , die viele leicht eben ſo unſchuldig zu dieſer Anverwandſchaft gekommen , als die Liefländer, Es iſt ſchon eine kühne Muthmaſſung , welche ein ungenanter, aber vornehmer Verfaſe ſer in ſeiner Critik von dem liefländiſchen Adel anbringt, als ob ſelbiger gezwungen Heweſen , in Ermangelung deutſches Frauenzimmers ſich Gemahlinnen aus der Nation des Landes zu erwehlen. Denn dieſes iſt weder aus der alten Geſchichte, noch aus alten Documenten erweislich, und ob gleich die polniſche Reviſion von 1599 manchen Nao men den Ehrentitel genuinus L!uo beileget , ſo geben doch die übrigen Ausdrücke zu ero kennen, daß damit uralte deutſche Familien bezeichnet werden, nur, weil ſie in Liefs land von ſpäten Zeiten her angeſeſſen goweſen. Die hohe Familie der Herren von Liwen iſt unſers Erachtens in Lief- und Curland die einzige, die ihre Nachkomo menſchaft von dem alten liviſchen König Caupo herführet , und ſich zum Andenken davon der ſieben Nordſterne bedienet, welche Caupo bey ſeinem Aufenthalt zu Rom vom Papſt in ſein Wapen verehret erhalten. Unter den Nachrichten des freiherlichen Hauſes von Untzern Sternberg, erſcheinet ein Johannes, der des Caupo Toch- ter Zedroitz ſol geheiratet, und von Meiſter Vinno den Syſetzalliſchen Diſtrikt erblich bekommen haben. ; 4 kz) Hier bemerken wir, daß ein bisher unbekanter Meiſter, Namens Phrimer, oder nach einigen Abſchriften Reimer, in den Jahren 1327 und 1338 mit dem öſelſchen Biſchof Jacob zu Leal ſowol als zu Pernau gewiſſe Verträge eingegangen, SEE RIS Der

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Erzbiſch, Friedrich. zur Zeit der Reg, Eberhard v. Monheim, 87 Der fünf. und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens. “ ach dem Tode ſeines Vorgängers fertigte der Orden ihn als gol- y dintiſchen Comtur an den Landmarſchal Johan von Untgna- 48 de, und Dirik Bo an den Hochmeiſter Werner von Orze- mfc fs la ab, um demſelben das Schlos und Gebiete WMlemel *) zu übertragen; weil es den Liefſändern zur Beſchüßung etwas zu weit abgelegen wäre. Dafür erfläret der Hochmeiſter den goldintiſchen Comtur Eberhard von Monheim zum Meiſter in Liefland, und übernimt das Land nach dieſer re EN Von der Mündung der heiligen Ag bis an ihre Quelle, von da nach der Quelle Emme, von da nach der Emmebach bis an eine See, wo die WMeme einflieſt. Weiter die DU feen bis an das Land Letthowie, an eine See, die aus der Meme fomt, 5aſenpot genant. Das ganze Land der Carſowiten gehöret alſo mit Memel zu Preufjen. Damit aber das Schlos Goldingen an Fiſchen keinen Mangel leide, ſo müſſen die Fiſcher zu Memel ein gros Scho> und eine Geſpe von eingeſalzenen Stre>föten (Sternipedes) um 3 Mark preußiſcher Pfennige , und das hundert Hechte für 2 Mark verfaufen, welche die in Goldinten mit eigenem Salze einpö>eln müſſen, Geſchehen zu SElbintgen, am Tage Urbani. Er wohnte auch der algemeinen Ordensverſam- lung zu Marienburg in Preuſſen bey, deren Statuta uns Waiſſel S. 105 aufgezeichnet hinterlaſſen. 1328 Am Tage Matthis des aa bezeuget Chriſtoph der ilte in einem 1329 Schreiben, daß Lſtland mit allen ſeinen Städten , Schlöſſern , und was, wei- ter dazu gehöret , weder durch ihn noch durch ſeine Nachfolger verkauft, verpfänz- det, vertauſcht , oder auf einige Weiſe iemals von der Krone veräuſſert werden ſolte. In ſelbigem Briefe verleihet er aus Hochachtung gegen die Jungftau LMg»- rig und um ſeiner Seelen Seligkeit willen den Töchtern in Eſtland das Recht von ihren Eltern zu erben, doch fält nach deren Tode die Erbſchaft an den König oder deſſen Nachfolger. Der nechſte Blutsfreund iſt Vormund der nachgebliebe- nen unmündigen Söhne. Die Herren Landräthe bleiben im vorigen Anſehen und in der Gewalt Gerichte zu halten, wie ſie ehmals zu thun pflegen , ohne daß an höhern Ort appelliret werde Den königlichen Befehlöhabern wird genau verbo- ten, dagegen zu handeln. Der Biſchof, Olaus unterzeichnetees zu Copenha- gen in Gegenwart der königlichen Räthe, I Dieſes Jahr war für die Stadt Rieſa insbeſondre unglücklich , indem ſie 1330 mit dem Ordensmeiſter einen nachtheiligen Tractat eingehen muſte. Die Bürger- ſchaft ſahe , wie ſchlecht der Orden ſein dem öſelſchen Biſchof gegebenes Wort gehalten, worüber die noch nicht völlig pe Wunde der vorigen Beleidigung 2 von 8) Zorner nennetihn von Welheim, Strubicz von XWolheim, dleeine Handſchrift von den Herrmeiſtern, von Polheim, die andere Emradt von XWolheim, Spangenberg, von L7euenheim, L7euſtädt, von NTönchen, andere Elverd von Munch DEE, der Berfaſſer der neueſten Beſchreibung der Ritterorden , von Mannheim. Er war goldingiſcher Comtur, und hat das Zeugnis eines frommen, aufrichtigen und ernſt« haften Regenten. 8) Die Abtretung des Landes Memel hat Goswin von Herike am Tage Eliſabeth noc<h einmal beſtätiget, e) Dieſe Nachricht geben Zuitfeld und Pontan, beide auf der 455 Seite. Das rothe " Bucin Revel enthalt die deutſche Ueberſeßung davon,

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88 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, T330 von neuen aufbrach. Sie faſten alſo einen Anſchlag auf Dunemünde , wur/ den aber zurück getrieben. Lberhard lies es bey dem Entſatz nicht bewenden, ſondern rückte vor die Stadt Bigga ſelbſt, der er auch auf allen Seiten faſt ein Saahr lang die Zufuhr abſchnit , und ſte nicht eher zu beſtürmen aufhörte , alsbiser ihr auf. Vermittelung des Landmarſchals gewiſſe Stücke eines Vergleichszugeſtand, Denn weil ſich feine Litthaguer zur Hülfe einfanden, und der Ordensmeiſter vor- her fein Thor zum Einzuge erhalten konte , muſte ſie 30 Faden von der Stadt- mauer einreiſſen , um die Straſſe recht breit zu machen, 9 Sie ergab ſid. am er: 5) Ruſſdv und andre gedenken bey dieſer Unterwerfung eines Fusfals , welchen die Stadt thun müſſen , welcher Umſtand nur in der wolmerſchen Abſprache von 149x befindlich, in den öffentlichen Vertragsbriefen aber ſonſt nirgends geleſen wird. Von Einreiſſung der Mauren gedenken unſre Documente ebenfals nichts , nur meldet der Fortſeßer des Duivsburgers, daß der Ordensmeiſter nicht eher einziehen wollen , bis die Mauer 30 Klaſtern in die Länge eingeriſſen worden. Er beziehet ſich noch auf die Spötterey eines rigiſchen Frauenzimmers , welches geſagt habe: Vtique ilte Magiſter groflus eft in corpore, qui requirit tantum ſpatium, et non intrat per alias portas, ſicut ceteri homines Chriſtiani, d. i. Warlich, dieſer Meiſter mus einen dicken Bauch haben, daß er ſo viel Raum braucht, und nicht zum Thoren eingehen kan, wie andre Chri- ſtenmenſchen.,, Wir haben drey Briefſchaften hiervon , und weil ſie den Schlüſſel zum vorhergehenden und zu den folgenden Begebenheiten abgeben, ſo iſt nöthig, daß wir ſie hier volſtändig mittheilen, Der Sonebrieſf. LPLn Gadeß Nahmen , Amen! Allen Gelovigen in Gade, de ſehen edder hören deſſen ie- 3 genwerdigen Brieff, de Vaget , de Borger Meiſter de Radt vnd de Gemenen Bor« ger der Stadt van der Ritge wünſchen Heil vnd Gruth van Gade; Wy bekennen vnd betügen in deſſen apenbaren Breve, dat ſodane Orloge vnd Twedrachting, de leis« der ſin geweſen , van unß up de ene Syde de Chriſtenheit , den Meiſtern vnd den Brödern van Lyſſiande, up ander Syde frundtli> vnd löffli&s van Gnaden des hils ligen Geſteß ſindt hengeleht , vnd geſonet, vnd wene de Chriſtenheet de Meiſter vnd de Brödere vorgenöhmet van vns vnd van der Heidenſchap , de vnſe Hülpere weren in den Tyden vnſer Orloge vndrechtlick Schaden , vele Bedröffinge vnv ſchware Vervd- linge hebben entfangen , vnd genamen in den Worden , dar doch ichts icht hirvor ges ſchehen vnd o> damet alle Twedrachtinge vnd Schade genzlif uth den Herten kame, vnd werde van ehnen vergeten. So wylle wy williglik den Meiſter vnd den Orden des Dudſchen Huſes tho Lyſflande verbunden ſin , in deſſen Stü>e, de hirna geſchre? ven ſtan: Tho dem Erſten, wente de Hof van Sunte Jürjens, van vns Bor«- gern in dem erſten Orloge ward thobracken , vnd o> up dat van vns vnd o> van vnſen Nachkamling gehne Verbindung mit der Heidenſchap mehr werden möge. So hebben wy ehn gegeven den hilligen Geeſt mit dem Rume alſe alß ehn dat uchbe- wiſet is, ein Huß darup tho buwende nah eren Willen; vndt tho Nutten deſſulven Huſes hebben wy gelaten , dat Rum, dat beſchlaten is, binnen den nyen Graven , de dar geit by dem Steinwege uth der Stadtgraven van Sunte Jacobs Porten tho der Veheweide in dem Twer- Graven , de dar geit in „Tegel - Lake mit dem Holleme Kog- genlage ganz mit allen , dat darinne licht, bet in de Dune; doch ſall de Vehweide geo meen ſyn , in der Wiſe, alſe geweſt iſt van Olders , vnd de Beke, de de Mohlen drifft by dem Spittale mit allen Beken, de men darinleiden mach , ſchöllen hebben eren fryen Gang tho dammende vnd Water tho ſtowende vnd Mölen tho buwende, wor de Mei« ſter will, und ehm gut duncket , tho der Nut deſſulven Hufes , Sunder twe Windt- Mohlen hebben wy tho Nutten vnſer Stadt beholden. Vort mehr, alle de Aere de vnſen Borgern tho behorden up den Rigeholme vnd up Lockeſare mit dem Have, deHer Gerlach Roſen was , mit alle dem dat dartho gehort in A>ern Weide vndt Weeſen , late wy en tho Nutte des Huſes 3 dartho ſolle wy geven demſulven Huſe alle Jahr x00 Mark 36 ßl. Lubſch vor de Mark, half up Oſtern und half up Sunte Michaelis Dag; O> ſollen unſe Fiſchere ehn geven van als len Fiſchen de ſe fangen den teinden Fiſch tho Nutte des Huſes , dartchowor wy Rechtes Hadden in dem Wehre tho der Mitowe, laten wy freye demſelben Huſe. Vort mehr alle de Arwen vnd Würde, de dem Orden thogehort, ſallen fry weſen van Schates wegen, vnd alſe ſindt van Olders geweſen; doch de gennen , de darinnen wahnen , gr

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ßErzbiſch, Friedrich. zur Zeit der Reg. des Eberhard v. Monheim, 89 Gertrudentatte , und lies keine Gelegenheit 'aus den Händen / den ihr ſo 1339 nachtheiligen Söhnebrief almälig in ſeinen härteſten Punkten todt zu machen, zu tilgen oder den Stachel zu benehmen. M Die ſen gli? thon den andern Börgern« Vort mehr ſo hebbe wy ehme gelaten , dem Mei- ſter vnd dem Orden half alle Gerichte unſer Stadt, welken Broder , dat de Meiſter bevelet , de ſall ſitten mit unſern Vageden tho richtende nah unſe Stadt Rechte , alle Bröke vnd Pene tho Nutten beider Parth, ' Wer et , dat de ſulve edder en ander Broder van ſinetwegen dar niht by ſyn möhte, noh en wolde , wat denner gerichtet werdt, dat ſall hebben fulle Macht, deſülve Bro- der ſall ſitten vnd weſen in unſem Rade tho allen Tyden eben he will vndt geplegen magh , oc> wenn en nye Rahtmann gekaren werdt , de ſall dem Meiſter vnd dem Orden Truwe ſchweren , alſe der Stadt,“ Dat ſulven ſollen dohn de andern Borgere , van den men dat eſchet, dartho ſollen wy helpen dem Meiſter vnd dem Orden mit Rade vnd mit Dade tegen alle, de ſe anfechten , beholden dem Erzbiſchope vnd ſiner Kerken ehres Rechten, Und o> wen de Meiſter ſulven reiſet, edder ein Her in dat Land kumt, ſo ſollen wy ehm helpen mit all unſer Macht, nah ſinen Willen. Wen aver de Land- Marſchal> mit den van der Duns vnd mit den Rechten cho Wenden vnd tho Sege- wolde reiſet , ſo ſolle wy ehme ſenden 30 reiſige Mann tho Perde, Vortmehr tho ewigen Dächtnuſſe vnd Sälichkeit der Selen alle dergennen, de ers ſchlagen ſyn , in dem Orloge an beiden Syden, ſcholle wy maken Vpf Dicarien, wo ſe de Meiſter hebben will , ihlik van 6 Mar> Rigiſch Sülvers, de Gilde half up Wy- nachten vff ho gevende und half up Sunte Johannis Dag Baptiſte alle Jare , deſe ſulve Vicarien ſall de Meiſter verlohnen, wem he will nah ſinen Willen, Wer et o>, dat iemand in ſynem Teſtament edder andre Wyſe den Orden niht wolde geven , deß ſall he ungehindert weſen van uns , vndt fulle Macht hebben. Vortmehr , wante wy alle Privilegia , de wy van den Orden hebben, deme Mei- ſter wedder hebben geandwortet , weret dat hernah etlike Privilegia geſunden wörden, de weder deſſem Breve ſanderlinges van dem Orden uns wurden gegeven, de ſollen ge- ne Macht hebben, Vortmehr , wer et, dat deme Meiſter effte dem Orden van gemande Anſprake ed» der Hindernuſſe upſtunde, an alle deſſen vargeſchreven Saken , da ſolle wy ſe afnehmen vnd fryen mit erer Hulpe vnd mit eren Rade. Up dat alle deſſe Stucke vndt deſſe Söne vaſt ſyn, vnd ewig bliven , ſo is an deſſen gegenwerdigen Breff unſer Stadt JIngeſegel gehangen. Deß vnd deſſen vorgeſchreven Dinge ſind Getüge vndt bethügen de Erbaren Lüde und Rahtmanne Her Werner van der Rope, de Vaget, Her Johann van Vel!yn, Her Zinrich Uleye de Borger- Meiſter , Her Johann van Warendorpe , Her Zinrich van der UMirorve, Her Volquin van Oſtenhuſen, Her Hinri> Bornes, Her Herman Roſe, Her Hinrick Reſe, Her Hinrich Rruſe, Her Johann van der Rothporten, Her Andreß de, Stadtſchryver vnd andre Rathmenne vnd Börger mit velen andern iegen- werdigen guden Läden. Deſe Dinge ſind geſcheen vndt verliket vndt deſſe iegenwerdige Breff is geſchreven an dem Frydage vor Palmen vor der Stadt tho Rige des Jahreß in der Gebordt unſers Herrn 1330 Jahr, Der nakende Bref) Allen Chriſtgeldvigen Mynſchen de duſſen gegenwertigen Bref ſehen edder hören, de Vaget, de Borgermeiſter , de Rath, de Gemeinheit der Stadt Rige ewig Heil in Gade, Wy don Kundt undt bekennen apenbar , dat in den Jahren unſers Herrn MCCC vnd in dem XXX Jahre des Diengſtages nach dem Sontage, als man ſinget in dem Anbeginn der Miſſe Lätare , Sy wy thoſammede geweſen mit den Gebedigern undt Brodern des Ordens Dätſchen Huſes van Jeruſalem in Lyfflandt de in der Jegente geheten Mlolengrave van der Schifinge der Hilligen Drevaldighet de Olde Schellinge und Twidracht twiſchen unß wart gelegert. Wy befehlen und undergeven unß undt Vnuſe Statt Gade undt der Hilligen Jungfrauen, ſyner Moder und der Gna- de deß Gebedigers undt Brodere Vorbenombt mit alle unſen Güdern undt Froheiten, beholden de Sundheit unſer Live *), Undt darumb dat de Gebediger undt Broder vor« - *) Zu dieſer ſauren Capitulation , worüber die Cleriſey heimlich frolocte, entſchlos fich die Stadt am z7ten Merz , Abends um 6 Uhr, und lies durch den kaiſerl. Notarius in dem Min der , om»

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96 Leben und Thaten der liefländiſchen-Ordensmeiſter,' 3330 Die ritziſchen Bürgermeiſter verkauften am St.:Stephanstage dem Prior und ganzem Convent der Predigermönche einen Platz innerhalb der Stadt und St, Jürgenshof für 6 Mark, jede Mark zu 48 Oer gerechnet , m cu aubs vorbenamet nicht genogſam enen were an unfern Schlichten worden, So hebben wy eme Gelaten, und mit guten feyen Willen in ehre Hende gegeven twe Torne in 2 ' . tatt, Domherren ein Inſtrument niederſchreiben. Der Rath und die Bürger erſuchten zmal das Kas pitel um Rath und Hülfe: es lies ſich aber weder Domherr noh Prior finden. Wie ſie die Verrätherey merkten , fieng der Erzvogt Hr. Heinrich UFepe mit vielen Thränen an; Ihr Hera xen , und beſcheidenen Männer , geiſtliche und weltliche, ſeyd hier beiſammen , euch in dieſem klägl, Elend einer den andern zu tröſten. Hier konte er vor Weinen kein Wort mehr hervor bringen, Sein Gehälfe Hr. Joh. von Vellin fuhr hierauf fort: Ehrbare Männer , wir ſind in Noth, und von allen verlaſſen. Glaubet nicht , daß wir was dabey verſehen haben. Wir haben uns gegen den Papſt und ſeine Cardinäle demüthig genug herausgelaſſen. Wir haben die Seeſtädte, die Regenten , die Landſtädte vielfältig um Hülfe erſuchet- Keiner hat uns geantwortet oder Troſt verſprochen. Alle Lebensmittel find aufgezehret. GOtt iſt Zeuge , daß bey der Bürgerſchaft überhaupt nicht mehr als 4 Laſt Mehl liegen. Manche ſind weggegangen , manche haben verhungern müſſen, und es komt ſchon ſo weit , daß einer den andern todſchlagen wil. Ob wir gleich über den Mählo gaben mit dem Meiſter tractiren wollen , ſo wil ſich doch ſelbiger unter keinen andern , als uns unerträglichen Bedingungen zum Vergleich verſtehen. Wer unter euch Brod hat, der gebe es Her , und fordere dafür nac) Belieben« Die Armen ſollen euch mit der Zeit Gerechtigkeit wies» derfahren laſſen. Auf dieſe Rede antworteten alle, ſie hätten vom Gröſten bis zum Kleinſten keis nen Biſſen Brod. Joh. von Vellin , der alte Vogt fieng noch einmal an zu weinen und ſprach unter vielen Schluchſen: O HErr GOtt, wie wil es mit uns Armen in dieſer Angſt werden. Sie antworteten einmüthig, ſo wie es auf der Stube von Soeſt abgemacht worden ; Wiv wollen uns ergeben, der Meiſter verlange auch von uns, was er wolle. Und damit giengen die Tractaten an , in welchen die halbe Stadt unter den Orden gerieth. Ob nun gleich Riga für den Erzbiſchof ſchon kein angenehmer Aufenthalt war , ſo fand ſich ſelbiger doch noch mehr durch dieſe Mitregentſchaft des Meiſters beleidiget-. Es iſt daher kein Wunder , wenn auf dieſes Un» ewitter durch) das Stürmen des Erzbiſchofs am päpſtl. Hofe ein ſtarker Donnerſchlag folgte, enedict der XIlte ſtelte dem dörptiſchen Biſchof Engelbert dieſe Gewaltthätigkeit wider die erzbiſchöfi. Stadt Riga vor , und ſchite ihm aus der päpſtl. Kanzley alle Privilegien zu, nach welchen der Erzbiſchof allein Herr , der Orden aber nur Diener war. Sein Vorgänger Jobans- nes der XXUlſte las dem Orden einen harten Text, als derſelbe Dünemünde geſperret und ſich zugeeignet hatte, Der jetzige Papſt aber brach mit dem hohen Banne los , da ſeine Kinder , die rigiſchen Bürger , ſich muſten einſperren und zu Tode hungern laſſen , verlangte auch inſtändigſt, daß alle eingezogene Güter der Geiſtlichen und der Stadt ohne Widerrede frey gegeben und alles in vorigen Stand geſeßet würde. Er klagt nicht nur über das Gefängnis , Angriffe und Ermor- dung der Erz- und Biſchöffe, Pröbſte, Dechanten, Prälaten und andrer geiſtlichen Perſonen, ſondern auch über den Ungehorſam des Ordens gegen ſeine Herren und obern Beſchüßer , und erkläret alle ihre Privilegien für nul und nichtig. Gegeben zu Avignon am 12ten Febr. 1336. Dex dörpriſche Biſchof lies ſolches im Chor ſeiner Domkirche in Beiſeyn des Hrn, Herman, Abts von Val>ena , aller Domherren , und der Ritter , Sottfrieds von Vyfhuſen und Diedrichs von Dalen und der verſamleten ganzen Stadt öffentlich verleſen. Die ſämtlichen päpſtlichen Urkun- den wurden von den Domherren Joban von Müblen (de Molendino) als Official , Johan Brelo , Cuſtos, Herman von Sobeliſſe aus dem hapſalſchen Biſtum , und Job. Ronne aus dem dorptiſchen, wie auch Thiederich von Witringe aus dem Biſtum -Halberſkadt , die alle öffentliche Notarien waren, regiſtriret. Der kaiſerliche Notarius Rerſten , genant Leyſcke von Pernavo, lies alle dieſe Acten 1393 am 22ſten Sept, zu Lübe> durch den bremiſchen , ver» Diſchen und lübiſchen Notarius in Abſchrift nehmen. Die Stadt aber machte ſich den Scukß- brief des Papſtes vortrefiich zu Nuße , und nahm nicht undeutlich zum Wahlſpruch an: man mus dem Papſt mehr gehorchen , denn dem Ordm. Die Stadt ſelbſt erkante nur den Erzbiſchof als Oberherren in geiſtlichen Sachen , weil der Bürgerſchaft von den alten Biſchöfen unumſchränkte Freiheit gelaſſen war , damit die Anzahl der Bürger zunäme- Dieſes muſte ein münſkeriſcher Geiſtlicher , Peter von Bethune , 1343 auf Befehl des Papſts Clemens des VIten in Gegen- wart der beſtändigen Viearien des rigiſchen Schloſſes , Heinrichs von U3ansvelde, Jacobs von Wenden und Seinrich Saxens , unterſuchen , der denn zur Antwort erhielt , daß die Stadt den Erzbiſchof in geiſtlichen Stücken allein für ihren Landesherren halte , ihm den Vogt zur Bes ſtätigung vorſtelle , und ſein Bild auf der Münze führe , die aber doch von gothländiſchen Korn und Schrot ſeyn müſſe, Rigg vom 1oten November. Mit der Zeit ſchienen die Erzbiſchöfe der Mitregentſchaft des Ordens gewohnt zu werden, oder konten es auch am päpſtl. Hofe nicht weiter bringen. Der rigiſche Bürgermeiſter , Gerbard UTepye , proteſtirte in Gegenwart des dörpriſchen Biſchofs gegen alles, was wider die Freiheiten der Stadt und die Statute des modeneſiſchen Legaten Wilhelms lief, worüber der kaiſerl. Notartus, Johannes Lupi, ein lübiſcher Clericus 1365 am :8ten Aug. um 6 Uhr ein Inſtrument errichtete. Worauf der Bis ſchof von Dörpt an die Bruſt ſchlua , und bey GOtt ſchwur , daß der Erzbiſchof noch alle Mühe anwende , ſie frey zu machen. Als Zeugen waren hiebey der dorptiſche Domherr , Alberz Wolenſtraten, und der Ritter Bartholömgus von Tieſenhauſen, Vogt zu Thoreida.

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Erzbiſch. Sriedrich. zur Zeit der Reg. des Eberhard v. Monheim. 9x laubten ihnen die Stadtmauer zwiſthen dem Kloſter und Jürttenshoſpital (inkir- 1330 maria *) nach eigenem Gefallen zu gebrauchen, nur daß ſie teine niedrigere Mau» er Statt, Eine geheten iß de Sandtorne mit ſyner Porten , undt mit dem Nyen Vor- werke darſolveſt gebauet mit der Porten. Undt de Ander geheten is deß sZillitzen Geiſtes Corne mit ſyner Porten undt Maarſtalle daby belegen, tho beholdende undt tho hebbende undt tho bewahrende , ſo lange dat Se under ſi bedacht undt uthgeſpra- >en hebben in wat Recht undt Gnade ſe uns undt unſer Statt geven willen. Tho der aller Tüchnüäſſe iſt unſer Stadt Jnſeegell hir unden angehangen, Gegeven tho Rita in den vorgeſchrevenen Datum Frydages nach Judica. NL Godes Namen, Amen. Allen Gelovigen , de ſehen edder hören deſen gegenwot- as digen Breff, Broder Eberhard von Munheim, Meeſter der Bröder vom Düſchen Huſe ower Lyffland , Commendure , Vagete, undt de gemenen Bröder deſſälven Landes wünſchen Heyl undt Grote in Gade, Wy bekennen undt betygen apenbar , dat ſo gethane Tweydrachteng, de leider mana nich Jahr ſchwerlik geweſt iſt, van uns ufi eene Sydt , undt van de Stadt van Ri- ege ufiander Sydt van der Gnaden unſes Herren fründlich iſt hengelegt undt verfönet, Und uf dat deſe Söne ewichlichen ſtede bliwe, ſo gewe wy denſülven Börgeren van ſunderlifen Gnaden undt Fründſchap : Thom erſten , alle de Garden, de wy hadden öfwer de Ritze, ohne den de Bredi« ker Bröder nu beſitten, Ok gewe wy eme de Kalwerholmen medh enem Stücke Landes, dat dar legt by dem Vorwer> unſe Frauwen alſo, alſſe en dar bewyſer iß, o> late wy em wedder dak Ruzm, da de Fleſchſcharn hadde geſtan , alſe en vor tho gehöret hadde, Dartho la- te wy em Fryheet to fiſchen in allen unſe Watetn , alſe ſe van Olders hadden. Sune- derlifen gewe wy en ok Fryheet , Holt to howen , beider Sydt de Semgaller Aa up, van der See bit tho den Wateren der Birſe, undt de Birſt up twe Mylen ſundex Tymmerholt , dat ſa!!l ſtan ho unſem Gnaden, Ok gewe wy em ſunderlike um denRanijerwe eene halfe MyleBorc< undt Baſt to riten. Vortmehr de Vehweide vor der Stadt tall nemandt ſyn gemeene , ſunder den ges nen, den ſy van Olders tho gehört hatt. Ok were dac , dat een Man van den Unſen in der Stadt breke, den ſall man riche ten nah Stadts-Rechte, da de Bröfe geſchehn were, Vortmehr , ſo wylle wy plichtig fin, ſe to beſchermende, undt to hülpende in alley Dingen, glif den Unſer Börgern , kegen den de ſe met Unrecht anfechten, Vortmehr were idt, dat unfe Vagt edder en ander Broder ſinetwegen by dem Riche ke nicht ſyn wolle, wat denn van der Stadt Vagt werd gerichtet, dat ſall hebben vulle Macht 3; ſünder wat an Hals edder Hand geht , ſo ſoll unſe Vagt edder een Broder Ööwer weſen, Z2 Ere *) Das Järgenshoſpital wurde nächher vor die Stadt hinaus gebauet , 1700 ader in der ſächſiſchen Belagerung ſamt der Kirche geſchleift 3 doch iſt es in dieſem 175'ſten Jahr innerhalb der Stadt recht gut wieder aufgebauet. Stat der St. IJürgenvkirc<he iſt die Gertrudenkir<e angeleget. Die Jeluss kirche liegt gleichfals in der Vorſtadt , in welchen beiden Kirchen der Gottesdienſt in deutſcher und lettiſcher Sprache abwechſelt In der Stadt Riga ſelbſt iſt der ſchöne Dom oder die Igo rienkirche ; doch iſt ſeit der Reformation die Peterskirche zur Hauptpfarre geworden: Die St. Jacobskir<e zehöret der hohen Krone; die St. Johanniskirche iſt blos zum lettiſchen Gottes» dienſt beſtimmet ; die St. Vöarien U3agdalenenkirc<e iſt zutim Gebrauch der ryßiſchen Beſa» Bung, welche noc< in der Citadelle ſowol als in der Vorſtadt eigene Kirchen haben. So iſt auch die reformirte Kirche kein uneben Gebäude. Die Carholiken haben bisher in einem Hauſe, gleich» wie die fremden Litthäauer und Ruſſen, ſich mit einer kleinen Kapelle an der Düne beholfen« Die St. Catharinenfirc<he war ehmals in dem Bezirk des heil. Geiſtſtifts. Sie lag gegen dem campenbauſiſchen Elend über. Vor 30 Jahren ſahe män noch ihre Trämmern und den ſteiner» nen Altarz jeko iſt ſie zu einem Speicher gemacht. Hieraus können uniere Leſer das eeumern2 ſche Verzeichnis von den Kirchen S,. 23 ändern und auch vermehren; die landiſchen daſelbſt er- zehlten Kirchſpiele haben zu unſern Zeiten ebenfals einige andere Benennuvgen angenommen, Zu den Zeiten der Reformation wändten die reichſten Bürger in Riga einen Theil ihres zeitlichen Segens zum Dienſte des HErrn an , und ſorgten mit frölickem Herzen für das Elend der Ar? men. Es rühren davon unterſchiedliche Stifte her , die mani miſerias oder Elende nante- Auſz ſer dem wohl eingerichteten Wäiſenhauſe ſind nol) bekant das Elend bey der St. Jobanniskirche jeßo Ekens-Convent, wo arme Wirwen verpfleget werden 3 das zimmermanmſche oder Pelegris nen Elend 3; das burmanniſche oder Trieſt&ädts - Convent 3 das geismeriſchc; das ſchöne cam- penbuſiſche ; das Job, von cölniſchez; das durcopiſche und Caſpar rombergiſche Elend : welche.alle von der Frücht des Evangeli| in Rigg zeugen«

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92 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1330 er ziehen, ſondern eine Löbe oder Altan darauf bauen ſolten, Dahingegen vey: 13333 1334 ſtattet das Kloſter den Herren Bürgermeiſtern den St. Thomasaltar in ihrer Kirche zu etlichen Seelmeſſen. Damit ſol der Zank gehoben ſeyn. Otto von GOttes Gnaden, Kronprinz von Dännemark (Danorum Domieellus) *) Herzog von Eſt- und Laland, trat nach erhaltener Einwillis gung ſeines Bruders Woldemars, dem Marggrafen Ludwig von Bran denburct, als ſeinem Schweſtermanne, in Anſehung ſeiner Heirath das ganze Land RBevel, das Recht, einen Biſchof vorzuſchlagen, alles Antheil an dieſem Bv ſtum, alle Veſtungen im Lande, und was ſonſt dazu gehöret, auf ewig abz der- geſtalt, daß der Marggraf gleiche Gewalt darüber haben ſolte / als vormals die Könige von Dännemarpk beſeſſen, auch daſſelbe Land frey und ungehindert ver- kaufen, verſchenken oder vertauſchen könne, auch ſolle es niemals wieder an Dän- nemark fommen, wo nicht Ludwi oder deſſen rechte Erben aus gutem Willen es dieſer Krone wieder verkaufen wollen 3 doch dürfe aus dieſer Verſchenkung ſei- ner lieben Schweſter XMMargaretha kein Nachtheil zuwachſen. Als Zeugen ſte- hen dabey angeführet , Herr Lorenz Johanſon, Reichsdroſt, Herr Conrad Preyn, Ritter, Herr Gerlach, Propſt der Lande Errien und Thosland, Sigfried genant von Orreby, Hofmarſchal, Boetiusgenant Dale, Johan genant Beeker , Advocat in Laland. Gegeben zu Sarekioping am 4ten Tage vor Dioniſtäu und der andern Märterer. Da dieſe Schenkung die ſo vb wiederholten Verſicherungen der Könige von Dännemark übern Haufen warf, ſo war dieſelbe ſo wenig nach dem Geſchmack der Eſäiländer , als diejenige Abtretungsacte , worin der revelſche Stadthal- ter, Herr Marquard Brepyde , ſich gemüßigrt ſahe, nach König Chriſtof: fers Tode, bey den damaligen weitauſſehenden Unruhen in der daniſchen ſieben- jährigen Thronerledigung , WE den liefländiſchen Ordenöherren zu über- geben , weil er daſſelbe nicht länger behaupten konte. Die Urkunde davon iſt ſchon oben bey Lxerona angeführet. Alſo blieb Lſtland eine Zeitlang ohne König, Herzog und Stadthalter 3 vielweniger bequemte es ſich den Ordensmei- ſter Eberhard für ſein Haupt zu erkennen, ſondern wurde durch ſeine Landrä- the unumſchränft beherſcht. RENT Der Ordensmeiſter Eberhard gedachte dem Orden m Preuſſen Luft zu machen, gegen welchen der litthauiſche Grosfürſt Gedimin mit ſeinem Bun- desgenoſſen, demrußiſchen Grosfärſten Satates, zu Felde lag. Er brach alſo in Busland ein. Doch dieſe vereinigten Mächte beſuchten Liefland indeſſen, das her Eberhard umfehrte und ſie auch dergeſtalt in die Enge trieb , daß ſie um gut Wetter bitten muſten. Er rückte hierauf wieder in Rusland, und brachte Plescow Ere Privilegla , undt ere Fryheet undt Recht wille wy van uns und van de Unſen unthobrofen beholden , de unſen Rechten und den Brefwen nehne Vorfang ſyn, da- rup deſſe nye Söne iß gegewen, Tho enem ewigen Gedächtnüſſe undt Faſtigheet ſo hebbe wy unſe medh enem Dhele unſe Gebedigere Jngeſegele an den gegenwerdigen Bref gehangen, Broder Emeke Hack ve Landmarſchalf , Broder Herman von LVFeſſen Comter tho Vellyn , Bro» der Reiner Mumme Commendur undt Vagd to Wictenſtehn, Broder Johann Ungnade, Commendur tho Wenden, Broder Goddert van Bentheim, Com« mendur tho Dünemünde. Deß undt deſſer Ding ſin o> Tyge andere Gebedegere undt Bröder medh veel andern thegenwärdigen guden Lyden. Düſſe Ding ſind geſchehn, undt deſſe thegenwordige Bref iß gegewen to Dunemunde des Jahrs nach Bort uns ſes Herren Duſent , Drehundert undt dertig Jahr, des andern Dages der Hochtyd der Hemmelfardh unſe Fruwen, Mit 6 Siegeln« *) Das Wort Domicellus erkläret uns Carpentrier in der Hiſtoire de Cambrai , nrbſt andern änlichen Wörtern. Aus des Freiherrn Ludwigs von Solberg vermiſchter Briefe zweitem Theil, Co» penbagen und Zeipzig 1750, denr g82ten Briefe lernen wir, daß der älteſte Prinz des Königs von Dännemark den Namen Adelin, d. i- Domicellus inſonderheit geführet habe. |

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Erzbiſch. Friedrich. zur Zeit der Reg. Eberhards v. Monheim. 93 Plescow zum Gehorſam, wobey ihm der Graf. von Arensbvortg -) mit etlichen 1334 preußiſchen Rittern hülfliche Hand leiſtete. Die vom Kriege abgemüßigte Zeit wandte er aufs Bauen, wie denn unter ihm auſſer dem rieziſchen Schloſſe auch das dobblenſche und mitguiſche in Semgallen zu Stande kam, ! Bigsher hatte Eſtland noch feinen andern Oberherrn als ſeine Landräthe. 7339 Nunmehr aber ſchrieb der Kaiſer Ludwit an den preußiſchen Hochmeiſter Dietrich von Aldenburt, daß ſelbiger mit ſeinen Mitbrüdern und Untertha? nen das Land und Biſtum Bevel und die Provinz Eſtland angreifen, wegneh- men und wieder unter den Gehorſam des Königs Waldemars /) in Dänne- mark bringen, es auch ohne Wiederſpruch auf faiſerl. oder königl. Befehl auslie- fern ſolte, wobey dem Hochmeiſter die Kriegesfoſten erſtattet werden ſolten. An den liefländiſchdeutſchen Orden ergieng ein anderes Schreiben von gleichem Inhalt. Das dritte Schreiben, auch an den Orden in Lieſland, enthält den Be- fehl, daß Eſtland, wenn es eingenommen ſey , keinem andern, als dem König Waldemar vder- dem faiſerl. erſtgebornen Sohn , dem Marggraf Ludwig von Brandenburg überlaſſen, und deren Gevolmächtigten abgetreten werden ſolle , weil dem letztern die Morgengabe von Seiten ſeiner Gemahlin (conthora- lis) aus Eſtland zufomme, wogegen der Kaiſer nach Vermögen ſeine Erkent- lichfeit verſichert. Alle 3 Briefe hat der Kaiſer zu Frankfurt 3 Tage vor Judi- in 25ſten Jahr ſeiner Regierung und im 12ten ſeines Kaiſerthums unter? zeichnet. Waldemar, erwehlter König von Dännemark verſchrieb ſeinem Schwa- ger M , Marggrafen zu Brandenburg, das ganze Herzogthum Eſt- [m] 340 land, das iſt, das Biſtum, .Schlos und Stadt Bevel, das Schlos und die Stadt Weſenber&>, das Schlos und die Stadt L7arva , ſamt den Provinzen 5Zarrien, Wierland und Allentaken mit allen Weichbilden , Vorwerken, Dörfern , Lehngütern , Frohndienſten , Weiden, Wieſen , Heuſchlägen, Wäla dern, Heiden, Büſchen, Ae>ern, Gold- Silber- Kupfer- und andern Metal? gruben, die jeßo oder fünftig möchten gefunden werden, wie auch allen Wildbah- nen, Waſſern, Flüſſen, Mühlen , Brüchen , Fiſchereien, Zöllen, Münzfrei- heit, Steuren und Renten auf immer und ewig; verſpricht auch, ſo bald die fü- nigl. Krönung werde vor ſich gegangen ſeyn, in einem feierlichen Briefe ſolchen Handel von neuen zu beſtätigen. Geſchehen zu SSpandow am Sontage Oculi. Zugegen waren Sveno Biſchof von Aarhus, Graf Günther von Schwarzburg, Seinrich von Reiſchach Haushofmeiſter, Hr. Job. von Buch , Stadthalter, Beringer Zelo Marſchalf , die Ritter Gerike Wolf, x55aſſ0 der ältere von Wedel, nebſt andern glaubwürdigen Männern, Der e) Dieſer Graf von Arensbort ſcheint ſich" eine Zeitlang in Liefland mit ſeinen Leufen aufgehalten zu haben. Aus dem Synchroniſmus ergiebt ſichs, daß man das Schlos Arensborch auf Oeſel, und die Stadt nach ſeinen Namen genennek, der er auch ſein Wapen, nemlich einen ſilbernen Adler im blauen Felde, verliehen. In der Fahne der Provinz Oeſel iſt die Farbe des Feldes zwar jeßo beibehalten, der ſilberne Adler aber in einen dunkelbrauen oder natürlichen verwandelt worden, weil niemand deſſelben Farbe ſicher angeben können. F) YWVoldemar der Illte, genant Atterdagg, war noc< nicht erwehlter König in Dän- nemark , ob ihn gleich der Kaiſer zum voraus ſo nennet, und ſo nennen konte, weil er als älteſter Prinz der nechſte Kronerbe war. Der Kaiſer nennet den Hochmeiſter Nobilem ct Religiofum virum, Ordinis fratrum Thentonicorum Magiſtrum genera» Jem, principem ſuum deuotum , und in der Schrift, Deuotionem Tuam, den lieſ- ländiſchen Orden aber nur Religioſos Viros, Magiſtrum Ordinis Theutonicorum in Liuonia , ac eins ſubditos et confratres, do iſt im Context? Deuotionem veliram, und fideles deuotos. Die Zeitrechnung der preußiſchen Hochmeiſter bey dem Herm Präp. Zelch S. 119 iſt hieraus zu verbeſſern, Ag

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94 Lehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1340 Der römiſche Kaiſer Ludwig, ertheilte zu Landshut ſeinem Sohn, dem Marggrafen Ludwig, die Volmacht, mit dem deutſchen Orden um das Land zu Rpvel (Zevel) zu handeln und zu dingen, am Sontage Lätare €). Der Erzbiſchof Friedrich ſtarb am 2247 Hofe zu Avicqnon 3 Benedi« ctus der Xlite beſtätigte den biöherigen Biſchof zu Dörpt, Engelbert von Dahlen *), in dem riciſcheu Erzbiſtum, welcher aber die riziſche Luft nicht lange vertragen fonte. Sontags nach Jacobi brachte der revelſche Hauptman, Conrad Pfreen, einen Vergleich zwiſchen der Ritter- und Bürgerſchaft wegen gemeinſchaftlicher Heuſchläge, von der See Jerwekülle und Mullen an, bis an die Salzſee zu ſtande- Der Hauptm. Cordt Pfrein, Serm, von Tho0yps. „ Otto von Ro- ſen, Bartholom. von Dellyn , Zelmich von Zöge, Seinr, und Job. Fahbrensbefe, Claus Zier , Barthel von Zechtes , Ritter; Be- rend von Thoys , Bobekin von Alven , und Aſſerie von Lliehawen, achtbare Männer, haben ſich dabey unterſchrieben. Der Briefiiſt von dem Abt Berthold zu Padis am Xlichgelistage 1383, durchſichtiget und beſtätiget. Der Ordensmeiſter Eberhard dankte endlich ab, und gieng nach Deutſch? land. Die Ordenzritterſchaft verlor an ihm einen tapfern Vorfechter, Der ſechs und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Burchard von Dreylewen 9, 0 k“ A rx ſuchte gleich nach angetretenem Amt den ſtreifenden Buſſen durch „27 Aniegung der Schlöſſer Marienburg und Srauenburg in 3 Wdp3zo Siefiand den Weg zu verſperren , welches dieſen Nachbarn EE dergeſtalt empfindlich fiel, daß ſie vor MMartenburt rückten, und die Beſazung mit Schmauch und Dampf zu verjagen trachteten , aber auch 28 Man davor einbüſten. Der nachmalige tapfere -Comthur , “Arnold von Die- tinghoff, kam mit ihnen endlich zu rechte, weswegen ſie ſich zur Ruhe be- quemten. Zeit» 8) Dieſe in altdeutſcher Sprache aufgeſeßte Volmacht zeiget an, daß der Marggraf Ludwig, vielleicht um der Entlegenheit des Landes willen, mit dem deutſchen Orden, der ſchon auf die Beſeßung und Wegnehmung Eſtlandes Gelder vorgeſchoſſen, einen Kaufhanvel einzugehen berechtiget worden; wie denn Nlhenius im Prodrom. S, 10, einen ſolchen Vertrag anführet , nach welchem der Marggraf dem Hochmeiſter Zein- rich Duſemer , um 6006 Mk. Goldes am Tage Matth&i 1341 zu Tangermünde Eſtiland abtrit, wogegen der König Woldemar das Vorkaufsrecht gebrauchte, und die bedungene Summe ſeinem Schwager auszahlte, wodurch dismal Eſtland wieder an Dännematrk zurü> fiel. Dieſer leßte Umſtand verdienet bemerfet zu werden, weil Dännemark bis 1346 die Regalien gehabt, und man ſonſt aus dieſen verwirten Händeln weder die Interimsacten noch die völlige Ceßion beurtheilen könte, 4) Dieſer Engelbert hielt ſich etliche Jahr vorher als dörptiſcher Biſchof in Schwe- den auf. Cranz Sveciae lib. V, c. 28 berichtet, daß ihn die Geiſtlichkeit in Schwe- den mit vielen Ehrenbezeugungen aufgenommen, und weil eben der neue Thronfolger Albert von Meklenburg mit ſeiner Gemahlin Euphemig von der Königin einge« holet worden , ihn erſuchet die hohe Meſſe zu halten, und die königl. Salbung und Krönung zu verrichten , worüber alle Anweſende ihre Freude bezeuget hätten, s) Zorner nennet ihn von Drogelovenz Funck giebt ihm den Vornamen Zeinrich« Andre leſen, von 3 Löwen,

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+ 3 Erzb, Engelb, v.Dahlen, zur Zeit der Reg. Buchards v. Dreytewen, 95 Seinrich, Biſchof:von Oeſel , verſtattete allen Schiffen in den Häfen ſei- x 341 tier Divces die SIND , und die Erlaubnis am nechſten Ufer zur Ausbeſſe- rung der Sf olz zu ſchlagen. Alle geſtrandete Güter, ſo innerhalb Jah- resfriſt abgefordert werden, kommen ohne Vorbehalt an die rechtmäßigen Erben. - Die Herren von Scherenbe ſetzten am 28ſten May in Beiſeyn des Wapners, Zerman Bisbpters, dem Abt Llieolaus zu Padis die Dörfer Puggete und Narnſelle zu Grenzen ſeines Kloſters an, von welchem Briefe der nfang merkwürdig ſcheinet, wenn ſich dieſe Grenzrichter Nos Chyiſtianus , mia les, et Willekinus armiger, fratres Domini de Scherenbecke ſchreiben. Es ge? ſchichet darin Cribb eines Grabens Kambivahg cayvandg, eines Hofes ghe, eines Orts Tycderden Mee kako, einer See KRarjawomees und eines Schloſſes Lepoy0, ' | | 1 Freitags vor Mari& Geburt fertigte König Manus von Schwedett und LTorwegen die eſtländiſchen Abgeordneten Joh. von Wieder, Sein- rich von Loden und Seinrich Lucas *) , Wapenträger , und von Seiten der Stadt Wennemar Kahtern zu Bevel , mit einer Amneſtie wegen dem was zwiſchen ſeiner Stadt Wiebort und der königl. Stadt Reval vorgegangen, zurück, und verlangte dagegen, daß, wenn die Bevelſchen und Wiburczuſchen mit einander Händel hätten, jeder Partey in des andern Lande innerhalb Monats? friſt Recht verſchaffet werden möchte. ' " Dieſes und das folgende Jahr iſt wegen des algemeinett Baurentumults xecht denkwürdig. Die Bauren in SZarrien machten den Anfang , und erſchlu- gen in der St, Jürgens Nacht über 1800 däniſche und deutſche Herren, Die Bauerſchaft in der Wy> und in Wirland folgten dieſem unglücklichen Beiſpiel nach , und ermordeten ohne Unterſchied des Alters und Geſchlechs alles, was nur einen deutſchen Othem hatte. Manche entſprungen noch, und flüch- teten nacfend und blos nach Bevel oder Weiſſenſtein, wo ſie unterwegens zunt Theil vor Hunger ſturben. . Im Kloſter Pgdis wurden allein 28 Mönche ge? tödtet. Die oeſelſchen Bauren machten ſich um Jacobt mit über ihre Her- ſchaften her, und ſchlugen erſt alle Ausländer todt, und darauf: auch den Or? densvogt, ſamt allen Kloſtermönchen zu Peude, denen ſie in der Belagerung zwar freien Abzug EASE hatten, ihr Wort aber als Barbaren hielten. Sie vereinigten ſich hierauf mit denen in der XWy>, wo ſie etliche vor Sapſal rüen lieſſen , den Biſchof mit ſeinen Leuten einzuſperren. Die ändern zogen weiter und brachten unterwegens einen Schwarm von etwa 10000 Man zuſammen , die das Schlos Bevel umringten, und durch eine Botſchaft den Biſchöfen zu Abo und Wiborg verſicherten, die Stadt den Schweden in die Hände zu ſpielen, wenn ſie ihnen Hülfsvölker zuſchien wolten. Der HEHN Burchard eilte hierauf zum Entſatz herbey , zerſtreute dieſes auftürige Geſindel, von denen die wenigſten ihre Heimat wieder zu ſehen bekamen, ob ſie gleich angeloben lieſſen, dem liefländiſchen Orden ſich gutwillig zu ergeben, wenn ſie nur nicht Sclaven der Edelleute ſeyn dürften ), Er legte alſo Goswinen von Serike nebſt nr ittern s) Der Herr Mannrichter von Lode lieſet die Namen qus dem Originalbriefe anders : die edlen Männer Joh, von Weiden, Hinrich) Lode und Hinrich Lykes, Wa- penträger und vornehmer Rathsherr zu Revel. ' 8) Horner berichtet, daß zu dieſem algemeinen Bautenkriege der Comthur zu Vellyn Anlas gegeben. Die Bauren ſelbſt ſuchten dieſen Auſſtand mit den unbarmherzigen Auflagen dcs Adels zu beſchönigen , davon Cranz Vandal. lib. XII, c. 21, nachzuleſen. Venator beſchuldiget Cranzen der Parteilichkeit, als ob er gegen den Orden einen Grol gefaſt, und keine Gelegenheit vorbeigelaſſen, den Brüdern der Ritterſchaft eins - anzubringen« Wenn die mehreſten Stimmen gelten , ſo iſt freilich dieſen zur Verzwei- felung gebrachten Bauren zu viel geſchehen. S. Vic. Leutingger de March. Pran- denb. 1. Il, p- 544 Oernbielm ſchrieb noch im vorigen Jahryundert, daß man die - Bauren zur ewigen Arbeit unaufhörlich verdamme und ſie wie die Hunde halte, Ein- Aa2 hei- 343

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1343 8m . 96 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordenstneiſter, Rittern und Kriegesleuten in das revelſche Schlos zur Beſatzung, und machte auf ſeinem Rückzuge dem in 5Sapſal belagerten Biſchof Luft durch welche Ret- tung Burchard dem deutſchen Orden die Zuneigung der Eſtländer zu wege brachte. Als indeſſen die finniſchen Schüten in den revelſchen Hafen einliefen , die Stadt in Empfang zu nehmen, ſo war niemand mehr da, der ihnen die Reiſe bezahlte. Denn die Rädelsführer waren ſchon nach Verdienſt belohnet, die Entwiſchten aber ſtaken in den Wäldern und Moräſten verborgen, wo ſie ih- xen Hunger mit Wurzeln und Baumrinden ſtilten, weil feiner ſich auf öſfentli- ir Straſſe zeigen durfte. Das ganze Protocol von dieſem Baurenfriege iſt im rande zu Stockholm drauf gegangen. 1344 Bey dieſem Lerm der abtrünnigen Bauerſchaft ſahe ſich Fſiland nicht mehr im Stande ſich ohne Schußherren zu behelfen. Alſv traten Joh. von Sorſe- vere , erm. von Thoys, Otto von Roſen, Zeinr. und Joh. von Zah» rensbe> , einr. von Wirks, Seinr. von Lode, Dietr. Toltz, Ritter, Job. von Viiekes, Job. Wade, Bobert von Aleven, Chriſtian von Scharenbecke , Aſſverus von LTreuenhoff, Tilo von Sorſevere, 5inr. von Bikirhovede , Wapener und Räthe des Königs und der Krone Daänne- mark, wie auch einr. Lechtes, Job. voa Fahrenesbeke , Zeenbard von Thoreyde, Seinemann RBisbyter, Lippold von Aydes nebſt allen kd? nigl. Vaſallen, zuſammen , und unterzeichneten zu RBevel am Tage vor Chriſtt Himmelfart einen Vertrag, laut deſſen ſie dem Ordensmeiſter Revel und TDe- ſenberet zur Vormundſchaft übergeben , um dieſe Pläße der Krone Dänne- mark zum Beſten zu erhalten. Sie berufen ſich auf ihr gut Gewiſſen, und bes zeugen bey dem Worte der Warheit daß ſte hiebey im geringſten nicht gewilliget ſeyn, Dännemark nachtheilig-zu fallen, ſondern daß ſie es nur darum thun, damit das Land nicht auf ewig Dännemark enttiſſen werde. Wenn ſie es einhellig wiederfordern , ſol es der Orden. in Monatsfriſt wieder räumen. Heinrich) von Bikshöveden, die Ritterſchaft und revelſchen Bürgermeiſter wiederholen dieſes am Tage vor Simonis und Jud& noch einmal, und bezeugen zugleich, daß ſie nach dieſer entſeßlichen Empörung , von der ſie allein übrig geblieben, und durch welche die Neubefchrten im Glauben wanfend geworden , aus Noth ſich an den Ordensmeiſter in Liefland gewand, und obbeſagte Länder ihm in Schuß gegeben. Dem König von Dännemark war mit dieſer fremden Beſatzung in Revel. wenig gedienet. Er ſchrieb daher am Johannistage dem Orden in Lieſtand, daß er ſich zwar für ihre Treue und Gehorſam bedanke , die ſie jederzeit ihm und ſeinen Vorfahren erwieſen , insbeſondere daß ſie in der groſſen Gefahr ſeine Schlöſſer in Schuß genommenz aber weil ſie oft verſichert, auf das erſte Erfor dern dem König ſie wieder auszuliefern , ſo ſchicke er ſeinen Rath und Nitter Hr. Stietot Anderſſon als Stathalter nach Revel, in deſſen Hände die Ueberga- be geſchehen ſolle. Geſchrieben zu Aalburg *). Nichts heimiſche Geſchichtſchreiber ſind hier nicht einmal anzuführen , weil Ruſſov noch viel zu verantworten hat. GOtt lob! daß in unſern Tagen ein ſo ſchmälicher Vorwurf Liefland nicht treffen kan, 4) In Eſiland kam dieſes Schreiben in feine ſonderliche Betrachtung, und weil kelne Flotte mit Hülfsvdlkern nachkam , muſten die eſtländiſchen Räthe auch L7arva den Liefländern verpfänden. Alſo lies Dännemark ſeine Vaſallen im Stiche, der Or- den aber machte ſich durch behende und nachbarliche Hülfe immer mehr bey ihnen bes ſiebter. Die Ausdrücke im Schlus des königl. Briefes ſcheinen wol nicht na<ß dem Geſchmark der Liefländer zu ſeyn. Sie lauten alſo? Tenemini etiam familiarius ct vltra alios nobis et coronae Dacianae ſidelitatis obſequia imperdere, ad quod vos jnducat non ſolum veſtra praeexperta fidelitas, verum etiam debita nobis reuerentia. Elis enim ad hoc nobis, f vultis advertere, obligati. Ohne Zweifel zielte WDolde- max auf den Beiſtand , welchen die Liefländer. von ſeinen Vorfahren zur Bezwin- gung des Landes genoſſen, und verweiſet ſie zu einer dankbarlichen Erkentüchkeit,

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Erzb, Engelb. v. Dahlen; zur Zeitder Reg. Burchards v. Dreylewen, 97 Nichts deſto weniger ſahen ſich obgenante eſtländiſche Räthe gedrungen, x auch das Schlos L7arvg gegen ein Darlehn von H Mark riczi chen Silbers dd dem liefländiſchen Ordensmeiſter zu Neſmteiben. Weil die ungläubigen und abtrünnigen Eſten ihren Verwandten und Blutsfteunden unmenſchliche Marter angethan, und ihre Güter und faſt ganz Zarrien verwüſtet, ihre Kräfte aber zum Widerſtande nicht zureichen , und noch mehr Unruhe zu befürchten ſeyn dürfte; ſv behält der Orden das Schlos 1 Jahr in Verwahrung für den König von Dännemark. Bleibet die Zahlung aus, ſo erſcheinen die Unterſchriebenen in Vellin und machen da Richtigkeit , ſtehen aber für keine Ausbeſſerungsfoſten. Gezeichnet in Revel am Tage Pauli Bekehrung. Dieſes alles nöthigte WWoldemarn in eigner Perſon nach Lſiland aufzu brechen *), und ſeine Unterthanen durch ſeine Gegenwart zu tröſten, wo er auch den Winter über zubrachte , die Einkünfte des Kapitels vergröſſerte , Kirchen und Kapellen anlegte, den Städten ihre Priviligien beſtätigte und auf dem Schloſſe zu ZRevel die Kirche unſrer lieben Frauen ſtiftete. - Er ſorgte auch für die Stadt Llarvg, und gab ihrer Kirche , die wenig Einkünfte hatte, und von den Buſ- ſen etliche mal abgebrant worden, am X1ariFreinigungstage in Stigot An- derſons Gegenwart den Gnadenbrief, daß der Oberrichter (Advocatus) oder Befelshaber , den Pfarrherrn, nebſt ſeinem Kapellan und Scholaren an ſeinen Tiſch nehmen, ihnen alle Jahr einen Rockvon ſchönem Tuche, alle 2 Jahr einen Prie- ſterro> nebſt andern Nothwendigkfeiten, wie auc) Heu und Haber auf, 2 Pferde zum Du der Neubekehrten geben, und ihnen bey königl. Ungnade nichts davon abbrechen ſolle. Das daran befindliche Siegel iſt in weiſſem Wachs in einer wäch- ſernen Kapſel (prellula), und ſtelt aufieiner Seite den König auf, dem Thron mit dem Scepter und Reichsapfel ſißend vor, mit der Umſchrift: Woldemarue Dei G. Danorum Slavorumque Rex et Dux Eſtonie. Auf. der andern Seite ſtehen 3 Leoparden, einer gröſſer als der andre; am Rande lieſet man: Clypeus Woldemari, D, SqzR. et D. E. Die narviſche Bürgerſchaft f*) nahm er am Tage Jacobi gleichfals in ſeinen genauern Schuß, beſtätigte ihre von ſeinem Grosvater Erich erhaltene Vorrechte , ſo wie ſeine revelſchen Bürger ſich derſelben ftey bedienet, ſchügte ſie ey €) Ob gleich beim Zuitfeld S. 494, Pontanus S. 474 und Meurſtus lib. 4, die kda nigl. Urkunden um ein Jahr ſpäter unterzeichnet ſind , ſo beweiſet doch Ziärne aus den einheimiſchen Briefſchaften von 1345 den königl. Aufenthalt in Revel. Jn der einen belchnet Woldemar einen Herrn Woldemar von Roſen, nebſt deſſen Söhnen und Sohnsſohn, mit unterſchiedenen Höfen und Dorfſchaften in Harrien , Wierland und Allenraken ; wobey Stigot Anderſon als Ritter, Rath und Hauptman über Eſt land zum Zeugen angeführet wird. Der Rönittituliret ſie perdilet.Domini et milties, Der andre Brief, in welchem er dem Biſchof Olaus den Hof Rilpaner verkauft „iſt vom zten Jenner 1346, 8 Tage nach Joh. des Evangel. und Apoſtels 3 und der dritte, worin. er der revelſchen Domkirche zu ſeiner, ſeiner lieben Zelwitt und ſeiner Vor« fahren Seligkeit die Kirche St. Simon und Judä in Rarkül einverleibet, vom 2ten May, Tages nach Philippi und Jacobi, Alle 3 Briefe ſind zu Revel unterzeichnet 3 der 4te aber ſchon zu Rotſchild auf Urbani, d. i. am 25ſten May 1346, als der König ſchon wieder in ſeinen Erbländern angelanget, in welchem er das Jus patrona- tus über 2 revelſche Pfarkirchen dem Domkapitel zu Revel ſchenkt, damit der Bi- ſchof jährlich für ihn, ſeine Gemahlin Helwig, und ſeine Vorfahren 2 Seelmeſſen halten und Spende austheilen ſollen. F) Den erſten Gnadenbrief für die narviſche Kirche hat der revelſche Dechant Zein- rich von Beke 1425 vom Biſchof Heinrich in Abſchrift nehmen laſſen, und zwar auf, Anſuchen Herrn Heinrich Bremers, Pfarrherrn und Rectors zu UTarva , der ihn dem Ordensmeiſter vorzuweiſen hatte, und beſorgte, er dürfte einmal von Handen kommen. Den andern für.die Stadt LTarva haben die Herren Bürgermeiſter in Rea vel 1365 am ſechſten Tage vor Petri undPauli mit ihrem Stadtſiegel erneuerkt, Beſa de aber beweiſen das Daſeyn des Königs in dieſem Jahre, . Bb.

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98 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1345 bey ihren Grenzen, Ae>ern, Wieſen, Heuſchlägen, Holzungen , Waſſern und Fiſchfang ober- und unterhalb des Schloſſes , vornemlich-bey dem Verkauf dex Aale. Kein Kaufman darf über dem Waſſer Lauke Handel treiben, wenn ex ſich nicht unter den Schuß der Krone und der Stadt begiebt, Solte die Stadt von den Buſſen zerſtdret werden , ß begeben ſich die Einwohner nach dem Schloſſe, bauen ſich da Buden und Häuſer auf, und handeln ſo lange auſſerhalb der Stadt nach aller Freiheit, worinne ſie kein fönigl. Richter ſtören ſol» Beide Briefe hat der König zu ZRevel unterzeichnet, Die harriſchrn und dörptiſchen Bauren ſaſſen noch nicht ſtille, ſondern hekten. die Mn en auf, denen Burchard bey Qdenpeh nach einem ziemlichen Verluſt.den Weg verlegte, dabey aber nebſt einigen Rittern den tapfern Job. von Köwenwolde einbüſte. Die Bauren machten hierauf einen Anſchlag Vel- lin zu überrumpeln, und da ſie am ThomasSabend ihre Gebüren abtragen ſolten, ſo ſteckten ſie in jeden Kornſac> einen vierſchrötigen verwegenen Kerl, Doch ein altes Müttergen, die ihren Sohn gern verſchonet wiſſen wolte, entdeckte dem Comthur den ganzen Handel, bat für ſein Leben, und gab das Zeichen an, in welchem Sacke der Junge läge. Die Deutſchen hielten ſich indeſſen bexeit, dies ſe lebendige Gebüren mit langen Spieſſen auszumeſſen, wodurch den übrigen der Kitzel vergieng, die vor der deutſchen Heimſuchung gern in die Erde gefrochen wären. Doch dieſes half nichts, das Joch wurde ſchwerer und die Reihe kam nun auch an die öſelſchen Bauren. Die Ordensvölker ſchlugen ihr Lager zu Karris auf, durchſtreiſten die Inſel, und muſten bey 9000 über die Klinge ſprino gen. Ihr abgenommenes Gewehr ward nach Legal gebracht. Diejenigen ſo um Leben ihr baten , muſten ſich ſelbſt zur Strafe das Schlos Sonneburg x) zum Kapzaum aufbauen, ' ; % Der Abt Plicolaus zu Padis verkaufte an Peter Röver , 5Zarald RBödeger, Zinko Rudolph, 5Zaquin Chriſtiani, Simon Clementis und ihre rechte Erven die Inſel Da&ghoe nach ſchwäbiſchern Rechte um 34 Mark Silber , doch behält ſich das Kloſter das Recht Banozolz zu fällen, ailein vor. Fünf Tage nach Cantate. Die Litthauer und Samotiten verſalzien dem Orden dieſe Freude. Dieſes unruhige Vol? fiel gegen die Faſtenzeit in Semallien ein, eroberten nach vielen Grauſamkeiten das Schlos Tarweten am Sontage Beminiſcere, ermordeten darin 7 Nitter nebſt einer Beſazung von 160 Man. Von da zogen ſie vor Mitgu , nahmen die Vorburg weg, ſteten die Palliſaden in Brand, davon das Schlos Feuer fieng, daß 600 Man nebſt manchem braven Nitter im Rauche erſtickten, Sie zogen neben Ritzg vorbey , beſebten L9euermühlen, giengen 8) Nun wüſten wir alſo, daß Sühneburt, Sünneburt, oder ießo Sonneburtex ſeinen Namen von Söhnen oder Verſönen hätte, wie es auch Oernhielm S, 83 er- fläret, wenn es nicht warſcheinlicher heraus käme, daß ſowol der alte als neue Name von Sonne herzuleiten wäre, und man ja ſowol ein Schlos Sonneburtt auf Oeſel, als in Deutſchland bauen können, wie gar viele Geſchlechter ihrem Gute einen deutſchen Namen aegeben , welchen das Stamgut in Deutſchland geführet, Herr Bürgerm. TTeuſtädr erzehlet uns von der Urſache dieſes Baues ein ander Hiſtör<hen. Die oeſclſchen Bauren wolten ihren Strand bereichern , und einen von den Dänen geſeß- ten hölzernen Feuerthurm in die See ziehen. Der Anſpan war wunderlich. Sie hato ten ein groJes Tau um die Spiße des Thurms herum geſchlungen , unten aber einen Haufen Ochſen mit den Hörnern daran geſchnüret. Da die vörderſten Ochſen anzies hen , werden die hinterſten empor gehoben , bis endlich die Bauren riefen, Oteh, Oteh, Iſſa, härtzed lähhewad tgewaſſe, das iſt: Halt, halt! Vater , die Oh» ſen gehn gen Himmel. Und zur Strafe baueten ſie Sühneburtt. Heutiges Tages ſind auſſer einigen dunkeln und engen Kellergängen und einem faſt der Erde gleichen fleinem Wall kaum noch die Spuren eines Schloſſes davon übrig. Dieſy leßte Ano merfung iſt ndthiger, um der neuen Geographie willen, da dieſes Sonneburtt noch immer eine ziemliche Stadt odor ein treflich Schlos heiſſet.

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Erzb. Engelb.v.Dahlett. zur Zeit der Reg. Goßwinsv, Herike, 99 giengen auf.Seczervolde:zu , ſchliefen 2, Nächte zu Wal> , und ſchlepten über 1345 1200 Menſchen mit Vieh und Gütern in die Gefangenſchaft *). Die eſtniſche Ritterſchaft. in Sarrien und Wierland machte am 5ten 1346 Tage nach Quaſimodotzeniti mit den revelſchen den Vergleich , daß wer auf ſeine Einfünfte zo Mark Silber ſchuldig ſey, einen Haken Landes nebſt den dazu gehörigen Pferden und Ochſen zum Pfande verſchreiben müſſe. Der Ritter und Statthalter Stietot Anderſon, die Ritter Seinrich Lode, Seinr. Lechtes, Diedr. Tol>, Chriſtian Scharenbete, Gottfe. von Fahrensbeke , die könig!. Räthe Joh. Mekes, Joh. Watkke, Diedr. Wirks, Seinr. Say veſſorde, Ajjverus von Lleyem Zofe, Tidemann Kele, erm, Bis» bytrer, Joh. Wolderſo , Sartekin Rirkotop, Odward Sorſevere, Lücl. Münnekrop, und Didrich Wrangel, der Vogt, die Bürgermeiſter und Rathöherren der Stadt Bevel, Zerm. Moremann, Reinekintj Ko- wel und Wennemar Sollother haben ſich unterſchrieben. Der KöniglWok- demar beſtätigte nachher dieſen Vertrag. Nach des Herrn von Lode Zeugnis liegt dieſe Urfunde mit dem königl. Inſiegel in dem revelſchen Stadtarchiv, In dieſem Jahr gieng der Ordensmeiſter mit Tode ab , und folgte ihm Der ſieben und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland, dentſchen Ordens, Goßwin von Hexike 9, 'S 27 eine erſte Unternehmung war, daß er dem preußiſchett Orden Hülfs» 1 völfer zuführte und in Litthauen einbrac<ß, Der litthauiſche 347 3 Grosfürjt Olegerd , Gedimins Sohn rückte unter Beiſtand der - Buſſen von Smolensko , Polocz und Witepski auch ins Feld, wo es am 2ten Febr. zum Treſfen kam, in welchem der Orden ſiegte, und nach Auſſage der preußiſchen Geſchichtſchreiber 22000 Feinde erlegte, welche Zahl Michov auf: 18000, Guüggnint er auf 10000 herunter ſeket, rn 2 : “2 k) Eines Ungenanten handſchriftliche lettiſche Chronik meldet hier, daß die Lirthauer jenſeit der Düne eine Mühle plündern wollen, allein ſie hätten, der umliegenden Mauee wegen, beim.Gerenne elnkriechen müſſen. Die Be>erknechte hätten mit groſſen Mühle ärten einen nach den andern in der Stille bewilkommet , bis ſie ihrer an die 70 derges ſtalt hingerichtet „da endlich. das mit Blut gefärbte Waſſer den ändern ſchnelle Füſſe gemacht , wofür. dieſe Geſellen. im Dom eine ſchöne Freiheit erlanget , die aber mit der Zeit wieder „eingegangen... Es-war inzwiſchen ein Eigenſm von dem preußiſchen Hochmeiſter Ludolph. Rönitg , daß er in Litthauen einfiel , um den Liefländern Luft zu machen ,, da er doch den Feinden gerade über die Düne hätte folgen ſollen, Ueber dieſen-unzeitigen Einfal trenten ſich die Könige Ludwig von Ungern , Jo- han von Böhmen und mehrere. deutſche Fürſten mit ihren Hülfsvölkern von den Ordensvö!kern, Rönit erkante ſein Verſehen auf der Entgelsburg in Rom, wo er einen höflichen Arteſt hatte, zu ſpät , und verfiel in eine ſtarke Tiefſinnigkeit- Siehe Hartknochs Altes und Neues, Preuſſen S2302. Doch. der Hochmeiſter Hinrich - Duſemer bezahlte dieſen Streich den Litrhauertt in ihrem Lande ſo nachdrücklich, „+ daß ſie auf eine gute Zeit damit;zufrieden ſeyn konten, 8) Chyträus nennet ihn von-ErX; Horner , Dasquitt von Erke, die eine Hand- ſchrift von den Herrmeiſtern, Goswien von Eveke; die andere, Gdswien von E Xe; Relch, von Eich; andre, von Erch. Der Herr Landrath von Ceumern verweche ſeltihn aus Verſehen mit einem ganz.andern Ordensmeiſter Robin von Eltzen, welcher ſpäter regierte. - Etliche Abſchriften haben Flerike , welches aber den Urſchriften zu- wider iſt , wo ein deutliches lz ſtehet, 1

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TOO Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1347 Sr wurden die Veſtungen Kplabeſpne , Dobbeſpne und Ze» g zerſtödret. . 97% 2 Im Sommer zog der König von Dännemart Woldemar der lte über LübeX nach Preuſſen, um einen Zug gegen die ungläubigen Litthauer zu thun, fand aber den Krieg ſchon beigeleget. Er gieng hieraufinach dem gelobten Lande, zu welcher Walfarth er einen ſtarken Reiſepfennig brauchte. Er brachte daher mit Einwilligung ſeiner Getreuen die ſchon längſt entworfene Acte zu Stan- de, in welcher er dem Hochmeiſter Zenrich Duſemer das ganze Herzogthum sPFſtland mit allen Zubehörigen und Einkünften um 19000 Mark reines Silbers cölniſchen Gewichts käuflich überläſt , und den Unterthanen entdeket, daß ſein älteſter Bruder, Junfer Otto, um ſeiner Seelen Seligkeit willen, und um ſich GOtt zu opfern und zu heiligen, in den deutſchen Orden zu tteten ſich ents ſchloſſen habe. Der Ritter Stizot Anderſſon, Hauptman des Landes Re» vel, und Friedrich von Lochen, geweſener Marſchal, haben als Zeugen ihr Siegel beigedrukt. Geſchehen zu WMigrienburtg am Tage der Enthauptung Johannis des Täufers, durch Veranſtaltung des wartinsbori chen Kirche hecrns Zinrich Luneborchs, ſeines Kanzlers, der Ritter zZinrich Lode von Lechtis , Goedekens von Zahrensbec, des Wapeners, Thilo Soerſe- vers, Arnolds von Cölln und Wiecenhauſen und vieler andrer Wür- digen des Glaubens. Der Papſt Clemens der Vllte beſtätigte den Kauf noch in demſelben Jahr, der Hochmeiſter lies aber Dſtland gar bald wieder an Goswin von5Seriken Ius über, der auch des vorigen Ordensmeiſters ſeinen Vetter, Burchard von Dreplewen, zum Comthur auf Revel verordnete. Die Beſibnehmung des Ordens geſchahe am Tage Aller Heiligen, und das d&ni- ſche Regiment über Eſtland, ſo von Waldemar dem Ilten bis Woldemar dem lten beherrſchet worden, nahm ſolcher geſtalt ſein Ende *), Tuſmer 8) Dieſe Verhandlung des Landes, an welcher lange gekünſtelt worden, gieng nun auf einmal vor ſich , ob ſie gleich den königl. Verſiegelungen und dem Eide der Rirrerſchaft entgegen lief, ihr auch Anno 1300 und 1329 von den Lſtlöndern vorgebeuget worden war. Jn der-Jahrzahl und in dem Preiſe weichen unſre Verfaſſer von einander ab. HZuitfeld datiret ſeine Urkunde von 1346 zu Marienburg, und redet von 195000 Pfs löthigen Silbers, da Ponranus und andre nur 18200 angeben. Wenius redet vow 30000 Mark Goldes, die er endlich bis auf 19000 digen Hiärne datiret den Kaufs brief zu Rönigsberg 1346 , und wil auch Abſchriſten davon geſehen haben. Jn der däniſchen Urkunde in welcher Waldemar an ſämtliche Räthe, Hauptleute , Mano ſchaft und Unterthanen des Herzogthums Eſtland berichtet , daß ſein allerliebſter Bruo- der , der Junker Orts, in den deutſchen Orden getreten, und der König Eſtland mit allen ſeinen Schlöſſern , Städten und Dörfern dem Orden zugeſaget , weswegen alle dem Hochmeiſter huldigen und Gehorſam leiſten, ihres Eides aber gegen den König entledigt ſeyn ſollen, mus wol ſtat c1idcccxt1v CioeccCXrVI geleſen werden. Dieſer Brief iſt gegeben am Tage Nlaris Himmelfart zu Copenhagen (Hafenis, aus wel« <en lateiniſchen Worte die Geſchichtſchreiber vns ich weis nicht was für ein Hufeis machen). Die däniſchen Schriftſteller finden groſſe Bedenklichkeiten darin, daß kein königl, Rath als nur Stiggot Anderſon unterſchrieben ; ja ſie ſtellen ſich an , als has be die Krone D&nnemark von dieſem Handel nichts gewuſt, bis der polniſche Ge« ſandte auf dem ſtetriniſchen Friedensſchluſſe 1570 die Acte zuerſt ans Licht gebracht, davon uns Zuitfeld eine Abſchrift in däniſcher Sprache liefert. Da der berühmte Herr Baron von Holberg in ſeiner däniſchen Reichshiſtorie es ebenfals bey der Er« zehlung des Zzuitfeld und Ponranus bewenden laſſen; ſo wollen wir aus den geſam» ten Briefſchaften einen kurzen Auszug ertheilen, und zwar nach ſolchen Abſchriften, die am 27ſten April 1697 mitder im ſchwediſchen Archiv befindlichen Urſchrift getreu- lich verglichen worden. Es ſind aber noch folgende davon vorhanden. 1. Ein Schenkungs- Verkauf, Uebergebungs- und Abſagebrief am Warthia2kage 1346 zu Tangermünde. Ludwig, Marggraf zu Brandenburg und der Laus» nis, Pfalzgraf am Rhein, von Bayern und Cärnthen Herzog, Graf von Tyrok und Sörz, Vogt der brixiſchen, aquilejiſchen und tridentiniſchen Um E4

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Erzb. Engelb.v. Dahlen. zur Zeit der Reg. Goßwins v. Herife, 101 Tuſmmer beſtätigte alle O&niſche Privilegien ingleichen das Succeßionsrecht 1 für die Fräuleins in Eſilag1d, nach deren Abgang die Güter erſt an den Orten rid allen. h. R. Erzkämmerer , 2c. überträget dem Hochmeiſter Zeinrich Tusmer und ſeinen Ordensbrüdern ganz unwiederruflich das Herzogthum Arrien oder Lſtland , das Schlos und die Stadt Revel , nebſt den Rechten aufs Stift; das Schlos und die Stadt WWefenbertg , alle Weichbilde , Vorwerke 2c. um 6000 Mk, tein Silber c6öl« niſches Gewichts, wenn es auch nachher mehr gelten ſolte, Als Zeugen ſind ange« führet Joh. Burggraf. von 'Vlürnberg, Albert von Wulfrein, Friedrich von Lochen, Wilhelm von Predt, Schenke, Berngzer Zelo Marſchaf, und andre, 2. Dergleichen vom König WWoldemar am Tage Johannis Eithoupfing 1346 zu Marienburg. Der König rechnet die Stadt und das Schlos LTarva mit zu LBſtland , und verkauft es um 19000 Mk, Dieſer Brief iſt lateiniſch geſchrieben, und Huitfeld hat ihn ins Däniſche überſeßet , unterzeichnet ihn aber vom Johannise tage. 3+ Waldemars Quitung ſo er zu Votſchild 1346 am Tage der 11060 Jungfern an den Hochmeiſter Tusmer auf. 200 Mk. Cölniſch , die er durh Otto Schen> Herrn von Schenkendorf empfangen , ausgefertiget. 4. Sritgots Contract mit Tusmern, zu Wittenſtein 1346 am Tage Aller Heili gen, welcher in Begleitung des Ritters Friderich von Lochen den Kauſhandel mik Tusmern zum Schluſſe bringet, daß auf. nechſtkommenden Johannis das Geld zu Lübeck ohne weitern Anſtand geliefert, und jede Mark mit 45 Schillingen (Solidis) in gültigen Groſchen bezahlet , in deren Ermangelung aber mit fünf: und einen halbem Fl. die gebe ſeyn (datiuos), oder an deren ſtatt mit vier und einem halben Goldſtücke (ſcu= tatos ſeu clypeos aureos) jede Mark entrichtet werde ; doch werden durchaus keine [üs biſche Florenen angenommen. 3. Ein Schein, womit Sigfrid von Brügge (de Ponte), Bertram %oys deby, Zeinrich Pape und, YTiclaus Schenc>e, Bürgermeiſter der Stadt Lü- becf bezeugen, daß der Hochmeiſter Tusmer durch den Bruder Heinrich von Rech- ter, Vicecomtur zu Danzig, Bruder Adam , Comtur von Wismar , und Brue- der Ludolph Zacke, Comtur des Schloſſes Bücowe , an den däniſchen Kanzler Beinrich von Lüneburg an ſtat x100 Mk, cölniſches Gewichts 6650 Florenen nach vollem Gewichte bezahlet habe : zu Lübeck 3 Tage vor Thomä. Am Tage vor Petri und Pauli aber quitiret der König den Preuſſen und Liefländern auf 6000 Mark, die an Gold und Silber ausgezahlt worden, und welche er in dem Hauſe der lübiſchen Bürgermeiſter durch ſeine Gevolmächtigten von Diedrich von Stocken Comtur in Vellyn , und Zeinrich Mornceweck, Comtur in Seggewalde, zu ſei« nem Gebrauch heben laſſen. Ein gleiches bezeugen der Proconſul Heinrich Pape und Zerman von Wichede, daß das Silber mit lübiſchen Schillingen , das Gold aber in flämiſchen Florenen ausgezahlet worden; am Sontage vor Üfargarethen. 6. Eine, Quitung, welche der Marggraf; Ludwitgz von Brandenburg an Tus- mern über 6000 Mark ausſtellet , die an Wolfart von Saxenhofen und Ber« thold von Ebenhuſen , des Marggrafs Küchenmeiſter , abgetragen ſeyn, WMarien«- burt 1347 am Tage Priſc&. 7% Eine andere, nach welcher Tusmer an des Königs' Kapellan, Zeinrich von Hüneburt, und an den Waffenträger LTicolaus Hane 3000 weniger 100 Mark ausgezahlet , Warienburg am 2ten Tage nach Eſto mihi 1247; auf welchem Scloſſe der Ritter FSrider. von Lochen ſchon 2 Tage nach Reminiſcere für ſeinen König 900 Mark und über dem 1000 goldene Florenen laut Quitung empfangen, 8. Ein Auftrag , Nlarienburtg in der Frohnleichnameoctave 1347, da Goswin von Zerike von Tusmern die Verſchreibung des Landes Revel erhält, im Beiſeyn der Comture Joh. von Weddin zu Dellin ! Arnolds von Vitinghove zu Gol- dingen, Willeken von Nſtede zu Dünemünde und Herman Gudatkers zu Pero nau. So bald der Orden in Preuſſen es zurücke haben wil, mus ſelbiger 20000 Mark bezahlen. Wolfram von LTellenburtz Gebietiger in Deutſchland hat es mit beſiegelt. 9. Des Königs Waldemar Bericht an den Papſt Clemens den Viten, am Jo- Hannistage 1347 aus Copenhagen (Haffnis), in welchem zur Utſach dieſes Verkaufs das Gelübde ſeines Bruders Otto an GOtt und die heil. Üaria angegeben wird, welcher den deutſchen Orden anzunehmen geſonnen ſev. Den Ueberſchus ſha IE c nig

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102 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter/ 1 700 Der nechſte Blutsfreund iſt aller Mündel Vormund, und die Landräthe chalten das vorige Anſehen. Marienburg im groſſen Kapitel, in der Octave des Fronleichnamsfeſts 1347- | Durch den Beſit von Lſäland gewan der Ordensmeiſter ein gröſſeres An- ſchen , und die erzbiſchöfliche Hoheit wurde auch in Biggg zu einer altväteriſchen Sache. Der Erzbiſchof, Engelbert hatte ſich lange genug zu Avicqnon aufge halten , und für ſich und ſeine Prälaten gefochten. Er fand aber den Papſt Clemens den Viten ſo parte daß er ſich für Aergernis niederlegte und ſtarb. hm folate Fromhold von Syfhuſen. Die Stadt Bittg erlegte an das Schlos Biczg damals jährlich 100 Mark, wie Goswoins Quitungen darüber ausweiſen. Am Sontag nach Philippi und Jacobt *). 6 wei Kdnig deim Orden , und bltket den Papſt , ſich von misgünſtigen Leuten darüber keine Bedenklichkeiten machen zu laſſen« Clemens nahm den 3ten Febr. im 6ten Jahr ſei- nes Regiments zu Avittnon das Tranſſumt von dem königl. Briefe , führet aber in der Vorrede deſſelben an, daß der Werth, ſo über 19050 Mark gehe, ihm und dem Or- den vom König geſchenket ſey, dafür der König Vergebung ver Sünden erlanget. 70. Ein Ausſchreiben, Wenden 1347 Sontags vor Luc& des Evangeliſten. Gos- zvint von Zyrike meldet, daß ihm von Tuſinern das Land Revel mit allem Zubehör abgetreten ſey , zu deſſen Wiedereinldſung der preußiſche Orden ihm die ausgelegten und vorgeſchoſſenen 29000 Mark erſtatten müſſe , wenn es deſſen Nachfolger ranzioni- xen wöllen. Auſſer dem Meiſter haben ſich Bernhard von Oldendorp, L2kandmar- ſchall, Joh. von XDe ddin, Comtur zu Vellin, Tymo von Metkede, Vogt zu Jer- wen. Arnold von Vitingh5f in Goldingen, Ernbert in Riga Comture, zzil- debrand von Lende Vogt zu Wenden. Die Comture Wilken von Yſtede in Dünemünde, Ernſt von Yſtede in Seggewolde, Herm. Gudaker in Pernaw, Zeinrich von Hannover in Leal, Andreas von Srernberg in TWindaw und Wilheln von Sunnenberg in Mirau, Die Vögte Wilhelm von Capelle in Oberpal, Gerd von Holſtein in Peyde , Tidemann von Warensdorf in Rar« Xus, und Joh. von Lechtes in Szaccala , unterſiegelt. 11. Eine Obligation vom vorigen Datum, in der die Liefländer verſprechen, dem Orden in Preuſſen nacß 14900 Mark auszuzahlen , und von dieſer Summe jährlich auf Johannistag 1009 Mark zu Lübeck und Brügge abzutragen. Wenden, mit vorigen Siegeln, 12, Die aälgemeine Beſtätigung aller Privilegien der Efſtländer von Tuſmern und ſeinen Ordensgebietigern zu Marienburg 1349 am Tage Franciſct des Bes- kenner8. | 132. Woldemars leßte Hulttung über 3005 Goldflorenen , und x09 Mark Silber, worin der Orden von aller Bezahlung losgeſprochen, und ihm Lſtland nochmals über« geben wird, am z3ten Tage Ulattini des Bekenners 1352+ 24. Eine Samlung der Briefe, welche Tuſiner an Heriken auf die neuerfaufee Provinz Eſtland gegeben , bey deren Niederſchreibung auſſer einigen obbenanten Rodolph Fol> Comtur in Vellin, Arnold von Vitinghove in Revel, Ger- lach von Haren in Goldingen, Hildebrand von Luthen in WMitau, Comture und Bruder Ottd Srake, in Oberpalen, Vogt, zugegen waren, Weil Ceymern S. 134 jede Mark zu 16 Loth Silber rechnet , die Summe aber zu Lübeck ausgezahlet worden , ſo möchte ſich der ganze Werth nach unſerm Gelde auf 150000 Thlr. Species belaufen ; das doch jeßo mehr als 4 mal höher zu berechnen wäre. Doch können es nicht lübiſche Mark geweſen feyn. Denn im Jahr 1339 wur- de Pürkel für 330 Mark Silber verkauft , und ſolten 36 lübiſche Schillinge auf die Mark gerechnet werden. Nun meldet Heins in der Schaßfammer-Kauſman-Rech- nung S. 234 aus Slütern, daß 1325 eine lübiſche Mark nur 5 Loth x Granz 2350 abet t Mark oder 16 Schilling lübiſch, 4 2oth, 1 Gran betrage. "Alſo mus eine Markreines Silbers , oder eine c&lniſche Mark um dieſe Zeit viel mehr gegolten haben. ec) Es fiadet ſich hierüber ein ganzes Regiſter von der halben Stadt und ihren Straſſen ſo dieſes Geld erlegten , worauun wir nur zur Neufgkeit und um der Münze willen dieſen Augzug anführen z Ju der Schmiedeſtraſſe giebt Job. Copenhaven 3 Ferding und einen halben Settin, Joh, Bibenitz eine halbe Mark weniger x Settin, Bühne ver Kleins ſchmid

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Erzbiſch. Fromhold. zur Zeitder Reg. Goßwins v. Herike, 103 Zwey Urkunden von dieſem Ordensmeiſter verdienen alhier mitgetheilet zu 1349 werden. Die lateiniſche iſt ein Freiheitsbrief! ie Efiland, 7 die deutſche ein Vergleich zwiſchen der Stadt EiTeiſheit einen Liven von Birchholm, € 2 wegen ſchmid eine halbe Mark und x Loth, Wasmuth der Schmidt eine Mark und 8 Oehr, Zeidenreich 3 Ferding weniger ein Loth, In der Heiligen Geiſtſtraſſe, »zeideke Fis ſcher ein halb Mark , die Mark zu 36 Scillinge lübiſch. In der Sandſtraſſe, „Zeinrich Brockhuſen 8 Der. In der Schuſtergaſſe, Claus Dene, eine halbe Mark. Jn der Kauſſtraſſe, Johan Grote 1 Ferding. Jn den Krämerbuden, (Bodis in= Ütitorum) Johan Zuſch anderthalb Mark, Sifert Schröeder , achtehalb Fer«- ding. Gerken der Hö>er ſiebenthalb Ferding. In der ritgemünder Straſſe, Gerdt von Zremen 20 Der, Jn der lateiniſchen Urſchrift kommen 1narcae , ker= tones, lothones, orae et ſetini vor« Der Zuname Schröder , iſt ſtets durch 8ar= tor und der Höker mit Penelticus ausgedrut. Weil die Stadt dem Ordensmeiſter Worings Haus von Schalpforte, und Leſfard von Lutens Land ſchenkte , ſpricht 4 ſie von der im Sönebrief übernommenen Auszahlung von zoo Mark jährlicher Zinſe rey. 4) In Nomine Domini. RATER GOSWINVS denERIKE, Ordinis Hoſpitalis Beatae Mayiae Domus Teutonicas Jerufolymitanae Magiſter per Livoniam, et Capitaneus terrae Reualienffr Omnibus praeſens Scriptum cernentibus , Saluten: in Domino Sempiternam, Ea quae a no bis funt bona voluntate et Juſtitia mediante, ne per ſucceſlores noſtros de« leantur, teſtimonio litterarum conſueuimus roborare. Noſcant igitur tam praeſen- tes, quam fuüturi, quod nos cum Conſilio et Conſenſu diſcretorum Fratrum noſtrorum er totius noſtri Capituli annuentes votis fidelium ac diletorum nobis Conſulum , Ciuium, et totius communitatis Ciuitatis Reualienfir , Eosdem ab omni expeditione verſus Lithouiam et Ruſjam facienda liberos perpetuo dimittimus et ſolutos. Item de malewa*) tenenda. Praedidtos etiam noſtros Conſules , Ciues et communitatem volumus habere ſupportatos penitus et exemptos , niſi quod abfit, fi exercitus noſtras' partes hoftiliter intraret, tunc nobis intra Nayuam et Lugediam ad reſiſtendum ejus hoſtilitati, ſecundum poſſe ipſorum cooperari tenentur fideliter ac diligenter, ſaluo hoc, quod ipſorum bona permaneant cuſtodita. Praeterea, fi quis de praedidtis noſtris Conſulibus vel Ciuibus a nobis fuerit infeudatus, illum noli- mus frui hujusmodi Libertate, ex parte feudi ſui, ſed facere tenentur tam ad expe- ditiones, quam ad maleuam, ſicut caeteri Vaſalli noſtri de feudo ſuo facere conſue- verunt. Item fi Nauigio nos expeditionem facere contingat, tunc ſaepe didi no» ſtri Conſules et Ciues nec non communitas nobis in adjutorium XXV viros bene ar matos cum vna Naue tenentur, quandocunque neceſle fuerit, defendere 3; pro quibus omnibus et ſingulis praemiſlis memorati noſtri Conſules et Ciues et Com- munitas nobis et ordini noſtro quandam partem marchiae Ciuitatis eorum vendide- runt et aſlignarunt, ſitam juxta Caſtrum Reualienſe et Ducentas Marcas argenti pro reparatione et melioratione ejusdem caſtri, ficut in eorum literis defuper conſidtis plenius continetur. In quorum omnium perpetuam et inuiolabilem firmitatem et euidentiam Sigillum noſtrum vna cum Sigillis infra Scriptorum Noſtrorum Conpraeceptorum videlicet 2 Fratrum Bernhard; & Oldendorp, Landtmarſchalk, Rodv/phur Tolck iu Vellin, Ar- noldt de Vitinghoffe in Reualia Commendatorum, Timmonir de Meſchede Aduocati Terue 9) Ita ſe habent litterarum dn&us, vt Mal'wiam et MalrWwans legere polis. Quod vocabulum cum rarius oceurrat in tomo IL vbi agmwen militantium fignificat, haerebam dubius, qua ex Iingua originem peterem, Feci periculum in eſfonie« aeque ac Jertica , quae tamen utraque me in ſcopulos deduxit, tantum abeſt, vt eunti in nowinis fvw» adſpiralet. Nihil nmune longius perueftiganti obſtat, quo minus germazicae lingtae vocem iſtam vindicem, polt- quam vernacula documenta me vtertiorem fecerunt, MATLVAM TENERE idem efie, quod Fx» NES PRAESIDIIS TVERL Sic occurrit in conuentione Aeſihoni4e nobillum per Harrians at- ve Wirenfans eum Reualienſibus 1348, feria 5 poft Domin. Quaſimod, „Idem Ratutum de „civibus Renalien/ihus propter cuſtodiam cinitatis , quod Cives, quibus vnci ſint oppigno«» „rati, nullo modo tenentur ad MalWwam ſ. expeditionem factendam, ſed Aefſtenet etc. Pani» „lo infra: Prout ſui proprii Aeſtenes in MALVAM et in expeditionem ſcquentur, Adde Henningiun in Chronico p. 27 Der Vogt von Jetwen hat von Altings her ſtets die alva in der Lrerva halten ntüſſen. Ztein S. x3, Der Vogt von Roſiten ſolte in dem Hofe zu Setzen mit mehr anderu die HIglve halten. Quae loca Pataphrafis Kelchianas p. 217 et p. 225 ita cir» eumſcribit, vt voſtram ſententiam de Malw4 tenenda egregie confirment.

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TZ 125 104 - Lebenund Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, wegen etlicher Honigbäume. “) Beyde können zur Erläuterung der Geſchichte et- was beitragen. 125D Am 6ten Septembr. verliehe der Erzbiſchof, Fromhold den fremden Kauf- 1 leuten das Vorrecht, daß ihre Rechtshändel zwar von einheimiſchen Richtern, aber doch nach dem Jure patriae geſchlichtet werden ſollen. 1 Wiagnus König von Schweden und Llorwegen, Herr von 5gal- land und Schonen gab der rigiſchen Kaufmanſchaft einen anſehnlichen Schußbrief, und verſprach ihnen in Anſehung ihrer Perſonen und Güter allen Vorſchub in ſeinen Landen, wenn ſie nur einen Pas vom Ordensmeiſter oder von dem Comtur des Schloſſes Dünemünde bey ſich hätten. Bitjg, (alwo ſich Magnus damals aufhielt) am 20 Febr. 2 Der Ordensmeiſter Goswin verfaufte der Stadt die heutigen beiden Gil- denſtuben, die groſſe, das Saus von Münſter, und die kleine, das*5agus von Söſt genant. Der darüber ausgefertigte Brief iſt am St, Eliſabet Abend unterſchrieben. Auch in dieſem Namen hat uns die rieziſche Bürgerſchaft ihre erſte Heimat entde>en wollen. Zugleich aber dienen dieſelben zur Erklä- rung einiger Stellen in den bürgerlichen Privilegien, und belehren uns, wo wir den Oldermann van Münſter, und den Oldermann van Soeſt zu ſu <en haben. Doch yt die Stube von Münſter und die von Soeſt viel älter als dieſe Kapellen, davon die eine der Jungfrau Mäarig, die andre dem heiligen 3.2 O- Terue et Gerlaci de Hove Commendatoris in Goldiag 'praeſenti Scripto eſt appenſum. Datum Wendae Anno Domini MCCCXLVIIL in profeſto beati Diony/ü et So- ciorum ejus« e) Alle gelovige Lude , de deſſen gegenwerdigen Breef ſehen edder horen leſen, de don wy Broder Goswin von Hericke , Meſter der Brodere deß Orden Unſer Fruwen Sun- the Marien van deme Dudeſchen Huſe tho Jeruſalem over Lyflandt groeten in unſerm Heren Godde. Wy don wittli openbare in deſem jegenwerdigen Breve, dat Twydracht geweſen hefft twiſchen der Stadt von der Ryge van ener Part, vnd un« ſen Lyven van Ker>holme van ander Siet umme Honigböme de binnen deß Stades Mare gelegen ſyn, De Lyven ſpreken, dat weren olde Honigböme, de ſe van Ol- ders hedden gehat, vnde de Borgere ſpreken, de olden Böme weren vergan vnde dat weren nye Böme, de ſe tho gemaket hedden , dat hebben wy up beiden Siden frundtliken vnd leeffliken vorenet in beſſer Wyſe: Dat van dem Valle ho Romele, *) de Dune nedder , wente an den Borne tho Blomendahl vnde vort vam Blomendahle wente in den Wegh , de van Blomendahl tho der nyen Mölen werth geit, den Wege ſchall men falgen, wente tho ener Brugge, de aver dat Water geit, dat de Molen driver hir var der Stadt vnde vort van der Bruggen up dat negſte Brofe, vort van wente in de Elveriches Beke, vnde den Elverit's Beke vart nedder , wente in de Roden- peuſer See, vnde de See vort umme, wente tho der Putkermunde vnde deſelven Putkermunde up, wente baven unſen Damm an de Schedinge , de twiſchen uns vnde de Stades Mark , vnde na derſelven Schedinge vort wente wedder an den Valt, tho Romele, dat alle de Honigböme de binnen deſſen benomendeß Terme ſtat, ſe ſyn olt edder nye , vnde alle , de ſe tho maken mögen , de ſcholen unſe Lypven vanne Rerckholm beſitten Kundeß Kunde tho Ecwene, mit alſe danen Underſcheide , dat de vorbenombden Liven ſchollen geven der Stadt van der Rptze den drutten Deel, dat van alle dene Honigbomen velt, ſe ſien old edder nie thogemakt, edder de ſe thomaken mögen in thokamender Tydt, de binnen deſer vorbenombde Terme ſien. Vortmehr ſo ſcholen de Lyven des Honigs niht ſtigen in de Stadt, en hebbe ere Boden darmede« Tho Betuchnuſſe deſſer Dinge ſo hebbe wy unſe Jngeſegel gehengt an deſſen Bref vnde is geſchreven Na Unſes Heren Borth duſendt Jahr , drehundert Jahr in dem Negen vnde fertigſten Jahre im Sunte Michaelis Dage. Siegel des c- fis Der Stadt Sa) E *) Der Rummel iſt kem Flus , und muß daher im erſten Theile S. 27 6. 3 nicht durch Einlauf ſondern Fall der Rummel überſeket werden. Ihr ſchneller Fal iſt bey den Merkwürdigkeiten des Düneſtroms bemerket. Dieſen Namen führen auch die Waſſerfälle in einigen andern Flüſſen,

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Erzb. FSrombhold, zur Zeitder Reg. des Arnold v. Vietinghof. 105 Johannes gewidmet war. Sie wurden erſt das Jahr nachher am Tage der Reinigung Ularts abgetreten, weil der Meiſter ſie für eine andre Schuld ver- pfändet hielt. Im lateiniſchen heiſſen ſie Srubae de Monaſterio et de Zoſäto. Ganz nahe an dem erſten lag das Mönchskloſter zu St. Catharinen. Am Dienſtage nach Jubilate brachte der Ordensmeiſter die Grenzſchei- 1355 dung der Stadt Goldingen zu Stande. Der Erzbiſchof Fromhold hatte durch Verpfändung der beiden Schlöſſer 1356 Deea,3 und Serben an den Ritter und Stiftsvogt zu Trepden, Herrn crthold von Tieſenhauſen, ſich Geld geſchaft, mit welchem er an den päpſt- lichen Hof nach Avignon zog, und ein ſo geneigtes Gehör fand , daß der Papſt Junocentius der Vite den Orden in nicht gar zu günſtigen Ausdrücken vor ſich lud. Er wandte ſich auch an den Kaiſer Carl den 1Vten, der ihm das Diploma der Biſchöfe Alberts zu Bieta , und Zermanns zu Dörpt, welches ſie 1224 vom Kaiſer Zeinrich dem Vllten als Reichsfürſten erhalten , beſtätigte, ihn und ſeine Nachkommen dabey zu ſchützen verſprach , und die Könige von Dänne- mark und Pohlen zu Schugtherren ernante. Hierdurch fiel dem Erzbiſchof die Hoheit über die Stadt Rigg wieder zu, welche 4 der Orden eine Zeitlang allein angemaſſet hatte. Der Biſchof Johan von Dörpt genos davon auch ſeine Vortheile, und zog den Ordensbrüdern in ſeinem Stifte etwas engere Grenzen. Der Düneſtrom drang durch Dämme und Thore in die Stadt, und das 1358 Waſſer ſtund über Mannes hoch im Kreußgange des Doms, wo noch lange ein eiſern Kreuz mit der Jahrzahl zu ſehen geweſen. 5. Rebdorf berichtet uns bey dieſem Jahre, daß der König des heidni- -- ſchen Lieflandes im Julius durch ſeinen Bruder dem Kaiſer Carl dem 1Vten nach Lfürnberg melden laſſen , daß er ein Chriſt werden und die Taufe anneh- men wolle. Der Kaiſer habe den Erzbiſchof von Pratt und den Hochmeiſter an ihn abgeſchit, welchen der König verſprochen, ſich au? Weinachten in Breslau einzufinden, wo ſich auch der Kaiſer hinbegeben, dieſer Handlung beizuwohnen. Endlich habe der König Geſandten geſchift und melden laſſen, daß er nicht eher fommen würde, bis ihm der preußiſche-Orden die entzogenen Länder wieder ab- getreten. Der Kaiſer ſey al unverrichteter Sache wieder nach Hauſe gegangen. Darin begehet aber Bebdorf einen Fehler, daß er aus dem König von Lit- thauen einen König im heidniſchen Liefland macht. Goswiin dankte endlich ſeine Ordensmäiſterwürde ab , und hat ſich den 1360 Nachruhm eines klugen , tapfern und wohlverdienten Regenten erworben , dem viele Städte ihre Privilegien zu danfen haben. 5 Der acht und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Arnold von Vietinghof, 9 2, < Kabus Comthur auf Marienburg, ein braver und geſchi>ter Regent, 1 360 24 welcher dem gemeinen Weſen mit algemeinem Beifal vorſtand. Er FEM muſte zur Hülfe «des preußiſchen Ordens im Winter einen ==> Feldzug wider die Litthauer vornehmen , in welchemer den unruhigen Grosfürſten Kiepſtut, das ſv Conſort 1 gefangen befam, . na 4 .* 8) Chyträus nennet ihn von Vitinghoff ; Strubicz, Arnold von Wittichove ; die zweite Handſchrift von den Herrmeiſtern, Arnd: von Fietinghoff ; Ruſſow, von Vitinckhavez Vengator ſchreibt Vittinghove; Chyrräus läßt den Zunamen weg:

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106 Leben und Thaten der liefländiſchewOrdensmeiſter, 1361 nach tTIarienburt ſchafte, nachdem er 2000 Feinde erleget. Doch Kiepſtut 5 fand ein Mittel, ve eutſche Wache zu blenden, und langte in Dr 1 dung nach dreitägigem Herumſchweifen in Litthguen an , wo er ſeine Leute wieder zuſammen rafte , mit denſelben in Preuſſen einfiel, das Land verwüſtete, ſich aber bey den Abſchiedscomplimenten ſo lange aufhielt, daß ihn Cuno von 8400 und Baſtenber& zum andernmal beim Kopf nahm und gefangen ekte. - Der Stadt Goldingen erlaubte er, die Gerichtbarkeit über die neue cU- riſche Stadt , ſv wie über die alte zu gebrauchen 3 verordnete auch, daß fein Todſchläger weiter Sicherheit finden folte , als allein auf dem Kirchhofe , derſel» ben Stadt, oder in der Vorburg und in dem Sc<loſſe, Gegeben Freitags vor Vocem Jucunditatis, 1362 Der Ordensmeiſter drang bey dem Glück des wun chen Ordens immer weiter in Litthguen ein, und nahm das feſte Schlos Canen ein , nachdem er Kieyſtuts Bruder Oltzerden, der zum Entſaß angerückt war , aus dem Felde geſchlagen. 240 jüngſter Prinz , Woidat , und 36 vornehme Lito thauer muſten ſich gefangen geben, die übrigen von der Beſatzung lieſſen ſich zu Tode ſc<hmauchen und verbrennen. I363 Nach den Geſchlechtönachrichten der Grafen von Brahe ſol dieſes Jahr Iſrael Birgerſon , AIN in Schweden, Lagmann von Upland und ernenter König von Schweden zu Bitzg geſtorben, und ſeine Leiche nach Upſal gebracht worden ſeyn. 1364 Die Händel mit der übermüthigen litthauiſchen Nation waren ſv weitk ausſehend , daß Arnold, ehe es noch zum Frieden kam , bey einem alzuhißigen Anfal auf die Feinde, ſein Leben in Gefahr ſette, und nach einer kurzen Regie rung das Amt ſeinem Nachfolger hinterlies, *) +) Rieyſtuts Sohn, Patrick, wolte ſchon den Vater in dem Treffen retten, ſtürzte aber vom Pferde , und wäre in StüFen zerhauen worden , wenn er ſich nicht ſo lange gewehret , bis etliche Litthauer zu ſeiner Rettung herbey geſprungen. Viermal hatte Rieyſtut das Glü>k , aus ſeinem Gefängnis zu entwiſchen, obgleich Rojalowicz und andre nur von einer doppelten Gefangenſchaft deſſelben ſchreiben, Th. 1, B. s, S4 324 u. f, Aus der erſten entkam er durch Verwechſelung ſeiner Kleider , aus der an- dern durch Mitleiden eines getauften Litthauers, aus der dritten durch Geld , aus der vierten, welche der Ordnung nach die erſte iſt , im polniſchen Kriege, durch ſeine iſt, Er lies ſich zuleßt in Röniggsbert taufen , nahm den Namen Hinrich an, und ward vom Kaiſer Carl dem 1Vten zum Grosfürſten und Herzog von Litthauen er- fläret. s) Wir können hier dem Leſer für das Todesjahr dieſes Herrn keine Gewähr leiſten, Relch giebt das Jahr 1363 dafür an, Chyträus 1364, Lode 1372» Die liefländi« ſchen Nachrichten werden um dieſe Jahre ſehr mager, und die litthauiſchen Jahrs bücher uneemein verworren, Man könte ſich aus dem Supplement beim Duisbur«- ger hierbey Raths erholen , wenn deſſen Verfaſſer in Erzehlung ſeiner Hochmeiſter nicht ſelbſt gar zu groſſe Lüken hätte. Nach unſern Documenten ſas er 1365 noch ruhig in Wenden ſtille, hielt am St, Jürtzensratgze Kapitel , und ſchenkte dem Kloſter Pa« dis 3 Dörfer im Revelſchen , nemlich Herreme, Rarjeleppe und Wallenkülle. Alſo mus der litthauiſche Krieg ſpäter fallen, Der

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Erzb, Sromhold. zur Zeit der Reg. Wilhelms v. Freymerſen, 107 Der neun und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Wilhelm von Freymerſen. *) X, r ſeßte den Krieg wider die Citthauer ſo lange fort, bis die Feinde ſ den Frieden ſuchten, Er ſprach auch den Ruſſen und Semtal- IWC len zu, die er nach einem ſauren und beſchwerlichen Zuge zur Ruhe Erzbiſchof FSromhold *) hatte ſeine Bittte auch bey dem Papſt Urbanus dem Vten ſo fein eingefädelt , daß dem Orden die lan- deöherrliche Gewalt über die Stadt Rittg gleichfals abgeſprochen wurde , doch gend es mit Volziehung dieſes Urtheils in Liefſand langſamer als die Geiſtlichkeit wünſchte. 1364 zwang. Nur mit der Cleriſey fonte er nicht fettig werden. Der ' [8 Woldemar, König in Dännemark , mit den Hanſeeſtädten einen 1365 Waffenſtilſtand getroffen; ſo machte ſich der NE zu Big, Wenden und Wolmer anheiſchig , über dieſe Vereinigung zu halten , und die Bürgſchaft über ſich zu nehmen. Am Palmſontage. Wratislgus der Vte, Fürſt des Landes Pommern, verehrte der Com» pagnie der ſchwarzen Häupter *) in Bitzg ve Rippe eineszu Uſedom ai 2 groſs s) Chytr&us nennet ihn von Frimerſenz; Strubic3z , Zoltusz die erſte Handſchrift * * von den Herrmeiſtern , von Freymerchen; Ruſſow, von Frymerſenz andre, von Sreymergheim; Zenning, von Frimenſen. 5) Einige nennen dieſ:n Erzbiſchof, Fromhild , und ſchreiben ihn von Fiſehhauſen. Das lektere thut auch Strubicz, welcher uns oft wunderliche Namen ſchmiedet, und den folgenden Suſcripidus von Bleimbergk nennet. Ein Fromold von Viphu- ſen war 1273 Bürgermeiſter in Lübeck , wo er den Brief mit unterſchrieben , in wels <hem die Stadt Lübeck die von Salzwedel in die Wisbyſche Handelsgeſelſchaft aufs nimt. Beſiehe Jul. Conrad Rudemans Palaeo - Marchica t. 1, p. 61. Ein Arnold von Vyfhauſen war 1326 kaiſerlicher Notarius, und Reinhold Vyfhauſen war 1539 Aſſeſſor. 8) Die ſchwarzen Häupter führen einen Mohrenkopf im Wapen, und wurden uur dieſenigen jungen Kaufleute in dieſe Geſelſchaft aufgenommen , welche ſich gegen die Ungläubigen in Schlachten rite terlich gehalten. Man nante ſie in gewiſſen Städten die St. Jürgen - Brüderſchaft , weil ſie den heiligen Ritter George zum Patron hatten. Da man dem heiligen Georgius ſonderlich zur Zeit der heiligen Kriege viel Gelübde gethan , und Kirchen und Brüderſchaften gewidmet , ſo Hat man die Mode auch mit nach Lieftand gebracht. Ihr Verſamlungsort hies der Arthusbof, welchen Namen, auſſer dem neuen Hauſe zu Riga, auch der Junkernhof in Danzig , das neue Haus in Stralſund , und das Haus in Revel führte» Die Urſache dieſer Benennung läſt ſich einigermaaſſen aus Scbottels Abhandlung von der deutſchen Sprache B. V. S. 1139 erſes ßen, nach welchem der brittiſche König Arthus oder Artzurus alle Vornehme des Occidents an ſeinem Hofe in ritterlichen Uebungen exerciren und reichlich tractiren lies. Die ſchwarzen Häupter ſind nicht nur noch in Riga und Revel, ſöndern auch ehmals in Wenden, Wolmex und Dörpt geweſen. Nach Bekehrung der Heiden brauchten die Rigiſchen ihr Haus gleich einer Börſe, und zum Vergnügen der Fremden zu einem Gaſthauſe 3; wie denn auch noc<h vor 2 Jahe- xen eine ſchr ſtark beſete muſicaliſche Geſelſchaſt daſelbſt des Freytags zuſammen kam , welches der Stadt recht eine Zierde gab , zu geſchweigen , wie ſonſt dieſes Haus wegen ſeines geraumigen und wohlgelegenen Saales zu andern Abſichten genutzet worden. Im Jahr 1354 bekam die Com- pagnie ihre Schragen, die mit der Zeit geändert und verbeſſert worden. 1484 erhielt ſie, durch ein Privilegium des Raths unter der Stadt gröſſerm Inſiegel , eine Vicarie in.der Petersfirche an der Süderſeite gegen dem Losträgeraltar über aufzurichten, ſamt dem Impatronatsrecht , eigne Prieſter dabey zu verordnen , welches der Erzbiſchof Jaſper confirmiret 3 doch zur Zeit der Refor- mation 1524 am 10 Merz iſt der Altar aus der Kirche weggenommen, und in der Belagerung 1710 ſo wol als das neue Haus mit dem Uhrwerk ſamt ſeinem immerwährenden Kalender , mit dem Compasſtern und Ritter St. Jürgen durch die Bomben zerſchmettert worden. Es ſind noc< ießo artige Sachen daſelbſt zu ſchen- Auſſer den Trinkfreimen von 1522 , welche bey dem Aufgange ins Haus unter dem Bilde des Ritters und der heiligen UT3arie in Meßing mit alter erhabner Mönchsſchrift geleſen werden , ſind dieſe auf der ſchwarzen Tafel werth aufbehalten zu den. werden wol

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108 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, groſſen Walfiſches , welche noch jezo auf dem Hofe des neuen Hauſes bey der Mauer an Ketten aufgehänget iſt. Aus dieſer Seebeſtie wurden 300-Tonnen Speck gehauen und zu Tran geſotten, einige übrige Rippen aber ſchickten die Der- zoge als eine Seltenheit nach Wittenberg, Stettin und Stralſund. 1266 Am ten May muſte ſich endlich der deutſihe Orden. der zu Danzt verſamlet war , der Gerichtbarkeit auf die Stadt Riza förmlich entſagen, 4 behielt er ſich laut des Sühnebriefes die Dienſte der Heerfahrt vor, doc<»ſo,/=daß jederzeit die erzbiſchöfliche Einwilligung darüber eingeholet würde, Sromheld begab ſich dagegen aus gutem Willen , wie es heiſt , aller Anforderung auf die Schlöſſer und Veſtungen, welche der Orden bisher in Beſitz gehabt, wolte auch von dem Ordensmeiſter den Huldigungseid nicht weiter annehmen. Der Hoch? meiſter Kniprode hörte das Urteil in Danzit ſehr gelaſſen vorleſen , und weil egen Carls desViten kaiſerlichen Ausſpruch kein Appelliren half , muſte ſich ilbelm in die Zeit ſchien. 1363 Dieliefländiſchen Hanſeſtädte, Rigg, Dörpt, Revel und Dernaw erhielten nach beigelegter Unruhe von dem König der Schweden und Gothen, als Herrn des Landes Schonen, mit Genehmigung der Biſchöfe und Reichsrä» the ein anſehnliches Handeisprivilegium. Am zten Auguſt ſtelten Johan Barſowen, Secretair, und Diedrich Vrygenſteen , Rectores der Kirchezu St. Jacob in Rittg , dem Erzbiſchof Sromhold, ihren neuerwehlten Propſt Drdrich von Freden zur Beſtätigung vor 3 worüber das Kapitel durch ſeinen öffentlichen Notarius , Johan von Baſcopenrode, einem mindenſchen Geiſtlichen in Beiſeyn Sigfrid The- keneborchs und Zeinrich Luchowens, ein Inſtrument errichtete , und es Sromholden nac) Bom zuſchickte. Der Erzbiſchof heiſt: Reueren:iſlimus in Chriſto pater , gratioſifimus Dominus , und im Context : Reuerendiſſima paternitas Veſtra. Den Rathmännern in Goldingen gab Wilhelm Mon- tags nach Allerheiligen zu Wenden die Volmacht , von ihren Bürgern einen Schoß zu heben. 12 Der Erzbiſchof Fromhold ward von dem Orden nicht ſonderlich gend»- * “7 thiget nach Bitza zu kommen , ſo daß ihn darüber der Tod zu Rom ſchlafen legte, alwo er auch jenſeit der Tiber in der Kirche unſrer lieben Frauen beige? ſet ward. Sein Nachfolger war Sigfrid von Blombert. 1270 Obbeſagte Hanſeeſtädte in Lieflagnd ſchiten ihre Gevolmächtigten 2 ** Stralſund , alwo der König Woldemar durch ſeine Räthe am Tage na Chriſti Himmelfahrt allen Hanſeeſtädten verſichern lies daß er ihnen zur Wie? dererſckung ihres vielfältigen Schadens faſt ganz Schonen zum Pfande gebe welches ſie nach 16 Jahren wieder ausliefern , indeſſen aber dex freien Schif? fart auf alle ſeine Länder genieſſen ſollen. *) Nn er e) Wir führen dieſes aus des Herrn D. Johan Peter Willebrandts Vorbereitung zu der hanſiſchen Chronik des gelehrten Bürgermeiſters in Lübeck Herrn D. Ancon C9- lerus Wol. up. dußen. Ronyn>. Artus, Zoff. wyll. gaen. De. ſchal. dat. nycht. under. wegen. lgen. Syn. Proven. ande. Pennin&drunde, ſchall. be. betalen, Sunſ?. ſchall. men. en. yp. dat. Bret. malen. Oftre, he. ſchall. alltyd. de, Geſelſchop. und. 50f, vormyden. De. Zumpany. kan ſodagen. man. alltyt. nycht lyden, nt. Jar. 1549. Im Jahr 1503 um Faſtnacht lieſſen die Elterleute und Elteſten der Compagnie der ſchwarzen Häupter den groſſen ſilbernen St. Jürgen von 26 Mark und 5 Loth machen, wozu die gememen Brüder auch mit einen Beitrag thaten. 1562 lies die Compagnie zum Schub und Zierde der Stadt eine Feldſchlange gieſſen von 5770 Pfund für 926 Rthlr. zu 4 Mark. 1566 ein flein Falconetſtüf von 1014 Pf für 134 Rthlr. zu viertehalb Mark. 1576 zwey Quartierſchlangen von 2749 Pf. für 401 Rthlr. zu fünftehalb Mark. 1594 ſchifeſie dem Rector Stephan Ten» tborn 10 Rthlr. für ſeine Comödie , die in der St, Johanniskirche geſpielet wurde. Das Wa» pen der Wendiſchen und überhaupt aller Siegel iſt der Mohrenkopf. Von der St. GSeorgens Brüderſchaft handelt Suden im andern Theil des gelehrten Criticus mit mehrern,

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Erzb.Siecfr. v. Blomb, zur Zeit der Reg, Wilh. v. Freymerſen. 109 Der Orden gerieth in eine neue Verbitterung gegen die Cleriſey, als der 1291 Erzbiſchof, Sigfried und ſine Domherren beim Papſt Gregorius dem YXiten * mit ihrem Geſuch durchdrangen , und ihren bisherigen Prämonſtratenſerhabit mit den Ordensfleidern der Auzuſrinermönche vertauſchen durften, Dieſe Neues rung ſchien dem Ordensmeiſter Wilhelm gefährlich zu ſeyn ; und weil er die Geiſtlichen bey einer mit dem Orden gleichförmigen Tracht erhalten wolte, ſo mu? ſten die erzſtiftiſchen Güter über der Düne in Semgallen und Olivg herhals- ten, davon er die Einkünfte in die Ordensfaſſe nahm. Sigfried gieng nach Avignon, konte aber daſelbſt nichts ausrichten. Endlich nahm ihm der Tod den neuen Ordensfittel zugleich mit dem Leben, da er denn daſelbſt bey den Prediger- x 373 mönchen begraben wurde. Ihmfolgte Johan von Sinten. Der Ordensmei: 1374 ſtex legte ſich faſt zu gleicher Zeit nieder und ſtarb, Der dreyßigſte Ordensmeiſter in Lieſland deutſchen Ordens, Robin von Elten *). Y nter ihm brachte der Rath zu Biggg die ſogenante Buurſprache*) 1 376 Dh] zum Beſten der Stadt zu Stande. Dieſe wilführlichen Geſege > des Raths heiſſen auch die Bauerſprache , oder Bürgerſprache, I auf lateiniſch Ciuiloquium , und beſiehen aus 66 , oder nach yMenii prodrom. S, 6, aus 100 Artikeln, deren Anzahl nach Beſchaffenheit der Umſtände manchmal vermehret öder vermindert worden. Sie werden noch alle Ighr am Sonntage vor Michgelis nach geendigter Frühpredigt mit eini- gen lerus an. Pontanus S. 499 giebt nur 15 Jahre an, und meldet, daß allen D&« nen auf die hanſiſchen Hafen die freie Handlung ausgemacht worden, wogegen ſie nach ihrer Landegart Richter und Obrigkeit in den. ſchoniſchen Pläßen hätten ſegen können. Nach unfern Documenten iſt die königliche Pfandverſchreibung unterzeichnet am Andreastage 1369. | 4 «) Chytr&us nennet ihn Job von Ulſen; Horner, Lobbe von Elſen; Serubicz, Robius von Elvenz die eine Handſchrift von den Herrmeiſtern, Robbert von Oel- ſenz die andre, Robbert von Ultzenz Ruſſow , Lobbe von Ulſen; andre von „Zulſen, oder gar Hiob von Hülſe, Eine Sophig von Hülſen, Jürgen Hül« ſens Tochter , der ein Bruderſohn des Herrmeiſters Lobbe von Hülſen geneſen, vermählte ſich mit einem Johan Tork, Stammherrn der Aſpur- und Jerxtiſchen, der Althöfſchen und Sacthiſchen Häuſer in Curland, Wir folgen den mehreſten Briefſchaften , in welchen die polniſchen Reviſionsherren dieſen Namen ſo geleſen, obgleich die Urkunden der Stadt und gewiſſer Familien , Lobbe von Ulſen und Zülſen ſchreiben, Wir können auch in der That keine andre Urſache von dem hier beibehaltenen Namen angeben , als weil er uns aus dem Reviſionsprotokol ſo zuerſt befant geworden , und auch in den Privilegien mancher Städte fo gelefen wird. Sein Antritsjahr wird von etlichen bis 1282 hinaus geſeßet , weil die polniſchen Scribenten ſeinen Vorgänger mit in die Händel einflechten , die Jatgell9 mit ſeinem Vetter Rieyſtut auszumachen hatte. Chytr&us und Ceuymern wiſſen bey der hier mangelhaften Zeitrechnung keine Jahrzahl anzugeben , wodey ſie am ſicherſten zu Wer? ke gegangen. 14) Wir merten aus dieſer Buurſprache an? Art, 1: Es gebeut ein Ehrbarer Rath dieſer Stadt einem jeglichen, daß er einen höffiſchen Mund habe auf Herren und Fürſten, Frauen und Jungfrauen, auf Rath und Stadt, daß einor mit ſeinem Munde nicht ſpreche, das er mit ſeinem Leibe und Gute nach unſerm Recht entgelte. Art, 20: Wer Korn kauft , das oben beſſer iſt denn unten, der ſol daſſelbe behalten, was gemeſſen iſt, und mag das andre wiedergeben. Art, 39: Jtem welche Frau berüchtiget iſt, die fol weder Farben noch Geſchmeide tragen , oder man ſol ihr das nehmen» Art: 42: Auch ( Ee 4

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110 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1376 gen üblichen Ceremonien durch den Herrn Oberſesretair der Stadt aus dem Fen? Eu x ſol niemand Miſt , Gruus und andern Unſlat um die Stadt her , noc< indie Riſing *), noch in die Graben, noch auf den Weg, oder auf die Düne bey Wintertagen oder ſonſt wohin der Stadt zum Schaden fähren laſſen, bey 5 Mark, ſo oft einer beſchla- gen wird. Art, 49: Auch ſeyn dieſe liefländiſchen Städte eins geworden, daß man kein Kieperſalz noch Salz, das in friesländiſchen Städten geſotten iſt, oder einiger» ley ander böſes Salz in dis Land mehr bringen ſol, ſo das iemand thäte , der ſol das wieder ausführen , und hier nicht verkaufen. Art. 68: Auch ſol niemand von auſſen der Hänſe Winterlager liegen , in einiger Hänſeſtadt , und ſo jemand ſolche Leute bey Wintertagen beherbergte, der ſol dafür beſſert x0 Nobel. +) Wöontan zeigt ſehr gründlich, daß die Stadt Riga von dem Waſſer Rige ihren Namen bekom- men , daher ſie in alten Briefſchaften nur die Stadt zu der Rige genennet worden, wie denn auch in öffentlichen Schriften der Rigemünde und der Rigemünderſtraſſe , das iſt, der Pei» tauſtraſſe Erwehnung geſchieher- Die Rige umflos die ſogenante Altſtadt , oder das alte Riga, und vereinigte ſich nachher mit der Döne, Sie entſprang anderthalb Meilen von der Stadt in einer auellreichen Gegend , die bey hohem Waſſer der Düne leicht überſtrömet wurde , und daher von Zeinrich dem Letten lacus Kige genant wird- In der Stadt liefen die Schiffe da ein, welche daſelbſt ein vor dem Eisgang geſichertes Winterlager hielten. Nachdem die Schweden 1621 Riga erobert, ward ſie durch die Veſtungswerke und den Graben mit in die Stadt gezo» gen , wodurch ihr Waſſer abnahm und bey heiſſen Tagen einen üblen Geruch verurſachte- Aus dieſer Urſache ward ſie 1733 ganz zugeſchütet , und hat WIontan über dieſe ihre Beerdigung eine Grabſchrift verfertiget- Da faſt ein jeder noch ſo kleiner Flus in dieſen Gegenden einem dabey lie- gende Orte ſeinen Namen mitgetheilet , ſo iſt allerdings zu verwundern , wie alle Srribenten dieſen Bach aus der Obacht gelaſſen , und für den Namen der Stadt einen gezwungenen Ur- ſprung ausgekünſtelt haben , blos weil ſich dieſer kleine Strom unter dem Namen der Riſing vere loren , bis uns der gelehrte Herr Verfaſſer beſſer als Piſtorius gewieſen , daß Riſing das Dintt- nutiv von Rige ſey , dergleichen die lettiſche Sprache ungemein liebet. Nur ſeßet Käontan voraus , daß die Detttſchen den Strom etwa nach einem portugieſiſcben und ſpaniſchen Rio ßenennet , weil ihn die Letten ſonſt Uppe, den Bach , benennet haben würden ; da es doch aus- gemacht iſt , daß die Liven um Riga herum gewohnt , die ſich von den Bſten nicht ſv wol der Sprache, als dem Lande nach unterſchieden . Alle eigenthämliche Namen laſſen fich nicht erklären, weil die Bauren faſt jedem merkwürdigen Baume und Steine, und alſo noch vielmehr jedem Fluſſe und Berge, als Grenzzeichen einen eigenen Unterſcheidungsnatnen geben. Indeſſen hat ſchon M, Rutger Piſtorius, Weſſalienfis in ſeinem lateiniſchen Leichengedichte auf den rigi- ſchen Superintendenten Jacob Battus, ſv zu Lübed: bey Georg Richolff am aten Zul. 1548 gedruckt iſt, und ſich ungemein ſelten gemacht , uns dieſe und die gruberſche Muthmaſſung von dem Namen der Stadt Rige als etwas altes gemeldet , obgleich keiner von benanten Herrn Verfaſſern des Piſkorius Schrift geſehen. Aſt ali) Rigem dicunt de nomine Rige Exigui rlui practereuntis cam Aut a Teutonico, quod redditur Ordo latine, Ordine quod poſitae forte fuere caſae, Herr Gruber hätte ſeine Meinung von der Reihe oder Rige Schiffe gerne fahren laſſen , wenn ihm bekant aeweſen , daß in der Nähe bey Riga ein kleiner Flus gleiches Namens wäre.. Dieſe Rige oder Riſing iſt nun nachihrer Beerdigung wieder auferſtanden. Sie komt auſer vielen an- dern Documenten auch in einem vom Jahr 1258 vor, das wir allein aus dieſer Urſache des Ab» drucks würdig halten. Oe pracſentem paginam inſpe&uris Fratres 5. orationes in Chriſto. Infinustione literarum pra poſitus Rigenf&s cum Priore, ct potioribus Capitu coram multis , audiente me et pracſente publice recognouit, quod Rigens, Ecclefiae capitu- lum arcas ſuas et domum lapideam , vsque ad murum ciuitatis ſe protendentem, ita quod ipſe murus cinitatis eft finalis murus domus, Item plateam vnam cum porta per murum ci» vitatis exeunte, verſus Riga» luuium, quae omnia didac Eccleſlas plurimis annis, pacifice, ei quiete ſine cujusquam contradi&ione poſſederat, Fratribus minoribus in ciuitate Rig manentibus pleno jure, prout ipſa Rigenfis Ecclefia dudum poſſederat, pro certa pecunia ven» diderunt, perpetuo poſlidenda , ficnt etiam in publico inſtrumento praedi&ti eapituli ſuper ipſa venditione confe&to, quod vidi, et legi, euidentius continetur» Pracſcriptae cognitio- ni aderant aduocati hi, quorum ſubſcripta nomina continentur. Job. de Berna, Armldus de Empdna, Sacerdotes peregriniz Zudauicus Commendator Rigenſis. Ecbertus Frat» do“ mus Zeuton. Hugo de Ure Capitaneus. Hartungss de Löwenſlein, ITwanus de Benthem, Lvw- derus de Infula, loh, Scyultetus, Hermannaus ar „Monaſlerie, Yolquinus de Raueriberch, wi- Lites peregrini et alii: Fata fuit ipſa recognitio praeſentibus et vocatis » Corrado, qui dicitur zrawegalle, et Ludolpho, Conſulibus Rigenfibur, Anno Domini M. C C. quinquageſimo oAauo. Eine kleine nicht übel gerathene Handſchrift, ſo det riaiſche Herr Bürgermeiſter Suchs 1554 uilegiorum Ciuitatis Rigen/s betitelt, zu Papier gebracht , und hiltoriam wmutati regiminis et pri bezieher ſich auf einen Vergleich von 1366, in welchem ausdrücklich geleſen wird , daß die Stadt ebo Rige an dem Flus Righe gebauet ſey P, Rigen/s Ordinis fratrum Pracdicaforum eſentium proteſtor , quod Dominus H. Prao- 13 fui perſonis in domo fratrum minorum

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Erzb. Joh. v. Sinten. zur Zeit der Reg. Robins v. Eltzen, 11x ſter des Rathhauſes abgeleſen, 9 Der Has des Ordens gegen die Geiſtlichen ward durch einen neuen Grol 1 378 noch mehr entzündet. "Johann Damerow), ein Canonicus, war nemlich von dem dörptiſchen Domkapitel zum Biſchof erwehlet und vom Papſt Urban dem Viten, deſſen Wahl die vornehmſten Häupter der. Chriſtenheit für „eU hielten , beſtätiget worden. Der Ordensmeiſter drung aber dem Stifte einen neuen Biſchof Namens Johan =Zebet auf, den er auch a erhaltene Beſtä- tigung vom Gegenpapſt Clemens dem Vilten mit gewafneter Hand in die Dom- kirche führte, den erſtern 34 00 aber wieder zum Domherrn machte, Nachdem aber Zebet die alten Rechte ſeines Stiftes gegen den Ordensmeiſter hervor ſuchte) auch nicht zu allen Zunöthigungen dieſes Herrn Ja ſagtez ſo entſtunden daraus allerhand und endlich blutige Verdrieslichkeiten. Cranz, der uns dieſe Geſchich» te aufbehalten, giebt den Ordensbrüdern das Zeugnis , daß ſie alle liefländi- ſche Biſtümer unter den weiſſen Mantel zu ziehen getrachtet hätten; doch habe es ihnen mit dem öſelſchen, dörptiſchen und revelſchen nimmer recht gelin- gen wollen. Der Erzbiſchof Johan von Sinten ruhete aber doch nicht eher, als M. er dieſen Günſtling des Ordens wieder vom biſchöflichen Stuhl herunter geworfen. Der Czaar von TMoskau belagerte das Schlos Llienhus in eigner Per- 1 38x ſon mit einem Heer von 300000 Mann. Da die Veſtung ſchon an dem war ſich zu ergeben, ſo warf ſich der Befehlshaber an einem Freitage vor dem Altar auf ſeine Knie und bat, GOtt möchte doch den Ort ſelbſt entſezen. Mit der Son- nen Aufgang, da die Ruſſen eine unfehlbare Eroberung vermutheten, nahm der Befehlshaber ME Bogen mit einem geſpitten Pfeile, und ſchos ihn aus dem Fenſter ſeiner Burg, mitten unter die Belagerer , womit er dem Grosfürſten das Herz traf, worauf das geſamte Heer voller Beſtürzung mit der Leiche nach YMo8- Fau zurück gieng. 5) Der Papſt Urbanus der Vite übrrtrug das Urtheil über den öſelſchen Domherrn , Zerman Balne, weicher den Biſchof grfänglich ſeen und würgen laſſen, an den Erzbiſchof zu Rigg, der ſich auch, wiewol ohne ſonderlichen Eifer, an die Unterſuchung machte, 9) s Ee2. Der €) Wir können hier nicht unberühret laſſen , daß unter den Documenten der Kirche zu Pernigell, ſich unter der Hand des Erzbiſchofs Michael von 1501 ein Transſumt bes finde, worin dieſer Johan von Sinten als des rigziſchen Erzbiſchofs-Sigzfried Vie Carius , in geiſt- und weltlicher Gemeine beim Jahr 1372 angeführet ſtehet, Nach eis nem andern Transſumt hat dieſer Johan von Sinten als Erzbiſchof am sten Merz 1376 im aten Jahre ſeiner erzbiſchöflichen Würde uns die ſeltene Nachricht gegeben, daß die Abſchrift eines von Händen gekommenen Hauptbriefes wegen der Grenzen der pernitzelliſchen Kirche ſich am Ende derjenigen Bibel finde, welche der heilige -Zie« ronymus mit eigner Hand geſchrieben , und die ein römiſcher Papſt dem König Caupo zur Verehrung gegeben , welche in der Domkirche zu Riza verwahret läge, Aus dieſer Nachricht merken wir gegen Chyträus und andre den Antrit der erzbiſchöflie <en Regierung. Die Bibel aber wird uns im erſten Theil beim Jahr 1202, 6. 6, als vom Papſt Gregorius abgeſchrieben, angegeben, 8) Dieſes iſt eine Erzehlung aus Zredenbach, *) dem es der dörptiſche Canonicus D. Philipp Olmen vorgeſaget, welcher den zum Andenken am Altar aufgehenkten Bogen zu ſeiner Zeit in der Schloskirche noch wil geſehen haben. Aus dem Zreden- bach führt es der Abſchreiber Guagnini an , ohne den Verfaſſer zu melden. Als der Czaar Jvan Baſilewitz im Jahr 1558 Dörpt eingenommen, iſt dieſer Bogen mit weg genommen worden, 4 n e) Cranz Wandal, B. IX, K, ur, eröfnet die Urſachen dieſer Begebenheit beim Jahr 1383 *) Tileman Bredenbach hat ſein Bellum Linonicnm anni MDLVIII zu Cöln bey Maternus Cho» linus in 12 zum Dru befördert , und es dem Biſchof Julius Pflug zu L7aumburg zugeſchries . ben. Man hat davon auch eine frankfurther Auflage von 1684 in 8 , ingleichen eine zu Dongy 1564 in 8. Es befindet ſich auch ein Abdru> davon beinz Suagnini „- dez nur den Verfaſſer 2G ggegeben , wie ex billig hätte thun ſollen. Das Saxein iſt richtiger in ſelbigem als der

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112 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, 1382 Dex Ordensmeiſter Bobin half um dieſe Zeit dem Grosfürſten Sirgall, “ welchen ſeine aufrühriſchen Unterthanen aus Ploscow verjaget hatten. Ob nun gleich die Buſſen ſich dem Ordensmeiſter zu ergeben verſprachen, wenn er ſeine Verbindungen mit dem Sirttall aufheben wolte , ſo blieb derſelbe doch da« bey, fand aber auch die PloScower ſo hartnä>ig, daß er und Sirgall weiter nichts ausrichteten, ſondern wie Cranz ſchreibet , unverrichteter Sache abzogen« 1383 DieGſelſchen Domherren, Johan Lowenborch, Vicedechant, Gott- fried von YMetzepole, Jacob von Sapſal , Joban Gracian, Senrich Bornſtädt , der Ritter /) LIiclaus Yxrkül , Claus und Johan Wyklen, Brüder , Evert von Herkül , genant Herr Paſchetag, DVi>o Wran- gel , Barthol. von DVellyn , Johan Trychtleven , Zenke Pytber/ Gergrd Thuwe, Thile Pa e, Arnold Udenoys, Berſten Guz- leve, Zinr. Trychtleven , =5ennike Lennold , Vaſallen der öſelſchen Kirche, ſtelten am 15ten November zu Wolmer dem Ordensmeiſter und Erz» biſchof aufs angelegentlichſte vor, daß der Biſchofshof und das Schlos zu Sr ſal erbrochen, und alle canoniſche Bücher und Schätze entführet worden. Ob gleich Didr. Irkül und Johan Scharenbecke Beſſerung angelobet, ſo hät- ten ſie doch das Schlos 55apſal wieder mit Leitern erſtiegen , Geiſtliche und Laien erſchlagen , die Kirche und das Zeughaus'geplündert, das Schlos in Brand geſteckt und die Domherren verjaget. Weil der Erzbiſchof ſich ſehr laulich be- zeigte , erſuchten ſie den Herrmeiſter, ſich ins+Mittel zu ſchlagen, welches dieſer au 1383« Man beſchuldigte den Biſchof Zeinrich , daß er ſeln Biſtum dem Orden uns terwerfen wolle. Einige Canonici nahmen ihn daher beim Kopf, und weil ſie beſorg- ten, daß das Schlos zu 5apſal nicht feſt genung wäre, wanderten ſie mit ihm nach Arensburg. Nicht lange nachher fanden ſie ihn im heimlichen Gemach erſti>t lie- gen. Ob er mit Fleis dahin geworfen , oder ob er ſich frey machen und bey nächtlicher Weile unverſehens hinunter gefallen, hat man nicht erfahren können. Ein ſolch ſchmugiges Ende , urtheilt Cranz, hat vor ißm noch fein Prälat genommen. f) Ein in alten Documenten ſehr geübter aber ungenanter Verfaſſer hat in einer Hande ſchrift von wenig Blättern bemerken wollen, daß die unſtreitig ältern Familien des lieftändiſchen Adels mit dem Beinamen der Ritter gezieret worden. 3. E. in den idzelſchen Documenten ſteht ein Zeinrich von Vieringhove genant Ridder, uns term Jahr 14863 in dem ketzelſchen von 1453 Jürgen Jrkul Ridder, und Jürgen Parſeval Ritter z unter den furkülſchen Zelmold von Quernen Ridder; 1518 un- ker den Briefen über Hochroſen , ans und Rerſten von Roſen, Riddere. Unter den homelſchen, Johan von Plettenberg Ridder. Dergleichen Ehrentitel finden ſich viele mehr. Jn den erzbiſchöflichen und herrmeiſterlichen Privilegien bekommen ſie gemeiniglich das Ehrenwort Zerr , und die polniſche Reviſion nennet ſie equites auratos. Nur bleibet noch unausgemacht, ob dieſe Würde blos bey den Perſonen ges blieben , oder auch. auf ihre Kinder geerbet worden, bey welchen dieſer Beiname wegs gelaſſen iſt, Das erſtere bejahet der Verfaſſer , und beziehet ſich auf. die Urkunden. Sicherer iſt des Verfaſſers Folgerung , daß aus dem Beiwort LErſam oder Erbar nicht auf die Richtigkeit des Adels geſchloſſen werden kan , weil ſelbiges auch Bürgern beigeleget worden. Plettenberg nennet 1520 geinrichen von Tieſenhauſen einen Erbaren Man, der Erzbiſchof Thomas 1534 Johan von Roſen zu Rope den Ere + baren und Ehrenveſten; Fürſtenberg 1559 Röttger Stövern , Thomas Ram- mern und Caſpar Hiöllern , Bürger der Stadt Riga , die Ehrſamen nnd fürſich- tigen , ſeine lieben Getreuen ; „Zinrich von Galen 1551 ermaänn von Save, und Berchold Grewe, Bürger der Stadt Riga, die Erſamen , ſeine lieben Getreuen» Wir bemerken hierbey noch aus den alten Briefſchaften , daß die Männer oder Va« ſallen der rigziſchen Kirche ſich einigemal des Ausdru>s 3 Wein allergnädigſter Erzbiſchof; und die Lehnsmänner des Meiſtersz Mein gnädigger Zerr zu Riga, auf eine ſehr ſc<hmeichelhafte und gefällige Art bedienet. Sonſt nahm in dieſem 15ten Jahrh. der Titel TOp oder Wir ſo überhand, daß nicht nur der Landmarſchal , ſon« dern auch die andern Gebietiger und Vögte (Aduocati in caſtro et dowo) ſich dieſes Wörtgens anmaſten, Da auch die Erz- und Biſchöfe ſich von GOttes und des päpſt« lichen Stuhls Gnade ſchrieben , ſo hat Thomas Schöning zuerſt um die Jahre 1530 die Beywörter von der Gnade des pöpſtlichen Stuhls weggelaſſen, worin ihm andre gefolget,

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Erzbiſch, Joh. v. Sinte, zur Zeit der Reg. Robins v, Elten. 113 auch zuſagtez wogegen ihm denn die Domherren alle Unfoſten, welche auf dies ſen Beiſtand in geiſtlichen und leiblichen verwendet werden möchten, zu vergüten verſprachen. Aus den Documenten erhellet , daß der Ordensmeiſter bey Anh» rung dieſer Klagen bitterlich geweinet, und ſolchen Kirchenräubern die Güter zu nehmen gedrohet. Sie ſind durch die Vaſallen der öſelſchen Kirche , Zenneke Mekes, Buder Breme und LIic. Yrkül beglaubiget. Die Biſchöfe von DEE % alle gegenwärtig waren, leiſteten ihrem Mitbruder nachdrüli- en Beiſtand. 9 Die Städte Rika und Dörpt ſchiten ihre Abgeordneten nach Lübe, t 385 alwo ſich der König Albrecht von Schweden und die Königin LMargare- tha von Dännemark befanden , -um die an die Hanſeeſtädte verpfändeten Schlöſſer in Schonen dem König Olaus von Dännemark wieder abzutre- ten, und den Handel auf Liefland und Schonen für beiderſeitige Unterthanen ordentlich einzurichten. Robin erweiterte die Mark der Stadt Goldingen mit einigen Ae>ern am 1386 Tage vor dem Feſt der 11000 Jungfrauen. Um dieſe Zeit gerieth der Orden mit den Litthaueen in Verdrieslichkeit. 1390 Der hochmüthige Ditold hielt ſichs für ſchimpflich, den Skergelo als Grosfürſten von Litthauen herrſchen zu ſehen. | Er wandte ſich, wie (Guagni- ni Bönd 1 S. 329 berichtet , unter andern Parteien auch an die Kreuzherren, die durch ihn zu Litthauen und Samogitien zu kommen gedachten. Er verheer- te vermittelſt ihrer Hülfsvölker das ganze Gl fg Doch da er die Ab- ſichten der deutſchen Herren merkte , ſöhnte er ſich mit ſeinem Vetter Jagello aus, und lies ſich von ihm eine Verſprechung auf Litthauen geben. Um den Polen aber eine Freude zu machen , ſo verkleidete er ſich wie ein Ordensbruder, bemächtigte ſich der Schlöſſer Jürgensburg, Marienburg und L7euhaus, ſtete ſie in Brand , hieb die Beſaßung nieder , und führte die Comture gefangen. Dis machte ihn ſoſtolz, daßer auch auf Dilng Anſchläge ſchmiedete , weil der Kd- nig Jagello in Polen mit Litthauen nicht gleich heraus rückte. Hierüber mus ſte er nac) Preuſſen flüchten. Man gab ihm daſelbſt ein Heer, der Ordens- meiſter von Liefland führete ſeine eigne Hülfsarmee , der Hochmeiſter Wallen» rod machte mit ſeiner Macht den dritten Haufen aus, uud ſv gieng der Zug nach Litthauen. Weileinjeder ſich in dieſem Rohr ſeine Pfeiffe ſchneiden wolte, war ihnen Vitold zu liſtig, und wies beide mit ziemlichen Verluſt nach Hauſe, Durch Vorſchub des Königs von Pohlen kam alſo Ditold zur Regierung, Der ein und dreyßigſte Ordensmeiſter in Liefland , deutſchen Ordens, Wennemar von Brüggene, *) FZ in geſchickter , aber für die Abſichten der damaligen Ger gefährlicher 1392 Whit Herr , der deshalb mitihm ſo wenigals mit dempreußiſchen Hochmei- m ſter Conrad von Wallenrode zufrieden war. *) Weiles dem Orden gelungen, dem Stift Oeſel ein Gihnit 1 Willens aufzudringen ; ſogieng es nuit s) Chyträus nennet ihn Woldemar von Bruggenep 3 Horner , Wolmer von Druyen; Strubicz, Weinmarus ZBruckaz die eine Handſchrift, Werner, von Brutſtgeneiz Ceymern, von Brüggen. enning ganzunrichtig, von Durg- gjeney. Die Documente haben faſt alle Wennemar. Htärne gibet ihm das An» tritsjahr 1396, da er doch nach den päpſtlichen Quitungen ſchon 1393 regieret haben mus. Der Papſt nennet ihn Magiſtrum Generalem Hoſpitalis b- M. Teuton. Jeruf, in Liumia. 2 Die Pfaffen wuſten ſich wegen dieſer Parteilichkeit nicht beſſer zu rächen , als 20 en

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114 Leben und. Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 71392 hun auch über den'riziſchen Erzbiſchof Johan von Sinten her. Der bh ſter ſchien ihn darinzuunterſtüßen/ weil er ſo wenig mit den Geiſtlichen, als dieſemit ' ihm, ſich vertragen konte, Zwar lieſſen ſich der Biſchof Eberhard zu Lübeck, der Comtur zu Dremenund andre, mit Beihülfe des lübiſchen Magiſtrats, ſehr an- gelegen ſeyn die.Streitigkeiten beizulegen, Sieſchickten auch den rieziſchen Dom- Propſt mit dem Plan des entworfenen Vergleichs nach Liefland zurück, den aber die überal ſtreifenden Ordensbrüder auf. der Reiſe auffiengen und in Verhaft nah- men. Der Erzbiſchof hielt deswegen ſeine eigene Perſon nicht mehr für geſichert, ſondern begab ſich heimlich zu Schiffe , 'gieng nach LübecXyund ſahe eine gute Weile zu, wo die Sache hinaus wolte, Wennemar erflärte nach deſſelben Abzuge das Erzſtift für erledigt /-ſequeſtrirte deſſelben Güter, und ſtelte, zugleich Ordensmeiſter und: Erzbiſchof vor. Johan von Sinten wandte ſich an den Kaiſer Wenceslgus, und fand bey demſelben ein ſo gnädiges Gehör , daß der Raiſer alle deutſche Ordensgüter in Böhmen mit der Sequeſtration belegte,;und dem Erzbiſchof+ ein Empfehlungsſchreiben an den Papſt mit gab, auch ſelbi- gen bat , mit dem Bannſtrahl gegen den Orden loszubrechen. Allein bey Bont- ſacius dem iXten machte die faiſerliche: Fürbitte wenig Eindruck, auſſer 1 daß er dem Erzbiſchof das Patriarchat von Antiochig auftrug, welches dieſer mitFreu? den annahm, und dieſe Art von Landesverweiſung willig antrat. Die Procura- tores des preußiſchen Hochmeiſters Johan von Felde (a Campo), Arnold Stapul, und des erken 7 errn Meiſters Wolmer 5gſvesvorde ſtelten dem Papſt die Sache des Ordens ſo vortheilhaft vor , daß Bonifacws der te in einem Schreiben vom zoten Merz, und in einem andern vom 24ten Sept. im 4ten Jahr ſeiner Regierung ſich gegenWenemarnerflärete, er habe wohl gethan, daß er die erzſtiftiſchen Städte , Schlöſſer und Dörfer der ritziſchen Kirche wider die Ruſſen und andre Nachbarn in Schuß genommen, und ein Snventarium darüber gemacht , nachdem ſte der glergndriniſche Patriarch vers? laſſen, und inentfernte Länder gezogen. Der Orden in Liefland habe zwar ein gros Sündenregiſter, und ſein Verbrechen gegen die Geiſtlichen ſey ziemlich gros, weil ſie es aber gleichwol abbäten , und die Einfünfte des Erzſtifts an 11500 Gold- gülden jährlich der päpſtlichen Kammer entrichten wolten , keinem Busfertigen aber Vergebung der Sünden abgeſchlagen werden könne, ſo ſpreche er die Lieſ- länder von dem Banne los, und vergebe die peccata captionis , injeAonis, contumaciarum exceſluum, criminum, deli&torum et damnorum praemiſ« forum aufs volfommenſte. 1395 Am 13ten Octob. legte der Ordensmeiſter Wennemar die Grenzſtreitigkei- ten bey, welche der Biſchof Johan Bekelings zu Revel , undder Abt Johan von Padis über Satgentagke und Roſeke zu Wenden entſcheiden lieſſen. Der Landmarſchal Johan vonOle, Arnold vvn Alteng, Comturzu Revel, Werner von Oilſe , „Vogt zu Jerwen , waren als Mitler dabey zugegen. Didr. 556velmann zu Goldingen, Conrad von Vitingbofzu Aſchera- de, Didr. von Wplbert&t zu Mitau, Comture, Lficl. Sahn, Pfarrer in Wenden und Mag. LMarquard von Warſten, haben "7 ſich als Zeugen un- terſchrieben. das dieſen Hochmeiſter Conrad von Wallenrode in ihren Schriften als den laſterhafte- ſten Tyrannen abmahlten , aus welchen es denn in die preußiſchen und liefländi- ſchen Chronifen gekommen. Doch hat uns ſchon der alte pomeſaniſche Biſchof. Johan Lindenblat, der um dieſe Zeit lebte, dieſen Herren auf einer beſſern Seite gezeiget; und inneuern Zeiten habenihn mehrere gegen die ungegründeten Aufbürdungen der Geſchichtſchreiber umſtändlicher gerechtfertiget- S. die köniegsbergiſchen Sele&a Hiſtorica Litteraria B. I1, S, 323 u. f. und im erläuterten Preuſſen B. 1, S- 315 u. f. x) Beim Jahre 1393 findet ſich unter den der Stadt zugehörigen Abſchriften ein Trans- ſumt, in welchem der däniſche König „geinrich dem Biſchof Albert im Jahr 1196 die Stadt Rite anzulegen erlaubet, und den Biſchof für einen Fürſten des Reichs er- kläret, Wenn die Urkunde ſelbſt nicht unecht und untergeſchoben iſt, ſo iſt We nigſtens

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Erzb. Joh. v. Sinten, zur Zeit der Reg. Wennemars v. Vrüggene. x1x5; „“ Das gute Wetter für die Brüder dauerte in;Bom nicht gar lange, 20- x 393 niſgeius der IXte ſchrieb im fünften Jahr ſeiner Regierung am 13ten März an den Meiſter und ſeinen Orden , ſie möchten 19 mit der Bezahlung und Rech» nung einfinden, weil ernach Abzug des Patriarchen und Hirten zu Antiochien) in weitabgelegene Länder, und nach der Flucht einiger Domherren, eine Beſaßungin die erzbiſchöflichen Güter geleget, welche jährlich 11500 *) Goldgülden eingebracht, worauf nur 5000 entrichtet wären, Wennemar ſolte den Reſt der 6500 Gold» ülden zwiſchen hier und dem lezten October in-die apoſtoliſche Kammer liefern, inſt würde der Bann erfolgen, und man den weltlichen Arm zu Hülfe rufen. Alleitt vorerwehnte Proeuratores des Ordens gewannen mit ihrer Vorſtellung ſo 1394 viel, daß ihnen der Papſt den Reſt der ausgefegten Ordensfaſſe ſchenkte , und am 26ten März dem Orden eine algemeine Vergebung der Sünden zufommen lies. Er ſandte auch des Hochmeiſters Bruder, Johan von Wallenrade *), nach Rigg „ die erzbiſchöfliche Stelle zu bekleiden :--weil" aber ſelbiger ſeinex Nei- gung gegen den Orden wegen bey den Domherren und Vaſallen des Erzſtifts ver? dächtig war, muſte er eine Zeitlang auf die Huldigung warten. In dieſem Jahr nahm die Stadt Revel nebſt 6 andern Städten eine be- denkliche Bürgſchaft auf ſich , mit welcher es folgende Bewandnis hatte. Die Stadt Lübeck nebſt andern Abgeordneten der Hanſeeſtädte hatte 2 Bürgermei- ſter, Sinric) Weſiboffen und Johan Ltieburen an die Königin 'Marta- rethag nac; Schonen abgefertiget , die um die Erledigung des gefangenen Ff 2 chwes- nigſtens die Jahrzahl und der Name des Biſchofs verdächtig. Lehrbegierige Liebhaber Haben ſchon lange vergebliche Mühe angewandt , dieſes älteſte Document von Liefs land auszuforſchen , indeſſen hat es doch Gelegenheit gegeben , daß unterſchiedene Scri« benten uns Riga etliche Jahr zu früh erbauet, Das iſt das merkwürdigſte, daß ſchon Carl der IVte , römiſcher Kaiſer , die vorgezeigte Urkunde davon für ungültig erkläs ret, Der Biſchof zu Lübeck , Eberhard, hat ſelbige 1393 mit vielen Formalien in Beiſeyn des Mag. Scinrich Wolers , des Propſtes Anſcharius von Bremen, der Domherren Albert Rodenbogs und Engelberts von Open transſumiret. Sie Hat feine andre Jahrzahl als bey LFürnbert am ſten Decemb. in der 14ten Jndiction, welche ſich der Umſtände halben weder zum Jahr 1196 noch 1226 paſſen wil. 4) Da der Papſt in etlichen Briefen den Erzbiſchof Patriarcham Alexandrinum nenneft, und ſeine ferne Reiſe beſchreibet 3 ſo irren wol Cranz und andre Scribenten , welche ihn zum Patriarchen von LittHauen machen, und ihn auf der Hinreiſe nach dieſem Lande in der Stadt Stettin ſterben laſſen , alwo er zu St, Otto begraben liegen ſol. e) Dieſer Johan , wie er eigentlich heiſt, von Wallrade, war ein Bruder von dem Orden , ein geborner Franke, und leiblicher Bruder von dem Hochmeiſter Conrad von Wallrade, Von ſeinem Anſehen bey dem Papſt Bonifacius dem XXten ſo wol als bey dem Kaiſer Sitzismund auf der coſtnitzer Kirchenverſamlung , ſind die Aa conceilii Conſtantien/ir zu vergleichen. Sein Wapen folget daſelbſt gleich auf das ſalzburgziſche , und beſtehet in einem viereFigten Schilde, deſſen erſtes Feld ſchwarz iſt, und das weiſſe Ordenscreuß führet, Das andre und dritte rothe Feld hat eine ſil- berne Schnalle als das Geſchlechtewapen , das vierte Feld iſt gleichfals roth , und zei« get das rigiſche Capitelswapen , nemlich ein langes ſilbernes Creuß mit dem Krum- ſtab. Auf dem Schilde ſtehet die erzbiſchöfliche Müße , hinter demſelben das Patriar« <enfreuß und der Krumſtab ſchräge gegen einander geſtellet. *) Die Einkünfte des rigiſchen Erzbiſtums ſind zu 11500 Gülden angegeben, mit welcher Summe die Documenten mit den Quitungen übereinſtimmen. Theodoricus von Ttiem, ein Weſtphälin: ger und Secretair vieler Päpſte, der um dic4e Zeit gelebet , und erſt auf der coſtnitzer Kirhen- verſamlang geſtorben , hat alſo wol in ſeinem andern Buche de Schilinate p, 95, unrecht , wenn er ſeßet , daß Bonifgcinn die Stadt Rigg um 15000 Goldgülden dem Meiſter und ſeinem Orden än aſlilium perpetuum verfaufet 3 weil ja die Erzbiſchöfe weder abgedankt, noch an einen Verkauf gedacht haben. Indeſſen hielt es der Orden ſelbſt für eine Art des Verkaufs, weswegen ſich der Erzbiſchof , Marggraf Wilhem 1544 durch Jürgen von Roſen, und ſeinen Kanzler UTatthias Unvcrfebrt bey dem Churfürſten Joban Friedrich von Sachſen , und Landgraf Philip von Heſſen über den Orden und die Stadt Riga ſtark beſchweren laſſen. Seckendorf in der Hiſkoe- rie des ZLuterthums beziehet ſich deshalb auf das weimarſche Archiv. Es betraf aber die Klas ge feine entzogene Einkünfte des Stifts , ſondern einen Theil der Gerichtbarkeit über die Stadt, welche man dem Erzbiſchof wider alle hiſtoriſche Warheit ſtreitig machen wolte,

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116 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 20 ſchwediſchen Königs Albrechts und deſſen Prinzen Erichs anhalten muſten, f395 5 Nn erflärte ſich endlich zu Lindholm, ſie wolle die beiden königl. Gefen genen anobbemeldte Hanſeeſtädte liefern 3 verlange aber dagegen, daß Bevel neb den andern 6 Hänſeeſtädten innerhalb drey Jahren von LMichgelis an, die Löſes gelder erlege , widrigenfals ſollen ſie beide Gefangene wieder ſtellen, oder 6000 Mark erlegen, oder ihr auch Stockholm ſamt allen Feſtungen einräumen, wel« <e Pläte die Stände des Reichs den Hanſeeſtädten für ihre Bürgſchaft zum Un- terpfande übertragen hatten. Der König Albrecht ward ſodann nach Boſtock, und ſein Sohn Erich nach Wismar gebracht. 1396 Am 23 April gab Bonifacius der 1Xteden Ordensmeiſtern in Liefland Volmacht , ihre Bedienten (familiares) in Fällen da ein Bruder dem andern ver- geben kan, von ihren Sünden loszuſprechen, und ihneneine heilſame Buſſe aufzus legen. /) Der Ordensmeiſter Wennemar, der, wie ſein Vorgänger , mit dem Um- ſturz des geiſtlichen Regiments in Liefland ſchwanger gieng, verſuchte ſein Heil nun auch an dem Biſchof, Diedrich zu Dörpt, welcher dem Orden einen jähr- lichen Tribut entrichten oder ſeine Stiftsgüter räumen ſolte. Der Biſchof; wagte alles für die Freiheit ſeines Stifts, und weil er den Orden nicht ärger kränken konte, ſo begab er ſich mit den benachbarten Buſſen von Plescow mit den Lit- thauern und Samogiiten in ein Bündnis , die ſich auch willig zu ſeinem Schus ße einfanden. Wennemar gewan zwar das Feld, war aber zu ſchwach ſich den Sieg recht zu Nuße zu machen. Doch brauchte er ſeine übrige Macht gegen die rigiſchen Domherren, welche bisher Bedenken getragen hatten , Johan von Wallznrode für ihren Erzbiſchofzu erkennen, Die Ritter und Herren Bartholomäus und Johan von Tieſenhauſen hatten das Unglück , daß ihnen ihre Schlöſſer , Bokenhaguſen und Berſon, welche ſie ſeit des Biſchof; Alberts Zeiten beſeſſen hatten , eingezogen wurden. Sie ſelbſt entwichen auf. ihre Güter ins Dörptiſche. Der Hochmeiſter, der Biſchof, von Pomeſanien , ein Herzog von Liefnitz und andre hohe Häupter ſolten ſich zwar als Mittelsperſonen gebrauchen laſſen; man erklärte ſie aber für parteiiſch. Indeſſen bewilligten doch beide Theile einen Compromis , wozu die Biſchöfe von Bewrsberg und Dörpt, wie auch die Stadt Lübeck erbeten 1397 wurden. Der Vergleich kam auch am 4ten Jul, zu jedermans Vergnügen zu Stande. Die Artikel deſſelben enthielten folgendes: Alle Entwichene vom Adel ſollen wieder ins Stift kommen , dem Erzbiſchof. die Huldigung leiſten, und den Beſizt ihrer Güter wieder antreten. Die Herren von Tieſenhauſen laſſen ihr Recht an Kokenbguſen fahren 3 dagegen werden ſie mit andern Landgütern bes friediget, erhalten Berſon wieder, und dürfen das angefangene Schlos Erla uns geſtört ausbauen. *) n m CF) Die Abſolution der Brüder erſtreckte ſich gar weſtz indeſſen ſeßte ſie doch eine Art von zeitlicher Strafe voraus. Ruſſow erzehlet uns Blat 28 d. eine ſolche vor. der Vers gebung vorher gegangene Züchtigung, die mehr lächerlich als gefährlich war. Ein Diener der Ordensherren ward aufeiner unzüchtigen That ertappet, und nach gefältem Urtheil mik Pfeiffen und Trummeln durch die Stadt und über den Markt von allen Stalbrüdern zum Thore hinaus begleitet , alda in einen Brunnen geworfen , und mit derſelben Mu- ſik den luſtigen Gang zurück geführet , daß das Waſſer aus den Kleidern träuffelte. „el dem Schloſſe abſolvirte ihn der älteſte Stalbruder oder Vogt, von allen ſeinen ünden. *) Der gane Krleg mit dem Biſchof Diedrich zu Dörpt ward zu Danzig ſchon am Tage Jobannig des Täufers beigelegt ; die Tractaten aber erſt am Tage der Apoſteltheilung unterzeichnet , und heiſſen des Ordens Söhnebrief. Die zu Danzig verſamleten Häupter waren Joban von Wale lenrode, Erzbiſchof zu Riga , Bruder Conrad Jungingen, Hochmeiſter , Bruder Wennes mar von Brüggeney , Meiſter zu Liefland , Bruder Albrecht , Graf zu Schwarzburg , Come tur zu Danzig, der liefländiſche Marſchal Berndt Hövelmann , und Conrad von Vietings Hoff. Zm Namen der gemeinen Ritter und Knechte handelten Jobann von SIPTINEESE verg

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Erzb. I. v. Wallenrade, zur Zeit der Reg, Wennem, v. Brüggene. 117 Um die Zeit machten die ſo genanten Vitglienbrüder €) den Hanſeeſtädten x viel Ungelegenheit und unterbrachen die Sicherheit ihres Handels. 5 eee 337 fiel ein Schif, ſo zu Bevel mit Pelzwerk , Wachs und Kupfer befrachtet worden, 1 in ihre Hände, welches die Intereſſenten aber vor 8000 Roſenobel wieder-erhan- delt, indem der Werth der Ladung ſich wol fünfmal ſo hoch beliefi Der Hochmeiſter Conrad von Jungingen beſtätigte am Mäartarethen-- abend zu Danzig ſeinen lieben Getreuen, den Rittern und Knechten der Lande Zarrien und Wierland alle Rechte , .Begnadigungen und Freiheiten , die ihnen von Alters her gegeben. und verlehnet ſind. Am Tage nachher verſiegelte er ihnen das ſo genante barriſche und wiriſche Recht "), in welcher er der Schwerd». ſeite ſo wie der Spillſeite bis ins 5te Glied *) die Erbſchaften über bewegliche aud . unbe- 8) Dieſe Leute waren me9Irentheils aus Roſtock und WWismar, und trieben auf Befehl ihres Herzogs Albrechts Kaperey, Sie gaben ſich den höflichen Namen der Vita« lianer , weil ſie von-den Schiffern mehrentheils Victualien abforderten, Dieſes leich« te Handwerk lockte allerley Geſindel herzu , welches .die Händlung durch ihre Seeräu« rey zernichtete, Sie hatten Gothland eingenommen , den Danzitzern aber groſſen Schaden zur See gethan , daher ſie der Hochmeiſter 1397 auf Gorhland mit 1020 Man beſuchte, und ſie wie Seeräuber hinrichtete, Die übrigen nanten ſich Linker- länder , und machten ihr Handwerk aus der Kaperey, bis ihnen die Hamburger den leßten Reſt gaben. ' S,. Zuitfeld , Pontan und Cranz. +) Dieſer Gnadenbrief. lautet in ſeinem 4 und 5ten Artikel alſo : 5. 4- Welcher Man ſtir- bet ohne Kinver , als Söhne und Töchter , deſſen Gut erbet an den , der ſein nechſter Mage iſt, es ſey Man oder Weib von der Sc<hwerſterſeiten oder Spillſeiten, und ſol ſein Gut mit ſolchem Recht erben bis in das zte Glied, und die Frauen, die Witwen werden und nicht bleiben wollen bey ihren Kindern, die ſol man ablegen mit ſolchen Rech« ten und Gewohnheiten, als man das von Alters her har gehalten in ſolchen Landen, CG. 5« Welche Witwe oder Jungfrau ſtirbt unberathen , ſie ſol alle ihres Vatern Erbe und ander Gut erben an ihren nechſten Magen, es ſey Man oder Weib in das 5tg Glied , wie darob ſtehet geſchrieben. Der Hochmeiſter Ludwitz von Erlinghauſen erneuerte dieſe Freiheit im Jahr 1452. Daß es der Grund von Sylveſters, Thoms und Riwels Gnadenbriefen geweſen , wird ſich bey dem Jahr 1457 zeigen. Beiläu- fig bemerken wir, daß der Hochmeiſter von Preuſſen, den Herrmeiſter oder Ordens« meiſter nur ſchlechthin Gebietiger , (Prxceptor) oder oberſten Gebietiger von Lieſtand betitele. „?) Dieſer Ausbruc bis ins fünfte Glied litte gegen das Ende des vorigen Jahrhun- derts eine Misdeutung , die man nicht vorher vermuthet hatte. Der Herr Cruſen« ſtirn zeigte dagegen in einem Bedenken , daß nach den canoniſchen Rechten der fünfte Grad Evert Wedebrodt, Ritter , Gerd von Wirks und Bertram von Trepden, Knechtez der Biſchof zu Dörpt hatte den Bürgermeiſter Goswin Rlingenbergen und Zenningen von Renthen, Rathsherrn der Stadt Lübeck , der Erzbiſchof aber den öſelſchen Propſt Job. Ley- ſentin / und den revelſchen Bürgermeiſter Gerd 1Dirte auf ſeiner Scite. Die Deputirten der Stadt Riga unterſtäßte der Magiſtrat ?zn Danzig, und deſſen Mitglieder Zerman Colbert und Peter Forſten, Bürgermeiſter zu «Danzig» Der Schiedsrichter war der Biſchof Heinrichs zum Braunsberge. Auſſer dem dörptiſchen Biſchof Didrich ;befanden ſich noch gegenwärtig der Domdechand Bernd Bülow, Albrecht Abt zu Val>enau , Job. von Tieſenhauſen, Otto von Urkül, ennike Safierne, Joh. von Brakel , Barthol. Buxhöveden, Tide- man HTglhow, Vögte; Joh. von Wrangel , Cord Cruſe, Knecht? der dörptiſchen Kirche, „Zinr. Galenberg, Joh, Zevermann, Job. Eppenſchede Bürgermeiſter und Rathmänner der Stadt Dörpt. Der ganze Söhnbrief enthält noch folgende Puncte. Das alte Privilegium des Ordens , daß die Unterſaſſen der Kirchen Riga , Geſel, Dörpr und Curland dem Herrn Meiſter zu Reiſen folgen ſollen und zu Lande wehren helfen nach ihrer Macht , wird in allen ſei» nen Artikeln beibehalten. Alle gewöhnliche Straſſen und Wege zu Waſſer und Lande bleiben cf» fen , unbekümmert , unverſtopfet , unbeſchloſſen , unbehindert dem Biſchof, ſeiner Kir<e und Uns terſaſſen geiſtlichen und weltlichen , deren ſich auch der Kaufman bedienet , und werden keine neus en Wege gezogen , gemacht oder gebraucht dem Ehriſienthum in Ziefland zum Schaden. Der Orden heger und ſtärket die dörptiſchen Miſſethäter niht mehr. Der Erzbiſchof und der Orden » wil den Biſchof und ſeine Länder mit keinerley Selbſtgewalt und gewafneter Hand angreifen, " überfallen und antaſten, ſondern einen ſteten feſten Frieden mit ihm halten zu ewigen Zeiten. Jeder läſt ſich mit ſeinem Rechte begnügen, Alle Scheling (Zwietracht) in dem Orloge wird freundlich beigelegt« Gg

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1397 1399 119 Lebcnund Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, unbewegliche Güter zuſpricht. Wennemar von Brücgenei, Gebietiger zu Liefland, Wilhelm von Selferſen, Groscomtur, Werner von Oettingen, oberſter Marſchal, Graf. Conrad von Kriezbur oberſter Spittler und Com- tur»von Elbinten, Job. von Breffarod oberſter Trappier und Comtur zu Chriſtburg , Borchard von Webeke , Threſeler , Graf, Albrecht von Schwarzenburg, Comtur zu Danzig, Conrad von Vietinghoff, Com- tur zu Vellyn , Diedrich von Willborg Comtur zu Revel, Sran> Spa- de Vogt zuWenden, Herr TIicol. Zolland, unſer Kapellan , Barthel von Truchbure , und Lberhard von Wollenfels, unſer Compan, Matthias und 5einrich, unſre Schreiber, und viel andre ehrſame und treuwürdige Leute haben ſich als Zeugen unterſchrieben. 2.1.44 Der Ordensmeiſter war bisher den Samotiten für ihren dem dörp- tiſchen Biſchof geleiſteten Beiſtand eins ſchuldig geblieben... Er fiel alſo bey da» maligem harten Winter mit 15000 Man in ihr Land, erſchlug alles, was ſich zur Wehre ſette und ſchlepte einen groſſen Haufen als Knechte. mit ſich nach Liefland. Nach vielen Verdienſten um die Macht ſeines Ordens gieng er den Weg aller Welt. Der zwey und dreyßigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Conrad von BVietinghof 9. ſa: Er war ehmaliger Comtur zu Vellin. Der Anfang ſeines klugen und GBp tapfern Negiments wurde durch einen Einfal der Litthguer ſehr be- Cp unruhiget. Dieſe Leute gaben den Liefländern einen Gegenbeſuch, eroberten das Städtgen und Schlos Düneburt, ſte>ten es in Brand, plün- derten und entführten viel 1000 arme Menſchen. Doch der preußiſche Orden machte es mit Conrgds Hülfsvölkern in Litthauen nicht beſſer , ſondern wirth- ſchaftete ſo lange auf gut ſoldatiſch, bis der König von Pohlen Jagello den Frieden zu Badzis eingieng, in welchem er Dobrin von den Ordensherren um 50000 Goldgülden einlöſte, Siamotitien an den Orden abtrat , und dieſer hin- gegen ſich aller Anſprüche auf Litthauen begeben muſte. Undobgleich noch +. nach» Grad derjenige heiſſe, welchen die kaiſerl. Rechte zum ſechſten machen. Die ſchwe diſchen Rechte ſeen auch rill faemte Mannen, dergleichen Einſchränkungen in den Geſeßen der Longobarden , Engländer , Dänen und andrer Völker vorkommen. Loccenius giebt die Urſach davon an, quia nunquam vel raro exſlat nunc quintus gra- dus, ideo in eo hereditas ceſtare vel definere dicitur- Der Vicepräſident und ehma- lige Secretair der königl, ſchwediſchen Archive Hr. v. Leyonmark hat nach Auſſage des Verfaſſers der Schrift von wahrer Beſchaffenheit der Gürer von Eſt - Lief«- land und Oeſel ganze Folianten von Kaufbriefen geſamlet, worin das harriſche und wieriſche Recht den fünften Grad auf immerwährende Zeiten zu beſißen berechnet. Die Schweden ſelbſt brauchten 1641 und nachher die Worte in gerichtlichen Beſtäti- gungen? LEfcer garr. or Wirlandſke Rätr , till ewardelig Egendom at niuta, bruka och behälla, och ther med giära och läta ſaſom med. ſitt rätta ocH4 wälfagne arflige Gods, efrer Behag oc< Wilja. 8) Jn alten Briefſchaften ſteht Cordt- Er verliehe ſchon im Jahr 1402 einem gewiſſen Lorenz Criſow, genant Steinhauer , die Dörfer Vakgiru und Somel zu Lehn. Jn einem andern Lehnbriefe auf 4 Haken an beſagten Steinhauer von 146 ſchreibt er ſich: Wir Conrad von Vieringhoffe Meiſter der Brüder des Ordens St, Marien der Deutſchen zu Liefland. '

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Erzb. JI. v.Wallenrgde. zur Zeitder Reg. Conrads v. Vietinghof. I19 ttächbarſchaftliche Verordnungen bedungen wurden, ſo war dennoch der Vergleich 1404 von ſchlechtem Beſtande. ) Der Ordensmeiſter wohnte einem Generalfapitel in Preuſſen bey /' welches 1405 der Hochmeiſter Conr. von Jungingen zu Marienburg hielt , und worin die alten Ordnungen beſtätiget , folgende neue aber hierzu gethan wurden. Erſtlich, nur den Ordensbrüdern werden die Aemter des Landes verlehnet. Zweytens, fein Bruder hält mehr als 10 Pferde , ein Comtur nicht über 100, auſſer denen ſo zum Ackerbau gebraucht werden. Drittens, nur rittermäßige Leute führen Ge- wehr , Waffen oder Geſchos:'" Viertens, an den Feiertagen komt aus jedem Hauſe wenigſtens eine Perſon in die Kirche. " Fünftens, fein Verurtheilter wird abgethan, ehe er gebeichtet und das Sacrament empfangen. Sechſtens, Wahr- ſager, Zauberer und Teufelsfünſtler werden lebendig mit Feuer verbrant. Site- bentens, Gewerke und Gilden halten nur einmal des Jahrs ihre Zuſammenkunft. Achtens , jeder greift ſein entlaufenes Geſinde, wo ers antrift. Neuntens, ein in die Acht Erflärter iſt vogelftey. Zehntens , an heiliger Städte begehet niemand Unfüg, bey Verluſt Leibes und Gutes. Eilftens, wer an heiliger Städte einen ſchläget oder verwundet , verlieret die Fauſt. Zwölftens, die Handwerker brau- <en die Wrafe, um die Fälſcherey zu erkennen. Dreyzehntens, wer eine Jung- frau entführet , wird des Landes verwieſen 3 williget ſie darein, ſo verlieret ſie alle Erbgüter. Vierzehntens , wer eine Jungftau nothzüchtiget , heirathet ſie oder verlieret den Kopf. Fünfzehntens , wer ſeinem Pfarrherrn den Zehnden verſaget, wird für ehrlos gehalten und in feinem Gerichte zu Rechte verſtattet. Conrad befam bald darauf. eine andre Verrichtung in Saenogitien. 1405 Dieſes dem Orden abgetretene Land ſehnte ſich nach ſeinen alten Herrn wieder, da- her der daſige Comtur Martialis von Zelfenbach einigen Bojaren die Köpfe abſchlagen lies. Um aber den übrigen die Rechtmäßigkeit ſeines Verfahrens ge- gen die Aufrürer darzulegen , ſo lies er die Vornehmſten unter ihnen zuſammen fordern , denen denn der Dolmetſcher aus Liſt oder Ungeſchiklichfeit die Sache ſo vorſtelte, daß ſie ihr Misvergnügen deutlich merken lieſſen; Zelfenbach be- fahl daher ſie alle auf: dem Schloſſe Friedebure in gefängliche Haft zu nehmen, Allein der Kerfermeiſter lies ſeine Gefangenen frey, die denn aus Rache den Landcom- tur und alle Deutſchen die Nacht über, da ſie im tiefſten Schlafe waren, ermor- deten, und noch mehr Plätze verwüſteten. Der liefländiſche Ordensmeiſter aber machte den Schuldigen einen-Furzen Proces, und lies etliche Schlöſſer von neuen aufbauen, um dieſe gefährliche Nachbaren und Ordensunterthanen enger im Zaum zu halten. In Rita ward die ſteinerne Petersfirche zu bauen angefangen und x0 Mark ricziſch) golten damals 9 Roſenobel und 1 Ferding *). Gg 2 Unter *) Aufeiner meßingenetn Tafel nach der Thüre zur Sünderſtraſſe beim Chor ſteht mit glter Mönchs- ſchrift das Diſtichon : Milleno , quadringento , ſexto fſimul anno Chriſti, principium fert chorus iſte ſunm, Da die Peterskirche jeko die Hauptkirche in Riga iſt, ſo wollen wir beiläufig doch kurz die vor- nehmſten Schiſale derſelben aus einer Nachricht beibringen , welche der damalige Grosczaar und nachmalige Kaiſer Peter von Rusland,, der den Brand derſelben mit angeſehen , aus dem Ar- <hiv auszufertigen anbefohlen , und wie ſolche am 17ten May 1721 dem Generalgouverneur, Fürſt DD durch den Burggraf und wortführenden Bürgermeiſter von Ben>endorf überge? en worden : Im Jahr 1466 wärd der erſte Thurm daran gebauet, und 1491 der Hahn erneuret , der aber vom Winde abgeworfen und 1538 wieder aufgeſelzet werden muſte- Der erſchreliche Sturm- wind vom 2ten October 1575 bog ihm den Hals krum , und obgleich das Jahr drauf ein neuer von verguldetem Kupfer geſeßet wurde , der auf 50 Thlr. 'zu ſtehen kam; ſo wehte ihn doch der Wind am 4ten October 1577 wieder nm, da denn am uten Jul 1578 wieder ein neuer aufgeſes ket und mit der Stange feſter eingetrieben wurde. Am 26ſten Jun, zündete der Bliß das Kir- <endach an , welches aber bald gelöſchet ward. Ein Ungenanter verehrte 1595 den groſſen meſs ſingenen Leuchter mit 7 Pfeiffen vor dem Altare 3 Frans Werner aber , der ſcharzen Häuvter El- terman , ſchenkte 1613 die ſchöne Kanzel , die Paſtor Baumann am 5ten November 1615 ein- weihete, 1621 am 6ten Aug, erſchlug das Wetter einen Kunſtpfeiffergeſellen Namens yar au

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120 * Leben und Thaten.der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1407 Unter demrevelſchen Biſchof Johan O>e legten 3 begüterte Kaufleute aus Bevel, nemlih Seinrich Schwalberg, Seinrich Sürer, und Gerlach Kruſe am St. Vitustage das DBritzittenkloſter Marienthal eine Stunde von RBevel an, welches erſt nach 29 Jahren fertig, und von Mönchen und Nonnen bewohnet wurde, . Die Stifter deſſelben wurden die erſten Kloſterbrüder *). 1408 Nachher gerieth Conrad mit den Buſſen aus Plescow in EI 54. ; eiten 8) Von dieſem Kloſter Plarienthal der Brigzittennonnen und Auguſtinerbrüder mel« det Olearius in ſeiner perfianiſchen Reiſebeſchreibung , daß es. eine gute halbe Meile von Revel abgelegen, wovon nach. der am Sontage Erxaudi 1564 erlittenen Feuers brunſt nur die Mauren und gewölbten Gänge unter der Erden noch zu ſehen geweſen. Als Olearius durch Revel gieng, wies ihm Hr, D. Veſtring ein altes Buch, nach welchem der Anfang zum Bau des Kloſters im Jahr 1400 zu Cord Vietinghoffs Zeiten gemacht worden. Die Schweſtern ſollen Sontags vor Johannis 1431, die Brüder aber den Sontag nach Johannis eingeweihet worden ſeyn, und den geweſenen Kaufman Gerlach Rruſe zum Pater und Confeſſor erhalten haben. Die Kloſter« leute bedienten ſich der Sprache der Stummen, z. E. der vorderſte Finger , ſo das Auge aufwertsſehend berühret, bedeutet Chriſtum, mit ſelbigem Finger das Haupt berühret , bezeichnet den Beichtvater, ein Kreuz an dem Haupte den Diaconus , 2 Fina ger an das Haupt gelegt die Aebtißin , und dergleichen. Es ſcheint daher nur ein Nothargument zu ſeyn , wenn bey der eſtländiſchen Subiection die Aebtißin , Prio« rin und gemeinen Conventſchweſtern an den König Erich 1561 Donnerſtags nach Ja- Cobi ſchreiben, und ihn bitten, ſie doch ja nicht Hülf» und Troſtlos zu laſſen, weil das Kloſter aus dem Reiche Schweden anfänglich geſtiftet ſey. Doch vielleicht ziel. ten ſie auf die heil. Britzitte aus Schweden. Von den Aebtißinnen dieſes Kloſters ſind folgende in alten Brieſſchaften gefunden worden Chriſtina Tocke, Gerdrut Orgies, FMäargaretha VWWoldeken, ZBrigzitta Zafoesfer, Eliſabeth von der Beke, Gerdrut von Vieringhove, Kunigunda Ortics, Wargaretha Docnhoff, Gerdrut Weckebrodt, WMagdalena Sz2opge. ee aÜ/terwweiteeweideewwOOOEOEGWWEOeEVEBawusrewdgwlBiäzgzeergegwywweweweanweGeeeezelaageee(nlheeengnn(euwunnniel auf dem Thurme. Am zsten September wohnte der König Suſtav Adolph dem Gottesdienſte bey, und lies wegen Uebergade der Stadt das Tc Deum laudamus ſingen. Im Jahr 15651 nahm man den alten Hahn ab ; die Kirche aber wurde in der rußiſchen Belagerung 1656, wie der Dom, ziernlich ſchadhaft geſchoſſen. Im Jahr 1659 am x'7ten November fiel der ganze Knopf mit dem neuen Hahn herunter", dafür eimge freigebige Bürger 2660 einen andern Hahn izu 6 Ltt. 3 Pf. und einen neuen Knopf zu 6 Ltt. 7 Pf. aufjeßen lieſſen, Im Jahr 16566 am ziten Merz am Sontage nach Reminiſcere fiel der 75 Faden hohe Thurm Nachmittags um 2 Uhr herunter, zerſchmetterte 8 Perſonen und zertrümmerte des Rathsherrn Eberhard Wite tcns Haus. Im Jahr 1667 am 29ſten Jul. ward der erſte Stein zum neuen Thurm geleget, und 1677 bis an das Kirchendach um 34030 Thlr. Alberts und 69 Gr. aufgeführer. Ein ange» legter Brand machte ſie am 2xſten May zu Schanden,, ſie ward aber bald wieder hergeſtellet ſo daß am 14ten Sept. 1679 am x3ten Sontage nach Trinitatis die erſte Predigt wieder darin gehal ten wurde. Im Jahr 1683 ſchenkten des Bürgermeiſters Herman Sgmſons Erben die. ſtemerne Kanzel, und des Bürgermeiſters Seorg von Duntens Erben den marmorſteineruen Altar. Im Jahr 1585 hatte der Thurm eine Höhe von 418 Fus rigiſch , die 17787 Thlr. 79 Gr. Alb. zu ſtehen kam. Im Jahr 1690 verehrte Se. königl. Maj. von Schweden zur Bede>ung der Kira he Fo Centner Kupfer zu 5000 Thlr. Am xoten May Morgens zwiſchen 8 und 9 Uhr ward der Hahn und Knopf, in welchen 3 Tonnen Getraide giengen, aufgeſeßet und koſtete 504 Thlr. 15 Gr. Claus UJisſtbäd vermachte im Teſtament eine Partey Salz zn den Portalen der 3 Kirchthü- thüren. Am 5ten Sept. 15695 ſchenkte der Bürgermeiſter Hans Dreiling das ſchöne Glocken- ſpiel, das er um 8000 Thlr. in Holland verfertigen laſſen. Die Stadt lies es 1657 aufſeßen, und harte noch an Koſten für Compoſitionsthon, Claviere, Noten , Hämmer , Aufziehrad , Herz rad , Windfang , Uhre und dergleichen über 4328 Thlr. verwenden müſſen. Im Jahr 1709 ward ein neuer Hahn von 9 Let. 9 Pf. wieder aufgeſeßzet. Den roten May 1721 Morgens zwiſchen 4 und 5 Uhr ſchlug der Blitß über dem Altar ein, wodurch in 2 Stundeu alles in Trümmern lag. Der Kaiſer Peter der Erſte, der dabey zugegen war und keine Gefahr ſcheuete, machte die trefli- <he Anſtalt, daß das in die herumliegenden Häuſer geſprengte Feuer nicht zum Ausbruch kam, * Zu gutem Glücke fiel der Thurm nicht um , ſondern ſank in ſich ſelbſt ein. Am xaten Jan. 1724 ward die Kirche wieder eingeweihet. Im Jahr 1743 ward vom Rath der Thurmbau beſchloſſen. Am zoſten May 1745 ward der Stern aufgeleget, und bis den 24ſten Sept. 1746 der Thurm zu einer Höhe von 490 rheinländiſchen Füſſen gebrac<t- Am zoſten Sept. die eiſerne Stange von 40 Fus unb an Gewichte 5 Schtt. 16 Ltt, der Knopf, und Hahtz aber am 9ten Octob, 1746 aufgeſckt. '

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tErzb. I. v.Wallenrade, zur Zeit der Reg, Conrads v. Vietinghof, 1217 keiten. Er erlegte 7000. derſelben , davon viele) in. der YIodda Z) erſaufen-mu- 1408 ſten. Des Hochmeiſters wiederholte Befehle, Preuſſen gegen die Litthguer ſchützen zu helfen, hielten ihn ab ; etwas weiters zu unternehmen, welchen er auch ehorſamte. "7 De Samottiten nemlich ſaſſen niemals-ſtille, und lieſſen ſich, ſo oft ſie 1410 auch bezwungen waren, nicht zinsbar machen. Site jagten jeßo die Vlarigner oder preußiſchen Ordensritter aus dem Lande , welcher Streich ihnen um ſo viel beſſer glückte, weil ſie von Ditold ſowol als dem Jagello unterſtüßet wurden, Der neus Hochmeiſter 'Ulrich von Jungingen, ein leiblicher Bruder ſeines Vorgängers Conrads von Jungingen, war zu hißig, und wolte gegen alle gut? gemeinte Warnungen nicht einen Schrit nachgeben; agelio ſtand mit 40000 Zartern, 21000 Böhmen, und 60000 Pohlen fertig. Hierzu brachte Ditold 42000 Man aufdie Beine 3 gegen welches zahlreiche Heer von 163000 Man der Hochmeiſter Ulrich mit 82000 anrückte. Es kam alſo zwiſchen beiden Theilen zu der für den Orden höchſt unglülichen Schlacht bey Tanneber O), in welcher bey 40000 Deutſche blieben, weil bey einiger Ermüdung der Litthaguer und Sagamogiten , immer feif e Pohlen anrückten, und die Deutſchen dünne machten. Nachdem die Liefländer dazu kamen, und auf; der andern Seite die Ungern einzufallen drohetenz : zogen die Pohlen vor WIarienburg ab, und trafen einen Frieden , kraft deſſen ESgmotzitten wieder an Zitthguen verfiel, T41 1 Jagello lieferte zwar die eroberten Plätze dem Orden wieder aus, erhielt aber zur Erſekung der Kriegsfoſten 100000 Scho> alte böhmiſche Groſchen. Der Ordensmeiſter zog hierauf, die Heerſtraſſe zurück, und verſchrieb zu der Liwg, das iſt zu Liebagu 3 Kindern eines gewiſſen Lorentz Grote ein Stü> Landes nach Lehngüterrechte nebſt einem Heuſchlage bey dem Bärenbuſche, Nach 3 Jahren gieng Conrad mit Tode ab, e) Horner nent den Flus NToda, Ruſſov und Henninger, M9odde, Schütz und Relc< , ANToddo. Schütz Hil, ?ruſ: B. Ul, und Denator B. 1, k, 2 ſeßen ' dieſen Sieg ins Jahr 1404. Nach Uichov. B. IV, k. 42 fält des Hochmeiſters Feldzug nach Litrhauen ins Jahr 1403, der ſich auch geſchwind endigte, Wir ſind dismal dem Aufſaß des Ziärne gefolget, ! 2) Den Ort dieſer unerſeßlichen Niederlage nennet Guagnini, oder eigentlich Strui- kowsky , Tannebritgzz die Preuſſen, Tanneberg. Der Hochmeiſter , Ulrich von Juntzingen kam dem Fortſeßer des Duisburgers zu Folge ſelbſt um, da hinge« gen Kojalowirz Th, U, B. 2, S. 87 unrichtig Conrad daraus macht, Dlugoß und Kojalowitz ſchreiben von 40000 Erſchlagenen. FKulſtin wil nur von 20000 wiſſen, Henneberger meinet, daß die Pohlen Böhmen bey ſich gehabt , Nlichovius hin- gegen giebt B. 4, k. 44 die Böhmen den Ordensherren zu Hülfe , nennet aber auch den erſchlagenen Hochmeiſter unrichtig Conrad , welchem doch Joachim Paſtorius in Flora Polonic. B. 111, k. 1, S, 137 der neueſten Ausgabe, darin folget, und gar Tungingen ſchreibet. Der litthauiſche Grosfurſt Vitold ſeßte nac<gehends in Sa« mogitien ſelbſt Biſchöfe und Prieſter ein, beſchite auch durch ſeine Geſandten die Kirchenverſamlung zu Coſtnitz. Und endlich wurden dieſe Samogeten etwas zah mer, die Cranz Vandal. B, VI, x, 3, Maſſageren heiſſet. In dem Theil des er« leuterten Preuſſens S. 39x, wird uns eine eigene und umſtändliche Beſchreibung der groſſen tannebergiſchen Schlacht ertheilet, nach welcher der deutſche Orden ſich nie wieder erholen können, Hh - Der

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122 Lebenund Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Der drey und dreißigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Diederi<h Tor> 7, ? T473 ZIE - : . hatte das Glü, daß unter ihm Lieflgnd von innenund auſſen im geiſt? 3 5 und weltlichen Stande Friede hatte, indem alle Stände hoften, ihre Be- OFF ſchwerden würden auf. der algemeinen und groſſen Kirchenverſamlung t zu Coſtnitz entſchieden werden. Auf. dieſes Conciliuni begab ſich der Erzbiſchof. Johan von Wallnrade mit einem ziemlichen Staat von 185 Pfer- den, welches dem Stifte geſt Koſten verurſachte. 1414 wPWallenrod ſtelte aufdem Concilio recht eine Hauptperſon vor. Er war unter andern Abgeordneten der erſte, welcher den Joh. »5uß im Gefängnis zur Abſchwörung der von ihm bekanten Warheiten bewegen ſolte, erhielt aber weiter nichts als einen Zettel welchen ihm=uß am xſten Zul. zuſchikte, und worin er bat, man möchte ihn von der Unrichtigkeit ſeiner Lehrſaße aus dem Worte GOttes überweiſen. Die Väter dieſer Kirchenverſamlung ſchieten ihn am 23ſten Aug. a den König Sicgigmund, bey dem er in groſſen Gnaden ſtand , und der ſich da- mals in Frankreich aufhielt, um ihn zu bewegen, daß er ſich bey der Vermitte- Iung zwiſchen dem König von Frankreich und dem König von England nicht länger aufhalten , ſondern je eher je lieber zum König Ferdinand von Arrago» nien aufbrechen möchte , damit die Vereinigung der Kirche befördert würde. Mitlerweile fanden ſich auch von Seiten des Herrmeiſters Gevolmächtigte ein, und beſchwerten ſich auf: dem Concilio über des Erzbiſchofs und ſeiner Cleri- ſey Kühnheit, daß ſic den äuſſern Habit mit dem Ordensfreuz abegelegt, da es doch dem Orden groſſe Summen gefoſtet, ehe er bey Bonifacius dem 1xten ſv viel auswürken können , daß alle Geiſtliche in Liefland zum Zeichen ihrer Un- xerwerfing unter den Orden auch die Ordensfleider tragen müſſen. Dieſe ernſt? liche Vorſtellung fand bey den Prälaten und andern hohen Häuptern auch nicht den geringſten Eingang. Die hardtiſchen Acten des coſtnitzer Concilii En. als s) Strubicz nennet ihn Diricus Turk, andre Teek. Die Urkunden haben Torck, Er war aus einem weſtphäliſchen Hauſe , davon die eine Linie in Curland , die an- dre in Geldern blühet. Jm Jahr 1425 war Albrecht Cork Olde Comtur zu Re- vel. Horner rühmet ihn als einen ſehr gelinden und gnädigen Regenten, obgleich ſein Zuname türkiſch klinge. Laut der Nachrichten der Familie ward dieſer Didrich Torck am 16ten Merz 1344 geboren, begab ſich 1383 in den deutſchen Orden und ward 1413 Herrmeiſter. Albrecht Torck geboren am aten Sept. 1347 , war 1385 Ordens- ritter, 1412 Comtur zu Revel, und ſtarb 1431. Das Wapen dieſer freiherrlichen Fa- milie iſt in Fürſtens Wapenbuch S. 191, No. 14 wohl getroffen. Albrecht Tork war Freiherr zu Brügge und Ritter weſtphäliſcher Linie , die noch in der Mark Weſtphalen florire. Die holländiſche Linie beſaß die Güter LFiederhen- nert, Sinderen und Delmynen, aus welcher der Droſt und Richter von Wage- ningen eine Judith von Appelrhoorn zur Gemahlin hatte. Der Stamherr der cur- und liefländiſchen Familie Albrecht Tor> ward zu Brügge am 24ſten Juni 3295 geboren , kam 1340 nah Liefland und ſtarb 1376 am 3 April. Seine Nachkom«- men von einer Conſtantia von Dbenhof theilen ſich in die Linien zu Odern, Aſpurn, Zerxten, Sathen , Althoff und Rudden. Der truckumſche Mannrichter und Bevolmächtigte der curländiſchen Ritter- und Landſchaft , Herr Wilhelm Alexan- der Wagnus von Tork, Erbherr der Güter Aſpurn , Rlein Linden, Miocken- ſec jeßo Marienhoff und Zerxten , deſſen Naturalienſamlung und ſchönes liefländi» ſche Münzcabinet wir nicht ungemeldet laſſen können , vermählte ſich am 18ten Sept. 1733 mit Anna Gottlieb von agile, aus welcher Ehe Carl Joh. Ludwig, Ger- hard Wilhelm und Lubbert Friedrich erzeuget worden,

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Erzb. JI. v.Wallenrade. zur Zeit der Reg. Sif, Landers v. Spanheim, 123 halten die Antwort der liefländiſchen Geiſtlichkeit, in deren Namen Wallen- 1414 rod nachdrücklich und mit algemeinem Beifal erwies, daß der Orden die Kirche zu Rieta wiederrechtlich zur Magd mache, da ſie vorher Frau geweſen. Er verflag- te die Brüder des Ordens, daß ſie nicht mehr wie vormals wider Heiden und Ungläubige, ſondern gegen die Chriſten föchten, die ihre Nachbaren , feinesweges aber ihre Unterthanen wären. Sie lieſſen, hies es , keinen Menſchen zufrieden, und was das ſchlimſte wäre, ſo paten ſie mit Gewalt an, was ihnen anſtünde, ohne SIN Achtung für die Freiheit und Vorrechte der Kirche zu bezeugen. Kein Menſch könne es glauben, als wer es perſönlich angeſehen. Sie wüſten glimpflich mit den Bauren umzugehen, und wüſten wol hundert Wege, ſich un- aufhörlich zu bereichern. Das einzige rühmte doch Wallenrod an dieſen ſo übel- beſchriebenen Ordensherren , daß ſie ihr Land und Volk vor den feindlichen Ueber- fällen waer und gut vertheidigten. „Hierüber ſtarb der Ordensmeiſter Tor> nach einer furzen aber löblichen Regierung, Ihm folgte Der vier und dreißigſte Ordensmeiſter in Lieſland, deutſchen Ordens, Sifert Lander von Spanheim 9. ? burg , wo er in Abweſenheit des Erzbiſchofs ſich des erzbiſchöfli- T <en Bicariatſiegels bediente *). Er und ſeine Ordensherren lieſſen ſich Montags vor YMarig WMagdale- ng durch den Erzbiſchof über die von dem Orden 12 Jahr geführte Vormund»- ſchaft des Erzſtits quitiren. Der Ki welcher ſchon abgereiſet war , be- volmächtigte dazu den Dechanten Peter alkenber 1 die Kir<enprocuratoren Jobrand Roskül, Vogt zu Treiden, Jürgen Gudslef, Vogt zu Koken- bgauſen, Sinr. Aderkaſſe, Hr. Sinr, von Vitinghove, Rittern, =inrich Saſſe, Sans Wideburxg, Männer der Rare den Vicarius Joh. 5 ea h 2 org, s) Chyträus nennet ihn Sifried, Strubiez Sebart von Spanheme, andre Sis- bert, Sivert und Siegfried. Chyrräus ſeßt den Anfang ſeiner Regierung ins Jahr 14:15 und Ziärne in 14183 da er doch ſchon 1417 zu Wenden am Tage Vitt Wodeſti einen Peter von Duren mit gewiſſen Gütern belehnet, und 1416 den ron. neburgiſchen Manntag angeſtellet. *) Wallenrode mus aus dem rigiſchen Stifte nicht viel Einkünſte gehdben haben , welches ſeiz ne Klagen zu Coſtnitz und der drauf erfolgte Tauſch mit Lürtich beweiſen. Nunmehr waren die Herrenmeiſter auch zugleich Erzbiſchöfe , und rhaten was ſie wolten. Hierauf zielt HJ5enius, wenn er bey dem ſeinem Prodromo vorgeſetzten Bilde eines Biſchofsſtuls den Auedruck gebraucht, daß mit der Zeit die Tochter , d. i. der Orden, die Mutter oder die rigiſäre Kirche als Stifterin aufgefreſſen. Meiſter Sifcied hielt zu Ronneburg auf dem erzbiſchöflichen Schloſſe cinen Manntag mit den Vaſallen und Männern der Kirche , wohey er ſich gevolmächtiaten Vicatius des Stifts von Rigg nennet, auch am Ende des Doruments ſelbiges mit dan Vicariatsſiegel befeſtiget zu haben verſichert. Schon im Jahr 1410 heiſt es in einem Lehnbtiefe , daß Conrad von dem Vietingbave , volmächtig Vicarins des Erzbiſchops Johannes von Wallenvor da in der Palten tbo Seßwegen ein Stück Landes , dar nu wedder an de hellige Rer» >e tho Riga gefallen was, fcy ng Lehigudes Rechte an--und ſinen iErven unter ſien Vicgriatsſegel verlehnet habe. Wallenrod wuſte als ein ſtaatskluger und ſcharfſinnizer Manx dieſe Zunöthigungen zu verbeiſſen. Er hatte bey allen Wiederwärtigkeiten etwas ſcherzhaftiges an ſich ; daher Rirchner in Panegyricis part. 2, panez. II, p. 76 ſeine apophthegmata ais lepidiſ- ma lobt, deren aber FinEgreve nicht mehr habhaft werden können, welcher ihren Verluſt in der Vorrede ſemer apophthegm,. bedauret, m erſten Jahr ſeiner Regierung hielt er einen Manntag auf Bonne- 1416 1417

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1241 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 2417. bor, Joh. Pfarrern zu Lemſel ; und Joh. Brakel, Kirc<herrn zu Seſſ? weden. ' “Der Erzbiſchof Wallenrod übertrug zu Coſtnitz in ſeinem und das Kapio tels Namen den Söhnen der hochgedachten Herren und Ritter von Tieſenbau- en , namentlich Herren Engelbrecht und Peter, das Recht der geſamten Hand oder Stamlehnsgerechtigfeit (beneficium comundae manus et ſimultaneae inve- fäitugno) , wogegen ſie ſich ihrex Anforderung ;auf, Bokenhauſen nochmals egaben. Wallenrod fam nicht wieder nach Liefland. Denn nachdem der Pap ob. der XXUllſte auf, dem Coneilio abgeſeßzet und gefangen genommen wars; ſv eſchlos die Verfamlung, daß fünftig kein Papſt mehr gewehlet werden ſolle. Die Cardinäle aber, die mit Gewalt einen Papſt verlangten , wiederſprachen dieſem Schlus und zogen die Franzoſen, Spamierund Lontgobarden auf ihre Seite. Sie gewannen auch die Engländer, nachdem der ſtandhafte Erzbiſchof Robert von Salisbury geſtorben war. Nun fehlte ihnen noch die Stimme der deut» ſchen Nation, welche vornemlich auf den riggifchen Erzbiſchof und den Biſchof zu Chur in Graubündten anfamen.. Allein die Cardinäle griffen dieſe beiden Männer auf, der ſchwächſten Seite an. Sie führten Wallenroden die ewigen Verdrieslichfeiten der ricziſchen Erzbiſchöfe mit idem Orden zu Gemüthe, und verſprachen ihm das fette und ruhige Biſtum Lüttich , der kleine Biſchof zu Chur aber Johannes 5Zabundt , dem ſeine Bürger auch das Leben ſauer mach- ten, ſolte-ein groſſer Erzbiſchof zu Bizg werden. Dadurch erhielten die Cardi- näle ihren Willen, und Wallenrode beförderte die Wahl Martins des Vten zum Papſt 9). Unſre Documente melden dieſe Begebenheiten ein Jahr früher, als das hardtiſche Concilium Coyſ?antienſ?. 1418 Am zöſten Jenner gab Martin der Vte dieſem Wallenrod ſamt den Bi- ſchöfen von Paſſau und Brandenburg die Volmacht aus den Kirchengütern in Deutſchland den zugeſtandenen Zehnden für den Kaiſer einzutreiben, derglei- <en Befehl auch unterm 2ten May deſſen Nachfolger und nunmehrigem Erzbi- ſchof zu Bita Joh. Zabundi übertragen wurde. Doch auf die Vorſtellungen der Dentſchen gerieth dieſer Befehl ins Stecken und kam zu feine" Volzichung. Wallenrod gieng das Jahr darauf zu Lüttich mit Tode ab. Der neue Papſt las den Pohlen nach der greulichen Niedermetzelung der Ordensbrüder in der tannebercziſchen Schlacht einen harten Text, und rieth ihnen, fünftig lieber ihre Sebel an den Türkenköpfen zu weßen. Die Städte Biga, Dörpt und RBevel ſandten ihre Abgeordneten nach Lübeck, woſelbſt ſie nebſt vielen andern Botſchaftern der Hanſeeſtädte auf, den König von Dänncmark warteten, bey deſſen Auſſenbleiben aber der Handlung wegen unter andern Stücken auch dieſe ausmachten : 4 Zum erſten, niemand ſol in 2 Städten zugleich Bürger ſeyn , auch nicht Aelterman werden können, wenn er nicht aus einer Hanſeeſtadt iſt. Zum zweiten, niemand ſol ungefärbtes Tuch aufkaufen, und es anderwerts zu färben hinführen, bey +) Roſalowirz thut um dieſe Zeit S. 88, eines Herrmeiſters Meldung, der Zerman geheiſſen , wie auch Cromer B. XVI1 von ihm ſchreibt, da doch vorher kein andrer * dieſen Vornamen geföhret als Balcke3 welches ohne Zweiſel aus einem Gedächtnis- feler herrüret. Nach Strubiczens Bericht wurde Wallenrode ein Weltlicher , und legte die geiſtliche Kleidung ab , worin er aber irre Seinen Nachfolger Henning Abundi, nennet Relch Johannes Zarburdus, geweſenen Biſchof in Curland, ſo ebenfals unrichtig iſt, Die Dorumente müſſen uns hier zn Wegweiſern dienen, de- nen wir auch gefolget- Die päpſtliche Beſtätigung von Ülartin dem Viten in aten Jahr ſeiner Regierung 1421 entdeket uns klärlich, daß Job. von Wallenrode Biſchof von Lötrich worden, und Johan vormaliger churiſcher Biſchof zum rigiſchen Erzbiſchof ernant worden , womit die 4Aa Coocilii Conftantienfis übereinſtimmen. Eine andre päpſtliche Beſtätigung iſt zu Sevenne vom gten Jul. im erſten Jahr der Regierung Ülartini unterzeichnet.

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Erzb. Joh. Zabundi. zur Zeit der Reg; Sif, Landersv. Spanheim, 425 bey Verluſt des 1280 Zum dritten , kein Bürger oder Fremder ſol das beſſere, 1418 und überwichtige Geld, von dem leichtern und ſchlechtern um Gewinſtes willen ab- ſondern, bey Verluſt des hanſeeiſchen Privilegii«. „Zum vierten, kein Kaufman vder Schiffer ſol Getreide (bladum) *) faufen, ehe. es gewachſen, noch Ström- linge (alleca Strumlin) **) vor dem Fang, oder Tuch vor dem Weben bey Strafe 10 Mark. Zum fünften, kein Schiffer darf. ſein Schif. überladen bey Stra“ der Erſcßung des Schadens; und. wenn auch fein Schade daraus entſtünde, ſol er dafür doch keine Fracht erhalten. „Zum ſechſten , kein Schiffer ſol nach Miartint in die See gehen oder vor Detri Stuhlfeier aus dem Winterhafen ſegeln, auſſer die Bier- und Heringösſchiffe , die noch.nach St, LJicolat befrachtet und ſchon auf Mari& Reinigung aus den "Häfen gelaſſen werden können -). - Dieſem Sifert hat die Stadt Pernaro-etliche ihrer ſchönſten Privilegien zu danken, Er ſandte auch ſeine Böten, nemlich den Comtur von Dellin, Gos- win, und den Vogt von der LIarve, 5erman, ſamt ihrer Geſelſchaft, an den - Grosfönig Waßili Demetrowitz- an -den König Conſtantin Demetro- witz, an den Erzbiſchof; und die ganze Gemeine zu Lfogarden. Die Ruſſen - ſandten den Kneſen Feodor Petrowitz nebſt andern erfahrnen Handelsleuten nach dem narviſchen Bache, die Grenzen einzurichten und die Handlung mit Liefland in Richtigkeit zu bringen. - Der Landmarſchal Walrabe, der revel- "ſche Comtur Didrich und Joh. Vogt zu Wenden, haben dieſen Vergleich unter Küſſung des Kreußes beſchworen, an welchen 6 Siegel gehängt worden. Nachdem der Erzbiſchof; Johannes der Vite der Stadt Rita unter an- 1421 dern die alte Freiheit zu münzen und ihre Freiheiten, Rechte und Gnadenbriefe al- le mit einander und jeden insbeſondere 5 Tage vor Urbant zu Lemſel beſtätiget hatte, ſv übergab der Rath dem Propſt, Dechanten und Kapitel eine Monſtranz. von reinem Golde, reich mit Perlen beſeßt, die Wendele von Pithofere zum Nugen dieſer Kirche machen laſſen. Freitags nach Bonifacius. Der Ordensmeiſter legte in Bevel etliche Irrungen zwiſchen der Stadt 1422 und dem Jungfernkloſter in der Güte bey. Der Erzbiſchof Johan ſtarb in dieſem Jahr zu Ronneburt und ward zu 1242 Riza im Dom begraben. Nach ihm kam der ehmals geweſene rigziſche Dom: "“* propſt 5ennineg Scharfenberg, welcher ſeine Inveſtitur vom Papſt XMar- tin dem Vten am zxten October im 7ten Jahr ſeiner Regierung erhielt, und ganz unrichtig in einer alten geſchriebenen Chronif von Preuſſen Zeinrich von Ber» bohm genennet wird. Weil ihn das Kapitel einmächtig gewehlet , ſo gieng der Papſt ſchwer an das Jawort. Mitwochs nach Judilate ſchickte der Kaiſer Sicziemund dem Erzbiſchof 1.45,4 zu Riga und andern Prälaten in Preuſſen. und Liefland aus Blindenburg * * die geſchärfte Erinnerung zu , daß ſte die Hochmeiſter in Preuſſen und Liefland an ihren Rechten und Handfeſten nicht kränken ſolten, ſv lieb ihnen die Vermei- dung €) Cranz irret ſich alſp, wenn er die Veranſaſſung dieſer Verordnung ſo ſpäte in der Verunglükung eines lübiſchett Schifs ſucht, das 1468 auf ſeiner Reiſenach Revel in den Scheeren von Schwedeit und Finnland geſcheitert, wobey die ganze Ladung an Waaren verloren gegangen, und auſſer den Schifleuten bry 200 Seelen alt und jung umgefommen. Ueberhaupt ſind dieſe Geſeße nicht lange von Gültigkeit geweſen. 5) Bladum heiſt eigetitlich Rocken, Ein mehrers hat Hartknoch beim Duieb. S. 15, not, g) das von angetterkt« | 6 8x)- Strömlinge ſind eine Art von Heringen, und werden ſowol eingeſalzen als geräuchert» Sie fallen etwas fleiner als die gewöhnlichen Heringe, und theilen ſich in verſchiedetie Geſchlechter. Die Kis ſten der Oſkſee wimmeln von dieſem Fiſch , Und inehr als eine Million Menſchen müſſen ſich das von den meiſten Theil des Jahrs erhalten: Ehe der ſchotriſche Heringsfang einver kam, wur- den dieſe Fiſche aus der Oſkſee geholet , und nach ftemden Ländern verführet. Daher vielleicht die Erzehlung ihren Urſprung hat daß die Hetinge ihren Zug nach ver Lbordſee genominen, da doch die Oſäſee feinen Mangel daran hat, ob ſie gleich nicht wehr verführet werden. Ji

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126 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1424 dung des Kaiſers und des Reichs ſchwerer Ungnade ſey- Widrigenfals wiler ſchon ſolche Maasregeln nehmen , daß die Cleriſey den Orden wol ungefränkt laſſen ſol. Auf dieſe deutſche Ermahnung erfolgte noch ein lateiniſcher Freiheitsbrief. an die Unterthanen des Ordens, daß dieſelben nicht vor das faiſerl. Gerichte ſollen citiret werden können , welchen Brief der Biſchof. Caſpar zu Pommern in eben dem Jahr tranſſumiret. Die folgenden Zeiten belehren uns , daß der Orden ſich dieſer Begünſtigungen vortheilhaft genug zu bedienen gewuſt. Ihm folgte nach einer 7 jährigen Regierung 4) Der fünf und dreißigſte Ordensmeiſfer in Liefland, deutſchen Ordens, Fr m Tage Criſpini und Criſpimani errichteten die geiſtlichen und 3 weltlichen Stände zu Walk einen Reces , laut welchem der Land- und Zinsman alle ſeine jährlichen Zinſen als Kühe- und Ochſen- 7: häute , Kornſchuld und andre Gerechtſamen mit neuen Paga- ment bezahlt. Wegen der Drillen (das ſind Leute, die von einer Herrſchaft zu der 2) Die Lebengart dieſes Regenten wird nicht zum beſten beſchrieben , und wer ſaget uns, was die Pfaffen dazu gelogen ? Schürz B. I1l, k. 114, und vor ihm Cranz in Van- dalicis, berichten , als ob der Ordensmeiſter ſeine Geliebte einem jungen Kaufman zur Ehe aufdringen wollen , der aber durch ſeine Verweigerung den Hals verwirket , und weil man ihn des Diebſtals beſchuldiget , gehenkt worden ; vorher aber im Vertrauen auf ſein gutes Gewiſſen den Meiſter beſprochen, innerhalb 14 Nächten vor dem Richterſtuhl GOttes zu erſcheinen , welchen Termin auch Sifert gehalten. Nach des Meiſters Tode ward auch das Weibſtük wegen Diebſtahls verklaget , ſie war aber glülicher als der Kaufman , indem ſie ſich eine platte ſcheren lies, und in Mönchshabit nach Preuſſen entwiſcht. Cranz giebt dem Meiſter weder Namen noch Jahrzahl , ſon« dern erklärt es für ein gemeines Gaſſenmährchen. Ruſſov erwehnet nichts davon. Herr Schurzfleiſch ſpricht dieſem Hiſtörchen allen Glauben ab , und wir haben uns geſchämet im Texte eine Erzehlung davon zu machen, Fabula vulgatur per omne Li- voniae theatrum, ſchreibt Cranz, Wandal. B, X1, k. 2. Spfrid Lander iſt uns ſonſt noch durch ein 10 jähriges Bündnis bekant geworden , welches er und der Hoch«- meiſter , Hr. Ü9ichel Kokmeiſter , mit den Henzeſtädten gemacht, davon aber die Jahrzahl verblichen. Der Orden von Preuſſen und Liefland verabfolget im Fal des Angrifs auf eigne Koſten 2000 Man zu Pferde oder zu Fus gewapnetes guten wehrhaf= gen Volks , zu Waſſer bis in die Balge oder Wiſſel, und zn Lande bis zur Lau- wenborch. Alsdenn zehren dieſe Völker auf Koſten der Hanſeeſtädte, und werden im Sunde oder zu Lübeck wieder überliefert. Dagegen ſchiten die Handſeeſtädte 500 Man zu Schiffe entweder nach Danzig, oder nach Rita, oder Revel , nache dem der Orden ſie in Preuſſen oder Liefland nöthig hat, der ſie auch entweder im Sunde oder zu Lübeck frey zurück giebt. *) Chyträus nennet ihn Ziſd von Rutenberg; *)z Zorner, Silſenus von Ruten- berg, Fre-Fereeeegezeikgetenaen neg een nn INN A In 9) Die Rutenberge ſind Herren von Grges. In dem clodtiſchen Geſchlechtregiſter findet ſich ein Bruder dieſes Ordensmeiſters, Herr Johan Orges, genant Rutenberg , deſſen eheleibliche Tochter an Herrn UÜbartin von Ungern-Sernberg verheirathet worden. Die altadelichen Fas milien in Ziefland baben inſonderheit genaue Verzeichniſſe ihrer Ahnen , aus welchen die Hiſtos rie mitlerer Zeit ſchon erläutert werden könte, wenn man ſie beiſammen hätte. Dergleichen Sorgfalt war auch nöthig , nicht nur , weil ein Ritter bey ſeiner Aufnahme in den Orden oder ins Hochſtift ſeine 16 Ahnen erweiſen muſte, ſondern auch , weil nach den lief - und eſt!ändiſchen Privilegien von der Spilſeite ins 5te Glied, eine vortheilhafte Erbſchaft zu erhalten möglich war» EM

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Erzb. Senn, Scharfenberg. zur Zeit der Reg. Cyſſensv. Rutenberge. 127 der andern ziehen) wird beſchloſſen, daß ſie der Herr behalten mag, wenn er ihre 1.424 Drillſchaft mit einer Mark löſet, Die Drillen aus der ungläubigen Lande wer-/ den auf Begehren ihres Herren wieder ausgeantwortet. Ein Todſchlag wird mit x0 Mark rittiſch-gebeſſert. Alle Schulden und Geldbuſſe vor dieſem Reces wird nach alten Münzftis , die neuen aber. nach dem neuen Pagament bezahlet , dergee ſtalt, daß ein Mark neues Geld bezahle 4 Mark altes Geld am lübiſchen ». Alle Jahr mus durch einen Münzherrn die Münze probiret werden. Hierbey waren zugegen auſſer den Biſchöfen von Liefland und Meiſter Cpyſen, Gos- win von Dahle zu Vellin, Goswin von Velme, zu Revel, Comture. Zelwich von Gilſen zu Jerwen, Joh. von Tircht zu Wenden, Wer- ner von LTeſſelrade zu Carkus, Joh. Voßinger zu Weſenberg, Vögte. Tanne Wulfi von Spänheim , Comtur zu Marienburg. zZenning Scharfenberg, Electus und Dompropſt, Martin Kegeter , Domherr und Oeconomus , Joh. Treppe , Domherr zu Dig Zinr. von Vitintghofe, Ritrer und Helfer derſelben Vereinigung, Joh. Wildenbort, Vogt, Gott- ſchal> von der Pahl, Hovetman zu Trepden, Jürgen Gutslcff, Vogt zu Kokenhuſen, Kerſten von Boſen, Bertram von Jrkül, Sinrich Aderkaß und Odert Ortes von Seiten des Stifts zu Biga. Die Stadt Rigg muſte bisher zu einer Vicarie dem Orden jährlich 12 gute 1426 neue Mark rieziſch entrichten, weil ſie an den vorhergehenden Ordensmeiſter Spfrid in der Domkirche einen Uebermuth begangen. =55ans Schaffrode, der Groſſen Gildenſtube , und Weener 5erzveld „ der kleinen (lüttiken) Gil» denſtube Eltermänner , ſtelten die Armuth der Stadt Cpſſen vor, welcher ih- nen auch 6 Mark erlies. Die übrigen 6 Mark ſollen jährlich an den Comtur zu Dünemünde, und zwar 3 auf Weinachten und 3 auf Johannis, entrichtet werden. Der Landmarſchal Diedrich Rrag, der Vogt zu Wenden Job. von Trechtz die Comture Lambrecht von YNerkenich zu Aſcherade , Fran- >e von Vorſſen zur Mitgu, und Wolter von Plettenberg zu Dobblen, waren als Zeugen dabey. Biggg am Thomagstage. Cyſje machte ſich um die Stadt Ligrvg durch Ertheilung eines beſondern Siegels und Wapens wie auch eines herlichen Privilegü verdient. Desgleichen machten am Sontage vor Sabian Sebaſtian die geiſtlichen und weltlichen Her- xen von Lieſland eine eigene Münzordnung zu Wal>. Den Schilling **) ſol „Si 2 man berg , Strubicz, Seſſus, die eine Handſchrift Leſſe von Rautenberet, die ande« re Gieſe von Rautenberggz Ruſſov, Zyſe von Rutenberch 3 Ceumern, Ciſe von Rautenberg z Prätorius, Zyeſe von Rautenburg; Zenninter , Ziſa von Rytenberg. Das Jahr ſeines Antrits ſeßen Ruſſov und Ziärne 14289. Die von ihm vorhandenen Documente geben Herrn Reichen Recht, nur mus ſein Vorna- me Cyſſe oder Spſſe geſchrieben werden, *) Es iſt alſo keine richtige Folge , wenn Ruſſov S. 48 beim Jahr 1466 die neue Mark rigiſch zu 7 Loth reines guten'löthigen Siiders revelſchen Gewichts angiebt , und alſo ſchlieſſet: Dith ſint noc< nye Mark geweſen , wat mögen denne de olden gegutden hebben 2 Der Werth einer Mark iſt an ſich unverrückt geblieben , weil äber die alte Münze zu geringhaltig war; jo muſte von ders (een 4 mahl mehr auf die Mark bezahlet werden , als wenn man ſich der neuen guten Mün- ze bediente. *+) ZLoccenius libr. 2 Antiquit. e& 18, triſt den Urſprung des Worts Schilling wohl, wenn ers von ſkilfa , ſcheiden, abſondern , herleitet, weil dieſe Scheidemünze Käufer und Verkäufer aus einander feet. Diejenigen welche Schilling in alten Briefen finden , müſſen nicht auf Schel- len und Klingen, ſondern auf das alte Wort Schelen , verſchelen ſehen , davon im platdeut- ſchen Schellinge eine Scheidung und Zwietracht übrig iſt. Daß in Liefland Scherfe gebräuch» lich geweſen , beweiſet Chriſtoph Falconius in ſeinem zu Rönigsberg 1552 gedruckten Rechen- buche , nach deſſen Anzeige 4 Scherfe in Liefland einen Heller , 5 Mark 10 Gr. einen Roſeno» bel , 5 Mark eineu Doppelducaten 3; zu Sigism. Auguſts Zeiten aber 6 Mark einen Roſeno- bel, und 28 Mark 3 Gr. einen Portugalöſer gemac<t. Rhanäus bezeuget in einem Briefe vom Iſten Oetober 1728 an einen vornehmen von Adel, daß er in alten Urkunden und Diplomaten von 1252, 1272, 1290 und 1453 ganz ſeltene und unbekante Münzſorten nemlich U3arten , Ortes ringen, Graäuſfeln und Arpen gefunden» Allein da man Dinge nicht ohne Noth vervielfälti» gen

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128 Qeben. und Thaten-der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1426 manzeinen Artie, und den Sechsling einen Scherf: nennen. Drey lübiſche ; Pfennige ſollen auf einen nenen Artig Shen undFeine andre Münze im Schwan- ge gehen als Artie, Lübiſche und Scherfe./ Damit man Scheidemünze bee fomme, werden neue Scherft geſchlagen. Wer nach Lätare ſich der alten Münze bedient - büſſet 100 Mark Goldes / davon ein Viertel an die päpſtliche Kammer , ein anderes an die Reichsfammer, das dritte an des Uebertreters Ober? heren, das vierte an den Erzbiſchof, die Biſchöfe und den Orden verfält. Der Papſt Innocentiys der 11te, hatte ſchon vor mehr als zweihundert Jahren der Geiſtlichkeit in Liefland die Erlaubnis ertheilet, ſich in ihrer Klei- dung von dem Orden zu unterſcheiden, damit das Gegentheil keine Unterwerfung anzeige, und der Orden ein Recht daraus mache. Doch wurden die Geiſtlichen und ſonderlich die Mönche auch ermahnet, um der- Schwachheit der Neubefehr- ten willen allen Unterſchied in ihren Mönchstrachten aufzuheben, und einerley Kleider zu tragen, weil es ſonſt die Schwachgläubigen für eine Mishelligkeit in Glaubensſätzen anſehen dürften. Der Orden hielt es mit der Zeit ſeiner Hoheit für verfleinerlich, wenn die Prälaten und Prieſter ſich durch eine beſondere Tracht und Farbe unterſchieden, gewan aber endlich am päpſtlichen Hofe den langweili- gen Rechtshandel, indem Martin der Vte die ſv berufene Bulla habitus *) heraus gab , mit gemeſſenem Befehl; daß künftig von der Geiſtlichkeit durch ganz Lief: land die Uniform des Ordens ohne Ausnahme getragen werden ſolle. Die Ruſſen von Plescow fielen in dieſem Jahr .ins Dörptiſche ein, wobey der Ordensmeiſter ſo gelaſſen war, daß.er nur auf die erwünſchte Stunde hofce , wenn der Biſchof ihn um Hülfe erſuchen und dabey ſich zur Unterwer- fung anbieten würde. Doch der Biſchof erſparte das Compliment, und wandte ſich an die Litthauer , deren Grosfürſt Vitold nicht nur dem Biſchof Die» drich Luft machte, ſondern auch Plescow ſelbſt plünderte, Dieſes Bündnis mit den Litthguern gab den Orden wieder zu allerhand Ubermuth gegen die Geiſtlichkeit Anlas. Der Erzbiſchof =Senningt konte ſich nicht länger halten, und berief eine algemeine Verſamlung, auf welcher dem Domdechanten zu Re- vel und den Domherren zu Dörpt aufgetragen ward, dem Papſt das Elend der lieftändiſchen Cleriſey mündlich vorzuſtellen, zu welcher Reiſe ihnen verſtattet wurde, einige Collegen zu Gefehrten auf dem weiten Wege mit zu nehmen. Einige Rathsherrnſöhne von Revel und Dörpt unternahmen eine gemein- ſchaftliche Reiſe, um ſowol Rom zu beſehen als in TJſtalien zu ſtudiren. Dieſer Geſelſchaft von etwa 16 Perſonen laurte an dem Pas des Waſſers Libg ein Hau- fen Reuter auf, welche Goswin vonAſchenbertz, Vogt zu Gruübin, anführte, der ihnen ihre Briefſchaften abnahm, das Reiſegeld einſtete , und die dabey be- findlichen Domherren mit gebundenen Händen unter das Eis werfen lies. Dieſe That berichtete er an die Biſchöfe des Landes , unter ſeinem Namen, weil er mit ſolchen Verräthern des Landes nicht anders umgehen können. Ob Cyſſe davon Kundſchaft gehabt, läſt ſich nicht ſagen. WMWenigſtens frähete kein Hahn dar- nach, und der Ordensmeiſter lies nach eingelaufenem Bericht weder die Sache xecht zur Unterſuchung, noch den Thäter vor Gericht ziehen; ja da die Sache rege gemacht gen darf, ſo iſt glaublicher , daß Rhangns entweder in der Urſchrift H3arke, Geferinge, Gro» ſchen und Artige leſen ſollen, oder ſich auch ſchon felerhafter Abſchriften bedienet habe, dergleis en man hier in groſſer Menge antrift« 6) Dieſes an ſich unerhebliche Geſel wurde eine Gelegenheit zu vielem Misverſtändnis und offenbaren Spaltungen, und weil die Cleriſey hicerdurc< unter den Orden erniedriget zu ſeyn ſchien , ſo verurſachte dieſer päpſtliche Wille manchem darunter eine ſchwere Gewiſſengangſt- Bey der Stadt hat der Erzbiſchof Silveſter die päpſtliche Kleiderbulle bekant machen laſſen, die daher auch den Namen der Ballae habitua träget. Wir würden hier eine lange Reihe von Päpſten anzuführen haben , deren Bullen faſt von Regierung zu Regierung der liefländiſchen Cleriſey die Uniform des Ordens angerathen und befohlen haben , wenn beſondere hiſtoriſche Umſtände darin enthalten wären und nicht ihr Inhalt durchgängig auf eins hinaus liefe. Indeſſen wäre die Materie de pallio ſo fruchtbar , das man. wo nic<t ein ganzes Bu<, wie Tertyilignus, doch eine Diſſextation davon ſchreiben könte,

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Erzb. Senn, Scharfenberg. zur Zeit der Reg. Cyſſens v. Rutenberge. 129 rege gemacht wurde , erhielt der beleidigte Theil nicht einmal die gewöhnliche Ge- 1426 nugthuun. = ] 4-5 Auf Mari& Himmelfart nahm der Erzbiſchof =Zennintg mit dem Orden 1428 zu Walke wegen des Ordenshabits Verabredung. Der Landmarſchal Werner von ELſchelraden , der revelſche Comtur Soswin von Veldmede, Hr. Otto Brakel, Ritter zu Ronneburt von Seiten desOrdens ; und Jürgen Gutslef, Vogt zu Treiden, Bertram Urful zu Roſenbeck und Sottſchal> von derPahle von Seiten des Erzbiſchofs und Kapitels vertrugen ſich am Tage der Himmelfart Maris zu Walke folgender ge- ſtalt: Der ehrwürdige Herr von der Bige ſol den Meiſter und ſeine Ordensleute der Aenderungihrer Tracht wegen um Vergebung bitten; und, wenn esder Meiſter begehret , auf ihr Gewiſſen bezeugen, daß ſie nicht dem Orden zum Hohn noch zur Schmach dieKleider verwechſelt. Die Domherren von Riga begehen alle Jahr Mon- tags nach Lätare eine ehrliche Begängnis mit Vigilien und Meſſen, zu ewigen Zei- ten, für alle verſtorbene Meiſter und Brüder des Ordens, auch für die, ſo noch ſter- ben möchten , zu einer Erleichterung für die Mishelligfeiten, die dem Orden durch Ablegung ihrer Kleider geſchehen iſt. Wegen der todgeſchlagenen Boten der Prä- laten ſollen weder der Erzbiſchof, noch die andern Biſchöfe den ehrwürdigen Meiſter und ſeinen Orden in- und auſſerhalb Landes belangen, weil ſowol der Hochmei- ſter in Preuſſen als der Meiſter in lep entſchuldiget haben. Wer Leute und Geld verlohren, ſol ſich an Goswin von A cheberg und ſeine ſchul- digen Mitgehülfen halten, wo ſie auch gefunden werden. Findet ſie jemand, ſo wil man ſie nicht hegen, ſondern über ſie Gericht halten. Die Prälaten haben beim Papſt und römiſchen König auszumachen, warum der Zuſchus auf die Ketzer in Böhmen nach Entbietung des Legaten verſäumet worden. Der Pros ces am römiſchen Hofe wegen der Kleidertracht mag inzwiſchen fortgeſezet wer? den, und kan jeder Theil ſich ſeiner Bullen und Privilegien dabey bedienen. Auſſer oberwehnten haben ihr Siegel noch beigedrut =Zinrich von Vitinghof, Ritter , Odert Orgges , Vogt zu Kokenhauſen , Wollmer Wrangel und Sans Lode, Selmolds Sohn ; Hr. Joh. von Lechtes , und Koſt von Borſtel Bürgermeiſter zu Revel, 5Zerman Soye , Claus Sopye, Ot- to Soye, Willigen Lode *), Zans Tuwe, Zinrich 0 en und g118 *) Es würden ſich aus unſern Documenten die Geſchlechtregiſter vieler vornehmen und alten Häus ſer um ein beträchtliches vermehren laſſen , wenn dieſe nicht noch viel volſtändigere Quellen hätz ten, woraus ſie ihren Unterricht holen könten, Die Herren von Tieſenhauſen, von Prtäl, von Roſen , von ÜFekes, von Scharenbecke, von Vietinghofe , zieren alle Blätter Wir wol» den von dem alten-lodiſchew Geſchlecht eine kleine Probe lertheilen. Ein Oderxt Lode unters ſchrieb zu Roſchild 12565 der Königin HT3gegaretha Münzbefehl ; Hinrich Lode 1343, und Hinrich Lode von Lechtes, Ritter, ſteht in verſchiedenen däniſchen Privilegien über Eſk- land 3; Johann Lode erhielt 1400 zu Rom das Cingulum militiae oder den ritterlichen Stand, und-einen freien Pas auf 7 Reuter, überal ohne Geleitsgeld dvrc<zufommen, weil er einen Mohr an den König von Dänneimark zu bringen habe. Zelmold Lodens Witwe, mit Namen Zesx nag, und ihre beiden Söhne Odert und Zerman erhielt 1429 von den Zrigittennonnen und Auguſtinerbrüdern in HIarienrbhal die Verſicherung, daß ſie für ihre gute Werke an allen geiſt» lichen Uebungen des Kloſters Theil und Genus hasen ſolten. Zm Jahr 1361 bezeuget Odward Lode und Henrich Lode, daß LTicolaus , fein Bruder Zenneke , und “Heinrich LTricolat Sohn, Herren von Lode , gewiſſe Güter verkauft haben 3 1419 erhielt Sans Lode das Gut Kutters , der Job. Lodens von Rochtcl Sohn war, Im Jahr 1417 finden wir einen Sans S.ode Helmolds Sohn, und Wilbelm Lode, Ottens Sohn, 1433 Odert Lode Ottens Sohn. FIromhold, Lode bewilliget ſeiner Frau; Elſcbe eine Viearie von 200 Mark rigiſH, 36 neue Artige auf die Mark gerechnet» Hans und Henniten Lode, Zanſens Söhne von Podebus , anjeko Podes genant, kommen 1453 in einem "Briefe vor. german Lode 34 Aſſery war 1545 Landrath in Eſtland. Heinrich Lode empfieng von Stephano , Köniz von Poblen, 1585 die Höfe Teilmann im Wendenſchen, und Ladon im Schupenſchen. Im Jahr 1545 ſtehen Reinhold Lode , zermans Sohn, ſein Bruder Zelmold und Jürgen Lode zu Vedell, ſein Verter, im weſenbergiſchen Vertrage, So ſchreibt ſich auc) vin Job Lode 1531 der Rirche zu Meſel „„Dörpt und Revel Domberr. In dem Chor der wendiſchen Domkirche ſiehet man einen geharniſchten Man auf einem QraUus en Stein mit einem Schwerdte; zu ſeinen Füſſen liegt ein Wapenſchild mit 3 Bärentapen , auf dom Helm aber 3 Pfanenfedern mit der Umſchrift: Int Jahr HCCCC und XVII vorblef ſes lige Diril: Kode, deme Got moxe ghnedich ſin EIR Ibs! Warig! Zofeph! .

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130 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1428 5ans Zope von einer Seite, und Herr Engelbrecht von Tiſenhuſen, De» ' ter von Tifinghuſen , Kerſten von Boſen, Didrich Urkul, FSridrich Schwartbofi, Uaus Mekes , Eilerd Kruſe, und Bolof Perſewall als Gevolmächtigte des andern Theils. 1430 Der Ordensmeiſter. befahl ſeinem Landmarſchal, nach Litthauen aufzu- brechen , um den Svidrigell gegen ſeinen Bruder den König in Pohlen Ula- dislaus oder Jagcll9 beim SE zu erhalten, welcher auch mit ſei- nen Liefländern nebſt dem preußiſchen Landmeiſter und Grosmarſchal aus Königsberg in der litthauiſchen Coya ſo Haus hielten, daß 24 Städte im Rauch aufgiengen und geplündert wurden. Die Pohlen wolten auch etwas von der litthauiſchen Beute erſchnappen, und überſielen die Liefländer bey ihrem Zaudern ſo heimlich, daß ſie den Landmarſchal beim Flügel bekamen und über 800 ſeiner Leute niederſäbelten. Der Landmarſchal ward gegen etliche vornehme Lit- thauer los gegeben, Svidritell aber ſeiner üblen Regierung wegen von ſeinen Unterthanen aus dem Lande gejaget *). Der Biſchof auf Oeſel , Chriſtian Gorband, ein beim Papſt Mar- tin dem Vten wohl gelittener Man lernte auf der Viſitation ſeines Kirchenſpren- gels die ſchädlichen Abſichten des Ordens wider ſein Biſtum genauer kennen, und übertrug auf ſeiner Hinreiſe nach Rom dem König in Dännemark die Vor- ſorge für ſein Stift und die Beſchüßung ſeiner Prälaten. Doch Cyſſe nahm den Vorſprung, und beſeßte die Schlöſſer des Stifs mit ſeiner Manſchaft , welches ein neuer Zunder zu künftigen Gewaltthätigkeiten zu werden ſchien. Allein die Kapitelsherren richteten darüber einen Vertrag auf, und übergaben dem Orden das Schlos Arensburt in treue Hand bis auf die Ankunft eines neuen Herrn zu Oeſel , worauf 12 Man zur Beſaßung hineingeleget wurden. Der Biſchof Chriſtoph zu Lebus, Balzer von Schlieben, Meiſter des St. Johannigordens in der Mark und Pommern, Peter von Borch- ſtorf, Dechant, und das Kapitel zu Fürſtenwalde, Lierren Winſe und Entze Brandenburg, Bürgermeiſter zu Frankfurt an der Oder, errichteten einen Vergleich zwiſchen Herrn Pliclas Wilpergen, Biſchof zu Fernen, St. Johannisordens, und den Stadtſchreiber vonBige, welcher erſtere etliche riczi- ſche Kaufleute mit Hülfe der ehrbaren Räthe zu Francford, Berlin und Cölln einer Schuld wegen von 1000 Gulden zu SENN anhalten laſſen. Gegeben zu Fürſtenwalde am Abend des heil. St. Johannistages. 1433 Die Stadt Revel betraf am nten May das unvermuthete Unglück, daß ih- re Häuſer ſamt den Vorſtädten durch eine wütende Feuersbrunſt in die Aſche gele- get wurden. Die Mönche haben uns die Jahrzahl in dieſem Verſe aufheben wollen: TVNC IaCer EXVsTA Malo REVALI4a PVLCHRA Der damalige Biſchof =einrich von Yxkül bauete das Jahr nachher den ſo genanten Biſchofshof aufm Dom, und weihete im dritten Jahr das Briczitten- kloſter Marienthal ein, in welchem Mönche und Nonnen durch eine Mauer unterſchiedene Zellen hatten. “ er +) Die litrhauiſchen Feldzüge werden uns von den Pohlen ſelbſt nicht gar richtig be- ſchrieben , weswegen vielleicht aus einem Kriege mehrere gemacht worden. „Zorner ſest dieſen in Cyſſens gtes Jahr, und meldet, daß Litthauen leicht wäre unters Joch ge- bracht geweſen, wenn der Tod des Ordensmeiſters nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. GSvidritgell, um deſſen willen die Liefländer den Zug unternahmen, » heiſt in dem Supplement des Duisburgers c. XL! und XLIV-Swietterta, Stvi- tergal und ſonſt Swirtergail, bey laremiſchen Schriftſtellern aber Svidrigelo, oder Svurigellys, der doch mit ſeinem und des Jaggello Bruder Skirggell0o nicht ver wechſelt werden mus. Des Ordensmeiſters Todesjahr ſeßen etliche weiter hinaus 3 Hie Frtte beweiſet aber aus Brief und Siegeln , daß man ſich an die preußiſchen und liefländiſchen. Geſchichtſchreiber nicht kehren dürfe, ſondern Cranz, Cramer und Chyträus Recht haben, welchen auch Relch gefolget,

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Erzb. Senn, Scharfenberg. zur Zeit der Reg, Frankens v. Kerßdorf. 131 Der Ordensmeiſter EEN war indeſſen wider die Litthauer auf Rache be- 1434 dacht, und bok die ganze liefl&ndiſche Ritterſchaft bey 600 Perſonen auf, dar- unter ein Comtur 100, ein Ritter aber io von ſeinen Leuten mitnahm , wozu der weltliche Adel ſowol als die Stände und Biſtümer ihre Manſchaft mit hergaben. Er brach auch mit ihnen nach Litthaguen auf; die Feinde wichen aber, und lieſſen der Liefländer erſte Hiße-beim Rauben und Plündern verrau- <en. Er würde ohne Zweifel in 12 Wochen fertig geworden ſeyn, wenn nicht ein mächtigerer Feind, nemlich die rothe Ruhr ins Lager gekommen, an welcher er nebſt vielen neuangefommenen Herren aus Geldern und Weſtphalen ſter- ben muſte. Der Hochmeiſter Paul Pelnitzer von Busdorf., den die Poh- len ſeines frommen Gemüths wegen nur Saudum Spiritum nenten, 'drung den Liefländern nach Cyſſens Tode ſeinen Verwandten auf. Dieſer war Der ſechs und dreißigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Fran>e von Kerßdorf 9. SS AV r begab ſich gleich zu dem Heer, welches in Litthauen noch ſtreifte, 229 lies ſich aber ſo tief. in die Wildnis heinein locken , daß weder Zufuhr > nod Rückweg offen blieb. Die Wälder waren verhauen, die Päſſe ſtark beſetzet , keine Lebensmittel im Lager , und die feindliche Macht vor. Augen, Das Gefecht war unvermeidlich und die Niederlage für die Lief- länder ſv unglücklich, daß der Landmarſchal =zeinrich von Bucenvorde froh war, den wenigen Reſt der Manſchaft mit unſäglichem Ungemach durch lauter Wuüſteneien zurück zu führen. Hierdurch gerieth der liefländiſche Orden in ein ſolches Bad als der preußiſche in der Schlacht bey Tanneber> 3 die vornehm“ ſten Häuſer in Deutſchland aber in Deſſau und Trauer *). J 2 m s) Chytrgus nennet ihn Franck von Rersdorp; Zorner, Reiſtorf; Strubicz, Johannes Kyrchow ; die eine Handſchrift, Chriſtoph Rerskorf; die andere, Rerk» Hof, und Reſe Rorf; Ruſſow, von Rersoſtorp ; Ceumern, Franciſcus von Rersdorff; Spangenberg von Rerſcbrück. Schürz ſchreibet von Rerſchdorff, die Pohlen aus dem Reviſionsdocumenten, Frantz von Rirchhoff. Schurz- fleiſch wil in alten Schriften Rerczdorf gefunden haben. Jn dem Briefe, worin er die lateiniſchen vermoderten Privilegien der Stadt Goldingen ins Deutſche überſeßen laſſen von 1434, heiſt ſein Zuname Rerkdorf. Nach dem Schurzfleiſch war er aus dem alten Geſchlecht der Herren von Gersdorf, die urſprünglich Sach- ſen, nicht aber Wenden geweſen, ohnerachtet manche wendiſche Familien aus 256h- men nach der Lausnitz gezogen, und ſich daſelbſt nieder gelaſſen. VDiichow meldet B. IV, k. 44, daß ein gewiſſer Georg Gerc3dorff.im preußiſchen Kriege gefangen worden, « 9) Cranzz B. X1, f. 35, Wandal. meldet viele Umſtände anders. Rerſebrock , ſchreibt er, machte mit Svitertzailen ein Bündnis , und verſprach ihn zur Thronfolge zu ver» helfen. Der preußiſche Hochmeiſter lies ſichs gefallen. Rerſebrock zog. aus ganz Liefland 600 Ordensbrüder , Hülfsvd!ker aus den Städren, Eſten, Liven und Letren, wie auch viele Ausländer zuſammen, Als er ſich mit den Liczlyauerts verei- nigte, muſte ihm Svirexgail verſprechen , mit den Ritziſchen als Feinden des Or» dens anzubinden. Er ſchickte auch gleich den älteſten Comtar mit 30 Reutern zurück, die inzwiſchen die Ordensſchlöſſer ſchüßen ſolten. Unterdeſſen geſchahe das unglückliche Treffen , wobey über 20000 der beſten Ritrerpferde in feindliche Hände komen. Zuf die Nachricht ſchite zwar der Hochmeiſter einen andern Meiſter nach Lieſtand, allein die Lieſtänder lieſſen ſich ihr Recht nicht nehmen , und erwehlten den 2andmarſchal zu dieſer Würde. Es koſtete ihnen aber viel Geld und gute Worte, ehe ſie deſſelben Beſtätigung erhalten konten,

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132 Lehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1435 Am Tage der heil. Jungfrau Barbara errichtete dieſer Ordensmeiſter zu Walck mit Vorwiſſen , Vollbort und Willen ſeiner ehrſamen Gebietiger als Gotfrieds von den Roddenberge, Landmarſchals, Thomas von Zun» rier5dorp , anders geheiſſen Greversmühle zu Dellin, =Zeinrich von der Vorſte zu Bevel, Simons Langeſchin>el zu Goldingen Comture, Mat- this von Bouningen zu Jerwen, Zeidenreichs Dinc>e zu Wenden Vog- te , einen gütlichen Vergleich mit dem ritziſchen Dompropſt Arnold von dem Zrincke wegen der Länder an der Düne gegen Kirchholm und Dah- len zu: Der Propſt he allen Anſprüchen über die Güter von der Berſe- bach an bis an die urkülſche Scheidung, dagegen erhält er vom Meiſter den Hof Alpe, Düvelsho 2007 auſſer der Kalfpforte vor der Stadt Big und Sarendorf bey der Düne über dem Ziegelhauſe des Ordens gelegen; in- gleichen 1000 Mark ritziſch nach Werth des alten Pagaments, wofür der Propſt in dem Lande des Ordens ſich ein ander Gut anfaufen kan. Der Propſt läſt auch ſein Recht fahren an dem ſo genanten öſelſchen Wehr auf der Düne, wo- gegen ſich der Orden ſeines Antheils an dem öſtingholmiſchen Wehre begibt, Dem Propſt werden die Güter Memortgghag und Rekowe eingegränzet, von der berſebekiſchen Münde , die in die Düne fält, bis an die Berſemühle, welches Mühlhaus der Orden behält, von dem Mühlenteiche weiter zur Berſe- ſee um das Dorf Polkarden bis an die Müſſe, von der Müſſe bis an die Stadt? güter zu Bitza. Das Erzbiſchofs Zennings Siegel befindet ſich am Original init dabey , der die Privilegien der Stadt Big ſelbigen Tages beſtätigte. In dieſem Jahr gieng die engliſche und flämiſche Kaufarteiflotte aus Dünemünde unter Segel, zu welcher auch einige wohl beladene Schiffe mit Stücgütern aus Liefland ſtieſſen die nach den Abendländern handeln wolten, muſten aber widrigen Windes halben auf der Nhede liegen. Die Liefländer wurden von den Entſliſchen an Bord zu kommen genöthiget, bey ihrem Beſuch aber von den Engländern aus Neid über dieſen Handel im Schifsraum verſper? ret, und nachgehends über Bord geworfen. Die Schiffe und Waaren nahm man mit nach England. Ob nun gleich die Engländer eine Summe Geldes zu Cadix dafür zu zahlen verſprachen, ſo wil ſich doch die Nachricht von der Ers ſtattung nirgends ſinden <). . So kreuzten auch die Engländer auf die Preuſſen, um ihnen den Hans del nach Sranfreich zu wehren %), da er 6) Dieſe Nachricht iſt aus Schützen. Man beſchuldiget dieſen Francken einer groſſen Eigennüßigkeit, die ihn mehr auf, die Vortheile ſeiner Verwandten als des Ordens zu ſehen getrieben. Er bekam von dem wittenſteiniſchen Comtur Zelwich von Gil- ſen noch mit warmer Hand eine Tonne Goldes, und nach deſſen Abſterben 100000 Mark an Golde ohne das viele ſilberne Geräthe, desgleichen erbte er von dem Ka- ſtellan auf Vellin 30000 Mark Goldes und 600 Mark gegoſſen Silber, auſſer dem ſilberne Tafelgeſchirre. Dieſen Schaß holte ſein Bruder Wolther Rersdorf, preuſs ſiſcher Groscomtur ab, und ob ſchon die liefländiſchen Gebietiger dis Geld von dem Hochmeiſter Paul zur Ordenscaſſe geſchlagen wiſſen wolten , ſo getrauete ſich die ſer doch nicht eine ſo fette Nachlaſſenſchaft dem rechten Erben abzunehmen, Die Liefe- länder ſahen es als öffentliche Gelder an, darüber kein Meiſter vor ſich allein zu ſchalten hätte, und Ruſſov meinet, es habe damals mancher ſeine Gelder nach Weſt- phalen in Sicherheit gebracht , oder ſeinen Finken nach Hauſe fliegen laſſen. 2) Jn den Umſtänden ſeines Todes gehen die Geſchichtſchreiber von einander ab, Die mehreſten behaupten, er ſey in der Schlacht geblieben. Allein ſo müſte das Treffen auch ſpäter angegeben werden. Rusdorf, und 'Vladislaus ſchloſſen zu Breſci den Frieden erſt 1436 S. Hartknoch Th. U, S. 309. Schü bemerket B. 111, bl. 128, daß der Ordensmeiſter in Liefland durchaus nicht in dieſem Frieden habe eingeſchloſſen ſeyn wollen , welcher Eigenſin dem Lande viel Unheil zugezogen» Die Geſchichtſchreie ber geben die Niederlage auf: 20000 Man ſtark anz weil dieſes aber zu gros klinget, nimt Zorner nur 10902 an, wobey man doch noch genug zu thun hat, wenn 4 glauben

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Erzb. Zenn. Scharfenberg. zur Zeit der Reg. Heinr. v. Bukenvorde, x 33 Der ſieben und dreißigſte Ordensmeiſter in 435 Liefland , „deutſchen Ordens. Heinrich von Buckenvorde ſonſt Schungell 7). 37 E x wurde als geweſener Landmarſchal von der Ritterſchaft ſelbſt erwehs > 787 Be let, weil ſie ſich aus Preuſſen keinen mehr wolte aufbürden laſſenz bp2 welche Wahl aber der Hochmeiſter Paul für ungültig erklärte, bis | er auf ſtandhafte Vorſtellung der Liefl&nder ſich zur Beſtätigung derſelben bewegen lies. Dieſer Meiſter Schuntgel legte die Streitigkeiten zwiſchen dem Orden und der Geiſtlichfeit mit vieler Mikigun bey, Der Orden trat die in Beſchlag ges nommenen erzſriftiſchen Güter wieder ab, und entrichtete dem Erzbiſchof 200002 Mark ritziſch , jedes zu 7 Loth Silber für etliche überdüniſche Länder, die Lref« ie zur fo ormauer dienen ſolten, und hiermit war die Sache für dieſes mal ige: egt. Nach ſeinem Tode fuhr der Orden fort ſeine Herren Meiſter zu wählen , oh- 1438 ne auf die preußiſche Beſtätigung zu warten. Die Gebietiger ernenneten ſo lange Seidenreich Vincken von Oberbergen, geweſenen Vogt zu Wenden, zu ihren Meiſter , und Sei NDOE ihm allen Gehorſam , den man ſonſt einem or- dentlich beſtätigten Meiſter in Liefland zu leiſten pflegte, bis zu einem gemeinen und groſſen Kapitel, Indeſſen wollen alle den Statthalter bey ſeinem Anſchen ſchüßen, und wer dagegen handelt, ſol ſeines Dienſtes entſetet ſeyn. Hierüber verglichen ſich am Donnerſtage nach YMichaelis zu TOgl>, der Vogt zu Jer- wen , Seinrich von Viothleven , der Comtur zu Mitgu , Zinrich Schleregen, die Vögte Johan Böſinger zu Weſfenderg und Matthias von Böninghen zu Boſiten , welche mit dem Landmarſchal Gottfried von Badenberee , und andern Gebietigern , unter Vermittelung des Erzbiſchofs ens glauben wil, Rojalowicz Th. 1, B, 2, S,. 166, hilft dem Ordensmeiſter noch dismal davon, So lauten ſeine Worte: Magilter iple Sancius vix caedl caput ſub- Nraxit, wofür man offenbar ſaucius leſen mus, wenn man nicht ohne Noth einen neuen Meiſter erſchaffen wil. s) Beim Chprräus heiſt er Henrich von Bockenforde; beim Zorner, Buckenod Scingel; beim Strubicz, von Dockewerdez in der einen Handſchrift, Hinrich von ZBuckenode , genant Scrußel oder Schnugzel ; beim Ruſſovw , Hinrich Schuntgel von Buckenode; beim Reich, Zuchenorde; beim Ceumern , von * Bobhenfort. Einige Documente haben ven Beinamen Stempel» Als Comtur zu Revel ſchrieb er ſich 1433 Zenrich von Backenförde , fonſt Schmiegel gerant, s) Der Vertragsbriefiſtam 4 Decemb« 1436 am St. Barbaratage zu Walck verſiegelt, und das Jahr nachher auf der Kir<henverfamlung zu Baſel beſtätiget worden. Dive ſer Vergleich widerleget nicht nur das unrichtig angegebene Jahr 1439 , da er exſt zur Regierung gekommen feyn fol, fondern auch die Schriftſteller , welche dem Erzbiſchof die Bezahlung von 20000 Mark für die Kriegeskoſten auferlegen , wie auch Herr Schurzfleiſch rhut, Die Beſtätigung wäre dem Papſt gewis zu ſauer geworden; wenn der Erzbiſchof ſo empfindlich gekränket werden follen , zumal da alle G:ſchichts * ſchreiber dem Ordensmeiſter die Ehre des Anfangs zu allen Händeln laſſen. Schon 8435 am 241en April befahl die baſelſche Synode dem Rath und der Bürgerſchaft zu Riga, Dörpt und Revel, 'daß ſie zwiſchen dem Erzbiſchsf und dem Orden Fries Hdensmitler abgeben ſolten. Das daran hängende groſſe bleierne Siegel hat die Aufs Ächrift: Sacro Sandha generalis Sinodus Baſileenlis, el

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134 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1438 Sentin>, des dörptiſchen Biſchofs TCheddots, des öſelſchemt Dechäntett Nag. Walter Bemelinttaden; und des Domherrn Kudolp Green, die- kt Stathalter beſtätigten: Voti den Oeſelert häben ſich noch unterſchrieben, 'onrad Irkole ; Sans Dittoer und Otto L6de , Sendeboten. Von Sarrien, Sittich Scherenbeck, Ritter, Serrnann Sopye, Zermann Toydewert , Ebert Weebtodt , Otts Soye /; Sans Threydeii. Von Wirland , Claus Meks , Thile Lode, Sans Lode, Didrich) Wirks, Sintich Mels, Odert Lode; Zans Sorſevere, ZansWe- deweſk, Sais Luijttttenhüſen. Von Liefland ; Sintich von 5Sofe, Nit? ter; Gert Goes; Mitter, 2 REN Steitzemeß ; Ewald von Velde , Didrich Peetz ; Serman von Gilſen , Didrich Mezentake, ttebſt Bürgertieiſter und Rathmännertt der Stadt Bevel. Vincke machte in eben dem Jaht als Statthalter des Meiſters inLiefland, mit dem Biſchof Johait von Oeſel, eine Grenzſcheidung zu Arensburtg, und waren Ludolph Green; wie auch Gert Zerkel, Mann der Kirche zu Oeſel, von Seiten des Kapitels; det leglſche Comtur aber, Zeitrich von dem Fur- ſie ; von Seiten des Ordens Cymmiſſarieit. Auſſer dem Landmarſchal erſchie» nen dabey Thomas Grevesmöle zu Vellin, Wolter von Loo zu Revel, Comtur, Sinrich Vlothleve zu Jerwen, und Peter Wesler zu Sünne- bur>&g, Vögte, Der Streit über die Kirchſpiele Bilezunde, KBärtel und Carmel wird beigelegt. Die Grenze der Ordensländer gehet an laut eines zu Arenoburt zerſchnittenen Briefes, über der oltleviſchen See, an der Müns- dung des jöggiſchen Bachs , durch die See bis an die mit Kreuzen bezeichneten Steine, von da weiter über die popdiſche See bis an einen bekreuzten Birken- baum. Die Kirchſpiele Walke und Poyde bekommen ihre Scheidung von den Bauren im Stifte Wilsdeck nach dem Sunde und Paycnpah zu, bis an das Dorf Sall. Der Vergleich, welchen der Ordensmeiſter Zeinrich Schungelt 1436 auf dem Hofe zu Lagukoe geſchloſſen , ward hierbey zum Grunde geleget. 1439 m, reifex Ueberlegung ernanteihn der Orden zu ſeinem Führer, und fol- “““ get alſo Der acht und dreyßigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Heidenreich Bin>e von Oberbergen. *) NE [22520% J ontags nach Petri Kettenfeyer verband ſich der geſamte Orden | "37 zu Wendmn über alle die Geſeße mit Ernſt zu halten, welche =D der ehmalige Hochmeiſter Werner von els , der Meiſter, 40 2<2 deutſcher Lande , Wolfram von Stillebortx , und der Meiſter von Liefland, Eberhard von Monheim, in einem groſſen Kapitel zu WMlarienburt in Preuſſen, abgefaſſet. Dieſes war die Vorbereitung den Hochmeiſter Paul von Rußdorf, weil er das liefländiſche Geld nich aus? zahlen wolte, förmlich abzuſeßen. Eberhard von Sanenſchein , * ger > JD «) Chyträus nennet ihn Zeidenreich Pinke; Strubicz, Diric Fincke 3 die eine Haudſchriſt, Zeinrich Funck von Oberberg; Schürz und Relch, von Averberg; Prärorius unrichtig, von Cluersberg. Beim Chyrräus iſt dieſe Jahrzahl verdruckt, die vorhergehende aber falſch, Jn vielen Lehnbriefen iſt ſein Name Hinrich Wineke, von Oberberg geſchrieben,

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Erzb. Senn, Schatfenber&, zur Zeit der Reg, Heidenr, Vinkens, 135 Dettſchen Ordens in'deutſqiein und iwelſchett Landen, verband ſich alſo äm Freitäge nach St. Veit mit dem ehrwürdigen Meiſter einrich Finken zu 1439 Liefland, und ſprachen Paul von Rusdorf ſein Amt ab; fräft eines zu YNer- Feteheim verſiegelten Geſetzes ; welches ſie vorzeigten ; und dieſes Inhalts war: z»Da ein Hochmeiſter unrechtig und unredlich regieret ; daß ſie denſelbigen zu recht- „fertigen hättet ; und da ein Hochmeiſter mit Tode abgienge, oder um ſeiner Un- „gerechtigkeit willen für untauglich erfant würde , und er bey ſolchem Amte mit „Gewalt vermeinte zu bleiben ; daß der Meiſter deutſchen Ordens in Deutſch- „land ſamt ſeinen Nächkommen eit Statthalter ſeyn folle bis auf einen künftigen „Hochmeiſter , der durch die Dreizehn ernennet werden müſſe. - Sattenſchein und Finke ärbeiteten an der Abſetzung des Hochmeiſters ſv 1440 ernſtlich, daß am 19ten October 1440 zu Danzig eine algemeine Verſamlung zuſammen berufen: ward, wo man bald die Ausſohnung, bald den Compromis verſuchte. Allein der Landtag zerſchlug ſich unfriedlich. Daher kam Rusdorf weitern Spaltungen zuvor, dankte nach dieſem ſelbſt ab, und ſtarb nach 29 Ta- gen, womit beiden Theilen am liebſten gedienet war. Als die beiden Ordensmei- ſter unterweges die Nachricht von der Wahl eines neuen Hochmeiſters erhielten, kehrten ſie gleich wieder zurück, und ſuchten für ihre Länder einige Vortheile , wie auch die Beſtätigung ihrer alten Privilegien, Der König von Dännemark, Chriſtoph , ertheilte nicht nur den Han- [441 ſeeſtädten in Lieflanddie Beſtätigung aller Freiheiten in ſeinen Ländern , ſondern der römiſche Kaiſer , Friderici), bezeugte ebenfals, daß er alle ſeine und ſeiner 1442 Vorfahren Privilegien , welche ſie dem Lande ertheilet, für genehm hielte. *) Die Stadt löſete zwey Häuſer in der Kal - und Küterſtraſſe aus, die durch den Tod des ſeligen Senricks, ehmaligen Bürgers und nachmaligen Hauscomthurs dem Orden zugefallen waren, worüber Vin>e am Aſchertag quitiret. Der Ordensmeiſter Finc>ke wagte gegen die Ruſſen einen Feldzug, wobey er aber ſchlecht ſeine Rechnung fand. Die Ruſſen loten die Liefländer durch eine verſtelte Flucht in die Enge, fielen ihnen in den Rücken, und machten dem kleinen Ueberreſt den Heimweg von Herzen ſauer. Nach einiger Zeit verſuchte er ſein Heil bey einem andern Zuge, der aber nicht glücklicher ablief, als der erſte; weil die Buſſen das Land-wohl beſetzt hat- ten und keinen lebendig durchlieſſen? daher er ſich an einigen Parteigängen und Plündern begnügen muſte 9. Litthauen und Samotzitien lies er in Ruhe, um es nicht mit Dohlen zu verderben, s) Chriſtoph lies.dem Herzog Magnus durch den Erzbiſchof von Ratzeburg eine Abo ſchrift von allen hanſiſchen Privilegien in ſeinen Landen auf 3 Pergamentbriefen überrei« <en, in welchen der König im Jahr 1441 alle königliche däniſche , 1444 die königlich norwetiſche ;1- und 1445 alle königlich ſchwediſche Freiheiten, Privilegien und Gnadenbriefe beſtätigen wollen. Ropenhatzen, Sonnabends vor Michaelis. €) Da von dieſer gedoppelten Kriegesanſtalt die Urſachen 'ſo wol als der Erfolg unbekane geblieben, ſo mus die Conföderation , welche der Orden zu Walck am Sontage Epi- phanias 1447 mit den Abgeordneten des Königsder drey wendiſchen Reiche , Chri- ſtophs , geſchloſſen , uns einiges Licht geben , worin folgendes verabredet worden.. 3, Die Vereinigung gehet von Pfingſten an, währet zwey Jahr , und wird von ge dachter Zeit an von keinem Theile mit den Reuſſen von Grosnautarten Zuſammens kunft gehalten. 2. Keiner verträgt ſich mit den Reuſſen , es ſey denn einträchtiglich. 3. Einer wil dem andern mit ganzer Macht treulich helfen , und den Krieg gegen Grosnaugarten auf St, Johannistag anfangen, alſo daß der Orden das reußiſche Gebiet L7euſchloß und Capporie feindlich überziehe. 4. Die königlichen Befehls- Haber fallen auf ihren Grenzen, LTiöteburtgt , Landscron und Wolchow' an. 5. Den Reuſſen werden die Straſſen geſperret , keine Zuführ verſtattet , und ihre Lande nicht beſucht. 6. Wer angegriffen wird , erhält von dem andern ſchleunige Hülfe. . Unterzeichnet ſind Bruder Zeinrich von Oitlen , Landmarſchal , Peter Weſſelex, Comtur zu Vellin, und die Männer der Lande Lyflande, Denn s Sö6ge,

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136 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, +. 1446 Nach Zuitfelds Zeugnis hatteſich der König Chriſtoph von Dännemark, Schweden und ASE von glaubwürdigen Männern ſeines Reichs vor- tragen laſſen, daß die Kirche zu Oeſel, ſo unter das Biſtum Bipe gehört, von ſeinem Porfahren auf. gethanes Erſuchen immer ſey beſchüßet worden , theils we- gen einiger bejondern Befehle vom apoſtoliſchen Stuhl, theils wegen vieler Gee fälligkeiten , welche die vorigen Biſchöfe, und noch der jetzige Herr Ludolph der Krone Dännemgrk erwieſenz daher nahm er deſſen Perſon , Kirche , Kapitel, Vaſallen, Schlöſſer , Güter und Unterthanen in ſeinen Schuß, und verſprach die canoniſche Wahl des Kapitels zu unterſtüßen, den Boten des Biſchofs in ſei- nen Reichen freien Zutrit, Stand und Gang zu verſtatten , und keinen Freveler wider den Biſchof. zu hegen, ſondern aus dem Reiche nachdrücklich wegzujagen. Er unterzeichnete dieſen Freiheitsbrief.am 16 Jul. auf dem Schloſſe Stockholm. Wie das letztere wol ſeyn kan, ſo iſt das erſte ganz falſch, daß Oeſelzum Biſtum Ripen gehöret , wenn auch noch ſo viel warhaftige Orakel es dem König vorgeſa- get hätten. Vielleicht hat man aus Bigge und Ripe ein Biſtum gemacht. 8 Am Andregstage weihete der Biſchof. Zeinrich von Revel, auf Anſuchen des Abts Johan Greves, das-Kloſter Dadis ein, und widmete ſelbiges der heiligen Dreifaltigkeit , der Mutter GOttes, dem heiligen Kreu, Johan dem Täufer, Johan dem Evangeliſten, wie auch dem Apoſtel Bartholo- mäus, den Märterern Lorenz und Georg, den Betennern Georg, LJico- laus , Bernhard , Anton , den heiligen Jungfrauen Catharing und Barbarg, der heiligen Witwen. X]aria Magdalena und St. Anng, nebſt allen Heiligen. Wer dem Kloſter Gutes thut, und oft Walfarthen dahin an- ſtellet, bekomt 49 Tage von der aufgelegten Buſſe erlaſſen. das Inſtrument darüber iſt auf dem groſſen Schloſſe zu Bevel ausgefertiget. Der Erzbiſchof Zenning.von Scharfenberg LIG nach einer 24 jährigen Regierung; und nach ihm ward der 14te Erzbiſchof, Splveſter Stobwaſſer, ein Preuſe aus Thorn, des Hochmeiſters Kanzler und bisheriger Ordensbru- der, am Joyannstage erwehlet. Das ritziſche Kapitel ſandte den Probſt Diedrich LTageln und die Männer der Kirche, Carl von Vietinghof und Ewold Patküln an ihn, die ihnſo weit brachten, daß er am Mitwochen in 1449 den heiligen Oſtertagen zu Marienburg die ſchriftliche Verſicherung ausſtelte, nach löblicher Gewonheit ſeiner Vorfahren keine Kriege anzufangen oder zu belie- ben, wo es nicht. mit des Kapitels und der Ritterſchaft Einwilligung geſchähe. PBobey er zugleichihre alten Rechte , Freiheiten und Gewonheiten lieber zu vermeh- ven als zu mindern angelobet. Am /Johginntstage ward er in der Domkirche zu Big vorgeſtellet. Der Stadt Riga beſtätigte er das Jahr darauf zu Ro- 1450kenhauſen, am'Tage "Jacobi, alle ihre Privilegien, Rechte und Gewonheiten unter hohen Betheurungen. Der neun und dreyßigſte Ordensmeiſter in Lieflan deutſchen Ordens, Johan Mengden, ſonſt Oſthof *). 144 eine erſte Sorge gieng dahin, ſich die Klagen der Pfaſſen über den 53 Orden vom Halſe zu ſchaffen. Daher trat er unter Vermittelung des Hochmeiſters mit dem Erzbiſchof Silveſter zuſammen; und verglich ſich zu Wolmer Dienſtags nac) Mari& Heimſuchung, ) Über folgende mit 37 Siegeln beſtätigte Punkte. Der IE un S3, Johan Lechres, Claus Mels und Lambert Mettaabk, für ſich und thre Nachkommen. ' 8) Chyrräus heiſt ibn Johan) von Ahengedein 3; Horner , Johan Cyuipepp von j eng«

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Erzb. Silveſt. Stobwaſſer. zur Zeit der Reg. Joh. Mengdens. 137. Uud er verzeihen ſich aller Bullen und Briefe, die Bonifacius der 1Xte dem 1451 Orden über die rigiſche Kirche gegeben. Dex Erzbiſchof begiebt ſich aller gn en Wengen; Ruſſov, Johan Oſthoff von Mengeden; Ceumern , von Meng» den ; Prärorius , Johan Oſthoven von Mengden. Ernſt von Mengden, genant Ofihoff, war 1451 Comtur, zu Revel, Die Stadt lies ihn ebenfals über 6 Jahr auf die Huldigung warten , mit welcher ſie ſich nietnals gegen den Ordensmeiſtet übereilet, So machte ſie es auch mit den Erzbiſchöfen , ſonderlich zu der Zeit, als die Gewiſſenstyranney dem Evangelio hinderlich fiel : dagegen ſie ſich gegen die Ordens? meiſter deſto williger bezeigte, Was hatte Mengden nicht zu klagen, wie hart und unbezwinglich die Stadt bisher in ihrem Eigenſinn geweſen ? Es iſt ein Document vont 1456 vorhanden , darin der Ordensmeiſter alles dasjenige nachſagt, was viele ſeiner Vorfahren ſchon geklaget hatten, Wir wollen die Punkte deſſelben hier beibringen. 1. Beſchweret ſich der Herrmeiſter über den Eingrif der Stadt in die päpſtliche, kaiſerliche, königliche, und andre <riſtgläubige Privilegien des Ordens , welcher Orden doch bey Einnehmung des Landes das meiſte gethan habe, 2. Obgleich der Orden vom Kaiſer Friedrich dem andern mlt dem alten Kal« ſerrechte begnadiget worden , und die Brüder der Ritterſchaft Chriſti, die man noch die Schwertbrüder nenne , ihr Heil an Bezwingung und Bekehrung der Heiden verſus <etz ſo hätten dieſe Brüder doch vor Zukunft des deutſchen Ordens nichts ausge- richtet. Die Stadt ſolle daher die den Schwertbrüdern vom dritten Biſchof Albert, mit Zuziehung des Legaten Murinenſis, zugeſtandene Stadtmarke , worüber das gottländiſche Recht gegolten , unangetaſtet laſſen. Wie nun der Orden vor der Zelt des Södnebriefs nach altem kaiſerl. Rechte die Herrlichkeit über die Stavt gehabt, ſo wäre ſolche nach der Zeit des Sönebriefes vom Kaiſer Ludwig dem I1Vten, und nachher vom römiſchen König Rudolph beſtätiger worden. Er verlange alſo von der Stadt die Huldigung, und den Eid der Treue 6 Tage nach Ueberantwortung dieſer Schrift, 3« Solle der Orden nach dem alten Rechte der Schwertbrüder , das dritte Theil der Münze haben, und der Münzer oder Vogt von der Stadt mit Zuziehung des Or. dens geſeßet werden, 4. Es wären zwar nach langen Beſchwerden viel ſachte gute Worte von der Stadt zu deren Abhelfung gefallen, jedoch die That wolle den Worten nimmer folgen, 5. Der Sönebrief wäre nicht gehalten, dem Orden vor der St. Jacobspforte eine falſche Grenze angewieſen, und der Bürgerſchaft erlaubet, auf dem Ordensgebiete etliche Baumgärten anzulegen. 6. Habe die Stadt auf dem Holme Rogenlage den Zaun unrichtig gezogen s denn obgleich in alten Zeiten die Grenze ſo gegangen, ſo müſte doch der Orden, weil ihm die Düne ein Stü> davon abgenommen, von dem Zuwachs des Holmes auf der andern Seite mit Nußen ziehen , und eine neue Theilung gemacht werden. 7- Sey dem Orden die Viehweide von der Bürgerſchaft durch Anlegung ihrer Höfe, Gärten und Gebäude geſchmälert worden, Roßmühlen und andre Mühlen in der Stadt ohne Einwilligung des Ordens angeleget. 8. Die Fiſche würden den Reichen in die Häuſer und nicht auf öffentlichem Marke gebracht , der Zehnde nicht ordentlich abgegeben , die kleinen Strafgelder nicht getheilet. 9. Die Stadt habe bey des ſeligen Meiſter Finckens Zeiten einen ſeiner Dieter, Namens Srernbertt, gegen alle Vorſtellungen des Ordens inhaſtiret , und endlich ento haupten laſſen, da doch dem Orden das halbe Gerichte zukäme, Wie ſie denn auch »58an8 Sceniken , wider allen Willen des Haugscomthurs , in den Thurm geworfen, und zu grob und zu tief in die Freiheit des Ordens getaſtet hätte. x0. Als der Hauscomthur um Hülfe und Beiſtand wider die Holländer wegen 6. Puntzolles angehalten, ſey der Rath nicht nur ſtille, ſondern gar entgegen ge weſen. 11, Ungeachtet die Stadt nach dem Sönebrief verbunden , wenn ein Hetrmei- meiſter ſelbſt reiſet , mit aller iheer Macht ihm zu Hülfe zu kommenz ſo habe dennoch Meiſter Francke auf einen kleinen Beiſtand im Oberlande vergeblich angeſprochen, . und Meiſter Schuntzel ſeliger , wie vie Lirthauer Thomasdorp verbrannt , gar alleine wandern müſſen. 12. Wären drey Dörfer dem Orden vorenthalten , und da die Licthauer des Herrmeiſters Hof auf dem Holme anzünden wollen , habe der Herrmeiſter nach langem Entbje» Mm

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"138 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, T451 1452 len und Briefe, die der Papſt VMartinys der Vte ihrer Kirche ertheilet , ſeitdem er ihnen die Kleidung des Auguſtinerordens zugeſtanden; jeder Theil hebt die am päpſtlichen Hofe errungenen Vortheile gegen einander auf, bleibet aber im Genus der alten Privilegien, und beſtätiget den walker Frieden von 1435. Der Orden wil ſich keiner Gerichtbarkeit oder Viſitation in Abſicht der Geiſtlichen anmaſſen, ſondern den Propſt und Dechanten zu ihren heimlichſten Freunden und Rathge- bern ernennen, die freie Wahl eines Erzbiſ ofs nicht hindern, und den Hafen in Dünemünde jedem zum Ein-und Auslaufen offen laſſen. Der Vergleich zwi» ſchen dem Ordensmeiſter und Propſt wegen des Landes über der Düne gegen den Holm Dalen zu, und gegen die Wehre der Düne wird beſtätiget. Die Neunaugenwehre in der Treyder Ag, ſol der Meiſter ein Jahr und das Kapi- tel das andre Jahr beſchlagen. Die Kirchenſchlöſſer Lennewarde und K0- kenhauſen genieſſen frey Bau- und Brennholz. Zur Beſtätigung deſſen hat der Meiſter das Begräbnis im Dom unter dem Chor erwehlet. Die Geiſtlich- feit verbindet ſich hauptſächlich , Kleider von gleicher Farbe mit dem Orden zu traa gen, und erneuern die Bulla habitus, daher dieſer Vergleich auch noch die Bulla habitus oder der wolmerſche Brief heiſt. Der Kaiſer Friedrich) der Ute beſtätigte den liefländiſchen Ständen die vor 10 Jahren abgefaſte Ratification aller Privilegien, ſv jenen von ihm, ſeinen Vorfahren und andern Herren gegeben ſeyn, von neuem mit Vernichtung aller andern Freiheiten , die dieſem zuwider laufen. Nachdem der Ordensmeiſter den Erzbiſchof nebſt ſeinen Geiſtlichen wieder in ihre alte Kleidung gebracht, gab er ſich die äuſerſte Mühe , die halbe Gericht» barfeit über die Stadt Bittg zu erringen. Silveſter muſte ſich von den faiſer- lichen Privilegien Carls des IVten auch losſagen. Nach langen Gezänke kam es zu deni berufenen Vergleich, welcher von ſeinem Stifrungsort der kirchholmi- ſche Vertrag genant wurde, den man billig zu den Tractaten rechnen fan, welche der Republik den letzten! Stos gegeben; weil die Erfahrung gelehret , daß nicht allein Ruhe, Sicherheit und viel Gutes gehindert, ſondern auch von Seiten der Stadt den Ordenömeittern ſowol als den Erzbiſchöfen viel Herzeleid und Krän- fung zugefüget worden. *) Dienſtags Entbieten und Bitten , den Rath weder aufs Schlos noch in die Domkirche zur Bea ratſchlagung bekommen können. Man habe ſo gar ehmals, wieder Orden aus Preuſs ſen und anderwerts Hülfe erhalten, den Truppen die Thore verſperret , Kieken und Rennebäume vorgezogen , Bolwerke errichtet, Pflö>er und Angeln gemacht , und thue es noch jeßo , ſo wenig auch der Orden und der Herrmeiſter Anlas zu einem Arg» wohn gäben, 13. Es ſey wider den Sönebrief, daß jeder Bürger , der ein Erbe kaufet, und darinneu wohnet , an die Heiligen ſchweren müſſe, daß er kein Erbe noc< liegende Gründe an geiſtliche Hand verkaufen, verpfänden, verſeßen, oder auf andre Weiſe an geiſtliche Hand bringen wolle, 14. Fordert der Herrmeiſter die Erſeßung des Schadens auf dem Hofe zu Rom und auf dem Concilio, wie auch den Holm , den Gottſchalk Fiſcher vormals, und nun Zardwich Steenhuus gebrauchet, in der Düne, das. Pakhaus zu Düne- münde, den Buckesholm in der Düne, und einen Raum beyder Oberſtadt wieder. Zuleßt fährt er die Verbindlichkeit an , mit welcher die Stadt dem Orden ver« pflichtet ſeyn ſolte , und ermahnet ſie als liebe Geſchworne künſtig treuer und aufrichtt- ger dem Orden zu begegnen , dagegen ſie alles Schußes verſichert werden. s) Da dieſer Vergleich in allen folgenden Unterhandlungen von der mächtigern Partey entweder zum Grunde geleget, oder auch aufgehoben worden , überdem auch in keinen gedruckten Büchern zu finden 3 ſo verdienet derſelbe hier allerdings einen Plaß- Das Original iſt altdeutſch , vnd damit wir zu deſſen Verſtändlichkeit nicht eine neue Ueber- ſesung abdrucken laſſen dürfen , ſo ſind wir dem Grundtert ſo genau im Hochdeutſchen geſolget, als es die Sprachgeſeße erlauben wollen, Die Stadt hat ſich bey Anneh« mung deſſelben am längſten geſperret, muſte ihn aber Montags nach Epiphanias 1492 mit einer Vorrede bekant machen, und mit dem Stadtſiegel bekräftigen. Man hat ihn

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Erzb. Silveſter. zur Zeit der Reg. Johan Mengdens. I39 Dienſtags vor Oſtern ertheilte der preußiſche Hochmeiſter Ludwitt von 1452 Erlinethguſen, der Ritterſchaft von SE und Wirlgand die kaun > m2 ihrer ihn als] einen "Scherwenzel in der Hiſtoris anzuſehen, der bald alles, bald nichts galt, erhöhet und herunter geſeßt wurde, Jn verſchiedenen Huldigungsbriefen , wo es die Stadt am beſten zwingen konte, iſt er für eine ihrer Seelen Seligkeit , Ehre und Wohlfahrt ſchädliche Scharteke erkant, Der Kirchholmiſche Vertrag. IB! Sylveſter von GOttes und des römiſchen Stuhls Gnaden, der heiligen Kirche zu Riga Erzbiſchof deutſchen Ordens, und Wir Johan von ÜMengden, anders genant Oſthof, Meiſter deutſchen Ordens in Lyfiandt, thun kund und offenbar allen denen , ſo dieſe Schrift ſehen , hören oder leſen, daß nachdem leider über hundevt Jahr bisher groſſer Zwietracht, ſo wol am Hofe zu Rom vor Gerichte als anders Orts zwiſchen unſers Erzbiſchofs Vorfahren ſeligen, und unſerer Kirche an einem, und un« ſers Vorfahren und Orden an dem andern Theil geweſen, wegen der Herrlichkeit unſrer - Stadt Riga, indem einjeglich vorgeſchrieben Theil meinte die Herrlichkeit der Stadt Ri« ga alleine vor ſich zu haben , alſo daß ſolche Zwietracht, der Vogt, Bnrgermeiſter, Rath und Gemeine der vorerwehnten unſerer Stavt Rig3mit Vorbehaltihrer Privilegeien und Gerechtigkeit was der Herrlichkeit vom Rechte zugehört und zugehören ſolte , unterwunden hatten. Das haben wir Sylveſter, Erzbiſchof mit unſerm Kapitel und Manſchaft , und wir Johan, Meiſter in Liefland, mit unſern Gebietigern und Orden betrachtet und über» ſehen , die erſte Stiftung und Empfang auf die Herrlichkeit unſrer Stadt Riga, und befunden, daß von Anbegin der Stiftung unſrer Stadt Riga wir vorgeſchriebene bei de Parten, als Erzbiſchof zu Riga , und Meiſter in Liefland, Recht gehabt haben und ſollen haben zu der Stadc Riga, und haben uns um ſothane Herrlichkeit ders ſelben Stadt Riga freudlic) und gründlich vertragen, als wie hernach folget , nem« lich , daß wir die vorbenante Herrſchaft der Sradt gleich untereinander getheilet haben, mit allem was zu der Herrlichkeit mit Recht gehöret, und haben darum dem Vogt, die Bärgermeiſter, Rath und Gemeine der gedachten unſern Stadt Riga mit unſern Anſprachen angelanget und erfordert. Nachdem Wir, Splveſter , Erzbiſchof, von wegen unſerer und unſerer Kirs <en , und aus päpſtlichen, faiſerlichen und föniglichen Privilegien und Begnadigun« gen von erſter Stiftung unſer Stadt Riga, und Wir, Johan, Meiſterin Liefland, von wegen unſers Ordens an der Stäte vorzeiten der Schwertbrüder auch gegebenen päpſtlichen und kaiſerlichen Privilegien , der Stadt Riga rechte natürliche Herren ge« weſen ſeyn und ſeyn ſollen, daß uns beiden Parten vorbenant , und einem jeglichen Theile beſonders, der Vogt, Bürgermeiſter, Rath und Gemeine den Eid der Hul« digung als ihren rechten Herrn, denen ſie das von Rechte ſchuldig ſeyn , thun und leis ſten wolten, und uns wieder zufehren , was ſie uns in ſothaniger Zwierracht , die zwi. ſchen unſern Vorfahren und uns bis anhero geweſen , ſich unterwunden hatten, deshal« ben der genante Vogt , Bürgermeiſter, Rath und Gemeine unſer Stadt Riga, ſich mit uns freundlich darum vertragen , und uns beiden Parten , und einem jeglichen bes ſonders den ſchuldigen Eid der Huldigung gethan und geleiſtet, und uns auch belobet, Kraft des Briefs , ſo darüber gemacht, auch mit ihren JInſiegeln verſiegelt, ſothanen Eid der Huldigung allen unſern Nachkömlingen in ihrem erſten Anfange zu ewigen Zeis» ten, und daß ſie uns beiden ihren rechten Herren und unſern Nachkömlingen gleich ge« horſam und gewandt ſeyn ſollen in allen Sachen , ſo die geſchworne Unterſaſſen ihrem rechten Herrn zu thun ſchuldig ſeyn. Im Fal aber daß der Herr Meiſter gegen ſeine Feinde würde zu Felde ziehen , der Herr Erzbiſchof aber nicht, ſo ſol gleichivo! die Stadt Ritza dem Herr Meiſter verpflichtet ſeyn, zu ſolchem Kriege die Hand zu bieten, gieic) als wenn der Herr Erzbiſchof mit zu Felde wäre, Gleichfals ſollen die von Ri« ga ſich halten gegen den Herrn Erzbiſchof, und wir vorgeſchriebene beide Hexrern und Unſre Nachkömlingo haben uns auch wegen der Münze in unſrer Stadt Rig vertragen, dieſelbe gleich zu haben und zu behalten. Wiederum haben wir Splveſter Erzbiſchof, vorbenant, mit Nath und Cons ſens unſers Capicels , von wegen unſrer und unſrer Kirchen von einem, und wir "Jos ban , Meiſter in Lieſland vorbenant , auch mit Rath und Conſens unſrer Gebietiger, von wegen unſers Ordens, dem Vogt , Bürgermeiſter, Rath und Gemeine unſrer Stadt Riga , unſern lieben Getreuen verneuet und beſtätiger alls ihre Privilegia , Freia heiten und Gerechtigfeiten, die ihnen vorzeiten gegeben ſind von unſern Vorfahren, Erze

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140 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1452 ihrer Handfeſte, ſo ihnen der ehrwürdige Herr Conrad von Juntintten, vor 55 Jahren über ihr Recht gegeben. Der Gnadenbrief iſt ausgeſtellet zu Ma- rien- Erzbiſchöfen , und Meiſtern der Schwertbrüder, mit Zulas vor Zeiten des Herrn Les gaten Mutinenſis , ſo wol derer die da ſprechen , auf Gerichte, Freiheiten und Markte unſrer Stadt Riga, als auch andre Freiheiten, die da nicht entgegen ſeyn dieſen vor« und nachgeſchriebenen Artikeln in dieſem Briefe berührt, nach Jnhalt der Briefe von uns darüber gegeben und verſiegelt , jedoch was in dem Privilegio , welches unſrer Stadt Ritza von unſern Vorfahren , Biſchöfen und Erzbiſchöfen , und den Schwert- brüdern, mit Conſens des Herrn Vf utinenſis gegeben , geſchrieben ſtehet, daß die Bürger ſich mögen einen Richter der Stadt erwehlen , und den Erkornen dem Biſchof überantworten, und der Biſchof ſol ihn inveſtiren 3 des haben wir Sylveſter, Erzbiſchof, uns mit dem Herrn Meiſter und Orden alſo vertragen , daß es in künftigen Zeiten alſo ſol gehalten werden; j Wenn ein Vogt von den Bürgern gekoren wird , denſelben ſollen ſie uns beiden Herren und unſern Nachkömlingen, ſo bald wir zuſammen, vorbringen und überant« worten, zur ſelben Zeit wollen wir ſämtlich und ſonderlich denſelben beſtätigen und in» veſtiren laſſen, alſo daß innerhalb ſolcher Zeit, da der gekorne Vogt von uns beiden . Hecren beſtätiget, in unſrer Stadt Riga richten ſol. Und da es ſich künftig zutrüge, daß einer von uns vorbenanten Herrn oder unſrer Nachkommen , auswärts und nicht in dieſem Lande wäre, ſo ſol der andre unſert halben Macht haben, ſothanen gekornen Vogt zu beſtätigen und zu inveſtiren, nach ſolcher Beſtätigung ſol verſelbe Vogt von zweien, als einem von uns Erzbiſchof , und dem andern von uns Meiſter , und un- ſern Nachkömlingen auf das Rathhaus , in unſre Stadt Riga gefäühret und gebracht, daſelbſt auf den gewöhnlichen Stuhl geſeßet , und das Gericht von unſer beiden Herren „wegen und unſern Nachkömlingen , gleich zugehören und bleiben zu ewigen Tagen, und derſelbe Vogt von uns beiden Herren beſtätiget , ſol von unſrer beiden und unſrer Nach» kömlinge wegen Macht haben, einen Untervogt zu ſeßen, wenn es nothwendig und un- entbehrlich thut, nach Jnhalt ihres Privilegii , ihnen von uns darauf: gegeben. Und nachdem unſrer beiden Herrlichkeit zuſammen, und einem jeglichen beſonders gebühret, in unſver Stadt Riga das Geleite zu geben, ſo wollen wir ( da uns und unſern Nach- kömlingen der geforne Vogt überantwortet und vorgebracht wird ,) ihm anbefehlen, Geleite in unſrer Stadt Riga zu geben, item Wracer , Wäger und andre gemeine Amtleute zu ſeßen , das dem obberührten Vogten, Bürgermeiſtern , Rath und Gemeine unſrer Stadt Riga aus Macht ihrer Privilegien , Freiheit und Gerechtigkeit , zu thun erlaubet iſt. Auch noch, iſt derſelbe Vogt von wegen unſrer beiden Herren und Nach» kömlinge inveſtiret, ſol er hinführo unter den Bürgermeiſtern , Rath und Jnwohnern unſrer Stadt Riga, als der höchſte und gröſte in der Stadt nach alter Gewonheit geachtet und gehalten werden, Auch ſo wollen und mögen wir oben geſchrie- bene beide Herren ſämtlich und beſonderen und unſre Nachkömlinge Geleite in unſrer Stadt Riga geben, doch nicht zu Widerwillen und Schaden unſern lieben Getreuen, uns alſo wie es in dem Privilegio LTicolai, unſers Erzbiſchofs Vorfahren, dem Ra- the unſrer Stadt Riga erlaubet iſt, gortländiſches Recht zu verbeſſern, als ſie das ſehen und werden ſehen ſich ziemen zur Ehre GOttes. Geſchicht es nun in Fünftigen Zeiten, daß der Rath in unſrer Stadt Riza zu ihren Gerichtsurtheilen gottländiſch Recht nicht verbeſſerten , als ſich das ziemet der Ehre GOttes, auf daß derjenige, der da vermeinet, daß er beſchweret wäre mit unſrer Stadt Riga Rechte , ſich nicht bes dürfte des Rechts beklagen , oder aus dem Lande ander Recht beſuchet , ſo geziemet und gebüret ſich , daß die nechſte Herrſchaft der Rechten ſol darum beſuchet werden , derent- halben ſol frey ſeyn, einem jeglichen in Sachen, die da Ehre und einigen Verderb ſei- ner Güter angehen, uns vorbenante Herren anzurufen und zu beſuchen , und was denn mit unſer vorgeſchriebenen beiden Herren Unterweiſung unſrer Stadt Riga Rath ſpre- <en würde , dabey ſol es bleiben und gehalten, und nicht auſſer Landes forder geſuchet werden. Auch ſollen und mögen der Vogt, Burgemeiſter Rath und Gemeine unſrer Stadt Riga Baurſprache , Wilkühr oder Sakungen , nicht ſeßen von ſich ſelbſt, ſon- dern mit Conſens und Beliebung des Herrn Hauscomthurs zu Riga, und Vögten der Stadt, von wegen uns beiden Herren und unſerer Nachkömlinge , als ſie denn von Stiftung der Stadt an nicht Macht habenzu thun gehabt , als das ihr Privilegium von unſerm Vorfahren L7icolao gegeben, ausweiſet , der ihnen Nothſaßungen geſeßet hat, und beſtätiget , als mit Namen von liegenden Gründen , wo die geiſttichen Leute mögen zugefüget werden oder nicht, dieſelben Wilkühre oder Geſeße , wir auch wollen , daß ſie bey Macht ſollen bleiben und gehalten werden, und es künftig geſchehe, das 42. verhüte,

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Erzbiſchof Silveſter. zur Zeit der Reg. Johan Mengdens, 141 rienbriret, und auſſer den preußiſchen Ordensherren von dem oberſten Gebie- 1.452 tiger in Fiefland, Johan von Wiengden, anders Oſthof genant, NI 45 es verhüte , daß wir beide Herren oder unſre Nachkömlinge zwiſtig würden , ſol unſre Stadt Riga keinem Theile mit Rath und That beifallen und Beiſtand leiſten , ſondern ſie ſollen ſich befleißigen und bey beiden Herrn treulich bearbeiten , daß ſothane Zwie» tracht hingelegt und geſchieden werde, | Auch ſind etliche Zwieträchte unlängſt geweſen, zwiſchen uns Erzbiſchoffe und Capitel / und uns Meiſter und Orden, und unſrer-Stadt Riga, Nemlich , daß etliche Bürger zu Riza in unſerm Hofe gebauet hatten, dies ſelbigen Verbrechen haben wir uns mit dem Vogte, Bürgermeiſter , Rach und unſrer Stadt alſo vertragen? Wir haben ihm mit Conſens unſers Capitels gegeben eine Hof ſtäte und Raum hinter unſerm Stal belegen, unſerm Capitel zugehörig, nach zwey Hoſſtäte mit den Häuſern im Ellerbrocke hinter St. Johannis belegen , und dazu hundert Mark Rigiſch , ſo daß uns nun fortan von dem Orte unſers Stalles in un» ſerm Hofe belegen, bis in die Gaſſe, die Rüttergaſſe genant , nnd fort nach der Düne werts alle die Räume darin beſchloſſen , bey unſrer Kirchen und unſerm Hofe zu Riga bleiben und hinfort gehören ſol. So haben wir Sylveſter, Erzbiſchof von un» ſrer Stadt Riga gefordert St. Jürgen , binnen der Stadt belegen , die Kirche, mit allen Gebäuden, und was dazu gehört, binnen und auſſer der Stadt, welcher Raum Kirche und Wohnung uns und unſerer Kirche zu Riga ewig zu verbleiben , im Hofe zu Rom durch Urthel und Recht zugeſprochen und zugetheilt iſt. Das haben dieſelben Vogt, Bürgermeiſter und Rath unſrer Stadt Rita ſelbſt uns und unſrer Kir» hen Gerechtigkeit erkant, und haben uns den vorbenanten Raum zu St. Jürgen mit allem Zubehör , in und auſſer der Stadt gelegen, freundlich und gütlich wieder eingege» ben , und wir haben ihnen wiederum zugeſaget , daß wir die Kirche wieder wollen reno» viren , und denſelben Hof zu St. Jürgen mit aller Zubehör in und auſſer der Stadt belegen , wollen wir laſſen bleiben ein Hoſpital der Kranken und Armen, zu ewigen Zeiten , darüber wir , unſere Nachkömlinge und Kirche allein die Herrlichkeit behalten, und Vormünder dazu ſeßen , und niemand anders haben ſolle zu ewigen Zeiten. Und Hiermit übergeben wir auch alle unſre andre Anſprache , die wir und unſre Kirche ges Habt haben auf den heiligen Geiſt, den unſre Stadt Riga unſerm würdigen Orden ver» ſchrieben hat , auch das Hoſpital vor Zeiten St. Lazari, Auch ſo haben wir unſrer Stadt Riga gegeben und übergewieſen den Pfefferzins und Wachszins, in und auſſer unſerer Stadt, wie ſie uns von Rechtswegen möchte gebühren , dafür ſollen ſie uns jährlich auf St. Martinstag drey Ligpfund Pfeffer *) zur Erkentnis ausrichten und geben. Ferner ſo hatten wir Johan von Mengden, anders genant Oſthof, Meis ſter deutſchen Ordens zu Liefland , von wegen unſer und unſers Ordens Anſprache zu unſrer Stadt Riga, und etliche Dörfer, die unſer Orden über Menſchen Gedens- ken lange beſeſſen hatte, und die vorbenante unſre Stadt Riga in den Nöthen, als unſer Orden eine Niederlage hatte in Lirtowen , uns abgedrungen und andern Heu- ſchlägen und Ländern, des haben wir und unſer Orden mit ihnen vertragen , und ſie Haben uns freundlich und gütlich ſothane Dörfer wieder überantwortet und zugekehret«. Auch ſo haben ſie uns wieder überantwortet alle Heuſchläge, Holme, die Pfarrweids bey Dünemünde belegen, Garten, Weide und Lande, die unſerm Orden gehörig und unſerm Orden von ihren Vorfahren verſchrieben ſind , in dem Briefe der Sündebrief, C(Söhnbrief,) genant, denſelben Brief ſie uns , auch unſerm Orden gelobet haben , vol und unverſehrt zu halten, ausgenommen den Eid , den ſie unſerm Orden bisher geleiſter Haben. Dafür ſollen ſie uns und unſern Orden thun den Eid der Huldigung , wie vor- gedacht , nnd wie es in dem Sündebrief, geſchrieben ſtehet, daß ſie uns und unſerm Orden gelaſſen haben alle Gerichte der Stadt halb 3 welchen Bruder die Meiſter dazu erwehlen, der ſol ſiven mit dem Vogt, das Gerichte nach unſrer Stadt Recht , alle Brüche , Anfal und Pdne zu Nute beider Parten, Dieſes Artikels haben wir Spl? veſter , Erzbiſchof, und wir Johan, Meiſter , uns in dieſer Weiſe vertragen, daß forthin ein Hauscomthur , oder welchen ein Herr Meiſter dahin ſeen wird ſeines Or« dens, der ſol ſißen und ſeyn im Gerichte und Rath , an Stat unſer beiden Herren , ſd wol eines Herrn Erzbiſchofs , als eines Herrmeiſters , und ſol auch darum aufnehs men und empfangen die Helfte von dem Gerichte und allerley Brüche , Pda ne 9) Eine Ovitung auf 1 Liepfund Pfeffer gab Bfengder, genant Oſfhof, an die Stadt, Montags vox Corporis Chriſti; 1453: N .

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142 Leben und Thaten derliefländiſchen Ordensmeiſter, 1452 Wegslern, Comthur zu Vellin, Berend von Zepden , Vogt zu Jerwett, Thomas von Jungersdorf, Andregs Grewesmühl „ Comthur zu Dü- nemünde, und Eberhard Voigt, Comthur zur Dernau, unteeſhriepim er ve und Gefälle, allein vor ſeines und ſeines Ordens Nuß und Behuf behalten , und uns Erzbiſchöfen und unſern Nachkömligen nichts davon zurechnen noch geben, Die andre Helfte verſchreiben und geben wir unſrer Stadt Riga zu ewigen Tagen, wie auch in dem Sündebrief, geſchrieben ſtehet. Von dem Zehnden der Fiſche , des ſind wir Erzbiſchof: und Meiſter vorbenant , alſo eins geworden : Wenn ein Herr Erzbi- ſchof.in der Stadt Riga iſt, ſo ſollen die Fiſcher , die dem Herrn Meiſter den Zehnten pflegen zu geben , dem Herrn Erzbiſchof, die Helfte geben, wenn aber der Herr Erzbi- ſchof nicht gegenwärtig in der Stadt Riga iſt, ſo ſollen die Fiſcher dem Herrn Meiſter allein den Zehnten geben nach Laut des Briefes. Auch hat unſre Stadt Riga in demſelben Briefe verſchrieben , ob uns jemand in den Artikeln beſprechen oder hindern wolte, die ſie uns verſchrieben , davon ſollen ſie uns freyen, Viele Abſprüche haben wir darinne gehabt, und über hundert tauſend Gulden im Hofe zu Rom und einen andern Weg verzehret, ſolchen Schaden und Zehrungen haben ſie uns nicht ausgerich« tet, jedoch um ſonderlicher Gunſt und Liebe, ſo geben wir ihnen zu , und erlaſſen ſie ſolcher Unkoſten und Zehrunge von wegen unſers Ordens, Fortmehr, ſo hätten unſre Kirche , Pröbſte und Capitel Auſprache an unſre Stadt Riga, um etliche Güter und Geſinder gegen den dahleſchen Holm und Steinholm belegen, welche Güter den vor- benanten unſerer Kirche Probſt und Capitel mit dreyen Urtheilen am Hofe zu Rom durch Recht zugeſprochen worden z des haben die vorbenante Vögte , Bürgermeiſtere, Rath und Gemeine unſrer Stadt Ritza ihre Güter, als ſie in ihren alten Scheidungen und Marken gelegen ſind, unſeren Kirchen Probſt und Cäpitel vorgedacht gütlich über- antwortet und folgen laſſen. Und die vorgenante unſrer Kirche, Probſt und Capitel, haben wiederum übergeben und erlaſſen alle Unkoſten und Zehrunge , auch Früchte und Nente , die da die vorerwehnten Vogte , Bürgermeiſtere, Rath und Gemeine bis ano hero ausgefehret , und von den vorgedachten Gütern empfangen haben, hinführo dar« auf nicht zu ſprechen. Fort ſo haben auch unſre Capitel Anſprache auf, die Mark des Stifts, und an die Schmiedeſtraſſe und viel andre Häuſer, die ſie vermeinet, daß ſie auf des Stifts Freiheit gebauet wären , des haben ſie ſich mit unſers, des Erzbiſchofs Conſens , alſo vertragen , daß unſer Capitel ſol frey und friedſam und ungehindert has ben, behalten und beſißen , zu ewigen Tagen den Raum und Wohnſtätte, die ſie nun im Beſiße haben , mit allen Wohnungen , Mauren, Thürmen und Häuſern , ſo wol gegen Dünemünde , als gegen die Stadt. Da auch unſre Stadt Riga keinen Zehnden oder Gerechtigkeit inne hat, ſol man ſie auch nicht verhindern , gewönliche Fenſter darinne zu machen oder zu bauen. Auch ſollen die Bürger die Hölen zumaue ren, die binnen in des Stifts Garten gemacht ſeyn, durch die alten Stadtmauren, und ſollen auch nicht ; mehr Miſt und andre Fäulnis darein werfen, andre ziemliche Fenſter , die nothdürftig ſeyn , mögen ſie darinne wol behalten, und wegen des Rau- mes , der da genant der Schweinhof, haben ſie ſich alſo vertragen , daß derſelbe Raum von der Stadtmauer bis an der Düne, gleich dem Domhofe , ſol dem Stifte auch ewiglich bleiben, jedoch wil jemand Holz oder andre Sachen dahin ſeßen , das ſol er thun mit des Capitels Gunſt , ausbenommen den Hof, den nun jeßo Gerdt Harmens beſißet, und die Stube , die die Stadt Riga hat laſſen bauen , die ſol ſie unbekümmert und frey behalten, und die Pforte, da man auf denſelben Schweinhof gehet, ſol ſtehen bleiben zur Verwahrunge und Beſtellung des Capitelsz3 auch ſo hat unſer Capitel mit Urteln der Stadt Riga die Schule zu St, Peter am Hofe zu Rom abgewonnen, und darum hat auch die vorernente unſre Stadt unſerm Capitel das Regiment und Verwaltung derſelben Schule zu „St, Peter gütlich übergeben und überantwortet , alſo daß unſer Capitel forthin und in zukommenden Zeiten ewig einen Schulmeiſter derſelben Schule nach ihren Willen ſeßen und einweiſen mögen un- verhindert , und wir Sylveſter , Erzbiſchof, mit Conſens unſers Capitels und Man- ſchaft haben den vorgeſchriebenen Herrn Meiſter und dem Orden zugelaſſen , und laſſen auch zu , Kraft dieſes Briefes , den vorerwehnten Brief, den ehmals der. Vogt, Bürgermeiſter , Rath und Gemeine der Stadt Rita, verſiegelt haben, der genant iſt der Sühnebrief.in allen Artikeln und Punkten, und verzeihen uns hiermit aller An- ſprache , wie ſie immer mögen genant werden , die unſre Kirche oder wir daran haben, oder haben möchten, auf die Briefe der Stadt Rita wider den berührten Orden und Meiſter. Und übergeben auch in Kraft dieſes Briefes und des Urtels, alle Proceſſe, Ere« . cuto»

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Erzbiſch. Silveſter. zur Zeit der Reg. Johan Mengdens. 143 Der Erzbiſchofi gab zu Trepden, Donnerſtags vor dem Sontage Oculi, x 452 dem Domherren Detmer , Roper , Engelbrecht von Tieſenhauſen und Didrich von Vietingbof Volmacht, ſich in neue Unterhandlungen mit der Stadt einzulaſſen. Sonderlich tilgete und tödtete er den ganzen kirchholmi- ſchen Vergleich , im Beiſein des ganzen Kapitels und der Herren Jürgen Per- ſevall , Jürgen Nrküul , Engelbrecht von Tieſenhauſen und Ynerrens von Ungern, in einer Urkunde mit 6 Siegeln, zu Rigg am Sontage Judicg. Doch das gute Wetter war von feiner Dauer. Da die Ordensländer und Städte in Preuſſen dem Hochmeiſter Lydwi von Erlinghguſen, ihrer empfindlichen Bedrängnis wegen, Eid und Pflicht auf? gefündiget, und ſich dem König von Poblen 1 Caſimir dem lVten in die Arme geworfen hatten 3 ſo machte dem liefländiſchen Ordensmeiſter ein Beiſpiel von der Art nicht weig Beſorgnis. Er wandte ſich alſo an den König Chriſkiern von Dännemark, und lies ihm durch ſeine Geſandten , Conrad von Vie- tinghof, Beinholden zu Aſcherade, Brune von Wettbergen und Rein- bold Stormich, 020 Miark gutes reinen löthigen Silbers entrichten, und Nn 2 zu cuforlalen „Briefeund allerley Schriften, die ſeliges. Gedächtniſſes Promholdus , vor Zeiten Erzbiſchof unſer Vorfahrn am Hofe zu Rom erworben, und auf Befehl ſeli« ger Gedächtniſſe ehrzeiten Jnnocentii des ſechſten, Papſtes, vermittelſt ſeliger Ge« dächtniſſe Franciſci des Titels St, Marci, damalen Cardinalis zugeſprochen und geurthelt iſt , auch ſeiner Declaration oder Erklärung ſeines Urtels, das er auf Befehl deſſelben Herrn Papſtes Jnnocentii gethan hat. Auch vor Zeiten Nlartini des Papſtes , nach ſeinem Beſehl , Gebote und Briefe in allen Artikeln , da ſie dieſer Ein« tracht entgegen möchten ſeyn, auch aller andern Eintracht, die in dieſen Sachen geſches Hen , vor Gebung dieſes Briefes, verſagen wir beide Herren , als Erzbiſchof und Meiſter vor uns und unſre Kirche, unſre Nachkömlinge und Orden zu ewigen Tagen, und uns alleine richten und halten wollen nach dieſer gegenwärtigen Eintracht und Vers ſchreibung , und wir Johan, Meiſter in Liefland , von wegen unſerer Orden und unſrer Nachkömlinge , aus ſonderlicher Gunſt und Liebe, die wir tragen zu den benan- ten Herrn Erzbiſchof und ſeiner Kirche, zu groſſen Frommen, Erhebung und Verbeſs- ſerung ſeiner erzbiſchöflichen Taſel, haben wir ihm gegeben und geben ihm und verſchrei« ben auch in Kraft dieſes Briefes eine Meile weges breit und lang, gegen ſeinen und ſei« ner Kirchenſchloſſe Urxkül, über und längs der Düne belegen, mit Land und Zeute, Büſchen und Waſſern und den Honigbäumen, auch mit der Mühlen und der Wehre da« ſelbſt belegen , und allerley Fiſchereien binnen derſelbigen Meilen belegen, mit allerley Herrlichfeit, nichts ausgenommen , als die unſer Orden bis anher gehabt hat, frey und friedlich bey ſeiner Erzbiſchöflichen Tafel zu ewigen Zeiten zu bleiben. Alle dieſe vorgeſchriebenen Artikel und Punkten wir Splveſter , der heiligen Kirche Erzbiſchof, deutſchen Ordens zu Rixa, mit Volbort und Verſiegelung unſers Capitels , und Johan von Ulengden, anders genant Oſthof, Meiſter deutſchen Ordens zu iefland , vorgeſchrieben von uns und unſers Ordens wegen , auch mit Conſens unſer und unſrer Gebietiger , wollen feſte ſtets und unwiederruflich halten , bey Treue und guten Glauben , und deſſen zur Urkunde, ſo haben wir Splveſter , Erzbiſchof , uns und unſers Capitels , und wir Johan, Meiſter , vorgeſchrieben, und unſre Gebieti« ger ingeſiegelt , als unſers Landmarſchal>s und. des Comthurs auf Vellin und Revel, mit guten Wiſſen hier unten an dieſen Brief laſſen hengen , der geſchrieben und gege ben iſt zu Rirchholm, am Tage St. Andres des heiligen Apoſtels , im Jahre un« ſers Herren JEſu Chriſti Geburt , Ein Tauſend , Vierhundert, zwo und funfzigſten, dabey an und über geweſen die würdigen, ehrſamen und geiſtlichen Herren , Theo- "doricus Llatgel , Probſt der heiligen Kirche zu Riga , Gotthard von Pletten- berg, Landmarſchal in Lieftand , Johannes Treppe, Dechen der benanteu Kir- chen, Zenricus Sterintg, Comtur zu Nlarienburg, Doctor Henricus LTertel- Horſt, Thumherr der heiligen Kirche zu Riga , Johannes Spacer, van erten, Comthur zu Aſcherode , und die Geſtrenge , Ehrbaren und Woltüchtige Herr Conrad und Jürgen von Urkül , Ridder, gans von Roſen , und Jürgen Orgges , Män« ner der heiligen Kirche zu Rita , Ebert Weckebrodt in Zarrien und Lambert Wevſtacke , (Nletzende> ) in Wirland, beſeſſene Männer des Groswürdigen Herrn Meiſters in Liefland , und ſeines Ordens , und viel andre ehrwürdige gute Leute, Amen.

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144 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, zugleich verſprechen, daß ſie auſſer dieſen 1000 Mark löthigen Silbers noch 50008 Gulden rheiniſch innerhalb 5 Jahren in Lübeck an die königlichen Gevolmäch- tigten abtragen wolten, nemlich alle DpbAnntane 200 Mark und 1000 rhei- niſche Gulden. Der Hochmeiſter lies gleichfals durch ſeinen .Gevolmächtigten, Herrn Walter von Rokeritz, 62000 ungariſche Gulden übergeben, Das gegen machte ſic Chriſtiern verbindlich, dem Orden wider die ungehorſamen 1455 Lande und Städte in Preuſſen mit allem Vermögen beizuſtehen , und den Fein- den des Ordens ſein Reich, Länder , Waſſer , Ströme und Häfen zu verbieten, uuch ſelbigen allen erſinlichen Abbruch zu thun. Der Brief iſt auf dem Schloſſe zu Kopenhagen am St. Brigittentage ausgefertiget, und mit dem königlichen wie auch des Biſchofs zu Skalhold, WMarcellus, Petſchaft verſiegelt. Dabey ſtehen noch die Siegel des Hofmeiſters LIils Erichsfon , und des Ritters Hartwich Cromdich. -) Dieſe ausgeſtelte Recognition ſahe der König der Schweden, Llorwe- ten und Gothen, Carl HN , als eine Verhandelung des Landes an Dännemarkan: hierzu fam noch, daß die Eſiländer ſich von Chriſtiern ſeiner Vorfahren Privilegien erneuern lieſſen, in welchem Briefe er die revelſche Kirche eine nahe Eve der Metropolitanfirche zu Lunden nennet, und ſich das Patronatrecht vorbehält. Cnutſon warnte daher ſeine ehrſamen und lieben Freunde, die beiden Bürgermeiſter in Bevel, Joſt von Borſten und Albrecht Rumoren, ſich dem Verkauf der Lande 5grrien und Wierland zu widerſe- ßen, wo ſie nicht einen fenen Krieg von Schweden ſich anfündigen , und Revel eben ſo, wie neulich Wisby zerſtören laſſen wolten, 9) Doch die Abſe- ung dieſes Königs befteiete Eſtland von dieſer unnöthigen Furcht. Dagegen Ertiate der neuerwehlte König Chriſtiern in Dännemark, Schweden und 1457 YLlorwegen , am Tage St. Lucis durch den Hofmeiſter im Reiche Schwe- den, Erich Arel, den Marſchal in Dännemark , Claus Reinhold, und den Amtman zu Stockholm, Magnus Green, ſämtliche Rittere, einen Schußbrief aus, in welchem er den liefl&ndiſchen Ordensmeiſter namentlich 15 Jahr lang in ſeinen Schut nimc, 300 oder 500 wehrhafte Mann dem Orden zu ſtellen verſpricht, und dafür alle Jahr 1000 gute rheiniſche überländiſche Goldgulden empfänget. Dieſer Schuß ſol dem Meiſter und Orden an ihrer Herrlichfeit und Privilegien unſchädlich ſeyn. Die Manſchaft wird 4 Wochen nach ihrer Abſegelung aus dem Reiche vom König verproviantiret, in Liefland aber wird ſie von dem Orden auf däniſchen Fus gehalten. e) ; Au €) Die Ruſſen brachten in dieſem Jahre bey den ſchwediſchen Statthalter eine Hand« kungsflage an: doh Cord Bonde Robinſon, Ritter , Befehlshaber zu Wyburg, erflärte den ehrbaren Sans Symmeren für unſchuldig , daß er nicht die rußiſchen Warten bey LTarva wegnehmen und unter die Leute bringen helfen. «) Dieſer Carl Cnutſon hatte ſelbſt Güter in Wirland, nemlich das Dorf Erves und game , nebſt andern Dörfern und Gerechtigkeiten , die er aber am "Jacobitage 1455 zu Stockholm, als wirklicher König der Schweden, LTorwetgen und Go- . then, dem revelſchen Bürger, Friedrich Depenbrocken , mit allen Documenten zu erb und eigen ſchenkte, Dieſe Güter hatte Frau Abelen , Orto Schroffers Witwe, von ihrem Vater Albrecht Anderſon , Ritter , und ihrem Bruder Zen- rich Albrechrſon, geerbet, und ſie dem Kapitel zu Riza vermacht , am Abend Piti Modeſti 1438. Das Kapitel verfaufte ſelbige am "Johannis Abend 1447 wie« der an den edlen und woſgebornen Man , Herrn Carl Cnurſon, Ritter und Haupte man auf Wyburgs Schlos , der nachher König von Schweden geworden. Plengden war mit dem Verkauf dieſer Güter in auswärtige Hände nicht zufrieden, und beleznte Andreas , Herrn Llils Sritexs Sohn damit z als er aber ſie Depen« brocten abtreten ſolie, gab Cnutſon Dienſtags nach Anconit 1435 dem Ordensmei« ſter Volmacht , dieſe Güter anzutaſten, und nach Rechte damit zu verfahren, doch ſo * beſcheidentli< , daß er ſeine dafür gezahlten 4000 rheiniſche Gulden von dem Orden wiederum empfienge. | ' 6) Auf dieſen Hanhel finden ſich unterſchiedliche Quitungen, nebſt einor, ſd der König an den

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Erzb. Splveſter. zur Zeitder Reg. Johan Mengdens, 145 Am 6ten Febr. als am Dorotheeintage gab der Erzbiſchof Silveſter auf 1457 ſeinem Kirchenſchloſſe Ronneburg, der getreuen Ritter- und Manſchaft des Erzſtifts Bieta, um ſie der Ritter - und Manſchaft in den Landen 5Z5arrien und Wierland gleich zu machen, die ſo genanteſtiftiſche Begnadigung oder das neue Manrecht, (eudum gratiae) damit ſie unter einander als geborne Freunde ein gleiches Erbrecht genieſſen m wofür dieſelben eine namhafte Summe Gel- des zu Auslöſung , Steuer, Hülfe und Erbauung etlicher Kirchenſchlöſſer erleget hatten. Vermöge dieſer Begnadigung können und ſollen ſelbige zu ewigen Zeiten alle ihre Güter , liegende Gründe, Geld, fahrende Habe, und alle bewegliche Güter erben bis ins 5te Glied mänlichen und weiblichen Geſchlechts, /) Nachdem den revelſchen Comthur Gerdt von Wellingraden , wegen 4000 revelſcher Mark auf das Gut Rallen gegeben, von 1459. Eine zu Segeberg unterſchriebene Vols macht an die Brüder Tydeman und Varquard Zaber, von dem Meiſter und deutſchen Ordenin Liefland,nachder Vereinigung 1000 Mark zu empfangen, unterſchriee ben zu Setzeberg 14609. Eine Quittung auf 2000 Mark löthig Silbers rigiſchen Ges wichts, und 5000 ungerſche Gulden, Copenhagen, Sonnabends vor Cantate x461. Jtem auf 2000 rheiniſche Gulden zu Abo auf dem Schloſſe, Dienſtags nach Jacobi 1463. Deggleichen wegen empfangner 3000 rheiniſchen Gulden zu Got- corp, Sontags nechſt vor St. VÜlichaelis 1468. Endlich eine auf 8000 rheiniſche Gulden , Donnersſtags nach Quaſimodogeniti, 1469 auf dem Schloſſe zu Copen«- egen. Am Tage St. Dionyſä 1469 aber gab der König die algemeine Quitung, und erläſt dem Orden die noch rückſtändige Summe um der heiligen DJ aria willen , weil ſie Patronin des Ordens iſt. Der Rath zu Lübeck ſandte durch einen Bürger sZein- rich Zalzen , die Obligation dem Herrn Meiſter ſo gleich zu treuen Händen ein, und transſumirte die königlichen Quitungen unter ſeinem Secretinſiegel. F) Sylveſters Privilegium ward von Sigzismund dem Iliten am 28 April 1589 zu Warſchau unter der Hand des Reichsvicekanzlers Albert Baronowsky , aus dem Sano et integro originali , daran nur wegen Alter die Bänder des Sies gels zuſammen genähet waren , vidimiret und der königlich pohlniſchen Reviſion 1599 vorgezeiget. Die Abzeordneten haben es ſchlecht ausgeliefert, weil zu Zeiten des Herrn Landraths und Generalncajors, Freiherrn Guſtav von ÜFengden , die Urſchrift dies ſes Augapfels der liefländiſchen Privilegien in den Kriegsunruhen auf dem Schut ges funden , und von einem Patrioten wieder in die Ritterlade geſchaft worden, Der pohlniſche König Sigzisnrund Auguſt, ertheilte der liefländiſchen Ritterſchaft x561 ein gleiches Erbrecht. Der Biſchof, Johan von Dörpt, und König Carl der IXte verliehen es dem dörptiſchen, König Johan dem Wykſchen, die Biſchöfe Ki- wet und Ülünchhauſen dem öſelſchen Adel ;* und iſt dieſes alte harriſche und wirländiſche Recht nachher von Obrigkeit zu Obrigkeit beſtätiget worden, Der Herr Landrath von Ceumern hat in ſeiner liefländiſchen Schaubühne Spylveſters Gnadenbrief Platdeuiſch und Hochdeutſch drucken laſſen, Der Erzbiſchof ſtelte noch an ſelbigem Tage zur Aufnahme der Tafelgüter eine beſondre Erklärung über den zweiten Artikel dieſer Urkunde aus. Es wird nicht undienlich ſeyn, dieſe zu leſen ; da ſie Herr Ceumern nicht hat , ſelbige auch nirgends abgedruckt ſtehet , bevoraus da ſie die Liſte der erzbiſchöflichen Tafelgüter in ſich enthält, ir Splveſter , von GOttes Gnaden und des römiſchen Stuhls der heiligen Kiro <e zu Riga Erzbiſchof, , zu ewiger Gedächtnis thun kund und offenbar mit dies ſem Briefe, daß wir mit Rath und Volbort unſers Kapitels und fleißige Bette unſrer Stifts Ritterſchaft und Manſchaft , und auch andre des Stifts Oeſcl und Dörpt, und die Ritterſchaft und Manſchaft aus Harrien und Wicrland, und ſonſt andre unter dem würdigen deutſchen Orden über ganz Licfland beſeſſen, ihr Manrecht über- geſchrieben und verneuret haben, nach Laut unſrer Privilegien und Briefe darüber ges geben, unter andern dieſen Artikel beſchrieben : Wir behalten auch uns , unſern Nachkommen und unſerer Kirchen, auſſer dieſem obbeſchriebenen Manrechte , bevor alle die Güter , die unſer Nechſter Vorfahre Herr Henning , Erzbiſchof, ſeliger Gedächtnis, von unſer und unſer Kirchen- tafel verlehnet und abgegeben hat , allermaſſen in den zwey aus einander geſchnittee nen Briefen eines Lauts auf Pergament geſchrieben , und mit unſern anhangenden Siegeln beglaubet ,“angeführet und beſchrieben ſtehet, S Oo 9

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1457 146 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Nachdem die Ritter- und Manſchaft der Lande Sarrien und Wierland eine beträchtliche doch gutwillige Beiſteuer zur Rettung des Ordens wider die ver- bundenen Städte und Lande in Preuſſen hergegeben, ſo erkläret der Ordens- meiſter Johan von Menden, daß er beſagte Ritter und Manſchaft nach wie vor von aller Schakung frey ſpreche, und verſichert, daß die geleiſtete Hülfe nicht zur Gewonheit werden ſolle. Gegeben zu Waldemar (Wolmar), am Tage Valentins des Märtirers. Desgleichen vereinigte ſich der Ordensmeiſter mit dem Erzbiſchof zu Walck, am Tage Acjnet&, und verſiegelte nicht nur einen Friedensbrief auf 10 Jahr, ſondern verband ſich auch mit demſelben wider alle auswärtige Feinde, welcher lette Brief Sonnabends nac) Dorotheentgge von beiden Theilen unterſchrieben wurde 8). Die So iſt es und ſol ſeyn , dieſer gegenwärtige Brief auf Pergament geſchrieben, eins von den andern geſchnitten, in denen berührt und geſchrieben ſtehn die Güter , die wir auſs ſer dem oben beſchriebenen neuen Manrecht behalten haben , und ſeyn ſollen, als mit Namen alle die Güter , die in der Burchſuchung ( Bor>ſökning) und Kirchſpiel zu Trepyden ſeyn , oder ſeyn mögen, item dergleichen die Güter zu L6ddiger , ausges nommen den Hof zu Geſel, mit den Gütern, die jeßund dazu gehören, und in dem- ſelbigen Kirchſpiel belegen ſeyn und andre Aderkas Güter , item dergleichen alle die Güter , bie die von Roſen haben, oder haben werden in der ſamenden Hand im Kirche ſpiel zu Rop belegen, oder wo ſie in Liefland gelegen ſeyn, item wir nehmen auch aus von öemſelbigen neuen Mannrechte alle die Güter, die da ſeyn oder werden mögen, im Kirchſpiel und Gebiete zu Schmilten , item im Kirchſpiel und Gebiete zu Kons neburg, item im Gebiete und Kirchſpiel zu Pebalgen und Serben, ingleichen im Gebiete und Kirchſpiel zu Seſſiwegen, item im Kirchſpiel und Gebiete zu Schwa- nenbdr&g, item im Kirchſpiel und Gebiete zu Berſon, welche in dem neuen Mann- rechte , doch-vorbehalten Schwarzhofes Güter, Wir nehmen auch aus nemlich alle unſre und unſer Kirchen Lehngürer , ſo die von Tyſenhauſen in der ſamenden Hand Haben oder haben werden, in welchem Kirchſpiel oder Burgſuchung ſie ſeyn oder liegen werden , oder mögen. Desgleichen nehmen wir auch aus alle Lehnsgüter in der Burg« ſuchung und Kirchſpiel Creuzburg , Laudon , Rdkenhauſen , Lennewarden, Urküll und Sunzzel, auch die Güter im Kirchſpiel zu Siſegall, und alle Dörfer die den beiden Rittern Zinrich und Jürgen von Ungern zuhören oder zuhören wer« den. Die ſie beſſer in der ſamenden Hand beſißen oder beſißen werden , in welchen, Kirchſpielen ſie auch ſeyn werden, und gemeiniglich alle die Güter , die in der ſamenden Hand ſind und ſeyn werden , wem ſie auch zugehören oder zugehören werden , weil dieſe oder andre ſollen erben in dem alten Mannrechte und nach ihrer ſamenden Hand nach Laut der oben- beſchriebenen darüber gegebenen Privilegien, Deſſen zur Urkunde und ewiger Gedächtnis haben wir der Briefe zwey auf Pergament laſſen ſchreiben, und von einander geſchnitten , und mit unſerm Siegel verſiegelt, auf daß man in zukünftigen Zeiten els gentlich wiſſen möge, welche Güter in das alte oder neue Mannrecht ſollen gehören. Gegeben und geſchrieben auf unſerm Kirchenſchloſſe Ronneburg , am Tage Doro- thes der Jungfrauen, im Jahr Chriſti unſers Herre Tauſend Vierhundert und Sie« benfunfzig. Hierüber find geweſen alle, die in dem obenberührten Privilegien auf das neue Mannrecht ſprechende geſchrieben ſtehn *). 8) Dieſes Document ſcheinet um ſo vieler wolverdienter Ordensmänner wegen, die hier gleichſam in einer Liſte angeführet werden, den völligen Abdruck ſeines Jnhalts zu fordern, Erzbi- *) Alſo gab es dreierley Lehngüter in Liefland , die alten Manlehne , die Güter der ſamenden Hand, und die in Splveſkers neuer Vergünſtigung ; von welchen leßtern man doch kein Beiſpiel findet, daß ſie jemals offen geworden und aus gänzlichem Mangel aller Anverwandten innerhalb dem ſänften Gliede wieder zurück gefallet« Um einiger Leſer willen ſinden wir für dienlich die Tafel beizubringen , welche wir int der nöch ungedruEten Abhandlutig von den Lehnrechten in Lieffſand angetroffen , woraus der Unterſcheid dieſer Lehne am dienlichſten gezeiget werden kan 3 nur muß man ſie nicht mit den ordentlichen Kauf- und- Erbgütern verwechſeln, Andreas

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Erzbiſchof Sylveſter. zur Zeit der Reg. Johan Mengdens, 147 Die Stadt Danzig ſchite: bey der Unruhe mit dem Orden einige Kapers 1458 nach Oeſel, die auch ans Land ſtiegen und 4 den Gütern des ehmaligen Ordens» 0 2 procus- Erzbiſchof Splveſters und H. M. Oſthofs gemachter Friede und Verbündnis zwiſchen allen Städten der dänder Liefland auf xo Jahren wider alle auslän« diſche Feinde. IPB: Sylveſter V. des päpſtlichen Stuhls Gnaden, der heiligen Kirchen zu Riga Erzbiſchof, Bartholomäus von deſſelbigen Gnaden zu Dörpt , und Ludol- phus zu Oeſel , Biſchof, und wir Bruder Johan von WMengden, anders genank Oſthof, Meiſter deutſchen Ordens zu Liefland , Paulus, Adminiſtrator und Poſtulatus der Kirchen zu Curland *), Wir Theodoricus Llagel , Propſt, Johannes Treppe , Dechan der Kirchen zu Riga. Georgius von Ungern, Propſt , Brandamus Roßküll , De<han der Kirchen zu Dörpt. Gottſchal- kus auf dem Berge , Propſt, Gottſchalkus Scuvete , Dechan der wi ie eſe Andreas Schwart, hat 3 Söhne , eine Tochter und drey Güter 2 Wannbeim , nach dem ältern uud bloſſen Maunlehnrecht, Samendorf, nach dem Rechte der ſamenden Hand , und Frauenthal, nach dem ſplveſterſchen Gnadenrecht, Seine 4- Kinder ſind Cc oJ =mQel menen Terre eeuuineeeeeummeeeeeeeeeeiezen teu mama, 1 IL. IH. IV. Jobatt Schwar; ; Martin Schwartz erbet Samen- Anna Schwartzin, Herrmann Schwartz: erbetHFanheim. Weil dorf, . verheirathet an Ok- erbet Fravendabl. er feine mänl. Erben to Weiß Hinterlaſt , ſo fält ſein -------“==y ownt c=--=-=--=-=-==-7 Lehngur an den Lan- Bernhard Schwartz , hinterläſt Paul Weiß, erbte Chriſtoph Schwartz desherrn wieder zu- feinen Sohn, daher fält Samen: Frauenthal, ſo an iſt nicht nur Erbe von rü. Nachdem Lie- dorf ſeines Vatern Bruders Sohn Catharing Srauendabl, ſondern Land mit ſeinem ange» Chriſtoph Schwartzen zu. Schwartzin ſiel, auch von Samendorf, ſeſſenen Adel ſich im weil er ohne Leibes- weilDetnbh. Schwartz Stande genugſamer erben abſtarb, keinen Sohn hatte. Gegenwehr ſahe, wur: ====="=<========= == den die Güter dieſer Catharina Schwartz, verheirathet Üeichior Schwartz, Claſſe des ſplveſtriz an Friedrich Braun , erbte ſtirbt ohne Leibeserben, ſchen Gnadenrechts Frauenthal, von Paul Weiß. wodurch Samendorf theilhaftig. Wer eine ===-=--“<<----=-====7 ein ofnes Lehn wird, gründlihe Nachricht Caſpar Braun, Philipp Brauts FSrauendahl an Paul von den liefl. Erbrech- Erbe vonFrauett: Weißen fält. ten haben wil, findet in dahl, heirathet den Colle&aneis Liv, Gerdrute 27öt»- n. XIIX, p. 78 ſq. eine ken. leſenswürdige Dedi: ===“ ction mit beigefügten Diedrich Braun Peter Braun, Auszügen. Das uns erbet Frauenthal , weil er aber ohne Leibesx vergreifliche Bedenken erben ſtirbt, fält das Gut der Muttek» des fön. ſchwediſchets ſchweſter Sophia TT7ötken als nechſtett Canzleicollegii über Magen zu- Doch ſind Präſudicate, dieſe Deduction ſteht daß des Vatern Bruderſohn Diedrich S. 91 welche die lieft, Zraun der Mutter Schweſter vorgezo»- Abgeordneten S. 105 gen worden , wenn nemlich von ſelbi- n. XX weitläufig bes gem das Gut herrühret. antworten, dergleichet "auch S. 130 auf wiederholte Rematquett des fön. Canzleicollegii in der XXI No« zu leſen. 5. 4 *) Seine Ordination, zum curländiſchen Biſchof geſchahe zu Ronnebur& am 18 Äpril 1488. Er ſolte nach des Papſts Calixti Verordnung vorher den Ordenshabit der derttſchen Herren änlegen 3 wogegen er ſich aber ſträubte , und die Bangigkelt ſeines Gewiſſens vorſchüßte. Weil er nicht gerne das Biſtum fahren läſſen wolte , und gleichwol ſeine Boten weder zu Lande wegen der Krie» gesläufte , noc<h zu Waſſer wegen tes Winters ſicher nach Rom ſchicken konte 3 ſo erbot er ſich auf weitere Erörterung indeſſen die neue Tracht anzunehmen , und die Ordensregel zu befennen. Doch der Erzbiſchof Sylveſter fchonte das ſchwache Gewiſſen deſſelben , und diſpenſirte ihn bis zu näherer Einholung des päpſtlichen Willeis. Die Einweihung geſchahe , wie es nach den cano- niſchen Geſeken gebräuchlich und von Splveſtern an den Papſt ſchriftlich gemeldet war, nemlich un= ter den Worten bey der Meſſe : Exlurge, Domine, quare etc, in Gegenwart zweier Prälaten des öſelſchen und dörptiſchen Domherrns und Dechanten Seorg Sollands , und des Ordensſecyo: tairs Chriſtoph Fürſfengu,

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1459 148 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, yrocurators am päpſtlichen Hofe , und nunmehrigen Biſchofs Joſt , wie auch auf den Gütern des Ordensvogts zu Sonnehurg, ſchle<t Haus hielten, Sie wichen endlich auf. Vorſtellung, daß das Stift Oeſel keinen Theil an dem Or- densfriege nähme, da zumal der Biſchof Joſt einen Stilſtand von 20 Monaten zwiſchen dem König Caſimir in Dolen, deſſen Partey ſie ergriffen, und zwiſchen dem Orden vermittelt hätte. Als nachher Danzig ins Gedränge kam, wolte ſie der öſelſche Landshauptman, Zans von Wallſtein, mit gleicher Münze bezahlen , und ſchite ſeiner Seits etliche Kaper aus, die aber von den Danzi- gern gefangen und mit dem Schwerte hingerichtet wurden. Montags nach St. Michgelis confirmirte Silveſter den ihmzum erſten- mal vorgeſtelten Stadtvogt Johan Soltrump, und verſpricht, ihn Sontags nach Omuis terra zu inveſtiren; und dat Ambacht des RigiſchenBechtens to vullenforende unde to vorſtande, Unter andern haben unterſiegelt Detgr von der Borch, Vogtzu Treiden, Zinrich von Ungern, Sans von ieſenbatſen und 1Ewold Patfül. Die beſondere Treue, welche Johan von TMiengden ſeinem Hochmeiſter in den gefährlichſten Zeiten bewieſen, bewog den Hochmeiſter Ludwig von Exr- linghauſen , dem Orden in Liefland in einer feierlichen Urkunde die 51 iche Oeſel. Wernerus Zekemet, Propſt. Johannes Gabelnow , Dechan der Kirchen zu Curland. Und wir Vorweſere Dechan und Capittel der Kirchen zu Re- val, Volmächtige vor uns und derſelbigen unſerer Kirchen, Godert von Pletten- berge , Landmarſchalf, Gerdt von Wallingraden, Cumpter zu Reval ; Be- rend von der Heide, Vogt zu Jerven. sKHinrich Schleregen zur Marien» burg , und Conrad von Vitingbofen , zur Pernau Cumpter. Lubbert von Vorſem, zu Wenden, und Diedrich von der Layn, zur Sonnenburg Vögte, Volmächtige von deſſelbigen unſers Ordens wegen. Jörgen Perſevall ; Jürgen Jekul, Ritter ; Otro von Roſen; Engelbrecht von Tieſenhuſen ; Jürgen Orgaß, Martin von Ungern; HinrikvonUnzgern ; Carel oon Vietinghoven ; Peter von der Borg, Vogt zu Treiden; und Einwald Patkul, Volmächtige von der Ritter und Knechte wegen des Stifts zu Riga. Bertram Jrkull; Weſſel von Loes Peter und Otto von Dahlen; Diedrich von Tieſenhuſen ; Dartholomäus von Tieſenhuſen 3; Herman von der Ropez beide Woldemar Wrangel; HZanß Strackell; und Claus Vifhuſen, Volmächtige der Ritter und Knechte des Seifts Dörpt.- Conrad Jrkull; Hinrich Varenßbecke, Ritter; Dieterich Varenßbecke; Diedrich Thüne; Clauß Ixkull; Evert Serkel; Olde Sans Ditrever; Sinrick Jxkuls Lüdecke Lyve z und Hinrich von Haſtever , Vol- mächtige von ver Ritter und Knechte des Stifts Oeſel. Jarap Dechen , Ritter; Hanß Lechtes 3 Evert YWeckebrod ; Zelmolt Tödewen; Carel Tolk; Joßo win Dänhof; Hanß Sopye; Diedrich Tödewenz Diedrick Vietingc> ; 5anß Lodez Hinrick Thüne von Ohrrenz Diedrich Vir>kußz; Lambert Ülezenta- cke; Woldemar Wrangell; Diedrich Brackell; Hanß Zaſtever ; Hinrick rorangell;: Zanß Meckeßz; Gerd Chünez; und Jürgen Lode, Volmächtige der Ritter und Knechte der Länder Harrien und Wirlande, Otto und LVedeghe von Sacken; Volmächtige der Ritter und Manſchaft des Stiftes zu Curland. sZzerman von Tilſenz Otto Vete ; Bartholomäus Ergemeß: Arend Werninghuſen; und Herman Sinteler , Volmächtige der Ritter und« Knechte der Gebiete Jerven, Rarkuß, Wenden, Siegewalde und Candau« Burgemeiſter und Rath der Stadt Riga, Dörpt und Reval bekennen und bezeugen alle offenbahr in dieſem gegenwärtigen Briefe , das Wir in Gebung dieſes Briefes durch Uns und Unſere Volmächtige auf, dieſen gemeinen Landstage alhier zu [Wolde- maer verſamlet ſeyn geweſen und haben betrachtet den gemeinen Uebergang vieler Lande die mit ſchweren Orloggen und Feuden bedrungen und beſchweret ſind. Und darum ſo haben wir GOtt zu Lob und Ehren, und dieſem gemeinen Lande zu Lieſtand zur beſtändigen Bequemlichkeit, Eintracht, Liebe und Gedeyen eine freundliche Eintracht gemacht unter uns die Wir mit den Unſern halten ſollen und wollen zu zehen Jahr nechſt folgende nach Gebung dieſes Briefes in dieſer nachgeſchriebenen Weiſe, Wäre es Sache, daß jemand von auſſen Landes, es wäre auch wer es wäre, niemand QUSs

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Erzb. Silveſt. Stobwaſſer. zur Zeitder Reg. Joh. Mengdens. 149 liche Gewalt über ganz Lſäland aufzutragen , welche ihres Inhalts wegen hier 1459 einen Plas verdienet. 7 Di ien? ausbeſcheiden , dieſe Lande zu Liefland oder jemand von uns anfiel, ſo wollen wir oben alle ſämtlich und beſondern darzu getreulichen ziehen , dis Land wehren und *emjerigen, der alſo überzogen wird , auch getreulich helfen , und beſchüßen und beſchirmen , wan- ehr und was dis Noth und Behuf iſt. Und das ſollen auc) niemand von uns allen oben genanten und den unſrigen Krieg und Orlog anſchlagen ohne einigen gemeinen Rath unſer aller, Würde jemand drüber ſochane Kriege und Orloge anſchlagen und deshalben , als oben berührt iſt, überzogen, damit bedürfen wir andere nichts zu thun haben. Dis geloben wir alle Vorbenante mit einem ſämtlichen Rath ſtet und veſt zu halten zu dieſen vorgeſagten 10 Jahren bey guter Treu und Glauben, Des zu Ur- kund und unſer ganzen Sicherheit ſo haben wir alle, ſo in dieſen vorgerührten Briefe ſte- hen, unſere Inſiegel Volmächtige rechtens wiſſens vor uns und die Unſrigen an dieſen Brief laſſen hengen. Der gegeben und geſchrieben iſt in einen gemeinen Tage dieſer Landes Herren zu [Woldemaer des Sonnabens nach Doroches Virginis in dem Jahr nach Chriſti Geburt Duſend Verhundert darna in ſeven unde ſyſrigſten Jahr, 4) Jn dieſer wichtigen Acte iſt die päpſtliche und kaiſerliche Schußgewalt von dem alten Eis genthumsrecht des Königs von Dännemark, und dem nunmehrigen Recht des Or- dens , deutlich unterſchieden, “ Sie iſt zugleich die Beſtätigung des alten Kaufs , den Herite 1347 mit Tusmern getroffen, Weil Preuſſen mehr Geld brauchte, ſo war an das vorbehaltene Wiederkaufsrecht nicht mehr zu denken, Im Jahr 1521 und 1525 ward Liefland ſeiner ganzen Vaſallenſchaft unter den preußiſchen Orden los, der ſchon lange nicht mehr ſchüßen können, auch vorher mit weiter nichts als nur mit dem Schuß- amte zu thun hatte, Wi Bruder Ludowich von Erlinghauſen , Hoffmeiſter des deutſchen Ordens, der Brüder des Hoſpitals Sanct Marien des deutſchen Hauſes von Jeruſz- lem befennen und thun kund öffentlich mit dieſem unſern offenen Brief für allen und jeglichen die ihn ſehen, hören und leſen, daß wir in Gegenwertigkeit der ehrwürdigen in GOtt Väter und Herrn Herrn Pauli, der Kirchen zu Curland und LTicolai, dex Kirchen zu Sameland Biſchöffen und mit Rath und wohlbedachter „Mühe"und Vol- bord unſerer Mitgebietiger 'um mancherley groſſes Fleiſſes und Willigkeit willen , die der ehrſame und geiſtliche Herr Johan von WMengden, anderſt genant Oſthoff, oberſter Gebietiger in Liefland, und ſeine Gebietiger daſelbſt, in dieſen groſſen ſchwe ren und allerhöchſten unſern und unſers Ordens Nöthen, uns und unſern Orden zu Preuſſen , mit mannigfaltigen ſchweren groſſen Koſten und Hülfe an Leuten und auch an groſſen merklichen Summen Geldes, Goldes und Silbers gar getreulich geholfen, und bewieſen haben, noch helfen und beweiſen, auch zu ſonderlichen zu unſern und un- ſers Ordens Frommen und Gedeien demſelben genanten oberſten Gebietiger ſeinen Nachkommen und unſern Orden zu Liefland abgetreten, verlaſſen und überwieſen un- ſers Ordens Lande in Liefland , als Zarrien , Wyrland nud Allen-Tacken , das Schlos und Stadt Revall , das Schlos und Weichbild Weſenberg, das Schlos und Stadt kTJarva, in denſelbigen Landen Liefland belegen , darzu auch alle andere Veſten , die in den Landen gelegen ſeyn , wie die ſein genennet mit alle dem das zu denſelbigen Landen von Alters her gehöret hat , es ſey in dem geſalzenen See oder an- dern Flüſſen , mit Landen , Leuten, manhaften Dienſten , Eigenſchaften, mit allen Herlichkeiten , und allen Nußen, nichts nicht ausbeſcheizen, alſo daß derſelbige ober- ſter Gebietiger ſeinen Nachkommen und unſer Orden in Liefland ſollen und mögen als rechte Herren ein Haupt der Lande haben , halten und beſißen, die Huldigung von der Ritterſchaft empfahen und aufnehmen , und allerdinge damit halten und thun, gleicher weiſe als wir und unſere Vorfahren gethan haben, und hinfort zu ewigen Zeiten un- wiederruflich gehalten und geſeßet haben, zu thun in aller maſſen alsdann der Kaufbrief und Privilegia über dieſelbe innehalten und ausweiſen , und unſern Vorfahren Hoſmei« ſter und unſern Orden von Herrn König zu Dennemarcken und andern Fürſten und Herren übergelaſſen und verkauft, und vom Stuel zu Rom und kayſerlicher Gewalt wegen , beſteriget ſein worden , welche Kaufbriefe und Privilegia wir auch denſeibigen oberſten Gevietigern ſeinen Nachkommen, und unſern Orden zu Liefland , mit ſamt denſelbigen Landen vorberührer , überlaſſen und eingeantwortet haben , auf ein ſolches, daß wir uns allen derſelbigen vorbenanren Landen ganz vorziehen , und die ewiglich ver laſſen , .mit allen Recht , Gerichten , Herrſchaften , Nußungen und Zubehörungen in Pp aller

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150 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1459 Dienſtags nac) Johannis Geburt quitirt der König Chriſkiern von 1461 1464 Dännemark, den Ehrenbornen Herrn Gerdt von WMellingrode, Comtur zu Revel, auf 4000 Mark, welche der König auf das Gut Danhof vorge? ſchoſſen 3 unterzeichnet zu Ropenhaten mit dem königlichen Inſiegel, Joh. Datelkanne , Electus der Kirche zu Oeſel, gab am Tage vor Kreuze erhöhung dem Meiſter das dem Orden ehmals abgenommene Antheil des Schloſs: ſes Seal wieder , damit nicht weiteres Biutvergieſſen daraus erfolge, Der Landmaxr ſchal Godert von Plettenbecte erfläret VatelFannen im Namen des Herrn Meiſters für den rechten Biſchof von Oeſel, dem Joſt =5agenſtein weichen ſolle, ohnerachtet der Papſt Pius der iſte des Datelfanne Erwehlung vor 3 Jahren vernichtet hätte, Doch nach etlichen Jahren ſahe ſich Jodocus oder Joſt durch Beiſtand des Meiſters wieder in Beſitz des Biſtums ; und Dg- telrgnne muſte abziehen , weil der Erzbiſchof und übrige Biſchöfe mit Oſthofen gemeinſchaftliche Sache machten. Der König Carl von Schweden erſuchet zu Danzig, am Abend der heil. drey Könige , den Landmarſchal und die Gebietiger in Liefland , daß ſie die haterſchen Güter zu Bipe in Jütland , ſo dem Orden gehören, ans Schenckelnüberlaſſen möchten , welcher dem Orden huldigen und alle Dienſte leiſten ſolle. Die Briefe, welche Fridr. Depenbrock auf dieſe Güter unter des Königs Namen angewieſen , erkläret Carl für untergeſchoben , ob man ſie gleich vor 2 Jahren durch eine Liſt von ihm erſchleichen wollen. Nach faſt unaufhörlichen Zänkereien muſte die Stadt Rita endlich dem Ordensmeiſter nachgeben. Für dieſe Verleugnung erhielt ſie von Oſthoffen am Sonnabend vor Martini einen fürtreſlichen Freiheitsbrief , den zwar einige Abſchriften 10 Jahr älter machen , die richtigſten aber in dieſes Jahr ſeen , ſo mit der Zeitrechnung und den Umſtänden am beſten übereinſtimt. Die Städte Bevel und Dörpt haben ihre Siegel mit angehänget. Der Ordensmeiſter be- ſtätiget der Stadt die alte Mark auf beiden Seiten der Düne, wie ſie ſelbige durch den Biſchof Wilhelm von Yodeng vor Alters erhalten , auſſer das Ge- hege Lutzenhatgzen und die Koppel unter dem Berge, die zur Nothdurft des Schloſſes gehören. Die Honigweide bleibt nach dem Alten. Wenn der Herr Meiſter reiſet, ſo giebt ihm die Stadt 30 Reiſige zu Pferde gegen inländiſche Fein- de, gegen die auswertigen hilft ſie ihm mit alier Macht. Die übrigen Beſchwerden wegen der Hülfe, welche die Bürgerſchaft dem Orden nach dem vorigen Söhnebrief leiſten mus , fallen weg, nur daß die Stadt dem Orden nicht entgegen iſt. Der Wahrzins wird der Stadt wieder gegeben, und ihr von den 5 Vicarien nur 3 zu halten erlaubet. Er gönnet der Stadt eine ziemliche Mauer, 5 Faden dj>e , doch ohne Thürme , zwiſchen der Vorburg des Schloſſes und der Stadtmauer. Zur groſſen Pforte behält die Stadt die Schlüſſel, um ſie zu gewöhnlichen Zeiten zu öfnen , auch zum Behuf der Ordensgebietiger ſie Tag und Nacht aufzuſchlieſſen. Den Schlüſſel zur kleinen Pforte verwahret der Hauscomtur. Der Haberthurm ſol bey der Vorburg bleiben und nicht wieder gebauet werden. Yuch die neuen Thürme bey der St. Andregskapeſſe am Schlosgraben ſollen nicht höher gemaus ' ret aller maſſen als berühret iſt, und verlaſſen auch um deswillen alle Ritterſchaft , Mann- ſchaft und Unterſaſſen , in den obengeſchriebenen Landen „Zarrien und Wyprland, und Allen-Tacken , wohnhaftig und geſeſſen, ihrer Eydehuldigung, Pflicht und Manhaf- ten ſo als die von Alters her unſern Vorfahren und uns gethan und geſchehen ſind, die fortan den oberſten Gebietiger ſeinen Nachkommen und unſern Orden zu Liefland zu pflegen und zu thun zu ewigen Zeiten in Kraft dieſes Briefes, und wir Ludowich Hofmeiſter oben genant geloben und verheiſen vor uns und unſere Nachkommen , un« ſern ganzen Orden alle vorſchriebene Sachen ſtete und feſte zu halten, unwiederruflich zu ewigen Zeiten. Deſſen zu Urkund und mehrer Sicherheit haben wir unſer Inſiegel vorhangen laſſen , dieſem Brief, der gegeben iſt auf unſern Hauſe Köniagsberg; am Dienſtage, ſo die heillge Kirche pfleget Cantate zu ſingen im vſerzehen händert neun und funfzigſten Jahre,

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Erzb, Silveſt. Stobwaſſer. zur Zeit der Reg. Joh. Mengdens. 151 ret werden.“ Es ſtehet den Bürgern frey, die Boboysmühle zu bauen und 1464 2 Windmühlen dazu zu machen. Das Stück Wieſewachs hinter des Hauscom- turs Hofe und die freie Fiſcherey behält die Stadt nach dem alten Fus. Der Kaufman kan zu Waſſer und Lande die Düne 1 und nieder handeln. Die Zie- gelfoppcl iſt der Stadt, der Ziegelholm an der Schlosweide aber, der an dem Holm Bögenlae ſtöſt, und worüber in vorigen Zeiten lange geſtritten worden , bleibt zum Behuf des Schloſſes. Die Bürger und ihre Nachkömlinge ſollen zum Nus ßen der Stadt freie Holzung haben auf der Palen, ſo ferne ſie darauf redlichen Beweis führen, Die x09 Mark, welche die Stadt nach dem Söhnebriefe jähr» lich ans Schlos gezahlt, und die ſie.in ihren Zeiten abgekauft, ſind vertragen. Aus beſonderer Gunſt giebt Oſthoff, noch der Stadt einen Brief auf 800 Mark, den ſie zu ihrem Nußen verwenden kan. Von Seiten des Ordens haben God» dert von Dlettenberge , Landmarſchal, und Conrad von Vietinghoff, Com- tur zu Aſchcrade zu Big unterſiegelt. Um Pauli Bekehrung ſandte Joh. von Mengden den preußiſchen Or- 1466 densbrüdern 700 Reuter und einiges Fusvolk zu Hülfe, die aber durch die von 'den Samogiten verhauenen Wälder nicht durchdringen konten. Sie ſchlugen ſich auf die rechte Seite, um den Strandweg zu nehmen, allein auch dieſen hats ten die Samogiten mit tiefen und bedeckten heimlichen Gruben unſicher ges macht , wo die Liefländer herein fielen , und gefangen oder erſchlagen wurden. Die Zerſtreueten wurden in dem dien Buſche durch Hunger und Kälte aufgeries ben, etliche nahmen ihre Zuflucht auf das Eis, welches aber einbrach, und die Flüchtlinge in der See umkommen lies. Wie denn auch den Herbſt vorher 40 Schiffe , welche mit Kriegesvolf , Munition, und Proviant beladen waren, und aus Liefland nach Preuſſen giengen, unweit Choinitz am curiſchen Stran- de ſcheiterten , und durch ihr Auſſenbleiben den Frieden des preußiſchen Ordens mit den Pohlen beförderten *). Dieſer Ordensmeiſter hatte das Glück, daß ſeiner Genügſamkeit wegen als les unter ihm in Liefland ruhig wurde; daher konte er ſeine Augen in Frieden ſchlieſſen, wie denn ſein Ende bald nachher erfolgte. s) Die preußiſchen Städte beſchuldigten den Hochmeiſter Ludwig der Kränkung ihrer Privilegien , daher ſchlugen ſie ſich zur Ritterſchaft, und huldigten 1454 dem König Caſimir in Pohlen. Der Hochmeiſter wehrete ſich 13 Jahr , wurde aber darüber ſo * ſchachmat , daß er in dem Friedensſchlus von 1466 das halbe Preuſſen an Poblen abtrat , die übrige Helfte aber von beſagter Krone zu Lehn nehmen muſte. Beſiehe Cranz Vandal. B, XI, €. 17, 20, 27, 300 Schügz B. IV, S, 162, B. V, S. 184, Cromer B. XXI und XXVI. Sal. LTeugebauer B. 17. Den Auſſtand der Preuſſen ſindet man beim TMichov. B. IV, k. 60, Der ſonſt löbliche Hochmeiſter Ludwig war von den Mitgebietigern dazu verleitet, die Handlung ſonderlich zu ſ<wä- <en , welches die Nation in Harniſch jagte. Fincke ſchrieb noch zu rechter Zeit, er möchte gelinde zu Werke gehen , allein die Gemüther waren nicht mehr zu gewinnen» Die nachtheiligen Friedengartikel hat uns Venator B. I], k. 10, S. 199 aufbehalten« Die wahren Urſachen dieſes Verfals giebt der königl. Secretair Strubicz gar unpar- teiiſch an, welches Zeugnis das einzige iſt, worin wir ihn brauchen können: Ex opum et otii abundantia deciderunt hae familiae, et ordo equeltris militiae ſacrae a pietate, integritate, virtute et fortitudine in Epicuream ſecuritaterh, Iuxum, mollitiein et ignauiam; et nimio ſtudio ſuarum voluptatum prorſus abiecerunt curam Eccleſiae re» Jigionis et diſciplinae ete, Secutae ſunt ergo pocnae quas cernimus, Dex

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152 Leben und Thaten derliefländiſchen Ordensmnteiſter, Der vierzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Johan Wolthus von Ferſen 9. D] 1470 SSER 4 S/4Gein gar kurzes Regiment von anderthalb Jahren hat ihn auſſer eitt- Sach gen Lehnbriefen wenig bekant werden laſſen, wie denn auch ſein Ei; friedfertiges Naturel ihm den Argwohn zuzog, daß er mit den Ruſ- ſen einige Tractaten pflöge. Man nahm ihn kurz vor Oſtern zu 1471 Zelmet beim Kopf, und brachte ihn nach Wenden, wo er ſich im Gefängnis mit ſeinem guten Gewiſſen tröſtete und nach einiger Zeit den Geiſt aufgab. 8) Chyträus nennet ihn Woldthuſen ; die zweite Handſchrift von Herrmeiſtern, Wolckhuſen; Ceumern, Wuſthuſen; ZSenninges, von Wolcbauſen; Präs torius, von Walthauſenz3 Schurzfleiſch , Voichuſenz andre von Zerſe, Jn dem Schen>ungsbriefe vieler ledigen Pläße an und auf dem Berge an die Pfarrkirche zu Goldingen führt er den Beinamen von Zartze. Da die Jahrzahl bey den Ge- ſchichtſchreibern etliche Jahr zu früh angegeben wird, der'Herr AEI Relch auch . S. 143 ſchon vom Jahr 1471 einen Lehnbrief an Goswin Döhnhoffen aufweiſet , in ſelbigem Jahr aber derſelbe Brief von Bernharden von der Bort ausgeſtellet wor denz ſo iſt Herr Präpoſitus Relch auf die Muthmaſſung gefallen, als ob in Liefland damals ein zweiköpfiges Regiment geweſen, und XWWolchuſen nur von etlichen zum Or- denshaupte erwehlet worden, Es iſt wahr, daß der Ordensmeiſter in alten Zeiten eis» nen Vicemeiſter gehabt , wie in dem erſten Theil beim Jahr 1211 ein Rodolf vorkomt, Allein dieſes Amt fiel nachher dem Landmarſchal zu , welcher ſowol , als einige der vornehmſten Comture , doch nur in Abweſenheit des Meiſters , oder bey noch unbeſeß- tem Amte die öffentlichen Documente unter ihrem JInſiegel ausfertigten. Manchmal nahmen die Ordensmeiſter ſich noch bey ihren Lebzeiten einen Coadjutor , welcher als» denn der nächſte zur Amtsfolge war , die ſonſt den Landmarſchal oder einen Coms kur getroffen hätte. Doch bey dieſem Falle zwingt uns nichts, der Vermuthung eines zweiföpfigen Regiments beizupflichten. Denn erſtlich iſt es ſchwer zu begreifen, daß der Orden bey ſeiner damals, einſtimmigen Abſicht , das erzbiſchöfliche Anſehen zu ſchwächen, ſich durch die Uneinigkeit in der Meiſterwahl trennen laſſen. Zum andern bezeuget Ziärne, daß Woldhuſen nur anderthalb Jahr regieret, und Strubicz giebt das ihm Schuld gegebene Verſtändnis mit den Ruffen zur Urſache ſeiner Ges fangenſchaft an. Drittens aber erweiſen die noch vorhandenen Briefſchaften , daß Joh. Wolthus als Meiſter ſchon 1470 Goswinen von Anrep mit dem Gut Rub- beschen belehnet habe ; dahingegen Berendt von der Bortz erſt ſeine Lehnbriefe uns ter dem Jahr 1471 Dominica ludica ausgetheilet. Horner merket an, daß nach Woldhuſens unſchuldigen Verhaftnehmung die Gerichte GOttes über Liefland mit vollen Strömen ausgebrochen. Ein ſeltenes 'Beiſpiel , daß man in der Hiſtorie auch einmal gegen einen Ordensmeiſter ſein Mitleiden bezeugen wollen. Meiſter Johan Bülow ſchreibt: 5e ſtarffito Wenden in Thorne, darng heffi Sott dat Landt ſehr geſtraffet. Der

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Erzb. Silveſt. Stobwaſſer. zur Zeit der Reg, Bernh. v. der Borg, 153 Der ein und vierzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Bernhard vonder Borg), "> m andern Jahr ſeiner Regierung reiſete die am päpſtlichen Hofe 1472 N, zu Bom erzogene Prinzeßin Fes griechiſchen 15 Llg- ad 2 S3 nuels, Namens Sophig , über Lübeck , und langte mit eis veg nem prächtigen Schiffe zu Bevel an, von dannen ſie nach em- pfangenen ſtandesmäßigen Ehrenbezeugungen nach Dörpt gefördert 5 ier 8) Sein Name wird nur nach einer verſchiedenen Ausſprache verſchiedentlich "angegeben, als von der Zorc, Borck oder Burgk; ſein Regiment aber mus früher angegeben werden als gemeiniglich geſchiehet. Auſſer dem Lehnbriefe von 1471 finden ſich noch andre, und unter denen einer von 1474 am Sontage Trinit, zu Riga, wo er an Heinrich von Wrantgeln einige Güter verlehnet. Sonſt werden ſeine Handlungen, z. E, die Zerſtörung des Schioſſes Rokenhauſen unrichtig Johan Gſthoſfen beigemeſſen, welche doch dieſen Berend zum Urheber haben. Der Ordensmeijter Bort hat in der Geſchichte das Unglü, als ein Tyran beſchrieben zu werden, Wir wollen ſein Vers fahren nicht durchgängig rechtfertigen , doch aber ſo viel bemerken daß manche Veran» laſſungen und Reißungen auch den gelaſſenſten und geſeßteſten Man aufbringen können» Hätten wir von allen Regenten in Liefland umſtändliche Nachricht, ſo würde mans <er in einem beſſern Character erſcheinen. Wenigſtens läſt es überaus beſcheiden, was in dem ſo genanten verſchloſſenen Buch der kleinen Gilde der damalige Elterman mit altdeurſchen Worten und groſſen Lettern von ihm angemerket hat, und wovon wir hier die Ueberſeßung in einem Auszuge mittheilent Jm Jahr unſers HErrn 1472 des an» „dern Montags nach Oſtern ſchite der Meiſter Herr Berendt von der Borg, den „ZLandmarſchal Lordt von Liſſelrode und den dünemündiſche Comtur Willem „von Zoinchuſen zu uns , und lies uns fragen, ob wir ihm auch nach dem kirchhol» „miſchen Vertrag den Eid leiſten wolten, in welchem Fal ſie gevolmächtiget wären, vihn anzunehmen, Da traten wir zurüFf , jung und alt, mit den Gemeinebrüdern „uns zu beſprechen , und brachten ihm die Antwort: Wenn unſer Herr und Meiſter „aufs Rathhaus käme, ſo wollen wir ihm älles thun, was wir zu thun ihm pfiichtig „wären, ' Als die Gevolmächten ihre Abſicht vorſtelleten , daß ſie hier auf der kleinen „Gildeſtube, oder an einer andern heimlichen Stäte den Eid empfangen wolten, ſo „traten wir nochmals zurüs , und erwiederten hierauf, daß es keinesweges in unſrer „Gewalt ſtünde; käme aber der Meiſter aufs Rathhaus , ſo wolten wir ihm die Pflicht „thun. Die Gevolmächtigten bedankten ſich freundlich, daß wir ſo gutwillig wären« „Sie giengen hieraufnach der groſſen Gildenſtube, Da entſtand ein Gerüchte, wir „hätten dem Meiſter gehuldiget , und man ſagte heimlich, ohne es uns zu beweiſen, »vir wären Verräther, man ſolte uns nehmen, unſrer 5 oder 6 in den Thurm ſeßen, „und die Köpfe abhauen, es ſolte wol änders werden, Jtem des Sonnabenbs dar» „nach ſchoſſen wir nach unſern Papagoyen , da hatten wir 2 im Rathe dabey , die ſehr „übel zu ſprechen waren , und zu uns ſagten , wir hätten übel gerhant „wir antworteten, „wir hätten als fromme Leute gethan, und wer anders davon dächte, das ſolte ſich wol „finden, Als den Sontag darnach der König (im Vogelſchieſſen) ſeine Schenkkane „gab , da baten wir den Rath nach alter Gewohnheit zu uns zur Mahlzeit zu kommen, wozu nicht ein einziger kam. Darnach kam der Meiſter vom Schloſſe, gieng in die „„Stadtherberge , und nachdem er ſie beſehen , gieng er in die St. Peterskir<e, dies „ſelbe zu beſichtigen; da kam der Doctor Hr. Hinrich LTettelhorſt, und bat den „Meiſter ſein Bier zu ſhme>en. Da nahm der Meiſter ihn und wolte in des Mei» „ſter Gardians Häus gehen , ſie kamen alſo in die Catharinenkirche. Auf Befra» „gen des Meiſters , weſſen Kirche es ſey , traten 2 Brüder aus der Glidenſtube heraus, „und baten den Meiſter mit vielem Nöthigen, er möchte mit ihnen in die Gildenſtuben „gehen, und des Königs und der gemeinen Brüder Bier ſchmec>en, Kurz, man Dq »ſchicftd

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154 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1472 Hier ward ſie von dem rußiſchen Abgeſandten als verlobte Braut des Czaars, “Ivan Baſilowitz weiter bis Moſkau begleitet, wo ſie wider alles Vermu- then des Papſts Sixtus des IVten die römiſchcatholiſche Religion niederlegte und ſich aufs feierlichſte zur griechiſchen Kirche befante. * Der Ordensimeiſter ertheilte unter andern Freiheiten der Städte Dörpt und Bevel auch der Stadt Big folgende vorzügliche Privilegien: Die Stadt bleibt bey ihren alten Vorrechten , und darf feine Vicarien halten 3 der kirchbol- miſche Verttag wird vernichtet 3 und weil ſie ſich gutwillig dem Orden ergeben, ſo werden ihr alle Beleidigungen mit Schieſſen, Stürmen und Brennen gegen den Orden, das Schlos und die Vorburg überſehen. Beide Theile leiſten ſich gemeinſchaftlichen Beiſtand. &m Fal eines Einbruchs iſt die Stadt an keinen Vertrag gebunden. Dieſe Tilgung des kirchholmiſchen Vertrags geſchahe Sonnabends vor Calixti. Ihre Siegel haben mit angehänget Cordt von Zer- tzenrade, Landmärſchal, Didrich von der Dornenburg, genant von der. Saye, zu Vellin, Gerd von Wiellingrade zu Goldingen, Gerdt von Niſen zu Aſcherade, Otto Zocheler zu Mitau, Waliem von Boink- huſen zu Dobblehn Comture, und der Vogt zu Rarkus , Lvert Lappe von der Boer haben ihre Siegel mitangehängt. Hierauf. leiſtete die Stadt die Huldigung, und fertigte eine eigene Urkunde darüber aus, die unter andern der Bürgermeiſter Hr. Joh. von der Borch unterſchrieben. So verglich er ſich auch mit den Biſchöfen und ihren Kapiteln , daß innerhalb 15 Jahren alle Zwi- ſtigkeiten ohne Lerm und Aufruhr in der Güte abgethan, und mitlerweile dasjeni- ge beobachtet werden ſolle , was ſämtliche Stände für jeßo zu Walc> am Tage Aqgmnetis beliebet hätten. Auſſer dem Erzbiſchof , Biſchöfen und Meiſter traten der Landmarſchal Cordt von Zerzenrade, die Camture, Didrich von der Lape anders genant von der Dornenborg zu Vellin, Johan FSrepdag zu Bevel, und Cordt von Vitinghof zu Pernow dieſer Sache wegen in Unterhandiungz wozu von Seiten des Stifts zu Bigag, Jürteen Jrkul, Engelbrecht von Tiſen- hauſen, Ewold Patkul und 5inrich von Hupen; aus dem Stifte Dörpt , Barthol. von Tiſenhauſen, Bertold Wrangel , Peter 00 Jürgen Luggenhuſen; vom Stift Oeſel, Didrich Fahrensbe- e, Zinrich-Birhofden, Vogt in der Wi, Wolmar Jrkul, Herrn Conrads Sohn , und Jürgen Serkel 3 aus Sarrien und Wirland, Goswin Dönhof, Zans Lode von Kochtel, Didr. Thüne, Didr. Brakel, Wolmar Thüne , und Berend Thünez wie auch die Bürgermei- ſter der Städte Bitza, Dörpt und Revel kamen. Dieſe vereinbarten ſich, alle Streithändel künftig unter ſich auszumachen , und gegen den, ſo einen fremden Richter ſuche, los zu ſchlagen. Die Domkapitel behielten das Recht ihre Präla- ten ſelbſt zu wählen. Wer Krieg anfienge, ſolte alle wider ſich haben, Dabey iſt „ſchite nach den Elterleuten , und lies etliche des Raths bitten, welche dem Meiſter „Geſelſchaft leiſten , und ſich einen guten Muth machen ſolten. Der Meiſter ſandte „ſeinen Hofrichter zu Schloſſe und lies für die Frauen und Jungfrauen 15 Stof Rhein- „wein holen , den ſeine Bedienten herumſchenken muſten. Die ganze Stadt war neu- „gierig, und ſchiften die Jhrigen zuzuſehen; ja die Herren kamen ſelbſt und ſagten ? »So pflegt man Land und Stadt zu verrathen, Das war der beſte Troſt , den ſie uns „gaben, Der Herr Meiſter machte ſich luſtig bis um 5 Uhr, da lies er vom Schloſs» „ſe Eſſen holen und anrichten von ſeiner eigenen Koſt, Gegen 9 Uhr nahm er erſt Ab- „ſchied , und verſprach, wenn ihn GOtt leben lies, es wieder zu verſchulden. Nach 3 „oder 4 Wochen wurden 6 des Raths , und 6 von jeder Gilde aufs Schlos geladen, „es wurde aber dahin zugehen von Seiten des Raths verboten. Doch fanden ſich 3 »von der kleinen Gilde und der Bürgermeiſter ein, den der Meiſter dabey erinnerte, »»daß er ſagen muſte: Dat war unß en hart Worte. Inzwiſchen brachte es die „Stadt durch dieſes Betragen dahin, daß, wenn der Herrmeiſter von ihr die Huldi- „gung empfangen wolte, er erſt den gehäßigen kirchholmiſchen Tractat nach allen „Zeilen den Sonnabend vor Calixti vertilgen muſte,,,

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Erzb, Silveſt. Stobwaſſer. zur Zeitder Reg. Bernh. v. der Borg, 155 iſt merkwürdig, daß die einzige Stadt Ritzg ihr Siegel nicht beigeſetzt hat, ob- 1472 gleich noch Plaß auf dem MN ED war. [ice ſich ſalſche Erzbiſchof Zu Stretnss auf.U. LF. Tag verglichen ſich 'der upſalſche Erzbiſchof 1 Jacob, der ſtregneſiſche Biſchof Johan, die Reichsräthe Steno Sture 477 Lliclas Sture, und Guſtav Carlſſon mit dem Ordensmeiſter, daß ſie des Geſa 1 darin Erich Bawaldjon geleget worden, nimmermehr geden- en wolten. ' Der Propſt, Dechant und das Kapitel hatte vom Papſt ſchon vor 24 Jahren 1 478 die Güter und das Land Titicger *) gegen Dahlen und Steinholm, über der Düne, geſchenkt bekommen , ſelbige auch nebſt andern in und auſſer der Stadt gutwillig und zur Erhaltung guter Freundſchaft abgetreten, und der Stadt wieder zum Beſiß überlaſſen. Auf Befehl des Papſts Sixtus des 1Vten muſte der Pre- digerorden dieſelben von neuen dem Magiſtrat verſchreiben laſſen , damit der Erze biſchof feinen Anſpruch darauf machen fkönte. Desgleichen verſtattete der Papſt , daß ein jeder Erzvogt (Pro-Con ul) und Bürgermeiſter während ſeines Amts einen Tragaltar mit gehörigen Zierrathen ge? brauchen dürfe, an dem er in Beiſeyn ſeines Hausgeſindes und anderer die Meſſe und den übrigen Gottesdienſt auch vor Tage, doch in der Frühſtunde, durch ſei- nen eigenen oder fremden Prieſter, halten laſſen könne.“ Rom am 10ten Febr. Hierbey folgte eine andre Bulle , worin der Stadt verſtattet wind, die Acciſe ein- zuführen, Maas und andre Ordnungen einzurichten, und die Güter dererjenigen zu erben, die ohne Erben und ohne Teſtament ſterben, ihre Bedienungen zu ver? geben, doch ohne Nachtheil der Geiſtlichkeit, So gab auch der General des Pres digerordens Leonhard de Manivetis de Perußio der Stadt wegen ihrer reichlichen Gaben und Almoſen den freien Zutrit zu ihren gottesdienſtlichen Uebungen, der Meſſe, Betſtunden , geiſtlichen Aemtern, Leſen, Andacht , Betrachtungen, Pre- digten, Seufzen, Thränen und Wachen, welche zu gewiſſen Stunden gehalten werden 3 und verſtattete ihr ein Antheil an allen Faſten, Enthaltungen, Zucht, Pilgerſchaften , Arbeiten, Buſſe, Gehorſam und andern guten Werken. Die Geiſtlichen, der Vogt und die Bürgermeiſter in Bitz beſchwerten ſich 1499 am zuſten Febr. bey dem Papſt Sixtus den 1Vten über das ungerechte Execu- tionsurtel , ſo der Erzbiſchof zur Volziehung gebracht, da er ſich doch lange von der Gerichtbarkeit über die Stadt losgeſaget. Weil Silveſter ihre rechtmäßige Appellation nicht achtete und viel a] in den Ban that; ſo verordnete der q 2 Papſt 8) Dieſe Güter Titigger , ſonſt Grapenduvel , gemeiniglich Bebuſch genant, haben unter den ſtreitenden Parteien viel Unruhe verurſachet. Die Stadt muſte ſich in die Zeit ſchien und dieſe wohlgelegenen Ländereien 1452 im kirchholmiſchen Tranzsact fahren laſſen , erhielt ſie aber vom Erzſtift 1454 gleich gutwillig wieder. Als die Stadt die Partey des Ordensmeiſters nahm, ſo proteſtirte der Propſt und ſein Kapitel wider die Abtretungsacte , gewonnen auch am römiſchen Hofe 3 Urtheile darüber , wovon dem Prediger Prior moben von Roſen die Volziehung auſgetragen ward. Jm Jahr 1512 verglich der curländiſche Biſchof Zeinrich und Meiſter Walter von Pletten- berg; den Propſt Joh. T7olken und die Stadt wegen der ſtreitigen Länder (Kypf- länder) ſolc<hergeſtalt miteinander, daß der Propſt die überdüniſchen Güter gegen Dahlen und Steinholm zu in Ruhe beſißen ſolte , bis die Stadt am nächſten Landtage beſſer Recht erhalten würde. Noch 1516 künſtelten die päpſtlichen Commiſſae- rien Alexander Schult und Georg Gardin, Domherren der Kirche zu Oeſel, an dieſem Vertrage , gaben aber dem Rath zu Riga einen Schein , daß die gütliche Uns terhandlung zwiſchen ihnen und den Propſt zu Riga ſich fruchtlos zerſchlagen. End»- lich zahlte die Stadt 15x18 an gänger und geber Münze 1200 Mark und ein ſilbernes Kleinod von 5 Mark Silber dafür. Im Jahr 1518 beſtätigte Leo der Xte deswegen die Stadtmark von dieſem Tittzer ab, gegen Oſten, von Uluſſafluß gegen Süden, vom Bache Olein gegen Weſten, von einem Theil der See oder heiligen Ag gegen Ylorden. Da der Papſt in mehrern Fällen ſich in weltliche Händel gemiſcht , ſo ge- 8 dieſe Briefſchaften mit unter die päpſtlichen Diplomata Protedoria von iefland.

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156 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1479 Papſt den negpolitgniſchen Cardinal und Biſchof von Albanien zum Schieds- 479 man, und Mm Compulioriales mit, daß alle bey Strafe des EE die Briefſchaften des Erzbiſchofs ausliefern ſolten. Der Erzbiſchof, Silveſter , Metropolit der Lande Lief- Eſt- Lett- Cur» land und Preuſſen, des heil. römiſchen Kaiſerreichs Fürſt , ingleichen Georg, Doctor der geiſtlichen Rechte und Propſt, Ditmar, Dechant, und das ganze Kapitel , desgleichen die Ritter Hr. SZinrich von =ohenberge, gG: Hr. Engelbrecht von Tiſenbauſen, Hr. Detlef von Tieſenbau- en, Hr. Engelbrecht Same, Sinrich von Ungern, Wollmar Urfül, . Kerſten von Boſen, Vogt zu Treyden, und Jürgen Curſell, Vogt zu Kokenhauſen, traten dis Jahr in ein bedenkliches Bündnis mit dem Erzbiſchof Jacob zu Upſal, dem Biſchof Johan zu Stregnes, dem Herrn Steno E*ture , des Reichs Schweden Vorſtänder, Hrn. L7ils Sture, Hrn. Guſtav Carlſſon und andern Reichsräthen. DIene klagen , daß der Meiſter Berend von der Borg auſſer der Stadt Biggg ihre Schlöſſer , Leute, Länder, Gewäſſer und Ströme abgedrungen , und weder der Orden noch die Stadt ſich an die päpſtlichen Bulien, noch an die erzbiſchöflichen guten lateiniſchen Vermahnungen etwas kehren wollenz daher ſie aus Noth obige von päpſtlicher und kaiſerlichen Gewalt verordnete Kirchenbeſchirmer um Hülfe erſuchen müſſen. Sie verſprechen den überſchickten Hülfsvölfern vor allem Schaden und Gefäng- nis zu ſtehen, bedingen ſich aber ein gleiches für ihre Vöiker aus, wenn ſie Schweden zur Vehauptiing ihres vermeinten Rechts auf Sarrien und Wier- land, helfen ſolten, Sie wollen mit Schweden die Helfte der wiedereroberten Stiftsgüter theilen , welche bisher der Orden unrechtmäßiger Weiſe in ſeine Geza walt bekommen, Dieſer Bund brachte aber den Orden erſt recht in die Hiße. Der Meiſter holete den Erzbiſchof ſelbji von Rokenhauſen weg, uud verbrante mit dem Schloſſe das ganze ſchöne Archiv ; Silveſter war in der Gefangenſchaft und ſtarb vor Gram, oder, wie einige fälſchlich muthmaſſen an beigebrachtem ne e) , am St. Margarethenabend, und ward vor dem hohen Altar im Dom zu Riga begraben , nachdem er 30 Jahr ſeinem Amte vorgeſtanden. : Pap €) Was ſagte Sixtus der [Vie zu dieſem unwürdigen Tractament des Erzbiſchofs ? Uns fehlbar nicht viel mehrers, als er auf die Nachricht von der Hinrichtung des ſaml&ndi- ſchen Biſchofs Diedrichs ſagte t Deleatur preſſima illa nigra crux, Maledidus enim ordo, vbi Laicus regit ſuper Clerum. SErpold Lindenbrog in Scriptoribus Septentrionalibus führet aus einer ſlaviſchenChronif an , daß der Erzbiſchof damals ſeine Banbriefe durch den rigjiſchen Propſt Lippold wieder Meiſter Berndten an die Stadt Lübeck und andre Städte herum geſandt , man habe aber dem Propſt in Preuſſen Gift beigebracht, woran er ſterben müſſen. Des Chronikenſchreibers Urtheil Xlingt artig: Monachus peruerſus deficit prxz omnibus deficientibus; et fi proficit - monachus bonus , melior eo homo non elt. D« i. ein liederlicher Pfaffe ſündiget viel mehr als alle Sünder, thut aber ein frommer Pfaffe was guts, ſo iſt kein beſſrer Kerl in der Welt ale er. Dieſes Propſts Vergiftung ſcheinet man in der Geſchichte mit der Hinrichtung des Erzbiſchofs verwechſelt zu haben. Das neue Epigramma beim Chy- trä&us S. 297 iſt zu jung, und folget den Unrichtigkeiten einer alten geſchriebenen lief» ländiſchen Chronik , welche berichtet , daß Oſthoff den Erzbiſchof, belagert , und ihn, weil er alt und kindiſch geweſen , auch bey dem Orden und Kirchen nicht wie ſichs ge» bührte gehandelt, in Verhaft genommen, in welchem Gefängnis ihn Berndt von der Borg am tz3ten Jul, mit Gift hinrichten laſſen. Es ſtreitet ſolches gegen die Urkun» den, in welchen der Erzbiſchof Silveſter noch dieſes Jahr ſtehet , und alſo nicht über 7 Jahr gefangen gehalten worden. Seine Vergiftung haben wol die Pfaffen ausge- ſprenget. Es iſt ſchwer zu vermuthen , daß der Orden einen ehmaligen Mitbruder, der als Ordensfanzler in wichtigen Geſandſchaften ſo anſehnliche Dienſte gethan, daß ſie ihn zum Erzbiſchof beſtellet , und der als em groſſer Rechtsgelehxeter durch das herr« liche Privilegium ſich die ganze Ritterſchaft verbindlich gemacht, auf eine ſo niederträch« * tige Art hingerichter haben ſolte, und doch gleichwol ſich keiner dabey rühren wollen. Des Erzbiſchofs Frau Schweſter hies N]argaretha , und vermählte ſich an Ber- tram

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Erzb. Steph. v. Gruben. zur Zeit der Reg. Bernh. v.der Borg, 157 Papſt Sixtus der 1Vte ſandte noch in eben dem Jahre den geweſenen Re- 1479 ſidenten des ritziſchen Stifts zu Rom und bisherigen Biſchof zu Dörpr, oder beſſer, nach andern zu Troja in Llegpolis, Stephan von Gruben, nach Bitjg, dem Erzſtifte vorzuſtehen und cxmahnte die Stadt ihn als einen Vater und Seelenhirten aufzunehmen. Allein der Orden bedanfte ſich für die Em- - pfelung und wolte dieſen x < nicht einlaſſen; daher Sixtus der 1Vte den Biſchöfen von Uladislav, Dörpt und Oeſel die Einführung dieſes Mannes 1485 mit Ernſt anbefehlen muſte, weil die Ritziſchen ſtarke Hofnung auf ihn ſetzen *). Die Bicziſchen, welche der Aufhebung des kirchholmiſchen Vertrags halben dem Ordensmeiſter gegen den vorigen Erzbiſchof. geholfen hatten, giengen darüber ihres dritten Theils auf Oeſel zur Hälfte verluſtig, weil der daſige Bi- ſchof ſie ſequeſtirte. Doch des Meiſters Bruder Simon von der Borg, Bi- ſchof zu Bevel , lud den öſelſchen Biſchof im Namen des Papſits vor ſich, und verlangte ausdrücklich , daß beſagte Güter der riziſchen Bürgerſchaft wieder frey gegeben werden ſolten, Dem ohnerachtet gieng es damit langſam zu, und muſte der päpſtliche Legat 9 Jahr nachher den Dechanten zu Big und den Propſt zu Dörpt darüber zu Schiedsmännern beſtellen -), Auf tram von Uxkül, von dem ſie 3 Töchter zur Welt gebracht, nemlich Nlartha, Cao tharina und Urſula, einen Stiefſohn Peter aber ſchon vor ſich fand, Seinen Zu- namen hat uns zu erſt der gelehrte und berühmte Hr, Vicepräſident Jacob sZeinrich Zerneke in ſeiner zu Berlin zum andern mal gedruckten thorniſchen Chronik 1727 gemeldet , der dieſen ſeinen Landsman Silveſter Stobwaſſcr nennet, Nach dem Stadtarchiv in LTicolaus des Vten päpſtlichen Bulle heiſt er: Stodewellcher ex or» dinis Teutonici fratre Sacerdos fadtus et a Capitulo Rigenſi eleus. Er ward 1448 am gten October zu Rom confirmiret. Silveſter ſtudirte zu Leipzig, und ward 1427 unter dem Rector M. Augjuſtin von Remnitz immatriculirec, 1429 ward er Baccalaureus der Philoſophie , 1434 Magiſter , und Aſſeſſor der philoſophiſchen Fa« cultät. Er war 1440 Examinator der Candidaten , hielt philoſophiſche Vorleſungen, und ward Collegiat des Frauenscollegii. Weil er ſich auf die Rechtegelahrtheit wohl verſtand und ein guter Redner war , ſo erhielt er beim Hochmeiſter die Kanzlerſtelle, Joach, Joh. Maderus in centuria ſcriptorum inſignium, Helmfladii 1660 in 4, n. 23 ſchreibt von ihm, daß ers in der Weltweisheit hoch gebracht, einige Commentarios über den Ariſtoteles verfertiget, als in libr. Il, priorum, in libr. VIII Topic. auch viele Briefe abgefaſſet und Reden gehalten. Sein Tod wird daſelbſt aus einem alten Schrift ſteller ganz anders angegeben als in unſern Geſchichtſchreibern. In quo (archiepiſco» patu) , heiſt es, cum aliquamdiu conſidens ſingula quam gnauiter religioſeque admi» miniſtraſlet, in pace quieuit. 4) Cranz Wandal. lib. XIII, c. 16 bemerfet von dieſem geſchi>ten Man, daß er die lief- ländiſchen Kirchenangelegenheiten bieher am päpſtlichen Hofe redlich beſorget habe, Seiner Meinung nach hätten die Sradt Rita und das Kapitel beſſer gethan, wenn ſie ihn zu Rom gelaſſen. So aber ſchickten ſie ihm einen Brief und Boten über den andern , daß er ſich in Riza einfinden möchte, Bey ſeiner Gegenwart fiel die Hoche achtung des Ordens gegen ihn weg, und das machte ihn auf.allen Seiten unbrauchbar, Der Erzbiſchof hatte nicht das liebe Brod, die Stiftsgüter lagen in Graus und Schutt, und ſeine Bedienten muſten , fich des Hungers zu erwehren, lange Finger machen, Sixtus beſtätigte dieſen Stephan am 22ſten Merz 1479 im 9ten Jahr ſeiner Regie- rung, und meldet im Breve, daß die Kirche durch Splveſters ſeligen Tod den Troſß ihres Hirten eingebüſt. 5) Hiervon finden ſich viele Junſtrumente. Der Biſchof Simon zu Revel, lies durch den kaiſerl. Notarius Nichgel Tanneſfe von Bütow , im Beiſeyn des ritziſchen Syndici Herrn Mlolner von Seehauſen, den Biſchof, Peter zu Zapſal am 12ten Jun. vor ſich fordern , und ſchiekte ihm die ſixtiniſchen Befehle mit, welche aber der Biſchof, nach Auſſage der Laien Perer Zimmermanns von Bremen und Rutcher Cappelaw von Dörpt, nicht achtete. - Dieſe Männer zogen dem Biſchof Peter nach Qeſel nach, und nahmen ihre Wohnung beim Schloſſe Arensborch in eines Bürgers, Namens Bcrnhard von Grotewalen, Hauſe. Der Biſchof lies ihnen nach 4 tä- gigem Aufenthalt am 28ſten Jenner 1481 wiſſen "R er ihr Gewerbe nicht gr r au

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1480 159 Lebenund Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Auf Igeobi wurde der ſo genante Weinbrief fertig. Der vr Meiſter verliche der Stadt die Brüche und Pöne, die Wedde genantz wofür die Stadt 2000 Mark erlegte , und dem Meiſter jährlich auf "Jacobt-mit 4 Ohmen Rheins wein ein Geſthenkf zu machen verſprach. Nachdem der Czaar Jwwan Baſilewitz das Jahr vorher das Grorfürſten- thum und deſſen Hauptſtadt Vögugarden *) erobert, kam ein Theil des fiegen- en auch die Jnſinuation nicht erlaube, Der Notarius ſchlug den ganzen Reces an dis Kirchenthüren zu Alt» und Neu Pernau an, wobey Paul Sager von Schwerin, Rotcher Cappelow von Dörpt, und LTiclaus Oſterborch von Verden, Kauf» leute, zugegen waren. Die Kirche zu Alt Pernau gehörte nach Oeſel, und war dem Apoſtel Thomas, gleichwie die zu Neu Pernau dem heil. Biſchof LTicolaus , ge» widmet , die aber zum Biſtum Dörpt gehörte, - Auſſer vorigen waren noc< dabey Benedictus Vrölick, Pfarrer, Hinrich von Saimen, Bürgermeiſter , Tides man Loer , Bürger aus Alt Pernau) aus Neu Pernau der Pfarrer Hr. Wil« belm Vrauenborn, Zugo Slüter, Virarius, und der Bürger Wolram. von Lr7eem. Der Papſt ſuchte alſo nicht nur die öſelſchen Güter der Stadt Riga zu erhalten, ſondern drang auch ſehr ernſtlich in den Prior der Prediger, Job. von Ro«- ſen, und dem Gardian der Ülliinoriten, Zeinrich Voſſen, daß das Kapitel die alts Schuld auf ſich nehmen muſte, da die Stadt dem Erzbiſchof Johan vor langen Zei« ten.in. ſeinen Nöthen einmal 600 Mark und wieder 375 Mark ritziſch vorgeſchoſſen, wo gegen ihr die Dörfer Jarnezal , Nmatendorp, Lepiya , Putayke und Saltze mit den Letten über der Saltze verſeßet geweſen, von aten Febr, 1480, Durch die Kunſtgriffe der Geiſtlichen verlor die Stadt den Proces 1489 wegen der Güter auf Oeſelz und Elgzerd Durcap, Etedus Steſuicenſis, muſte das Urtheil bekant machen, Sixtus war todt. Die 975 Mark gelehntes Geld bezahlte endlich der Erzbiſchof Üichael. F) Der rigziſche Bürgermeiſter, Herr Sranz Lreuſtädt , hat in ſeiner Handſchrift ei« nige Nachrichten von dem liefländiſchen Handel zu ſeiner Zeit hinterlaſſen , die einer kurzen Anmerkung werth ſind, weil gemeiniglich der Reichthum der Handlung zu LT. ttarden zu gros und unglaublich angegeben wird, Wir leſen ſonſt, daß der Czaar Ivan die Stadt LrToggarden 6 Monat belagert, das deutſche Comtoir zerſtöret und 74 Millionen Beute gemacht, Siehe Willebrandts Vorbereitung S. 32. Anbere ſchreiben von 300 erbeuteten Wagen an Gold und Silber , Relch S. 145. Herr. TrTeuſt&dr theilet uns folgende Exzälung mit? Seitdem die Städte Riega und Re«- vel in Flor gekommen, gieng Wisby almälig ein, ohnerachtet bey 12000 Kaufleut2 in ſelbiger wohnten , und alle Handwerker , auſſer einem Becker , in den Vorſtädten les ben muſten. Das Contoir zu L7ogarden blieb noc< immer in Flor , ob es gleich un- ter die rußiſche Krone kam. Doch 1494 wurden der Kaufmanſchaft über 306c00 Sl. Waaren weggenommen , und von den arreſtirten Kaufleuten auf Beſchifung der Hanſeeſtädte nach 3 Jahren etliche lo8gelaſſen , die andern muſten»im Gefängnis ſter- ben, wodurch der Handel ganz eingieng. Die losgelaſſenen begaben ſich in groſſer Armuth nach Revel , wo nur 4 Perſonen blieben, unter denen Herr Ludwig Bür- toll nachgehends zu Dörpt Rathsherr geworden. Die übrigen ſekten ſich avf eines Lübe>ers, Namens Gerd Affendorf Schif, welches aber in den ſchwediſchen Scheeren mit Man und Maus verloren gieng, deren Gedächtnis in einer Gtabſchrift an der Brüe des revelſchen Hafens aufbehalten worden. Der Handel ſchlug ſich alſo wider nach Riga , Revel und Dörpt, wodurch die Städte bis 1550 ſehr ange wächſen. Als CPleuſtädt 1570 zu Ldogarden war, fand er noch ein Stück Mauer von dem St. Petersfirc<hof die die Kaufleute ehmals von Steinen aufgeführet hatten, ingleichen eine hölzerne Stube nebſt einem gewölbten Keller , wo die Kaufleute dann und wann noch einige Waaren ablegten, So war auch zu Plescow an der linken Seite des Bachs Plescow, gegen dem Schloſſe über, ein Gaſthof für deutſche Kaufleute, der aber in demgroſſen Brande 1560 eingeäſchert ward. LTogarden und Plescowkonten nicht wieder aufkommen , einmal wegen der Engländer die 1554 um ganz T7orden Herum nach den Hafen Colmetgard ſegelten, und alle koſtbare rußiſche Waaren ab- Holtenz und ſo dann auch weil, als Rußland 1558 die LTarve erobere, die fübiſchen Kaufleute vom römiſchen Kaiſer und durch ihren Deputirten, Job. Wattner, von dem Czaar die Freiheit erhielten, dahin zu handeln, denen es ſo gleich die 5Zambur- gey, Antwerpner, Drabander, Soll- und Englönder , SR und ran

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Erzb. Steph. v. Gruben. zur Zeitder Neg, Bernh, v. der Borg, 159 den Heers mit nach Liefland, welcher Einfal im ganzen Lande Schrecken und 1482 Verwüſtung anrichtete. Bernhard von der Bort> dachte nun auf. Rache. Er bot die geſamte Macht von Lief- und Lſtland auf, und that mit ſelbiger einen Zug gegen die Ruſſen, ſteckte die Vorſiadt zu Plescow in Brand, und wol» te ſich von der Stadt ſelbſt Meiſter machen. Doch | Bruder , der revelſche Biſchof Simon; las erſt eine ſv lange Meſſe, daß ſich die Buſſen darüber ver? ſtärkten 3 daher der dörptiſche Biſchof. aus PEN eines Ueberfals ſich nach Hauſe machte, und ſeine Schlöſſer beſeste. Bernhard zog mit verdrieslichem Muthe ab, und beſchwerte ſich über des Biſchofs Trennung, der nun allein der arme Sünder ſeyn ſolte. Die Buſſen gaben den Liefländern das Geleit, nah» men Fellin mit ſtürmender Hand weg, eroberten Tarweſt am See Ferſcher, ſonſt Wortzjerwe genant, führten viele in die Gefangenſchaft, und machten aus Verbitterung die ganze Gegend zur Einöde. Die traurigen Folgen dieſes mislungenen Unternehmens leitet Cranz aus der Unvorſichtigfeit her , daß man die Nachbaren die gröſte Macht zu unrechter Zeit in Augenſchein nehmen laſſen, Von dieſer dem Vorgeben nach ungeheuren Armee 2) hatte jeder ſchon den Heimweg gefunden. Mit dem Ueberreſt derſelben langte Bernhard vor der Stadt Rigg an, die ih auch des beſten nicht verſahe, ſondern die Thore ſperrete und wiederum die ſchwächere SPF Partey ergrif, Die WIN tr 2 wehrte Franzoſen nachthaten, die ſo ſtarke Zufuhre lieferten, daß vor die Fracht viele 100 Laſt Salz liegen blieben. LTeuſtädt kaufte ſelbſt von den Ruſſen in LTarva 1 Pf, Unzen Gold zu 10 Thlr, welches in Deutſchland mit 15 Thlr. bezahlet worden 3 ganze Ballen von den ſchönſten Damaſten die brabander Elle zu x Thlr. welcher um 2 Thlr, nicht eingefauft war; engliſche Tücher zu 30 bis 36 Tahler , die auswärts 45 gekoſtet, Ja manchmal habe die Laſt Salz nur x Thaler gegolten. Die deutſchen Factore wurden von dem rußiſchen Gouverneur, wie ehmals zu CTogarden , alle Wochen 2 mal herrlich bewirthet und geliebfoſet, welche Höflichkeit der rußiſchen Nation eis» nen unglaublichen Ueberflus an allem ins Land gebracht. Uebrigens bemerken wir noch, daß Zerberſtein S. 54 die Eroberung der Stadt PTogzarden ins Jahr 1477 ſeßet, dem Strykowsky und Pet. Petreſus beipflichten. BRojalowic3 nimt das Jahr 1478, Cranz hat die Jahrzahl weggelaſſen, Hennintzes hält es für unausgemacht, Wichov hingegen, Philip Labbe , und Brentius nehmen 1479 an, für welches auch die mehreſten Zeugniſſe angeführet werden können. 8) Die geſamte liefländiſche Macht wird uns in dem erſten Theile beim Jahre 1223 nach dieſer Ordnung beſchrieben. x) Der Biſchof und ſeine Lehnsmänner , 2) der Herr Meiſter und die Brüder der Ritterſchaft Chriſti, 3) die vornehmen Pilger , 4) die Kaufleute, 5) die riegziſchen Bürger , 6) die Liven, 7) dieLetten. Ums Ende des 15 Jahrhunderts mus ſie freilich anſehnlicher geweſen ſeyn. Wer wolte aber glauben, daß die Macht von Liefland , (denn das ſchwache Preuſſen fonte nun wenig hel» fen) ſo ungeheuer geweſen wäre? Ruſſov ſeßt die Anzahl der Völker des Ordensmei» ſters auf 100000 Man, Wer an dieſen nicht genug zu glauben hat, dem ſtelt Cranz 200000 ins Feld *) , mit welcher Menge zur Noth eine vfne Vorſtadt abgebrant wer» den konte. Plettenberg brauchte ein ſtarfes Heer; um wie viel kleiner aber kömt es gegen dieſe Macht aufgezogen ? Dergleichen Fehler der Vergröſſerung giebt es viel, auch in der liefländiſchen Hiſtorie. Da dieſe zahlreiche Armee in Rußland nicht Wunder that , ſo lies ſich der Biſchof; von Dörpr weis machen , es ſey auf ſein Land gemünzet , und fehrte alſo nach Cranzens Bericht geſchwind nach Hauſe, die nöthi- gen Gegenanſtalten vorzufehren. So ſchlim war aber der Ordensmeiſter nicht, daß er hätte auf die Ruſſen zielen und den Biſchof allein treffen ſollen. Indeſſen brachte iln dieſe mislungene Reiſe um alles Anſehen. Dörpt kam der Nachbarſchaft wegen auch darüber ins Gedränge. Dieſes muſte die Haare dazu geben, wenn man ſich in Riga von Rauffen berathſchlagete. Dürfte man ſich wol darüber wundern, wenn die in Dörpt endlich auf die Gedanken gerathen wären , lieber einen Freund als Feind zum Nachbarn zu haben? Ft Zeki ONEN WR 17 ZAREN 0) Eine andre Auflage von Cranzen hat viginti willia, «Was hätte wol der atme Biſchöf in Dörpt anfangen ſoileu , wenn dieſes Kriegesheer mit geraden Schritten über ſeine, Neſideng weamärſchie ret wäre 2 Doch Cranz ſucht ofte in ſeinen Leſern den Affect der Barmherzigkeit gegen die liefs “ländiſchen Biſchöfe rege zu machen

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160 Leben und Thaten der ließändiſchen Ordensmeiſter, 1480 wehrte ſich tapfer , und nöthigte den Ordensmeiſter zum Abzuge, wie denn auch 1431 die Schlöſſer Deon und Zochroſen von der Ritterſchaft des Erzſtifts mit vie- lem Glücke vrrtreflich vertheidiget wurden, dh? ; ; Der Papſt Sixtus der 1Vte und der römiſche Kaiſer bemüheten ſich recht um die Wette, der exſte ſeinen Erzbiſchof, und der andre den Ordensmeiſter bey An- ſchen zu erhalten. Friedrich) der Ute ertheilte Berndten von der Bore und ,. ſeinen Nachkommen des Stifts Regalien und Weltlichkeit, und gebot der Stadt Rietg bey Strafe von 100 Mark löthigen Goldes ihn von der kaiſerl. Maj. und des Reichs wegen für ihren rechten natürlichen Herrn zu halten und in allen ziem- lichen Geboten treu und E48 zu ſeyn : Wien am 2oſten April. Den Brief machte der Biſchof Simon von der Borg, am 13ten November deſſel- bigen Jahrs, zu Wenden in Gegenwart des päpſtlichen und kaiſerlichen Notarius, Eberhard Szelle von Aſchergde, bekant, Der Biſchof nennet ſich in demſel- ben der heil. riextſchen Kirche Poſtulaten, und erbittet ſich die Vaſallen, Gerhard Patfül und Bernd LTienborgen, rigiſche undwendiſche Clericos, zu Zeugen. So ſchrieb auch der Kaiſer unterm 2oſten April an Caſimir den 1Vten, König in Pohlen, an Sie König von Dännemgark und Schweden, und an den Grosfürſten zu Litthauen 3 gebot auch allen Reichsfürſten bey Verluſt faiſerli- <er Gnade und Bedrohung ſchwerer Strafe, den Meiſter zu Lieſlgnd bey dem Stift Riga zu handhaben und zu ſchützen, wo das unordentliche Regiment, das böſe Vornehmen und Uebungen der Erzbiſchöfe biöher gros geweſen; ſintemal ihm els römiſchem <riſtlichen Kaiſer , von dem des Stifts Ritzg Regalien und Weltlichfeit zum Lehn herrühre , ſolchen zuvor zu kommen, und <riſtlichen Glau- ben zu vermehren, wie auch bey Aufnehmen und Ruhe zu erhalten gebühre. Der Papſt hingegen befahl dem Rath und der Stadt, daß ſie den excommu- nicirten Meiſter nicht für ihren Herrn erkennen , dem Erzbiſchof Stephan aber als ihrem rechtmäßigen Befehlshaber gehorchen ſolte, Rom am uten September. Ein gleiches ergieng an die Siefländer, dem Ordensmeiſter bey Strafe des Bans keine Hülfe zu leiſten. Der Papſt gab ſo gar ein Warnungsſchreiben an den 1482 Kaiſer aus, und verlangte , Fridrich ſolte die Verſchenfnng der Stadt Riga, der kleinen Städte und der Dörfer als unrechtmäßig und undillig aufheben, weil er von dem Orden mit falſchen Berichten hintergangen wäre , Rom am 25ſten Zuni; welche apoſtoliſche Breves der Erzbiſchof XMichgel nach 6 Jahren in umſtändlichen Tranſſumten aufnahm. Bey dieſen Unruhen fand der Ordensmeiſter für rathſam , ſich zum Ziel zu legen. Er ſchlos alſv mit der Stadt einen Stilſtand auf 2 Jahr, ſette auch auf etri und Pauli eine Mahlſtat an, und was da nicht verglichen würde, das olten verſchriebene Commiſſarien von Lübeck und andern wendiſchen Städ- ten, wie auch von Danzitt ausmachen. Indeſſen ſol der Handel und Wandel zu Waſſer und Lande offen ſtehen. Doch auf den geſetzten Termin verglichen ſich die Parteien ſo, daß jeder Theil die im Kriege gewonnenen Schlöſſer wieder abtrat *). Zu 8) Dieſen 2 jährigen Stilſtand bewirkten Barthol, von Tieſenhauſen, Ritter, Didrich Hacke, Domherr , Jürten Vikinghuſen, Bürgermeiſter, Joh. Zacke, Rath- man von Seiten der Dörptſchen ; Zans Drülshagen von öſelſcher Seitez Ernſt Wolthuſen Ritter, Didrich Thuwe, Wilhelm Toddesroen, aus Zar- rien ; Zerchold Wrangel von Jeſſe, Octo Wrangel- und Bartholom, %a- ſtever aus Wirland, nebſt 2 revelſchen Bürgermeiſtern. Seine Dauer iſt auf 2 Jahr bis Johannis beſtimt. Die Straſſen werden geöfnet , der Meiſter kan ſein Schlos bauen und die Rigiſchen ihre Soldener behalten , mit denen ſie fremde Feinde abwehren ſollen, Die Düne wird nicht bebolwerket noch gepfahlt, alles nach dem Jnhalt des vorigen 10 jährigen Vertrages. Rigs, Mittwochs nach Judica un- ker 12 Siegeln. Am Dienſtage Diuilionis Apoſtol, erörterten der Biſchof, Nl.artin von Curland, Michel Schmidr Stiſtsvogt, Zenrich chor Wiſch, TD ans

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Erzb, Steph, v. Gruben, zurZeit der Reg. Bernh. v. der Borg. 16x Zu Wagimel, einem Dorfe bey Rarkus , trat in dieſem Jahr der Aus- [1482 ſchus des liefländiſchen Adels zuſammen, welchem das Elend von Ktefland . am nechſten zu Herzen gieng. Ihre Beſchwerden waren furz und gut dieſe: Die ] Biſchöfe befümmerten. ſich wenig um. den Gottesdienſt, und ſuchten nur Küche 1 und-Keller zu ſpiken 3 der Meiſter und ſein Orden arbeiteten an der Unterdrüs | >ung ihver Mitbrüder und der andern Stände /-und machten nur durch ihre ) Wechſel. an ihre Günſtlinge zu Rom das Land arm3 die Bauren würden uns / gerechter Weiſe ausgeſogen 3 die Kaufleute und Fremden führten das Korn aus | dem Lande , und verkauften es bey Miswachs und Kriegszeiten dreimal ſo theuer an die Bauren zurück, worüber viele Hungers ſterben müſten. Site legren auch 3 Faſttage an am Fronleichnams- Yagri& Heimſuchungs- und Aller Heiligen Abend, an welchen alle die über 12. Jahr alt wären bey Waſſer und Brod faſten; oder an die Kirche einen Schilling entrichten ſolten ). (Es blieb aber bey den bloſſen Entwürfen. Als die Ordensöherren in Ritzg wieder eingelaſſen wurden, ſo war ihre erſte 1493 Arbeit dieſe , den neuen Erzbiſchof um ſeine Gerichtbarfeit über die Stadt zu brine gen. Sie bemächtigten ſich ſeiner Perſonz ſetzten ihn mit verbundenen Augen rückwerts auf eine Stute, und führten ihn zum Thore hinaus 3 worüber der Erze biſchof in eine tiefe Schwermuth verfiel , 22 Wochen nachher , nemlich am 22ſten December ſtarb, und an Silveſters Seite im Dom begraben wurde. Allein Crat13, der doch ſonſt der Cleriſey nicht gern entſtehet, meldet nur, daß Stephan aus Melancholie über ſeine Dürftigkeit geſtorben *), H ex Zans Nlaydel Man der Kirche zu Dörpt, Jödike Wandſchede Bürgermeiſter, Hinrich Appendorp Rathman der Scadt Dörptz Paul Miolner , Domherr, Otro Varensbeke , Claus Zeel von wegen Oeſel; Ernſt TWoldhuſen Ritter, Hans Lode von Rotz, Arnd Vieringhoff und-Barthold Törwen von Tolall aus Harrien; Joh. von Drame , Evoold Maydell und Otto Tuwe aus Wire land , nebſt 2 Rathsherren aus Revel, die Klagen der Stadt über den Orden, wegen der Haken , des Weinbriefes , und dee 2000 Mark 3 davon die gänzliche Entſcheidung bis auf nechſten Landtag , der am WMarientag übers Jahr zu Wolmer oder Wen- den gehalten werden ſolte, ausgeſeßt ward s alles ohne Nachtheil der erzbiſchöflichen Rechte; unter 2x Siegeln, 2) Die auf dieſer Tageleiſtung verſamleten Herren waren, aus dem Erzſtift Riga , die Ordensritter Joh. von Tiſenhauſen , und Jürgen Orgies, Carſten Haſtver, Frid. Orgies , Didr. von Roſen, Gortfehalc> von der Pahlen, Cord Urkul, Prgen von Ungerns aus dem Stift Dörpt, Jürgen Wrangel, emr. von iſenbauſen, Berrold Tödwen, Hans Sohn, und Orro Zuxhöveden ; aus Har- rien, Ernſt von Woldhuſen 3; aus Wirland, Bertold Wrangel, Ewold U7aydel, Otto Taube , Bertold Brakel, Zans Weddewis z aus tem wendiſchen Krei» ſe, der Ordensritter Simon von der Borg, Hans Warſel, Didr. von der Hiöh- len, „Zinrich und Hans Lirrel; aus Vellin und Rarkus, Hans von der Weide, Robert Schwarzhof; aue Jerwen, Wolfert Meſſeler , Didr. Werzent.cken z aus Allentaken, Zelmet Lode und Berend von Vieringhoff; aus Lurland Joh. Tork, Ciaus Francke, Job. von dem Brincke und Werner Butlar. k) Die Documente dieſer Zeit gedenken nichts von dieſem Umſtande. Die Rigi» ſchen , denen dergleichen aufgebürdet wird , ſind unſchuldig, Ob der Orden diejes wagen können , wäre noch die Frage. Die Päpſte ſagen dieſes nicht, wol aber etwas, das nicht viel beſſer herauskomt. Schon Johannes der XXliſte klagt, daß der Or den die Erzbiſchöfe , Biſchöfe , Pröpſte, Dechanten , Prälaten und andre zur Kirchs gehörige Perſonen gefangen nehme, ſie ins Gefängnis werfe, todt ſchlage , die Kir- <en verbrenne , ihre im Treffen verwundeten Mitbrüder niedermache , und ihre Leiber „ins Feuer werfe. Um dieſe Zeit beſchweret ſich Innocentius der IUXte, daß der Orden mit dem Erzſtift Riga erbärmlich umgeſprungen, alle Schlöſſer und Güter veſeßet, -7 Vaſallen mit dem Schwerdt getödtet , ſie bey den Füſſen aufgehenket, und dem Erz= biſchof den Eid der Treue zu leiſten ſich geweigert. Vielleicht nennen einige dieſe Beſchwerden nur Pfaffenklagen, Es würde freilich manches von Seiten des Ordens Ss gnders

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162 Leben und Thaten der lieffländiſchen Ordensmeiſter, 148 Der ricziſche Dompropſt Seinrich Seiligenfeld legte ſeinen weiſſen t93 Chorroc> ab und zog den Harniſch an, eroberte auch mit ſeinen Leuten etliche Or- vensſchlöſſer 3 bey welchem Tumult die Ritziſchen auch ein Herz faſten und die Burg zu Bitzg, weil ſie der Stadt zu nahe gebauet war , niederriſſen und der Erde gleich machten. Die Biſchöfe von Dörpt , Oeſel und Curland nahmen indeſſen mit dem Kapitel Abrede , wie es mit Rokenhauſen und andern Schlöſ- ſern bis aufdie Wahl eines neuen Erzbiſchofs ſe gehalten werden. Die Bitzt- ſchen rückten gar vor Dünemünde, und lieſſen keinen Stein auf. den andern. Ia ſie ſchickten Kalk und Steinſtücke ſtat der gewöhnlichen Birk- und Haſelhüner an ihre Correſpondenten noch Lübeck zum Präſent, welche von dem wichtigen Siege über ihren ſonſt mächtigen Oberherrn die Gewigsheit überbringen muſten ). 1484. Der Kaiſer Sridrich ſahe ſich genöthiget, aus Grätz an den Rath zu - : Wismar zu ſchreiben, daß die Stadt bey Strafe von 1000 Mark löthigen Goldes den Biziſchen keine Hülfe leiſten ſolte, weil ſie den Heyrn Meiſter bekrieget und ſich einen neuen Erzbiſchof: Stephan Gruben zum Oberherrn erwehlet, auch auf. vorhergegangene Vorladung vor das Kammergerichte nicht erſchienen wären. Die Appellation an den Papſt helfe nichts 3 weil er in weltlichen Sachen nicht Richter ſeyn könne "). Dahingegen verſprachen der Erzbiſchof "Jacob von nan t al, anders beantwortet ſeyn , wenn ſich die Glieder deſſelben nicht beſſer auf den Degen als die Feder verſtanden. : t) Cranz giebt uns von dieſer Belagerung des herrmeiſterlichen Schloſſes in Rigga folgende Beſchreibung. Die Bürgerſchaft zu Riga, die von ihrem Erzbiſchof ſich viel ver- ſprach, machte auf ihrer Seite dem Orden eine Diverſion und belagerte das Schlos in ihrer Stadt. Sie beſchoſſen es mit ſchweren Geſchüße, die Beſaßung aber that eine ver«- zweifelte Gegenwehr. Man beſchlos daher es auszuhungern, und warf Maſchinen hinein, die mit ſtinkender Materie und todten Aeſern ausgefüllet waren. Wie nun die Beſa- ßung theils drauf gegangen, theils die Waſſerſucht hatte, ſo capitulirte ſie. Die Büro ger riſſen die Mauren nieder , und ſchickten die Ziegel und Steine yach Lübeck, zum Beweis ihrer Herzhaftigkeit , duzu die Lübecker gratuliren ſolten. Allein die Stadt z0g bey dieſem ſteinernen Triumph gar bald den kürzern. *) Der Papſt ſahe Rita für eine erzbiſchöfliche Stadt'an, da der Biſchof das ius gladi, obgleich nicht vom Kaiſer , hätte, wie denn Albert ſchon das Lehn andern mit Vorher- tragung dreier Fahnen ertheilte, ehe man von einer kaiſerlichen Jnveſtitur deſſelben et- was findet.» DLiefland ward auch zu einer Zeit erobert , da der Kaiſer ſich um dieſe neue Eroberung nicht bekümmerte, noch bekümmern wolte und konte; ja, da man noch eifrig den Saß verfochte , daß der Kaiſer ſeine Macht auf Erden von dem vers meinten Stathalter Chriſti, dem Papſt bekommen müſte. Hier aber that der Kaiſer die Augen auf, und ſekte den päpſtlichen Eingriffen Schranken. Doch das erzbiſchöf«- liche Regiment in Liefland kehrte ſich daran wenig. Die 3 Biſchöfe Johan, Peter und Martin von Dörpr, Oeſel und Curland wurden mit einander einig, des Mei- ſters Stathalter Johan Vrydachen von Loringhave am Tage Jacobi mit der Stadt auszuſöhnen. Der würdige Herr Stathalter Vrydach, revelſcher Comtur, kan zu LTeuermühlen und Riga, wo es ihm beliebet , ſein Lager nehmen und Zelte und Pavlune (Pavillons) aufſchlagen , ſelbſt in die Stadt Riga ziehen, oder ſeine Bo- ten hineinſenden, Der Herr Magiſter Zilgenfcld zieht aus Rokenhauſen ſicher ohne Geleite heraus. - Am Tage sZippolpyti und ſeiner Mitgenoſſen traten LOynemer von Delwich, Comtur zu Vellin, Joh. von Selbach, Vogt zu Jerwen, Didrich von Oldenbockum zu Goldingen, Comtur von Seiten des Ordens, dieſer Commißion noch mit bey. Jhr Urteil enthielt folgendes : Der Hr. Propſt und Deconomus (1co10- mi) zilligenfeld behält die Stadt Rokenhauſen mit der Vorborg, und die Gebie- ter und. Schlöſſer Cruceborg, Lawden, Pebalgen, Seswegen, Serben, Jtrkul und Lennewarden. Der Hr. Stathalter bewahret das Schlos Rokenhau- ſen. Der Propſt behält ſein Schlos zu Dalen. Das Korn, was Zinrich Bir- hoveden von ſeinem Hofe Pernigell und andern Gütern entführet iſt, giebt der Or« den wieder. Der Rath und die Stadt Rita behalten das Gebiet Dünemünde, wie es vormals die Comture gebraucht ; dazu das Schlos in Ritza mit dem Gebiete bis an die Zulderaag, und über der Ag bis an die Sloke und Bulle, welches auf dem nechſten Landtag ausgemachet wird. Der Orden behält Royweren und Def en

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Erzb. Ymichael-ildebrand..-zur Zeit der Reg. Bernh. v. der Borg, 163 ſal, der Biſchof Conrad von Stregnes und der Regent in Schweden, 1484 Steno Srnure, dem Erzbiſchof Stephan allen Beiſtand, wenn die an den Meiſter abgefertigten Sendeboten nichts ausrichten würden 3 welcher Troſt für den bereits geſtorbenen Biſchof zu ſpäte kam. : Am aten Jun. ward am päpſtlichen Hofe Michgel Sildebrand , eines revelſchen Bürgers Sohn, zum Erzbiſchof nach Riza beſtimmet , weil der Graf:von Schwarzenburt ſich für die damit verknüpfte Weitläuftigkeiten bedankte, muſte ſich aber auch gegen den Orden und die Stadt erklären alle vor- gelegte Punkte einzugehen. Die [liefländiſchen Unrrhen machten ihm aber den? noch eine Pauſe in ſeiner Abreiſe nach Bitxa, Bey ſeiner Ankunft wurde er gleich der Stadt verdächtig, die ihm die Kleidung worin er aufzog vorwarf, und nicht glaubenfonte, daß ein Erzbiſchof, der die Kleiderfarbe des Ordens trüge, es gut mit ihr meinen fönte.“ Dieſer Argwohn ward auch mit ihrem gröſten Schaden gegründet befunden, weil er die ſchwediſchen Soldaten in Rigg, die doch der Stadt und. dem Stift helfen ſolten , gar vortheilhaft-zu gebrauchen wuſte, Mit der Zeit verlor Meiſter Berrndt auch alles Anſchen bey ſeinen Mit- 1485 brüdern, die ihn zum Dank für ſeine iegen Dienſte, ohne den Kaiſer darum zu begrüſſen, mit einer herzhaften Entſchlieſſung abſetzten. Sie verſamleten ſich zu Wenden in eines Bürgers Hauſe, welches ſchon den Ordensmeiſter befremdete z und darauf nahmen ſie ihn mit in die Rathſtube hinauf. Herr und Bruder Be- - xend, hies es, die Comturen zählen euch vom Amt los, und ſprechen es dem Bruder Johannes zu, im Namen der heil. Jungfrauen. Sein Vetter St- mon, Biſchof zu Bevel, ſuchte ſich gleich eine andre Herberge, Der Meiſter bat um das Schlos Yarienburg zu ſeinem Leibgedinge / welches ihm unverweie gert zugeſtanden ward. Cranz Wandal, B. XU, K, 16. Der zwey und vierzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Yohan Freitag von Loringhof I, 15) atte bishee den Comturen in Revel vorgeſtanden, und die State 1.486 IE halterſchaft des Meiſters dabey geführet/ welche beide Titel in XK den Urkunden dieſer Zeit von ihm gebraucht werden. NG Er verglich ſich von neuen mit dem Erzbiſchof LMichael, deſſelben Kapitel und der Stadt auf dem ng Fus. Der Papſt ſol die 6.74 : 8 2 JO» den bis zum Landtage, Allet Schade wird vergeſſen, Die Gefangenen , als der Ge* bietiger Peter Walrahe, die Domherren Gert von Borken und Joh. Reſe, Cord von Willighen und Balzer Schade kommen los; auch wird den Gefangenen Hrn« Ewerr Delwoich, Vogt zur Sonneburg, Hrn. Foſſe von Strunken Comrur zur MMitau, Hrn. Rerſten von Seelbach Comtur zur XWinda, Hr. Willem Ga» len, des Meiſters Schafner , Herman Wornyn>buſen, Compan zu Scgenwolde, Hr. Joh. Lependorpen und Hr. Eward FSridachen, Compan zur Sonneburg unter geſtelrer Bürgſchaft Freiheit gegeben. s) Chycräus nennet ihn Joh. Frepdact: Horner, Sridag 3 die beiden Handſchriften von den Herrmeiſtern Joh. Freytag; Wulff anoers genant von Loringhoffe; 2..ſ- ſov, Joh. Frydach von Loringkhave; Henninges, Job. Srydach oder Srei- dan von Lorinckhave; Oernhielm, von Lorimghoffwen, Serman Staänge- Fol, von Lörnickhave , und einige fremde Documente, Joh. Fridr. von Loring- hoff. Loccenius in Hiſt, Sueo-Goth,. B. 5, ſchreibt mit Grunde, daß der Vorſteher ( bes

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164 Lehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1486 Kokenhauſen mit der Vorburg und den dahin gehörigen Schlöſſern Kreutz: burt, Debalgen, Seswegen, Serben, Urkül und-Lenewarden bis zur Änfunft eines rechtmäßigen Erzbiſchofs in Verwahrung haben 3 der Rath nimt das Gebiete Dünemünde zu Waſſer und zu Lande, das Schlos zu Rigg mit allem Zubehör bis an die Bulderag, und über die Ag nach der Schlo>e und Bulle hin bis zu einem Landtage 3 der Orden beſitet Calven und Deger- höfdcn pfandweiſe, bis man erſt den confirmirten Herrn ſiehet und abwartet. * Dienſtags nach Judica gelobte er zu Blumenthal der Stadt alle Gefan- gene im Briefe, der Borgge Tucht genant, in 8 Tagen vom erſten Landtag an- gerechnet , auszuliefern: wo nicht, ſo ſolle der Orden in Porn von 20000 rhet- niſchen Gulden verfallen ſeyn. Die Bigziſchen beſizen die in der Fehde vom Orden beſchlagenen Güter frey und ftiedſam , bis die Gefangenen oder die Poen geliefert worden 3 alödenn mag der Herr Meiſter die Bictziſchen in den gewöhn- lichen Landtagen der vorgeſchriebenen Güter wegen beſchuldigen. Was bey Kapie tel und Rath nicht entſchieden werden kan , ſol man bey dem Papſt ſuchen, oder die 6 wendiſchen Städte dazu berufen. Alle Straſſenfreiheit zu Waſſer und zu Lande auf der Düne, den beiden Agen in Curland und auf der Larve bleibt ungeſtört. Welcher Theil ſich nicht an ſeinem Rechte genügen läſt, dem ſol das ganze Land entgegen ſeyn und dem Richtigen mit Lib und Gut beifallen. Die Biſchöfe von Dörpt, Oeſel und Curland thaten zwar ihr mögliche ſtes das Schwert in der Scheide zu halten, und den Ordensmeiſter zur Erfüllung ſeiner Zuſage zu bringen, welcher aber auf die Abdankung der ſchwediſchen Vdbb- fer in Bitza drang ,/ und ſich unter den Waffen feine Geſeke vorſchreiben laſſen 1487 wolte. Es kam alſo bey Treyden zum Handgemenge / worin die Rigiſchen 6 Comture erlegten, viele Ordensſoldaten todt ſchlugen und 6 Comture im Tris umph nach Bitga führten. Der Ordensmeiſter verſperte den Bitziſchen den Pas , durch Beſekßung der Inſel Parwal> , und überwältigte auch das Bloc>- haus, ſo die Bürger an dem andern Arm der Düne angelegt. Die Soldaten der Stadt capitulirten darin , den armen Bauren aber gieng es elend. Sie wur- den unters Eis geworfen, und weil ihnen die Hände geſchnüret waren, machten ſie mit den Beinen das Kreuz über ſich , und fuhren ganz gelaſſen hinunter zum Tode. Dieſe geſperte Handlung benahm der Stadt Muth und Kräfte , ſo das ſie nicht lange darauf ſich zu Friedensunterhandlungen bequemte 3 dazu fam noch, daß die ſchwediſchen Soldaten in der Stadt ſelbſt viel Uebermuth be- giengen und ihr zur Laſt wurden , daß eine ritziſche Partey in dem Scharmüßel bey Neuermühlen den fürzern zog, daß viele Gefangene , und darunter der Com- tur von Mitau - und der von Goldingen entwiſchten, welcher letztere doch ins Eis einbrach und erſticken muſte. 148 Es fam derohalben auf dem Preſtholm zu Batzebortt an der Mitwoche vor Detri Kettenfeier zwiſchen den kriegenden Parteien zum Frieden. Gregor Matthieſſon, Age Jöenſon, Erich Ottſon, Ritter , Magnus LIico- lai , Dompropſt zu Abo, Erich Bamelſon, ob. Kuble, Magnus Schwenſon , Claes Sindrichſon, und Jaco Slemming, Men eichs? des Reichs Steno dem ritjiſhen Kapitel auf Anſuchen des Erzbiſchofs den Herrn Ylils Erichſon Gyllenſtierne mit einer Kriegesmacht zu Hülfe geſchi>t habe. Es findet ſich davon noch ein Brief , der zu Revel, Montags vor Eliſabeth 1488, un- terzeichnet, in welchem dem Erzbiſchof, von Seiten der Krone, der Handel wegen der Erſeßung des Schadens und der Geldſpillung , ſo das Reich Schweden mit groſſem Volke in Liefland gethan ſo beigelegt wird , daß ihrer fortan nimmermehr gedacht werden ſolle. Die Unterhändler von ſchwediſcher Seite waren Hr. Hiagnus Dom« propſt und nachmaliger Biſchof zu Abd und Cnut Poſſen. Im Jahr 1499 ward dieſes von dem Erzbiſchof Jacobi zu Upſala, von den Biſchöfen Henrich zu Lin- eSpintt und Conraden zu Stretnes, ingleichen von dem Gubernaror Steno Sey«- re zu Gripsl>3lm, und ſämtlichen Reichsräthen, welche ſich zu Telge verſamlet hats ten , noch einmal beſtätiget,

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Erzb. Lich. Sildebrand. zur Zeit der Reg, Joh. Freit. v. Loringhof. 165 räthe und Männer zu Schroeden, bekennen, daß ſie als Mitler zwiſchen dem ed- 1488 len und wohlgebornen und geſtrengen Herrn Steno Sture von Gryps- Holm, ihrem würdigen Hauptman, eines Theils, undzwiſchen dem würdigen achte baren Herrn Job. tgel von Zollſtein, Vogt zu Weſenberg, den ehrba- ren und wohltüchtigen Männern Kerſten Radmann und Thomas YNIaydeln, GWapener, und den ehrſamen wohlweiſen Herren Zeinrich =5önerjäger und Die- drich Zagen, Rathmännern der Stadt Revel, als Gevolmächtigten des hoch- würdigen und grosmächtigen Herrn Job. Frid. von Lorintthoffe, andern Theils, dieſen Vergleich getroffen? x. Ueber Jahr und Tag auf Johannis ſollen die 6 rvendiſchen Städte alle Unordnungen ſchlichten , wozu der Reichsvorſteher Steno auch ſeine Boten hinſenden wil. 2. Der Ordensmeiſter erfüllet die zu Blumenthal bey Bitzag geſchloſſenen Tractaten, und verbindet ſich 3 zur Ehre der gebenedeiten Mutter Gottes- gegen die Ruſſen gemeinſchaftlich den Krieg anzufangen *). 1 Der ritziſche Dompropſt Zeilittenfeld brachte dieſes Jahr mit ſeinem Erz» biſchof YMichgel einen dem Kapitel und ihm vortheilhaften Vertrag zu Stande. - Der Erzbiſchof machte ſich anheiſchig , alle Schulden , die der Propſt bey Deut- chen und Ruſſen gemacht, zu bezahlen und den Propſt bey der Propſtey zu ſchüßenz alle der Kirche nachtheilige Verſchreibungen und Verſiegelungen zu ver- nichten; auf die vom Orden zurück gegebenen Schlöſſer , wie auf Rokenhau- ſen und Creutzburg, eigene Hauptleute zu ſeen 3 an die Krone Schweden, als Beſchüßerin , und an den Papſt, im Namen der 3 Stände des Kapitels der Manſchaft und der Stadt, Sendeboten abzufertigen ; dahin zu ſehen, daß der Or- den der Kirche und den 3 Ständen Gnugthuung verſchaffe ; dem monitorio poe= nali zu folgen , im Fal der Orden ſich nicht vertragen wolle; den Rath aus allen 3 Ständen wehlen zu laſſen; alle bey des Erzbiſchofs Stephans Privilegien zu ſchüßen 3 die kaiſerliche Acht zu entfräften 3 alle erweisliche Schulden vom Erzbi- ſchof Stephan, dem Propſte und dem Kapitel zu bezahlen 3 den Parteien Recht zu ſchaffen, und ſich nach den Rathſchlägen ſeines geſchwornen Raths und der Kir c<e zu richten; den Rokenhguſfern, die es mit dem Proſt gehalten, zu verges enz 9) Die Liefländer nahmen das von Schweden ihnen ſo oft angetragene Bündnis wie der die Kuſſen in langes Bedenken, weil ſie der nächſte Raub hätten ſeyn müſſen, Doch ſchrieben ſich die Ruſſen dieſe Unterhandlung hinters Ohr, thaten aus ihrer neuerbauten Veſtung Ruſſiſch L7arva, oder Jwanotggrod den Einwohnern der deutſchen LTarva vielen Tort an, und erſchoſſen 1493 mir ihren lo8gebranten Stü- &en unter andern angeſehenen Leuten den narviſchen Bürgermeiſter Joh. von Mei- nungen. Die Schweden nahmen das Jahr darauf Jvanogrod weg, und boten. es dem Ordensmeiſter an , der es aber ausſchlug , um ſich den Schweden nicht ver« bindlich und den Czaar nicht böſe zu machen. Als die Schweden dieſe Veſtung nicht behaupten konten , ſteten ſie ſelbige in Brand und verlieffen ſie; die Ruſſen aber ſeß- ten ſie unverzüglich in beſſern Stand. Bey aller Behutſamkeit verſahen es endlich die Revelſchen doch mit dem Czaar , weil ſie einen Ruſſen , der falſch Geld gemünzt, zu enzigem Gefängnis verdammet, und einen andern als einen Sodomiten verbrant ; wel- <es den Czaar heftig erbitterte , ſo daß er die Richter auszuliefern begehret haben ſol, und als ihm dieſes nicht gelungen ; den ganzen Stapel der Deutſchen zu VTogarden zu Grunde gerichtet. Cranz, welcher um alle Kleinigkeiten weis , weis auch hier die Urſache von dieſem Zorn. Ein revelſcher Bürger ſol zu den Verbrechern geſagt has ben: Thäte es euer Grosfürſt , es ſolte ihm ſelbſt nicht beſſer gehen. Creuſtädr nent die Urſache dazu einen geringen Umſtand. Doch der Czaar Jwoan wirft in dem Fries densſchluſſe von 1503 den Liefländern nicht dieſes revelſchen Bürgers Worte, ſons dern das -Bündnis mit den Schweden und die Verbrennung ſeiner Unterthanen zu Pulver vor. So vorſichtig man ſich alſo aufführte, einen ſo mächtigen Nachbar nicht zu beleidigen 3 ſo ſehnlich ſuchten die liefländiſchen Stände nachher die Ratification von dieſem 11 Jahr.lang verzögerten Bunde bey Schweden, als die Ruſſen 1498 in Liefland eingebrochen waren , wozu aber die Schweden wieder keine Ohren hatten, Tt

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166 Leben und Thaten derliefländiſchen Ordensmeiſter, 1488 benz alle Stände der Kirche zu Bitza bey ihrem Herkommen zu erhaltenz keiner Partey etwas abzubringen 3 den Kirchenparten alle Anflage nachzugeben; dem Kapitel das Schlos Suntzzel, auch andern von Adel laut des monitorü ihre Güter wieder zuzufehrenz die faiſerlichen Briefe über die Regalien den Gliedern der Kirche auszuantwortenz3 und feine Amtleute , welche den Orden tragen, ins Stift zu ſezen. Bitgg, vom 2ten Merz. Montags vor Eliſabeth verglich der Erzbiſchof die Krone Schweden und den Ordensmeiſter wegen des Schadens und Geldverluſts mit einander , den Schweden mit Einbüſſung vieler Leute in Liefland erlitten, daß künftig keiner Forderungen mehr gedacht werde. Geſchehen zu Revel. Am LYMlichgelisabend übertrug der Rath zu Biga die Kirche des heiligen Geiſtes, gegen der Petersfir<he über, an die Srgnciſcaner der dritten Regel, un- ter welc<en Claus Schriner von Eppenſteen, Sans Wulf, Sywert 5Zoltſadel und Merten Oeſthoff die erſten Brüder waren. Der Brüder durften nicht über 13 ſeyn , ſie ſtunden aber unter den Franciſcanern von der er« ſten Regel. Sie muſten im Fal eines Krieges die Schlüſſel zu ihrer Pforte in der Stadtmauer an die Stadt überantworten, keine Kaufmanſchaft oder Handthie- xung treiben, und auf ihre Koſten das Bolwerk auſſer der Stadt bauen, ſo weit ihre Hoſte kehret. Die grauen Schweſtern von der 3ten Regel Franciſct ſollen bey ihrer Aufnahme nicht unter 15 Jahr und nicht über 30 Jahr ſeyn. Welche unter 15 Jahren-ins Kloſter gehen, bezahlen die Koſt. Zwey Stellen bleiben ofe fen zur Aufnahme der Bürgertöchter , wenn etwan auch eine oder die andre die Welt verſchmähen und GOtt dienen wolte. 1489“ Der Papſt Jnnocentius der 1iXte erlaubte der Stadt Riga, ihrer ſhwe- ren Ausgaben wegen , auf Meth, Wein und Bier eine neue Acciſe zu legen, von der aber die Geiſtlichen und die ſo geiſtliche Vorrechte genieſſen ausgenommen werden z er beſtätigt ſie auch in dem Recht zu erben, wenn keine natürliche Erben oder fein Teſtament vorhanden , Maas und Gewicht anzuordnen und die Stadt«- bedienungen zu beſeßen 3 er ſpricht auch den Rath von allen Arten des Bannes und der Kirchenzucht frey. Bom am zoſten Zunii. Nachdem der Erzbiſchof von den Orden Genugthuung erhalten, und ſelbi- gem Vergebung ertheilet , gieng dex Lerm mit der Stadt wieder an, welche den päyſtlichen Ausſpruch nicht für gültig erkennen wolte. DerBiſchof von Revel, 1491 Simon von der Borch , aber gab dem Erzbiſchof das Zeugnis, daß ſein Bes richt in allen Artikeln wahr ſey, und der riziſche Rath den apoſtoliſchen Stuhl verachte. Simon nennet ſich , Biſchof von Bevel, Jnnocentius des UxXten und ſeines Stuhls Legaten de latere an die Reiche Dännemark , Schweden, LViorwetgen und ihre Gebiete , Nuncius und Orator an Preuſſen, Liefland, Litthauen, die Städte und Flecken in Semgallen und deren Nachbarſchaft, gegeben zu Zectefeuer (DVetgevür), Bey ſo bewandten Umſtänden muſte die Stadt Big alles über ſich hergehen laſſen. Das Urtheil der Geiſtlichen in Sas <en des Ordens fiel für ſie höchſt mislich und widerſinniſch aus, und ſie muſte ſie dieſes Jahr ſich nicht allein eine bedenkliche Unterwerfung vorſchreiben laſſen , ſon- dern auch das Jahr darauf den ſchon vernichteten kirchholmiſchen Vertrag be- fant machen und von neuen genehmigen. Um den Wwen aus ſeinen Klauen ken- nen zu lernen, wollen wir dieſen zu Wolmer errichteten ED Vertrag hier ganz mittheilen I. Er war für die Stadt ſo gefährlich daß ſie ihn nicht auf pe Nähe 8) Zuſchrift an die Stadt Ritta , In ilcher derſelben die rodlmerſche Abſprache von 149x noch einmal vommunitiret werden muſte, weil ſie dieſe Laſten noch bieher mit keis nem Finger angerühret *), Den *) Wir liefern bier die ganze Urkunde, weil ſie aus einem viel höhern Thon als der kirchholmiſche merkwürdige Tractak ſpricht , der Curioſität wegen, Sis erweiſt das verworne Regiment, ne m

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Erzb, Mich. Zildebrand. zur Zeit der Reg. Joh. Freit. v. Loringhofi 167 Nähe kommen, ſondern ohne Aufnahme in dem Hauſe ſeines alten Herren das 1491 Lager veziehen hies, 3 | ! u Den Erſamen , Vorſichtigen und Wollwiſen B. undt R, Unſer Keren - Stadt Rigge , Unſern Leven und Getruwen inſampt und beſonderß Ullichael van Gadeß Gnaden, Erzbiſchop der hilligen Ker>en tho Rige Unſen fründlien Gruch, Heil und Gunſt, undt weß wy gudeß vermögen, thovörn Erſame , Vorſichtige unde Wolwiſe , Leve und Getruwen. Wy ſenden Juw hierinne beſchlaten eine Uthſchriffe der Affſpröke c<o Wolmar gemaet, weiker gy am letſten nicht begerden mit Juw thonehmende , und umb beter Verſtandtniſſe willen daruth tho nehmende, Zum Ende der Schrift: Und ſo gy den werdigen Orden nah der Afſpröfe een Verndging werd gedahn heb ben, den thor Stundt van dem Her Meiſter effte Landt» Marſchal>e , de Schrifften ers langen tho ſendende an dem Hr. Dechen tho Oſel, um Juwe Abſolution tho haiende, de Wy Juwer aller Erſamheit Gade allmechtigl, in geſunden ſeligl, Wolwachß lange verhapende tho ſinen Denſte bevalen. Gegeven up Unſer Ker> - Schlote Ronneborh am Tage Mauritit 1504« De Wolmerſche Aſſprdfe von 1491, En dem Nahmen der hilligen vndt untertdelden Dryfaldigkeit , deß Vaderß, vndt R deß Sahns vndt deß hilligen Geſtes, Amen! Dohn wy Michel van Gadeß vndt deß Romiſchen Stoles Gnaden der hilligen Ker>en tho Rige Erzbiſchop Theodori- cus vndt Wartinus der Ker>en Derpc vndt Churlande van wegen der ſülffen Gna« den Biſchope tho wetende , inbeſondern den beiden Parten undenberört vndt allen ans dern Chriſten- Hern, Geiſtlik vndt Werltlif vndöt allen, de dac angeith , effte angaen mach in thofamenden Tyden, dat wy uth Macht der Breve beider Parten alle dre Prelaten ſamptlik einen Frede hebben gemakt , belevet vndt uthgeſpraken , maken, bes leven undt uthſprefen in Krafft vndt Macht duſſer Unſer tegenwerdigen Schriff« edder Breveß, alſe hierna volgen werdt, vndt dat nicht allene effce alletydt in allen Puncten nach Geſtrengheit der Rechten, dat man hett in Latine? Secundum ſcriptum et rigo- rem iuris; ſandern hebben dat gedan vndt dohn nah Uthheſchinge undt Rechtlichkeit der Vernunfft nah Gelegenheit der beiven Parten Uthheſchinge duſſer Lande tho Lpff- lande, dat men heet tho Latine: Secundum aequitatem rationis » up dat idt möge Frede tuſchen der ſulfen Parten nndt Unß verbleven, Item beleven vnd uthſpreken wy Sexggeslüde, dat de Ritziſchen nah ſallen dohn de Handſtreninge vndt Verſegelatie ereß Compromilles, ſo dat ſe dem Her Meiſter vndt ſinen Orden wedder ſollen geven alle de Guder, beweglikfe vndt unbeweglike de de vor Ogen ſin, de ſe gekregen hebben van Beginne des Kriges , betyget mit dem ſel, Herrn Meiſter , Berendt von der Borch. Item van den Gudern , de de Rigiſchen ſeggen an ſe gekamen van ſeligen Hern Meiſter Bernde van der Borch in Tyden , do ſe ehm Eyde deden , undt beter Recht ſallen dartho hebben dan de Orden, umb dat ſe liggen in eren Mark van Anbeginne van dem Hern Legato Mutinenle ehnen thogedelet, vndt de Her Meiſter mit den ſy- nen dar tegen wedderum ſeggen , dat ſe de Guder van den Ritziſchen gekregen hebben in vndt mit Kraft duſſes Breveß , .de man ndmpt den Son-Breff, vndt de Rigiſchen ſedder nu in Weren gehatt, efte gekregt hebben, idt in Were van dem Seligen Hern Meiſter Johan Oſthove ofte Her Berendt van der Borch geſchehen, darumme dat ſe den vndt erem Orden Truwichkeit, effte Eide tho geſecht, gedan , effre verſegelt hebben, vndt want wy Seggeslude dat alſo befinden , ſo beleven vndt uthſpreken wy, dat de Guder, de ſe van Seligen Meiſter Berendr gekregen hebben, dem Hern Jo»- Han Srydage nu thor Tyde Meiſter undt ſinen werdigen Orden plichtig ſin averthoant» Tt 2 woro mit ſeiner ganze Schärfe nichts vorſtelte , weil die Executiott fehlt Die Stadt nahm das Urteil erſt nicht an. Nach 13 Jahr ſchickte ihr der Erzbiſchof ſolches von nenen zu , und verſpricht ihr auf. die Volziehung deſſelben die Abſolution vom Banne. Allein die Stadt fand den päpſtli» <en Banſtrahl , welcher zwar blitzte, aber nicht einichlug , für erträglicher, als die Annebmung dieſer ſchweren Punkte. Weil fie einen leutſeligen Ordenstneiſter auf ihre Seite hatte , machte ſie ſich ſelbſt von Batine los , ehe ſie der Herr DeHen zu Oeſe! abſolvirte , und kehrte ſich weder & (rf noc< Erzbiſchof, Sonſt iſt dieſe Schrift. ein Muſter des damals gebräuchlichen anzleiſtiiee

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168 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1491 Zu Bevel ward in Gegenwart des Ordensmeiſters ein Ausſpruch oder eine Beliebung niedergeſchrieben , für Geiſtliche ſowol als Weltliche, daß Koe Uld« wordende , umb deßwillen , dat ſe beiden Seligen Hern Meiſtern vndt erem Orden ere Verſegelatien nicht geholden hebben. Item (alſe) van den Holmen vndt RKoppele under dem Berge belegen vndt dat Dorp Aplockeſſer to undt der Mölen Wedder » Upbuwinge , dat de nu beter ſall ſin gebuwet , dann de twe Mölen tho vören, de de up derſülvigen Stede gelegen hebben, do ſe uthgebrandt weren van dem Orden, do ſe de Mölen ſülver in Weren hadden, al- ſe de Veyde angük, vndt ok up de Verbeteringe der Huiſe binnen Rigge , de nu beter ſallen gebuwet ſin , dann tho vörn , dat wy Seggexlude dat ſollen anſehen , dat denſülf- ftigen Borgern darvor themlige Gnade möchte geſchehen, o& von dengenigen, de de kehenbreve hedden van dem Orden, dat ſe der o> geneten möchten , vndt dar dan van deß Hern Meiſters vndt ſiner Orden wegen upgeantwortet iß, de Rigiſchen ſik riche ten ſollen nah erer Verſegelatie, die ſie in dem Compromilſle gedan hebben, de Orden hefft idt alle in Weren gehadt up de Tydt, do de Rigiſchen de Veyde mit Sel, Hern Meiſter Zerendt anhöven; So weten wy Seggeslüde anders nicht tho belevende effe ter uththoſprekende, dan dat de Rigiſchen de Holme, Coppel vndt dat Dorp, ſo verne ſe deß weß in Weren hebben vndt dartho de Mölen undt Huiſe, all ſin ſe verbe« tert , dem Hern Meiſter vndt ſinem Orden wedder tho keren nah Uthwyſinge eres ver- ſegelden Compromiſles. Können de genen , de da ſeggen dat ſe verbetert hebben , dem Hern Meiſter ſo leeff ſeggen effte dohn, dat he ſe begnadigen will , dat ſeiten wy vndt laten ſtan an den Hern Meiſter vndt ſinem Orden , ſonder den Hof effte dat Geſinde by dem Honichhuſe , wel>e Sel. 55ans Laderoich nicht ſchlichſtes thogehort heft, ſun- dern verlehnet iſt geweſt van dem Orden, willen ſine Erven dat eſchen , dat ſallen ſe dohn nah Inholde Lehnbreveß , darup gegeven im Rechten , dar dat Lehngut belegen is im Dudſchen Lehne effte Mannlehne , ſo de Breff dat mede bringet, Jtem, ſo de Rigjiſchen van Unß Seggeslüde begert hebben , tho belevende undt uththoſprekende , dat de Rigziſchen beholden vndt bruken mögen alle Freigeheide an Holtinge , Weide vndt Viſcherye tho Water vndt tho Lande, vndt van deß Her Mei- ſters Syden darup geantwordtet is ; ſo iß es , dat wy Seggeslüde beleven und uthſpree fen in dem dat vnder deſſen Fryheiden, Holtinge , Weiden vndt Viſcheryen tho Water vndt tho Lande wes idt, dat de Orden gebrufet hefft und brukede, do de Veide tuſchen ſel. Hern Meiſter Berend vndt den Rigiſthen erſt angi> , dat ſalle deOrden nu weds der hebben , vndt weß de Rigiſchen da ſulveſt gebrufen hebben , mögen ſe o> forder brufen. Jtem, ſo de Rigiſchen ſik beklagen, dat men nicht enen holde an dem Strande by den Schipbrokigen Lüden undt Gudern, de tho Lande ſchlan , offte geborgen wers den an des Ordenß Lande, ſo de Rigjiſchen undt dem Gemeenen Copmanne in enem Privilegio van dem Orden verſegelt is, welk Privilegium var Unß van Worden tho Worden geleſen wardt, of enen Breff eneß Erzbiſchoppeß van Riga Albertus gende „met, undt da wy Seggeslüde anders neen Antwort van des Ordenß wegen up anhör- den, dann vermenden, de Sake up duſſe Tydt nicht verbleven wehre , undt dat ſik de Hern daran woll wuſten tho hebben, vndt wewol wy Seggeslude by Namen twe , alſe wy Michael Erzbiſchop tho Rigge vndt wy Ulartinus Biſchop tho Churland of Seeſtrande van Unſer Kerken wegen hebben, deßgliken eineß Deilß Unſer Kerken gu- de Mannen, vndt wy alle drey Seggeslude uth dem Privilegio vorberdrt van dem Orden gegeven , nichts nyes befinden van dem Orden gegeven , denn alleine ſo edt in dem Werltliken Keiſer - Rechte uthgeſpraken ; o> in des Biſchops Alberti ſinen Breve nichtes anders befinden, dat ſe idt nah Geſtliken Rechte gehört, vndt wy Michael . Erzbiſchop verſegelt hebben den Rigiſchen allhie tho Wolmar Uthoſprekende de ſchel- haftige Saken , vndt wy Seggeslude o> bekennen, dat idt ene ſchelhaftige Sake is, de woll Uthſprekning vndt Verklaring behövetz ſo beleven wy Seggeslüde vndt ſprefen uth ſo woll van unſer eigenen wegen, alß van deß Ordens vndt Rigiſchen wegen, dat wy Seggeslüde alle drey uns ſo holden willen vndt de andern beyde Part alſe de Ore den vndt de Rigjiſchen o> ſo holden ſollen, alß dat Geſtlike vndt Werltlike Rechte nachbringen , nicht wedderſtande deienige Contrarie Gewöhnten , wente et ſin nene Geo wönten , ſandern Corruptelen, dar Seelen- Verdamniſſe inne licht. Jtem Angahnde de Bundtbreve den de Schweden tho ener vndt dat Capitel, Manſchap vndt de Stadt Rigzen tho der andern Syde gemaket hebben tegen den wer» digen

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Erzb. YMich. Sildebrand. zur Zeit der Reg. Joh. Freit. v. Loringhof, 169 Schuldner im Lande.in Jahr und Tag, und auſſer Landes in 3 Jahren bey dem 1491 Käufer eines Gutes ſich nicht melde, oder ihn belange, ſelbiger alsdenn ſich ae j ers digen Orden tho Lyflandt. Welkerß Bundcbreff de Her Meiſter vndt ſin werdig Or« ven ſik ſehr beklagen, wente de Ritziſchen dich gedan hebben tegen de Verſchrivinge gendmbt Diniſio Apoſtolorum med groter Verunlumpinge in Bunde tegen den Her Meiſter vndt ſinen Orden 3 wente ſe allrede geabſolvert van dem Hrn, Ülartino Biſchop tho Chur« kandt, alſe van einem Legaten Unſes hilligen Vaderfi des Pabſtes van Rome. Hierup beleven wy Seggeslude vndt ſpreken uth, dat ſodahn Bundbreff, in alle ſinen Artikeln ſall doth ſin , vndt van nener Macht, wente he is gemaket van Her Gerdt van Bor> de det niht vollmechtig waß, der Geſtlicheit halven , detgliken was Dirick van Ro- ſen der Manſihap niht mechtig noch de 4 gude Manne, de den Bref in Rie verſe« geln muſten, de des-ok nene Macht hadden van der Manſchap. Ok ſo heft Unſe hil« lige Vader de Paweſt denſülvigen Bundtbreffdodt geleht, in dehm , dat he ſchedelik were dem Erzbiſchop vndt der Kerke tho Ritze vndt de Her Michael Erzbiſchop <o Rigge vele Rede vor uns andern beeden Seggesluden verhalet hefft, dardorch wy o> be« finden, dat idt ehme vndt ſiner Kerke tho nahe is, ſo ſollen de Ricziſchen verplichtet ſyn, Unß Seggesluden den Bref tho handrekende, dat he van uns in iegenwardigheit der beiden Parten gedödet vndt verbrandt werde, umb der Verunlimpinge willen des Ordens unrechtlich darinne geſchreven. Item angaende den Tollen, den de Rigjiſthen upgeſettet , de denn niht alleine dem werdigen Orden undt eren Unterſaten , ſander dem ganzen Lande vndt Gemeinen Kopmann angeit vndt ſchedelik is geweſen vndt ſchedelik were, ſo idt alſo bleve , ſpre« Fen uth vndt beleven wy Seggeslüde, dat de Ritziſchen dat gedan hebben mit Un« rechte, vndt ſall affiſyn , wente ſe deß nene Macht hebben gehatt, o> niht ſallen Macht hebben des mehr tho donde, & «Item mit der Acciſe ſallen de Ritziſchen ſi> holden vndt hebben niht wider effte forder , dan ſo idt geholden wardt by ſeligen Hern Hennings Tyden, vndt do alſe ſe« lige Her Splveſter erſt inch Land qvam. - Item van der Wichte , Mate , Beſemer , Punden , Löpe , Soltlöpe vndt allerly Wrafke , Aſchen, Theer , Holt vndt mit dem Brennholte , o> mit dem Gaſte tho kop« ſchlagende, ſall idt alle ſtan bliven vndt geholden werden alſe idt by ſeligen Hern 3en- zins Tyden geholden wardt, bett tho einem inſtanden Landsdage erſt kamende. Item de Buren, de uth deſſen Lande verlopen in de Stadt Rie vndt in de Gu- der der Rigiſchen , de ſallen de Ritziſchen uthantworden , alſe de verfordert werden, ſo ſe ſulver ſeggen , dat ehr Landvoydt plecht alſo tho doende, vndt Hr. Zenning Kranzze, de lange Tydt Landvoydt is geweſen , ſulveſt bekandt he gedan hadde , ſo ferne idt were, Hinrich (Rruſe Rribicz) dat Erfburen komen, de Uchforderin« ge dohn. Jtem dergliken, Ok de Buren, de in de Stadt kamen , mid erer Herſchap , Wa« ren, effter Guder , de ſall men niht töven noch mit Rechte beſchlan , up dat erer Her« ren Guden niht verſpillet werden. Item van den Schulden de de Borger effte Koplude uch Ritze ſchuldig geweſt ſin den van buten Ritze, idt ſind Herren effte iemands anderß , vndt ſo wedderumme, weß de van buten ſchuldig ſin geweſen an de van binnen Ritze, deßgliken, effne ok wel>e van binnen Ritze buten , vndt van buten binnen Rigge wedder ein dem andern wes up guden geloven thor Hand geſandt , effte gelavet hefft , ſall mit der Veide nicht tho doende hebben, ſandern ein ſall dem andern Geloven holden vndt bethalen vnde efft ſik de Stadt weß underwunden hedde, ſall men der Stadt afmanen. Were idt oE, dat in der Veide iemands dem andern up guden Geloven weß affgekoft hedde, den Glo- ven ſall men o> holdenz offithor Hand geſchickt were iemandt van den Verſtorven ofſte Erſchlagenen , ſall men dat dohn den genen, de dartho Recht hebben tho menen. Item van den twey Kreyern effte Schepen , de de Rigjiſchen vor der Pernow up der Reide genahmen hebben, vndt deßgliken van den Schepeken vdt Gude Diricks Tymans under Rüunoe *) genahmen, um dat idt van der Pernow qvam geſegelt, vndt €) Runoe, eine kleine Inſel 14 Meilen von Riga und faſt eben ſo weit von Arensburg „iſt drey viera tel Meilen lang und anderthalb breit, Sie iſt mit etwan 30 Familien ſchwediſcher Bauren Geſet, die unter rußiſcher Botmäßigkeit ſtehen , und von dem Fange der Seehunde meiſtens les hen. Der alte Hafen hat jeko groſſe Sandbänke 3 auf der oſtlichen Seite findet ſich guter 42 Uu grund;

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170 Leben und Thaten derliefländiſchen Ordensmeiſter, 1491 Verkäufer halten müſſe, und das Gut ftey ſey. Wer 2 Briefe auf ein Pfand verſiegelt, ſvl aufs höchſte gerichtet und geſtraft werden. NN er vndt t<he Koplude vndt the ſamtliken ſeggen, de bat verlaren hebben, bat de Rigjiſchen nene Warnienge gedaen hebben, dem Kopmann nach der Pernow tho ſegelnde, vndt Dirick Timan hierbaven uns getieget hefft der Stadt Rönigsberg eren verſegelden Breff,, tügende, dat de Schipper vndt Sturmann geſchwaren hebben, tho den Hilti gen, dat ſe de vorbenamte Cyman verfrachtet hadde tho ſegelnde nah der Salßmün«- de , vndt niht nach der Pernaw, wewol dat ſe van Windes vndt Wedders halven thor Pernaw moſten vndt qvemen, So denn wy Seggeslüde uns niht weten tho entrichtende noh Verſtand hebben van der Koplude Schragen 3 ſo wyſen wy alle deſſe Koplude vndt de Rigjiſchen vor de Binnenlandiſchen , de tho den Hanſe hören, up ere erſte Vergaderinge alldar tegen mal>ander tho ſynde, weß ene daraff geſprafen werdt , ſall den beiden Parten wol vndt wehe dohn. Jtem ſo de Rigziſchen begeren de Straten up der Bulder- Ag wente in Lettawen vnd Samepten dat de frye ſall ſynz herup beleven wy Seggeslude vndt uthſpreken, dat de Rigjiſchen ſik mögen ſallen laten an alle den Straten, de de Kopmann van Oldinges gedruket hefft , vor Meiſter Vinckens Tyden ; wente ein Here were anderß des Kopmanns ſin eigen , dat he deß nicht mechtig ſolde ſin, in ſinem Lande Wildnuß tho rumende , Lude darup tho ſettende, Schlote langſt den Grenzen alſo in Samei- ten, Lettowen, Rußland tho buwende, vnd ſin eigen Plicht Profit dadorc< tho doen- dez ſander ſalte dar o> möten günnen dem Kopmann deß Kopmanns Privilegia inne- holden up ſol>e nye Straten, de ſe helpen winnen; were o> niht gud , dat de Umbe- legenen de nye Straten wanken ſolden ; günde men det den Rigiſchen , ſo müſte men o> dat den Samaiten, Letrowern, vndt Buſſen günnen, Jtem der Upbuwinge halven twier Schlote Rigge vndt Dünemünde vndt der Ker> darthoz Jtem angaende den Schaden van beiden Parten , de ſik ſere groth dreht, de Rede van beiden Parten angeſehn undt gehdret. Judt erſte angaende vndt angeſehen, dat dat erſte Convendt vndt dat overſte des Ordens tho Bigge geweſen iſt; undt ſo wy Seggeslude nu of befinden , dat de erſte Krich effter Feide ſi angehaven hefft an den Vigiſchen mit dem Uplope Johannis Baptiſt&, vndt mit der Verſperringe der Porten in nyen Muren z befinden oc> wy Seggeslude dat de Rigziſchen den Frede, ge- Heten Diviſionis Apoſtolorum ſunder vndt buten allen Reden georafken hebben, vndt Krich vndt Feide upt nye angehaven hebben. X Jtem vorth befinden wy Seggeslude o> , dat de Rigiſchen ein Orſa> ſyn, dak de Verſegelatie tho dem Blomendale gema>t van dem Orden niht geholden wardtz ſandern de Feide upt nye bet nu tho durende angehaven is, im deme dat ſe erſt tho Rome upgeſeuden hebben vndt de Sak? kregen, bevalen dem Hern Biſchope vom Schwerin, dadorch do de Orden denſülven Weg leerde vndt upgefunden, hebben, de Heren vom Revel de Sake tho Rome ſo gefamen , iß unſer Prälaten hende ge« ſchlaten worden; dar de Safe o> wol gebleven were 3; hedden de Rigiſchen den Toll afgeſettet vndt ſümige Worde niht geföret, alſe gedan hebben. So beleven wy Seg- geslüde undt uthſpreken, dat de Rigiſchen 9 Dage nah Paſchen nechſtfolgende , al- ſe des Mandags nah Qualimodogeniti överantworten ſallen Dunemünde , ſo, alſe det verſegelt hebben, vndt ſallen darup laten , weß darup iß von Were, an welkerly We« re dat ſy, vndt o> ſo dann Hußgerad undt Kleinode , Klocken, weß den Orden tho behört hefft, do de Feide anging, uthgenamen wat den Rigziſchen tho behörd , mögen ſe affnehmen vndt herenbaven ſallen de Rigjiſchen darup laten ſodann Beer , alſe dar den reide up gebruwet is , niht affthoförende, vndt hier baven uplaten 10 Laſte Roggen vndt 10 Laſte Malth. Jß deß darup ſo vele niht, ſo ſallen ſe dat kopen vndt gereit darup leveren , vndt ſo dat int erſte eine Laſt effte two darup ſy , mögen ſe binnen dat vndt Pingſten dat ander dan o> fort up ſchaffen. 1 Item ſo beleven wy Seggeslude undt ſpreken uth , dat de Vigiſchen wedder up- buven ſallen ein Convent dem werdigen Orden mit folker Ker> ſo dar thovörn geſtan hefft mit Kellern , Welfften vndt Kamern 3 Einen Reventer undt thwen Thorven an den Convente, welke in der Muren liggen ſollen , vndt ſollen dat buwen up, ſolke Stede vndt dne egg Äd iiermegeäctt dmg Zriläine bt C-Lene = R == r= grund, wo die fremden nach dem rigiſchen Meerbuſen ſegelnden Schiffe vielmals bequemen Wind erwarten. Es ſtehet daſelbſt ein Feuerthurm« An der daſigen HTagdalenenkirche , worin nur ſchwediſch geprediget wird , ſtehet der Herr Paſtor Joh. TTicolaus Reuter aus öglle in Sachſen gebürtig , welcher auch in ſchwediſcher Sprache zu predigen hat. '

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Erzb. nich. Sildebrand. zur Zeit der Reg. Joh. Freit. v. Loringhof, 17 1 . Der Papſt Alexander der Vite trug dem Prior von Dünemünde die 1.492 Commißion auf, daß er den Zwiſt zwiſchen dem rigiſchen Rath und 3 49 N vjel- vndt Ende, dar de Hern des Ordens ehn dat wyſen werdten, dicke ſinde 7 Vöte vnd hoch twe Faden baven des Convents Muren, undt ſollen in deſſem ſulven Stoke einen Meiſter tho Lyflande ein gut gewelwet Gemak buwen mit einem Vorreventer, ſo dat idt temelik vndt börli>k ſy , deß ſollen wedderumb de Rigiſchen beholden de nye Mure mit den Thornen, alſe de nu ſteit na Overeinkaminge, tho wetende, dat de Rigiſchen den Schlötel tho der Porten hebben vndt' dat Convent tho der klenen Por- ten , ſandern ſo lange de Vorborch mit den Conventen niht beveſtiget is vndt ſchlot« hafftig , ſo ſall men deſſe kleine Porten deß Nachts niht updahn, ſondern geſchlaten werden , als men alle der Stadt Porten thoſchluch. Jtem beleven wySeggeslude vndt ſpreken uch , dat de Rigjiſchen deth alſo bu- wende alſe vorſteit , anheven ſollen van Dage deſſer Uthſpröfe anthorekende over ein ſchier nechſtkamende Jahre tho dem minſten, vndt dar vollendigen binnen 6 Jahren darnach mal>ander ſick verfolgende. | So ferne de Rigjiſchen binnen dith Jahr willen d> weß buwen , dat ſteit an ehnz können efft mögen ſik o> de Rigiſchen mit dem Her Meiſter verdregen, dat ſe dit Convent nah ſodaner Gröte, undt Wiſe , ſo baven ſteht erklärt, buwen möchten tho Dünemünde, Rerckholm effte anderß war , up der Düne effte Zulder - Ag, effte dat ſe dem Her Meiſter eins effie jahrli>s eine Sum- me Geldes geven möchten , dat de Her Meiſter vndt ſin Orden duſſe ſulve Buwinge annehme, undt ſo dar Stede dar ſe deß eins möchten werden vndt jülveſt buwen, dar late wy Seggeslude de beiden Parten mede bethemen. Item der Vicarien halven vndt Upbuwing der. Kerken , de thovörn geweſen ſin buten duſſen beeden Schlöten, vndt ok effte men thor Söne vndr thor Selen Selicheit aller Doden, da van beiden Parten erſchlagen ſyn in deſſen Feiden vndt de Vigilien eho donde , ſo de Her Meiſter vndt ſin Orden begert hebben ; hierup belewen wy Seg- geslude undt uthſpreken, dat de Rigziſchen int erſte Sunte Johannes Kerken, de buten dem Schlate tho Ritze plach tho ſtaende , vndt de Parkerke de buten dem Schla« te Dunemünde licht , ſollen de Rieziſchen mit den allererſten met ſo viel Altaren, alſe da plegen in tho ſynde, upbuwen , in ſtaender Were vndt ſchlötig maken. Jtem ſo de Ritziſchen de Viffi Vicarien mit eren Renten Deel gekregen hebben, ink erſte 3 by ſel. Meiſter Oſthaves Tyden, vndt darnah 2 by ſel. Her Meiſter Berndes Tyden, vndt de Meiſter dat thogelaten hebben , ſe deß nene Macht en hadden Gade tho nehmende z ſo ſollen de Rigziſchen hor Söne vndt tho Troſte niht allein den armen Selen der genen, de in eren Tyden verſchlagen ſin, ſandern o> der genen Selen, de in deſſen Feiden vndt Krigen verſchlagen ſin , van beiden Parten de Vicarien holden, Deſſe vorbenomden Viff Vicarien ſollen wedder angan up Johannis Baptiſta tho« kamende , vnd de Rente ſollen de Rigziſchen betalen nah dem Olden vndt do Giffiers effte Patronen der Vicarien ſollen ſi verſehen umb Preſters , vndt de verlehnen effte präſenteren , dat ſe verlehnet werden twiſchen hier vndt Johannis Baptiſten. Jtem ſollen de Rigziſchen, thor Stundt alſe.de Straten apen ſin vndt de Her Mel« ſter ſe hefft geabſolveert, in der erſten Weken darnah dohn laten 3 Begengknüſſe mit Seelmiſſen vndt Vigilien , eine geſungen vndt eine geleſen , dar dan tho offern ſollen de Raht vndt de beide Gildenſtaven vndt de gemenen ſchwarten Hovede , deßgliken oc> de van des Ordens Syden up de Tyd in de Stadt ſinde, dt ſoll man ſo holden 3 Dage langk , des erſten Dages in dem Dohme, den ſoll ein Domher dat Offer entfangen van allen Altaren, vndt geven darvan iglichen Priſter , int erſte , de da Seelenmiſſen leſen 3 ßl. undt den, de de Miſſe ſinget 6 ß!l. vndt dem Köſter 6 fl. vndt de Raht ſall des Dages betalen deLüderß vndt der. Kerk-Vormundern eren Willenmaken der Kloken hal- ven, alſe de Preſterß vndt de Köſter ſüß betalet ſyn, ſoll men det overige Offergeld in twe deh« len , Eine Helfte um Gade thor Stund den Armen tho delende, de ander Helfte ſoll Hebben dat Capitel. Süß ſoll men o> deß andern Dages dohn tho St, Peter, vnde dar ſal de grote Gülde de Lüderß vndt der Kerken vernögen, vndt de Kerkhere ſall de ene Helfte des ovrigen Offers beholden , vndt de ander Helfte thor Stundt den Armen ges deilt. Desgelüfen deß drudden Dageß tho St. Jacob vndt de klene Gylde ſoll dar vernögen de-Lüderß vndt Kerken Vormunderß, vndt alle Jnwahner, Mann vndt Fruwen , de ſonderl. niht tho doende hebben , vndt niht up Daglohn arbeiden, ſollen dartho offern, wente it ſchüdt den Doden beiden Parten, Uu 2 Item

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172 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1492 öſelſchen Biſchof beilege , und keinem Theil die Appellation nach Boxen erlaube. “9 6 Ee ve die Einziehung der rigiſchen Stadtgüter auf Oeſel. | ig Jtem ſo da vele ſunderlike Perſonen ſyn ,-de ſi> der Rigziſchen beklagen, dat ſe vor Uchſegginge gefangen ſin von den Ritziſchen o> vom ſeligen Hern Zelggervelde, de ſic vor eren Praweſt held , vndt ſchreſſi, de dan by Namen, Otte Zoberge, Sans vandem Velde vndt Bertram Walrabe vndt vele andre, deſick beklagen, dat ſe ge« fangen worden, da Dünemünde upgegeven wardt, vndt dat ehre genahmen , kegenß der Rigiſchen Lofften vndt Lavende thogeſecht vndt verſegelt , vndt van velen andern, de de Rigjiſchen Sendebaden einß Dehls up ener Zeddeln geſehen hebben genömet, vndt alle Dage nah vele andre Klegerß kamen vndt van velen Puncten de in düſſer Feihde geſchehen ſyn, vndt ſo de Riegziſchen wedderumb welke hedden , van eren Par- ten, de ſi o> van der erſten Anhewinge deß Krigeß beklagen. wolden , deßgliken van oldings Bartram Soyken, Sans Rerſtens, Lenbeck 2c.. Hierup beleven wy Segs geslude vndt ſprefen uth, dat wy nene Tydt-hebben 'dit nu allhier thor Tyd tho ſchei- venz ſandern wy Twee Seggeslude alſe Theodoricus vndt Ülartinus cho Dorpt vndt Churlandt Biſchope vorbendmet hebben gegeven vndt geven med deſſer Uthſprafke Unſe Vollmacht, de wy hier hebben, dem Hern Erzbiſchop NJichageli Unſen Leven Hern Medeſeggeßmann, unſer beider vollkamen Macht tho ſiner Macht, ſo dat de ſall vndt nach in deſen anſtaenden Samer mit den genen, de hei tho ſi theende werdt, dartho des nen, de niht partyeli> ſin alle deſe Saken up ene verramende Tydt, ſo he o> verramt hefft up thokamende Jacobi N7Igioris, vndt dan up Treiden tho doende, dar deme deß Ordens Lüde tho Segewolde ſi> mögen endholden vnd? der Rigiſchen Lüde uma trent Cremon, effte war iſſeliken gelevet. Und -wy Ulichael Erzbiſchop bekennen dat wy ſölkes up uns genamen hebben, tho ſcheiden alſe de vor ſteit, ſo wal de Klacht des enen Parts alß deß andern , ſo verne de Klachten ſi& anheven van Begintſel deß Kriges by ſel. Meiſter Berendes Tyden betenget , beth an deſſe Tydt, vndt dar ſo verne de Her Meiſter , dat he vorſprekt tho eren Syden vndt de Ritziſchen Sendes baden de hier tho Stede ſyn van wegen der Stadt Ritze binnen einen Mande, dat ſe enen verſegelten Breff: geven , dat idt ehn alſo beleve, vnd deß tho Freden ſyn. Jtem von den Blohuſen beleven wy Seggeslude vnd uthſpreken dat der Blo&huſe ein, twe effte alle drie, ſall vndt mach de Her Meiſter in Weren hebben , ſo lange vndt beth tho der Tydt, dat uns Seggeslude goth dun>etz dat de Rigjiſchen ſik ſtellen tho Frede, vndt dat idt Frede mach bliven vndt dat de Her Meiſter dar o> ſo dan ſraa me Knecht upholde , dat den Rigjiſchen nah dem fremden Gaſte nene Averlaſt daruth geſchee, Und.wy Seggeslude by Unß beholden uth tho ſprekende , wo lange de Blo>ka huſe ſtan ſollen, Item ſo de Her Meiſter einen Nothfall begert hefft , inbeſondern vor ſolfe grote Unverlumpinge , de de Ritgziſchen ehm vndt ſinen werden Orden ſollen gedan hebben, mit Namen in dem Vorbuntbreffe , tuſchen ehn vndt den Schweden gemaket, vndt - Olderß in den See Steden, tho Rome vndt in andern velen Enden, Hierup beleven wy Seggeslude vndt ſprefen uth, dat de Achte, de hier alſe de Rigiſchen Sendeba« den ſin volmechtig , ſollen vor dem Her Meiſter , Landmarſchal> , vndt andern Ge« biedigern , de hir nu ſin, kamen blotes Hovedes , ere Hade van ſi gedan, vndt ſols len ſtaende ere Hövede nygen vndt bidden , effte Se effter ander van den Rigiſchen den Hachwerdigen Hr. Hochmeiſter , Dutſchen Ordensmeiſter , ſiner Hochwerdigheit vndt ſinem ſel. Vorfader , Meiſter Berendc, Landmarſchalf , Gebiedigern Hern vndt helen Orden intſamt vndt beſandere in deſſen verlopenen Krigen mit enigen Worden effte Schrifften verunlimpet hebben, effte tho nah geſpraken , effte tho nah geſchreven, vndt o> niht alle wedder upbuwen könen , vndt allen Schaden gelden , dat he vndt ſi« ne Werdige Gebiedigere Ehn vndt Ehren Jnwanerß umb Gades vndt Unſer leven Fruwen willen vergeven? Und alſe de Her Meiſter , aff Gokt will , werd in Rigge ka- men, ſall den de heile Rath o> ſo dans dohn *) , deß andern Dages ſollen dat dohn the Twelſfen van den Drepliſten uth der Graten Güde, deß drutten Dages ſollen dat dohn Thein van den Dreplickſten uth der kleinen Gilde, van alle de G:!d2 wegen vndt Hirmede ſollen o> alle Safen geſchlichtet vndt vereiniget ſin, vndt alle Schaden van beiden Syden dod gelecht, vndt de Her Meiſter ſoll duſſem o> ſo umb Gades vndr Unſer *) Dieſe demüthige Abbitte geſchah aber nicht , ſo lange Freytag regierte 3 und Plettenberg war zu grosmuthig , eine ſo niederträchtige Ceremonie anzunehmen.

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Erzv. Mich. Sildebrand, zur Zeitder Reg; Joh. Freit. v. Loringhof. 173 Die Prälaten und Oberſten des Königreichs Schweden erklärten ſich in 1492 einem lateiniſchen Briefe vom 22ſten October aus Stockholm, daß dis Bimdnis, welches ihre Abgeſandten mit den Lieſländern wider die Ruſſen ge- troffen, unwiederruflich, bey gutem <riſtlichen Glauben, gehalten werden ſolte. Die lateiniſche Urſchrift iſt vom erſten Jahre des Papſts Alexanders des Viten unterzeichnet. [ Montags vor Urbani verglich ſich der Erzbiſchof mit der Stadt. Er zahlte für ihre aufgewandte Koſten 1000 Mark und gab ihr einen Brief von 100 Mark nebſt 30 Mark an fünfjähriger rücſtändiger Zinſe zurück, den =3enrich Bonne in ſeinem lezten im Namen der Stadt gegeben hatte. Auch wurden die Schwe- den dafür bezahlt , daß ſie den Thurm zu Salzmünde eingenommen. Der Ordensmeiſter Joh. Freytag gieng endlich den Weg alles Fleiſches - und ward in der St. “Johanniskirc<he zu Wenden, nach einigen, am Palmſontag recht fürſtlich beerdiget. Seine Grabſchrift daſelbſt iſt: Int. Jar. KV1U. deß. mandatgeß. ng. de. hilligen. Drevoldicheit. do. ſtarf. 5er. Jodan. Fridach. van. Lorinfhoven. meſter. to. Liſlant, duſches, Ordenß. den. got. ngde. 7. D er Unſer leven Fruwen willen gerne vergeven , <o ißliken dit ſeggen? Wy vor uns vndt aunſen ganzen Orden vergeven Juw gerne umb Gadeß vndt unſe leven Fruwen willen. Item beleven wy Seggeslude vndt ſprekfen uth, dat van beiden Syden alle Ge«- ſangene, wat Standeß de ſyn, ſo woll de enicht part vermeint, dat ſe gefangen ſyn vndt ſi> vor nene gefangen bekandt hebben noh bekennen glif dem andern, ſollen allthoſam« men mit deffer unſer Uthſpröfe frye , qvidt, leddich vndt las ſyn, vndt de Rigiſchen ſollen den Prälaten, von Dörpte , Ozel vndt Churland eren Breff der Borgruche Wedder dverantworden nahdem de Breff hier thor Stede is, Item. Noh beleven vndt uthſpreken wy thor Stundt, alſe de Rigzjiſchen Dune» münde avergeven hebben, weß ſe by ſi> hebben , dat vor Ogen is, bewehlik vndt un» bewehlik , dat de werdige Orden in Weren hadde, do de Feide mit ſel. Hern Meiſter mit ſinen Gebedigern vndt werdigen Orden wardtz ſo ſall de Her Meiſter und ſinen werdigen Orden de Straten open vndt alſe verſchreven an den Hochwerdigen Hern Hochmeiſter vnde den Dutſchen Meiſter , dat de Strate den Ritziſchen dar ok werde geödpent, ſo dat ißli& Part mit den andern mach wanken, ſo woll de dar gefangen. ſyn geweſt , vndt ſik vor nene gefangen holden , alſe de andern , niemande buten beſcheiden, of alle de uth de Stadt ſind gerumet , effte verſandt, weder in Rige mögen kamen, deßgliken de van dem Hern gerumet ſin in Rize , wedder deßgliken ſry vndt frolich uth mögen famen, Item beleven wy Seggeslude vndt ſpreken uth , dat de Her Meiſter vndt ſin werdig Ordetho Rome thor Stundt upſchriven fallen an eren Procuratorn vndt deßgliken o> de Rigiſchen an de eren, dat ſe van beiden Syden Rechtgangs afſtellen vndt avergeben ißlik ſin Advocaten , Procuratorn vndt ſülfe vermöge; undt dat deß Her Meiſters Procurator van deß Ordens wegen Fulborth geven ſall, dat de Rigziſchen mit allen eren Adhä« renten vndt Byliggern möge abſolveret werden reabiliter- Und wy Seggeslude ſpre« fen o> uth dat de Her Meiſter thor Stundt alſe he Dünemündre inhefft vndt de Ri« giſchen by ſich vor Agen hebben, ſchriven ſall an den Herrn Deken van Oſcl, dat he vndt ſin Orde tho. Frede ſin , de Rigjiſchen nun van ehm geabſolvert ſyn realiter mit eren Byliggern Geiſtlich ok Werltlik3 de welke Deken darff dann niht mehr dobn, dan was he älreide gedahn heffe, uth, Kraft des Meiſters Vulvord verenen vndt bes ſtedigen? Si et in quantum non etc; vndt dat ſoll genöoh weſen Ißliken in ſiner Cons feientien, mit den Rigiſchen/umthogaende vndt den Denſt Gadeß tho hörende. Sau« dern de Rigiſchen ſollen allikwel umb-alle Schrupel vndt Twyvell dahl <o leggende, ho Romi ſie laten abſolveren , vndt wat der Ritziſchen Abſolutie tho Rome vndt tho Oſel beſteende werdt , dat ſollen ſe ſülveſt dregen, was tho Rome hier edder an« derswar verteert is 3 hiermede ſall alle Ding geſchlichtet ſyn vndt gut Freden ſyn twi« ſehen den Vorbenömden Parten. Datum WWolmar Anno 1492 Mitweken vor Paſchen. 1) Die Herrmeiſterlichen Leichenſteine in der Dom - oder Johanniskir<he zu Weindcn, ſind eine ſchägbare Antiquität ;: doch ſind ihrer nicht mehr als 3 vorhanden, Sie lagen Ex ehmals

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174 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter,. Der drey und vierzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Wolther von Plettenberg 9. ; E?ach den -4 ſeinem Leichenſtein angegebenen 44 Jahren ſeines Re« Er giments ſolte man wol den Antrit deſſelben 3 Jahr früher anges 2255) ben, wenn es andre Schwierigkeiten nur verſtatten wolten. Sein "SD weiſes glückliches und langwieriges Regiment, nebſt der daraus entſtandenen Ruhe und Aufnahme des Landes, macht dieſem löblichen Regenten unter ehmals mit dem Geſichte nach dem Altar , und der freytagiſche in der Mitten, an« jeho aber liegen ſie, längſt der Mauer von der Kanzel ab, nach der Oſtſeite zu in die Fänge. Die Jahrzahl bey dieſem Freytag iſt XVI. Doch will der Herr Vicep. von Brevern zu ſeiner Zeit gar deutlich 95 geleſen haben. Es nehmen dieſes einige von der Jahrzahl 1517, und glauben daß er die Regierung niedergeleget , und 22 Jahr ein ſchlechter Ordensbruder geblieben, welches eine groſſe Verleugnung wäre. Dieſer Muth« maſſung fuget der Mönchshabit , da ſein Bildnis kein Schwerdt, ſondern einen bis zur Mitte/des Kleides herabhangenden Roſenkranz in der rechten Hand hat. Auf der line ken Seite des Ro>ks ſiehet man ein Kreuz wie ein Crucifix einer Spanne lang ; bey den Füſſen ſein Wapenſchild mit 3 Ringen. Der plettenbergiſche Stein zeigt den Herrmeiſter in Lebensgröſſe in vollem Küras, unbedecktem Haupte, und dem Helm beim rechten Fus liegend. Seine Rechte lehnt ſich auf ein breites Ritterſchwerdt , deſs ſen Gefäs und Knopf einen ganzen Fus ausmacht, die linke hält das Wapen, das auch in den 4 Een ſtehet. Der Baldachin hat unbekante Figuren. Unter dem Hale ſe auf der Bruſt ſiehet man das Ordenskreuz. Nach einigen Abriſſen hat man ſtar des verten den vevten Sontag in der Faſten zu leſen, welches gegen d'e Schreibart iſt. Sein 44 jahriges Regiment wird auch durch eine Abzeichnung des Hrn. Oberpa« ſtor Depkins zu Riga bekräftiget, auch noch durch andere neuere Abriſſe beſtätiget, da« von aller dieſer Zeugen ohnerachtet die Jahrzahl verdächtig iſt. Denn ob wol kein ge« wiſſes Jahr in der Hiſtorie angegeben worden, da Plettenberg zur Regierung gekom« men , ſo hat ſich doch ein Lehnbrief von 1454 gefunden, der uns wenigſtens ſo viel ano zeiget , daß das gewöhnliche Jahr 1495, ſo ihm in der Hiſtorie beigeleget wird , nicht das richtigſte ſey , man ſich aber auch nicht ſicher erkühnen dürfe , ſolches in 1491 zu ver« wandeln , weil gleichfals viel alte Augenzeugen auf demſelben Grabſteine 41 Jahr ſeines Regiments wollen geleſen haben. Der bruggeneüſche hat in allen Riſſen die Ums ſchrift gleichlautend. Sein Bild hält in der rechten Hand ein Faden langes Schwerdt, und in der linken ein kleiners. Auf der Bruſt und dem Harniſch liegt das Ordenskreuz, auf dem Haupte ſißt ein klein Calotgen 3 das Wapen aber auf dieſer Münzeiſt unfentlich. Der Abris des Hrn. von Brevern war durch den jeßigen wendiſchen Hrn. Landrich«e ter von Jarmerſtädt beſorget worden. GSolc<he Denkmale verdienten einen Kupfer«- ſtich , weil die Zeit ihre Gewalt, ſo wie der vor etlichen Jahren groſſe Brand in WWen- den , auch an ſelbigen exerciret, zumal da ſie von den Füſſen der zum Altar gehenden Communicanten und andern betreten werden. 8) Wir ſeßen den Anfang der Regierung dieſes Herrn gegen alle gedruckte Bücher ein Jahr höher hinauf, ſeit dem uns ein Lehnbrief, von Dienſtage nach Alaris 1494 zu Tuckum, zu Geſicht gekommen, wo er ſich ſchreibet: Wie Broder Wolter van Plettenberg, gekohren Hleiſter und Landmarſchalc>k tho Lyflande duitſches Ordens. Rojalowicz3 nennet ihn Platembergz; Spangenberg, Pleiberg; Thuanus, Plecemberg; in einigen Documenten und auf etlichen Münzen heiſt er von Plattenborch. Schurzſteiſch nent ihn die Zierde ſeines Standes , einen Man von groſſem Geiſte und wohl ausgeſonnenen Anſchlägen. Seine Gröſſe läſt ſich beſſer aus den wohlgelungenen Thaten deſſelben , als aus“ geſamleten Lobeserhebungen erfennen. Sein gröſtes Meiſterſtück im Regiment war ſein gefälliges Betragen gegen die Geiſtlie <en , wie er es denn bey den Religionsänderungen der Stadt ſo wohl als der Cles riſey

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Erzb. Mich. Sildebrand. zur Zeit der Reg. Wolther v, Plettenberg. 175 unter allen Herren Meiſtern den wohlverdienten Beinahmen des Groſſen un- 1494 ſtreitig. Die Stadt erkante ihn kurz vor Faſtrabend jür ihren Oberherrn und lei- 1495 ſtete ihm den Huldigungseid. Nach geſchehener Wahl waren ſeine erſten Verrich- tungen, daß er den Beſchwerden der Bürgerſchaft abhalf, Dünemünde befe- ſtigte, Wenden mit 3 ſtarfen Thürmen verſtärkte, und dem bisherigen Natioy naliſmus durch eine Verordnung das Ende machte, nach welcher die hochdeut- ſche Nation allein inPreuſſen; die niederſächſiſche und weſtphäliſche hin- gegen blos in Liefland aufgenommen und befördert werden ſole. Die Buſſen verübten um L7arva, Dörpt und Oeſel herum verſchiede- 1499 ne Streifereien, daher die Stände in Licfland beſch!vffen, mit des Czaars Schwiegerſohn , dem Grosfürſten zu Litthauen, Alexander, ein Bündnis einzugehen , nach deſſen Beſchwörung auch der Erzbiſchof iTiichgel zu Rigg, der Biſchof, Johan zu Oeſel , Johan Electus zu Dörpt, Litcol. Lemborch, Dechant der Kirche Curland, und Joh. Freſe . bevvimächtige des Biſchofs zu Curland , desgleichen Wolter von Plettenberg Meiſter, UTilmer von Delwich-Comtur zu DVellin, mit den Abgeordneten des Könias von D&n- nemark , Schweden und LTorwegen ein Bündnis eingiengen, d2ß einer dem andern wider den Ruſſen beiſtehen und helfen ſolte. Geſchehen zu Walc> auf dem gemeinen Landtage, Donnerſtags nach Ylart& Geburt. Die Liefländer hatten ſich in dem ſchwediſchen Kriege wider Rußland 1501 ziemlich unparteiiſch ere nnd konren ſich dayer keine ſonderliche Hüife ver- ſprechen. Der litthauiſche Grosfürſt Alexänder wurde an ſeines Bruders ſtat zum König von Pohlen erwehlet, welches Plettenbergen ungelegen kam, der das Bündnis mit Pohlen eben ſo gefährlich hielt , als den übereilten Frieden mit Rußland. Er war alſo gezwungen ſeine eigene Macht zuſammen zu ziehen und weder auf Schweden noch Litthauen zu warten. Plettenberg brach mit ſeiner Macht von Vellyn auf, lagerte ſic) zu Maholm/ 3 Meilen von We- enberg , 2 Meilen vom Strande und 12: von L7agrvg, hörte in der auf-freicm elde ſtehenden Kreuzkapelle die Meſſe, grif.die Ruſſen am 7ten Sept. Mor- gens um 9 Uhr recht wütend an, und trente. ihre zahlreiche Reuterey, verfolgte auch die Flüchtigen auf 3 Meilen, bis der Abend einbrach, und bauete auf der Wahlſtat die Marienkirche zum Andenken des Sieges, den 4000 Reuter nebſt einer ziemlichen Anzahl Lanzknechte und Bauren über 40000 ihrer Feinde erfoch- ten hatten, wobey das grobe Geſchüß das Beſte gethan. Der Ordensmeiſter - that ſelbſt einen Zug nach Rußland, und zerſtörte die Schlöſſer Oſtrowa, Kraſnowga, und Iſeburg, brante Poanogrod ab, und erſchlug alles, was ſich ihm widerſetzte. Doch Plettenbergen kam ein andrer Feind ins Lager, nemlich die rothe Ruhr , weil es den Truppen an Salz gefthlet ,/' und einige die rohen und unreifen Früchte zu begierig verſchluckt hatten , weswegen er mit ſeinen Soldaten in die Winterläger eilte , die aber nicht alle ſo weit kamen 3 indem viele auf den Dörfern Pflege zun ſuchen genöthiget waren. Der Ordensmeiſter ſelbſt konte kaum ſein Schlos erreichen. Der Erzbiſchof, Michael, welcher im Treffen lettenbertgen immer zur Seite geweſen , hielt ſich noc<) am mänlichſten , und kam geſund und wohl behalten in Riteg wieder an. ! Die UE machten ſich dieſen Zufal der Liefländer, die nicht aus den 1502 Betten ſteigen konten, zu Nuße , und thaten in der Faſtenzeit einen neuen Einfal. Sie fanden weder Grenzwachen noch Vorpoſten , und alſo eine ofne Thür das ganze öſtliche Liefland zu überfallen, wo ſie auch alles, was die Ruhr übrig ges laſſen , mit der Schärfe des Schwerdts aufrieben. Es ſollen, wie Venator will, 40000 Menſchen auf ſolche Art an der Ruhr geſtorben oder vom Feinde nieder- gemacht und die andern in die Gefangenſchaft geführet ſeyn. Von feſten Schlöß | "Xx 2 ſern riſey recht' zu machen wuſte, Er lebte mit 5 Erzbiſchöfen in beſſrer Eintracht als ſeine Vorfahren. Ein Wolter von Plerrenbertt, Comtur zu Mirau, hat ſich in einem Briefe der kleinen Gilde zu Ritzg 1426 unterſchrieben, |

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176 Leben und Thaten der lieländiſchen Ordensmeifter, 1502 ſern wurde dismal feins erobert. Der Kneſe Alerander Opalinsky belagerte zwar Felmet, er ſol aber von einen zum Entſaß herbey eilenden Haufen ſamt 1500 ſeiner Leute davor erſchlagen ſeyn. Wie nun hierbey jeder auf: Plettenberts Geneſung hofte , und des Herrit Meiſters Geſundheit wieder hergeſtellet war 3 ſo zog dieſer das zerſtreute Heer wies der an ſich, zahlte ihnen die Löhnung voraus , brachte 7000 Man Reuter, 1560 deutſche Fusgänger , 5000 curiſche und lettiſche, auch etliche x00 eſtniſche <li: die Beine , verſahe ſich mit groben Geſchüß , und nahm den Weg nach Plescow zu. Zwey aufgefangene Ruſſen gaben die feindliche Macht auf 90000 Man an, die auch am 13zten September gegen die Liefländer anrückten, und ſich in 12 Haufen zeigten. Die ſtarfe Artillerie des Ordensmeiſters machte unter den Ruſſen viele Unordnung, und ſollen von ihnen 49000 geblieben ſeyn, da hingegen von Seiten der Liefländer nur 400 gemeine Soldaten, etliche Reu- ter, ein Hauptman mit Namen XLMatthias Pernguer, ſein Bruder der Leut, zzeinrich Pernauer und der Fähnrich Conrad Schwarz geblieben. Die- ſer ungleiche Vortheil brachte die Ruſſen zum Weichen, das Ordenshcer aber xuhete 3 Tage auf dem Schlachtfelde aus, weil es zum Nachſetzen zu müde "X :). och 6) Dieſes doppelt glückliche Treffen wird von manchen Schrifiſtellern für eines gehalten, da es doh in unterſchiedenen Jahren geſchehenz daher es denn gekommen, daß manches dabey vergröſſert worden. . Bredenbach gehet ohne Zweifel zu weit, wenn er ſchreibt, von den Tattarn wären an 100000 Man geblieben und hätten über 2 Meilen weit ges ſtrot gelegen , von deutſcher Seite aber ſey nur ein einziger dabey umgekommen. LTreuſtädt berichtet, die Liefländer hätten auf den Knien gefochten, und die Ruſſen . ſelbſt geſtanden , ſie hätten mit rechten Teufeln zu kämpfen gehabt. Weil ſich Dionpy» ſius Fabricius ärgert, daß die Lutheraner aus Neid gegen die Catholiken das rechte Wunder verſchweigen 3 ſo müſſen wir hier wol melden , daß viele die heil, Mig- rie in der Luft Plettenbertggen helfen geſehen. 43 Von des Fähnrich Schwaärzens Edelmüthigkeit erzehlet der Baron Herberſtein , daß er ſich zugeſtoſſener Ohnmacht wegen nach einem tapfern Ritter umgeſehen, welcher ihm die A7grienfahne etwas ab- nähme, und als Lucas ammerſtädter , der ſich von fürſtl. braunſchweigiſchem Geblut herleitete , darnach gegriffen , habe dieſer ſie keinem unechten Ritter anvertraus en wollen. Hammerſtädt habe ihm hierauf die eine, und bey fernerer Weigerung auch die andre Hand abgehauen. Allein Schwoarz habe die Fahne noch mit den Zähn nen ſo feſt gpae , daß ſie zerriſſen. Mit den zerriſſenen Stüen ſey Sammerſtädt zu den Ruſſen über gegangen, durch welchen Zufal die 400 Fusfknechte verunglücket, Relchy) ſchreidet, daß Zammerſt&ädt eine Trummel ergriffenz worin ihm Ruſſov vorgegangen. Der Ordeasmeiſter Venator hat Plettenbergen dieſes Sieges wes gen mit “Juda dem Maccabker verglichen , welches Urtheil in Abſicht des darauf erz folgten dauerhaften Friedens richtiger haraus kömt, als was der Marquis von Lans geay behauptet haben ſol, nemlich) daß uur 3 groſſe Helden in der Welt geweſen, Ulex« ander der groſſe, Julius Cäſar und Plettenberg. Man ſehe eines Ungenan« ten Beſchreibung von Lieſtand *), nach welcher Carl der XIte König in Schweden noch gegen Plertenbergen die Hochachtung bezeugte, daß er ſein Bildnis an dem neu 8) Dieſe artige Schrift iſt in 3 nuter folgender Aufſchrift in Druc> gekommen : Deſcription de 1z Livonie avec üne Relation de l' origine, du progres et de la decadence de l' ordre Zeuteni- que , etc, A Utrecht chez Gwillaume vain Pool/wn, 1705. Doch iſt ſie nur eine Ueberſeßung von dem Original, ſo x701 zu London in gros 8, mit grobem Dru auf 350 Seiten, untcr folgender Auſſchrift zum Vorſchein kam: An Account of 2?vonia with a Relation of the Rite, Progreſl and Decay of the Marian Tenfoxik Order. Die franzoſiſche Ueberſeßung hat ſi in der alten Hiſtorie an Relchens Vortrag gebunden , und iſt zweien zu Utrecht beſindlißei Danzigern und zweien ändern aus Rigg zugeeignet. , Vorne iſt das Bildnis des Herzogs vou Curland, FSridr. Wilhelms vorgeſezt, Der Ueberſeker giebt ſich für eine vom Verfäſſer un: terſchiedene Perſon aus. Der Verfaijer , welher der curländiſche Botſchafter, Herr Baron von Blomberg ſeyn ſol, meldet viel nzerkwürdige Sachen 3 nur die Stellen von S« 195 bis 287 nebſt noch etlichen andern , fand König Carl der XlUre nicht nach ſeinem Geſchmack ; dazer dieſes Buch damals in Rigg verboten worden. Doch hat dieſe Schrift auch ihre Fehler, wenn 3. E. S. 91 dem Alex- Guagnini ſchöne Entdeckungen in der liefſändiſchen Hiſtorie zugeſchrfe- ben wetden , da ſie doch dieſer Zuſammenſchmierer aus Bredenbahen mit allen Worten genon« men, ohne dieſen Schriſtſteller einmal zu nennen«

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Erzb. lich. Zildebrand, zur Zeit der Reg. Wolthersv.Plettenberg. 177 Doch beide Theile ſehnten ſich nach dem Frieden , deſſen Bedingungen dem Czaar 1503 mit der Poſt zugeſchickt wurden, welcher ſie auch gleich bewilligte, Die czariſchen Geſandten kamen nach Giſelern, wo ſie der Herrmeiſter prächtig bewirthete. Man hatte dabey. die alten Kreusküſſungen zum Grunde gelegt, aus welchen der Punkt von dem Zins des rechten Glaubens die Hauptmaterie war, den ſich der Czaar um ſo viel weniger abſtreiten lies, je ſteifer ſeine M+ darauf gehals ten, und ihn alſo unumgänglich wolte beſtätiget wiſſen. Zu Plescoww ward dieſer Friede unter Losbrennung der Stücken und Läutung der Glocken , bekant gemacht; und Liefland genos ſodanneiner Ruhe von mehr als 506 Jahren. Die Tractaten waren um Septemb. unterzeichnet. 9) Bey einer ſo dauerhaften Ruhe des Landes legte Plettenber& den älteſten 1'504 Ordensrittern eine Walfahrt nachdem heiligen Grabe aufz unter dem Vorwande, daß er in dem Treffen gegen die Ruſſen, ſelbige in eigner Perjon zu verrichten, ſich bey der heiligen Zungfrau Maria anheiſchig gemacht, ſeiner Schwächlich- jeit halben aber dieſe heilige Reiſe andern anpreiſen müſte. Zillein die Ordenshers ren waren gemächlicher als ihr Meiſter. Sie bedienten ſich gleiches Rechts, zu Hauſe. zu bleiben und der Früchte des Friedens zu genieſſen. Der einzige pe thur neu aufgebauten Schloſſe zu Riga der Vergänglichkeit entziehen lies. Doch hat der Autor weder Ort noch Bild , noch Unterſchrift getroffen. Man erblit daſſelbe unter der Treppe nach dem andern Hofe zu- Das Marienbild führt die Unterſchrift : Mater Dei, memento mei, Unter Plettenbergs Bildnis lieſet man: Wolter von Plety tenberg Meiſter dutſchen Ordens Anno Dowini 1515, Dieſes ſcheinet das Jahr zu ſeyn, in welchem der Bau des neuen Schloſſes zu Stande gekommen, DOb zu Carls des XIlten Zeiten auf der Seite, wo das plertenbergiſche Bild ſtehet, das Schlos erneuert worden , wird billig in Zweifel gezogen? vielmehr zeiget die unrichtige Anzeige der unter ſeinem Bilde befindlichen Worte , und die Stelle aus Plinit Briefen an, daß der vornehme Verfaſſer das Schlos zu Riga nichtin Augenſchein genommen, ſondern durch fremde Berichte zu dieſer unrichtigen Beſchreibung verleitet worden. 8) Von dieſem 1503 getroffenen und aus 54 Artikeln beſtehenden Frieden ſind die Abs» ſchriften in Lieland unſichtbar geworden. Einige Schriftſteller ſeen ihn ins Jahr 1509: allein damals wurden nur einige Kaufmanshändel, und zwar auf 14 Jahr, in Richtigkeit gebrac<t. Wie der eigentliche Zeitpunkt, von welchem dieſer Friede an zu rechnen , nicht gewis iſt , ſo iſt die Dauer deſſelben noch ungewiſſer. Die mehreſten ſetzen ſie auf 50 Jahr , einige auf 40, der Freiherr Cruſe auf 30 Jahr. Alle die übri» gen Cractaten , die mitlerweile mit Rugoland geſchloſſen wurden , ſind nur ſoe genante Kaufmansfrieden, Von dem Zins des rechten Glaubens merfet L7euſtädt an, daß die Bauren' in uralten Zeiten für ihre Honigbäume etliche liviſche Pfund Wachs und eine Kopfſſteuer nach L7ogarden liefern müſſenz und sZiärne führt an daß dis Dörptiſchen an die heilige Dreifaltigkeitskirhe im Plescowiſchen jährlich eine Verehrung gegeben. Aus dieſen Umſtänden folgert ſchon TTeuſtädt, daß das Land in den älteſten Zeiten den Ruſſen zugehöret , und meldet, der Czaar habe in allen Friedensbriefen auf dieſen Zins des rechten Glaubens gedrungen , auch gegen die gröſe ſeſten Vortheile ſeinen Anſpruch auf Liefland nicht an den König von Pohlen, Stes phanus, verhandeln wollen. szelms bleibt bey der Auſſage der neuenhaufiſchen Bauren , welche jährlich 20 Lispfund *) Honig nach Plescow geliefert, ſo aber ſeit 100 Jahren unterblieben ſey , weil die Ruſſen ihre Grenze immer weiter nach Dörpe zu verrücket , und in der vormaligen Wildnis Klöſter und Dörfer erbauet , wodurch ihre Honigbäume ſo beſchädiget worden , daß ſie den Zins nicht mehr abgeworfen. 5) Die in dem erſten Theil S, 109 angebrachte Mutmaſſung , daß talentum Livenicwen ein Lispfund heiſſe, erhält nun ihre Gewisheir. . In den Geſeßen der groſſen Gilde zu Riga 1354 werden die Strafen beſtitumet zu 1, 2, ein halb liviſch Pfund Wachs , zu einem Scifpfund Honig, zu zwey Artigen, zu einem Schreenderger auf 18 Schillingrigiſch ; welche Geſeke nachher, und ſoi? derlich 1616 mit Weglaſſung der gar unc<hriſtlichen Gebräuche verbeſſert ſind. Von der Wage zu Lübeck heiſt es nach des Herrn D. Willebrändts Vorbereitung zur hanſriſchen Chronik S. 47 und 48 in der alten geſchriebenen Rathsinatrikel alſo: Libra apud Trauenaim habet vnum iius Bum continens vnum talentum nanale. Item vnn fruftum de quatubr talentis Livo7icis, it, vnum de duobus talentis Linonitis, it, de vno talente Lige7icc« Zwanzig genteine Pfund mao hen ein Lispfund , 20 Lispfund aber ein Schifpfund, G y

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179 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, thur Rupert zu Vellyn erbot ſich zur Walfahrt, wenn man ihm den Character eines Ordensgeſandten zugeſtehen wolte. Er gieng auch auf Koſten der Ordens? kaſſe fort, und nahm den damaligen berühmten Ordensſyndicus, Dionys Fa- bri, als Worthalter mit ſich. Beide begaben ſich mit einer Bede>ung von 59 Reutern an den päpſtlichen und kaiſerlichen Hof, wo ſie Päſſe erhielten / und nach einiger Zeit aus Jeruſalem glücklich wieder in Liefland anlangten. Der römiſche Raiſer Maximilian gab dem Ordensmeiſter auf drey Jahr die Zolgerechtigkeit , vermöge welcher alle deutſche Schiffe von 1000 Fl. den zwanzigſten Pfennig, von 10090 den zoſten, von gröſſern Summen den 40ften Pfennig zur Erholung der Stände abgeben muſten. Die Ungehorſamen fallen in Reichsarreſt und Oberacht , die Obrigkeit aber, ſo nicht darüber hält, in Strafe von 100 Mark löthigen Goldes. Gegeben zn Brüſſel, am 13ten Sept. und wiederholet zu Mecheln, den x9ten Sept. Dergleichen Verſiche- rung gaben auch vier Churfürſten Freitags nach Cantate zu Oberweſel, x506 auf ihre Unterthanen, daß ſie in den liefländiſchru Häfen den Zol nach dieſer kaiſerlichen Taxe erlegen ſolten. ' Als Plettenberg durch dieſe ausgenürkte Verordnung dem Lande gerathen ſahe , ſo legte er ſich weiter aufdie Verbeſſerung der Policey, und ſchafte die liefl. glt- 1507 deutſchen Misbräuche mit Ernſt ab. Er verfaſte zu Wolmer, am St. Ig- cobitage, in 1x Artikeln einen Befehl über die Morgengabe und Begiftung auf Hochzeiten , deren vornehmſter Inhalt iſt : Die Braut ſol an Geſchmeide nichts mehr erhalten als 10 Mark löthig, und niemand mehr beſchenken auſſer der Braut und des Bräutigams Mutter , jede mit einem Nobel, (Roſenobel ) jede von der Braut Schweſtern mit einem rheiniſchen Gulden, den Bräutigam mit einem Hemde, von Werth eines rheiniſchen Guldens, jeden Knecht mit einer Mark; welche Verordnung doch nicht mit auf Sarrien und Wierland aus- zudehnen iſt, als deren Privilegien zu unwiederruſlichen Zeiten aufs neue hiermit beſtätiget werden. Die efland fut in fremde Lande ward hart verboten *). 1505 Die Stände in Liefland ſandten ihre Boten Johan Zildorp, Meiſter 71509 Johan Oldenſon, Kanzler, Johan Kammeen und Rarſten Söge, 27 ön den Kaiſer und Herrn aller Beuſſen, Waßilie, mit welchem folgendes ver- abredet ward. Die alten Kreuzküſſungen bleiben in Würden. Die Kaufmat- ſchaft wird auf altem Fus getrieben. Die Liefländer verſprechen , wit Dohlen und Litthguen fein Bündnis zu errichten. Die rußiſchen Kaufleute genieſſen gute Aufnahme und allen Schuß. Die rußiſchen Kirchen in Liefland wers den reinlich und unbeſchädigt gehalten, alles nach dem alten Gebrauch. Wie dieſer Brief auf die Einwohner von Grosnottarden gerichtet iſt 3 ſo iſt zu gleicher Zeit einer von eben dem Inhalt für die plescorviſchen Ruſſen ausgeſtel- let. Beide ſind unterzeichnet ; Grosnogarden 1 den 25 Merz im 7o17ten Jahr 9. Der 4) Dieſer conſtantinopolitaniſchen Zeitre<nung bedienten ſich die Ruſſen damals in allen öffentlichen Unterhandlungen z worinne ſie mit den Griechen, Buigaren, JUp- riern, Albaniern , Georgignern und andern Nachbaren überein ſtimmen. Sie brauchen ſelbige auch in Kirchenſachen noch heutiges Tages.- Man darf nur die Jahre 5508 davon abziehen, ſo hat man die europäiſche Jahrrechnung. Die Friedens? ſchläſſe mit Rusland ſind in vorigen Zeiten alle nach dieſer Rechnung eingerichtet. In dieſen Juſtrumenten mus man nur die Ausdrüce richtig erklären. Es heiſt nente lich in allen Briefſchaften ; die liefländiſchen Boten wären gekommen , ihre Häupter zu 2) Wie die liefländiſchen Stände vor Alters die unter ihnen entſtandenen Streitigkeiten mehrentheils dem päpſtlichen , oftmals auch dem faiſerlichen Hofe , oder gar dem faiſerlichen Kamtmergerichte, als den Schiedsrichterſtühlen der geſamten Chriſtenheit, zur Entſcheidung überlieſſen ; ſo durf» ten Privatperſonen ſich dieſer Rechtsgänge nicht bedienen, ſondern muſten ſich an dem inländi« ſchen Urtheil begnügen laſſen , welches die geſamten Stände durch ihre Gevoltnachtigten in der letztern Inſtanz geſprochen hatten«- Die Appellationsordnung läſt ſich am deutlichſten aus einem uns

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Erzb. Caſpar Linde, zur Zeit der Reg. Wolthers v. Plettenberg, 17 Der Erzbiſchof Michgel ſtarb bald darauf nach einer 25jährigen Regierung, 1509 am Abend DorotheF, und ward ſeinem Begehren nach zu Bitzag am Kreuße- gange des Doms auf dem Kirchhofe beerdiget. Das Domfkapitel erwehlte hierauf am Sontage Invocavit den geweſenen Domdechanten, Caſpar Linde, zum Erzbiſchof, welcher aus Cham in der Pfalz, oder, wie Chpträus lieber wil, aus Weſtphalen gebürtig war. Er holte zu Bom die Beſtätigung unterm 23ſten May, kam am 5ten Septemb. in Rigg wieder an, und wohnte Tages darauf dem Leichenbegängnis ſeines Vorgängers bey, Er war ein Liebhaber vom Bauen , verſahe die Schlöſſer Kokenhauſen und Ronneburg mit höhern Mauren und gutem Geſchüß. EDER führte er von Grund aus er y 2 auf, zu ſchlagen ,. und hätten das Kreuß geküſt, Die höchſten und feierlichſten Eide gea ſchahen bey der griechiſchen Kirche durchs Kreusküſſen , nach welcher Gewonheit ſich die Liefländer vielleicht bequemet haben. Das Hauptſchlagen zeigt eine ehrerbietige und tiefe Ehrenbezeugung an, Einige ſind der Meinung, die Ruſſen hätten damals hohe Mügßen getragen , welche ſie nach morgenländiſcher Art nicht abgenommen , ſon«- dern ſtatt deſſen nur mit der Hand ans Haupt geſchlagen. Die Liefländer hätten ein gleiches gethan ,-wenn ſie bedeckt zum Gehör gekommen, und das Haupt nicht ent« blöſſen wollen.. Allein es komt uns warſcheinlicher vor , daß mit dieſer Redensart ein ander Ceremoniel angezeiget werde, Die Ruſſen nennen es Poclan udarith oder Zyth Czalom, wem ſich einer auf: die Knie legt , auf; die Hände ſtüßet , und den Kopf. auf den Fusboden ſchlägt. Je demüthiger- ein ſolcher iſt , deſto ſtärker höret man den Schlag, Zu unſern Zeiten geſchiehet das nur in gewiſſen Fällen und von ges wiſſen Perſonen. Nachdem die alte Kleidung und die groſſen-Bärte 'abgeſchaft ſind, ſo iſt auch das Hauptſchlagen nicht ſonderlich im Gebrauch , als in den entlegenſten Provinzien. Doch iſt die Redensart beibehalten , ob gleich weiter nichts als eine tiefe Beugung darunter verſtanden wird. Czalo- Bypth heiſt ein Schlag an die Stirne , welcher Name jeßo einer Bitſchrift oder Supplik beigeleget wird, Man ſagt noc<h bey Beſtellung eines Gruſſes : Mache meinen Hauptſchlag , oder, beuge dich meinetwegen. Ob die Liefländer in eigentlichem Verſtande ihre Häupter bey der Audienz ſchlagen müſſen , läſt ſich nicht beſtimmen, Der Jnhalt der Tractaten iſt dieſer: Waflli von GOttes Gnaden Kaiſer und Herr aller Reuſſen und Grosfürſt, wird im Namen des Meiſters, des Erzbiſchofs und der Biſchöfe von Liefland, durch die deutſchen Boten, Johan Zildorp , Meiſter Johan Oldenſen , Kanzler, Johan Kannen und Rerften Sope erſuche? , ſreien Handel und Wandel zu verſtat- ten, und darüber den Stathalter in L7ogarden , Fürſten Daniel Waſilewicz und Gregori Federowirz, wie auch dem Stathalter in Plescow , Fürſten Jvan WMi« <Haelowitz, Befehle zuzuſenden ; welches der Kaiſer Waflili auf 14 Jahr zugeſtehet, vom Tage der Bekantmachung 7017 anzurechnen bis 731. Den LTotgardern wird ein Wegweiſer durch Liefland zugeſtanden , und wenn ſie ein Pferd in des Meiſters Lande kaufen, giebt der LTogarder für den Freibrief: einen Ferding , für die freie Ausführung aber einen Denning, Beiderſeitige Untetthanen aber werden nicht mehr gepeiniget , und genieſſen jeder in des andern Landen frey Geleite. Das Kreuß küſſete unter andern rußiſchen Bojaren und Kaufleuten der Aelterman der Kaufleute , Alexei Greggorewitz Kyrilow. Der Brief, iſt vom 25ten Merz in Grosnogarden unterzeichnet und mit 8 Siegeln verſehen. Ein andrer von eben demſelben Jahre mit 10 Siegeln , betrift die Handelsfreiheit der plescowiſchen Ruſ- ſenundiſt faſt von gleichem Jnhalt, Beiläufig läſt ſich anmerken, daß die Liefländer das Wort Czaar ſchon damals in ihren Trangslaten durch Kaiſer überſeket, uns zur Hand gekommenen Proees der alten Zeit erkennen. B hatte ein Urtheil auf ein Gut ges wonnen; A unterwarf ſich nicht , ſondern äppellirte , wie es die hohen Oberrichter ausdrücken, wider dieſer Lande Gebrauch, von dem gemeinen Herrn Gebietiger Taa- Nad) geraumer Zeit und bey erſehenem Vortheil nahm A den Proces von neuen auf. Der Mannrichter Johan von ZBu&kborſt und ſeine Beiſizer Bernhard Smerten, Vogt zu Roſiten, und Dirik Wrede, Vogt zu Bauſſenborg, ſprachen ihm Ao. 1542 das Gut zu. B ergrief die Appellation ; doch Meiſter Hermann Brüggeney beſtätigte mit ſeinen Gebietigern und Räthen das vorige Urtheil 1543- Beide Urtheile wurden 1544 auf dem Landtage zu Wolmer wieder umgeſtoſſen , und ein neues zum Beſten des B von den gevolmächtigten Herren der Kapitel , Gebietiger und Räthe der Stände aufgeſelzet , welches der Erzbiſchof Wilhelm , die Biſchöfe Joſr von Dorpt , Johan von Curland, und ſelbſt der Meiſter Brüggeney unterzeichnet und verſiegelt haben, Und das bey muſte es deyn ſein Bewenden haben«

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180 Leben und Thaten der liegändiſchen Ordensömeiſter, 1509 auf, lies für die Kirchen viel Geſchmeide und Zierrathen machen, und ſchenfte der rieziſcizen Domfirche ein groſſes ſilbernes Ülarienbild. Bey allem dieſen Staat lies er volle Magazine und Kaſſe nach, welches lauter Früchte des Friedens und der blühenden Handlung waren. Der hohe Thurm zu Zonneburtt, der nachher einfiel, hies nach ſeinem Namen der groſſe Caſper. Plettenberg unterzeichnete am Johannistage e) eine Einigung wegent dex Bauren, welche der revelſche Biſchof Gottſchal> Zaden mit ſeinen geiſtlichen Herren und allen Comturen und Gebietigern von Eitliand, die von 5Zarrien und Wierland mit eingeſchloſſen , verabredet hatte. - Sie enthält 17 Artikel, und wird darin den Hafenrichtern die Gerichtsbarfeit über verlaufene Bauren, Füßlinge und Lostreiber mit übertragen, Alle unter 30 Jahren Ver? laufene-werden au den Tigenthümer eingeliefert. Wer ſeine Leute an Hals und Haut richten wil, nimt zwey des Herymeiſters Männer dazu, denen das Land- recht bekant iſt. Die Schweden bleiben bey ihrem alten Rechte. Der Hatenrichter ſind. nur zwey, einer in Zarrien und der andre in Wierland, die ſich deſſen nicht weigern dürfen bey 6 Mark Strafe, denen nachher der dritte zu Jerwen beigefüget wird. Dieſe laſſen in angeſchuldigten Halsverbrechen den Bauren das heiſſe Eiſen tragenz der Kläger ſekt nach alter Gewonheit eine neue Mark entgegen *)» N : m e) Da alle Documente und ſelbſt das rothe Buch die Jahrzahl 1509 haben , ſo wird heim Relch S. 165 das Jahr 1516 wol unrichtig angegeben ſeyn , und die Beſtätigung des Hafenrichteramts älter werden, Vielleicht hat Relch einen eigenen Vertrag mit dem Biſchof „Johan zu Revel geſehen, den auch Wenius S. 33 anführet, Die Hafenrichter wurden ſchon 1509 ernennet. F) Zur Probe wollen wir doch dis herrmeiſterliche Patent hler volſtändig zu leſen geben, ſv über die Einung oder Jnnung, d. |. über die Statuten für die Bauren zu Beveh am St. Johannistage nieder geſchrieben worden, | W Wolter von Plettenberg, Meiſter in Liefland deutſchen Ordens, thun kund, bekennen und bezeugen offenbar in und mit dieſem Briefe , daß wir mit Wiſſen und ganzer Vollbort der ehrſamen unſerer Gemeine Mitgebietigern eine Einigung gemacht haben zu ewigen Zeiten und Tagen, nach dato dieſes Briefes, mit dem ehrwürdigen in GOtt Vater und HErren, Herrn Gotſchal> Hagen, Klectus der Kirche zu Reval , ſeinen Nachkömlingen- und ſeinem Capitel, Herrn Abt zu Padis, den Ges bieugern als zu Vellin, Reval, Pernaw, Schal, den Comthuren zu LTarwe, rVeſenberg, Jerwen, Oberpahl, Carkus, Poyde mit ihren Lehnleuten und Unterſaſſen , und mit den gemeinen Rittern , Knechten und Einwohnern in Häirien und Wirland, beide geiſtlich und weltlich , inimaſſen als hiernac) beſchrieben ſteht, und iſt gegeben und geendet nach Chriſti Geburt 1509 am Tage Johannis des Täu- fers, mitten im Somaner. Zum erſten, die Leute und Unterſaſſen, die ihrer Herrſchaft entgangen ſind , oder hernach noch entgehen werden, wo ihr Herr die Leute ſpüret , mag er zu demjenigen ziehen oder ſenden, welcher die Leute unter ſich hat , eine Zeitlang innerhalb 4 Wochen auszurichten. Wäre es Sache, daß es nicht geſchähe, ſo ſol der Kläger zum Hakens- richter ziehen , oder ſchi>en 3 der ſol ihm innerhalb den nechſten 14 Tagen eine Zeit les aen in das Gut, da die Leute ſeyn , und ihm die Leute mit ihrer Haabe ansantworten, und dazu , alles gewonnene Korn und Heu „ ausbeſchieden, gelehnet oder geheuret, Queck auch ausbeſchieden , was Erd- und Nagelfeſt iſt, Und wäre es Sache, daß der Bauer Roggen geſäet hätte, der Roggen ſol demſelbigen Bauren folgen, und ſol den Zehnden der Herrſchafe geben, dern das Land gehöret, Fortmehr , wäre es Sache , daß jemand ein Haken Mann zufäme, mit allen ſeinem Geſinde und Hofe, ſo ſol derjenige, da der Mann nmuter kömt, das laſſen zu wiſſen thun demjenigen, dem der Mann entgangen iF, innerhalb 4. Wochen ſich mik ihm vergleichen , ſeinen Willen zu machen, oder den Mann ausantworten ſonder Wie- derrede. Wäre es Sache, daß es nicht geſchähe innerhalb ſothaner vorbenanten Zeit, und der andre ſeines Geſindes oder Mannesjnachkäme;z ſo ſol er ihm den Mann ohne Wiederrede ausantworten , und ob er ihm einige Schuld auferleget hätte, der darf ex ihm nicht bezahlen. ; Wäre

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Erzbiſch. CaſparLinde. zur Zeit der Reg. Wolthers v. Plettenberg. 181 Am Tage des heiligen Moriz publicirte er zu Vellyn auf Anſuchen der 1 5I0O eſiländiſchen Gebietiger in 6 Artiteln eine Landesverordnung, daß wen 7 q: Wäre es auch Sache , daß jemand einen Mann alſo empfangen hätte, und ſeiner Herrſchaft vorberührrer maſſen nicht laſſen zu wiſſen werden , als vorgeſchrieben ſtehet, und der Mann demjenigen innerhalb der Zeit entliefe, oder nach der Verwarnung; ſo mag der Kläger den Hakenrichter in ſcichem Termia , als vorgeſchrieben ſtehet , an- ſprechen , und laſſen ſich aledenn von ſeinem Wiederpart ein Geſinde wieder äusant- worten mit Land ud Leuten jo lange Zeit , bis ihm redlich für ſein Geſinde geſchehen iſt, ſo gut ais vas geweſen iſt von Mann und von Haabe. Fortmehr, wäre es Sache, daß ein Mann aus einem Geſinde entliefe und ſich zu einem andern für Knecht vermiechete , komt ſeine Herrſchaft dem Manne nach , kan derjenige der Herrſchaft Willen kriegen , daß er ſeine Zeit ausdiene; ſo ſol derjenige auch gut für den Mann ſagen , da er ſich hin vermiethet , oder wil er das nicht thun, ſo ſol er ihm den Mann ausgantworten ; wäre es , daß es nicht geſchähe , ſo ſol es der Richter thun bey 3 Mark Strafe, Ferner ſo ſol kein Zeichen Macht haben über 3 Wochen allein, darum ſol niemand ausgeben denn zu 3 Wochen. Item , ob einem ein Füßling oder Lostreiber entgangen wäre , den ſol man gleich den Hakenleuten ausantworten ſonder Wiederrede, Ferner , welches Hakenmannes Weib , ſo geechtiget iſt, und von ihrem Manne entlaufen , die ſol man wieder alle Rechte ausantworten. Geſchähe das nicht , ſo ſol der Hakenrichter ſie ausantworten , und derjenige ſol 3 Mark verbrochen haben, der das Weib enthalten, das die Rechte mag verpfänden , deſſen ſol ein Mark fallen an das oberſte Gericht / ein Mark den Richter und ein Mark den Kläger. Item , ob jemand etliche Bauren hätte 30 Jahr genoſſen, die alle ungefordert blieben, von dem Erbherrn , er habe Gewalt oder nicht 3; aber die Bauren , die bin- nen 30 Jahr verlaufen ſind, die ſol man ausantworten ohne Wiederrede , wie vorge meldt iſt. > Welcher ſeine Leute an Hals und Haut richten wil, der ſol dazu nehmen zwey des Herrmeiſters Männer, denen das wiſſentlich iſt, daß das Recht nach einem Zandges richte gerichtet ſey oder werde, ' Die Schweden ſollen bey ihrem alten" Rechte verbleiben. "Wäre "aber ein Schwede, der auf einen Haken wolte ziehen und beſißen , der ſol in den Rechten Bes ſis beſißen , gleich einem andern Hakenmann, Item , ſo ſol man zwey Hakenrichter ſeßen , einen in Zarrien und einen in Wierland , und die ſollen ſich deſſen nicht'weigern bey 6 Mark; und wenn der Hakens richter wird gefordert zu richten , ſo ſol er zwey zu ſich nehmen des Herrmeiſters Män« ner, und ſol nach ſeiner Sinnigkeit richten als vorgeſchrieben , nach Anweiſung dieſer Einigung), und wer in' dieſem bruchhaftig würde nach dieſer Einigung , den ſol der Richter pfänden auf 6 Mark rigziſch. Das dritte Part ſol ins Obergerichte fallen, das andre Part ſol dem Kläger ; und ein Part demſelbigen Richter. Item , wenn der Richter komt zu richten , der ſol ihm und ſeine Mitfolger pfleo gen, wil derjenige ſolches nicht hun , ſo mag der Richter ſich und die Seinigen ſelbſt pflegen. Wärdes auch Sache, daß dem Richter oder ſeinen Mitfolgern einiger Wie derſtand geſchähe , derjenige der das thut, ſolx0 Mark ritziſch verbrochen haben, und das Geld nach voriger Art getheilet werden. Desgleichen ſol ein Prieſter und andre geiſtliche Leute in dieſer vorgeſchriebenen Sache ihren Eid thun, als ihnen das in geiſtlicher Art geziemend iſt zu thun. Die Richter in Zarrien ſollen richten in Zarrien, zur Pernaw und Lcal, und die Richter in Wirland zu L7arva, zu Weſenberg , und zum neuen Schloſſe, Jerner der jſerwiſche Richter ſol richten in dem Ehſten , als Fellin , Jerwen, Oberpahlen und zum Talckawen, alle vorgeſchriebene Brüche in drey Parten zu theilen , das eine Part dem oberſten Rechte, das andre Part dem Kläger , das dritte Part demſelben Hakenrichter. Wär es Sache , daß ein Mann ſeinem Herrn entzdge, und der Herr ihn beſchul- digte, um Dieſtahl , Mord oder andre Miſſethat , daß dem Hafkenrichter misdeuchte, die Sache anders nicht denn mit dem Eiſen zu tragen *) entſcheiden konte , ſo ſol er - dem *) Nicht nur Papſt Zotorius verwarf die Probe 3 gliſenden Eiſens als eine Verſicherung Gottes, z - zn

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182 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, Schaden des liefländiſchen Rechts ſein Recht freventlich an auswärtigen Orten und auſſer Landes ſuchen , keiner auf die Gebietiger des Ordens, noch auf ehrli» e Frauen und Zungftauen üble Reden führen , keiner mit alten verlegnen Teo amenten dreißig Beſigzer beunruhigen, fremde Sachen zum Nachtheil der rechten Erben an ſich handeln , noch auf den Bierbänken und in den Krügen Heimlichfeiten ausplaudern ſolle. Der Uebertreter ſol aufs höchſte gerichtet wers den, ISII Der Ordensmeiſter hielt ſich in Tückum auf , wo er Sonnabends nach Bartholomsi die Verordnung unterſiegelte , daß , welcher gute Man ein Haus in SGoldintten habe und handle oder kriege, derſelbige auch bürgerliche Abgaben tragen ſolle. Donnerſtags nach Jubilate unterzeichnete der Herzog Buttslaſf zu “Stettin für die Geſandten der Städte Riege , Dörpt und Revel das Geleite durch ſeine Lande, 3512 Weil fein Erzbiſchof befugt geweſen, zum Schaden ſeiner Nachfolger:ohne päpſtliche Einwilligung Tafelgüter zu veräuſſern, dem ohnerachtet aber der Erzbis- ſchof =5ennintg dergleichen gethan; ſo löſete der Erzbiſchof Caſpar um mehrerer Sicherheit ſeines Gewiſſens willen die veräuſſerten Güter wieder ein, und unter andern das Gut Audern, welches er vor 4000 Mark ritiſch erkaufte, und wieder zur Tafel ſchlug. | 3513 Am erſten Dec. beſtätigte der Papſt Le0 der Rte alle Privilegien, welche 3 der deutſche Orden vom »550norius dem ilten an bis aufſeine und aller künfti» tigen Päpſte Zeiten erhalten hatte, oder noch erhalten möchte. - Die-Hauptſumme aller Privilegien wird unter jedem Papſt angeführet, Ein unverwerſtlicher Beweis , daß das päpſtliche Anſehen in veuſſen und Liefland ſehr gewankfet. Leo der Yte lies den Landmarſchal Johan Plater nach Rom fordern, weil ſelbiger dex Stadt die Güter Dabgt ſtreitig machen wolte. Die Sn erhielt Hem Kläger eine Zeit legen, von demſelbigen Tage als er ihn anſprach über 6 Wochen, ſo ſol ſich der Mann der Zeit der Sache mit einem Eiſen entſagen, dent ſol der-Kläger Eine neue Mark entgegen ſeßen nach alter Gewonheit. Ob einem guten Manne- ſein Bauer entgegen käme , der ihm entlaufen wäre, Hen mag er greifen und die Herrſchaft aufbieten , auf weſſen Land er ihn greifet; und iſt die Herrſchaft nicht zur Stelle, ſo ſol er denn den Thäter aufbieten, ſo ſol die Herrſchaft mit dem Thäter und das ganze Land dafür ſtehen **), daß der Thäter ihn zum Bürgen nimt, und nimt die Herrſchaft oder der Thäter ihn nicht zum Bürgen, ſo mag er ihn weg zu Hauſe führen , und bricht daran nicht, ' Dieſem zu mehrern Zeugnis der Warheit , und auf daß dieſe vorgeſchriebenen Sachen in allen Artikeln aufrichtig und ſtrenge gehalten werden z ſo haben wir Bruder Wolter von Plettenbertz oben benennet , mit. Wiſſenſchaft „unſrer. ehrſamen Mitge- bieriger , unſer Inſiegel dieſem Brief iaſſen anhängen , der gegeben iſt in den Jahren unfts HErren nach Chriſti Geburt 1509, am Tage Johannis Baptiſt& , mitten im Sommer, ' und drohete den Brädern mit der Kirchencenſür , wenn ſie die neuen Chriſten unter den Liven damit beſchwerten , ſondern auch Kaiſer Friedrich der Ute, der dieſe leges paribiles gänzlich ab- fchafte« Paribiles bieſſen dieſe Geſeze, von parere , das iſt apparere , weil aus dieſer Probe die <Slhe Unſchuld des Verklagten gleich erhellen ſolle, Der päpſtlichen Verordnung thut Onzphrius Panuinins Erwehnung , und Gregovius der IXte hat ſie in das 5te Buch der Decreta- Len mit geſekt, - Der Beſchuldigte trug ein heiſſes Eiſen mit der Hand, auf eine gewiſſe Weite, oder trat auf ein glühendes Blech , oder ging über etliche glühend gemachte Pflugſchaaren. Wer damit gut zurechte kam, der wurde abſolviret. Daß die Bauren es noc< zu Plertenbergs Zeiten tragen müſſen , beweiſet obige Urkunde. 8) Die Schweden nennen das Dulga oder Vertuſchungsſtrafen , wenn die Einwohner eines "ganzen Diſtrikrs, ünd"zuweilen die ganze Dorffchaft aufeine Meile herum von den. Gerichten zur“Entde: >ung des Thäters oder zur Buſſe für ſelbigen angehalten wurden. Dieſe Weiſe war auch in Kieftand , und der rußiſche Geſandte drang 1558 in Dorpt darauf, auf ſolche Art einem Ruſ» ſen wegen ſeines erſchlagenen Bruders Satisfaction zu ſchaffen. Wenn Feuer/im Walde. ausfam, oder Holz ohne Erlaubnis gehauen wurde, der Thäter aber unbekant blieb, ſo ſchritte man zu ſol: her Executivy, '

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Erzbiſch. Caſpar Linde, zur Zeit der Reg. Wolthers v. Plettenberg. 183 erhielt ſie auf, 7 Jahr , und die Einkünfte wurden ſequeſtriret. Nach zwey 151 Sahren wurden gegen Quitung dem Kapitel 140 Mark, 33 Schilli 10 575 Pfennige, laut der wolmerſchen Abſprache, abgegeben. Der revelſche Biſchof Joban von Blan>«nfeld -), verglich ſich mit 1516 dem Ordensmeiſter am Tage Petri und Pauli zu Wolmer auf den Fus, daß alle geiſtliche Klagen fünftig an die Biſchöfe verwieſen werden ſolten. Wäre auch ſelbſt Klage über den Biſchof um Landgüter und NMC , ſo müſte das ere den Ausſpruch thun , im Fal daß 8 Richter ſich darüber nicht vertras gen fönten. ! Der Ordensmeiſter ſante ſeine Gevolmächtigten nach Berlin, welche ſich 1518 mit dem Hochmeiſter zur gemeinſchaftlichen Führung des Krieges gegen Pohlen verbanden. Kraft dieſes Vergleichs ſchickte Plettenberg einige von ſeinen Völ- fern nach Preuſſen, deren etliche bey Barthenſtein von den Pohlen nieder- gemacht , der Hauscomtur von Bitjg und der von Goldingen aber gefangen 1520 genommen wurden. . : - Der Hochmeiſter , Marggraf Albrecht , beſtätigte zu Königsbertg auf Michgelis den Mitgebietigern in Liefland , in Betrachtung ihrer biss Herigen vielen Dienſte , die völlige Gewalt , ſich einen oberſten Gebietiger oder Ordensmeiſter nach Belieben zu erwehlen , und nicht mehr zwey Perſonen in Vorſchlag zu bringen, oder ſie dem Hochmeiſter zur Wahl vorzuſtellen , weil dies ſer Zwang in Liefland immer viele Verdrieslichkeiten erreget hatte, und man ſchon viermal davon abzuweichen gezwungen worden. Doch ſol der Candidat eine tugendhafte verdiente Perſon vom Orden ſeyn , welche der Hochmeiſter ohne Aufenthalt confirmiren wil. Hierbey iſt zugleich die Ceßionsacte aus Eſtland, welche Ludw. von SENDEN dem Orden in Liefland ausgeſtellet, völlig tranöſumiret und erneuert , auch noch einmal der Beſig der Lande Eſäland, 5arrien und Wirland, nebſt den Schlöſſern und Städten Revel, LTarvg, Weſenberg und Tolsburt mit allem Zubehör beſtätiget worden. Unterſchrie« ben haben nebſt vielen andern Friedrich Truchſes , Herr zu Waldburg, uns ſer Compan, und Simon von Drache, Groscomtur *). Die Kreußfüſſung eines neuen Kauftnansfriedens geſchahe auch in dieſem 1522 Sabr durch Joban Bu, Arend von Lohne aus Dörpt, wie auch durch Zban Brandt und Johan Bötcher aus Bevel , im Namen der 73 tädte. Die Grenzen im L7arvaſtrohme werden nach den alten Kreutzbriefen beſtimmet. Die Plotzarden geben für die Waaren , ſo aus den deutſchen Schiffen in die Lodigen geladen werden, keinen Zol noc< Wagegeld, underhalten guf Begehren Tol> (Dolmetſcher) und | Shauf Die Deutſchen genieſſen z2 in gs) Bey dieſer Urkunde iſt der biſchöfliche Titel merkwürdig. Blanckenfeldt ſchreibt ſich nemlich. Wir Johan, von GOttes Gnaden und des heiligen Stuhls zu Rom, Biſchof: der Kirchen zu Revel , zu allen Städten , Nationen, Landſchaften , Ständen und Reich , dem allerdurchlauchtigſten Herrn , Herrn Maximilian, gekohrnen Kais ſer , und Chriftiern , König in Dännemark, auch den Churfürſten des römiſchen Reichs Unterworfnen, und Preuſſen, Licfkand , Lirthauen, Schweden, Lior» wegen, Städten und Seeſtädten , umkiegende Oerter , unſers allerheiligſten Vaters des Papſtes , und des vorbenamten römiſchen Stuhls , mit voller Macht eines Lega« ten de Latere, Gottſchufi und Orator- In der Titelſucht ſcheint Blankenfeldt den Biſchof, Simon von der Bortz noch übertroffen zu haben. . 4) Ruſſov und nach ihm Chyrräus ſeßet hierzu das 1513 Jahr, welches Üenius S« zx in 1521 verabredet. HZiärne, welcher viele Abſchriften gegen einander gehalten, und hernach das Original geſehen, ſindet 1520, womit die übrigen Abſchriften übereins ſtimmen. Plettenberg lies durch ſeinen Kanzler Magnus Renneberg den Erzbi- ſchof Caſpar um ein Transſumt von dieſem Briefe erſuchen , welches dieſer auch durch ſeinen Stiſtskanzler, Wolfgang Loß, abnehmen lies, unterm 28ten Octob. 1521. Der Erzbiſchof heiſt der Allerehrwürdigſte , der Meiſter, der Hochwürdigſte und Groge mächtigſte, |

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184 Leben und Thaten der lieſändiſchen Ordensmeiſier, 1522 in Bußland gleiche Freiheit, nur daß ſie kein Salz: in Busland führen. Die auswertigen Geſandten haben freien Pas und Geleite. Ein Deutſcher, ſv ei? nen Buſſen an den Bart greift, iſt nach dem alten Rechte bruchfällig. s ach Verlauf des vor 14 Jahren getroffenen Friedens wand auch zu Pless cow ein neuer errichtet. Der rußtſche Kaiſer Waſſili, die Fürſten Alexan« der Wolodemirewitz, Michael Waſilewitz und Peder Simosnewitz, nebſt ven Elterleuten zu Plescow, bezeugen , daß von dem edlen Füriten zu Lieland, Wolthern von Plettenberg, Boten gefommen, nemlich Timen von der Borch , und Johan Lode , welchen auf 10 Jahr , nemlich von 7030 bis 7040, folgendes zugeſtanden worden? „Keiner ſol auf der plescowi- ſchen See in des andern Grenzen fiſchen, und kein Deutſcher auf dem Klit- ſari Holm treten. Wer auf fremd Waſſer und Land trit, dem ſol man das Leben nicht laſſen. Die Plescower können in den Büſchen an der Embach ihr Holz ungehindert hauen. Das alte, wie es Kaiſer Jvan und ſein Sohn der Kaiſer Waſili angeordnet, bleibet ungeändert. Die rußtſchen Kirchen GOttes ſollen nicht beſchädiget , das Geraubte aber derſelben nach der Küſſung des Kreußzes erſtattet werden. Welcher Drutſche dem Plescower ſemen Bart ausrauft, ſol hart geſtrafet werden. Jvag1n Conſtantinowitz, Herr: . meiſter *) zu Grosnogarden, hat fich noch unterſchrieben. Die Siegel des Czaars , Erzbiſchofs und des Ordensmeiſters ſind angehengt; Plettenbergen „aber wird der Titel des Vorſtenmeiſters beigeleget. > Nachdem GOtt in Deutſchland durch ſein geſegnetes Rüſtzeug D. Yay» ein Luthern, das Licht des Evangelii angezündet hatte , ſo drang der Glanz deſſelben auch in Liefland / und zeigete nach ſo langer Finſternis eine angenehme Morgenröthe. Man hatte ſich nach dem Anbruch dieſes Tages lange geſehnet, allein viele waren darüber hingeſtorben, indem der Papſt ſo wol , als die Bi» ſchöfe in Liefland, die Unterſuchung der herſchenden Misbräuche der Religion, auf ſo vielfältige Beſchwerden der Bürgerſchaft und anderer redlich geſinten Leute, auf ein algemeines Concilium ausſeßte , welcher Punkt ſeit vielen Jahren in allen Huldigungsbriefen und öffentlichen Landesreceſſen war verſprochen worden. Bey, den Greueln ärgerlicher Menſchenſatungen , hatten die aus Bticgg fein Herz mehr ihre Kinder den Mönchen zur Unterweiſung anzuvertrauen, und ſchiten ſelbige auf die damals berühmte Schule zu Treptowin Pommern, woran Jo» han Bugenhaten und Andreas Knöpbket , zwey treue evangeliſche Lehrer, als Arbeiter ſtunden. Der caminſche Biſchof, Eraſmus Manteufel, vers jagte Rieſe würdigen Bekenner der unverfälſchten Lehre Chriſti und ſeiner Apoſtel 3 daher Knöpken mit ſeinen Schülern ſich nach Riga wandte, und ſeinen Bru- der Jacob Knöpfen, einen rigiſchen Domherren beſuchte. Man berief ihn gar bald zum Archidiaconus an die Peterskirche, in welcher er am 23ten Octob. 1522 ſeine Antritspredigt hielt. Seine Beſcheidenheit und ſein ſanftmüthiger Sinn erweckte ihm bey den Bürgern Liebe und Zuneigung, und ſelbſt bey denen eine Hochachtung, die aus beſondern Abſichten mit ihrem Beitrit zur evangelie ſchen Kirche an ſich hielten. Einige nennen ihn mit Grunde den rigziſchen Apoſtel, deſſen ſchöne Kirchengeſänge vol Geiſt und Glauben ſind, wovon unter vielen andern das herrliche Lied: ZErr Chriſt, der einieje GOttes Sohn, zum Beweiſe dienet- Er lies ſich ſo gar mit den Mönchen in eine Diſputation ein welche unter Beiſiß und. Schutz des Bürgermeiſters Conrad Durkop, in dein Chor der Peterskirche' gehalten wurde, wobey er vielen Ruhm erhiele Diſſen ed nn eiii nbi nnn dime innennnm men eer 7755 +) Vielleicht iſt dieſes ein Fehler des Abſchreibers. Man hat von dieſen Friedensverträgen Abſchrifs ten in rußiſcher und deutſcher Sprache. Die deutſchen Ueherſezungen aber klingen ſo rauh und unverſtändlich, daß man an den mehreſten Orten kaum einen ordentlichen Verſtand heraus bringen kan z welches ſich leicht begreifen läſt, da ſchon deutſche Originale von dieſen Zeiten et- was unverſtändlich fallen , zumal wenn die Verbindungswörter und Unterſcheidungszeichen, in der Rede fehlen , wie vielmehr alſo die Ueberſeßungen ? Es bleibt alſo die Frage, ob das Original vder die Ueberſebung Schuld habe, wenn Venarorx und Kelch von einigen rnßiſchen Antworten berichten , daß ſie weder gehauen noch geſtochen geweſen.

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Erzb. Caſpar Linde, zur Zeit der Neg. Wolther v. Plettenberg. 185 Dieſen erwünſchten Anfang unterbrach ein Zufal , welchen jedoch die göttliz 1522 <e Regierung zur weitern Beförderung der reinen Reiligion zu lenfen wuſte, Knöpfen erhielt aus Roſro> einen Mitarbeiter, der eine Erbſchaft-von ſeinem Bruder zu heben ohngefehr angekommen war. Dieſer war Splveſter Teget- meicr, ein Mann von groſſer Beredſamfeit, geweſener Prediger an der Jaco- bigemeine zu Roſtock; welcher den erſten Advent ſeine erſte Predigr über Luc. XIX, 6iin der Jgeobikirhe gehalten. Seine zu hoch geſpanten Ausdrücke und übertriebenen Redengarten von der evangeliſchen Freiheit, und. von dem Gößen? tand und Misbrauch der Bilder, wurden von dem gemeinen Mann noch unrich- tiger verſtanden , welcher daraus Anlas zu vielen Ausſchweifungen nahm, ſeinen Eifer an den Bildern auslies, die Leichenſteine zerbrach , und dadurch bey andern, die vielleicht noch zu gewinnen geweſen wären, viel Aergernis anrichtete 9, Seis? ne Amtsgaben machten ihn indeſſen doch zu einem brauchbaren Manne, wie ſein eigner Aufſaßs von ſeinen merfwürdigen Lebensumſtänden bezeuget *), Z ers |) Weiter findet man von den Umſtänden des Anfangs der Reformation in Liefland nichts gemeldet , ſo daß ſich der P+ und Prof, des riziſthen Gymnaſii M. Joban Brever in ſeiner memoria reformationis in eccl. Rigen//, Rigae 1680, blos mit dem» jenigen behelfen müſſen , was Chyträus uns aufbehalten. Bey den Kirchen ſelbſt iſt Feine weitere Nachricht befindlich. Tetzetnzeier ſchreibt von ſich , daß ihn der Magi- ſtrat zu Dörpt 1525 durch den Stadtſecretair Joachim Saſſen auf, Uiari8 Reis nigung nach Dörprholen laſſen , um weitere Anjtalten zur Auſnahme der evangeliſchen Lehre zu machen , wo er 4 Wochen lang täglich geprediget, und den Propheten ÜUiala- <hias in lateiniſcher Sprache erkläret. Ein andermal muſte er mit den ritniſchen Deputirten nach TWolmer auf den Landtag gehen , wo ihn Plettenbert etlichemal predigen laſſen, und in Schuß genommen , obgleich die Biſchöfe auf, ſeinen Arreſt ges drungen, und die Dominikaner ihm wirklich aufgelauret. ( Die Stadt Riera hatte den ehe- maligenerzbiſchöfl. Kanzler und ihren nachmaligen Sekretair M. “Johan Lohmüller an D. Suthern geſandt, und ihm von dem vorgefallenen benachrichtiget , welcher nicht nur Rnöpken ein gut Zeugnis gab, ſondern auch gute Erinnerungen ins Land ſchikte« So befindet ſich in Lutheri Tiſchreden unter den Prophezeiungen der Ausg, Dresden und Leipzity 1723, eine Warnung andie Liefländer , ingleichen in der leipziger Aus- gabe ſeiner Werke von 1730 VI Band S. 550 die Auslegung des 127 ſten: Pſalms an die Chriſten zu Riga , von 1524 3 B. X11X, S. 487 ein Ermahnungeſchreiben an alle Chriſten zu Riga , Revel und Dörpt, von 1523 z B. X1X S., 347 eine Ermah- nung an alle Chriſten in Liefland , vom äuſſerlichen Gotteedienſt und Eintracht, 1525, Mehrere Briefe an D. Brisman ſtehen im erſten Bande der AU. Boruſ/. S. 793 ſag. Auf der ritziſchen Stadtbibliothek liegen noch ein paar Briefe von Luthers eigener Hand , deren Jnhalt ſehr kurz und zu ſpeciel, auc) von keiner Wichtigkeit iſt *), Daß die Herren Meiſter von Liefland dieſes theils aus Klugheit, theils aus Ueber« zeugung von der gerechten Sache, ungehindert geſchehen laſſen , iſt höchſt erweistich, Jeder Meiſter muſte vor der Huldigung die Lehre“ des Evangrlii zu ſchüßen verſprechen. Daß die Biſchöfe von den Pfaffen ſelbſt der vermeinten Keßerey wegen beſchuldiget worden , wird ſich weiter unten zeigen. Rnösptkens Verdienſte um die Reformation in Pommern und Liefland erzehlet Thuanus B. XX1. Nach Chyträt Bericht brachte er den 1, 3, 23, 25, 33, 116, 125, 133 und 14bten Pſalm in deutſche Verſe, und verfertigte noch die Lieder: Was kan uns kommen an vor L7ochc, Von allen Lenſchen abtgewandr ic, Zilf uns in deinem LTamen.2c. k) In denen noch unausgeriſſenen Blättern ſeines Buchs iſt folgende Nachricht aufbehals ten worden, Ins NIN Re am 8.0... 2 Zäch . 0 M 2) Der deutſche Brief Zuthert vom Donnerſtage tach Bartholomät 1540 erthellet dem Rath zu Rigs die Nachricht vön det Lehre und dem Leben des Magiſter Engelbrechts. Der lateiniſche iſt an Geörgiim Sicämbkum , einen Prediger , gorichtet, welcher in ſchwere Anfechtungets gerathen , und daher von Lutbern kräftig aufgemuntert und getröſtet wird. Wittenberg, feria 6 poſt purißicationis 1346. Der dritte vom lekten Oetobetk 1637 an einein E. Rath in Sas hen zwiſchen Johan Rünnengieſſee und Batbar GSöche, iſt eine bloſſe Abſchrift, und detrift die Eheſcheidung, . Agg

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186 - Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1523 Dergleichen Verfahren muſte bey dem Erzbiſchof Caſpar ein groſſes Auf“ ſehen machen. Er verwarf nicht nur die Bitte des Raths, welcher ihm vorſtelte, um des Heils ſo vieler Seelen willen ſelbſt eine Reformation vorzunehmen, ſon» dern ſandte auch heimlich drey Mönche an den kaiſerlichen Hof, die bey dem fai» ſerlichen Statthalter, Marggraf Philip zu Baden, einen Befehl auswürkten, daß in Kita alles, bey Strafe der Oberacht , in vorigen Stand ſolte geſeßt werden. Die Bittiſchen paſten dieſem unglücklichen Boten auf der Rückreiſe auf; und weil der eine bereits zu Dünemünde ans Land getreten, ſo holtenſie die beiden andern vom Schiffe, von denen einer über ein Jahr im Gefängnis ſas, der andre Burchard Waldis aber nach etlichen Wochen los kam, weil er nicht mehr Luſt zur eatholiſchen Religion hatte. Der Schloshauptmann zu Rita, zZermann 5opte, ſandte eine Knotenpeitſche *) auf das Schwarzehäupterhaus, und lies daſelbſt der verſamleten Bürgerſchaft anſagen, dieſe Karbatſch? gegen die Pfaſſen und Mönche zu brauchen, wenn ſie Friede haben wolten. Die Cles riſey zog aber lieber am Charfreitage mit fliegender Fahne und harten Drohworten freiwillig aus der Stadt, kam aber, als der erſte Schre&>en vorüber war, einer nach dem andern inaller Stille wieder zurück. Dieſe ſo geſchwind zurück gekommenen Pilger lagen dem alten Erzbiſchof Caſpar ſo lange in den Ohren , bis er ſichs gefallen lies , den dörptiſchen Bijchof Johan zu ſeinem Coadjutor zu nehmen, wogegen doch die Stadt auf des Erzbiſchofs Anfrage einwandte : wofern der neue Stuhlfolger nicht ange- lobte, die Lehre des reinen Evangelii zu beſchüßen , ſo wäre ſie nie geſonnen, ihn für ihren Erzbiſchof zu erkennen und anzunehmen. Die Ritterſchaft. that dieſes Jahr dem Verkauf verſchiedener Güter in die ſas mende Hand, durch eine zu Lemſyl aufgerichtete Vereinigung Einhalt, ſv vg glei Jnt Jahr 18 up Paſchen toch i> wedder na Roſto>, alß Carlſtadt ſyne politiones t<o Upſick diſputerde , unde wort Magiſter int Jahr 19 des Sondages vor Catrhedra Petry. Den Sommer was i> Diſputator im roden Lauwen, Int Jahr 20 up Paſchken wart i> Capelan tho Roſto> im Dohm. Doctor Bartholdus Moller was Ker>her. Jn dem Winter wart die Bulle afgekündiget , darinne verdtammet wardt Martinus Luther dorch Befehl Sutfeldus Warenborch , de Adminiſtra- tor Swerinenſts , unde was de erſte Verkündigung der Bullen. j Ao. 1522 korth vor Ülichaclis kam i> tho Riga, fandt vor my Herr Andream | Rnöpken, Capelan tho S,. Perer. Muynen erſten Sermon dede i> tho Rica am ( erſten Sündage im Advente rho Sünte Jacob. Ein mehrers ſiehe in den Neben«- anmerkungen vom Jahr 1525. 3) Dieſe Knotenpeitſche wird auf dem Hauſe der Schwarzenhäupter in Riza noch gewie" ſen. Ueber der Stiftspforte ſteht auch noch das kleine eiſerne oder bleierne Mänchen mit der Peitſche eingemauret- Der Jeſuit Conrad Vetter, giebt vor, daß die Pa- piſten damals wirftiich zu dieſem Thore hinaus gepeitſchet worden. Und ſo war es auch bey dem Kaiſer angebracht worden. Allein die Umſtände , unter welchen der Auszug geſchehen , zeigen es anders. Daß die Jeſuiten ſo gar bey dem Kalenderſtreit 1587 nicht hinaus gepeitſchet worden , ſondern auf Vorſtellung des Raths ſelbſt weggezogen, erweiſet der berühmte Herr Conrector an der rieziſchen Domſchule und Bibliotheca- rius WWilliſth, in ſeiner 1743 in Fol. in Dru gegebenen Nachricht von der Stadt- bibliothek, aus einer alten Handſchrift. Es iſt zu bewundern, daß die Pohlen we- der die Peltſche abfordern , noch das Wahrzeichen über dem Stiftsthore herunter neh- men laſſen. Jn den Büchern der kleinen Gilde iſt zwar bey dem Namen des Elter- mans HZeinrich thor Weide, beigeſchrieben , daß dieſer Mann 1587 in eigner Perſon, in Begleitung zweier Prediger und zweier Herren des Raths, die Jeſuiten austreiben helfen z allein daraus folget noch nicht, daß es mit der Peitſche geſchehen. Die Stadt entſchuldigte ſich, daß ſie zwar dem König verſprochen , einen Pleban und etliche andre catholiſche Prieſter einzunehmen , nicht aber die Jeſuiten , als welche die Urſache des Tumults wären , auch ſich gegen den Contract mit Gewalt eingeniſtelt. Die Jeſuiten muſten dieſen Beweis damals 13 Jahr lang gelten laſſen«

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Erzb. Caſpar Linde. zur Zeit der Reg. Wolther v. Plettenderg. 187 gleich darauf durch obrigkeitliches Anſehen verſichert worden. "9. Der Erzbi- * 24 ſchof gieng auf Petri und Pault aus u zu ſeiner Ruhe, und ward Aaa 2 im „3 m) Die Vereinigunge der Landſchaft auf die neuen Mannlehns Rechte, genant die Gnade , mit Erbunge , Verkaufunge und anderer Veräuſſerung der Güter , wider die ſamende Hand« WMiſlentlich und offenbar ſey allen und jeglichen, die dieſen offenen verſiegelten Brief ſe- hen , hören oder leſen, daß die ganze Gemeine der Ritterſchaft der heiligen Kirche und Stifts zu Riga, nemlich allen, die in der Gnaden und neuen Lehnrechte ſiken, und in der Gnade Güter haben, zuſammen getreten und ſich beſchweret, daß uns zum gänzlichen untergänglichen Misgedeihen und Verderben, die Güter, die inder ſamenden Hand gelegen, verringert, und darausin die ſamende Hand merklich gebracht, dadurchdie ſamenden Handesgüter treflich vermehret, und die Gnadengüter uns und unſern Nachköms lingen, Kindern und i Erben zum Mixsgedeihen , hoch und viele entzogen , und noch von den Beſißern der ſamenden Hand , alle einträchtiglich offenbar in dieſem Manntage uns von unſern Gnadengütern in die ſamende Hand zu bringen, treflich bes fleißiget worden , welches wir alle einträchtig zu Herzen genommen, und dem Abbruch unſer und unſrer Kinder und Nachkömlinge vorzukommen , treulich bewogen, drum haben wir alle, wie vor berühret , ein jeder inſonderheit im Rathe ganz nothdürftig be- funden, und einträchtiglich beſchloſſen , verwilliget und eingegangen , bey guter Treue und Chriſtenglauben untereinander zu halten belobet, daß wir die Gnadengüter aus der Gnade in die ſamende Hand nicht verkaufen , verſeßen oder verpfänden wollen. 1. So jemand durch Noth oder Schulden halben ſeinen Hof und Güter zu verkaufen, zu verſeßen oder zu verpfänden, gedrungen würde , ſol und wil derjenige , der das Seine zu verlaſſen geneigt iſt, uns ſämtliche, die in den Gnadengütern ſien , wohnen und gebrauchen , zu rechten Zeiten , nemlich ein Jahr, aufs wenigſte ein halb Jahr, zuvor anſagen , oder anſagen laſſen , ſo wollen wir ihm einen von uns, der ihm ſeinen Hof oder Gut abkaufet , oder abpfändet , in der Gnade zu behalten, vor einen möglis <en Pfennig ſchaffen , und derhalben Schadlos halten. 2. Wäre es aber, daß je« mand von uns über dieſe vorgeſchriebene einträchtiglich feſte Verwilligung ſein Hof und Güter aus der Gnade verkaufte , verpfändete oder vor die ſamende Hand brächte, dero ſelbe wil und ſol dieſelbigen Güter zu unſern gemeinen Beſten , damit wir dieſe unſre Sache behaupten und behalten mögen, unwiderruflich nach geiſtlichen und weltlichen Rechte bey Ehre und Treue verfallen ſeyn. 3, Ferner ſo es ſich nach dem Willen GOrtes begäbe , daß von unſern Töchtern aus der Gnade in die ſamende Hand bera« - thet würden, denſelben ſollen und wollen wir ober unſre Nachkömlinge, keine Höfe * "noch Güter mit geben , ſondern was den Jungfrauen und Witwen gehört, am Gelde zukehren , angeſehen die Beſißer der ſamenden Hand ihre Güter zur Vermehrung und Gedeihen vor ſich und ihre Erben treflich bewahret haben. 4. So es auch käme; daß ein Mann verſtürbe , und lieſſe nach Hof,, Güter und liegende Gründe, und hätte ſeis ne nechſten Freunde und Erben , die ſolche Güter erben möchten, in der ſamenden Hand beſißlich , ſol das den andern nechſten Erben, die .in der Gnade ſißen , mit Gel- "de , ſo hoch als die Güter gekauft, und in ſolchen Terminen , als die Bezahlung der Güter geſchehen, abgelegt und entrichtet werden , und ſollen ſothane Güter unſrer Gna« den und neuen Mannslehnrechte zum Vorfang in die ſamende Hand zu erben nicht mächtig ſeyn, in Anſehung des verſchiedenen Abbruchs , der bisher durch die ſamende Hand den Gnadengütern geſchehen iſt, 5. Es ſol auch dieſer vorgenante Artikel , auf daß hier nochmals kein Zweifel oder Zwiſt daraus entſtehe , alſo verſtanden werden, daß der nechſte Freund in der Gnade ſol den in der ſamenden Hand ablegen, mag der nechſte Freund heiſſen bis ins 5te Glied , ſo in das erſte, andre , dritte, vierte Glied niemand wäre , und ſothane Güter in der Gnaden.erben und behalten, ſo wo! männli- <hen als weiblichen Geſchlechts (könne,) Dieſes alles angeſehen treulich nothdürftig zu Herzen genommen, , reiflich erwogen, haben wir alle einträchtiglich , ein jeder inſon« derheit, wie vor geſchrieben ſtehet , nichts nicht ausgenommen oder ausgeſondert zu halten gelobet , und ſo unſer einer durch dieſer Sachen halben von unſern Misgönnern beein- trächtiget und beſchädiget würde , ſo wollen wir ein jeder inſonderheit demſelben in ges meldten unſern Sachen beipflichten, treulich ohne einigerley Hindernis beſtändig, ein- trächtig und nach Nothdurft helfen , weil dieſe Sachen nicht einen ſondern uns alle bee . tkreffen, Die wir nochmals alle Artikel und Punkte , einem jeglichen beſonders , bey guten treuen <riſtlichen Glauben vor uns und alle unſre Nachkömlinge und Erben ie . u

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T388 Leben und Thaten der lieffändiſchen Ordensmeiſier, 1524 im Chor des Doms , am Abend Riliani , unter einen meßingenen Grabmal begraben. Ihm folgte alſo ſein crwehlter Coadjutor, biöheriger 8 Jahr regieren? der Biſchof zu Revel und Dörpt, Johan Blankenfeld, vow Geburt ein Berliner , welcher Doctor und Profeſſor der Rechte auf der Univerſität zu Frankfurt an der Oder geweſen, und ſich bey einem hohen und. herrſchſüchtigen Geijte zu den Ehrenſtellen, die er bekleidete, empor geſchwungen. Er dachte ſich durch ſem Anſehen mit einer vorher überſandten ſeichten Beſtätigung aller rt- tiſchen Privilegien, die Pforten der Stadt zu erdfnen , und begehrte auch die Enjrattung zweier Kirchen. In Lemſel ſchte er den Stadtprediger aus dem Dienſte. In ſeiner Reſidenzſtadt Rokenhauſen verjagte er ſo gleich die beiden Prediger Bernhard Brügmannen, Paul Bloshagen, und den Rector der Schule SGiabert Schöslern, da er doch den Rokenhäuſern alle Reli? gionsfreiheit verſichern laſſen. Aus dieſem Betragen lernten die zu Bigg den Erzbiſchof. kennen, und wandten ſich an ihren beliebten Herrn Meiſter , dein ſie mit Ausſchlieſſung des Erzbiſchofs allein die Huldigung leiſteten , und ſich ver- pflichteten , mit ihm gegen alle Einſprache gemeinſchaftliche Sache zu machen, Zlankenfeldis doppelte Botſchaft wieſen ſie zurück , worüber den Domherren in Riga der Math dergeſtalt entfiel, daß ſie mit Sa> und Pack heimlich weggien? gen, auch das Geſchüß von dem Thurm und den Maurcn hinter ſich nachkommen laſſen wolten , welches aber der Rath hinderte, und alle liegende Gründe , Häu- fer, Mühlen, oder was ſonſt bey der Stadt lag, ſequeſtrirte, den Domher? ren aber doch freies Gewerbe in der Stade zu treiben erlaubte, S on und feſte, ohne einige Argliſt oder Behelf unwlederruflich , ein jeder inſonderheit zu balren angeloben. Zu mehrerer Urkunde und Befeſtigunz der ſichern Warheit haben wir alle und eia jeder bey ſich die in der Gnade Gütern ſißen , uad wohnen rechtes Wiſſens, vor uns und unſre Erben unſer angeboren Juſiegel hier unten an dieſen Brief ein jeglicher unter ſeinen Namen gehänget, der gegeben und geſchrtebeniſt in dem Mann- tage zu Lembſel in dem Fahre unſers HErren, Tauſend, Fünfhundert und Drey und Zwanzig , Freytags nach Lörare *). Andreas von Parkul, MNÜleyneke von Schier- Jürgen Rrüdener, Ridder ede , Hofmeiſter. Vogt zu Crepden. FSriedrich Plater, Vogt Jürgen von der Pahl, WGöderc von LTatzel, zu Kockenhauſen. Srifesvogt zu RocFen« haulen. Reinhold Gugleff Johan von der Pahl. Hinrich Wrangel, Claus Haſtfer Dirrichy Urküll. Ciaus U:küll. "Sans Roßkül , Man» Franz Blanckenfeldt- HSmrich Saltze. richter. Barcholomäus Patkül, Sans Waſſaw. Eryſt von Lentden, Tönnis Aderkas. ZBerciram Orgies, Reſten Gugleff Jürgen Berlin. Reinhold Orgies, Remhold Roßtülk 2erthold <Schwarthof, Heinrich Vietinghof, Wigand Gugleſf. von Tepcl. Johan Plater. Jodan LTötken , der Rerſten von der Pahl. Rhürſten Hane. jüngere, Dirich Aderkaß. Tönnies Vatt (Vaget) Walßf von Plettenberg, TJoban Albedyl, *) Ohnerächtet des Widerſprucbs welchen die vier Familien in dem Rechte der ſamenden Hand, nemlich von Tieſenhauſen, von Ungern , von Roſen und von Lekül » Wider dieſe Vereinigung thaten, beſtätigte der Erzbiſchof Caſpar dieſelbe dennoch) Donnerſtags na Bari& Himmelfahrt, auf Erſachen der 4 Depwirten 1323 zu Rdnneburg, und von neuen der Erzbiſchof Joban , Dien- ſtags nach Pexri Kettenfeter 1524 zu Kernſel - zulebt der Koiſer Cacl der Vty zu Speyer» den 17 Sept 128, welcde kaiſerliche Generaltonfirmation auf dem Neichtrage durch den Pfalzgraf Friedrich, des Kaiſers Starthaiter ausgefertiget, und von der poln'ſchen Revtiſionscommißiott den gten Octob. 1599 , mit dem Vidimus verſehen worden. Seine Andacht, der Erzbiſchof Cho- mas; hat dieſe Beitarigungen zujammen Donnerſtags nach Mögprins 1531 aufm Ewloſſe Sokein» bauſen in ein Transſumt gezogen.

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Erzb, Blankenfeld, zur Zeit der Reg, Wolther v. Plettenberg. 189 .In Revel trieben die redlichen Knechte GOttes, Zacharias 5aſſe, Jo- 152 Han Zange und Seinrich BR>hold: das Werk des Evangelii mit .. a“. Segen z ſo wurden auch die Einwohner auf Oeſel gegen die reine Lehre geneigs ter, und vt ſich derſelben mit ſonderbarem Eifer an. - Der öſelſche Biſchof Johan Rievwvel begnadigte ſein Land mit dem ſo bes rühmten Freiheitsbriefe, welchen er am Donnerſtage nach Luci& zu 5Zapfſal ver- ſiegelte. Der weitläufige Inhalt deſſelbigen läuft auf folgende furzgefaſte Punkte hinaus. Die Tafelgüter fallen nach dem Lehnrechte wieder ans Stift, Der Adel iſt frey vom Aufgebot, und kan ſeine Güter nach Belieben verkaufen. Das gnadenreiche Wort GOttes und des heiligen Evangelii wird nach Inhalt des'neuen und alten Teſtaments gelehret, wie es Chriſtus ſelbſt geprediget. Der Biſchof wil gute Paſtoren auf den Kirchſpielen verordnen, die alda ihren unter- thänigen Schäfgen, den armen Bauren , den <riſtlichen Glauben lehren , das heilige Evangelium predigen , und den Kirchſpielen ſonder einige Beſchaßung, Redlichfeit thun. Die Ritterſchaft präſentirt fromme und gelehrte Leute dazu, welche nach ihrer Verhörung vom Biſchof und Kanzler wohl beſtätiget werden und auf den Paſtoraten bleiben , ſo lang ſie nüßlich ſeyn. Der Biſchof und das Kas pitel fönnen zu Rechte geladen werden, es mus aber durch vier geſchworne Räthe des Kapitels, und x0 Geſchworne von der Ritterſchaft geſchehen , doch behalten ſie ſich die Appellation an den römiſchen Kaiſer vor. Jeder bindet ſeine Waffen ab, wenn der Feind gebannet und man vor Gerichte iſt; Die Präbenden bleiben bey denen von Adel auf ewig , ſie müſſen aber auch ihre Kinder eig zur Schule halten. Die Ritterſchaft iſt der Warte und Wache frey , darf aber nicht auſer- alb Landes dienen. Der grauſame Mord und Todtſchlag wird peinlich beſtras . Zulegt verſpricht der Biſchof dieſen Brief auf Pergament auszuſtellen, den man in Ermangelung deſſelben io auf Papier geſeßet. Kaiſer Carl der Vte bes ſtätigte ihn am 30 Octob. 1527 zu Speier, auf ue der öſelſchen Dome herren, Georgs von Ungern, von Purtel und Joban Bal>'s zu Oeſel, Ein eie that das Jahr darauf auch derWWhiſchöf Georg von Tieſenhau- ſen zu Zapſal, am Tage Mari& Reinigung. Der Biſchof nennet ſich aus Gnaden der kaiſerlichen Majeſtät in der Wp> und auf Oeſel Fürſt. Der ritziſche Erzbiſchof Blankenfeld war bisher vom Herzog Albrecht 1525 in Preuſſen angegangen worden , deſſen Bruder, den Marggraf Wilhelm von Brandenburg , bisherigen Domherrn der Stifte Mainz und Cöln, zu ſeinem Coadiutor in Vorſchlag zu bringen. Wilhelm ſtelte ſich auch auf dem Landtage zu Wolmer mit vortreſtichen Empfelungsſchreiben ein, in Hofnung, daß ihm viele Stimmen zu Theil werden ſolten. Allein die Religionsſtreitigkeiten hinderten alles, und der Marggraf muſte viele Jahr auf die Coadiutur das Nach- ſehen haben, weil ſelbſt der Erzbiſchof in Verdrus kam: Denn Blancken- felds übermüthiges Betragen und unzeitiger Eigenſin zog ihm den Has des ge- ſamten Volks auf den Hals, ſo daß an ſeinem Unglück nichts mehr fehlte als die Beſchuldigung eines heimlichen Verſtändniſſes, welches er mit den Ruſſen haben ſolte. Man einge aus , er habe den Czaar aufgehetzet, die Evangeliſchen wes gen Niederreiſſung der gricchiſchen Kir<e abzuſtrafen, und deswegen mit den Dörptiſchen und dem Orden anzubinden. Kaum hatte man angefangen dieſes auszuſtreuen, als die dörptiſche Ritterſchaft von der Partey ihres Biſchofs abe trat, und ſich der biſchöflichen Schlöſſer bemächtigte. Der Adel des Erzſtifts fand es für nöthig, ſih Blanc>enfelds eigner Perſon zu verſichern und nahm ihn Freitags vor Weihnachten zu Ronneburg in Verhaft, alwo er über ein halb Jahr auf ſeine Freiheit wartetete. Doch kam Blanckenſeld dismal noch gut von Wolmer weg *). I reiz *) Hier komt uns Tegetmeiera fernerer Aufſaß zu ſtatten , weil 'er mit zu Wolmer gegenwärtig war. ' Wir wollen denſelben mittheilen , unr iſt zu merken b Es man unter dem Biſchof zu 88 B v en

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190 Leben und Thaten der lieäändiſhen Ordensmeiſter, 1525 Sreitags auf Fabian und Sebaitian trug der Hochmeiſter Aibrecht dent ehrwürdigen und geitilichen Herrn PJolter von Dleztenberg, oberſien Gebie? tiger in Lieflan0 in Betrachtung ſeiner dem preußiſchen Orden geleiteten OWBilligfeit, Güte und Troue die völlige Oberherſchaft üver röirland, Sar- rien und MMlentalen auf, wobey zugleich die vorigen Abtretungsacten beigel?- get und mit verſiegelt ſind, geſchehen zu LTiemel "). au e 5) Der Handel war ſchon vor 5 Jahren zu Röniggoberg geſchloſſen. Der Hochmeiſter fonte damals wegen des Krieges die Ordeasbrüder nicht zuſammen haben, und alſo der Gewohnheit nach nicht vas groſſe ſonvern nur das kleine Ordensſiegel gebrauchen. Plettenberg beſorgte nicht ohne Geund, die hochmeiſteclichen'Nachkfommen „Ahe avon omann dementen mpu den Marggraf Wilhelm, unter dem dörptiſchen aber BlanEenfelden zu verſtehen hat, wel- <hen Namen man ihm in Riga gab, weil ihn die Stadt noch nicht für ihren Erzbiſchof erkante. Int Jahr 1525 kort na Wynachten wolde des'Biſchops Vaget tho Dorpat NJelcder "590f- mann einen Körſchner fangen nehmen. Darumme dat he bat Evangelium predigte, wortho fenen de Borger und jungen Geſellen ſi> des Vagedes tho wehren, dat von der Börger Syden 4 doth bleven , 2 Dütſchen und 2 Undütſchen- De Vaget kam upt Schloth, da trat de gemen? de, unde brecken alle Kerken up, ſchlogen entwey alle Bilde unde Tafeln, in Sänt Peters Kers >en verbrende ſe alle Tafeln , unde ſchlogen alle Schappe darup? darna leden ſe Knechte yn, de kemen von Revel int Schlot, dat uehmen ſe yn. Iten Anno 25. des Donnersdages na der Bekehrung Pauli, ta ging von Riga na Dorpt met Jochum Saſſen de Stadt» Schryver , und kam dar am Avente Lichtmeſſen , des andern Dages previgte i> 2 mahl , wie de Rach und de Gemende von my begehrde , was dar ewen 4 Wecke , predigte al'? Dage und laß Malachiam latine, beth up den Dingsdag vor Aſcherdag, do reiſede iX von da, kam tho Rigg des Sonnavens Juvocgvit. A! Anno 25 des Dienſtags vor Petri und Pauli reiſde i> von Riga met“ den Geſchieten derſül» wen Stadr Riga na Wolmer thotn Landts- Dage - welcher geſchah up vilitationis Mariae, dar kam ick des Donnerſtags up Petri und Panli,'an demſülwen Dage kam de Herr Meiſter Wolt, von-Pletrenberg oct dar. Des andern Dages hof i> an tho predigen uth Verlöw des Her Mei- ſters dat Evangelium UTart. 19 : Sehet wie hebbent;alles verlahten. Des Sonnadends predig- te ics dat Evangelium Ülart, 21x. :. Myn Huß.iſi.en Bethhuß. In deſſen 2 Dagen leth my de Her Meiſter beſchicken , ick wolde ia neten Uprohr maken , man ſege well , wo de Buren upſtun- den gege ere Herren«- Des Sondages wolde wy hebben" de dütſche Miſſe geſungen , ſchiefende an my de Herr Meiſter den Schaffer,, 4e> wolde my, fülfes entholden , wöchte wohl fry predigen, konte ſyne Snade woll lyden, de Mijie aberſt konte he noc< nicht tho ſtatten, ba hoef iE an ths predigen des Sondages Morgens , darna gingen“de Biſchope tho ſamen in der Kerken, na der Miſren up den Gildſtuwen , dar de Horr, Meiſtzr erſt antoch, warumb de “Landtag verſchrewen wehre , dana hoef de Biſchop von.Riga Marz;- Graf Wilhelm +.de Rigſchen tho beklagende beid th9 Elwen. v ' | Des Sonnavends na Petri und Pauli ant Avendt tho 10. (Uhr) kam de Biſchop von Ronneborg und de Biſchof von. Revcl met. 2 hundert Perde. De Biſchop von Revel ſchreef an' den Herr Meiſter des Frydazs na Perri und Pauli , h2 ſcholde my gefang21n. nehmen. Anno 25. am Middage des Svndages predigte i> tho 12 es dat Evangelium de Feſto Vili- tationis, ' ? Am Mandage hoef ik an Lſaiam den Propheten und, predigt? alle Dage beth up den andern Sondag. ry ( Am Middewecken wölde ick predigen , do trat vor my en 'ſchwart Mönni> up Dominici ordl- nis, de hoef an In nomine Patris ete. da beginide dat Volk thö'kurrende , do ſprack iX thö em, Broder ſtieg af, 1> wil erſten predigen, predige du.darna, do lepen de Havelüüde uth Sargen und XWpyrland tho umme my herde, eine wieſde my dat Meſt, de ander de Fueſt, und ſprecken du Vörreder, du Bedreger , du wilt uns drade umme Land und Läde bringen, dyn Schalkheit ſoll nu uphören. Pfy Pf dy an. ' Do ging ik her uth der Kerken uy S. Antonius Kerk- Hoff, und leeth dat Vol> in dem wi- den Felde ſtahn und predigte dat : Wortho ſchall my de Veklheit iuwer Offer. ſais 1. Deß andern Dages wolde iE dar wedder predizett / do'beſchickede iny der Herr Meiſter 3 mahl dorch de Ridderſchop: I> wolde my des Sermons entholden einen“Dag oder twe, beth dat ſs thoſahmen femcn , thor Handelinge« JI> wolde allicwehl des Donnerdags hebben geprediget, averſt de ſwarten Hövede helden Gemeinde , darumme: blev eth na" "Do krech ick fort wedder Verloef tho predigen von dem Her Meiſter |in der Kerken. ! Des Sondags morgens na Vilitationis wolde.de Biſchop, weg. theen., “do beſchikede my de Bis ſchop von Dörpt Blandenfeldr dor Wolfgang" Loß, I> wöld? doch by ſyner Gnaden er- “ſchienen , edder met Herr xitbelm Titten em.folgen'na-Ronneborg, he wolde met 4 Perden by my blyven , darum ick em antworde: J> wolde tho em kahmen up Treyden , wenn he my met ſyner Hand ſchreve. Pd) Wilhelm hies ſchon der Erzbiſchof, ehe noch ſein Coadiutur feſt geſeket war. Er ertheilte unter- ſchiedliche-Belehnungen , darin er ſich Erzbiſchof ſchreibet , obgleich. der alte Thomas Schöning nod)-munter war, lebte, und no) 9 Jahr regiere Er war auch noch nicht Coadiuter, als ihn * ſchon viele den Biſchof von Rigg nanten. u de d

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Erzb, Blankenfeld. zur Zeit der Reg. Wolther v. Plettenberg. 19x. Den Unterthanen beſagter Provinzen ſchiekte er/aus Presburg den Befehl 1525 zu, dem Herrn Meiſter allein zu huldigen, und erlies ſie ihres biöherigen Eides5 von welchem Handel die Urkunden auf dem Hofe zu Alp von dem reveiſchen Biſchof Seort tranſſumiret worden, Donnerſtags nach Dalentini in eben dem Jahr. Der Adt Eberhard von Padis empfieng von Plettenbergen vie Ber ſtätigung aller hochmeiſterlichen Privilegien ſeines Kloſters,- Nevel , Montags nach Lätare / an welchem Tage aile eſländiſche Privilegien von dem Meiſter im Beiſeyn des Landmarſchals, Joban Viater änders genant von dem 5 röle, des vellinſchen Comiurs , Robert Grave , des reveiſchen , Didrici) BocE, des jerwiſchen Vogts Joh. Clodt *) und des Comturs zu Goldy» gen, Gerdt von der Brüggen -), beſtätiget worden, Fachs davon abgehen. Ob nun gleich Albrecht ſolches durch eine ausdrückliche Erinnerung zu verhüten geſucht harte, ſo drang boch der Orden in Liefland von neuem darauf, daß die vorige Acte mit dem groſſen Siegel verſehen wurde. . Hier kam noch hinzu, . daß die Liefländer bey den Deſenſivkriegen ohne ſchädliche Entblöſſung ihrer Länder . dem Orden in Preuſſen helfen ſollen, dafür ihnen der Hochmeiſter keine Schaßung, Steuer oder Beiſtand auflegen darf, es geſchehe dann mit des oberſten Gebietigers in deurſchen oder welſchen Landen uad ihrer Räthe Einwilligung. Wenn der Hoch« meiſter ein halb Jahr verzieht, die Regalien dem Herrn Meiſter zu verſchaffen , ſo kan ſie der Herr Meiſter bey dem römiſchen Reich , einem jeglichen römiſchen Kai« ſer oder Könige von dem Ehurfürſten einträchtig gekohren ſuchen, nehmen und empfan« gen innerhalb Jahr und Tag. Alle ausgewirfte nachtheilige Briefe werden verworfen. Niemand ſol mehr dem andern zum Schaden ein päpſtiiches Privilegium holen ,. ſonſt ird. es für fraft- und machtlos erfant , des gebührlichen Gehorſams, mit welchen ſie der päpſtlichen Heiligkeit verwandt und zugethan bleiben, ohnbeſchadet. An dieſem pergamentnen Briefe hängt das gröſſere und Convents Inſiegel an ſchwarz und weiſſen Bändern. Als Zeugen haben mit unterſchrieben Herr "Jörge Biſchof zu Samland, Herr Erhard poſtulirter des Stifts Raſtenburg , Erich Herzog zu ZBraun« ſchweig und Lüneburg, Comtur zu Memel, Fridrich Herr zu «ZSeideck , Pfleger zu Johannisburgg, Michael von Drache Hauescomtur, zu Baltze, Heinrich von Hiltitz Pfleger zu Berthem, Wolf Herr zu zeideck, Obercompan, Michael Spielberger der Rechten Licentlat, Kanzler , Cleophas Brever und Caſper Fries berger, Rentmeiſter, Chriſtoph Gartenhofen und Balzer Scheunemann Secre- tarien. Die Eidescrlaſſang , welche zu Presburtg in Untern ausgeſjiell:t worden, zeiget , doß die Eſtländer bisher dem preußiſchen Hochmeiſter zugleich mit hulvigen müſſen 3 und weil man in Preuſſen von Einlöſung des Landes ſprach; fand Pletten- bert für gut, dieſen Weitläufttgkeiten vorzufsmmen , und ſich: die Ununterwürfigkfeit beſtatigen zu laſſen. Und damit war die Schußgenoſſenſchaft der Liefländerx und Preuſſen zu Ende. „.?) Dieſer Gerdt von der Brüſte wirkte als Comtur zu Doblen , im Namen der lieben getreuen gufen Männer und' des Ordensdieners , auch'der gemeinen Einwohtzer des Ge- bietes und Kirchſpicls zu Doblen, 1516 am Sontage vor Johannis,-zu Wolmev von Plettenberten einen merkwürdigen Brief über eine Vicarie aus. “ Wir wollen den Jnhalt deJeiben unſern Leſern hier mittheilen , um ihnen verſtändlich zu machen, was dergleichen Vicätien oder Fickernen-in der liefländiſchen-Geſchichre auf ſich haven, Obige Stifter hatten in Beträchtung ihrer Verjäumnis vieler guten Werke, zue„Ver- mehrung des Gottesdienſts, Jur Seligkeit ihrer Seelen und der“Seetea allexzihrer Nachtömlinge „und alle deren, „die noch in zufünfrigen Zeiten: ihre Almoſen und + * Beiſteuer darzu legen, ſich bewegen laſſen eine Summe von 400 Mark ritziſch) zuſam» 2 2 Bbb'2 mea Mee = 7 711. dm ve vg rin GÖTZENS PU DRS Ä NR ZERBE ER 504 FRE ür Du „ +) Er war.ein Sohn von Johann'Clodr Herrn zu Xrortelen , Erbcoſtellan von der Mark; und Eli: * Feverb von Zangen aus deim Hauſe Röpinagen. Bon ſeinem älteren Bruder, Hinxi ch Ciodt, ſtammet die noch Jekv im römiſchen)/Rciche blühende ſreyherrliche Linie , von winem jüngern Gruber Rolef Clodt/ aher die m. Liefland. bekante adeliche Familie der Clodte von Jurgengs- „ „Hur3 ab, wovon die eine Linie haroniſiret worden und ſich theils in Elkland , theils in Schwer . feſt geſcät. . Mehrere Nachticht vont dicſom uralten Geſchlechte finder wan beim Sumbrecht “vom rheunſchen Abel, desgleichen in Gauhens Adelslex- dem aroſien Univerſal - dem) leipziger und dem baſelſchen hiitoriſchenLexlcon./) Da alle dieſe SO hriſten von dem "efländiſchew Zwei ge nichts wiſſen, ſs wird man deſſen Abkunſt unten in der Note bey Joft Clodt anzeigen,

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192 beben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1525 Nadhdem Plettenberg in Wenden angefommen, ſchickte die Stadt Ri- es ihre Abgeordnete dahin, mit Erſuchen , ſie von der Bedingung des kirchhol- miſchen Vertrags zu befreien, vermöge welcher ſie bisher dem Grain men zu bringen , mit dem Erſuchen , daß Plettenberg „eine ewige Vicarie in die Ehre „der hochgelobten keuſchen Jungfrau Nlarie beſtätigen wolle, „ welches ſich der Ordens- meiſter und ſeine Mitgebietiger nach ihrem Begehren , ſonderlich zur Ehre GOttes, auf dieſe Art gefallen laſſen. Sie können ſo oft als es nöthig iſt, zur Verlehnung der Vicarie vorſchlagen , wen ſie wollen. Die Elterleute der Gilde ſollen Vormünder der Vicarie ſeyn , und dazu jährlich 24 Mark beſtimmen; zugleich aber dahin ſehen, daß die Zinſen mit der Zeit verbeſſert , die Vicarie nicht rükwerts ſondern vor ſich komme, und der Prieſter einen ehrlichen Stand und guten Behelf davon habe. Der Prieſter Hat bey dem Comtur mit einem Jungen freie Koſt, die Herrentafel, und frey zu Schloſſe eine Kammer mit einem Schorſtein , dafür er verpflichtet iſt, alle Woche 2 bis 3 Meſſen, oder ſo viel ihm GOtt die Gnade giebt, zu halten , für Schweſtern und Brüder lee bendige und todte, und für die, ſo ihre Almoſen und Handreichung zu dieſer Vicarie gethan haben 3; auch alle Monat eine Vigilie und Seelmeſſe zu halten für alle verſtorbene Schweſter und Brüder aus der Gilde , desgleichen ſol er des Ordensmeiſters , ſeiner Nachkömlingeund aller die den Ordenshabit tragen, in ſeinen Meſſen treulich gedenken« Damit dieſe Vicarie beſtändig bleibe, verleihet Plettenberg den Dobberniſchen eine Brüderſchaft und Gilde zur Ehre unſerer lieben Frauen, Die drey Vormünder der Gilde, welche von den gemeinen Brüdern gekoren werden , ſind Vorweſer der Vicarie, welche derſelben und der Gilde Geſchmeide , Wachs und Geld, und alles was zur Vie carie gehört, inihrer Kiſte verwahren, dazu jeder von dieſen 3 einen Schlüſſel hat. Der oberſte unter ihnen heiſt der Eltermann, die andern zwey Beiſitzer, welche einen deutſchen Schreiber geiſtlichen oder weltlichen Standes bey ſich ſiken haben, Der Elterman mus 2 Jahr in ſeinem Amte ſiven. Alle Jahr in dem Pfingſttrunk ſol man von den Beiſißern einen neuen Elterman wehlen , und einen neuen Beiſitzer in des neuen Elcermans Stelle, auch 2 Schafner , die das Malz und Hopfen von den Brü- dern und Schweſtern empfangen und das Gildebier brauen laſſen 3 der eine ſol ſeyn vom Schloſſe , der andre aus der Pillſate, Dieſe Gilde und Trünke werden jährlich 2 mal gehalten, als in Weihnachten und in den heiligen Pfingſttagen. Wer an dieſer löblie <hen Brüderſchaft Theil haben wil, ſol erſt dem Elterman an der Tafel ſißend Hands ſtrefung thun mit einem Gelübde, daß er nach Vermögen die Gildengeſeße halten wil ein ganzer Bruder oder Schweſter zahlt für ihre Aufnahme eine halbe Mark ; ein halber aber nur einen Schilling, und zu allen Trünken Wachslicht. An Malz zu dieſen Trüno ken liefert ein Comtur für ſich und ſeine Diener 10 Lof, jeder Hauptman 2 Lof, und je der Freie von den Pilſaten 2 Lof, und jeder nach Proportion des Malzes gleich viel Hopfen, Zuleßt befiehlet Plettenberg allen Brüdern und Schweſtern dieſer löblichen Gefelſchaft, die dieſen Trunk in Frölichkeit, Liebe und Freundſchaft thun wollen, herzlich und ernſtlich, daß ſie ſich für nachgeſeßten Brüchen und Strafen hüten, welche der Elrerman nach Gelegenheit der Zeit, Leute und Umſtände mehren oder mindern kan. Die Geſeke ſind fole gende, Ein erkohrner Elterman, Beiſißer oder Schaffener, welcher ſein Amt nicht annehmen wil , giebt der Gilde ein Lispfund Wachs. Zau allen Trünken werden 2 Schenken er kieſet , aus den jungen Brüdern, welche die Trünke über Herren und Diener ſchenken, Dieſe ſehen mit den Schafnern zu, daß der Brüderſchaft gemächlich geſchehe , und kein Undeutſcher , der nicht Bruder oder Schweſter iſt, eingelaſſen werde, wo er nicht einen Wirth hat, welcher für den Gaſt 2 Schillinge zahlt und ſteht für alle deſſen Ge« brechen. Wer ſein Meſſer in der Gilde auf einen andern loszieht , giebt ein Lispfund Wachs Strafe. Wer den andern verwundet , wird nach Wichtigkeit der Sache vom Comtur gerichtet. Niemand gehet mit ſeinem Gewehr in dieſe Geſelſchaft bey Strafe eines Markpfunds Wachs. Wer der Gilde Gläſer oder Töpfe zerbricht oder zerwirſe, läſt für jedes 2 neue machen, Wer ſo viel verſchüttet, daß ers mit einem Fus nicht bede&en fan , giebt ein Markpfund Wachs. So viel giebt auch der Strafe, welcher“ ſein Trinken in der Gildenſtube wieder ausbricht und von ſich giebt. Der giebt ein Halb Lispfund Wachs Strafe , welcher währenden Trunks zu Schloſſe in ſeiner Cam- mer Bier auſleget und der Gilde Brüder und Schweſtern zu ſich zieht. Wenn die Elterleute den Tod eines Bruders oder einer Schweſter erfahren , ſo ſollen ſie ſelb'gen ſo fort mit Vigilien und Seelmeſſen begehen laſſen , und jeder lebende Bruder oder Schweſter , ſo bald es ruchtbar wird, beten der Seele zum Troſte nach 5 Paternoſter und 5 Avemaria, Die Schragen werden bey jedem Trunke vorgeleſen»

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Erzb. Blankenfeld. zur Zeit der Reg. Wolther v. Plettenberg. 193 huldigen müſſen: Sie erkennete den Ordensmeiſter für ihren rechten natürlichen 1525 und einigen Landeöherrn, dem ſie allein ſchwören wolten. Dagegen verſichert Plettenbere mit den bündigſten Ausdrücken, die Stadt bey der Lehre neues und altes Teſtaments zu ſchüßen, ihre Privilegien von neuem zu beſtätigen, nnd ſie bey des Cardinal Biſchofs von LTodeng , Wilhelms, Grenzeinrichtungen ge- gen alle Anſprüche zu ſchüßen, Er erlies ihr nicht nur den kirchholeniſchen Vertrag, ſondern übergab auch der Stadt die Güter Titieer. Sontags nach Bartholomgi, unter 36 Siegeln. Hierdurch erhielt die Stadt alle zwiſchen dem Kapitel und ihr ſtreitige Güter, und ſahe es für ihren geiſtlichen und zeitlichen Vortheil an, ſich allein an den Herrnmeiſter zu halten, Er beſtätigte es auch zu Big, am Tage TMatth&i des Apoſtels. Dörpt hatte in dieſem Jahr das Unglück, bey dem Segen des Evangelii durch einen Schwärmer verführet zu werden, der mit erſtaunlicher Verwegenheit die gefährlichſten Händel unternahm und der Sache GOttes viele Läſterungen zu- zog. Dieſer war ein ſchwäbiſcher Kürſchner, der aus Wittenberg kam. Er hies Melchior =5ofmann 2), und nante ſich nur den armen Laienpelzer, hin- : ter 2) Daß dieſer Kürſchner nicht aus Lutheri Schule geweſen, erweiſen ſeine Thaten, und Lurhers Warnung für dieſem Geiſte des Aufruhrs. Er kam aus Liefland nach WMatdeburg und von da nach Holſtein, und wurde vom König Fridrich zum Hauptprediger in Dännemark berufen. Luther ſchrieb aber an Wilhelm Pra- weſt , Pfarrherrn zu Kiel, ſie möchten ſich vor dem Schwärmer in Acht nezmen, Er gab beſondere Einſichten in die Offenbarung Johannis vor, und pflegte ſelbige mit viee len Migsdeutungen zu erklären, | Die dörptiſchen Händel dieſes Hofmans erzehlet Bredenbach aus des damaligen Dompredigers D. Philip Olmens Munde, welcher Paſtor zu Reſſen geworden. - Die Jahrzahl 1527, welche Bredenbach zu dieſer dörptiſchen Schwärmerey ſeßt, will ſich mit der Geſchichte dieſes ſeltſamen Mannes nicht wol reimen. Es erhellet avc<h aus Tegetmeiers Bericht, daß er wenigſtens ſeit 1525 ſchon in Liefkand geſchwärmet habe, (Wir haben von ihm eine 1526 in 4 ges druckte Auglegung von 14 Bogen über das 12 Kap. Daniels und über das Evangelium am andern Sontage des Advents, auch vom Sacrament, Beicht und Abſolution eine ſchöne Unterweiſung , ſo den auzerwehlten Gottesheiligen in Liefland und vornemlich den Geliebten zu Dörpt zugeſchrieben iſt. Der elende Man hatte den Kopf vol von den Zeichen des jüngſten Tages, die er allein zu erklären verſtehen wil. . Mit dem jünge ſten Tage drohet er nach 7 Jahren , und führet als einen Hauptbeweis von der Gewis- Heit deſſelben an, daß ihm niemand glauben wolle, Unter den Bluthund und Tyrannen verſteht er ich weiß nicht was für einen pohlniſchen König mit ſeinen Buben, Jn Liefland, ſchreibt Zoffmann, iſt kein rechter Paſtor nach der Schrift erwehlet, doch werden alle auserwehlte und getreue ausgenommenz dabey thut er ganz böſe, daß man ihn nicht zum Paſtor macht , weil es nicht auf Gelehrſamkeit ankomme, Wer ihm vorwirft, er müſte bey ſeinem Beruf bleiben, dem begegnet er mit der läppiſchen Jn- ſtanz, ein Mörder und Todſchläger müſſe auf ſolche Art auch bey ſeinem Beruf bleiben, welches ja abgeſchmackt ſey. Das thue der Bauch , welcher ſpreche, ein Laie und ein Pelzer könne nicht GOttes Wort erklären, Er beruft ſich auch auf ſeine Gemeine, doch verübelt er ihr die Privatbeichte, und klaget, daß ſie durh Pomerani Schrift noch verſtockter geworden. Sonſt lernen wir aus dieſer ſchönen Unterweiſung doch ſo viel, daß zu Ronneburg ein wunderthätiges Nlarienbild geſtanden, ſo über 200 oder 300 Meilen herbey geholet worden. Er verſpricht den Dörptiſchen noch eine Schrift, welche doch zu gutem Glü> ausgeblieben- „Seinen Anhängern in Deutſchland aber, die ihn für den Elias hielten , und ſeiner Vertröſtung nach in Strasburg das neue Jeruſalem erwarteten, that er den Poſſen und ſtarb daſelbſt 1533 im Gefängnis, Zredenbach iſtnicht in Abrede, daß die Leute, nachdem ihnen die Augen durchs Evan- gelium aufgegangen, ſtark gegen die Catholifen erbittert geweſen. Was dieſer Schrift ſteller von dem damaligen Verfal aller Stände ſagt, hat nach mehrerer Zeugnis ſeinen Grund 3 nur läſt es etwas parteiiſch , wenn er die liefländiſchen Ordensbrüder wie Epikurer beſchreibet, Die andern Geſchichte ſind des Anführens nicht werth, weil ſie den Has des Geſchichtſchreibers gegen die lutherſche Partey gar zu ſehr entdecken, und man ſolche Mährgen nur erzehlen darf, um ſie zu widerlegen, Doch da Vena- tor warhafte Begebenheiten daraus macht, ſo wollen wir ſie kurz überſeßen: Der . Cce Bür«

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194 Leben und"Thaten derliefländiſchen Ordenömeiſier, 1525 ter welcher Demuth aber 7 Teufel. ſteten. Ergabſich für Luthers Schüler aus; hielt in Dörpt am Frohnleichnamstage Winkelpredigten , brachte einige junge Kaufgeſellen auf ſeine Seite und lies ſich durch dieſe neu geſamlete Gemeine in der Schlosfkapelle zu U. 2. Fr. auf die Kanzel ſeßen. Seiden nächſten Sontag darauf jagten dieſe verführten Neulinge die Prieſter und Sänger aus der Kapelle, riſſen die Bilder herunter, und verbranten ſie auf dem Markt. Hierauf wandte ſich der Schwarm nach der Johgnniskir<he , brach die Orgel. in Stü>en, und Lolepien die Bilder mit zum Scheiterhaufen. Von hier ranten dieſe Störer zum ominicanerfloſter , gaben den Mönchen den Laufzettel und lieſſen ihnen weiter nichts als ihre Gebetbücher mit.nchmen. Nun kam die Reihe ans UMiinoriten- floſter , wo ſich der Pater Gardian mit den Mönchen vorher aus dem Staube gemacht hatte. Endlich gieng es über das Nonnenkloſter Franziſcanerordens her, wobey doch nur den Nonnen angedeutet wurde, daß diejenigen, ſo ordentlich heirathen wolten, bleiben könten3 auch erhielt ein jeder das Bürgerrecht, welcher die Mönchsfutte ablegte. In dieſer Blindheit vergrif man ſich auch an der gries? hiſchen Kirche, und weil dergleichen zu Biggg und Zevel ſchon vorhin geſches ,hen, wurde der Czaar von Rußland ſo empfindlich, daß er in die Worte auss brach? Wenn der Papſt und Kaiſer ihre Pfaſfen ſo übel tractiren laſſen , ſo wol» len wir es doch an unſrer Religion nicht leiden, und dieſen Bilderſtürmern den Krieg ankündigen, ſo bald die Friedensjahre verlaufen ſeyn werden. Kurz nach? her zog dieſer unruhige Kürſchner etliche hundert gemeine Leute DN und wol? te die Domherren , welche man ihres Standes wegen bisher ge en 1 ebenfals zu Paaren treiben. Site ſtiegen alſo den Domberg hinauf, alwo ſie der Commen- dant mit 13 ſeiner Trabanten erwartete, aber auch ſo unſanft empfieng, daß iho rer 4 blieben , 20 verwundet wurden, und die übrigen den Rü>weg vom Berge mehr herunter ſtürzten als liefen, Bey ihrer Anfunft in die Stadt jogen ſie die turms Bürgermeiſter ldſet einen goldenen Ro> von einem Kirchenräuber ein , der um ein Jeſusblid gehangen, giebt den Werth davon den Armen, läſt aber ſeiner Tochter dar- aus eine güldene Halskette machen. Wie die Tochter mit der Kette in die Kirche trit, verlangt der Prieſter die Gemeine ſolle auſſtehen und auf die Knie fallen, denn das Heiligthum werde getragen. Der Bürgermeiſter ſekt den Prieſter zur Rede ; dieſer ges lobte auch das Stilſchweigen an, doch muſte er auch was von der Beute haben. Man gab ihm alſo ein Stü> Geld , mit welchem er nach Revel gieng. Ein anders von gleichen Jnhalt lautet ſo: Zwey Bürger kommen am heil, Oſterabend aus der Ma- rienkirc<he, Einer bittet den andern auf einen weſtphälijchen Schinken zu Gaſte, da es doch ſtrenger Faſttag war. Der andre brachte ein gut Huhn mit. Was geſchicht ? Der Gaſt erſtikte an einem Hünerbeine , und der erſce ward den Tag nach Oſtern von dem böſen Geiſte ergriffen , und ſeines weſtphäliſchen Sc<hinkens halber zu Tode geo martert. Wie gieng es aber einer Bürgersfrau, die ihrer" catholiſhen Magd am Ullari& Himmelfartstage die Badſtube zu heißen befohlen? die Magd wolte nicht. Die Frau ſagte? Maria war ja eben eine Frauensperſon wie ich und meines gleichen, ich wil die Stube warm haben z gleich brante ihre Badſtube und 2 Häuſer nieder , das Bund Holz, ſo die catholiſche Magd getragen , fand man den andern Tag unverſehrt unter der glühenden Aſche liegen. Ein Prediger reichte ſtat der Hoſtie eine ſcheiben weiſe zerſchnittene Rübe herum. Ein anderer gab einem die Abſolution ohne die Oh« venbeichte ablegen zu laſſen 3 welches ſo übel anſchlug , daß der Abſolvirte auf dieſe Rechnung noch einen Ochſen ſtahl. Das ärgſte hierbey war, daß damals vernünftige Leute ſolche Dinge andächtig glaubten , die man heutiges Tages zu leſm oder zu beriche ten ſich ſchämen mus. Und wie verdreht lauten nicht manche Beichten ? Der Edel- nan , ſchreibt Zredenbach, ſbte für die Bauren in der Faſten zwey Tiſche hin, ei- nen lutheriſchen und einen catholiſchen Tiſh, Auf dem erſtern ſtand demſches Brodt, ſtark Bier , Fleiſch und Braten , auf dem andern ſchlecht Zugemüſe und Taax (ein auf geſchrotenes Mehl gegoſſenes gekochtes Waſſer). Und doch näherten ſich die meiſten Gäſte zu dieſen leßten. Gewis weil ſie kein Fleiſch eſſen durften. Den Baus» ertiſch mit deutſchem Brodte und Braten hat wol Bredenbach angerichtet, in Liefe land macht ſich der Bauer, der an ſeine Koſt gewöhnt iſt, ſo wenig draus, als aus friſchen Auſtern, | n

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Erzb. Blankenfeld, zur Zeit der Reg. Wolther v. Plettenberg. x95 Sturmglocken , jeder lief ins Gewehr, ſie fanden aber den .Befelshaber nicht zu 1525 Hauſe , weil er ſich auf die biſchöfliche Reſidenz verſtec>t hatte. Der Pöbel brach nit deſto gröſſerer Furie in die Kirche ein 3 und.da. gieng es über die armen Bilder her.. Nach deren Zerſtümmelung gab man in den Häuſern der Domherren alle (F8waaren preis. , Zuleßt ward, dieſer Lerm mit den Domherren in ſo weit vergli» c<en, daß dieſe in ihrer Kirche den Gottesdienſt ungeſtört verrichten ſolten. Der Nath gab an ſeinem Theil ſcharfen Befehl, daß fein Bürger bey Strafe 10-Mark in der Domkirche. Meſſe oder Predigt.hören durfte, welches auch 30 Jahr hinter einander genau beobachtet worden. - Man ſchonte auch des Nonnentkloſters auf dem Dome, in Betrachtung , daß viele .Standesperſonen des Landes in ſelbiges aufgenommen ſeyn. N Freytags vor Johannis zog man den gefangenen Erzbiſchof Blanken- 1526 feld aus ſeiner gefänglichen Haft zur Verantwortung auf dem Landtag zu Wol. /“ ener , alwo er nunmehr aus einem gelindern Thon. redete , auch. verſchiedene Bes dingungen eingieng , die er aber nachher wieder umgeſtoſſen. „Er lies auch eine Proteſtation nach, . that aber in eigener Perſon eine Reiſe zu dem Kaiſer Carl den Vten nach Madrit. Allein als er nur noch vier Meilen von Placenz, oder 2 Tagereiſen von Y]Igdrit war, ward er von der Ruhr befallen, und muſte den oten Novemb. ſterbe -). Der Kaiſer beklagte ſeinen Tod , daß ein ſo vornehmer Prälat nach der langwierigen höchſt beſchwerlichen Reiſe ihn nicht ſprechen ſollen. Doch lies er ſich deſſen bey ſich habende Briefſchaften vorlegen, in welchen das Ka» pitel zu Rigg den cölniſchen Dompropſt, Herzog Georgen von Braun» ſchweigund Lünebui tt zum Poſtulaten, und den kaiſerlichen Vicefanzler, Balzer Waldkirchen zum dörptiſchen Biſchof vorgeſchlagen hatte. Kaiſer Carl 1527 ſchickte ſeinen Gevolmächtigten nach Lieſland, die Unruhe beizulegen, die Lief: länder in Religionsſachen aufs algemeine Concilium zu verttöſten und den Here zog Georg nachdrücklich zu empfelen, dabey er alles verwarf, was der Erzbiſchof zu Wolmer gezwungener Weiſe verſprechen müſſen. Allein in Liefland litten es weder des Ordens noch der Stadt Vortheil, Geiſtliche anzunehmen , deren Verwandſchaft ſo hoch und ſo mächtig war ; und von des Kaiſers gnädigem Regis mente ſtund zu glauben, daß er in Gewiſſensſachen dem Lande feinen Zwang ano thun werde. Man ſchritte alſo den 8ten Sept. zur neuen Wabl , und nahm des geweſenen ritziſchen Bürgermeiſters und Erzvogts Johan Schönings En (6 2 Oz 9) Blanckenfelds wirkliches Regiment bis zu ſeiner Gefangenſchaft wird aufi 2 Jahr 3 Monat und 4 Tage angegeben, Chyträus und aus ſeibigem Herr Relch nennen den Ort Poloc3 in Litchauen , wo dieſer Erzbiſchof geſtorben. Dieſen Umweg müs ſte der Erzbiſchof, genommen haben um den Auflaurungen des Ordens auszuweichen, Doch iſt es warſcheinlicher , daß er im Junius zu Waſſer abgegangen. Strubicz macht ihn zum Dännemärker und gar zum Deputirten des Ordens, als ob er in deſs ſen Geſchäften nach Placenz eine Reiſe zum Kaiſer antreten müſſen , da er doch über ſeine Gefangennehmung ſich beklagen wolte, Es iſt allerdings viel, daß ein Reichsy ſtand dem andern, und noch dazu von höherm Caracter, ſo ſchnöde begegnen dürfen *). Wp gVyVTRRggmuetennEnnENnnNENEENENE NNEETETITITINTETIEITITEN NE II SSK NNEN 5) Die Erz - und Biſchöfe von Liefland und der Herrmeiſter hatten als Reichsfürſten Siß und Stim me auf den Reichstägen , wie davon viele deurſche Proceſſe zeugen. Die Entfernung des Landes Hinderte mehrentheils ihre perſönliche Gegenwart. Auf dem Reichstag zu Speier 1529 erhien D. Wattbiags Unverfordt , im Namen aller geiſtlichen Prälaten von Liefland. Auf dem zu jAugſpurg 1555 händelte in ſelbiger Namen der erzbiſchöfliche Secretair Antonius Morgens !ſternz im Namen des Herrn Meiſters der revelſcie Hauscomtur Didr. von Palen , genant ! Slec, und der Kanzler Frid, Schneberg. Auf dem zu Worms 1545 ſekte der Bilchof von Carland den bildesheimiſchen Biſchof Valentin zum Gevolmächtigten weven ſeiner Stiſte Cur» Land und Oeſel, dem Heinrich von Wöünchhauſen und VIattbias YXOte>e zugegeben wurden. Auf dem zu Augſpurg 1548 tractirte in Namen des Herrmeiſters Philip von Brüggen und der Secretair Matthias Uhrader , der Erzbiſchof von Bremen aber beſorgte die Angelegeoheſs ten des Stifts Curland. Dieſes Stifts Unterhändler war auf dem Reichstage zu Augſpurg 2555 Doctor Leopold Di. Der rigiſche Hauscomtur Georg Sieburg zu Wiſchling beſorgs te auf ſelbigem die Angelegenheiten des Ordens, welches Amt ex auch 3557 führte , und den Sey Fretaix AFimel Druchnep zum Beiſtand batts, g

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1527 1528 I530 198 Leben ünd Thätender liefländiſchen Ordenstneiſter, Thomas Schönint, geweſenen Dechanten zum Erzbiſchof. Das Stift Dörpt wehlte eines daſigen Bürgers Sohn Johan Bepen zu ſeinem geiſtlichen Haupte. Doch beide waren keine in ihrem“ Vaterlande ſonderlich beliebte Propheten. i' Mig neue Erzbiſchof Thomas befand ich unterdeſſen in Deutſchland, wo er den vom Kapitel poſtulirten Herzog Geort mit Gelde beftiedigen ſolte worein die rigiſchen Domherren leicht willigten, indem Plettenbert ihnen beim Magiſtrat die Erſtattung ihrer verlornen Güter auszuwirfen verſprochen hatte. Bey ſeiner Zurückfunft drang er auf die Erfüllung , mit der es aber langweilig zugieng 1 fb, daß Plettenberg darüber vors ſpeierſche Kammergericht gela? den wurde. Am öten Zul. überreichten die erzbiſchöflichen Räthe den kaiſerlichen Befehl von-Einräumung der Stiftsgüter , welcher nebſt den Vorſtellungen des Biſchofs zu Dörpt den Ordensmeiſter bewog , daß er die wwolmerſchen Händel mit Blanckenfelden auch für ungültig erkante, dem Erzbiſchof. die halbe Gerichtbar- feit über Bitzg wieder überlies, beim Herzog Albrecht aber die Poſtulation ſei? nes Bruders zum Coadiutor zu hintertreiben ſuchte. Die Städt willigte im Au? guſt zu Dahlen auf. einer Zuſammenkunft in die Zurügabe der Stiftsgüter, wolte aber dem Erzbiſchof, als einem Päpſtler , keine Gewalt über die Kirchenſa- c<en zugeſtehen , ſondern ſich bey der evangeliſchen Lehre geſchüßet wiſſen, wozu D. Johan Brismann von Königsberty von Seiten der Stadt verſchrieben war“). Doch da die Cleriſey nicht nachgab, ſo wurde auf. Unterhandlung etlie <er Fürſten wegen der Unfoſten, des Schadens und anderer unausgemachten Punkte auf beiden Seiten ein Anſtand von 2 Jahren genehmiget. Die verſame- leten Biſchöfe und der Ordensmeiſter nahmen Sonnabends nach der Apoſtel Thei- lung zu Wolmer ſichere Abrede, wie es nach Thoms Tode mit der Stuhlfolge ſolte gehalten werden. Der Erzbiſchof war dabey in vielen Artikeln übergangen, quch nicht einmal gegenwärtig. 4 'Carl der Vte lies durc) den mäpnziſchen Cardinal Albert, als Erzkanzler, durch den Vicefanzler Waldkirch und den Secretair Alerander Sweich am ten Auguſt zu Autſpure WU IE das wichtige Diploma über alle liefländiſche Vorrechte in den nachdrüchlichſten Ausdrücken ausfertigen, und unter andern die fteie Meiſterwahl , die Zölle , Acciſe und Einfünfte dem Orden in Liefland vergewiſſern. Der Rath der Stadt Lübeck: hat Montags nach Bemitzii dieſes Diploma noch daſſelbe Jahr. in einem Tranſſumt aufgenom- men *). Ob *) Das Leben dieſes berühmten Gottesgelehrten ſtehet im erläuterten Preuſſen B. 11, S. 297 u. f. und B. IU, S. 180 u. f. Er wurde 153x durch Marggraf. Albrechten von Preuſſen aus Liefland wieder nach Rönigsbertg berufen, entweder weil er die liefländiſche Luft nicht vertragen konte , oder auch die Unruhe der Wiedertäufer in Preuſſen zu ſtillen, 6) Die Ausdrüce der lateiniſchen Urſchrift lauten kürzer ſo : Iplis (magiſtro et prae- ceptoribus) et eorwn ordini praedidto tam in capite, quam in membris vniuerſa et ſingula priuilegia , litteras, conceſliones, donationes , emtiones, gratias , libertates, immunitates , indulta, iura, feuda, vaſallagia, conſuetudines laudabiles, obſeruan- tias , liberam inter ſe et liadtenus obleruatam eligendi Magiſtri eletionem , hono- res, caltra, villas, diſtridus, terras, inſulas, homines, bona et loca, indicia et te- lonia , vedtigalia, dacias et gabellas, obuentiones , prouentus et reditus , cum ſin» gulis rebus , vlibus, vſufrudtibus, vtilitatibus et emolumentis , quibuscunque etiam pecialibus deſignentur vocabulis, Iplis et eorum Ordini a diuis Romanorum Impe» ratoribus et Regibus noſtris praedeceſloribus , ac a nobis aliisque principibus et Chri ſt fidelibus ſpiritualibus et ſecularibus indulta et indnltas, conceſſa et conceſlas , indul- genda et indulgendas , concedenda et concedendas ratificamus, approbamus, inno» vamus, de nouo concedimus, et audoritate Caelarea ac praeſentis ſcripti patrocinio confirmamus. Den Uebertretern dieſes kaiſerlichen Befehls iſt eine Summe von 1000 Mark reines Goldes zu bezahlen auferlegt.

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Erzb. Thom. Schöning. zur Zeit der Reg, Wolther v. Plettenberg, 197 Ob nun gleich die Ritterſchaft und Stände gegen den neuen Coadiutor 1530 Wilhelmen proteſtirten , daß er ohne ihre Einwilligung und wider die aufge richteten Receſſe erwehlet worden; ſo fand ſich Wilhelm dem ungeachtet ein, und nahm Mitwochs nach VWlichgelis von dem Schioſſe Ronneburg Beſit. 1531 Auſſer dem behielt er auch noch die Schlöſſer Schmilten,-Pebalg, Serben, Wainſel, Lemſel und Salis. Der Erzbiſchof Thomas aber behalf ſich mit Treyden, Urfül, Lennewarden, Kofenhguſen, Creutzburg, Lau- don, Sesweten, Schwanenburg, Marienhauſen und Luban %. ' r 2) Es kam auch ſchon das Jahr vorher ſo weit mit ſeiner Wahl zu Stande, daß der Huldigungseid abgefaſſet wurde, den man in dem lemſelſchen Vertrag in Richtigkeit zu bringen ſuchte. Dieſer Tractat iſt nac) Andreas Rnöpkens Zeugnis obuzefähr am Sontage nach Laurentit 1530 zwiſchen dem Erzbiſchof und der Stadt Riga wes gen Erſtattung aller entwendeten und eingenommenen Güter zu Dahlen erſt entworfen, und hat von dem Beſtätigungsorte Lemſel 1542 vermurhlich ſeine Benennung erhalten» Die Huldigung , welche dem Erzbiſchof von Seiten der Stadt zugeſaget war, ward bis 1545 ausgeſeßet- Indeſſen kan dieſes Blat zu einem Muſter der Formalien dienen mit welchen die Stadt ihrem Erzbiſchof zu huldigen pflegte, Der Lembſelſche Vertrag. Qi von GOttes Gnaden Wilhelm, confirmirter und belehnter Erzbiſchof, Margs graf zu Brandenburg ic. Johan Storbach, Thumprobſt ; und Mathias Unvorfert , Senior von uns im Namen und wegen des ganzen würdigen Capitels der heiligen Kirche zu Rigaz dazu Wir Bürgermeiſter , Rath , ganze Gemeine und Einwohner der Stadt Riga thun kund, zeugen und bekennen vor allen männiglich , ſo dieſen unſern ofnen Brief ſehen, hören und leſen'zu ewiger künftiger Gedächtnis. Nach» dem ſich aus entſtandener Neuerung der Lehre und Cerimonien unſrer <jriſtlichen Reli? gion , Enderung ſo wol in Liefland als auſſerhalb, fürnehmlich im heil. römiſchen Reiche deutſcher Nation zugetragen , derowegen ſich ein ehrbarer Rath und Gemeine unſrer Stadt Riga unſere lieben getreuen ſich beſchweret , hinfüro einen Herrn Erzbi« ſchof nebſt dem hochwürdigen Herrn Meiſter deutſchen Ordens für- ihren Herrn zu has ben, darum daß derſelbige Erzbiſchof, ſo wol als andre Biſchöfe und andre Erzbiſchd- = fe-mehr , als der gedachte Herr Meiſter mit zweifacher , als weltlicher und geiſtlicher Jurisdiction und Obrigkeit behaftet, davon Sie die Geiſtlichen, als der jeßigen tehre thres Vermeinens ſtreitige und widrige ,- keinesweges wüſten zu erdulden, und ſondere lich , weil ſie dazu neben der Einnehmung etlicher unſer ,. des Erzbiſchofs , und unſers würdigen Capitels Güter über dis-von etlichen unſern Vorfahren verurſachet zu ſeyn vera meinet, um welcher Jrrung willen wir uns denn aus gnädiger Hülfe und Schiung des Almächtigen unter einander gütlich vergleichet und vertragen haben nach folgender Weia ſe, nemlich 1 Dieweil. ſich dieſe obgemeldte Unſre Lieben Getreuen von wegen unſrex geiſtlichen Jurisdiction , dermaſſen wie oben ſtehet, thun beſchweren, ſo.haben wir zur Aufhebung ſolcher Beſchwerde , und auf daß die Verhinderniſſe. unſrer erzbiſchöflichen Perſon halber hinten angeſeßet werde, und ein ehrbarer Rath und 'ganze Gemeine mehrgemeldter Stadr-Ritza deſto gefüglicher uns und, unſern Nachkommen wiederum neben gemeldten Herr Meiſtern für ihren Herrn und Obrigkeit erkennen, annehmen und huldigen mögen mit.Rath, Wiſſen und Conſenz und Vorbort unſers würdigen Capicels und-ehrenveſten Ritterſchaft uns“ desfals mit vorgedachter Stadt-Riga-alſo entrichtet und vergleichet , alſo daß das Exercitium oder Uebung- unſrer geiſtlichen Jurisdiction, Herrlichkeit , Srand und Weſens über und in. derſelben;Stadt Riga und derſelben Mark , ohne alle-Hindernis rechtlich oder thätlich zu einhelliger Erkentnis und Oerte- rung eines gemeinen,»freien, <riſtlichen Concilii oder National - Verſamlung ſtehen und beruhen ſolle, : «Worauf die geſamte Stadt Riga. uns, und unſern Nachkommen als ihrem gnädigſten Landesfürſten und:Herrn gerevet und-gelobet die ſchuldige Eides- pflicht und Huldigung, ſo bald wir. GOrt helfende in-Ritga kommen von wegen unſrer Herrlichkeit und Gerechtigkeit zu:thun'in Form und Geſtalt , wie folget: I< N, N. gelobe und ſchwere Euch dem Hochwürdigſten; Durchlauchtigſten und Hochs gebornen Fürſten-und. Herrn , Herrn YVilhelm, confirmirtenzund belehnten Herrn Erza biſchof.des Stiftes Riga, Marggrafen zu Brandenburg, und auf die inſinuirte fais ſerliche Regalien als. einen belehnten Fürſten des, heil.. römiſchen Reichs zu Ihrer Fürſtl, Gnaden gebührenden halben Antheil. der Stadt Bigza-treu und hold zu ſeyn zu Ddd Waſſet

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198 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1531 Carl der Vte ertheilte am 16ten Zul. zu Brüſſel Georgen von Ungern - Herrn zu Pürkel den gar anſehnlichen Gnadenbrief, worin et ihn, ſeine Haus- frau, Kinder, Schlöſſer, Güter, Leute und Unterthanen in ſeinen un des heil, römiſchen Reichs Vorſorge, Schut und Schirm nimt, dem Beleidiger aber 20 Mark löthigen Goldes zur Poen aufleget. p “ „5n Waſſer und zu Lande, binnen und- auſſer Landes Ihro Fürſtl, Gnaden und Deroſelben Nachkommen, wie obberühret , beſtes zu wiſſen und ärgeſtes zu kehren, als es einem jes den getreuen Unterſaſſen ſeinem rechten natürlichen Landesfürſten und Herrn zu thun ſchuldig und pflichtig iſt, als mir GOtt helfe und ſein heiliges Evangelium, Welches wir auch mit einhelligem Rath, Conſens und Vollbort unſers würdigen Kapitels und ehrenveſten Räthen allenthalben angenommen, und um ſolche ihre Ge« freue, Andacht, und Zuneigung willen mit gleichmäßigen, einhelligen, zeitigen und reifen Rath Conſens und Vollbort , wie es ſtehet, für uns und unſre Nachkommen wiederum dieſelben unſre lieben Getreuen begnadiget , vertröſtet und gelobet haben z begnaden, vertröſten, reden und geloben auch in Kraft gegenwärtiges unſers verſiegelten Briefes , ſie frey unbehindert und ungekränkt zu laſſen Erſtlich bey dem heiligen reinen and allein ſeligmachenden Worte GOttes und heil, Evangelio , daſſelbe Frey , recht , rein und klar zu verkündigen und anzuhören , binnen ihrer Stadt und derſelben ihrer Stadt Mark und Gebiete , nach Jnhalt und Vermd- ge der heiligen bibliſchen Schrift altes und neuen Teſtaments , dazu auch bey demjenis gen, was in Kraft deſſelben göttlichen Worts weiter verthädiget werden mag, das zu der Ehre GOttes und Nothdurft der Seelen Seligkeit ſeyn mag, und man mit beſtän- diger heiliger reiner göttlichen Schrift wahr machen und verthädigen kan und mag, in« gleichen bey allen Kirchen- und Gotte8häuſern mit ihrer Zubehör und was ſonſten unter den Religionsſachen begriffen und verthädiget kan werden, doch alles bis zur Derterung eines gemeinen freyen <riſtlichen Concilii, oder National - Verſarzlung wie oben ges ſchrieben. Zudem haben wir auch den gemeldten unſern lieben getreuen Bürgermeiſter Rath und Gemeine unſrer Stadt Rita aus ſonderlicher Gnade und Gunſt alle und jegliche Injurien, Gewalt, Nachtheil und Schaden , wie die vor und nach geſchehen Namen haben mögen, nichts ausgenommen ſo unſern Vorfahren und uns von ihnen hier bevor angelegt und widerfahren ſeyn mögen, gänzlich und allenthalben verziehen und verlaſſen ; verzeihen und vergeben und verlaſſen ihnen auch hiermit und in Kraft dieſes Briefes von uns und allen unſren Nachkommen, alſo daß noch wir noch ſie die gemeldte unſre liebe getreue, die von Riga, deshalben weiter nicht ſollen noch wollen noch mögen zu bekümmern oder anzuſprechen haben mit oder ohne Recht, geiſtliches oder weltliches , noch ihnen das auch in Argen nimmermehr zu gedenken, ſondern ſollen hier« mit gänzlich und volkommen getilget und getödtet ſeyn zu ewigen Zeiten, Nachdem auch die Zwiſtſache zwiſchen unſern würdigen Kapitel und 0* gemolden unſern Zieben, Getreuen denen von Riga, von wegen ihrer Religion un? was. derſelden anhängig und einverleibet ſeyn mag , als die eingenommene geiſtliche Güter , Stiftspforten und Schule zu St. Peter in Riga, noch unentſchieden ſc<hwebet ; ſo haben die geſtimte uns ſre lieben getreuen beliebet und bewilliget; verowegen ſo bald wir unſre Huldigung em- pfangen und eingeritten ſeyn , fort zu erſter Gelegenheit eine gütliche und freundliche Handlung vorzunehmen und zu verfuchen, ob man denſelben Zwiſt in der Güte und Freund- ſchaft vertragen und beilegen könne, Jm Fal aber die Sache in der Güte und Freundſchaft nicht kan beigeleget werden , ſo ſol dieſelbe Sache zu gerichtlichen Austrag , als ſie nun ſtehet , bis im gemeinen , freien, <riſtlichen Concilio und National - Verſamlung oder Reformation im heil. römiſchen Reiche anſtehen und beruhen, Die weil auch die vielgemeldte liebe Getreue uns-zu vielen mahlen unterthänigſt angelanget und gebeten, die Nothpforte an unſerm erzbiſchöflichen Hofe, in maſſen wie ſie jeso zugemauret iſt, bleiben zu laſſen und ſie hinfort nicht wieder zu öfnen , ſondern ſie gnädiglich damit zu Privilegiren ; ſo haben wir ihnen hiermit in Gnaden auch gewilliget und gnädiglich nache gegeben , daß dieſe Pforte an dem gemeldten unſern Hofe zu ewigen Zeiten ſol zuge» mauret bleiben , dagegen ſollen und wollen ſie ſich gegen uns wiederum erkennen und aller Gebühr und Billigkeit nach, ſich halten. Als ſich auch die oftgenante unſre lies ben Getreuen vielmals gegen uns wegen des kirchholmiſchen Vertrags beklagt haben, - Daß ihnen derſelve zu merklicher groſſer Beſchwerung aufgerichtet ſey mehrentheils , ſo haben wir ſie der Artikel , darinne ſie ſich beſchweret zu ſeyn vermeinet, welche ſie aus dem gemeldten kirchholmiſthen Vertrag gezogen und uns ſchriftlich zugeſtellet , 0 unſre

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Erzb. Thom. Schöning. zur Zeit der Reg. Wolther v. Plettenberg. 199 In Revel ward der groſſe Thurm Riek in de Röke gebauet. Die Stadt 1532 verlor durch eine anſteende Seuche bey 2000 Einwohner, durch eine unvermus- thete Feueröbrunſt aber ihr ſchönſtes Kloſtergebäude und die Kirche der Mönche. In Bietg hatten die Stadtgemeinen das Unglück, daß in ihres Elttrmans Eon en unſre Perſon gnädiglich zu ewigen Zeiten auch erlaſſen, alſo daß noch ſie noch ihre Nachkömlinge hinfort daran nicht ſollen gehalten ſeyn, und ſonderlich in Erwehlung und Beſtätigung eines Erzvogts , und alle Gerechtigkeit, ſo dieſelben zu ehmatigen Zeiten von einem Herren Erzbiſchof zu Riga und Meiſter in Liefland gehabt, das» von nun unſre liebe getreue von Riga gänzlich gefreyet ſeyn ſollen, ſo ferne ſie ſelbſt aus eigenen Befügen keinen Erzvogt erwehlen. Es ſol auch hiermit für unſre Perſon der Artikel der Appellation ingleichen die Rechtfertigung eines Raths von Riga Sen- tenz, ſo davon vor und an uns und dem hochwürdigen Herrn Meiſter geappeltirer wird, gänzlich aufgehoben , caßiret, getilget und getödtet ſeyn, alſo daß die Rechtfertigung ſolcher Sentenz ohne Beiſein und Retractation gemeldten Raths oder jemand von ihnen geſchehen ſol *). Dieweil wir auch Bericht empfangen haben, daß der Artikel, welcher mit bringek, daß ein Rath von Riga nichts neues aufſeßen ſolle, ohne Wiſſen und Willen unſerer und des Hertmeiſters in Liefland , nicht auf die Herren und Stände dieſer Lande , ſon» dern allein auf; eine gemeine, einträchtige und einhellige Beliebung und Bewilligung ei» nes ehrſamen Raths und der Gemeine in unſrer Stadt Riga zu ihrem und unſrer Stadt Beſten und auf ihre eigene Koſten ſonder unſer und der andern Herren und Stände Nachtheil gezogen und gedeutet werdenz ſo wollen wir denſelben Artikel derge« ſtalt und nicht anders für unſre Perſon auch in Gnaden nachgegeben haben , jedoch alle andern Artikel in dem kirchholmiſchen Vertrage enthalten, ſo uns und andre Herren und Stände dieſer Lande mit betreffen , welche die vielgevachte unſre liebe Getreue uns ſchriftlich nicht übergeben haben, vorbehältlich und unverfänglich. Ferner haben wle in Gnaden bewilliget und verſprochen 6 Jahr lang , die nechſt nach Dato dieſes Briefes folgende, mit vielgedachter unſrer Stadt Riga zu münzen , und vielgedachter unſrer Stadt Rigga die Helfte des Schlog» Schaßes folgen zu laſſen. Nach Ausgang aber ſolcher 6 Jahre ſol es bey uns und in unſirn Gefallen ſtehen, länger mit ihnen zu münse zen oder nicht, denn ſo ſie die Gebühre und Billigkeit in ſolcher Zeit gegen uns erzef» gen und ſchien roerden , ſollen und mögen ſie ferner mit uns münzen, wo nicht, ſol es auch ſeinen Beſcheid und Mas haben, Nachdem auch unſrer Stadt Rieſa, wie wir vielmalen ſind berichtet worden, an der litrhauiſchen Straſſe, der Nuten und nds thigen Zufuhre halben , hoch und viel gelegen, ſo wollen wir allen möglichen Fleis, da ſich des alſo gebühren mag , fürwenden, damit dieſelbige Straſſe zu gemeidter unſrer Stadt Riga Beſten frey , offen und ungeſchloſſen ſeyn und bleiben möge. Wir ſol» len und wollen auch an unſern erzbiſchöflichen Hofe zu Riga keine weitere Befeſtigung mit neuen Thürmen und Mauren allermeiſt gegen der Stadt werts anlegen, welches wir doch ſonſt ohne das zu thun ganz ungeneigt , das auch gar nicht träglich iſtz Item ſo ofte es ſich auch begiebt ,- daß wir mit den Unſern gen Riga kommen, und auf ge» meldten unſern Hofe unſer Lager haben werden, wollen wir ernſtlich verſchaffen, daß unſre Diener und Verwandten wider die Einwohner und Bürger, ſonderlich die Pres diger, Kirchendiener und Schulmeiſter daſelbſt keine Unluſt, oder gewaltſame Uebung, oder wie es ſonſt Namen haben mag, in unſrer Stadt attentiren oder vornehmen ſollen» So es aber (das GOtt verhüte!) geſchehe; und der Uebertreter auſſerhalb unſerm erzbiſchöflichen Hofe, dieweil wir. da liegen, betreten oder beſchlagen würde, ſoll er von dem Gerichte derſelbeu unſrer Stadt nach Gebühr und bewandten Sachen die Ddd 2 Strafe Beeten titehuienzettinienieigunigenenieittzzereninitenendunenn<ikiegeiiieiheitäni<hntegentnemaniälzzuzzeen *) Die Stadt harte. ſchon vorher. dieſen Dorn des kirchbolmiſeben Vertrages fich aus dem Fuſſe zu zichen geſucht, konte aber nie beſſer damit zu rechte kommen als unter der Regierung des Herrn Meiſters Berndt von der Borg, der in einer alten Urkunde von 1472 dieſen Tractat mit allen ſeinen Clauſeln aufgehoben , welches Todesurtheil-auch vom Kaiſer Fr1idrich dem Ilten 1481 bes ſtärizet worden , daß es alſo mir der völligen Vernichtung des kirGbolmiſchen Vertrags ſeine uns ſtreitige Richtigkeit harte. Der Ordensmeiſter Freytag ſuchte ihn von neuem mit Gewalt hervor, welches der Stadt ſs gefährlich vorkam und ihr eineu ſolchen Eindru machte , daß ſie in allen folyenden Verträgen die Todtung diejes ſchädlichen Feindes kaut oft genug wiederholen können, Da es mit dieſem lemſelſchen Vertrag nachher nicht zur Bewerkſteſligung gekommen! ſondern ſich der Stadt bald gröſſere Vortheile andoten 3 ſv'hat auf“ Seiten der "Erzbiſchöfe der rirchhols miſche Vertrag nicht ſv wol durch bieſe, als durch guders vortheilhafts Travtaten ſeinen jekten Reſt bekommen« 6

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200 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1532 ſten Schlottmakers Hauſe die Bücher der Gildeſtube ſamt allen Privilegien “auſſer den Schragen in einem plößlichen Brande eingeäſchert wurden. Am 4ten Merz ſachte der Erzbiſchof den verlegenen Tractat zu Birchholm vor, und ver» langte die Huldigung von der Stadt, wozu ihm die Stände behülflich zu GZ I prachen, Strafe empfangen. So er aber in und auf unſerm erzbiſchöflichen Hofe in unſernt Geleite , (welches ihnen auf ein Recht und nicht anders ſol gegeben werden,) aldieweil wir daſelbſt gegenwärtig ſeyn, entkommenz ſo ſollen und wollen wir über ſolche Mis« händler und flagenden Theil Rechts unverweigert verhelfen und mittheilen. Jmmaſſen wie ſich denn die viel und oft gedachte unſre Lieben und Getreuen gegen uns gleichfals wie« derum zu thun erboten , und thun ſollen und wollen. Jedoch ſo ſich einer auswendig der Stadt und Stadtmarken verſehen und vergriffen hätte, und zu uns Troſt und Zu- flucht ſuchen und nehmen würde, ſo ſol uns frey ſeyn , ſelbige auf unſern erzbiſchöflichen Hofe zu vergleiten,. Jmmaſſen wie denn unſre lieben getreuen Bürgermeiſter und Rath gemeldter unſrer Stadt auch zu thun pflegen. Als wir auch etlichen Ornats und Kirchengeſchmeide halben , ſo noch zur Zeit hin bey einem ehrſamen Rath unſrer Sradt Riga in Verwahrung etliche Jahr gelegen, Anforderung thun laſſen , ein ehrbarer Rath aber ſolche mit in die Religlons - Sachen gezogen, des Verhoffens ſolche dabey zu erhalten , aber doh auch daſſelbe zur Erörterung eines gemeinen freyen und <riſtlichen Concilii geſtellt, ſo können und wollen wir um Friede Liebe und Einigkeit willen auch wol geſchehen laſſen , daß ſolcher“Ornat und Kirchengeſchmeide bis zu der Zeit bey den gemeldten unſern lieben Getreuen dem Rath in treuer Verwahrung liegen bleibe, doch mit ſolchem Beſcheide , daß ſolches alles zuvor um Misdünkens und Argwohns willen eigentlich inventiret und in beſchloſſener Verwahrunge behalten , und uns ſo wol als uns ſerm würdigen Capicel auch unſrer Stadt Riza jedem Theil ein Schlüſſel dazu überrei« <et und zugeſtellet werden möchte, Wir haben auch obgemeldten unſern lieben getreu en aus Gaaden nachgegeben und bewilliger, daß der Raum hinter unſexn erzbiſchöflichen Hofe nach der Düne werts frey und unbekümmert bleiben ſolle, alſo, daß noch wir noch die gemeldte unſre Stadt auf, ſolchen Raum kein Wohnhaus ſeßen ſol oder mag, doch ſo wir deſſelben Raums nothdürftig ſeyn würden, ſo ſo! uns uud ſonſt niemand anders ſrey ſeyn, auf ſol<en Raum unſer Bauholz, Kalk und Steine zu unſers Hofes Bedürfnis zu legen und einen Zaun, doch den hellen Weg unſchädlich, darum ziehen zu laſſen. ' Dagegen haben uns unſre lieben getreuen einen Raum auf ihren Ruthauſs nachgegeben , dahin wir zur Nothdurft unſrer nnd unſers erzbiſchöflichen Hoffes ein Schlachthaus ſeen mögen , welches wir auch alſo zu gnädigen Gefallen an« genommen haben. Dietveil ſich auch vielgemeldte unſre lieben Getreuen beklagen, daß ihnen aus vielen und mancherley Bedenken faſt beſchwerlich , uns zuvor , und ehe wir ihnen eine kaiſerliche Declaration ausbringen, daß ſie des Eides der einigen Herrliche keit erlaſſen und ſolches öffentlich abgekündiget würde, ſo wollen wir zu ſonderlichen gnädigen Gefallen ihr unterthäniges und dienſtliches Begehren erfüllen, und daran ſeyn, daß die kaiſerliche Declaration, ſo wir vorhin ſchon erlanget, zu erſter unſer Ge« legenheit publiciret, auch der hochwürdige Herr Meiſter die Verlaſſung des einigen Ei« des , ſo unſre liebe Getreue vor Zeiten ſeinem lieben Vorfahren , Herrn Wolter von Plettenberg gethan, ſol öffentlich anfündigen laſſen, auf daß ſie deſto unbehinderter uns unſre gebührliche Eidespflicht und Huldigung thun und leiſten mögen. Das neben vertröſten und geloben wir die gedachte unſre liebe getreue der Stadt Riga ruhſam und friedlich zu behalten bey allen und jeden ihren Privilegien, Herrlichkeiten, Freiheiten, Rechten und Gerechtigkeiten, alten Beſiß, löblichen Gebrauch , Her« kunfc und Gewohnheit in und auſſerhalb unſrer Stadt Riga zu Waſſer und zu Lande, wie die ihnen von unſern Vorfahren den Erzbiſchöfen verlehnet und gegeben ſind , die wir ihnen hiermit verneuret, beſtätiget und befeſtiget wollen haben, dazu auch unverhindert unverrüt bleiben zu laſſen bey allen und jeden Privilegien , Herxo lichfeiten, Gerechtigkeiten , Siegeln und Briefen, ſo ihnen von Päpſten, Kaiſern, Königen, Fürſten , Biſchöfen und Meiſtern gegönnet und gegeben ſeyn, ſo ferne dies ſelbe dem kirchholmiſchen Vertrage in. den andern. Artikeln oben gemeldet, ſo unſre liebe Getreue daraus nicht gezogen, und uns ſchriſclich übergeben haben , nicht en*gegen und zuwider ſeyn , wie oben ſtehet. Alle vorgeſthriebene Puncten und Artikel reden und geloben wir obgemeldter Herr Erzbiſchof, und Marggraf, ſo wol auch wir Bürger« meiſter und. Rath. von uns, und Gemeinde der Stadt Rita wegen ſtets und feſt alles zu halten , bey fürſtlichen Zuſagen ſo wol auch unſre liebe Getreug obgedachte ohne Arg« liſt und Gefehrdey, ' 4

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Erzb. Thom, Stchönin. zur Zeit der Reg. Wolther v. Plettenberg. '201 ſprachen. Als der zweijährige Stilſtand im Auguſt vorbey wär , beriefier die Bi- 1529 Fiſchen nach Rokenhguſen, die ſich auch einfanden, aber ohne vorher aus- 33 gemachte Sicherheit der evangeliſchen Religion von feiner Huldigung etwas wiſſen wolten. Im October ward dieſe Handlung noch einmal zu Dahlen vorgenommen, wo ſich die von Rigg mit der auf dem Convent zu Lfürnber> vom Raiſer zugeſtandenen Gewiſſensfreiheit ſchütten , durch welche die vorigen Befehle des Kaiſers ſo lange aufgehoben wären. Der Erzbiſchofi ſteckte ſich hin- ter den Ordensmeiſter , dem er ſchon Montags nach Oculi die Beſtätigung des woölmerſchen Reteſſes ausgeſtellet. Die Stadt lief; hierbey Gefahr / und verſi: WE ſich alſo von neuem aller Häuſer der Domherren, des Biſchofes, und der tiftsgüter , die ſie vor 2 Jahren nach Inhalt des kaiſerlichen Befehls zurück ge» geben hatte. Sie ſchickte auch ihrem Anwald Joh, 50fman zu Speier den Verlauf der Sache zu , mit der Anweiſung, daß er ſich aufden im römiſchen Reiche bekant gemachten Religionsftieden beziehen ſolte. Die Stadt ſelbſt ſuchte immittelſt die Aufnahme in den ſchmalkaldiſchen Bund, und erhielt vom Kd- "ig Fridrich) von Dännemark die Beſtätigung äller Privilegien ſeiner Vorfah- renin däniſchen Landen, dafür ſieihm nach langen Bedenflichkeiten ein Schif und ein Fahrzeug mit Kraut und Loth, Proviant und Bootsleuten unter dem Seeca- pitain Cord Durkop zuſchikten. Der König verlangte von der Stadt 5 Or- logſchiffe , die er im Sunde mit Manſchaft beſeßen wolte. Durkop lag über 4 Wochen im Sunde, weil ihm der Wind entgegen war, und kam alſo zu ſpätes weil Fridrich den verjagten König Chriſtiern ſchon in LJorweten gefangen befommen hatte. Gleichwie die detztſchen Fürſten der Religion wegen zuſam- men getreten waren, ſo machten es in dieſem Jahr, am Donnerſtag nach Chriſti Beſchneidung, auch die Stände in Liefland. Plettenbert( ſelbſt und die vor- nehmſten des Adels verbanden ſich mit dem Rath und der MERE in Rigg bey der reinen Religion alten und neuen Teſtaments zu bleiben und für einander zu fechten. Der Marggraf Albrecht , Herzog in Preuſſen, nahm die Bitti- ſchen als ſeine Bundesgenoſſen um des heil, Evangeliü willen in genauen Schuß, davon ſich 2 <riſtliche Vereinigungen finden. Wilhelm von der Pahlen, ge- nant Fleck, Comtur zu Windau, verband ſich mit dem Rath zu Dieſa der agUtf- ſpurtiſchen Confeßion wegen, welches ſo gar die Ritterſchaft des Erzſtifts Ri- ga nachmachte; da denn jeder Theil dem andern iche Hand zu leiſten verſprach, im Fal er dem Religionsfrieden zuwieder angefochten werden ſolte , Rittg am Dienſtage nach Pauli Bekehrung). Der Coadiutor konte aus des Erzbiſchofs Begegnung ſein fünftiges Schi>- ſal bereits abnehmen, und nahm daher den Ruf der wickiſchen Ritterſchaft zu - ihren Biſchof mit beiden Händen an, obgleich der Ordensmeiſter und der Gi o 6) Unter allen Verbindungen , welche die Stadt Riga der evangeliſchen Lehre halber ge- troffen, iſt diejenigewol die wichtigſte, welche uns der Herr Mag. Carl Ludwig Tetſch, Paſtor zu Libau in. dem erſten Verſuch ſeiner curländiſchen Kirchengeſchichte „ Rö» nigsberg 1743 in 8 gedruckt aufbehalten. Die allerunterdienſtlichſten Fridr. Zuttlar von Tuckum, Claus Francke ſamt ſeinen Gedrüdern, Otto Grothaus, Cort und Herman Buttlar Gebrüder, Walther und Weſſel Wichſel, Alexan«- der von Sacken, Jaſper Freytag, Fridrich Zane, Zob. Schöning, -Claus Berge, Berend Rrummes, Hinrich Brincke , Bartholomäus Buttlar, Claus und Otto Rorf Gebrüdere, und Joh. Rersfeldt , gute. Männer zu Cur- land, danken GOtt, daß er ihnen in ihrem entlegenen Lande das allerheiligſte Evange- lium erſcheinen laſſen, Sie rühmen den hochwürdigſten Fürſten und grosmächtigſten Herrn Wolr, von Plettenberg, daß er es unbehindert zu predigen verſtattet, daher ſie ſich mit den Herrn Bürgermeiſtern und Rathmännern und ganzer Gemeinheit der löbli- <hen Stadt Rita bey der reinen Lehre zu bleiben. verbinden. Dieſes Bündnis gelober die Stadt für ſich und ihre Nachkommen volkommen zu halten , „geſchehen Dienſtags nach Nlarig Reinigung 1532, ; Eee

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202 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, 1532 ſchof ihm ſolches im Ernſt wiederriethen. Er trat alſo in die Stelle des abgeſets 1533 ten Beinholds von Burthöveden und ſchricb fie amnmeho; „Wir von GOttes Gnaden Wilhelm des erzbiſchöflichen Stifts Rita, conſirmirter Coad»- iutor und Succeſſor , poſtulirter Herr des Stifts zu Oefl, und Marggraf zu Brandenburtt,,. Hierdurch machte ſich dieſer ſonſt kluge Herr noch fürchterli- <er, und ſeine Gegner wandten alles dran , ſee wohlgemeinten Abſichten zu hintertreiben. . Das Stift Dörpt und deſſen Biſchof Johan verbanden ſi Donnerſtags nach Pauli Befehrung mit dem Ordensmeiſter gegen alle Gewalt und Wider» wärtigkeit deſto veſter. Plettenberg drang darauf, daß Wilhelm am 1ſtett April zu Wenden verſprechen muſte, die Religion nach der heil. Schrift zu vero kündigen, des ungebräuchlichen Scheltens ſich zu enthalten, feinen Krieg anzus- zetteln, feinen auswertigen Potentaten in ſein Intereſſe zu ziehen , die freie Wahl und Poſtulation den Ständen nicht zu hindern, und vornehmlich ſeine erſte Zuſage bey ſeiner Ankunft ins Land beſtens zu beobachten. Der alte Plettenbert ſchite auch nach eingeholter Einwilligung des deut» ſche Ordensadminiſtrators, Walters von Grönberg, ſeine Bevolmächtigten, en Vogt zu Roſiten, Dietrich von Galen und Dietrich Schneeberten an den römiſchen König Ferdinand mit Erſuchen, daß ſein Landmarſchal Zer» man von Brütſgeney ihm noch bey ſeinen Lebzeiten als jew Nachfolger und Meiſter beſtätiget würde. Der König Ferdinand ertheilte ihm auch am 8ten Iul. zu Wien die Beſtätigung darüber , und zwar im Namen des Kaiſers ſeines Bruders. Da dieſe aber auch für Zermannen von Brügtjenep um die Be? jehnung der Regalien anhielten, ſchlug es Ferdinand am 9ten Jul. ab, und ere bot ſich aber ſo bald ſie beſſere Volmacht hätten, oder ihm von Plettenber&s Tode ein Schein vorgezeiget würde , dem Heryn Meiſter das Lehn und die Re? galien gern zu reichen *)% Der ) Von ZBrüggeneps Landmarſchalwürde mit der es vor der kalſerlichen Beſtätigung ſchon feine Richtigkeit hatte , findet ſich bey der Stadt ein Vertrag, den wir in alt» deutſcher Sprache anführen wollen. Allen und Jßliken watterley Standes, Weſens, Condition edder Herligkeit de ſyn, Geſtli> edder Weltlik , dhon kundt vnd betugen opentlik hiemede. Wy Herman von Brugtgeney genandt Zaſenkamp, des Ridderliken Durtſchen em Landmarſchalk tho Lyflandt, und wy Bürgermeiſter unde Raht der Stadt eg. Alsdehne lange Jahr her viel und mancherley Twiſt, Gebreke und Schelinge tus ſchen Unſern Vorfahren Landmarſchalken des geworden Ordenß tho Lyftand,„dartho Burgermeiſtern und Rade genandter Stadt Vita etliker Landſchedinge an den Zabet. See , und der Fiſcheryen darſülvigeſt und in der Semmitaller Aha geſtanden, der- halven vele Muete und Unkoſten geſchen, o> mennig arme Bur um ſin Leven gekamen, welker Scheding halven ſik en ieder Parte des Mutinenlis beropen , und tho leſten de Erwürdige Herr Johan Plater genandt van dem Bröle , unſe negeſte Vorſahre ld- veliken Gedächtnuſſe, um Frede ; Leve und Endracht willen vor un langen verrückten Jahren ſodane Anſprake ener Stadt Riqte afgetreden , avergeven und verlaten , mit derſülvigen Schedinge, ſo ſi> ene Stadt Rigge mit dem gerörden Mutinenſis vermeis« net vor ſi> tho vordhedigenz wo ein ſo dan upgerichte Segel und Breve klarlik me- debringen , 'mit dem Anhafte, dat man enmale derſülvigen. afgetreten Gebrefen und Schedinge beſichtigen, und mit behörliken Grenzeteken, umb ſo widere Twiſt und Un- rath tho vermiden , beſtätigen und befeſtigen ſolde- Demnach ſo hebben wy obgerorde beid2 Parte, de unſen vollmächtigen Verordneten up de geſtimmte Schelinge, ſo'woll der Landſchedinge , 'als Fiſcheryen halven geſandt, derſülvigen Gebreke tho enem vollfamen Ende bygelegt geſchlicht und“ verdregen'; o> beſtediget und beveſtiget, wie hernach get: ' JInth erſte is geflegen , 'vereniget und verbleven , dat de Landſchedinge und Grenze -"ſtahn und bliven fall, gelif:alß ſis der 'ein' Stadt Rieſa nah vermöge Mutinenſis Zwee« te beropen hebben und ves Ehrwürdigen Herrn kandmarſchal>s negeſte wat 57 7 558 fülvigen

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Erzb. Thom, Schöning, zur Zeit der Reg. Wolther v. Plettenberg. 203 Der Coadiutor Wilhelm ſuchte mit Ernſt den Verdacht von ſich abzuleh- 1533 nen, den man bisher gegen ſeinen hohen Stand gefaſſet, nnd verband ſich daher mit den Ständen, mit geſamten Kräften über den Schriften alten und neuen Tes ſtaments zu halten, das Wort GOttes lauter verfündigen zu laſſen, und die Ire lehrer ſülvigen' Stadt luts Segel und Brefe afgetreden und verlahten, und als die ießund upt nye vertekent und befeſtiget iß, wo hernah geſchreven ſteit, nembli> van der Miſſe an« ehogaende beth up de Olter Strowte nah Vermöge MutinenſsLinien Richte durch de Wiltniſſe up en Krußkuhle beth up en ander Krußkuhle mit Kahlen gefüllet , von der Kuhlen recht tho gaende bet an en Flehte, gendmet Altſe, darby ene Kuhle mit Kahs len gefullet, von der över dat Flet tho gaende beth an en ander Kuhle mit Kahlen ges fullet, und dar de Richte beth an enen Ekenböme, dar fi> de Semgaller Aha mit der Zabat halſe tho hope föget , mit einem Kruß getekent , beneffen einer Krusfuhlen mit Kahlen gefullet , mit dem Beſcheide , dat Prüß de Buer an der Semtzaller Aha geſeten uud ſine Nachkommen uth Begunſtigung von der Stadt Riga edder den Land» vageden derſülvigen Stadt, edder wenn deſülvigen ſo dant befehlen und uplegen wers - den, alle Jahr hebben , bören und haben ſoll an dem Orde, dar he idt Hoy vorhen in dem Landfyve tho ſchlan plagh eine Koye Hoyes von theyen Fadenen unverfelſcher. Aver der Fiſcheryen halven is geſchlaten, dat alle Strenge und Heiſe, ſo uch der Semigaller Aha in de Babat- See gahn , und alſo wederum von nu an tho allen ehofamenden Tyden, ſollen geſchloten und verbaden tho fiſchen mit watterley Inſtrus menten und Retſchap , id ſie von allen Parten buten der gerörden Strengen und Hel? ſen , nemblik de frye wide Babat- See ſoll und mag frye ſin van allen Syden mit als lerley Inſtrument und Retſchop tho fiſchen. Jd hebben ſi> o> de obgerörten Parten ſampt und beneffen dem hochwürdigen Her Meiſter tho Lyfland hierinnen vorbehak« den, dat ſe, wenner id de Nothdorft tho ehrliken Gaſtbaden edder ſunſt erfordert, de de fry hebben mögen in den gerörden Helſen und Strengen tho thoende, und kener van derſülvigen erer herſchaft Buren in demſülvigen Schine darna darin tho ſtecken, In der Semigaller Aba ſall und mag man van allen Parten frie und unbehin« dert fiſchen , dat ganze Jahr durch und durch uthgenamen int erſte Vorjahre de Tyd över Rodöyen Fangeſt , ſo up deſülvige Tydt in der Schlokebe>e plegt , tho to gaen, binnen wel>er Tydt niemandt in der Semgaller Aba fiſchen ſall mit watterley Ret- ſchap, wel&er Rodoygen fang up högeſte veertyn Dage plegt tho gaen, dergeliken mit dent Schnepelfangin der Semiggaller Aba nah den olden tho holden vndt tho bliven, burhen wel>er Rodoygen fangs en ider van allen Parten iin der Semigaller Aha ſine Wahden uptheen mag an beidenDeveren,wo ehm dat drechtig und beqvem werd ſyn ohne Behinderuns ge,in der SemigallerAha und demBabat-See tiah obgerörterWiſetho fiſchen, de iennen den idnahdem Olden derſülvigeſt geböhret. Nemblick, dat hochgemelten Hern Meiſters Buren um de Schlo>eſche Bee wohnhaftig des Ehrwürdigen Herrn Landmarſchal>sBus« xenim Gebede thor Mitow und de Stadt Buren und kene andern ſineß darinth2ſtaden«. De Wahden , Raggen und Nette ein ider nicht lenger tho ſiende dan veer und vers tigh Fadene , des Ehrwürdigen Herrn und Landmarſchal>s Fiſchmeiſter und der Stade Landknechte frye tho ſiende , enes idern Parten Wahden , Raggen und Nette rho bes ſichtigen, und wohr Gebrefe gefunden, deſulvigen Wahde, Ragge und Nette antho« Holden , welfere man in deß Herſchop , dar de Gebreke by beſchlagen , bringen ſall und de Gebreke, anthögen , welkere Herſchap mit gebürliker Strafe ungeſumet darin ſehen ſall. De Overtreter aller deſſer obgerörten Ordnunge und Verenunge von enes idern Herſchap mit Ernſte und höchſte tho ſtrafen. Unterhandelers deſer obgenendten Vereninge ſind geweſen von wegen des Ehrwürdi« gen Hern Landmarſchalks de Wehrdigen , Erbaren , Veſten , Achtbaren und Wolgelers de Herr Everdt von Schuren , Huecomthur zu Riga , Hr. Steffen von Weſter« ney , Havetmann thor UÜlirow Dutſehes Ordens, Hilbrandt von Brockbuſen, Hinrich Lambsodorffi, Evert von der Hoffe, Henricus Sreenhuus, Schotte Whengde Secretarius , Barthold van Grunde Landknecht, Matthias Pacl Fiſch» meiſter thor Mixow; van wegen der Stadt Rigga de Erſamen , Wyſen und Wolges lerde Herde Hinrich PVlenbrock Bürgermeiſter, Herr Berrhold Friedrichs Rath» mann , Landvogde , Magiſter Johann Lohmüller *) Syndicus, Johann Giſelex Eee 2 Ses ieſer brave Man begab ſich in die Dienſte des Marggraf Albrechts zu Brandenburg nach Ä. TPeruſſen, welches „bey der Stadt eine Reihe Eiferſucht, een Doch Heinrich hoben

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204 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I5 24 lchrer nach dreifacher vorgängiger Ermahnung gebührlich zu beſtrafen. Den Ver» 531 gleich nie wps die Herrn =Zenrich von Tulen zu Jerwen, Sinrich von Galen zu Goldingen, Joh. von der Becke zu Marienburg, Loff von Loh zur Pernau , Job. von Ekcll zu Düneburg, Melchior von Gahlen zu Karkus, Jürgen von 55opten zu Dobbelehn Comture. Ebert von Schuren Hauscomtur , Berſten von Boſen, Mepnek'e von Schier- ſtädt Hofmeiſter , Herr XMiatth. Unverfchrt Domherr, Joh. von Tieſen- bauſen Hauptman, Zeinrich von Ungern, Jürgen von ofen zur LTabbe, Reinhold von Boſen, Zeinrich von Tieſenhauſen , Wolf von Schier- gdt und Wolf Loß des Erzſtits Riga. Jürgen von Untern Herr zu ürkel, Hr. Johan Lode Domherr, Otto Nrkül zu Fickel des Stifrs Oeſel. Sartwig Plater, Lorenz Schungel, Joh. Bokhorſt Räthe. Hr. Paul Dreling, Hr. Zinrich Ulenbrock Bürgermeiſter, Conrad Dur- *Fop Rathsfreund , Mag. Joh. Lohmüller Syndicus und Joh. Tiſeler Ses eretarius; Verordnete der Stadt Riga. Der Propſt Zeineman Bode ent» ſchlos ſich auch zu einem gütlichen Vergleich mit dem Rath zu Big, deſſen Güs ter ſo wie die wen in Sequeſter blieben 3 wie er ſich denn nicht gegen die Sache des Evangelit auflehnen durfte. ur Beförderung des Handels gab Plettenberg zu Wenden an Petri und Pauli Abend die Straſſe nach Litthauen VONNE dem langen Steis ne, von da auf die Bek'ow , von der Rek'ow auf, die YMüſſe, von der Muſſe auf die Ekow, von da nach Bauskenburt bis über die Grenze in Litthauen frey. Der Termin wird von Michaelis an auf 3 Jahr gerechnet. Ueber das geſeßte werden feine Pfrrde ausgebracht. Kein Deutſcher und Litthaued darf ein Pferd über 14 Meilen , fain Bauer über 10 Meilen über die Grenze führen oder ſol daſſelbige miſſen. Dem Vogt zu Bauskenburg wird für jedes gekauf«- te Pferd 12 Schilling und dem Tolk 2 Schillinge entrichtet. Kein Schiespulver, Kraut, Loth, trone und ſalzige Fiſche dürfen über die Grenze geführet werden. Geſchenkte Güter gehen frey heraus, und alles kan ohne Bedenken herein kommen, Die Müſſe ſtehet jedem zum Durchzuge offen. Am 2u1ſten November langte der Coadiutor Wilhelm als poſtulirter öſel- ſcher Biſchof. in der Wypk an, und beſahe ſeine neue Domkirche zu 5gpſal. Er nahm die Schlöſſer Lode, Leal und andre Stiftsgüter in Beſitz, vd ip glei Secretarius, Johann thom Dahle Landknechte der Stadt Riga, Tho Urkunde der Warheit ſint deſſer Breve twee gelikes Ludes gemaket , undt upgericht undt mit unſer beiden Parten Jnſiegeln hieran hangende verſegelt und befeſtiget , den enen der Erwers» dige Herr Landmarſchal> und den andern Burger Meiſter und Raht der Ritze tho ſi genamen ; Geſchehen und geſchreven thor Mitow, Dienſetags nah Cantate im Jahr nah Chriſti unſers leven Herrn Geburt 1533. € das hangende F das hangende Siegel des Siegel der Landmarſchals Stadt Riga Anm. Jn einem lateiniſchen Exemplar, ſo auch beſiegelt iſt, heiſſen die Rothaus gen Alburni, die Schnepeln bleiben deutſch z das Fiſchergeräthe reticula , ſagenae et retia , der Faden Paſlus, der Landknecht adminiſtrator terreſtris, und Conrad Durcop , Rathsherren zu Riga, brachten die Sache zum Vergleich , ſo daß Lob- müller ſich am zoten Septemb. 1537 anheiſchig machte , das Syndicat beizubehalten , und ſich zum Abgeordneten an das kaiſerliche Kammergericht , an den König von D&nnemark, ſonderlich an die evangeliſchen Genoſſen, und deren Concilium , auch in erzbiſchöflichen Angelegenheiten, die GOttes Wort gemas , ſich gebrauchen zu laſſen. Dafür erhält er eine jährliche Penſion von 230 Mark rigiſch, die Helfte auf Oſtern , die Helfte auf MiHaelis , wenn er auch Alters und Schwachheit wegen nicht mehr dienen könte- Seine Hausfrau Urſula genieſt 50 Mark rigiſch zum Witwengelde. Mir ſeinem Häusgen zu Riga bleibt es nach dem Briefe des Kapitels, Das durcopiſche Wapen unter dieſem Reces iſt ein Seethier , ſo aus den Wellen ſteiget, und einem Seepferd ähnlich ſieht. Wiewol auch V5atbias Zurader ein wachſendes Thier im Wapen führte, davon aber das unterſte Feld nicht gewellet , ſondern gerautet fſcheinet , ſo einer erzbiſchss flichen Münze wegen zu merken,

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Erzb. Thom, Schönintg. zurZeit der Reg; Wolther v. Plettenberg. 205 gleich' in Rigs keine lange Dauer dieſer Würde prophezeiet wurde, indem der al- 1533 te Biſchof. Reinhold ſich nach Arensburg auf das Schlos begab, weil ihm die MEN auf Oeſel zugethan blieb , und ſeinem Nachfolger in '5g- . Pſal die Behauptung dieſer: Stelle ziemlich ſchwer machte. Wilhelmen ward dieſe Art ſich-ins Amt zu dringen von jederman übel ausgelegt. Der Erz- biſchof Thomas ſelbſt trat mit.den Biſchöfen zu Dörpt, Curland und Re- vel am 13ten Febr. zu Fellin zuſammen , lies ſich auch mit dem Ordensmeiſter 1534 und deſſen Landmarſchal genauer einz indem beliebet wurde, daß keiner des Sei- nigen gewaltthätiger Weiſe beraubet werden ſolte, wenn es nicht nach ordentli- <em Rechte geſchähe, und. es alle Herren und Stände auf einem algemeinett Landtage bewilliget hätten. Bey ſich eräugnenden Empörungen und Unruhen verſprachen ſie ſich gemeinſchaftlichen Rath und Beiſtand. ' Wollte der Marggraf Wilhelm nach endlicher Schlichtung und Beilegung des öſelſchen Zwieſpalts mit in dieſes Bündnis treten, ſo ſol es ihrer fürſil, Gnaden ungeweigert frey und offen ſtehen. Dieſe Verordnung machte dem öſelſchen Biſchof Reinhold Luft, der die Wyk mit einigen Kriegesvölkern beſeßt hielt und Wilhelmen von Sap- ſal wegzuziehen nöthigte, zumal da der wpkiſche Adel die Huldigung zu leiſtet Bedenken trug. | Wilhelm fand bey ſeiner Zurückfunft auch da die G-müther gegen ihn faltſinnig, welche geſamte Widerſeßlichfeit ſamt dem eilfertigen Abzug aus der Wyk, und der daraus erfolgten Geringſchäßung ſeiner Perſon und Ga- ben weder ſeinem: Willen noch gnädigen Betragen , ſondern blos der Hoheit ſeiner Geburt und der Hiße ſeiner Räthe zuzuſchreiben war. Am Sontag Oculi nahm der durch ſeine Frömmigkeit ſowol als durch alle 15 35 einen Regenten zierende Eigenſchaften warhaftig groſſe Wolter von Plertenberg ſeinen Abſchied aus dieſer Welt und gieng unter vielen groſſen Bemühungen für das Wohl des Landes zu ſeiner Ruhe *). Ihm folgte Der vier und vierzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, |Zm Freytage nach Mariä Matdalens unterzeichnete derſelbe, nebſt dag % dem Landmarſchal Sinrich von Galen und dem gpoldintiſchen „m Comtur Ernſt von Mönnin&huſen, den Huldigungsbrief an die * 2587"? Stadt Bigge. Er preiſet daritt die göttliche Vorſehung, daß er noch bey Lebzeiten ſeines Vorgängers. in das Meiſteramt eingeſeßet worden. Der Stadt giebt er auf Anſuchen ihrer ſtatlichen Botſchaft aus dem Rath und der Gemei- ne die Erlaubniszu huldigen, mit beigefügter Eidesformel. Dagegen gelobet er an, die Lehre des Evangelii und alle bürgerliche Freiheiten nachdrücklich zu ſchüßen, und die ſchädlichen Gebäude zu V9eucrmühleti weg zu ſchaffen. Dem alten Dom- dechanten Joh, Llorbeck wird bey deſſea lebendigen Tagen eine Vicarie 6... ett, x) Sein Grabmal ſiehet man in der Domkirche zu [Wenden mit dieſer Aufſchrift: "Jnt Jahr 1535 des verden Suntages in der Vaſten ſo ſtarf de Zochlofliche ſfür- ſte err Wolter von Plectenberch. d. O. meiſter ro Lifflande regerde 44 Jat, joule ſeöt, daß er zu [Wenden in Wams und Hoſen für Alter auf: dem Stuhle geſtorben. 8) Chyrräus und Ruſſov nennen ihn Zerman Haſenkamp. Hörner ſehet noch dazu von Druggenep. Prätotiys ſchreibt ihn Herman von Zruggenels Zuſen- kamph, ' ff

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206 Lehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1535 den, nach deſſen Tode dieſelbe nebſt andern Seelmeſſen der Stadt überlaſſen wird, ſie zur Ehre GOttes zu gebrauchen. Er erlaubet den Wall zwiſchen der Sand» und Jacobspforte feſter zu bauen, verbietet alle Vorkäuferey, läſt den an der Stintſce angeſeſſenen Stadtbauren die Holzung in dem Ordenswalde frey, und fein Bürger darf ohne Haupturſache gefangen oder arreſtiret werden. Die Stadt behält die WWedde zu ihrem Selbſtnut, dafür ſie jährlich auf Jacobi dem Haus- comtur zu Biggg 100 Mark zu en hat. Die Straſſe nach Litthauen über Bauske bleibet noch 4 Jahr offen. 1538 In Eſtland entſponnen ſich zwiſchen dem Adel und der Bürgerſchaft recht ges ärliche Mishelligkeiten. Am Tage YNfaris Heimſuchung nahm Brütſegeney zu evel die Huldigung an, worauf ihn die Stadt auf dem Rathhauſe mit einem prächs tigen Gaſtmal bewirthete. Im dem dabey gehaltenen Turnier gelung es einem jungen Kaufgeſellen , daß er einen Landjunker aus dem Sattel hob, worüber die Bürger ihr Vergnügen zu ausgelaſſen bezeugten, und dadurch die ſchon vorher ems pfindlichen Gemüther des Adels in noch gröſſere Hitze brachten. Denn die Stadt hatte ein Jahr zuvor einen gewiſſen Johan Urkül, Herrn von Bieſenbert, durch ihren Boten EStrhröder in Verhaft nehmen laſſen, weil er einen von ſeis nen Bauren erſchlagen, deſſen Verwandten ihm das Geleite geſperret. Ia ſie lies ihm gar am 7ten May 1535 zwiſchen den Stadtthoren den Kopf abſchlagen, ob er gleich ein ziemlich anſehnliches Löſegeld darbot. Dieſes Unterfangen nuts kam dem Adel bey dem Thurniere wieder in ftiſches Andenken, es kam zu Streis <en, und einige waren ſchon wirklich tödlich verwundet. Die Wuth machte ſie gegen das Verbot des Herrn Meiſters blind und taub, ob er gleich mit Hut, Brod und Teller unter die en Parteien zum Fenſter herunter warf. Nur der wackere Thomas Fetzeſgc> , Bürgermeiſter der Stadt, redete den Lärmenden ſo nachdrücklich zu , daß der Tumult ſich legte, wobey er ihnen die Vertröſtung gab, daß alles gründlich unterſucht werden ſolte. Wie nun der Adel nach erhals tenem nicht angenehmen Beſcheide dem Ordensmeiſter Parteilichkeit vorwarf, wur» den einige in Verhaft genommen, die alles Widerſpruchs ohnerachtet einige Jahr ſitzen muſten. Dieſe Händel griffen zwar noch weiter um ſich, wurden aber durch das kluge Betragen des Ordensmeiſters nach und nach glücklich abgethan *). 5) Hieher gehört die zu Revel 1543 niedergeſeßte Commißion, in welcher der Biſchof von Curland und beftätigter Adminiſtrator des Stifts zu Pfle AIN: von Ülönnige huſen, die Comture Joh. von der Recke zu Fellin und Rembert von Scha- renberg zu Revel,, dieſe weit ausſehenden Streitigkeiten vornahmen, Der Adel bes ſchwerte ſich , daß ſie, ihr Korn.an die Bürger verkaufen und die auswertigen Waaren um den doppelten Preis von den Kaufleuten erſtehen müſten- Die Bürger beriefen ſich auf die alten Statuten, und die Hafengelder , weswegen ſie vor den Fremden das Vorrecht mit dem Lande zu handeln hätten. Wegen der uxkülſchen Hinrichtung er« wiederte die Stadt, daß ſie nach dem lübiſchen Rechte verfahren , welches von Kais ſern für Arme und Reiche beſtätiget worden *). In Anſehung der beim Thurnier vor» gefallenen 0) Des lübiſchen Rechts bediente ſich die Stadt Revel ſchon von den Zeiten des Königs in Dänne- mart: Waldemar des Ilten her, wie es niht nur in Lſtland ſondern auch in Preuſſen, ſon- derlich in den Städten Braunsberg , Frawenberg und am. ſtärkſten in Elbingen gebräuchlich war , wo man noch bis auf des poblniſchen Königs, SigiSmund des Iſten, Regierung ſich auf die Stadt Lübeck zu berufen pflegte. Weil es die römiſchen Kaiſer beſtätiget , ſo haben die Königein Pohlen es nach der Veränderung mit Preuſſen 1512 abzuſchaffen beſchloſſen. S Schützen rerum ?rvw; lib. X, f 444 woraus Sartfnoch in der XVII Differt. von dem Rechte der Preuſſen und Mäenius prodrom. S. 13 ihre Nachrichten von Liefſand nehmen. Herr Schurz: fleiſchen komt es vor , -als ob Revel “einen merklichen Vorzug vor Rigg genoſſen, weil man von ihr nicht an das kaiſerliche Hofgerichte nach Speier appelliret, und ſelbige auch keinem Biſchof gehuldiget habe. Allein wie nur die Stände das Vorrecht beſaſſett ihre Proceſſe an den Höfen und. Gerichtſtäten ihrer oberſten Schußherrn , des Papſtes und Kaiſers , auszufähren ; ſo war hingegen nach den Landesſtatuten allen Prwatperſonen auch in Liefland und Riga die Appella»- tion an auswärtige Oerter unterſaget» Rigs aber mächte den Erzbiſchöfen und Ordensmeiſtern die Huldigung immer ſo lange ſauer , bis es almälig die zerſtreueten Ueberöleibſel des alten Zu vs

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Erzb. Thom. Schöning. zur Zeitder Reg. Herman v. Brüggeney, 207. | Am UMichagelistage unterſchrieben der Erzbiſchof, ſein Coadiutor , die übrie 1537 | gen Biſchöfe ſamt dem Ordensmeiſter und dem Landmarſchal zu Wolmer einen Reces, in welchem ſie ſich zur Ehre GOttes verbindlich machen, die Kirchen im bau- lichen Weſen zu erhalten, ſelbige mit (Ben Perſone zu beſeßen , alle Untu- genden abzuſchaffen und unter ſich Friede und Einigkeit zu halten. Der Fellin- che vor 3 Jahren geſchloſſene Reces wird zum Grunde gelegt, Jeder Stans behält das fteie Wahlrecht, Die Kleiderbulle und der kirchholmiſche Vertrag bleiben in ihren Würden. Die Geiſtlichen 0. ihre Güter an feine weltliche Hand-bringenz feiner ohne der Stände Mitwiſſen Krieg anfangen; Fiſchwerk, Ochſen , Pferde und allerley Proviant ſol nicht zum Nachtheil des Landes nach Deutſchland, Bußland oder Litthauen verführet werden; niemand ſol bey Verluſt ſeiner Waaren einen ungewöhnlichen Weg reiſen, oder ungewöhnliche Krüge halten. Bauren und Undeutſche ſollen mit der Käuferey nichts zu thun haben; fein Bauer darf: Geld auf die Hand nehmen, Waaren aufzufaufen. ; Die Erbbauren werden von den Herrſchaften ausgeantwortet. Weilendlich der Marge . graf ſich mit in dieſe Vereinigung begeben, ſv verſehe er ſich des Beſten, daß wie er gegen die Stände , alſo auch die Stände gegen ihn allen Verdacht und Arg- wohn werden fahren laſſen. D Am Sonnabend. nach heil. drey Könige ſchite Brütſtgenep. den Landmigr- 1538 ſchal Zeinrich von Galen, den vellinſchen Comtur Joh. von der Recke, den Vogt zu Jerwen. Zeinrich von-Teile, die Herren Joh. von Brockhorſt, 5Zartwich Plater, Peter Bobel und Wolter von Plettenbert als Com- miſſarien nach Eſälan0 , die zu 0 einen Vergleich zwiſchen der Rit ter- und Bürgerſchaft inBevel trafen. Der revelſche Comtur hatte Andreas Deken und ſeine Söhne auf. Befehl des Ordensmeiſters in Beſtrifung genom- wen, welches der Adel dem revelſchen Rath zur Laſt legte, und daher drohete die Bürger in Stücken zu zerhauen, Beide Theile erklärten ſich zur gemeinſchaft» lichen Befriedigung , welche von dem Ordensmeiſter, Montags nach Übari& Em? pfängnis, zu Wolmer ihre Beſtätigung erhielt. Und in einem beſondern Geſetze ward die Läſterung der hohen Obrigkeit 4 Frieſe verboten, > M 2 m gefallenen Beſchimpfung und Vorenthaltuug der entlaufenen Bauren, ſagten die- Büry ger zu ihrer Verantwortung, daß der Adel den Anfang gemacht, und ihre Stadt ei- nem jeden Nothleidenden und Flüchtigen offen ſtünde, „Brützgeneyp traf endlich zu bei- der. Theile ziemlichem Vergnügen die Verfügung , daß der Ädel ſein Korn ſo lange bey den Kaufleuten aufſchütten könne, bis er ſeinen Vortheil erſehe. Das Thor ws Urfül enthauptet worden, ward vermauret, und ſol der Comtur künftig die Unterſuchung hal- ten, wenn ein Bauer dem Edelman das Geleite ſperret. In theuren Zeiten wird kein Korn verführet 3 die Ritterſchaft enthält ſich des bürgerlichen Handels', kan aber doch ihr Korn für baar Geld den Zolländern in die Schiffe liefern , und ſich mit allerley nothdürſtigen Dingen für Haus und Hof verſehen, Die Bauren, die zu Lande Noth- wehr gethan , genieſſen in der Stadt gleiches Recht , aber andre muthwillige Todſchlä- ger erwarten das Ebentheur des Rechts, Die Kleinodien , Geſeße und Eigenthum des abgebranten Mönchskloſters werden der kaiſerlichen Reformation überlaſſen , wie auf dem Reichstage zu Regenſpurtz beſchloſſen worden, Die Kloſterjungfrauen genieſſen bey der Stadt auf Vorbitte der Ritterſchaft die alten Privilegien und halten ihren Got« tesdienſt bis zum nechſtkünftigen General - oder National- Concilio , dagegen ſie ſich auch in ihrem Kloſter nach ihren jungfräulichen Gelübden züchtig und tugendſam oh- ne Tappen und Schnappen bezeigen , und zum Aergernis oder Vorfang der.Stadt feine Leute des Abends zur Arbeit einnehmen , worüber der Vogt die Aufſicht hat, Der Raum im Domberge vor der Pforte wird der Ritterſchaft zuerkant. . Dis wären die wichtigſten unter den 18 Artikeln, die am Johannigabend unterzeichnet worden, Doch war hiermit.der alte Grol nicht gleich getilget , ob ſchon beide Theile das Ge« ſchehene zu vergeſſen angelobten, MiiVetBteLbLeLebLÜeÜel meet ffn RR Eee hens wiederum zuſammen brachte , ſo mehrentheils nicht ohne Blutvergieſſen abgieng , daher auch 5 'alte-Roſenſtrauch klaget , daß ſein Erzbiſchvf nie was rechts- mit den Rigiſehen gusrichten nnen,

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208 Lehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1538 Am uten Febr. gab Kaiſer Carl der Vte den Herren Meiſtern das Privile- gium über die Regalien, welche dieſelben 4 Jahr nach angetretenem Meiſteramte empfangen ſolten; und am 28ſten dieſes Monats einen verſiegelten Brief, in wel- c<em der Kaiſer der Entlegenheit der Länder wegen für Liefland den Erzbiſchof zu Cöln, die Herzoge zu Sachſen , die Marggrafen zu Brandenbui tx, den Erzbiſchof zu Bremen, den Biſchof zu Münſter und Osnabrügge , alle Her- zoge zu Julich , die Herzoge zu Braunſchweig und Lüneburg, XMelen- burg, Sterrin und Pommern nebſt der Stadt LübeX zu Conſervatoren und Handhabern auf 6 Jahr ernennet, Beide ſind gezeichnet zu Barcinone, (Barcellonag). Der Stadt Goldingen ertheilte Brüggenep zu Rig, am Dienſtage nach Laurentit, denjenigen Brief, der ſie mit Wenden und Wolmer in allem gleich macht, auch ihr alle Wochen einen gemeinen Markt zu halten verſtattet. 1539 Der Erzbiſchof Thomas ſegnete auf ſeinem Schloſſe Kokenhauſen, am Tage Laurentit, das Zeitliche, und ward den Sonnabend darauf in daſiger farrkirche begraben. Die Ritziſchen drungen ſo gleich auf die Beſetzung des Ha- ens, welcheihnen der Ordensmeiſter zugeſtand. Siezogen die 4 Klöſter der Mino. riten, der Dominicaner , der Sranziſcaner, und der Benedicrinernonnen bey der St. Catharinenkirche, welches 1251 geſtiftet worden, auf einmal ein, und bemühten ſich indeſſen um die Aufnahme in den ſchmalkaldiſchen Bund, ver- ſagten hingegen dem neuen Erzbiſchof Wilhelm die Huldigung und Wiederex»- ſtattung der Domgüter , bis ihnen hinlängliche Sicherheit wegen der Religion aüsgeſtellet würde. Dem Domfapitel ſelbſt war wegen der Wanfkelmüthigkeit des Coadiutors in der Religion bange: da aber auf dem Reichstage zu Regen- 15 40ſpurg alle Beiſorge gehoben wurde, erfante es dieſen Wilhelm, Marggrafen zu Brandenburg, in der erzbiſchöflichen Würde ohne die geringſte Schwierigkeit für ſein Oberhaupt. Die Ritterſchaft des Stifts Dörpt hatte ihre Crbſchaftsprivilegien durch einen Dechanten, dem ſie dieſelben anvertrauet , von Handen kommen laſſen , da- her ſie ihrem Biſchof Johan anlag, ihre Gnade zu erneuren und zu vermehrenz welche denn auch der Biſchof unterm 16 December in Dörpt auf folgende Punk- te ausſtelte. Die Söhne erben die väterlichen und mütterlichen Güter, und in deren Ermangelung erben die Töchter. Die berathene Tochter erbet nicht, ſo lange Söhne und unberathene Töchter vorhanden ſind. Die unberathenen Töch- ter erben auch nicht, ſondern werden von den Söhnen abgefunden nach ihrem Vermögen. Töchter gehen, wo feine Söhne ſeyn, unter ſich in gleiche Thei- lung. Der berathenen Schweſter Kinder theilen. ſich ins väterliche und brüiderli- <e Erhe ihrer Mutter in gleiche Theile. Der unbeerbten Frau bleibet alle fahren- de Habe , Hausgeräthe, Kleinodien, und alles Korn im Hofe, was aber auſſer den 4 Pfälen iſt, bleibt bey den Erben. Doch ſikt ſie Jahr und Tag im Genus der Güter, bis ſie nach geſeßten Terminen ihre eingebrachte Morgengabe zurück empfänget. Bey dem erſten Termin räumet ſie Hof und Gut. -Wird ihr die Morgengabe nicht entrichtet, ſo bleibt ſie ſo lange im Gute ſizen. Die Hausfrau mit Kindern erbet Kindestheil,- zu- ihrer Leibzucht aber das vorräthige Korn im Hofe und was an Winter-und Sommerſaat fält. Die Güter eines unbeerbten Mannes fallen an die nächſten Freunde mänlichen und weiblichen Geſchlechts. Wenn den Einwohnern der Stadt Dörpt auf dem Lande an Rittergütern etwas zuſtirbt, ſo ſollen ſie nach Inhalt der Gnade davon nicht ausgeſchloſſen werden. Die Ritterſchaft hat freie Hand „ Güter zu kaufen und zu verkaufen. Alle Jahr . wird ein Manntag gehalten. Keiner von Adel wird gefänglich eingezogen, wenn nicht die offenbare That vor Augen iſt. Die ritterliche Hand ſol ſein Bürge ſeyn. Der Abt.Gerhard und das. ganze Convent des Gotteshauſes Val>eng wird bey allen Privilegien geſchirmet und gehandhabet. Dieſes alles verſpricht der ii ' [1]

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Erz3b. Wilhelm. zur Zeit der Reg, Herman v. Brüggeney, 209 ſchof als Landesfürſt bey ſeinen fürſtlichen Ehren zu halten, Donnerſtags nach x ci&, mit dem biſchöflichen und des Kapitels Siegel. 9 1549 Durch das Jawort des Domfapitels ward indeſſen des Erzbiſchofs Sache bey 15.41 - den andern Ständen nur verſchlimmert. Die RNitterſchaft in der und Oeſel erklärte fich durch ihren Adminiſtrator den ff von Curland, daß ſie laut der Receſſe ſich von den andern Ständen nicht abſondern , ſondern mit ihnen und dem Herrn Meiſter leben und ſterben wolte. Der Biſchof Aenold zu Re- vel erwehnet gar in einem verſiegelten Briefe, daß man bisher die Länder dem römiſchen Reiche zu entziehen und fremde Regenten einzuführen bemühet gewe ſen; weswegen er ſich mit an den Kaiſer zu wenden gemüßiget werde , den Herrn Seht dergeſtalt zu begnadigen, daß kein Ausländer oder anderer zu einigem Stift oder vbrigkeitlichen Amte erhöhet werde, es geſchehe denn mit Bewilligung des ganzen Ordens. Sontags nach Aller Heiligen empfieng die Stadt Rittg den ſo lange gefuche - ten Bundesbrief, welchen der Churfürſt Joh. Friedrich zu Torgau ſelbſt ver- ſiegelt, wobey die Abſchrift des ſchmalkaldiſchen Bundes nebſt der zehnjährigen Verlängerung deſſelben angehänget R Weil die Stadt um die feierliche Aufe nahme in daſſelbe Bündnis bey den Bundeshäuptern fleißige und dienſtliche An- ſuchung gethan, und zu Lübeck ſchon 1400 Fl. erleget, die man bey der groſſen Anlage zu Braunſchweitz berechnet, ſv haben alle Bundesgenoſſen vermöge des arnſtädtſchen Abſchiedes darein gewilliget; hingegen erfläret ſich auch die Stadt, ſich mit Zuſetung Leibes und Gutes dem Verſtändnis gemäs zu bes zeigen *). In Rigg lies der Rath eine in 20 Punkten abgefaſte neue Kriegs- und Feu- 15.42 erordnung bekant machen. In Revel verglichen ſich Donnerſtags nach Oculi der Biſchof ſamt den Herren Gebietigern und der Mien wegen des ſo ges nanten Sendekorns , welcher Vertrag ein Jahr nachher auf Johannis ſo weit ausgedehnet wurde, daß der Biſchof und ſein Kapitel das Sendekorn gänzlich erlies. In dieſes Jahr fält die kurz vorher in den Anmerkungen gemeldte Commiſ- 1543 ſion zwiſchen der Ritterſchaſt und den Bürgern in Revel. Nach 8 Jahren be- ſchickten die Bitziſchen den rvolmerſchen Landtag, um dem Ordensmeiſter Brütztcnep nach angenommenem Habit des ritterlichen Ordens, dem Inhalt der leider bulle zu Folge , die Huldigung zu leiſten. Weil aber die Bevolmächtigten nicht gehörig unterrichtet waren, ſo ſolte zu dieſer Handlung um Johannis oder gcobt ein eigner Tag beſtimmet ſeyn, an welchem der Meiſter ſich perfönlich in iga einfinden würde. Der revelſche Comtur Remmert von Scharen- berg verliehe dem Kloſter Padis und deſſen Abte Eberhard die Gewalt, alle Miſſethäter durch dau und ehrliche Unterſaſſen richten zu laſſen 3 weil durch die Verſchreibung der Richter aus Revel und ihrer langſamen Ankunft viele Ver- brecher Zeit zum Entwiſchen bekommen. Gegeben am Tage Laurentit, Der alte König von Pohlen Sitzismund der ſte ſchrieb mit eigner Hand x 544 an die StadtRigga , daß dieſelbe dem Erzbiſchof die Domkirche, den LYMinoriten- Nonnen und andern Orden aber die Güter wieder einräumen möchte: da aber die Verſicherung wegen der Lehre des Evangelii nichtmit überſandt wurde, ſo wol- te die Stadt erſt nähere Sicherheit erwarten. Indeſſen bewilligte der König das Anſuchen des Landes , daß zwiſchen Litthauen und Liefland eine richtige Grenze gezogen würde, Dons 8) Der ſchmalkaldiſche Bundesbrieß von Aufnehmung der Stadt Rigga iſt uns aus el- ner Abſchrift bekant , die ſich in der ehmals berühmten Brieſtade des Herrn Oberhaupt« mans LErnft von der Brücztzen zu Stenden in Curland befunden. Die darin be« findlichen Abſchriften haben , weil ſie mehrentheils vidimiret waren, der liefktändiſchen * Ritterſchaft in Einziehung ſicherer Nachrichten manchmal vortreſliche Notbdienſte hun müſſen. 3 Ggg

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71545 2410 .. Leben.und Thaten der liefländiſchen Ordrnstneiſter, Donnerſtags nach Lätare traten die Stände desLandes aus eigener Bewe gung zu Wolmer zuſammen, um ihre Gebrechen zu wandeln, und wieder in gute Ordnung zu bringen; auf welchem Landtage nachſtehende Artikel beliebet und nie? dergeſchrieben wurden, Weil das Land durch überflüßige Beköſtigung , Kindel» biere, ſeidene Kleidung , Begiftigung und andre Unfoſten in Theurung und. Ver- derb geſeßet wird, ſo ſol jeder von Adel in ganz Eſtland ſeine Tochter nach ſeinem Vermögen berathen. Den unbeerbten Witwen werden auf 400 Mark Mitgabe, 800 Mark Morgengabe , doch in Terminen, zugelegt, und ſo. nach Proportion, Niemand ſol ſeinex Tochter aufs allerhöchſte mehr denn 10 Mark.Silbers , wor- unter das Hauptgeſchmeide mit. begriffen iſt , mit geben. Ein Aermexer giebt wes niger. Die beſtickten und belegten überflüfligen ſeidenen Röcke ſamt allen theus ren Geſchmeiden , Perlen. Silber und Unzengoölde werden bey Männern und Frauen abgeſchaffet. Stat der geſtieten Kragen mag jeder von Adel ſeiner Toch« ter eine güldene oder. ſilberne Kette mit geben. Den Frauen und Jungfrauen wird an Müßen und Legeperlen,. ſonderlich den Jungfrauen ein beſtiter Perlens fragen zu tragen zugelaſſen, Der. Bräutigam giebt. ſeinem Vater, Bruder und Diener ferner hin nichts denn Hemden mit weiſſen geneheten Kragen, ohne alle Pex» ſen oder Gold. . Die Frauen in Weichbilden und Pfalzen dürfen ſich den Adlis <hen nicht gleich. fleiden bey wilführlicher Strafe, - Allen andern unzüchtigen und mit Warheit berüchtigten Weibesperſonen, ſonderlich den Meperinnen iſt nicht nachgelaſſen, ſich den ehrlichen mit Kleidung und Geſchmeide gleich zu zieren, oder auch in löbliche Geſelſchaften neben her zu treten, ſondeen ſich bey gebührlicher Strafe ihrem Stande gemäs zu halten. Die Köſte des Freytages vor der Köſte iſt ganz abgethan. Der Bräutigam wird nicht. eher als des Sonnabends im Felde empfangen, wobey niemand mit Ausrüſtung und Kleidung in ſeiner Farde bes ſchweret werden ſol, Der Bräutigam giebt der Braut nicht mehr als ein liefiän« diſel) Paternoſter *),. eine beſchlagene Scheide mit Meſſer, eine ſamtene Taſche miteinem ſilbernen Ringe, und an 300 Mark am Gelde oder Silber zum Geſchenk, Die Köſte ſol nicht länger , denn den Sonnabend, Sontag und Montag währen, und damit ein Ende haben. Wein und Kräuter werden in Brautfammern, Wil» fommenheiten , Kindelbier , Badſtuben und Hausbringungen.ganz abgethan, auss genommen Sontags und Montags in der Köſte, und Sontags in den Kindels bieren zur Mittagsmalzeit , doch in ziemlicher und nicht überflüßiger Maſſe. Auf Manntagen, Handlungen und Zuſammenkünften des Adels ſind Wein und Kräuter völlig zu meiden. Die, Witwe, ſo ſich ohne Wiſſen der Freundſchaft mit einem ſchlechten Geſellen verehliget, die Ehefrau, die auſſer ihren Stande ſich unchrlicher Weiſe verſiehet, ſollen aller ihrer fräulichen Gerechtigkeit entbehs xen, welche ſo dann an die nächſten Freunde erblich verfält. Wenn ein wohlges borner Knecht eine Jungfrau mit geliebten oder behenden Worten an Ehrrn ſchwächet und zu Fal bringet, ſol er ſich mit ihr echtigen laſſen. Wenn Bauren ſich tod ſchlagen, wird der Thäter am Halſe gericht, und wer dem Thäter beiſtes het, ſol auch am Halſe brechen. Entführt ein Bauer eine Dirne ohne der Freun- de Wiſſen , den richtet man am Hals. Der Bauer, welcher Gewehr bey ſich trägt.ohne Zeichen der Herrſchafr, verlieret daſſelbe. Ledige unbeſeſſene Bauer» knechte ſollen feinen Aer haben, ſondern um Lohn ſich auf ein Jahr vermiethen, verlaufen ſie, ſo fallen ſie in gebührliche Strafe. Weil die Münchsfklöſter zur Unterweiſung der Undeutſchen, und die Sungfernklöſter für adeliche SECH zur 9) Die liefländiſchen Paternoſter waren ein wenlg gros) und reichten wol bis auf die Erde. Sie ßeſtunden us Ünek- Reihe von mehr als hündert aten Henkelthalern. Auch die Bäueinnen tras gen, ſonderlich im Dsörptiſchen, ſolc<e Pater am Halſt. Die Weiber der reichen Letten in und um Riga ſchürzen einen maßiv ſübernen Sürtel von ſauberer Kettenarbeit , woran gewöhnlich ein yaar , Schlüſſel hängert, be) ihren Solennitäten um ſich , welches Stück vſt 89 bis 199 Thlr. koſtet, auch wol ſtark verguldet , mit ſchönen Steinen beſeßet, und an Silber 4 und mehr Pfund ſchwer iſt, Das gemeinte Banervolk rräget auß dergleichen altäglich , aber nur von meßingenen Kets gen, und hat ſtat der Schlüſſel groſſe Meſſer daran hengen Ein folcher filverner aber künſilich ausgearbeiterer Gürtel wird von den Eſten röhhud, von den Letten jooſt genennt

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Erzb. Wilhelm, zurZeitder Regiegung Herman v. Brüggeney, 211 Erlernung der Gottesfurcht, Künſte und guten Sitten nicht entbehret werden 1545 können , ſo bleiben ſie in Schuß der Obrigkeit, nur daß alle Unordnung, alles Ein» und Auslaufen abgeſchaft ſey, und die Freunde nicht, wie bisher , ſelbige gusnehmen, ſondern daß ſie von den Conventsgütern ziemlich und nothdürftig er» halten werden. Alle adliche Jungfrauen enthalten ſich andern zum Exempel alles Affens (Apens)-ſonderlich im Tanzen 3; die gemeinen Diener zumal enthalten ſich des unhöflichen Scherzens und Handgeberden mit denſelben , laſſen das A nach, und erzeigen ſich ihrem Stande gleichmäßig. Niemand ſpannet des andern Diener ab, und nimt ſie ohne Pasbrief auf. Die Ritterſchaft des Erzſtifts Ri- ga appelliret von einem Manntage bis zum andern an die hohe Obrigkeit die in Den übrigen Stiften halten es mit der Apellation nach dem alten. Die in*Zarrien und Wirland richten ſich nach ihren königlichen Privilegien. Die 2 oder 3 mal in ein Pfand verſiegeln, ſind Ehrenlos. Wer unleidliche Schmähworte braucht, - wird nach kaiſerlichen und Landsrechten geſtrafet. Wer Waldener iſt, und mit dem Rechte der Landesobrigkeit ſich nicht begnüget , fält in Sttafe des Rechts, Solten Frau, Sdhne, Töchter, Knechte, Geſinde und Nachkommen gegen dieſe Geſetze freveln, ſo iſt ihnen eine Poen von 200 rheiniſchen Gülden anges ſs Unterzeichnet haben aus dem Erzſtift Rttza Jürg Krüdner zu Roſen- ec, Jürg. von Boſen zu L]abbe , Göddert von Theilen zu Treiden und Kokenhauſen Stiftsvogt, Joh. von Roſen zu Sochroſen , Jac. von der Pahle, Didr, von Boſen. Aus dem Stift Dörpt. Johan Wran- tel zu Betzel und Bottel, Pet. Stakelber&, =Zeinrich und Fabian von Tiſenhauſen Räthe, Jürgen Kurſel MU Mets und Elerd Kruſe. Aus dem Stife Oeſel Otto Uxkül zu Diel, Wolm. von Treiden, Joh. Farensbeke, Didr, Brakel, Claus Urfül , Claus von Ungern. Aus Sarrien, Joban Taube zu Mart , Lorentz Ferſen, Johann Bre- men, Ebert Düker. AusWirland Jacob von Löwenwolde, Thu- we von Bremen, Otto Gilſen, Arend von Aſſeri. Aus dem Stifte Curland Otto von Sg>en. Etliche Junker und gute Männer aus Jer- wen , Curland, aus allen Gebietern und aus den Lehnrechten in Volmacht der gemeinen Ritterſchaftz Johan von Bokhorſt, Lorenz Schungel, Pe- ter Robel, Wolt.' von Dlettenber& , Dbilip von der Brüggen, Jürt, von dem Velde, Johgn Wrangel von Wedema, Job. Firx, und Gerd Doenhoff. g | Brüggenep fand bey den ſchweren Regimentsſorgen und ſeiner Schwache heit für rathjam, einen Coadiutor anzunehmen, zu welchem Amte denn Johan von der Becke erkohren ward. Die StadtBitga fee ſich auch zu deſſen Huldis- gung, worüber zu L7euermühlen Sontags nach Lucig ein Vergleich errichtet x 546 wurde, wie es dabey gehalten werden ſolte. Sie hielt es zugleich für gefähr» lich, dem Orden allein zu huldigen z weswegen ſie den Erzbiſchof den 16 Jahre lang verweigerten Eid gutwillig anbot. Es ſchien dabey ihre Abſicht zu ſeyn, eis ner von beiden 19.4457 durch ihren Beitrit das Uebergewicht zu geben , oder wee nigſtens das Gleichgewichte unter ihnen zu erhalten, und ſolchergeſtalt zwiſchen beiden Eiferſucht zu erwecken und von einer jeden das zu erlangen, was ihrer Sis <erheit zuträglich ſeyn fonte. Hierzu kam der almälig eingegangene ſchmalkgl« diſche Bund; weswegen die Stadt von Seiten des Erzbiſchofs nicht nur Ver» deus beſorgte, ſondern auch bald die Wirkungen davon erfuhr 3 und die erzbiſchö- fliche Titulation eines Marrggrafen zu Brandenburg, zu Stettin, Pom- mern, der Caſſuben, und Wenden Herzogs, Burggrafens zu L7ürnberg und Fürſten zu Rügen, wie ſich Wilhelm zu ſchreiben pflegte, hatteeinen gar zu lan? gen und gehäßigen Klang. Auſſer dem hatte ſich ſchon der Erzbiſchof, die Biſchöfe und der Ordensmeiſter nebſt ſeinen Comturen am 28ſten Jul. zu Wolmer aufs beſte erfläret , den' übrigen Ständen zum Verdrus keinen Befehl auszuwirfen, die von der Art. bereits vorhandenen zu StO und blos bey der Kleiderbulle : 99 2 und

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212 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 15.46und dem lemſelichen Vergleich zu bleiben , ein ander gemeinſchaftlich gegen den Feind zu beſchirmen , und keinen Coadiutor auſſer Landes von Macht und Anſes yv- hen und fürſtlichem Stande einzuverſchreiben 3 welcher letztere Punkt in allen Land» tagen verſchrieben , aber auch ant wenigſten gehalten wurde. g<-777* 47 Am Freitag nach Pauli Bekehrung gab der neue-Coadiutor der Stadt Ri- eta vor ſeinem Einzuge in dieſelbe zu L7euermühlen mit den feierlichſten Verbin» dungen die ſchriftliche Verſicherung, die Stadt bey dem allein ſeligmachenden Worte GOttes und dem Evangelio, nebſt den Ceremonien ihres <riſtlichen Gote tesdienſtes und allen Privilegien, zu ſchüßen, die Klagen wegen des Thor hlieſſens abzuſtellen, und die alte Gerichtbarkeit des Raths gegen das unzeitige Appellirent zu handhaben. Der Erzbiſchof ſtellete ſchon am Freitage nach LMaris Reinigung eine gleiche Verſicherung von ſich, daß die Stadt ihm gutwillig den Eid geleiſtet, daher er alles wie der Herr Meiſter zu halten angelobet, und die jekige reine Res ligion der Stadt mit ſeinem gröſſern Inſiegel beſtätiget. Der Ordensmeiſter Brüdttgenep , ſein Coadiutor Becke , und der Erzbiſchof, Wilhelm hielten hitre auf den prächtigſten Einzug mit 2200 Pferdenz die Stadt legte an den Coadius tor Recke den Eid ab, und räumte die Häuſer der Domherren der Geiſtlichkeit wieder ein , welche ſie doch nur auf, eine kurze Zeit bezogen. Denn am Sontag LExaudi entſtund durch Unvorſichtigkeit einer Bürgerstochter , die ihrem Vater Klotwachs, oder Wachs im Klumpen ſchmelzen ſolte, aber dabey einen jungen Geſellen zu ſprechen hatte, ein Feuer in der Vorburg. Die im Pah ngen Spetkſeiten flogen nach der Stadt zu, und eine davon zundete den Thurm dex Domkirche an, und legte die herrlichſte Spiße an der Öſſfſee-in die Aſche *). Von dem Thurme flog das Feuer in die Vorſtadt, wo die Korn und Flachsſpei- c<er drauf, giengen, die Stiftsſtraſſe und Kaufmansgaſſe kam zum Theil mit in Brand, und wenig Häuſer der Domherren wurden gerettet, wodurch dem Propſt Matthias Unverfehrt der Vergleich mit der Stadt leichter wurde. Nach Schmelzung der groſſen Glocken fiel ein Balken ins Kirchengewölbe, der 6 Faden tief in die Erde drang, wobey man dieſe Worte zeichnete ; Den 21ſten Lay 1547 fiel dieſer Balken vom Thurm herunter, &n dieſem Jahr legten die Liefländer dem Czaar in Rußland wieder ei- nen Stein des Anſtoſſes in den Weg. Dieſer in der Staatsoconomie erfahrne Herr lies durch ſeinen Geſandten Zans Schlitte im römiſchen Reiche an 300 Gelehrte und Künſtler mit Anweiſung anſehnlicher Beſoldungen für ſeine Länder aufſuchen. Aerzte und Weltweiſe , MIE 1 Bergwerksverſtändige, Bauleute, Goldſchmiede, FREI 1 Brunnenmeiſter und dergleichen was xen in Dentſchland fertig, mit kaiſerlicher Erlaubnis nach Rußland zu gehen, doch unter dem Vorbehalt, weder unter Türken noch Tartern dergleichen Kün- ſte einzuführen, noch ſie zum Schaden der Deutſchen zu gebrauchen. Es ward ſolches von dem römiſchen Kaiſer deſto eher bewilliget , je mehr man ſich die eitle Hofnung machte , es würde der Czaar und deſſelben Kronprinz zur lateint- ſchen Kirche treten. Allein aufder andern Seite glaubten die Lie änder, daß dieſe Maximen des rußiſchen Hofes für ihren Staat gar gefährlich ausfallen könten. Der Orden hatte auch wirklich ſo viel beim Kaiſer ausgewirft, daß dies ſem Schlitte mit ſeinen Leuten die Päſſe in Sübect: abgenommen und zurück ges ſandt wurden, worüber man in Rußland nachdrückliche Beſchwerden führete, die aber fein Gehör fanden. Die Künſtler ſelbſt nahmen den Heimweg, ohne eine neue Erlaubnis vom Kaiſer abzuwarten, wiewol ſich auch viele nachher heime lich in Rußland hinein ſtahlen. Sal. Zenning beſchreibet Schlittens En / eges 6) Auf Weihnachten 1549 wurde ſchon im Dom die erſte Predigt wieder gehalten. Im Jahr 1599 ward der Hahn und Knopf auf den neuen Thurm geſelzet , welcher Aufſaß auf 9782 Thaler Alb. und 3 Mark rigiſch zu ſtehen kam. Die Domfirche war 1204 aebauet worden, und im Jahr 1213 oder eher brante ſie ſchon wieder ab. Sie lag in der alten Stadt Riga. Die jehige ward damals auſſerhalb der Stadt an der Düne gebauet, welcher Raum nachher bey Erweiterung der Mauer mit in die neue Stadt gebracht ward,

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Erzb. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Hertnanv. Brüggeney. 213 ſegeſelſchaft noch. anſehnlicher , und rechnet noch Leute, die im Waſſer ſuchen fon- 1 ka Rennt | , Männer die zierliche Kirchen bauen konten, (ANSE 547 de, Piene , Rothgieſſer , Mahler , und Bildſchnitzer, Noch andre fü- gen Gottesgelehrte , Rechtsgelehrte und Staatsleute hinzu, welche die jungen Ruſſeni ateiniſchen,in Kirchenceremonien und utenSitten unterweiſen ſolten, wie auch etliche Ingenieurs, um an den tartart chen Grenzen Veſtungen ans zulegen. Der Kaiſer ſchrieb ſelbſt an den Herrn Meiſter, daß er dieſe Reiſende bis auf weitern Beſcheid. in Liefland aufhalten möchte. Da der ruſziſche Mo- narch auf die Verbeſſerung ſeiner Länder und die Ausbildung ſeiner Nation bedacht war, hierdurch aber ſeine wohlgemeinten Abſichten ein übles Anſehen gewannen 5 ſo muſten ihn dieſe Hinderniſſe freilich in Zorn jagen, den er aber doch damals mit vieler Klugheit und. Mäßigung zu verbeiſſen wuſte 9. - Am zten Feiertage nach YMartint gieng der riziſche Superintendent und I 548 Rector der Schule, Herr Magiſter Jacobus Battus mit Tode ab *), Die Peſt, welche Liefland 5 Jahr hinter einander um ſeine Einwohner 1549 brachte /), ergrif nun auch den Ordensmeiſter und machte ſeinem Leben nach eis ner 14 jährigen Regierung ein Ende. Er liegt in der Domkirche zu Wenden begraben, alwo man auf ſeinem Grabmal folgendes lieſt: Anno 15.49 man- dach nag XMarie Lichtmeſſen iſt SerrZermann von tenei jenant 5Zaſenkampf des ritt. d. 0. Meiſter zu Liefland in Gott ſelliglich vorſtorben , hat hriſil. und wol recziert 14 Jahr. d)-Ruſſov führt in der neuen Auflage Bl. 27 von einigen itäliäniſchen Gaulern ein Hiſtorchen an, welches wir einigen Leſern nicht vorenthalten dürfen. Der Magiſtrae zu Revel lies ein ungeheures Kabelthau ſchlagen , das mit einem Ende an die Spiße ' des hohen Olaithurms befeſtiget war , und bis nach der Reiferbahne gieng. Hierauf wurden alle Thore der Stadt zugeſchloſſen 3 alle Einwohner aber liefen zur groſſen . Strandpforte hinaus das Schauſpiel anzuſehen. Der Hochſlieger kroch aus eines Lus >e des Thurms heraus aufs Seil, machte ſeltſame Luftſprünge , und tanzte längſt dem “ Seile über alle Graben , Teiche und Stadtswälle bis auf die Reiferbahnez; welcher Flug in der Luft der groſſen Höhe wegen fürchterlich anzuſehen war. Dieſe GauFe6- leien wurden auch in andern liefländiſchen Städten getrieben. €) Die vornehmſten kebensumſtände dieſes Datrus bringet Piſtorius in ſeinem Epiredio an , welches in elegiſchen Verſen geſchrieben iſt. Er war eines Bauernſohn aus der Provinz Zeeland, gleng auf die hohe Schule nach Löwen und bediente ſich der Un» terweiſung Eraſmi, Goclenti und Clenardi. Von da wandte er ſich nach der Uniy verſität zu Paris, und um den berühmten Lud, Vives zu hören , zog er gar nach Spanien. Hierauf, nahm er in Antwerpen einen Schuldienſt an , den er aber bald niederlegte, weil ihn Lutheri Lehre urd *ie Liebe zum Evangelio nach Wirrenbertg trieb. Der Rath zu Riga verſchrieb ihn auf Lurhers Fürſprache an die Schule, in der er 10 Jahr geſtanden und Rector geweſen. Weil er unverheirathet lebte , gieng er noch einmal nach Wittenberg, von da ihn der ritziſche Rath wieder abforderte, und zum Superintendenten berief. Hier muſte er viel Verdrieslichkeiten erfahren , ſon» derlich von ſeinen Amtsgehülfen , die ſo wol mit ihm als unter einander viel Zänkerei« en hatten. Seinen Tod leitet Piſtorius aus dem Gram über dieſe Aergerniſſe her 3 doch hat er die beſondern Umſtände deſſelben nicht gemeldet. F) Liefland müſte wol ein ungeſundes Land ſeyn, wenn die Peſt 3 Jahr lang darin an« gehalten härre, Man mus es alſo nur von einer gemeinen Seuche verſtehen , weil das Land durch die Peſt von 1515 oder 1520 , und dieſer 5 jährigen unfehlbar zur Eind- de werden müſſen. Im Jahr 1550 ſollen allein im Dörpriſchen 14000 Menſchen da ran aeſtorben ſeyn, und wenn dem Zredenbach zu glauben, ſo blieb in der Stadt Dövrpr ſelbſt kein lutheriſcher Prädicant mehr übrig. Diejenigen weiche Reckens Regierung in das Jahr 1547 ſeßen , fangen von deſſen Coadiutur an. Die Lehnbriefs erweiſen, daß Drügtgenep 1548 zu Wenden einem rigiſchen Bürger Henrich Schreibern eine Schenke an der rirziſchen Brücke gegeben , und 1549 Sontags nach Anronii den Tauſch des Hofs Avel zwiſchen Caſpar Freptag und den Comtue von Duneburt beſtätiget habe, Hhh Der

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214 QLeben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Der fünf und vierzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Johan von der Re>e 9, don ſo kurzer Dauer auch das Regiment dieſes Meiſters war, indem es 2% nur zwey Jahr währete, ſo beſas er doc) Weigheit und Geſchiclich- keit 90 - die vorgenommene Vereinigung aller Stände rückgängig zu machen. Der Churfürſt zu Mlaynz fertigte als Erzkanzler des Reichs zu LMaynz dem Orden unterm xrzten Auguſt eine Schrift aus, in welchem Licfland auf dem Reichstage zu Regenſpurg wegen ſteter GRE von den Buſſen von dem gemeinen Anſchlag und Abgaben ans Reich frey geſprochen wird. Ins Kame- mergericht ſol der Meiſter zur Unterhaltting gemeinen Friedens jährlich 50 Fl. ge? jen 4 Feine und ſeiner Lande Exemtion , Privilegien und Appellationsfreiheit uns eſchadet. 1550 AmDonnerſtage nach Judieg erneuerte der Ordensmeiſter zu Vellin der 1551 eſaländiſchen Ritterſchaft die derſelben ſchon ehmals ertheilte Befteiung von als ler Schatzung und Beſchwerde , auf welche ſie von ſeinem Vorfahren Schutßbrie- fe erhalten. Diejenigen ſo überführet werden, daß ſie wider das Beſte der Lan- de gehandelt , verfallen in das Urtheil der Gebietiger zu Revel und Weſenberg/ und werden mit Zuziehung der Räthe und Ritterſchaft aufs höchſte geſtraffet. Am ziſten Jenner , Nachmittags um 3 Uhr, erſchien der Secretarius der Stadt Riga, Hr. Bernhard Bruel in Wolmer und wies die Vern auf, mit vie der daſige Rath ſeine Geſandten, den Rathsherrn Sint! Kinwitz, Zans Lembken aus der groſſen und Jürgen Zabel aus der klei- nen Gilde auf die Vorladung des Erzbiſchofs nac< Rokenhauſen abgefertizet: Sie proteſtirten bey Ihro ehrwürdigen Väterlichfeit gegen den kirchholnnſchru Vertrag, als der von Schi>ung GOttes des Almächtigen und der Lande zu Preuſſen fraftlos , machtlos und von keinem Werthe ſey, indem ſeine Väter»- lichfeit wol wiſſe , daß ſie ſeit Anbegin der Stadt weder Biſchof noch Erzbiſchof ehuldiget, ſondern allein dem Herrn Meiſter den Eid gethan. Hierüber fertig? ten Jochim Werneke und Joh. Topf, der Städte Dörpt und Revel Se- cretarien, ein eigen-Inſtrument aus. er Erzbiſchof, hat hierauf der Stadt die Domkirche bis zu einem algemeinen Coneilio zugeſtanden, dafür ſie 3 Jahr nach einander jedes Jahr 6000 Mark zahlte, den Thaler zu drey und einer halben Mark gerechnet. Die Streitigkeiten der Stadt mit der Aebtißin des St. WMiagdale- nenfloſters, Albeie Wrangel *), und dem Convent des Kloſters zu Bigg wur- den 8) Chyträus nennet ihn Rekz Ruſſov, von Recke; Relch, von der Reche 3 nach Ceumern und Oernhielm heiſt er von Ruck oder von Ruckez; bey Tilemann, Bredenbach und Stangefolen , Joh. von Re. Thuanus nent ihn einen alte adelichen Weſtphälinger aus der Grafſchaft Marc. Herr Henrich von Tieſen» Hauſen zu Berſon und Ralzenau , der ältere, giebet dieſem Herrn ein länger ment, und widerleget in dem Verzeichnis der ruſſoviſchen Irthümer unſre Geſchicht- ſchreiber , mit dem Vorgeben, daß Galen erſt 1554 zur Regierung gekommen, Allein obgleich die tieſenhauſtſchen Verbeſſerungen oft manche ſchöne Warheit beſtätigen, ſo wil doch dieſe nicht Stich halten , weil ſie auſſer den Documenten auch noch dur die vorhandenen Münzen umgeſtoſſen wird. Der Name Reck ſol einen Rieſen oder Held bedeuten, Die beiden ſilbernen und mit 3 rothen Stäben belegten Querbalken der heutigen Familie erſcheinen auf unſern Münzen wie eine Recke, oder leichte Schlits tenfufe und wäre alſo zu den redenden Wapen zu rechnen. | s) Der Jeſuit Conrad Vetter giebt dieſer Dame das Zeugnis einer Ordnung liebenden Vov-

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zErzb. Wilhelm. zurZeit der Regierung Joh, von der-Reke, 215 den Donnerſtags nach Bartholomäti auch geſchlichtet. Die blumenthalſche 155x Grenze gab zu dieſem Lerm Anlas, wobey der Vogt zu Bauskenburtg Joſt Wolrave , der Hauscomtur zu Rigg Geort Siebert zu Wiſchlingen, der zu Dünemünde Georg von Brabeck , Otto Klokmann, Thomas Grothaus, und Marrhias Zuroder , von dem Herrmeiſter zu Commiſſas» rien ernennet waren. Nach ſeinem Tode zu Vellin folgte Der ſechs und vierzigſte Ordensmeiſter in Liefland, deutſchen Ordens, Hinrich von Galen 9, anter dieſem Meiſter ſuchten die römiſch kaiſerlichen Commiſſay rien die Sache des Erzbiſchofs beizulegen. Es wurden auch von den in Vorſchlag gebrachten Artickeln ächte bewilliget , aber "ſs nichtlange gehalten.“ m Am 13ten Jenner verlangten des Herrn Meiſters Gevolmäche 1553 tigte, der Comtur zu Revel Rolof Genſerad, der eigiſche Hauscomtur Didr. von der Steinfuhle, Job. Wrangel von Wedema, Zelmet Anrepz Joh. Viſcher und Simon Grasmann, ſeine Secretarien, von der WENG und der Stadt Revel die Huldigung, zeigten auch die Formalien des vorgeſchrie- benen Eides vor, und entſchuldigten ihren Principal, daß er ſich ſelbſt nicht eino finden könne, weil er ſich gegen die Feinde rüſte, und eine Geſandſchaft aus Poh- len abwarte. Da die Stad ſich über das Auſſenbleiben des Meiſters beſchwerte, mph ihr Reverſalien ausgeſtelt, daß es wegen des Künftigen von feinen Folgen eyn ſolte. j [Mitlerweile lies der Herr Meiſter durch ſeinett Gewaltträger Sranz von Stiten dem römiſchen Kaiſer den Lchnseid ablegen, wogegen er zu Inſpruck an 22ſten Jenner die Regalien, Weltlichfeit und Lehn über alle Lande in Lief: land, Eſtland, Zarrien, Wirland, Allentaken, Jerroett, Oeſel, Datds/XMohn, Wy>, Sochale, Waigel, Revel und Curland, ſamt ihren Zubehörüngen , Landen , Städten, Schlöſſern , Märkten, Dörfern, Gütern, Ritterſchaften, Manſchaften , Herrſchaften , Lehnſchaften , geiſtlichen und welt- lichen, mit allen Erzbergwerken, Fiſchereien, Wildbahnen , Waſſern, Weiden, Hhh 3 Wackene ſteherln, weil ſie keine ihrer anvertraute Jungfrauen aus der Celle ,. oder beieaten lies. Ihre Nachfolgerin hatte beſſere Einſichten. Sie hies Eliſabeth von Döhn- Hoff, die ſich in den Eheſtand begab, und ihren Nonnen ein gleiches erlaubte, Vie« re blieben dvch ohne Männer , Anna Töpel, Anna LTötken, Ottilia und Anna von Wedbertg. Dieſe lebten noch zu Stephani. Zeiten unverheirathet , als auf kö niglichem Befehl dieſes M7agdalenenkloſter den Jeſuiten eingeräumet wurde, Man ſehe nach Vetters hilloriam Monaſlerii Virgimum St. Benedicti Rigas a tempore hae- reſis Lutheranae conlervati, JIngolftad. 1615, Ex typogt. Ederiana, €) Bey Henninges heiſt ſein Name durch einen Druckfehler, von Gaden, und bey Stangefoln in der weſtphäliſchen Chronik B. 1x, K. 10, von Garen. Aue dies ſer Familie ſtamt der 57ſte Biſchof, zu Mlünſter, Chriſtoph Bernhard von Ga- len, ein in Krieges - und Friedengzeiten berühmter Man her. Die Herren von Gaelen ſien noch auf der rheiniſchen Ritterbank, Unſre Schriftſteller irren übrigens, wenn ſie von dem Czaar Baſilewi dem Ilten bey dieſem Jahr ſchreiben, daß er nach der Eroberung von Caſan und Aſtracan erſt den kaiſerlichen Titel angenommen ,, deſſen er ſich doch laut der alten Friedenstractate ſchon zu Plettenbergs Zeiten und vorher bedienet.

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216 Qeben Und Thaten der liefländiſchen Ordenstmneiſter, 1552 Waengelde , Brücenzoll, hohen Gerichten , Gericht8zwange, alles nach Art ſeiner Vorfahren, bey Strafe 50 Mark Goldes für den, ſo ihm dieſes beeinttächs tiget, beſtätiget erhielt. Die Stadt Lübeck ſuchte die alten Commercientractate mit Bevel zu erneu» ren, und ſchickte zu dem Ende 2 von ihren Rathsherren, D. Serman Dolc>ken und Albrecht Bleinen, wie Ge 2 Bürger *55ans von Renteln und Sans Grentzen dahin ab, die aber in Revel wenig ausrichteten. Bey der andern Borſchaft befanden ſich =Zerman Plönnies und Gottſchal> von Wykeden, bey der dritten Zerman Don 1 der nachher nach Bußland gieng. Hier- durch entſtand eine ziemliche Kaltſinnigkeit , die Handlung zu Jvanottrod nahm zu, dabey aber muſten die Lübecker ſich aus Uebereilung nachſagen laſſen, daß ſie zum Untergange der Provinz Siefland vieles beigetragen. 1553 Der Erzbiſchof Marggraf: Wilhelm fand 'der Schwäche des Landes und ſeines Alters halbet für nöthig, einen Coadiuto? anzunehmen, und brachte des- halb Herzog Chriſtophern von YMeclenburg in Vorſchlag, in Hofnung, der König von Pohlen Siegm. Auguſt, ſeiner Mutter Bruder, würde ſolches durch hehe Vermittelung am bequemſten durchtteiben. Allein. dieſe wohlgemeitte Ab- icht machte die ſ<hwürigen Gemüther noch empfindlicher , weil der ganze Anſchlag gegen die wolmerſchen Receſſe lief, Der Ordensmeiſter trat alſo mit den geiſt- lichen und weltlichen Ständen von Liefland zuſammen, und ſandte ſeine Gevol? mächtigten , den Ordensverwandten Joh. 559pwen und ſeinen Kanzler Chri- fiopp Bödekern auf den Reichstag nach [Ilm , denen ihre Volmacht zu Wen- en am Montage nach Eaurentit ausgeferiiget wurde, Unter allen gab ſich der Biſchof Zerman von Dörpt die meiſte Mühe, den Kaiſer und das Reich in die lieſländiſchen Vortheile zu ziehen. Zu dem Ende fertigte er ſeinen Stiftss kanzler und Geſandten Herrn Georg Zoltzſchuher *), einen edlen Fran>en, nach Brüſſel an Carl den Vtenab, welcher die ttifrigſten Vorſtellungen that, aber guch voraus ſahe, wo es bey der Kaltſinnigkeit des Kaiſers hinaus wolte. Dex Kaiſer entſchuldigte ſich mit der Macht der Türken, daher er allein nicht im Stande ſey Liefland zu ſchüßen. Der gröſte Troſt, welchen Carl den lieſläns- diſchen Geſandten ertheilte, beſtand in 3 Briefen, an welche die kaiſerliche gül- dene Bulle gehänget war. In dem erſten beſtätiget der Kaiſer die dorptiſchen Privilegien für die Stadt und das Stift , in dem andern verbietet er die Einfüh rung des Metals, der Panzer und der Kriegesrüſtungen in Bußland, in dem dritten empfielt er die Liefländer dem König in ESchweden in ſeinen beſondern Schuß. Dieſe Brieſe ſind zu Zrüſſel vom 27ſten Jun, unterzeichnet. “ m 8) Der Kanzler Zoltſchuher, ein Man von groſſen Verdienſten, kante die Macht der bes nachbarten Staaren beſſer als der Orden, und ſorgte für das Beſte des Landes ernſtli- <er, als es in Riga der Zank zwiſchen den Ordensmeiſter , dem Erzbiſchof und der Stadt zulies. Die Stadt Dörpt, als welche gleich im Wurf lag, hatte ſeit geraumer Zeit ſchon Urſach, dem Czaar nicht troßig zu begegnen, noch zu pochen, indem hier mit Grosthun nichts auszurichten war. Man beſchuldigte ſhon den vorigen Biſchof “"Jodocus der Verrätherey , weil er gelinder ſprach , als es dem wendenſchen Kanz- ſeyſtil des Meiſters gemäs war. sZzolzſchüher , der als ein kluger Patriote den Rath gab, man ſolte ſich in die Zeit ſchien , zog ſich den Undank der Welt zu, da er doch voraus wuſte, daß Schweden ſür ſeinen Schuß über Liefland bezahlt ſeyn wolte. Wenigſtens hatten die kaiſerlichen Schreiben nicht mehr Nachdru , als eine Fürbitte, gegen die man ſich mit Entſchuldigungen wapnet. Carl der Vte ſchrieb noch bis 1556 nach Schweden. Sein Bruder und Nachfolger Ferdinand der Iſte vero ſuchte es am 25ſten Jul, 1558 noch einmal, und empfal dem Könige Guſtav das ver« laſſene Liefland und deſſen Ordensmeiſter Fürſtenberg. Allein die Schweden wolten billig die Früchte ihrer Werke eſſen, und ihre Hauptfrage blieb alſo: Woran Halten wir uns ? Weil der Kaiſer dieſes zu beſtimmen vergeſſen hatte, ſoy waren nicht nur dieſe Briefe, ſondern auch die folgenden von Ü)aximilian dem Ilten unterm 2oſten October 1575 und von Rudolph dem Uten unterm zoſten October 1579 von ebeu ſy ſchlechter Wirkung, :

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tErzb. Wilhelm. zurZeit der Regierung Hinrichs von Galen. 217 Am Sontage Eraudi kam auf dem Dom zu Revel bey einem Fleiſcher, 1553 welcher am Sontage Bier braute, Feuer aus, wodurch die meiſten Häuſer des Doms, und viele in der Stadt bis in die Staveſtraſſe verzehret , und der Hochzeitſchmaus auf der groſſen Gildenſtube manchem verſalzen wurde. In dieſem Jahr ſandten die Stände eine Geſandſchaft nach Yoskau, den Frieden mit dieſer Krone zu verlängern. Allein ſie kam unverrichteter Sache wie- - der zurück, weil ſie wegen des Zinſes des <riſtlichen Glaubens keine Verhal- tungöbefehle gehabt, Auf dem Landtage zu Wolmer erwehlten die Stände am ten Jenner den 1554 jungen Gotthard Kettler für ſeine dem Orden oft mit Lebensgefahr geleiſteten Dienſte zum Comtur zu Düneburg, wozu ihm der ehmalige Comtur zu Vellin, Senrich von Thulen, der zu Tarvaſt ſein Alter in Ruhe zubringen wolte . ſeinen ganzen Staat an Meublen, Geſchmeide und Pferden verehrte, damit der Empfang der pohlmſchen Geſandtſchaft dadurch prächtiger und die ſtarke Aus» gabe für die freie Zehrung ſo anſehnlicher Durchreiſenden , weil Dünebure das Grenzſchlos gegen Litthauen war, einiger maſſen erſeßet würde. Auch dieſer - Umjiand fiel gleich dem Orden verdächtig, indem man den Ueberlauf der Pohlen nicht noch mehr befördern wolte, als deren König, Siezism. Auguſtus, den Hexzog Chriſtoph von Mecklenburt durch ſeinen Geſandten Caſper Lonski nachdrückitch und mit allen Rednerfünſten zum Coadiutox des Erzbiſtums empfes. len lies. Im roten Jenner faſten der Erzbiſchof, die Biſchöfe und der Ordensmeiſter von Lieſland zuWolmer einen Schlus ab, worin feſt geſett ward, daß man der Religion bis zur Erörrerung eines algemeinen Concilii freien Lauf laſſen , feine Prediger und Seelſorger ohne rechtmäßigen Beruf und Zeugnis von ihrer Lehre und Leben annehmen , die unehlichen Beiwohnungen unter den Bauren mit Ernſt ab» ſchaffen ; in feine bis ins 4te Glied verbotene Grade des Geblüts heirathen, und feine neue Ströme und Hafen verſtatten wolte. Wegen der Münzen wird ein geſchworner Wardein beſtellet, der nur halbe Marke, ganze Ferdinge und das Drittheil an Schillingen und Pfennigen prägen läſt. Jeder Kaufman mus den öten Theil ſeines Silbers auf, die Münze ſiefern, Aller Aufwechſel mit kleinem Gols de iſt verboten. Den Botſchaftern nach Rußland ward Volmacht ertheilet, einen Frieden auf 30 Jahr beim Czaar zu ſuchen, nur daß ſie wegen der Zufuhr der verbotenen Waaren nichts nachgeben, in feine Päſſe für die Ausländer und für die fremde Kriegsrüſtung willigen, und daß der Buſſe ſeine Waaren verlie» re, wenn er ſie von den Liefländern kaufe, daſür dieſe hoch geſtrafet werden müſten, Lauter Verhaltungsbefehle , die zur Verlängerung des Friedens ſehr zus träglich geweſen ſeyn würden , wenn nicht der Czaar, alles pünktlich bey dem Alten zu laſſen , ernſtlich verlanget hätte. : In der Faſtenzeit giengen alſo die Geſandten ab, nemlich Joh. von Bock» horſt, Otto Grothuſen, Benediet Förſtenaw, und der Dolmetſcher Vielchior Grothuſen von Seiten des Erzbiſchofs und Herrn Meiſters. Der Biſchyf von Dörpr ſandte Wolmer jg, Didrich Kawern, und Blaſius Becke, die nichts weiter als einen Stilſtand auf 15 Jahr erlangten und innerhald 3 Jahren ſich mit der Zinſemünze einfinden ſolten 9, Ein 8) Dieſe Kreuzfüſſung iſt gezeichnet im Monat Junius des yo6zſten Jahrs. Der Stadt» halter zu LToetärden, Rnees Deinitri Fedrowitz, der Stadrhalrer zu Pleocow, Iwvan Petrowirz , und ſein Unterſtadthälter Waſili Perrowirz erhalten darin Befehl, mit Liefland Friede zu halten, weil ſich die Stände änheiſchich geinacht; nicht zu dem König von Pohlen zu treten, der Biſchof von Dörpt auch ſrinvn Zins mit den rückſtändigen Schulden abzutragen, und für jeden Kopfeine deutſchy Märk zuerlegen, ver» ſprochen. Die rußrſcher: Kirchen und das Land der Kitchen wird gerbimget, der Handel bis auf die Einführung der Panzer frey gegeben, die Grepze nach den Holmen im Vlarva +“ ſtrom eingerichtet, jedem klagenden Theil je; geſchüffet; alles nach dem Altrei), vs it [7]

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218 Lehen und Thaten der liefändiſchen Ordensmeiſter, 155€ Ein Jahr vor Schlieſſung dieſes Friedens ſuchte der Ordensimeiſter durch eine abgefertigte Geſandſchaft den König Guſtav den erſten in €chweden zur Allianz zu bewegen, der auch mit den Ruſſen gebrochen hatte, und von ſelbi- gem Feinde in Carelenziemlich beunruhigetwurde, Nunmehro, dadi Schwe- den dem Orden anſehnliche Änerbietungen thaten, und von den Fieſländern unterſrüßt ſeyn wolten , gab Zinrich von Galen dem jerwiſchen Vogte, Zerndt von Smetrten, Wolthern von Plettenberg und ReimbertWils- heimen, beider Rechte Doctorn, als neuen Geſandten die Volmacht, den König in Schweden dienſtfreundlich und nachbarlich zu begrüſſen, und den Orden zu entſchuldigen / daß er nicht helfen könne, weil er mit den Buſſen einen höchſtbe- ſchwerlichen Frieden eingehen müſſen. Er beſorge ſich eines Krieges / weil nach 3 Jahren kein Zins einkommen werde, und gettöſte ſich der köaigl. Hülfe« We- gen des Einfals in Carelen bezeugen ſie ihr herzliches Mitleiden, verſtatten auch dem Könige, in Liefland auf eigne Koſten Reuter und Knechte werben zu laſſen, ſo viel ohne ſonderliche Entblöſſung des Landes möglich ſey. Er verſpricht ſeine Vermittelung, wenn der König mit andern <riſtlichen Potentaten zerfallen ſolte, und verſichert ihn freundlicher , wahrer , treuer Nachbarſchaft. Dieſe Volmacht iſt unterzeichnet zu Wenden, am LMargarethen Abend, Die ganze Handlung ſchrieb man ſich in Schweden hinters Ohr, und man ſahe wohl, daß der Or? densmeiſter mehr Luſt hatte mit eingebildeten nahen Feinden zu fechten, die auch am leichteſten zu bezwingen waren. Hierzu gab der Einzug des neuen Coadiutors Chriſtophs, Herzogs zu Me&lenburg, eine neue Gelegenheit, welcher im Sommer zu Hokenhauſen anfam und am 25ſten Nov. in Bigg unter groſſem Gepränge des ſtiftiſchen Adels einritte. | 1556 FSnderFaſtenzeit nahmder dunemündiſche Comtur, Gotth. Kettler, laut des wendiſthen Herrentages ſeinen Weg durch Litthauen, Pohlen, Schle- ſien und Sachſen auf Lübeck, deutſche Soldaten ins Land zu ſchaffen. Er gerieth deshalb zu Brietz und Breßlauin einige Ungelegenheit, half ſich aber doch durch ſeine Behendigfeit los, er brachte 4 volſtändige Compagnien *) auf die Bei- ne, die im Frühjahr von Travemünde aus unter Segel giengen, und in Riga durch den jerwiſchen Vogt Bernhard von & merten gemuſtert wurden, Das bevorſtehende Unglück hatte einen Cometen zum Vorboten, welcher ſeine Stralen wie ein langer Beſen von ſich ſtreuete. Er gieng mit Anfang des Merz» monats in dem der Sonne gegenüber ſtehenden Zeichen der Jungfrau auf, nahe bey befindet ſich an dem Briefe das Siegel des Czaars, des Herrn Meiſters, des Erzbi- ſe>ofs und 4 anderer, Die dörptiſchen Geſandten drungen ſtark darauf, daß man dieſe leidlichen Bedingungen annehmen ſolte, weil Dörpt ſonſt am erſten im Blute zu baden hätte, worauf die Herrmeiſterlichen ſich unterſchrieben, Jn Liefland nante man dieſe Langſamkeit eine Uebeteilung, und war mit aller Geduld des Czaars dennoch nicht zu frieden. 2) Dieſer Kern von deutſchen Soldaten ſolten die Erretter von Liefland ſeynz ſie brache ten auch das Schreen mit ſich, aber nur dem Erzbiſchof. Man zahlete ihnen einen ſo anſehnlichen Sold, daß ſelbſt Henning bange iſt, es werde der Schaß in Lief= land zu ihrer Löhnung nicht zureichen. Fürſtenberg bediente ſich auch ihrer Tapfer keit 3 er muſte aber vor Lais ſchimpflich mit ihnen abziehen. un- konten dieſe Leute nichts dafür , daß ihrer nicht mehr als 4 oder 5 Compagnien waren, die man zu groſ» ſen Unternehmungen beſtimt hatte. Doch Weuſtädt zeigt uns ihren Fehler beſſer : „Das Geld , ſchreibt er , war verbuttert;z die Knechte maulten, daß das Geld weg „war , deswegen zogen ſie von einander , und der Winter ſcheidete ſie mit. So gehts „wenn man die Roſen im Schnee brechen wilz Hansgen kan den liefländiſchen Win- „ter mit den durchgeſchnittenen Kollern ſo nicht vertragen, auch war das Bier aus den „Zapfen le auf der Tonne. Der König Sigm. Aug. war ein Feind der deutſchen Soldaten. Er warf ihnen vor , daß ſie Furſtenbergen in Stich gelaſſen, und an deſs ſen Unglüf Schuld wären. . Allein die Urſach war, weil der König ſie entbehren konte, indem er kein Geld hatte, und dieſe Leute 3. bis 4 mal mehr brauchten als ſeine pohl« nijchen Knechte,

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Erzb. Wilhelm. zurZeit der Regierung Hinrichs von Galen. 219 bey dem Stern von der dritten Gröſſe ihres Flügels. Von da eilte er nach den 1556 Arctueus, dem Cepheus , "der Andromeda, näherte ſich dem PIordpol, und beugte von da nac) den Widder, worauf er im April mit dem Saturn, Wars, der Venus und Sone zuſammen fam, ſich noch einige Zeit vor der Sonnen Aufgang ſehen lies, und kurz darauf verſchwand -), Mitlerweile wurden des Erzbiſchofs mit Ziffern und Caratteren geſchriebene Briefe an ſeinen Bruder, Herzog Albrecht zu Preuſſen, in weichen er denſel- ben um Hülfstruppen erſuchet, undihnen die Häfen Dunemünde, Pernaw und Salis zur Landung der Völker angewieſen hatte, in Curland aufgefangen. Daein Ordensſecretarius dieſesGeheimnis wolte entdeckt haben; ſv wurde ſogleich überal Lerm geblaſen , der Erzbiſchofvon den Ständen für einen Feind des Landes erkläret, und ihm von der Stadt der Eid aufgekündiget, worüber Galen am 8ten Zun. zu Wenden eiren Revers ausſtellete. Dieſer nahm'indeſſen zur Ausführung ſeines Unternehmens den Comtur zu Vellin, Wilhelm von Fürſtenbert zum Coad- - iutor in dem Meiſteramte. | Der Landmarſchal Caſpar von Münſter, welcher . ordentlicher Weiſe dienächſte Anwartſchaft daraufhatte, protejtirte gegen dieſe Wahl, und ſegzte an Fürſtenbergen aus, daß er ſich mit den Pohlen nicht vertragen könne, wie er denn ſchon als Comtur des Grenzſchloſſes Düneburg ſich zu ver- ſchiedenen Malen mit dieſen Nachbarn überworfen hätte. Daher rierh er , man möchte lieber Gotthard Kettlern annehmen; welcher Meinung auch bald meh- rere von den Mitgebietigern beipflichteten. Und dieſer Rath wäre für Lieſland damals freilich der beſte geweſen. | Um aber doch ſeinen Willen zu haben, und dem Ordensmeiſter einen Poſſen zu ſpielen , ſo rückte der Landmarſchal Münſter mit ſeinen Hofleuten in Sege- wolde vor das Schlos Dunemünde, und als der daſige Comtur Jürgen von Brabeck auf geheimen Befehl des Ordensmeiſters Feuer zu 'geben drohete, wandte'er ſich nach Aſtherade. - - Hier wolte ihn auch niemand einlaſſen , wess halb er ſich" denn zu der erzbiſchöflichen Partey ſchlug , und nach A<kenhauſen gieng. Nun wolte ihn zwar der Orden als einen öffentlichen Feind ausgeliefert wiſſen 3 allein der Erzbiſchof erwies den zu Lemſel verſamleten Stiftsräthen. die Rechtmäßigkeit ſeiner Beſchüßung, und ſchite den Landmarſchal Münſter als ſeinen Geſandten nach Preuſſeu. Hier gab man ihm Schuld, daß er daſelbſt wichtige Händel angeſponnen , die das gemeine Geſchrey in Liefland noch gröſſer machte , ob er gleich in der That nur aus einer perſönlichen Rache gegen die Or- densgebietiger, die ihn in der Wahl übergangen, die Vortheile des Erzbiſchofs et- was zu hißig verfochte , aber ſchlechten Dank dafür erlangte *), Jii 2 Nun- 8) Dieſen Cometen hatte der Erzbiſchofmit näherm Recht auf ſeine Gefangenſchaft zu deu- ten, als Carl der Vte auf ſeinen Todesfal. Jederman prophezeite dem armen Lieflande hieraus wenig guts, und die Schriftſteller haben auch gleich die Erfüllung entde>t, Man könte.hieraus beinahe einen Aberglauben ſchlieſſen: nur dieſes ſteht Im Wege , daß die Leute damals weder klüger noch beſſer wurden , zum offenbaren Be« weis , daß ſchon die alten Liefländer nicht mehr an Cometen geglaubet haben , zumal an dieſen , weil er ziemlich ſpät kam , und Liefland in ſeinem völligen Untergange an- traf, Die Hiſtorie aller. liefländiſchen Cometen hat uns ein Curlönder, Joh. Sven- burt, zu Riega in 4 auf. 4 Bogen 1665 drucken laſſen. Er fängt fFxpon 1314 an. Der Im Jahr 15249 war der glücklichſte, ein Vorbote ſo vieler Portugalöſer , die Pletten- bert prägen laſſen. Dergleichen ſind nicht viele mehr erſchienen, „F)) Der Landmarſchal Caſpar von MWünſter gieng nachher nach Pohlen , 'wo ihn nach Hennings Urtheil die Rache GOttes verfolgte, daß er ſich zu Cauen der Läuſe und Würmer kaum , der. bitterſten Armuth aber gar nicht erwehren konte, ob er gleich bey ſeinem Amte ehemals in Liefland mit 300 Pferden und etlichen Trompetern zur Tage- fart geritten. Einige gute Leute riethen ihm , die Worte: Ecce homo mit groſſen Buchſtaben auf ein Papier zu ſchreiben , und forne aufs Kleid zu heften , auf einmal aber , wenn der litthauiſche Senat beiſammen , ſich darzuſtellen , ob man viel- leicht mit ſeinem Zuſtande Mitleiden haben würde, Er ſol es auch.gethan haben ; worau

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220 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 15585 Runmehro gieng alles nach den hizigen Anſchlägen des Coadiutors Für- ſtenbergs. Der roſitenſche Vogt, Herr Werner Schall von Bell, ward mit einigen Völfern nach dem Hofe Setzen befehligt , die Wdalve zu: halten und dem Erzbiſchof. den Briefwechſel nach Pohlen und Preuſſen zu ſperren. Der pohlmſcie Geſandte, Caſpar een reiſete eben dieſelve Straſſe, wurde aber in Ermangelung eines herrmeiſterlichen Paſſes zurü> gewieſen. Stantslaus Vodt gab ihm den Rath, ſich heimlich durchzuſchleichen. Man ſette ihm aber nach, beraubte ſein ganzes Gefolge, und verwundete den föniglichen Geſandten ſelbſt ſo gefährlich , daß er den dritten Tag davon ſtarb. Dieſe Beleidigung em- pfand der König höher , als die Händel wider den Erzbiſchofi ſelbſt. Am 16ten Junii ſchickten die Biſchöfe von Dörpt, Oeſel und Curland, der Ordensmeiſter , und die Stadt Rigg dem Erzbiſchof: das Manifeſt von dem groſſen kokenhauſiſchen Kriege zu , deſſen Ueberbringer von dem Erzbiſchof ein Geſchenk erhielten. Was dieſelben dabey am meiſten befremdete , war die Ueber- eilung der Bicſiſchen. Denn man hatte der Bärſerſchaft eingebildet , daß ſchon zirflich 10900 Preuſſen durch Curland nach Rigg.auf dem Wege wären, und etliche Kriegsſchiffe den Hafen von Revel geſperret hielten. Der Erzbiſchof wolte ſeinem Herrn Bruder davon Kundſchaft geben 3 allein ſein Abgeordneter, Georg Taube von Lemſel, ward an der Mündung des Salisſtroms, da er eben ins Boot ſteigen wolte , am 18ten Juni erſchoſſen. Der ſegewoldiſche Com- tur nahm dem Erzbiſchof; Cremone weg , und die Herrmeiſterlichen verbranten Ronneburg, welches ſich am 21ſten Jun. ergab. Der alte Galen hatte Für- ſtenbergen ſchon zu viele Freiheit gelaſſen, der daher bey allen Erinnerungen ſei- nes Vormannes nicht zu regieren war x). - Für- worauf er daß Schlos Aſtherade Zeitlebens zur Proviſion erhalten, zu welcher der Herzog von Curland einige Bauren hergab, weil der Landmarſchal ihn ſchon an Für- ſtenbergs Stelle in Vorſchlag gebrac<t. Als Aſcherade 1577 an die Ruſſen übers gieng, und die Deutſchen weggeführt wurden, der alte NPÜnſter aber Alters halber nicht fortkommen konte, ſollen jene ihn unter den Schlosmauren todgeſchlagen und lie» gen gelaſſen , oder, wie Relch erzehlet, ihm beide Augen ausgeſtochen und mit Ruthen zu Tode gepeitſchet haben. Daß Henning hier zu hart geurtheilet , beweiſen unſre Documente. Rettler verliehe ihm das Schlos Aſcherade mit 40 Bauergeſinden auf Lebenszeit, und ſchüßte ihn auch dabey, Wo hätte alſo die groſſe Armuth herkom« men ſollen? Sigiem. Auguſt beſtätigte den 8ten April 1565 dieſe ketilerſche Schen kung bey welcher Gelegenheit er die Verdienſte dieſes wacern Mannes rühmet und ihn Generoſum Ca/varem a Mänfter , quondam prouincialem Marchalcum Liuonias nennet. 8) Den Krieg zwiſchen dem Erzbiſchof und dem Landmarſchal beſchreibet Ruſſov Bl.37g, ver neueſten Auflage, auf eine recht luſtige Ark. Es entſtand ein greulicher Lerm, als ob ein Haufen Schiffe mit Reuter und Fusvolk aus Preuſſen im Anzuge wären , die von Seiten des Erzbiſchofs und ſeines Bruders des Herzogs von Preuſſen, Liefland überrumpeln ſolten. Hierauf giengen Tag und Nacht Briefe an die Landſaſſen , ſich bey erſter Erblifung derſelben nac) Maasgebung ihrer Güter zu rüſten, und an den Strand zu verfügen. Es war weder Knecht noh Rüſtung da- Darum muſten die undeutſchen Staljungen und die alten Sechsferdings-Knechte in der Eil herhalten, die ſich ſchon halb zu Tode geſoffen, ſich beweibet, und ihr Lebenlang kaum ein Rohr logs geſchoſſen hatten. Wie ſie den alten verroſteten Harniſch über die Haut friegten , und fortziehen ſolten , nahmen ſie noch einen guten Rauſch zu ſich , und ſchwuren bey einan- der zu leben und zu ſterben, Etliche ſeßten ſich halb tod zu Pferde , da inzwiſchen die Frauen , Jungfern , Mägde und Kinder heuleten und weineten, als ob ſie dieſe ihre Helden nimmer wieder ſehen würden. Sie rückten hierauf mit aller Macht an den Strand , wo weder Schif noch Menſch zu ſehen war , und nach einem Aufenthalt voa erlichen Wochen ward den Proviantwagen und Biertonnen der leßte Reſt gegeben. Noch ſatvriſcher und vielleicht warhafter lautet die liefländiſche Kriegeeanſtalt, davon beſagter Verfaſſer uns dieſe Vorſtellung macht. Als man in der Eil, ſchreibt er, Lands» knochte annehmen müſſen ; ſo war nach langem Suchen kaum ein Jula 25 zu inden.

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Erzb. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Hinrichs von Galen, 221 ... Fürſtenberg rüte am 28ſten Zunii vor Rokenhauſen, wo ſich die Ri- iſchen den Tag darauf mit einfanden. Der Coadiutor Chriſtoph von Tieck enbur&, welcher mit bey dem Erzbiſchof war , lies ſich gleich zu den alten Galen nach Wenden bringen, der ihn auch mit etlichen Pferden einholete, und ihm bey ſeiner Fortbringung nach dem Schloſſe Treyden etliche Hengſte und vergüldete Pferdedecken verehrte, in welchem Arreſt der Coadiutor doch Erlaubnis hatte, ſich durch eigene Boten die Vermittelung des Königs in Pohlen und der Herzoge von Preuſſen und Me&lenburg auszubitten. Der Erzbiſchof ergab ſich am 5oſten Zuni an Fürſtenberg, und überlieferte ihm zugleich die Schlüſſel zu ſeiner Reſidenz , worauf er mit 100 Pferden nach Smilten. und von da nach Azel geführet wurde, wo man eben nicht gar zu freundlich mit ihm umgieng; in» dem der marienburtgiſche Comtur Philip Schall von Bell beſchuldiget ward, daß er die zum erzbiſchöflichen Unterhalt ausgeſeßten Gelder in ſeinen Beutek geſtrichen und ſeinen hohen Gefangenen Noth leiden laſſen. Doch konten beide Gefangene zur Luſt ſpaßiren, wohin ſie wolten. Auf eingelaufene Nachricht von der Gefangenſchaft des Coadiutors, ſchickte der König von Pohlen einen neuen ' Geſandten , ſich zu erfundigen, ob Chriſtoph lebendig oder tod wär Er hatte aber bey ſeinem Gehör ſo viele Zugeordnete bey ſich, die aufcalle ſeine Reden genau Acht geben muſten, daß er ſeines Principalen Troſt weder dem Herzoge noch dem gefangenen Erzbiſchof, den er ebenfals beſuchte, öffentlich ertheilen konte. Den Kiefländern ſelbſt war bey dieſer Unruhe nicht wohl zu Muthe, Sie erſuchten Cölln, Jülich und Münſter , als Reichsſtände , die Städte Lübec>, 5amburg, Süneburg, Bremen und andre, der Handlung zum beſten die Freiheit des Landes zu ſchüßen. Der ganze Beiſtand der Gefangenen beſtund in Abfertigung, etlicher Geſandten) die ſich theils feine überflüßige Mühe gaben, theils mit etlichen leichten Tröſtungen vorlieb nahmen. Des Hochdeutſch» meiſters Abgeordnete, 5ans Wilhelm LTothoff, Comtur zu Mergentheim, und.ein Herr von Bevern nahmen ſchon in Lübeck ihren Rückweg, wo ſie von den daſelbſt ſich aufhaltenden Comturen von Düneburg und Riga, Gott- hard Rettlern und Georg Sieborgen, zu Wijchlintgen die nöthige Belehz rung und gute Nachricht empfiengen. Die pommerſchen Geſandten, tiemlich der blumenthaliſche Comtur D. Matthias Boes und Joh. Wulf erhiel» ten nach dem am 21ſten Auguſt beim Erzbiſchof erlangten Gehör von dem Herrn Meiſter ſo viel, daß er die vorgeſchlagene Vermittelung des Königs in Dänne- mark, des Churfüriten zu Brandenburg, der pommerſchen und jülichſchen Herzoge, und der Stadt Lübeck genehmigte. Die däniſchen Geſandten und Ritter, Otto Rrump, Johan Ochſe, Elert Rrabbe und D. Johan Strubbe wirkten endlich ſo viel aus, daß das Erzbiſtum den Biſchöfen zu Dörpt und Oeſcl in ſo ferne zum Sequeſter übertragen wurde , wenn der Kb» nig in Pohlen, und der Herzog in Preuſſen damit zufeleßen wären 2), Die finden. Wenn die beſten Kriegesleute (das waren aber unerfahrne Handwerksburſche) des Abends auf die Wache zogen , ſolief jederman vom Tiſche und hörte das ſeltſame Spielwerk an.. Viele liefen aus der Predigt, um einmal eine Trummel zu hören, Gegen den Herbſt kamen viel Reuter und Knechte aus Deutſchland , die machten in Curland bey Adel und Bauren mit ihren langen Hoſen, Spieſſen und Schlachtſchwer» tern ein ſolches Aufſehen , als wenn ein Meerwunder angekommen wäre, war ſind einige Umſtände hiervon ganz natürlich, alle aber zeigen doch eine ſchlechte Kriegesver» faſſung und viel Hiße zum Balgen an. ] hd) Der Orden iſt für ſeine Freiheit wol nie ſs eiferſüchtig geweſen als damals. Dieſe beis den Männer fanden in der Fürbitte ſo hoher Anverwandten ſo wenig Schuß, daß ſie vielmehr die Eiferſucht wider ſie anflamten, Cs bemühten ſich ſchon vorher der König von Pohlen , Sigiom. Autzuſt , der-Herzog Joh. Albrecht von Mecklenburg, Marggraf Albrecht von Brandenburg , die Czurſüriten Joachim zu Branden» burg und Auguſt zu Sachſen, die Herzoge S6; Srlehrich der mitlere, Jovan 2 11. 1556

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222 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I Die ernſtlichen Kriegesanſtalten, womit die Pohlen Liefland bedrohey SEN ten, FEHN zuleßt ſo viel, daß der alte Galen an einem Vergleich mit dem Erzbiſchof und deſſen Coadiutor arbeiten lies. Er ſtelte am 1zten Febr. zuWen- den, den eingezogenen Capitelsherren Johan von der Palen, auf Fürbitte des Königs in Däuneark, auf. freien Fus, unter der Bedingung , daß der entle- digte nichts gegen das Land handeln oder ſchreiben ſolte. Es kam auch am 10ten Merz mit allen intereßirten Parteien zu Unterhandlungen , in welchen die Befrei- ung des Marggrafen und Herzogs die Hauptmaterie war, die in den Beſit der erzſtiftiſchen Güter wieder eingeſetzet werden ſolten. Die Stadt verſprach dem Herzog Chriſroph zu huldigen; doch wurde alles ans ven Reich zur Eröry . terung verwieſen. Allein dieſer Richter ſchien dem Könige von Dohlen ein wenig zu entlegen zu ſeynz daher er ſich in der Zurüſtung gegen die Liefländer nicht aufhalten lies, obgleich die däniſchen Geſandten die Einſtellung dieſes Feldzuges zu bewirken ſich viele Mühe gaben. Der alte Ordensmeiſter , welcher ſich ſchon vorher aus dieſen Händeln aus- gewickelt , fand nicht vor gut die Ankunft des Königs von Pohlen abzuwarten z ſondern ſtarb am zten May, undhinterlies ſeine Würde dem vorher dazu erſehenen Coadiutor 9, Wilhelm und Joh. Friedrich der jüngere zu Sachſen, Herzog Philip von Pom« mern, Sranz Otto Herzog zu Lüneburg und andre mehr vergeblich, und lieſſen auf dem Landtage zu Wolmer den 21ſten Febr. wiewol vergebens , Vorſtellung thun. Rigga wurde auch beſonders mit eingeflochten , hatte ſich aber von dem Herrn Meiſter und ſeinem Coadiutor Fürſtenberg die verbindlichſten Reverſalien ausſtellen laſſen, daß der Orden ſie für alle Gewalt mit Leib und Gut ſchüßen wolle. Fürſtenberg vers langte eine Compagnie Knechte, Die Stadt konte keine Soldaten bekommen. Ein jeder muſte alſo ſeinen Knecht ſchien oder ſelbſt mit ziehen. Am 23ſten Junii zogen 250 Knechte , 150 Soldträger und 6 gegoſſene Stüke nac), Rokenhauſen , die. den 29ſten davor ankamen, den zoſten ſie einnahmen und den 4ten Julii wieder in Riga eintrafen. Das war der ganze puniſche Krieg. Doch ſchreibet LFeuſtädt : ſie kamen zurü& , der Stadt eben zu keiner ſonderlichen Freude, Die avswertigen Zeitungen verbreiteten dieſe Händel ziemlich ungleich. “Joachim Camerarius berichtet, man habe den Erzbiſchof todt geſagt; den Pohlen ſeyn 200000 Thlr. von dem liefländis ſchen Orden angeboten , wenn es nicht zum Kriege kommen dürfte. Bald hies es, die Liefländer hätten über die Pohlen in einem Scharmüßel einen guten Vortheil ers halten. Alle dieſe Gerüchte aber werden ungegründet befunden, wenn man ſie gegen die einheimiſchen Beſchreibungen hält. 5) Der rigiſche Comtur Georg Sieborgy war von dem alten Galen an den kaiſerfis <en Hof geſchi>t , die Coadiutur für Fürſtenbergen zu ſuchen. Das Diploma wur» de auch auf Erſuchen Carls des Viten durch ſeinen Bruder, den römiſchen König Fers dinand, zu Wien am 13 Auguſt ausgeſtellet , und von beiden Majeſtäten eigenhändig unterſchrieben. Unter andern lautet es ſo , daß Fürſtenberg aus triftigen Urs ſachen die Regalien nicht perſönlich empfangen können, und ſeine Andacht, der Meis ſter Galen , bey ſeinem betagten und erlebten Alter einen braven Man nöthig habe, deſſen Schultern etwas ertragen könten. Der Ordensmeiſter-begab ſich auch nac< Tar» weſt zur Ruhe, und lies dem Coadiutor in allem freie Hände, Bey dieſem aber galt der Soldatengeiſt mehr als die Regentenklugheit. Es iſt kein Wunder, wenn bey Trennung dieſer zuſammen gehörigen Gemüthsgaben gröſſere Reiche, als Liefland, aufgeopfert worden, Der

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Erzb, Wilhelm. zurZeit der Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg, 223 Der ſieben und vierzigſte Ordensmeiſter in Lieſland, deutſchen Ordens, ; Wilhelm von Fürſtenberg 9 9) in Herr, der in allen ſeinen Unternehmungen Unerſchroenheit und ISS? p& Herzhaftigkeit bewies, aber dabey zu härtern Mitteln ſchritte, als ? ? die damaligen füßlichen Zeiten erlaubten. Die Stadt huldigte 7) YE ihm zu Lieuermühlen, Mitwochs nach Bartholomgi. Gd dä Nachdem Sitzismund Auguſt den zu Wolmer getroffe- nen Vergleich zu ſeichte befunden, und ihn 7 ht. für gültig erflären wollen; ſo 2 f ſchlus “ 5) Er ſtamte aus der Linie von Fürſtenber Waterlapp, deren Geſchlechtsſtifter ein gewiſſer Fridrich war, und von der ſchw biſchen Familie dieſes Namens zu unters ſcheiden iſt. Seine Ahnen erzehlet Dirrmar Ü7oller in der fürſtenbergiſchen Ge« nealogie, und andre Schriftſteller dieſer Art mehr. Als Comtur zu Düneburet hatte er mit der rigjiſchen Bürgerſchaft einige Verdrieslichfeiten , weil er 1548 einem Dans ziger , Namens Rrögler, 1600 Laſt Theer verfauft, die der Magiſtrat auf ſein vieles Bitten kaum, die Kaufleute aber gar nicht verabfolgen laſſen wolten, Die Sache kam aber zum Vergleich, ſo daß Fürſtenberg in 6 Wochen ſeinen Theer verſchiffet haben, oder ſelbigen nachher der Gilde verkaufen ſolte, Unterdeſſen gaben die Bürger allen Fahrzeugen auf der Düne ihre volle Ladung , und der Comtur fonte nicht eine einzige Laſt fortbringen 3 daher die Gilde zu ſeinem groſſen Schaden denſelben erſtand, und auf ihre Rechnung ausſchiſte.“ Selbſt aus dem Orden waren nicht alle mit ihm zufrie« den, nicht weil es ihm an Tapferkeit ſondern an gehöriger Klugheit fehle, S, beim Menius S. 20. Es war kein kleiner Staatsfehler , daß er ſeine Affecten gegen den Erzbiſchof auslies, und die Sorge des Landes verabſäumte.. Doch mus niemand den Verluſt von Liefland ihm allein Schuld geben , als woran nicht einer , ſondern alle mit einander, gleichſam als dazu gedungen , arbeiteten, Da Fürſtenberg den Erzbi» ſchof ſo-angegriffen , ſo mus ſeine Achtung für den Papſt auch nicht gros geweſen ſeyn. Es findet ſich eine Oratio de laudibus Livxoniae habita ab Zenrico Montano, Ofilien/i, in celeberrima Academia Roffochtana anno 1557. Lubecae apud Georgium Richolff in 8 auf 3 Bogen gedruckt, welä,e ein Herr von Berz aus Oeſel vem Ordensmeiſter zue geeignet, und in einem netten Latein aufgeſeßt hat, Der Verfaſſer nent die Schwerdt« brüder allezeit Gladiferos und einmal Gladiatorum ordinem. Wir merfen daraus nur die Stelle an, in welcher die fruchtloſen Creuzzüge zu den argen Abſichren des Papſis gezehlet werden : Hoc modo Papae perfidia tot ſumtus fach,. tot Pericula terra ma rique tolerata, tam multus denique fangnis Chriſtiani orbis effuſus , totque ſummo- rum monarcharum et potentiſſinorum regum fortiſſimorumque ducum piiſſimi co» natus fruftra exhauſti ſunt, Dum etenim ille ſandiſſimus clauiger pater , linmilli- mus ſeruus ſeruorum Dei, duplicem vibrat et ſiringit pro lubitu gladium, carnalem et ſpiritalem , ficut loquitur , aduerſus quosuis, etiam terrarum dominos3 omnia tur bat 5 coelum terrae, Avernum marique miſcet, ſecures et ſceptra dat ac ponit arbi= trio Cardiualis aurae, haec expeditio in irritum ceſſit. Welcher Lutheraner härte rool an ſeinen catholiſchen Landesherren ſo ſchreiben dürfen? Es wäre von FSürſten« bergen, weil er durchdrang, viel Gutes zu hoffen geweſen , wenn ihm nichr der Krieg die Hände gebunden hätte, Der lutheriſche Prediger Magiſter Geortz MIöller über« reichte ihm im Lager eine Schrift , in welcher er die in Liefland herſchende Laſter ſchr beiſjend beſtrafte , und um Anlegung einiger Schulen im Lande bat, Der Ordensmei« ſter lies auch gleich ein ſo genantes Skolz Nauda jährlich als eine Schaßung eintreibenz allein bey den verwirten Kriegesläuften wurde es ſo wol von ihm als ſeinem Nachfol- ger auf die Soldaten verwandt, Rettler würde mit Anlegung der Schulen beſſer fortgekommen ſeyn, wenn der Krieg ſeine Abſichren nicht unterbrochen hätte. Er lies Chyträum durch ſeinen Hauscomtur Georg von Sieborg beſprechen, ein Gymna- ſium in Pernau einzurichten , und deſſelben Rector zu werden, Er wolte die Redeo« kunſt, Sprachen und Theologie lehren, die Kinder der undeutſchen Eſten , L.etren und Curen

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524 Leben und Thatender liefländiſchen Ordensmeiſter, 1557 ſchlugen ſich der Kaiſer / das Reich , und die Herzoge Barmm und Philip von Stettin und Pommern ins Mittel, und trafen durch ihre Bevoimächtigten Wetzlaff Michaelowitz von Lieuenſchloß, Valentin Saurmann zur Fels, wie auch OD. Lorcntz Otto und Henning von Wolde zu Lajcn am z2ten Zulii zu Wolmer einen neuen Vergleich, worin der erſtere zum Grunde geleget die Kriegesfoſten gegen einander aufgehoben, der Herr Meiſter für un- ſchaldig an dieſem Kriege erfant, den erzbiſchöflichen Unterthanen, die ſich in Schutz des Herrn Meiſters begeben , Vergebung ertheilet, dem Coadiutor Chrt- ſtoph wegen ſeines minderjährigen Alters zwey Räthe aus dem Capitel und zwey aus der Ritterſchaft des Erzſtifts zugeordnet, und alle beſtrite und verbürgte Perſonen los gegeben werden. Weil auch hier manches dem König nicht anſtand, zumal da der Herr Meiſter die Huldigung der Stadt an den Erzbiſchof; noch durch Proceſſe verzögern, und den Ausgewichenen feine Amneſtie zuſtehen wolte, wont el den Landmarſchal gedeutet wurdez ſo lief die Unterhandlung gleichfals frucht? os ab. Am azſten Auguſt ſchickte die Stadt ihre Botſchaft nach Lienermühlen, die mit dem Ordensmeiſter die nöthige Abrede wegen der Huldigung nahm. Am 2aſten fam Fürſrenberg ſelbſt nac) Riga, und empfieng den Tag darauf den gewöhnlichen Eid, wogegen er ſich der Lehre das Evangelii äuſſerſt anzunehmen, und die Stadt bey allen alten und neuen Privilegien zu ſchüßen ſich anheiſchig machte. Er erlaubet zugleichden Ordensbauren, das Ihrige frey und ungehindert nach der Stadt zu führen, leget den Amtleuten des Ordens die ungewöhnliche Kaufmanſchaft, und bedinget ſich aus, beim Schloſſe etliche Fiſcher, Beer, Zin merleute, Maurer und Briefträger hinzuſeten, welche doch der Stadt zum Itach» theil feine Kaufmanſchaft treiben ſolten. Der Landmarſchal Chriſroph vun Crcuenboff genant von der Laye / und der goldingiſche Comtur Zeinrich Szedint haben ſich dabey mit unterſchrieben. Mitwochs nac) Bartholomst. Die pohlniſche Armee rückte in Litthauen immer weiter, und ſtand nur 7 Meilen von Bauske zu Paswal nahe bey Birze in Samocitien. Ge- gen dieſe 80000 Man hatten die Liefländer ſich nicht gewafnet , ſondern über- lieſſen dem König die Verbeſſerung des wolmerſchen Friedensſchluſſes nach ſei- nem eignen Gefallen, der denn auch am 5ten Sept. die berufenen Pacta Poſſolien= lia aufſetzen, und nach deren willigen Annehmung mit dem Orden unterſchiedliche wichtige Sachen in Richtigkeit bringen lies. Der Inhalt des paswaliſchen Vertrags iſt folgender: Der Erzbiſchof erhält die Reſtitution und halbe Jurisdi- ction über die Stadt nach dem alten, nebſt Meublen, Mütze, Stab, Privile- gien, Büchern , Canonen, Panzer, Gewehr, Kugeln, Kriegsvorrath und 105 Laſt Rocken laut des Inventariiz was daran ſchadhaft geworden, wird ergänzet. IKeil der Erzbiſchof den Bedienten des Coadiutors Unterhalt verſchaffen müſſen, werden zu Vergütigung deſſelben überhaupt 50 Laſt Roen zugeſtanden. Die Cin- fünfte des Erzſtifts bleiben bis zu weiterm Vergleich in Sequeſter. Die Unter-.' thanen des Erzbiſchofs thun keinen neuen Eid, weil ſie nicht freiwillig ſondern ge- zwungen ſeine Partey verlaſſen. Der Coadiutor wird beſtätigt , und iſt ungezwei- "r Stuhlfolger , mus ſich aber des Verdachts wegen in Preuſſen oder YMecX- enburg bis zum Tode ſeines Vorfahren aufhalten *). ' Den Curen im Larein und der <riſtlichen Lehre unterrichten, und zum Predigtamt zube- reiren laſſen. Siehe Chyrräi Vorrede zur henningiſchen Chronik. 5) Von dieſem paswaltſchen Vertrag finden ſich in den Hiſtorien verſchiedene Be- richte. Einige meiden, daß Fürſtenberg mit 7000 Deutſchen, etlichen 1000 Bauren und 6 Compagnien Ausländern den Poblen entgegen gerückt ſey und ſich bey Bauske in Semgallen gelagert habe. Der König habe von Fürſzenbergen verlanget, den Erzbiſchof un? Coadiutor innerhalb 18 Stunden ſrey zu ſchaffen , und habe ihm einen Sebel zugeſandt , mit welchem Schlüſſel ex die Gefängniſſe öſnen wolre« genning, der

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Erzb. Wilhelm, zurZeitder Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg. 225 Den 14ten und 15ten Septemb. brachte man zu Pgswal mit einem neuen [557 Bündnis gegen die Ruſſen zu. Der Ordensmeiſter verlanget innerhalb 12 Jah- ren feinen Beiſtand von Pohlenz wil aber auch nach deren Verlauf ohne könis« gliche Einwilligung feinen neuen Frieden mit Rußland eingehen. - Am 2oſten Septemb. ſchickte der Herzog Albrecht die Beſtätigung des paswaliſchen Ver- trags ein. Allein andrer Seits ſetzte es bey dieſer Sache noch verſchiedene Schwierigkeiten. Der König hatte unter den vorläufigen Bedingungen 20000 Thlr. Kriegeskoſten und eine völlige Genugthuung wegen ſeines erſchlagenen Ge- ſandten begehret. Dazu konten mit vieler Mühe kaum 15000 Thlr. in Rigg zu- ſammen gebracht werden, ob man ſie gleich auf heil. Drey Könige wieder zu zahlen verſprach. Die beiden rigziſchen Herrn Bürgermeiſter Joh. Butte und Jür- gen Dadell ſchoſſen dieſe Summe von 15000 Thlrn. auf Wiederbezahlung der Rits- terſchaft und Verbürgung der ſämtlichen Landesſtände vor 3 bedungen aber auch zu Wenden, daß ſelbigein keiner Contribution oder Zulage zurück gehalten nochihnen abgefürzet werden möchten, Der Vogt zu Roſiten ſolte nach Wild kommen, und dem Künig demüthige Abbitte thun, den Verwandtendes Entleibten Lonsfy aber ei- ne Geldbuſſe erlegen und nachher ins Gefängnis wandern. Doch der Befehlshaber in TWildg, Kettlers guter Freund, vermittelte es bey dem Könige dahin, daß alles unterblieb, nur muſte er bey dem Könige ſein Verſchen erkennen. Der Vogt 3z0g ſodann wieder nach Roſiten, und bedankte ſich ins fünftige vor den ws ionen der doch den lieftändiſchen Winter kennet, ſchreibet unterm x7ten Decemb, noh von dem König, er habe in ſeinem Gezelte Audienz ertheilet. Nach andern werden die Krie« gesfoſten zu 60000 Thlr, angegeben. Wir halten uns an die Documente und Herrn T7cuſtädt. Da zu Paswal unterſchiedliche Verabredungen genommen worden; ſo müſſen die Zeitbeſtimmungen in der Unterſchrift , wel<he Nlenius und unſre Schrift ſteller verſchiedentlich angeben , von mehr als einem Vertrage verſtanden werden. Beim Chyträus komt S, 967 eine tranſactio Parwalienfir vor , die ganz anders laus tet, als diejenige, welche die Pohlen in der Reviſion von 1599 vidimiret haben. Ds cler hat in der Diatriba unter den Documenten eine Conltitutionem Pa/walicam abs drucen laſſen , welche des Chytr&us ſeine iſt. Säie ſind alle richtig, nur iſt der Un- terſchied zu bemerken , daß die däniſchen Geſandten andre Vorſchläge als die pom- merſchen , und dieſe andre als die kaiſerlichen aufs Tapet gebracht, der König aber auch einiges mit dem Herrn Meiſter allein in Richtigkeit zu bringen für rathſam ges funden. Die leidlichen Bedingungen erweiſen, daß der König Sitziomund Auguſt in allen ernſtlich , aber doch mit kaltem Blute zu Werke gegangen ; die gemeinen Poh- len verfuhren hißiger , ſo daß ſie auch den liefländiſchen Geſandten für den Urheber der Feuersbrunſt in Wilda hielten, der ſich deswegen unvermerkt von den däniſchen Geſandten trennen und ins Kloſter entweichen muſte, Sonſt entde>te Rectler , wel« c<er ſich in Deutſchland aufhielt, um dieſe Zeit in der Grafſchaft Pinneberg einen Spion, der vom Erzſtift beſtellet war, ſeine Werbung krebsgängig zu machen, Man nahm daher den guten Johan Overſch , ſo hies der Verräther , beim Kragen und ſchlug ihm dem Kopf herunter, worauf, ſein Körper aufs Rath geflochten und der Kopf auf einem Pfal geſteFet wurde. Er bekante bey der Folter nichts weiter , als daß er mit ſeinem Spiesgeſellen Franz Bonnis zu Sellenhof in Semgallen, 2 Herren von Liven überfallen, von denen ſie einen erſchoſſen , den andern aber gegen 1500 Thlr. wieder los gegeben ; auch hätten ſie an einigen riggiſchen Kauſleuten bey der heil. Ag einen Strajſenraub begangen, weswegen ſie nun die göttliche Rache vers folge. Daß dieſe Leute von der erzbiſchöflichen Parthey erkauft geweſen , eine Morda that an dem Comtur auszuüben iſt ſo gar gewis nicht? daß aber doch ein Geheimnis darunter geſteckt, ſiehet man aus «Z5ennings abgebrochener Erzehlung. Kettler war ſehr argwöniſch , welches ſich weiter hin noch deutlicher zeigen wird. Es muſte man« <her ſeinen Hals hergeben , weil er ein Verräther ſeyn ſolte. Da ihm der Könlg von Pohlen einſt einen ungegründeten Verdacht hart empfinden laſſen , ſo hat man darin ein Vergeltungsrecht finden wollen. Doch Rettler iſt zu entſchuldigen. Die redlich« ſten Geniüther, die für das Recht eifern , ſehen im Aſffect ſelten dis Warheit ein, und auch Kluge werden in der Hiße bethöret, eher eine Sache zu glauben, als zu unters 1 eil

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226 Leben und Thaten der ließändiſchen Ordensmeiſter, x 555 ſionen des Ordens nach Litthauen, wenn ſein Principal, der Herr Meiſter, ſeine Gebietiger nicht beſſer ſchüßen könte. Am zten October ward der Erzbiſchof und ſein Coadiutor des Arreſts entles Higet, und beide hielten in Wolmer, wohin das ganze Land verſchrieben war, ihren prächtigen Einzug mit 309 Pferden, in Begleitung des erzſtiftiſchen Adels und der Herren Räthe, Nach etlichen Tagen kam der Erzbiſchof mit den Herren Räthen auf die Rathsſtube , grüſte den Herrn Meiſter , welcher auch den Erzbi« ſchof freundlich wilkommen hies, worauf ſich beide zum Vertrag die Hände gaben. Wie der Erzbiſchof nach Rigg kam, ſette er ſich im Dom nach geendigter Pres digt aufs hohe Chor in einen Seſſel. Der Rath zu Rigg trat zuerſt hin, und bat nach einer kurzen Begrüſſung um Vergeſſenheit des Vergangenen, damit es der Stadt nicht zur Laſt fiele. Er reichte dem Rathe ſißend die Hand, und ant» wortete nur kurz, ſie hätten es können anders machen, doch ſolle es die gute Stadt nicht entgelten, wenn ſie ſich nur ferner hin treu erweiſen würde. Nach Abtres tung des Raths näherte ſich der Elterman der groſſen Gilde, Jaſper Romberg, nebſt dem Elterman und Elteſten der kleinen Gilde, wünſchten eine glückliche Zus vückfunft und Regierung, baten um Vergeſſung des Geſchehenen und um Fortſeßung der fürſtlichen Gnade gegen die Stadt. Der Erzbiſchof ſtand hierbey auf, bot den Elterleuten die Hand , und verſeßte: Lieben Elterleute und Getreuen, wir nehmen die Entſchuldigung wegen der guten Gemeine in Gnaden an, wir kennen auch die doppelten Herzen wohl, es ſollen ſich aber dennoch Elterleute und'Elteſten mit der ganzen Gemeine zu uns nichts anders als aller väterlichen Gnade und Güte zu verſehen haben. Hierauf reichte er allen insbeſondre die Hand , und begab ſich vom Chor nach dem erzbiſchöflichen Hofe. Am 1zten Dec. brachen der Erzbiſchof, der Coadiutor und der Herr Meiſter nach Litthauen auf, wo ſie ſich auch in des Rn Gegenwart die Hände gaben , und ſich einer ewigen Freundſchaft vers icherten. ; Mitlerweile, da der dreijährige Termin zu Ende lief, in welchem die döt- Ptiſchen dem Czaar den Tribut erlegen ſolten, und die Buſſen ſich zum Feldzus ge rüſteten, war aus Bigg und Wenden wenig Troſt zu erwarten, weil der Ordensmeiſter mit ſeinem Marggrafen und Herzog, ja ſelbſt mit dem König vott Oohlen beide Hände vol zu thun hatte. Sie muſten alſo allein für ihre Sicher- eit ſorgen, und damit ſie die Ruſſen etwas aufhielten , fertigten ſie eine Bots ſchaft nach YMoſcau, die frey Geleite für eine groſſe Geſandſchaft auswirken ſols te. Dieſe Botſchafter waren Hr. Jacob Steinweg und Hr. Franz L7eu- ſtädt. Sie fanden in Rußland alles zum Feldzuge fertig 3 vicl 1000 Schlit- ten mit Proviant, Kraut, Loth und Geſchütz ſtunden an den Grenzen. Die Poſt- höfe, die 4 oder 5 Meilen von einander lagen, waren mit doppelten neuen Herber- gen und Stallungen für 50 und 100 Pferde verſehen , und neue Brücken, eine viertel Meile lang und 4 Faden breit, geſchlagen. Dem ohnerachtet nahm der Czaar dieſe Botſchaft ſehr gütig auf, und fertigte ſie nach 7 Wochen mit freiem Geleite für die neuen Geſandten ab. PWElerd Cruſe und Claus Francke nah« men dieſe Geſandſchaft auf ſich, hatten aber keine ſolche Geſchenke mit, als die ſchwediſchen Geſandten , die dem Czaar einen verguldeten Credenztiſch mit dem prächtigſten Aufſat an Trinkgeſchirren verehrten. Die Liefländer fanden die erſte Unterhandlung ſehr ſchwer , weil ſie von neuem den ſchon durch Briefe und Siegel ausgemachten Zins ableugneten, den ihnen der Czaar aus den alten Creuz- briefen erwies, und ſo lange ſtehen gelaſſen hatte. Auf ihr Achſelzucken lies dex Czaar noch den plettenbertetiſchen Friedensſchlus vorzeigen, und ſchalt ſie für Leute ohne Treue und Redlichkeit. Ihm gehöre für jeden Kopf eine rußiſche Mark oder 10 Dennißken. Ob ſie denn nicht wüſten, daß ſeine Vorfahren ihnen das Land um gewiſſen Tribut zu bewohnen übergeben. Er ſähe wohl, daß man in Liefland für das Siegel der Geſandten keine Achtung mehr habe, er wolle es von nun an aus der Hand des Herrn Meiſters und Biſchofs ſelbſt empfangen, und

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" Erzb. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg. 227 Und zu dem Ende noch ſeinen Geſandten abfertigen , ehe er zu härtern Mit- 1557 teln ſchritte. i ve langte auch der rußiſche Botſchafter Relar Terpitore mit dem von der liefländiſchen Geſandſchaft verſiegelten Zinsbriefe im Junio zu Dörpt an. Man wies ihm Andres Wafſermans Haus am Markte zur Wohnung an. Der Biſchof ertheilte ihm auf dem Schloſſe Gehör, im Beiſeyn aller Herren Land» räthe, des Ausſchuſſes aus dem Rath und der Bürgerſchaft , nebſt etlichen Notas rien die ſeine Gewerbe urkundlich niederſchreiben muſten. Er überreichte dem Biſchof ein ſeiden Jägerneß, ein paar moskoviſche Jagdhunde und einen koſtbaren Teppich zum Geſchenk. Sein Anbringen beſtand in Erhebung der Langmuth ſeines Principals, der Liefland bey den innern Un- ruhen dieſes Landes längſt den Garaus machen können. Der Grosfürſt und Kai- ſer aller Reuſſen verlange nun, daß der Biſchof und Fürſtenmeiſter, der genom- menen Abrede gemäs, ihrer Geſandten Siegel von dem Zinsbrief abſchneiden, und ihr eignes daran hängen ſolten. Man lies hierauf den Geſandten eines gu ten Beſcheides verſichern und ihn bitten, in der ihm angewieſenen Wohnung ab- zutreten 7). Lell 2 Im *) Die leßtern Biſchöfe zu Dörpt ſind in der Hiſtorie ſo wol von päpſtlichen als andern Schriftſtellern ganz ohne Grund gemishandelt worden. Fabricius hat uns die ſpötti« ſchen Reime des Pöbels aufgehoben: Herr Biſchof, Zerman Bey , Gab ſein Biſtum um ein Ey. Herr Jodocus von der Recke , Warf ſein Biſtum gar in Drecke. Dieſe ſaubre Poeſie hat ſich in alle Chroniken verbreitet. Der alte Ruſſow ſchos net das Andenken dieſer Männer gar nicht, und die mehreſten machen ſie noch zu Be«- trügern und Landesverräthern. Jodocus oder Joſt von der Recke, ein Vetter des Herrmeiſters gleiches Namens, beſas ohnſtreitig groſſe Eigenſchaften , welches Zreden- bach S. 24 cöllniſther Ausgabe und S. 220 der frankfurter Auflage , ſelbſt nicht . in Abrede iſt. Schardian im rußiſchen Rriege S. I1l, S, 40, thut ſeiner auch mit Ruhm Meldung, Chyrräus S. 467 ſchreibe: Ruſſoven nach, daß er die Stiftsgüter verpfändet, ſich mit den Geldern nach Weſtphalen begeben und münſteriſcher Canoni« cus geworden; als ihm' aber Wilhelm Rerrler , ein Bruder des Ordensmeiſters, Gotthard Rettlers, in der biſchöflichen Wahl zu (Münſter vorgezogen worden , habe er ſein Canonicat aufgegeben und ſich mit einer Cloſterfräulein Johanna von Heiden vermählet. Nach ſeinem Abzuge ſol ſich Peter von Tieſenhauſen vgn gegeben has ben, das Biſtum an ſich zu kaufen, daher ihn das gemeine Volk in iefland zum Schimpf Gernbiſchofinante, Dieſes Mährchen ſchnapft Fahricius auf, und ſchilt Hen Handel eine Simonie. War auch wol ein Laſter ſo gros, welches ſich die Dörpti- ſchen zu der Zeit nicht muſten vorrücken laſſen ? Doch Recke wird noch deswegen ents ſchuldiget , daß er weggegangen , weil der Beitrit vieler angeſehenen Leute zur lutheris ſchen Religion und die Spättereien ſeines Kapitels , das die Religionsveränderung fei« nem gelinden Regimente zur Laſt legte, ihm in Dörpt das Regiment ſauer machte, nicht zu gedenken, was die rechtmäßige Furcht vor einem unfehlbaren Kriege mit Rußland zu ſeinem Wegzuge beigetragen. Seine Stelle bekleidete ein Dominika- nermönch, Zerman von Weſel mit dem Zunamen Wepland , der auch aus Dörpr anfangs fortwandern und nach der Zernhardinerabtey Valkena 2 Meilen von Dörpt ziehen müſſen. Dieſer Ort lag in einer niedrigen und moraſtigen Gegend , und ſolte ſeiner Thürme und Mauren wegen gegen die Ruſſen zur Vormauer dienen. sZer- nan ſtund dieſem Kloſter als Abt vor 3 und als ihn die dörptiſche Ritterſchaft 1553 po« ſtuliret , ſol ſie ihm 3 Punkte vorgeleget haben. Erſtlich , daß er als ein Reichsfürſt die Münchsfutte ablegen und eine ſtandesmäßige Tracht annehmen ſolte. “ Zum andern müſte er das heilige Abendmal unter beiderley Geſtalt ohne Unterſchied und öffentlich reichen laſſen. Wie Zerman das erſte eingieng, ſo kam es mit dem andern Punkte nicht zu Stande, weil die dörptiſchen Lutheraner das Nachtmal nicht unter wäh. render Meſſe empfangen wolten. Der dritte Punkt war beſchwerlicher. Der Biſchof ſolte nemlich ſich gegen die Ritterſchaft und Stadt mit einem Eide verbinden , daß er - weder mündlich noch ſchrifelich der lutheriſchen Lehre entgegen ſeyn wolle, Ruſſow neunet Hermannen einen Schuſtersſohn, und ſtellet ihn vor als einen Kloß oder Balken, der

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228 Qeben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1557 . ImSchloſſe war guter Rath theuer. Man war nur auf die liefländi- ſchen Geſandten ungehalten , die ſich mit der Unterſchrift übereilet hätten. Der rußiſche Botſchafter wurde bey der Unentſchloſſenheit der Dörptiſchen unge- du/dig, und wolte auch ohne Beſcheid aufbrechen. In dieſen Berathſchlagungen ſtelte der alte Jacob Krabbe ſv wol als der REHN zencke die Noth vor , die aus der Verſiegelung entſtehen würde; und doch fand ſich keiner, der ſie abſchlagen oder einen andern Ausweg zeigen konte. Bey dieſer Verlegenheit, bey dieſem algemeinen Stilſchweigen , bey der Eilfertigkeit des rußiſchen Botſchaf? ters tratiendlich der biſchöfliche Kanzler, Herr Georg Zolt3ſchuher auf. und ſagte: Lieben Herren, ſo reifliche Ueberlegung dieſer Handel jonſt erfordert, ſo müſſen wir uns doch dismal in die Zeit ſchien. Wir wollen durch unſre Nota? rien und den Orator dem grosfürſtlichen Geſandten vorſtellen; wir hätten uns dieſer Uebereilung nicht verſehen 3 wir könten nichts ohne Einwilligung Sr. rÖ- eniſch kaiſerlichen Majeſtät als unſers oberſten Lehnsherrn thun; wir proteſtirten aber indeſſen gegen den Zins. Was aber die Verſiegelung betrift, ſo können wir uns derſelben unmöglich entſchütten I, Dieſer Entſchlus fand ai a 00 [24 der den Stiftsräthen und der Stadt Dörpr das Regiment gelaſſen, wobey einjeder ohne Aufſicht der hohen Obrigkeit gethan, was er wolte, Man habe ihn um des Goldes willen gewehlet, da aber der Biſchof ausgebeutelt worden , habe er mit ſeinem Kanz ler practiciret, heimlich unter rußiſchen Schuß zu kommen. Allein der Freiherr Cru- ſe ruft dieſes vor eine öffentliche Unwahrheit aus , und giebt uns dieſe Nachtricht: Die Stände des Stifts Dörpe wären nach der Abreiſe ihres Herrn Joſts von der Recke, welcher ſich verändern wollen , veranlaſſet worden, ſich nach einem gelehrten, frommen und aufrichtigen Man umzuſehen , und ihrer freien Wahl nach einen Herren zu erwehs len , den ſie nirgends gelehrter , beredter , frommer und aufrichtiger zu ſuchen und zu finden gewuſt , als in der Perſon des Abts zu Valckenau, welcher viele Jahre, ihren alten Rechten und Gewohnheiren nach, als ein Haupt der Ritterſchaft, ihre Sachen als lewege mit beſonderer Geſchilichkeit vorgebracht und geführet, dabey von Natur from, und von GOtt mit hohem Verſtande begabt, auch von gutem Vermögen gewe» ſen. Es habe der Ritterſchaft viel gute Worte gekoſtet, ihn zur Annehmung der Stiſtsherrſchaft zu überreden. Es habe kein Verfolgungsgeiſt , ſondern ein lauterer Trieb , das göttliche Wort zu befördern, in ihm geherrſchet, daher bey der getheilten Religion beide Partheien mit ihm zufrieden geweſen , wie er auch durch ſeinen Stiftso vogt zur Abtretung der Stiſtsſchulden viele tauſend Thaler bezahlen laſſen« Ein andrer ungedruckter Verfaſſer giebt dieſem Zerman das Zeugnis, daß er den Lutheranern in vielen Stüken nachgegeben , die 5 Jahre ſeines biſchöflichen Amts hindurch keine Meſſe gehalten , und mit allen öftern und liebreichen Umgang geflogen. Die Catholio ken warfen ihm vor, daß er auf beiden Schultern trüge, und gaben ihm Schuld, er habe ſchlechte Leute und nicht ordentliche geweihete Prieſter hier und da ins Predigamt geſeßt. Die Partheilichfeit oder auch die Einfalt verräth ſich bey ſolchen Urtheilen am erſten 3 doch mus ihn Cruſe am nächſten gekant, und am beſten zu ſchildern gewuſt ha- ben. Wie denn überhaupt nac) dem Bericht des lesten Schriftſtellers der Ungrund von den in der Hiſtorie unſchuldiger Weiſe beſchimpften Landesverräthern nur alzudeurlich in die Augen fält. &) Dieſer wohlüberlegte holzſchuberſche Rath , welcher von allen geneßm gehalten wurde , und für Ltefland am heilſamſten geweſen wäre, wenn man demſelben ſeit et- lichen Jahren beigepflichtet und nac<gekommen wäre, iſt hier aus der Feder des Herrn Creuſtädts nachgeſchrieben. Ruſſov, der gegen die gemeine Sage gar zu leichtgläubig iſt, giebt dem Biſchof ſo wol als ſeinem Kanzler ein Verſtändnis mit Rußland ſchuld., dahingegen Henning ſolches wohlbedächtig übergehet. Bredenbach bemüht ſich , den holrzſchuherſchen Rath lächerlich und ungereimt zu machen , und giebt Holcſchubern für einen groſſen Gönner der lutheriſchen Parthey aus. Weil nach« her ſo viele Schriftſteller dieſen Rathſchlag nach dem Sin des Pöbels gehäßig vorge» -ſtelt , ſo iſt er in Liefland beinahe zum Sprüchworte eingeführet. Wer den Zuſam» menhang der dörptiſchen Veränderungen einſiehet, wird die gemeinen Vorurrbeile fahren laſſen. Henning ſchreibt S. 25 von den Hiefländern, es ſey durch ihre Sün« den ſchon ſo weit gekommen, vr ſalus ipſa, etiamſi voluiſlet, eos ſeruare non potuiſ» ſet, und doch ſuchte man den verzweifelten Schaden in Kleinigkeiten.

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Erzb, Wilhelm, zur Zeit der Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg. 229 Beyfſal,. und es wurde gleich ein beſonderer Bote an den römiſchen Kaiſer abge- 1557 fertiget, damit durch deſſen höchſte Vermittelung und Geſandſchaft die Ungnade 45 des Czaars von Lieflagn0 abgewendet würde. ; Als der Botſchafter Relagr Terpigorre nachher aufs Schlos kam und den verſiegelten Zinsbrief empfing , ſo befahl der Orator den Notarien die Proteſta- tion nieder zu' ſchreiben. Da ſich der Botſchafter davon durch den Dolmetſcher verſtändigen lies, ſprach er: Was hat mein Herr mit dem römiſchen Kaiſer zu - ſchaffen? Gebt mir den Brief. Komt die Zinſe nicht, ſo wird ſie mein Herr zu holen wiſſen. Einige Hofjunfer begleiteten ihn ſo.dann nach ſeinem Quartier, welchen er nach Gewohnheit den Brantewein vorſeßte. Er ſelbſt ſprang auf. den Tiſch, und zog die Briefe aus dem Buſen, die ſein Diener vor ſeinen Augen in einen ſeidenen Schleier wieln und in eine beſchlagene Lade legen muſte, zu dem er noch die Worte ſagte: Verwahre und hege mir das Kalb wohl, damit es gros und fet werde. Der Biſchof ſchite ihm hierauf ein Geſchenk von Fiſchen , Fleiſch, weiſſem Brodt , Eyern , Gewürze und allerhand Gettränfen, weil der .Czaar den liefländiſchen Geſandten ein gleiches zu thun pflegte. Der Magiſtrat wartete ihm ebenfals mit einigen Erfriſchungen auf, lies durch den Stadtfoch einige wohl» bereitete Gerichte auftragen, und dabey zuentbieten , wenn es ihm gefällig ſey, wolte er ihm 2 Perſonen zur Geſelſchaft an die Tafel mit gebenz welches dem Boty ſchafter recht angenehm war. Kurz vor ſeinem Abſchiede legte der rußiſche Botſchafter bey dem Magi»- ſtrat noch ein Gewerbe ab, da man ihn denn in der Kämmerey mit Confett tractirte; hernach in den Reventer auf einen Seſſel nieder zu ſitzen ndthigte, um ſeinen Vor- trag zu thun. Er hatte einen Buſſen bey ſich, deſſen Bruder auf dem plesco- wiſchen Wege erſchlagen worden, undder deshalb bey dem Biſchof. um eine Be- friedigung von etlichen 100 Thalern, aber vergeblich, angehalten. Nun muſten in Buß- und Liefland, beſage der alten Kreuzbriefe , die Nachbaren, in deren Bezirf Raub oder Mordthaten begangen worden, dem Anverwandten des Erſchla- genen entweder die geraubten Güter erſtatten , oder den Thäter liefern; der Bis ſchof hatte aber mit dem. Rechte gegen dieſen Ruſſen etwas ſaumſelig verfahren, Man erſuchte alſo den Botſchafter um Geduld , his die Nachbarn derſelben Ge» gend nach Dörpt verſchrieben würden. Der Botſchafter muthete der Stadt zu, das Geld ; lange auszulegen, weil ſie wol 12 Tonnen von dieſer Waare unter dem Rathhaus liegen habe. Ob nun gleich dieſes ein DPZ Gerüchte war 3 ſo ver- ſetzte doch der Bürgermeiſter Joh. Dorſtelmann : Wennauch ſo viel Geld da iſt, ſohaben doch die Städte Rigg und Revel den Schlüſſel mit dazu. Der Botſchaf- ter erinnerte alſo noch die baldige Abtragung des Zinſes, nahm Abſchied von dem Rath, und zog wieder nach YMoſcau *). In Liefland übereilte man ſich mit ef weniger als mit Herbeiſchaffung 1 558 der Zinſe, Dieſes bewog den Czaar bey Dleſcowo eine Kriegsmacht von 40000 Man zuſammen zu ziehen. Die Oberbefehlshaberſtelle über dieſes Heer trug ex einem tattariſchen Herrn , Namens Czaar CZigalep auff), einem von Te on 5) Jn dieſem Jahr lies fich ein ſeltſamer Menſch , mit Namen “Jürgen, ſehen, welcher von der Moſel durch Preuſſen angekommen war, und im härteſt:n Winter naend und barfus , blos mit einem Sack bekleidet , herum gieng und die im Schwang gehen« dem Laſter mit vielem Hochmuth beſtrafte. Er nahm weder Geld noch Brodt noch Klei- der, als die er ſich mit Arbeit verdiente , wovon er auch in einem Tage mehr vor ſich brachte als ein fauler Knecht in vielen Tagen nicht beſtellen konte. Er gieng dabey fleißig zur Kirche , und wenn ihm die Prediger ſeinen Beruf: von GOtt zur Beſtrafung der Sünden zweifelhaft machten , ſo ſchalt er ſie für Heuchler, Dieſer wunderliche Ses paratiſt verlor ſich auf dem Wege nach LTarva , und man glaubt, die Bauren haben ihn auf die Seite geſchaft, Siehe Zus Bl. 39 Ff) Bredenbach und ſeine Abſchreiber, Guaguini und Veniacor, nennen dieſen Herrit Peter Siſegaleider , welches leßtere in der vuf pen Sprache 7 Galeien WE Nmm ed ve eren

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230 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1558 ſon anſehnlichen und groſſen Manne, von vielem Verſtande und Beſcheidenheit, der am 25ſten Jenner mit dieſen Völkern in 3 Haufen in Liefland einbrach, und die Grenzen von Dörpt, Wirland und der LIarve durchſtreifen lies, wobey die Vortruppen und Freicompagnienüberal Furcht und Schrecken ausbreiteten, Cr ſelbit zog ſich gleich wieder nach Pleſcow zurück. g Aus Pleſcow ſchite er ein Schreiben an den Biſchöf zu Dörpt, in wel- <em er ihm und den Ständen die Unbeſonnenheit vorſtelte, wodurch ſie das Blut ſo vieler Unſchuldigen auf ſich ladeten. Da ſie ſich doch nicht im Stande befän- ben Gegenwehr zu thun, ſo möchten ſie fernerm Unheil vorbeugen , und durch ih- re Geſandten den Zins einliefern , er wolle denſelben durch ſeine Fürſprache beim Czaar zu mindern und einen anſtändigen Frieden zu vermitteln ſuchen. Dis Schreiben fruchtete nebſt andern Zwangsmitteln gleichwol ſo viel , daß die geiſtli- <en und weltlichen Stände ſich zu Wenden auf Oculi verſamleten, und Dien- ſtags nach Judicg verſchiedene Sachen ausmachten. Man verglich ſich dahin, daß eine Reformation angeſtellet und alle Misbräuche der Lehre und Cerimonien abgeſchaffet würden. Man beſtimte die Geſandten nach Rußland , und im Fal fein Friede zu erhalten , wurde berathſchlaget, wie viel man Compagnien anwerben müſſe. Man ſchickte einige Abgeordnete nach XMMoſcau ein frey Geleite auszus wirken, die auch bald wieder zu Hauſe eintrafenz worauf. die Geſandten, unter welchen Chriſtoph Lutgenhuſen und der Stadtſccretair Groß mit war, den Frieden beim Czaar um 60000 Thlr. behandelten. Der Biſchof von Dörpt hatte ſeinen Bedienten Chriſtoph Luſtfer durch einige Verſprechungen dahin ver? mocht, daß er mit gieng, und das Beſte ſeines Stiftes mit in Obacht nahm, zu- mal da in Dörpt der traurige Anblick ſo vieler unglücklichen Leute die grdjie Bes ſtürzung verurſachte. Denn da Czigaley ins Dörptiſche rückte, gieng es an ein ſo entſeßlich Flüchten von 10 bis 20 Meilen her nach der Stadt, daß alle Sttaſſen, Kirchhöfe und Vorſtädte von elenden Menſchen wimmelten, deren bey 10000 mit Weib und Kindern in den Stadtgraben zu Dörpt lagen, und wegen des ſtrengen Winters theils erftoren, theils verhungerten, theils von den annähernden Buſſen niedergehauen wurden. Die Leute in der Stadt fonten nies mand einnehmen, ſondern verkrochen ſich ſelbſt, und danften GOtt, daß ſie den Feind mit dem groben Geſchüße von den Mauren abhalten konten. Der längſt erwünſchte Friede war nun in Bußland zu Stande gefommenz da es aber zum Geldzahlen kam, war nichts bey der Hand. Die Geſandten vermeinten zwar von den rußiſchen Kaufleuten inLMoſcau ſo viel aufzunehmen; allein der Czaar hatte ſeinen Unterthanen bey Leibesſtrafe allen Vorſchus unterſagen laſſen: weil er befürchtete , die Liefländer würden ſeinen Leuten das Wort eben 0? langſam - halten als ihmz wie er denn auch den Geſandten ihre Täuſchung in heftigen Aus- drücken vorwarf, ſie bis zur Ankunft des Wechſels als Geiſſel dazu bleiben nd thigte , und 6 Meilen von LMoſcau nach Zerng verſchickte. ; Den Geſandten blieb alſo nichts mehr übrig, als daß ſie einen Buſſen heim? lih um 60 Thlr. erfauften , welcher des dorptiſchen Secretairs Zridrich Groſſens Bericht ſchriftlich überbringen muſte. Der Buſſe gab den Brief in Pleſcow an Luſtfern ab, der ihn dem- dörptiſchen Secretair NOR eu- leren bedeuten ſol, weil er ehmals 7 Raubſchiffe angeführet habe. Ein ſeltſamer Grund! Die Schreibart damaliger Zeiten litte es nicht anders, als dieſen Man wie einen Phalaris und ſeinen Herrn den Czaar wie den andern Vlero zu ſchildern. Breden- bach meinet , daß er die Belagerung von Dörpt regieret habe, welches den mehre- ſten Zeugniſſen entgegen iſt. LTeuſt&dr iſt allen dieſen Männern näher geweſen, und rühmte auch das Lobenswürdige an ſeinen Feinden; ob er gleich manche barbariſche Ausſchweifungen wütender Soldaten nicht verſ<hweiget. Wenn man dem Tamera- rius glauben darf, ſo waren unter der tartariſchen Reuterey viel Weibesperſonen, die theils ihr eigen Pferd ritten, theils hinter ihren Männern auffſaſſen. Sie waren ſchon alte Vetteln, ſollen aber ganz unbarmherzig auf die Deutſchen zugeſchlagen ha- ben. So fabelhaft ſchreibt doch noch kein Geſchichtſchreiber von Liefland,

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Erzb. Wilhelm. zurZeitder Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg, 231 Vienherz wieder einlieferte, Man ſetzte ſv gleich zuXWolmer einen neuen Lands 1558 tag an, und nahm Abrede, daß jeder Haken 4 Mark, und wo die Hafcnzahl nicht üblich ſey, jedes Geſinde gut und böſe , 4 Mark vigiſch die Städte und Landſaſſen aber von jedem 1000 viere auf Trinitatis zu Wolmer erlegen ſolten. Der Herr Meiſter erbot ſich zu 12903 Thalern , Zarrten und Wirland bewils ligte 10000 Mark, das Erzſtiftskapitel, Räthe und Ritterſchaft 7000 Mark, das Stift Dörpt 10000 Mark, die Städte Riga, Dörpt und Revel 10000 Mark innerhalb 8 Tagen zu Dörpt zu erlegen. Für den Reſt wolte der Erzbi- ſchof. ſorgen, und die Stadt Rigg überdis noch ein Darlehn von 15000 Thlr, Montags nach Trinitatis zuſammen bringen. Dabey ward dem ganzen Lande HASEN 1 daß jeder mit der erſten Graſung aufſißen und dem Herrn Meiſtex gen ſolte, Ein anderes Heer aus Bußland nahm ſeinen Zug nach LIarvg, welche Stadt nach vergeblich gethaner Aufforderung 9 Tage vor Oſtern mit einer enty ſetzlichen Bombardirung beängſtiget wurde , weil der Czaar vorher eine ſtarke Ar- tillerie nach Jvanogrod abführen laſſen. Täglich flogen 300 Kugeln in die Stadt, unter welchen einige Bomben wol 23 Lspfund wogen. In LJarvg waren wenig Bürger und Landsknechte, und ſolte der arme Ort in Oſtern geſtürmet wers den. Da nun an keinem Entſaß zu denken war , trat der Vogt Ernſt von Sehnellenbertg mit dem Rath, der Gemeine und dem revelſchen Hauptman Wolf von Strasburg HIE und bewirkten bey den Waywoden Alexes Danielowitz Bafmanof und Paul Vietrowitz Sabelinski einen vier- monathlichen Stilſtand , um ihre Botſchafter an den Czaar abzufertigen, in ſiches rer Vermuthung , es werde den Ständen in Liefland gelingen, einen Generals frieden auszudingen oder um Geld zu erkaufen. .' Man zwang auch die beiden Kaufleute Jochim "Keymbauſen, und Arnd von Deden im Namen der Stadt PIarvg mit dem-Czaar zu tractiren, unter ſicherer Verſprechung, ſie ſchadlos zu ſtellen, ob gleich erſterer die Bemühung mit 1000 Thir. abzukaufen ſich beſtrebte. Dieſe Gevolmächtigten erreichten LLovogrod und langten in Teſſowe an, als ihnen die geſamte wußiſche Macht begegnete. Der Genera- lißimus that ihnen die Ehre und ſandte ſie auf Poſtpferden nach XMoſcau, wo ſie mit ihrem Anbringen nicht ſonderlich wilkommen waren ; indem man des Stats halters zu Jvanogrod Schreiben ſo auslegte, als ſey der Stadt deswegen ein Stilſtand bewilliget , weil die Bürger die Stadt und das Schlos zu übergeben verſprochen. Der Czaar drohete L3arva umzukehren, imFal der Uebergabe aber ihr die herrlichſten Privilegien zu ſchenken, wobey er die überſchrittenen Trattaten der Stadt, welche ſie oft mit Btßland auf dem LIarvaſtrom errichtet, vorles gen lies, Die Deputirten boten eine Summe Geldes für den Frieden , ſo bald die Beſtätigung davon aus LIarva einlaufen würde 3 welches der Czaar ſchlechters dings verwarf. ; Nun hatte zwar KRrumhauſen der Handlung auf Bußland wegen durch des Czaars Beichtvater und deſſen Fürbitte einen anſehnlichen Freiheitsbrief für ſeine Perſon erhalten, den er auch manchem Deutſchen in friedlichen Zeiten auf ſeinem Namen geliehen und zu gebrauchen gegeben. Allein da e! ſich in die- ſer Geſandſchaft blos auf des Befehlhabers. in Jvanotgrod Zuſage berief, und von dem Czaar fein ſicher Geleite aufzuweiſen hatte; ſo wurde beiden Abgeordne? ten der Arreſt angofündiget. ohnerachtet die Stadt bey der Abreiſe dieſer Männer eigene Geiſſel zu “Jvanogrod eingeliefert hatte. Doch der Czaar änderte ſeine Meinung, und befahl finen Miniſtern einige Punkte aufzuſeßen , die einen gar leidlichen Accord-für die Stadt in ſich enthielten. Die Abgeordneten wuſten wohl, wie halsbrechend es:in Lieſland war, etwas anzunehmen , was von einer Ueber? gabe handelte. Site konten es aber auch nicht ausſchlagen, weil ihre Freiheit das von. abhiengz und Krumbauſen muſte ſich noch dazu verbindlich machen, ſo lange im Rückwege auf Jvanotrod in Arreſt zu bleiben ; bis Dedet den tzaa- Mmm 2 riſchen

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232 . WUbenund Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, - I558 riſchen Gnadenbrief den LT9arviſchen überbrächte. Und alſo beurlaubten ſich bei- - ““ de Abgeordnete, . fanden aber bey ihrer Zurücfunft die Stadt in ganz andern Umſtänden. Der vellinſche Comtur, Gotthard Rettler, und der revelſche Comtur Franz von Segehafen, genant Azel, waren mit etlichen 800 Man und einigem Feldgeſchüße auf dem Wege LIarvg zu entſetzen 3 dieſes machte einige Conſtabler von der narviſchen Beſatzung ſo übermüthig, daß ſie auf. eine höchſt unbeſonne? ne Weiſe unter die in Jvanogrod an einem Feſttage bezechten Ruſſen ihr gros be3 Geſchüß losbranten , und viele tödteten. Die Ruſſen geriethen darüber in groſſe Beſtürzung, und holten von ihren Befehlshabern Befehl zur Gegenwehr ein' weil ſie den Stilſtand zu beobachten hatten. ZumUnglück der armen Stadt kam in des Barbiers Cordt Ulken Hauſe plötlich Feuer aus, welches unter den mehrentheils hölzernen Häuſern recht wütend um ſich grif, und ſie in Aſche legte, Bey dieſer Unordnung ſchwammen die Ruſſen über den Strom, drungen in die Stadt hinein, beſetzten die Thore und halfen noch manches retten. Die Bürger» ſchaft und Beſagzung flüchtete nach dem Schloſſe. Hier erboten ſie ſich ſo gleich zur Uebergabe, unter der Bedingung eines freien Abzugs , welcher ihnen auch vor den Buſſen zugeſtanden wurde. Kettler lag 3 Meilen von der Stadt hinter 3 Bergen, ſahe ſich aber viel zu ſchwach den Entſatz zu wagen: doch glaubte er, dieſe Vormauer von Efiland könne ihrer Veſtigkeit wegen den grimmigſten Ans grif aushalten , zumal da eine auf, Kundſchaft ausgeſchite Parthey die Nachricht Überbrachte, daß ſie nur eine halbe Meile von der Stadt geweſen, in welcher das Feuer glücklich gedämpfet worden , und alles auſſer Gefahr ſey. Doch da mant im Lager erſt recht ruhen wolte, ſo kam ſchon die Bürgerſchaft und Garniſon aus Llarva bey ihnen an, und legte von ihrer Uebergabe den warhaftigen Bericht ab. Die PIarviſchen beklagten ſich über die ausgebliebene Hülfe, Bettler hingegen, der dieſen ſo unvermutheten Verluſt nicht begreifen kome, ſiel auf. die Gedanken, die Stadt müſte durch Verrätherey übergeben feyn! davon er die Urheber zu enty deen ſich bemühte. Die Eroberung dieſes haltbaren Platzes, ſo am xzten May geſchahe , verurſachte in den benachbarten Oertern ein ſolches Schrecken, daß eine Unordnung auf.die andre folgte, und man dieſelbe billig für den Anfang aller wio derwärtigen Begebenheiten damaliger Zeit halten kan. Zwey Tage nach Einäſcherung der Stadt L3arva kamen die Abgeordneten Kruinhauſen und Deden, aus YMoſcau mit dem czaariſchen Gnadenbriefe zurü, und ſahen ihr Hab und Gut unter der noch rauchenden Aſche verzehret, Sie begaben ſich laut ihrem Verſprechen nach Jvanogrod und baten umdie Freis heit der eingelieferten Geiſſeln, weil der Czaar die Stadt ſeiner Gnade verſichert. Man verſprach auch ſie loszugeben, wenn Rrumhauſen den Gnadenbrief. ven ausgezogenen Einwohnern den Augenblick nachſchiken würde, damit ſie ſich wieder anbauen und die Handlung nach Bußland fortſezen mb ten. Ein Bürger, Namens *Zan3.Bernd, ſtelte vor , daß es keine Liefländer, Prin nur Fremde wären, die biher nach Rußland gehandelt hätten , woräuf er auch in Freiheit kam , dabey aber angeloben muſte , die czaariſche Begnadigung der Stadt an Kcettlern abzugeben. Der unſchuldige Man erhielt ein ſchlechtes Botenlohn, indem ihn Kettler nach Bevel abführen lies, wo er auf. dem Schloſſe lange Zeit gefanzen ſigen muſte." Die Beſchuldigung der Verrätherey traf. endlich Rrum» hauſen ſelbſt, in welchen Verdacht ſo gar der Vogt, der Rath und die ganze Gemeine verwickelt wurde x). Denn die in Jvgnogrod nachgebliebenen 7 [9 E) Der alte Krumhauſen wird von Zennintten in der liefländiſchen-Chronik S. 27 und von andern mit unter die Verrächer von Liefland gerechnet. Und warum nicht ? Es war ja auf der Tortur von andern auf ihn bekant, daß er dem Czaar ein Präſent mit 15 groſſen Oliven aemacht, . Doch „die 5 Söhne dieſes Mannes; Johan, Jo» chim, Mlichael, Melchior und Zbraham retieten die Ehre ihres Vaters, dud ; einen

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Er3b. Wilhelm, zurZeitder RegierungWilhelms v, Fürſtenberg, 233 ſeln 'hatten Bernd Briefe an ihre Angehörigen mit gegeben, und ihnenzaus des 1558 Czaars Begnadigungsbriefe Troſt-eingeſprochen und Hofnung zur. Rückkunft ges macht, welches-Kettler für heimliche Tractaten des KRrumhauſen mit dem Czaar anſahe, da man doh Brumhauſen zu Jpanogrod hart genödthiget, durch ſeinen Sohn dem Vogt zum Neuenſchloſſe, Diedrich von der Steinkubhle, eine Abſchrift von der Begnadigung einzuhändigen, und ihn zur Uebergabe zu bereden. In Dorpt machte man aus der Einpackung der 60000 Thlr, endlich eins mal Ernſt, wobey ſich die Herren Fabign und 5Zeinrich von Tieſenhauſen, der Stiftsvogt Elhard Kruſe,- der Bürgermeiſter Joh. Dorſtelman, die Rathsherren Zeinrich Cornelius, Zerman von Embden, Johan En- gelſt8dt und andre mit willigem Vorſchus ſehen lieſſen, des Hrn. Lieuſtädts Schwiegervater Dittmar Leier aber no 500 Thlr. zulegte. - Die Geſandten giengen der Eil wegen, mit erſtem ,ofnen Waſſer nac Pleſcow , unter welchen ſich D. Wolfgang Zaber, ein Man, den man wegen ſeines Anſehens nur den liefländiſchen Papſt zu nennen pflegte, mit befand , welcher aber unterwegens von dem Tode eine andre Geſandſchaft zu beſtellen bekam, Seine Stelle vertrat Johan Taube von Urkül. In Liefland glaubte man, daß dieſes Geld alle erwünſchte Wirkung thun würde „rund man nicht eben ſo ſchnel zu ſatteln/nöthig hätte, obgleich der Biſchof von Dörpt in öftern Briefen auf den Schuß. drang , den man ihm in ſo vielen Verträgen feierlich zugeſagt. Einige hielten. es nicht für warſcheinlich daß der Czaar- gegen Liefland Ernſt gebrauchen, wolle, weil ers mit dem römiſchen Kaiſer nicht verderben würde , auch keiner ihrer Correſpondenten aus Bußland etwas von dem Einfal der rußiſchen Völker ſchriebe. Der Biſchof von Dörpt war der erſte, welcher mit 270 Pferden. ins Lager bey Ayprnpeh rückte... . Der Ordensmeiſter Fürſtenbert fam auch mit 250 Man zu Pferde; und eine glei» <e Anzahl brachte ſein Ritmeiſter Metzgute-herbey. Almählig langte auch der Propſt Ulrich Beer wegen des Stifts Curland mit 80 Pferden, und der Vogt von Bauske: und Seelebunrg, der Comtur von Goldingen, XMag- rienburg und Dobblen mit ihrer Macht.an, wobey. 1500 Bauren, Schüßen und Feldgeſchüß mit kamen, welche dem mächtigſten Feinde den Pas wehren ſol | 0" 4 ten, einen ſo betitelten gründlichen Bericht von ſeiner nach Rußland abgelegten Botſchaft. Auch der narviſche Bürgermeiſter Zerman Zur WMöblen, Zeinrich Rönne Rathsverwandter , und Johan des Vogts zu C7arva Secretair beſchworen am 22ſten May die Umſtände unſers obigen Berichtes, worüber der Magiſtratin Revel ein pergamentenes Inſtrument zur Bezeugung der Unſchuld;der narviſchen Deputirten aus- ſtelte, gegeben am 29ſten November. 1559, Da Rüſſov in ſeiner leßten Auflage die Rrumhbauſen mit: vertheidiget, und Zennintg; ſeine Beſchuldigung. in der neueſten Ausgabe zurück genommen; „ſo. iſt es viel, daß der Herr Präpoſitus Relch ſolches nicht in Erfahrung gebracht, ſondern S, 225 einige Herren des Raths zu L7arva und . dieſen Jochim Krumhbauſen, eines heimlichen Verſtändniſſes mit dem Feinde hals "ben „' den Verräthern von Liefland von neuen ſbeizehlet , und ihnen aus Unwiſſenheit eine Schuld aufbürdet , von der ſie ſchon über 100 Jahr obrigkeitlich losgeſprochen wor» den. Und wozu"brauchte es groſſer-Verrätherey? „Der-Czaar entde>te den liefländi? ſchen Ständen in ſeiner Kriegserklärung, Voskau vom Monat November 7066, die Urſachen ſeines Feldzügs hinlänglich und deutlich, . . Bredenbach liefert dieſen Fehden „„brief.lateiniſch, aus.dem. ihn Guagnini und Hr. [Schurzfleiſch abdruen laſſen» „ „Penator hat ihn in deutſcher Sprache, Bey allen dieſen Schriftſtellern findet ſich in der Declaration auch nicht eine einzige von den.läppiſchen Urſäthen und Zundthlke gungen, die einige Stribenten dieſem klugen Czaar zur Laſt legen. Denn daß der Czaar die 5 oder 6 Compagnien deutſche Soldaten nicht“in Liefland leiden wollen). "Und auf ihre Abdankung gedrungen , als aber. dieſes unterblieben , Krieg angefangen, dergleichen Erzehlungen werden bey Vernünſtigen keinen Glauben finden» In obigen Schrifeſtellern;mus' nur die Jahrzahl des Briefes um, ein Jahr zurück geſeßet werden, die hey ihnen. 7067 iſt'und 7066 heiſſen ſol, | 4 Nun

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234 QLeben und Thaten-der liefländiſchen Ordenstneiſter, PF 5Z ten, da ſie an ſtreitbarer Manſchaft noch keine 1500 Man ausmachten. Die Völker des Erzſtifts Bigg hielt man für eben ſo ſtark, und wartete ſehnlich nach ihrer Ankunft 3' allein der Erzbiſchof fand ſich mit einer Entſchuldigung ein, welchem Beiſpiel die Biſchöfe von Oeſel , ZSarrien und Wirland folgten. Das Gebiet von Vellin aber muſte bey Bettlern in Eſtland bleiben. Dieſer Umſtand ſeßte Fürſtenbergen in groſſe Verlegenheit ſo» daß er den Ruſſen ſchon etliche Veſtungen übergeben wolte, welches jedoch die Dörptiſchen durch vieles Bitten noch hinterttieben. Die Unordnung und das Gezänke kam gar ſo weit , das wenig daran fehlte , daß der Orden und die Dörptiſchen ſich übern Haufen geworfen, und ſelbſt erwürget hätten, wie denn etliche tödlich verwuns det, viele aber in die gröſte Lebensgefahr geſtürzet wurden. Der Biſchof von Dörpt eilte nach ſeiner Stadt zu, um ſelbige in Vertheidigungsſtand zu ſeten, welches alles dem Orden wenig Luſt machte, im Felde zu bleiben, im Gegentheil vielmehr Anlas gab ,- daß man alles Unheil unſchuldigen Leuten zur Laſt legen wol- te, und ihnen den damals nicht ungewöhnlichen Namen der Landesverräther zur Beſchimpfung anhieng. Die rußiſche Armee wandte ſich von V9arva nach dem Schloſſe Vleuen« haus, in welchem ſich eine Beſaßung von 80 Man und etlichen Bauren befand, über welche Georg Urkül von Dadenorm We war. Die Ruſſen lagen 6 Wochen lang davor , während welcher Zeit durch das unaufhörliche Bee ſchieſſen die Bruſtwehre , die Mantelmauer und ein Thurm eingeſchoſſen, etliche Manſchaft getödtet, und den Belagerten ein vortheilhafter Vergleich war angebo» ten worden. Ob nun gleich der tapfere Urkül von keiner Uebergabe hören wols te, ſo konte doch niemand vor Müdigkeit mehr fechten; ja die Soldaten droheten gar ihren Hauptman über die Mauren zu henken, wenn er- die angebotenen Bes dingungen ausſchlagen würde. Er muſte ſich alſo in die Zeit ſchicken , und behielt beim Auszuge wenige von ſeinen Leuten bey ſich, weil die meiſten von freien Stüs >en bey den Ruſſen Dienſte nahmen. Der Biſchof, hielt dieſes Leuenhaus für den Schlüſſel zu Dörpt 3 da esalſo Fürſtenbertt nicht entſetzen fonte, ob ſich gleich der Biſchof Rechnung darauf machte , ſo würkte dieſes auf, beiden Seiten ein nenes Misverſtändnis. Der Biſchof hatte unterſchiedliche Unterredungen mit Chriſtoph Möünnichhauſen und Johan Sögen, ſeinen Räthen, wo» zu er auch den Stiftsvogt Kruſen aus dem herrmeiſterlichen Lager verſchrieben; auf die Nachricht von der Uebergabe des nenen Hauſes aber war es zu ſpät, das neue Project auszuführen , und den König von Dännemark Chriſtian den lten um Schuß und ſchleunige Hülfe anzurufen. ; Die Eroberung dieſes wichtigen Plates zog viele andre Wiederwärtigkeiten nach ſich. Der Ordensmeiſter trauete denen in Dörpt ſo wenig als den Ruſe ſen, und brach in möglichſter Eil vor Kprenpeh auf, zog ſich nach Walk in ſein Ordensgebiete, und Zettler muſte mit eigener groſſen Gefahr dieſe:1 Rückzug bede>en. Das Schlos ByrenpeH, worinnen aller Lebens und Kriegsvorrath aufgeſchüttet lag, wurde auf, FÜrſtenbertgs Befehl in Brand geſteet, und die deutſche Beſatzung herausgezogen. Die Bauren hingegen liefen wieder hinauf, löſchten die Glut, ſoffen ſich in Meth, Wein und Bier tol und vol, ſchickten nachher einen aus ihrem Mittel an die De ab, mit Vermelden, die Deut- chen wären wegs ſie könten das Schlos beſeßen. Die Ruſſen ſäumten nicht, c<i>ten aber eine Parthey von ihren Völkern dem flüchtenden Ordensheer nach, die auch mit dem Nachtrab der Deutſchen blutige Scharmüßel hatten ; wobey Kettler, weil er vom Pferde ſtürzte, bald gefangen worden wäre, wenn. nicht Fürſtenberg ſich umgewandt und zur Unterſtüßung deſſelben herbey geeilet-wäre. Die Hiße war für Menſchen und Pferde ſo gros, daß etliche in ihrem Harniſch erſtiten, und umfielen. Man erreichte nac) Abwerfung einiger Brücken einen Heuſchlag bey der olzenſchen See, und lagerte ſich den folgenden Tag zu Wal- ke. Hier faſten die Stände einen geſchwinden Entſchlus ,“ und iar? bey

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Erzb. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Wilheltns v. Fürſtmberg. 235 Fürſtenbergs hohem Alter den biöherigen Comtur zu Vellin, Gotthard 1558 Kettlern, einen noch jungen aber verſuchten Held, die Coadiutur anzunehmen. Die ſchlechte DEE der zur Erhaltung des Landes nöthigen Mittel, der elende Zuſtand der Ordenscaſſe , die Uneinigkeit der Stände, von welchen allen Kettler die beſte Kentnis hatre, gaben ihm Entſchuldigungen genug an die Hand, dieſe Bürde auszuſchlagen. Das Vertrauen aber, ſo jederman in ſeinen Helden? muth geſeßet hatte, und die Liebe, ſo ihm jederman ſeiner Eigenſchaften wegen erwei- ſen muſte, brachten ihn dahin laut der Ordensregeln dieſen Antrag zu genehmi- gen, welches er am gten Jul. früh um 7 Uhr unter Vergieſſung ſeiner Thränen einzugehen ſich gezwungen ſahe. Man kan leicht erachten, daß, wenn die Vormauern des Landes, die noc: am beſten verſehen waren und Entſatz hoffen konten , verloren giengen, die andern nicht ſo haltbaren Plätze gewis nicht werden im Stande geweſen ſeyn die rußiſche Macht aufzuhalten. Gerd =zuen von Anſterath, Vogt zuWeſenberg, Die- drich von der Steinkuhle, Vogtzum Lleuenſchloſſe, und Zeinrich von Bal- lenbach, Vogt zu Tolsburg, zogen ſich mit ihren Leuten ins Feld, welches man ſein =5gus verlaufen nante, und mit welchem Titel damals mancher braver Man beſchimpfet wurde, der ſein und der Seinigen augenſcheinliches Verderben nicht abwartete. Die Ruſſen beſetzten das Schlos Weſenberg, und befeſtigten es beſſer 3 die Stadt, ſo dabey lag, ward mit Kirchen, Rathhaus und Gildenſtn- ben dem Erdboden gleich gemacht. So legten ſie auch ihre Völker in Lais, Oberpahlen, Ringen, Bawelecht und andere Oerter mehr / welche die Deutſchen gleichfals verlaſſen hatten, weil das Schreen und die Verwirrung weder Rath noch Hülfe verſtattete: Zürſtenbert ſchrieb nach Dörpt, er wol- le mit ſeinen Völkern in' die Stadt rücken, dafür ſich die Stadt. und Stift zu als ler unterthänigen Treue gegen den ritterlichen Orden erbotz er machte ihr auch ſonſt viele Hofnung von einem tapfern Beiſtande, ſo aber alles aufs neue dur allerhand Mistrauen geſtöret und krebsgängig gemacht wurde. Der Biſchof, welcher zuvor mit 270, Pferden ins Feldlager bey Kyra» peh gerüet war, hatte bey ſeinem Rückzuge lange nicht die Helfte mehr übrig, Einige davon zwang der Ordensmeiſter bey ihm zu bleiben, und von dem Stiftsa- del folgten dem Biſchof, nur 37 Man in die Stadt, worunter doch etliche noch ohne Abſchied, andre unter mancherley Entſchuldigungen abzogen. An Reute- " rey waren noch 80 Man vorhanden, die nebſt 80 Landsknechten den Dom und ein weitläuftiges Schlos beſetzen und vertheidigen. ſolten. Das gröſte Unglü> war daß auch die Geſandten. zurük kamen,. und den Beſcheid mitbrachten, der Czaar wolle kein Geld nehmen, ſondern verlange in den Beſiß der eroberten Plä- ße zu bleiben, weil man es durch das lange Zaudern aufs höchſte kommen laſſen. So ängſtlich das Stift und die Stadt an Fürſtenbergen ei und ihn ſeiner Zuſage von neuem erinnertrz ſo lies ſich der alte Ordensmeiſter doch von ſeinen Gebietigeen zum Gegentheil bereden , und rührte ſich alſo nicht aus der Stelle. Ia der marienburgiſche Comtur, all von ell, lies ſich gar öffentlich ver- nehmen, dem Orden wäre das Hemde näher als der Ro>; daher müſſe der Mei- ſter mehr die Ordensländer als die Stiftsgüter zu ſchüßen trachten. Da die Ordensgebietiger im Lager bey Wal> ſich mit Abfertigung neuer Geſandten um faiſerliche und däniſche Hülfe beſchäftigten, kam die rußiſche Armee der Stadt Dörpt immer näher. Das ſchwere Ge c<üß ward auf, der Peipus nach der Stadt gebracht, und-das-Schlos 1Werbecl bey Nacht: durch 00 Coſaken überrumpelt. Die Beſatzung hatte ſich den Abend vorher inWer- eX ſtark bezecht, und daher das Feuer nicht wahrgenommen, welches--dieſes ſtreifende Volk mit Pergel und Stroh an die Pforte gebracht. Der Burggraf Claus Gelmuth ergab ſich gleich nebſt etlichen andern, welche dem euBiſchen Feldherrn den Zuſtand der armen, Stadt Dörpt entdeken muſten. Am uten Sul als den zweiten Pfingſtag ward die SG Dörpt von demFeinde pennt .„Nnn 2 ie

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536 "* ' "Leben: und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 5, 1552 Die Ruſſen warfen 2 Schanzen auf, eine vor der Drenspforte, die ans dre an der Deutſchen Pforte über der Embach, auf der Balbahne, welche man aus der Stadt-des dien Nebels.wegen in 3 Tagen nicht ſehen konte.- -Der an- fichrende Feldherr Knees Peter Jvanewitz Zuski forderte die Stadt auf, und bot den Einwohnern einen ſehr leidlichen Vergleich an, der aber von Seiten des Biſchofs ausgeſchlagen wurde, Auf die erſte Lage mit dem Geſchütz flüchtee ten die Domherren und der ſtiftiſche Adel des Nachts aus der Stadt, und nah- men ihren Weg nach Bittg , wo ſie nicht ſonderlich wilkommen waren. Der Magiſtrat entdeckte dem Biſchof:ſo'gleich die Schwäche der Gegenwehr, und wie wenig man ſich auf den Entſatz des Herrn Meiſters verlaſſen könne. Von ihren Soldaten, deren 200:in völliger Bereitſchaft ſeyn ſolten, wären viele franf und geſtorben. Die Bruſtſeuche habe manchen jungen Bürger weggeraffet , und die Handwerksburſche wären ſchon vorher nach Deutſchland gezogen. Der Bip ſchof frug, ob-'auch das feindliche. Schieſſen. Schaden angerichtet, worauf der Maziſtrat verſetzte, daß ihrem Quartiermeiſter Eberhard «Strar>en auf dem Drensthurm ein Schenkel abgeſchoſſen, zwey Handlanger getödtet und etliche an? dre bey dem Ausfal verunglüket wären. Die Tag und Nacht zu haltende Wa- <e fiele der Bürgerſchaft und Beſatzung zu ſchwer z indeſſen hätten ſie 2 Bauren erkauft, die ſich bereden laſſen dem Ordensmeiſter einige.Bitſchreiben um. baldige Hülfe zu überbringeirz welchen Vorſchlag ſich denn der Biſchof gefallen lies. Die beiden Bauren wurden in: der Nacht 3 Stunden von einander mit einem Schreiben an den Meiſter abgeſchickt, die auch beide ankamen, aber keine andre Antwort zurück brachten; als den aufrichtigen Wunſch, die Dorptiſchen möch? ten ſich heldenmüthig betragen,“ und ſich nac) Möglichkeit wehren 3 der Orden fönne nicht helfen der Meiſter wolle für ſie beten, und zur Herbeiſchaffung eini- ger neu angeworbenen Manſchaft Anſtalt machen. , Das war der ganze Troſt in in-einer:Noth,-da-.der Feind nur. 5 oder 6 Faden weit von den Thoren ſeine Schanz zen errichtet, und den Sandberg unter dem Schloſſe ſchon untergraben hatte. Der Feldherr Zuski , dem Pleuſrädt das Zeugnis eines frommen und ſity ſamen Mannes giebt / lies die Gnade ſeines Czaars nochmals unter Trompeteno ſchal bekant machen /“und der Stadt verſichern, ſein "Herr werde ſie als ein <riſt? licher Kaiſer und Grosfürſt bey ihrer Religion und Rechten noch dem alten Her? fommen-ſchüßenz wie er denn auch allen, die abziehen wolten, freien'Pas und ſreie Rü>kehr erlaubte. Der Magiſtrat nebſt der Bürgerſchaft lagen dem Bio ſchof ſehr an, er möchte ſich bey ſo herrlichen Vortheilen zu Unterhandlungen ver? fiche, zumal da Zuskt der Stadt auf 2 Tage einen Stilſtand bewilligte; ſie er» zvten ſich aber dabdey ſich zu wehren und zu fechten; 'ſo lange ein' Schlüſſel än'der Wand und ein Löffel im Schranke ſtecke , wenn nur dieſes Verfahren den'Na men eine? vernünftigen Tapferkeit: und keiner verwegenen Unbeſonnenheit verdiene, Ein gleiches verſicherte die Beſatzung, und verlangte ein Zeugnis von ihrem Wohl- verhalten nebſt einem ordentlichen Reiſepas. Die Prieſterſchaft verbot gleichfals alle Widerſpenſtigkeit , wodurch die Ruſſen erbittert werden könten. "Die Ges meinde hielt nur theils um die Sicherheit ihrer Habe und Güter, theils um freien und ungehinderten Abzug an *), “- . Det b) Die Umſtände der dö&rpriſchen Belagerunz findet man :am volſtändigſten beim LJetb ſrädt. Bredenbaih geht in einigen StüFenvon ihm ab, legt die Uebergabe den. Büro gern allein zur Laſt, und bezeuget, daß der Biſchof ſich hart dagegen geſträubet, ob ex gleich dieſen braven Hefrn an einigen Stellen nicht ſo. vorthellhaft.ſchildert, well er den Lutheranern'zu gewogen ſchieti. z0en DE WÄ: wie ſein Hert Meiſter, lauter Ver» rätherey daraus. Ruſſov äber kan es den Dörpriſchen gar nicht vergeben, daß ſie ohne Sturm und Verluſt aus groſſer Furcht und Leichtfertlgbeit, ohne Noth / ihre Stadt dem Feinde überlaſſen." Doch Buſſ9v, der dem Wahn. des Pöbels glaubte, ZS Ji: wird

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Erzb. Wilhelm. zur Zeitder Regierung Wilhelmsv, Fürſtenberg. 237 Am 16ten und 1zten.JZulii, als unter währendem Stilſtande , machten ſich 1558 die Ruſſen zum Sturme fertig, ſie muſten aber noch den dritten Tag abwarten, den der rußiſche Feldherr auf Bitte der Stadt zu weiterer Verabredung noch verwilliget hatte. Am 18ten alſo , des Morgens früh, ward nach langem Ueber» legen endlich beſchloſſen, daß Zuski am 19ten die Capitulation zur Unterzeich? nung erhalten ſolte, wobey die Prediger wegen der Kirche und Schule ein wachſa- mes Auge hatten. Der alte Bürgermeiſter Anton Thple hielt vor der völligen Abfaſſung eines Entſchluſſes .an den Biſchof noch eine Anrede, Erlauchter, höchwürdiger Fürſt und Herr , ſagte der brave Man, wenn etwan jemand mein- te, daß durch Wehr und Waſſen die Stadt Dörpt noch erhalten werden möche- te, bey dem erbiete ich mich zu ſtehen und Leib und Leben zu laſſen. Sein Vor- trag wird von dem Freiherrn Elerd Rruſe *) für ſeine im Druc gegebene Beſchuldigung hart gezüchriget. Es iſt GOtt und aller Welt bekant, ſchreibt Rruſe , was ſich die Stadt für Mühe gegeben, ſich Mauren und Thürme zu bauen, da ſie aber auf 3 Sei- - ten ſandigen Grund und auf der 4ten einen Berg hat, iſt ihr Vermögen zu weiteren Veſtungswerken unzulänglich geweſen. Die Dompfaſfen wolten nichts dazu beitragen, Der Biſchof muſte wegen Schulden des Stifts ſein Schlvs in dem alten und ſchlechten Stande laſſen. Das grobe SN war überflüßig und nicht zu gebrauchen , weil die Thürme zu ſchwach waren, Die Ruſſen hatten alles untergraben, An einem Orte lagen 6 Tonnen Pulver unter der Mauer, Der Feind ſtand ſchon im Thore. Die Ordensarmee , welche die Stadt entſeßen ſolte, war 25 Meilen aus dem Felde, nicht marſchiret ſondern gelaufen. Zwiſchen einem freien Leben und einem ſchmäligen Tode waren kaum 24 Stunden Unterſchied. Was way hierbey klügers zu thun, als die Gnade des Ueberwinders anzunehmen ? Die Beſchuldigungen von Stolz, Pracht, Eigennuß, Ungerechtigkeit, üppigem Wes ſen und Uebermuth , ſo Ruſſov den Dörptiſchen zur Laſt legt , beantwortet Rruſe kürzlich ſo: Wir ſind deſſen nicht zu überführen, ob wir gleich vor GOtt uns deſſett ſchuldig geben, Haben wir uns durch Sündigen dieſe Gerichte GOttes auf den Hals geladen , ſo wird dieſer heilige Carthäuſer ihnen in Revel auch nicht entlaufen.“ Er fordert Ruſſoven auf, einen zu nennen, welcher ohnlängſt die Gelder der Kirchen, Schule , Witwenhäuſer und Armenanſtalten auf ſein Haus verſchreiben laſſen und das- mit fortgezogen fey , und leugnet frey , daß es jemand möglich geweſen, den Schuld« nern bey der Uebergabe Renten und Kapital abzufordern , weil durch die vorigen Krie- gesbeſchwerden alles ganz erſchöpft geweſen. Daß aber Ruſſov verlanget, die Reis <hen in Dörpr hätten ſollen mir Gelde helfen , hält Rruſe für unbillig. Viele ſagt er, tharen es, zu ihrer und ihrer Erben gröſtem Schaden, und doch ward damit nichts aus« gerichtet» Wer wolte denn etlichen Privatperſonen deswegen die koſtbare Errettung von Liefland aufbürden, weil ſie reich wären. Cruſe erklärt es ebenfals für eine Unwarheit, daß die Ruſſen ſo viel Schäße in Dörpt gefunden haben ſollen, Der reiche Fabian von Tieſenhauſen hatte ſeine Baarſchaft auf vem Dome zu Revel, und büſte in Dörprt nur etliche Kaſten mit Betten und Decken ein, Dieſes Mannes baa- res Vermögen giebt Ruſſov auf 85000 Thaler, andre nur auf 40660 Mark ritziſch an, Rruſe wil, er ſey nie ſo reich geweſen, aber auch bey zugeſtandenem Fal doch nicht ver- pflichtet den Krieg allein auf ſich zu nehmen. Das Kirchengeſchmeide der Domherren war nach der VOyk gebracht , wo es Chriſtoph von Üönc<shauſen für den König von Dännemark erkauft haben ſol. Die in Dörpt gefundenen baaren Mittel betru- gen feine 2000 Thaler , mit welchem kein Heer gegen die Ruſſen angeworben werde konte, Wenn neue Schriftſteller in den Landesgeſchichten ihrer Zeit ſich ſo ſehr wider« ſprechen , was für Unrichtigkeiten müſſen nicht in den alten Zeiten zu finden ſeyn, ws es an Documenten fehlet ? 5 9) Elerd Rruſe, ehmaliger Stiftsrath zu Dörpt, ſchrieb einen ſo genantett Gegenbericht auf Ruſſovs ; Chronik, und eignete ihn in einer Zuſchrift dem damaligen Rathsverwandten in Riga Herrtt Frantz Treuſtädt zu Doch iſt er nie im Druck erſchienen- Die Pracht und det Staat in Liefland , den Ruſſov ſo gros macht , iſt hier ziemlich eingeſchmolzen , wenn Kruſe bezeuoet; ein mittelmäßiger Adlicher in Deurſchland habe mehr Gold , Silber und Edelgeſteine auf ſeine Pferde gehenget, als 5 Comturen und 20 Adliche in Licfland beſeſſen. Das Leben dieſes Freis herrn iſt eine Ketre vieler ſeltſamen Begebenheiten , die aber gröſten Theils in den dritten Thei) der Chronik fallen müſſen« Oos

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238 Heben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1558 trag machte einiges Aufſchen. Der Biſchof faſte ſich gleich-und-antwortete? Chr» barer , hochweiſer Herr Bürgermeiſter , es ſol dieſe Handlung der Uebergabe'feiz ner Privatperſon ſchuld gegeben und beigemeſſen werden. Hierauf, wurde unten? ſtehende Capitulation zum Feldherrn ins Lager gebracht, der ſie durch ſeinen Dol» metſcher überſetzen lies, nachher aber des Biſchofs und Magiſtrats Anforderun- gen unterzeichnete , welche gröſtentheils in alten Gewohnheiten beſtunden. Dies ſer wakere und vernünftige Feldherr gab nicht nur dem Biſchof zu ſeiner ſichern Fortbringung nach Fal eng eine anſehnliche Bede>ung von 200 Pferden zu, ſondern lies auch die Bürger, welche ausgezogen] mit ſicherer Manſchaft durch die ſtreifenden Coſak'en begleiten. Za er handelte ſo billig, daß er um der ſchüch» ternen Weiber und Kinder willen ſeine Völker nichteinmal in die Stadt lies, ſon? dern ein Piquet in die Thore ſtelte, damit die betrübten Einwohner bey ihrem Einpacken durch nichts beunruhiget würden. Indeſſen wurde in Dörpt die Stadtwache bezahlt , und die nicht bleiben wolten, kramten das Ihrige zuſammen, wodurch das Fuhrwerk ſehr ſelten wurde, und mancher Freund den andern ver- Jies 5), Da 8) Um Brodenbachs Geſchwäße zu wiederſegen ; als ob der Magiſtrat oßne Eiwilligung des Biſchofs mit dem rußiſchen Herrn Feldmarſchal tractiret habe, felget hier Die Eapitulation der Stadt Dörpt 1558, 1. Von Seicen des Biſchofs. x. Der Biſchof bringet ſein Leben in dem Kloſter Falckenau zu, 2. Erhält vom Czaar das dabey gelegene Gebiete, 3. Das Kloſter wird den Papiſten nach des Biſchofs Tode ewig gelaſſen. 4. Die Kapitelsherren behalten den Dom bey der päpſtlichen Religion, nebſt ihres Häuſern und Sütern unter der Jurisdiction des Biſchofs, g. Die Adlichen , ſo rußiſche Vaſallen werden wollen , bleiben auf ihren Gütern, 6. Alle Kornwaaren , Victualien , Getränke, Holz und andre Nothdurfe iſt Zolfrey. 7. Der Biſchof mit ſeinen Räthen bleibt über die Kapitelsherren, Mönche und ſtiftiſchen Adel Oberherr. 8. Behält in der Stadt ein freies Haus zu ſeiner Nothdurft ohne Einquartierung, g, Seine Botſchaft an den Czaar oder ſeine eigene Perſon wird mit den benöthigten Podwoden ohne Entgelt hin und her geſchaft, x0. Er behält vor der Stadt einen Garten und Holzraum an dem Strome frey, 11. Seine Leute können ungehindert in die Stadt ein» und auegehen. x2. Derjelben Verbrechen gegen den Czaar wird von dem Marſchal gerichtet, Il. Der Ulagiſtrat nebſt der Stadt übergab folgende Bitte: x. Die Stadt wird bey der augſpurgiſchen Confeßion ohne Aenderung gelaſſen, 2. Die Kirchen mit den Ornamenten und der Adminiſtration bleiben, 3, Desgleichen auch die Schulen nach dem Alten, 4. Der Rath iſt nach dem Alten deutſch , und behält das Rathhaus , alle Einkünfte, die Gefängniſſe, Kornhäuſer , Brodtſchragen , Fiſchſ<ranken , Münze, Apotheke, Buchſchreiberey , Prediger, Schulmeiſter , der Stadtsdiener Häuſer, den Marſtal, die Mühlen , Graben , Teiche, Landgüter , Fiſchzüge , Wage , Wrake, Gerichts bräuche, Weddebräuche, Armen- und Kirchenhäuſer , Zolhäuſer , ſamt allen Ren- ten und Einkünften an Wein, Bier , Meth und allen Getränken. 5. Alle Protocolle, Erbbücher , Rentbücher , alte und neue Privilegien werden beſtä- tiget. 6. Der Stadtvogt richtet allein über Deutſche und Undeutſche , in geiſtlichen und weltlichen , peinlichen und bürgerlichen Sachen, 7. Die Stadt gebraucht das Schwerdtrichten nach dem alten, 8. Die Bauerſprache und alten Gebräuche in Proceſſen , Geſelſchaften , Wahl dex Aemter , Schragen, Kornmaſſe , Gewichte , Elle zc. bleiben. 9. Die il M beſigt beide Gildenſtuben zu ihren Hochzeiten und Amtszuſammena fünften, x9. Die Schwarzenhäuptep behalten ihr Haus zu ihrem Verkehr und Geſelſchafiss grinfen, : 31, Nach

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Erzb. Wilhelm, zurZeit der Regierung Wilheltns v. Fürſtenberg. 239. - Dacalles vorbey war , ſo hielt der Feldherr ſeinen Einzug, nachdem 2 Ka- 1 pitelherren , etliche Abgeordnete des Weagiſtrats und der Bürgerſchaft ihm im Las ger die Schlüſſel zum Schlos und der Stadt überreicht hatten. Ein Woywode mit der Friedensfahne ritte voraus5 die obgedachten Deputirten aber hatten den Feldherrn in der Mitte- Die Straſſen waren mit dem Leibregimente des Czaars beſet. Die ſcharfe Manszucht und Ordnung, welche Zuskt beobachtete, brachte der erſchrockenen Bürgerſchaft almälig friſchen Muth bey. Der Magiſtrat und die Gemzine ſchickte dem Feldherrn Wein, Bier „Fiſche ,. Erftiſchungen , Haber, und ein güldenes Trinkgeſchir zur Verehrung, welches er auch mit den verpflichte- ar Ausdrücen annahm, und ſich erklärte, daß ſeine Stube und Ohren jedem offen ſtündenz er ſey deswegen da, die Uebelthäter zu ſtrafen und die Tugendhaf- ten zu ſhüßen. Dieſes verſicherte er. nochmals auf ſeinem groſſen Gaſtgebote, welches er auf dem Schloſſe dem Rath , den Elterleuten und Elteſten gab , der- gleichen gnädige Verſprechungen er einige mal wiederholte. Doch der Biſchof z3ermatn ward auf Befehl des Czaars durch einen abgeſchiten Haufen von Fal» >eng wieder abgeholet, und bis zum Ausgang des Krieges nach WMoſcau gefühe ret, weil man dadurch den Frieden zu beſchleunigen hofte, Ooo 2 Nach» xl, Nach Ruß- und Deutſchland bleibt der Handel ſtets frey ohne allem Zol, 32, Bier , Meth und Brantewein ſind Acciſefrey, auſſer was der Rath darauf legel. 33. Die Heirathen ihrer Söhne ud Töchter mit Ausländern ſind erlaubt, 34. Jeder ziehet ab wenn er wil mit Haab und Gut ohne Abzugsgeld, 15. Kan auch das Seine verkaufen an wen er wil ohne Abzugsgeld, 16. Kan frey wieder zurü& kommen, 17. Die EUieguneh ziehen mit Ober - und Unfergewehr, mit Sa und Pa ungehin« dert ab, 18. Welcher Bürger nicht bleiben wil, bekomt nach Gelegenheit innerhalb 8 oder 14 Tagen ſeinen Reiſepas, 19. Die ausheimiſchen Kauſleute ſo wol als die rußiſchen , können bey den Bürgern zur Niederlage einziehen und handeln, 20. Kein Gaſt ſol mit dem andern Gaſt, von Deutſchen oder Ruſſen , ſondern als lein mit den Bürgern handeln. 23, Der Rath behält durch ſeine Amtsperſonen die Aufſicht und Gerichte über allt deutſchen und undeutſchen Aemter , auch über die Geſelſchaſt der Fiſcher, die man „üerlinge nennet. 22. Die Jahrmärkte ſind ungeſtört, 23. Der Rath ertheilet in zuläßigen Fällen den Verbrechern ein frey Geleite, 24. Theilet auch die Päſſe mit zur Hin- und Herreiſe« 25. Kein Bürger wird in ſeinem Hauſe mit Kriegesleuten beſchweret, 26. Niemand darf nach Bußland abgeſühret werden. 27. Alle bürgerliche und peinliche Verbrechen, ſelbſt gegen den Czaar innerhalb des Rathsgrenzen, werden von den Vögten des Raths beſtrafet. 28. Aller verſtorbenen Ausländer Nachgelaſſenſchaſt wird frey anders wohin verabfols get, 29. Alle Erbſchaften, die in Jahr und Tag nicht abgefordert werden, fallen dem Rath anheim, 30. Die künftigen Bürger ſollen von dem Rath das Bürgerrecht erhalten, dem Czaar ſo wol als dem. Rati) den Eid leiſten , und die Gildenſtube gewinnen. 31, Begehret ein Rath, daß von ihren geſprochenen Urtein die Appellation möge nach dem alten an die Stadt und den Rath zu Riga ergehen , ſintemal ſie ihr Recht SIE rigiſchen Rechten, ſo ihnen von Kaiſer und Päpſten gegeben , urteln und prechen, 32, Keines dörptiſchen Bürgers oder Kaufman Geld oder Gut wird in Rußland arreſtiret , noch ſeine Perſon gehemmet , um Schulden wegen, die zu Dörpr ges macht ſind, 83: Die Bürger haben Freiheit, Getraide , Victualien, Hopfen und Honig aus Rußland zu holen, | 34. Alle Kaufleute aus Ruß- und Deutſchland haben ihre freie Niederlage , ſind Zolfrey und entrichten blos dem Rathe die Gebühr yon Gewichte, Wage und dex Wrafe,- 000 ie; ; ; 558

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240 Leben und Thatender liefländiſchen Ordenstneiſter, 1558 Nachdem ſich Dörpt am 19ten Zul. ergeben hatte , fertigte Zusft Bevol- mächtigte ab , die die Stadt RBevel zur Uebergabe auffordern und ihr die ſchön- ſten Bedingungen anbieten ſolten. Die Stadt aber, die ſich auf weit feſtere und von der Natur verſtärkte Werke verlaſſen konte , dergleichen Dörpt nicht hatte, ertheilte 2 Meilen von Revel in des Raths Hofe den rußiſchen Unterhändlern die kurze Antwort, daß ſie als eine herrmeiſterliche Stadt zum Capitnliren feine Erlaubnis habe. | Da der Orden in Liefland wegen der Uebergabe kleinerer Plätze ſchon ſo viel Aufhebens machte, ſo iſt it zu begreifen , warum dieſes ein wenig befeſtigte Dörpr, das man mit Gewalt für eine Vormauer des Landes ausgab, bey ſei- ner Ergebung noch viel mehr Reden und Verwirrung verurſachte, Man nante die Einwohner deſſelben reiche und bemittelte Leute, die ihr Vermögen zur Ret- tung des ganzen Landes hätten anwenden ſollen, Man ſchätzte die Baarſchaft an? ſehnlicher Stiftsräthe, denen man Geiß und Eigennuß vorwarf, Die Aermern beſchuldigte man der Schwelgerey und des Durchbringens. Man redete von Verräthern , man ſpottete der Unglücklichen , und Mie nicht anders, als ob die Rechnung ſchon richtig wäre, daß ein jeder Dörptiſcher wol 190 Buſſen auf ſich nehmen fönte. Das erſte Gericht hielt man über die aus Moskau zurücgekommenen Gel- der, die zu Ritzag in der Maſſelſtraſſe in dem Hauſe des Herrn Joh. Urküls von WMentzen niedergeleget waren, wovon denen Dorprern wenig wieder in die Hände kam. Man ſahe ſie als Gelder an, welche nun rnßiſch wären, und die man daher nicht zurückgeben dürfte. Selbſt diejenigen Gelder , welche die aus Dörpt wegziehenden Einwohner aus Verkaufung ihres Geräthes gelöſet, wur- den für feindlich erfläret, und dieſen flüchtigen Leuten auf dem Wege nach Re- vel durch den Gebietiger Wilhelm Wifferling abgenommen. Der Ordensmeiſter Fürſtenberg, bey welchem der gegen den Biſchof ge- faſte Argwohn bey dieſem Verluſt gleichſam von neuem aufwachte, ruhete nicht eher, bis er die vermuthete Verrätherey entde>et hatte. Man nahm den biſchbfli- <en Bedienten Chriſtoph Luſtvern in Verhaft, und brachte ihn na; Wenden in den Peinthurm. Dieſer der Tortur ungewohnte Höfling that eine ziemlich un- ordentliche Auſſage, und muſte ſie nach empfangenem Abendmahl den 25ſten Jul. in Gegenwart des römiſch kaiſerlichen Notarii Thomas Tarnow in der hauscomturlichen Kammer Vormittages um 8 Uhr gütlich befräftigen , worüber der Ordensſecretarius Baſtian Dittmarſchen das Protocol führete. Die Auſſage des Weinſchenken inlWenden, Beinhold Fackens, hieng nicht ordentli- <er zuſammen; gleichwol machte des erſtern Bekentnis , daß man den ehrlichen Kanzler Geor Zoltſchuher in 5Zapſal einzog, deſſen Auſſage man wieder ſo drehete, als ob der Biſchof mit Fleis und Vorſaß die Ruſſen ins Land einge- loket , und ihnen die Feſtungen in die Hände geſpielet habe. Dis Verfahren machte den übrigen dörptiſchen Kapitelsherren geſchwinde Füſſe nach ihrem Va- terlande , damit ſie nicht auch das Unglü> hätten , unſchuldiger weiſe mit in die Inquiſition über die ſo genanten Landesverräther zu gerathen. Luſkver fiel ſelbſt über ſeine Ausſage in Verzweifelung und erhieng ſich im Gefängnis 9), H ätte a) Luſtver bekante unter der Marter , daß ihn der Biſchof mit Briefen nac<ß N?oskau geſchickt , wo ihm der rußiſche Kanzler eröfnet, der Biſchof wolle ſich unterwerfen, wenn ihm der Kaiſer aller Reuſſen bey ſeiner Religion und Freiheiten laſſen wolte. Luſtver flochte den Stiftskanzler Zoltſchuher mit in den Handel, als ob der Biſchof mit dieſem alles verabredet. Zoltſchuher , ſagte er, habe ihn vor den Biſchof gefüh ret , alsdenn habe ihm der Biſchof 55 Thlr. und 45 Mark Ferdinge zum Reiſegelde ge- zahlet , 40 Thlr. nachgeſchiet , ihm die Hand drauf gegeben , daß er ihn wegen der Reiſe gegen allen Ankläger ſchüßen wolte , mit den angehengten Worten: I< wil dich zum Manne machen. Er führte auch die Worte an, welche ſich der Biſchof ſol ha ben verlauten laſſen , daß der Czaar Gewalt brauchen, und die d&rptiſchon Deutſchen mit «+

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Erzb. Wilhelm, zur Zeit der Regierung Wilhelins v, Fünſtenberg. 247 Hätte ſich Fürſtenbere im Felde halten, und die noch übrigen nothleiden- 1558 den Schlöſſer beſchützen können 3 ſo würde der erſte Schreeken nach dem Verlu von Dörpt keinen beſondern Eindruek gemacht haben. Allein da es mit dem grüs- nen Holze ſo gieng, ſv war das dürre nicht mehr ſicher, und der Vogt Bernhard von mit helfen ſolten , im Fal der Herr Meiſter ſich nicht gegen den Czaar demüthigen und unter ſeinen Schuß begeben wolre, Von ſich geſtand Luſtver noch; daß er dem Czaar den ſchwachen Zuſtand der Stadt Dörpt und den Mangel an Soldaten entdeer, und die Anſchläge auf Ryranpeb angegeben, weil er ſich auf ſeines Biſchofs Schuß ver« laſſen 3 die Stadt habe aus ihrem Mittel einen Bürger Gert Bock, ein gleiches vem Czaar zu hinterbringen , nach Nloskau abgeſchift. Der Weinſchenke in Wenden, Facke, ſagte aus , daß ihn die Lübiſchen zur Verrätherey verführet , weil ſie im Na« men der Hanſeeſtädte durch ihn an den Rneſen zu Jvanogrod unterſchiedene Ge« ſchenke geſandt , auch eigne Boten über Schweden oder Pohlen , oder L5arva nach Rußland abgehen laſſen, um zu Jvanogrod ein Contoir zu errichten. PBey dies ſer Ausſage ſchrie Facke unter der Marter ohn Unterlass Mein Blut wird ſchreien Über die Lübiſchen bis zum jüngſten Tage, die mich dazu gebracht. Er bekante noch auf einen Amſterdammer , ingleichen auf einen Undeucſchen bey Riga Namens Hiellcke, wie auch auf einen deutſchen Kaufgeſellen , der ſich zu Plesxow umtaufen laſſen , und deſſen Mutter zu Riga betteln gehe , zuleßt auf 10 ßk. groſſe Oliven, die KRrumhauſen aus LTarva an den Czaar mitgenommen , weiche aber ſo wenig des Hochverraths überwieſen waren , als die andern Mitſchuldigen. Man ſprengte ſo gar im Lande aus, daß der Kanzler ſelbſt geſtanden, er und ſein Biſchof härten den Ruſſen Dörpr in die Hände geſpielet, Dieſes Gerüchte kam dem Biſchof zu Ohren, als er ſchon nach D7I0skau gefangen geführet worden, welcher denn zür Rettung ſeiner Ehre und Unſchuld 2 Briefe, unterm x5ten Jun. und x2ten Jul. 1559 an den Ordenga meiſter ſandte , beide faſt gleiches Inhalts. Er ſchreibt , er könne unmögli& glauben, daß ſein Kanzler von ſich und ihm eine Verrätherey ausgeſaget , wenn ſelbiges nicht aus Verzweifelung und verrücktem Gemüthe hergefloſſen. Des Kanzlers Abzug aus dem Stifte beweiſe , daß er keines Verſtändniſſes mit Rußland zu beſchuldigen ſey, da er ja ſonſt in Dörpt bleiben und bey dem Czaar Schuß ſuchen können. Luſtvers Befkentnis ſey durch die Tortur ausgepreſt , und hätte er, der Biſchof , ihn ſelbſt ge« fänglich angehalten , weil Luſtver fälſchlich vorgegeben, daß er auf der wolmevria« ſchen Tageleiſtung von dem Biſchof einen verdächtigen Brief empfangen uno dem Czaar überbracht ; Luſtver würde nicht dem Herrn Meiſter ſeyn ausgeliefert worten, wenn nicht der Biſchof ſich ſeiner eigenen Unſchuld dewuſt wäre 3; er habe aber wie Ju- das , den Lohn ſeines böſen Gewiſſens in Verrathung der Unſchuldigen einpfangen, Der Biſchof entſchuldiget ſich wegen des Schreibens , ſo Luſtvern eingehändiger wor» den. . Es ſey durch ſeine Räthe , Kapitel und Ritterſchaft durch Anreigzung und Bea« willigung dos ritterlichen deutſchen Ordens abgefaſſet , des etwanigen Jnhalts, es möchte der Czaar wegen der langen 'Verweitung keinen Argwohn faſſen , maſſen die wolmerſche Verſamlung zur Einſchifung einer Ritterſchaft vorgenommen ſey, wels <hen Brief er zum Beweis ſeiner Unſchuld aus der czaariſchen Kanzliey wieder auszus wirken und vorzuweiſen verſpricht, Und weil der Czaar ihm Verſicherung gegeben, daß er nach geſchloſſenem Frieden wieder in ſein Biſtum kommen ſolte, ſo bittet er für alle ſeine Bedienten , daß man mit ſolchen nicht zum Tode eile, weil ſie ſo wenig als er Schuld haben. Zu ſeiner eigenen Unſchuld führt er ſein jeßiges Elend an, welches ihn unmöglich betreffen können, wenn er mit dem Czaar in einem Verſtändnis gewes ſen wäre. Der Kaiſer und andre Potentaten gaben ſich ſchon vorher Mühe, den Kanzler Zolzſchuher durch ihre Entſchuldigungsſchreiben an Fürſtenbergen und Rettlern auf freien Fus zu ſeken. Ja man glaubte die in der erſten Hike ſo gros gemachte Verrätherey in Lieſtand ſelbſt nicht mehr , daher die pohlniſchen Revi« ſionsherren 1597 dieſen Kanzler Generoſum Georgium Holtzfchuher , nobilem Fran» cum » extraneum quidem, bene tamen de Linonia et republica meritum nennen, Ob nun gleich dieſer berühmte Man ſeines Arreſts entlediget ward , ſo zog er ſic) doch dieſe Kränkung dergeſtalt zu Gemüthe, daß er zu Zapſal, am 6ten Sept, 1559 früh Morgens zwiſchen 3 und 4 Uhr, nicht im Gefängnis , noch viel weniger morre vou honeſta; wie ZZredenbach und andre ihm nachſchreiben , ſondern in ſeinem eigenen Hauſe verſchied , und auf dem Domfirchhof zu Hapſal vor der Kirchenthür begraben wurde» Ein noch vorhandener Brief, in welchem ſeine Gemahlin an deſſen Ppp Vero

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242 Leben und Thateh der liefländiſchen Ordensmeiſter, x558von Smerten, verlies das feſte Wittenſtein, deſſen Lebensmittel ſich die aus rpt ausgezogene Beſatzung zu Nute machte, und ſich den darin befindlichen Wein und Bier wohl ſchmecken lies , ohne doch lange an einem ſo wohl geſpickten Orte zu verweilen. Doch der junge Caſper von Oldenbockum beſeßte das uusgelerte Schlos gleich mit einiger friſchen Manſchaft, und hielt aus ſelbigem die herumſchweifenden Freibeuter vom rußiſchen Heer noch etwas im Zaum. In Kevel wurde die Verwirrung noch gröſſer. Der Domberg, auf. wel« <em der Orden ein von Natur und Kunſt wohlbefeſtigtes Schlos hatte , ward bey der durchgängigen Furcht von dem daſigen Comtur, Franz Setxehagven von Anſtel, in Hofnung auf königlichen däniſchen Schuß, an einen Edelman aus der Wyk Chriſtoph von Moönnichshauſen, einen EINER des Kö- nigs von Dännemark, übertragen , der auch gleich die in Beſatung liegende Compagnie der Ordensſoldaten ſeinem König ſchweren lies. , Dieſer unerwartete Stteich veranlaſte den Adel in Sarrien und Wirland zu einem neuen Ent- 120g daß ſie ihre Geſandten Fabian von Tieſenhauſen und Bruno von edbertxgen nach Dännemark abfertigten , in der Zuverſicht , der König Chriſtign der Ute werde ſeinen Beiſtand dem Lande um ſo viel weniger verſa- gen, je länger dieſe Krone in dem Beſitz von Lſtland geweſen. Die Stadt Revel lies ein gleiches durch ihre Abgeordneten “Jvo von der =5öcge , und den Rathöherrn Caſpar Breitholtz ſuchen 3 bey welcher Geſandſchaft der geſchickte und beliebte Syndicus Joſt Clodt das Wort führte. Der alte König leh- nete aber nach einigem Bedenken das ganze Anbringen mit der Entſchuldigung von ſich ab, daß ihm GOtt Länder und Städte genug zu regieren gegeben , und eine gröſſere Bürde aufgeleget, als ſein graues Alter ihm zu ttagen erlaube. „Doch ſchi>te er den Ordensherren zur Beihülfe 22000 Thaler , wofür dieſe Geſchüß, Pulver und Lebensmittel anfauften. Tieſenhauſen ſtarb in Dännemark, und Wedbert auf: dem Schiffe , von denen der lekßtere in Revel begraben wurde. mönnichhauſen der föniglichen Befehl erhielt, den Dom dem Orden zurück zu geben, gerieth auf einen andern Ausſchlag, und bot denſelben der Stadt um eine Summe Geldes an, die aber auch Bedenken trug 1 in Weitläuftigfeiten einzu? laſſen; daher Mönnichhauſen ſeinen Schaß aufieigne Gefahr zu bewahren hat- te, bis im Herbſt Gotthard Kettler durch Vermittelung des Herrn Diedrich Behr und Seinrich Urtül von Siel das Schlos Revel dem Orden wieder unterwürfig machte. Endlich ſties Fridrich Döl>erſam, Domproſt und Obriſter über die Völker des Erzbiſchofs, zu Kettlers Armee, und wagte noch den Sommer die Berennung des Schloſſes Ringen, aus welchem er die Ruſſen verjagte , und mit ihnen beim Dorfe Torrifer ein glückliches Scharmüßel hielt. Ein vornehmer rußiſcher Herr , der einige tödliche Wunden bekommen, bat ihn in lateiniſcher Sprache ſeiner Heilung wegen Sorge zu tragen und ſagte: Rogo dominationem tuam, intercedat pro me apud Dominum ſüum, Magnum L;- 4orniae Verwandte nach Deutſchland ſein ſanftes und gelaſſenes Ende berichtet , macht ihn zu einem Schußhgenoſſen des hochwürdigen Fürſten und Herrn zu Oeſel und Curland. Seine Gemahlin war Dorothea von Ortzies, eine Tochter Bertrams von Ortzies genant Rutenbertz , und Carharinen von Vietinghof. Sie ſtarb 1576 am 8ten Merz und ward am 12ten eben des Monats in der Domkirche zu Riga beerdiger. Der ältere Sohn Georg Holſchuher kam als Capitain von der Garde des Gra- fen Wilhelm von LTaſſau, Feldmarſchals der vereinigten LTiederlande , zurück, ward Domherr des Stifts zu Dörpt , und ſtarb 1607 auf. dem königlichen Schlos zu Cremone. Der jüngere Bertram, den Relch S. 385 unrichtig Bernhard ſchrei« bet, war Succamerarius von Dörpt, königlich» pohlniſcher Reviſionsherr, bere nach Senator des Reichs, Caſtellau der Woywodſchaft Dörpt, Erbherr zu Bre«- men und Billenbof, Hauptman , Pfleger und Pfandherr des Schloſſes Cremona, Er vermählte ſich mit Gerdruta Völckerſam , Walthers von Rein Witwe, und zum andern mal mit Aeznes, Wilhelms von Effern auf. Stallbergg, "Burggra« fens von Dörpt und Eliſaberha von Bilinckhaus Tochter.

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Erzb,. Wilhelm. zur Zeitder Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg, 243 zuoniae Magiſtrum, vt me in ciuitatem ſuam ad medicos mittat, quia grauiter et 1558 letaliter ſum vulneratus, Er verſchied aber unter ſeinen Händen. Das Schlos Rincget1 ward alſo von Kettlern erobert, und weil er 490 Buſſen in ſelbigem niederhauen lies, verdros ſolches den Czaar dergeſtalt, daß er auſſer den Biſchof - Serman alle Bürger und junge Leute aus Dörpt nach Pleſcow zu führen befahl, die doch aber bald wieder zurück on wurden. Moch erwies der gottſelige König von Dännemark Chriſtian der te kurz vor ſeinem Hintrit aus der Welt den Liefländern die Gefälligkeit, daß er durch ſeine Geſandten Claus Uhr, Waslaff Wobeſſer, Deter Bilde und D. Steronymus Tennern bey dem Czaar um einigen Stilſtand für die Lief- länder anhalten lies, der aber von den Ruſſen nicht länger als auf. ein halbes Jahr genehmiget wurde. Im römiſchen Reiche verfuhr man weit faltſinniger, indem der Kaiſer ſeinen ganzen Beiſtand auf einige Ermahnungsſchreiben an die Städte Lübeck und 5amburg einſchränkte, daß ſelbige den Buſſen nach Ltarvg keine Contrebande zuführen möchten; die aber nicht geſonnen waren ſich ſo genau darnach zu richten. Die Liefl&nder ſelbſt erhielten keinen weitern Troſt, als ſich an Schweden zu halten. Die Chriſtenheit ſey gros, und könne weder er noch das Reich der Türken wegen die Chriſten aller Orten ſchützen 9. | Der Czaar unterlies mitlerweile niht, dem römiſchen Kaiſer Ferdinand dem 6 die Urſachen vorzulegen, die ihn zu dieſem Kriege mit Recht gereißtt, Ihr Hauptinhalt lief; daraufhinaus, daß die Stände den Tribut, der alle3 Jahr zu erlegen geweſen, nicht gehörig abgetragen , den rußiſchen Handel geſtöret, aus dengriechiſchen Kirchen Zeughäuſer und Cloaken gemacht , ſich an ſeine Warnun- en nicht gefehret, ſondern wie Phara0 verſto>t geblieben wären 3 weswegen er ü mit Feuer und Schwerdt heimzuſuchen berechtiget ſey, Die Liefländer wandten ſich in dieſem Gedränge um Jacobi an die Kro- ne Schweden, und ſandten nebſt Salomon Zenning / D. Rembert Gilſen und dem Secretair Michgel Brinckmann, den dünemündiſchen Comtur Geor Brabeck nach Abo an den Grosfürſten Johannes in Finn- land , welcher nicht abgeneigt war auf, Verpfändung einiger Schlöſſer ein Dar- lehn von 200000 Thlr. zu thun, und dem Lande mit Volk, Munition und Pro- viant beizuſpringen / in Hofnung, ſolchergeſtalt einen feſten Fus in Liefland zu erhalten. Er gab den Geſandten zwar eine Beförderung an ſeinen Herrn Va- ter mit, verwies ihnen aber die Unachtſamkeit , welche in der liefländiſchen Ppp 2 Kanzley ?) Jn dem Schreiben Ferdinands des Uſten an den König von Schweden Guſtav aus Wien von riten Sept, 1558 führt der Kaiſer an , daß der Czaar nicht ihm, ſon- dern der Chriſtenheit Liefland entwenden wolle, welches er der Chriſtenheit gerne wol- te erhalten wiſſen. Es würde Schweden gefährlich fallen, wenn dieſer mächtike Nachbar Meiſter von der Oſtſee würde, daher möchte Guſtav nebſt andern benach« barten Mächten den Meiſter und deſſen Länder mit Hülfe, Troſt, Schuß und Bei- ſtand nicht verlaſſen , welchen Gefallen der Kaiſer mit aller Freundſchaft zu verſchulden verſpricht. So wol dieſer als die übrigen kaiſerlichen Briefe geben genugſam zu erfen- nen, daß weder die Kaiſer noch das Reich die Liefländer für ihre Unterthanen gehal ten *). Jndeſſen ſandte der Kaiſer das folgende Jahr des Hoch- und Deutſchmeiſters Vaſallen nach Liefland , um ſich von den daſigen Angelegenheiten näher zu unterriche ten. Dieſe kamen 1560 zu Speier an und ſtelten die Noth gros genug vort was Half es aber ? *) Dawider ſtreitet nicht, daß der Kaiſer ſo wol, als die Liefländer Linonianz Sacri Romani Impe- Nn rii prouinciam nennen. In den lateiniſchen Hülfs - und Schuktractaten mit Poblen, Vilnae d. vitiw. Aug, 1559, bedienet ſich der Ordensmeiſter Rettler der Ausdrücke: Ne Me/chi in S. Rom, Imp. prouinciam, quae nomine prote&ionis et Clientelae Sacratilimae Ipfſius Regiae Maicſtatis Jam quodammodo fada eſt, hoſftilia arma inferant 3 welche nichts anders ſagen, als daß der bey Pohlen geſuchte Schuß dem Könige eine Befugnis und Recht ertheile, für die Lieflän.der zu Fechten und ſich ihrer anzunehmen. Das Eigenthum dieſer Lande aber dem König zu übertra gen, dürfte Rettlern dismal wol nicht eingefallen ſeyn» Ein mehreres von dem Bande, mit welchem Hiefland ans deutſche Reich verknüpft geweſen, komt am Ende dieſes Theils vor,

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244 Leben und Thatet der liefländiſchen Ordensineiſter, 15582 Kanzley mit dem königlichen Titel begangen war, da man den König im Lateini- 72% chen nur Ihro Erlauchten genant, und ſagte: Die königliche Majeſtät von Schweden iſt durch GOttes Gnade ſv verfinſtert nicht, daß ſie auf die Er- leuchtung der Liefländer wartet. Zn Sto>holm erwies der Stathalter Lorenz Flemming den Geſandten alle Ehre und guten Willen , beförderte ſie auch zu dem König nach Suderkiopins in Oſtertzothland, bey dem ſie aber nicht ſonderlichen Eingang fanden, indem Guſtavus der Iſte ihnen den bey vo- rigen Kriegen bewieſenen Wankelmuth vorwarf, da die Schweden ſich ehmals der Liefländer wegen in einen weitläuftigen Krieg verwiekelt, und durch den ein- ſeitigen Frieden des Meiſters mit Rußland im Stich gelaſſen wären. Er war- nete auch ſeinen Prinzen Johan ſich mit den Liefländern auf nichts einzulaſſen ; die Verpfändung erwecke bey Bußland nur Eiferſucht, welches dieſen Handel für einen Friedensbruch der Schweden auslegen würde. Man werde ſich den Neid des römiſchen Reichs, der Krone Pohlen, und Dännemark, ja aller wendiſchen Städte auf den Hals laden. Die Erhaltung der Pfandſchlöſſer ſey mit vielen Koſten verbunden , und das Pfand oft nicht ſo viel werth als das Darlehn. Doch hatte der König eine Fürſprache bey Rußland einzulegen ver- ſprochen, welche der eine Geſandte nach der Heimreiſe des andern abwarten wolte. Es gieng aber auch dieſes zurück , als der König erfuhr, daß Dännematk einen Stilſtand bewirken wolle, und den ſchwediſchen Unterthanen auf ihrer Farth nach LIarvag mancherley Beunruhigungen im Weg gelegetworden. So viel ver? ſprach gleichwol der König, daß er Srefland aufs möglichſte helfen wolle, wenn der Herr Meiſter Revel und andre Plätze an Schweden verpfändet, In Bitſa thaten ſich viele durchs Evangelium gerührte Perſonen zuſammen , und ſtifteten die ſv gezante milde Gift, ſo der Stadt einen ewigen Nachruhm zu wege gebracht *). ' Om m) Dieſe recht geſegnete Stiftung läſt ſich nicht ohne Rührung leſem. Herr M. Johan Brever hat etwas davon auszugsweiſe in die erbauliche Vorrede zum rigziſchen Ge» ſangbuch beigebracht. Weil aber das gar ſchöne Document von Errichtung dieſer mil- den Gift einen klaren Beweis enthält, daß man die evangeliſche Lehre von guten Wer- Fen nicht trennen , ſondern vielmehr die leßten mit der erſten verbinden wollen , über« dem die Namen etlicher wohlverdienter Bürger darin aufbehalten worden, davon noch xmanche Familien blühen , ſo iſt es billig , daß auch Wohlthaten nach dem Tode unver» geſſen bleiben , und wir die ganze Stiftungsformel der Nachwelt aufbehalten , die von dieſer Stiſtung noch jeßo den Genus hat. Vielleicht werden durch dieſes Blat noch manche zur Nachahmung ihrer Vorfahren erwecket. ImNamen der heiligen und unzertheilten Dreyfaltigkeit , des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geiſtes. Amen! Kand und offenbar ſey allen menniglich , ſo dieſe gegenwärtige Fundadion ſehen , hd ren oder zu ewiger künftiger Gedächtnis leſen. Nachdem und als von der ewigen Weigsheit der Menſch , wie er nach des Almächti«- gen ſeinen Bildnis geſchaffen und verordnet iſt, das Reich GOttes und die Werke göttlicher Tugend und Gerechtigkeit vor allen Dingen zu ſuchen und zu befördern , auch ſo viel als menſchliche Sinne und Vernunft aus Einflus und Wirkungen des heiligen Geiſtes mit Verſtand mehr erleuchtet und begabet ſeyn 3 die mannichfaltige unaus- ſprechliche Gnade und Wohlthat , ſo der Almächtige an uns gewandt, zu verſtehen und zu bekennenz ſonderlich aber dieweil er die Gemeine dieſer guten Stadt Riga vor etlichen andern umliegenden und benachbarten aus unermeslicher, groſſer und unabgründ» 1 licher Gnade und Barmherzigkeit mit dem hochtheurbaren und unvergeltlichen Shas ſeines allerheitigſten gnadenreichen und allein ſeligmachenden göttlichen Wortes vor ' 30 Jahren gnädiglich heimgeſuchet, und ihnen durch die Diener deſſelben ohne einige Ver- fälſchung und Jrthum lauter und klar nach <riſtlicher apoſtoliſcher Lehre vortragen und die hochwürdigen Sacramente beiderley Geſtalt, inmaſſen dieſelben von unſerm Se- ligmacßher dem Herrn JLXſu Chriſto ſelber eingeſeßet und verordnet, zu Lobe ſeiner hohen göttlichen Majeſtät und uns armen elenden Sündern , die wir in dieſen weit ab- gele

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Erzb. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg. 245 Im Hornung unternahmen die Ruſſen eine erſchrekliche Streiferey durch 1558 Liefland, und erlegten den tapfern Dompropſt Völ>erſarn nebſt vielen aus 8 dem vornehmſten Adel bey Tprſen, deſſen Leiche nach Bieza geführet und im Dom beigeſeßet ward. Site rückten vor Bitgag vorbey in Curlan0 bis an die - litthauiſche Grenze, und wären bis Mernel gezogen, wenn nicht ein blinder Lerm entſtanden wäre, daß der mit etlichen hundert Reutern in Curland ange- kfommene Coadiutor des Erzſtifts, Chriſtoph, Herzog von Mecklenburg, ein faſt unzehlbares Kriegesheer bey ſich führe. Die Ruſſen erhielten zugleic) Nach» richt von des Czaars Einwilligung in den durch d&niſche Vermittelung verſchaf« . ten gelegenen Landen geſeſſen , zum Troſt, Heil und ewiger Seligkeit reichen laſſen 3 ſo ſol- len wir wiederum deſto geneigter ſeyn, derſelben ſeiner hohen göttlichen Majeſtät Lob und Ehre dafür zu geben und zu ſagen, auch herzlich anzuflehen und zu bitten, uns bey derſelbigen Religion göttliches Worts , Lehre , ingleichen warhaftigen Sacramenten bis an den Tag, da er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten, gnädigs lich zu erhalten, Und ob nun wol ein ehrbarer Rath , Elterleute und Aelteſten und ganze Gemeine dieſer Stadt, unſre Vorfahren, in Zeiten als ſolches gnadenreiche Licht bey ihnen erſchienen , den Herren Prädicanten , Kirchendienern und Schulmeiſtern eine ziemliche Beſoldunge nach eines jeden Gelegenheit geſtiftet und verordnet haben, und wir hierin benante Perſonen aber bey uns aus <riſtlichem Gemüthe überleget und be- wogen , daß ſikh die Haushaltung in jezigen theuren Zeiten von Tage zu Tage je län- ger je mehr ſteigert, und bekennen müſſen , daß das göttliche Wort nicht allein durch Kirchengehen und das Gehör befördert und Gehör haben wil, ſondern auch dadurch, daß den Verkündigern göttliches Worts als unfern Seelſorgern , ſo ferne ſte eines ehr- licher. Lebens , Handels und Wandels ſeyn , zu ihrer leiblichen Aufenthaltung zu Steu- er und Hülfe gekommen werde, auf daß ſie die weltlichen Geſchäfte und ſonſt die Naho rung in Vergeſſen ſtellen , und ihres Amts deſto fleißiger wahrnehmen , und dem vor- ſtehen mögens ſo haben wir Untenbenante dem Almächtigen zu beſondern Ehren und zur Förderung und Handhabung ſeines allerheiligſten Worts rechtes Wiſſens wohlbes dächtig 480 Mark rigiſch jährlicher , ewiger und immerwährender Rente mit 8000 Mark Hauptſumme aus unſern redeſten Gütern , willigen <riſtlichen Herzens und Ge« müths geſtiftet , fundiret und verordnet, des iſt eines jeglichen Tauf und Zunamen, Ingleichen die Summe ſeines Zuſchuſſes mit allen weitern Bericht zu vernehmen wie folget : r Mk, Mk, Vincent Glandorſf 1000| |Bartholomäus von Schwie- Jaſper Romber 500 dern 100 Welchior Spenckhuſen 5oo| JAlbrecht Vorwer> 100 Hans zum Berge 5001 I&-ans Groenne 100) Hans Lindemann 2501 Caſper Gantzkaw I00 Reinhold Thene 200] Wilhelm Teſchen 100 „Hans Ludinghauſtt 200] 1|5Mans gjilken I00 Gotthard Loddermann 2001|. |Zinrich Durkop I00 "Joſt von Loch | * 200| |Zans Sövenboin LOO ſWarren Pröveſtingt 2001| jAntonius Remenſchnider I00 S|FSranz Schroeder 2c0| „|sZzinrich von Zinten I00 TGerdr Friderichs 200 js Carſten Sövenbom I00 Caſpar Drelingk 2000|" Ierman Saärtmann 5C oachim Ronnenberg 200] |Stephan Grever 50 Wilhelm Spenckhuſen 200] |Caſper Möller 50 Hinrich Möller , der Kramer | 200] 1Albrecht Voltel 50 Johan Dulle 200] jeans Zuſch 50 Bvert Zothe 200| |ezinrich Möller 200 Dirich Menningk 150] |Lorens Evers 100 Albrecht Hintz 150j J&erman Röder I0C Hans Röningt 100| [Häns Weſterode IOC Wilhelm von Becke 10ö] JOloff rhor Sacke I0C Caſpar Särtmannt 100] |Sans Svltimann: 160

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246 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1559gten Stilſtand, daher ſie nach vielen zurückgelaſſenen Fusſtapfen eines erbitterten 559 Feindes eilfertig wieder nach L]losk'au kehrten. Da ſich die erwünſchte Hülfe 8 Liefland aus feinem Theile der Welt ein- finden wolte, ſo wandten ſich die Stände an ihren paswaliſchen Bundesver- wandten, den König Sittigmund Auguſt von Pohlen, und ſtelten ihm die Gefahr vor , welche durch den Untergang von Liefland auch ſeinem Reiche nä- her träte. Allein die Herren Pohlen hatten auch nicht Luſt ihre Pferde für die LTiefländer umſonſt zu ſatteln, und gedachten den Frieden mit Rußland nicht ſo leichtſinnig zu brechen 3 ae die Geſandten auf. dem Reichstage zu Peterkagw nicht einmal zum Gehör gelaſſen wurden, ſondern dem König nach Cracau fol- gen muſten. Um aber Zeit zu gewinnen, nahm der Coadiutor Kettler von dem Ordensmeiſter eine hinlängliche Volmacht, und gieng auf der Poſt mit etli- <en Ordensräthen in eigener Perſon nac) Cracau, In Pobhlen lies ſichs ziemlich zur Hülfe an, doch wolte dex König erſt die Meinung der GEE ver? nehmen, Und ſo hinfort etliche mehr aus gemeldter Brüdetſchaft auch gleichförmig ſolchem <hriſtlichen Werke mit ihren milden Gaben zu Hülfe kommen , dieſelben ſollen ihre Summen unten aufs Spatium dieſer Fundation nebſt Seßung ihres Namens und Zu- namens benennen und zu mehrerer Sicherheit ihr Pitſchier anhangen, [Nachdem nun die ganze Verwaltung dieſer Gelder einigen aus der Gemeine über- tragen , und für arme aber doch tüchtige Bürgerskinder etwas mit zum Stipendio ausgeſeßt worden, wenn ſie ſich zum Predigtamt wollen zubereiten laſſen, ſo heiſt es zum Schluſſe: ] In Urkund und mehrerer Befeſtigung obgeſchriebener Dinge haben wir Stifter mit Namen, wie vorgemeldet, vor uns und unſre Nachkommen unſer gewöhnlich Pit» ſchier unten an dieſe Fundation und Stiftungsbriefe wiſſentlich hangen laſſen, der gege- ben und geſchrieben zu Rigga am heiligen Oſterfeſte nach Chriſti unſers Herren Geburt funfzehn hundert und darnach im acht und funfzigſten Jahre, [Durch dieſes löbliche Exempel wurden noch mehrere zur Nachfolge gerelßet und trugen zu dieſer Anſtalt bey] Mk, Mk. Jeronymus Rrab 50] |Goſin Parbes 50 HL. :mmert Sturmann 100] |Caſpar zum Berge 200 Peter Wibers 100| |Evert Oettingh 500 Wilhelm Folckener 100] |Lutke Zeine 150 Diedrich Rigemann 200) Berend Fridrich 150 Hlarcus Wibers 100 [Derend Speyer 50 Jochim Ebel 200| Evert Husmann 150 Hans Pröveſtingk 5o| Berend Sternberg 100 Dirich Ackermann 100] !Zerbert Vlrichs 100 "8 |Philips Middendorff 5ol.g Sans Mens 100) ("|Everr Loddermann 100|=]Perer Schötteler 400 FSranz R6ö> | 100] |Jochim Graſſell 100 Caſpar Meyer 100] |Jacob Ruſe 100 Simon Oldenburg 1501| |Terves Weuer 100) Baltzer zum Berge 200] '!Sans Schmidt 50 Payl Thöle 1 1061 IGans Munſter | 100 Andreas Wincken 200] |<Zinrich Muckenborg 100 Röcrger zur Horſt 200] |S3ans Zzurentin 100 ochim Rigeman 100] |Sarman Carſtens 100 |Ludolph Zalder 100] |Didrich Junge 50 |Undres Fridrichs 150 [Endlich traten noch hinzu: ] pw 10.1618) Zans Witte 5oo| und Zans Krum. 11500] (20.1635) Untonü Chriſtianus| 1500 14.2

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Lr3b, Wilhelm. zur Zeit der Regierung Wilhelms v. Fürſtenberg. 247 ee beſtelte demnac) Rettlern auf den 24ſten Juni nach der Stadt 1559 ilda. Rettler war willens den Reichstag zu Autzſpurte unterdeſſen zu beſuchen 3 woran ihn aber der zu Wildg angeſetzte Termin hinderte. Doch ſprach er in Wirn ein, wo er dem Kaiſer die Abſicht ſeiner Reiſe nac) Pohlrn umſtändlich eröfnete, und auf die neuen Zurüſtungen der Ruſſen, weil der halbjährige Stils ſtand verlaufen, auch neue Anſuchung um Hülfe that, Der Kaiſer lehnte dieſes mit vieler Gelaſſenheit ab , und verwies ihn auf den Reichstag. Der Bevol- mächtigte des Ordens, Georg Sitzeburte *), that auch zu Autſpurt ſo triftige Vorſtellungen, daß die Reichsſtände auf. ſo viele Fürſprache andrer Hriſtlichen Ges ſandten in eine Beiſteuer von 100000 Ducaten willigten , aber feine ſichere Ans, weiſung darauf gaben , ſo nöthig auch Liefland dieſe Mittel damals brauchte. Kettler reiſte wieder Ja open und ſeßtr ſein Geſuch fort , doch alles auf dem Fus, daß dem rönuſchen Reich an ſeiner Oberherrſchaft über Liefland kein Eintrag geſchehe. Da Rettler in auswärtigen Landen die Vortheile von Lieſland beſorgte, ſo richtete der alte Ordensmeiſter Fürſtenberg es bey den Gebietigern in die Wege, daß ſie Bettlern das Meiſteramt übertrugen, daß er mit ſeinen Unterhandlungen in Pohlen deſto ungehinderter und freier fortfom- men könte, (Es wurde alſo Rettlern von ſeinem Vorfahren das Patent nach Wilda zugeſchiket, und Fürſtenbert ſchrieb ſelbſt einen Brief an den König von Dohlen, worin die Ordensgebietiger ihre Volmacht mit beigeleget, daß, weil Fürſtenberg Alters und Schwachheit halber die Regierung verbeten, ſie KRettlern an ſeine Stelle genommen, welcher alſo als Oberhaupt Befugnis ha- be alles zu handeln und zu ſchlieſſen, was zur Errettung von Liefland irgends dienlich und nöthig ſeyn könne. ' ! yürftenber& erwehlte Vellyn zu ſeiner Ruhe, wo er eine Campagnie deutſche Soldaten, ſeine alten Bedienten, und das grobe Geſchütz bey ſich hatte z womit er ſich doch ſchlecht genug ſchützen konte. Alſo folget Der acht und vierzigſte und leste Ordensmeiſter in Eiefland, deutſchen Ordens, Gotthard Kettler 9, "Y 423 in in ſeinen Voreltern und Nachkommen groſſer Herr, deſſen un» 57 2? gemeine Regententugenden ihn deswegen über den groſſen Plet- S7 tenbert erheben, weil ſein Regiment in die elendeſten und verwor- Huſt Seiten in Liefland ſiel, und er wärend ſeiner kurzen Regie- rung der bedrängten Republik mehr Dienſte leiſtete, als jener in langen Jahren Ge- Qqq 2 legen- ") Georg Sieburg war erſt Comtur zu Dünemünde , hernac< Hauscomtur zu Riga, und zuleßt fürſtl. jülichſcher Rath und Hauptman auf Blankenſtein. Einige, als Scharden , Chriſtian Cilicius und Menius, machen dieſen Man zü ſtolz, als habe er eine ſo geringe Kleinigkeit von x00000 Ducaten nicht annehmen wollen, worüber der Herr Meiſter ganz ungehalten geweſen. Andre- berichten , die Liefiän- der hätten auf die Städte Zamburg, Lübeck und Lüneburg zwar Anweiſung er» halten? allein gemeldte Städte hätten für Lieſtand ſo viel Geld nicht in Bereitſchaft gehabt ; weil ihnen die Handlung nach Llarva geſchmälert worden. Bey dieſer Un- wicheit merken wir nur dieſes als das Gewiſſeſte an, daß darauf nimmermehr auch nur ein Kreuzer an Liefland ausgezahlt worden. «) Das vornehme Geſchlechtregiſter dieſes Herrn hat uns Chpträus zum Theil aufbehals ' ten

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248 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I559legenheit gehabt hatte. Er war damals der einzige, den man, ſeiner Staats- und Friegserfahrenheit und ſeines wahren Heldenmuths halder, zu dieſer Würde am tüchtigſten befand. Er hatte zu Wildg am zten September den Tractat unterzeichnet, in wel? <em der König ſich zu aller Hülfe gegen die Buſſen verbindet, wogegen der Erz- biſchof der Kron Pohlen die Schlöſſer, Lenewarden , Miarienhaujen , Berſon und Luban, der Meiſter aber ein Stück von Aſcheraden, die Schldſ- ſer Lutzen, Boſiten, Düneburg, Seleburg und Banſchkenburg für die aufzuwendenden Kriegeskoſten verpfändet. Bey fünftiger Wiedereinlöſung derſelben bezahlet der Erzbiſchof auf ſeinen Theil 100000, und der Meiſter 600000 Gulden, jeden zu 24 Groſchen litthauiſch gerechnet. GSolte indeſſen Lief» land Friede erhalten, ſo läſt ſich der König mit einer geringern Erſtattung be- gnügen *). Die Stadt Big, welche dieſes Bündnis für den erſten feſten Fus der Dohlen in Liefland hielt, und für ihre Freiheit, noch mehr aber für die Religion beſorgt war, bezeugte über die Tractaten keine onderliche Freude, ſondern nahm es noch in Bedenken, ob man die Huldigung nicht aufſchieben ſolte, wel- <e doch der Orden an Rettlern bey ſeiner Zurückfunft aus Pohlen ſchon abyge- leget hatte. Zettler kehrte ſich daran nicht , ſondern überlies dem Erzbiſchof Wilheltn immittelſt die Stadt zur Beſchüßung über, der mit dem König am be? ſten zu rechte kommen würde. Er ſelbſt entſchlos ſich, in Lſtland den weitern Einfällen der Buſſen Einhalt zu thun, und den Untergang der Provinz abzu? wehren. : ' ? Dazu war Geld nöthigz und gleichwol war die Ordenskaſſe leer. Ev ver? pfändete demnach an den Herzog Albrecht von Preuſſen das Schlos Gru- bin auf 5 Jahr um 50000 Gulden, und den Hof Regel an die Stadt Bevel um 46000 Mark, weil Sürſtenberg ſchon 60000 Mark darauf gehoben. ZInglei- chen bediente er ſich der aus Rußland zurückgekommenen Gelder, und lies auch viel Silber , Geſchmeide und Wagen wegnehmen, mit welchen die Dörptt- ſchen ſich unter der Hand aus dem Lande machen wolten. Em aiter Kaufgeſelle zu Rigg, Billerbeck ſtreckte ihm gegen Handſchrift 30000 Mark vor. So kam es auch am 5ten October mit der alten Anforderung des Ordens auf die Gü- ter des Kloſters Padis zur Richtigkeit. Der Abt Georg empfängt freien Uns terhalt auf Lebenszeit, nebſt 200 Mark rigiſch, eine Kammer auf dem Hauſe, eine Badſtube auf dem Holm mit freiem Holze , das Geſinde Baßibold, wenn er Leute zum verſchiken gebraucht , einen Garten, Futter für 2 Pferde, eine Magd, einen Jungen, jährlich 2 Pf. Pfeffer, 1 Pf. Saftan , von Hausgerä- the , was ihm anſteht, wie auch die Freiheit, ſeine Verlaſſenſchaft nach ſeinem To- de an die nächſten Erben zu vermachen. Den übrigen es kam dieſe Uever- laſſung des Kloſters der Nachahmung wegen bedenflich und gefährlich vor. Bey ten, Allein alle genealogiſche Bücher weiſen uns daſſelbe volkommener mit allen ho- hen Abkömlingen. Dieſelben nebſt deren Wapen abzuſchreiben, möchte ſich wol beſſer zu einer herzoglichen Hiſtorie von Curland, als zu einem ſo kleinen Periodus der kett« lerſchen Thaten ſchien. Inzwiſchen kan man ſich Kirchners Reden zum Durchle«- ſen bedienen , die manches von ſeinen Lebengumſtänden enthalten. 3) Die Verträge wegen der Pfandhäuſer hatte Rettler ſchon am leßten Auguſt 1559 bes ſchworen. Am z0ten oder z4ten Febr. 1560 nahmen die königlichen Bevolmächtigten Sranislaus Gabriel LTarkurski , Domherr zu Vilna, und der königliche Se» cretair Llicolaus LTaruſcewirz in Riga auch von einigen Ordensgebietigern den Eid , welchen Chriſtoph von Lleuenhof (de villa noua) ſonſt Leye , Senior; Philip Schall von Bell auf Goldingen und Matthias von der Recke zu Do- blin Comturez „Zeinrich) von Galen Senior in Bauskez Chriſtoph Sprar von Dornburg (2 dumeto) in Candau ; Wilhelm Schilling Senior in Selburg; nebſt den Vdgten Johan Bockhorſt und Gerhard LTolle ablegten. Das Jn« ſtrument haben unterzeichnet, die mit Rettlern zu Wilna geſchworen, Caſpar von Biberach in Viſchlingen Vicecomtur zu Riga, und der herrmeiſterliche Rath Ota, to Grothauſen,

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthärd Kettlers. 249 Bey der Huldigung, welche er in der Mittwoche nach St. Gallen in Re- 1559 vel annahm, ſprach er alle Eſäländer von der Schaßung und andern Be- ſchwerden für fich und ſeine Nachkommen los, weil ſie den Ruſſen mit groſſem Schaden ihrer Güter ſtandhaften Widerſtand gethan. Mit den zu Revel gehobenen Geldern zog der Ordensmeiſter Kettler auf Martini auf den ſ<limſten Wegen, wo weder Geſchüß noch Reuter durch fon- ten, gegen die Ruſſen zu Felde; und ſchlug ſein Lager 3 Meilen von Dörpt bey der Kirche zu LTuettge auf, hielt auch ein glücklich Gefechte bey Rupn, weil ihn des Erzbiſchofs Coadiutor mit Manſchaft unterſtüßte. Bey Dörpt ſelbſt kam es auch zu einigen Scharmüßeln, in deren einem der Hauptman Lucnin> von den Thürmen der Stadt durch die Ruſſen erſchoſſen ward. Die Liefländer waren zu ſchwach, ſonſt hätten ſie damals in Dörpt mit eindringen können. Der Befelshaber der Stadt lies die Bürgerſchafe indeſſen auf: dem Rathhauſe ver- ſchlieſſen, aber doch wohl verſorgen , bis das Lager bey L7ucztge aufgehoben war, womit die Bürger ziemlich zu frieden zu ſeyn ſchienen , in Betrachtung, daß ſonſt die Quartiere in Plescow viel beſchwerlicher geweſen ſeyn würden. Lais wur- de von Rettlern auch zweimal beſtürmet: doh gerieth die Belagerung bey anbre- <+endem Winter ins Stecken, weil die Soldaten nicht mehr im Felde dauren fon- ten. Die großſen Stücke wurden nach Vellyn geführet , wo ſie bey dem dritten Einfal den Buſſen in die Hände geriethen. Vor Lais wurde mancher braver Soldat und Gebietiger aufgeopfert , worunter der revelſche Hauptman Wulf von Strasburt auch ſein Ende fand, weil der Coadiutor ſchon mit ſeinen Leus ten in die Winterläger aufgebrochen , und Kettler ſich den Siegesfranz ein we- nig zu hißig erfechten wolte. Der gemeine Soldat war des liefländiſchen Winters ungewohnt , hatte auch nichts zu leben , weswegen die Beſatzung auf Oberpahlen mit aufſäßig wurde, und Geld oder den Abſchied forderte. Doch Kettler wuſte ſie mit guten Worten zu befriedigen, und wies ſie in die Witzters läger. Ein ſchönes Mittel auf eine kurze Zeit! Der misgelungene Anſchlag auf Lais zog Rettlern wieder ſein Verſchulden üble Nachreden zu. Indeſſen bekam er zu ſeiner Ermunterung in Vellpn ein erzbiſchöfliches Schreiben, darin ihn Wilhelm zu FE Hofnung ermunterte, ſo lange ihmBRigg und Revel noch den Rücken geſichert hielten. Denalten Für- ſtenber> lies der römiſche Kaiſer auch nicht ungettöſtet. Er ſchite ſeinen Kammerherrn Zacharias Zofmann an denſelben ab, der das kaiſerliche Schrei- ben an den Czaar von Ruslgn10 vorzeigte, und eine nachdrückliche Veränderung verſprach. Etwas unangenehmer fiel Rettlern der Brief des Königs in Schweden Guſtavs, unterm 3oſten November, als welcher die Schadlos- haltung der königlichen Unterthanen von dem Orden mit mehrerm Nachdruck be- gehrete. Mit den Händeln, welche in dieſem Jahr zwiſchen Schweden und Liefland vorgefallen , hat es folgende Bewandnis. Der Czaar hatte ſich bis- her die Bürger in Dörpt durch gar beträchtliche Vorzüge in ſeinen Landen ver- bindlich gemacht, um durch dieſelben den andern Städten beſſere Gedanken von ihm beizubringen, und ſie zur Unterwerfung zu bereden. Als dieſes Mittel den geſuchten Zweck nicht erreichte 3 ſo ſchickte er der Stadt Bevel einen ſv genanten Abſagebrief: zu: worauf, die Stadt ſich in guten Vertheidigungsſtand ſette, in aller Eil das groſſe Rundel bey der Schmiedepforte , viele Wälle, Mauren, Gra- ben und Steinwehren verfertigte, bey welcher Arbeit Bürger und Geſellen die Hand anlegen muſten. Die Bürgerſchaft hatte auch einige Kaper in See ſte- <hen, und etliche rußiſche Loddigen oder Fahrzeuge plündern laſſen, die aufdem ſchwediſchen SNR bey Biorki0 , (Borgo) und andern Hafen in LTipland Handlung trieben. Dieſe Kaper Rufe aber endlich auchan ſchwe- diſchen Schiffen vergriffen, weil ſie den Ruſſen nach L7arva Salz zugefühe ret, und den Schiffer Veit Olden geplündert, den andern aber Z5ans Gam: la unter L>holm auf den Strand gejagt % wodurch der Gouverneur in NE “ er ur>

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250 Leben und Thaten.der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1559bur&, Clas Chriſterſon orn, ſich genöthiget ſahe die Kaufleute aus Be- 1560 vel, Berlhold Buſſen, Meinhard Frilſen und Diedrich Beſenkam: pen zu Wiburt&g in Verhaft zu nehmen. Der König ſelbſt lies einige Kriegs? ſchiffe zur Bedeckung ſeines Handels in dem finniſchen Meerbuſen kreußen. Der König bezeuget dem Ordensmeiſter , daß an dieſem Unfug nicht die Zufuhr Schuld habe, indem man ja aus Bitzg über Plescow weit ſtärker mit Ruß- land handele, ſondern der Neid, daß Schweden hierdurch etwas gewinne. Er verſichert , die Gefangenen in Wibort nicht eher los zu geben, bis ſeine ge? plünderten Unterthanen befriediget worden; zuleßt verlanget er auch für die auf ſchwediſchen Küſten beraubten Buſſen eine Genugthuung. Allein die Kriegs? unruhen verſtatteten den Liefländern nicht dieſes alles zu volziehen. So ſchlecht muſten ſich auch die Lübecker befriedigen laſſen; denen man etliche Schiffe wegnahm, und die Waaren für Contrebande erflärte. Die Sa- <e fam für die Hanſeeſtädte. Dieſe thaten nun zwar den Ausſpruch zum Vor»? theil der Stadt Revelz allein die Lübecker lieſſen ſichs nur in ſo weit gefallen, wenn andre Nationen auch den Handel nam Wiborsg und LIagrvg unterlieſſen. Sie beriefen ſich zugleich auf. das faiſerliche Privilegium, vermöge deſſen ſie bis an die L7ewg nac< LTpen handeln könten 3 ingleichen auf des Herrn Meiſters Gottfrieds Brief, worin ihnen ſo gar in feindlichen Zeiten mit Rußland der Handel offen gelaſſen worden. Sie gewannen auch das Urtheil bey &erdingn- den, welcher bey Kettlern auf die Wiedererſtattung der Güter drang. Der Ordensmeiſter wolte von Vellyn nach Revel gehen und die Händel näher unters iuchen , weil faſt alle Nationen nac< LIarvg fuhren und die Kaufmanſchaft zu Revel verderbten. Allein die Anfunft der PoE Geſandten , Stg- nislaus LTarkuskti, Präpoſitus zu Vilng, und des litthauiſchen Scaßmei- ſters Llicolaus LIgruscewitz, nöthigten ihn nach Bitzg zu reiſen, worüber der Handelsproces ins Steen gerieth, und an keine Rückgabe mehr gedacht wurde. Sonſt meldet Ruſſdv bey dieſem Jahre noch, daß der Tater Cham auch ſeine Botſchafter an den Ordensmeiſter geſandt, und Hülfe gegen den Buſſen ver? ſprechen laſſen , wobey aber die Botſchafter begehret, ihren Herren mit Geſchen- ken und Boten wieder zu beſuchen. Allein auf dieſen Rohrſtab wolte Rettler ſich nicht ſtüßen. Mit Anfang des neuen Jahrs brach die geſamte rußiſche Macht in Lief land ein, nachdem ſie ſich noch eine Zeitlang über den Ablauf. des Stilſtandes geduldet hatte. Der Comtur von YNgrienbur&g, Caſpar Sieburg, der ſich dieſes unvermutheten Ueberfals nicht verſehen , ſich auch nicht im Stande der Ge? genwehr befand , capitulirte gleich , wurde aber von Rettlern nac< Birchholm ins Gefängnis geſchickt , worin er bis an ſein Ende liegen muſte. Der Ordensmeiſter fertigte nach genommener Abrede mit dem pohlnt- ſchen Geſandten ſeinen Bevolmächtigten mit an den König ab, welcher bisher den Liefländern ganz kaltſinnig begegnet war , und mit Verlegung ſeiner Truppen in die geräumten Pfandhäuſer ſehr langſam verfuhr, theils den Buſſen keine Bes ſchwerden zu verurſachen , theils die Stände in Liefland etwas zappeln zu laſſen, und zu billigern Bedingungen zu bewegen. Ja es lies ſich jeßo mehr als ſonſt da- zu an, daß dieſe-Ordensrepublif nicht lange mehr würde beſtehen können. Der Czaar war wegen eines dauerhaften Friedens unſicher , und wolte die Handlung ſeiner Unterthanen nicht gern ſtören laſſen. Die Schweden waren ſchon zur See beunruhiget worden, ohne Genugthuung zu erhalten. Die Dänen wolte? ſich auch nicht umſonſt eine Laſt aufbürden. Der Kaiſer hatte noch nähere Sor? gen. Des romiſchen Reichs Stände fanden ſich dadurch beleidiget, daß man inLiefland feine andere Nation als Weſtphälintter aufnahm. Die Hanſeeſtäd- te waren Erf weil Liefland ihnenihren Handel nach Rußland beneidete, und ihren Schiffen feindlich begegnete. Es war niemand , der ſich des Landes in ſeiner Armuth und Noth annahm, ohne einen Vergleich, der dem Orden NE eis

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Erzbiſch. Wilhelm, zur Zeit der Regierung Gotthard-Kettlers. 25x theilig fiel. Und ſo machten es auch die Dohlen, die doch endlich nach langem 1562 Zaudern den Kronuntterkanzler Philip Padenervski und den Waywoden von Dilna, Llicolgus Badzivil, Herzog von Olikg, na< Seleburg ſchi>- ten, welche mit den Häuptern des Landes in nähere Unterhandlung traten ,' die haltbarſten Pläte beſichtigten , und nach und nach den Beſazungsvölkern Befehl zum Anzuge ertheilten. Kettler muſte auch die 4 Schlöſſer Goldingen , 56 ſenpot, Durben und Windgu um 80000 Gulden an Pohlen verſeßen; um nur ſo viel in die Hände zu bekommen, daß er die deutſchen Soldaten be- friedigen fonte, die nicht mehr vom' guten und böſen Worten leben. konten , und deren etliche ſchon mit fliegenden Fahnen aus dem Lande ziehen wolten. Im Lat? de war für dieſe armen Leute auch um Geld nicht viel zu haben, da alles verheeret. lag, und viele adeliche Beſißer nicht mehr den Roßdienſt zu leiſten im Stande waren. Der Hunger, welcher ſonſt den beherzteſten Kerl feige wn fan, band ſelbſt dem Ordensmeiſter die Hände, daß er dasjenige mit ſeinen Soldaten nicht auszuführen vermochte , wozu ſein nie gebeugter Muth den gehörigen Nach- druck und Standhaftigkeit beſas. Solche fümmerlichen Umſtände brachten dieſen um das Wohl des Or»- dens beſorgten Herrn wie ſchon ehemals alſo auch jeo in unterſchiedliche Verſuchun- gen. Er ſahe ſo gar den Herzog Albrecht von Preuſſen für einen Mitwerber um Ziefland an, welche Furcht er doch ziemlich fahren lies, als ihm der Herzog unterm 17ten Merz ſchriftlich verſicherte , daß er für ſeine Perſon , Erben und Nachkommen Liefland alle freundſchaftliche Nachbarſchaft verſpreche, und ſich des Adels und der Unterthanen auf der ihm verſesten Vogtey Gruben nicht wei- ter, als die Pfandverſchreibung enthalte , anmaſſen wolle. Die Anfunft des Herzogs Ulgggnus von Zollſtein, welcher am 14ten April in den Oſtertagen zu Arensburt ans Land ſtieg, um von der Inſel Oeſel Beſiß zu nehmen, dünfte Bettlern weit gefährlicher und bedenklicher zu fw er 2 er 8) Dieſer noch nicht 20 jährige junge Prinz hatte einen ſtarken Anhang von dem Adel, der ihn für einen über die See ihnen zugeführten Schußherrn von Liefland hielt, aber auch das Schiſal , daß die ehmaligen Räthe des Stifts Dörpt aus Grol gegen den Ordensmeiſter ihm allerhand Anſchläge in den Kopf ſeßten, zu deren glülichen Ausfüh« rung der Nachdruck fehlte. Sein Herr Bruder , der König Friedrich , ſchi&te Ge« ſandten an den Czaar mit, um ihm dieſen Prinz beſtens zu empfelen, nnd wegen der Niederreiſſung der rußiſchen Kirchen in Liefland eine Vermittelung zu treffen, Aber die Geſandten gelangten nicht zu ihrem Zwe> ; welches der König für kein gut Zeichen hielt, und daher ſeinen Bruder Magnus zum Coadiutor des Stifts Zildes« Heim erwehlen lies, welche Wahl aber der daſige Biſchof Burchard hintertrieb. Er gieng 1561 wieder nac) Dännemark, wo ihm der König Ueppigkeit , Schulden und andre Fehler vorrüte , welches doch ſeine Frau Mutter alles wieder ins Gerade brachte. Der König ſchrieb an ihn nach Geſel , und an die daſige Geiſtlichkeit , ſie möchten in Religionsſachen beſcheiden und ſanftmüthig zu Werke gehen; wodurch denn die Reformation vollends zu Stande kam. Seine Rechnung auf. die däniſche Hülfe ſchlug ihm fehl, und den ſchwediſchen Schuß hatte er ausgeſchlagen , welches ſeinen Abſichten zu groſſem Nachtheil gereichte, Die Begebenheiten dieſes Herrn , ſein ab wechſelndes Glü> , ſeine Vermählung mit einer rußiſchen Prinzeßin Eyudoxia, die ihm völlig ähnlich geſehen haben ſol , oder nach andern mit Daria *) eines Wal- demar Andrewitz Prinzeßin Tochter , ſeine übrigen Verdrieslichkeiten und das Ende derſelben gehören in den folgenden Theil, Daß Magnus, als nachmaliger König von Liefland , wovon man eine Münze aufzeigen wil, auf alle ſeine Titel ohne Pfand keine hundert Mark geborgt bekommen können , meldet unter andern der Baron von Zolbert in der däniſchen Reichshiſtorie B. U, S. 515 u.f. Die ungeheure Be« ſchreibung ſeiner Perſon , welche der catholiſche Fabricius von ihm gemacht, it den nte 9) Da ſowol die rittershuſiſche als hammelmanniſche Genealogie, ja ſelbſt Chyträus S. 618 in dem Verwandſchaftsnamen dieſe Prinzeßin Xöaxig irren ſollen ; ſo wollen wir dieſelbe WIEN nds

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252 Leben und Thaten der ſiefländiſchen Ordensmeiſter, 1560 Der Vater dieſes Herrn, König Chriſtian der Illte von Dännemark, hatte ſchon vor 2 Jahren für dieſen ſeinen zweiten Prinz um die Wypk und Oeſel ge- handelt , den Kauf aber nicht zu Stande ebracht. Als nun, nach Abſterben des alten Königs, der Herzog Magnus von ſeinem Herrn Bruder , dem folgenden Könige Fridrich) dem Uten, für ſein Antheil an =Zollſtein beftiediget ſeyn wolte, ſo trieb Friedrich den Handel im vorigen Jahr ernſtlicher „und kaufte von dem daſigen Biſchof Johan von Münchhauſen das Biſtum. Das Kapitel , die Räthe und die öſelſche Ritterſchaft nahmen den neuen Biſchof begierig an 3 weil ihnen der König ſchon ſeit einem Jahre allen-Schutz zugeſaget und in einer zu Llieburt abgefaſten Urfunde die freie Wahl eines Biſchofs aus ihrem Kapitel zugeſtanden. Ob nun wol der Orden beſagten Johan von Münchhauſen auf Fürſprache ſeines Verwandten Ernſts von Münchhauſen, Comturs auf Goldingen, nur mit der Bedingung zum Biſtum gelaſſen, daß er ohne Ein- willigung des Ordens ſein Stift nicht verändern ſolte , “welches auch der Kaiſer unterm 4ten May 1541 beſtätigen müſſen; ſo wolte ſich doch der Biſchof nichts vorſchreiben laſſen , ſondern nahm die 20000 Thlr. und gieng damit nach Hauſe. Der königlich däniſche Bevolmächtigte , Ulrich von Bähr, ſette den Handel auf das Stift Curland fort, womit es aber langſam hergieng. Und damit der regierende König Friedrich für ſich und ſeinem Bruder um ſein baares Geld noch mehr Verdrieslichfeiten erhandelte , ſo brachte er auch das Biſtum Revel von dem Biſchof Moritz Wrantel käuflich an den Herzog Magnus. Za Magnus hatte das Glück, daß der Ordensvogt Zinrich von Lüdintghuſen, genantWolf auf Sonneburtt, ihm ſein Schlos gutwillig übergab , unter dem Vorwand, daß Magnus es gegen die Schweden vertheidigen und dem Orden wieder überlies fern ſolte, wobey'ſich aber der Vogt übel bettete. Kurz vor ſeiner Ankunft gieng Kettler in Rigg mit den Ständen des Lan- des zu Rathe, und machte den 5ten April dieſen Abſchied: Alle, wollen GOtt bitten , daß ihr bisheriges ſündliches Leben in ein ENT busfertiges Weſen möge verfehret werden. Da ihre Bemühung auswärtige Hülfe zu ſuchen, frucht- los abgelaufen , uttd ſie ſich ein Gewiſſen machen, Liefland zum Schaden der Chriſtenheit in andre Hände gerathen zu laſſen 3 ſo wollen ſie zu guter leßt noch einmal ihre Kräfte anwenden, und bey <riſtlichen Potentaten auf allerley Be- dingungen Hülfe , Troſt, Errettung und Geld ſuchen, dabey es denn ſein Be- wenden haben ſolle. Könte der Herr Meiſter durch eine <riſtliche Heirath zum Heil der bedrückten Lande etwas ausrichten, ſo bewilligen ſie nicht nur dieſes, ſon- dern laſſen ſichs auch gefallen, wenn er die Ordenslande erblich und eigen als ein natürlicher Erbfürſt bey dem zuträglichſten Potentaten erhalten kan, nur daß alle Einwohner bey dem Beſitz ihrer Güter gehandhabet werden. Sollten aber feine hülfliche Mittel ausfündig gemacht werden können, ſo wollen ſie ſich an den Kb» nig von Pohlen wenden, weil ſie ſich mit demſelben ſchon durch ein a and däniſchen und liefländiſchen Berichten zuwider. Sie iſt eine förmliche Schmäh- ſchrift auf lutheriſche Prinzen , und lautet dabey ſo niederträchtig, daß Fabricius dieſer und vieler andern Unſinnigkeiten wegen das Bürgerrecht unter den liefländi« ſchen Geſchichtſchreibern ſchon lange verloren hat. Handſchrift anführen, welche die gelehrte Feder des Herrn von Reutern entworfen, und dem Herrn Vicepr, von ZBrevern zugeſchi>t. Jvan Czaar von Mo8kau F 1565 Waſili vorher Gabriel Czaar Andreas zuto8tauft 1527 oder 1.0.1535. j | len Jvgan Waſiliwitz, geboren 1528 Wolodimar Andrewitz, der 1568 mit den 26. Aug. | den 28. Merz ſeiner Gemahlin und 4 Kinder erſchla- 1584 war Czaar von H3oskau gen wurde. Die einige ſo übrig blieb, war und hatte 7 Gemahlinnen » Maria, Gemahlin des Herzogs UJagm.

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers, 253 SE wol des paswalkiſchen Vergleichs als der Pfandſchlöſſer verbun 1569 en 4). ! Kettler hatte ſich biöher wieder den Verkauf des revelſchen Biſtums hart geſträubet, gleichwol aber den Handel nicht hintertreiben können. Er ſchickte ei- nige Reuter nach Oeſel, die ESonneburg wieder beſeßen und den Vogt abho»- len ſolten, worüber bald ein einheimiſcher Krieg entſtanden wäre. Denn W'g- gnus lies die Schüten oder Fahrzeuge beſchlagen , die Ordensperſonen verſtri- Fen, und legte ſeine Manſchaft bey den Domherren in die Häuſer. Doch weil LMnagnus von ſeinem Herrn Bruder ein Empfelungsſchreiben an Rettlern hat- te, ſo beehrte ihn der Ordensmeiſter mit einer Geſandſchaft , die ihn bewilfommes te, und alle gute Verſicherungen ſeines Wohlmeinens empfing. Nur dieſes fiel den Geſandten verdrieslich , daß ſeine Räthe ſich in einer Geſelſchaft etwas leiſe beſprachen , und der Herzog nebſt unterſchiedlichen andern Punkten auch die Ab- tey Padis heraus forderte , welche der Orden bisher ſequeſtriret hielt. Um Pfingſten fiel der Feind mit 16000 Man in Zarrien ein , woſelbſt er das biſchöfliche Schlos Segefeuer, nebſt vielen adlichen Höfen und Dörfern verbrante, Da er noch in dem Kirchſpiel Zosfül ſtand , verſamleten ſich einige von Adel mit ihren Leuten und fielen zu L7euenhof bey neblichtem Wetter mit 95 Pferden auf einen Danien Ruſſen mit ziemlichem Glück. Als es aber heiter wurde , rückte eine ſtärkere Macht an, die ſich in einem Hegewalde ohnweit LTeu- enhof verborgen hatte , und trieb dieſe hißigen Streiter aus dem Felde , die meh» rentheils unterweges blieben, und unter denen man den tapfern Lbert von Del- roig bedauerte. Der Reſt flüchtete in die koskülſche En , wo ihrer 32 ſich gefangen geben muſten. Die Buſſen, welche biöher der Kirchen im Lande geſcho- net hatten, ſteckten dieſe in Brand, und eroberten LT7euenhof, woraus der erſte Anfal auf ſie geſchehen. An ſich fruchtete ſolche ſchwache und fraftloſe Gegen? wehr weiter nichts , als einen erzürten Feind noch erbitterter zu machen. Da es nun mit dem Ordenslande auf allen Seiten mislich ſtand , fand Kettler für dienlich , der Stadt Bitzg behutſamer zu begegnen, und gegen Ver- ſicherung ihrer Privilegien die Huldigung anzunehmen, welche ihm an 24ſten Suni zu Big geleiſtet wurde 9). GSo ſuchte er auch den Anforderungen des Hers >) Wir führen dieſen Abſchied aus den Documenken an, Rettler wolte nachher das Herzogtum Curland lange nicht annehmen, ſondern wieder nach Deutſchland gehen, bis er ſich endlich durch inſtändiges Bitten, Flehen und Vermahnen ſeiner abgedankten Räthe , welche ihn mit heiſſen Thränen und kläglichen Geberden , mündlich und ſchrifta lich darum baten, dazu bewegen lies. Dieſe gar zu groſſe Selbſtverleugnung beriche tet uns Zenningg S, 65. Er ſchreibt es als königlich pohlniſcher Secretair und Rath des Herzogs von Curland, e) Damit unſre Leſer aus einem Huldigungsbriefe alle die andern ihrem Hauptinhalte nach fennen lernen , ſo wollen wir hier den liefern , welchen der leßte Herrmeiſter der Stadt Riga gegeben , nachdem er ihr ſchon den Wall von der “Jacobspforte an bis ans Ende des Jungfernkloſters, und über dem die Sandmühle mit der Waſſerleitung, am Johannistage abgetreten : IBir von GOttes Gnaden Gothardt, Meiſter des ritterlichen Ordens zu Lpftand, thun kund , bekennen und bezeugen vor allermänniglich ſo dieſen unſern offenen verſiegelten Briefi ſehen , hören oder leſen, zu ewiger künftiger Gedächtniſſe, Nachdem wir dann nechſt göttlicher Vorſehung durch ordentliche Wahl der Unſern zur Würde und Hoheit des Meiſterthums zu Liefland gekohren , auch derhalben von der römiſche kaiſerlichen Majeſtät, Unſern allergnädigſten Herrn, verlehnet, beſtätiget und befeſtiget, und aber die ehrſamen, vorſichtigen und wohlweiſen Bürgermeiſter, Rath, und Gemeine unſer und unſrer Ordensſtadt Ritza unſern Vorfahren ſamt allen derſelben Nachkome men mit Eid und Unterthänigkeit verpflichtet geweſen , haben ſie den 23ſten Jun. durch ihre ſtatliche Botſchaft aus dem Rath und ganzer Gemeine zu Riga, mit uns nach Ueberreichung und Zuſtellung der von dem hochwürdigen grosmächtigen Fürſten nnd Herrn, Herrn Wilhelm leſtenhenders, alten Meiſter zu Liefland aufen 88 reund,

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* 254 Lehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, 1560 Herzogs Magnus ein Gnüge zu thun. Zu Perygu war im Julius ein Land- tag angeſetet , auf welchen der Erzbiſchof, der Coadiutor, der Herzog und DR er freundlichen lieben Herrn und Vater verſiegelten und unterſchriebenen Special - Re- mißion voriger Eidesleiſtung *) etliche Unterredung und Handlung ihrer Privilegien und Herrlichkeiten halben , nebſt Empfangung unſrer Pflicht und Herrlichkeit der Stadt Riga gehalten , alſo, daß ſie uns und unſern Nachkommen geredet und gelobet die ſchuldige gebührliche Eidespflicht und Huldigung , alſobald von wegen unſer und uno ſers Ordens Herlichkfeiten und Gerechtigkeiten zu thun in Form und Geſtalt wie folget: I< N. N. lobe und ſchwere dem hochwürdigen , grosmächtigen Fürſten und Herrn, Herrn Gotthardt , Meiſter des ritterlichen deurſchen Ordens zu Liefland, ihrer fürſtlichen Gnaden deſſelben ritterlichen deutſchen Ordens Nachkömlingen zu ih- rer fürſtlichen Graden gebührenden halben Antheil der Stadt Riga treu und hold zu ſeyn, zu Waſſer und zu Lande, innen und auſſen Landes ihrer fürſtlichen Gna- den und derſelben Nachkommen , wie obberühret , beſtes zu wiſſen und ärgſtes zu fehren , als das ein getreuer Unterthan ſeinem rechten natürlichen Landesfürſten und Herrn zu thun ſchuldig iſt, als mir GOtt helfe und ſein heiliges Evangelium, Hinwiederum haben wir Gotthardt Meiſter obgemeldt mit reifem Rathe , Conſenz und Vollbordt unſrer würdigen Mitgebietiger , vor.uns und unſre Nachkommen und ganzen Orden zu Licfland dieſelben unſre lieben getreuen begnadiget , vertröſtet und belobet ; begnadigen , vertröſten, reden und geloben auch gegenwärtig in Kraft unſers verſiegelten Briefes ſie frey unverhindert und ungekränkt bleiben zu laſſen , auch nach Billigkeit und Vermögenheit zu ſchüßen und zu beſchirmen z ins erſte und vor alles bey dem reinen und heiligen und allein ſeligmachenden Worte GOttes und Evangelium, neben den Ceremonien , <riſtlichen Gottesdienſte und zubehörigen Herrlichkeiten , wie ſie ſolches jeßt in Riz3 nach Inhalt und Vermug der heiligen Biblichen Schrift al- tes und neues Teſtaments angerichtet haben und gebrauchen , dazu auch bey allen, das daſſelbige göttliche Wort weiter vermag, und zur Ehre GOttes und der Seelen Se- ligfeit nothdürftig ſeyn magz dagegen aber 'allen Irthum, falſchen Lehren, Rotten und Secten nach Vermögen wehren und dieſelbigen aus dem Wege räumen. Darnach vertröſten, reden und geloben wir , die gedachten unſre lieben Getreuen der Stadt Riga ſamt und ſonderlich ruhſamlich und friedſam zu behalten bey allen und jeglichen ihren wolhergebrachten rechtmäßigen Privilegien , Herrlichkeiten , Freyhetten, Rechten und Gerechtigkeiten , Bauerſprachen, rechten alten löblichen Beſißen , Ge«- wonheiten , Gebräuchen und Herfünften innen und auſſen der Stadt zu Waſſer und zu Lande , wie ſo dans ſie vom alten herbracht haben, und ihnen die von unſern Vorfah- ren , Meiſtern deutſches Ordens zu Liefland und unſern Orden verlehnet und gegeben ſeyn , welche wir ihnen hiermit verneuet, beſtätiget und befeſtiget wollen haben, dazu auch unverhindert und unverrüct bleiben zu laſſen, bey allen und jeden Privilegien, Herrlichkeiten , Freyheiten , Siegeln und Briefen, ſo ihnen von Päpſten , Kaiſern, Königen , Fürſten , Erzbiſchöfen und Biſchöfen gegönnet und gegeben ſeyn unverfäng- lich unſers Ordens Herrlichkeit und Gerechtigkeit, Wir wollen auch obgedachte unſre lieben Getreuen in Anmerfung und Erwegung der gethanen Treue und Eidespflicht ſie wiederum in allen rechtmäßigen billigen Sachen bey Recht und vor Gewalt unſers Ver« mögens beoſchüßen , beſchirmen und handhaben, Als ſich denn auch vielgemeldte unſere lieben Getreuen des Schlüſſels halben zu der Schlospforten beklaget, daß derſelbe unordentlich mit Auf- und Zuſchlieſſen des Nachts gemisbraucht und faſt übel gewartet würden, wodurch ſie ſich in jeßigen ſo wol als künfti» gen Zeiten übereilet zu werden befürchten 3 demſelben vorzukommen, wollen wir bey unſerm Hauscomthur vorgedacht ernſtlich verſchaffen, dieſelben Schlüſſel hinfürder zu Schloſſe in guter verſchloſſenen Verwahrung zu halten, und wenn die Stadtspforten geſchloſſen , die Nacht nicht, denn aus ehhafter Noth nach der Beliebung gemeldter unſer lieben Getreuen über die andern Stadtpforten geſchehen , zu öfnen. Jtem das vorfängliche und ſchädliche Gebäu in der Vorburg an der Stadt Mauren und bey un- ſern Schloſſe daſebſt und zu LTenermühlen über der Brücken belangend, ie - jeßun I: EE UNN 190 EE 70 Ie > ED ye deem HAS "in *) „Die Stadt wolte ihres Eides an Fürſtenbergen los ſeyn, und hatte bisher mit der kettleriſchen „Huldigung angeſtanden- Endlich ſchickte ihr der Ordensmeiſter den Ablasbrief , datiret zu Zel- mete den 25ſten May 1550, Die Unterſchrift heiſt: Wyllem fforſtenberg, Glle meyſter to Zyflandt. Mit verſiegelt hat der Landmarſchal Philip Schall von Dells

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Erzbiſch. Wilbelm, zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 255 ler mit aller Genehmhaltung am 6ten Auguſt einen Anſtand oder Vertrag unter- 1560 S8s 2 zeich» jeßund daſelbſt beſichtigen und ernſtlich beſchaffen , daß dasjenige , was jeßiger Zeit Gelegenheit nach ſchädlich befunden , auch alten Verträgen , Siegeln und Briefen nicht zugegen, abgethan , mit den andern aber dermaſſen gehalten werden ſol, gleich ſolches von unſern Vorfahren und ſonderlich weiland Herrn szerman von Brüggenep genant Zaſenkamp vermöge deſſelben Huldigungsbriefe der Stadt Rita belobet und zugeſaget iſt bey dem Beſcheid , daß uns ſol frey ſeyn etliche Fiſcher , Bötticher , Zim- merleute , Briefträger , Mauerleute zu des Schloſſes Behuf. dahin zu ſeßen , welche aber keine Kaufmannſchaßt der Stadt Riga zum Vorfange daſelbſt üben ſollen. Wir wollen auch hinfürder daran ſeyn „-und mit Ernſt befehlen , daß unſre und des Ordens Bauren, wenn ſie uns und ihrer Herrſchaſt die gewöhnliche und gebührliche Gerechtig- feit und Schulden ausgerichtet, mit ihrer Waare nach der Stadt und wo es ihnen be- liebet , da ihnen vor das ihrige die gebührliche vollkommene Bezahlung geſchicht, frey und unverhindert reiſen und wandeln ſollen, und mögen auch denſelben unſern Amt- leuten ſo wol als andern unſern Unterthanen die ungewöhnliche Kaufmanſchaft , der man ſich vor unſern Vorfahren löblicher und ſeliger Gedächtnis und gemeinen Ständen dieſer Lande zu mehrmalen merklich beklaget , ernſtlich verbieten und abſchaffen , daſſel- be auch bey unſern Mitgebietigern, ihrer Gebiete Verwandten und Amtleute halben, ſo viel möglich , fortſtellen *). Auch ſol der Pfefferzoll , ſo bisher dem alten zuwieder vom Landknechte zur VJi- tow von dem Holz Loddigen genommen , gänzlich ab und unſre lieben Getreuen da- mit forthin keinesweges zu beſchweren ſeyn 3 und dieweil denn vorhin unſre Vorfahren und wir jeßund eine Stadt Riga mit Gerichte und Recht und andern bewiedmet und befeſtiget haben; damit nun demſelben durch uns oder die unſern nicht zuwieder gehan- delt werde; ſo wollen und verordnen wir hiermit, ob jemand von den Bürgern zu Ri- ta, Bürgers Kindern oder Bürger Geſellen oder ſonſt jemand ſeine Handthierung zu Riga brauchend ſeine Mitbürger oder Mitverwandten in Sachen in Riga gewandt, oder ſich zwiſchen ihnen in Riga begeben und zugetragen, in auswendigen Gerichten unſers Ordens beklagen wolten, daß dieſelben an einem ehrſamen Rathe und der Stadt Gerichte wiederum verwieſen ſol werden 3 allda ſeines gebührlichen Rechtens auszuwarso ten, und darüber niemand in Thoren oder Gefängnis geworfen , beſeßet oder beſtriet werde , auch keine Sachen annehme , denn die, ſo durch Prorogation und ordentliche Wege der Appellation nach altem Gebrauch , als nemlich die Sachen , ſo an ewig Ver- derb der Güter den Parten gereichen , und ſolches durch den Parten bey ſeinem Eide vor einem ehrſamen Rathe erhalten, auch die , ſo injuridſe Sachen ſeyn, an uns gelan- gen , jedoch daß niemand über beſchriebenes riziſches Recht und die Billigkeit beſchwe- ret werde , oder daß jemand als ein Verächter der Stadtgerichte verachtende das Vor- wette, oder daß jemand der Stadtsverwandten gegen den andern mit gegenwärtiger friſcher That in unſers Ordensgerichte ſolche häte verwirken , daß demnach ein ſolcher ordentlich nach Klag und Antwort nach gewandter Sache vorgenommen , nach Gele- genheit der Sachen und auch nach Vermug der Rechten mit der Strafe fortgefahren werde , jedoch unſers Ordens Herrlichkeit und Gerechtigkeit des Geleits unſchädlich und vorbehalten. Es ſol aber forthin keiner , ſo niemand gleich und recht thun wolle, und Schuld halber euſſern oder zum Dröge würde , dem alten und gemeinen beſchriebenen Rechten zu wieder keinesweges vergleitet werden, Dieſem allen nach geloben wir Gotthardt , Meiſter obgemeldt , vor uns und alle unſre Nachkommen , dieſe vorher- gehende Puncte und Articul voll und alle ſtät und feſt bey fürſtlichen Ehren , Zuſagen und Glauben ohne alle Argeliſt und Gefährde zu halten, In Urkund und Befeſtigung der Warheit haben wir Gotthard obgenandt , Meiſter, Philip Schall von Bell, Landmarſchal& zu Lieſtand, und Werner Schall von Bell, Comthur zu Gol- dingen vor uns und unſre Nachkömlinge Meiſter zu Liefland und ganzen Orden un- ſer Inſiegel wiſſentlich an dieſen Brief. thun hangen, der gegeben und geſchrieben zu Riga den 24ſten Junüi nach Chriſti unſers Herrn Geburt funfzehn hundert und dar- nach im ſechzigſten Jahre, Godert, Meiſter, mit eigener Hand« " SABRES 11.) 8 * ANS NOS PEE TO TURO VON Te klk fkk Ehe *) Das Huldigungsformular der Ritterſchaft hat gleichen Laut, nur daßin derſelben nach dem Eide die Verflichtung das Lehn aufs neue von dem Meiſter zu nehmen angedeutet wird. Da die Huldi- gungsbriefe der Herrn Meiſter an die revelſche Bürgerſchaft und der darin befindliche Eid der Stadt faſt mit den rigiſchen übereinkommen , ſo können wir zum Abdru eines ſolchen Exemo plars erforderten Raum zu nöthigery Materien ſparen«

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256 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I560zeichneten F*). Der ſteife Sin des Herzogs, dem Kettler bey dieſem Vergleich in allem zu willen ſeyn muſte , war dieſem jungen Herrn vermuthlich durch die alten biſchöflichen Räthe des Stifts Dorpt, von denen er einige um ſich hatte beigebracht, weil ſie hierdurch Gelegenheit hatten ſich wegen der ihnen Schuld gegebenen Ver» rätherey an den Orden zu rächen, und ihren alten Widerwillen auszulaſſen. Die Geſchichtſchreiber , ſo für den Orden geſinnet ſind , beurtheilen dieſe Hand» lungen des Herzogs und ſeiner Räthe freilich ungleich 3 darin aber ſind ſie einig, daß wenn die Buſſen auf: Perngw losgegangen wären, ſie die Standeshäupter des Landes gleichſam im Sacfe fangen und dem ganzen Kriege ein geſchwindes En» de machen können. y Doch die rußiſche Armee nahm ihren Weg unter Anführung des Kneſen Andrei Kurpſche nach dem Ordensſchloſſe Ermis , wo ſie auf die erzbiſchöfli- <hen und Ordensvölker ſties, 500 von denenſelben erlegte , und den Landmar»- ſchal und Comtur zu Segewvolde, Philip Schall von Zell, ſeinen Bruder den Comtur von Goldingen, Werner Schall von Bell, den Vogt zu Baus- Fe, =Zinrich von Galen, den Vogt zu Candau, CD Sieborgen und einen vornehmen Stiftsadlichen, Namens Beinhold Saſſe, ſamt an- dern mehr gefangen bekam und nach Yloskau ſchifte e), Hierauf: I ug *) Dieſe geiſtliche Herren haben ſo lange Titel, daß ſie in den Documenten eine ganze Seite wegnehmen. Z. E. „„Wir Wilhelm von GOttes Gnaden , Erzbiſchof zuRi- „ta, Marggraf zu Brandenburg , zu Stettin, Pommern , der Caſſuben und „Wenden Herzog, Burggraf zu LTürnberg und Fürſt zu Rütten, und von Deſs „ſelben Gnaden Wir Chriſtoph , erwehlter Coadiutor des Stifts Riga, Adminiſtra«- „tor des Stifts Ratzeburg; , Herzog zu Mecklenburg, Fürſt zu XVenden, Graf „zu Schwerin, der Lande Roſtock, und Stargard Herr, thun fund und bekennen „vor jedermänniglich , wes Standes , Würden, oder Beſchaffenheit ſie ſeyn 3 Nachdem „zwiſchen dem hochwürdigen , hochgebornen Fürſten und Herrn Wagnus, erwehlten „Biſchof des Stifts Oezel, VOyk und Curland, Adminiſtrator des Stifts Revel, »Erben zu LTorwetzen, Herzog zu Schleswig Holſtein , der Stormarn und „Ditmarſchen , Grafen zu Oldenburg und Delmenhorſt, unſern freundlichen ge „liebten Oheim , Schwager und Bruder, und dem hochwürdigen grogmächtigen Fürs „ſten, unſerm insbeſondre geliebten Freunde , Nachbarn und Bruder Herr Gott- „bard Rettler , deutſchen Ordens zu Liefland Meiſter und ſeiner lieben Vorfahren, „»dem alten Herrn Meiſter allerley Wiederwillen Zwiſt und Uneinigkeit erwachſen 1c.,, Der ganze Vergleich enthält folgende Punkte. Die hohen Mitler haben ſich perſönlich nach der neuen Pernau begeben , um einen ſichern Stilſtand zn Waſſer und zu Lande bis auf Pfingſten 156x zu ſtiften. Dem Herzog Ülatgnus ſteht frey, das Stift Re- vel einzunehmen oder einnehmen zu laſſen. Rettler ſol die Soldaten, ſo bald ſie be- zahlet, aus der Domherren Häuſern wegſchaffen, innerhalb Monatsfriſt die Abtey Pa- dis einräumen, und das Entführte wieder erſtatten. Die beiderſeitigen Jnjurien wer- den beim römiſchen Reiche eingeklaget und geurtelt. Des Ordensmeiſters Soldreu- ter , ſo ſich in Nlagni Schuß begeben, werden nicht geheget , die aber der Mitler Bürgſchaft annehmen und ſich friedlich bezeigen , oder wieder in die Ordensdienſte tres ten, ſind ausgenommen. Der Vogt von Sonneburg wird den! Soldreutern nicht ausgeliefert , ſondern der Herzog Magnus ſol ihn auf Anfordern tod oder lebendig ſtellen. Des Meiſters eingenommene Höfe werden zurück gegeben , dahingegen Rett- lex die mit Lebensmitteln beladene Schute , welche Fürſtenberg anhalten laſſen, wie- derum erſtattet, auch dem Domherrn Richart von Walde das auf Sellin und Torbs weggenommene wiederlieſet. Beiderſeitige Kriegsvölker enthalten ſich der Schmähworte und Beleidigungen. Alle Gefangene werden auf freien Fus geſtellet« Gezeichnet zur neuen Pernau am 6ten Auguſt 1560. 8) Dieſe Ordensherren wurden nachher hingerichtet. Jn der Ark ihres Todes gehen die Geſchichtſchreiber von einander ab. Ruſſov berichtet, ſie ſeyn mit Keulen vor die Köpfe geſchlagen , und jämmerlich umgebracht worden. Zenning ſchreibt, man habe ſie mit dräthnen Kaotenpeitſchen durch die Gaſſen hindurch gegeiſſelt, hernach enthau« ptet und den Thieren vorgeworfen, bis einige <riſtliche Gemüther ſie aus Mitleiden verſcharret, Des Landmarſchals Standhaftigkeit in der Religion, indem er ſich nicht Ums

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Erzbiſch. Wilhelm. zurZeit der Regierung Gotthard Kettlers. 257 Zug nach Vellin. Der Ort wurde am Tage Maris Matdalens beſchoſſen, 1560 die Mauren eingeworfen, und das Städgen bis auf: 5 Häuſer verbrant. Die einzige Compagnie Soldaten hielt ſich auf: dem Schloſſe noch 4 Wochen. Als ſie weiter nichts als die unausbleibliche Gefangenſchaft zu erwarten hatten , ſprachen ſie von Unterhandlungen. Obnun wol der alte Fürſtenberg, welcher ſich hier der Ruhe halber niedergelaſſen , alle ſein Gold und Silber den murrenden Soldaten ſo lan- ge anbot, bis er ſie mit geprägter Münze würde befriedigen können, auch an Vorrath noch kein Mangel war; ſo war doch weder aus der Nähe noch Ferne ein Entſaß zu hoffen. Die Beſagung bedung ſich alſo freien Abzug, und liestrefliches Geſchütz im Stiche, Doch wolte ſie ſich wegen des rückſtändigen Soldes ſelbſt bezahlt machen , und erbrach Kiſten und Kaſten, in welche der alte Fürſtenbert“ und viele vom Adel aus der Nähe ihre Geräthe eingepacket hatten, in der Mei- nung ſelbige zum Reiſegelde zu gebrauchen. Allein die Ruſſen bekamen Wind davon, jagten den unrechtmäßigen Inhabern die geplünderten Schäße wieder ab und ſandten die Leute naend und kahl nach Biezg. Hier machte ihnen Kettler einen furzen Proces, und lies ſie als Verräther aufhängen. Fürſtenberg wur- -- de ſamt ſeinem Diener von den Ruſſen nach Moskgu auf. das Schlos Lubin geführet , und ihm ſelbiges Zeitlebens zum Leibgedinge überlaſſen , wo er auch To» des verblichen *). Als umtaufen laſſen wolte, gefiel dem Czaar dergeſtalt, daß er ihm ſeine Begnadigung noch nach dem Gerichtsplaße ſchifte , welche aber zu ſpät einlief, +) Es lautet ſehr gefärlich was D. Lucas Oflander, Zeinrich Petri, Lligrinus, M. David Förſter und viele andre von Fürſtenbergs Gefangenſchaft ſchreiben. Wir wollen ſtat aller Münſtern in ſeiner Cosmographey B. 111, Bl. 1165 hören: Da Vellin eingenommen, ſeßt Nlfünſter mit völliger Unwarheit, haben die Ruſſen den Herrn Meiſter Wilhelm von Fürſtenberg gefangen genommen. Site ſchmies- deten ihn in Ketten, ſchiten ihn in die Moskau , führten ihn alle Nacht einmal an Ketten wie einen Bär zum Schauſpiel, lieſſen ihn groſſen Hunger leiden; ſeiner Knech« te einer folgte ihm willig nach , wolte nicht von ſeinem Herrn weichen, bis nach der Niederlage vor Wittenſtein, da erzürnte der Moskowiter, lies ihn und den Knecht tödten, Slerd Rruſe berichtet, daß die Ruſſen alle Liefländer, die ſie vor Pex- nau, Revel und Zapſal gefangen bekommen , und worunter viele von Adel geweſen, nach Wirrenſtein geführet , ſie meiſt alle erwürget und ihnen die Hälſe abgeſtochen. Was Fürſtenbergen betrift, ſo findet ſich von ihm ein Brief aus Lubin unterm 16ten Decemb. 1563 , der mit einer weiſſen Oblate oder Hoſtie verſiegelt iſt , in welchem er TTicolaum Radewville, (ſo hies dieſer Herr gemeiniglich in Liefland) ſeinen alten und bekanten Freund, erſuchet, den König von Pohlen zur Fürſprache für ihn bey dem Czaar zu vermögen. Er nennt ſeinen Aufenthalt in Ü)oskau ein Exilium, und ſein Schlos ein Gefängnis , thut aber von ſeinen Banden keine Erwehnung, die doch hier hätten zuerſt angeführet werden müſſen. Endlich bittet er um die 6800 Thaler , die er ehemals dieſem Waywoden vorgeſchoſſen. Der deutſche Hochmeiſter Wolfgang Schugbar zu Milchlingen nahm ſich des gefangenen Fürſtenbergs 1564 eifriger an, und ſchite Bernhard von Bevern, Theobald von Romſchwagz , Melchior Dermo und Franz von Zarzfeld , Ordensritter , ingleihen Johan Wagnern und Oſwald Lurznigg , beide Doctoren der Rechte, an den Czaar ab. Weoeil man dieſel» ben für kaiſerliche Geſandten angeſehen, und das Ceremoniel zu vornehm eingerichtet hatte , ſo erlangten ſie ſchlechtes Gehör , und muſten mit einer übelverſtandnen Antwort über L7arva wieder nach Deutſchland gehen. Im Jahr 1565 lies der Czaar Für- ENNerae vor ſich kommen, und bot ihm in Beiſeyn des geweſenen Mannrichters Joh. auben und Elerd Cruſens die Provinz Liefland an, wenn er dem rußiſchen Scepter huldigen wolte. Aber Fürſtenberg, ſchreibt LTeuſt&ädt , wolte ſein Gewiſſen nicht beſchweren. Daher der Czaar aus Unwillen ihn wieder nach Lubin ſchafte. Der König von Pohlen giebt in einem Briefe an den König von Dännemark den Deutſchen Schuld, daß ſie Fürſtenbertgzen verlaſſen und an die Ruſſen verrathen, Ruſſov nennet ſein Gefängnis fürſtlich, Es bezeugens auch andre , daß die Gefan« genen Liefländer es in QJoskau eid I, gehabt als man in Liefland Jlanben tt önnen.

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258 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I560 Als Dellin am z2ſten Auguſt übergegangen, theilte ſich das rußiſche Heerin 3 Haufen. Die fleinſte Partey rückte im September. vor Weiſſenſtein, wel- c<es der obgemeldte Caſper von Oldcnbockum tapfer vertheidigte, und beſchos das Schlos 5 Wochen. Die umliegende Gegend wurde verheeret , dem Schloſ- ſe aber war nicht beizukommen. Ein andrer Haufen gieng'nach Wenden und Wolmgr. Die Bürgerſchaft von Wolmar that mit 3 Rotten Schützen einen I , um das weggetriebene Vieh zu erbeuten, wagte ſich aber ſo unvorſichtig, vaß ſie vbllig umringet und gefangen genommen, auch ſo gleich nach Moskau geſthickt wurde, Die dritte Abtheilung ſchlug ſich nach der Wyk, wohin die Sarriſchen ihr Vieh und ihre Koſtbarkeiten geſchaffet , weil Man dieſes Land, des Herzogs LWlatgnus wegen für ſicher hielt, allein weil Liggnus mit auf, dem ernauiſchen Landtage geweſen , und ſich bey den Buſſen verdächtig gemacht, v wurden auch aus dieſem Kreiſe die Einwohner nach Vloskau gebracht. Selbſt Magnus hielt ſich in Zapfal nicht ſicher , ſondern ſtieg ins Boot und He na können. Arafcl *), welcher das Uuglü> in Liefland kläglich genug vorſtellet, und die Ruſſen ziemlich grauſam beſchreibet , giebt deutlich zu verſtehen , daß das Schre- &en und die Furcht gröſſer geweſen , als die Erfahrung es gerechtferciget. Er ſelbſt wurde als evangeliſcher Prediger zu Dörpt auf lügenhaftes Angeben 1559 in Stri- >en und eiſernen Fusbanden nach Moskau gebracht, genos aber auch in Plescow viele Liebe , wo die alten Deutſchen Kaufleute ihm Reiſegeld gaben. Jn L7ogar- den ſchenkte ihm der Stathalter die Freiheit von Banden, und in Woskau ſelbſt wurde ijm viel Gutes erwieſen. Er rühmet an den Ruſſen, daß ſie ihm auch in den Banden ſein prieſterlich Amt frey treiben laſſen , da doch die Prediger augſpurgiſcher Confeßion in Dörpr viel von den Catholiken deswegen leiden müſſen. Einigen Ge- fangenen gab der Czaar Freiheit zurü zu kehren , worunter der ehrliche Mag, Job. LDerrermann **), Paſtor der Kirche zu Unſrer lieben Frauen in Dörpr war, und daſelbſt 1564 ſtarb, Was die Geſchichtſchreiber , einheimiſche und fremde , von den unmenſchlichen Grauſamkeiten einer damals ungeſitteten Nation melden, darf nicht ſchlechterdings geleugnet werden. Doch lies es die Parteilichkeit nicht anders zu, als aus einer Geſchichte 100 Hiſtorien mit eben ſo viel angehengten pöbelhaften Erzehluno gen zu machen, und von einem einzelnen Fal auf, alles zu ſchlieſſen. Wie ſchön mache ten es die kaiſerlichen Soldaten in dem 30 jährigen Kriege , die Franzoſen und Spa- nier in der Pfalz, die man doch für <riſtliche und geſittete Völkeb hielt ? Die ganz neue Hiſtorie unſrer Zeiten hat ja noch kläglichere Vorfälle aufzuweiſen. Es iſt aller dings wahr , daß die mehreſten Leute von den Feindſeligkeiten der Ruſſen gräslichere Vorſtellungen gehabt, als ſie hätten haben ſollen. Was machen die Geſchichtſchreiber von der Tragddie zu Wenden 1577 nicht für ein Aufheben , da viel 100 Perſonen aus Furcht vor dem Feinde ſich auf dem Schloſſe zu Wenden in die Luft ſprengten ? Sie ſind wol gar auf, die damaligen Prediger in Riga ungehalten, wenn ſie wieder dieſen heroiſchen Selbſtmord geeifert. In den Umſtänden worin ſich der Czaar befand, häte te ſich ja wol die gröſte Sanftmuth in Zorn verwandeln müſſen , da er die Vornehm- ſten Jnnehaber eines belagerten und faſt eingeſchoſſenen Schloſſes zu ſeinen Füſſen lies gen ſahe, und ihnen das Leben ſchenkte , mitten unter ſeiner Begnadigung aber die Kugeln um ſein Haupt ſauſen und brauſen hörete. Siehe Henning S. 136. abt ls zz id nan 2 1 ENE IR „SUNRISE BUDER ELER een 2) Timan Brafel , ein Liefländer, ſchrieb als augſpurgiſcher Confeßion Prediger zu Antdorf 1579 in 8. Rhythmos de excidio Livoniae. Nachdem er aus Rußland wieder in Freiheit gekommen, berief ihn der däniſche Landshauptman Claus von Ungern nach Veſel zum Paſtor auf Pibag, wo er aber der vielen Bemühungen dieſes rechtſchaffenen Herrn ohnerachtet ziemlichen Widero ſtand antraf, und daher den Einfal der Ruſſen auf Oeſel als ein göttliches Strafgericht herleitet. Die armen Leute waren ſo vol Angſt, daß die Bauren beim Anzuge der Ruſſen in die pibaiſche Kirche flüchteten, und auf den Kirchthurm ſtiegen. Als aber die Ruſſen die mit Stroh gede>te Kirche in Brand ſteckten, warfen die Mütter aus Verzweifelung ihre im Rauch winſelnden Kin- der ſelbſt vom Thurm herunter ins Feuer , damit der Feind ihr Geſchrey nicht hören ſolte«/ 52) Dieſer gelehrte Man war beim Czaar ſehr wohl angeſchrieben , und muſte die vortrefliche ezaariſche Bibliothek in Ordnung bringen, welche ehmals aus Rom gekommen, und wol über 100 Jahr hinter drey Gewölbern verſteckt gelegen- Er war ſeiner Gemeine freiwillig in die Gefangens ſchaft gefolget , und hatte ſie bald zu Pferde bald zu Fus von einer Stadt zur andern aufgeſucht, ſie getröſtet , und überal Schulmeiſter verordnet , die ihnen die Poſtille vorleſen muſten. . Nach Treuſtädts Rechnung iſt dieſer. Wettermann erſt. 1555 aus Dörps den damals weggefährten Bürgern nachgezogen , und hat wol Brafel in der Beſtimmung ſeines Todesjahrs geitret.

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 259 nach Oeſel. Aus der [Wpk zogen die Zn mit der Beute für Bevel vor 1560 bey , und ſchlugen 2 Meilen davon auf dem Hofe =Zarke ihr Lager auf. Die Revelſchen woltengern von dem Weggebrachten etwas retten, und wagten ſich am 11aten September Morgens früh zu Pferde und zu Fus aus der Stadt, wo ſie ſichzwar einiger Gefangenen und etlicher 1000 Stück Rindvieh bemächtigten ; weil aber die Fusgänger mit dem Geſchüß nicht ſo geſchwind herbey eilen konten; ſo kam ihnen die feindliche Macht gar zu ſtark auf den Leib, ſo daß ſie ſich in der gröſten Unordnung wieder zurück ziehen, und den nachſeßenden Buſſen Beute und Stücke ſamt den Rathspferden überlaſſen muſten. Von Adelichen vermiſte man inſonderheit Johan von Galen, Jürgen von Untern und Lorenz von Ermis, von den Städtſchen den Rathöherrn Lütke von Opten, den Bürger Blaſius Zochtref ſamt andern Bürgern und Kaufgeſellen. VViel brachte man hart verwundet nach der Stadt. Die Buſſen ſelbſt konten ſich über die Unbeſonnenheit dieſes Ausfals nicht genug verwundern. Die Ruſſen ſuchten alle Todten zuſammen, ſchlepten ſie nach den umliegenden Dörfern , verbranten die Körper , ſo daß die Dörfer darüber mit im Rauch aufgiengen, und ſchlugen ſich hierauf nach der Gegend von Wittenſtein. Der Erzbiſchof, der zur Errettung des Landes auch was thun wolte , brachte -- es beim König von Dohlen ſo weit, daß ihm 200 Man Reuterey geſchickt wur? den, die, wie es in den Tractaten heiſt , zum Troſt des römiſchen Reichs und zum Schuß der geſamten Chriſtenheit ihre Tapferkeit beweiſen ſolten. Die Stadt machte aber gegen ihre Aufnahme ſo viel Ausflüchte , daß ſie ſich vom Erzbiſchof unterm z3ten December und vom Herrn Meiſter unterm 2xten Decemb. eigene Si? <erheitsbreife geben lies, worin beide die theureſten Verſicherungen wegen der evangeliſchen Religion unterſchrieben , und der Stadt zur Sicherheit die herrliche ſten Vortheile zugeſtehen muſten. Die harriſchen und wykiſchen Bauren wolten Schuß oder Freiheit ha- ben , und rotteten ſich daher haufenweiſe zuſammen , plünderten die adlichen Höfe aus, und erſchlugen die Dene Jacob Urkül von Lümmat, Otto Urfül von Kirketa, Jürgen Risbyter, und =Zinrich (nach andern Diedrich) von Liwven, ſandten auch einige aus ihrem Mittel.nach Revel, und boten der Stadt ein Bündnis an, wovon der Ade neg fo werden ſolte. Als der Rath ih- nen die Unbeſonnenheit vorrückte , und ſie zum Gehorſam ermahnte , belagerten ſie das Schlos Lode, wohin viele von der Ritterſchaft ihre Zuflucht genommen hatten. Chriſtoph (oder nach andern Wilhelm) von Münchshauſen trieb aber die ungedungenen Krieger ſo glücklich zurück , daß eine ziemliche Menge vort ihnen auf dem Plage blieb, Die Rädelsführer , welche man gefangen bekommen, wurden theils vor Lode theils vor Revel hingerichtet. Während dieſer recht we Zeit gereichte dem Lande zu einem wiewol kurzen Troſt, daß der König von Schweden Guſtav der Iſte die Stände er» mahnen lies , weder der Macht von Rußland noch den Liebkoſungen der Kron Däaännemark nachzugeben, ſondern bey dem Herrn Meiſter treulich auszuhal» ten; wobey die Geſandten, die mit 3 Galeien angekommen, noch verſicherten, daß ihr König keinem andern Potentaten das Land gönnen würde; er wolle ſie mit Le- bensmitteln und Kriegsvorrath verſehen , und im Fal einer Belagerung könten die Zevelſchen Weib und Kinder nach Finnland ſchicken, woſelbſt ſie Verſorgung und Sicherheit finden ſolten. Der Ordensmeiſter ſchickte denn auch ſo gleich Geſand? ten nach Stockholm, wohin ſie der pohlniſche Geſandte Chriſtoph Co» narski begleitete. Sie kamen dahin , fanden aber nach einer vierwöchentlichen Reiſe zur See den König Guſtav in letzten Zügen, welcher ſie deshalb an ſeine Prinzen und Reichsſtände verwies. Den Geſandten war in ihrer Vollmacht auf- getragen , entweder Hülfe, oder Vermittelung eines Friedens, oder Geld auszu? wirken. Der Herzog Erich , welcher an des nunmehr verſtorbenen Guſtavs Stelle fam, gieng mit der Antwort 42 bedächtig zu Werke, daß auch die 4:5 tt 2 G-

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260 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordenstneiſter, 1560Bevel, welcher die Zeit zu langewärete, aus Furcht für derrußiſchen Belagerung ihre eigenen 3020 den Rathöherrn Johan Schmiedemann und den Elte- ſten der groſſen Gilde Claes tor 5ake den 5. Sept. nach Stockholmabfertigten, eine gewiſſe Summe Geldes auszuwirken. Weil dieſe mit den herrmeiſterlichen und pohlniſchen Geſandten alles überlegten, ſo fand es der König für NN die evelſchen allein zu ſprechen , und die Herrmeiſterlichen mit der kurzen Ants wort zu beurlauben: er traue den Liefländeen nicht, weil ſie Schweden ſchon einmal ſien laſſen 3; doch wolle er ihnen gegen Verpfändung der Stadt Pernaw 60000 Thlr. vorſchieſſen, verlange aber für die Kaperey auf die Schiffe ſeiner Unterthanen noch vor Oſtern eine hinlängliche Genugthuung. Alſo kam aus Schweden nichts, und aus Deutſchland nichts beſſers, ohnerachtet der deutſche Hochmeiſter durch ſeine Geſandten, den Landcomtur der Balley*Zeſſen ohan von Rehen, Georg und von Wenckheim, Comtur zu Frank- rt und den Doctor der Rechte, Thomas Mepyerhöfer, auf dem Reichstage zu Speier wegen der Errettung der Republik Liefland die triftigſten Vorſtel- lungen thun laſſen. Die herrmeiſterlichen Geſandten hatten bey ihrer Rückreiſe aus Schweden noch das Unglück, daß, da ſie in der Mitten des Jenners von 1561 Selſingfors nach Bevel über das Eis wolten und des Abends die Inſel L7ar- 16 3 Meilen von Bevel erreichten, des Nachts ein ſo plößliches Thauwetter ein- fiel, daß ſie mit genauer Noth auf: einem Bote die ſchlechte Antwort des Königs ihrem Meiſter überbringen konten. Sodann bot König Erich den revelſchen Geſandten ſeinen Schut, Hüls ft und Geld unter der Bedingung an, wenn die Stadt ſich ſeiner Botmäßigkeit unterwerfen wolle: doch meinte er noch ſicherer zu gehen, wenn ganz Eſtland die Unterwerfung unter den ſchwediſchen Scepter annähme , gleichwie Sieſs land mit den Pohlen in Tractaten ſtand; indem es doch dem Czaar bedenfli fallen würde , ſich um dieſer Länder willen zwey mächtige Nachbarn zu Feinden zu machen. Die Stadt Revel überlegte die Willensmeinung des Königs mit der MBerkboit von Sarrien und Wirland, und ſodann ſchickte der Adel =5er- man Szötten und Bembert von Silſen , die Stadt aber den Bürgermeiſter Fo Böni, den Rathsherrn Jürgen 5Zünerjätger, und den Secretair orenz Schmidt an den Ordensmeiſter Bettler ab , und entdeckten ihm nach ihrem langen und vergeblichen Ausſchen um Hülfe ihren gefaſten Entſchlus, Schweden zum Oberherrn anzunehmen. Rettleen gieng es freilich nahe; er that daher wieder gute Verſprechungen, ſchickte auch eine Compagnie Pohlen mit, die aber mit den Bürgern ſo viel Lerm machten, daß der Magiſtrat ihnen eine Belohnung austheilen und ſie wieder zum Thore hinaus ziehen lies. In der Faſtenzeit am 25ſten Merz fanden ſich von ſchwediſcher Seite die Gevolmächtigten ein , welche die Unterwerfung des Herzogthums Lſtland unter die Kron Schweden glücklich zu Stande brachten. Sie hieſſen Clas (Claudius) Chriſterſon, Herr auf Amine , Zans Larſſon zu Isnes, nebſt dem königlichen Secretair Zerman Bruſer. Ihr erſtes Anbringen be- ſtand in der Zurücforderung der geraubten Kaufmansgüter , dem ſie durc Vor» weiſung des königlichen Befels Nachdruck gaben, und wg 7 welcher die ſchwe- diſchen Hauptleute Sans Kyle, Erich Timmeſon, u Wittenb und Zille Marten, die mit emigen Kriegesſchiffen und Völkern in Finnland lagen , befehliget wurden, auf Anforderung der Herren Commiſſarien ſich fettig zu halten. So wurde auch Anders Peerſon zu Ferdahl aus dem berühmten Geſchlechte der Lilienhoeke mit einigen Schiffen, Geſchüß, und andrer Kriegs» geräthſchaft, und 3 Compagnien Soldaten nach Revel geſchickt. Rettler war nicht geſonnen auf. dieſe Nachricht nach Revel zu kommen, daß es alſo den Com» miſſarien leicht fiel, den Einwohnern die Annehmung des ſchwediſchen Schu- ßes angenehm und ſüs vorzuſtellen. Die

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Erzbiſch. Wilhelm. zurZeit der Regierung Gotthard Kettlers, 261 Die Stände des Herzogtums Lſkland giengen allerdings mit ſchwerem 1561 Herzen daran, ſich von ihrem lieben Ordensmeiſter loszureiſſen. Sie bemerkten aber bey ihren Mitbrüdern in Liefland ſelbſt kein gros Vertrauen zu den Doh» len , überdem waren ſie der weiten Entfernung halber beſorgt, daß die pohlni- ſche Hülfe zu ſpät kommen möchte, noch vielweniger konten ſie die Vortheile der Kaufmanſchaft hoffen, welche Riga gänzlich an ſich gezogen. Die Nation war ihnen fremder, hatte andere Sitten und Sprache, und was das Vornehmſte war, eine verſchiedene Religion , und ihre Soldaten 'waren .zu übermüthig. Von Dännemagrk waren ſie abgewieſen, und der Herzog LMatnus kam mit ſeinen ſchwachen Vorſtellungen zu ſpät. CESSchwoeden hatte nicht nur einerley Religion , ſondern war ihnen auch zum Beiſtande im Kriege, und zur Handlung überaus wohl gelegen I). Da. nun die Ritterſchaft von der Stadt nicht abtreten, ſondern mit ihr gleiches Schickſal erwarten wolte; ſo fertigte jene Beinholden von Lode *), dieſe aber den Rathsherrn Johan Winter an den Herrn 8 -- er i) Alle die Urſachen , aus welchen die Stadt Revel ſich der Krone Schweden unter- warf, kamen Rettlerxn unzureichend vor. Er ſäumte alſo nicht den Xſtländern dieſe Unterwerfung mit vielen Vorſtellungen zu widerrathen , rückte ihnen anch in ei- nem Schreiben aus Lode dieſe Spaltung empfindlich vor , auf welches aber die Stadt nothdürſtig antwortete. Rettler wagte es noch 1563 den 26ſten October , der Stadt einen heftigen Strafbrief aus ſeinem Feldlager bey Pernavo zu überſchiken, daß auch der Stadtſecretair nach Durchleſung deſſelben auf. die Urſchrift die 3 Worte ſchrieb : Herbe, bitter und ſcharf, welches Original in dem ſchwediſchen Archiv verwah- ret wird. Der Herzog nennet den Inhalt der Antwort unverſchämt, und ſtellet vor, es werde dieſe ungeziemte Aufführung der ganzen deutſchen und andern Nationen bes kant werden , die es aber noch zur Zeit ihrer Jugend nicht wiſſen könten, würden es künftig aus den Chroniken und Geſchichtbüchern erfahren. Er klaget, daß die Re- velſchen härter als ſeine Feinde die Ruſſen verfahren, da dieſe ihm nur ſein Land , je- ne aber die Ehre genommen. Man habe durch allerley tückiſche Griffe die Sache vor ihm heimlich gehalten, und der unverſchämte Schreiber habe ihn noch leßtlich in Mio tau zugeredet, daß er ſich im geringſten nichts von Schweden einbilden möchte , wie denn auch andre ihren Geſandten verſichert, daß ob ihnen gleich beſchwerlich fiele, pohlniſch zu ſeyn, ſie doch noch viel weniger ſchwediſch werden würden. Er prophes zeiet ihnen für dieſen treuloſen Abfal immer mehr Jammer , Herzeleid , Noch und Drangſale , wil ihnen aber ſolches nicht wünſchen. Die Beſchuldigung der Revel- ſchen, als ob die Könige von Pohlen und Dännemark und Rettler ſich wieder die Eſtländer mit den Ruſſen und Tartern verbunden, nennet er eine hohe Beſchimpfung, und ſagt , er habe zwar tartariſche und reußiſche Kriegesleute bey ſich , aber nicht als Bundesgenoſſen, ſondern als Kriegesknechte und Unterthancnz allein er könne ja auch fremde vor Geld bekommen. Der von Schweden, fähret Rettler fort, habe als ein fremder aufgenöthigter König nicht den geringſten Anſpruch und Befugnis auf Liefland 3 indeſſen möchten ſie mit ihm wohl fahren , die Zeit und der Ausgang wür- den alles geben. Allein es blieb einmal dabey, Eſtland verſprach ſich nach damali- gen Umſtänden von Schweden weit anſehnlichere Vortheile, als es von Pohlen nim- mermehr erhalten fonte. *) Dieſer Reinhold von Lode war Hauptman der eſkländiſchen Ritterſchaft und Erbherr auf Rocht , und muſte Amts halben dieſen halsbrechenden Gang zum Herrmeiſter wagen, weil keiner von der Ritterſchaft eine ſo gefährliche Verrichtung übernehmen wollen. Henning meldet uns das Formular der Aufkündigung: Es könte und möchte nun nicht anders feyn , ſeine fürſtliche Gnaden ſolten ſich darum nicht irren. Ob nun gleich der Herrmeiſter dieſes zu verbeiſſen wuſte ; ſo bemerket doch der Herr Manrichter Lode in ſeiner Handſchrift , daß Kettler als Her- 309g es noh deſſen Erben nicht vergeben können. Denn als die Ruſſen nachher ganz Eſtland wegnahmen und dem König von Schweden nur Revel ncbſt etlichen um die Stadt belegenen Höfen nachlieſſen , ſo muſten dieſe lodiſchen Erben auch ihre Güter miſſen, und flüchtig werden. Sie wandten ſich nac) Curland , wo ſie bey ihren Blutsfreunden und alten Bekanten das Un- gewitter des Krieges abwarten wolten« Allein der Herzog Rettler trieb ſie da weg , und lies , ihnen wiſſen , daß es um ihres Vaters willen geſchehe- Dieſer Umſtand iſt in der general Re- | viſion von Eſtland 1585 aufgenommen, da man den Erben die Güter ihres Vaters wieder zuge- ſprochen. Uuu

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262 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1561 ſter nach YMlietgu ab, welche demſelben den bisher beobachteten Eid auffündigten, und rund heraus ſagten, das ſie nicht mehr herrmeiſterlich ſondern ſchwediſch wären. Bettler gab davon dem König in Pohlen durch einen Curier Ea Nachricht, und ſchifte auch Zeinrich von Dohng , Johan Fiſcher ſei- nen Kanzler, und Joſt Clodt *) ſeinen Rath eiligſt nach Revel , um 5000 ur +) Joſt Clodt, den unſre Geſchichtſchreiber auch Jodocus Clodt, die Pohlen aber in ihren lateiniſchen Documenten Juſtus Claudius ſchreiben , iſt der ältere Sohn Rolef Clodts, eines Edelmans aus vem Hauſe LTortelen in Weſtphalen, der 1515 nach Revel gekommen , alwo er geheirathet und ſein kurzes Leben geendiget. Er iſt der berühmte Anherr vieler um das Land und ihren König treuverdienter Nachkommen, die mit den angeſehenſten Familien in Lief- Eſt- Curland und Schweden ver- ſchwägert worden. Dieſer Joſt Clodt hatte ſhon als Syndikus der Stadt Bevel die Angelegenheiten des Ordens zu beſorgen; daher ihm der Ordensmeiſter Galen im erſten Jahr ſeiner Regierung aus Erfentlichkeit für ſeine dem Orden geleiſtete Dienſte am iſten September 1552 das Gut Wallkül in Eſtland verlehnet , welches Rettler auf Quaſimodogeniti 1560 ihm, als ſeinem damaligen Rathe, mit 2 Dörfern und dem völligen Allodialrecht vermehrte , ſo laut der Reviſion von 1586 auf 43 Haken betrug. Seine Nachkommen ſchreiben ſich Clodt von Jürgensburtg , weil der Herr Meiſter Gotthard Rettler dieſes Schlos denenſelben in einem Briefe vom 22ſten Merz 1561 als ein Allodium mit beſondern Privilegien für die dabey gerühmten vielfältigen treuen Dien- ſte, ſo er dem Orden und Lande erwieſen, gegeben. Nach der Veränderung des Staats von Hiefland und geſchloſſenem Unterwerfungsvergleich) machte ihn Herzog Gotthard von Curland zu ſeinem Kanzler. Nachdem der König Sigismund Au- guſt währender Unterhandlungen an ihm ein gnädiges Wohlgefallen gefunden, nahm er ihn als Secretair in den auswertigen Angelegenheiten in ſeine Dienſte, und gab ihm unterm 1oten May 1562 in einem offenen Briefe die Verſicherung auf. ein Zeit Lebens zu hebendes gewiſſes Jahrgeld. Er ward in vielen Geſandſchaften gebraucht , und führte auch zu Hauſe den Briefwechſel mit ausländiſchen Miniſtern, welche Dienſte ihm hochgedachter König mit verſchiedenen Erbgütern und andern Gnadenbezeugungen reiche lich belohnte... Er gieng 1568 als Geſandter nach Schweden, dem König Johan den Ilten zu ſeiner Gelangung zum Thron Glück zu wünſchen, und blieb bis im Som- mer 1570 daſelbſt. Zuleßt trat er als dritter pohlniſcher bevolmächtigter Miniſter ſeine Reiſe nach Stettin an, wo er mit andern Geſandten der hohen Potentaten und Mitler den Frieden vom 1zten December zwiſchen Schweden und Dännemark zu Stande bringen half, Er ſtarb 1572 und ward zu Riga im Dom begraben. Es könte zwar einigen Zweifel in den Stamtafeln veranlaſſen, daß dieſer "Joſt Clodt in Revel geboren worden, auch daſelbſt anfänglich Syndicus geweſen , ſo wie ſein Bru- der Hinrich die Stelle eines Rathsherrn daſelbſt bekleidet 3 daß er das alte Geſchlechts wapen geäudert, und vom König Siggismund Auguſt auf dem Reichstage zu Lub- lin 1566 den 1ſten Auguſt ein eigenes Diploma nobilitatis erhalten. Doch wie er ſolo <es leßtere des pohlniſchen Indigenats wegen als ein königlicher Miniſter nothwen« dig haben muſte , wie es die Documente erklären, ſo bekräftigen inſonderheit 4 vorhan- dene Original» Diplomata , welche wir auf Pergament geſchrieben mit ihren angehäng- ten Jnſiegeln vor Augen gehabt, daß Joſt Clodr vor und zu Anfang der königlich pohlniſchen Regierung in Liefland bereits als ein wohl angeſeſſener und wohl ange» ſehener Edelman bekant geweſen , weil ihm darin von Herren und Potentaten der volo kommen adliche Titel eines Nobilis et Generofi beigeleget wird 3 als erſtlich des Herr- meiſters Gotthard Rettlers vom 22ſten Merz 1561, ferner des von ſeinem Könige und der ganzen Republik Pohlen beſtelten Gevolmächtigten, des Herzogs Llicolaus Radziwil von xoten Merz 1562 und endlich des Königs Sieziämund Auguſts ſelbſt, ſo wol unterm 22ſten April als dem xoten May 1562, Die Verbindung der liefländi- ſchen Familie mit dem Stamhauſe in Deutſchland erhellet ganz deutlich aus den vie- len avthentiſchen Urkunden und der mit den aus Deutſchland erhaltenen Nachrichten gar genau übereinkommenden Genealogie; wie denn die liefländiſche Linie von Rolef Clodt ihre 8 Geſchlechtsfolgen eben ſo richtig, als das in Deutſchland anſeßige Haus, von dem älteſten Bruder Zinrich Clodt, im genaueſten Zuſammenhange aufweiſet. Daß aber von 1420 an bis jeßo keine Bürger dieſes Namens weder nach den älteſten Stadtbüchern noch nach den Regiſtern der Bürgerſchaft in Revel ſeshaft oder anzutref» fen geweſen , hat daſiger Magiſtrat unter beigedrucktem JInſiegel der Stadt bezeuget. Ein mehrers gehöret in die Geſchlechtsregiſter,

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Erzbiſch. Wilhelm. zurZeit der Regierung Gotthard Kettlers, 263 furzen Stilſtand zu treffen, bis er den König von Schweden ſelbſt darum be- 1561 ſprechen En Ejiland. aber wartete ſolches nicht ab, ſondern leiſtete den ſchwediſchen Commiſſarien den 4ten Juni die Huldigung , die Stadt that ein gleiches den 6ten Juni. Das darüber errichtete Inſtrument enthält der Geſand»- ten Bekentnis, daß Erich , ihr Oberherr , Eſtland und die Stadt Revel auf Anſuchen der Herrn Räthe, Ritterſchaft und Adel der Kreiſe =Zarrien, Wir- land und Jerwen in ſeinen Schuß nehme ; wovon die Commiſſarien die Beſtä- tigung herbey zu ſchaffen angeloben. Rettlers Abgeordnete wurden in Revel nicht einmal recht vorgelaſſen, und als man den von Dohng allein aufs Rath- haus beſchied , behielt er ſein Gewerbe im Buſen , proteſtirte aber gegen das Un- ternehmen als eine unbefugte Handlung, Alſo geriet dieſes Herzogtum in ſchwe- diſche Gewalt, und erhielt dieſelben Vortheile von Schweden erfüllet, die Liefland von Pohlen nur verſprochen bekam. Der junge Caſper von Ol- denbockum, welcher Weiſſenſtein ſo wohl vertheidiget , war von Rettlern zum Comtur auf Revel ernennet, und wolte den Schweden das Schlos nicht übergeben. Allein die königlichen Commiſſarien beängſtigten ihn mit Carthaunen und Schlangen 6 Wochen lang 3 und weil kein Entſaß zu hoffen, auch der Vor» rath zu Ende war, ſo capitulirte er am Johannistage, und erhielt freien Abzug I. Uuu 2 Un- ) Die Berichtſchreiben , welche die fchwediſchen Geſandten aus Revel an den König nach Schweden überſchiten , geben uns in der eſtländiſchen Unterwerfungs» angelegenheit verſchiedene Erläuterungen. Wir wollen das wichtigſte aus denenſel- ben hier anführen. »5erman Brufter meldet unterm zoſten Merz: „Rettler hat „den Deutſchen Soldaten für ihre Löhnung das Schlos zu Revel zum Unterpfande „verſchrieben; als aber die Soldaten ihre Neigung gegen die Schweden verriethen, „ſuchte Caſpar von Oldenbockum und Diedrich von Gahlen mit Liſt ſelbiges zu „ſchüßen. Ein verſchlagener Doctor, Mattheus FSresner und ein anderer Bruder „Wilhelm Weiferling practicirten einen Haufen Pohlaken hinauf, die ihre Röh« „re und Sebel in Kaſten und Säcke verſteet, und mit Hülfe der Diener auf dem „Schloſſe die Soldaten im Zügel halten ſolten, Jndeſſen kam der Schloshauptman „mit 2 Briefen vom Herrn Meiſter zurü , deren erſter einen Troſt zur Bezahlung, „der andre eine Abdankung der Soldaten enthielt, mit welchem leßten die Soldaten „noch weniger zu frieden waren, daher beide Parten die Zugänge zum Schloſſe ſo beſeßt „hielten , daß es darüber am Waſſer gebra<, Die Stadt, der Rath und der Adel „legten den Handel ſo bey , daß es zu einem 14 tägigen Vergleich kam , bis beide ihre »» Boten von dem Herrn Meiſter zurüs bekämen. Die Boten konten Rettlern nicht „zu Hauſe antreffen , weil er auf. einen Tag 3 Curiere aus Pohlen erhalten , und ſich „alſo nach der Wilda in Lirthauen begeben hatte, Doch lies Rettler den Solda- „ten Seidenzeug und Sammet zur Bezahlung ihres rükſtändigen Soldes anbieten, mit „welcher Waare er die Soldaten zu Wittenſtein und Pernau befriediget hatte: al- „lein der murriſche Soldat pochte, und gab zur Antwort , er wolle ſein Pfand , das „Kloſter Padis und den Brief auf das Schlos Revel wieder verſeßen, es möchte es „ein Chriſtenherr löſen , welcher es wolle, Woeil die Commiſſarien nicht wuſten, „den Herrn Meiſter aufzuſuchen , ſo haben ſie Andreas Biörſſon mit der königlichen „Bewerbung an ihn abgeſandt , der zugleich von allem Kundſchaft einziehen ſolte.,, Ferner berichtet Bruſſer : „Die Stadt Revel leidet groſſen Mangel am Malz. Der „König möchte von Stockholm oder Abo 3 bis 4 Galeien vor Revel ſchien, de- „nen, die gut pohlniſch wären, eine andre Geſinnung beizubringen, Das pohl- „niſche Kriegesvolk in Revel ſey ein geringer Haufen naFender junger Burſche , die „nichts zu zehren noch zu verkleiden hätten, und ein Stü Brodt mit Betteln ſuchten. »Das Gerücht habe ſich verbreitet, als ob der Herr Meiſter das Schlos Wittenſtein „mit dem ganzen Diſtricte an Caſper von Oldenbockum und ſeine Kinder nach ihn „erblich zum Lehn geſchenket habe , wenn er den Pohlen getreu ſeyn und 300 Pohlen „ſamt 30 bis 40 Deutſchen zur Beſaßung einnehmen wolle.,, Unter den ten April berichten die Commiſſarien ein, „daß die Stadt Revel ſich feſt entſchloſſen, mit der „Ritterſchaft zuſammen zu halten, auch heuteihre Geſandten nach Mietau abgefertiget, ei „mne Proteſtation in Abweſenheit des Herrn Meiſters da zu laſſen , darin ſie ihm den vEid auffündigten, und nicht länger mit ſo vielen eiteln Vertröſtungen, und Voten 01s

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264 Leben und Thaten.der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1561 Unterdeſſen; ſandte die eſländiſche Ritterſchaft ihren Geſandten Clges Weck , und die Stadt ihren Bürgermeiſter Johan Peperſac> , die Rathöher» ren „„Hofnungen aufgehalten ſeyn wollen. Den 6ten April ſind die deutſchen Soldaten „mit den Pohlen uneins geworden, in welchem Auflauf 7 Pohlen und 3 deutſche „Knechte umgekommen. Die Bürger liefen mit hinzu, und ſchrieen daß man alle »„„Pohlatken todt ſchlagen ſolle, Es durfte ſich kein Pohle auf der Straſſe ſehen „laſſen , der pohlniſche Hauptman aber lies ſich verlauten , daß' ſie gerne wegzögen, „wenn ſie nur auf den Straſſen ſicher wären, und nicht für einem zweiten Oſtergaſtge- z»bot bange ſeyn müſten.,, Ein anders Schreiben vom x8ten April eröfnet , wie „Caſper von Oldenbockum mit einigen Reutern und Bauren das Kloſter Padis bes »ſtürmet 3 doch die aus Revel zur Beſaßung eingelegten deutſchen Knechte , denen „es der Herr Meiſter verpfändet, wieſen dieſe Stürmenden mit blauen Augen und blutigen „Köpfen zurü , ohne die auf den Lauf giengen. Auf Anſuchen der ſchwediſchen „Commiſſarien brachte es der Rath ſo weit, daß Caſper von Oldenbockum die Be«- „lagerung aufgab. Die domſchen Schlosſoldaten boten auch dem revelſchen Rath „ihren Pfandbrief auf das Schlos zu löſen an, welches der Rath um keine übeln Ur« „theile bey Rettlern zu veranlaſſen , abſchlug , zu ihrer Nothdurft aber aus der Stadt „allerhand abfolgen lies. Sie trugen es auch "den ſchwediſchen Commiſſarien an, „die aber mit ihnen in keine Tractaten treten wolten , ob gleich dieſe Herren täglich von „ihnen überlaufen wurden, Wie aber Andreas „Biörſſon mit der Zeitung zurück „fam, daß 400 Pohlen im Anzuge wären, ſo nahmen die Commiſſarien 400 odey „600 Gulden auf, und gaben ſie dem Rathe , welcher in ſeinem Namen den ausge- „»hungerten armen Soldaten einen Vorſchus thun muſte,,, Um den Juhalt der übrigen Briefe kurz zu melden, ſo wollen wir denſelben nach Art eines Tagebuchs berſeßen, Den 4ten May vereinigte ſich die Stadt mit der Rit- terſchaft , von keiner andern Obrigkeit etwas zu wiſſen, als von GOtt und dem König von Schweden. Ein alter und anſehnlicher Adelsman in der Wy> Reinhard von Roſen, des Herzogs Ü7agnus Vaſalle, war gut ſchwediſch, und verſäumte nichts, ſeinen Verwandten in Harrien , Jerwen und anderwerts gleiche Geſinnun- gen beizubringen , in Ü3agnus Gegenwart ſprach er für die Dänen. Den 27ten May vertrieb Engelbrecht von der Lippe und Caſper von Oldenbo>um die domſchen Knechte aus ihrem Pfande dem Kloſter Padis heraus , die ſich gleich zu den Schweden ſchlugen. Den zoſten May kamen Zeinrich Flemming und Jöran Wonſon mit Briefen an. Hans Ryle und Andreas Peerſon langten zu gleicher Zeit mit ihrer Geſelſchaft, Schiffen , Geſchüße und Gelde an. Den 21ſten May ward Das Schlos belagert. Den 27ſten May giengen die Tractaten mit den Commiſſarien an. Selbige zögerten bis zur Zurücfunft Johan Winters , welcher wegen Rett- [ers Unpäslichfeit langſam zur Audienz kam , und in ſelbiger den Eid förmlich aufſag- te. Der Hauptman Johan Plate bezahlte den domſchen Knechten die Löhnung, und half mit Rath und That, daß ſie ihre Pfandhäuſer quit wurden. Jn ſeine Stel- le fam Jürgen Leuthener , ein junger Man von 23 oder 24 Jahren, beim vorigen König Guſtav Canzeliſt und nachmaliger liefländiſcher Hauptman zur Zeit des rufs ſiſchen Krieges. HSinrich Bopsmann ward auch Ritmeiſter über 100 Knechte. Den 23ſten Junii accordirten die Commiſſarien mit dem Stathalter Oldenbockum, dem Vogte vom neuen Schloſſe Diedrich von der Steinkuhle, und dem Feldmar« ſchal der Herrn Meiſters Diedrich) von Galen, daß die herrmeiſterlichen und pohl- niſchen Völker gegen 7000 Gulden das Schlos räumen ſolten, welches auch den 24ſten Junü geſchahe. Am Johannistage nach der Predigt um 10 Uhr waren alle Soldaten verſamlet, und beſeßten den Weg zwiſchen der Nothpforte und Schweſterpforte aufbeiden Seiten mit fliegenden Fahnen, daß die vom Schloſſe zwiſchen ihnen durch nach der Stadt marſchiren muſten. Hans Rrafss Compagnie zog zur Nothpforte ein, und beſeßte alle Thürme und Thore , ſteckte die Fahne aus, worauf alle Canonen auf dem Schloſſe, auf dem Thurme, auf den Schiffen und von den Wällen der Stadt gelöſet wurden« Dis ſeßte ganz Liefland in Beſtürzung , und den Herzog ÜJagnus nicht weniger. Die herrmeiſterlichen Räthe entſchuldigten ihren Herrn beſtens, daß er ſich wol auf gu- te Wege hätte lenken laſſen , wenn es der König von Pohlen nicht ſo ernſtlich verhin« dert hätte, Sie ſchrieben dieſes aus Pernaw nach Revel, allein die Stadt hatte ſich die Abſicht dieſer glatten Worte durch die ſchwediſchen Commiſſarien ſehr ver- nehmlich erflären laſſen, Der

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 265 xen Johan Schmiedemannen und Johan Bettholtz nach Schweden, 1561 welche nach der zu Upſala am 29ſten Juni volzogenen Krönung dem Erh c | Der Hauptman Hinrich von Burchhauſfen auf Wittenſtein lies währender Belagerung des Schloſſes Kevel ſo viel Pohlen in ſein Schlos, daß ſie wegen Uebep« legenheit der Menge die deutſchen Soldaten mishandelten, wie ſie wolten. Da nun Caſper von Oldenbockum freien Abzug aus Revel erhielt, und nach Rettlern ges hen wolte , ſchickte er ſeine Diener nach Wittenſtein , die aber von. den Poblen nicht eingelaſſen wurden, ſondern in Sakelwerct liegen muſten, Den zuſten Julii ſtreiften die Ruſſen und eroberten Wolmar, Wenden, Tarweſt, Rarkus, Sclhmet, Lemſel , Salis und andre Schlöſſer, führten auch alles mit ſich weg, daß man bis 6 Meilen von Pernau und 4 Meilen von Ritza ſo wol auf der See- als Landſeite we« der Hund noch Hahn hörete, Den 4ten Auguſt wolte der Freiherr von Donau, Commendant der Stadt Pernau, den Comtur des Schloſſes Pernau überraſchen, litte aber einen derben Verluſt. Die Bürger trieben alle Polakcn aus der Stadt und einige lieſſen ſich vernehmen , daß, wenn die Schweden kämen , ſie ihnen gleich die Schiüſſel geben wolten, Der Commiſſarius Claes Chriſterſon ſc>i>te aisbald einen Vertrauten von Adel Joban Rudlingg nach Pernau, der verſuchen ſolte, ob der Comtur ſich gegen die Schweden bequemen wolle, welcher ſich 14 Tage Bedenkzeit ausbat. Den I15ten Auguſt ſandte der Herzog Ulagnus ſeinen Münzmeiſter an den Commiſſarius Chriſterſon, und hielt um Freiheit an, ein Münzhaus auf dem Bis ſchofshofe zu erbauen , wie der Meiſter und Erzbiſchof in Ritza zu thun gewohnt ges weſen. Der Rath aber proteſtirte dagegen, weil nie ein Biſchof zu Revel ſeine eige« ne Münze gehabt habe, Andre urtheilten , er habe heimlich dadurch ſeine Leute in die Stadt zu bringen und ſie zu überrumpeln geſucht, Lars Flemming, Erich Zacken- ſon und Erich) Zenningſon. erhielten vom König Erich) Befehl nach Revel zu ges hen und dem Herrn Chriſterfön ſein weitläuftiges Amt zu erleichtern. Der Herr Meiſter ſandte Otto Tauben , Robert von Gilſen und Johan Fiſchern an den Herzog AÄlagnus , ihm das Kloſter Padis aufzutragen, Chriſterjon rückte gleich auf erhaltene Nachricht vors Kloſter, und nahm es den 8ten September mit Accord ein, weil der rechte Capitain Engelbrecht von der Lippe nicht zugegen , ſondern nur 4 bis 5 Deurſche und 23 Pohlaken darin waren , über die jürgen Bengl coms mandirte, Valenrin von Uimirz erhielt über ſelbiges die Hauptmansſtelle, Chris« ſterſon eilte mit Boſeßung dieſes Poſten , weil Magnus ſeinen Unterthanen verboten Hatte , nicht ein Huhn nach Revel zu bringen, und die Zufuhre an Korn auch zu hin« dern drohte , indem Padis auf dieſer Seite gleichſam der Schlüſſel zu Revel war, Den 27ſten November kam ein lieftfändiſcher von Adel Roberr Brehmer von Mosso kau, wo er ein Jahr gefangen geweſen, und vermeldete, daß die Ruſſen bey dem erſten Froſt Wicrenſrein und Pernau belagern wolten, Den 14ten December ſchrieb Lars Flemming an den Konig, daß er vor 8 Tagen zu Revel angelanget, aber bey ſolchen Umſtänden weder in geiſtlichen noch weltlichen Dingen etwas vorvehmen könte. Die Ruſſen eigneten ſich Reſick , Rolck und Walkül zu, die Pernaui- ſchen wolten ſich mit den Schweden nicht einlaſſen, Den 28ſtcn September fertigte Magnus ſeine Geſandten, den öſelſchen Domherrn Andreas Friedrich und die beiden Gevettere Weinrich und ZSeinrich Fahrensbecken nach Revel ab, und wol. te Padis wieder eingeräumet wiſſen z; lies ſich auch des geſperten Handels wegen ent« ſchuldigen , weil der Ochſen, Sc<haafe und Schweine zu viel abgeführet worden, und er dadurch nur die ſchädliche Vorkäuferey zu hindern geſucht, Den 2ten December übergab der Comtur Rurgerd Wolf das Haus und Gebiete zu Pernau dem köni« glichen pohlniſchen Statthalter Zeinrich von Dona mit der Bedingung, daß er „ den Hof zu Leal erblich, den zu Matſcl aber auf Lebenszeit behalten könne, In den Berichtſchreiben der ſchwediſchen Herren an ihren König vom Jahr 1562 melden ſelbige die Ankunft der pohlniſchen Geſandten , des Grafen Johan von Tentzen und des Barons von Dona , welche den 22ſten Jan. von Revel nach Finn- land aufbrachen, Wilhelm Weiferlingen nennen ſie einen Kaufman und Erzbus« ben, der mit den Seeräubern, ſo bey Wiborg gekapert , die Waaren getheilet und verkaufet, und beſchreiben die Pohlen und Litrhauer, ſo in Pernau zur Beſaßung lagen, nicht als Kriegesvolk, ſondern als einen Abſchaum von Bauren, Hollunken und Fkogtreibern , die nichts zu zehren hätten, als was man ihnen dann und wann an Grüße oder Erbſen kochte, Wollten ſie was beſſers als das kahle Waſſer trinken , ſo DE Xex ie

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266 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I561 Ericl) in Sto>holm vorgeſtellet wurden.“ Claes WMeeks*) ward am 13ten Zulii vom König zum Nitter geſchlagen, und erhielt für das Land eine anſehnli- <e Summe Geldess der Stadt aber entrichtete der König die 106000 WO wel? ſie mit einem Eimer von Hauſe zu Hauſe um dünn Bier betteln gehen. Sie verſtün- den fein unvermerkt zuzugreifen , doch dürften ſich dieſe pohlniſchen Märterer vor den Ruſſen nicht ſehen laſſen , viel weniger könten ſie ihnen Widerſtand thun. Oldenbockum habe etwas Volk von Deutſchen -als Hofleute darinnen,. Die Er- oberung von Pernau berichten ſie nach der Reihe ſo: „Montags im heiligen Pfingſten „giengen Zeinric) Boysmann und Valtin von 'Gittel mit ihren Fahnen voraus, „und berenneten die Stadt den Freitag darauf, Den 2oſten May folgre Chriſterſon „mit dem Geſchüße , Reutern und Kriegesvolk nach , fieng an zu ſchanzen und ſtund „mit ſeinen Stücken den Fronleichnamstag ſchon über dem Bache. Die Poblen tha- „ten einen unglücflichen Ausfal. Den zoſten May Sonnabends vor Trinitatis lies „Chriſterſon in den ſtärkſten Thurm ein gros Loch ſchieſſen und ſtürmen , verlor 20 „Man und muſte ſich retiriren. Den folgenden Tag ward wieder geſtürmet , wor- „auf. die Pernauiſchen auf 8 Tage Stilſtand begehrten, bis ſie an den König von »„Poblen geſchrieben hatten. Dis ſchlugen ihnen die Schweden ab. Sie erhielten „alſo einen Stüſtand von einer Nacht. Den andern Tag kamen etliche aus dem Rach „ins ſchwediſche Lager, mit vermelden, daß die Pohlen ſich aus der Stadt ins „Schlos gemacht , und alles Gewehr , Pulver und Bley mitgenommen, auch feine „Hülfe vermutheten. Weil der Herr von Dohna in Litchauen, ihr Hauptman „FDonaventura aber nicht zur Stelle wäre, ſo wüſten ſie keinen andern Ausweg, als „ſich Ihro Majeſtät zu ergeben. Den 4ten Junii ſchwor die pernauiſche Bürger- „ſchaft dem König von Schweden die Treue zu. Die Pohlen auf dem Sc<loſſe wol- „ten auch capituliren, allein der ſchwediſche Feldherr lies ihnen wiſſen, ſein König „habe mit der Kron Pohlen nichts anders als lauter Gutes zu thun; was geſchehen „wäre , geſchähe wegen des Herrmeiſters , und lies ſie mit Pi und Pa herausziehen. „Eben kam der alte Hauptman Bonaventura aus Litthauen zurück, und wolte ſich „in Pernau hinein practiciren , wurde aber gefangen eingebracht. Die Schweden „beſeßten Stadt und Schlos mit 400 Knechten und xoo0 Pferden. 500 Poblen, die „auf. Fourage ausgegangen ,. wurden vier und eine halbe Meile von Pernau von etli- „hen Schweden , die auf ſie ſtieſſen, befraget , weſſen man ſich von ihnen zu verſe „hen hätte. Sie gaben ſtat der Antwort Feuer , wurden aber nach Verluſt etlicher „ihrer Reuter in die Flucht gejaget.,, Zum Verfolg der übrigen Begebenheiten dieſes Jahrs gehören ans Larſſons Briefe an den König Erich vom xoten Junii , daß er mit 4 Schiffen nach den naro viſchen Fahrwaſſer ausgelaufen , 9 Schiffe mit aller ihrer Ladung weggenommen, 2 däniſche aber unter ſelbigen mit guten Worten ſo lange aufgehalten , bis man D&än- nemarks Abſichten näher merke, Den 25ſten Julii empfieng Chriſterſon von ſeinem Hofe die Nachricht , daß der Friede mit Rußland geſchloſſen worden, welches den Liefländern keine ſonderliche angenehme Zeitung war, inſonderheit dem armen und vertriebenen wiriſchen Adel und andern von LT7arva und eſenherg. Den 19ten Auguſt zog Chriſterſon mit ſeinem Kriegesvolk nach Witrenſtein. Mit dem Ans fange des Septembers ſtieſſen 60 ſchwediſthe Reuter 2 Meilen von Pernau auf etli- <e tauſend Pohlen, die Pernau belagern wolten, und erlegten 64 Man, die andern flohen theils den ritziſchen , theils den karkuſchen Weg zurüke. Den 12ten Sept. kam Graf. Svante zu Revel an. Den uſten November wolte Herzog Johan bey ſeiner RüFreiſe aus Pohlen mit ſeiner Gemahlin der pohlniſchen Prinzeßin, des res gierenden Königs Schweſter Catharina, Riga paßiren, muſte aber ſein Quartier auſ« ſer der Stadt auf. St. Jürgens Hof. nehmen; auf ſeine Beſchwerden wies ihm der Bürgermeiſter und Rath der Stadt den königlichen Befehl vor , den Herzog Johan in ») Die uralte Familie der Herren UTeek's oder UTeex iſt in Fſtäland ſeit vielen Jahren verloſchen. In Liefland ſind die Herren von UIec> noch bekant- Ein Jacob UTe>k ſchlos als leßzter Domde» <Hant zu Rigg die Tractaten mit Poblen insbeſondere wegen des Erzſtifts» Er erhielt hierauf das Schlos und Gebiete Sonzel vom König Sigisumund Auguſt mit gar beſondern Privilegien erblich , und zugleich das Diploma nobilitatis imLande, Erunterſchrieb noch als Dechant des Erze ſtifts vor andern, die ſonſt die anſehnlichſten des Landes waren, die Erbvereinigung der Ritter- ſchaft mit Littbanen am z1oten December 1566- Er ſcheinet in Lieftand der erſte von jeinem Stam geweſen zu ſeyn. Seine Erben beſißen noch das Gut Sonzel.

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Erzbiſch.Wilbelm. zurZeitder Regierung Gotthard Kettlers, 267 welcheſie den Ordensmeiſtern auf, Regel vorgeſchoſſen, mit 30000 Thlr. wieder. 1561 Eſtland bekam viel Proviant, das revelſche Schlos alle erforderliche Noth- durftz ja viele Eſtländer, welche nach Schweden reiſeten, um dem König ihren Schaden, den ſie an ihren Gütern vom Feinde erlitten, zu zeigen, em- pfiengen theils Geld, theils Landgüter , und keiner gieng misvergnügt nach auſe. Kurz vor der Krönung ſchickte Erich ſeine Geſandten nach Rußland, nemlich Hrn. YTils Krummen zu Oerböholm, Mag. Erich Biſchof zu Linföping , Johan Peterſon Both zu Siggtunga , VIils ZSimning zu Thyrſoe, und den Secretair Olof Larſſon, welche dem alten Gebrauch nach den Frieden beſtätigen und dem Czaar die Urſachen eröfnen ſolten , weswegen er Eſtland in ſeinen Schuß genommen , damit dieſes Herzogtum auch mit in den Frieden eingeſchloſſen würde. Gegen den Herbſt kamen die Geſandten wieder zu- rü, mit dem Gegenbericht , der Czaar wolle dem Reiche einen zweiſährigen Stil- ſtand gewären, und ſeine Legaten nach Schweden abfertigen; da denn wegen Eſtland und Revel durch ſelbige-näherer Beſcheid erfolgen ſolte. Am 2oſten Julii fam der pohlniſche Geſandte , Graf. von Tensky in, Stockholm an, welcher ein Bündnis wider Rußland errichten , zum Kriege 100000 Thaler aufnehmen, und eine Vermählung mit der pohlniſchen Prin- zeßin Catharina, des Königs Schweſter, und dem Herzog Johannes, nach- maligem Könige, in Vorſchlag bringen ſolte. Dem Grafen wurden zwar gütige Verſicherungen gegeben, doch begehrte Erich dabey, daß die Pohlen ihre Be- ſazung aus den ordensmeiſterlichen Feſtungen herausnehmen ſolten, weil Kettler ſein Feind ſey, dahingegen er die Pfandhäuſer *) unbeſtritten laſſen wolte. Zum Xxx 2 Bor? in die Stadt Rita nicht einzulaſſen , worüber dieſer groſſe Augen machte *). Den zx8ten November ergab ſich Witrenſtein, und ward mit 400 Knechten und etlichen Hofleuten unter dem CommandoAndr. Peerſons und Hinrich Rnutzens beſeßet, nache dem Joban Groll ſie aus Hunger nicht länger behaupten konte, vorher aber durch Sprengung eines Pulverthurms den ſchwediſchen Feldmarſchal Chriſterſon die Bea lagerung aufzuheben genöthiget hatte, *) L7euſtädt verwechſelt dieſe Pfandhäuſer mit denenjenigen , ſo der König Sicziumund Auguſt dem Herzog Johan von Finnland als Pfandhäuſer übertrug, als der Hero 30g ſich mit deſſen Schweſter Carharina vermählte, Dieſer Brautſchaß beſtand in den Schlöſſern Rarkus , Zelmet , Tricaten, Ermes, Ruyn und Burtne, mit welchen es einem gewiſſen Grafen von Arce, welchen der Herzog bey ſeiner Abs reiſe nach Finnland zum Generalhauptman darüber gemacht, im ſolgenden Jahre höchſt unglüclich gieng. Der König Erich der XI1Vte war nemlich über die ganze Heirath ſcheelſüchtig , und lies daher ſeinen Bruder Johan zu Abo in Verhaft nch- men, auch das Hauptſchlos Rarkus überrumpeln. Der Graf von Arce kam bey die- 4 ſen *) Das Stück der Hiſtorie Johannis des Illten in dem 4ten Stück der ſchwediſchen Bibliothek er- öfnet uns auch etwas von den Verdrieslichkeiten, ſo dieſer Herr als Grosfürſt von Finnland noch in Ziefland erdulden müſſen. Den 4ten October , heiſt es, begieng Johannes ſeinen Hochzeits» tag mit des Königs Sigismund Auguſ?s Prinzeßin Schweſter Carbarine. Der Brautſchaß und die Ausſteuer beliefen ſich auf 350000 Thaler, Der Grosfürſt ſolte dieſe Summe zum Theib in Riga heben. In Riga muſte er in der Vorſtadt bleiben , und der Befelshaber wies die kö- nigliche Ordre vor , ihn nicht einzulaſſen. Man glaubte , dieſer Poſſen ſey ihm vom Radzivil geſpielet worden, welcher junge-Witwer die andre poblniſche Prinzeßin zur Gemahlin zu erhal- ten hofte, um die der Grosfürſt für ſeinen Bruder , den Herzog UF3agnus von Oſtergorland geworben hatte. Wie der Grosfürſt Johannes in Riga kein Reiſegeld erhielt 3 ſo fertigte er ei» nige Miniſter an den König von Poblen ab, worauf ihm der König 7 Schlöſſer verſeßte , deren Werth ſich auf füuftehalb Tonnen Goldes belaufen haben ſol. In Revel fand es der Grosfürſt erſt ſchlim , alwo ihm nicht die geringſte Handreichung gethan wurde, weil ihn ſein Bruder der milzſüchtige König Erich in üblem Verdacht hatte. Der Graf Svante, Claes Chriſterſon und Dionyſius Beurer verlangten von ihm die Auslieferung der Pfandſchlöſſer- Als dieſe mit Gewalt drohten , überlies er ihnen doch das Schlos Rarkas mit dem Beding, daß der König mir dem Grosfürſten gleiche Beſaßzung darin halten ſolle. Nach 4 Tagen ſegelte der Grosfürſt von Revel ab. Der Gouverneur half ihm mit etwas Geld und Schiſsproviant , welches Joban- nes auf eine beſtimte Zeit zu bezahlen verſprach. Dieſe kleine Gefälligkeit kam dem Commen- danten ſo rheuer zu ſtehen, daß ihm der König den Kopf abſchlagen lies.

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268 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, 1561 Vorſchus der Gelder ward gleich Rath geſchaft, ſo bald die Dohlen Düne« münde, Wollmer und Wenden zur Hypothek einräumten. In Zarrien fielen den Schweden immer mehr Plätze zu. Fegefeuer und Borteholm wurden eingenommen. So muſte ſich auch im Herbſt das ziemlich befeſtigte Kloſter Padis in welchem der Ordenscomtur Entgelbrecht von der Lippe bisher zur Vertheidigung gelegen hatte, an den königlich ſchwe diſchen Obercommiſſarius Clas Chriſterſon 5orn ergeben, Am ten Auguſt unterzeichnete der König Erich) zu FR ICP den Schubßbrief für die Provinzen Zarrien , Wirland, Jerwen und die Stadt Bevel , welchen die Commiſſarien' vorher verſichert hatten , nebſt den angeheng- ten Bedingungen des Vergleichs , vermöge deſſen alle Einwohner bey der Lehre des Evangelii geſchüßet werden ſolten. Die Land- und Stadtſuperintendenten haben Macht Pfarrherrn zu verordnen und einzuſetzen, die untüchtigen Lehrer aber abzuſchaffen. Alle alte Privilegien bleiben in ihrem Gange, Die 2 Jung- frauenflöſter in und auſſer der Stadt werden nach Abſchaffung der Abgötterey in ihrem Weſen gelaſſen, und der Ritterſchaft die Vergeltung ihrer treuen Dienſte zugeſaget , wie ſie ſolche in herrmeiſterlichen Zeiten belohnet befommen *), Zu veiz ſen Händeln ins Gedränge, zumal da die Ruſſen dieſe Veſtungen auch forderten, und er ſich nicht im Stande der Gegenwehr ſahe. Sein Anſuchen bey den Pohlen um Hülfe wurde mit kurzen Vertröſtungen ohne Nachdru abgewieſen. Der Graf, um ſeines Herrn Pfandhäuſer nicht ganz zu verſplefen es fürs rathſamſte mit dem rußi- ſchen Befelshaber in Dörpt, Kneſen Andrei Rürpſche , einem leutſeligen und klu- gen Herrn, die Abrede zu nehmen, er wolle dem Kneſen «Zelmet ſo lange zum Pfande geben , bis ſein Herr aus dem Gefängnis los käme, und weitere Verabredung treffen könte. Er beſtelte auch den Kneſen zu einem Beſuch nach szelmet , wo die Ueberga- be in der Stille geſchehen ſolte , verſahe es aber darin , daß er den Handel etlichen ſei- ner Leute vertrauete. Dieſe waren der Abſichten des Grafen ganz unfundig , und rede« ten unter ſich einen Hinterhalt ab. Denn da ſie mit dem Grafen zu Tiſche ſaſſen , er- wiſchten ſie ihn am Halſe beg der güldenen Kette, ſteten ihn in ein finſter Loch , und gaben auf den Kneſen und deſſen Leute Feuer , welches dieſen redlichen Man zwar zum Rüczuge , aber auch zur gröſten Verbitterung brachte. Sie lieferten den Grafen an den Herzog von Curland aus, welcher ihn Mittwochs vor Weihnachten 1563 mit glüs enden Zangen zerreiſſen , viertheilen und auf. 4 Räder legen, ſeinen Secretair aber mit dem Schwerdt hinrichten lies. Da Henning S. 78 und 79 dieſe Begebenheit gar partheiiſch erzehlet ; ſo bezeuget hingegen LTeuſt&dt, daß faſt jederman von der Uns ſchuld des Grafen und ſeinen billigen Abſichten überzeuget geweſen. Die Umſtände von ſeiner Hinrichtung ſind allerdings bedenklich. Der Rathsherr Vincenz Rlan- dorf, den die ſchmälige Marter des Grafen jammerte, gieng nach Hauſe, zog ſich ab, und blieb gleich tod, Eine Frau, die vom Boden herunter ihn mit glühenden Zangen zwicken ſahe, fiel herab und brach den Hals. Ein Bauer , welcher dabey ſtand , ſties ſich das Meſſer durch die Bruſt, Der Büttel , welcher die Kohlen blies, ſtieg vom Wagen, legte den Kopf: auf dem Blaſebalg und blieb auf. der Stelle todt liegen. Von ſeinen Verräthern ſind die meiſten blind geworden, Der Kneſe der der Ungnade ſeines Czaars halber naß Pohlen flüchtete, hat die Unſchuld dieſes Mannes mit vielen Seufzern beklaget. Sonſt war der Graf von Arce ein verſtändiger Herr, und in Anlegung guter Feſtungen , ja in der ganzen Kriegeskunſt wohl erfahren , wie denn auf. ſeinen Rath die Stadt und Schlos Revel mit Graben , Wällen und Streicha wehren wohl befeſtiget worden. Hennintz berichtet, daß er aus Liebe zu ſeinem Le« ben ſich erboten ſeine übrige Lebenszeit hindurch vor einem Stalle an einer eiſernen Ket- te wie ein Hund zu liegen, und nur Waſſer und Brod zu eſſen, n) Die Tractaten der Schweden mit den Eſeländern befinden ſich lateiniſch im Faſo. III Livonicorum S, 131, und derſelben Beſtätigung S. 134. Volſtändiger aber iſt Erichs Privilegium auf. deutſth in dem rothen Buche zu Revel, worin überdem der Ritterſchaft erlaubet wird, des ſchwediſchen Reichs Farbe, Feldzeichen und Wapen, wenn es ihr beliebet , in ihren Fahnen zu führen, Weil auch der König der Ritterſchaft Geld , Pferde , Büchſen und Harniſch vorgeſtre>et, ſo iſt ſelbige verbuns den in Nothfal ihre Güter zu verdienſten, DSolte jemand bey dem König angegeben Webvs

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 269. Freiherrn zu Sundby , Lorenz Flemminten, beſtätigte er zum erſten Gou- 1561 verneur, Clas Chuſferie zum oberſten Feldmarſchal, Erich =5akenſon zum Schlosvogt zu Revel, und “Johan von Geldern zum Superintendenten der Stadt. Doch der Gouverneur ſtarb am 27ſten Febr. bald nach ſeiner Ankunftz ſo giengen auch in der Fiſchermaye etliche 1000 Schweden an einer anſte>enden Seuche darauf, die aber nicht unter die Bürger kam, woraus der gemeine Man den Schweden wenig Glüc in Lſiland prophezeiete. Da es Schweden ſo leicht geworden, Lſtland unter ſich zu bekommen, ſv wolten die Pohlen auch Liefland nicht ſo theuer einkaufen, zumal da ſie - die Schwäche des Landes näher kanten. Sie verſtunden ſich alſo weiter zu nichts, als zu den ausgemachten Beſaßungsvölkern ; im Fal aber Liefland weiter Hülfe brauchte , verlangten ſie ſchlechterdings die Unterwerfung. Bettler kam hierüber ins Gedränge. Der Mitwerber um Liefland waren viel, und er durfte den rechten Zeitpunct nicht verſäumen, ein Erbfürſtentum zu erhalten, zumal da die Ritterſchaft gut poblniſch geſinnet war, und nicht viel Bedenfklichfeiten hatte Sicegismund zum Schußherrn anzunehmen. Nur Rigg trauete gleichſam aus einer geheimen Ahndung den Pohlen nicht. Ingleichen war der Coadiutor des Erzbiſchofs, Herzog Chriſtoph von LMecklenburg dem Unterwerfungshandel entgegen, obgleich der König von Poblen , ſein naher Anverwandter , ihm zur Behauptung ſeiner Würde in voriger Zeit behülflich geweſen war. Er begab ſich am 18ten Juli aufdie Reiſe an den kaiſerlichen Hof, und walfartete bey ſchlech- ter Verttöſtung überal herum, bis er doch endlich den Pohlen nicht länger ent gehen fonte *), Die werden , als habe er gegen den Eid gehandelt, und derſelbige wäre in Harrien, Wir land und J-rwen ein beſißlicher oder unbeſißlicher Edelman, der ſchildbar iſt; ſo wird der Verklagte nicht mit Gefängnis beſchweret , ſondern gerichtlich citiretz erſchei« net er nicht, ſo wird ihm nachgeſtellet , und er in ein ritterlich Handgelübde und in adliche Beſtrikung gebracht , bis zur Eröterung der Sache. Iſt er der That überwieſen; ſo wird ein ſolcher durch den königlichen Stathalrer mit Hülfe, Rath und Beiſtand der gemeinen Ritterſchaft und gemeiner Lande ohne alle Gnade geſtraft. s) Der Herzog Chriſtoph von AUSenburg, hatte ſein Biſtum Ratzeburg ſtehen, und ſich in Hofnung auf die erzbiſchöfliche Würde zu Ritga zum Coadiutor wählen laſſen ; konte aber nicht ein halb Jahr ruhig in Lieſtand zubringen. Seine Abſiche- ten erforderten, daß er ſich um Liefland mehr Mühe gab, als der Kaiſer und das Reich ſeibſt. Nach vergeblich geſuchter Hülfe am kaiſerlichen Hofe wandte er ſich nach Schweden , und erlangte auf, die vorgeſchlagene Heirath mit des Königs Erich jüngern Prinzeßin Schweſter EXliſabeth einige Hülſsvölker , mit welchen er 1562 in Revel anfam, die Weihnachten daſelbſt feierte und nach Liefland gieng. Er fand den alten Erzbiſchof auf dem Sterbebette, hütete ſich aber denſelben zu beſuchen. Nach ſeinem Tode wolte er ſich der Güter des Erzſtifts mit Gewalt bemächtigen, erſtach auch darüber einen pohlniſchen Rittmeiſter Stanislaus Waskowitz über Tiſche mit dem Dolche, er wurde aber durch den Herzog von Curland und den deutſchen Kriegsoberſten Ernſt Weiggern bey Dalen auf, der Jagd weggeſchnapt, oder wie „Zennintgg meldet, auf Dalen belagert, und gefangen noch Pohlen geſchi>t. In den Briefſchaften des Königs Siggismund Auguſts, wie ſolche der Herr Profeſſor Wencke 1703 in Leipzig herausgegeben *) , ſtehet wenigſtens an 4 Orten, daß der Herzog Chriſtoph capituliret habe. In Dalen ſolte Chriſtoph 200000 Thaler ſchwe- FO dE BEREUEN SEESEN EEE *) Dieſe Briefe verdienen ihres hiſtoriſchen Inhalts wegen eine Bekantmachung- Der König Si- gismund Auguſt bedienet ſich in den Lateiniſchen folgender Titulaturen. An das Rigiſthe Domcapitel: Venerabiles, deuoti nobis diledi. An die Herren Stiftsräthe: Generol, fideles diledti. An die ſtiftiſche und herrmeiſterliche Ritterſchaft : Nobiles tideles dile&ti« An den Rath zu Riga: Spedabiles et famati lideles dileSi. An den Magiſtrat andrer Städte: Famati fideles dileQSti. Doch die mehreſten Umſtände ſind nachher zum Vergnü- gen der Stadt , die oft in dieſen Briefſchaften mitgenommen worden , abgethan. Beiläufig mer- ken wir an, daß die Poblen die lateiniſchen Titulaturen der Liefländes gleichſam abgezirkelt, worin Stephanus faſt was abergläubiges an ſich gehabt. Yyy

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290 Lehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I561I Die Unterwerfung unter Pohlen war alſo die Frucht aller Geſandſchaften, mit welchen die Liefländer einige Jahr her alle Reichstage und Landesverſamlun- gen zu Cracau, Peterfau , Warſchau , Parſchoff- Lublin, Dilng und Grodno beſchiet hatten. Sie war der ganze Troſt, welchen der königli- e Gevolmächtigte Llicolaus Badzivil in Begleitung etlicher 100 pohlni- Ther Reuter nach Liefland überbrachte. Dieſer gar gnädige, anſehnliche und eliebte Herr rückte mit dem grosmüthigſten Anerbieten königlicher Huld und Hüls fe vor Bicjag, ſchlug ſtin Hoflager auf Rellers Acer auf, und. verſicherte aufs edelmüthigſte, der Stadt auf alle ihr Anſuchen die königliche Einwilligung zu ſchaffen , welchen Vorſtellungen des Badziwvils der Herr Meiſter durch ſein An» ſehen und ſanftes Zureden noch mehrern Eingang verſchafte. Auf ſolches gefälli- ge Verſprechen, erlaubte ihm der Rath die Stadt durchzureiten und alles in Au- genſchein zu nehmen. Die Armenier, Türken, Tatern, Ukrainer, Buſe ſen, Wallachen , Deutſchen, Pohlen und Litthauer, und wer weis was ſonſt noch für Fremde Nationen, die unter dieſem Gefolge waren, machten bey ihrem Einzuge mit Gewehr , Kleidung, Muſik und Waffen ein ſv ungewohn- tes Aufſehen , daß ſich der gemeine Man darin vergafte, die Bürger aber nicht ohne naſſe Augen dieſen ihrer Freiheit drohenden Aufzug mit anſahen. BQRadzi- vil bezog hierauf ſein Hoflager wieder , und begab ſich zum Könige, nachdem er der Stadt unterm 8ten September die ſo genante erſte radzwiliſche Caution ausgeſtellet, und ihr die Freiheit von der römiſchen Reichsacht , die Beibehal- tung der evangeliſchen Religion und die Beſtätigung ihrer Privilegien bis zur weitern Erläuterung des Königs verſiegelt hatte 2). 55 ilng ſchwediſcher Gelder niedergeleget haben, Weijer bat ſich den vierten Theil aus, wenn er Dalen einbekäme. Der König geſtand es zu. Hernach bekamen beide nichts, weil nichts da war. Er ſas beinahe 6 Jahr zu Rava gefangen, wobey ihm nur 7 Bedienten gelaſſen wurden , unter welcher Zeit ſeine Schweſter Anna an den Her- 30g von Curland war verheirathet worden. Als Chriſtoph 1569 auf freien Zus kam , genos er die Einkünfte von Ratzeburg, denen ſein Bruder noch etliche Aem- ter beifügte, und zog eine Penſion von etliche ro00 Ducaten, die ihm der R. K. Watximilian der Ilte und deſſen Thronfolger Rudolph auszahleten. Er vermählte ſich mit Friedrichs des Uſten Königs in Dännemark Prinzeßin Dorothea, die aber nach 2 Jahren ſtarb. Sein zweites Beilager hielt er 1581 in Stockholm mit hoch- erwehnter Prinzeßin Eliſabeth , mit der er eine Prinzeßin gleiches Namens zeugte. i Er fuhr mit ſeiner Gemahlin in Begleitung von 15 Kriegesſchiffen nach Wiemar, gieng von da nach Gadebuſch , und ſtarb endlich im 56 Jahr ſeines Alters am 4ten Merz 1592 zu Schwerin, alwo ihm Chyträus die Leichenpredigt gehalten. Seine rühmlichen Perſonalien erzehlt Chpträus S. 839, ſeine Schiſale in Liefland aber Sturcius in der 2ten und zten Oration. Der Herzog Johan Albere von Uleck- lenburg ſchlug gegen den König Sigzismund Auguſt ſeinen jungen Prinz an ſeines Bruders Chriſtophs Stelle zum Coadiutor zu Riga vor , und verſprach dem König alle Jahr 4 Monat lang 200 Reuter auf eigne Koſten in Liefland zu halten. Der König aber antwortete ihm aus Petrikow vom 15ten May 1563, daß ſo wenige Man- ſchaft zum Schus des Stifts nichts vorſtelle. Der Handel wäre richtig geworden, wenn der Herzog Alberr nach den königlichen Anmuthungen nur mit mehrerm Volk heraus gerücet wäre. 2) Cautio Radziviliana Prima, KT I1C0LAVS RADZIVIL, Dei gratia in Olika et- Nieſzwictz Dux , Dominus in IN Klirezto et Grodek , Palatinus Vilnenfiry, Magni Ducatus, Lithuaniae fupremus Marſchalcus et Archicancellarius , Brzeflenfir , Kawnenfir, Borirzovienfſir et in magna Schawle Capitaneus Generalis etc. Notum teſtatvmque facimus per praeſentes litte- ras noſtras, vniverſis et ſingulis, quorum intereſt, quod cum a Sacra et Sereniſli- ma Regia Maieſtate Poloniae, Magnoque Duce Lizzbhnaniae , Ruſſiae, terrarium - Pruſfiae , Samogitiae Maſzviaeque Domino et Haerede etc- Domino noſtri cle mentiſlſuno , legatione apud Reuerendiſſimos et Illuſtrifſuimos Principes » Do- minum Gafihehnum Dei gratia Archiepiſcopum Rigen/em, Marchionem Branden- burgen/em etc. et Dominum Gothardum Kethlerum, Equeſiris Ordinis Textonici in Lius-

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 271 Vilng war der Ort, wo man die Freiheit der Ordens zu Grabe trug, und 156x - wo der Unterwerfungshandel zu Stande kam: GESicgismund Auguſt begab ſich mit den litthauiſchen Magnaten gleich im Anfang des Octobers dahin, und machte dazu die erforderlichen Zurüſtungen. Nicht lange hernach fand ſich der Erzbiſchof zu Big, Marggraf 15 7) und der Ordensmeiſter Bettler yy 2 zu Liuonia Magiſtrum , reliquosque ſtatus ac ordines nempe Ecclefiaſtici , ſecularis, equeſtris et cinilis fungeremur, mediantibus ſufficientibus 1mandaris et ſufficienti ple nipotentia in perſonam noftram patenti diplomate, manu Sacrae et Seroniſſimae Regiae Maieſtatis ſubſcripto facdtam, in qua hoc expreſle habetur, quod Sacra et Se« reniſlima eius Regia Maieltas promittat verbo ſuo regio omnia rata et grata habere, Firmiterque et ſolide obſeruare , quaccunque per nos Niculaum Radzivillum , Palati- num Yihnenſem etc. cum ordinibus huius prouinciae acta, geſta, couſtituta et litte- ris mandata fuerint, poſt explicationem mandatorum noſtrorum, et in progreſlu ne gotiorum, a nobis hic in Livomia nomine Sacrae et Sereniſſimae Regiae Maieſtatis eius geſtorum, Spedabilis Senatus ſuo totiusque populi cinitatis Rigenfir nomine no- bis ſpecialiter propoſuiſlet, fi apud ſacrum Romanum Imperium confenſus ſubiedtio- nis ſraudi Rigenfibur non ſit futurus: Si deinde falua Religio ſecundum Augyuffa- nam Confeſlionem illis permanere; poſtremo iura , libertates, immunitates , con» ſuetudines , transadiones hinc inde fadtae, tum Priuilegia ſarta tea habere poſlint, eorumque ampliationem audtionemque Sacra Regia Maieſtas eis promittere ac de iis Nos cauere ciuitati, fidemque noſtram ea in parte interponere vellemus, tum ipſum Senatum Populumque ac totam communitatem praefatae Ciuitatis Rigenfy velle lacrae et Sereniſſimae Maieſtatis Regiae fidem ſequi et debitam ſubiedtionem exemplo principum ſuorum profiteri, Proinde Nos cupientes ex dignitate Secrae Regiae Muielſtatis negotio nobis commiſſa et ex ſalute hujus prouinciae et vrbis pro fidei et mandatorum noltrorum debito conſtituere, ſcrupulumque Senatui Populoque Ciuitatis Rigenfir , qui eos vnice angebat, eximere, publice et per expreſſum his litteris no» ſtris atteſtamur , cauiſſe nos et fidem noſtram Viri Principis interpoſuiſle, prout praeſentibus cauemus , et interponimus , quod Sacra Regia Maieſtas curatura eft, ne quidquam honori, dignitati, exiſtimationi famaeque Rigen/ium decedat, nullique banno aut proſcriptioni a Sacro Romano Imperio profedlae expoſiti nec poenam in- curſuri ſint, Deinde quod Sacra Regia Maieſtas Senatum Populumque ac adeo to- tam ciuitatem, territoriumque Rigen/e circa illorum Religionem Euangelicam con» feſlionis Auguflanae conſeruabit ritus Eccleſiaſticos hactenus introdudtos et ſeruatos non mutabit, nec mutari patietur, ſed potius manu tenebit. Iura, Priuilegia, li- bertates et immunitates 3; conſuetudines, transactionesque omnium generum Iurium, tum ipfius Senatus, quam Collegiorum aliarumque publicarum et privatarum perſo narum iureiurando et verbo ſuo Regio, tum et ſufficientibus diplomatibus confir- mabit et ratificabit, confirmareque ratificare et de conſeruanda religione illis recipe- re tenebitur , antequam Senatus Populusque ac tota Communitas praefatae ciuitatis Rigenfir fidem , ſubiedtionem et obedientiam Sacrae Regiae Maieſtati medio corpo- rali iuramento profeſa ſuerit, ſaluo tamen ſuper iis omnibus Sacrae Regiae Maie- ſtatis et Ampliſlimi Senatus ſui circa harum rerum coucluſionem exadtiori ſapientio= rique indicio, Harum teſtimonio litterarum, quibus in fidem praemiſlorum ſigil- IJum noſtrum eſt ſubappenſum. Datum in Ciuitate Rigen/, Odaua Menſs Septent hris Anno Domini Milleſimo Quingenteſimo Sexgaeſuno Primo. /' Sigillumy Kl Ducatus. ys Nicolaus Radzywil, manu propria, 2) Der Erzbiſchof und Marggraf Wilhelm nahm am 4ten Febr. 1563 Abends um 5 Uhr auf dem Stiftehofe zu Ritga ein erbauliches Ende, und ward am 25ſten Auguſt in eis nem von der Erde auf gemauerten Begräbnis auf der Seite des Altars in Dom im Beiſeyn der pohlniſchen Geſandten begraben, Er hatte als wirklicher Coadiutor 9 Jahr weniger 8 Tage und als Erzbiſchof allein 23 Jahr 25 Wochen und 2 Tage das geiſtliche Regiment geführet. Der Herzog von Curland nahm laut königlicher Volmacht ſo gleich von den Stiftsgütern bis zu anderweitiger Wahl des Erzbiſchofs Beſiß, und übertrug auf Befehl des Königs dem bisherigen erzſtiſtiſchen Rath , Heinrich von Tieſenhauſen, Herrn zu Berſon und Ralzenau, alle Aemter uiid Schlöſſer I der ofen-

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272 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I56I1zu benanten Vilng ein.“ Zm Namen der Ritter- und Landſchaft hatten Philip von Oldenbockum, turiſcher Manrichter, Johan Wrangel von Wat- demar, Otto Grotbaus, Valentin 5ane, Johan Treiden, Johan Plettenberg , Sander Liettelborſt , Claus Wahl , Johan <mö6- ling, Johan Anrep, Chriſtoph von der Rope, Dionpſiws von Oelſen mit Genehmhaltung des Herrn Thies von der Becke und anderer Or»? densverwandten deſſelben ſchon am 1zten September ihren Gevolmächtigten die nd- thigen Verhaltungsbefehle mit dem König zu handeln ertheilet. Weil ſie vom römiſchen Reiche ohne Troſt geblieben und kläglich und erbärmlich verlaſſen, auch von denen , die ſie retten ſolten, feindlich angegriffen wären, ſo bitten ſie , daß ſie nach ihrer Unterwerfung unter Pohlen bey der Religion , Kirchenordnung und Kirchengütern, alten Freiheit, deutſchen Obrigkeit und altem Erbrechte bleiben mögen. Die Gevolmächtigten, nehmlich der Doctor der Rechte Bem- bert Gildesheim, Georg Sran>e , Seinrich Plater, Johan Yeden, und Fabian von der Bort erſuchen alsödenn, was Badzwil verſprochen , zu beſtätigen , als? daß die Kirchenordnung unverändert bleibe, die untergeſchlage- nen Kirchengüter wieder herbey geſchaffet , alle Rechte und Gewohnheiten beſtäti- get, und das Erbſchaftsrecht auf das mänliche und weibliche Geſchlecht beibehal- ten werde, wogegen ſie den Eid der Treue angeloben laſſen. Des franken Platers Stelle muſte nachgehends =Zeinrich von Leden vertreten "). v. m kokenbauſtſthen ſo wol als treidenſchen Seite, die nicht mit königlichen Beſaßungs- völkern verſehen waren , zur Adminiſtration auf. Ueber die Schlöſſer des geweſenen Coadiutors , nemlich Treiden, Wainſel, Lemſel und Salis bekam der geweſene Ordensherr Caſpar von Oldenbockum die Auſſicht und Verwaltung, Die Dom- herren vergaſſen mit der Zeit die Wahl, nahmen den weltlichen Stand an, lieſſen ſich die geiſtlichen Güter erblich geben , und bahnten dadurch den Weg zu der bald darauf, erfolgten Seculariſirung. Dafür legte der König Stephanus 1583 ein neues Biſtum zu Wenden an. Leurintzers Bericht iſt alſo falſch , daß der Erzbiſchof VVilhelm ſein Stift aufgegeben , zu ſeinem Bruder Herzog Albrecht nach Rönitggsbertg gezogen, daſelbſt geſtorben und auf dem Kneiphof begraben liege. y) Dieſe Volmacht der lieſtändiſchen Geſandten iſt zwar in den ColleT&aneis Livonicis abgedruckt , weil aber die Colletanea in Lieſtand ſelbſt ſehr ſelten und in wenig Häns den ſind z; ſa theilen wir ſolche hier volſtändig mit. Volmacht der Ritter und Landſchaft für ihre Abgeſandten an die kd- nigliche Majeſtät in Pohlen, Herrn Sigismundum Auguſtum, da das ganze Land vom romiſchen Reiche hülflos verlaſſen, den Ruſſen zum Raub übergeben , aus unvermeidlichen nothdrengenden Urſachen nach Veränderung des Or- dens der Crone Pohlen ſich hat übergeben müſſen, Im Jahr 1561. IRir Philippus von alten Bockum, Curiſcher Manrichter, Johan TOrangel >>" von Waidemar, Otto Grotthaus , Valentin Hane, Johan Trepden, Johan Plettenberg, Sander tTettelhorſcht, Clawes Wahl, Johan Schmös- ling, Johan Anrep , Chriſtopher von der Rope, Dioniſtus von Gülſtn we- gen des gemeinen Adels, und der von der Ritterſchaft , ſo anhero , und auch noch un- ter dem hochwürdigen , grosmächtigen Fürſten und Herrn , Herrn Godarten, Mei-« ſtern des ritterlichen deutſchen Ordens in Lieſtand und deſſelben Orden beſeſſen, thun kund und bekennen hiermit öffentlichen für allermänniglichen , daß nachdem hochgedach- ter unſer gnädiger Landes - Fürſt und Herr , auch wir armen von Adel ſamt allen andern Inwohnern dieſes Landes von der römiſchen kayſerl. ATaſeſtät und allen Chur- fürſten, Fürſten und Ständen des heiligen Römiſchen Reichs, Teurſcher LTation , wieder den Ruſſen , in ungehörten Mord , Brand, Raub, Nähm, ver- hergen , verderben, nnd verwüſten , ungeacht alles Klagens , Vermahnens , Flehens und Bittens , ſo dahero unaufhörlichen beſchehen, nun in das vierdte Jahr hülf- und troſtlos kläglichen und erbärmlichen nicht allein verlaſſen, dann auch von andern, die uns billig mitleiderlich erretten helfen ſolten , unverſchuldt wieder GOtt und alle Billig- feit feindlich angegriffen , dergeſtalt, daß hochgemeldten unſern Landes» Fürſten , auch uns

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Erzbiſch. Wilhelm. zurZeit der Regierung Gotthard Kettler8, 273 - Amazgten October, welches der fünfte Tag nach ihrer Ankunft war / hatten 1561 ſie ſämtlich das erſte Gehör beim König. Nach vielen Unterredungen kam endlich - dieſes wichtige Werk zu ſeiner Reiſfe, und Sicziam. Auguſt unterzeichnete am 28. Nov, das recht herrliche und Lieflandſo heilſame Privilegium, deſſen Gran N teſign- uns ganz unmüglichen , uns derogeſtalt länger uffzuhalten , und hätten wir, wenn uns GOtt wunderparlich nicht erhalten , längſt in ſolchem Creuß verliegen müſſen , und wie« wohl die königliche Majeſtät zu Pohlen ſich unſer in dieſem unſerm merklichen Oblie« " gen Chriſtlichen und Königlichen angenommen, ſo hatten ſie ſich doch nicht ferner, denn allein wieder den Ruſſen eingelaſſen, da dagegen Ihrer Majeſtät durch obgenandter anderer Leute Zundthigen nicht allein ihr Vorhaben verhindert , denn wir ſeynd auch ſo viel ärmer und unvermügener geworden 3 daß wir dennoch uffjeßo beſchehene königliche BeſchiFung und Unterhandlung des durchleuchtigen, großmächtigen Fürſten und Herrn, Herrn TIlicoli Radziwilln , Herßogen in Olyka und LTieſchroitz, des Groß-Füro ſtenthums Littawwen Erß-» Marſchalch und Cankler 2. 2. ſamt unſern gnädigen Landeso Fürſten und Herrn , und allen deſſelben Städten und Ständten aus unvorbeygängli- <her Noth gedrungen und verurſachet , wo wir nicht gar aus ſeyn und das Land verlaſ« ſen wollen , damit Jhre königliche Majeſtät ſich nicht unſer als Fremdlinge, dan gleichſt ihren eigenen Unterſaſſen deſter ehe und ernſtlicher anzumaſſen , und wieder alles wem Hand zu haben , daß wir wohlbedächtichen , einhelliglichen und unvorſcheidentlichen bes williget und eingegangen der königlichen Majeſtät zu Pohln uns underwürfſig zu machen, Und nachdem dagegen von wegen Jhrer königlichen Majeſtät uns Schuß und Beſchir mung wieder männiglichen, auch Gericht und Gerechtigkeit zugeſagt, und daß wir bey der reinen Evangeliſchen Lehre der Augſpurgiſchen Confeßion, auch allen unſern Eh- ren, Würden , Herlichkeiten , Freyheiten , Privilegien, Siegeln und Brieffen , Ge« richt und Gerechtigkeiten , landläuffigen Gebräuchen und Gewonheiten, unter einer deutſchen Zerrſchafft gelaſen , und unter fremde Gezwenge nicht ge- zogen werden ſolten. Welches höchſtgedachte königliche Majeſtät in perſönlicher Verhandlung zum theil Anfangs ſchweren , nnd inſonder Diplomaten ſich verſchreiben und verſiegeln ſolten; worauff wir allerſeits nebenſt andern Stränden, auch unſern vollmächtigen Botſchafften an höchſtgemeldte königliche Majeſtär nebenſt unſerm gnädi- gen Landes» Fürſten abfertigen ſolten , die ſolcher Handlung abwarten , ſich nebenſt ih- rer fürſtlichen Gnaden ihrem königlichem Eyd anhören, und nebenſt demſelben die Be« ſtättigung, Vermehrung , und Verbeſſerung aller vorgemeldten Dingen zu bitten und auszubringen und alles zu thun und laſſen Macht hätten, was die Nothdurfft daſelbſt erfürdern und mitbringen müht, als haben wir demnach vor uns , unſern Erben und Nachkommen und aller andern wegen volmächtigen , die Ehrenveſten, Hochgelahrien und Achtpahrn, Herrn Reimperten Gyldesheim der Rechte Doctorn, Georgen Franken, Zeinrich Plahtern , Johan Medem und Fabian von der Burgact zu ſolchem Handel verordnet und abgefertiget, ihnen in Rraffr dieſes offnen verſiegelten Brieffs vollkommen Gewalr und Machr gebend nebenſt unſerm anädigen Fürſten und Zerrn, oder auch. beſonderlichen nach Rath ihrer Fürſtlichen Genaden und Gelegenheit der Sachen ſich der Königlichen Majeſtät ihre Subjection in aller Unterthänigkeit zu präſentiren, nach gnädigſter Anneh« mung derſelbigen Jhrer Xöniglichen Ulajeſtät unterthänigſte Dankſagung zu thun, den Röniglichen Eyd mit anzuhören, mit Fleiß zu verzeichnen , auch nach Rath unſers gnädigen Landes» Fürſten und Herrn , in unſer aller L5ahmen und eines je- den beſondere Seelen einen leiblichen Eyd zu ſchweren, und darauff umb Bes ſtättigung desjenigen zu bitten, was der Durchleuchtigſter und Großmächtiger Fürſt und Herr Herr L7icolaus Radziwill , Herzog in Olyka und LTieſchwirz , Woy- wod zur Wilda 2c. Sich ihrer Königlichen Majeſtät wegen verſprochen. Nehmbli« <en , daß wir bey Gottſeeliger Chriſtlicher Lehre der Augſpurgiſchen Confeßion und allen Chriſtlichen Cercmonien , Sacramenten und Kirchen - Regimenten unvorirret und unvorhindert gelaſſen und dürfften zu ewigen Zeiten nicht gedrungen, denn vielmehr ver- ſehen werden muchte, wo die Kirche etwa mit nothdürfftiger Unterhaltung nicht verſor get, daß dieſelbe von Jhrer Königlichen Majeſtät zu Derſelben ewigen Königlichen Ruhm miltiglichen verſorget und verſehen, und was von Kirchen-Gütern etwan untere- ſchlagen, daß dieſelben wiedrum dazu gebracht werden mochten , vor das erſte. Zum andern, daß wir alleſambt und ſonderlichen bey Ehren, Würden, Herrligkeiten, Freyheiten , Privilegien , Siegeln und GENEN deutſchen rechten Gericht und -. 6.3 ree

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274 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1561 Liefländer in allen nachfolgenden Zeiten zu genieſſen hoften, Der ſummariſche Inhalt deſſelben betrift ſonderlich nachfolgende Stücke, Der König ſorget - daß die Unterwerfung Lieflands demſelben vom römiſchen Reiche feine Verdries- lichfeiten zuziehe. ie evangeliſche Religion nach Masgebung der gugſpurti- ſchen Confeßion bleibt ungefränfet, Alle Gerechtigfeiten, Lehne , Privilegien, die Erbfolge mänlichen und weiblichen Geſchlechts, alle Superiorität , Vorzug, Würden, Beſit, Freiheit, Verträge , Wilkführ und Immunitäten, ja die gan- ze Zurisdiction nach den alten Geſezen und Gewohnheiten werden beſtätiget, Die königlichen Gerichte und Aemter werden nach dem Exempel des Herzogtums Preuſjen aus dem deutſchen und liefländiſchen Adel, die Stadtgerichte aber aus den angeſeſſenen von der Bürgerſchaft beſezet, Der Herr Meiſter Gott- hard Kettler wirdzum Herzog von Curland und Semczgllen erfläret. Die Grenzen ſeines Landes werden ſo gezogen, daß alles, was diſſeits der Düne, zwiſchen Samogitien und Litthauen dem Orden gehbret , dem Herzog zufal- le, die Gegenden über der Düne aber, und vornehmlich dei Stadt Ritzg der Kron Pohlen, zuſtändig ſey. Der Herzog wird zugleich Stathalter des Erzſtifts Bi- ga. Der königliche Burggrafwird aus dem Stadtrath erwehlet, wie der zu Dan- Zig vom König beſtätiget, und ſchweret dem König, Die biſchöflichen Güter in Curland behält der neue Herzog, für welchen Abgang Herzog YTMagnus von z5Zollſtein ntit den Schlöſſern Sonneburg , Leal und 5apſal befriediget wird. Das Recht auf der Helfte der Düne zu fiſchen, behält der Herzog, Ne . er rechtigkeiten, Landläuffigen Gebräuchen und Gewohnheiten bey teutſcher Herrſchafft und Verwaltung derſeiben gelaſſen, beſtedigt und confirmiurt werden mugen« Zum dritten , Nachdem wir ſambt unſerer Herrſchaft der Königli- <en Majeſtät zu derſelben Königlichen ewigen Ruhm und Beſten, derſelben König- reich , Land und Leute zugetretten , daß wir uns auch alle unſere Nachkommen die Deutſchen Ihrer Königlichen Mildigkeit, und Begnadigung ſo viel mehr zu berüh»- men und zu erfreuen haben mügen , Jhre Königliche Majeſtät uffs unterthänigſte dis zu pitten, daß wir unſer Weib und Kinder , beyde Mähn»- und Weiblicher Geſchlechte der Spill als die Schwerth- Seiren mit unſern inhabenden Landen und Lehngütern von Ihrer Röniglichen Majeſtät allergnädigſt verſehen und begnaditt, und das einem jedweden Geſchlechte frey ſeyn mugge, nach deſſelben Gelegenheit mit andern Geſchlecht in dieſe ſamende Handes Gerechtigkeit zu vereinigen , zu verbünden, und daß ſolchs folgend von Ihrer Königlichen Majeſtät zu ewigen Zeiten beſtätigt und confirmirt werden müge , und was in ſolchen und andern obgedachte unſere vollmächti«- ge Geſandten in unſerm Nahmen und zu unſerm Peſten bedenken , handeln und laſ« ſen werden , daſſelbig wollen wir vor uns, unſere Erben und Nachkommen feſt halten und dem mit hohem ſtar&em Fleiß und Ernſt nachſeen , was in unſer Seelen ver- ſprochen , gelobt und geſchwohren , wie wir uns hiemit Krafft unſer Vollmacht ver« pflichren , und ob hierüber und ſonſten in allen vorfallenden Händeln und Sachen ob- gemeldete unſer verordneten mehrer Gewalts bedürffen , wollen wir Ihnen dieſelbige auch hiemit zugeſtait haben , als wenn ſelbige von Worten zu Worten hiezu verleiber und begriffen , und was alſo von unſern obgeſaßten Geſandten gehandelt, gethan und ges laſſen , daſſelbige alles iſt und heiſt unſer ſamt und ſonderlicher Will und beſtändige Meinung, darob wir auch ſtetlichen und feſt halten wollen, bey Chriſtlichen Adelichen Glauben recht waren treuen, wie wir uns des hiemit vor uns, unſer Erben und Nach« kommen und aller der von Adel wegen beſtändigſt vorſprechen , Sie auch allenthalben dieſer Abfertigung wegen ſchadloß zu halten, an Eydes ſtatt gans getreulich und ohn alle Gefehrde und Argeliſt: Zu Urkund mehrer Verſicherung haben wir obgemeldte Philips von alten Bockum Mannrichter in Churlandt, Johann Wrangel von Wapydemar, Otto Grotthaus, Valentin Zane, Johann Creyden, Johann Plettenberg, Sander LTettelhorſt , Clawes Wahl, Johann Schmullingck, Johann Anrep, Chriſtoph von der Rope, Dioniſins von Gülſen unſer ange- porn Pisſchafft an dieſen Brieff, wiſſentlich hangen laſſen , der gegeben und geſchrieben zu Riga den zwölfften Septembris Anno nach Chriſti unſers lieben Herrn und Hey« landes Geburth, tauſend , fünfhundert und darnach im ein und ſechzigſten- Und ich Herr Thies von der Recke neben andern meines Ordens verwandten Perſohnen has ben beſtändigſt dieſe des gemeinen Adels Vollmacht mit approbiret.

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Przbiſch. Wilbelm. * zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers, 275 <er mit ſeiner Ritterſchaft, ſo wie Liefland, von der gegenwärtigen Kriegeslaſt 1561 frey bleibet. Zum Abtrag ſeiner in- und ausländiſchen gemachten Schul- den verſichert der König alle Beihülfe. Der Herzog präget auf. ſeine Münzen das Bild des Königs, oder das Reichswapen , auf. der andern Seite ſein eigen Bildnis oder das kettlerſche Wapen. Der Herzog fan Aemter verkaufen oder verpfänden, doch behält ſich der König in ſolchem Fal das Näherrecht. Wenn - der König Eſtland einbefomt, ſo empfängt der Herzog nach Abzug der Krieges- - foſten die Helfte davon. Der König ſchaft nach geendigtem Kriege bey Räumung der Städte und Schlöſſer, das vorhandene Geſchüß wieder von gleicher Gröſſe und Güte. Die Juden ſollen in Lieſland nicht handeln , noch Zölle pachten. Dieſe Stüce beſchwor der König, dagegen ihm ſeine neue Provinz Liefland den Huldigungseid ablegte. Am zten Tage nachher, ward der König mit dem, was er mit dem Erzbi- ſchof, dem Meiſter, und Ständen des Landes inſonderheit in Richtigkeit zu brine gen hatte, fertig. Viele Punkte des vorigen wichtigen Privilegii wurden in ein mehreres Licht geſetet, uud die Materien von Verſorgung der Waiſen, von den ni Wels , dem algemeinen Land- und Lehnrechte , den verlohrnen Privi- legien, der Soldatenlöhnung, den Akergrenzen nach der Hafenzahl, den Roß? dienſtsgeldern , den Policey- und Handelsſachen, dem Landweſen und Bauren, der Münze, der Domaine und mehrere Stücke in 26-Artifeln genauer erläutert und vom König bekräftiget I. Ob es gleich der König 3 Tage nach dem vorigen verſiegelt, ſo wird doch das Datum nicht der zoſte November , ſondern der 6te Tag nach Catharinen genant / und dieſer Unterſchrift wegen heiſſen es die Liefländer Privilegium Sigism. << feria lexta poſt feſtum S, Gebering % 332 as ?) Dieſe 2 wichtigen Privilegien von 28ſten November und 6 Tage nach Catharinen findet man lateiniſch gedruckt beim Chyträus , Boecler und andern 3; mir beigefüg- ter deutſchen Ueberſeßung aber bey Ceumern *) S. 30 und 62, Weil das leßteie den deutlichen Inhalt 8. 10 hat, daß die auf beiden Seiten der Düne wohnende Ritter- ſchaft mit Anverwandten ſo wol als Fremden die geſamte Hand eingehen , ihre Güter verſchenken , vergeben , verkaufen , veräuſſern und nach eignem Gefallen anwenden kan, ohne erforderte Bewilligung der Obrigkeit , und in Erbſchaften dem harriſchen und wirländiſchen ſo wol, als dem neuen Manlehnsrechte gefolget werden ſol: ſo iſt bald die Zeit nachzurechnen, wenn man die Wirklichkeit und das Daſeyn beſagten Pri- vilegii unterm 6 Tage nach Catharine zu beſtreiten angefangen; zumal da das Origi- nal aus der liefländiſchen Canzley ſich unſichtbar gemacht, oder auch in unrechte Hände gerathen ſeyn ſol. et) Der Verfaſſer der kurzen Nachricht von der wahren Beſchaffenheit der Landgüter in Eſt - Liefland und auf Oeſel, ſo 1720 gedruckt worden, hat die Wirklichkeit dieſes leßtern Privilegii, denn vom erſten iſt die Frage nicht, deutlich erwieſen 1) aus den Verhaltungsbefelen der nach Wilna geſchiten Abgeordneten , welche die Verbeſſe- rung *) Caſparis von Ceumern, Salcenſis Sorabi , (aus Salze im VTagdeburgiſchen,) Theatridium Linenicwn oder kleine liefländiſche Schaubühne , iſt bey L7ollern zu Rigg 1699 in 4 in Dru gekommen. Er hat erſtlich als Advokat , darnach als Secretair, ferner als Aſſeſſor und Vice» präſident des dörptiſchen Hofgerichts und endlich als Landrath in Liefland bey einer 40 jährigen Uebung eine feine Kentnis des Landes erlanget. Sein Verzeichnis des liefländiſchen aus«eſtor- benen und noch lebenden Adels iſt auf dem Landtage zu Wenden 1692 aus dem Grunde beſtrit- ten worden , weil er einige ächte Familien ausgelaſſen , und einige ohne ſatiame Uriache unter den liefländiſchen Adel gezehlet haben ſol, Daß nach ſeiner Zeit manche Familien aus Curland und andern Orten ſich wieder in Liefland niedergelaſſen, die hier unter die ausgeaangenen gerech» net worden, benimt dem Werthe ſeiner Arbeit nichts. Die Königin Chriſkina verliehe ihm am 27ſten November 1631 von StoFXholm aus die Volmacht , alle liefländiſche Privilegien , Ver- ordnungen und Statuten zuſammen zu tragen, wobey er groſſen Fleis bewieſen. und ſich dadurch eine Erfahrung zu wege gebracht. In der Vorrede urtheilet Crumern von dem alten Ruſſov, daß man ihn ohne den Liefländern zu viel zu thun nicht ganz durchleſen könne. Er meldet auch von D- Lanr. Möllers Hiſtorien , die Liefland angehen, daß 1elbige zu des Au- etoris Zeiten in Roſko> ihrer Unrichtigkeiten halber unterdrückt worden. Es ſtarb dieſer ge'chick» te' Man im Zoſten Jahr ſeines Alters am 22ſten November 1692 und liegt im Dom zu Rigg begraben. Sein Wapen iſt über der Treppe nach dem Studentenchor oben aufgehangen.

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276 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, I 561 Das darin beſtätigte Erbrecht auf. alle Lehngliter iſt der unſchäßbare Preis für ih- re gutwillige Unterwerfung geweſen. Als die Republik und folgende Könige iy ſo koſtbaren Kriegen mit den Buſſen Liefland gleichſam von neuen kaufen mu? ſten; ſo ſchienen die Dohlen mit dieſem von Siczismund verſiegelten Diplo- ma nicht gänzlich zu frieden zu ſeyn, Mit rung der Privilegien zu ſuchen hatten", und ſolche auch in Betrachtung ſo vieler Mitwerber um Liefland von dem bedächtigen Könige Sizismund Auguſt bei- hülflich erhalten fonten 3 2) aus dem Zeugnis zweier alten Chronikenſchreiber , des Chyrr&us , welchen von dem pohlniſchen Secretair David Hilken eine Abſchrift davon erhalten, und Zennintzs , welcher als herrmeiſterlicher Secretair den Handel ſelbſt entwerfen helfen. So viel iſt unſtreitig , daß der König Stephanus die Be« ſtätigung dieſes Privilegii zu ertheilen ſich weigert, welches auch Qenius in Prodr. S. 33 bezeuget , folglich das Privilegium ſelbſt da geweſen ſeyn mus ; 3) aus der pohlniſchen Generalreviſion von 1599 , worin es als ein urkundliches Document er- kant worden, welches der damalige Landmarſchal Johan von Tieſenhauſen in der Urſchriſt aufzuweiſen gehabt ; 4) aus der urkundlichen Genehmhaltung der litthaui« ſchen Stände vom Jahr 1572. 5) aus 2 beglaubten Abſchriften deſſelben , worunter die eine von dem Grafen Jacob dela Gardie, als Präſes der 1627 gehaltenen Gene- ralreviſion, die andere aber von dem Feldherrn Guſtav Horn und dem Gouverneur Andreas Vrichſon 1629 beglaubiget worden , aus weichen Urſchriften man dieſelbe 1670 In das Corpus Priuilegiorum übertragen ? Doch beide Abſchriften waren ſo wol als ihr Original verloren gegangen, bis endlich der Herr Cammerjunfer Clodt von Jür- gensburg das Vidimatum principale von 1627 in ganz gutem Standeauf dem Landtage 1730 wieder eingeliefert 3 6) aus ſeiner Gültigkeit, die es 130 Jahr hindurch gehabt, ehe man daſſelbe angefochten, und aus vem noch fortdaurenden Gebrauch deſſelben in Cur- land *). Eine zum Zweifeln ſehr aufgelegte Feder hat wider dieſe Beweistümer eins und das andere erinnern wollen? es haben aber geſchickte Männer ſchon ſeit dem Jahr 1690 das Daſeyn dieſes Privilegii von dem 6ten Tage nach Catharinen mit den bün- digſten Gründe erhärtet ; wie denn nicht nur Perer der Groſſe ſolches ſeiner Beſtäti- gung würdig geachtet , ſondern daſſelbe auch von allen Nachfolgern ſeines Reichs für gültig erfant, von der Kaiſerin Anna aber und unſrer allergnädigſten Kaiſerin Eli- ſaberh ſo gar mit ausdrüclicher Benennung des Datums aufs allerfeierlichſte beſtä- tiget worden. Man trift daſſelbige auch mit dem berühmten Diplomate Radziviliano vom 1ſten Merz 1562 in den Colletaneis Liuonicis an. Doch da forſchbegierige Liebhaber vergleichen ſelten gewordene Bücher auch um doppelt Geld nicht mehr habhaftig wer- den können, ſo hoffen wir ihnen einen Gefallen zu thun, wenn wir ihnen das ganze merkwürdige Privilegium hier zu leſen geben. Es iſt mit allen Auctoribus genau ver» glichen, die vielen Druckfehler in ſelbigen gehoben , und die Ueberſeßung von einem hier ſtudirenden jungen Herrn von Adel verfertiget, die wir mit Fleis ſelbſt nachgeſehen, und daher für ihre Richtigkeit ſtehen können, Privi- NRW, Ry Rg Be Är ÖW gTTTTRRRRRRRReRReeeeeeeEEEEEEEENNNINNÖNNNNNINIINNEEE 5) Ein gar wichtiger Beweis für die königliche Unterzeichnung des Privilegii liegt in David Zil. chens Aufſaß eines Landrechts, welcher das vornehmſte Stü des Privilegii, nemlich das gleich» förmige Erbrecht des ganzen liefländiſchen Adels als beſtätiget zum Grunde leget»- Da dieſes Werk durch die Cenſur der Deputirten aus 3 Kreiſen gegangen, die es genehmiget und unterz ſchrieben , auch dem Könige mit aller Zuverſicht vorgeleget haben, und niemand dawieder einem Zweifel eingewandt; ſo läſt ſich daräus fteilich auf deſſen wirkliches Daſeyn ſchlieſſen« Gleich» wol blieb die Beſtätigung aus , wie leicht zu erachten , aus dem vorgefaſtctn Entſchlus, die Lief- länder einzuſchränken , womit die Pohlen doch nicht zu rechte kamen. Mehrere Gründe für dieſes Privilegium giebt uns das Memorial der fieffländiſchen Deputirten in den Colle&aneis Livonicis S. 75 und S. 130 an die Hand- Die Könige von Pohlen beſtätigten nicht nur alle Erbrechte , ſondern lieſſen die Liefländer auch im Gebrauch ihres aiten deutſchen und eignen Rechts. Zwar fn des Königs Stephani Conſtitutiones Livonicae zu Cracau 1583 bey Tis colaus Scharffenberg gedruckt , aus welcher Schrift ſie Gvagnini genommen. Doch find ſie mehr pro forma indiciorum als für ein certum ius anzuſehen. Manchmal verwieſen die Poblen auch Proceſſe an das Jus Magdeburgenſe, worunter ſie aber das liefländiſche Landübli- <e Recht verſtanden , weil es mit dem Sachſenſpiegel Überein kam , deſſen Geburtsſtadt Magde byrg geweſen,

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Erzbiſch. Wilbelm, zur Zeitder Regierung Gotthard Kettlers, 277 Privilegium de feria lexta poſt Catharinae 3; Nobi- litati Linonicae conceſlum , varia variorum epicriſi olim attentatum, per Summos vero Imperantes perpetua audtoritate Nabilitum denuo atque clementiſſime confirmatum. NW WIGISMVNDVS AVGVSTVS; Dei gratia; Rex Poloniae, Magnus Dux Lithua- niae 3; Ruſſiae, Pruſae , Mafouiae , Samo- Zitiae, Liuoniaeque ete- Dominus, et hae- Tes, Notum facimus per praeſentes litteras, quorum intereſt, aut in poſterum quoquo modo intererit, Vniverſiss Cum Liuonia Prouincia graui ac diuturno My/chico bello, anultisque cladibus aflida, vaſlata , atque magna ex parte in poteſtatem hoſtium re- dacta eſlet; cumque et propter multarum ciuitatum arciumque et propugnaculorum emiſſionem , et ob maximam in omnes partes depopulationem vaſtitatemque ferro atque igni in eo allatam, et propter quo- tidianas incurſiones, magnumque hoſtis ad eius reliquias occupandas apparatum , ad eam anguſtiam ac difficultatein ordines il- fius redadti eflent , vt nequaquam opibus viribusque proprüs ſlatum ſuum defende- re, atque ie a ſeruitute crudelitateque ho- Nili tueri ac vindicare poſlent; Wuſtriſfſimus ac Reuerendiſlimus Domi- nus Guwilhelmur , Archiepiſcopus Rigen/r, Marchio Brandenburgenfis , Stettini , Po- eneraniae , Caſſubiorum et Vandalorum Dux, Rugiae Princeps , Burggrauius Norimber- genfir , ac Uluſtriſffimus Dominus Gothardus Ketlerus , equeltris ordinis Teutonici in Livonia Magiſter, ſatusque et ordinis Li= woniarum vpiuerfi , et Ciuitatum nnnciih dum et omnia domeſlica pracſidia ſua con- uulſa, et ſe ab aliorum praeſßidiis deſtitutos animaduerterent , magnam autem ſpem in noltro et ditionum noſtrarum auxllio depo- nerent? matura deliberatione habita , publi- coque et concordi omninm conſenſu, ſe prouinciamque ſuam in ſidem et poteſiatem noſiram tradiderunt, ac in BESEN di- « tionibus dominique noltris, a inſtar ter rarum Prujfffae , adiunxerunt et incorpora» runt, Itaque nos et foederibus et vicinitate con- jundae nobis prouinciae periculo, clade, vaſlitate et ſeruitute permoti, et pro Chri- Niani principis officio pertinere ad fidem noſtram intelligentes, vt homines prouin- ciamque Chriſtiani nominis a caede, popu- Iatione, ſeruitute barbari ac crudelis hboſtis prohiheamas, eosdem in fidern, et ditio- * »nem noſtram accepimus. Qua quidem fi- de ac neceſlitate , in iure, libertate, fortu- nis , omnibusque commodis caeteroruni ſubditorum ac dominiorum goffrorum con - 5, Verdeutſchtes Privilegium des Königs Sigismundi Auguſtt, an die Stände und Städte von Liefland, ertheilet den Tag nach Cathati- nen 1561, Sigiemund Auguſt, von GOttes Gnäs- den, König in Pohlen , Groß- Her« zog in Litthauen, von Reuſſen, Preuſſen, Hllaſovien, Samogitien und Liefland 26 Herr und Erbe, fügen durch gegenwärtigen Brief allen und jeden, denen daran gelegen iſt, oder inskünftige daran gelegen ſeyn möchte, zu wiſſen : Demnach die Provinz Lreflant durch den ſchweren und langwierigen rußiſchen Krieg und die erlittenen Niederiagen hoch bes dränget, verheeret und gröſtenrheils in feindli- <e Gewalt gerathen , auch derſylben Stände durch Verluſt vieler Städte, Schlöſſer und Veſtungen, ja durch das allenthalben verübte Sengen, Brennen, Morden, wie auch durch beſtändige Streifereien und groſſe Zurüſtun- gen der Feinde, dienoc<h den Reſt und die Ueber- bleibſel davon einzunehmen trachten , in ſolche Angſt und Noth geſeßet worden, daß ſie durch eignes Vermögen oder durch eigene Kräſteih« ren Staät zu vertheidigen und ſich vor des Feina des Sclaverey und Grauſamkeit zu ſchüßen, oder aufrecht zu erhalten, im geringſten nicht ſich vermögend befunden, Als haben der durchlauchtige und hoc<hwürdigſte Herr, Wil- heim, Erzbiſchof zu Riga, Marggraf. zu „Brandenburg, zu Stettin und Pommern, der Caſſuben und Wenden Herzog, Fürſt zu Rützen , Burggraf zu Xlürnberg und der durchlauchtige Herr Gotthard Retler, des deutſchen Ritter - Ordens in Liefland Meiſter, wie auch alle liefländtſche Staaten, Stände und Abgeordnete der Städte, da ſie ſich völlig des einheimiſchen Schußes eniblöſſet und fremder Hülfe beraubt ſahen, eine groſſe Hof- nung aber auf unſerer Reiche Hülfe ſezten, nach reifer Ueberlegung und mit öffentlicher einhel- liger Bewilligung ſich und ihre Provinz Liefs land in unfern Schuß und Botmäßigkeit über- geben, und auf ewig unſern Reichen und Herra ſchaften, nach Art des Landes Preuſſen, zus gefüget und einverleibet. Wir ſind daher durch die Gefahr, Nieder- lage, Verwüſtung und Dienſtbarkeit ſolcher uns durch Bündnis ſo wol als Nachbarſchaft verwandten Provinz bewogen, und haben die« ſelbe in unſern Schirm und Schuß äufgenoma men, weil wir wol wiſſen, daß es uns, als einem. <riſtlichen Fürſten, unſers Glauben? wegen oba liege, Land und Leute , fo Chriſtum bekennen, vor Mord, Verwüſtung und der Dienſtbarkeik eines barbariſchen und grauſamen Feindes in Sicherheit zu ſezen. Jn welcher Beſchüßung und Verbindung , Wir ſie in ihren Rechten, Aa as Freis

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Religio Au- gultanäae Couicinonis 1Wanvaſf. 278 ſeruandis et tuendis obſtrictos eſle nos de- vincimus et obſtringimus. Cum autem inter reliquos ſtatus eins- dem prouinciae Linoniae, qui ad profiten- dam et recoguoſcendam ſubiectionem ſuam apud nos comparnerunt , vniverſus eque- ſtris ordo totius illius prouinciae , nempe de Nobilitas, indigenae tam vitra citraque unam Hhabitantes, per certos nuncios, et plenipotentes ſuos, videlicet nobiles , Rem- Pertum Gilzenium , Juris dodtorem z Geor- Zium Francken ; Fabianum a Borch ; Hex- »ieuwn et Jobannem de Medben, cum fuffi- cienti plenipotentiae ſuae mandato , Sigillis multorum nobilium ex tota prouincia Li- 119414 conſignato , apud nos comparniſlent, nosque ſuo ac totius nobilitatis Liuenicae nomine , de confirmatione iurinm , liber- tatum, priuilegiorum et immunitatum ſua- rum , humiliter atque ſuppliciter compel- laſleat ; Obtulerunt nobis in ſcriptis certa capita fes: articulos, quos a nobis in omni- bus eorum pundtis, clauſulis et conditionibus confirmari, approbari et ratificari debita cum inſtantia fupplicauerunt ; Quorum quidem capitum ſeu articulorum tenor de verbo ad verbum ſequitur , et eſl talis: I. Primum et ante omnia Sacrae et Se- reniſſimae Maieſtati veſtrae , domino no- ſtro clementifſimo , et tum libertatis no- ſrae vindici, tum et liberatori, in quo omnem ſpem et fiduciam liberationis no- ſlae concepimus, debita , qua par eſt, hu- militate , noſtro totius nobilitatis Livoniae nomine ſupplicamus, vt ſacrofanda nobis et inuiolabilis maneat Religiv, quam iuxta Euangelica Apoſtolicaque ſcripta purioris Ecclehiae , Nicenas Synodi, Auzuſtanamque Confeſſionem hactenus ſeruauimusz neue vuqum vIlis five Eccleliaſticorum five ſecu- lariam praeſcriptis, cenſuris et adinuentio- nibus grauemur turbemurque quouis modo. Quod ſi praeter ſpem aceiderit; nos tamen inxta Sacrofandae ſcriptaraes normam , qua praecipitur, plus Deo , quam hominibus obtemperandum efle , "oin retineamus religionem , conſfnetasque Ceremonias, neque nos in vlla ratione ab. hac auelli (+ nemus. Si vero errores, quoruni malus ille Daemon autor eſt, in illa ſuboriri con- tinget ; vt hisce dirimendis tollendisque Euangelici Apoſtolicique Doctores purio- ris Eccleſiae Auguffanae confellionis adhi- beantun “ vdr .* Leben und Thaten der liefl&ndiſchen Ordensmeiſter, Freiheiten, Gütern und allen Vortheilen, gleich unſern andern Unterthanen und Herrſchaften, zu erhalten und zu ſchüßen gehalten ſeyn wol- fen, wozu wiruns auch hiemit verpflichten und verbinden. Eshaben aber unter andern Stän- den der Provinz Liefland, ſo bey uns erſchie- nen und ſich zur Unterwerfung erklären und verſtehen wollen, auch der geſamte Nitterſtand verſeiben Landſchaft, nemlich der Adel vor ſich ſelbſt und alle ſo wol diſſeits als jenſeits .der Düna wohnende Landſaſſen, durch ihre beſon« vere Abgeordnete und Gevolmächtige, nemlich die Edlen Rembert Gilzen, der Rechten Do« cror, Georgius Srancken, Sabian von Zorck, Henrich und Johan von Wchden mit genugſamer und eirer durch viele von Adel aus der ganzen Provinz Ltefland verſiegelten Jnuſtruction und Volmacht, bey uns ſich ein- gefunden , und uns in ihrem und der ganzen kiefländiſchen Ritterſchaft Namen um die Beſtätigung ihrer Rechte, Freiheiten und Be- gnadigungen unterthänigſt und demüthigſt an- geflehet : Dabey ſie uns einige Capitel oder Artikel ſchriftlich überreichet, und damit ſelbige in allen ihren Puncten , Clauſeln und Bedin- gungen von uns conſirmirt , approbiret und ra« tificirt werden möchten , gehörig ſupplicirt has ben. Welche Capitel, oder Artikel ihrem Ino halt nach von Wort zu Wort, wie folget, als ſo lauten: Erſtlich und vor allem flehen wir Jhro kö- 1. Die Reli- niglicheMajeſtät,unſernallergnädigſten Herrn, 8198 augpur- den Retter unſerer Freiheit, ſo wol als derſel- giſcher 88 ben Erhalter , auf welchen wir alle Hofnung vr fol bleis und Zuverſicht wegen unſerer Befreiung geſe- ket haben , in ſchuldigſter Unterthänigfeit, in unſern und der ganzen liefländiſchen Ritter ſchaft Namen, hiedurch demüthigſtan, daß wir ungehindert und unverleßt bey derjenigen hoch heiligen Religion, welche wir nach den evange«. , liſchen und apoſtoliſchen Schriften der rechte " glänbigen Kirche, auch des niceniſchen Sy nodi und der augſpurtgziſchen Confeßion bis» her erhalten haben, mögen gelaſſen , und nies- malen durch einige geiſt» oder weltliche Vor- ſchriften , Cenſuren , und Menſchenſaßungen auf einige Weiſe beſchweret, oder beunruhiget werden, So auch wider Verhoffen ſich der- gleichen begeben ſolte, daß wir dennoch nach Magsgebung der heiligen Schrift, worin gebo- ten wird, man ſolle GOtt mehr gehorchen denn den Menſchen, unſre Religion und gewöhnliche Kirchengebräuche beybehalten , und uns auf keinerley Weiſe davon wollen laſſen abwendig machen, So ſich aber Jrrungen und Spal- tungen, davon der böſe Geiſt Anſtifter iſt, in derſelben ereignen ſolten, daß zur Entſcheidung und Hebung derſelben evangeliſche und apo? , , 165.454 ſtoliſche Dortores-von der vachsgläubigen Kir- “ <e , die der augſpurtziſchen Confeßion zu- gethan ſeyn, mögen gezogen werden, IL. Pro» 4"

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers, 279 YU. Prozimum eft, vt Eccleſiae conſeruen- tur, collapfae reſtitvantur : et quae miniſiris puri Euangelii Do&oribus fue concionatori- bus, et iſtorum honeſla ſuſtentutione, non prouiſae, vt lüsce ex liberalnate Sacrae Re- giae Maieſtatis prouideaturz; et fi quis cen- ſus fundique hisce ademti vel ſuppreſſicfue- vint , vt illi vel reſtituantur , vel aequi« ualente pretio compenſezitur. Cura templo- rum Pauperum " „en 86 Zibrerd 111 Tertium, ne pauperes negligantur : illorum enim iuzta atque religionis ratio- nem habendam ele cenfemus. Cum no- bis porro conſlet, quanta ſit calamitas pau- perum , qui hac bellorum clade ex diui« tibus pauperes facti ſimmnsz ſuppliciter pe- timus , vt collapſa hoſpitalia bonaque il- lis olim conſecrata reſtitvantur, et in qui- bus aute locis antiquitus eredta nulla 14x rint, vt erigantur, et tam a ſacra veſtra Regia Maieſtate, quam a principe noſtro, pro BREGIA munificentia et liberalitate, dotentur, Quo fadto cHhR15sTvS (qui haec in ſe collata reputabit) veſtrae Re- giae Maielſtati regnorum ditionumque ſua- rum feliciorem ſplendidioremque faciet gubernationem. Ac cum hoc bello (prob dolor !) afflitiſſimae , matritis parenti- busque caeſis, multae viduae, orbae pa« rentibus virgiues , in eam egeltatem re- dadae ſint, vt quo vitam tölerent, vix habeantz. obnixe oramus, vt inprimis de Collegia Vir- Collegiis caelibum virginum ita conſtitua- Sinum e&& tue, vt aflidiſfſimae et miſerrimae vi- duae virginesque maritis parentibusque or- batae , in haecce recipiantur , neceſla- rioque vidu amidtuque proſpiciantur , do- nec vel caelibem optent vitam ,. vel ſan- Aum petant matrimonium , neque enim in hoc vel caelibum virginum , quarunt numerus non ita maguns eſt, vel prae- fedorum earundem priuatum commoeo- dum, ſed commune potius bonum ſpe- Jandum eſt. Vique idem cum Coeno- biis Monachorum , ( illa Sacrae Regiae Maieſtati veltrae aliquando ex manibus ho- ſtium reſtituta fuerint, conſtituatur, pro- Noſocomia pter miſeros exanimatos ſenes , et pu- öt Scholae in- villas parentibus orbos , paternisque bo- Nitautur, 153 ZER » qu in Eien ali, edu- cari , et humanioribus litteris erudiri po- terunt, cum maximo Reipublicae commo- do, Ata enim ex coenobiis praefatis ve- tus collegiorum forma reſtituetur, ex qui- bus honorifica Eccleſige et Reipublicae or- gana , quandocunque neceſlarium fuerit, deproini poteruut, Zum andern, daß die Kirchen erhalten, die 2. Erhaltung verfallene wieder errichtet, denen aber, ſo nit und Ver'er- Dienern GOttes ntit Lehrern und Predigern 8013 ber Kir- des reinen Evangelii und derſelben geziemen- ir wa den Unterhalt nicht verſehen ſiad, von der Mil« attitnd; thätigkeit Jhro königlichen Majeſtät Vorſorge wiederfahre, und ſo einige Einfünſte oder Gründe denenſelben abgenommenoder vorent« halten würden, ihnen entweder ſolche wieder abgetreten, oder durch einen gleichgültigen Werth erſeßet werden. Das dritte iſt, daß die Armen nicht aus der 3. Vorſorge Acht gelaſſen werden: denn wir ſind der Mei. für die Armen nung, daß man auf dieſelben eben ſo wohl, als "H Erneu- auf die Religion zu ſehen habe. Da uns fer, hats "ID ner das Unglück ver Armen nicht unbekant iſt, tI ee weil wir ſelbſt bey dieſen unglücklichen Krie» Schulen, gesläuften das unſere eingebüſſet und in Ar« muth gerathenz ſo bitten wir demüthigſt, daß die verfallenen Hoſpitäler erbauet und die ehes mals denſelben zugelegten Güter ihnen wieder zugeſtellet, auch , wo vor langen Zeiten feine geweſen, Armenhäuſer wieder errichtet, und ſo wol von Jhro königlichen Majeſtät, als auch von unſerm Landesfürſten , aus königlicher Freigebigkeit und Gnade mit gnugſamen Eins fünften verſehen werden, “ Fürdieſe Wohlthat wird Chriſtus (der dieſes als ihm ſelbſt erzeis get halten wird) Eurer königlichen Majeſtät die Regierung Dero Reiche uud Länder glück« ſeliger und herrlicher machen, Und weil leider durch dieſen Krieg, da Männer und Elcern jämmerlich umgefomen, viele höchſtbetrübte und elende Wittwen auch der Eltern beraubteJung- fern in ſolche Armuth gerachen, daß ſie faum ihren Lebensunter halt zu finden wiſſen ; ſo bits ten wir inſtändigſt, daß inſonderheit wegen der Jungernflöſter dergleichen Verordnung erge» he, damit ſolc<e hochbedrängte und armſelige Witrwen und Jungfern, ſo ihre Ehegatten und Eltern eingebüſſet, darinnen aufgenommen und mit nothdürfriger Nahrung und Kleidung ver- ſehen werden mögen, bis ſie entweder den ledis gen Stand erwehlen, oder in den heiligen Ehes ſtand treten 3 wobey man nicht auf der unver« heiratheten Jungfern, deren Anzahl nicht gros iſt, noch ihrer Vorſteher Privatnußen, ſons dern auf das algemeine Beſte ſchen muß. Daß auch eben ſolche Anſtalten gemacht wer«- den, in Anſehung der Möncheklöſter, wenn Ih- ro königliche Majeſtät dieſelben dereinſt aus feindlichen Händen erhalten ſolten, in Abſicht der elenden abgelebten alten Leute, und jungen Waiſen, die Vater, Mutter und Güter verlo» ren, damit ſie in denſelben ernähret, erzogen und zum groſſen Vortheil des Staats in den freien Künſten unterrichtet werden können. Denn ſolchergeſtalt wird aus obgedachten Klöſtern eis ne Art der ehemaligen Collegien entſtehen, aus welchen man rühmliche Werkzeuge der Kirche und des gemeinen Weſens, ſo oft es die Noth- durſt erfordert, wird nehmen können. Aa aa 2 111. Cum

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280 Magiſtratus I1[ſſ, Cum nihil respublicas magis quaſ- ucende fare atque concutere ſoleat , quam legum, conſuerndinum atque morum mutatio; Sa- cra Regia Maieflas veſtra bene confſtitu- tas Respublicas bac ratione non modo ſer- vandas , ſed collapfas reſtituendas pruden- tiſlimo atque vere divino confilio ceaſuitz quod per Muſtrifimum et Magnificum pPrincipem ac Dominum XNicolaum Ratzse- will, in Olika et Nifchewirz ducem , Pa- latinum VYilnenfem , Dominum noſtrum clementiſimum, Principibus, Nobilibus, Cinuitatibus atque Statibus Linoniae , füb ipſius Sacrae Regiae Maieſtatis plenae po- teſtatis mandatique propoſito ſcripto pro- miſerit, nobis non ſolum Germarnicum Ma- lura Germa- giſtratum , ſed et iura Germanorum pro- norum fer- 7. : vent pria atque conſueta permiſſuram , con- ceſſluram atque confirmaturam ſe eſle, quod et ad praeſfentis ſtatus conſernatio- nem et collapfii eredionem reſtitutionem- que facit plurimum., Ius Prouin» ciale commu- nc ſcribatur. Vt autem certum atque commune ali- quod prouinciale jus, quo omnes prouin- ciales teneantur , ex conſbetudinibus , pri- vilegiis , latisque ſententiis autoritate ve- ſtrae Sacrae Regiac Maiellatis conſtituatur: etiam atque etiam oramus, Vt ad eam rem certi homines , in iuris prudentia verſa- ti, ex autoritate Maicſtatis veſtrae deſfi- gnentur , qui talem formulam Iuris prouin- cialis concipiant, componant, et commu- nibus Reipublicae Linoniae ordinibus con- fentientibus ad recognoſcendum , confir- mandum et promulgandum veſlrae Sacrae Regiae Maieſtati offerant. V. Vt Tolis indigenis, et bene poſſeſlio- n20 ofßeijs Natis dignitates , oflicia et capitaneatus, publ-is ad inſftar terrarum Pruffae , conferre di- Practunto. gnstyr, prout nobis Regiae Maießatis no= mine promiſſam eſt, atque praeſcriban- tur a nobis dignitates, oflicia et capitanea- tus, et quando, et quibus quisque praefi- cietur. Soli Indige« V[. Quamuis inficias ire non poſlſumus, Appellationis remedium ad trihunal Regium fuperioritatem Sacrae Regiae Maieſlatis ma- zime refpicere , neque noſtri inſtituti fit, illam attenuare velle : tamen putamus, Sacram Regiam Maieſtatam, propter com- modum et prouedum prouincialium , ali« am viam, et eam quidem compendioſio- rem, et ex conſenſus communis arbitrio, Adpellatio- mis modus et veſtrae Saerae Regiae Maieltatis appro- h batione inuenire conſtituereque poſſe, ne vel propter itinerum difficultatem , loci- que intercapedinem maximam , vel pro» pter miſerorum inopiam, plures cauſſam in indicio delatam deſerere , et divitibus, Impro» Leben und Thaten der liefländiſchen' Ordensmeiſter, Weil nichts emen Staat mehr zu verwirren 4. Zu Obrig- und zn zerrütten pfleget, als die Veränderun» teitichen Per- gen der Geſeße , Gewohnheiten und Gebräu Hie Ee che, ſo haben Ihro königliche Majeſtät ncht weht, und nur um wohl eingerichtete Staaten auf ſolche Art zu erhalten , ſondern auch die verfallenen wieder in Aufnahme zu bringen, aus hochwei« ſem und gewis von GOtt ſelbſt eingegebenem Rath vor gut befunden, daß höchſt dieſelbe durch den Erlauchten und grosmächtigen Für» ſten und Herrn L7icolaus Radzivil, Herzoo gen zu Olika und YFhiſchewitz, Woiwoden zu XVilna, unſern gnädigſten Herren, denen Für- ſten, der Ritterſchaft, wie auch den Städten und Ständen Lieflandes, unter Eurerfdniglichen Majeſtät uns vorgelegten Volmachts- und Be. deutſche Rech» fehlsſchreiben verſprochen, nicht nur deutſchet* beſbehaltey Obrigkeitsperſonen, ſondern auch die eigenen und gewöhnlichen deutſchen Rechte uns zu laſſen, zu erlauben und zu confirmiren. Ein Punck der ſo wol zur Erhaltung des gegenwärtigen, als zur Errichtung und Verbeſſerung eines vern fallenden Staats höchſt erſprieslich und zuträge lich iſt. Damit aber ein gewiſſes und algemeines Landrecht, wornach ſich alle Landseingeſeſſenen zu richten hätten, aus den Gewohnheiten, Prio vilegien und gefälten Urtheilen, durch Eurer tds niglichenMajzeſtät hohes Anſehen, verfaſſet wer« dez ſobitten wirinſtändigſt daß zu ſolchem Ev. de gewiſſe in Rechten wohl erfahrne Männerau9 ein aiges aufallerhöchſten Befehl Eurer königlichen Ma- werfe we jeſtät verordnet werden, die ein ſolches Land- werden. 4 recht verfaſſen , auffeßen und mit algemeiner Bewilligung der liefländiſchen Stände Ew» königlichen Majeſtät Unterſuchung, Conſirma« tion und öffentlichen Kundmachung übergeben können. Daß die Ehrenſtellen, Aemter und Haupt» 4. Zu allenöſe manſchaften nur mit Einheimiſchen und kan fentliche degeingeſeſſenen, gleichwie in preußiſchen kan- NENE ei den geſchicht, beſeßet werden, wie uns ſolches heimiſche bp» im Namen Jhro königlichen Majeſtät ver- ſteſſet« ſprochen worden , und daß ſolche Ehrenämter und Hauptmanſchaften von uns benennet, vor geſchiagen und dabey erdfnet werde, wenn und mit welchen Perſonen jedes zu beſeßen ſey. Ob wir zwar nicht in Abrede ſeyn können, 6» Einrichs daß das Hülfsmittel der Apellation an den tuns der Apy Thron Ihro königlichen Majeſtät vornemlich pellation« auf. die Oberherrſchaft Jhro koniglichen Maje« ſtät ein Abſehen haben, es auch unſer Vorha- ben nicht iſt, dieſer Hoheit was zu benehmen 3 ſo halten wir doch dafür, daß Ihro königliche Majeſtät zum Beſten nnd Aufnehmen der Landgeingeſeſſenen , wie wir ſolches durch eitt« ellige Einwilligung beliebet, und es nur auf höchſt deroſelbeuGenehmhaltung beruhet, einett andern und zwar bequemern Weg treffen und „verordnen können, damit nicht entwederwegen der beſchwerlichen Reiſen und gar weiten Ent- egenheit des Ortes, oder auch wegen PID

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Confirmatio praediorum [7x ? etiuriumNo- Gilitatis, Erzbiſch. Wilhelm, Zzur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 281 improbis , maleuolisque howinibus inſo lentiae materiam praeberi contingat, Con« ſültum itaque nobis videtur , vt Sacra Re- gia Maiceftus veſtra in civitate Rigenß, tamquam totius „drouinciae metropoli, ccrtos Indices ſeu Shatores inos conftitnat, idque ex indigenis"per noſtrum equeltrem ordinem deledtos , per Maieſtateimn vero veſtram confirmandos, qui ſemel bilue in anno Rigam ſatis temporibus vna conue- viant , et cauflas appellationum, ex au- doritate Maieſtatis veltrae decidant? ab il- 1o vero ſenatus Maieſtatis veſtrae indicio, in caunſflis grauibus et maximi momenti, ad tribunal Maieſtatis veßrae, non minus ex Archiedioeceßi, quam ex Maieſtatis ve- Nrae et illuſtriſßfmi Domini Magiſtri ditio- nibus, hoc eſt, ex tota prouincia, ad Maieſtatem velſtram , tamquam ad ſüupre« mum et haereditarium dominum noſtrum, appelletur ; Ita tamen, Vt teimerarjae et ſrivolae appellationes praecidantur , ſta- Ltuatar expreſla poena in temetarie appel- lantes , et extrahentes litem fſiue inſta, Jegitima et probabili ratione; et vt tali- ter delinquentes condemnentur in decimam parteim cauffae, cuius dimidia pars fiſco Maicſlatis veftrae , altera dimidia pars ap- pellato dependatur. 54 VILL Cum hoc proprium Regium decus atque ipſa Maielias , quae neminem vel minima, lacfione offendere , vnicut- que, quod ſuum elt, tribuere, quod vniuscuiusque eſt, ex amplitudine muni- Bcientiae [uae adaugere conſnenitz libera- lidime veſlrae Sacrae Regiae Maicflatis no- mine promiſſum elt nobis omnibus atque ſingulis, de quorum nomine miſſi ſumus, quod nobis atque ipls beneficiorum, fendorum, a principibus et praedeceſlori- bus ſuis acceptorum , diplomata , conſi- gnatas litteras, poſielliones, conſuetudi- nes, Priuilegia, ac libertates, et quae- ceunque longiſimo temporum vſu acqui- Mmiſlent obtinuiſlentque , non folum in- violabiliter ſeruari et confirmari: ſed, Nh quae maiora ipfis omnibus atque fingulis ex vſu eſle poſlent, quod ea quoque ex Regia liberalitate de nouo concedi debe- rent. Quam Regiam facilitatem , cle- mentiam et benignitatem vt obſeruanti pe- dore animorum noſtrorum profequimur; ita eam fortunis noſtris omnibus, vita, ſa- inteque ipſa demereri ſedulo parati erimus, Proinde petimus, qua decet, bumillima obſervantia, vt non modo quae antea di- a ſunt pracftentur nobis ; verun cum Plures keit der Armen die meiſten bey den Gerichten anhängig gemachten Sachen ins Stecken geras then, und reichen gottloſen, und übelgeſinneten Leuten Anlas zu vielem Uebermuth gegeben wer? de. Wir ſehens dannenhero für rathſam an, daß Eure königliche Majeſtät in der Stadt Ri- ga, als der Hauptſtadt des ganzen Landes, Des xo gewiſſe Richter und Räthe verordnen, und zwar aus den Eingeſeſſenen des Landes, ſo von unſerer Ritterſchaft zu erwehlen, von Euer kö« niglichen Majeſtät aber zu confirmiren ſind, welche ein oder zweimal bes Jahrs zu gewiſſen Zeiten in Riza zuſammen kommen und die Appellationsſachen imNamenEurer königlichen Majeſtät entſcheiden und abmachen können? Und daß von ſol<em Eurer königlichen Maje- ſtät verordneten Gerichtsräthen in ſchweren und höchſtwichtigen Sachen die Apellation an Eure königliche Majeſtät, niht weniger aus dem Erzſtift,als demGebiete Eurer königlichen Ma- jeſtät und des durchlauchtigen Herrn Mei- ſters, das iſt, aus der ganzen Provinz an Eure königliche Majeſtät, als unſern Ober: und Erb- herrn ergriffen werde, Jedennoch daß zu Ver« hütung leichtfertiger und frevelhafter Appellas tionen eine gewiſſe Strafe auf. diejenigen , ſo ohne Urſache appelliren und den Proces ohne rechtmäßige , hinlängliche und wahrſcheinliche Urſache ins weite Feld ſpielen, geſeßet, inglei- <hen daß die, ſo dawider handeln auf den ze- henden Theil deſſen, ſo hoch ſich die Sache bes läuft, geſtrafet werden , davon ſie die Helfte dem königlichen Fiſco, die andere Helfte dem Appellaten zu erlegen gehalten ſeyn ſollen. Da dieſes eine für Könige ganz eigene Eh- 7- Der Adel re iſt, ja ſeibſt die königliche Hoheit hierin bes wird in ſeinen ſtehet, daß ſie niemand durch vie geringſte Be»- R 7 leidigungfränfen, ſondern einem jeden das Seis ;:; nige zu geben, und deſſen elende Umſtände in« ſonderheit aus hoher königlicher Huld zu ver« beſſern gewohnt ſind, ſo iſt uns allen und einem jeden, in deren Namen wir hieher abgefertiget worden, auf Eurer königlichenMajeſtät Namen gnädigſt verſprochen worden, daß uns und ih, nen die von unſern Fürſten und Eurer königli- <en Majeſtät Vorfahren erhaltene Begnadi« gungen und Lehngüter, die darüber empfange« nen Diplomara, Siegel und Schriften Kauf« briefe, Gewohnheiten, Privilegien und Freihei- ten, ſo ſie durch den Genus in ſo langen Zeiten für ſich erworben , erhalten und gebraucht has ben, unverleßt ſolten gelaſſen und confirmirt werden. So auch was mehrers ihnen allen und einem jeden zum Vortheil gereichen ſolte, daß ſolches ihnen gleichfals aus königlicher Gnade von neuem gegeben und concedirt ſey. Wie wir nun ſolche königliche Zuneigung, Gnas de und Wilfährigkeit mit unterthänigſt erkent- lichem Herzen verehren wollen, alſo werden wir, uns derſelben mit Dranwagung unſers Leibes, Gut und Bluts würdig zu machen, ſtets bereit und gefliſſen ſeyn. Da auch viele Familien Bb bb in ſtätiget«

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232 Plures fint in Livonia , qui cum confan- guineis ſuis atque ahis familiis Ius fimulta- neae five coniundae manus contrahendi fa cultatem olim nadti- ſunt, vt hoc ipfum privilegium a veſira Sacra Regia Maieflate ceteris quoque omnibus, videlicet vniuer- ſae nobilitati, aeque illis, qui füb domi- nio Magiſlri ceterorumque principum man- furi , ac illis , qui Sacrae Regiae Maieſlati veſtrae immediate ſubditiſuturi ſunt, noſtris- que perſonis ex liberali fauore , pro Re- gio veſtro ſplendore atque amplitudine, gratioſiſſime concedatur , in omnibus il- lorum bonis feudalibus, quae modo obti- nent, quae in faturum , quouis modo, ſiue ſpeciali gratia , ſine contradtu licito obtinere poterunt , non modo cum con- ſanguineis et afBnibus, ſed aliis quoque exteris familiis atque ſocüs tale ius imulta- neae fſiuye coniundae manus coire atque contrahere : Hoc eſt, vt habeanmus libe- ram et omnimodam poteſtatem de bonis noſtris diſponendi , dandi , donandi, vendendi , alienandi, et in vſus bene- placitos, non requiſito Maieſtatis veſtrae conſenſu et alterius euiuſuis ſuperioris, conuertendi, Amiffa his VII, Si forte in hac belli calamitate, bello prmile- Jepraedatione, igneue vel alio caſu cuius- = Ma que diplomata, monumenta priuilegiorum, libertatum, aliarumque conceſlionum at- que obligationum amiſla , abſumta, per- ditaque eſlent, vt illa a Sacra veſtra Re- gia Maieſtate nouis diplomatis, non 1n0- do innouentur ; fi de bonorum haereditatio- ne tranquilla atque continua poſleſlione conſtiterit : Verum vt etiam obligatoria- rum litterarum , quae hoc tumultu belli- co perditae font, frudu ii non careant, qui duorum vel trium teſtium audoritate obfirmare poſlint, tales litteras penes ipſos ſuiſſe, et ex aduerſo de ſoluto numerato vel ſatisfado per alia litterarum argumenta nil conſtet. IX. Vt Sacra ipſius Regia Maieſtas no- vac Novillta- hjleg atque proceres Linoniae omnium ho- | KSD norum , dignitatum , furium , liberta- 15e7 "tum atque praerogatiuarum, quibus hadte- uus tam Ecclefiaſtici , quam ſeculares Baro- nes atque Nobllesdomini regni Polonici vtun- turetfruuntur, inxta formam atque modum, quibus Prutheni ſub Sacra ipſius Regia Ma- eſtate poſiti ab Ipfa obtinuerunt, partici- 168 ae es facere dignetur. k Z MIELE X. Vt nobis libertatem gratiae Gt vulgo tiae ſüccefſio noſtri appellant) pro regia benignitate con- eumlure he-cedat, quemadimodum in ſucceſlione feu» dorum Peaerogati- Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, in Liefland ſind , ſo mit ihren Verwandte oder auch andern Familien zum lnri bimyulta- neae, oder coniundlae manus ſchon vorlängſt berechtiget geweſen 3 ſo bitten wir in gebühren» ver Unterthäntgkeit , daß Uns nicht allein ob» gedachtes gewähret, feen auch dieſes Privis legium von Eurer königlichen Majeſtät eben? fals uns andern allen , nnd unſern Perſonen aus freier Gnade und zur Vergröſſerung Eurer königlichen Majeſtät hohen Glanzes und Viel« vermögenheit gnädigſt bewilliget werde : Nemo lich daß der ganzen Ritterſchaft, ſo wol denen, ſo unter der Herrſchaft des Herrn Meiſters und der andern Fürſten verbleiben, als denen ſoEurer königlichen Majeſtät unmittelbar unter» worſen ſeyn möchten, nachgegeben werde, über alle ihre Lehngüter, ſo ſie nun haben, oder ins- fünftige, auf was für Art es wolle , entweder aus ſonderbarer Gnade oder durch rechtmäßi- ge Contracte erhalten mögen, nichtnur mit ih« ren Blutsfreunden und Verwandten 3; ſondern auch andern auswärtigen Familien und Allür- ten dergleichen Ius ſimultaneae, oder coniun- Aae manus einzugehen und zu contrahiren. Das iſt, daß wir freie , völlige Macht haben, mit unſern Gütern nach Belieben zu ſchalten und zu walten, dieſelbigen zu vergeben, zu ver- ſchenfen, zu verkaufen, zu veräuſſern und auf eine ſeldſt beliebige Art zu brauchen und zu nu- ken ohne Eurer königlichen Majeſtät oder ſonſt eines andern Genehmigung erſt hierüber ein- zuholen, So auch bey dieſen Landverderblichen „8: De i% Kriegszeiten, durch Beraubung, Brandſcha 30:0 I den, oder einigen andern Zufal jemand um ſei gangene NA ne Diplomata oder Documente von Privile vitcgien wer- gien, Freiheiten und andern Begnadigungenden von neuem und Obligationen gekommen wäre, daß ſolcher!tvetet von Eurer königlichen Majeſtät durch neue Di- plomata erneuert werden, wenn der Güter ru» higer und continuirlicher Erbbeſiß notoriſch iſt. Denjenigen aber , ſo bey dieſen Kriegsunru- hen ihre Obligationes verloren, ſol ſothaner Verluſt an ihrem Recht feinesweges hinder- lich ſeyn, wenn ſie mit zwey oder drey Zeugen darthun können, daß ſie ſolche Verſchreibungen beſeſſen, vom Gegentheil hingegen die Zahlung oder Vergnügung durch andere ſchriſtliche Urkunden nicht bewieſen werden kan. Daß Ihro königliche Majeſtät gnädigſt ge-9. Der tieflän- ruhen wollen , den Adel und die Vornehmſten de Adel hat der Provinz Liofland aller Güter, Würden, Nic Ie Rechten , Freiheiten und Prärogativen theil» preußiſchen, haftig zu machen, deren bisher ſo wo! Geiſtli- <e, als Weltliche Freiherren und Edelleute des Königreichs Podlen zu genieſſen und ſich zu erſreuen haben, nach Art und Weiſe, rie die Preuſſen, als ſie unter Eure königliche Majeſtät gekommen, ſolches erlanget haben Daß uns das Gnadenrecht (wie man es bey as Den Liefs uns gemeiniglich nennet) aus königlicher Güte na ep bewilliget werde, gleichwie die EEE DeG 15 Gewalt ges 144)

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Erzbiſch. Wilhelm, zur Zeit der Negietung Gotthard Kettlers, 283 reditatis In dorum“"ſubditi ducatus Efoniae, Harriae, mn Nus Wireniac, ac dioeceſis Rigenfir, olim a Jin ves Regibus Danorum ſingulari beneficio vsque nißimo, in huns diem obtinuerunt, vt codem mo do nos eiusdem priuilegii fruftum ex ve- ſIrae Sacrae Regiae Maieſtatis ampliore au- guſtioreque munificentia capeſlere , atque cum perpetua Auguſti nominis celebratione poſteris noſtris relinquere poſlimus ; hoc eſt, vt habeamus poteſtatem ſuccedendit, non modo in deſcendenti , ſed etiam in collaterali linea vtriusque ſexus: Ita tamen, vt praeferatur maſculinum, et foemellae pro modo facultatum dotentur 3 znaſculis vero non exiſtentibus , ſoemellae in omni- bus ſuccedant, Jaluo tamen Maieſtatis Re- giae iure fſci ſeu iure caduco« Suble&orum XI, Cum nos Sacrae Regiae Maieftati ſccuritas a veſtrae, illiusque regno, magno Ducatui Cenſura Im- - . : 20008 m IE Peril Romi» Lithuaniae ac ditionibus, ineuitabili neceſ- vo - Germa- Ütate in hiſce noſtris anguſtiis; quibus pro- nici. pter barbari hoſtis inſolentiam ad extremum cum principe noſtro redadi, et ab impe- rio Romano deſerti, nos, Vitamque no- Nram, Pparentes, vxores, etliberos tue- xi non poſſimus, ſcd medius fidius in ho- Ntis crudeliſlimi poteſtatem venire oportue- rit, priusquam ab imperio defenderemur, in ſubiedionem conſenlerimus 3 Sacra ipſius Regia Maieſtas efficiat, quemadmo- dum cautum eſt) vi propter hanc princi- pis noſtri dedirionem , nosque ſubditos apud inuidtifimum Imperatorem , Ele- Cores, Principes ac Status Romari Impe- rü, tueri honorem, ſubſtantiamque no- Nram (Xceat), ne cenſura Imperii publica, aliaue infami nota vexemur, damnoue affi- ciamur, quin potius indeimnes conſerue- mur, „Miles non XII, Vt nos in poſterum a Sacra Regia ciuium ſoci- Maieſtate non ſolum contra My/chum , ſed vrumque ſed Aae Jioſtium prac- JooScungue hoſtes noſtros , coniundis da alatur, Legi Poloniae oimniumque ditionum ſua- rum viribus , de fatto defendamur, ho- ſtem in proprlis ditionibus integra belli mole quam primum adoriamur , ne vel hoſtilibus , vel ſbcdis armis , ſociorum ferris grauiora majioraque damna inferan- fur: Melius etenim elt ex hoſtium ſan- guine aeſtnare, quam noſtri ſocioruni- que depraedatione perditioneque ſaginari. Agrorum in XIII, Vtnemoin ſuis granietibus atque con- Jimites de- Riu Jimitibus praediorum ſuorum; qui ex ſcriptio. Cordis Herzogthums Eſtland, Zarrien, Wirland laſſen, aufbei- und des rieziſchen Stifts ſolches in Succeſ Ey Ge: ſion der Lehngüter aus ſonderbarer Gnade AN 8408 der Könige von Dünncmark bis auf dieſen ihre Güter zu Tag genoſſen haben. Daß wir auf gleiche erben, und da- Weiſe den Genus ſothanen Privilegii aus Eu- wit zu ma- rer königlichen Majeſtät hohen und mildenGna- - was fie de erhalten, und zum ewig währenden Ruhm erg Eurer königlichen Majeſtät hochpreislichen Namens unſern Nachkommen es hinterlaſſet und auf dieſelben vererben mögen. Das iſt, daß wir mögen berechtiget ſeyn, nicht nur in herabſteigender ſondern auch von der Seiten- linie beiderley Geſchlechts, zu erben, jedennoc<h dergeſtalt, daß das mänliche Geſchlecht vorge- he, und das weibliche nach Beſchaffenheit der Umſtände ausgeſtenret werde; ſo aber keine mänliche Lehnsfolger vorhanden, daß die Töch- ter in allem ſuccediren und erben, jedoch ſey Eurer königlichen Majeſtät ius Fiſci oder Recht auf die wegen ausgeſtorbener Erben verfallene Güter vorbehalten. Da wir durch des barbariſchen Feindes Graufamfkeit, nebſt unſern Fürſten in die auſ 7 7 ſerſte Gefahr gerathen, vom römiſchen Reich Sher in aber in der Noth verlaſſen worden, und daher Schuß ge» weder uns und unſer Leben , noch auch unſre nommeg. Eltern, Weiber und Kinder beſchüßen können, wir auch unvermeidlich in die Gewalt des ale lergrauſamſten Feindes Jerathen wären, ehe wir von dem Reiche einige Hülfe und Schuß erlanget : ſo haben wir , aus unumgänglicher Nothwendigkeir, in dieſer unſerer Bedrängnis Eurer königlichen Majeſtät Dero Reiche, Gros- fürthum Lirthauen und Herrſchaften uns zur Unterwerſung verſtanden, Es wolle dannen hero Eure königliche Majeſtät, der geſchehes nen Verſicherung nach , es dahin vermitteln, daß wegen dieſer Ergebung unſers Fürſten, und unſrer als Unterthanen, bey Jhro römiſch kai« ſerlichen Majeſtät, wie auch bey den Churfür- ſten , Fürſten und Ständen des römiſchen Reichs unſre Ehre und Vermögen Schuß ge- nieſſe, damit wir nicht mit der Reichsacht; oder anderer Schmach beſtrafet oder gefahret, ſon» dern vielmehr ſchavlos gehalten werden. Daß Eure könial. Maj. inskünftige uns näch" *?- Soſdäten allein wider den Ruſſen , ſondern wider alle mlich auf unſre Feinde, mit vereinigter Machr des Reichs Boden verſdr- Poklen und aller dazu gehörigen Prövinzen gen. ohne Verzug vertheidigen auch dem Feind in ſeinen eignen Landen die ganze Kriegexlaſt je eher je lieber auf den Hals welzen, ünd dens ſelben angreifen wollen, damit weder durch des Feindes, noch unſre eigne Waſſen unſerm Lanz- de mehr und gröſſerer Schade zugefüger werde. Denn es iſt beſſer in vem Blut der Feinde zu baden, als ſie mit unſern und unſe rer Brüder geraubten und verheerten Güter zu mäſten und fett zu machen. Daß niemand innerhalb ſeinen Grenzen und aufgerichreten Grenznmahlen ſeiner Güter Bb bb 2 11. Sie wet« den wider die 13. Eingretz« zung der Giſ« 1 ter und Län» wel- dereien,

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Immunitas 3 284 certis monumentis liquent , perturbetur ; ſed in poſetlione illorum a Sacra eins Re- gia Maieſtate tueatur- Si vero quidam li- mites temporum vetuſtate corrupti amiſll- ue eſlent, vt illi fine per delegatos, fine per arbitros , prout aequitatis poſtulauerit ratio , innouentur reſtituanturque- Vbi vero in terris Linoniae diſperli inter ſe no- bilium , item ruſfticorum agri habentur, et vt Germanice appellantur, Gtreulande und Hakenland , ilti ſecundum conſuetam menſuram vuicuique integri absque vlla diminutioue laelioneue permittantur , vt ſcilicet iuxta veterem praeſcriptam formam quilibet vancus aut manſus agri, quem vul- go Hafen nowinamus , lexaginta ſex fü- nes, ſie, vt dicitur , baltas , qua- rum baſtarum quaelibet ſexaginta ſex Faden contineat- Quae vero ex vaſtis nemori- bus multo longoque ſudore acquiſita, primi occupantis, iuxta iuris communis ordinatio- nem, manebunt; niſi prior occupans il- Ila deinceps pro derelicto habuiſlet, ac alius ea abunde poſledillet, legitimeque praceſcripliſſet, vt is quoque in tali poſ- ſellione retineatur , tueaturque« Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, welche aus zuverläßigen Urkunden erhelken, be» unruhiget, ſondern bey ihrem Beſiß von Eurer königlichen Majeſtät geſchüßet werde; und ſo einige Grenzmale durch die Länge der Zeit ver» rückt oder ganz verloren worden, daß ſelbige entweder dur<h Commiſſarien, oder durch ſelbſk erwehlte Mittelsperſonen, nach der Billigkeit erneuert und wiederum aufgerichtet werden. Wo aber in Liefkand die adlichen und Bauers Ländereien uncer einander zerſtreuet liegen, wel« <e man auf. deutſch Streulande oder Hac>ken«- lande nennet, daß dieſelben einem jeden nach der gewöhnlichen Abmeſſung gelaſſen werden, ohne einige Verringerung oder Abkürzung, dergeſtalt, daß nach der alten vorgeſchriebenen Form ein jeder Ha>en oder Morgen Landes, ſechs und ſechzig Strike, oder wie man ſaget Baſte, und iede Baſte ſechs und ſechzig Faden halte, Was aber in groſſen Wäldern durch langwierige groſſe Müß und Arbeit gerödet, oder zum A>er gemacht worden ,, daß ſolches nach Inhalt algemeiner Rechte demjenigen verbleibe, welcher ſolches zuerſt in Beſiß ges nommen ; wenn auch der erſte Jnhaber ſolches unbrauchbar liegen laſſen, und ein anderer daſ ſelbe durch einen langen Beſiß rechtmäßig vers jähret hätte , das alsdenn dieſer bey ſothanen Beſiß gelaſſen und geſchüßet werde, XII, Vt vobilibus Livoniae integrum atque liberum ſit, per Regmun Potoxiae, mögnum Ducatum Lithuaniae , aliasque ſuae Regiae Maieſtatis ditiones , Regali- bus viis, et vbicunque ipſis negotium fue- rit, absque vlla remoratione telonii, ali- Daß den Edelleuten aus Licfland vol- 14. Freie fommene Freiheit zugeſtanden ſey, durchs Kd-Dur<Hreiſe nigreich Pohlen, Grosherzogthum Lirchauegn ae en und andre Herrſchaften Eurer königlichen nigg und Di M..jeſtät auf den Heerſtraſſen, und wo ſie nur Republik was zu ſchaffen haben , ohne einigen Aufent- Land« teloniis, Viae regiae reparentur. Captiui redi- Dam iur, arumue datiarum impoſitione » vel requi- Nitione , libere ire atque tranfire , mexr- eatoribus exceptis , idque tam terra quam mari, caeterisque Mumninibus, cum omni immunitate permittatur- Et Gf aliquem iſtorum in pracfato regno, magnoque Ducatu Lithuaniae , aliisque ditiouibus, uidquam deponere contingat , vt idem Ine vlla moleſtia, vlloque telonii et qua- rumuis aliarum datiarum grauamine, in- de reuocari et reduci , quandocunque vi- ſum fuerit, integrum liberumque maneat. XV. Vt coufedo hoc bello in Livoni4, veteres regales et communes ſtratae reſli- tuantur in priſinum ſtatum, ſeruenturque z; reliquae vero ab vſu communi alienae prae- cludantur , propter varia incommoda, quae vliro citroque dominis vicinis eorum- que ſubditis inde ſuboriri poſlunt. XVI. Ab hoſlibus pro defenſione com- munis patriae capti , et poſtliminii inre, et redemtionis beneficio per veſtram Sa- cram regiam Maieſltatem fruantur atque gaudeant: vi etfi ſeruitutis calamitate mor- “ tui halt von Zöllen, Abgaben, Auflagen und Durchſuchung frey hin und wieder zu reiſen, ſo wol zu Lande, als zur See und über dieans dern Ströme, wovon doch die Krämer und Kaufleute ausgenommen ſeyn. Und ſo es ſich auch zutragen ſolte, daß jemand in obgedach- tem Reiche, dem Grosfürſtenthum Litthauen und andern Herrſchaften etwas niederlegen und ſtehen lieſſe; ſo ſol es demſelben unverwehrt frey ſeyn, ſolches ohne einigen Verdrus, Zoll, oder andern Auflagebeſchwerden , wenn es ihm beliebet , von da wieder abzufordern und abzuführen. Daß nach dieſem geendigten Kriege in Lief» 15- Adt8beſ- . ; ſerung der [3nd, die alten groſſen und freien Heerſtraſſe noandſtraſſen, in ihren vorigen Stand geſeket und beibehal- tenz die andern aber, ſo nicht zum gemeinen Beſten dienen, wegen des vielen Nachtheils, ſo den benachbarten Herrſchaften und ihren Unterthanen daher entſtehen kan , verſperret werden. Daß die, ſo bey Vertheidigung ihres Va- 14. Ranzio- terlandes vom Feinde gefangen genommen"'""3 derGes angenen. worden, das 118 poſtliminii , oder Wieder- fehrrecht , wie auch die gnädige Ranzioni- rung von Eurer königlichen Majeſtät zu iE Nieſe

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FErzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers, 285 ui cenſeantur ; tamen ſpe recuperandae libertatis viuere Vvideantur. Quemadmo- XVII. Quamuis maior pars nobilitatis m Seruitia ver hoſtem partim bonis ſuis Feudalibus E:-; ſpoliata, partim diuturnitate belli fortunis praeſtanda« exhauſlta , vt vxorum atque liberorum ſu- ſtentationis plerisque plane nihil, alils vel minimum ſuperſit z tamen illos ſingularis erga Sacram veſlram Regiam Maieſtatem obſeruantia , item fortunarum: , liberta« tum, dignitatis , vitae etiam atque ſalu- tis prooriae reſpedus co impellunt (quae ipfis partim beneficio veſtrae Sacrae Re- jae Maicſtatis hadenus vtcunque ſeruata as partim Dei beneſicio ſeruatum ac re- Nitutum iri ſperanr) vt non modo ipſam omni honore venerentur , fed vita atque ſalute ipſa illud libenter conteſtabuntur. Et cum plurimi noſlrorum nihil reliquum habeamus praeter vitam ; hanc parati ſu- mus quoquo tempore apud facram Regiam Maieſtatem veſtram exponere t Reliqui vero » etiamſi et ipſi belli quinqnennalis ſumtibus exeſi ; tamen ſe illi offerunt, er nos vna cum eis offerimus ad omnia, quae poſſibilia eſle poterunt : ſperamus- wie) veſtram Sacram Regiam Maieſtatem, 1 ad expeditionem bellicam eo, quo con- ſueueramus , equitatu propter exhauſtas vires prodire non poterimus , lud non tam vI]i negledui aut proteruitati, fed im- poſlibilitati imputaturam eſle. Poſiulamus itaque , vt vnusquisque ſecundum reſtan- tes facultates bellicam expeditionem Sacrae Regiae Maieſtati veſtrae ſeruiatz non au- tem ſecundum eas, quas ante, rebus in» tegris Nantibus , obtinuit : et vt eodem plane modo , f qui extra numerum ſui debiti ac ſoliti equitatus atque ſeruitii, in honorem atque commodum Sacrae Regiae Maieſtatis veſtrae , plures equites atque milites educere poſlent ac vellent, flipen- dia conferantur , quemadmodum caeteris Sacrae veſtrae Regiae Maieſtatis regni et Magni Ducatus Lithuaniae incolis numera- ri et conferri conſueueruntz vtque id tami in praeſenti, quam futuris belli temporibus perpetuo ſeruetur, -in neminem XVIII Cum digna vox maicſtate regnan- indida cauſla tis ſit, fateri, Imperium ſubiedum eſle le- vis liceat. gibus; ne deinceps vllus Princeps , vilus Magiſtratus , five ſuperior fine inferior, vel quiuis alius , extra cognitionem cauſf- ae, nobiles vaſallos , vel quosuis alios poſleſlionibus temere exſuat , deſtituat, ſpolietue fed f quid iuris in alium habere quis: nieſſen, und derſelben ſich zu erfreuen haben, damit , ob ſie gleich wegen der unglücklichen Gefangenſchaft vor tod zu halten, ſie dennoch durch die Hofnung zur Freiheit gleichſam von neuem aufzuleben ſcheinen. Obgleich die mehreſten von der Ritterſchaft 17. Wie die durch den Feind theils ihrer Lehngüter beau Roßdlenſte zu bet, theils durch den langwierigen Krieg derge- *"'9te- ſtalt an Vermögen erſchöpft worden, daß den meiſten zur Unterhaltung ihrer Frauen und Kinder wenig oder nichts übrig geblieben : dennoch treibet ſie ihre beſondere Unterthänigs keit gegen Eure königliche Majeſtät und die Erwegung ihrer Güter , Freiheiten, Würden, Lebens, ja ſelbſt ihrer Wohlfarth , an, (welche ihnen bieher durch Eure königliche Majeſtät zum Theil ſo viel möglich erhalten worden, und weswegen noch ein Theil in Hofnung ſte het, daß ſolche durch die Gnade GOttes erhals ten und ihnen wiederum werden erſtattet wer« den) daß ſie nicht allein Eure königliche Ma« jeſtät mit ſchuldigſter Unterthänigkeit verehren, ſondern auch ſolches mit Aufopferung ihres Leibes und Blutes, ja aller ihrer zeitlichen Wohl« farth, willigſt bezeugen wollen, Und weil die meiſten unter uns nichts , als das liebe Leben übrig haben, ſo ſind wir jederzeit willig und bes reit, ſolches bey Eurer königlichen Majeſtät dran zu wagen. Ob auch gleich die andern durch fünfjährige Kriegskoſten ganz herunter gekommen, ſo erbieten ſie ſich doch und wirmitk ihnen , zu allem, was möglich ſeyn wird: und hoffen , es werden Eure königliche Majes ſtät es nicht unſerm Ungeho1ſam und Haleſtar- rigkeit, ſondern einzig und allein der Unmögs« lichkeit zu ſchreiben, wenn wir bey erſchöpitem Vermögen nicht mit der gewöhnlichen Mano ſchaft zu Pferde bey dem Kriege und im Felde werden erſcheinen können. Wir erſuchen dem« nach, daß ein jeder, nach Proportion des ihm noch übriggebliebenen Vermögens , bey einem Feldzuge Eurer königlichen Majeſtät den Roßs dienſt leiſten dürfe, nicht aber darnach, wie ers bey vorigem Wohlſtande thun können ; und daß gleichermaſſen , wenn etliche über die Zahl ih« res ſchuldigen Roßdienſtes, zum Beſten und zur Ehre Eurer königlichen Majeſtät mehr Reuter und Soldaten ins Feld ſtellen wolten und könten , ſolchen Leuten ihr Sold gereichet werde, gleichwie den andern Untcrſaſſen in Eurer königlichen Majeſtät Reich und Gros» fürſtenthum Litthauen gegeben und gezahlet wird , und daß ſolches ſo wol zu dieſen , als künftigen Kriegszeiten ſtets alſo gehalten werde, Da es ein für die regierende Majeſtät höchſt 18- Niemand anſtändiges Bekäntnis iſt, daß ein Reich de- ſo! ohne Er- nen Geſeßen unterworfen ſeyz ſo erſuchen wir Sue pee daß nach dieſem kein Fürſt , keine hohe noch raſtet werden, niedere Befehlshaber noch ſonſt jemand, ohne | Erkäntnis der Sache, adliche Lehnleute , oder auch andre ihres Beſißes entſeße, beraube und davon verſtoſſe 3 ſondern ſo jemand einiges Cc cc Recht

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286 quisquam putarit, hoc ipfum coram indi- cio ordinario Senatorum Maicſlatis veſtrae Regiae , vel prouinciali connentu expe Tiatur. Non enim aequum eſt , vt in propria cauſla quis ipſe fit index. Sicut enim lus oritur ex faddoz ita de vniuscu- jusque facto aut culpa non niſi medlante zure, lege, et ſandtione per Indicem de- eidi debet, Nemo itaque in poſterum caufla indida, non conmuidtus, neque le- gitimo Iuris proceſſu damnaws fortunis atque facultatibus ſuis exſuatur ; quemad- zinodum antea exſuti ſunt nonnmulli honefſti, et in ſnos Brincipes et Magiſiratus obedien- tes, fideles et oflicioſi cines. Et vt in tali facto liceat oppreſlo ad tribunal Sacrae Regiae Maieſtatis veſtrae Regium extraordi- narie, coram Notario , inſtrumento gra» vaminis, et de ſaluo condudtu ad cogni- tionem cauſſae Sacrae Regiae Maiaſlatis ve- Nrae ſupplicare« Spolii, Cae“ XIX, Vt nullus, euiuscutique eminer- dis , Stupritiae aut conditionis exiſiat, perſonis , ca- (dane ſtris , domibus , aut poſſeflionibus ali- cuius, villäm violentiam inferre, incur- ßßones facere , in publicis ſtratis inſidias Ponere praeſumat; Qui autem ſuper his connidtus, vtiuxta leges capitis poena pleda- tur. Similirnodo hi, qui ioneltas matronas, viduaz, virginesqueraperent, vei per vim ſftu- Prarent , comprimerentue, cum alias ipfis Oomnis debeatur honos atque teuerentia, ac merito, vteodem capitis ſnpplicio puniantur. XX. Cum etiam mercatores, praeſer- tim peregtivi ſine exotici homines, in n0- bilitatis ac civitatum iniuriam, pelles, fru- menta, lupulum, et alia mercium genera in villis ac pagis claim et publice comere) negotiationesque illicitas exercere ſoleant: vt illud veltrae Sacrae Begiae Maieſtatis au- toritate caueatur prohibeaturque, ne id de caetero fiat. Vt autem ratio Dominorum Nobilitatisque liabeatur cum pellibus fera- rum et beſtiolarum, Saera Regia Maieſtas veſtra prouidebit. Ne quis in pagis villis- que merce+ tur, Situarum XXI. Quemadinodum antiquitis omni vſus frudus bus Livoniae proceribus , Nobilibus , Equi- tibus , Vaſällisque libera in vniverſum Inic vsque ferarum luſtra atque meatus Fnerunt, iplaque venatio liberrima 5 ita ſluarum, nemorum, paſcuorum, pratorum, actnum- que liberrimum liabuerunt vſümfrudum, quod ex ſeris beſtiolisque ſilveſtribus pel- Tes, quas vulgo Wildwerf nominant, ex nemoribus filuisque omnium lignorum vſum qualemcunque meliore fructu habere obtl- nereque potuerunt , quod Waldwoerk di- cimus in omnibus ſpeciebus einsdem, in eineruin Üge liquoris picel extradione, ß- us Leben und Thäten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Recht wider den andern zu haben vernteinet, daß er ſolches vor dem gewöhnlichen Gerichte der von Eurer königlichen Majeſtät hochver- ordneten Räthe oder auf. dem Landtage aus? führe , weil es nicht billig iſt, daß jemand in ſeiner eignen Sache Richter ſey. Denn gleiche wie das Recht aus einem Vorfal entſtehet, al ſo mus auch über eines jeden Handlung oder Verſchulden, vermittelſt der Rechte Geſetze und Verordnungen von dem Richter geurteilet wer« den. Es ſol demnach) niemand unverhörter Sache , der nicht überführt, oder durch rechte mäßigen Proces verurtheilet worden, ſeiner Haab und Güter beraubet werden, wie vor die- ſem einigen redlichen und gegen ihren Fürſten und Obrigkeit gehorſamen , treuen und dienſte gefliſſenen Unterthanen widerfahren iſt. Und daß in ſolchen Fällen dem gravirten Theile er läubet ſey, an Eurer königlichen Majeſtät Hof- gericht extraordingrie im Beiſeyn des Notarii durch ein Jnſtrument ſeiner Beſchwerden, um einen Saluum Condudum zur fernern Erfente nis ſeiner Sache zu ſuppliciren, Daß niemand, wes Hoheit, oder Standes 19. Strafeder er ſey , ſich unternehme an jemandes Perſon, WAGER Schlöſſern , Häuſern oder Gütern einige Ge- wa gur u waltthätigkeit zu verüben, ſelbige zu überfallen, <hr, oder auf freier Heerſtraffen ihnen nachzuſtellen, und wer deſſen überwieſen wird , denen Geſe ßen zu folge amLeben geſtrafet werde. Glei <erzeſtalt ſollen auch diejenigen mit dem Les ben bäſſen , ſv ehrliche Matronen und Jung- fern entführen , nothzüchtigen und ſchwächen, well denſelben billig alle Eyre und Ho<hach- tung gebühret. Da auch die Kaufleute, inſonderheit, Frem- 29-Heimlichee de und Ausländer zum Nachtheil der Ritter» DB pas ſchaft und Städte auf; den Höfen und Dör- Lande iſt En fern, Häute, Getreide, Hopfen und andre Wah» boten, ren heimlich und öffentlich aufzukaufen, und verbothenen Handel zu treiben pflegen: daß ſolches durch Jhro königlichen Majeſtät Befehl verhütet und unterſaget ſey, damit es hinführo nicht weiter geſchehe, Auf daß aber der Herr- und Ritterſchaft Jntereſſe gleichfals beobachtet werde, werden Eure königliche Majeſtät wegen der Thierbälge und Häute ſelbſt eine Verorda nung zu machen geruhen. Gleichwie von Alters her alle lieffländt- 21. Adliche ſchr Herrn adelichen und ritterlichen Standes, Re hte der und die Vaſallen, des Wildes Lager vnd Spu- Jagd, ren überal zu ſuchen, befugt geweſen , auch denſelben die ganze Jagd nach Belieben frey geſtanden 3 alſo haben ſie auch freie Nußung der Wälver , Büſche , Weiden , Wieſen und Viehtriften gehabt, welche darin beſtanden, daß ſie von den Thieren und Wildpret diz Felle, ſo insgemein Wildwoerk genant wird, aus den Wäldern aber und Holzungen aller- hand nüßliche Holzwaaren, ſo man inegemein XWaldwerk nennet, mit gutem Nußen geho- ben , daneben auch Aſchwaaren, Pech- und Thees

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FErzbiſch. Wilhelm, zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers, 287 ve alis lignorum diuerſfis ſedtionibus is comparari vnquam poterat 3 Ita quoque imutua atque tranfitoria flat, vt eſ adhuc hodie, dfernitus; qua vltro citroque alter in alterius fundo liberruna habet apum pa- ſcua et mellifluas arbores. Queinadmodum haec omnia inueſliturarum monimentis lon» giſlima praeſcriptaque conſuetudine adhuc hodie ab omnibus Nobilibus obtinentur et ſeruantur: Ita quoque omnes Nobiles at- que proceres Linoniae hactenus habuerunt Nobilium Ius Ins coquendae Cerenifiae, illiusque ad ſuas cöquendae tabernas vendendi poteſlatem, absque vl- cereuifiae, Jing impedimento , vel datiarum vel aſl- ſiarun grauamine, Ne vero 'in poſterum callidis officiario- vum adiguentionibus, ne dicamus expila- tionibus, in talibus libertatibus quoquo mo- do grauentur; petunt Nobiles ac proceres Livoniae , Vt hacc ſpecialius privilegio re- gio explicentur, ne omiſſa impraeſentia- rum nocuiſſe olim, fed quae expreſſa, iam 'prodeſle et in futurun et perpetuum profuiſle videri potuerint ; publica tamen contributione , et alio vedligali communi conſenſa ordinum et vniuerlae nobilitatis ad Sacrae Regiae Maieſtatis veſtrae et Rei- publicae neceſlitatem pro tempore decer- nenda, ſemoer excepta, [5 Rußicider XXI Vt ruſlici, qui vel per principis tcnti reddan- conceſlionem in alicuius poteſtate ſuerunt, fur, ab aliis non capiantur neque detineantur ; ſed ad eius , cuius interſit, poſlulationem exhibeantur: niſi certis diplomatum argu- znentis - viuisque teſtibus edocere quis po- terit, illos ſibi a legitimis ipforum dominis conceſlos atque translatos ele, manebunt in poteſltate eiusdem, in quem eum in mo- dum conceſli translatique fuerunt; alias re- ßituantur ſecunduin receptum morem et an- tiquam conſfuetudinem Livoniae. an EEE XXI. Vt hadtenus Nobilium ruſtici ad M ſola Dominorum ſuorum opera fuerunt obſtridi : Ita petimus prouideri, ne ad alia ſeruitia in libertatis noſtrae praciudi- cium cogantur, ſed ut antiqua conſuetudo obſeruetur. Finium tu- | XXIV, Vt fines terrarum diligenter ob- tela. ſeruentur, ne pracdones et graſlatores in- grediendo impune graflentur. Judicatae res ne retratten- tur, XXV. Ne lites atque controuerſiae trans- aCtionibus iudicatae vel ſopitae in polterum LE Theerbrennen, auch verſchiedene Arten Klap- holz und Balken, wie ſolches immer geſchehen mögen, zu ihrem Profit anwenden können, daß dieſe Servitute auch gemeinſchaftlich werde und ins Wechſel gehe ; da es zumal auch noch eine Servitute iſt, vermöge deren hin und wies der einer auf des andern Grund und Boden Honigweiden und Bienenſtöcke zu halten frey hat. Wie dieſes alles nach den alten urkund- lichen Lehnsbriefen, und einer uralten, verjähr- ten Gewohnheit noch heut zu Tage von dem ganzen Adel alſo beobachtet und beibehalten wird z alſo haben auch alle Edelleute von Lief- land bisher das Recht gebraucht, Bier zu und des freien brauen nnd ſolches in ihren Krügen zu verkau- Bierbrauens« fen ohne einige Hindernis, und ohne von Zoll und Acciſe beſchweret zu werden, Damit ſie aber nicht inefünftige durch liſti- ge Erfindungen oder wol gar Aueſaugungen derer Beamten, in ſolchen Freiheiten auf eini- ge Weiſe beläſtiget werden 3 als bittet ver lief» ländiſche Adel und Ritterſtand, daß ihnen ſol» <hes, durch ein beſonderes königliches Privile- gium beſtimter und eigentlicher möge ausge- macht werden, damit man ſehen könne, daß das, was jeßt übergangen worden, niemalen zu unſerm Nachtheil gereiche , ſondern , daß das, was alsdenn ausdrüclich geſeßet wird, nun und zu ewigen Zeiten zu unſerm Vortheil beob achret ſey. Jedoch algemeine Contributivnen und andere Zölle, ſo mit Einwilligung der Srände und der ganzen Ritterſchaft, zu Eurer königlichen Majeſtät und der Republik Noth- durft, vorikt, möchten bewilliget werden, alle zeit ausgenommen. Daß die Bauren, wenn ſie auch mit Ver- 22. Vorent. günſtigung des Fürſten in eines andern Bot- haltene El mäßigleit befunden worden, nidit gefangen ge- "> erden ſekt, vorenthalten, ſondern auf des Eigenthüs negli, mers Begehren ausgegeben werden mögen ; es ſey denn, daß jemand durch unverwei fiiche Ur- funden und mit lebendigen Zeugen darthun könne, daß ſolche von ihren rechtmäßigen Her« ren an ihn abgeſtanden und überlaſſen worden 3 in welchem Fal ſie in deſſen Gewalt verbleiben ſollen, den ſie ſolchergeſtalt abgeſtanden und überlaſſen ſind. Widrigenfals werder ſie nach landüblichem alten liefi&ndiſchyen Ge« brauch, reſtituirt und ausgeantwortet. Wie bisher der Edelleute Bauren nur zu ihrer Herren Dienſten allein verbunden gewe- ſen, als bitten wir gnädigſte Vorſehung zu thun, daß ſie nicht zu andern Dienſten, unſerer Freiheit zum Präjudiz mögen gezwungen, ſon- dern daß hierin der hergebrachten Gewohnheit nachgelebet werde. Daß die Grenzen beſtändig bewahret wer- 24. Grenzpo» den, damit nicht Räuber und Straſſendiebe, ſtirungen wers ins Land kommen und in demſelben ungeſtraft de vejiellet, herum ſtreifen. R H Daß feine Proceſſe und Streitigkeiten, ſo, ., p vor dieſem, durch Verträge abgethan und H Zeit: Cc ec 2 geeche wird von 23. Bauren dienen nur igz rem Herrn,

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Ruſticotrum dominos in- ue terficientium Tdert , poena, Monetae con formis valor. 288 reſuſcitentur , ſuaeque Sacrae Regiae Ma- jeſtati iuclitisque ſenatoribus moleſtiam in- ferant, vt in genere transaCtiones ac de- finitivae ſententiae omnes a priricipibus Liuo- niae diätae lataeque“ per Sacram Regiam Maieſtatem veſtram confirmentur, XXVl. Cum ſaepenumero in Linonia ac» quod nonnnulli Nobiles a pro- pris ruſticis am occifi fſintz Vt vero in poſterum a tatibus flagitiis deterreantur, Petunt Nobiles Linoniae , vt de ſingulari gratia » 1nerique Imperil Sacrae eius Re- giae Maieſtatis poteſtate , ſuis curiis capi» talis ciuilisque indicil priuilegium » quemad- :inodum Nobiles Efoniae Ducatus olim a Regibus Dazorum conſecuti ſunt, et in hunc vsque diem obtinent, annectatur con- cedaturque, Vltimo, Cum ex Monetae inaequalita- te hadtenus varia et inexplicabilia Damna atque incommoda Livoniae illata fintz pe- timus de illa etiam certum quid confſtitui: ſcilicet , vt ea excudatur in poſterum mo- neta, quae in graui valore et aeſtimatione par Polonicae et Lithuanicae exiſlat , vt vitro citroque Polonica Lithnanicaque mone- ta in Linonia, Liuonica e conuerlo in Polo- ia et magno Ducatu Lithua7riae currat. Nos itaque STGIMVNDV8 AVGVSTVS, Rex Poloniae , et Magnus Dux Lithuaniae, praefatus, etc. praeinlertos Articulos et hu- miles ſupplicationes vniuerſi equeſtris Drdi- nis Nobilitatis Livonicaec , tanquam iuſtas et legitimas , autoritate noſtra Regia, tan- quam directus dominus, cui merum et mixtum imperium in totam prouinciam, vigore praeſentis ſubiedionis nobis profel- ſae , competit, in omnibus eorundem poſtulationum et articulorum clauſulis, pun- Cis et conditionibus confirmandos, appro- bandos , et ratificandos eſle duximus, prout confirmamus , approbarms et rati- ficamus praeſentibus hilſce litteris voſtris, decernentes, eos ah hinc et in poſterum rO- bur debitae et perpetuae firmitatis obtinere debere : vtili tamen daminio Muſtrifſimi Domini Magiſtri per hanc confirmationem noſtram in terris Iluſtritatis Eius nihil de- rogantes , Harum teſtimonio litterarum z gui in fidem praemiſſorum ſigillum uo- rum praeſentibus eſt ſubappenſum. Datae Yilnae , feria ſexta poſt feſtum S. Catharinae. Anno MDLAXL regni ve- co noſtri XXXI, 7 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, geleget, inskünftige wieder hervorgeſucht, und neuem aufge» Eurer königlichen Majeſtät und Dero hochan» nommen. ſehnlichen Räthen dadurch einige Beſchwerde verurſacht werde , ſondern daß überhaupt alle Verträge und Endurtheile , ſo von den lief» ländiſchen Fürſten ausgeſprochen und gefäl- let worden , von Eurer königlichen Majeſtät Confirmirt werden mögen. Es hat ſich in Liefland zum öftern zuge- 25. Strafe. tragen, daß einige Edelleute von ihren eignen de* Bauren, Bauren heimlich umgebracht worden. Da- ren wenn ſiean ih« Herren mit nun ſelbige insfünftige von ſolchen Untha- Ip;ry bege» ten mögen abgeſchre>et werden, als bittet der hen. liefländiſche Adel, daß, aus ſonderbarer Gna- de und Macht Jhro königliche Majeſtät Rei» <e und Hoheit, ſie auf ihrem Höfen mit der Gerichtshegung in peinlichen und civilen Sa- <en mögen begnadigt und verjehen werden, wie ſolches der Adel des Herzogthums Eſt land vor Zeiten von den Königen in Dämne- mark erlanget und bis auf dieſen Tag behal» ten hat. Da auch leßtlich wegen Ungleichheit der Münze nach Münzen mancherley und unvermeidlicherScha-pohlniſchen er eingeführt, de und Ungelegenheit in Liefland entſtanden, ſo bitten wir, daß auch deswegen gewiſſe Ver- ordnungen gemacht werden z nemlich, daß hin- führo dergleichen Münze gepräget werde, wel- <he an Korn und Schrot den pohlmſchen und litthauiſchen gleich ſey, damit die pohl- niſche und litrrhauiſche Münze in Liefland, die liefländiſche hingegen auch in Pohlcn und dem Grosfürſtenthum Litthauen in Gang komme. Wir Sigjismund Auguſt , König in Pohlen und Grosfürſt in Litthauen haben demnach die obgedachte' 26 Artikel und dewüs thigſtes Geſuch des ganzen Adels und der Rit« terſthaft in Liefland, als rechtmäßig und bila« lig, durch unſer königliches Anſehen, als rech» ter und eigentlicher Herr , dem das merum und mixtum imperium über die ganze Pro- vinz, kraft gegenwärtiger gegen uns erklärter Unterwerfung zuſtehet, in allen deren Bitten, Artikeln, Clauſeln, Puncten und Conditionen, zu confirmiren, zu approbiren und zu ratiſici- ren geruhet 3 wie wir denn ſolche durch gegen» wärtigen unſern offenen Brief confirmiren, approbiren , ratificiren, und beſchlieſſen, daß ſolche von nun an und zu ewigen Zeiten ges bührender maſſen ſtets ſteif und unverbrüch- lich ſollen gehalten werden. Wobey wir jes dennoch dem vtili dominio des durchlauchti- gen Herrn Meiſters mit dieſer unſererer Cons ſirmation in ſeiner Durchlauchtigkeit Landen nichts derogiren oder entziehen. Urkundlich und zu mehrerer Beglaubigung alles vorges ſesten, haben wir unſer Inſiegel gegenwärtig unten dabey angehänget. | Gegeben zu Wilna, den ſechſten Tag nach S. Catharinen. Im Jahr Chriſti 1551, Unſers Königreichs im zuſten Jahre. tes [3 wird

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 289 - Mit dem Schlus des Hornungs langte der zur Annehmung des Unterwer- 1 fungseides gevolmächtigte königliche Geſandte zu Rigg an, der ſo gleich die Lan- desſtände verſchreiben und den 5ten Merz zur Huldigung nach der Stadt berufen lies , nachdem der Ordensmeiſter den zten Merz der Stadt Bittg ihren bisheri- gen Eid erlaſſen ). YLTicolgus Badziwvil, Herzog zu Olifg, elton ſein vnig Dieſes alles beſtätigte der König mit nachfolgendem Eide. Juramentum Sacrae Regiae Maieſtatis, E* SIGISMUNDVS AVGVSTVS Dei gratia Rex Poloniae Magnus Dux Litbug« niae , Ruſſiae , Pruffiae , Mazouiae , Samogitiae , Liuoniaeque Dominus et Haeres , iuro, ſpondeo et promitto, ad baec ſanda DEI BÜRS, quod omnia Jura, libertates, priuilegia , immunitates prouinciae Linoniae, ecclefiaſticas et ſecula« res , eccleliis quoqne et ſpirituali eorum Statui, Arcbiepilcopo , Epiſcopis, Princi« pibus , Magiſtris , Capitulis , Commendatoribus , Aduocatis , Nobilibus, Vaſallis, Ciuibus , Incolis et quibuslibet perſonis, cuiuscunque ſtatus ac conditionis exiſlen« tibus, per Imperatores Romanos, et alios quoscunque Reges, Duces, Principes, Ordinis Teutonici Magiſtros, et alios legitimos magiſtratus illi Prouinciae et Stati» bus conceſlas , manu tenebo , ſeruabo, cuſtodiam et attendam in omnibus conditio» znübus atque pundtis. Omnia illicite ab eadem Prouincia alienata, aut per hos belli tumultus Mo/cho» Frum auulſa, pro poſle meo et coniundtarum Prouinciarum mearum ad Proprieta« tem eiusdem prouinciae armis fine padionibus recupcrabo , aggregabo, Terminos eiusdem Prouinciae non minuam, ſed pro poſſe meo diminuta et in poteſtatem hoſtium redadta recuperabo , defendam et dilatabo, . Sic me DEVS adiuuet , et haec ſanda DEI Euangelia, „) Des Herrmeiſters Gotthards Remißbrief, Von GOtttes Gnaden wir Gotthard Meiſter deutſches Ordens zu Liefland thun kund und bekennen mit dieſem offenen Briefe vor uns und unſern ganzen Orden und ſonſt männiglih., Nachdem ieſe Lande in Liefland von dem Ruſſen in dax z5te Jahr mit erbärmlichen Rauben, Brand und Todſchlag ſo gar vernichter , daß ſie ſich länger durch eigen Vermögen zu erhalten mit nichten gewuſt, und obwol wir mit fles Hentlichem Suchen, Bitten und Anhalten die römiſch - kaiſerliche Majeſtät, unſern ails lergnädigſten Herrn, ſamt des heiligen Reichs Churfürſten und Ständen auf» vielen Reichsverſamlungen um Hülfe , Troſt und Rettung angelanget, die uns und gemeiner bedruckten Landſchaft zu Liefland ſtatlich verheiſſen , aber im geringſten über Verhofs fen nichts erfolget , ohne daß wir auch mit Verpfändung auch freiwilliger Abtretung etlicher unſrer Land und Leute die benachbarten Potentaten und Könige zum Beiſtand bewegen wollen , als haben wir doch bey demſelbigen gar nichts beſchaffen können, und iſt uns endlich etlicher benachbarten Hülfe und Beiſtand mehr zum Schaden als From- men gerathen , welches alles, da nicht allein wir, beſondern die algemeinen Herren Stände und Städte in dieſen Landen angemerket , haben ſie lieber einmüthig ſich benes benſt uns der königlichen Majeſtät in Pohlen als dem nechſtgeſeſſenen Potentaten un- tergeben und vertrauen wollen, als in ſolcher Ungewisheit das Uebrige dem Ruſſen zum Raube bleiben und uns und ſie ſonſt des Landes entſeßen laſſen wollen. Und alsdenn ſolche Unterwerfung die königliche Majeſtät höchſtermeldt nicht annehmen wollen, wir Hätten Ihro königliche Majeſtät dann unſer Antheil an der Stadt und Hauſe Riza und was Gerechtigkeit unſere Vorfahren und wir daran gehabt, und damit durch die römiſche Faiſerliche Majeſtät und Päpſtliche Rechtens , auch ſonſt erhaltener Gewohnheit, Res ceſſen und Verträge verſehen und bekommen , volkommen cediret, abgetreten und Jhro Majeſtät gänzlich überlaſſen. Ob wol dis uns ganz ſchmerzlich zu thun , dennoch , das mit die armen Lande deshalben auch länger nicht verſäumet und unſchuldig Blut weiter vergoſſen möchte werden , haben wir Jhro königlichen Majeſtät Anſinnen ſtat geben müſſen» Dieweil das aber nicht anders in Ceßion deſſelben angeſtanden , denn das wir gemeldte Stadt und darinnen wohnende Bürger bey der wahren Religion aut» ſpurgiſcher Confeßion erhielten, Jhnen auch Sicherung bey höchſt ermeldter königlio <hen Majeſtät ausbrächten , daß ſolche Subjection der Stadt ſamt den Einwohnern ohne Verletkung ihrer Ehre und ohne Schaden ihrer Nahrung ſeyn möchte, zudem daß ihnen alle ihre Rechte, Gerichte, Privilegia , ZIN Gewohnheiten , und darauf ddd der 562

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290 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, 1562 König zu dieſem anſchtlichen Geſchäfte ernennet hatte, verſicherte nach einer kurs zen Anrede nochmals allen die ausnehmende königliche Huld und betheurte mit eis nem förmlichen Eide , ſd wahr ihm GOtt helfe und dieſe heiligen Evangelia, wels <e Worte er in die Seele ſeines Principalen ſchwur, daß alle vorerwehnte und nunmehr mit des Königs Hand unterzeichnete Artifel nach ihrem ganzen Inhalt ge? treulich und ohne Gefehrde gehalten werden ſolten, Er nahm hierauf Kettlern den Eid der Treue ab, welcher ſein Ordensfreuß, das groſſe Siegel , die kaiſerli- hen und föniglichen Urfunden und Gnadenbriefe, die Schlüſſel zum Schlos und der Stadt, zuleßt aber mit ſeinem Gebietigern den Ordensmantel ablegte, und glles unter vielen Thränen der ſämtlichen Anweſenden in die Hände des königlichen Gevolmächtigten überreichte. Die Comturen und Vögte, die Ritterſchaft und Baſallen , die Bürgermeiſter der Städte mit der geſamten Bürgerſchaft ſc<hwuren ihren beſondern Eid, Zuleßt verlas der Herzog Radziwil das königliche Diplo- ma, laut welchem der bisherige Ordensmeiſter Gotthard Kettler zum Herzog von Curland und Semgallen beſtätiget war, worauf der Landadel hinzu trat, und dem Herzog huldigte. Den Tag nachher, als den 6ten Merz, führte Rad- zivil den neuen Herzog als immerwährenden königlichen Gouverneur der Pro? vinz Liefland auf dem Rathhauſe der Stadt ein, und überreichte ihm die Schlüſe ſel der Stadt von Seiten des Königs in treue Hände, GSöolchergeſtalt fiel dieſe ſchöne Provinz der Kron Pohlen anheim. Die Liefländer , ſamt der Stadt Rica, hatten an der pohlniſchen Regimentsform viele Jahre zu lernen, und konten ſelbiger doch nie recht gewohnt werden; daher ſich die Stadt Rigg bey Unterwerfung des ganzen Landes allein an das römiſche Reich hielt, und dem König den Eid zu thun, ſich faſt 20 Jahr weigerte *), Nun- der Stadt Freiheiten ſtünden, conſirmirek und beſtätiget würden, ehe ſie von uns des Ei«- des und Pflicht erlaſſen, damit ſie uns verbunden und ſolches uns voy hochgemeldtet fönige lichen Majeſtät nichr allein ſtatlich zugeſaget und belobet, beſondern auch an ſtat Ihro Mas jeſtät von dem durchlauchtigſten Fürſten und Herrn, Herrn LTIicolgo Radzivil, in Oiika und LTiswirz Herzogen , wilniſchen. Woywoden , die Zeit alhier anweſenden Föniglichen Geſandten aus habender Volmacht confirmiret und beſtätiget worden, Und wir daher vernommen , daß unſre liebe Unterthanen und gemeine Stadt Riga in glei» <her Freiheit unter die kaiſerliche Majeſtät kommen könte , als ſie von uns erlaſſen, und ähnen daran nichts mehr mangelte, denn allein, daß wir ſie durch öffentliche Remiſa ſion des Eides, Gehorſams und Pflicht erlieſſen, damit ſie uns verwandt geweſenz als bedanken wir ihres Gehorſams und Treue, die ſie bey uns in friedlichen ſo wol als jeßigen Zeiten erwieſen Erlaſſen ſie derowegen kraft dieſes Briefes , vor uns und un- ſern ganzen Orden aller Pflicht, und wollen , daß ſie im Namen und Furcht GOttes ſch in der königlichen Majeſtät zu Polen Treue und Gehorſam begeben, und wün- ſchen ihnen von Herzen , daß der almächtige GOtt die gute Stadt unter ihrer Majeſtät Regierung lange gottſelig, friedlich und zu allem Guten erhalten wolle, und damit des« Halben niemand an Ehren zu beſprechen oder auch zur Unbilligkeit zu Rede zu ſeßen, Haben wir ihnen von uns und unſerm ganzen Orden dieſen Brief, williglich gegeben, mit unſerm Amts JInſiegel beſiegelt und mit eigener Hand unterſchrieben, Gegeben zu Riga den 3ten Martii, nach Chriſti unſers Herren Geburt 1562, Goddertt , Meiſter manu proprit& v) Die kection war der Stabt ſo ſchwer , daß ſis erſt 158x dem König in Pohlen deit wahren Huldigungseid herſagte- Man ſehe den DIenius Prode, S. 32 und die noc< vorhandenen Documente, Zetining *) hat alſo geirret, wenn er S, 68 meldet, Ri- 3a *) Salotmott Henning Thüringus Vinarienlis lies 1589 als curländiſcher Kirc<enviſitator in L.iefland einen warhaftigen und beſtändigen Bericht von Religionsſachen des Fürſtenthums Cur» land und Semgallen in ZLiefland , nebſt dem Leben und Sterben des erſten Herzo88 von Cur» land zu Roſtock in Folio druen , dem hinten ſein adliches Diploma angehänget worden, ai“

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Erzbiſch. Wilhelm, zurZeit der Regierung Gotthard Kettler, 291 Zunmehr ftand das zertheilte weltläuftige Liefland unter 5 gebietenden x 562 Herren, die ihren neuen Unterthanen das veränderte Regiment durch mancherley ugeſtandene Vortheile erträglich zu machen ſuchten. Der Czaar von Rußland, van Baſilowitz, welcher auſſer der Stadt LIagrvg das ganze Stift Örpt, n Dd dd 2 Allens ga habe dent König ſchon 1563 am bten Merz ördentlich geſchworen „ welches doch in der neuen Auflage weggeblieben ; obgleich das ſeine Richtigkeit hat, daß Kettler ih- xenthalben mit Siggismund Auguſten in Unterhandlung getreten, Sie hat ſich ihr urſprüngliches Recht , den dritten Stand in Liefland abzugeben , und ununterworfen zu bleiben , weder von dem Erzbiſchof noch dem Orden ganz abſtreiten laſſen« Man mus ihr Betragen, ihre Widerſprüche und die Ausführung derſelben wider die bei- den andern Stände in der Hiſtorie aus einem ganz andern Geſichtspunkt anſehen , als aus dem Verhältnis der Unterthanen gegen ihre ordentliche Obrigkeit. Jekßo wurde ſie einer Laſt von ſelbſt los, an der ſie ſich über 200 Jahr , von ihrer Unterwerfung unter dem Orden an zu rechnen , faſt müde geſchüttelt. Kurz Riga genos unter röimiſch- kaiſerlichem Schuß ihre uralte Freiheit , und prägte auf ihren Münzen zum Ändenken dieſer Unabhängigkeit ihr Wapen auf beide Seiten: ſie hat aber nie den römiſchen Reichsadler nach dem Beiſpiel andrer freien Reichsſtädte geführet, und den Kaiſer nur als Schirmherrn , nicht aber als Oberherrn erkfant, Als ſich bey dieſer fäſt 20 jahrigen Freiheit viele Wolken aufzogen , wolte die Stadt dieſem Gewitter entgehen, und ünter- warf ſich der Krone Pohlen mit einem unerwarteten und ungleich gröſſerm Verluſt ih» res Glücks , als das Land nach ſeiner Unterwerfung kaum erfahren können. Paulus Piaſecius in ſeiner Chronik berichtet auedrüklich , daß die Städt aus Bewunderung der heldenmüthigen Thaten des Königs Stephani und aus freiem Triebe ihm gehul- digt, und den Eid der Treue in die Hände des Demetrius Solikovski abgelegt habe, Allein dieſe Willigkeit hatte ihren Gründ theils inden glatten und ſüſſen Worten, theils in den ſcharfen Drohungen der Pohlen , hauptſächlich aber in den vortreflichen zugeſtan« denen Freiheiten, Vorrechten und Privilegien von Seiten eines grosmüthigen Königs, an deren Erfüllung hingegen die Republik nicht immer gebunden ſeyn wolte, Die Hia« ſtorie der ricziſchen Unterwerfung iſt nach dem Archiv kürzlich dieſe: Die Stadt fer» kigte den 7ten Octobr. 1561 eigene JDevolmächtigte nach Vilna ab, wozu die Bürgero meiſter Zinrich von Ulenbrock und Johan zum Berge, der Syndicus Stephatt Schoenbach, der Rathsherr Melchior Rirchhoff und der Secretair Joban Taſtius ernennet waren, Als der Erzbiſchof. und Herrmeiſter den Unterwerfunfseid leiſteten, ſo gab die Stadt nur den Handſchlag, ſich von den Pohlen nicht zu trennen, weigerte ſich aber ſo lange den Eid abzulegen, bis ſie die Beſtätigung ihrer Privilegien, Rechte und Freiheiten erhielt, und der Kron Pohlen einverleibet würde, und erbot ſich indeſſen mit ihrem Siegel die vorige Verſicherung zu unterzeichnen. Sie proteſtirte aber gleich gegen alles, da der König dem Erzbiſchof. und ſeinem Coadjutor bey ſeinem Stifte uud Kirchen geiſtlich oder weltlich zu bleiben freie Macht gab , dem Herrmeiſter aber ein Theil von Liefland mit dem fürſtlichen Titel zuzuwenden verſprach, Daher verfertigte der kluge Radzivil den 17ten Merz 1562 die ſo genante zweite Caution und gelobre die königlich? Beſtätigung, dieſelbe auf dem nächſten Reichstage zu Petricow9 darüber zu verſchaffen, Weil dieſe noch groemüthiger als die erſte heraus kam, lies ſich die Stadt gefallen , einen Eventualeid nach dieſern Formular abzulegen, Ich N. N. lobe und ſchwöre , daß ich bey der Unterwerfung , welche dem allet- durchlauchtigſten Fürſten und Herrn, Herrn Siezismund Auguſto, König zu Pohblen, - Jahr 1590 kam ſeine lief- und curländiſche Chronik zu Roſtkorl durch Anguſtin Ferber dez Jüngern in Folio zum Druc , welcher Ausgabe wir uns bedienet haben. Sie wurde zum andertz mal zu Leipzig 1594 durch Jachariam Berwaldt in eben dem Format zu drucken angefangen und 1595 geendiget. In dieſer leßten ſind 4 Blätter auf Befehl des Königs von Poblen , und der Churfürſten des Reichs unterdrut worden, weil die Stadt Riga durch ihren Syndirus ZilEen drauf drang , und iſt unter andetn Unrichtigkeiten die Beſchuldigung des KRrumbauſen, Bl. 32 aber der königlich pohlniſche Eid weggeblieben. Chyträus muſte gleichfals in ſeiner ans dern Auflage das Privilegium vom sten Tage nach Catharinen weglaſſen , wie es denn auch in deſſelben deutſchen Ueberjeßung nicht mit befindlich iſt, Doch dadurch iſt weder das herrliche Privilegium vertilget , noch der königliche Eid, aus deim corpore priuileg. Nobilit. Liuoniae auss gefraßet worden , als welchet ein weſentliches Stück der Unterwerfungsverträge in ſelhigem aus» wacht- Zenning beförderte die ichöne Kirchenordnung, welche der Herzog Rettlex zu Roſtoß 1570 drucfen und.in Cyrland einführen lies , die aber nyn ſehr ſelten und faſt unſichtbar ges worden.

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292 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Alenta>ken, einen Theil von Wirland und Jerwen, ja alle Schlöſſer und 1562 Eee längſt der rußiſchen Grenze erobert hatte, zog viele Bürger und Käuf- leute ins Land, und beförderte die Handelſchaft. Der König von Schweden Erich der XUVte, welchem die Provinz Zarrien mit der Hauptſtadt Revel und 4 einem Pohlen, Grosfürſten zu Litthauen , Reuſſen, Preuſſen, Samogitien und Liefland Herr, von mir geſchehen , erfläret und bekant habe, ſo ferne daejenige, was der durchlauchtige Fürſt und Herr wilniſcher Woywode in ſeiner fürſtlichen Durchlauchtigkeit Verhandlung und gegebenen Caution zu volziehen zugeſaget, durch Ihro königliche Majeſtät beſtätiget, und auf dem Reichstage zu Peterfow durch Verwilligung der Subjection nebſt der Einverleibung durch alle Stände des Reichs des Grosfürſtenthums Litthauen und allen andern zugehörigen Herrſchaſten wird ratiſicirt, angenommen und gehalten werden, beſtändig und unwiederruflich wie ein getreuer Unterthan bleiben wil, und mich mit Gehorſam und Treu an keinen andern Herrn ſchlagen ; als mir GOtt helfe und ſein heiliges Wort. Es gienzen hierauf neue Abgeordnete zur Einholung der beſtätigten Privilegien ab, nemlich der Bürgermeiſter Hinrich von Uhlenbrock, der Rathsherr Lorenz Zimmer- mann, und die Elterleute beider Gilden Joſt Lohmann und Urban Roſendahl, ſie empfiengen aber unterwegens das königliche Schreiben, in welchem der Reichstag verſcho- ben ward. Dem ohnerachtet giengen ſie vor den König, der ſie nach Empfang zweier übergüldeten Pocale mit ihrem Anſuchen auf. den rechten Reichstag verwies. Toch mit der Zeit wurde aus der groſſen radzivilſchen Vorſtellung nichts und die Stadt nahm ihren Eid zurück, weil die Bedingungen der freiwilligen Unterwerfung unerfüllet blieben. Wie auch einsmals Chotkierwitz Ernſt brauchen wolte , und in die Worte ausbrach : Er komme nach Riga nicht wie der Orator Radzivil, ſondern als königlicher Admini- ſtrator , ſo kam er doch wegen des ſtarken Wiederſpruchs nicht zu ſeinem Zweck. Jna deſſen koſtete es der Stadt ein anſehnlich Geld und viele Mühe, ſich in Freiheit zu erhals ten. Blos zu Siezismundi Auguſti Zeiten wurden eilſmal koſtbare Geſandten an den König abgefertiget, der auch neunmal ſeine Commiſſarien an die Stadt ſchite, und Uns terhandlungen über die Unterwerfung anfangen lies, von welchen aber der König Allan Jahren das Ende nicht erlebte. Zur Zeit der Thronerledigung ſandte die Sradt ihre Abgeordnete einmal nac) Pohlen, zweimal an den Kaiſer Maximilian, und viermal an den König Stephanus, würde auch den Kaiſer zu ihrem unmittelbaren Schußs- Herrn angenommen haben, wenn Wien ſo nahe als Warſchau geweſen wäre, und ſie nicht nach dem Beiſpiel der Städte Thoren, Danzig und Ellbingen ſich beſons derer Freiheiten getröſtet hätte. Denn ob ihr gleich der Herzog Sans zu Mecklen burg, wie auch der junge Herzog Barnim in Pommern anlagen , daß ſie ihren Schuß annehmen möchte, ſo fand ſie doch weder bey einem nach Hem andern Vorſhla- ge eine dauerhafte Sicherheit, Die zweite radziviliſche Caution iſt werth hier aufa gehoben zu werden , da ſie zumal noch nirgends gedruckt geleſen worden. Cautio altera Radziwiliana. PU 565008 RADZIWIL, DEI gratia, in Olika etc, Nieſzwiſer Dux, Dominus in Grodek et Klecztko, Palatinus Vilnenfir , Magni Ducatus Lithuaniae ſupre« mus Marechallus et Cancellarius Brze/tenfisr , Caronen, Boriſzovienfis Schawlenque Capitaneus generalis. Significamus praeſentibus literis noſiris vniverhs et fingulis quorum intereſt: Quod cum ſereniſlima Regia Maieſtas Poloniae , ex innata Regia denignitate ac propenſa voluntate, pro ſalute Reipubl, Livoniae, nos iam ad ſtatus eiusdem Prouinciae ablegarit, vt a reliquis ſtatibus, qui id Yilnae non pracſtiterant, Pro ratione vniuscuiusque conditionis homagium fidelitatis ac obedientiae, iuramen« ti Religione, firmandum exigeremus , itaque, Yilnae padta et conſtituta expedire- mus; Eaque nobis commiſſla negotia cum Conſulibus Senatoribus, totique commu- nitati Ciuitatis Rigenſs , neceſlariis ad haec circumſtantiis proponeremus , ac fcriptis cum illis tradtaremus, donec tandem ſeſe in eam ſententiam declararint, quod pro- feſlae iam antea Sac: Reg. Maieſt, conditionali fſübiedioni, gratia propriae omnium ſalutis etiam num inſiſtere , eamque hiſce renouatam ac corporalis iuramenti praeſta» tione, iuxta ſtatutam deſuper formulam, eo, vt ſequitur, modo confirmatam, ei- que prorſus inhaerere cenſuerint, Primo, ne cautioni noſtrae eis praeterit2 aeſtate anni lexageſimi primi ſuper pracſtito tune conſenſu datae, aliqua in parte deroge- tur, ſed in praefixis ſuis terminis firmiter ac iauiolablliter feruetur, ac 2 Sac. Reg.

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Erzbiſch. Wilhebn, zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 293 eitiem Theil von Wirland zugehötte, that ein gleiches , und berief die ausgetre- 1562 tene Ritterſchaft aus Rußland zurück, mit Verſicherung, daß ein jeder die Güter erblich beſißen ſolte, die er den Ruſſen abnehmen würde. Der Herzog WIlatt- nus von Zollſtein, welcher Herr über die Inſel Oeſel und die Wy> war, ver- Maieſtate , fcuti non aliter ſperant, idoneis ac ad rem facientibus modis ac mediis 2d effedum perducatur , Promittimus itaque ac recipimus iis Sac. Reg. Maiefſt, 1, omnia, in pracſtita illa noſtra cautione prouiſfa , ratificaturam , approbaturam, omniaque ac ſingula , in ea retenta, honoti ac famae totius cotumunitatis Rigen/fs cedere perfeduram, ita vt nihil damni et incommodi iis inde metvendum ſit quod quidem omne Sacra eius Regia Maieltas Regni ſui Poloniae , Magnique Ducatus Li» Zhuariae, ac reliquorum Me Dominorum ad id addudto atque obligato pa- trocinio praecauebit ac auertet. Secundo , quandoquidem civitas ac Com«I[, munitas hace, medio hoc, iuramento Sacram Regiam Maieſtatem fuum Domi- num recognoſcit: ideoque a nobis Sacrae Regiae Maieſlatis Oratotis nomine omnia Priuilegia , Jura, Buk libertates, gratias, immunitates , lndicia , ſtatura , omnis generis , omniumque jiurium transadliones, padta, eiusque generis reliqua , cuius« cumque nominis ſint, Ciuitatis Jurisdidtioni , conſuetudini, vſui ac proprietati di- cata , ſpiritualia fie cinilia, a quibuscumque etiam conceſla iis ſint, ſibi conlirmata velint, vt ea in vniverſum omnia etſingula, audoritate Sacrae Regiae Maiellatis vobis conceſſa illis ratificare, ſtebilireque dignaremur : cum igitur agnoſcimwus id ipſum ex Regio mandato, quo fungimur, ab officio noſtro alicnum non elle: ld circo nomine Sacrae Regiae Maieſtatis omnia ea ac ſingula , pro fide Brincipis Viri, expreſſis , ac indubitatis verbis hiſce confirmamus ac ratificamus, ac ſicuti literis ac Ggillis comprehenſa ac munita vel longa praeſcriptione ac conſuemdine obtenta ac poſleſſa ſunt: Ita etiam Senatui ac toti communitati ea omnia libera atque integra habere ac retinere hiſce concedimus , vt iis absque Sacrae Regiae Maieſtatis vel vIEus Impetitione ita affeualiter atque execntine vti ac frui poſlintz Si etiom in aliquo äſtorum omnium fwe a Domino Archi-Epiſcopo , five Magiſtro Linoniae turbati ac moleſtati ſint, ex tra atis hiſce negotiis inde nihil prorſus lurisad Sereniſſinam Regiam Maieſtatem deuoluetur , ſed penes Ciuitatem remanzebit, Concedimus etiam ac libe- ram illis relinquimus facultatem cum Sacra Regia Maicſlate de omnibus ſuis Privile« glis, quae et qualia ea etiam ſint, vel in poſterum acquirantur, in genere et in ſpecie Blidies agendi, et ab eius Sacra Regia Maiceſtate eorundem corroborationem expe tendi, prout etiam hiſce nos obliganus Sacrae Regiae Maieſtatis conſenfum et con» Frmationem ſubſecuturam ac Senatum, Populumque cinuitatis huins ea vice ſatis ſu= perque ſecuros fore. Praecipue autem cauemus, in quihus partibus contra Domini Magiſtri datas literas homagiales , vel in aliis ſuis Juribus ac libertatibus, praeſer- tim ex nouis prope arcem ſtructuris ac moleſtis in Dunae flumine, nec non in ipſo portu illatis, ſeſelaeſos ſeatiunt, ſubſecuta primb.quoque tempore Regia confir- mnatione, eos in iis omnibus priſtinae ſuae attributae libertati ſtatim reſlituendos, et omnia contraria ac noxia fore amouenda. Tertio, quia igitur Senatus , toataque Communitas Sacrae Regiae Maicftati, iu- 172 ramentum fdelitatis iam offert, certiores eos fieri ſane conuenit ac necelle eſl, quod Ni et in quantum profeſla haec ſuübiedtio a ſlatibus Regni Poloniae non approbaretur et-neque regno neque aliis coniundtis Sacrae Regiae Maieltatis dominiis incorpora» retur. atque ita non vnita ſepararetur; Quod eo caſu Ciuitas Rigenfir Magno Du catui Lithuaniae fobiecta effe non cenſebitur. Qua propter recipimus et cauemus, quod Ciuitas Rigenfs eo caſu Magno Ducatui Lithnaniae ſübiedta et incorporata eile non debeat» Nec erit etiam ad vnionem aliquam ſeparatim obſtridta , ſed ſaltem coniundim cum Regno Poloniac, Magno Ducatu Lithuaniae , et reliquis ditionibus pro arbitrio, fcuti id ex refore viſum fuerit , ſeſevnire ac incorporare licebit; Haec autem omnia; vbi ſtatuum Regni Poloniae ac Magni Ducatus Lithuantiac conſenſu recepta ſuerint: Recipimus etiam Sacram Regiam Maieſtateim eos ad praeſentiſflima huic ciuitati ferenda auxilia , promptos habituram qui ingrüenie periculo Civitatem ſua ope non deſerent: Vnione autem ac defenſione non ſubſecuta Cinitas Rigen/ſr Sacrae Regiae Maieſtati tantum furamento ac fide obſtridta cenſebitur , ita tamen, vt ſi (quod abſit) controuerſia ſive diſcordia in Sacrac Regiae Maieſtatis Regno ac Dominiis oriretur, Civitas Rigenfr ſe nulli parti applicet , neque aduerius alteram partem belli anſain praebeat. Quod 6 etiam Sacra Regia Maieltas geceſlarinm , ac Ee ee pro-

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294 Qeben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, T562verſchafte ſeinen Unterſaſſen ſchöne Freiheiten , welche ſein Herr Bruder, der Kd- nig Fridrich von Dännemarf, den 14ten Merz verſiegelte. Der König von Pohlen Siczismund Auguſt, räumte ſeiner Provinz Lettland, in welcher der Erzbiſchof Wilhelm nur noh wenige Güter hatte, ein Vorrecht nach dem andern ein. Curland und Semgallen genoſſen unter ihrem Herzog Gott- hard ein gar gnädiges und glücliches Regiment. Jedoch da dieſe Theilung un- gleich und nicht nach jedermans Geſchma& war, ſo legte ſie den Grund zu vielen ' ſchädlichen Unruhen, und machte das ausgemergelte Lieſland noch lange Zeit zu einer betrübten Schaubüne blutiger und landverderblicher Kriege *). roprio de ſangnine natum haeredem ſucceflorem non habuerit, regnique admini- raioni renunciauerit, et aliis ceſlerit eledionem eam et ceſſivonem Sacrae Regiae Maieſtati integrum non erit absque conſenſu Cinuitatis Rigenfie infütuere. Vbi autem et quatenus regnuin Poloniae ſimul et Magnus Ducatus Lithnaniae cum reliquis Do- miniis vnum Regem Poloniae , vt omnium illorun Dominorum Regem agnoſfcunt ac colunt, eo calu Cinitas Rigenfr Maieſtati Regiae fide ac obedientia obſlridta erit: quatenus 2a ſe (quod abſit) diuiſerint, et diuiſos Reges ac Dominos cooptauerint, tunc Ciuitati Rigenf licebit ſequi partes quas voluerint, ſine Regni, fiue Magni Du- catus Lithuaniae. Quatenus vero Ciuitati integrum non fuerit, ſcſe alterutro horum Dominorum ſubiicere, liberum ei relinquitur, tunc ſeſe aliis Regibus ac Principibus applicare z quo caſu omnia Ciuitatis huius Sacrae Regiae Maieſtatis iam reſignata ac acquiſita Iura tunc rurfum Ciuitati Übera cedent *). Quae omnia etfſingula, cum Conſales, Senatus ac tota communuitas Ciuitatis Rigenfir humillime nos rogauerint, vt autoritate Sacrae Regiae Maieſtatis, qua hoc nomine fungimur, dönfer noſtro affirmare , corroborare, eorundemque ratificationem , viteriorem confirmationem, adaudtiouem, et incrementum apud Sacram Regiam Maicſtatem recipere atque illis cauere dignaremur. Nosque ratione mandati ac plenipotentiae nobis in hac parte eonceſlae , oflicü noſtri ele duximus , vt hiſce adeo rationi ac aequitati conuenien- tibus precibus nos faciles praebeamus. Quain ob rem, nomine et ex mandato Sa- crae Regiae Maicſtatis nobisque in hac parte conceſſa facultate pro fide Principis Viri, promittimus, veris recipimus verbis ac cauemus , quod omnes clauful2s et articulos , hiſce ſupra inſertos firmiter ac fideliter ſeruare, ecorundemque omnium effetum, ratificationem, approbationem, confirmationen: et adauctionem apud Sacram Regiam Maieſtatem praeſtare ac perficere velimus , absque vllo dolo et ma- ebinatione, fideliter ac fincere iuramenti loco. Tlarum teſtimonio literarum, quas manu noſlra ſubſcripfimus et figillo noſtro commugiri mandauimus, Datae ex Ri- &enſi Arce d. 17 Menſ. Martii Anno Domini 1562. Nicolaur Radzewill, 4 7.06: Dueis Radzi- wil, manu propria, 8) Dis war alſo das Ende des geiſtlichen und Ordens - Regiments in Liefland, Die “Häupter der liefländiſchen Republik übten alle oberherrſchaftliche Rechte aus. Nach ““ dieſem Rechte landesherrlicher Hoheit ſchrieben fie Landtäge aus, nahmen die Huldi« gung von Vaſallen und Unterthanen an , ertheilten die Landesgeſeße , beſtimten die öf» fentlichen Abgaben , hielten ihre eigene Manſchaft, führten Kriege für ihr Eigenthum, ſchloſſen Frieden , trafen Bündniſſe, lieſſen Münzen prägen , und das alles nach Art aller freien Republiken mit einer ariſtocratiſchen nnd unumſchränften Gewalt. Sie ſtelten Privilegien aus, belohnten verdiente Leute mit Gütern , beſtätigten das alte Here fommen , blos mit Rath, Vorwiſſen und Vollbort ihrer ehrſamen Mitgebietigerz welchen Handlungen manchmal das päpſtliche, und manchmal das kaiſerliche Anſehen ein *) Dieſer Saß , daß die Stadt bey einem etwanigen Kriege zwiſchen Poblen und Littbauen neu- tral bleiben , oder nach Belieben ſich nach einen andern Herrn umſehen könne , wenn Poblen und Litthauen , jedes ſeinen eigenen König ernkehle , war dem König Stephanus ein Dorn im Aus ge. Chyträus S. 528 bemerket , daß Stephanas, als ihn die Deputirten der Stadt um die Beſtätigung dieſer Caution öfters erſuchet , endlich ia die Worte ausgebrochen , er wolle lieber die Stadt Riga gar nicht haben , als auf die r3dziviliſche Bürgſchaft und die darin enthaltenen be» ſchwerlichen Conditionen ſelbige annehmen.

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeitder Regierung Gotthard Kettlers, 295 ein gröſſer Gewicht gab, DLiefland erkante damals keinen höhern Landesherrn als ſeinen Erzbiſchof, ſein- Biſchöfe und ſeinen Herrn Meiſter. Daß dieſes Land ein Reichslehn , fendum imperii, eine Reichsprovinz , Sacri Ro- mai Imperii prouincia, und deſſen Regenten Reichsfürſten, Principes linperiü , gewes ſen, iſt aus den Documenten unleugbar , in welchen öffentlichen Schriften Liefland dem heiligen römiſchen Reich und der ganzen deurſchen Nation unterworfen heiſſet, auch in vielen die Zeitrechnung nach den kaiſerlichen Regierungsjahren beſtimmet wird. Da aber andre feuda imperi mit kaiſerlichen oder Reichsvölkern auf Koſten des Kai- ſers oder des Reichs erobert , Liefland hingegen von ſeinen erſten Bezwingern Schrit vor Schrit auf eigene Koſten, mit Wagung ihres Lebens und Blutes, gewonnen wor- denz ſo wird hier nöthig ſeyn, die Verknüpfung dieſer Provinz mit dem deutſchen Reich näher zu beſtimmen. Doch tragen wir dieſe Materie nur problematiſch vor, überlaſſen die weitere Ausführung den Staatskundigen , und nöthigen niemand ſeine Einſicht nach der unſrizen zu ändern. Die Päpſte hatten bey den veranſtalteten Kreußzügen nichts weniger zur Abſicht als die Vermehrung der Reichsprovinzen, Auſſer der Erweiterung ihrer Oberherrſchaft ſahen ſie vielmehr auf die Schwächung und Verringerung der kaiſerlichen Macht, und andrer <riſtlichen Potentaten , wie denn die Päpſte des x2ten und xzten Seculi recht ab. geſagte Feinde der Kaiſer waren. 2latina in vitis Pontif. Sie maſten ſich die Herſchaft über alle 3 bekante Theile der Welt an , und wurden von allen Mitgliedern der römi- ſchen Kirche dafür erkant. Sie waren alſo das Oberhaupt der Chriſtenheit, auf dea ren Erweiterung ſie bedacht zu ſeyn vorgaben. Aus dieſem Officio conleruatorio mus man auch die päpſtliche Gewalt über Liefland in den catholiſchen Zeiten herleiten, Kraft derſelben ernante der Papſt auch andre zu Schirmvögten und Conſervatoren der Kirche, So trug Benedictus der XIUte 1305 dem deutſchen Orden das Schirmamt über die Ciſterzienſerklöſter in den Biſtümern Dörpt, Revel, und Lincöping wider den däniſchen Stathalter auf, -Jm Jahr 1316 machte Johannes der XXUſte die Erzbiſchöfe von Cölln und Magdeburg, wie auch den Biſchof zu Utrecht zu Bes ſchirmern der liefländiſchen Ordensgüter, Jn den blumenrhalſchen Tractaten vom 2ten Merz 1486 unterſchreibt ſich die Krone Schweden eccleliae Rigen/ir conlerva» trix. Dieſes Amt übte der Papſt auch über den Orden aus , weil er nicht nur geiſtlich war, ſondern auch ſeine Stiftung und nachmalige Vereinigung dem Papſt zu danken atte. ; Die Päpſte lieſſen es aus guter Ueberlegung geſchehen, daß die Kaiſer als weltliche Oberhäupter der Chriſtenheit an dieſem Schußamt Theil nahmen. Die Publiciſten nennen es ordentlich das Ius Aduocatiae , nach welchem der Kaiſer berechtiget war, als das Haupt nicht von Deutſchland , ſondern von der geſamten Chriſtenheit, alle <riſt- liche Provinzen und darunter das zum catholiſchen Glauben bekehrte Liefland , nicht des Landes ſondern des Ordens wegen , zu beſchüßen. ' Hiedurch erhielt der Kaiſer das dominium über alle geiſtliche Stifte und Orden, weswegen er dominus und zwar lu- premus heiſt , weil er das Haupt der Chriſtenheit'war , directus aber , weil er als uns mittelbarer Proteor angeſehen wurde, der zugleich andre Könige und Fürſten zu do» minis indiredtis ernennen fonte, So ertheilte Friedrich nicht als Kaiſer, ſondern als Protector 148x an die Könige von Pohlen, Dännemark, Schweden und an den Grosfürſten von Littrhaucn Beſehl , bey Verluſt aller ihrer Lehne, Gnaden, Freihei- ten und Privilegien ſich auf ſein Begehren des Ordens gegen den Erzbiſchof anzuneh- men, Dieſes giebt in den Subjectionspacten der Clauſel: Saluo Romani Imperi di- redo dominio, einen ordentlichen Verſtand, auf welches Oberrecht die Liefländer ſich ſo ſtandhaft und zuverſichtlich beriefen , und worauf ſonderlich die Stadt Bitga gegen die Poblen zn pochen pflegte- Selbſt die Ausdrüe in den Lehnsbriefen ſind hiernach zu erklären, daß durch die erſten Bezwinger , ſo ferne ſie Chriſten waren, die Grenzen -- der Chriſtenheitz und ſo ferne ſie Deutſche , obgleich nur Privatleute waren , die Grenzen des deutſchen Reichs ausgebreitet und erweitert worden. Bey dieſem Schuß- . amte hatte der Kaiſer kein gröſſer Recht auf Liefland , als auf die ganze Welt. Und ſo wolten es eben die Päpſte haben , die den Kreußfahrern mit anſehnlicherm Vorſchub, Rechten und Freiheiten zu Hülfe kamen, als die Kaiſer nie thun können, da ihnen um des oftmaligen päpſtlichen Bannes willen die Macht in Kirhenſachen geleget war, und es ihnen beim Volk an Anſehen fehlte. Da alſo der Kaiſer keine andre oberberſchaftliche Gewalt als .das Schußamt über Liefland ausgeübet ; ſo läſt ſich nun daraus der Kaltſinnigkeit des Kaiſers und des Reichs eine mildere Deutung geben, welche zur Zeit der Uefländiſchen Unterwerfung die Er- haltung ihrer eigenen Länder und le einer Schugprovinz und deren Einwoh- eee 2 ner

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296 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſier, nern mit Recht vorziehen konten. Aus dieſer Quelle flieſſet anch die Rechtmäßigkeit al- ler Verträge , welche die Häupter ver 3 Stände, nemlich der Erzbiſchof, ver Herr Meiſter und die Stadt Riga mit der Crone Pohlen errichtet, weil ſie über ihr eignes, nicht aber über ein kaiſerliches Land ſchalteten , obgleich gegen dieſe Beſugnis verſchie- dene Einwendungen zum Vorſchein kamen. WMenii prodrom. S, 37» Nach dieſem Grunde nennet Ferdinand I in dem Schußſchreiben an den König Guſtav von Schweden 1558 die Provinz Liefland gar eigentlich Seiner Andacht, des Herrn Meiſters , und Jhres Ordens Lande. Selbſt das Betragen der eſtiändiſchen Rit- terſchaft und der Stadt Revel mus hieraus gerechtfertiget werden , die tem Herrmei- ſter den Eid auffündigten, und ſo wie ihre Mitbrüder in Liefland ſich berechtiget hiel- ten , einem andern <riſtlichen Potentaten gegen die vortheilhafteſten Bedingungen die Unterwerfung anzubieten, Auſſer dieſem Rechte der Advocatur oder des Schußamts hat weder ber Kaiſer noch das Reich über Liefland ſich irgend etwas anmaſſen können noch wollen , welches aus folgenden Beweisthümern klärer wird. 1. Aus der Belehnunggart. Die Päpſte beförderten durch Bullen und Ablas die Bekehrung der Heiden, Der dritte Biſchof Albert erhielt zur Bozwingungderſelben von dem däniſchen Hofe Geſchenke und Schiffe. SS. Grubers Orig. beim Jahr 1193 Not. d) und 1199 6. 1 Als er in Gegenwart des Kaiſers Philip die Frage auf- warf, ob Liefland unter päpſtlicher Protection -ſtehen ſolte, ward ſelbige mit ja beank- wortet. Er ſahe ſich nach der Hülfe andrer Könige um, wandte ſich 1205 ans Reich, nahm Liefland zum Lehn , ſolte auch vom Kaiſer Philip jährlich 100 Mark zur Bei- Hülſe empfangen, die aber nicht ausgezahlet wurden. Ein ſo auſſerordentliches Zehn, das die Jnhaber ſich mit ihrem Blute und auf eigene Koſten erwarben , dem Lehnsherrn Übergaben , Geld dazu begehrten, und hernach wieder in Empfang nahmen, fan wolin Feine andre Claſſe als unter die feuda Aduocatiae des Reis kommen. Das dritte Theil dieſes Lehns verliehe Albert an den Orden, welches der Papſt 1206 6. 3 beſtätigte, Albert zerfiel 12x19 mit den Dänen wegen Eſtland. Er behauptete ſtandhaft gegen ſie, daß die Pilger und Ritziſchen unter der heiligen Marienfahne Gerwen erobert, und ihr? Prieſter frey in Wirland predigen könten. Dis machte den König eiferſüche tig , und hemte die biſchöfliche Vortheile. Der Biſchof wandte ſic) an den Papſt und den Kaiſer 3 konte aber ſein Liefland ſchle>t anbringen, und übergab daſſelbemit Eſtland in die Gewalt des Königs von Dännemark, doch mit der Bedingung, wenn ſeine Geiſtlichen , der Orden und die Ritiſchen darein willigen würden. Als der königli- <e Vogt Gottſchalk 1220 davon Beſiß nehmen wolte, wieſen ihm die Liefländer den Heimweg. Im Jahr 122x begab ſich der König dieſes Rechts, welches er auch 1224 G. 6 beſtätigte. Aus Eſtland ſchafte der päpſtliche Legate Deutſche und D&- nen heraus, und nahm es bey den Streitigkeiten für den Papſt in Sequeſter, der es bey der Vereinigung der Liefländer mit dem deutſchen Orden den Dänen wieder zu- ſprach , dem Orden aber Gerwen beilegte, Was nun vorher ſchon durch den Papſt geſchehen war , ſeßte der Kaiſer Friedrich in ſeinen Lehnsbrieſen als zweiter Schußherr in gröſſeres Anſehen, 2» Aus der Bezwingunggart. Weder der Kaiſer noch das Reich haben Liefland beſeßen laſſen. Einige Privatperſonen , die bey Gelegenheit der Kaufmanſchaft ein Land entdeckten , und etliche Geiſtliche zur Bekehrung der Heiden mit in ihre Vortheile zogen 3 etliche Edle, die ſich vom Biſchof. mit dem Kreuz bezeichnen, und zur Vergee- bung ihrer Sünden zunt Kampf wider wilde Barbaren muthig machen lieſſen 3 ſelbſt einige Herzoge , Fürſten , Grafen, Freiherren, die zur Seligkeit ihrer Seele, wie es die Einfalt ihrer Zeiten glaubte , dieſes Kreuz aufnahmen , und eine freiwillige Pilger- ſchaft zur Ausbreitung des <riſtlichen Namens auf. eigne Unkoſten antraten z alle dieſe Streiter machten keine Reichsarmee aus, die ihr Vaterland verlieſſen, um für den Kai- ſer nnd das Reich neue Länder zu erfechten. Das Reich hat nie vas gelobte Land für ſeine Provinz angeſehen , obgleich unter den Kreuzzügern die Hauptarmee, aus Deut- ſchen beſtanden, 3. Aus der Natur des Schirmamts- Nach ſelbigera hatte der Papſt ſo viel Recht als der Kaiſer. Des erſtern Bann ſtellete wenigſtens noch ſo viel als eine kleine Armee vor, Der (ebe ha feinen Man für Liefland zu Felde gehen laſſen, auch nicht in Fällen, wo es die Noth erfordert hätte. Eſtlandwar durch die Dänen erobert. Der Papſt ſorgte dennoch dafür, und nach Goldaſten bot der Kaiſer Friedrich den Eſten die Freiheit an. Beide wolten der Krone Dännemark dadurch ihr Eigentumsrecht nicht ſtreitig machen, Wäre der Schutherr zugleich Landesherrz ſo würde der Orden Eſtland um ſein baares Geld für den Kaiſer und das Reich erkauft haben, pi aber

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Erzbiſch. Wilhelm. zur Zeit der Regierung Gotthard Kettlers. 297 aber dieſes niemand ſagen wird 3 ſo wird es wol bey dem Sprichwort der Publiciſten bleiben: Schurz und Schirm giebt keine Obrigkeit: welcher Ausdruc>k nichts an- ders zu verſtehen giebt, als daß die Schußnehmung andrer einen nicht gleich zum Lan- desherrn , oder die Beſchüßten zu Unterthanen deſſelben mache, Das Schußamt machte dem Papſt ſo wol als dem Kaiſer eine unzehlbare Menge Schukßkverwandte in allen <riſtlichen Reichen der Welt, keinesweges aber Vaſallen und Unterthanen, 4. Aus dem deutſchen Staatsrechte. Vermöge deſſelben konte keine Provinz dem Reiche zugeſchlagen werden , welche ein Staat des Reichs auf eigne Koſten auſſerhalb Deutſchland eroberte. Die erſten Bezwinger von Liefland empfiengen vom Reich keinen Kreußer , ſondern übertrugen nur dem Kaiſer das Land zur Beſchirmung , deſſen Schußamt über die geiſtlichen Güter auſſer dem deutſchen Rechte auch in den päpſtli- <en und römiſchen Geſeßen gegründet war. 5. Aus der Natur der geiſtlichen Gürer ſelbſt. Weder der Kaiſer noch das Reich genoſſen den geringſten Nußen davon , indem Liefland, als eine Provinz eines geiſtll- <en Ordens von allen Steuren, Abgaben und Contingenten frey blieb, der Kaiſex auch über die Abgaben der Tempelherren , weil ſie geiſtliche Güter beſaſſen , nichts ver- anſtalten konte, Daher auch weder der Kaiſer noh das Reich ihre Truppen in Liefs land zum Schuß fertig hielten, welcher Schuß gewis eine eigene Armee erfordert hätte. Der Erzbiſchof Friedrich überlies im 13 Jahrh, ſein Stift dem König von Dännemark zur Beſchüßung , dabey an das ſaluum Komani Imperü dire&um dominium nicht ge» dacht worden« 6. Aus der Gleichgültigkeit des Kaiſers gegen die liefländiſche Unterwerfung uns ker Pohlen. Weder das Reich noch der Kaiſer würden dieſer Unterwerfung ſo ge« laſſen zugeſehen haben , wenn ſie ihre Unterthanen , nicht aber Schußgenoſſen betroffen hätte, Jn der ganzen Hiſtorie komt kein Beiſpiel vor , da der Kaiſer oder das Reich ſich ein ſo wichtiges eigenes Land ohne Schwerdtſchlag und Proteſtation entziehen laſſen. Niemand proteſtirte wider die "Veräuſſerung der Biſtümer Oeſel und Curland«. Niemand hat ſich deswegen mit Dännemark überworfen. Die Schweden blieben wegen Eſtland ſo wol unangefochten, als die Pohlen wegen Liefland. Den Lief» ländern ſelbſt iſt vom Reiche kein Vorwurf des Abfals und der Untreue gemacht wor« den, Der Kaiſer dachte bey Schweden in 90, bey Poblen und D&nnemark aber in 100 Jahren nicht an Liefland, Was beim ſtetinſchen Friedensſchluſſe 1570 wegen Zurückgebung der Stadt Revcl erinnert wurde, war unerheblich. F/ Was FSranciſeus Jrentcus von vielfältigen Proteſtationen wider die lrefländiſche Zers gliederung im 17ten Seculo ſchreibet, iſt ohne Beweis angeführet. Wenigſtens mache ke der Kaiſer Leopold auf dem oliviſchen Frieden noch keine Anſprüche auf Liefland. Solte aber wol ein ſo groſſer Monarch ſeiner Rechte und Anſprüche ſo unwiſſend ſeyn, oder wenn er ſie gewuſt , ſo ſaumſelig , dieſelben aufrecht und gültigszu erhalten ? 7. Aus des Kanzlers Goldaſts Zeugnis, Liefland ſträubte ſich auf dem Reichs«- tage zu Trier 1512 eben ſo wie Höhmen und Preuſſen , als man dieſe Länder einem deutſchen Kreiſe zuſchlagen wolte, damit es nicht den Schein einer Unterwerfung has ben möchte. Der Papſt litte auch nicht, daß der Kaiſer dem Herrn Meiſter gegen die Stadt Riga Vorſchub that, ſondern that den Herrn Meiſter in den Ban und ſette ihn den 13ten December 1481 ab , verbot auch den Preuſſen, ihm keine Hülfe zu lei- ſten, den 14ten Julii 1482. War nunder Kaiſer nach catholiſchen Lehrſaßen das Sthuß« Haupt aller geiſtlichen Geſelſchaften z ſo war es auch der Papſt, Beide gaben ſich mit politiſchen Händeln ab, Der Papſt belehnte den Orden , der Kaiſer auch, zum deut- lichen Beweis , daß der Kaiſer über das alte Liefland nichts mehr als der Papſt zu ſagen hatte, Kurz, ſie waren beide Schußherren. Es lieſſen ſich für die Ununterwürſigkeit von Liefland unter das Reich noch viel andre Gründe anbringen, als: daß die freiherrliche Familie von Ungern ſich einen beſondern kaiſerlichen Schugbrief ausgewirket , daß der Kaiſer Ltefland nie in ſeinem Titel ge führet , daß ihm von den Liefländern nie gehuldiget worden, daß von Seiren des Reichs nie ein Soldat im Lande gelegen, daß die alten und neuen Erdbeſchreiber die Weichſel als die Grenze von Deurſchland anſeßen 3 wenn dieſe Beweistümer einet Ausführung nöthig hätten. Der berühmte Doctor der Rechten und Profeſſor zu Strasburtt, Herr Johan Heinrich ZBoecler hat 17u in 4. eine Diatribain de acquiſito et amiſſo Impcrii Ko- mano - Germanici in Linoniam iure herausgegeben , in welchem Tractat der Verluſt des römiſchen 4 1 in Abſicht ſeiner Anſprüche auf Liefland zwar erwieſen, dabey aber ein altes landeeßerrliches Recht des Kaiſers von ihm , wie von andern Publick- ſten, voraus geſeßet worden, Er führet den Beweis dävon aus unterſchiedlichen Ff ff Grüne-

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298 QLehen und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, Gründen , die wir hier nach der Reihe anführen, und aus der Geſchichte fürzlich bes antworten wollen. (Es beruft ſich dieſer gelehrte Man zum Beweis des ehemaligen kaiſerlichen Rechts an Liefland auf folgende Gründe: 1, Weed d | es) Auf den Reichsreces von 1500, darin der Orden befehliget wird , ſeine trefliche Botſchaft gen Lrürnbert zu ſchien, und den Kaiſer und das Reich mit Empfang ihrer Regalien zu erkennen. „wu? A, Dieſe Ausdrücke beweiſen eben keine Unterwürfigkeit. Der Hoc<meiſter in Preuſſen muſte laut dieſes Receſſes ſo wol die Regalien empfangen , als der Ordens« meiſter in Liefland. Daß aber dieſe Redensart weiter nichts als die kaiſerliche Schuß» belehnung und Protection bedeut? , erhellet aus dem Reichsabſchiede von 1500, wo es ausdrülich heiſt, wenn der Orden wegen Preuſſen ein Glied des Reichs werden wolle, ſo müſſe er auch ins künftige den deutſchen Kaiſer als ſeinen Lehnsherrn zu ers Fennen anfangen. Und in dem Abſchied des cöllniſchen Reichstages von 1512 heiſt es eigentlich: Es ſey noch nicht wiſſend , ob der Hochmeiſter ſich als ein Glied zum Reich thun wolle oder nicht. Da nun der deutſche Orden viel höhere Privilegien vom Kais ſern erhalten, als der liefländiſche 3; der Hochmeiſter aber dadurch fein Glied des Reichs geworden 8 ſo hat der licfländiſche mit dem Reiche nicht näher verwandt ſeyn Fönnen , als der deutſche. Der Kaiſer verlangte , daß die Könige von Pohlen und Untern auch ihre treflichhe Botſchaft nach Lyürnbertg ſchien ſolten , welche dadurch Feine Unterthanen des Reichs wurden, ſo wenig proteſtantiſche Univerſitäten dem Papſt oder Kaiſer unterwürfig werden , wenn ſie ſich päpſtliche und kaiſerliche Privilegien aus- wirken. Auch andre Reichsfürſten nehmen vom Kaiſer die Belehnung auf ihre Län- der , ohne daß ihre Bürger des Reichs Unterthanen ſeyn , zugeſchweigen daß die kai» ſerlichen Privilegien mehr die Perſon als das Land des Ordensmeiſters betrafea, da dee Kaiſer ihnen kein Land erobert hatte, und daher in eigentlichem Verſtande auch keines zum Lehn geben konte. Woenn der Orden auf Deutſche geſtiftet iſt, und wenn das zu Deutſchland gehöret, wo deutſche Herren regieren, ſo iſt es Deutſchland leicht auf ganz Europa Anſprüche zu machen 3 welche ungültige Folge ſchon von andern um« geſtoſſen worden. Man ſehe hier des Herrn Ohlti beide Diſputationen, davon die eis ne zu Halle 1740 unter dem Vorſiß des berühmten Zeineccius, die andre das Jahr darauf zu Röniggsbert gehalten worden, 68) Auf den Goldaſt de regno Bohemiae lib. IV, c. 8, FS. 6, welcher aus den Reichsreceſſen erweiſet , daß die Regenten von Liefland vor der pohlniſchen Regie» xung Siß und Stimme auf den deutſchen Reichstagen gehabt, A, Siß und Stimme ſind höchſtens nur ein Zeichen, daß Plettenbertz und die folgenden Ordensmeiſter für ihre Perſonen eben ſo wie die Erzbiſchöfe und Biſchöfe von Liefland die Fürſtenwürde getragen , dadurch aber ihre Länder keinesweges zu kai- ſerlichen oder Reichslanden wurden, Es lieſſe ſich auch daraus ſchlieſſen, daß die Regenten einer Schußprovinz des römiſchen Reichs das Vorrecht, Siß und Stim« me zu führen genoſſen. Dabey doch anzumerken, daß Goldaſt eben keine ſonderliche Glaubwürdigkeit hat. Sonſt wäre der Beweis für uns noch ſtärker, Der Hochmeis/ ſter hatte Siß und Stimme auf den Reichstagen; der Hochmeiſter war 1512 noch kein Reichsglied 3 alſo kan einer Siß und Stimme haben und noch kein gewiſſes Glied des Reichs ſeyn, -y) Auf die Klagen , welche die Erzbiſchöfe wieder den Orden bey den Kaiſern ans gebracht, Z. E. Johan von Sinten bey Carl dem IVten, Blanckenfeld, Sch6- ning, Georg von Braunſchweig bey Tarl dem Vten, A. Dieſe Beſchwerden liefen auch am päpſtlichen Hofe ein. Die catholiſche Chriſtenheit erfante feine höhere Richter und Mitier auf Erden als den Papſt und Kais ſer. Die darauf ergangenen Reſcripte enthielten mehrentheils Vermahnungen uud ent- ſchieden nichts. Obgleich der Kaiſer unter den Deutſchen der höchſte Schiedsman hies, ſo wurden die Stände in Liefland doch durch kein Urteil deſſelben ruhig, Es kam vielmehr darauf erſt zum Handgemenge, Und wenn Friede werden ſolte, ſo verglich man ſich dahin, daß die am päpſtlichen und kaiſerlichen Hofe wider einander errunge- nen Urteile aufgehoben werden ſolten. Ueberhaupt aber war mit der Schußgerechtige- Feit die Erkfentnis der Streitſachen zwiſchen den Schußverwandten jederzeit verbunden« 9) Auf die kaiſerlichen Privilegien und Reſcripte, als 8 die Warnungen wegen der Re- ligionsunruhen , das Verbot keine Waffen nach Rußland zu führen. A. Auch dieſe beweiſen nur die Pflichten eines Schußherrn, Der Kaiſer dachte nicht an Liefland, als er 1547 den deutſchen Künſtlern nach Vußland zu gehen ers laubte , und wurde zur Unterſagung dieſer Reiſe nur durch die anhaltenden Vorſtelluno gen der Liefländer veranlaſſet, Nicht der Kaiſer , ſondern die Liefländer 47% . über

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Erzbiſch. Wilhelm. zurZeitder Regierung Gotthard Kettlers. 299 über die Lübecker , als dieſe zur Zeit des Krieges den Ruſſen contrebande Waaren zuführten. Privilegien aber werden auch an Fremde und Ausländer ertheilet , derglek« <en Riga bey vielen Potentaten erhalten hatte, ohne derſelben Oberherſchaft unterwor- fen zu werden, €) Auf den Rechtshandel, welchen Beinhold von Roſen und Reinhold von Vie- tinghofF vor der Reichskammer 3524 geführet haben. WMynſinger ſingul. obleru., centuria IV obſeru, 54, und Gylmann in praeiudiciis camerae Imperialis p. 3x A, Dieſer einzelne Fal, wenn er auch richtig wäte , würde dennoch zum Beweis des Hauptſaßes unzulänglich ſeyn. Die Streitigkeiten zwiſchen dem Meiſter und Erz« biſchof zur Zeit der Reformation verſtatteten keinen unpa' teiiſchen Richter für beider- . ſeitige Vaſallen , die ſich deswegen an den algemeinen Schiedsrichter der Chriſtenheit wandten. Aber auch dieſe Freiheit unter Privatperſonen lief gegen die Landeeſtätuten nach welchen kein Urteil auſſer Landes , wie ehemals geſchehen , geſuchet werden durfſte« Und als der Gegenpart die Ungültigkeit des Gerichts zu Speier zeigte, ward dieſer Proces ganz zurück gewieſen, Wolte man zu dieſen Einwürfen nech einige hinzufügen, z. Ex. daß Liefland zu ſeinem Contingent 50 Fl. an das Reich erlegen müſſen , daß die Stände ſich auf des römiſchen Reichs Hülfe bezogen , daß der Kaiſer Liefland ausdrücklich ſeine und des Reichs Provinz nenne; ſo kan unſerm Saße daraus kein Nachtheil erwachſen, Denn x) iſt es was gewönyliches, daß ein freies Volk dem andern für ſeine Bürg« ſchaft eine gewiſſe Summe abträget. - Liefland hatte vorher ſolche Sc<hußbündniſſe mit Schweden errichtet , ohne daß das römiſche Rrich dabey befraget worden, 50 Fl. die nicht einmal ordentlich entrichtet wurden , thaten dem Schuß des Reichs nicht Genüge , geſchweige , daß ſie als eine Erkentlichkeit des Lehnträgers angeſe« Hen werden fönten. Höchſtens zeigen ſie ſo viel an , daß zwiſchen dem Reiche und Liefland eine Art der Verbindung geweſens wie weit dieſe aber gegangen , wird ſich bald aus den kaiſerlichen Briefen zeigen, 2) Daß der Kaiſer Liefland ſeine und des Reichs Provinz nennet, iſt kein uns bequemer Ausdruck , weil auch Schußländer Provinzen des Reichs ſeyn können. Alle diplomata protedoria des Kaiſers hatten zur Abſicht, den licfländiſchen Ständen Anſehen und Schuß zu verſchaffen 3 weiter gieng dieſe Hülfe nicht. Und wenn auch der Kaiſer Lieſtand ſeinen und des Reihs Augapfel genennet hätte, ſo mus doch die Rich» tigkeit dieſes Saßes mehr aus dem kaiſerlichen Betragen als den Worten erkläret wer» den. Da die Noth am gröſten war , ſo rechnete der Kaiſer die Liefländer zur geſam«- ten Chriſtenheit , und entſchuldigte ſich , daß er dieſelbe nicht aller Orten ſchüßen könne, welches er auch mit der That beſtätigte, 3) Am allerwenigſten beweiſen es die durch die Gröſſe der Nöth erpreſten Worte Her hochbedrängten Liefländer , welche hinter dieſem Palladio die Freiheit ihres Lan«- des zu behaupten hoften. Sie ſuchten mit äuſſerſter Bemühung den Schuß beim Kai» ſer , den ſie bey keinem Nachbar ohne Unterwerfung erlangen konten. Dean gegen die Unterwerfung fand ſich überal Schuß für ſi. Sie müſſen alſo ununterworfen gewe» ſen ſeyn, Fürnemlich hatte Rettlor darauf zu dringen , daß das Reich ihm entweder helfen , öder ihm in ſeinen Verträgen freie Hände laſſen möchte, Das Beiſpiel des Hochmeiſters Albrechts in Preuſſen hatte ihn gewißiget, als welcher 1522 in die Acht - erfläret wurde; nicht weil er ſich vom deutſchen Reiche losgeriſſen, ſondern, wi? es im Decret heiſt , weil er den Orden verlaſſen, und deſſen gemeinſchaftliche Güter für feine Perſon zu Lehn genommen. Sonſt waren auch gewiſſe Vorrechte auf deurſchent Grund und -Boden damit verf-üpfe, wenn man ſich unter den Schusgevoſſen des Reichs befand. Die Liefländer waren alſo ein freies Volk , das nie etwas anders beim Kaiſer geſucht als die Schußnehmung, 4) Haben die Stände in Liefland ſich allerdings mit dieſem Titel bey der Uns kerwerfung Vortheile zu wege gebracht , die ſie vielleicht ohne ſolc<e Berufung auf das römiſche Reich nicht erhalten haben würden, Die Stadt Riga beweiſet ſolches am deutlichſten. Sie berief ſich auf den Kaiſer , und lebte 20 Jahr in beſondrer Freiheit, Daß ſie aver dem Kaiſer nicht unterthan 050 , iſt daraus klar , weil ſie mitlerwei«- a 2 le

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300 Leben und Thaten der liefländiſchen Ordensmeiſter, le zu Rathe gieng, ob es rathſamer ſey, kaiſerlich zu werden oder nicht. Doch fruch«e tete dieſes ſo viel, daß ſie vom Könige in Poblen herrliche Privilegien und Güter davon trug. Das vortrefliche Privilegium Sitziemundi Augzuſti vom 6ten Tage nach Catharinen 1561 iſt ohne Zweifel eine Frucht dieſes durch den kaiſerlichen Schuß erhaltenen Vorzuges für das ganze Liefland, Die Verbindung des Schwerdtbrüderordens mit dem deutſchen Orden in Preuß ſen beweiſet die Oberherrſchaft des deutſthen Reichs über Liefland eben ſo wenig z weil der deutſche Orden eben ſo wol von einigen Privatleuten , nemtic) bremiſchen und lübiſchen Bürgern angefangen worden, als der liefſtändiſche, und alſo ſeine Stiftung nicht dem Reiche und deſſen Gütern zu danken hat, Daher befümmerte ſich das Reich um die mit Preuſſen vorgegangene Aenderung 1454 ſo wenig als um die liefländiſche. MMaſcov, Zofſmann, Legnich, Lilienthal und der Kanzler Ludwig haben ſchon Preuſſens Jndependenz vom römiſchen Reiche weitläuftig er- wieſen *). Siehe das erleuterte Preuſſen B. V, S, 647, Mit welchen Gründen würde man die Unterthänigkeit Lieflands unter dem Reiche behaupten können, da Preuſſen noch mit dem Kaiſer zu thun hatte? Zuleßt bemerken wir noch, daß der Ordensmeiſter und ſeine Mitgebietiger , die Erz- und Biſchöfe mit ihren Kapiteln , das Regiment in Gemeinſchaft unumſchränft geführet haben. Sie ſeßten Regenten ab und ein, wie eine freie Repubtif zu thun pfleget : doch alles unter päpſtlichem und kaiſerlichem Schuße, Nur die Eiferſucht der Stände wider einander unterbrach dieſe glückliche Regierungsart gar zu oft- Ci- ner glaubte von dem andern, er wolle ſein Land von dem heiligen römiſchen Reiche trennen. Der Biſchof, Arnold zu Revel ſahe es fär eine Verrätherey an , daß man Schweden ein gutes Auge machte. Alle Freundſchaft mit den Nachbarn wurde ver- dächtig. Der Klagen wurden zu viel , und den Schußherrn das Amt ſaurer gemacht, Der Papſt ward deſſelben überdrüßig, weil ganz Liefland faſt die päpſtliche Lehre verlies. Der Kaiter ward auch gleichgöltig , weil Kiefiand mehr forderte als es dem Reiche einbrachte. Alſo nahm dieſes freie und ununterwürfige Regiment durch die Un- terwerfung unter Pohlen, dey vielen Thränen der damaligen Zeugen, ſcin verhängnis- volles Ende, Midenenamerezmräkkitn mme Ne Innen enen eä egg Zane wnn wege minne *) Dieſe Schriftſteller richten ihren Saß weit ſchärfer ein. Sie beweiſen daß Preuſſen niemals un- ter feinerley Namen dem römiſchen Reiche unterwürfig geweſen , daß es nie zum römiſchen Reiche gehöret , daß alle a&us poſlellorii des Reichs anf Preuſſen für unrechtmäßig angemaſſet zu halten. Man kan ihre Gründe mit leichterem Fortgang auf Liefland anwenden» Uns be- gnüget nur hier gewieſen zu haben, daß der Kaiſer nie Landesherr , ſondern Schußherr von Ziefland , und die alten freien Liefländer. nicht Unterthanen, ſondern Schubgenoſſen des rö- miſchen Reichs geweſen. Eben treffen wir wider unſer Vermuthen von der Independenz und Souverainität der lieländiſchen alten Stände gleiche Gedanken an, die der Herr Kanzler von Zudwig ſeinem Ruſſov beigeſchrieben. Sie-finden fich abgedru>t in dem Catalogus , darin der Reſt ſeiner aus der Auction nicht abgeholten und eingelöſten Bücher verzeichnet ſteher, und lauten S. 192 alſo: Anno 1204 (1261 debuit ſcribere Vir liluſtris) idem papa, non imperator, nouum ordinem inſtituit cruciſerorum, qui arma verteret in paganos L7wones, fibique ha- beret, quidquid fihl vindicaret ſerro, ſed tamen in clientela pontificali. Sed a. 1238 papae conſilio hi ordines ſubie&i Teutonicis in Paru/F4 , qui illis inde magiftros dederunt ; (0r- dens - Meiſter) contra Peruſſiae magiſtri inde adpellati ſunt Hobemeiſters vel Hochmeiſters. In dr Dani, Sueci, Ruſſi multa bella in Liwonia, Quorum iugo vt ſe ſubtraherent ordiness haud dubie maluerunt ſübeſle S. R. IL Verum de nexu aliquo, quem fübierunt cruciferi vie tro, nihil habetur in annalibus, Vnde eadem facies, quae Teutonicorum in Porzuffia : nif uod magiſter Porufficus omnia habuit ſub imperio ivo, non crucifer in Linenzi4, vbi epi- ſcopi, Dorpatenfts , Reualienffi, Rigenfſis, Curlandiae in cinilibus fui iuris erant , neque vt- Jum agnouerant dominum, ſed regnarunt in ſocietate prouincialium ordinum cum omni imperio (/owverain, abſslnt). Fabulac ergo fſimt inanes , Germanico Imperio addifam efle Livwoniam, Creſcente tamen in Ligonia Zuwſſeram potentia , tum demum Rigenfis archicpi- ſcopus obtulit obſequia ſua Caro/o V , et magilter fa&us Imperii princeps. Die

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Die 1. Tähelle, von deit Erzbiſchöfett, Biſchheit und Herritteiſtert des alteit Lieſlandes. 2 301 9. 1 Ty“ Tabelle ff aus etlichen tauſend Kauf- un Lehnbriefen ausgezogen, und aus gedruckten Schriftſteller volſüdiger gemacht, Wer das Glück künftig hat, mehrere alte Brieſſchaften zu brauchett, wirb in manchen Claſſen noch einen und den andern hinzuzuſeßen finden, y C. 3. *Mit"dem Antritejahr der Erzbiſchöfe und Herrmeiſter hat es gröſtentheils ſeine Richtigkeit , weil Idſtern ihren Briefen das Jahr ihres Regiments gewöhnlich beigeſchrieben, beide Regenten aber beim Antrit ihrer Re« glerung die Privilegien der Stadt Riga beſtätigen müſſen, Anders äber verhält es ſich mit den Biſchöfen , denen man "das Jahr ihrer erſten bekanten Urkunde beigelegt , daher ihr Antritejahr, zumal in ältern Zeiten, ungewis geblieben 3- Die Biſchöfe von Curland durchs i4te und 15te Jahrhundert bis auf MMartinum ſind in lhre? Äſten noch ungewiſſer. Man hat ſich blos eines alten Verzeichniſſes bevienen können , das die Länge ihres Regiments ans giebt , denen alſo von M7artin9 an, deſſen Antritsjahr man beſtimmen konte, eine etwanige Jahrzahl durch das Zurüc“ſten beigefüget worden, Biſchöfe zu Riga. Eſtländiſche Biſchöfe, | Wirländiſche Biſchöfe. | Semgalliſche Biſcht Eſiländiſche Biſchöfe in der Wyck zu Leal. Meiſter des Ordens der Nitterſchaft Weinbard von Segeberg 1186 | Fulco, nach Ocrnhiel- 1170 Bernhard, Graf vd 1217 Theodoricus, ein Ciſtercienſermön<, ward 1218 in dem Chriſti in Liefland Berthold von Lockum 1196 | men Julius. Oſtradus nac< Albe- L.ippe, ſolte zu Kleen däniſchen Lager von den Lſten ermordet, | Albert 1. Herr von Apeldern 1193 | Theodoricus 1. 1210 | ric« Chron, 1218 | und nachher zu Sty Zerman von Apeldern, ſeit 1218 Abt Benedictineror- &) Schwerdtbrüderordens, tTicolaus von Magdeburg 1231 | NRevelſche Biſchöfe, | roſidiren dens zu St. Pault in Bremen, verlegte das lealſche Vinno (201 H Y. YWeſſelinus oder |Theodoricus, Chron, Lambert | 1225 Stift nac) Dörpe- Dolquin 12c8 Erzbiſchöfe zu Rigä, TVeſcelo 1218 | Mont, Franc. * 1257 | Balduin von Aln& | 2232 Gottfried , Prior der Himmelspforte, 1224, ward Bi- Albert Il. von Sauerbeer 1254 |Guilielmus, in vielen 1225 4 ſchof der Wyck und Oeſel, 12) Deutſchen Ordens, Joh. 1. von Lünen, weil die 1374 | Documenten« Curländiſche Biſchök Oeſelſche Biſchöe. Dörptiſche Biſchöfe, Zerman ZBalcke 35:8 lateiniſche Fünfe und Zwey Torchillus 1240 | In einem däniſchen Herman I. nach Gln Gottfried, der vorh. zu Leal 1228 | Zerm. 1. von Apeldern 1224 | Zeinrich v. Heimburt 4. ſchwer in den Urkunden zuun- Docum, beim Huitfeld S. 285 heiſt er Trugetus, S. 183 ; geinrich I 1235 | Bernhard 1. 1247 |Didrich v. Grönimgen 8 terſcheiden iſt, ſo iſt ſein An- Aus den Urkunden iſt er noch bis 1277 bekant z da- Heinrich 1. nach Grl'tty 1256 | Laut ver Doc. mus hier noch Alexander, Zuitfeld S.274, 1272 |Andreas v. Stuckland cn tritsjahr ungewis. In den her irren diejenigen, welche den wirländiſchen Bi« S. 183 und laut unte!" duugpeinr. gefölge en ae 1256 | wird von den Heiden erſchla- Eberhard von Seine 1256 Privilegien der Stadt, ſich ei- ſc<hof Theodoricus hier einſchieben. In unſern cumente, 5w „german II. von Burhöve» 1271 | gen Anno von Sangerhauſen 1258 nen Vogt zu wehlen, heiſt das Documenten heiſt er auc) Thurgot. Allein in Kmund bey Brand! " den nach ZHuufelds Chro- Sridrich 1274 | Zurchard v Zornbauſen 1261 Jahr 1275 das erſte ſeines einer Donation der Mühle zu Sagenraken erſchei- andern, komt zu frü?“ | nik ſchon 125x Zernbardus Il. ua< Ruß 1254 | Jürgen von Aichſtädr 12ö Pontificats, welches mit meh- net ein Theodoricus Biſchof zu Revel von 1250 Engelbert, ward vo'M 1245 | Zenricus 11, 1293 | fow, In den Documenten Werner von Bretthauſen rabs rern übereinſtimt. auch von 1351, Curen erſchlagen Conrad 1 vertrugſich mit dem 1298 | lebteer noch 1299. Crantz Conrad von UÜieden 1569 Zeinrich 11. v. 2 Ürzellih, 1253 | Orden deshalb, daß er die Brü- Wandal. B. 7, K. 42, erweh- Orto von Roderſtein 12 4 Job, I1. von Sechten 1285 | Johannes I. übertrug ber Stadt Revel das lus 1285 | war nach Secmgal!lite der von Leal getrieben , brach net eines Alberts aus dem Andreas v. Weſi 4% EEE au pe 1 | 4 ; -- | aber den „Frieden ohne Emwilli- 6 Mike Indreas v. Wehttphalen 1274 Job. 111. von Schwerin 139 eccleſ, und epiſcopale 1284. ſtimmet 3 weil aber <? - . erzogl. mecFienbu " Ne - “4500 PESOP 4 '<E: „al gung des Kapitels, welches ſich herzogl. rgiſch. Wolter v. Llordec> 1275 Iſarus , gab das Privilegium 1299 gallen zu Riga 55%M daher mit dem Orden wieder Hauſe, legte ihm aber keine Ernſt von Ratzeburg 2 über Altenwogge im wen- war: ſo bekam er das M ihn verband- Er komt noch Fahrzahl bey. Erſol nach eis Conrad v. Seuchnwangen cd denſchen Kreiſe , ſo in dem Ziel 1. 1293 | Pilren und das Hauf 1304“ vor, und ſeßte 1306 die nem Jahre gerödtet ſeyn, Wilhelm von Schauerburg Er Kloſter Dünemünde, 1392 Lficolaus 1. erbauete die L7icolaifirche 1317 ſemqzalliſchen Biſche SRE NEN Beſchükeritz Theodoricus 1. 1304 |Conrad von Herzogenſtein 12 än Gegenwart des Meiſter Gortſchalc> nach Zuitfeld S. 396 Riga, bis es in Pile H . * EE fei t7icolaus, Huitfeld S. 413 1315 |259d0o von Hohenbach 3< Gottfrieds ertheilet worden. Olaus erbauete die Olaifirhe 1329 | Curland ruhiger wor ü. Y 500 Fs DEM neJahr- warin Dännemark S, 282. HZemrich von Dumpeghogen is Friedrich aus Böhmen 1302 | „Zeinrich) 11, aus ſeinen Briefen 1364 |Emund, übertrug vie? j1290 Neri Let ie Engelbrecht von Dalen, 1326 | oder von Dincelaghe , n. Gu el3 von Spfiuſen 1348 (Jovan Rekelt 1326 | (ebep Memel eS | Face ag [090 Ligiſcher Erpbiſcof“ [Beins 1296 IL obhan IL. Rekclin 2393 en, den 9gten . . ve Johannes 1. 134! Fz ? Sigfried von Blomberg 1369 | Johan 111. Ocke H 569 Eg und | nen Nf:3 WPnab Ne 153 Nb. Il. Damerow oder 1378 IEEE as 10 Joy. IV. von Sinten 1373 | geinrich I11, 1424 | Durchard, deren Jah Covrad U “ .. | Damme. Eberbard von 1)7onbeim -. ob. V. von Wallenrode, 1394 | Chriſtian 1426 | gewis ſind KL <SUINETE Knipenrode 1381 | Job. Geber. NachCrang 1382 |Surchard von Drepleoen öder < E ward Biſchof zu Lüttich, Gottſchalk 1, - - |Paulys I. 1317 | Peineich En | mW 108 1389 | "Bl, 310, ward ermit Urba- Drogeleven 8 2 Job. VL Zabundius LTaſo, 1416 | Zeinrich 1V. von Urkül, bauete den Biſchofshof. 1434 | JoV- !- 329 Cer Schöneflug 1422 |="? Je Cardinal, Goswin von Zericke 147 geweſener Biſchof zu Chur. Er weihete 1434 das Zrigittenfloſter ein. S«. Job. 1. 1332 | Lhriſtian Gorband oder 1424 Diedrich 11. komt noch vor 1395 | Arnold von Pietmgboff 1360 „Senning Scharfenberg, 1423 | Relch S. 136. Der Stadt erlaubte er 1438 auſ» Ludolph | 7333 | Rohband EIDG -15.000t.0 Wilhelm von Freymitſen 1364 ſchrieb fich Electus und Dom» ſerhalb der groſſen Strandtpforte die Gerrruren«- Jacob 02302 Joh. 1. Schütte 1434 rg oder Theodo- 1426 | Robin von Eigzen oder Lobbe propſt zu Riga. kapelle zu bauen , und ſie mit einem Prieſter zu ver- Otto | 1374 Judolph 144Ö en von Hülſen 1374 Silveſter Srobwäſſer 1448 | ſehen, Nutceterd | 1398 b k RKrauel 1450 Bartholomgus 1449 (YWennemar von Brügttenei 1392 Stephan von Gruben 1479 Gottſchalc> „ub 404 5odocu . Ioſt von 1461 Henricus a. | Conrad von Vietinghoff IE: Wichael Zildebrandt 1484 Johannes I11. Ci 1426 Zane er Joſt Zu 5... 1472 | Didrich Torck 1413 Ja Dar Linde 1509 aulus U. von n "1458 “3. ſ Job. . nennet in den un1- 1476 Z1ifor ander» 4 - 55% VIL von Blanckenfeldt 1524 Fag ( zv; 1 ONE BIRNE 308 SE Dei Documenten einen Er 12 bs << ming wir Chomas Schoening und ſein 1527 | hülſe des ZINS | Vorfahren Heinrich. vancke von Rersdorff, oder beſ: F MN <b X LEverhard, aus des vevelſchen Profeſſors Aulini 1472 | Peter Wedberg ſtarb 1491 1472 Ch WIE auch Cheodori- 1486 | ſer von Rerſebrügge 1434 ilhelm , Margg. zu Bran- 1549 | Biſchöfen , und unſern Documenten. | In dieſem Jahrhundert fallen „cus det IV. Heinr. v, Bucbenvo: de anders denburg *) und deſſen Coad- Simon von der Borg, geweſener Canonicus zu 1477 die Jahre in den Docum. iehr Johan V- 1499 geheiſſen Schungell 1435 jutor - „züdegbheim. j hb unördentitc) aus, (3 ſich 3 heil. Bernhard !l1. andre Ger- 1511 7 denreich Vincke v. Oberberg 17 tTicolaus 11. Rottendorp, hielt die Kirchenviſi- 150x |Martin zuPilren, D1475 iE Kempa hard aus des valkenar | Jah, iengden anv.gen. Oſthoff p>4 tation. Das dabey ausgerichtete Tractament be- Zunamen Stvit. | N En von dem Herrmeiſter, ſch. Abt Lamberts Briefe« Job. Woichus von Ferſen 1470 ſchreibt Relch S. 157, und mit einiger Verſchie- Michael Gualtel!: | theils von dem Kapitel unterſtus Chriſtianus 1546 ZZexndr von der Borg 1471 Chriſtoph Herzog zu Alec 1553 lenburtg, denheit Ceumern S. 138- Gottſchalck 11. Hatzen 1509 |Seinrich IL Bazd? olrhers 1512 Job.1v.O ket wurden. Merz 1515 rggies ſtarb den 19 1499 Joh. V1. Blanckenfeldt, 1520 Jov. Freytag von Loringhoff 1486 ward ricziſcher Erzbiſchof. Joh. Vil. Gellingshauten 1528 2 cxman von Drüggenet genant - W.lIrher von Pleicenberg 1494 ob. IV. Blanckenfelde , na i 1 3 Dörpt und SEE un (roe Fn EE german H. Kom higge Job.V. Riewell, ſtarb 1527. 1516 jeScexm, Il Bey, ein Büh» 1543. Hajenkampf 5 Georg von Tieſenhauſen, war ſeit 1527 zugleich po- 1529 rigiſcher Dechant Georg von Ticſenhauſen, 1530 | gersſohn aus Döcpr *). Jah. von der Recke +. ſtulirter Biſchof zu Ocſel ju 7. ſtarb zu Revel 1539+ Jodocus oder Jof? von der 1543 Hemr. v- Galen 1551 Arnoid von Anneberg,, er verſchrieb dem Dechan- 1537 “Johan IV. Biſche Fi 1541 [Wilhelm Marg. zu Dran 3532 Recke. Wilbelm von Fürſtenbera N. ten und Kapitel zu Oeſel den Hof Jackenwolde land und Oeſcl v-“"" denb. Coadj. des Erzſt- zu HermanIIl. Weyland von 1552 | Zorchard Aertler - 1595 +) Der Marggraf war ſchon 1525 mit der Rieſenmühle 1549 um 1000 Thlr, gege“ hauſen, ihm kau te | Riga und ſein Gegner Veel. . Ep ü Reinhold v.Zurthöveden, 1538 | *) Dieſer Herman Dey hat in der Hiſtorie feine gewiſſe Jahrzahl. Gellings* 60 Thlr. jährliche Renten. Friedrich, aus den Stadtprivilegien 1553 Wauriius Wrangel, ihm kaufte das Biſtum ab 1560 ÜJagnus Herzog von Holſtein. in ZLiefland- Sein hoher Stand 1 warihm inallem hinderlich. Sein Biſtum auf Geſel war von ſchleche ter Dauer 3; mit der Coadjutur in Riga hielt es ſchwer , und als Erzbiſchof erlebte er manche un» glückliche Veränderungen. ſtum ab p Vaagnus Herzog v* 11560 ſtein ſtarb 1583, 1855 Schlosfirhe zu 1 graben war einmal abgeſeßt bis 1538 Job. V1.v. Münchhauſen, 1541 ihm kaufte das Biſtum ab Nlagnus Herz. v. Holſtein 1560 hauſen erſcheiner auf den Münzen bis 1542, und auf denen von 1543 komt Jo» dorus» oder Judocus vor, - Da dieſer lektere, 2 Jahr hindurch, ſich Electus nen» net, io 1 es warſcheinlich , daß er ſich mit einem Competenten, rmerman, durch ein Stäck Geldes abgefunden, daher man ſpotweiſe im Sprüchwvrt gejaget : Dey ha be jein Bijtum für eim Cy gegeben 3 mit EI er in Deutjhlund ein ruhiges Leben juchte« 8 93 Die

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158 E&)% Ze3U 303 Die Il. Tabelle von det Sigilleit der Ordens+ und andrer geiſtlichen Perſonen nebſt den ältern und neuern Sigillen und Wapen der Städte. Vorerinnerung. % +» leſe Jnſiegel befinden ſich gröſtentheils unter den clodiſchen Documenten , und ſinb von der geſchiten und genauen Feder des Herrn Richards von der Zardt von den Originalen abgeriſſen, Von dieſem in alten Papieren und Urfunden bewanderten Man, deſſen Gelehrſamkeit aus ſeinem beliebten Werke: HZo/!maa fitterara , mit erhellet, Hat ſchon der halliſche Superintendent D. Joh, Michael Seineccius in Syatagm. de Veterum Sigillis pact. 1, c. XIII, 6. 12, p- 155 die erhaltenen Siegel des Herrmeiſters und Des Hauscomturs von Lieftand in Kupfer ſtechen laſſen. Wir haben uns nur der öffentli« <hen Sigille bedienet , die vielen Privatſiegel der alten Ueftändiſchen Rauterſchaft aber mit Fleis weggelaſſen , weil die meiiten heutigen Nachkommen das alte Wapen ihrer berühma Len Ahnherrn aus der Ordenszeit beibehalten und mehr-verzieret haben z; welche Samlung der Wapen und genealogiſchen Stamtafeln ein eigenes und koſtbares Werk erfordert, in einer Chronik aber gar nicht angebracht werden kan, H. 2. Einige Ordeneſiegel , als die Geburt Chriſti, deſſelben Flucht in Egypten , und Hergleichen laſſen ſich kurz beſchreiben, Man ſieher ſie faſt in allen Kirchengemählden , oder Bilderbibeln. Auch die Kinder kennen ſie aus ihren Evangeliumbuche, Die Andacht der damaligen Zeit fand in dieſen bibliſchen Geſchichten und ihrer natürlichen Abbildung ein für ühren geiſtlichen Ordensſtand überaus bequemes Sinbild. GS. 3. Die dabey ſtehende Jahrzahl iſt das Jahr der Urkunde , unter der ſie vorfoma men. Wo daſſelbe gefehlet , da iſt auch dem Siegel keines beigeſezet, Jn den neuern Zeiten des Orders ſcheinen die Hauptſiegcl unverändert geblieben zu ſeyn, ob ſie gleich in ältern Zeiten einize Veränderung gelitten; Avs Verſehen des Nachſchreibers ſind die Abbreviatua ren der Mönchsſchrift nicht überal beobachtet , ſondern ausgeſchrieben, Dahin geſßöret auch Das der Hand ſo geläuſige ge, dafür die Mönche ein ſchiechies € gebrauchten. F. 4. Verblichene Siegel ſind von der hardtiſchen Fever mit einer Figur bezeichnet, Die ſich in ihren ungewiſſen Linien , die noch dazu zertrümmert und im Graus lagen, ſo ſchwer als gar keine errathen lies. Dieſen durch die Einbildungsfraft eine Figur zu geben, wäre zu dreiſt gehandelt ; daher man ſi? gar weglaſſen 3 die aber , ſo noch kentbar geſchienen, lieber mit algemeinen Ausdrüen einer Perſon und eines Heiligen benennen, als ſie genaver beſtimmen wollen, Doch haven wir verſchiedene darunter aus einer beträchtlichen Menge Originalſiegeln ergänzen können , die uns zu dieſem Endzwe> von geneigter Hand erlaubet worden, . G. 5 Von den Stifesſiegeln der Erz- und Biſchöfe wäre noch zu merken, daß ſie faſt alle den Biſchofsſtab zur Rechten , das lange Kreuz aber oder den Patriarchenſtab zur Sinfen, beide en ſautoir, haben, ß. 6, Die Siegel und Wapen der Städte haben wir der ſchönen Samlung des Herrn Obervogts von Schievelbein , und die Wapen der berrmeiſterlicden Familien den faubern Abzeichnungen des Herrn „Bürgermeiſters Gotthard von Vegeſack in Rua zu danken. ie ſind hier in der Ordnung angebracht, wie ſie mit vieler Mühe haben angeſchaft werden können, Mit der Zeit kan man eine volſtändige Samlung derſelben hoffen. 9. 7. Die gröſten Jnſiegel ſind mit O bezeichnet. Die andern haben dieſe Geſtalt und Gröſſe, | ' No. x. Runde, wie der gröſte Doppelthaler oder Ducaton«» 2. Runde , in der Gröſſe eines ſtarken Thalers. 3. Runde , in der Gröſſe eines halben Thalers. 4. Viereigte oder rautenförmige. 5. Elliptiſche oder länglichtrunde yon der erſten Gröſſe, 6, Elliptiſche von halber Gröſſe, 7. Ovale, fleine, 8. Runde ganz kleine, Hh hh Sigilſe

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304 Die ll. Tabelle von den Sigillet Sigille der Häupter und Befehlhaber des Ordens; inricur Dei gratia Romanorum Rex et Setnper Auzuffur, Ein groſſes rundes Siegel in weiſſem Wachs , auf welchem der König in ſeiner königlichen Reſidenz und Krone mit ausgere>ten Armen ſißend , in der Rechten das Scepter mit dem Kreuz an der Spiße, in der Linken den Reichgapfel mit dem Kreuz hält. Aus der Beſchreibung des Tranſs» ſumts, welches der lübiſche Biſchof Eberhard, auf Vorzeigung des rigiſchen Dome herrn , Johannis Bocheym, durch. den kaiſerlichen Notarius Job. L.enardi, bre- miſchen Clerifus, abnehmen laſſen, Der Urkunde iſt Indidio XIV beigeſchrieben. Die übrigen kaiſerlichen Briefe haben nur diejenige Chifre , wie ſie Münſter in der Cosmographie abnehmen laſſen, O Sigillum Waldemari Dei Gratia Danorum Regis , Ducis defßhoniage, Der König mit der Krone, dem Scepter und Reichsapfel , unter einem Baldachin ſißend , auf einem Thron oder Zelte, ſo auf 4 Säulen ruhet, Auf der andern Seite ſiehet man 3 Leoparden über- einander , die hier gefrönet ſcheinen, und eben die Umſchrift haben, Ein anderes Siegel von eben demſelben, wo der König ſtehend und Apfel und Scepter mit ausgerecktem Arm haltend abgebildet iſt. Beide hängen an den eſtländiſchen Ceſe ſioneacten von den Jahren 1346:und 1352, 2und Sigillum Magiſtri Livonie , auf welchem nach den älteſten Documenten die Geburt Chriſti 3. abgebildet iſt , dergleichen Siegel 1349 unter den Briefen Goswins von serike erſchei- net. Noch 1426 bedienre ſich Spſe von Rutenberg dieſes alten Sigils. Allein nach- her erwehlte man die Flucht Chriſti in Egypren, da Maria mit dem Kinde auf. vem Eſel reitend vorgeſtellet wird, dergleichen ſich unter den Briefen Zeidenril: Vinckens von 1442 findet. Auf den folgenden begleitet Joſeph das Kind , oder leitet ven Eſel, z. E. 1451 unter Johannis von Mengede Documenten, Sie ſind iinsgeſamt auf roth Wachs gedruckt 3 die alten aber haben recht ungeſchite Figuren. Das kleinere von der dritten Gröſſe brauchte Plettenberg; in unterſchiedlichen Briefen und Handſchreiben. So findet ſichs in den Originaldocumenten der Stadt Riga, In denen ritterſchaft lichen hat ſhon Cyſe von Rutenberg den walckiſchen Vertrag 1424 mit dem neuen herrmeiſterlichen Siegel unterzeichnet. Gemeiniglich lieget das Ordens. und Geſchlechts- wapen , jedes in eigenem Schilde, darunter, 3. Sigill. Landwarſchalki in Liunia, Ein geharniſchter Ritter zu Pferde in vollen Springen mit ausgeſtre>tem Speer oder Lanze, zur Linken mit dem deutſchen Ordensſchilde bede>t. 1364 in grünem Wachs. Dieſes Siegel führte auch der Grosmarſchal des deutſchen Ordens in Preuſſen, aber in rothem Wachs. Sigill. Commendatoris Domus Theutonicorum in Lyuonia. Die Geburt Chriſti 1277 rothem Wachs. 3. Sigillum Commendatoris Dom. Teuton. in Linonia, Ein im Bette liegender Kranfer , zu deſſen Haupt ein Engel, zu den Füſſen aber ein Pilger mit dem Wanderſtab ſtehet: oben, wohin der Kranke die Augen ſchläget, ſiehet man das Kriplein Chriſti mit hervorragenden Ochſen und Eſel, 1320. Der Groscomtur in Preuſſen hat das Jeſusbild , ſo Nlariam ſegnet, in grünem Wachs, 1451 zund Sigill, Commendatoris de Yellin. Der König Ahaſverys , der den Scepter zur Eſther 2. neiget, 13203 oder in gelbem Wachs den Vater , der Mariam ſegnet 1451. 3. Sigillum Commendatoris in Dunenmnde. Eine Jungfrau mit der Märtererkrone , welche in der Rechten ein zur Erde geſenktes Schwerdt, und in der Linken das Rad hält. 1347« 6. Sigillum Commendatoris in Wenden. Das jüngſte Gericht, 1347, 3. Sigillum Commendatoris de Segewolde. Ein Mandelbaun, 1320. 5. Sigillum Commendatoris de Leal, Ein Adler der nach der Linken zu ſiehet. 1320. Sigillam Commendatoris in Witzenſtene. Der auferſtandene Heiland , mit der Siegesfah« ne in der Rechten. Dieſes iſt uns von dem öſelſchen Biſchof Winrich in einem Trans- ſumr beſchrieben. Sigillum Commendatoris in Ge/dingen. Der barmherzige Samariter , welcher die Wun- den des Menſchen von "Jericho auswäſchet, 1347 , in geibem Wachs, g zund Sigillum Commendatoris de Revalia. Die Anferſtehung JEſu Chriſti mit den beim Gra- 2 be beſtürzten und zu Boden gelegten Wächtern, 1364, in grünem Wachs. Sigilum Commendatoris de Perona. Ein Ordensbruder in Rüſtung, der in der Rechten den Spies , und in der Linken das Ordenswapen mit dem Kreuze hält, 1347 O- dulus. 2 . . 32 OO . Si-

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Mo» dulns. der ÖOrdens- Und ändrer geiſtlichen Perſonen, 365 6, Sigillum Commendatoris de Windai Ein Eichenzweig ; zwiſchen zwey rüfwerts geſekten Vögeln , die ſich nach einänder umſehen, 1347. Das Siegel der Comture von WMitau war äusgefallen. O Sigillum Ducatus Livoniae. Ein ſilberner Greif, mit dem Schwerdt im rothen Felde , auf 2. 3. 3. 3» 2und 3. . 5% Z. deſſen Bruſt der gekrönte güldene Namenszug des geſalbten Oberhaupts zu ſehen iſt; Sigismund Auguſt ertheilte dem Lande dieſes Wapen in dem Privilegio von 26ſten Septemb. 1566, Aus dem Rajolawirz iſt erweislich , daß die Licfländer den Greif qus Gefälligkeit gegen den erſten pohlniſchen Generaladminiſtrator und Freiherrn Joh, Chortbiewvirz ; der ihn auch führte , ins Wäpen genommen. Der Herr Landrath von Ceumern haf das Wapen von Liefland vor ſeinem Theatridio z mit vieſeint Diſtichs 2 In campo erigitur rubro Gryps enlifer albusz Cor Regis titulos et diadeina gerit; | Im Siegeln iſt das Wapen mit einer Kröne gede&t. In der liefländiſchen Fahne aber iſts dem rußiſchen Reichsadler auf die Bruſt geſeßt, j Sigillum Ludovici Marchionis Brandenburg; Ein Adler im deutſchen Schilde, ſo mit Laubwerk g« :ret iſt, Es findet ſich. daſſelbe unter den Verkaufbriefen von Eſtland. S. Walther von Cronenberg Adminiſtrator der Hochmeiſteramt+ und Mai/ter Teuts Scher Ordenr in Teutſchen und Welſchen Landen, Ein ſehr groſſes Siegel, deſſen Umſchrift in der Runde 2 Zeilen einnimt. Ein Schild mit zierlicher Einfaſſung, welches durch das Ordensfreuz in 4 Felder getheilet wird, darin das deutſche Ordensa2 wapen mit dem Geſchlechtswapen abwechſelt. Das Mittelſchild hat den Adler, Sigille der Ordensvsgte. Sigillum Aduocati de Oberpahlen; Ein Silienfreuz, 1347. Sigillum Aduocati de Karkur,. Eine beſaamte Roſe, 13474 ' Sigillum Aduocati de Wz/enberg. Ein Ordensbruder im Härniſch, der in der Rechten eins Fahne , und in der Linken das deutſche Ordeneſchild hält. Sigillum Aduocati de Jerwen. Die Mandelruthe Aarons, 1438. Ein älteres von 1364 gleicht einer Lilienſtraude, . Sigillum Aduocati de Sackala- Ein Kreuz im deutſchen Schilde. 13479. Sigillum-Aduocati de Sünneburg. Ein ganz kleines Siegel, Zwey ins Andreasfreuz geſegßte Schwerdter , mit zur Erde geſenkten Spißen. 1438. Sigillum Aduocati de Kokenhufen. Ein Prälatenſtab und Schwerdt im Andreasfreuz, 1417. , Die Siegel der Vögte von Ermis und Roſtten waren ausgefallen. Sigillum fratrum militiae Chriſli in Lävomia, Zwey Heilige, die aber ganz verblichen. 1256, Sigillum Capitanei Peregrinorum; Ganz flein und rund. Ein bloſſes Kreuz, 1298. Sigillum Hoſpitalis S. Mariae. Das tDarienbild in gelbem Wachs. Auf. der andern Sei« te der Heiland, der Petro die Füſſe wäſchetz Domus Teutonicorum fratrum. 1451. Siegel der Erz- und Biſchöfe des alten Lieflandes. Die päpſtlichen Bullen haben alle die 2 bleiernen Siegel von der Gröſſe 3. Sie zeigen 2 Geſichter mit der Aufſchrift 8. PA. 8. PE. und auf der andern Seite den Namen des Papſts. S. Alberti D. G. Livonienfir Epiſcopi. Ein Biſchof im Pontificalhabit , hinter welchem eis nige Spißen wie Straten hervorragen. 1224. S. Alberti Archiep. Bapt. O. gentes e. abluentes. Ein in der Höhe eine? prächtigen Altars ſißender Erzbiſchof, an deſſen rechtem Fus in einer Kapelle ein andrer Biſchof. ſtehet , mit der Unterſchrift Pruſ; Am linken Fusiſt ebenfals ein Biſchof mit der Unterſchrift L?vo. unten aber eine Menge Täuflinge , mit der Unterſchrift ELonie, 1255. Sigill. 19h. Dei Gr. Sandtae Rigen/r Eccleſ Archi-Epiſcop. Ein ſißenter Biſchof, mit dem Stabe , mit der rechten Hand ſegnend. Rev. Secretum Johannir Archiep. Rig. Die Krönung der Jungfr.'Nlariä, unter ihr ein Biſchof, welcher ſie mit gebognen Knien anbetet. Aus einen Tranſſumt beſchrieben 1277. So ſteht auch des damaligen öſel- ſchen Biſchof Hermanns Secret bezeichnet, Secret. Fenningi Archiep. Rig, Ein im Chor betender Biſchof mit gebogenen Knien, Uns ter ihm zwey zuſammen geſeßte Schilde, in deren einem der Parriarchenſtab und Bie ſchofsſtab quer über einander liegen, in dem andern aber die Lilie als das Kapitelswapen zu ſehen iſt. 1426, Hh hh 2 Sigill,

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Mo- 306 Die Il. Tabelle von den Sigilleit Qulus, 4. Sigill. Silveſtri D. G, Sande Eccleſie Rizgen, catholice Archi Epiſcopus Ordinis Theutomd, Der heil. Franciſcus im Chor mit ſeinen Wunden, 1457. 5. Auf einem andern ſchmälern iſt die Mutter GOttes mit gefaltenen Händen, ihr gegen über T BZ». . [| EE?) 6. 5 . . GOtt der Vater , der ſie mit der Rechten ſegnet, und in der Linken die Erdkugel hält. Beide führen unten 2 zuſammen geſeßte Schilde, in deren einem der Biſchofsſtab zur Rechten und der lange Kreuzſtab zur Linken quer über einander liegen, in dem andern aber 3 Sterne als ſein angenommenes Wapen erſcheinen, Den Zwiſchenraum füllet die Stifs» lilie, 1472. Herr Rich. von der Zardt lieſt ordinis 'Theologici, welches wir in Thentonici ver« wändelt. Silveſter bediente ſich auch in deutſchen Urkunden des Ausdru>s: Erzbia« ſchop düdſches Ordens , blos aus Gefälligkeit 3 welche Ehre ihm ſeine Nachfolger ganz allein überlaſſen haben , weil ſich nachher kein Erzbiſchof. ſo mehr geſchrieben, auſſer daß Caſper von Linde dieſe Formel wieder hervorſuchte, . Sigill. Domini Ja/paris Sandte Rigenfir Eccdleſie Archiepiſcopi ord. Teuton. Ein im prächtigen Altarchor ſtehender Erzbiſchof mit dem Patriarchenſtab , und zum Segnen aufa gehabener rechten Hand» Unten ein in vier Felder getheiltes Wapenſchild , darin das * Patriarchenkreuz und der Krumſtab mit dem Lindenbaume abwechſelt, 1521, Die meh« reſten Siegel dieſes Erzbiſchofs ſind prächtig und haben eine längere mit vielen Abkürzune gen verſehene Umſchrift z. Ex. b.eatae Mar.iae Teuton,icorum in Livonia, . Sig. Dom. Johannis Archiep, Rigen/: Epiſco. Tarpatz Ein Erzbiſchof. in Pontificalibus? Zu ſeinem Füſſen iſt das in ſechs Felder getheilte blankenfeldiſche Wapen, und oben ne- ben ſeinem Haupt die Dreieinigkeit, in der Höhe eines ſchönen und mit Cherubinen gezier- ten Altarchor8s Die Umſchrift enthält beide Stiftstitel, 1526, Sigill. Wilthelhni Dei Gratia Arch, Rig. March. Brandenb. Ein vierfach getheiltes Schild mit abwechſelndem Adler und Greif, Das Mittelſchild iſt das Amts - Stifts 9 Kapitel « und Stadtwapen im deutſchen gevierten Schilde, 1545. S. Wilhelhni D. G. Archi, Rigenfs Marchio. Brande. Ein geviertes Schild3 im 1 Felde iſt der Adler , im 2 der Greif, im 3 der Löwe , im 4 das hobhenzolleriſche Wapen, Das Mittelſchild iſt auch geviert und hat im 1 Felde das lange Kreuz nnd den Krumſtab quer über einander liegen, im 2 die Stiftslilie, im 3 das Ordenskreuz und im 4 die Stadtſchlüſ« ſel von Riza. Ueber dem ganzen Schilde iſt die Jahrzahl 1545,- . Sigill. Henrici D. Gr. Epiſc. Revalienr, Ein Warienbild im prächtigen Altarhauſe mit dem Kinde und dem Scepter in den Händen. 1448. Ein anderes mit dem Miarienbilde , ſo das Kind in der linken Hand hält. In der Mitte zur Seiten ſtehen die Apoſtel Petrus und Pauls. Zu den Füſſen ein Biſchof: mit der Müße , welcher die Mutter GOttes anbetet. Die Umſchrift iſt der vorigen gleich, 1426, Die Biſchöfe aber ſind unterſchiedene Perſonen, Anm. Siebmacher B.1, S, 12, ſtellet das Wapen des Biſtums Revel ſo vor : In-der Mitten iſt ein ganz rothes Schild; die Feldung umher iſi mit blau und Gold abgetheilet, Secretum Eberhardi D. G. Epiſcopi Revalienfr, Das Ularienbild in einem mit Engeln gezierten Altar. Unten in 2 zuſammengeſeßten Schilden der Prälatenſtab und der lange Kreuzſtab 3 im andern 3 Balken, 1472, Sigil. Fratris Simonir D. G, Epiſo. Reval. Die Mutter GOttes mit dem Kinde in der lins fen und dem Scepter in der rechten Hand, Unten im Altarc<hor liegt det Patriarchenſtab im Andreaskreuze, In dem andern Schilde das bortgjiſche Geſchlechtswapen, 3 Am- feln, 1478-« In einem anden Sigil ſiehet man an den Seiten des Altars die beiden Apoſtel , die ein darunter liegender Biſchof. anbetet, 1481, Nicolaur Epiſcopus Revalie. Ein deutſcher Schild , oben mit der Biſchofsmüße bedetz das linke Feld iſt verblichen, das rechte hat 2 Sparren. 1501, Sigill. Herman. D, G. Lealenfis Epiſe, 1224. Ein Biſchof. Sig. Bartholomaei D. G. Epiſc. Tarbar. Ein zierliches Altarchor mit ver Mutter GOttes und dem Kinde auf. dem Arm. Jn der Mitten Petrus und Paulus; unten ein Win« delkind. Zur Rechten und Linken das Stifts 9 und Geſchlechts8wapen , nemlich Schwerdt und Schlüſſel, und ein wachſender Widder, 1457« Die Biſchöfe von Dörpt ſiegelten wie alle Biſchöfe in roth Wachs, welches auch aus einem verblichenen Sigil des Biſchofs Theodorict von 1424 erhellet, . Ein prächtiger Altarchor , in welchem die DJaria ſißet , zu deren Seite die Apoſtel Paulus und Petrus in eignem Häusgen ſtehen. QDOben in der Spiße ſiehet man ein Schwerdt mit dem Prälatenſtab ins Andreasfreuz geleget, und über ſolchem eine Biſchofsmüße, Zur Rechten liegt ein Schild, wo Schwerdt und Schlüſſel, zur Linken ein w- wo hlüſe

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Mo- dulus, 1 3. 3. 3: 2 . 5. 6, 1, 2 . 3 der Ordens- Und andrer geiſtlichen Perſonen. 307 Schlüſſel und Schwerdt quer über einander. Unter dem Alarienbilde iſt das gevierte Wapen, in deſſen xſtem und 4ten Felde das Stiftswapen, in dem 2ten und 3ten das Familien- wapen erſcheinet. Dabey zu merken, daß das 2te und 3te Feld quer getheilet, und 2 Ha« ken in Metal, und einer in Farbe ſtehen, Sig. Jobannir Epiſcopi Terbaten/tr. 1540. Sig. Hermanni D. G. Epiſc. Tarbat. Ein geviertes Wapenſchild , in deſſen erſten und'gten Felde Schwerdt und Schlüſſel kreuzweiſe 3; im 2ten und zten eine halbe Lilie von 2 Roſen zur Rechten begleitet vorkommen, 1552. Frater Henricus D. G. Epiſcop, Q/lie. Ein Prälate in Pontificalibus. 1242, x S. Winrict Epiſc, Ofilienf- Ein Biſchof mit Stab und Infel in einer Kapelle; zur Rechten ein ſich umſehender Adler, zur Linken 3 Vögel. 1389. Sigill. Chriſtiani Epiſc. Qfiien/: Ein am Pfeiler angeſpantes Rind oder Widder. 1426, 1! Secr. /.udolpbi Ep. Ofl. Eine groſſe Roſe , in welcher ein ſchrägrechts gelehntes deutſches Schild lieget , worin ein Schweinskopf mit den Zähnen, 1457. Sigil. Johannir Vatelkanne eledi eccleſiae O/iliens. epiſcop. Das Wapen der Stadt Hapſal, 1461, Sigil. Perri de Wedberg Epiſcop. ecclelie Oflienn. Ein Megprieſter mit dem Kelch in der Hand, 1472. * Sigil. Johannis D. G. Qflienſ: epiſc. adminiſtrat. Curon. Ein zierlich quadrirter Schild mik abwechſelnden agnus Dei und Adler, 1545. Sig. Emundi D. G. Epiſc, Curon. Ein auf einem Quadratſtein ſtehender Biſchof im Chor«- ro> , mit dem Stab in der Linken , die Rechte zum ſegnen ausſtre>end. Zu beiden Sei«- ten 2 hervorſehende Thiere, 1290. Sig. Johann. D. G. Epiſcop. Curoni. Waria auf einem halben Mond ſtehend, in der Rech« ten das Kind , in der Linken den Scepter haltend in lauter Strahlen, Zur rechten Seis ten der Adler , zur Linken ein punctirter Schild. 1426, Secretum Pauli Epiſcop, Curon. Ein Altar mit dem Mesprieſter , ſo den Kelch reichet, 1457« . Sigil. Martini D. G. Epiſc, Curon. Ecclel, Ein mit Heiligen geſchmücter Altar, worune ter der Biſchof ſtehet, der zur Rechten ein agnus Dei, zur Linken die ſtralende Sonne hat. 1495« Einige fremde , doc< unter liefiändiſchen Documenten befindliche Sigitle. S. Wilhelmi Epiſc. Mutinenſ: Ein Biſchof im Ornat. 1226. S. Petri miſeratione diuina Epiſ. Albanenr, Ein Biſchof , mit den 6 Buchſtaben zu beiden Seiten C-H. M-G. V-S, 1251. S. Job, D. G. Epiſcop. Lubicen/- Der Biſchof, hinter deſſen Kleidern 2 Thiere zur Seite den Kopf hervorſtrecen, 1270. S. Marcelli Epiſc. Eccl. Skalholten/: Ein Biſchof im Ornat, Zu beiden Seiten 2 kreuz weiſe liegende Schlüſſel, Unten ein Schild mit einem Löwen, 1469, Jn grünem Wachs, das Nlarienbild mit dem Kinde auf einem prächtigen Seſſel ſißend : Sig. Mag. Gener. Hoſpitalis Fratrum Hierofolym. Der Revers hat inrothem Wachs das deurſche Ordensſchild. Sandae Mariae domus Teuton. 1451 Sigill. Hoſpitalari, Ein Bruder, der dem andern die Füſſe wäſchet, 1451, in gelbem Wachs. Sigille der Aebte, Pröpſte , Kapitel und Klöſter im alten Liefiand... S, Capituli fande Rigenfr Eceleſfie, Die Mutter GOttes wird vom Vater geſegnet. Zur Rechten Petrus und Paulus, zur Linken ein Prälate. 1457« S. Eccleſ, Sandt, Mariae Rigenſ// Das Marienbild mit dem Kinde ſißend, 1224. . Dergleichen, wo das Marienbild über den Thocen einer Stadt ſißend vorgeſtellet wird; 1271. Mit der Zeit ward das Stiftswapen geändert, und der. lange Kreuzſtab , mit dem Krumſtabe ins Andreasfreuz geleget, zum Wapen angenommen. Das ritziſche Dom- fapitel ſiegelte entweder mit der Lilie , oder dem Ordensfreuz, auf grünes Wachs. Sib- macher , dem ſonſt nicht immer zu trauen iſt, führr das erzbiſchöflich - rieziſchhe Wapen unter den geiſtlichen Prälaten an der gten Stelle ſo an: Im rothen Felve ein gelbes Kreuz , über dem Wapen die Biſchofsmüße, hinter welchen Schwerdt und Krumſtab durchgeſtet erſcheinen, Vermuthlich ſol dieſes a 77488 des Erzbiſchofs Wilhelmi ii ſeyn,

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308 Die 11. Tabelle, von den Sigillen Mo- ſeyn, welcher als ein geborner Neichsfürſe ſich des Degens bediente; da hingegen die ans gulus 2. W TL 6. X. I. 5. 6. T+ 6, 6. 6. 6. dern Biſchöfe dafür den Kreuzſtab oder Patriarchenſtab geführet. Sig. Capituli Tarbatenfin, Ein Stern von 6 Strahlen in einem die Länge herab getheilten Schilde, im rechten Felde die Ruthe Aarons, 1457, Auf einem gepflaſterten Poſtement 2 Chorſtühle, auf deſſen rechten Petrus mit dem Schlüſs ſel , auf dem linken aber Paulus mit dem Schwerdte ſißet, BSigillum Eccleſis Tarba- tenfir. 1540. Sig. Cavituli Arenrborgenſ; 1383. Ein Adler mit dem Ringe um den Kopf, und auf einem Ferre oder einer Pergamentrolle ſtehend , worauf die erſten Worte des Evangelii Jo- annis geleſen werden? In principio erat, weil die Domkirche dem Evangeliſten 5 Hannes geweihet war. Ein anders. Sig. Capituli 9flie. Andreas mit dem Kreuze, 1457, Sig. Capituli Curonienfir. Eine ſechse>igte Figur, in welcher Herodes ſißend und der nackte Heiland für ihn ſtehend vorgeſtellet wird. 1457. S. Joh. Abbatis in Padir, Ein im Chor ſtehender Abt 1393. Die andern Aebte bedienten fich eines gröſſern Siegels , von recht ſchönem Griffelſtich« Secret. Herman. Abbatis in YValckena, Ein im Altarchor ſtehender Abt, 1457. Sig. Henrici de Kniperode Prouiſfor. Eccleſ, Qflien, Im deutſchen Schilde 3 Vögel, durch welche ein Querbalken gehet. S. Joh. Rigenf/. Praepoſitus. Ein Predigermönc< auf einem Stein ſtehend, 1273, Jtem der Evangeliſt Johannes. 1518. S. Joh. Praepoliti Oflien/: Eine verblichene Perſon, die ein Kind bey der Hand führet, Unten 2 ins Andreasfreuz gelegte Pfeile, 1376, S. Praepoſiti Curonien/. Ecdleſie, Ein Predigermönch mit dem Evangelio in der rechten, und dem Kreuz in der linken Hand. 1290, Secre, Godfridi Decani ecclefie Revalienfir. Ein Marienbild im Chor, ſo von einer knienden Perſon angebetet wird, Unten ein Schild mit einem Menſchenhaupte, 1347. Sig. Prioris fratrum Ordinis Pracdicat. in Revalja. Eine auf dem Poſtement ſtehende Perſon in der Rechten mit empor gehobenem Schwerdt , in der Linken mit dem Rade, zu deſſen Knien eiuer anbetet. 1364« Sig. Prioris fratrum Ordinis Pracedicat. in Riga& Johannes, welcher in einem Schilde das Lämlein mit der Kreuzfahne hält, unv über ſeinem Prieſterro>e die Worte: Ecce agnus Dei leſen läſt, in grünem Wachs, 1281. Sig. Gardiani Praedicat. in Rige. Ein gefröntes Bild, in der Rechten ein Schwerdt, in der Linken ein Rad haltend. 1290. Sig. Fratrum Praedicat. in Rige- Eine Perſon auf dem Stuhle ſißend. 1426. Sig. Conuentns fratr, Minorum in Rige, Die Taufe Chriſti, 1256. Sigillum cuſtodis Frm. minor. Livonie et Prufie Der am Delberg kniende Heiland, wel? <en ein Engel ſtärket, 1518. S. Matris et Dom, ns. Sororu. Franciſci in Riga. Das Marienbild mit dem Kinde auf dem rechten und dem Scepter auf dem linken Arm. Aus dem Fundationsbriefe eines Elend - oder Siechenhauſes beider grauen Nonnenklöſter 1495 , am Tage Antonit des heiligen Beichtigers, Sie waren von der z3ten Regel des heiligen Franciſcys und wohn« ten an der L7orderſeite des Peterskirc<hofs. Der oberſte Pater von der erſten Regel des heiligen Franciſcus in Liefland, der würdige geiſtliche Vater und Herr Zinrich Voß war zum Volzieher dieſer Siechenanſtalt eingeſeßet , wie der ſelige Bürgermeiſter Peter Hinrichs ſie in ſeinem Teſtament angeordnet. Roth Wache, Sigillum Officialatus curiae Dni Archi, Epi. Rig. Ein Täufling mit gefaltnen Händen auf die Gnade der Taufe wartend , und in einer Waſſerkübe oder Bottich ganz naend ſißend« 1508 , in rothem Wachs,! Wa- Da gemeiniglich die Tränsfnmte auch die Slegel mit vieker Geinäuigkeit beſchreiben, ſo wollen wir das erzbiſchöftich - wallenrodiſche und Kapitelinſiegel aus dem lateiniſchen Transſumt des Biz ſchofs Theodor von Dörpt. 1485 ausführlich beibringen , welche Siegel dem“ Diploma von 3317 auf das Recht det ſamenden Hand, ſo die Herren von Tieſenhauſen erhalten , angehänges find: Duobus Sigillis, vo videlicet a Parie dextra diftac litterat oblungv» ab extra de alba, et ab intra de rubeä cera fafto, cuin cordula fili rubei coloris appenſo; in cuius rubeae ce- tae medio apparuit ſculptum Tabernaeulum quoddam oblongum , in cuius tavernaculi parte inferiori erat quaedam Imago paſtoralis; mitram in capite ac baculum Paſtoralem in modinit crucis in manu habens, ac in ſüperiore paite adparuit ſculpta coronatio Beatae Virginis Mariae, nec non in inferiorl parte elusder! tabernäculi duo erant clypei ſculpti , qui 3 dex- tra pärte cruce et baculo paſtorali, et ſiniſtra parte fimiliter quadam Cruce oblonga et äliqua- Jiter fübleuata reſpe&tiuve fgnatiſierunt cum litterarum eireupferentia huinsmodit RE un nan

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Und Wapen der Städte und Fle>en, 309 Wapen und Siegel der Städte und Flecken; 9% Das älteſte Stadtſiegel von 1232 zeiget eine Mauer mit freicm Thor und 3 Zitz nen, auf der Mauer 2 Thürme, zwiſchen den Thürmen 2 empor gerichtete Schlüſſel mit aufwerts und auswerts gefehrten Schliesblättern ; zwiſchen den Schlüſſeln ein langes erzbiſchöfliches Kreuz, weil ſcon damals die Päpſte Innocentius der Illte und H6no- rius der Tllte dem ritziſchen Biſchof die Gewalt eines Crzbiſchofs verliehen, vb ihm gleich der Titel noch fehlte. Die Umſchrift heiſt: Sigillum Burgencium in R?ge manen«= cium. Als die Stadt dem-Orden huldigte, blieben zwar die Thürme und Maurenz al« lein ohne Zinnen, Das Thor bekam ein Falgatter , unter dem ein Löwenkopf hervorgu« Fet, Ueber dem Thor ſiehet man ein Ziegeldach mit 2 Windfähnlein , welche über ſich die 2 Schlüſſel in Form des Andreasfreuzes mit auswerts gefehrten Schliesblättern ha ben. Ueber den Schlüſſeln iſt nicht mehr das Patriarchenfreuz, ſondern das kleine Kreuz des deutſchen Ordens , z. E. auf dem Siegel von 1349 mit der Umſchrift Sigillum einita« tis Rigenſir. Dieſe Stücke ſind als weſentlich beibehalten worden. Schen zu den herrmei« ſterlichen Zeiten nahm die Stadt die Löwen zu Schildhaltern an , wie ſolches das auf der Wage am Markte in Stein gehauene Wapen von 1554 bezeuget. Dieſe Löwen erſcheinen auch auf den Münzen , welche idie Stadt wärend ihrer 20 jährigen Ununterwürfigkeit ges präget. Ingleichen finden ſich die Löwen als Schildhalter auf den Stadtmünzen von pohlniſcher Regierung , wie auf denen unter dem König Strephano 1586 und Sitzis« zmund dem Ulten 1592 geſchlagenen Goldſtüken von 10 Dukaten zu ſehen iſt, Daher man ſie in der Hiſtorie nicht aus der. königlich ſchwediſchen Regierung herleiten darf, Der Kaiſer 4 laximilian der Ite ſchenkte der Stadt dte Freiheit mit rothem Wachs zu ſiegeln, unterm gten April 1576) weil.die Stadt ſich damals ans Reich hieng , und dem Hauſe Oeſterreich ihre Stimme zum pohlniſchen Thron verſpracß, Als König Carl der Xite in Schweden in einem zu Srockholm den 23ſten November 1660 gedruckten Diploma für die im Jahr 1656 ausgeſtandene pohlniſche Belagerung den Bürgermeiſtern und dem Rath der Stadt den Adelſtond auf demRatheſtul ertheilte ; ſo verliehe er derStadt dis Kroneüber dem Löwen im Thor, und über dem kleinen Kreuze, und geſtandihr den nächſten Ranz nach Stockholm vor allen andern ſchwediſchen Städten zu , welche Vorrechte ihnen auch von dem rußiſchen Kaiſer Perer, dem Groſſen allergnädigſt beſtäriger wurden, Auf dieſe erhaltene Diſtinction lies die Stadt 1660 die in der Münztabelle beſchriebene Gedächtnismünze in Gold und Süber prägen, Als 1723 die Bürgerſchaft ihre neuen Fahnen erhielt , nahm ſie an ſtat der Löwen zwey mit offenen Flügeln in die Höhe aufrecht ſtehende gekrönte Adler zu Schildhaltern an, Das kleinere Wapen der Stadt ſind die 2 ins Andreasfreuz gelegten Schlüſſel mit einem darüber geſeßten Kreuze, ſo nach Dilia Hii Zeugnis in der bremiſchen Chronik S, 76 das Wapen des Erzbiſtums renzen iſt; dahingegen die Stadt Bremen nur einen Schlüſſel führet. Die Blaſdnirung des Littiſchen Wapens iſt dieſe: Das Feld iſt blau, die Thürme und Mater roth, die Thurma Fpißen und Schlüſſel ſilbern , die Thurmfahnen , Kronen und das Kreuz gülden, die Schildhalter in natürlicher Farbe. Revel. TJnalten Sizillen, und auch in nduern'von 1543, ſkehen 3 gekrönte Leoparden über efnatza ver im deutſchen Schilde; und darüber ein gefröntes Haupt, Secret. Ciuit, Reval/en= Fr. Das jeßige Wapen ſind 3 leopardirte oder gehende blaue Löwen mit ausgeſchlagener Zunge im güldenen Felde. Auf einigen Wapen haben auch dieſe Löwen eine Krone, Ueber dieſem Wapen ſichet man einen gefrönttn Heim, aus weichen ein gekröntes Weibga bild mit geſchlungenen Armen und fliegenden Haaren hervorwächſet , ſv vielleicht die heili« ge Brigfitta ſeyn ſol, Aufiden Sigillen dieſer-Art liefet man die Worte? Secretum ci- Ji ii 2 vitatis Sohannis Wallenradi Dei Gratiä Säcro Sandae Rigenlis Eccleflae Archiepiſcepi: altero ve x0 a ſiniſtra parte &yodaum magno rotundo cum Pergameni preſſula appendente, et ſimiliter ab extra de alba, ct ab intus de viridi ceräifatto 3 in cuins quidem viridis cerae medio etiam videbatur quoddam tabernacalum quadratuin cum duabus tarribus oblongis ſeulptum, et in parte inferiori iplius tabernaculi tres adparuerunt imagines fän&orum trium Regum, in ſy- periori autem parte, et in medio ipfarum tutrium, fimiliter duae erant iwagines, vna Salua« toris, alia etiam beätäe tt glorioſae Virginis Mariae, et vt prima fäcie apparebat, fnit fi militer eius glorioſa coronatio, in extreinitate auter: ipfſius Sigilli duo edam erant Clypei velpe&iue armis ſignati; vnus videlicet a dextris Cruce, alius vero a ſiniftris Lilie, vna cum huijuswodi litterarum circumferentia : Sigilium Capituli Sacr. Sae R'genfſ/s Fectes ſität. Das wallenrodiſche Geſchlechtswapen heiſt hier keine Schnalle ; welches daher einigen den Zweifel beigebracht, ob auch dieſer Erzbiſchof zu der berühmren Fatnilie in Preuſſen gehöre. Das Concilium Conſiantienſe, welches das erzbiſchöfliche Wapen in Kupfer zeiget, 13 uns wegen der Schnalle keinen Zweifel übrig , obgleich in dieſem Siegel nur das Ehren - und. Stiſts- wapety nicht aber das Geſchlechtswapett angebracht worden,

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310 Die 11. Tabelle, von den Sigillen uitatis Revalienſir. Zu andern Sigillen bedienet ſich auch die Städt dos däniſchen ſil. bernen Kreuzes von Dannebrogge im rothen Felde, Das Wapen dieſer Art decken 2 Strausfedern , eine rothe und eine ſilberne, die auf einem Helm chne Krone ſtehen. Beide Wapen hat die Stadt von Waldemaro den Ilten , König von Dännemark, erhalten , weswegen auch auf den älteſten über dem Schilde Waldemars gekröntes Haupt zu ſehen iſt, DIarva. Das alte Stadtwapen iſt ein Fiſch , über welchem 'eine Krone ſc<webet. Cyſſe von Rutcnberg ertheilte ihr im Namen des Hochmeiſters Paul Pelnizer von Ruß- dorff 1425 das Llienkreuz , in deſſen rechten und linken Oberwinkel 2 Roſen mit dem Stengel herabhangen. König Jobannes der Illte in Schweden verliehe ihr den 22ſten Julii 1585 zum Wapen und Siegel ein im blauen Felde oben ſchiefgelegtes bloſſes Schwerdt, auf deſſen ieder Seite eine ſchwarze Karthaunenkugel lieget, Jn der Mitte des Schildes ſiehet man 2 ſchwimmende Fiſche , unter den Fiſchen einen Sebel , der ſeive Spike wie das Schwerdt nach der rechten „Seite richtet , unter dem Sebel aber die drüte ſchwarze Karthaunenkugel, Dieſes Wapen befindet ſich auch auf den narviſchen Münzen unter königlich ſchwediſcher Regierung. Nach dem Wapenbuche der ſchwed:ſchen Ritter- ſchaft und des Adels von 1659 beſtehet zwar das narvrſche Wapen in einem gevieriem gekrön ten Schilde mit abwechſelnder Burg und Schiesſcharten , und zweien Kugeln „in deren Mitte ſchräglinks eine Thurnierlanze durchgehet , deren Fähnlein das däniſche Kreuz führet und in dem linken Oberwinkel zu ſtehen komt; allein Kaiſer Peter der Groſſe behielt das Wapen von 1585 bey, und verwandelte die ſhwarzen Kugeln in rothe Feuer« fugeln , lies auch den Sebel mit der Spike nach der linken Seite kehren. | Das Wäaäpen der gegen über liegenden Feſtung Jvanogrod iſt ein aus dem linken ef ſchrägrechts flieſſender Waſſerſtrom zwiſchen zwey Mauren mit Schies- arten, Pernau, Eiu ſilbern Kreuz im blauen Felde, ſo von einem aus den Wolken herorragen« den linken Arm gehalten wird. Die Wolken ſind röthlichblau, der Arm hochroth, die Handkrauſe weis , der Handſchuh gelb , und deſſen Stolpe ſilbern. Das Kreuz begleitet ein ſilberner Schlüſſel, der ſein Schliesblat demſelben zukehret. - Die Stadt Pernau führre in alten Zeiten den Namen Einbeck, nach dem daran vorbey- flieſſenden Strome. Es beweiſet ſolches nicht allein das oben angeführte mandriſche Privilegium Dellin vom 5ten April 1255, ſondern auch ein anders von Jocken unterm 15ten November 1318 , wo es unter andern heiſt : Praedicta cinitas Embeck, quae nunc Pernau vocatur. Und in dem groſſen Henſereces von Epiphanias 1388 lieſet man Pernova von olderß Perona oder Porona, Heut zu Tage iſt die Stadt wohl befeſtiget , hat einen bequemen Hafen und treibt gute Handlung mit Holz, Bretern , Korn und Lebengs mitteln; nur müſſen die neuern Erdbeſchreibungen ihr keine Univerſität mehr beilegen, weil ſchon um das Jahr 1709, da die Flamme ves Krieges in vollem Brande war , die Muſen ſich nach andern Univerſitäten, und ſonderlich nach Schweden, wandten, Untex denen ehemaligen Profeſſoribus ſol der Herr Wilde, als königlicher ſchwediſcher Hiſto» riographus , noch jeßo am Leben ſeyn, Dörpt hies in alten Zeiten Carbhere, welches eben ſo viel iſt als Turadira, d,. i, Thar, Hilf. Das gröſſere Inſiegel der Stadt zeiget eine vethe Burg mit 2 Thürmen,, unter der Mauer ein ofnes Thor , mit ſilbern Falgattern, unter demſelben einen goldenen Stern, unter dem Sterne einen blauen halben Mond. Auf dem Portal des Thors ſtehet ein Ld wenkopf,, auf der Mauer liegen 3 blaue Kugeln, davon die mitlere gröſſer iſt. Ueber der Mauer liegt ein! ſilberner Schlüſſel und ein natürlich gefärbtes Schwerdt mit goldes nem Handgrif im Andreaskreuz, Ueber dieſen ſchwebet eine goldene Krone, Das fleinere Jnſiegel hat Schlüſſel und Schwerdt mit darüber ſchwebender Krone allein, Das Conſiſtorialſecretum hat die Ruthe Aarons, in deren rechten Oberwinkel eine der Ruthe zugewandte Krone ſich befindet, Jn dem Diario der 1599 gehaltenen groſſen Res viſionscommißion iſt am 24ſten April beliebet worden, daß das Siegel des HIEPiiſcHen Landgerichts ein Greif ſeyn ſolle, dee in der Vorderpfote] die in die Quer gelegten Spieſs ſe, als des Groskfanzlers Z4moiski Wapen, halte, Wenden. Dieſe ehemalige herrmeiſterliche Reſidenz hat auf ihrem Siegel die Umſchrift: Sigillum Civitatis Venudenfir, und zum Wapen eine Stadt im ſilbernen Felde; über derſel- ben einen geharniſchten Ordensbruber , der mit dem rechten Arm über dem Kopfe ein Schwerdt , auf einigen Wapen aber einen krummen Sebel, mit dem linken unterwerts, doch über dem Knie, einen Schild hält, und mit ausgeſperten Beinen ſtehet, Die Füſſe ruhen auf 2 runden Thurmfknöpfen zwiſchen 2 mit dem Ellenbogen gleich hohen Thurm« ſpißen , die ihre Wetterfähnlein haben, Mit den Beinen ſchlieſſet ex 2 hinter dem Stadt«

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und Wapen der Städte und Flecken. ZII Stadtthore hervorragende Thürme mit Wetterfähnlein ein. Das Thor hat ein Ziegel« dach , und darunter ein Falgatter , das übrige des Thors iſt offen, In der wendiſchen Scadtfahne zeigen ſich die Farben ſo t Die Thurmfahnen, Knöpfe, Koppeln und Krän« ze ſind verguldet ; Thürme und Fenſter ſchwarz z der Harniſch des Ritters , ſein Schild am Rande und in der Mitten, die Schienbeine bis an den Fus , das Schwerdtgefäs , der Ellenbogen des Harniſches und das Falgatter ſind verguldet ; Sebel oder Schwerdc eiſen- farbig, die Thürme und Stadtmauren graulich , der Grund vor dem Thore grün. Jn einem Document von 1365 ſiehet man Proconſules und Conſules ciuitatis Wendao unter» ſchrieben. Auf dem daran hangenden alten Siegel hat die Stadt einen Gaga oder Ges häge um ſich herum; womit man vielleicht auf. den Namensurſprung Söhſis d. |f Indago, Septum, geſehen. Semſel. Dieſe ehemalige erzbiſchöfliche Reſidenzſtadt brauchte 1439 einen Roſt von 5 Zacken zum Siegel in grünem Wachs. Seit 1553 führt ſie eine ordentliche Burg mit 2 bede>- ten Thürmen im Wapen, In der Mitte ſtehet ein niedriger breiter Thurm mit runvem Dache, mit einem Fähnlein, in welchem unten das Thor mit ofnen Flügeln mit einem Fal- gatter verſehen iſt, worunter ein Löwenkopf. hervorraget. Ueber der Burg ſchwebt ein Kreuzſtab und Krumſtab ins Andreasfreuz geleget , oben aber ein biſchöflich Geſicht j mit der Jafel und Vitte, Sigillum Ciuitatis Lem/alkae. Der Erzbiſchof Henning legs te ſie an, nach welchem Liebhaber der Baukunſt auch der hohe Thurm zu Rokenhaus- ſen nur der lange Zenning genant wurde, Wolmer, Ein rother Schopf. mit Ohren von einem Büffelsfopf,, zwiſchen deſſen 2 Hör- nern eine grüne Eiche mit daneben auswachſenden braunen Sturz in güldenem Feide ſtes Het. Die Legende iſt Sigillum. ciuitatis Woimarienfir Comitum Södermöre; weil. dieſes Städtgen dem Grafen Axel von Orenſtierng geſchenkt war , der Lekhof beſas, und den die Königin Chriſtina 1645 zum Grafen von Södermore gemacht. Wal. Ein aus tem linfen Rande im grünen Felde hervorgehender güldner Arm im Har- niſch , der mit einem ſilbernen, manchmal gekrönten, Sebel drohet , mit der Umſchrift 2 DAS WALKISHE SIGEL. Anno 1590. Der König Stephanus machte ſie 3584 aufs neue zur Stadt, und Siggismund der Illte gab ihr im Jahr 1590 die Freiheit än grün Wachs zu ſiegeln, oder nach Belieben weis Wachs zu brauchen, Ein Sizil von 2424 hat den geharniſchten Arm mit einem Schwerdte, Auf dem groſſen Henſereces von 3387 heiſt die Stadt von dem vorbeiſlicſſenden Bache, Pödel oder Pödeln , das iſt Walck, und in einem von 1391 ſteht: cho Pöbeln up dem VWalcke, iFellin. Das Ordenswapen iſt im rothen Wachs ein Martenbild mit dem Jeſüskinde, Zu beiden Seiten Blumenzweige. Das in den pohlniſchen und folgenden Zeiten ges brauchte Wapen iſt ein rothes rundes Siegel , 'ſo in der Mitten ein blaues Schild träget mit einer ſilbernen Roſe. Ueber dem Schilde ſchweben 9 goldene Sterne 5 und 4, Aus dem rechten Oberwinkel wächſet ein ſilbernes Kreuz heraus , deſſen Stellung ſchräge iſt, In den pohlniſchen Zeiten hatte die Stadt einen eignen Burggrafen , und noch im vori- gen Jahrhundert einen Magiſtrat und Bürgermeiſter. Hapſal. Eine halbe Burg im blauen Felde. Der rechte Thurm ſteht gedeckt, die mit Schieslöchern und Zinnen durchbrochne Mauer ziehet ſich unten am Schildrande in der Runde nach einem ofnen Thor hin , deſſen Seitendach roth iſt, und einen ſtarken unges deckten Thurm über ſich hat. Der braune Adler ſiehet ſich um , und ſißet entweder .. auf dem Thordache , oder iſt mit halben Leibe an das Thor angeleget. Sigillum ciuita- tis Hapfaliae,. Das kleinere Stadtſiegel iſt ein Anker. Arensburg. Eine Burg mit gede>tem rechten, und ungedecktem linken Thurm. Das Thor iſt in der Mauer. Im Thor nimt der Adler den Flug nach der linken Seite, Sigillum cinitatis Aren'burgenſir 1563. Auf dem ofnen Helm jiehet man einen Flug. Wirau, Im purpurfarbenen Felde ein gekrönter natürlicher Elendsfopf mit ſeinem Ge« „weihe. Auf dem Halſe das kettlerſche Stamwapen , ein ſilberner Keſſelhaken , in deſſen Mitte ein rothes Feld mit einem ſilbernen Kinbacken eines Wolfes *) mit 3 Zähnen beſeßt, und den blauen Buchſtaben 8, A. ſo durch einander geſchlungen ſind, und ſo wol als die Wolfs« 8) Die 3 Wolfszähne in der Kinlade erhielt Kettler als Herzog 1879 vom König Stephanus , als deſſen Stamwapen ſie waren, weil ſie dem Hauſe Bathori zukommen, Hennings lief- und eurländiſche Chronik S. 145. Weil die neuern Heraldikichreiber den Keſſelhaken nicht gefant, ſo haben ſie ſolchen gar weggelaſſen und hingegen der gezahnten Kinlade des Wolfes, die Figur eines gezackten Hafens gegeben , der noch lange kein Keſſelhacken wird, ob er gleich in Silber er- ſcheinet- Selbſt in einigen curländiſchen Wapen iſt die Wolfskiefer zwar gezahnt , aber mit atiehr als 3 Zähnen. In einigen heraldiſchen Büchern wird den Wolfszähnen unrichtig die linke - GSeite im Mittelſchild angewieſen. Kk kk --7" ame

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312 Die 11. Tabelle von den Sigillen Wolfszähne von elner güldenen Krone bedecet werden. Das ganze Schild decket eine Krone und wird von 2 zurüſehenden Löwen gehalten. Das Gerichteſiegel der Stadt iſt eben ſo geſtochen, und wird in grün Wachs gedruckt, Goldintten. Goswin von Herike gab ihr das Siegel in grün Wachs , die heilige Cu tharine mit der güldenen Märtererkrone und fliegenden Haaren. Sie hält in der rechten Hand das Märtererrad , in der linken ein zur Erde geſenktes Schwerdt , und ſtehet auf eis« nem Erdreich, wo Geſträuch wächſet. Dieſes Siegel in rothem Wachs von No. 6 führte die Mutter des Kloſters der grauen Schweſtern St. Franciſci. der dritten Regel in Riza , Namens 'Cöcilig zum Amtoſiegel 1518. Die Märterin hat das Schwerdt in der rechten und das Rad in ver linken Hand. Liebayu erhielt ihr Siegel 1625 vom Herzog Friedrich zu Curland, einen rothen Löwen der einen Kindenbaum anfaſſet , im blauen Felde, Ihre Seeflagge iſt ein deutſcher roth und weis quer getheilter Schild, xVindau. Ein Jägerhorn, über dem das Kreuz ſtehet , mit der Umſchrift; SECRE- TVM DER STADT WINDA, Anno 1643. Bauske, Ein Löwe in rothem Wachs. Sigillum civitatis Baurke 1609. Jm Wapen iſt der Löwe gülden, das Feld roch, Der Löwe ſieht in einigen gröſſern nach der Linken, und ſteht zum Raube geſchi>t. Pilten. Das kleinere Siegel hat 2 ins Andreasfkreuz geſtelte Krumſtäbe , über denen eine Kugel lieget , und über der Kugel zur Rechten und Finken 2 Thürmgen ſtehen« 3b- gillum Civium in Pilten. Das gröſſere ſtellet eine Stadt vor mit durchſichtigen Thürmen, Sigillum Civitatis Piltenfr 1694 , in grünem Wachs. Grudin. Ein Kranich der in der linken Pfote einen Steir hält 1697 Das Amt Gru- bin hat im Siegel den Alandsbleier , ſo im Waſſer ſc<hwimmet, und über demſelben eine goldene Krone- Dis Siegel verliehe ihr der Herrmeiſter Rettler 1560 zum Andenken eines überaugreichen Fiſchzuges. Haſenpot. Das Wapen dieſes Städgens iſt ein Ordensmeiſter , der in der linken Hand den Kelch hält, mit darunter hangendem Wiſchtuche, Das Feld iſt weitläuftig gegittert, Tuckum. Iſt jebßo blos ein Hakelwerk. Der daſige Herr Oberhauptman bedienet ſich des herzoglich) curländiſchen Siegels mit denſelben Jnſignien und der Umſchrift: Sigillum Iudicii Tuckum, Blaſonirte Wapen einiger mit den Herrn Meiſtern verivand- ten Familien, | 1. Vm Vitinghof, Ein durch einen ſchwarzen Balken ſchrägrechts getheiltes Schild, deſſen oberſtes Feld golden, das untere ſilbern iſt. Auf dem Balken liegen 3 ſilber- ne Auſtermuſcheln. Auf dem Helm lieget ein ſchwarzer Hut , auf dem ein rother Fuchs nach der rechten Seite ſchreitet. Sibmacher S. 146 macht den ganzen Schild weis, die Muſcheln gelb , den Hut zu einen weiſſem Biſchofshute, das Geſchlechte aber zu Thüs ringern , legt auch den Balken ſchräglinks-, Doch hat Sibmacher B. ll, S. 116 dm rhein - und niederländiſchen Vitinghöfen den Balken ſchrägrechts gelegt, behält aber das ganz weiſſe Feld und die gelben Muſcheln; nur iſt der Hut gekrempt , und beidesmal der Name Uttinghoff, unrichtig ausgedrukt, 2. Von Tork. Ein von roth und Silber quergetheiltes Schild» Jm Süiber liegen ſies ben blaue rautenförmige Türkiſſe , 4 und 3. Daſſelbe ganze Schild lieget über dem Helm zwiſchen einem Fluge, deſſen linker Flügel ſilbern , der rechte roth iſt, 3. Von Rutenberg. Sieben ſchwarze Rauten 4 und 3 im goldenen Felde, Auf dent Helme ein rother Hut mit ſchwarzem Knopf und grünen Federn, Sibmacher hat es S,. 182 unter den braunſchweitziſchen Familien. 4, Von Wengden. Ein ſilbernes Feld mit 2 ſchwarzen Querbalken. Ueber dem Helm 2 Flügel , der linke ſchwarz, der rechte ſilbern. Die Helmdecken ſind ſilbern mit ichwarz 090 Dieſes Wapen macht auf dem gröſſern freyherrlichen Wapen nur das Herze ild aus. 5. Von Borg, Drey Staare, 2 und x, im ſilbernen Felde. Auf dem Helm ein ſchwarzer Flug mit einem dazwiſchen ſtehenden einzelnen Staar, mit natürlicher Farbe, Sibma- cher S. 172 hat das Wapen unter den ſächſiſchen Geſchlechtern. 6. Von Freytag von Loringhof. Im blauen Felde 3 ſilberne Ringe, 2 und 1. Ueber dem Helm 2 blaue Flügel, in jedem die 3 Ringe, allein t und 2 geſeßt. Nach Sibmachern S. 190 iſt das Feld weis , die Ringe ſchwarz, auf dem Helm 2 weiſſe Federn, in deren Mitte 3 ſchwarze Ringe übereinander ſtehen + 7- Von

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und Wapen der herrmeiſterlichen Familiett, 313 54, Von Plettenbertt. Ein von blau und Gold in die Länge getheiltes Schild. Auf dem gekrönten Helm zur Rechten eine güldene , zur Linken eine blaue Sttausfeder 03 8. Von Zrügtgenep genant ZHaſcnkamp. Im ſilbernen Felde 3 rothe Querbalken« „An dem Helme ein geſchloſſener ſilberner Flug mit durchgehenden 3 rothen Querbalken. Die Helmdee iſt ſilbern mit rothen Verzierungen« Sibmacher hat es B. 1, S, u unter den rheinl&ndiſchen Geſchlechtern. 9. Von der Recke, Im blauen Felde eine ſilberne Recke oder 2 ſchmale Hölzer in die Quo te neben einander geleget mit 3 rothen darauf gelegten Balken. Den Helm deet eine güldene Krone , worüber ein blauer Flug mit derſelben Re>e erſcheinet. Einige nennen es einen Querbalfen oder eine Querſtraſſe in der Mitte roth und weis abgetheilet. Das Wapen der Freyherren von Recke ſtellet Sibmacher S. 39 quadrirt vor. 10. Von Galen, Dtey rothe Hafen , 2 und 1, im güldenen Felde, Auf dem gekrönten Helm ein Flug, deſſen rechten Flügel gülden , der linke roth iſt, zwiſchen beiden 2 Hakeit neben einander. Die Herrn von Gaelen rheinländiſcher Linie haben nur einen Haken zwiſchen dem Fluge oben. z1. Von Fürſtenberg, Zwey röthe Querbalken im goldenen Felde, Auf einem gefröite ten Helm 2 güldene Schwungſedern, jede mit 2 rothen Balken, Der Helmzierrath iſt roch mit Golde, 22. Von Rettlet- Ein rother Keſſelhaken im güldenen Felde, Ueber dem gekrönten Helmi daſſelbige Schild zwiſchen 2 güldenen ſchrägliegenden Birkhansfedern« Sibmacher S. „IN das Feld weis , und die beiden Faſanfedern auf dem Helme halb roth und alb weis. ; Das alte Wapen des Herzogs Gotthards aus dem Hauſe Rettler liefert „Zennintg im Anfang ſeiner Chronik, mit Frowins thor Sake Beſchreibung deſſelben In elegiſchen lateiniſchen Verſen; Ein geviertes Schild mit abwechſelnden vothen Lö« wen in ſilbernen Felde und einem hervorſchreitend natürlich gefarbten Elend im bläu« en Felde. Der Mittelſchild iſt roth , und führet den ſilbernen Keſſelhaken , in welchem zur Rechten die drey Wolfszähne im Balten , zur linken 8. A. oder der zuſamtnengeflöche tene Namenszug des Konigs Sitjiemund Auguſti von einer Kröne bedo>et werden. Dieſe Thiereim Schilde ſind ohne Kronen, Oden ſtehen 3 gekrönte Helme, Aus vem mitlerin wachſen 2 Birkhahnsfedern, die den Keſſelhaken zwiſchen ſich haben 3 äus dem Rechten ein gekröntes Elend, und aus dem Linken ein gekrönter we. Da der Keſſelhafen, den Frowin immer Climacter nent, zum redendert Wapen nothwendig und weſentlich erfordert wird; ſo hat es wol keinen Grund , wenn man ihn entweder ausläſt , oder ſtat deſſen dem Woifskinbaen kleine Zacken giebt. Auch zeugen Farbeund Geweihe, daßnicht ſilberne Hirſche, ſondern graue Elendsthiere däs Wapen von Semgallien vorſtellen ſolten, In der curländiſchen Kirchenordnung vom Jahr 1570, vor welcher das kettlerſche Wapen ſtehet , ſind die aus gekrönten Helmen wachſende Thiere, der Lowe und das Elend, ungefrönt. Auf denen herzoglichen Fahnen ſo wol als in Gebäuden hat die Einbildungs» kraft der Mahler und Bildhauer ſelbſt des erſten Originals verfehlet, welches aus dem Henning hergeſtellet werden mus. Doch iſt unter dem Bildnis des Herzogs Sriedrich Wilhelms, ſo der Deſcription de la Livonie vorgeſeßet worden, das curlandtſche Wa- ven ziemlich getroffen. Auf einigen Schauſtü>en des Herzog Friedrichs und des Her- 309 Wilhelms präſentiret ſich das curländiſche Wapen am deutlichſten, und iſt der henningſchen Abbildung in allem gleich , nur das die Elendsthiere nicht hervor ſchreiten, ſondern hervor ſpringen. Andre Münzen ſtellen die Elende volkommen dar, ſo aber was neues iſt, *) Die Farben dieſcr Schilde hat inan von den Wapen der noch blühenden Familien entlehnen müſſett, die doch in den ordensmeiſterlichen Schilden haben anders ſeyn können- Rettlex, verwandelte die Farben ſeines Stamwapens als Herzog. Plettenbexg hat auf den Münzen ſein blaues Feld gegittert , das iſt, ſchwarz vorſtellen laſſen« Nach Sibmgcher? iſt das rechte Feld Gold und das linke blau , ſo auch mit den Münzen überein komt. Die

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314 Die 11. Tabelle von den Münzen, Die 111. Tabelle von den Münzen , ſo in Lieſland zur Zeit des Ok- dens und nachher gepräget worden, Borerinnerungen. hk" 5. 1, u dieſent Verſuch einer Beſchreibung der liefländiſchen Ordensmünzen haben wir 3 das wohlverſehene liefländiſche Münzcabinet des Herrn Cammerjunkers Clodt von Jürtgensburt zum Grunde gelegt , welchem die bequeme Eintheilung dieſer Münzen nach ihren kandsmanſchaften beliebig geweſen, da ſie hingegen in andern vermiſcht und blos nach der Folge der Jahre erſcheinen, Die Vermehrung iſt aus den Samlungen des Herrn Manrichters von Torck in Curland , und des Herrn Obervogts von Schievelbein inRiv- ga genommen , zu deren Volſtändigkeit man ſich etlicher Privatſamlungen bedienen müſſen. C. 2. Auſſer ändern ſind ſonderlich das t6&rnhielm- und gyllengriepiſche Cabinet in Stockholm, bey uns aber die zahlreichen Samlungen des Herra Vicepräſidenten von Z5revern , und des Herrn Vicepräſidenten von Schultz in dieſem Seculo berühmt gewe? ſen. Sie ſind in Erbſchaften zerſtreuet , und warten vielleicht auf ihren Erretter. G. 3+ Wenn dieſe Münzen durch unſre Beſchreibung bekanter werden, ſo kan man ſich Hofnung machen, noch viel mehr zu entdefen, Wie viel liegen nicht no< bey Ausländern, die Flüchtige mitgenommen haben? Mancher Bauer wird ſeines Glücks froher werden, wenn ihm eine und die andere unter dem Pflug aufſtöſtz da er ſie bisher nicht anbringen können , ſondern in eigennüßige Hände für altes Silber verwenden müſſen. G. 4. Vor dem 16ten Jahrhundert läſt ſich keine Jahrzahl auf dieſen Münzen ſehen, Sehr viele Jahre ſind mit Ausiaſſung der gröſſern Zahl nur mit den beiden leßten ausgee druckt, die entweder im Rande, oder über dem Wapen ſtehen, oder auch ſo angebracht ſind , daß ſie beide die Figur zwiſchen ſich haben. Die Mönchsſchrift aufder Vorder- und Rückſeite gebt über das dritte Decennium hinweg. Die Kreuze ſind theils ſchlecht , thcils am Ende der Stäbe mit Lilien , Kerben und Stufe verzieret. Auch iſt das kleine revel- ſche Sradtfkreuz mit dieſen Zierraten verſehen, gleichwie das kleine ritziſche Stadtfreuz oft nagelſpiß iſt. 6. 5. Die Fortſeßung dieſer liefländiſchen Münzen unter den königlich pohlniſchen und königlich ſchwediſchen Regierungen iſt ſehr anſehnlich. Doch haben die Herren Samler in Liefland mehr die einheimiſchen , gleihwie die in Curland ihre herzoglichen volſtändig zu machen geſucht. Alle Cabinete aber haben die Volkommenheit nicht, daß ſie eine ununterbrochene Folge aufweiſen könten. 6. 6, Alle liefländiſche Münzen, die Kreuzſchlillinge ausgenommen, ſind rar, auch ſelbſt in Lieftand, Die ſeltenſten haben wir unter den ſeltenen ausdrülich bezeichnet, Doch iſt ihre Seltenheit nur beziehungsweiſe , und für den ſo ſie ſuchet , zu beſtimmen, Die älteſten und kleinſten, ſo unſichtbar ſie auch ſind, trift man manchmal bey halben Du- Senden in den Händen ſolcher Leute an , die ſich nicht darauf verſtehen, und ſie daher zum Schmelztiegel des Goldſchmids mit andern gröſſern aufheben; dergleichen Feuerprobe ſchon viele, und vielleicht die beſten und ſchönſten, haben ausſtehen müſſen. 6. 7 Ihre Gröſſe nach dem Durchmeſſer zu beſtimmen, war etwas ungewis und ſchwer. Wir habeti deswegen ihre Vergleichung gegen andre gangbare, Münzen eingeriche tet , und weil die ſächſiſchen unter den Deutſchen am bekanteſten ſind, ſo dienet folgen- der Schlüſſel zur Anzeige des Moduli der Groſſen, A GoldſtüFe. Th Thaler, T Halbe Thaler , dabey die ſo genanten. Marke beſonders angeführet werden: Model der kleinen, 2 Wie kleine ſächſiſche Pfennige, und heiſſen Artiger , oder Pfennige, b Sind Schillinge. Die alten fallen wie Sechſer, die neuern kupfrigen noc< nicht ſo gros wie Dreier, c Sind doppelſchillinge , die ſelten vorkommen, in der Gröſſe eines Groſchen3. d Wie Zweygroſchenſtüe oder lüneburger & Nlartengroſchen, oder Viergro* ſchenſtü>e von ſeinem Silber, Wir heiſſen ſie mit ihrem alten Namen Ferdinge» e Dieſelbigen , „ur theils dicker , theils mit breiterm Rande, und ſind auch Fer» dinge, 3 f Wie

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ſv in Liefland zur Zeit des Ordens und nachher gepräget worden, 315 f Wie Achtgroſchenſtüfe oder Rekſchsörter , doch ſchlechter Silber , und von leichs kern Gewichte , ſind halbe Mark. 6. 8. Zulegt legen wir eine öffentliche Fürbitte bey allen ſtillen Beſißern für dieſe Ges ſingenen ein, ſonderlich bey den frommen Matronen , die weiter nichts an ihnen als das isgen Silber zu brauchen wiſſen , daß ſie ihnen Freiheit und Leben ſchenken wollen, wogea gen ihnen alle Kenner und Liebhaber noch mit vielem Dank das Aequivalent nach Billigkeit erſtatten werden, 1. Herrmeiſterliche Münzen in Wenden gepräget. Mod. Dee wendenſchen Münzen des xzten Jahrhunderts ſind öhne Jahrzahl, Die kleinen Arm Münzen haben das Ordensfreuz , ſo in die Umſchrift des Randes trie, am Ende aber nach Art des Malteſerkreuzes eingeſchnitten , und zugleich durchbrochen iſt, Am Rande lieſet man die Mönchsſchriftz MON. ETA, WEN. DEN; oder WEN, DENS15 Auf dem Revers erſcheinet das Geſchlechtswapen , an welchem ſie allein erkant werden. b So haben zum Exempel die Schillinge von Meiſter Berendt von der Borxy 3 Vögelz die Gn Biſchen 3 Ringe z die plettenbergiſchen ein in die Länge herab getheilces Schild , deſſen linke Seite gegittert iſt, Die Umſchrift dieſer Scite heiſtz MAGI1l+ STRLILIVONIE, ; | ] 5 Die älteſte unter ihnen iſt ein kleiner Artiger over Pfennig von feinein Silber, voch -“ ſehr verblichen , im clodtiſchen Cabinet- Das Ordenskreuz geht über die ganze Mün- ze Moneta Rev. Magis. Das Wapen ſcheint quergetheilt. Oben wächſt der Kopf und Hals eines Thiers hervor , unten ſiehts aus , als ob ein Baum da ſtünde, Th Plettenberts geharniſchtes völliges Bildnis mit ſtarkem Bart, in der Rechten das Schwerdt 1525. empor mit der Linken das Schild mit dem Ordens- und Geſchlechtewapen an einem Ban« de vor dem Knie haltend , mit derUmſchriftz MONE, NOVA. MAGRI, LIVO- x. N1, Rev. Ein gefröntes und mit Stralen umgebenes TlMarienbild mit dem Kinde JE« ſu auf dem linfen Arm« 8. MARIA. gSERVA, POPVLYV, TVV. 25. Die« ſer Thaler war in der berühmten Münzſamlung des Herrn Obriſtön Gypllentriep in Stockholm befindlich, Er iſt auch in dem Thalercabinet beſchrieben: In Liefland iſt er bis jeßo nicht zum Vorſchein gekommen, A So rar dieſer Stempel an Silber iſt, ſo häufig iſt er in Golde bey vielen Liebhabern änzutreffen , und ſiehet bey nahe wie gegoſſen aus. Ein ſölches Stü> wiegr io Dukäcen, und iſt, wie Ruſſow es ausdruckt, am Gewichte, Schrot und Korn wie ein Porty- zalöſer. Auf der rechten Seite des Schwerdts zeiget ſich ein Kreuz und gegen über eine Roſe« Auf etlichen wird die Roſe durch einen Stempel bede>t , da die Stadt Rigz4 ihr kleines Wapen , nemlich die 2 ins Andreasfkreuz gelegten Schlüſſel mit dem kleinen Or- densfreuz darüber zum Zeichen der Verhöhung drauf prägen läſſen, Daß der Herr Aſſeſſor von Dunte ein dergleichen Goldſtu&> von 20 Dukaten beſeſſen Habe, iſt hier bekant. Die Noua litteratia inaris Balthici et Septentrionis , Luübecae in in qto Menſe Augüſto 1699 p. 234 "Tab. VII, 4 zeigen ulis dieſes Stüc von 20 Duka- ten im Kupferſtich, Der Herrmeiſter hat das Kreuz auf der Bruſt und ſteht mit ent- blöſtem Haupte. ' Das herrmeiſterliche Wapen in gevierteni Schilde, worin das Ordenskreuz und die 3 galen» 15565 ſchen Haen abwechſeln. Das Schild iſtmit kleinen Rösgen gezieret. HEINRICH. V. GALEN. MEISTER. DES"- Rev. RIT TERLICHEN. D.cutſchen O.rdens ZV LIVLANDT. Das Ördensfreuz im Schilde. Ein Ferding mit ſelbiger Umſchrift und von dieſem Gepräge, Weil dieſe Münze dek Ort 1556 des Stempels nicht anzeiget , ſo hat man ſelbige nicht unter die Revelſcher: bringen könnenz und iſt alſo das wendiſche Ordenskreuz im Revers , nicht aber vas revelſche Stadrtkreuz. Dieſer Ferding iſt der einzige , den wir von dieſer Art gefunden , dahinge- gen die vorhergehenden halben Markſtücke ſich öfterer ſehen laſſen, Er liegt im clodci» ſchen Kabinet, Ein rarer Schilling. Das lange Ordensfreuz und. am ſelbigen im deutſchen Schilbe die 1556. 3 galenſchen Hafen. Hin. d. Ga. M. Livon. Rev. Das kleine Ordensfreuz Meilt. to Lilländt 56. Aus der Geſtalt dieſes Kreuzes lieſſe ſich am erſten erweiſen, daß dieſe Mün« zen von 1556 in Revel gepräget wären. Eine Klippe oder viereckte Münze ohne Revers und Umſchrift , mit dem gevierten Wapen» 1558. ſtempel , darin das Ordensfreuz und die fürſtenbertziſchen 2 Querbalken umwechſeln, * und über dem Wapen die Jahrzahl 58, =. As Kar! un Dieſe

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Mod. SEE Th 316 Die Ill. Tabelle von den Münzen, Dieſe Münzen ſind ſehr irregulait , fünfekigt , und auch ganz rund. Der Stempel Anuus iſt bald oben, bald in einer Ee, Da ſie im Silber die Probe halten , kan man ſie nicht unter die Nothmünzen rechnen, Eine Klippe mit vorigem Stempel , am Gewichte einen Reichsort haltend, 15584 Ein halber Thaler , ebenfals viere>igt und wie der vorige gepräget, 1559. Ei ſchönes Goldſtück am Gewichte ein und ein viertel Dukaten. Der Herrmeiſter im Haro 1559 tiſch und Bart , mit der Linken ſein geviertes Wapenſchild vor ſich haltend. WIL« HELM FVRSTE: NBERG D.G:M; LI. Rev. Das Hlarienbild mit dem Kinde in Stralen, Die Worte umher lauten ſchon evangeliſcher als die plettenbertzis ſchen: CHRISTVS SALVS NOSTRA. 59. Ein Nochthäler ohne Revers und Umſchrift, Jn der Mitten ſteht ein klein geviertes Schild 1559 mit abwechſelnden Ordenskreuz und Keſſelhaken. QOben drüber lieſt man die 4 lateini- ſchen Buchſtaben G.otthard Meiſter Zuu L.iefland« Ein halber Thaler von ſelbigeni Stempel befindet ſich in den breverſchen Abriſſen einiger 1559. liefländiſchen Münzen. | * Ein Ferding mit des Herrmeiſters bärtigen Geſichte und Feldkragen ? Gothit, Ketler. D, 1559, G. auf dem Revers das gewöhnliche gevierte Schild, mit der Jahrzahl 59. Mag. Teut.onici Ord.inis, „es j ; Eine güldene Münze von ein und ein viertel Dukaten. Des Herrnieiſters geharniſchtes Bruſt- 1560, bild in der Rechten das Schwerdt haltend , und die Linke auf einen Todtenkopf lehnend, mit dem Ordensfreuz auf der Bruſt, Gothard. D. G. Magis, Livonixz. Rev. Ein ges vierter Schild mit abwechſelnden Ordenskreuz und Keſſelhäken. Das Schild wird von 2 Helmen bede>t , zwiſchen denen ein Crucifix ſteht, Auf dem rechten Helm ſieht man das Ordensfreuz , auf dem linken, der gekrönt iſt, den Keſſelhakfen, Mariae fili ſer u2 008; Ein Goldſtück von zwey und einem halben Dukaten nach vörigent Gepräge im torckiſchen 1560, Kabinet, aus der Samlung des Herrn Magiſter Rhanäus. Ein Ferding mit geviertem Schilde, wobey 60 ſtehet. Gothardg D. G. Magiſtri Livon, 1560, Rev. Das lange Ordenskreuz im Schilde. Moneta. noua. Magis. Livon. IL Herrmeiſterliche Münzen, ſo in Riga gepräget worden. Dieſe haben alle das Wapen der Stadt auf einer Seite, Doch findet ſich in dem tor- ckiſchen Kabinet ein Schilling von dem Herrmeiſter Borg, auf deſſen einer Seite das Ordenskreuz mit der deutlichen Mönchsſchriftz: MONETA RIGENS. auf der andern Seite die 3 Vögel MAGIS TRI LIVONIE zu ſehen ſind. Ein andrer iſt nachher ins clodtiſche Kabinet gekommen. Ein Ferding von feinem Silber. WOL. BLET. MAGIS. LIV. Ein Warienbild 1526. mit dem Kinde auf dem linken Arm, darunter das mit dem Ordenskreuz abwechſelnde plettenhertiſche Wapen. Rev. Das ganze riggiſche Stadtwapen. MONE. NO« v A. RIG EEE Einige Exemplare ſind ze dem dörptiſchen Stiſtsſtempel, <lüſſel und werdt kreuzweiſe geleget, zur Verhöhung geſtempelt, deren eine hat <a L0 zweiſe geleget, z höhung geſtempelt, h In Rhangi Samlungen befand ſich eine dergleichen von 1523. Die Umſchriſt war WOLT. PLAS. MAG. LIV. und MONE, NOV. RIGS, Noch ungeſchiter hat der Stempelſchneider den plettenbergziſchen Namen ausgedruckt in einer Münze von der Gröſſe e, der man wegen der ungewiſſen Jahrzahl keinen rechten Ort anweiſen können, Sie weiſet ein Marienbild, ſo das Kind in der Rechten, undin der Linken das Scepter hält. Unter dem Bruſtbild ſtehet das kreuzweis geſeßte Ordens- und Geſchlechtswapen ; am Rande die Schrift: BLAT. MAG. LIW O. Rev. Das kleis ne rigiſche Wapen , zu deſſen linken Seite die Zahlen x 2 und zur rechten ſichtbar ſind. Die Umſchrift hat auch xx Buchſtaben MONE, NOVA. RIG. Jhr Alter iſt 1509 oder 15x9 , weil die 5 auf den alten liefländiſchen Münzen oft wie eine 2 geſtaltet iſt. A Ein halber Dukaten. WOLTER. V. PLETBAR. M. LIVO. Ein geviertes 1528, Sc<ild , in welchem das Ordensfreuz mit dem Stamwapen abwechſelt, darüber 28. Rev, Das kleine rigziſche Wapen. MONE. NO. RIGENSIS. 1528. A Ein doppelter Dukaten. Plettenbertsgeharniſchtes Bildnis, in der Rechten das Schwerdt, 1528 d in der Linken das gevierte Schild unter ſich haltend , zu deſſen rechten Seite ein kleines Kreuz, wer linfen eine 3 blättrichte Roſe lieg, WOLT. VA. PLETBAR MA. LIVON. Rev. Das gröſſere Stadtwapen. MONE. NOVA, RIGENS. 1528. Eine Silbermünze, Mone. nova Kig. 1529 und Wo. Blet. Mag. Li. ſonſt wie die oberſte. 1529, Einige haben das Kind auf dem rechten Arm, ſind mit dem revelſchen Wapen erhöhet, und führen beim NlLarienbilde die ſeltſame Umſchrift WO. B18T, MAG. LL x wey

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Mal ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepräget worden. 317 d Zwey dergleichen. Mone. riova. Rigenſis und Wolt. PFlettcnb, Ma. Livo. 2a Eine fleine aber ſehr ſeltene Münze ohne Umſchrift , blos mit dem Ordensfreuz, an welchem des Herrmeiſters Wapen hänget, Rev. Das kleine Stadtwapen. Sie iſt auch von 1532. Noch ein kleiner ſauberer Artiger von voriger Art ohne Jahrzahl. Zur Zierrath ſind die eg hervorſtehenden Figuren auf beiden Seiten mit kleinen Cirkelgen oder Nullen ausgefüllet, | A Ein halber Dukaten. Das gewöhnliche vierfeldige Schild. WOLTI1. DE. PLET- TENB. MA. LIV. Rev. Das kleinere Stadtwapen MONE, NO. AVREA RIGENSIS. Zur linfen Hand ſteht bey den Schlüſſeln das Ordensfreuz, zur rechten Hand eine dreiblättrichte Blume, Einige Stempel haben an RIGE NSIS das leßte S weggelaſſen. b Ein Schilling, WOL. PLETTENB, MA. LIV. Das herrneiſterliche Wapen, inter welchem das Ordensfreuz bis über die Schrift des Randes gehet. Rev. MONE. OVA. RIGEN SIS, 1533. und das fleinere Stadtwapen. Sie ſind auch von 1532, b Ein dergleichen. Wo, d. Plet, Mag. Livo. b Noch von dieſer Forme, A Ein rarer Dukaten, Das Hlätienbild mit dem Kinde auf dem rechten Arm und dem Scepter in der linken Hand, Unter demſelben die 3 Querbalken, als das brüggeneiſche Wapen. Zur Seiten des Bildes die Buchſtaben T. R. als Namen des Münzmeiſters. Die Umſchrift heiſt: HERMAN. D. BRV G. M. LIVO. Rev.:Das gröſſere rigi- ſche Stadtwapen. MONE. NOVA. RIGENS. 1535. Er iſt noch jeßo der einzige in ſeiner Art, Solche Goldgulden NE nicht lange im Lande *), [Il 2 Herm. *) Plettenberg hat auf vielen Landtägen mit den Ständen über das Münzweſen conferiret- In ei- nem Briefe an den Rath zu Riga von 1527 , da er Lutheri Lehre der Neuerung beſchuldtiget, und ſich auf ein kaiſerlich Watnungsſchreiben beziehet , klagt er über die Ausfuhre der guten Mün- ze, wodurch der Goldgülden , welcher ſeit Menſchen Gedenken 60 Schillinge gegolten , auf vo ßls erhöhet ſey« Herman von Brüggenei verliehe 1547 die Münze an Thomas Rammen und deſſen Sohn Chriſtoph, weil der vorige Münzmeiſter Gerdt Schriver ke aufgegeben. Ramm macht ſich verbindlich , die Münze nach dem alten Fus , wie ſie zu Revel und Dörpr gebräuchlich, zu prägen. Fürſtenberg gab die Münze 1557 an dieſen Ramm und erlaubte ihm zu prägen, doch alles auf den alten Fus , nemlich : Mäünzſorten halten ins feine die Marke 1dem Münzmeiſter zum Remedio Pfennige , in welche gewöhnlich |2& Loth. Nach dem lüviſchen eine Mark löthig Pagament ge:| Rechenbuche von 1553 giengen 312 Pfennige inder Probe oder am ſchrotet worden 3 142 Wurf 3 4]'olc<e Pfennige auf einen Sc<hil- Korn. fik. zwey weniger oder mehr, Dielling, 9 ßl. auf einen Ferding, 1412 Wurf am Schrot. gewogene Mark macht 5 mk. 9|ßl. auf einen alten Ferding , 108 pl. rigiſch Pfennige, oder 35 ßl. oder 4 Fer- Schillinge 49 Würfe 2 ſtk. 3 4|ding auf eine Mark rigiſch ßf. das iſt, die gewogene Mark; 3 Loth 2 ſik. im Schrot. löthig 5x mk. rigiſch 2 pf. in der Probe, Ferdingasſtüe , neue nach dem alten Schrot , 72 ſtk. auf die mk. 9 Loth 1 q9tl, x ſtk. am Schrot, JLöthig 3 einen Ferding zu 9 S<il- 2 pf. am Korn, ling 3 in die gewogene Markgehn 18 mf. rigiſch Halbe Markſtüe, eins ſo ſchwer als 2 Ferdinge, 36 ſtk. pro mk, 9 Loth 1 qtl. E ſtk. am Schrot, ue gewogene Mark 18 mk. ri- 2 pf. am Korn« gi Gulden nach dem lübiſchen 22x Grade 4 ſik. am Schrot. Schrot , jeder hält ins feine 3 Grade am Korn. Thaler nach dem alten Schrot x3X Loth 2 Pfennige. ins feine haltend Für die Mark löthig wird 9 ßl. rigiſch entrichtet. Der Erzbiſchof und Marggraf Wilbelm übergab dieſem Ramm 1561 die Münze auf ihrer beiden Lebenszeit , darin das Münzreglement dem vorigen gleich komt , auſſer daß die Ferdinge ſo wol als die halben Marke nur acht und ein halb Loth ins feine halten, dagegen der Münzmeiſter von jeder Mark löthig einen Ferding ſchlagſchaß giebt. Auch werden halbe litthauiſche Gro»- ſchen des Handels wegen geſchlagen 168 ſtk. pro Mark, die hält ins feine 5 und ein halb Loth, davon dem Münzmeiſter zum Remedio am Schrot 1 ſtk. und an Korn 2 Pf. nachgegeben werden. Nach den erzbiſchöflichen Edicte von 4ten Merz 1560 galt 1 Thlr. 4 Mk. 10 pl. ein halb Mark» fiüf 24 ßl. 1 Ferding 12 ßl. 1 Schilling 4 Pfennige , ein alter Ferding 20 ßl. 1 Scho> lite ebauiſch 9 Mk. 9 ßl. ein ſchwediſch Markſtü x Mk. 8 ßl. ein Portugalöſer 80 Mark, Sonſt zeigen auch die plettenhergiſchen Verordnungen, daß die kleinen Artiger zu ſeiner Zeit | Pfetz- Annns 1532« 1533. 1533« 1533» a 3534. 1535« 1535e

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218 „Die UU. Tabelle von den Münzen, Arinus Mod, Herm. de Bregnia, M. Livon. Rev. Mo. Nov. Argent. Civ. Rig. 5%, d b b f Th Th > Her. de Brug, Ha, Ma. LiL Rev, Moneta noua Rigenlis, ein Schilling. 15350. Herm. de Bregna, Ma. Liv. Rev. Moneta noua Rigenſi, Eine dergleichen von 1537, 1538, 1536, 1539, 1540, 1543 1545, 1546, ebenfals Schillinge. HER. D. BRVG. IE K. M. LIVO. Des Herrmeiſters Zerman von Brügtzenei ges 1547, nant Zaſenkamp /geharniſchies Bildnis mit einem groſſen Bart und bloſſen Haupt, inder Rechten das Schwerdt, in der Linken das Wapen vor ſich unten haltend, Rev. Das gröſſere Stadtwapen. Mone. No. Rigens. 47- Sie iſt rar. Ein Schilling , worauf nach Art dieſer Münzſorte das Ordensfreuz mit angehenktem Ge- 1547; ſchlechtsſchilde, HER. D. BRVG, H. K. M. LIVO. Rev, Das kleine Stadtwapen MONE. NO. RIGENS. 47. IOAN. D. RE. D.ivina. O.rdinatione M.agiſter LIVO. Das reckiſche Wapen, eine 1549, Ree in der Mitte. Das Ordensfreuz gehet wie anf andern Schillingen mitten durch bis in die Randſchrift, Rev» MONE, NO. RIGENSILI 49, und das kleine Stadt« wapen item von 1550, Anmerk. Eine Recke ſieht aus wie eine Wagenleiter, Das Wort iſt deutſch, und bedeutet die oberſten Hölzer an einem Bauerſchlitten. Die Eſten ſagen regezi die Leto ten raggou, beide verſtehen aber den ganzen Schlitten des Bauers, Alle Münzſorten dieſes Herrn ſind höchſt rar. Die halben Marke von ihm faſt in Gröſſe ef- nes Ortsthalers werden in unſern Kabinetten vermiſſet. Ein Schilling. Die 3 Hafen, Hinric, v. Gal. Ma, Liuo. Rev, Das kleine Stadtwapen, I551. Mone. no. Rigens«. Hinri de Gal. D. G. Mag. Liv. Des Herrmeiſters geharniſchtes Bildnis, mit bloſſem Haupt 1556, und groſſem Bart, Schwerdt und Wapen gewöhnlich haltend. Rev,. Moneta noua Rige. 56. Das ganze riggiſche Wapen, . Eine ganze Mark, Der Deeſſter im Harniſch , bloſſen“ Haupt und ſtarkem Bart, in 1557, der Rechten das Schwerdt , in der Linken den Schild vor ſich haltend , daneben 1557. Auf dem Bruſtharniſch ſiehet man das Ordenskreuz. Die Umſchrift heiſt: Henrieus de Galen D. G, M. Livon. Rev, Das ganze Stadtwapen ohne Schildhalter, ſo bis in den Rand gebet: Moneta noua Rigenſs, Eine dergleichen. Henrich de Gale. D. G. M. LIVON. Das könitgsbertiſche Thaler- 1557: kabinet führt dieſe Münze auch unter den Thalern an, Die caſſeburgiſche Samlung von Thalern hat ſie S. 91, wo es aber Garen G, M. Livoni, heiſſer. Jn Liefland war- tet man ſtark auf die Zurüfunft dieſer in die Irre gerathenen zweildthigen Erulanten, WILHELM. VORSTENB. D.ivina O.rdinatione Magiſter L1. Sürſtenbergs 1557 Bildnis im Harniſch mit entblöſtem Haupt und bärtig, das Schwerdt in der Rechten, 6 das Wapen in der Linken vor ſich unten haltend, auf den Seiten die Jahrzahl 57. Rev, Das ganze rigjiſche Wapen, Moneta noua Rigenſis. Man hat ſie noch von 1559, Dieſe 3 Stück ſind halbe Mark ritziſch, aber von ſchlechtem Silber. Das Thalerkadinet. führer die leßte unter den zweildthigen Münzen an, lieſt aber des Herrmeiſters Namen unrecht VON STERNBERG. So iſt auch ein Thaler von dieſem Stempel in Caſs ſeburgs preußiſcher und pohlniſcher Thaler -Samlung S. 91 angeführt, Die 2 Querbalken als das fürſtenbergiſche Wapen im deutſchen Schilde, ſo an dem 1558, groſſen Ocdensfkreuz hänget, daneben 58, Wilhelm V, D. G, M. Liv. Rev, Das kleinere Stadtwapen Moneta noua Rige. Got» Pfennige geheiſſen. Zu Zeiten des Erzöiſchofs Jobannis Sabundt 1422 muſten dieſe Pfennige. halb Silber und halb Kupfer ſeyn. Die gewogene Mark ſolte haben 8 Loth löthig Silber, und die gezehlte Mark , nemlich 36 Schillinge , 7 Loth löthig Silber. Dieſer neuen Pfennige giengen 4 auf einen Schilling, und die gewogene Märk ward geſchrotet auf 41 Schilling. Im Jahr 1425 berechnen die Münzherren erman Voß und ans Borthagen dem rigiſchen Rath den Schlagſchalß mit 550 Mark neuer Pagament , ſo 2200 alte Mark betragen. 1426 war der Stadt Gewin an der Münze 158 Mark 15 Der, und am neuen Gelde, ſo von dem alten ge? Macht war , 633 Mark 1 Ferding, 1427 iſt der Stadtnußen aus der Münze 1259 und eine halz be Mark neues Geldes geweſen. Ob min gleich um dieſe Zeit eine neus Mark 4 alte gewogen 5 ſv mus man ſich die ganz alten doch nicht zu leicht votſtellen. Die Stadt hatte tetttlich nach ei: ner ſiebenvierteljährigen Belägerung an Monbeimen 5 Vicarien, jede zu 6 Mark rigiſch ver- ſprochen. 1421 wolte Meiſter Siferr Lander jede Matk rigiſchs mit einer Mark löchigen Silz bers nach dem Contract bezahlet haben. Doh die Stadt antwortete durch ihre Deputirten , ob es aleich ehemals zwiſchen Deutſchen und Undeutſchen ſo Gebrauch geweſen , und ſie ſelbſt vor- mals ſo bezahlet , ſo werde ſich der Meiſter mit der Münze dismal begnügen, weil ſie nichts dafür fönne , daß die Marke ſo ſchlecht gemänzet würden. Die gar ſchnelle V:ränderung der Marke in felgenöen Zeiten verdienet allerdings Aufmerkſamkeit. Der Herr Landrath von Ceaumern hat in fcinem Theatridio ein langes Regiſter von dem wundernswürdigen Verfal der Marke, ſo doch aus den Nachrichten det Archive volſtändiger gemacht werden kan. In Beurtheilung der Pfand - Lehn: Schuld - und Kaufbriefe iſt dergleichen Kentnis von ausgebreitetem Nuken,

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b Gothard Mag. Liv. Revers Monetä no. RIgenlis. b d ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepräget worden, 319, nus 1560» Eine dergleichen. "Beide haben den Keſſelhaken in einem blauen Schilde, Der erſte hat in 78 dem Keſſelhaken eine Kugel , die wol vom Stempel des Münzmeiſters herkomt. Der Revers hat das kleine riziſche Wapen, Ein Ferding mit quadrirtem Schilde, worin das Ordenskreuz und der Keſſelhaken abwechſeln. Gothard. D. G. M, Livoni. Rev. Das kleinere Stadtwapen, Moneta, nona, Rige, 1561. Ein andrer Stempel lieſt : Moneta no. Rigenſs. 61. Die herzoglich kettlerſchen Schillinge von 1570, 71, 72, 73, 74, 75, 76 und 77 haben in dem Keſſelhafen die zuſammengezogenen Buchſtaben 8S. A. mir der Umſchrift: MO- NE. NOVA. ARGENTEA. Auf der andern Seite den Löwen: DVCIS CVR. ET SEMIGA. | Anm. Der Keſſelhaken hät gewöhnlich die Geſtalt einer Davidsharfe ohne Saiten, deren Bauch eingekerbt iſt, Doch viele gehen unten mit einem Bogen zu , on dem die Zacen ſich verlieren. Einige Heraldici laſſen aus Unwiſſenheit gar die Zaen weg, und geben den Keſſelhakfen ganz unrecht für einen Steigbügel aus. III. Herrmeiſterliche Münzen in Revel gepräget. Dieſe Münzen, wenn ſie entweder gar keine oder unleſerliche Schrift haben , erfennet “== man an dem däniſchen Kreuz im deutſchen Schilde, als dem kleinern in vorigen Zeiten aber ſehr üblichen Wapen der Stadt Revel. Die kleinere Münzſorte hat das groſſe Ordensfreuz, ſo über die Schrift hinaus trit, und manchmal eingekerbet , oder auch mit dem Zierrath des Lilienkreuzes verſehen iſt. Man hat cinige Schillinge mit alter Mönchsſchrift Moneta Revalie. +43 die in der Mitte ein fleines mit breiten Enden verſehenes Kreuz, ſo in jedem Winkel von 3 Kugeln begleitet wird, auſweiſen. Auf dem Revers ſtehet Magiltri Livonie und obbeſchriebenes fleine revelſche Stadtwapen, deſſen Schild oben einen Ring zum aufhenken hat. Sie ſind von gucem Silber und ſehr rar, Eine andre Sorte, vermuthlich ſo genante Artiger, deren 4 einen Schilling gegolten. Weil ein ſolcher Artiger oder Pfennig aber etwas mehr als ein Viertheil des vorigen Schillings wieget, ſo hat man ihm auch ſchlechter Korn gegeben. Jhre Umſchrift iſt mehr zu erra« then als zu erkennen. Auf den neuern findet man das Gepräge der revelſchen Schillin- ge mit dem Buchſtaben WO. PL, M, LL Revers: MONET, REVAL. Jhre Seltenheit iſt gros , doc haben die alten fein Silber. Hieher gebören die ſo genanten Blaumiſer. Ein ſolcher Blaumiſer iſt ein küpfrigtes rundes Blech, mit erhabenem geſtreiften Rande, Jn der Mitte iſt das kleine Kreuz tief einges ſchlagen , wodurch auf der andern Seite 4 erhabene groſſe Punkte entſtehen, Sie ſind ohne Jahrzahl und Umſchriſt, aber auch rar, Ob es aber eben das revelſche Kreuz ſey, getrauen wir uns nicht zu beſtimmen, Schillinge von etwas gröſſerer Forme, aber auch geringerm Pagement, Site führen das groſſe Ordenskreuz bis an die Spiße des Randes durch die Schrift dürh, MAGISTRE LIVONIE + und das kleine Stadtwapen, MONETAREVALIE, Dies ſind die alten Kreuzſchillinge, ſo von dem gemeinen Man zu Curen und magiſchen Kunſtſtüen ſehr abergläubiſch gemisbraucht worden, Die alten haben unten am Kreuz einen erhabe- nen Punkt „oder einige eine kleine Null , ſo einfältigen Leuten die Zahl Ling , d. i. einen Schilling bezeichnen ſol , gleichwie die vormaligen rußiſchen fünf CLopeckenſtücke von Kupfer 5 Punkte , die ſilbernen Griwen oder 10 Copo>kenſtüe aber zehn Punkre auf« weiſen. Auf etlichen iſt im Rande ein groſſer Stern zu ſehen , der nur ein Einfal des Stempelſchneiders iſt, Ein Schilling nach Art eines Bracteaten- Er iſt ohne Revers und Jahrzahl und hat das revelſche Kreuz mit der Umſchrift: Magiſtr. Livonie. Ein feines Silberſtü mit dem revelſchen Kreuz oder kleinern Stadtwapen und der Um- I515, ſchrife MONETA NOVA REVALIE, über dem Wapen die Jahrzahl 1515. Rev. Ein WM arienbild mit dem Kinde auf dem linken Arm , das von dem rechten Arm angefaſt wird. Darunter ein Schild in deſſen 4 Feldungen das Ordensfreuz und das pletten« bergiſche Stamwapen abwechſeln. Dieſe Münze iſt mit dem kleinen Stempel der Stade Revel verhöhet, wiewol nicht in allem Gepräge, Auf der andern Seite ſteht CO N- SERVA NOS DomiNA. Ein Ferding mit dem Marienbilde nach Art des vorigen, CON SerV A. NOS. CHRIS. Rev. Das revelſche Kreuz. Moneta noua Reval. Ueber dem Schilde 1527, davon die zwey lezten Ziffern ſo ſchief liegen , daß ſie die Buchſtaben NA vorſtellen, im clodtiſchen Kabinet, 1527, Mm mm Eine

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Mod EN "It [>] unde 320 Die 1. Tabelle von den M'"nzen, Annus "Eine rare Mark. Des Herrmeiſters Bild mit bloſſem Haupte und Bart im weiten Matt 1528, tel , vor ſich ein quadrirtes Sc<ild haltend» Walter9 Pletten. Mgr. Livonie« Das Bild iſt ſehr ungeſtalt- Rev. Moneta noua argenti. Revalie, Anno. Ueber dem deut- * ſchen Schilde mit dem Kreuz ſteht 1528. Ein Ferding nach obiger Art, nur daß das Kind auf dem rechten Arm gefragen wird, und La 1538, rig in der Linken das Scepter führet. Site iſt auch mit dem vorigen Stempel verhöhet. Einige ändern die Umſchriſt: Conlva nos Cris. und Moneta noua Reval. Ein dergleichen, MONETA NOVA REVALIEN»„. Rev. SALVA NO. 1530, CRLſte. Eine andre haf Revali. o und Salua. n. Cris. auch Salua, no, Crift. und Mo- neta no. Revalie. Eine andre, wo CHRIS,te geleſen wird» Rev, Moneta nov. Revaliens. Sie iſt mit 1533, dem dörptiſchyen-Stempel erhöhet, Jngleichen CRISTHE und Moneta noua ari- hent. Reval. von ſauberm Stempel. Noch eine von ſelbiger Art mit dem Stempel der Stadt Revel-erhöhet , und mit der Um- 1534, ſchrift : Moneta noua Revalie, Ein ander Gepräge führet ven Stempel des Stifts Dörpr zur Erhöhung. Um dieſe Jahre ſind die obbeſchriebenen Kreuzſchillinge nicht mehr rar, auſſer bey fiebe habern , die ſie nac) den Jahren completiren wollen. Sie ändern ſich aber in den Wg- pen des Herrmeiſters , an Gröſſe und innerm Gehalt, und in den Buchſtaben. Die Mönchsſchriſt bleibt weg, die lateiniſchen Buchſtaben erſcheinen wie gewöhnlich , und das Korn wird immer kupfriger. Aus dieſem Seculo hat man welche von den Jahren 32, 33, 349 35, 36, 37, 387 39, 40, 41) 42, 43, 44, 49, 51 und wer weis wie viel ſonſt noch? Die kettlerſchen ſind am ſchlechteſten von 1560 und 1561, ! Der geharniſchte Ordensmeiſter unter ſich das bloſſe Schwerdt haſtend, mit dem Wapen zwi- 15356, ſchen den Füſſen, HERMAN. BRVGNA MAGIS. LIVO.- Rev. Das revel- ſche Stadtfreus im Blumenſchilde, darüder die Jahrzahl 1536. Moneta noua argen- tea Revalienſis, Ein ſchöner Thaler , welchen das Thalerkabinet aus den hamburti- ſchen Remarquen anſühret, und der auch einmal wieder ven Heimweg zu nehmen gebe ten wird, Ein ſauber Stuck, auf deſſen einen Seite des Herrmeiſter Galens Wapen, in welchem das 1553« Ordensfreuz mit den 3 Haken in quadrirtem Schilde abwechſelt; Uinr, de Galen; Mag, Livonie; und auf der andern Seite das kleine Stadtwapen zu ſehen iſt, mit der Umſchrift : Mo. No. Revalie. 1553. Einige Stempel gehen ab, und haben Ma. Liv, Eine dergleichen; nur ſtehet Ma. Liv. drauf, 1554. Noch eine: Hinri de Galen Ma, Liv Rev. Mo. No, Revalie, 1555 auc) Hiar, de Ga- 1555» len Ma. Liv. Von eben der Art eine andre. Man ſehe von dieſem Jahre nach bey den wendiſchen Mün« 1556, zen der erſten Claſſe, Eine ſilbene Münze vom vorigen Geprägs« INR: DE: GALEN: MA: LIV:1557, Rev, MO: NO: REVALIE, Eine dergleichen. - 1558: WILH: FVRST: MAG. LIV. Das Orbensfreuz mit dem Geſchlecht8wapen wech» 1558, ſeln ab in einem gevierten Schilde, Rev. MO. NO. REVALIE, und das kleine Stadtwaven, IJſt rar. Eine dergleichen. 1559« GOTHART. M. LIVONL Das Ordensfreuz und das Lettlerſche Geſchlecht8wa- 1560, pen, der Keſſelhaken , wechſeln ab in einem gevierten Schilde. Rev, Das kleine Stadt« wapen, MONE, NO. REVAL, 60. ingl, eine andere ohne Jahrzahl ; manche ſchrei- ben die Jahrzahl 06, Den Beſchlus dieſer Münzen machen die kettlerſchen Schillinge, Sie haben den Keſſel- 1563, hafen im deutſchen Schilde mit der Umſchrift Gothard Ma. Li. Rev. Das Ordens- freuz bis in den Rand der Schrift: Mo, no. Re. Dergleichen ſind auch von 1561, IV. Erzbiſchsfliche Münzen, uit herrmeiſterlichen Wapen und Titel. . (Eine ſilberne Münze, auf deren einer Seite das Ankerkreuz als das erzbiſchöfliche Amts- wapen. Arci. Epi. Rigenſis. Auf der andern des Herrmeiſters Plertenbergs Ge- ſchlechtswapen , und hinter ſolchem das Ordensfreuz mit eingeſchnittenen Sräben in Ge- ſtalt eines Gabeifreuzes. Magiſtri Livonie, Eine dergleichen , nur daß ſtat des Amtswapens der Erzbiſchof Jaſper Linde ſein rebend Geſchlechtswapen , einen Lindenbaum, drauf prägen laſſen. | Ei ins

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va in Lieſland zur Zeit des Ordens und nachher gepräget worden, 321 a Eine ſilberne doch etwas kupfrige Münze , nach Art der Bractcaten oder Blechmünzen, nur Annus auf, einer Seite geprägt. Söite,ſtellet die zwey Wapen des Erzbiſchofs Linde und des Heremeiſters Plettenberg neben einander vor, darüber' ſteht das kleine Kreuz ohne Schrift und Jahrzahl. Jſt rar und vermuthlich ein alter Pfennig. a Man hat auh kleine Artiger mit dem erzbiſchöflichen und herrmeiſterlichen Wapen. Nur iſt die Form länglich rund nach Art der rußiſchen Copeken, 2 Einefleine runde Silbermünzemit demLindenbaum als vem erzbiſchöflichen Wapen: ARCH] EP1S. RIGE; auf dem Revers Plettenbergs Wapen, und dahinter das Ordensfreuz, w.P. M, Li. 2 Einige dergleichen mit der Jahrzahl 1530. Dieſe haben die Gröſſe eines deutſchen Pfen- nigs faum. T Des Erzbiſchofs Jaſper Linde und des Herrmeiſters Plettenbergs Bruſtbild neben ein» 1515, ander» Jeder hat ſein Wapen unter ſich. MO. NO. ARCHEPL ET MAGL STRI LIL Revers, Das Hlarienbild: DOMINA. MARI. CONSERVA. NOS. Ihr Werth iſt eine Mark, und war vom Original in Silber abgegoſſen, am Gewichte 5 Loth, e Ein Stück von ſeinem Silber hat auf der einen Seite das groſſe Ordenskreuz , an dem die 1515, Geſchlechtswapen des Erzbiſchofs Linde und des Herrmeiſters Plettenbertgs neben ein« ander hangen, darüber 1515 mit Mönchsſchrift herum: MO. ARHC. RLET MA« Gl. LIV. aufder andern Seite die heilige KTaria in Strahlen mie dem Kinde. M A- tER. TVuM SALVA PO.pulum. Andre haben für mater MARI. TV, und "LVM, und auf der erſten Seite: MO. ARCH'PI. ET MAGL LIV. e Eine von gleicher Jnvention mit der Umſchriſt: * MO, AR. EPL ET MAGIS, LL t516, VON. Rev, MARIa TVM. SALVA PO. >=“ e Eine dergleichen mit der Umſchrift: MO, ARC. EPIS. ET MAGRI LIV. Rev, O 1516, MARIA SAL PO. TV. 4 Eine dergleihen. MO. ARCH. RIGEN. ET, MAGIS, LIV. Rev, CON« 1516, SERVA NOS DOMN Az andre DOMI. Ueberhaupt ändern ſich die Umſchrif- ten von dieſem Jahr ſtark, e Eine andre: MO. ARCHEPIS. ET MAGISLIVON. Rev. MARIA, TV, 1516, M.ea DOM.ina. e Noch eine mit der umgebognen 6 auf dieſe Art 9. ARCIEPIS, ET MAGIS LIV, 1516, Rev, MARIA S.andta. T VMea, DO.mina, T Ein rarer halber Thaler. Der Erzbiſchof Linde in der Jnfel , mit der rechten Hand ſeg» 1516, nend. Zur linken Plettenberg im bloſſen Haupte mit dem Ordensfreuz an der linken Bruſt auf dem Mantel, Jeder hat ſein Geſchlechtswapen MO, NO. ARCHIEPI ET MAGISTRI LI. Rev, Waria mit dem Kinde und Scepter in Strahlen, auf dem halben Mond ſtehend, CONSERVANOSDOMINA MARIA, Wir ſüh- ren ihn nur aus dem Thalerkabinet an. T Ein Exemplar vorn ſelbiger Gröſſe eines halben Speciesthalers findet ſich hier unter einer et- 1516, was geänderten Umſchrift: MONETA NOV. ARCHIEP. ET MAGISTRI LIVONIE. Rev, DOM. MINA SAN.da CONSERVA NOS. DemGewichte nach iſt er eine Mark, deren 3 einen Thaler betragen. T Ein anders von gleichem Geprägez davon uns nur der Abgus bekant geworden und das 1516, Z 2oth wieget. MO. NO. ARCHIE. ET. MAGISTRI LIVONIE. RL Rev, DOM, MINA. SAN. CON. SERVA. NOS, 1516. e Ein Ferding nach Art der obigen Ferdinge. I1ASPER. ERZEPS, ET MGR. LI 3518, VONIE. Rev. SALVA NOSDOMINA. Einige Stempel haben CONSER VA. e Dergleichen: [ASPER ARCHIEPS. ET MGR.LIV. Rev, Das V7aricnbild, ſi- 1520, gend und das Kind im linken Arm mit der rechten feſt haltend. SALVA NOS DO- MINA, Auf. einigen Stempeln iſt das Kind auf dem rechten Arm. Man har dis Gepräge auch von halber Gröſſe, oder von dem Modul c, und feinem Silber, MO. AR. ET. MA. LI. Rey, O. Marzi. tu. fal. p. ohne Jahrzahl. e Ein Ferdingz; das Marienbild. Salua nos Domina, Rev. Ein Kreuz unter welchem zur 1521. Rechten die Linde im Schilde, zur Linken das plettenbergiſche Wapen hänget. 1asper Erchy. Eps et Mgr. Livoni. -b Ein alter Schilling vom Erzb. Wilhelm. Der brandenb. Adler. Wilh. D. G. Arch. 1551, Rig. 51. und Job. von der Recke Wapen, eine Ree. loan. d. Re. D. O. M. Livo, y Ein andrer; der Adler. Wilh. D. G. Arche, Ri. 51. Rev. Das lange Ordensfreuz, an 155x welc>em ein deutſches Schild mit den 3 Haken, 2 und 1, als dem galenſchen Wapen henge, Higuric. v,. Gal, M. Livo j Mm mm 2 Eine

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322 Die Ul. Tabelle von den Münzen, . Mir Mod, € Eine halbe Mark. Ein Schild mit 4 Feldern, in deſſen erſtem der brandenburgiſche 1553, Adler , im zten der pommerſche Greif, im zten der nürnbergiſche Ldwe, im 4ten das hohenzollerſche von Silber und ſchwarz quadrirte Wapen zu ſehen. Das Mittelſchiid iſt auch vierfeldigz in dem erſten und 4ten Felde liegen der Patriarchenſtab und Biſchofs» ſtab kreuzweiſe, im 2ten iſt das Ordenskreuz als das erzbiſchöfliche Amkswapcn , im zten die Lilie als das Kapitelswapen. WILHELM, D. G. ARC. E. RIGENS. MAR. chio BR.and. Rev. Gglens vierfeldiges gewdhnliches Schild. HINRICVS DE GALE. D. O. M. LIVONIE. Man hat au ſolche von 1554 und 1555, wo in dem erſten Felde des Mittelſchildes das Kreuz, im 2ten und zten die Stäbe, und im 4ten 4 die Lilie liegen, und ſind gleichfals halbe Marke. Man hat von dieſem Gepräge auch Ferdinge von 1553, 1554 und 1555. b Der brandenburgiſche Adler. Wilhelm. D, G. Arci, E, Rigen. Rev. Das herrmeiſter- 1553« liche Wapen, dahinter das Ordensfreuz. Hinric. v, Galn. D. O. M. Livoni, b Eine dergleichen Münze, Hiur, v. Gal. D. O. M. Livon. I554« b Ein andre wo der Erzbiſchof Gvilhel, ſich ſchreibet. 15540 b Noch eine , da dem erzbiſchöflichen Titel die Buchſtaben M. B. zugefüget werden, 1555. 3 Noch eine, va der Erzbiſchof Gvil. heiſſet. 1555 Ein Schilling mit vielen Zujas. Ein Schild mit dem Adler. Gyvilhelm. D. G, Epis. Rig. Rev. Ein Schild mit dem Keſſelhakfen. Gothar. D. G. M, Livo. Sie iſt ohne Jahre zahl. ; V. Erzbiſchöflihe Münzen in Riga geſchlagen. Dieſe Münzen unterſcheiden ſich durch den ins Andreasfreuz gelegten Patriarchenſtab und biſchöflichen Krumſtab ; oder haben die Lilie als das Wopen des Stifts zum Zeichen. b Iohannes Arcps. Hat in der Mitten ein quergetheiltes Schild, wo über 6 Rauten ein Eins horn auf aufgehobnen Forderfüſſen hervor ſteiget. Rev. Moneta Rigenſis, Der Pa- triarchen - und Biſchofsſtab kreuzweis gelegt. Iſt ſehr rar. Da ſie das blankenfel? diſche und wallenrodiſche Wapen nicht hat, müs ſie etwa vom loharmes Habundi ſeyn, b HENICg: ARCHEPS, Des Erzbiſchofs Henning Scharfenbergs Bildnis in der Jnfel , ohne Bart, gerade ſchend. Rev, Moneta Rigenſis, Die beiden Stäbe ſind, wie gewöhnlich ins Andreaskreuz gelegt, an welchen unten die Stiftslilie hänget. Dies ſe beiden ſind von feinem Siiber und die lette ſchwerer als die erſtere, b Der lange Kreuzſtab und Krumſtab kreuzweiſe. Moneta Michaelis. Rev. Das Anfers kreuz als das erzbiſchöfliche Ehrenwapen: Moneta Michaelis. Andre führen bey den Stäben die Umſchrift Archiepilſcopi Rige, b MONET. CIVITATIS KL Eine Silie, Rev. - = = Ecdleſie. = - Die 2 Stäs be ins Kreuz. b Moneta Ecclefie, Die beiden Stäbe, Rev. et civitatis Rigens, Die 2 Schlüſſel mit dem kleinen Kreuz als dem kleinen ritziſchen Stadtwapen. Iſt leicht. b Moneta arc. Ein Wapenſchild mit dem Anferkreuz, Rev, Arch. Rigens. Die 2 Stäbe, Jſt ſchwerer und beſſer am Silber als die 2 nechſt vorhergehenden, 2 Moneta. Die 2 Stäbe, Rev. Rig- = = = wieder die 2 Stäbe, 2 Moneta. Die 2 Stäbe. Rev, Rigenlis, ein ſechgeFfigter Stern. Dieſe beiden ſind vero muthlich alte Artiger. b Schillinge mit der JahrzahlL. MO: NO. ARC. EPI. RIGE, Das Wapen iſt eine 1533« Sparre begleitet von 3 Bäumen. Rev. MO. ECL SIE. RIGEN, Die 2 Stäbe. Dergleichen hat man von den Jahren 34, 35, 36, 37, 39, 429 Sie laſſen ſich leicht mit dem dörptiſchen Schwerdt und Schlüſſel verwechſeln, zumal wenn die Obertheile der Prälatenſtäbe ſich nicht deutlich genug zeigen. Dieſe Schillinge von Chomas Schöningen findet man häufig unter dem ausgeſchoſſenen alten Gelde, ſo nicht mehr gänge iſt. Einige haben ICLESIE RIGENSI, Die von 1540 haben auch vie 4 nach ver Nulle. T Eine feine Silbermünze. An einem erzbiſehdflichen Stabe hänget ein quadrirtes S<hilb, 1537. deſſen erſtes Feld die Sparre mit 3 Bäumen, das 2te Kreuz und Krumſtab kreuzweiſe, das zte die Lilie, das 4te das kleinere Stadtwapen zeiget. MO. NO. DO. THO.SA, RI. ECLE, ARG. EPIS, Rev, Das th arienbild mit dem Kinde auf. dem linken Arm, in Strahlen. ORA PRO FAM. ulis SAN.da MAria 'T VIS. Wieget 5 Loth. b GVILH. D. G. ARCHIEP, RIG. Die Lilie und darüber 2 Stäbe, Rev. Mater 1545, D.ei TVA EST POTEST As TV.üm RZ.giuin, Der Abler, als has bran- denburgiſche Wapen, Eine

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ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepräget worden. 323 Eine dergleichen 1541, 1544, 1545, 1546, welche noch oft vorfommen , wie denn auch &nnus enanche keine Jahrzahl haben , andre aber TV A EST, OTENSIA für POTEN- TIA leſen; man findet auch Otinſiaz; und ſind von 1550 und 1555. d Gouilhelm. D. G. Arch, Rig. Sein vierfeldiges Wapen mit abwechſelndem Adler und Greif» 1561. Zöwen im gevierten hohenzolleriſchen Schilde. In dem Mittelſchilde, ſo auch quadrirt iſt, wechſelt die Lilie und Kreuz mit dem kreuzweis gelegten Schwerdt und Prälatenſtah ab. Rev, Mo. nov. Rig. Das fleine Stadtwapen, Ein dergleichen rares Stück von ſelbiger Gröſſe und gutem Silber hat zur Umſchrift Gvil- heln D. G, Arcepis. Rig. Rev. Das kleinere Stadtwapen, Moneta. No, Rigen- ſis. 61. Ein Schilling. GVILHEUM, M. B. A. EP, RIG. Der brandenburgiſche Ad«- 1562, ler mit dem Bruſtſchilde. Rev, MON. ETA NOVA RIGEN. Das fleine Stadt« wapen. Ein Schilling von merkwürdigem Gepräg, MONET. GVILHE.R1 GE. Das 1562; fleine Kreuz aus dem Stadtwapen mit der Oberheifte der 2 Schlüſſel 3 darunter der Ad« ler , mit Kopf, Bruſtſchild und linkem Flügel lieget. Hierbey die Zahl 62. Rev« GVILHELM. D. G. A. RIGE, Noch einmal das kleine Kreuz, die Öberhelfte des einen und die Unterhelfte des andern Schlüſſels , wobey die Ziffer 6, weil die 2 von dem Flügel bede&et wird. Alsdenn ein Stü von dem Bruſtſchilde , der linfe Flügel ſamt dem Fus und ganzen Schwanz des Adlers. Ein rares Stü, wodurch der Erzbiſchof ſeine genaue Verbindung mit, der Stadt Riezga an Tag legen wolte und liegt im clodtis ſchen Kabivet. Noch ein Schilling. GVILM. D. AR, =. =, = =, =« mit der Zahl 15, Der bkan« 1562, denburgiſche Adler mit dem Bruſtſchild. Rev, Domine TV, EST, POTEN- SIA. TV, RE. Einindie Quere getheilter Wapenſchild , oben die 3 Stäbe freuze weis , unten die Lilie, Ein rarer Ferding. Des Erzbiſchofs vierfeldiges Wapen . und in ſolchem das qQuadrirte 1563, Mittelſchild. Gvilhelm D. G. E. Rige. Ma. Bra, Rev. Das kleine Stadtwapen. 63. Ein andrer Schilling von vorigem Gepräg« GVILH. D, G, ARCHIEP, RI- 15635 GENS. Rev, MONETA NOVARIGENSIS, Dergileichen ſind auch da von I561 , 1562. Ein Doppelſchilling mit dem Adler , auf deſſen Bruſt 'ein geviertes Schild als das hohen- 1553, zolleriſche Wapen. GVILHELM.D, G. AR EP. RIGE. Rev. Das ritiſche gröſſere Stadtwapen MONETA. NOV. RIGENSIS, Dieſe Doppelſchillinge hieſſen in alten Zeiten LTatzate. Ein ſehr erfahrner Kenner verſichert von dieſem Wilhelm mit der Jnfel /und langem Bark einen Thaler in Holzſchnit geſehen zu haben , von vem er aber ungewis iſt; ob er zur IVten oder Vten Claſſe gehöre, Er befand ſich in einem dünnen Folianten , worin die 2 löthigen Silbermünzen , und im andern Theit die einfachen und doppelten Dukaten ab« gedruckt ſtunden.“ Dieſer lag zu Stockholm im gpllengriepiſchen Kabinette , und ſcheinet den Verfaſſern der neuern Thalerkabinette unbekant geweſen zu ſeyn. VI. Biſchöfliche Münzen in Dörpt gepräget. EFAie Münzen! dieſer Art fallen in alten Zeiten ſehr unleſerlich. Die Namen der Biſchöfe Z ſind gleichfals ſchwer heraus zu bringen, und dabey ſo homonymiſch und vieldeutig, daß ſich keine Jahrzahl dazu finden läſt, zumal da ſo gar die Geſchlechtswapen abgegrif« fen und verblichen ſind , auch die noch kentbaren vermiſſet werden. Alle aber laſſen ſich an den ins Andreasfreuz gelegten Schlüſſel und Schwerdt, oder manchmal an Schwerdt und Schlüſſel erkennen z weil das Stift die Apoſtel Petrum und Paulum zu Patronen habe , ſo von dem Dom zu Osnabrügge beibehalten worden, obgleich die d rpriſche Domkirche dem heiligen Dionyſius gewidmet war. Relch S. 68 und 456. Sieb. macher S. 11 ſtellet das naumburgiſthe biſchöfliche Wapen wie das dörpriſche vor. Johannes Epus. Drey länglichte und zugeſpißte Blätter. Rev. Das dörpriſche Stifts« wapen , Schwerdt und Schlüſſel Moneta Ta. Ein kleines rares Stück von feinem Sils ber. Das Wapen gleicht dem mellinckrodiſchen bey Siebmachern S, 189 oder den ronnbertiſchen S. 132. * TIDERICVS EPL DesBiſchofs Bildnis gerade ſehend mit der Biſchofsmüße. Rev, MONETA TARPAT. Zwiſchen dem Schlüſſel und Schwerdt ſind 2 Biſchofss ſtäbe auch kreuzweiſe, als das biſchöfliche Ehrenwapen. Jſt rar. IOANNES RPVS. Des Biſchofs Bildnis im Hute und gerade ſehend, Rev; MONETA TARPA, Oben iſt zwiſchen Schlüſſel und Schwerdt ein ganzes Nn nun Hirſche

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324 Die M. Tabelle von den Münzen, Mod, Hirſchgeweiße; Das Modbul iſt kleiner als des vdrigen; aber um den vierten Theil Arms ſchwerer, : a 1OANNES EPVS: Ein ganzes Hirſchgeweihe, in deſſen Mitte eine Kugel ſhwebet., MVNETA TARP. Das gewöhnliche Stiftswäpen, Schwerdt und Schlüſſel, Fein ' Sitber und wieget ein Drittel der vorigen. ken Auge ein Gewächſe, das ſich auch auf den abgeſchliſſenen Stücken erkennen läT. Rev, Moneta TARBAT: Ueber dem Stiftswapen ſiehet man eine Figur wie einer halben Lilie oder eines Zweiges, und'unker dem Wayen einen Stern mit 6 Strahlen, b HINRICVS EPVS, Das Bruſtbild in der Infel. MONE. TARBET, Das Stiftswapen , darüber 2 Flügel oder ein Geweiße ganz flein zu ſehen. ' b IOHANNES EPS. THA. Das Biſchofs Bildnis. Rev. Ueber dem Stiftswapen eine filie. Moneta Thar - - - Einige Stempel haben lohannes Epc, T. und Mone» ta Tharbe. b TIDERICVS EPVS, Des Biſchofs Bildnis gerade ſehend. Rev, Das Stiftewapen MONETA. TERBE. Zwiſchen dem Stiftswapen eine Figur wie ein Palmenzweig unten ein kleiner Ring« Eine andere von dieſem Gepräge lieſt THARBET. “M b 8. PETRE OR. P. N. Ein länglicht erzbiſchöfliches Geſichte. Rev, Schlüſſel und Schwerdt: Mo. no. Tarpaten, ; a Eine ganz kleine Münze von feinem Silber mit dem biſchöflichen Geſichte. Rev, Ü und Schwerdt. Die Umſchrift iſt unleſerlich. Ne 9 2 Scuſe 8 Eine dergleichen mit Zuſaß von Kupfer, MONET A. Schlüſſel und Schwerdt. Rev, THARBAT. und wie der Schlüſſel und Schwerdt, Dieſes kleine Stück iſthöchſtrar, Beide aber ſind ſo klein als ein ſ; gchſiſcher Pfennig. Dieſe leßtere hat man auch von dem ſeinſten Silber, Eine gleichſchwere doch etwas gröſſere und von beſſerm Korn, BARTHOLO. LPS, Eine Menſchenhand» Rev. Moneta Tar. Das Stiftswapen, Andre dieſer Art leſen Bortolo. Eps. e Ein Ferding. Der ſißende Petrus hat zun Füſſen ein kleines doch leeres Wapen, 8. PE» 1515, TRV. OR. P, NO. Rev. Schlüſſel und Schwerdt, über dem Schilde 1515. MO. NO. ARGENTA. TARPAT,. Ein Ferding- 8. PE TERE OR.a P.ro NO.bis. Der auf einem Lchnſtuhl ſißende Pe- 1515, trus hält einen groſſen Schlüſſel aufwerts , und vor den Knien ein quer getheiltes Was pen. In der Oberhelfte ein Thier mit aufgeſpertem Rachen , und der Streitapt RDN Klauen. Jn der untern Helfte 3 Figuren, die man für Reiſer oder Zweige anſehen könte. Rev. MO. NO. ARGENT A, TARPT, Das Stifswapen« Eine dergleichen , die der Herrmeiſter Galen mit ſeinem Stempel erhöhen laſſen, In der 1518; Umſchrift ſteht ARGENTEA, Moneta. no. Tar- Schlüſſel und Schwerdt, Rev. Des Biſchofs Blankenfelds Wa- pel mit 6 Feldern- Ein Artigert man hat mehr dergleichen , doch von unterſchiedenem empel. I0AN.E. T. MONE, NO. ARG. Das Stiftswapen , darüber 1223. Rev. Petrus 15215 im Bruſtbilde, in der Rechten den Schlüſſel empor , in der Linken das Evangeliumbuch haltend , unter ihm das ſechsfeldige blankenfeldiſche Familicnwapen. 8 AN.de P,etre ORa PRO.N. . Eine dergleichen , mit der Jahrzahl 1222. Jn dieſen beiden Münzen iſt die erſte 2 eine um- 1522. gefehrte 5, welche auf andern Stempeln dieſes Jahrhunderts vorkomk. | -T> Von ven blankenfeldiſchen Münzen ſol der Herr Obriſte Gyllentzriep eine ganze Mark mit ver 2 ſtat der 5 beſeſſen haben. Sie beſtand aus feinem Silber , hatte die Gröſſe ei« nes Viertheilthalers oder Reichsorts, aber das Gewichte einer Mark, deren 3 auf einen Thaler giengen. 4 Petrus Santus, Petri Bruſtbild darunter das biſchöfliche Wapen, Rev. Das Stiſtswa- 1528«' pen. Moneta noua ar. Tar. Um disſe Zeit hat man das Ora pro nobis weggelaſſen. Auf einigen iſt unter Perri Bilde das Schild leer, b Dom. lohan. E, Tarb. Das biſchöfliche Geſichte. Rev. Moneta no, Tarb. Das Stifts» 1528- wapen« Ein ſauberer Artiger- 3 Hafen zwey und eins To. Ep. Ta. das Stiftswapen. Mo, no. Ta. iſt ohne Jahrzahl, SANTVS PE TRVS. Des Apoſtels Bruſtſchild, mit unterliegendem gellingbauſt- 1553 ſchen Wapen in 4 Feldern, Schlüſſel und Schwerdt im ordinairen Kreuz im erſten und “ vieren Felde, Rev- Das Seiftswapen Schwerdt und Schlüſſel. NMoneta noua ar. Tarpt. Das geliingshauſiſche Wapen ſind 3 Hafen, 2 und x geſtelt, die aber ver« ! Fehrt

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ſo in Liefland zur, Zeit des Ordens und nachher gepräget worden. 325 Mod; Fehbrt liegen, da man ſie in des Herrmeiſter Galens Wapen ordentlich liegen ſiehet. Siepmacher S. 187 hät die Figur in dem Wapen der Herrn von PrabeX, Doch hat auf einigen Schillingen der Stempelſchneider dieſe Haken , wie die galenſchen gemacht. e SANTVSPETRVS. Petri Bruſtbild, wie gewöhnlich mit dem Schlüſſel und Evan- „... L; geliumbuch. In dem darunter geſeßten Schilde üegt im erſten und vierten Felde Schwerdt "?** und Schild nicht kreuzweiſe, ſondern ſchlecht neben einander, wie es auch auf einigen blan« kenfeldiſchen Münzen ſchon vorgekommen, daß dieSpike des Schwerdts oben ſtehet, Das ate und zte Feld zeiget das Geſchlechtswapen; Rev, Schlüſſei und Schwerdt. Moueta noua, ar. Ta, Dieſer Stempel leidet ſtarke Abänderungen 3 andre leſen Tar. 8 Eine dergleichen, nur daß in dem zſten Felde das biſchöfliche Wapen, Schlüſſel und Schwerdt 1534» | wieder kreuzweis geſeßt, und im 4ten Felde Schwerdt und Schlüſſel ſo gelegt ſind , wie etwan auf einigen päpſtlichen bleiernen Bullen 8, P A. 8. PE. ſtehet, ob ſonſt gleich Pes tro der Vortrit zuerkant wird. Die Schillinge mit dieſem Wapen gehn bis 1542 3 auf ſelbigen nennet ſich der Biſchof Bleus. b Eine Münze mit vielem Zuſaß mit dem Stiftewapen. MON. NO. TARPT. Rev, DOMI. IOH A, EL.edus TA Das gellingebaufiſche Wapen. Hat keine Fayrzahl. Einige Stempel haben: DOMIN, IOHAN. EL, TARP, b Ein Schilling Dns, Indocus El. Ta, Die Rete ſehr ſchmal, Rev. Das Stiftswapen 1543, Mone noua Ciuetat. | b Ein Schilling mit dem reckiſchen Wapen. DNS. 1VDOCYVS EL.ectus TA. Das 1544. dörptiſche Wapen MONE. NOVA CIVL TA. b Ein Schilling, Die Rec>e« lodocus a Reck, Ep, Tf, Rev. Schlüſſel und Schwerdt, Mo. 1545, noua Tardate.. Th Ein gegoſſenes Stü> von 4 koth und grobem Stempel, Das biſchöfliche Bild in Chorro> 1545, und Bart nach der Linken ſehend, und mit der Unken den Degen haltend, lodocus a Reck " epifcopus ac Das Terbaten. Rev. Ein gevierter Schild mit abwechſelnden Stifts. und Geſchlech:swapen , Zinter dem zur Rechten der Biſchofsſtab , zur Linken das Schwerdt durchgeſter iſt, as ganze Wapen wird von einer Biſchofsmüße bede>t. Es hat zur Seice 1545 und zur Umſchrift : Civitas beneditione reor, fortunatur. b Iodocus a Re. Ep. D- 46. Die Rece als das Geſchlemtewapen. Rev, MO. NOVA 1546, TARPEENS. Das Stiſtewapen. Iſt von ſc lechtem Silber. n 4 Von dieſem Jahre führt der ſelige M. Rhangäus in einem Briefe eine Münze d an, mit 1546 der Umſchrift MON. NO. TARBATEN. und S8. PETRE ORAP. NO. Annus wovon die Jahrzahl irrig ſcheinet, b Noch ein Schilling von voriger Art, mit der Re>e. lodocus a Reck Epiſc. Tarb. Rev. 1547, Mou. nov. Tarb. it. lodocus Re. Ep. D. 47. die Re&e, Rev. Das Steiftewapen, Mo. ' noua Tarpata. b Ein Schilling : die Re>e, lodoeus aRe, Ep. D. 49. Schwerdt und Schlüſſel Mo. no- 1549. ua. Tarpata. d Eine feine Sübermünze, etwas leiht. HERMA. DEI G. EPL TA. Ein in die 1554 Länge getheilter Schild , in deſſen rechtem Felde Schlüſſel und Schwerdt, im linken eine ; halbe Lilie und daneben zwey Roſen liegen, Rev. MONETA NOVA. TA. Das . Striftswapen. g Eine dergleichen. Rev. Mone. noua. ar. 55. Andere: Moneta noua Tarpt. und über dem 1555, Schilde 55. j 4 Eine dergleichen, mit der Umſchrift HERMA. DEI. G. EP. T. Rev, MONETA 1556 NOVA. TA. mit den vorigen Wapen. Eine andre hat N V A; EPIS, und eine flei« 5 ne 6, iſt aber von feinem Silber, ! b Eine Silbermünze. HER. DEL G. EP. T. Das biſchöfliche Familienwapen allein, 1557 nehmlich die halbe Lilie mit 2 Roſen übereinander zur Linken begleitet, Rev. Das Stifts» wapen: MO. NO. TARP. Die übrigen Ferdinge und Schillinge dieſes Zermans ſind ohne Jahrzahl, unter ihnen aber Hält man den Abdruck für den ſchönſten , der die Lilie und Roſen nach heraidiſcher Art gros präſentiret , und im clodtiſchen Kabinet verwahrt liegt, VI Oeſelſch- biſchöfliche Münzen in Hapſal und Arensburg gepraget. Dieſe Gattung wil ſich auch in den berühmteſten Samlungen nicht über die Regierung des leßten Biſchofs Nlagm finden. Sie unterſcheidet ſich durch einen Adler , welcher mit ſeinem langen Halſe wie ein Kranich zurück ſiehet, und mit etwas aufgehobenen Flü« geln auf einem Zettel ſtehet , welches das Oeſelſche Wapen iſt. Andre haben 2 Balken, als das vldenborgſche Stamwapen« Sie ſind mehrentheils von ſchlechtem Silber, nan 2 Ein

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Mod d TETOET0O 09 Og; CO EE NM do, 0 5 Or 326 Die lil. Tabelle von den Münzen, "Ein Ferding obne Jahrzahl, D3agni geharniſchtes Bruſtbild mit Her Feldbinde und befes Aus dertem Hute-. MAG. D. G. EPS, OSL CV. ET RE, Kev. Der Adlers MO- NETA NOVA HABSA. Noch einer ohne Jahrzahl, wo um den Adler geleſen wird: MO, NOVA. ARENS: BVRGENSNYS. MAGNVS D. G.E. O.filix W.ykix RE.valiz. Des Herzogs Bruſtbild geharniſcht mlt 1562, der Bruſtbinde und Federhute. Rev. MONE. NOVA HAPSAL, 62. Der obbe« ſchriebene Adler, Ein anderer Stempel hat zwiſchen O und ;W , noch ein C, das iſt Curlandiz, MAG. D. G, EPS, CV.rlandiz E T. RE, valiz, Das Bild wie auf der vorigen. Rev, 1563. Die oldenburgiſchen Balken, FO. NO. HAPSALIE. / MO. NO. HAPSAL, Der ſich umſehende Adler, Rev, MO. NO.HAPSALIE. Die oldenburgiſchen Balken , ohne Jahrzahl. Eine von ſchlechterm Korn. MAG, D. G. E. O.C. R. Die Balfen. Rev. MO. NO. HAPSALIE. Der Adler, Andre leſen nur Hapſel. 62. und Hapfſal. ? Mag. D: G. E. Ofil. Die Balken. Rev. Mon. Arensborch. der Adler. 1262. MAGN. D. G. EP. OSIL. CV. ET RE. HE.ves NOR W.agix. Das Bruſtbild. 1563. Rev. Ne derel.inquas me Dom. der Adler. E Magn. D. G. Ep. Of]. E. R.| Das Bruſtbild, Rev, Mon. nov. arg, Arensb. Dev 1:64, Adler. Mag. D. G. Epiſc, Dfl. Cu. et Re. Ein Bruſtbild , ſtat des Federhelms eine herzogliche 15564, Krone auf dem Haupte tragend. Rev. Der Adler. Moneta noua Arensburgenls. Mag. D. G. Eps, O. C. Re. Ein geviertes Wapen mit abwechſelnden oldenburgiſchen 1564, Balken und delmenhorſtiſchem Kreuz. Rev. Der Adler. Mo. no. Arensbur. Die- ſes Wapen gleichet dem- herrmeiſterlich »fürſtenbertziſchen , und mus mit ſelbigem nicht verwechſelt werden. MA.D. G. EP. OSI. C. E.RE, Sein Bruſtbild, Rev. Der Adler, MON. AREN S- 1564," BORCH. Von ſchlechtem Silber, Eine dergleichen von feinem Silber, Eine ſchöne Medaille. MAG. D. G. EPS. OSIL. CVR'ON. ET RE. H. NORV, &T)agni Bildnis in einem weiten mit Blumen beſtreuten Pelz. Rev. NE DERE- LINQVAS ME DOM. 65. Sein ganzes Wapen in 3 auf einander liegenden Schil- den. Das innerſte hat 2 Balken wegen Oldenburg. Der andre Schild hat 4 Felder. Im erſten den norwetziſchen Löwen mit der Streitart 3 im 2ten die ſchleowicziſchen zwey gehenden Löwen, im 3ten dashHollſteiniſche Neſſelblat, im 4ten den ſtormarſchen Schwan mit der Krone am Halſes in'dem äuſſerſten vierfeldigen Schilde wechſeln der Adler und das Lam mit der Kreuzesfahne ab, ſo die Bistümer Geſel und Deutſcdland bedeuten, Den Schild zieren 3 Helme, auf deren mittelſten der Löwe mit der Streitaxt, dem reche ten 7 Fahnen, und dem linken 3 Pfauenſchwänze erſcheinen. Dieſe rare Medaille beſas der ſelige Herr Vicepräſident von Schultz , wir haben ſie nar aus dem Abris davon beſchrieben 3 doch iſt ſie nach dem Zeugnis derer, ſo ſie im Ure bilde geſehen, gröſſer als ein Thaler, Die 2 Balken. MA. D. G, E. O. C. E. RE. 67. Rev. Der Adler, Mon. Arensbor. Nach dieſen Jahren verſchwinden die öſelſchen Münzen wieder , wie denn auch keine von Nlagno mehr geſehen werden. Die Buchſtaben RE. welche der Stempelſchnei- der noch etwan mit einem Kreuz geſchloſſen , mögen vielleicht einige auf die Meinung ges bracht haben , daß dieſer Herr ſich auf ſeinen Münzen RE X nenne. VII. Rigiſche Münzen , welche die Stadt Riga zur Zeit ihrer zwanzigjährigen Freiheit prägen laſſen. Dieſe Münzen haben auf der einen Seite die zwey ins Andreaskreuz gelegfen Schlüſſel mit dem kleinen Kreuz , und auf der andern , das gröſſere ganze Stadtwapen. Wir dürſen daher nur ihre gröſſe und Umſchrift melden, 1565» 567: Ein Schilling. MONETA NOVA ARG, Rev. CIVITATIS RIGENSIS: 1563« Einer von demſelben Schlage. 1564. Nochy ein ſolcher. 15654 Ein Stüc>k wie ein Ort , nur leichter , und von ſchlechterm Korn, war eine halbe Mark ri“ 3565, giſch öder 18 Schillinge, Das kleine Stadtwapen. Moneta nova argentea. 65. Rev. Das ganze ritziſche Wapen mit 2 Löwen zu Schildhaltern. Clvitatis Rigentis. Man hat von: dieſem Jahre unterſchiedene Stempel, nur daß das kleine Stadtkreuz über den Schlüſſeln nagelſpiß gemacht iſtz auch haben einige die Jahrzahl zur Seite, Ein

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+ d. a. 422 vv OTO Amur aftm +3 Th Th [-„B- „R-„R- ul 7 A ſo in Lieſland zur Zeit des Ordens und nachher gepräget worden. 327 4 Umſchriſt, Ein Ferding , der 9 Schillinge gegolten , und deren 4 eine Mark ritziſch betragen, mit vo» riger Umſchrift, Eine Sorte iſt von feinem Silber 3 obgleich die mehreſten ſehr küpfrig allen, | Eine halbe Mark von der Gröſſe eines Reichsorts, doch geringhaltiger, Ein Ferdingt zwiſchen den Schlüſſeln ein nagelſpißiges Kreuz, Ein Ferding. Moneta noua argentea, Rey, Civitatatis Rigen, Ein Schilling, “ Ein halber Thaler , wie der obige; Eine halbe Mark wie obige, Ein Ferding. Ein Schilling. Moneta no. age. von ſchönertt Gepräge, Ein alter Schilling, Moneta no. argen. Rev, Civitat. Rigenlis, auch einer vdn 1376 Ein recht ſaubrer Artiger von Kupfer, ohne Umſchrift, mit dem kleinen zugeſpikten Kreuz und beiden Stadtwaven. Moneta noua argentea, Rev, Civi. Rigenſis, Jſt ein ſchönes Stü> , faſt von der Gröſſe eines halben Thalers- Unter dem Löwenkopf im Stadtthore lieſet man x Mark rigziſch. In dem pagencdppiſthen Kabinet iſt dieſes Stü in Gold abgenommen, obgleich ar gentea darauf gepräget iſt, und wieget 35 Ducaten, Iſt eine Hauptrare Mark, an Silber Z Loth. Ein Reichsthaler. Das kleine Stadtwapen im Schilde; daneben 73. Denarius Argenteus XVI Ferd. R. Auf der andern Seite das ganze ritziſche Wapen doch ohne Schildhal- ter, GCivitatis Rigenſis. Unten 18 F. iſt ein ſauberes und rares Stück, Ein andrer Reichsthaler aus der andreiſchenSamlung, von dem Gepräge, wie ihn Loch- ner unter dem Jahr 1574 beſchreibet, Ein Schilling. Ein andrer Thaler, DENARIVS NOVVS ARGENTEVS, Rev, CIVITA- TIS RIGENSIS. Unten 18 PF, Lochner führet hiervon noch einen Stempel an , nach welchem das 8 in civitatis von Dem i abgeſondert ſteht , und die 18 F. umgekehrt , wie mit der Randſchrift in einem Text geleſen werden müſſen. Was ſonſt dieſer geſchite und fleißige Aucror S. 68, von einem ritgiſchen Goldſtück von 1421 ſchreibet , iſt ohne Zweifel ein Druckfehler, und ſol 62x heiſſen. fin Lochners Samlung merkwürdiger Medaillen im Jahr 3741 bey der ten Woche, Ein Schilling wie die obigen S<illinge, Dergleichen Dergl. Dergl« Und noch einet, - ' Dieſe Münzen nennen die Bauren ſchwarze Schillinge, weil ſie mehrentheils in der Erde gefunden werden, und beim Abreiben viel Kupfer zeigen, Die Ferdinge von dies ſem Gepräge führen wir deswegen nicht alle an, weil einige keine Jahrzahl haben ; dahin gegen die von 65 und 66 ſie auf beiden Seiten führen, Sie gehen bis 1579 , und ſind die kekten von ſauberm Gepräge. So weit gehen die Münzen der Stadt zu einer Zeit , da ſie ihr eige« nes "Spr I war. Die folgenden Münzen unter den pohlniſchen und ſchwe« diſchen Königen machen in den Kabinetten eine ſchöne Samlung aus an Goldſti« &en , Dukaten , Thaiern, Schau- und Gedächtnismünzen, welche alle auf der einen Seite das riziſche Wapen haben. Unter den erſten pohiniſchen ſind die Groſchen am ſchönſten , welche des Königs Bild mit der Krone zeigen: Steph. D. G. Rex. Po]. M, D. Li. und auf der andern das groſſe rieziſche Wapen haben, Groflus civitatis Rig. mit der Zahl 81, 82 und 84. In der Taxa des rigziſchen Portorli von 1582 werden 35 pohl« niſche Groſchen auf einen Thaler gerechnet. Sechſe giengen auf die Mark rigziſch, und einer betrug 6 riejiſche Schillinge: Sie führen ſchön Korn und haben die Gröſſe eines deutſchen Groſchens, Andre haben zuin Revers das pohlniſche und litthauiſche Wa- “pen, unter dem das kleine Stadtwäpen lieget. Auch iſt die ganz kleine Münze rar , die auf der einen Seite das königliche gekrönte Bildnis aufweiſet : Step. D. G. Rex. Po, Rev, Das ganze ritziſche Wapen, civitatis Rige. 82, Die Folge davon ſiehe weiter unten, Nicht weniger iſt ein Goldſtück denkwürdig , welches der bekante Bürgermeiſter Ecke als - eine Privaperſon münzen laſſen, Es zeiget 12.01.2008 nach römiſcher Art: Nicolaus 09 99 Lcke "Ein ganzer Thaler, und ein halber Thaler aus dem torkiſchen Kabinct, mit derſelbigen 1555» 1565. 1566, 3566, 1567. 1567, 1567, 1508. 150824 1569. 157% 15744 14 72% 157338 35732 7573. 3574» 4575. 1576, 1577. 1578. 1579.

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328 Die Ill. Tabelle von den Münzen, Mod. Ecke ztatis 60- Rev, Sein Wapen : ein Greif, mit der bedenklichen Umſchrift? Ode- Annus rint. dum. benefaciam, Anno 1601, Es wieget an Golde 8 Dukaten. Xl. Münzen des Herzogthums Liefland. Ffeſe ſind zur Zeit des königlich pohlniſchen Adminiſtrators Chotkiewitz gepräget, und es“ werden an dem liefländiſchen Greif. erkant, der in den Vorderklauen ein Schwerdt hält, Von den Rlippingen dieſer Zeit iſt uns keiner zur Hand gekommen. Sie müſe ſen laut königlicher Verordnung x Gulden pohlniſch oder 4 Mark rigjiſch gelten, 10 Stück auf eine Mark löthig gehen , und in 10 Stücken x0 Loth fein Silber ſeyn, ſo daß 16 Stück eine Mark fein, oder 16 pohlniſche Gulden ausmachen, Site fielen ſchlechter als das herrmeiſterliche Geld, Denn nach der Münztaxa vom 5 May 1582 galt gegen die pohlniſchen Gulden: Ein fürſtenberger Gulden 1 fl. 28 gr, pohlniſch, oder 9 mf, 18 ßl. rigiſch, Ein ungerſcher und Meiſtergulden 1 9 26 - 9-/ 12 - Ein fürſtenberger Klipping 1-7 5 - 2 Sa 30 - Ein Meiſter - Klipping 19 3 - I 5- 18 - Es galt aber damals ein Portugalöſer 19 fl. 10 gr. pohlniſch oder 96 mk. 24 ßl. rigiſch, und ein Kreuzgulden 8 mk. 6 ßl, rigjiſch ; welcher Kreuzgulden doch im Jahr 1560 nur 7 mb, vor 1553 aber 5 mf. betrug, b Schillinge , ſehr geringhaltig an Silber mit der Aufſchrift x SCHILLING. 72. und der 1572« Umſchrift: Mone. noua, argentea, Rev. Der vorbeſchriebene Greif, Ducatus Livonie. N Dieſe Sorte hielt 2 Loth, galt 3 Pfennige, und 36 machten eine Mark rigiſch. T Ein ſchön Stü> von der Gröſſe eines halben Thalers , doch ſchlechterm Korn. Zwey neben- 1573 einander geſeßte Schilde mit dem pohlniſchen Adler und littbauiſchen Reuter, und darüber EINE MARK, mit der Umſchrift: MONE. NO. ARGENTEA. Rev, Der Greif mit dem Schwerdte DVCATVS8S LIVONIE, Sie galten 5 Loth, und 18 Stü machten eine Mark löthig, Jedes Stüc> galt eine Mark rtgiſch. € Eine gleichartige halbe Mark von demſelben Gepräge und der Aufſchriſt : HALB 1573. MARCK. Site galten 13 Schilling, hielten 5 Loth, und geßen 36 auf. die Mark löthig. 4 Ein Ferding mit der Aufſchrift: x FERDING und ſelbigem Stempel , wie vorbeſchrie 1573- ben, Sie halten 5 Loth, gelten 9 ßl. und 72 betragen eine Mark löthig. X. Unbefkante und fremde Münzen, die in Liefland aus der Er- de gegraben worden. Dieſe Art Münzen finden ſich hier häufiger als die einheimiſchen. Sie ſind vem Metal nach theils ſilbern, theils kupfern, der Forme nach theils rund , theils länglich , rheils ecfigt , dem Gepräge nach römiſche, griechiſche, perſiſche, rürckiſche, rußiſche, poblniſche, gothiſche und runiſche vom König Nhagnus von LTorwegen und Dännemark, und wer ſagt uns, wie ſie ſonſt noch claßificiret werden müſſen. Man hat Bracteaten von Gröſſe eines Reichsthalers ; arabiſche auf Gotbland gefundene Münzen, engliſche Sterlinge von Ldelredo und Canuro, arabiſche in Siberien gegrabene Stücke. Es finden ſich auch deutſche kaiſerliche mit den Namen Otto, Zen- ricus 2c. biſchöfliche , ſonderlich cöllniſche , auch ſchwediſche aus den leßten 4 Se- cutis. Auf einigen deutſchen und ſächſiſchen läſt ſich die Umſchrift der Mönchsbuch« ſtaben noch ziemlich leſen, Wir führen ſie hier zur Nachricht der Leſer an, weil einige von ihnen wider ihr Verdienſt unter die liefländiſchen gerathen, die es doch nicht ſind, da denn Ungeübte ſich durch ihre ſcheinbare Zeichen leichtlich noch blenden laſſen können. So geht es mit einer cleviſchen Münze, daran das C vorne verblichen iſt, und man das her DVC. LIVIAE geleſen. Desgleichen mit einer biſchöflichen bremiſchen, auf der manchmal die Mönchsumſchrift nicht kentbar iſt, Sie kan billig die Mutter der lieflän- diſchen Münzen heiſſen. Jhre Gröſſe iſt wie eines Viergroſchenſtüfs, Sie hat das Warienbild in Stralen , und auf der andern Seite die zwey creuzweis übereinander ge- legten Schlüſſel, Die alten lübiſehen mit dem Kreuz , die regenſpurgiſchen mit den 2 Schlüſſeln , auch alte ungeriſche Dukaten mit dem Nlharienbilde, können bey undeuts licher Umſchrift bald den liefländiſchen Münzen beigezehlet werden, Man verſiehet ſich leicht mit den alten hamburgiſchen , die ein Kreuz, undauf der andern Seite eine Stadt haben, Sonderlich hat man mit den liefländiſchen nicht zu verwechſeln etliche preußis ſche, deren Umſchrift unleſerlich geworden, und die wegen ihrer Ordensfreuze den liefländt- ſchen oder revelſchen Schillingen am ähnlichſten kommen. Eine gorhländiſche, mit einem Querbalken MONETA WISBYV, auf anderen MOETA WISBYE, Rev, Das Lam mit der Siegesfahne, AGNE DERI Miſerere MEI. Danun der Stem- pel

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ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepräget worden. 329 - Mod, pel oft einige Buchſtaben über den Rand gebracht, und daher WIKTE gerathen wor- Annus denz ſo man hat ſie für eine Hapſalſche oder oeſelſche angeſehen, Die Münzen des Stifts WWisbu haben ſtat des Balkens eine zierliche Lilie. Diejenige Blechmünze , welche ſonſt dem erſten Biſchof, Albert zugeeignet wird , iſt in der Chronik gleich vorne beſchrieben. Von einigen andern Bracteaten aus ſeinem Sil- ber , die einen Menſchenkopf. unter einem Stadtthor zeigen, und keine Umſchriſt haben, iſt ungewis, ob man ſie den liefländiſchen beilegen kan, ohnerachtet ſie in Licftand ehe« mals gefunden worden, Da auch die alten däniſchen wegen des dannebrottiſchen Kreuzes und den 3 Löwen leicht für revelſche Münzen aufbehalten werden , ſo haben Lieb- haber derſelben Verwechſelung wohl zu verhüten. Ueberhaupt fält es ſchwer, aus der faſt unzehlbaren Menge ähnlicher Münzen alle die Kenzeichen anzugeben, um Ungeübten den Jrthum zu benehmen, wozu eine vergriffene oder verblaſte Umſchrift verleiten kan. Neuere Münzen. 1G8 wird einigen Liebhabern nicht unangenehm fallen, wenn wir die Folge der neuern Mün- zen in dieſen Ländern vorſtellen , welche ſich füglich in 4 Abhandlungen anbringen laſſen, die aber alle viere eben darum, daß ſie neu, wenig geſamlet werden, dennoch rar nnd ſchwer aufzutreiben ſind , ſehr mangelhaft erſcheinen. Jnsbeſondre laſſen ſich die kleinſten auch von mehrern Jahren noch hier und da von ohngefehr finden, wenn ſie ſorgfältiger aufs geſuchet würden. k p „4 1. Münzen der Stadt Riga unter ihren Königen, wobey man die ſchöne Samlung des Rathsherrn zu Riga , Herrn Geortge Chri«- ſtoph Andres zum Grunde geleget , ſelbige aber aus des Herrn Rentmeiſters Ölderoty«- ege Vorrath anſehnlich vermehret hat. Auſſer denen zu Ende der 8ten Claſſe angefährten merfen wir noch: A Ein Goldſtück von 10 Dukaten. Das halbe Bild des Königs, in der Rechten das Scepter, und mit der Linken das Degengefäs haltend. Stephanus, D. G. Rex. Polo.niz. „- Mag.nus D.ux. Li.thuaniz. Rev. Das ganze Stadtwapen , mit den 8dwen zu Schild- '997* haltern, und darunter 1586, Monet. noua, aurea, cinitat. Rigens, e Ein Dreygroſchenſtück. Des Königs Bildnis Steph, D. G. Rex. Pol, Rev, Das ganze Stadtwapen klein, Gros. Arg. Trip. Civi. Rige. A Ein GoldſtüE von 10 Dukaten. Der König in ganzer Poſitur geharniſcht , in ver Rechten das Scepter haltend, mit der Linken den Degen anfaſſend. Sigismundus I11, D. G. Rex Pol. M. D. Lit. Rev. Das ganze Stadtwapen , darunter 1592, MJoneta noua aurea Ciuitat. Rigenſis. € Umdieſe Zeit fangen die ſiggigmundiſchen Dreygroſchenſtücke der Stadt an. Alle kaben Ä das Kopfſtück des Königs in der Krone, und die Umſchrift : Sig. I11. D. G. Rex Po. D.ux "988" Li.thuaniz oder NLagnus D. L. Auf dem Revers iſt eine 111, unter ſelbiger das ganze Stadtwapen im kleinen, und neben ſolcher das Jahr, Die Unterſchrift lautet : Gros.lus, Arg. Trip.lex cini.tatis Rige. und bey dieſem Worte die Garbe als das Wapen der Kda nige aus dem Hauſe Vaſa. Säe ſind je älter, je beſſer. Man findet ſie von 1588, 1589 , 90, 91, 92, 94, 96, 97, 98, 1600, bis 1621, davon die beiden leßten Jahre merklich ſchlecht fallen, Wir nennen ſie hier gemeiniglich Marke, Sie ſind alſo von den Ylar- ken der Ordenszeit ſehr unterſchieden ; denn ſie halten nur 2 Ferdinge. Ein Ferding aber M dieſen neyern Münzen iſt kaum der 5te Theil eines alten Ferdings der vorigen Ta- ellen. Th Eine groſſe ſilberne Medaille auf die ſchwediſche Eroberung der Stadt Riza. Der Kö- 5 nig Guſtav Adolph zu Pferde mit dem Commandoſtab ; um ſich her das ſchwediſche PTE Lager vor der ſehr fein geſtochenen Stadt Riga, Ueber einigen Wolken 2 Engel, ſo ei- ne Krone über ſeinem Haupte halten. Unten mit dem Namen des Medailleurs 8. D. Die Umſchrift heiſt Gulſtauus Adolphus Magnus Dei Gratia Suecor. Gothor. et Vanda- lor. Rex Auguſtus. Rev. Die ganze Stadt Rita nach der Seite der Düne ſehr ſauber Entworfen , mit dem Flus und dem ſchwediſchen Lager. Ueber den Wolken das groß ſere Stadtwapen mit den Löwen zu Schildhaltern , welches von 2 Engeln mit einem ſchwe«- benden Siegesfranz gefrönet wird. Unten der Name des Münzdirectors. H.ermann W.inckelmann. Die Umſchrift enthält die Zahrzahl : rIga DeVICta VICtorla Venlt ab aXe LaVrV VbI gVſtaVI CInXIt raD lante CapILLos. Der Stempel dieſer Medaille iſt ungemein ſauber. Sie wieget 4 Loth und has die Gröſſe eines Doppelthalers. Man hat ſie auch in Gold. A Ein Dukate. Des Königs Bruſtbild Guſtav. Adol. D. G. Rex. Sve. Got, V, Rev, Das ganzs Stadtwapen, Moge, go. aur. ciui. Rigenſis, 1621, 6 Do 00 2 Ein 1586, 1592.

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336 Die I]. Tabelle von den Münzen, Mod, Th Ein Thaler, Des Könlgs halbes Bild mit dem bloſſen Degen kn der rechten,'und den Relchs- apfel in der linfen Hand» Guſltauus Adolphus. D, G, Rex Sueco. Gott. Van. Rev, Das ganze rigziſche Wapen mit den Löwen zu Schildhaltern , dazwiſchen 1629 , unten des Münzdirectors Name: Martin W.olff. Moueta noua argentza ciuitatis Rigenſis. T: Ein halber Thaler wie voriger : Sveco. Got, V. und Rigenfi. 1629; Th Ein ganzer Thaler wie der vorige. Guſlauus Adolphus D. G, Rex Svecor. Got, Va, Der 1630, Revers iſt vorigem gleich , die Jahrzahl ſteht über den Schildhaltern. Th Ein ganzer Thaler von obigem Gepräge , nur daß die Worte des Reverſes ſo lauten; Mone» 1631, ta noua argentz ciuitatis Rigenſis, Th Ein Thaler mit dem halben Bilde der Königin , vor einem Tiſche, auf dem die Reichsin- 1634 ſignien liegen , wobey die junge Königin nach dem Scepter greift. Chriſtina D. G. Sve, 7 Got. Van. deſiignata reg.ina e.t pr.incipiſſa. He,reditaria. Rev. Das ganze Stadt« * wapen, unter ſelbigem M. W. als des Münzdirectors Name. Moneta noua argentz ciuitatis Rigenlisg, Man ſagt, es ſey noch wo ein Doppelthaler der Stadt auf ihre Krd« nung vorhanden, & Eine Goldmünze von 4 Dukaten, Der Königin Bruſtbild. Chriſtina D. G. Sve. Got. 1543. Van. q. de. regi, et princip. hz. Das ganze Stadtwapen, Moneta noua aurea cCiui- tatis Rigenſis- Fält flein, aber di>. A Ein doppelter Dukaten nach dem vorigen Stempel, 1643+ Th Das halbe Bild der Königin. Chriſtina D. G. Sve. Got, Van. q.ue de. regi. & Princip. 1643, hz. Rev. Das ganze Stadtwapen und unter ſelbigem 1643. Moneta noua argentea r eiuitatis Rigenſis. Zwiſchen den Füſſen der Löwen die Buchſtaben H.einr. W.oltf. Dies js =... iſt von ſchlehterm Stempel. Doh findet ſich ein Gepräge, ſo deſto ſau- erer iſt. Th Das Bruſtſtü der Königin. Chriſtina D, G. Sve. Got, Vand. q. de regi. & Princip, H. 1644, Rev. Das Stadtwapen ganz« Moneta npoua argentea ciuitatis Rigenſßs. Geprägt von H. W. Ein anderer Stempel hat im Abſchnit die Jahrzahl , und unterſcheidet ſich durch die Umſchrift. 'Z Ein Goldſtu> von 8 Dukaten, Der Königin halbes Bild. Chriſtina D, G. Sve. Got. 1644, Van. 9. de. regi, et prin. hz. Rev. Das ganze Stadtwapen, ſo von einer Sonne mit dem Namen Jehovah beſtralet wird. 16443 darunter H. W, Die Umſchriſt lautet Ex auro ſolido regia civitas Rigenlis fieri fecit, '& Ein Dukaten, Der Königin Bruſtbild. Chriſtina D. G. Sve. Go. Va. g d. reg. et1644 Prin. H. Rev. Das ganze ricfiſche Wapen, Moneta aurea ciuitatis Rigenſs, 1644. Unten H. W. Th Ein Thaler. Der Königin Bruſtbild in fliegenden Haaren und kleiner Krone, Chriſtina 1645, D. G. Sve. Go. Wan.q, Deß, Reg. Rev. Das rigjiſche Wapen. Moneta argentea ci uitatis Rigenſis. 1645. Aus dem Thalerfabinet, '& Ein Goldſtü von 5 Dufaten. Der gekrönte König im Bruſtbilde, geharniſcht. Garolus 1645, " Guſtauus X. D. G. Svec. Goth, Va. Rex. Unter der rechten Armſchiene iſt die Jahrzahl 3645 ganz flein und kaum erfentlich, obgleich ſehr deutlich, Rev, Die Stadt Riga, vor welcher viele Schiffe auf der Düne liegen; oben drüber das ganze Stadtwapen, ſo von 2 Engeln mit einem Siegesfranz bede>et wird. Ex aureo ſolido ciuitatis Rigenſis me ieri fecit, Der Stempel iſt von beſonderer Schönheit, obgleich die Jahrzahl 1654 heiſs ſen ſolte, und gehöret alſo wegen ihrer Umſchrift ſo wol als Jahrzahl zu den ſingulairen Münzen , ob ſie gleich hier nicht ſelten gefunden wird, '4 Ein Goldſtück von 3 Dukaten. Das halbe Bruſtbild der Königin. Chriſtina D. G. Sve. 1646, Got. Van. q.ue Regina & Princlp.iſſa Hz.reditaria. M.agna D.ucifla F.inniz. Rev, Das zierlich angebrachte ganze Stadtwapen wobey H. W- und die Jahrzahl 1646 dar- unter, Ex auro ſolido regia ciuitas Rigenfis fieri fecit. & Ein doppelter Dufaten nach Art des vorigen. 1646. Thy, Ein Thaler» Der Königin Bruſtbild. Chrillina D. G. Svec, Got. Van. Q. Regina et 1646, Princ. Hz. M. D. F. Rev. Das Stadtwapen, im Abſchnit 1646, H. W. Moneta noua argentea ciuitatis Rigenſis. A Eine goldene Medaille von 10 Dukaten ohne Jahrzahl. Das königliche gekrönte Bruſtbild im Harniſch. Carolo Guſtavo D. G. Svecorum Goth. Vand. Regi. Rev. Die Stadt Rigga nach der Dünenſeite , unten mit dem ganzen Wapen der Stadt , über welchem Wapen 2 Palmenzweige durch einen Lorberkranz durchgeſte>t erſcheinen, unter den Wapen aber der Name des Münzmeiſters 1, H. zu ſehen iſt, Ueber den Wolken ſteht ein lan- ges Scepter und ein Schwerdt, um welches ſich ein Schlangenkönig windet, mit der Auf«- ſchrift: Prudegter et fortiter. Sie iſt mit groſſer Kunſt gegrbeißet. Anrus 1629 Eine

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Mod. ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepräget worden, 331. A Eine goldene Medaille von 13 Dukaten, Des Königs und der Königin Bruſtbild neben 1054» einander geſtelt. Unter der Armſchiene erſcheinet ganz fein das Jahr 1655. Carolo Gu- Nauo et Hedwigi Eleonorz Augg. Regg, S. S. Rev, Eine umwundene Pyramide , an deren Piedeſtal das Stadtwapen mit den Schildhaltern 3 zur Rechten unten ganz ſauber die andere Jahrzahl 1654 und zur Linken 8. D. zeiget, Hinter der Pyramide präſentirek ſich die Stadt Rigga von der Waſſerſeite, TE STANTE VIRESCO. Man hat ſie auch von Silber, A Ein Goldſtüä> von 10 Dukaten. Des jungen Königs Bruſtbild im Harniſch. Carolus D. x660« G. Sveco. Gotho, Vandalo, Rex» Rev, Das ganze ritziſche Wapen , in welchem der Zwe unterm Thore jeßo gekrönet erſcheinet , wie denn auch eine aus den linken Wolken hervorgehende rechte Hand eine Krone über das Wapen hält, Ciuitatis lux Rigenls fidem coronauit. An den Seiten der Thürme iſt des Münzmeiſters Name l.ochim M.ecincke. Von der Zeit an ſind die Kronen im ritziſchen Wapen beibehalten worden, aber die Schildhalter weggeblieben, Ein Thaler von ſelbigem Gepräge, Ein anderer Stempel macht das Geſichte älter , und 266% hat gröſſere Buchſtaben. Die Urſache der Umſchrift findet man bey Beſchreibung des Wapens von Riga. Ein Doppeldukaten, Des jungen Königs Bruſtbild, Carolus D. G. Sveco, Goth. Vand. 1667, Rex. Rev, Das gekrönte Wapen der Stadt. Neben den Thürmen 1667 und 1,.M. Die Umſchrift, Moneta noua aurea ciuitatis Rigenſis. Einige Stempel leſen nur ciuitat. Ein Thaler, Des Königs Bruſtbild. Carolus D, G. Sveco. Goth, Vand, Rex. Rev, 1668, Das gekrönte neue Wapenz daneben 1668 und des Münzmeiſters Name 1. M. Moneta noua argentea Ciuitatis Rigenſis. Ein halber Thaler, Des Königs Bruſtbild. Carolus D. G. Sveco. Gotho, Vandalo. Rex, 1668, Der Revers iſt wie auf vorigem Doppeldukaten , die Umſchrift aber : Moneta noua ar- gentea ciuitatis Rigenſis. Ein Reichsort , oder eigentlich eine Caroline- Der Avers wie die vorige Münze und mit 1663, der Umſchrift 8 Carolus D. G. Svec. Goth. Vand. Rex. Der Revers komt vorigem gleih. Maoneta noua argent. cinitatis Rigenſis, Ein Dukaten. Des Königs Bruſtbild. Carolus D. G. Svec. Goth. Vand., Rex. Rev, Das ganze Stadtwapen, Moneta aurea ciuit. Rigenſis. Des Münzmeiſters Name WG. > T = | > 1673« 1-9 Ein Dukaten, nach dem Gepräge des folgenden , wo ſtat des Münzmeiſters Namen deſſen 1755, Wapen zu ſehen, Ein Dukaten. Des Königs Bruſtbild in langer Peruque. Carolus XI1. D. G. Rex, Sve. Das ganze Stadtwapen 3 unter ſelbigem die in Zug gebrachten Buchſtaben von den Namen des Münzmeiſters G.eorg H.ill. Die Umſchrift lautet, Mov. noua aurea ciuitat, Ri- enlis, Eiber von ſelbiger Art 3 nur daß die Thürme im ritziſchen Wapen ohne Fahnen und Kreuz erſcheinen , unten mit des Münzmeiſters Namen im Zuge 1. B. C. Die kleinen Münzen der Stadt, welche in dieſem Periodus viel Jahre füllen , ſind bey den Münzliebhabern in keine ſonderiiche Betrachtung gekommen, und daher nur in dem acs curaten clodtiſchen Kabinet geſamlet worden. Site beſtehen b x) in Dreypölchern oder wie ſie jeßo heiſſen, in Ferdingen, und fangen ſich mit dem Jahr 1621 an. Sie haben auf einer Seite das königlich ſchwediſche gekrönte Wapen« ſchild , in welchem die 3 Kronen mit dem Löwen abwechſeln, Das Mittelſchild iſt bey den Königen aus dem Hauſe Vaſa, die Waſe oder Garbe, bey den folgenden der zweibrücki« ſchyc 2öwe. Einige Stempel haben zum Mittelſchild eine viere>igte Raute, in der die bap- riſchen Wecken als kleine Punkte zum Wapen angebracht zu ſeyn ſcheinen, ſo doch bald geändert worden. Etliche führen unter den königlichen Wapen noch die beiden Schlüſſel als das kleine rieziſche Wapen im Rande, Die Umſchrift aller meldet den Namen des regierenden Kön!/gs mit dem Zuſaß D. G. Rex Sve. Der Revers hat wie die deutſchen Groſchen den Reichsapfel , daneben die kleinere Zahl des Jahrs , und in dem Apfel 24. Unten im Rande iſt eine 3, ſo laut dem Archiv drey Pölcher bedeutet, Die 24 im Apfel hingegen läſt ſich auf, keine Münzſorte reduciren , und ſol daher vielleicht nur die Aehnlich» feit mit deutſchen Groſchen vorſtellen, Sie hören auf mit dem Jahr 170x, und ſind umſchrieben : Mon. nov. Civ, Rig. 2 2) in Schillingen , deren 9 Stü einen Dreypölcher oder rigziſchen Ferding betragen, obgleich die ſiezismundiſchen den Dreypölchern an Gröſſe faſt gleich kommen, Alle Schillinge führen das kleine rigziſche Wapen mit der Umſchrift : Solidus Ciuitatis Rigen« ſis. Auf der andern Seite iſt der königliche Name in der Mitte, und mit völligerm Ausdruk im Rande, Die ſtephaniſchen und WOMEN weiſen in dey Mitten ppp den > 1701, > 1707.

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Mod, 332 Die 11]. Tabelle von den Münzen, den Buchſtaben 8, und in ſelbigem die 3 Wolfszähne oder die Garbe: Die guſtav-Annus adolphiſchen führen in dem G das A, und erſcheinen mit dieſem Stempel nach 1633. Die von dor Königin Chriſtina haben im € die Garbe, die carl» guſtaviſchen im C ein G3 die von Carl dem X1 ein durch R gezogenes C. Von Carl dem XI] finden ſich feine Schillinge- Manche ſind nur wie ein deutſcher Pfennig, kleiner oder gröſſer, ſehr füpfzig , au) wol ganz roth. Um der Fehler willen , die auch noch in neuern Schrifeen begangen werden , kan man ſich von den rigiſchen Münzen folgenden Tarif merkenz Schilling g | Ferding 18 2 Mark 580 20 IO | Ort 5 4 ]Albersthaler, ober creuz« burgunder» holländiſche Thaler. Es iſt auch eine ſehr übliche Mode, dieſen Thaler auf 90 Gr. alberts zu berechnen, Weil die Alberc8groſchen keine geprägte Münze ſind, ſo gelten 90 Gr. gleich 8 Fer- diagen- Eiue Mark wird mit einem pohliniſchen oder preußiſchen Dreigroſchenſtük, oder einem Kaiſergroſchen , oder 3 Dreipdlchern oder 3 ſchwediſchen Oeren an Silber vergütet. Die Ferdinge bezahlet man mit ſchwediſchen Weiſſen oder den in Pohlen, Preuſſen, Curland und Riga geprägten Ferdingen oder Dreipölchern, Schillinge gehn im Handel gar nicht, und kommen ſelten vor, Ein Albertsthaler wird auch ge«a gen 112-120 Copefen umgewechſelt. Ju den übrigen Städten von Lief- und Lſtland iſt die rußiſche Münze gangbar, nemlich x Rubel iſt == 10 Griwen == 100 Copeken =- 200 Denisfen == 460 Polusfen- Alſo iſt ein viertel Rubelſtük 25 Cop, ein halbes Rubelſtü>k 50 Copeken, Es gehören auch in dieſen Periodus einige Münzen, die zur gten Claſſe oben nicht füg« lich gebracht werden konten, nemiich die Kyniglich ſchwediſchen Münzen des Herzogthums Liefland. Den 27 April 1643 erhielt ein gewiſſer Marſtlius Philipſen von der Königin Chris ſtina die Münzgerechtigkeit, und legte in dem Kioſter bey der Jacobikrhe ein Münze Haus anf eigene Koſten an. Jn dieſer Fabrike wurden die ſo genanten Dreipdic<er gepräe get , die 5 löthig ſeyn ſolten, 185 StüF pro Mark, die Mark fein zu 29 ſl. 18 ßl. Die Schillinge 13 löthig giengen zu 348 ſtk, auf die Mark , und kam die feine Mark auf 45 fl, Beide Sorten muſten mit einer crakguiſchen Mark allewege richtig aufgezogen werden, Auf die Dreipdlcher ward im Schrot 2 Stü , im Korn 2 Pfennige; auf die Schillinge im Schrot 5 Stü , im Korn 2 Pf. nachgegeben, Wir wollen die erſtern mit b , die leß tern mit a bezeichnen , weil keine kleinere Münze damals vorhanden geweſen. Da auch der Name der Dreipölcher in dieſen Ländern unbekant iſt, ſo paßiren ſie alle unter dem ges wöhnlichen Namen der Ferdinge« Das königlich ſchwediſche Wapen mit abwechſelnden 3 Kronen und dem gothiſchen Löwen 1648, in gevieriem Schilde, Jm Mittelſchilde die Garbe von Vaſa, Chriſtina D. G. R. 8, Rev. Der Reichsapfel mit der Zahl 24. Mon. noua. Livon, 21. C mit der Garbe, Chriſtina D. G. R. 8. Rev, Der liefländiſche Greif: Solidus 1638. i0ONIZ« 48+ === | 720 | 80 j Rs Dergleihen. Carolus Guſtav. D. G, R. 8. 57. 1657; Noch eine Art. Carolus D. G. Rex. 8. 65. 3685 Ein Dreipdlicher wie der erſte. Carolus. D. G. R. 8, und Mon. noua. Livoniz, 69. 1660 Dieſe und die rieziſchen Scheidemünzen wurden endlich ſo ſchlecht, daß die Ritterſchaft viel Beſchwerden darüber führte , wie unterſchiedliche Receſſe , Acten und beſondere Nachrichten zeugen. Siehe die Patkuliana p. 46 lit, D. 6. 2etc- Sie galten auch in an» dern Ländern nichts , noch weniger taugten ſie zum Umſchmelzen. Nichts deſtowenſger rouliren ſie nicht, ſondern werden dann und wann nur in Klingebeuteln gefunden, Verz muthlich ſind manche in Kriegeszeiten vergraben , der Bauer aber, der ſie ſindet, träget ſie mit den alten Ordensſchillingen pfundweiſe zum Kupferſc<hmidt , dem ſie ein guy tes Metal abgeben. Die Stadt Ritza ſtelte gleich anfänglich der Königin den geringen Profit und den groſſen Schaben dieſes Münzhauſes vor. Es gieng auch mit allen dieſem fleinen Gelde den Rüfgang. Denn im Jahr 1664 gab man gegen hartes Geld ſchon 40 pro Cent agio- 1665 war das Aufgeld 75 Thlr. und 1666 wechſelte man 100 Thlr. grobe Münze mit 220 Thlrn. kleiner Münze ein, ſo daß ein ganzer Thaler um 33 Mark oder 198 Gr. verkauſchet wurde, Unter die Urſachen dieſes Verfals rechnet man erſilich, daß die ſjefländiſche Münze in Pohletz verboten war, und zweitens, daß die Schvve« den

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ſo in Liefland zur Zeit des Ordens und nachher gepräget worden. 333 Mod. den in dem pohlniſchen Kriege eine unſägliche Menge klein Geld aus Litthayen mit- Annus %2 ATCOTCT OO u (- zu» brachten , bis das lektere ſich almälig aus dem Lande wieder verzog, und man 1670 nr 58 Thlr, Aufgeld auf 100 harte Thaler zahlte. Da die Stadt Riga ſebſt ihre Scheide» münze zu häufig ſchlug , und deren Werth beliebig zu ihren1 Vortheil und zum Schaden des Landes oft veränderte , das Land aber damit überhäufet ward, ſo iſt es allerdings eine curieuſe Frage, wo doch endlich alle geblieben, weil die Schillinge nur von den Bauren in die Kirchenfaſten geleget werden , die Dreipdlcher oder ſo genanten Ferdinge aber nur mäßig unter dem Courantgelde mit unterlaufen. 2, Münzen der Stadt Revel unter der königlich ſchwediſchen Regierung. Diele haben gewöhnlich das Kopfſtü> oder den gefrönten Namenszug des Königs auf der einen, und das revelſche Kreuz, mehrentheils aber die 3 übereinander gehenden Löwen oder 3 Leoparden zum Revers, an welches Schild oft das fleine Kreuz hängend vorge» ſtellet wird. * Ein ſchönes Stüc in Gröſſe einer doppelten ſchwediſchen Caroline» Ja einem gewunde- 1551, nen und gefrönten Oval das ſchwoediſche Wapen mit der Waſe oder Garbe im Mittel- ſchilde, Ericus XIII, D. G, Sve. Got. V. Rex. Rev. Ein gewundener Ovalſchild, im ſelbigen das revelſche Kreuz, Moneta noua Revalienſis. 1561. Das königliche Bruſtſtük in der Krone, Ericus XI111. D. G. Sve, Got. Van. Ren, Rev, 15615 Moneta noua Revalienfis- 1561. Ein ovaler Schild mit dem revelſchen Kreuz. Eine feine Mark, Ein Ferding- Des Königs Bruſtbild, Ericus D. G. Rex Sveciz. Das revelſche Kreuz 1561, mit der Krone, Mon. noua Reval. Einige Stempel ändern die Umſchrift, Ein Stü von der Gröſſe einer doppelten Caroline, gleich der vorigen» Ericus XIII. D. 15625 G. Sve. Got. V. Re. Rev. Ein zierlich e>igter Schild mit dem revelſchen Kreuz, Moneta noua Reualienſis. 1562. ; Eine andere Münze , gleich einer doppelten Caroline, Des Königs Bruſtbild in der Kro- 1562. ne. Ericus XIII. D. G. Sue. Got, Vau, Rex. Rev, Moneta nova Revalienſis. 1562. | Das revelſche Kreuz in ovalem Schilde, Dieſe groſſen Stüe galten damals 16 Der. Wir haben ſie, wie einige andere ſchöne , aus der Samlung , welche der Rathsherr und Commercienrath, Herr Joh. ZermanZac>s in Bevel beſißet, Ein Ferving mit der Uraſchriſes Ericus XIII. D. G. Rex Sveciz. Rev. Das Kreuz im 1562, Schilde. Mone, 1nwova Revalie- Dis Gepräge iſt von unterſchiedenem Stempel, Ein Schilling mit dem gekrönten E- Rev. Das Kreuz, deſſen Stäbe auf dieſen Schillingen 1562, am Ende nach Art eines Gabclfreuzes gebogen ſind. Ein Schilling mit dem gekrönten E, hat auf dem Revers die drey Leoparden, 3563, Dergleichen ] I564+ Dergleichen 15655 Ein anderer dieſer Art. 1566. Ein Schilling- Das gekrönte E und daneben 67 Eric« XIIIL D. G. R, SW. Rev, Die 1557, Söwen. Man. noua Reval, Ein Ferding. Ericus 14 D. G,. Rex. Svecie. Das königliche Bild in der Krone, Rev. 1567, Die 3 köwen. Moneta nona Reval. Ein anderes Gepräge lieſt Eric. XIII. D. O. Rex Swe. und Mone. noua Roval. 67. » Ein Zerding wie voriger. 1568» Ein Schilling- Das gekrönte E, Erie, 14. D. G. Rex, Rev, Die 3 Löwen. Mo. no. 1568. Reval. auc) Mo. boua Reva, Der Namenszug des Königs 1, R unter der Krone, Iohaun 3 D, G. Rex. Svec. 69. 1569, Rev. Drey Löwen. Monzsta noua Revalie. Ein Schilliag, das gekrönte 1. R. Iohann IIl. D. G, Rex, Rev, 3 Leoparden, Mv, noua 1569, Rev. Einige ſind ohne Jahrzahl und verändern die Buchſtaben der Umſchrift, Der bloſſe Buchſtabe 1 unter der Krone, lohan, 3. D., G, Rex. Rev, Die 3 Zdwen 'ohne 1570, Schild , daneben 70« Mo; noua, Reval. ! Ein ſchönes Süberſtüf. Das königliche Bruſtbild gefrönt. Sigis. D. G. Sve. et Pol. 1597. Rex. 97- Rev. Die 3 Löwen, Zur Seite des Schildes 1, O. d. i. Ein Oer. Mone- 4 ta noua civi. Reval. ' / NB. Dieſe und die folgenden Münzen ſind nach den ſchwediſchen Reichsfus gepräs get, und werden unter der Gröſſe b von nun an die weiſſen RundſtüFe , unter c die dop» pelten und unter d die vierfachen verſtanden. Die Weiſſen von Carl dem IXten haben den zothiſchen Löwen mit doppeltem Schwänze 16, daneben 2605 und 1606, Die pu Carolus D, G. Rex. Sve, Rev, Die 3 öwen *" pP pp2 in

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334 Die I11. Tabelle von den Münzen, Mod. in deutſchem Schildemit einem Henkel am Wapen , darüber die Krone neben dem Schil- Annns d >T oo Th E2oo0o 0 CG un [5 ww >> >» >TP Du de 1. R. d. i, Zin Rundſtüc>, Mon. nov. Civit, Reval, Die Waſe oder Garbe. G-. A. R. Moneta noua. Rev. Die Löwen. Civltat. Reval. Ein 1622, rares viereckigtes Stü mit rundem Stempel, Dieſe Klippe ſcheinet ein Oer geweſen zu ſeyn. Die Weiſſen von Guſtav Adolph zeigen die Garbe des Hauſes Vaſa, daneben G. oben 1625. A, und zur Seite unten Rex. Die Umſchrift Moneta noua, Rev, Die 3 Löwen, Civitat. Reval. Dergleichen, 1626. Ein Weiſſen. Die Garbe, Chriſtina D. G. Re. Svec- Rey, Die 3 Löwen, daneben 1 ör. 1648, Mone. noua Civdat. Reva. Ein Weiſſen , denen folgenden ähnlich , doch mit der Benennung 1 63. 1649» Ein ſchöner Dukaten, Der Königin Bruſtbild. Chriſtina D. G. Svec. Goth, Vand. Q. 1650, Regina. Rev, Ein länglichter oval Schild, in ſelbigem die 3 Löwen daneben 1650. Die Umſchrift Numunus aureu: ciuitat. Revalien. Der Münzmeiſter nent ſich unten G. P. Die Weiſſen haben auf einer Seite die Garbe im Schilde, daneben die Jahrzahl. Chri- 1650. Nina D. G, Re. Sve. Rev. Die 3 Löwen im ſchmalen Schilde, über welchen die Krone und ſchwebet. Mon. nov. Civita« Reval Neben dem Schilde ſteht x, R. Man hat ſie 1651, auch von 1655. Ein Thaler. Chriſtina D. G. Svec, Goth. Vand. ReginaL Der Königin Bruſtbild mit 1652« der kleinen Krone, Rev. Das gekrönte Wapen der Stadt Revel, 1652. Nummsnzs ar gent. Civitatis Revalienſis, Unten der Name des Münzmeiſters ganz fein G. P, + Ein doppelt weis Rundſtük, Der königliche Namenszug C. R. 8. gefrönt und mit um- x660« zogenen Loberkranz.t Rev. 3 Löwen in gekfröntem Schilde, daneben 2 R. und 1660. Die Weiſſen dieſes Königs haben den gothiſchen Löwen , und zum Revers die revelſchen x663- Z&öwen , auch auf. beiden Seiten Umſchrift, Ein halber Thaler , nach der Gröſſe eines ganzen, Des jungen Königs Bruſtbild. Ca- 1664, rolus D. G. Sve. Goth. Wan. q. Rex et Pr. Hz. Rev, Die 3 revelſchen Löwen in ges fröntem Schilde, unter dieſem das revelſche Kreuz im eigenen Schildgen 3 zur Seite 4 M. d,. i, vier tart. Die Umſchrift iſt Mon. nov. Revaliens, Ein anderer Stempel hat das Wapen, mit Helmzierrathen, aus dem gekrönten Helm wächſet ein Frauenzim- mer und hat zur Seite 4. M. Die Umſchrift heiſt: Moneta noua arg, Ciuitatis Reva- liens. haf aber feine Jaßhrzahl. Eine Caroline. Des Königs Bruſtbild. Carolus D. G. 8ve, Goth. Van. q. Rex. Pr. Hz. 1664, Die 3 Löwen , neben der Krone des Schildes 2 M. Unten das revelſche Kreuz. In einem Loberkranz die gekrönten Buchſtaben C. R. 8. Rev. Die 3 Löwen im gekrönten 2665, Schilde, darunter zwey Palmzweige- Neben dem Schilde 2 R. Der gothiſche Löwe. Carolus D. G. Rex, Sve. Rev. Die 3 Löwen in gefröntem Schil- 1665, de, daneben x R. Umher Mon. nov. Civit. Reval. Die Buchſtaben C. R. 8. unter der Krone im Loberkranz, Rev. Die 3Löwen in gekröntem x665« Schilde , darunter 2 Palmzweige 1. R. Ein Weiſſen nach der vorigen Art, 1666, Ein doppelter Weiſſen , wie oben 3; unten hängt am Löwenſchilde das kleine Kreuz, 1667« Dergleichen. Cxx, unter der Krone. 1668. Die 4 Rundſtüce weiſen 3 Löwen in gekröntem Schilde, worunter das kleine Kreuz hänget, 1668, Zur Seiten ſtehet die Jahrzahl und 4 R. Die Buchſtaben C. R. 8, ſtehen in einer Zeis« le mit dem Lorberfranz umwunden. Ein anderes Gepräge hat das gekrönte € mit der Umſchrift : Dominus Protedor meus. 1668, Noch ein Stempel von dieſem Jahre hat auſſer bemeldten Worten auf, dem Revers zur Um- ſchrift? Mon. arg. civ. Revalienlis, Das gekrönte C. Dominus Protedior mens. Rev. Die 3 Löwen in gekfröntem Schilde, 1669. daneben 4 R. und die Umſchrift: Mon. noua arg. Civit, Reval. Die Weiſſen mit C x1. haben keine Umſchrift. 1669. Ein Dukaten. Der junge König im Bruſtbilde, Carolus Xt Rex Svecie, Rev, Die 1669 3 2öwen. Mon. nov. aur. Civ. Revaliens. 1669. Ein Doppeldufaten. Des Königs Bruſtbild im Loberfranze, Carolus X1 D. G. Rex1669. Sveciz. Rev. Die Löwen. Mou. aur, Civ. Reualienlis, Ein Dukaten nach vorigem Gepräge. 1670, Die 4 weiſſen Rundſtücke dieſes Jahrs laſſen die Umſchrift des Reverſes weg, ſonſt gleichen 1670, ſie dem erſtern von 16685 unter den Löwen hängt das kleine Kreuz, Eine andere Sorte hat auf beiden Seiten keine Umſchrift , ſondern zeigt nur den gekrönten 1679, Namen C R S im Blumenſchilde , und auf der andern Seite die Löwen. & in

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Mod ſo zur Zeit des Ordens und nachher in Liefland gepräget worden, 335 WIN DL Ein Weiſſen. Das gekrönte Cz in ſelbigem die Xl. Rev, Die Löwen im gekrönten Schilde, 1670. daneben 1 R. b Ein Weiſſen nach voriger Art. 1673« 4 Dieſe laſſen nur die Umſchrift des Reverſes weg, 1674. b Ein Weiſſen. 1674. b Die Weiſſen dieſes Jahrs ſtellen das C ohne die Ziffer XI dar, 1075. Th Ein Thaler mit dem Bildnis dieſes Königs befand ſich in der ſchönen ſchulziſchen Sam- lung. 3. Münzen der Stadt Narva zur Zeit der königlich ſchwediſchen Regierung. Th Tha Eine kupferne aber ſehr ſauber geſtochene und rare Münze. Die Buchſtaben C. R. 8. 1670. Rev. Das narviſche Wapen ; zur Seite 2R. d. i. zwey Rundſtück und die Jahrzahl, Ein ſolches Stüc galt ein Dritteloer , denn 6 Rundſtü> betrugen ein ganzes, Die Buchſtaben C. R, 8. unter der Krone, um die ein Loberkranz gehet. Rev, Das nar- 1670. viſche Wapen ; darunter 2 Palmzweige, Neben dem Schilde die Jahrzahl 1670 und 2R. Cx1. im Lorberfranze, Rev, Das gekrönte narviſche Wapen, daneben 1 R. und 1670, 1670, Unten L. N. im Zuge. Das gekrönte C. mit der Umſchrift: Dominus Prote&or meus, Rev, Das narviſche 1671, Wapenz daneben 4 R. Jm Rande Mon. arg, Civ, Narvz. Ein recht ſchöner Dukaten. Des jungen Königs Kopfſtü&, Carolus X1. D. G. Rex Svecix. 1671, Rev. Ein Schild mit der Krone, darin ein Degen, deſſen Spize in den linken Oberwin- kel trit, begleitet von 2 Kugeln z unter dem Degen 2 ſchwimmende Fiſche , unter den Fi- ſchen ein gerade liegender Sebel, unter dem Sebel die 3te Kugel, welche Figuren das narviſche Wapen formiren. Mon. aur. Civ. Narvz 1671. Unten der Nanite L.evin ie I Rathsherrn daſelbſt , der die Münze der Stadt in Pacht gehabt, Ein ra- res Stü, Ein doppelt Rundſtü von Silber, C. R. 8S. im Kreuze. Rev. Das narviſche Wapen; 1671, alles ohne Umſchrift , neben dem Wapen 2 R. Ein Rundſtäück von Silber, Cxx. Rev. Das Stadtwapen z; daneben rR. beides ohne Um- 1671. ſchrift ; L. N. im Zuge. Ein koppelt weis Rundſtück wie obiges, 1672. Ein zwiefach weis Rundſtü gleich dem vorigen ; zur Seiten die Buchſtaben L. N. ohne Zug. 1972. 4+ Münzen der Herzoge von Curland. Auſſer denen zu Ende der andern Claſſe angeführten kettlerſchen Schillingen kommen in der Samlung des Herrn Hofgerichtsadvokaten Chriſtoph George Jiegenhorn fol- gende vor, die uns derſelbe aus Mierau zugeſandt, Wir haben den Namen jeder Münze gleich beigefüget. Sie richten ſich nach dem pohlniſchen Reichsfus. | Man hält nach unſerm Gewichte die zu NTietau gemünzten Thaler für 12 löthig, gleichwie die zu Riga 13 und die deutſchen 14 löthig, dafür ſie auch in gerichtlichen Urteilen taxiret wer den. Doch halten auch viel rigiſche Thaler den deutſchen Reichsfus. Die Groſchen heiſſen wegen der 24 uneigentlich Groſchen, Eigentlich ſind es Dreypölcher oder ſo ge- nante Ferdinge , deren 2 drey pohlniſche Groſchen betragen. Das ganze herzogliche Wapen auf einem ſchönen Thaler, doch iſt der bathoriſche Wolfezahn 1575, noch nicht in der Mitt2 des Keſſelhafens. Cothart. D. G. Dux Curlan, et Semgal. Rev, Der pohlniſche Adler und litthauiſche Reuter neben einanden, darüber die Jahrzahl 75, unten aber 5 Mark Rig. Moneta noua argen. ducatus Curiand. Ein anderer Thaler, Das herzogliche Wapen , wie auf vorigem. Gothardi D. G. Ducis 1576, Cur. et Semiga. Rev. Das pohlniſche und litthauiſche Wapen; oben 1576; unten 4Z mf. R. dD. i. vier und eine halbe Mark rigiſch. Moneta noua argente. ducis Curlan, Eine goldene ovale Schaumünze von 8X Dukaten, Der herzoglichen Witwe Bruſtbild mit groſſer Krauſe und prächtigem Hauptzierrath. Von G.ottes Gnaden ANNA. G,ott= hards Zu. C.urland V.nd S.emgallen Her Z.ogs O. Gemahlin V.nd N.achgelaſltne Wäittwe. Rev. Das cvrländiſche Wapen , ohne Umſchrift. Ein Schauſtü> von 4x Dukaten mit dem herzoglichen Bruſtbilde im Barte, D. G. Pri- dericus in Livo. Curl, et Sem. Rev. Das ganze volſtändige Wapen, mit Elenden, die hervorſpringen. Das Mittelſchild iſt der Keſſelhaken, in deſſen rechtem Felde die 3 ba- thoriſche Woflszähne , in dem linken der Namenszug des Königs 8, A, zu ſehen, Daſſelbige in Silber, Oq q9 - Ein

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Mud 336 Die I1. Tabelle von den Münzen, oe >H4 > QN 0 [MU] Th Th Th Thi T Ein dergleichen Schaupfennig, D. G. WUhelm in Liefland, Z. Curl. v. S8. 11. Das EE zogliche Bruſibild, Rev. Das curländiſche Wapen, | Derſelbige in Süber. Ein Schaupfennig nach dent vorigen, WD. G, in Lävon. Curl, et Semgal, Duxz auch fält der Bart etwas kürzer, 4 Derſelbige in Silber. Ein Dütchen. Das Kopfſtü? des Herzogs, MMonv. arg. Cur. Rev. Il. d, i. Triplexi 1590 darunter der pohlniſche Adler und litrhauiſche Reuter neben einander. Unter dieſen. ain Gros.ſus. ar.genteus tri. plex ducum Cy, et Se, Dergleichen. j “bf Ein Dütchen ſelbiges Gepräges , nur daß die Umſchrift des Averſes hat. Mo. arg. Du- ne cum Cur. u Dergleichen. Mo. arg. Ducum Cur. et Sem. Andre i . ; X6 Fe IEE dre von dieſem Jahr ſind den Dütchen 1598, Ein anders. 1599 Dergleichen. Sie gehen bis 1619, Zwölfe derſelben wiegen einen Speciexthaler. Sie1600. haben meiſtentheils zwiſchen dem Adler und Reuter die Garbe im eignen kleinen Schilde. Schillinge. Der curiſche 2öwe, Moneta ducum Cur, et. Sem. Rev. Der Buchſtabe 8,1600, in deſſen Mitte die Garbe des Hauſes Vaſa. Solidus nov. Cur. et Se. | Auf dieſen iſt auf der Selte des 8 eine Umſchrift, Sigis. 111, D. G. Rex P. M. D. L, 160x, Ein anderer dieſer Art, dr Ein Thaler. Das herzogliche Bruſtbild. lacodi, D. G, Ducis Curlandiz ct Semgalliz. 1644 Rev. Der pohlniſche Adler und litrhauiſche Reuter in einem die Länge herab getheilten Schilde. Moneta noua argentea Anno 1644. Ein anderer Stempel hat das Bruſt- bild gröſſer. Ein Goldſtück von 10 Dukateti nach dieſem Stempel, 1644« Ein Shaler nach Art des vorigen. . 1045« Ein Dufaten. Des Herzogs Kopfſtüf. Jacobi D. G. Ducis Curland. Semgal, Rev. 1645, Das pohlniſche und litrhauiſche Wapen neben einander geſtellet. Moneta nova au- rea anno 1646. Es iſt nod) ein Dukaten von dieſem Herzoge übrig , den wir aber nicht zu ſehen bekommen , und daher deſſen Jahrzahl nicht anzugeben wiſſen. FE groſſe Nen AR Derag Bruſtſtück, M4 10 Dei Gratia in Livonia Cnrlan- ix et Semigallix Dux. ev. Das ganze cuyrländi zrd Bett- DOE Einrichtung und ohne Umſchrifts je eur En ER en aben na Gotha ie Schillinge haben 3 gefrönte 111, die mit einem Querſtrich zuſammen gezogen ſind. Solidus Curlandiz. Rev. Der pobhlniſche Adler, der EEE pe = der Bruſt träget, 1acobi D, G. Ducis. Sle ſind von unterſchiedlihen Jahren da. ' Eine ſilberne Medaille , nicht ſonderlich gravirt. Das herzogliche halbe Bild , lacobhus Dei Gratia in Livonja Curlandiz et Semigallix dux. Rev, Das curländiſche ganze Wapen. Eine ſilberne Gedächtnismünze,- Der Herzogin Bruſtbild. Lovyſa Charlot. D. G. M.ar- 1676, chioniſſa F.t P.rincipiſſa E.ledoralis B.randenburgi, M.agdeburg: Ln P.ruſba, Luli2ci r C.liuiz , E.t M.outium. S.tetini P.omeranix, Ln L.ivoma C.urlandiz E.t S.emgallia D.uciſla. P.rincipiſſa H.alberſtad, E.t M.inden. C.omitiſſa I.n R.avensberg, D.omina 1. R.avenſtein. Rev. In der Mitte Herr leſu nim meine Seele in deine Hznde und 1as ße dir befohlen ſeyn. Amen. Die Umſchrift Nata ao. MDCXYVII d. III Sept. denatz AUEN XVII Au. ztat. LIX. Die Buchſtaben ſind alle von ungeſchicter and. Die Groſchen oder eigentlicher die Ferdinge, oder Dreypölcher haben das curländiſche Wa- 169, pen Frid. Gaſ.in L. Cur. et S.D. Unten eine 3, die Pölcher bedeutet. Neben dem Wapen 87, s Rev. Der Reichsapfel mit 24, loh. I11. D. G. Rex Pol. M.D. L., Ein Dukaten. Des Herzogs Bruſtbild. Frid. Caſ, in L. Cur, et Sem, Dux. Rev. 1689. Der pohlniſche Adler, auf deſſen Bruſt das curländiſche Wapen mit ſeinem Mitte-- ſchilde , doch ohne Helmde&en, Unter dem Adler iſt der litthauiſche Reuter, Mone- ta noua aura, Eine ſilberne groſſe Medaille auf die gefährliche Seereiſe des Herzogs. Ein Schif, ſo bey ſtürmiſchem Himmel umſchlagen und ſcheitern wil, mit der Umſchrift Iunante 797) con- ſeruor. Rev. Das Bruſtbild des Herzogs. Frid. Calim, in Liv, Cux, et Semig. Dux. Dieſelbige Medaille in Golde, Eine goldene Medaille auf gleiche Begebenheit. Sie fält etwas kleiner, hat ſtat des hebräiſchen Iehovah die Buchſtaben DED, unh ändert die Umſchrift des Reverſes, Frid- Caſ. in L. Cur, e. Sem. Dux. Dergleichen iſt auch in Silbex vorhanden, Ein

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PLES „Th Ein ſilbernes Vermählungsſtäck, Der neuen Herzogin Bruſtbild. E1. Soph, Pr. El, Br, D. in L.. Cur. et Sem. Rev. Ein fliegender Cupido, der einbrennend Herz nach dem Lan- de bringt, mit dem Lemmate: Ablatum refero, A EinGoldſtük von zx Dukaten. Das Bruſtſtüc>k des Herzogs. Frid. Caſl. in L. Cur, 6. Sem. Dux. Rev. Das Bruſtſtück der Herzogin, SLSoph. Amel. Duc. in. L. Cur. e,. Sen. Pr. a Nass- Th Dieſelbe Medaille von Silber, b Ein Ferding nach obiger Art, 1689« b Einer vongleichem Gepräge, | F Die Tympfe haben das herzogliche Bruſtſtüs, Frid. Caſ. in k. Cur. et 8. D. Rev. Ein geviertes gekröntesiSchild mit abwechſelndem pohlniſchen Adler und litchauiſchen Reu, ter, Moneta ducis Curland. Zur Seiten ſtehen 18, d, i. 18 Groſchen, Einige ſchrei ; ben die Jahrzahl aus , andere laſſen die gröſſere Zahl weg, Die Schoſtake, Das herzogliche Kopfſtü>. Frid. Caſ, ip u. Cur. et 8. D. Rev. Das pohlniſche und licthauiſche Wapen, daher ſie auch Seckſer heiſſen, Moneta Ducis Curland. Andere haben zur Umſchrift Frider. Caſun. D. G, in. Livon. Rev, Curland et Semgal Dux, und ſind beide von dieſem Jahre. b Die Ferdinge dieſes Jahrs fallen nach Art dey obigen, verlieren aber den Keſſelhafen und 1695, haben nur den Wolfszahn, b Dergleichen. 1636 2 Die Schillinge haben das Bruſtſtü> des Herzogs. Frid, Cal. inl, C. 8. Dux. Rev, Der 1696, poblniſche Adler, der das curländiſehe Wapen auf der Bruſt träget, Solidus Cur- landiz. 1696, 8a Andere Schillinge haben nur den durchſlohtenen Namenszug F. C. unter einer Krone, So+« lidus Curlandiz. Rev, Der vorbeſchriebene Adler, Frid. Caſ. D. G, Ducis. Zur Jahczahl iſt der Raum leer geblieben. Von Herzog Fridrich Wilhelm wil ſich keine Münze finden. Er hat ſich aber durch einen den 1zten May 1710 geſtifteten Orden, !' ordre de 1a reconnoiſlance genant, in den Kabinetten berühmt gemacht, wo man das Ordenskreuz aufhebet, Selbiges iſt von Gold , weis emaillirt, gleichet dem Malteſerkreuz, und hat an ſeinen 8 E>en goldene Kugeln. Es häng: an einem Ring, der aus einer gewundenen Schlange formiret iſt, Das güldene ovale Bruſtſtu>k zeiget das ganze curländiſche Wapen en email mit ſei- nen heraldiſchen Farben. Die Elende ſind natürlich braun im blauen Felde, Der Was penmantel roth mit Hermelin gefüttert, und ſtat der Helme in vorigen , erſcheiner hier ein rother Herzogshut mit Hermelin beſest. Die andere Seite des Bruſtſtücks hat die Buchſtaben F. W. im Zuge, Zwiſchen den Zacken des Kreuzes lieſet man 8 Poux 1es honnetes gens. Die Stäbe ſind mit güldenen Ketteln als 2 zuſammengeſchobene C oder xX( verbunden. A Vom lezten geweſenen Herzog iſt nichts mehr vorhanden als eine auswertige Medaille von 4 Dukaten. Ein Arm aus den Wolken ſchlägt mit einem Hirtenſtab an einen Felſen, 1736» aus welchem lebendiges Waſſer ſpringet. Aufidem graſichten Felde weiden Lämmer , das von die gröſſern ein Kreuz auf dem Rücken haben z einige trinken ſchon, andcre laufen noch hinzu, Die Umſchrift iſt: Eſurientes impleuit bonis, Luc. L 53. Im Abſchnit lieſet man AeternzDei Cxſaris Bironii memoriz, wo die ndthigen Unterſcheidungszeichen weggelaſſen ſind. Rev, Ein brennender Altar, auf. deſſen Poſtement B , auf dem Opfer- herzen 'aber ein:W, ais der Name der Stadt Wartenberg zu ſehen. Oben fält Feuer vona- Himmel , das Opfer anzuzünden, deſſen Flammen wieder empor ſteigen. Vor dem Altar kniet das Bild der Gottſeligkeit, ſo die Stadt' Wartenberg vörſtellet, in der Lin«- ken das Kreuz, in der Rechten die Weihrauchpfanne haltend, vor ihr liegt eine ofne Bi« bel. Die Umſchrift heiſt: Dies, quem fecit Dominus PC. 118, 24. Im Abſchnit findet man: Ob Sacra Evaugel. Wartepbergz infiaurata 1736 d. 4:Nov “ "+ T Dergleichen in Silber, 4 H ſo in Lieſland zur Zeit des Ordens und nachher gepräget worden, 337 "u 1690 1094« 1694« Die

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338 Die 1V. Tabelle der Städte, Feſtungen, Die IV. Tabelle der Städte , Feſtungen , Schlöſſer ;. gemaurten Häuſer und Klöſter des alten Lieflandes. Vorbericht. H + 2 (eſe Tabelle iſt an Namen ziemlich reich. Man hat ſich aber unter Schlöſſern TD nicht immer Grenzfeſtungen oder wichtige Fortereſſen vorzuſtellen , weil den erſten deurſchen Eroberern des alten Lieflands ein ſteinernes mit Mauer und Graben verſehenes Haus für dem Ueberfal der Feinde ſchon hinlängliche Sicherheit verſchaffen konte, Einige darunter mögen nur wohlgebaute Edelhöfe geweſen ſeyn, In der Folge der Geſchich« te werden die eigentlich feſten Pläße bekanter werden, Wir haben einige aus Strubiczen beibehalten, welche derſelbe arces nennet, und ſie von przdis und villis wol unterſcheidet, ob ſie gleich in unſern Tagen keine Spur mehr von Schlöſſern aufzuweiſen haben. 9. 2« Von nicht wenigen haben ſich ſelbſt die Trümmern faſt ganz verloren, Und weil die neuern Beſißer einen unordentlichen Steinhaufen zu bequemern Gebäuden nußen können , ſo iſt obige Ungewisheit daraus entſtanden. Manche öffentliche Schlöſſer ſind noch mit dieſem oder jenem Flügel in wohnbarem Stande, Andere ſind von ihren Privatbeſi- Bern von neuem gut aufgebauet, darunter vornehmlich in Curland noch viele zu Ritterſiken recht artig angeleget ſind, S. 3. Zu einer ziemlichen Menge hat Jürgen Zelms in ſeiner geſchriebenen Chronik aus alten Nachrichten das Erbauungsjahr beigeſeßet , welche Chronologie aus echten Doku« menten ſtark verbeſſert worden, ( FS. 4- Wo der Eſte und Lette in der deutſchen Benennung abweichet , iſt ſolches an- gemerkt. Verſchiedene ſind uns nur dem Namen nach bekant , daher ihr Erbauer und Er« bauungsjahr wegbleiben müſſen. S8, 5- Die heutigen Herren Beſißer wären leicht nahmhaſt zu machen geweſen. Weil aber häufige Aenderungen darin vorfallen , auch hier und da einer übergangen werden möchte, ſo hat man lieber dieſe Ordnung nicht anfangen , als ſie unvolkommen und mangelhaft aus« führen wollen, STtamen der Oerter Erbauer Beſitzer das E40 p jahr. Adſel an der An, lettiſch, [die Ordensherren. Comtur zu NJa. 1238, Gaujas pillis. rienburg, Allenkül, der Orden. 1281. Al wangen am Flus Sa-|Wilhelm von Sreimerſen.;Comtur zu Gol- 1372» >e, dingen, hernach an die Grafen Schwerin ver- lehnet und vom Herzog Ernſt Johan erkauft, Altenoß. die Ordensherren, 13544 * Altenthurn an der Em-|Zerman Biſchof zu Dörpr. Biſch, zuDörpt. 3233» bach, war erſt, nach Auſe ſage einer alten geſthriebe- nen Chronik , ein Gefäng« nisthurm , worin die Hei- den ihre Miſſechäter ge worfen, ! fe 6 Amboren ein hohes Berg-!Diedrich von Grüningen. [Biſchof zu Cux-| x249, ſchlos im Stifte Pilten im| * land, nachher amborenſchenKirchſpiel, | d. Hn,v. Mir.| - ziemlich ruiniret, bach gehörig. Angjermunde an die Herrenſdeyx Orden, B. zu C, 1249 von Zebren vom Herzog 4 Wagnus verlehngt, Anne

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Echlöſfer , gemaurten Häuſer und Klöſter des alten Lieſlandes. 339 27amen der OVerter | Anneburt, lett. Amburtga| Anno von Sangerhauſen, wovon uur die Trümmern zu ſehen, Antine , eine ehemalige let-] Albrecht, Biſchof zu Ritza. tiſche B urg. Anzzen , nach Strubicz ein Herrv, Uxkuül. und LPTeuſtädt ein al- tes Schlos, Arensburtg auf der Inſel Geſel, das erſte Schlos ' Waldemar der 11, König von Dännematrk, der es aber gleich wieder abbrante, das andere Schlos derſelbige König. das dritte Schlos. - 1[«-5eeman vonOsnabrütztge, |B, zu Oeſel. B. zu Deſel. Arries oder Arraſch , let-|/ Volquin, der Herrmeiſter, tiſch WWezzazehs, gleich» ſam Pal&0o-Wenda, oder Altwenden nicht weit von Wenden. Aſcherade, lettiſch Ais-|Albert, B. zu Riga. derLandmarſchal. kraukle, an der Düna, eine alte Burg der heidni»- ſchen Liven, ganz ruini« ret, ob ſie gleich zu Zeiten des Ordens wohl erbauet war. Asze , eſtniſch: Rils. Zodo von Zohenbach, jeinHr.v.Gilſen.| Audern bey Pernau ein an-| Biſch, zu Ocſel. B. zu Oe, | ſehnlicher Hof, den Stru- | bic3z unter die Schlöſſer rechnet. » Babatb, oder Caſtrum San-[der Orden , der es aber dem'die "rieiſchit dae Mariae, zwiſchen der] Biſchof Albert 1225 im| Bürger , ſo es Düne und ſemgalliſchen December auf. des Legaten] vomBiſchofAl- Ag. Wilhelms Befehl abtre-| bertum 37 Mk, ten muſte , weil es auf der| Silber erkauf- Stadtmark erbauet war, | ten und darin- nen x halb Jahr 1 x5 Man mit Ges wehr zur Beſa- ßung hielten, Bauske, oder Bausken-| Job, v. A Tengden, genant ci zu Sele- burt ein Bergſchlos und] Oſthoff. burg. Stadt zwiſchen den beiden Strömen) aus und?Mü- mel, das iſt, der Aluſſe und Ulemel, ganz verfal« len. Berſohn. Barthol. v. Tieſenhauſen. |der Erbauer, * Bor>holm an der See, |Simon v. der Borch , B.|B. zu R. zu Reval. Zurtne&, am See Bur, wil. v. Schauerburgg. 1Ordensmeiſter. die ſonſt Aſtijerwwe, oder | auch m. heiſt, Candau; ein Bergſchlos, da-/ Eberhard v. Seine. Vogt zu Car von nur die verfallenen dau. Mauren noh ſtehen, Rr rr 1260. 1212, 1205, 1221. 1334- 1226, 1224. 1243. 1224. 1456. 1340. 1482» 1284« 1257. Erbauer Beſitzer + „das Erbauyungs). Ca-

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340 Die IV. Tabelle der Städte, Feſtungen, LTatmnen der Gerter Erbauer, Capurgen in Ingermann- [Werner v. Breithauſen, land. Carſau in Curland, Burchard v. Sornhauſen. | vard bald zerſtd- Contgota ſiehe Rongedahl, ret, - Cremon an der Ag, Albert, Erzb. zu Riga, [|Domcapitel z, R, - Creuzburg; zwiſchen der |CTicolaus , B. zu Bitgg. Düna und Ewſt, lettiſch | Rreezeeme -Pillis , das | iſt, der Ruſſen Sc<los;: r Curland unbefant, Diedr, v- Grüningen, y D. * Dahlen aufeinem Holme der |Meinhard, Biſchofin Lief- | der ritziſche ung, and, Dompropſt, Doblen am Bach Berſe in | Burch. v- Zornhauſen. | C. zu Doblen, Semgallen, davon ſtehen nur die verfallene Mauren. Dörpt, eſtniſch: Tarto-lin an der Embach, odert nac< Strubicz am Fer- | ſcher in Ungannien, wel- ches Land die Letten Jtg- gaunu ſemme heiſſen, Das rußiſche nach ſeinem Grosfürſten Jürtgeff. Li- vonsky genant, Ward eine biſchöfliche Reſi- denzſtadt, . Dondangen im Stifte Pil- ten , in volfommenem Stande, Düneburt, lettiſch Vdan- jenes pillis an der Düne, welches Gebiete ſamt dem Lugziſchen über 350 ſte:| bende Seen einſchlos. ; Dünemünde, ein Ciſterci-| Biſchof Albert zu Ritza- enſerkloſter, j Das Schlos, lett. Dautha-| wes Griwa oder Jure- pillisd, i, See-Schlos. Durben in Semgjallen am !|Burch, v- Zornhauſen, Flus Liſſa, wovon nur die Trümmern zu ſehen, der Czaar Jürtgeff- die Ruſſen, Herm, Biſch, zu Dörpt. Diedr. vz Grüningen, 1 B. zu D. B. zu C. Ernſt v. Vazzeburtg, C. zu Düng- burg: bk dieCiſtercienſer, Landmarſchal, | "C. zu GS, LEdwoalen am Flus Edon, Wolter v. LTordeck, nach |B, zu C. “ in Curland, andie Herren| andern das curländiſche von Zehr von dem Herr-| Domcapitel, meiſter verlehnet, liegt im Piltenſchen Stiſtein vol- kommenem Stande, Erichsborg Ruſſ, S. 2, fehlet in der neuen Auflage, Erla , lettiſch Ehrgzli an | Engelbert von Tieſenhau-| der Erbayer: der Oger , welche in alten| ſen, Documenten auch Warg, ingl. Wota heiſt, davon das Gut Altenwota den Namen führet. Erms nac< Strubics am|Gerdt vo « k EN wa Gift TO dn Iech 217 (A Nidenneſte ne an der Nmer, die zwi- | l | 1269« 1259. 12556 1231 12496 72634 30206 1224» 32496 1277. 12201 127% 834% Beſitze?“ Adas Erbatnungsj, ſchen

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Schlöſſer, gemaurten Häuſer und Klöſter des alten Lieflandes» 34 L7amen der Oerter Erbayer Beſitzer ſchen Zelmet und Dörpt flieſſet, und hernach in die Ag faält, Ffſtfer , nach des Bürgerm, Ein Herrv- Wrangel. [der Erbauer, Löfeuſtädts Bericht einj Schlosz3 oder Elſtfer, | Vtze, eſtniſch Eddis. |2B0do v. Hobenbach, leinHr, v.Taube, M gan Abtey am Bach |B. zu Dörpt. B, zu D. erſex. Fegfeuer an der Broe, eſt-, Sim. von der Borg, B. zu B, zu R, niſch ; Riwwilo-mois,| BRevel, Sellin ſiehe Vellin. Felx, nac) Strubiczen. 1 Zzerman Biſchof zu Oeſel, [der hapſalſche : DomherrHr. v. Urkül. Feſten in Semgallen ward] » »- » - - EE ICE 1280 zerſtöret, Fickel. Biſchof zu Geſel, der hapſalſche Domh.v.Uxkül. FSrauenburg in Semtal-|230rchard v, Dreileve. |Comt. zu Gol- len amFlus Daune, lett.| ingen, Sahlde , wovon noch die von den Schweden tui] nirte Mauren ſtehen, 'Fredeland. G. Gercicke, eine rußiſche Re- ſidenz an der Düne, ward 7213 von den Deutſchen erobert, Sieiſt vermuth- lich das heutige Creusßburg, j welches die Lettenin ihrer | Sprache noch der Buſſen Schlos nennen. Goldingen , Stadt und Schlos an der Winda, | lett, Guldigha. Vom Schloſſe ſind noch die rui- nirtenMauren zu ſehen, Es äſt unter dem Schloſſe ein Waſſerfal , ſo die Rum- niel genant wird, woſelbſt die Fiſcye in die Luft ſprin- gen und in untergeſeßten Körben gefangen werden. Welches recht angenehm zu ſehen iſt, Grubin, am Flus Liſſe, iſt|Eben derſelbe Vogt zu Gry- noch in recht gutem Stan» bin, de und lieget eine Meile - von Liebau., Zapfal, an der Oſtſee, heiſt|der Biſchof und Orden, 1[B, zu Oeſel, in alten lateiniſchen Do- cumenten Zapezalls, Zaſenpot in Curland; am|Diedr, v- Grüningen, [Comt. zu Gol- Flus ZHaſo, die Domfir- dingen, <He des Stifts Curland, wo der Dompropſt reſidir- &e, Das Schlos gehörte dem goldingiſchen Com-| z l Rr rr 2 Phil. Biſch. v- Ratzeburg, |Erzb. zu Riga, | iedr, v- Grüningen. |Comt, zu G, das Erbguyngsj, 1293+ 1233« 1482. 1264, 1292» 3341, 1213. 12249+ 1228. 1249. für

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342 Die 1V. Tabelle der Städte, Feſitingen, L7gmet der Oerter Erbaucr Zeſitzer tur. EsSiſt noch in gutem: Stande und demHerrn von Reyſerling gehörig. Auf dieſer Seite des Fluſſes hat das Kloſter Zaſenpot ge- ſtanden, wovon die Trüm- mern zu ſehen. Seiligenburg, i in Semgal-| Wilh, v. Schaurburg. ae an der dörptiſchen| Jürgen v. Yichſtädt. Ordensmeiſter. Grenze. Zochröſen. Chriſtian v. BoſenZ - ider Erbauer, Holmboff,eineingegangenes Nonnenkloſter auf, Geſel, 5 Meilen von Arensburg, davon wenig bekant wor- den, Tür ffburn lett. Jau-| Eberhard v. Seine und |tandmarſchal. nes pills, an Joſt Clodt| Andreas v« Stukland. vom Herrmeiſter ver- ; lehnet , deſſen Nachkom- men davon den Namen führen, Ralgzenau,einAmt, hat zwar no< Spuren, die aber fei- nem Schlos, ſondern nur einer Kapelle ähnlich ſehen. Rarkus. Goswin v. Herike. Vogt z. Rarkus, Rawelecht. Arnold v. Ditinghoſf. ſein Herr v, Tie: ſenhauſen. Rirchholm an der Düne, Weinhard B. zu Liefland. |Ord, M. lett. Sallas pillis, Rockenhuſen an der Perſe, [Albert B, zu Riga, Erzb, zu Riga. oder nach Srrubic3z am Rocher, lett. Ro>kneſe ſe, wo dieſer Bach in die Düne fält. Es war da- bey eine ziemliche Stadt. Der König von Pohlen! Autzuſtus eroberte ſie mit Vergleich, ſprengte aber die] Veſtung 1701, von welcher Zeit an Stadt und Sc<los| in den Ruinen geblieben. Rokentka am Bach Ore, : B, zu O. ein ziemlicher Hof. Rolk, an der Oſtſee , nach Strubiczen. Es war nur ein gemaurtes Kloſter, Rontgedahl, oder Con-| Wolter v. Tieſenhauſen. |der Erbauer, gota. ZUWEN: Herman B,. zu Dörpt» |B. zu D- Lais än der Grenze von Sifert Lander v. Span-|Comt, zu Vel- Wierland. beim lin, Laudon an der Ewſt, wo| Joh. v. Lunen, Erzb. zu R. |Erzb. zu Riga. ſie ſich mit der Düne ver- einiget. | des ZErbaunngsi. Katinger du SELE EIESEIEE G008 SEE E; 1257» 12576 1361. 1180, 1210, * 1260« 1226 1423» 1271. Leal

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NJ Schlöſſer , gemaurten Häuſer und Klöſter des alten Lieflandes. TTamen der Gerter Srbauer. Beſitzer Legal, Städtgen und Sc<hlos ; am Bach Leg, eſtniſch? Lihhola - lin, hatte ein Jungfernkloſter. S.eemburg, lett» Mahl-/BRobin v, Elzen- &, M, ille, L.emſel an Lemſa-» jögegi,| Albert , B, zu Biga, Erzb, zu Y« lett. Limbaſcha , das Scl 08, N Die Stadt Lemſel kam Zenhind; Erzb, zu Viga, nachher an die Stadt Ri- ga , welcher aber die alte Gerichtbarfeit darüber ab- geſprochen worden, . Sie brante den 24ſten Auguſt 1747 bis auf 4 Häuſer ab, wobey der Kirchthurm und die Glec>en viel gelitten. Lennewarden , lect, Leel-/ Albert, B. zu Bigg« Erzb, zu Riga, wahrde, an „der Rumbe, j anjeko der Herr die ia die Düne fält, Landratch „Zin- ric) Erich. v.| Wolfen« ſchüdt, Libau, lett. Leepaja, Stadt|-Fridrich , Herzog zu Cut- ohne Schlos an der Lt-| land machte ſie zur Stadt, wamünde, c Lode, am Bach Loe, eſtn.| Zerm. B. zu Leal, B. zu O, Rollowerre- lin. nach andern Zerm. v- O-nabrügte, B. zu Oeſcl. Z.uban, an der See gleiches i Job, s. Schwerin, Erzb. Namens, zu Riga. Lude. Eberh. v. r1onheim, ein Hr, v Tlet- tenberg Ludſen am Bach Luno,iWennewar v. Brüggene.| Vogtv-Boſiten. in RE Liefland. 17. Hlargema , oder VJerja- mz3 nach Strubicz, Warjenburg, lettiſch : Al-' Zurchard. von Drepyleven, | Comt, zu Mar»! lohfesne in einer Einſee, jenb. . Marjenhauſcn , mitten in| Joh. v, der Fechte , Erzb. Erzb, zu Riga. der Einſee in pohilniſcy) zu Riga. Lieftand. Warjenthal,einKloſterBri-jdrey Kaufleute zus Revel, gittenordens bey Revel. Warel, na< Strybicz Hiäederothe , jenſeit der| Windau, Wemel, eine nachher an den|dieOrdensbrüder inLiefland, preuß iſchen Orden abge» trerene Grenzfeſtung, - Mleſocen, lett. Meſchot-iGerdt v, JoF>e, | der Orden, jeßo nein Semzallen an der die Hrn, v. Beh» litrhauiſchen Grenzs, rui- ren, niret. NKlitaw , lett, Gelgaws, Conr, von Meden: Landmarſchal, an der "'muſſa, ſo daſelbſt : die Ag heiſſet, und NAN Namen von Dayske ab| Ä Ss 88 132386 12234 1439. 12004 1625. 1226+ 13346 3304« 1334« 1399» 33416 1293» 14076 1865 1309, 127% 343 das Vrbayungsj, erhält,

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m “- - 344 Die IV. Tabelle der Städte, Feſtungen, . Damen der Oerter Erbauer Beſitzez das Erbaytntgs); erhält, wo die Lijuß und Üemel zuſammen kom- men, und gleichſam ein A ausmachen ſollen, darzwi- ſchen auf dem Berge 7. Baustke lieget. Bey ih- " xem Einfal in die Düne vor der Feſtung Düne- münde beiſt ſie Buller- 88. Alojan, Fabian v. Roſen auf Gros!der Erbauer. Rop- rr. T7abben,im Goldingſchen die Hrn, v.Grdt- belegen, wovon keine Spu- huß. ren mehr zu ſehen, T7arva, am Strom gleiches Namens, das deutſche, Waldemar U. K, v. Dänn.|V. zu L7. 12246 das rußiſche , oder| Iwan Baſtlewig, die Ruſſen- 1 1492, Iwanrnogrod in Jn- ermanland. Lrerfien in Curland, lett, LTsrretas pills, ruiniret. Lreuenburte,in gutemStan-|Gottfr. v. Rogg C. zu Doblen, 1301, ve, lett. Jaunspillis, von Meiſter < Gotthard an die Herren von Rec>e verge- ben: denn ehe ſol<es geſche- hen, hat der da- malige Comtur v. Recke Dob- 1 lehnnicht abge- ] treten, LreuhaußimDsrptiſchen,| Friedrich, B. zu Dörpt, |B zu Dörpt, 1274. lett. Rruſta- Pillis, TTeuhauſen in Curland,|Wolter v. Llordeck, B. zu €. 1277. lett. Waldeka pillis, TTeuermühlen an der Je-|Albert, B. zu Riga, O. M, 1204, gel, nac) Strubicz am Zerſeflus, lett. Ahdaſch. I1 Werſte von Ritſja, rui- niret, Een NENNEN Trietau, Wolter v. LTordeck, befe-|L, M. 1277 ſtiget durhGer, v. Ljocke, I32Qe TTurmbuſen, ein Schlos in der Hr. v. Fir>s. Curland. LTyenboff, ſiehe Wolfarth. CTyſlor an der Petbusg- die Zoeflen, münde, oder IWaſtenar- we. O. Oberpahlen am Flue|Otto von Rodenſtein, |C. zu Vellin, 3272. Pahle. Odenpeh. I Zerman, B. zu Dörpt, jB. zu D- 1223» Padis, ein Kloſter, eſtn-ſdie Ciſtercienſe von Düna die Erbauer, 7281 geſtiftet, Rlooſtri-» mois, nmnde, 1320 von Stein | t ] gebauet, Pad-

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Schlöſſer , gemaurten Häuſer und Klöſter des alten Lieflandes, STamen der Gerter Paddern, nunmehr raſiret in Curland. Pebalgy, am Bach Breſſe, Pernau, lateiniſch Perona, lett, Pehrnawa, am Flus gleiches Namens, der in die Embach fält, bei- Erbauer Sriedr, Erzb, zu Riga, de aber dabey in die See] gehen. die alte Stade init Mauren umgeben das neue Schlos, der Biſchof, zu Oeſel. Hinr.'v. Dumpeshagen, Gerdt v. Joe, Pilten , "Schlos und Fle>en |die Kapitelherren, an der Wigyda, ein alter biſchöflicher Sis, ruiniret, Pürkel, Randen, Regenhauſen, . Revel, eſin. Danilin, let-|Woldemär der 11 K, vy, D,|C. von Revel, | Albert, Biſch. zu Riga, tiſch ; Danipillis, Riga, ein Herr von Untern, Beſitzer die Herren von Amboten. Erzb. zu Viega, der Erbauer, derC.z. Pernau. B. zu Curland, der Hr. Cam merhr. von Sa- cken aus Don- dangen gehd- rig , und von Pohlen ver« pfändet, der Erbauer, ein'Herr von Tieſenhauſen. |der Erbauer, Lberh. v. Monheim. das Schlos, lett, Meeſte- | Eberh. v. Monheim, ra-pilſis, das ältere Schlos hies Wittenſteen, und lag im heiligen Geiſte zu Riga. Ringen, lett, Rentzas pil-| Sotth, v.. Tödwen, lis. Rodenpois an der Degel Gerdt v. Jocke, welchen Bach die Letten Jugla nennenz lettiſch Rohpaſchas , vier Mei len von Riga, Ronneburg an der Ronne, welche ſich in die Ag er- gieſt lett. Raunaspillis. Die Stadt brauchte , wie andere Städte im Lande, das riziſche Recht, Sie hatten Vogt und Bürger- meiſter, (Proconſulein et Conſulem) zihre Freiheiten erneuerte Sicjismundus II. 1590 den 6ten April zu Warſau. Ro0p, oder Gros-Rop am |Herr Fabian v. Roſen. Flus Roope. Erzbiſchof Albert. Erzb.und Herrm- der Herrmeiſter, die Herren von Tödwen, Ord. M. - |Erzb. zu Riga. der Erbauer, Klein-Roop, lett. Staupe. |Herr Johannes v. Roſen, |der Erbauer, Roſcenbeck, nach Strubicz "Roſenberg, Roſtren an der rußiſchen [Wil Bach, lett. Reſckne. Ruſchendorff,oder lettiſch: Crewirzeem , an der] Ss 88 2 die Herren von KRrüdner. : h. v- Schauerburg, |V. vonRoſiten. 345 1das Erbauyngsf, 1340, 1255» 1295» IZ, 1295» 1288, 133% 3219, T200» 1330. 73406 13235 1262» 1203. 1285,

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346 Die IV. Tabelle der Städte , Feſtungen, ZSTamen der Oerter Erbgaver. Beſitzer das Erbatiungsj, * Ercſt, ſol nur ein ge-| mauertes Haus geweſen ſeyn. ' | Rupeti am Bach Rupyen, | Meiſter Burchard. O. M. 1263. Rupyenthal, lert. Rundas- |M. Conr, v, Feuchtwan-/ein He, v, Grot- 1280, pillis in Curland, gen, hus. Sabel ſiehe Zabel, Sacken, jeßo Sackenhau- |ein Herr v, Sacken, ſen an der Oſtſee. Sagmiz, oder Theal , ein |B, zu Dörpt, vornehmer Hof, =... Salis, das alie an der Salz- |Albert , B, zu R; münde, Salisburgg , auch an der Salis. Sarg, bey Strubicz. Sähirſtädt, bey Strubicz. der Erbauer, B, zu D. 12874 Erzb, zu R. 1226. i Erzb, zu R, 1367 bis 1370, 134% | 1478. 1340. Schmilten, Wilh. v. Sreymerſen. Schönne, LBberh. v. Hionheim, Schoenanger, Zernb. v. der Borg. Schrunden an der Win- |Eberh, v, Monheim, dau, den Strubicz Alba nennt, Schupen, lett. Skujene. |Andr. v, Stuckland, Schwanenburg, lett. Gul» | Friedr. Erzb, bene, am See Schwor, mit welcher die Lede ſich vereiniget. Setzewoid an der Ag, let- | Volquin, 1255. 1340« 2%, M. 3224 tiſch Sitzzzulda. vekfardk us ; Seleburg an dor Düne, [ri]emhard,B. zu Liefland.[|3, " zu Ehopillis. 1 , ft V. zuSeleburg. 3193 - Serben, lett. Dſerwene. Sypnhold E? Syfbauſen, Erzbiſch, zu R. 1357 rzv. zu R. Seswetgen, lett. Zehswei- | Erzb, Job). v, Sinten, Erzb, zv R. 1399« ne, Sommerpahlen,| ein Herr v. Kurſel, der Erbauer, Sonnenburt, der Ordensmeiſter, Vogt zu Son- 33454 nenburg, der mit über die In« ſeln Dagden ee oon zu - ebieten hatte. Sonzzel, an der kleinen Je-| Albert , B, zu Riga. pe Den 122% gel, oder nach Strubicz zu Riga, an der DBerſſe, lett, Sun- taſcha. Sparnen in Semgallen. |das Domcapitel, Erzb. Joh, zu X2745 T Riga. Talckofen, oder Talckhoff| Vogt ' in Eſtland, iſt jeßo ein bar 2 viere>kigtes Gebäude mit ' Thürmen wie ein Schlos ;| Hier hat auch ein Vogt re- ſidirer. Tarwaſt am Würgjerwe, C. zu V, oder nach Strubicz, am 1 See Forſcher, *

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| " 4 i. Schlöſſer, gemanrten Häuſer und Klöſter des alten Lieflandes- 347 - Liamen der Verter y Erbauer Beſitzep: --441dgs Erbanungsf, Tetelfeur, (Lechelfer) ein|B. zu Dörpt, BEI 134L berühmter HofbeyDörpt. 1, Arp 6:9 Terweter in Curland» der Orden,! y 1271 laut Doz . mente, Tirſen nach Strubicz. | ' Tolsburg am finniſchen!Bernb, v.d. Bort, nach an- |Vogt zu Weſen» Meerbuſen dern fleng es Job. v. Feld» | bert, hauſen ſchon zu bauenan, Treyden , lett. Turraida Erzb, zu R, an der Trepder- Ag. Trikaten an der Abbel, die] Wilh, v. Schauerburg, |O, M, weiter hin in die Ag fält, 3 Meilen von Wolmer. Tuckum am Fluß Schloke,|Gottfr. v- 98848 O. M, iſtjezo ein Hacelwerk 3 die alten Mauren des neuen Schloſſes ſind noch zu ſe Hen und von dem altenß Herrmeiſterlichen dieTrüm- mern 300 Schritte davon. DOR „ "am Wiäſſergen|Volquin:,- ' Comt, zuVellin. ell, Ultzen, ein Hr. v. Tieſenhauſen, |der Erbauer, Urkül an der Düne. Biſchof V7einhard. Erzb, zu Riga, p=" ; ſett. 1Wabna-| Srombold v. Syfhauſen. |Erzb. zu R, 016. ToVaddaxen in Curland, Walck an der Poeddel, iſt//Eberh. v. Monheim, ein. Zandſtädgen ohne Sclos. ? Warenbeck am der Em-|Sriedr. B. zu Dörpt. |B. zu Dörpt, 1475: im x3ten Jahrs hundert, 1284+ 13326 12249 71864 134945 3334+ 1279. bach: Weiſſenſtein , oder Wir» Conr, v. Veden, V. zu Jerwen. 1270, tenſteen , Siß des jer-» wiſchen Vogts. ; j Wenden; eine kleine halbe/die von Winday verjagten Meile von der Ag , lett.| Wenden. Zehs. die neue Stadt der Biſchof Albert, d. Ordensmeiſter, 22246 die Kirche, der Orden. XVenden , iſt 1748 an ſeine 1284» Erlauchten des Hr. Reichs- 1 1205, kanzlers von Deftucheſf Rumin hochreichsgräfli- <e Exzellenz aus faiſerli» <er Gnade zum Eigen» thum übertragen worden, Den zten Aug. deſſelben Jahrs Nachmittags um 3 Uhr ward die ganzeStadt in die Aſche geleget , wo» bey an 40 Menſchen beſchädiget und umgefom- men , viele Kaufleute auch wegen ihrer dorthin ver- führten Kaufgüter in groß ſen Verluſt geſeßet ſind, Das Waſſer wird der „Stadt durch Röhren zu-z | * Set In.

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“4% 8 - 348 "Die V. Tabelle, = e7ainen der OGertet- j Erbauer Beſitzer. |das Erbguungsj. geführet , deren, Anfang]. ' niemand weis, und ſamlet ſich in „zwey öffentliche Brunnen. . WWerder, am groſſen Sun-IWilh, v- Schauerburg, Lin Hr. v. Uxkül.! 1284+ 6; . Weſenberg , eſtn. Rak-[lWoldemar Il. König zuſV. zu Weſen- 1224, werre, ein hohes Berg-| Dännemark, berg. ſchlos mit einem Städtgen, davon der weſenbertgi- ! ſche Vortanz berühmt geweſen. Wind.iu, an ver Winda, lett, Wetg, iſt noch ziem- . zu Windau, lich im Stande. | Wolfarr, hat keine Spuren die Herren von mehr. Lreuſtädc und „öfeln, Strubicz möchen es zum Schloſſe. Der Lettenent es noh Ehweles myi- ſcha. Wollmer , lat. Waldema-|Xilb, v. Schaurburg, 19, MN, 1283» ria an der Ag, Würgen in Curland. vom Herrmeiſter an die Herren! v. LTolden mi einem treflichen Privilegio ver- lehnet, Z. SEDE einem Bache, ven v- Monheim, |C. zuG, 33376 wüſtet, l SIESSSESEESPESSEEHESSE TERS EPESTSSEEHPGVPSSSEELETESES EURAS ALS Die V. Tabelle oder Verzeichnis des geſamten Raths zu Riga, der Herren Bürgermeiſter zu Revel, und des geſmnten evangeliſchen Miniſterii beider Städte bis ins Jahr 1562. 3 Borbericht. 6 1 ie Namen der rigziſchen Herrn des Rachs ſind ſo wol aus den Briefſchaften, als aus alten Regiſtern von verſchiedener Art zuſammen getragen. Sie erſcheinen hier vor andern aufs zahlreichſte , ob man gleich aus dem 1zten Jahrhundert viele wegge« laſſen , die ein gewiſſes Verzeichnis aus Verſehen unter die Rathsherren gebracht, da es nur zu Zeugen angeführte Bürger in alten Documenten geweſen, indem jederman nicht die Namen in verjährten Briefen fertig zu leſen verſtandenz und daher oft ſtark abgewichen, Man hat ih« re Fortſekßung bis 1710 , da die Peſt dieſes Collegium dünne machte; die weitere Folge derſel« ben würde auch künftig beſorget werden können, C, 2. Für ihre Volſtändigkeit läſt ſich keine Gewehr leiſten, Aus Revel iſt uns nur das Namenverz-ichnis der Herren Bürgermeiſter eingeſandt, die man mit einer ziemlichen Liſte aus dem Rathsherrnſtande hätte bereichern können , wenn man gleich anfangs auf dieſe Tabelle gedacht hätte. F. 3. Das Regiſter der evangeliſchen Prediger in Revel fält weitläuftiger als das zu Riga, weil jene Stadt freiere Hände hatte. Rita hingegen muſtz zur Zeit der Reforma« tion bey der nahen Gegenwart ihrer römiſch - catholiſchen Regenten einen mächtigern Wi- derſtand überwinden, Selbſt Plettenberg warf ihr in mehrern Reſcripten vw; ..- bey * U82

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Verzeichnis des geſamten Raths zu Riga und Revel, A.,. S "Wii 349 Ausbreitung der evangeliſchen Religion vom Kaiſer hülflos und ihren Feinden werde überlaſs ſen werden, Weiter hin iſt das evangeliſche Miniſterium ſtärker beſeßet worden, . 6.4. Die Buchſtaben E. V, bedeuten Erzvogt, und B. Bürgermeiſter, Die ver« richteten Legationen betreffen das Intereſſe der Stadt, mehrentheils auf den Henſetagen, in Abſicht der Kaufmanſchaft, N Bürgermeiſter und Rathsherren der ehemaligen erzbiſchöflichen - ſ und ve Rigq. biſch fich Dert 4330 Yſdelbert, bocca, oder Archl-Prä- tor , Obervogt, ; Theddorus de Derewick, Pro-Conſ. Johannes de Horehuſen, Pro-Conſ, LVernerus, Rathman. Thidericus de Wenden, 1253 Tonrad genant Prawegalle B, LZudolphus, 1296 Werner von der Rope, Statvogt- 3298 Job, v. Vellin, 1300 Henning Mey, Bürgermeiſter, 1302 Tidemann, Vogt. Gottfried Längeſüde. Wolqwin v. Oſthuſen. Senr, v. der Mlytowe, 3306 Job. v. Warendorpe B. 1307 Lambert Seyme, - - Heinrich Zoljt, - - SyſeleriWym am, | iegen ; - - Gerlach) Reſe, 32308 enrich Ronne, 3310 armen Rode. 2315 Henricus Gitas, (Refe), 3317 Joh. v. der Rhatporte, 3318 Gerhard Bobbe Bürgerm. - - Leonhard Bobbe, Rathman, liegt auf dem St. Jacobskirc<hof begra- ben, vor der groſſen Thürſchwelle, 1319 Ernſt Reiche (Dwes). 1321 Gottſchalck Wichmann B., + 1358, : neben dem vorigen begraben, 1323 Job. Langeſide. 3373 Zrun Cullik , Geſandter nach Lü- beck zum Hanſetage. 7373 Johan Duhrkop, zweimaliger Ge- ſandter nac< Lübeck, | 33765 Weiner von Bockhem, Geſandter nach Dörpt. Arnold Vorwerck gieng mit. 1331 Frowin Romlingrode , hat 3 Ge- ſandſchaften verrichtet, nach Dörpt, Lübeck und Walck, Peter von Ardren, 1383 Tiedeman Grong, 1384 Tiedeman von Halle, hat 7 Geſand« ſchaften verrichtet. Weinert von Sandbahr. 1385 WWolfart von Ravenshorch, Üleinert von Sandsbochen und 3387 Conrad Duhrkop , hat 4 Legationes verrichtet, 3388 Joban Ralmatr, Johan von Cölltt, Herr 1396 HSerman Winckel, hat 4 Geſandſchaften verrichtet," 1391 Tiedeman von der Hacke, 1392 Tiedeman von der T7iebrüigge B. Wulfhard von Rawenſchlage, 3393 Conrad Fiſch, hat 4 Geſandſchaften verrichtet. 1394 Wolfradt von Stade, 1397 Johan von Wyſenbergh, 1398 Zorcherd Weſendahl, 1399 Joh. Friſtenberg, 3400 “Johan Roſtock. - - Hartwich Steinhöfer; 1403 Lubbert Wittenbargher B; 1405 Gottſchalc>k Bredebecke, 1406 Ewert Stehwer. 1407 Johan Wantſchede, 1408 german ZBobbe B, - - Albrecht Stockman , beſuchte den anſekag zur Pernatt, + 1420, | 1409 Gödecke Oldenslohe,. 1410 Harbett von der Zeide, » - giinrich Dutrkop, 1411 Cideman von der LTihenlohe; * « Joh, up dem Orde. 14123 Godecke Schuweher, B. war zu Hüneburg auf dem Hanſetage, *- 1420 Joban Loomati, - - Mieinhard von Bochheim B, 1421 Zubbert Miſtenborch, 1422 Lubbett von der Pable, 1424 Joh. Folſan, Erzvogt, 1434 Gottſchalc> Viſcher, - - Vliclas Otterſtede. 1434 Hinrich Brederworder; - * Reinhold SolrRumpt, . 1437 Seilwich Rleinſchmidr, Vorſteher zum heil. Geiſte. 1440 Joban Epptnäahuſen, 1448 "Joh. von dem Wege B, = - inr, Schönhart, 1450 Job. von Dicke. 1453 gzinrich von Wele ober Welinck, ob. Genizzct. - = “Joh. Goedcken. 1454 Joh. von Sundern, Stadtvogt, 1455 “Joh. Geismer , Stadtvogt, - = Joh. Volbrecht. - - german Reinerman, - = Cordt Bartman B. 1456 Joh. Woninckhuſen B, - = Hinr. Mey, Stadtvogt, - - Grewin Gendeng, B, Te tt 2 Corde

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330 err Zz - Cordt ST B. und Erzvogt + 1485, - = Wennemer Zarmes, - =. z3erm. Radenow. 1457 Engelbrecht Gunter, - - Srowin Solt-Zump. - - Joh, Solt-Brmp, B, und Erzvogt, 14538 Sinr. Wesbom, Erzvogt. - - Gerdt Schluter. - - Srepbhan vom Sande, 1459 Sartwich Voct, B« + 1464 iſtin St, Jacob begraven, - - Gotiſchal> Polemann, 1460 Hartwich Siefried. - - Hinrich iEppinghnſen, B, 1461 Joh- Zrecker. - - oh, Groeſjet. = = Zinr. von den Brocke, - - Joh. Bukenwerder- 3465 “Joh. von der Zorch. - - Zarnien von Sonders, 1467 Ewert Tier. - - Chomas von der Borch, 1468 Gabriel von Howe. - - Herman Uleye, - - Joh. Luck:lin. - - Tyrd: Durkopf. 1475 Lambert Su'ſcher, B. und Erzvogt. 1473 Joy. Schöning, B. und Erzvogt; war 1486 bey ver Friedenshandlung zu Blomdabl. 1474 Hinrich Rriwirz. - - Zinrich Moller, Stadtvogt. 1475 Reinhold SC6dde. 1477 Job. Tierrave. 1479 Pecer Wannen. 1480 Herman Voſſ- - - M. Joh. Kiolne? , Synd. und Pro» curator der Stadt aus Schauſen, x483 Tetſe Sulke, Känmetrer» 1484 Job. Zolthuſen. - - Peter Zinrichs, B. - - Cordt von Löwven, B. - - Herm. Helwich. 4485 Everr von Stevei, - - Lliclas Feldt. 1486 Carjten Herberdes, B. 1488 Goſwin Alenninck, B. | 1515, - - Werten Breckerfeldr, B. und Erp vogt. 1490 Werner Weddemeyer. 1492 Job. Camphuſen, Vogt | 1492. 1493 „Job. Schever,. 1494 Wilhelm Strick, - - Job. Endthorn. 1495 Herm. Duncker, 1496 Joachim Rödenberch. - - Anton von Scheden, Untervogl, 1497 Lrliclags Zolſt. - - Wilhelm Uleyer,' = - Joh. Reurer, Die V. Tabelle, err - - Joh. AE „- - Zudert Streper,. « - Lutte Lembeke, 1499 Job. Schroeder. - - Job. Wyckhauſen- - - Wenemer Mey, - = Tönnis Suileken, = - Chriſtoffer Weyer, « = Lubbert Witte. - - Vsmus Suilcken, B. = - Gerdt von Steven. - - gZinrich Srenhauer, 2500 Joh, Meteler, B, - - Gerdt Hulrcſcher, Erzvegts 3501 Fron Geismer, 3503 Hinrich Hane, 3506 Joh. Camphauſen. - - Joh. Rodenberg. 1507 Carſten Bonnickhuſen. - =' Mag. Bernhardr Brandt, Secret T 1515. . 2508 YVilhelm Tirzens, (Tidiken),B, - - Peter Grauert. 3510 Jurgen Roninty, B« - - “Joh. Spenckyufen + 1532. 1512 Cönnis Mupyter,(Murh) B, u,Erzv, 1513 Herman Buring, - - Strobel von Dale, Erzvogt, - - Joh. Meyer. 1514 Pavl Drehling, Erzvogt, - - Jacob vom Hoffe, 1515 LTiclas Borch. x - - Caſpar Rolthoff. - - Zerman thor VJölen. 3516 Gödeke Durkop. - - Wartin Brekerfeld, 1517 Heinrich) von Carpen, - - Joh. Becker. 3518 Mag. Joachim Saſſe, Procarat, und Secret, der Stadt, 1519 SSexman Schleper. 1520 gzerman Bulow, - - Maz. Joh. Lomöller/ 1522 Anront Tileken. 1524 ginrich Götte, B. + 1540, - - Heinrich v. Utenhrocke, B, + 154x den 22ſten Jan, 1526 Troclus Rlocke, 1527 Jordan Pleskay, - - Johan Duvel, - - Johan Butte, B. 1529 Carſten Srörling, 1530 Johan Schleper. - - Bernhardt Bruel , Stadtſecretaie, 3531 Zarthold Friderichs, - - Cordt Durekop, + 1548 ſchrieb ſich hochdeutſch Theuerkauf. 153 48% Boninghuſen, ſtarb zu Liſ« e „- Johan zum Berge, | 1564. 1535 Caſpar Spenckhuſen, t 1547: . Bem

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Verzeichnis des geſamten Raths zu Revel. = » Bendix VVilken, + 1564. 1536 german Schriver, + 1563. - - Jürgen Padel, + 1571. 1542 Srantz Ronnintt. = - Evert von Rarpen. 1543 Jaſper Rolthoff , Vogt. - = Wlichel Schultze , + 1563. . 1545 Job. Spenckhuſen , B, + 1570« = = LIiclas Peitauw. = = Dominicus Becker. 1547 Caſpar vom Zoffe , Oberkämmerer, + 1577. - - Werner WMeye. 1548 Rötgert Schulte, + 1566. - - Jürgen Röniez. - - Thomas thor Mlölen, + 1563. 1549 Welchior Rirchhoff, t 1571. - - Zinrich Zake, + 1566, Graveſand,. 351 1551 Balthaſar Ganskaw, + 1557. » = Heinrich Rinwiz » » Saurens Timermann, + 1572, hat ale le Aemter bedienet, 1555 Job. thom Bergen, B. + 1576 den 30 Sept. - - Gerdt Friedrichs. 1556 Matgz.Srephan Schönbach, Synd, 1557 Vincentz Glandorff, + 1566. „„ - Vlicolaus Ficke. 1558 Seinrich von Ulenbrock, B. + 1576 den 1 May, - - Caſper Rombarch + 1564. - - Hinricus Ritgemann, 1. V. L, B. + 1576 den 27ſten Dec. 1569 Rötgert Ewetken , + i591. ? - - Ewerr Oetting, Stadtvogt, + 158x 1562 Johann Gröne, + 1584, - - - Joſt Lohmann. Rigiſches Stadtminiſterium ſeit der Reformation. 3, Andreas Rnop oder Rnöpken , ſtarb" 1539- Auf ſeinem Leichenſtein ſtehen die Worte: Mors, ero mors tua, morſus : tuus , inferne. Die drey Knöpfe auf ſei- nem Leichenſtein kiegen x und 2, da ſie ſonſt in ſeinem Wapen 2 und x liegen *). 2. Splveſter Teczetmeyer , kam 1522, und diente an der Jacobifirche, Seine An- fritspredigt hielt er den erſten Advent über Zuc, 19, v« 6. 1542 ward er Paſtor prima- rins zu St. Petri, und ſtarb 1552. 3. Johann Briſmann, der Gottesgelahrt- . heit Doctor, kam 1527 den 22ſten Oct. mit ſeiner Frau und ſeinem Sohn, Eltas, nach Riga , und richtete mit Beihülfe der beiden vorigen Prediger die Kirc<enge- bräuche auf wittenbergiſchen Fus ein, , e :gieng aber bald wieder nach Königsberg. 10, 75 vT- der jüngere erhielt 9) In der St. Petri Kirche an der linken Seite, wenninan hs dem kammer gehen will, ſtehet an dem Pfeiler auf einer mangenematte ; ö BDU Ine Epitaphion Domini Andrez Knopii Paſtoris hüjus&xmpli, 4. Wag. Jaob Bart, Superintendent und Rector ier Schule , brachte 1524 ſein Recommendaioneſchreiben von' Luthern und Ulelanorhon mit ſich, und ſtarb den fünften Fiertag nach Martini 1548. 5. Mag. Weneslaus Lämken kam in demſelben Jaß mit Batten herein. 6. Johann N'lller der Aeltere, kam auch 15249, und ſtarbi566. ) 7- Georg Sterl, kam 1552, und ward am 30 Nov. mit wienb. Gebräuchen ordiniret, - 8. Rötger Bectr oder Piſtorius , wur. de 1553 ordinirc, und 15538 Oberpaſtor, 9. Matthias Röpken , des erſten Zuthe« riſchen Predigez Sohn, wurde mit vori» gen zugltchloriniret , und ſtarb den 14ten Dec. 154, | . mit hor nach der Prieſter- di oblit exteimum dien An» no Domini M. D. XXXIX. d. XVIIMenüs Fekuarii, Primus Evangelii Lucem qui ſparſit in oramſ Livonicam ,. Andreas Knopins iſte fuit. | 4 Qui quamvis magno docuit diſcrimine vitzl x Deterrere tamen non potuere mali, ! Y Igius hoc terrz redivivum conditur antro | Corpus, ſed certd ſpiritus aſtra colit. 1! Credentes etenim defun&i munere vitz In regno vivunt; optime Chrifte , tuo« | Mors certa l, Ineerta dies» Extremägnäre quamlibet ek "2 | ra agnita nulli, uta, | Amn Rande des Grabſteins , ſo daſelbſt vor dein Alſſieget , iſt folgende (0 Dea: Ao. 1539 die 18 Fcbruü obt1ut Venerabilis vii divini Conciorator D Knopke, hujus eccleſix Paſtor, cujus Latecumbit cara Vxor Anna 1538. 14 die Aprilis, quorum 6... conqtant in Chriſto, Dowino mn vun inus Andreas zunda Anno » Ämens

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352 mit beiden vorigen zugleich die Ordination, und ſtarb den zten Dec. 1565. u. UMlag. Gregorius Plönius oder Pli» nius , ward ordiniret 1554, war Senior Miniſteri , und ſind unter ihm den z3ten Merz 1558 die erſten Veſperpredigten in Rigs gehalten worden. Die V. Tabelle, 12. Johannes Reckinann , ein Lübecker, ordinirt den 15ten Jul. 1558 , lebte im Am- te 431 im Eheſtande 36 Jahr und ſtarb im 69ſten Jahr ſeines Alters den uten Febr. 1601. Er liegt beim Altar in den Perers- kirche begraben. Verzeichnis der Herren Burgermeiſter der kaiſerlichen Anſee- und Handelsſtadt Beval, wie ſolche vom J,. 1 346 an bis 1562, ſv viel man deren aus denen alten Protocollen und C anzeley- Nachrichten hat auſſuchen können, geheiſſen haben: Herr 1346 Hermann HAlovemann, Reinekin Rowel,. iWenemar Hollogher, Curt Regeler. Ü)arquart Dretholß Gert Witte. Wnattrhias Schanze| Llicolaus Stämlex Jurgen Rnickmant- Caſt. von Borſtel Hinrich Schelwoelt. Johann Sünnenfhpm« 1457 Albert Rumor, | 1430 "Joh. Greſft- | 1482 Hinr. Schelwentt Gert Schale. | 2499 Didrich Zagen ud Johann Gru- ther, 2504 Johann Rullerd, 14397 I4C0 1415 1430 1436 1438 Herr 1512 Albrecht Fegeſack, 1519 Johann Vianr, 1526 Heiſe Patiner. 1521 Johann Zudde. 1522 "Jacob Richgerdes. 1523 Wiatthias Depholt. 1524 Johann Kullert. 1525 ZZoth Schröder. Zinrich Schmidt, 1526 Thomas Fegeſack. 1527 Carſten 2.öningk. 3550 Johann Zower. "Johann Egeling. Chomas von LVernen, Jacob 5Zynneke. 1554 Joharn Peperſack. 1559 Arent Packebuſch. 1662 Joham Röning, der in Schweden die g= Milan von Lſtiand bes trieben, Lutheriſche Supcrintendenten und Paſtores zu Reval. I. Zu St. Olai, | 1517 9500210 Haſſe , ver eſte Predizer der reinen Evarxeliſcen Lehre in Reval, ſtarb in der Deſt Inno 1531. 1540 11). Henricus Bokius , HSamelen«- ſis, wurde vom Rath in Zeväl ver- ſchrieben , welchen D- Licher, 21), Philippus Nleanchtho1, D. Du- ggenhagen und D. Juſtts Jonas von Wittenberg hicßer wcomman- diret, den 17tenMay 1540, ſhrb in der Peſt 1549 eines ſchnellen Toies. Selo ne Grabſchrit in der LTcolaikir- <e liefertR:lc<4 S, 185. Reinhold Geiſt, ſtarb 1551 den 6ten Febr. Zerman Grönau, war zuvor Paſtor zu St. VJichaelis im Kloſter, ſtarb im hohe Alter 1563. 3561 Johann's Robertus, Geldrenſis, war v'rher Diaconus zu St, Olai 1551 -. nachgehends Superintendens über Reval, und endlich Biſchof über Ehſtland , ſtarb 15725 2. Bey St. LPIicolai. 1522 Johann Lange, der erſte evangells ſche Prediger hieſelbſt, ſtarb in der Peſt 1531. Siehe das älteſte Mlini- ſterialkirchenbuch S.545. 1532 Jdachim Walter, ſtarb den 13 Ja« nuarii 1556. | 1556 Johann von Raesfeldt , Weſtpha- lus, den 4ten Jul. ſein Bildnis und Epitaphium ſtehet in der P7icolaikir« <e bey der fleinen Thür, Er ſtarb den 23ſten Nov. 1558. 1559 UU). LTicolaus Ziegelmeiſter, von Roſto>, ſtarb im Nov, 1566. 3. Bey der heil. Geiſtkir<e. 1520 Heinr. Böckhold, ſtarb in der Peſt 1531, 1532 Johann Robl ſtarb den 16 May 1542 1540 Reinhold Beſeler , Paſtor barbaro« rum ad Spir. 8. ſtarb den 17 Febr. 1554« 1354 Mlarcus Papius, eccleſiaſtes piſcato« » rumy hat gelebt zur Zeit Bockii bey der St. Gerdruthenkirhe in der Fis ſchermaye, ſtarb den 24ſten Aug. 1549« 3350 53854

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Verzeichnis des geſamten Raths zu Riga und Revel. 353 1550 Hermann Ehrenſtein. lai zwey Diaconi, ober ein Diaco«- 85602, Thomas Sarderus, alias Mün. nus und ein Catechet nebſt einem Pa« drix, primo Paſtor leproſorum ad D. ſtore geweſen, Johannuis, poliea Paſtor ad Spir. S, . ſtarb 1565. 5. Digconi bey der St. Piicolgi« „nn, ern dla kirche *). 4. Digconi bey der St. 'Olgikirhe. - ME 2 GEE IEEE 1550 Gerhard Cullmann. 3550 Johann ZHobbin i | 1 g, Rösfcldenſis. Bartholdos Frölint ſtarb 1559 1556 Chriſtignus Cr EmUndenf + nt. Johannes Robertus, damals 1563. D- ſind ſowol bey Olai, als bey LTico- *) Altſſer beneldeten drey Kirchen ſind noch in Revel die Domfirc<he , die Kloſterkirche , die-Rußiſche groſſe Kirche , nebſt einigen Klöſtern 3 die Siechenkirchez3 und in der Vorſtadt die domſche Hoſpital» kirche , nebſt der Hoſpitalkirhe zu St, Johannis. KODO ER ON ON OR EIN OE SC CRD CECH OND ORE ON CRIME Einige Zuſäte Und Verbeſſerungen. Seite x, in der leßten Zeile der Note 3) mus es heiſſen: ſol ſich nicht auf das feſte Land beziehen. Zu S-32, beim Eid der Bauren iſt zu wiſſen , daß der Schwörende in der linken Hand eine ausgelöſchte Kuhle, in der rechten einen dürren Stab hielt, mit dem einen Fus auf einem dürren Raſen ſtand, und auf dem Kopfe einen Stein trug. Der Herr Vicepräſident von Brevery bezeugen in einer Hand- ſchriſt , daß ſie beim Landgerichte zu deſſen Abſchaffung vieles geholfen. Seite 34, Z- 13, mus geleſeu werden dimidium Fertonem, dafür doch einige Abſchriften Franconem les ſen, welche leßtere Münze auch in dem alten Preuſſen ſehr üblich war. 1 * Beim Jahr 1274 zwiſchen den 29 Aug. und 5 Nov. mus vcr Erzbiſchof Jobann anf den Stuhk aefommen ſeyn. 2 Zu Seite 92 not. *) diener zur Erleuterung des Worts: Domicellus , daß der erſte Erzbiſchof Iſarnus in einem Briefe von 1302 die Herren XYoldemar von Roſen, Andreas von Roskül, Ritter, die Herren ZHelmold von Roſen , und Rudolphinus von Ungern Domicellos und Yaſallos nenne; welches erſte Wort ſich durch Junker ausdrucken läſ-/ om Jahr 1400 wurden des Üleiſters Einkünfte aus ſeiten Gütern äuf 4000 Mark taxiret. von uE. Helmet und Ruyen muſten alle Jahr in des Meiſters Kammer geben 20 544 aneldet auc) Beſoldi Theatrum unter dem Worte; Erbämter, daß derHerr Ueiſter, der Erzbiſchof und die Biſähäſe von Ziefland bey Empfang des kaiſerlichen Lehns an dit Erbämter ein gewiſſes an Gelz de gegeben. ) Qu S. 112, not. f) Hiezu gehören die Exempel: Wy Broder Zenrich Stamme, Voghet zu Oberpaz- * len 1406. Wy Broder Zerbert von der HZeide, Voght zu Oberpaley 1418. Hingegen ſtehet 14662 Ich Gerdt von YDellingraden , Bruder dütſches Ordens zu Kicfland, Vogt tho Oberpalen. Site 115 not. c) hat Carl der IVre die Urkunde nicht für ungültig, ſondern/für ächt erkant. Im Jahr 1446 unterſchrieb ſich am Tage der elf duſend Meide zu Sezewolde Zeidenrei inz &e , mit dem Zunamen von Oberbe&, der Ordensmeiſter Johann Woldhus S0 Be beh Beinamen von Rerſe. - ; 1506 unferſchrieb ein gewiſſer Schreiber von Randen, Natuens 5Simrich Högndel, ein Pallopet» ſches Document , mit der ſaubern Jahrzahl IVI11I]. Seite 1385 not. i) Dietericys Hilaria Linoniae berichten in der Dedication, daß Rn&pgens Erklä- rung der Epiſtel an die Römer 1525 zu Strasburg gedruckt ſey, Rn&Ppgentü geſamte Lieder aber ſte- hen im rigiſchen Geſangbuch , das der 1615 gedrückten Ordnung des Kirchendieuſtes beigefüget iſt, 1l» » citivet : M Von der <riſtlichen Kirche: Hilf GOTT, wie geht es immer jn, daß alles Volk grimmet. N Pſalm II]. Ac< GOtt, mein einger Troſt und Heil , wärum ſind inciner Feinde ſo viel z« Pſ. XXIII. Was fan uns kornmen an för Noth, ſo uns der HErre weidet. Pſ. XXV. Von allen Menſchen abgewandt , zu dir mein Seel erhoben« Pf. XXXIIL Ihr Frommen , freuet euch dcs HErtn« Pſ. CXVI. Ich glaub es feſt und bis gewis, daß mir mein Sünd vergeben, Pſ: CXXV. Da es wol ging, mein Herz und Sinn, Stunden ſtets in Furchtett. . Pſ. CXXXII1. Sieh , wie ganz lieblich und wie fein , Stehn Chriſtus und die Sein, | Pf. CXLVI. Preis , meine Seel , GOtt, deinen HErrn, lob , ſing, dank und ſtets chr HErr Chriſt der einge GOttes Sohn. Das Lied aber, Hilf uns in deinem Nattick du alſmäch- tiger GOtt ; daß | up 81,05 erjage 7.20 I] 2c. hat zur Rubrikt Verkäntnis, der neuen, als man ſagt; Lehre wider die, ſo der irrigen Geiſter und des Teufels Lehte i ſind, x Tim, 1V, 3 fels Eeften anhängig n Puu ua m

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354 Einige Inſäte und Verbeſſerungen. Im Jahr 1528 war Thomas noc< zu Speiep, und unterſchrieb das Privil be& Thomas S. Eccleſiae Zigenfis Ele&us, hatte auch noch nicht das EE KP nent ihm Carl V. Erzbiſchof zu Rigg unſern Fürſten und lieben Andächtigen. 123 Karkus heift in Waan hg 1552, Ker>huus. Jin dem Zungferkloſter zu Lemſel muſte 1532 Hinrich YOrangel mas mit ſeinem Beiſißer Rerſken Gutzleff und Gerdt von Fake wat EN E ol einen Verhör anſtellen , und bekennet die ehrbare und tugendſame Jungfer Syſter Grete Balckin, daß ſie die erſte Schweſter ſey , ſeit dem das Kloſter geſtiftet worden , ſamt Syſter Grete Vyſch , S L fa Eiſaben , und Syſter Engel, daß ſie mit ihren Augen geſehen , daß ſel, Michel Liörken das Dorf zu Stelen um 400 Mark verpfändet. 1552 war Georg Syburg Hauscomtur zu Rigg, Gotthard Rettler Lvert Syburg Cumpan zu Riga, und Claus Slieroth Landknecht zu Tu ze zu Wenden, Ronneburg liegt an der Raune, und hatte wie Wenden ein rigiſches Tho hieraus , warum das Thor in der Vorſtadt Rigg, wo man nach Ronneb ; r. Man ſieht te heiſſen könne. ' urg reiſet, die Raunspforo Gleichwie Liefland ehemals eine Provinz Sontagang hatte, ſo hat „wm Hs Sontagen , die ſonſt ein Obriſtlieut. Wolmer Anton von SABD 9 R aucſallech 1 zer hold von Ungern Fare 1 beſeſſen, jor , Reitze Seite 120 Z. 47 ſchenkte der nig von Schweden nicht 50 Centner d ; | zum Dach der "SPR: 5000 Nehl. ausmachten« , ſondern 50 Schifpfund Kupfer Seite 181 not.*) heiſt es: Verſuchung ttes. Zu den Wapen der Städte iſt noch hi IE Friedrichſtadt. Ein gekrönter Greif. Sie ſiegelt in gelb W i ; nzuzuf gen? Friedrich » Stadt. Anno 1646: 8 9 achs, mit der Unterſchrift : Sigillum Seite 277 iſt das ſchöne Privilegium Sigigm. Aug. nicht den Tag, ſonder p ertheilet. 8, ſondern den 6 Tag nach Cathvin, In der Vorrede heiſt der Rigiſche Stadtelterman nicht Rleeburg , ſondern Rleeber, Seite 337, die Schoſta>e in Curland haben den Model d, und weil e üb g. heiſſen ſie Sechſer. ? ſie über dem Wapen die VI haben, Daß die älteſten Kirchen dieſer Länder faſt durc<gehends Klöſter neb : habt , iſt warſcheinlich p ſter neben ſich oder in der Nähe geo Wie noch in Eſäland die Ueberöleibſel des alten Schloſſes Rötel vorhand “ | Ziefland hinter Rokenbhauſen an der andern Seite ver Die gegen Fama 6 ia Matt eS] . ner alten Burg, die vieleicht Geräke geweſen. ubera els - Regi

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4 ve m Re KA AY RAK „R AY KA KAR KAK RK R WEN M AWN M PWR M WN- W- EUER KE << LALA HS 7 ZOL B Regiſter der merkwürdigſten Sachen. Z. A. Jovel , König von Dännemark , Schen- fung deſſelben an den öſelſchen Biſchof Hermann, und den Herrmeiſter Andr. von Stuckland 50. FI Adalica, wird zum Kloſter Gudwall gekauft 48 Adel, alter liefländiſcher, Titel deſſelben 112 f) Adelin, Titel der älteſten däniſchen Prinzen 92*) Sdolph , Graf von Holſtein, Beiſtand der Lief- länder gegen die Ruſſen 45 Adolph) , Graf von Schauenburg, thut einen einen Feldzug nach Liefland * 41% Age Saxeſon , däniſcher Stathalter in Revel 78 von Aichſtädt, S. Jürgen, Albert , Herzog von Sachſen, Freiheiten, ſo er den rigiſchen Kaufleuten verſtattet 34 Albert , Biſchof von Riga , Bemühungen deſſel- ben zur Aufname von Liefland 7. legt ein Kloſter an 8. ſtiftet das Hoſpital S. Jürgen 14. Freibeiten, ſo ex vom römiſchen König Heinrich erhalten 14 bh). 15 verfaſſet ein Rit: ker - und Landrecht 23. Tod deſſelben 33 Albert, Erzbiſchof von Liefland, Banörief deſſelben wider die Strandkaper 52 2x. Exwälung deſ: ſelben zum Erzbiſchof 53. Verträge veſſelben anit dem Orden, der Stadt Riga und des Schlof- fes Gercicke wegen 54 vermittelt einen Stil- ſtand zwiſchen dem Orden und den Litthauern 58. Tod deſſelben 63 Albrecht, König in Schweden, Gefangenſchaft und Befreiung deſſelben I15.116 Albrecht, Herzog von Preuſſen - freundſchaftli- <e Erklärung deſſelben gegen den Orden in Liefland 251 Alenpois , wird dem Orden vom König von Dannemark abgetreten 51 Alexander , Groskönig von Nogarden, erobert Pleskow von dem Orden 46 Alexander, Biſchof von Dörpt, bleibt im Gefecht roider die Ruſſen ! 62 Alexander IV, Papſt, geſtehet den Rigiſchen eini- ge Vortheile zu . 0 0 Alexander, Grosfürſt zu Litthauen, Bündnis dex Liefländer mit demſelben 175 Allentaken , wird dem Ordensmeiſter unterwür- fig gemacht 4 a090 Alumbus, wird von Herman der ließjändiſchen Ritterſchaft abgetreten IF Ampoten, wird von den Ruſſen belagert 48. Stiſ- ter deſſclöen 49 Anno von Sangerhauſen, Herrmeiſter in Liefe land 56-57. wird zum Hochmeiſter des deut- ſihen Ordens berufen 57. Siege deſſelben über die Litthauer und ihre Bundsgenoſſen 6 € 3 DE (Graf von) unglückliches Schickſal deſſel- en 267 m) Areneborg, (Graf von) kömt Eberhard von Man- beim wider Gedimin zu Hülfe 93 Arnſtein, (Graf von) eiter von den liefländiſchen Feldzügern. 19 Arrentülle, wird den Brüdern von Erich VII zu Lehn gegeben n 69 Artig, was es für eine Münze geweſen +128 Aſcherade / wird von Weſkbard überfallen 39 iſs , Bedeutung dieſes Worts 20 Babat , wird der Stadt Riga zuerkant 182.173, von Bähr , Ulr, däniſcher Gevolmächtigter in Liefland 2532 Balduin, ein ſemgalliſcher Biſchof , erweitert die rigiſchen Stadtgrenzen 3* Balke, Herman, wird zum Herrmeiſter erwälet 38. 40% Glück deſſelben gegen die Ruſſen 44« 49. Tod deſſelben 47 Barnim , Herzog von Pommern, Abzug deſſelben aus Liefland I9 Barwin , Herr von Roſtock , giebt den Rigiſchen die Zolfreiheit 5“ ZBattus , Jac. Tod deſſelben 213 ZBauerrecht , liefländiſches 28:30 Bauerſprache7 S. Buurſprache Zauorduung , erſte rigiſche 69 ZBaurentumult in Liefland 997.98 Bernd, Zans, Gefängnis deſſelben 232 von Berenwich , Dietr, bringet die Grenzen der Stadt Riga in Richtigkeit 34 Berübard , Biſchof zu Dörpt , Schenkung deſ- ſelben an den Orden 47 c). Vergleich deſſel- ben mit dem Herrmeiſter Heinr, von Dumpes«- hagen 70 Berthold von Geſterreich , glückliche Gefechte deſſeiven mit den Litthauern 72 Bettbolz, Joh. Abgeordneter des revelſchen Raths an den Köttig Erich von Schweden 265 Biſchöfliche Titel, Beiſpiel ausſchweifender Ver- gröſſerung verſelben 183 8). 256 f) Biſchofschroni>, Nachricht von dieſem Buch 7 2%) von Blankenfeld 1 Job. Biſchof zu Revel 1839 wird zum Erzbiſchof von Niga erwälet 188. vom Adel in Verhaft genommen 189. Erledi- gung und Tod deſſelben 185 von Blomberg, Sigfried, Erzbiſchof von Ri- ga 108. Tod deſſelben 109 von Blomberg, (Baron) Verfaſſer einer englis ſchen Beſchreibung von Liefland 176* Zo0do von Hobenburg ! I3.14 ZoXoold, einr. einer von den Reformatoren zu Revel 185 Bonifacius IX, Forderungen deſſelben an den liefländiſchen Orden IIS von der Borg, Bernh, Herrmeiſter 153 - 163« wird abgeſeßt 3 f 1623 - » * Simon, Biſchof zu Revel 157 der Borge Tucht 164 Zorgholm wird von den Schweden einges nommen 268 Botel , Heinr. Ordensmarſchal, unglückliches Gefecht deſſelben gegen die Litthauer 2 Bredenbach , Tileman , Nachricht von ſeinen Buch Bellum livonicum 111" von Dreithauſen , Werner, Herrmeiſter 60. 6x Bremer , kommen nach Liefland 3.4 Briſman, Job. wird nach Riga verſchrieben 195 von Brüggene , Wennemar , Herrmeiſtey I13s9 118 von Zrüggeney,. Herman , Beſtätigung ſeinoy Landmarſchalwürde 202 2. herymeiſterliche Würde deſſelben 203. 205. Tod deſſelben 213 Zrüban , S. Berrhold von Oeſterreich Zruel, Bernh, pigiſchex Secretgxius 214 KYyy pP

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156 Bruno, Herrmeiſter Buchdruccer , erſter in Riga von Bucenvorde, Zeinr. Herrmeiſter 133. E Burchard von Zornbauſen, Herrmeiſter 57-59 Zuurſprache der Stadt Riga 109 %- von Buxthöveden, Reinhold, wird aus dem Biſtum Oeſel verdrengt 2026 205 70. 77 C. Canen , ein litthauiſches Schlos, wird von det Ordensbrüdern erobert 106 "Carls des 5 Diploma von den Vorrechten des Ordens in Liefland 196. Einige Briefe deſſelo ben zum Vortheil der Liefländer 216 Caſpar Linde, S. Linde. der groſſe Caſper 1 Name eines Thurms zu mn neburg S. Catbarinenkloſter in Riga Cautio Radziviliana prima Chriſterſon , Claes , Verrichtungen deſſelben i in Eſtland für die Krone Schweden 265. wird zum oberſten Feldmarſchal ernant 269 Chriſtian III, König von Dämemark, Vorſpra- pe deſſelben bey dem Czaar für vie 1.405 Chriſtoph, Erichs VII Bruder , wird von die ſem mit Eſtland belehnet Chriſtoph 11, König von GERNE verſchentt Eſtland an den Herzog Cnut 81.832 Chriſtoph, Herzog zu Meckienburg , wird zum Coadiutor des Stifts Riga ernant 217. 218. Gefangenſchaft deſſelben 221. Loslaſſung deſ: ſelben 226. nachmalige Schickſale en terelenſt, Geſchichte dieſes Ordens .: fe > (a: Mi wird von den Semgallern jerſtrt Clemens IV, vortheilhafte Anſtalt deſſelben für den Orden in Liefland Clodt , Joſt, Haupt einer revelſchen Geſandſchaft nach Dännetmark 242« mehrere Nachricht von or ihm 261 k) Clodtiſches Geſchlecht, einige Nachricht von demſelben 191* 261 k) Cnut, Porſe, Derzog von Holland 08 Seuhe Nachricht von ihm 2 f) Colniſche Er; 11,0] werden zu Beſchirmern. des deutſchens Ordens in Liefland ernant 79 Leun + Chriſtoph, polniſchey 585.4 N Liefland Conrad , Biſchof von Oeſel, Zwiſtigkeiten deſi bemnit dem Orden 74. vereinigt ſich WEL ſelbe 4f) Cruſe, Elerd, dörptiſcher Geſandter nach Nus: Culmias, wird zum Kloſter Gudwall gekauft jp Lurland , zwey Theile davon werden dem Orden eingeräumet 46- neuer Vertrag deshalb zwi- Eine Biſchof von Curlagnd und Eber 3] von Curland, ein Schlos, Stifter deſſelben 49. abel ) daſelbſt 4 Curländer, beidniſche , Vergleich derſelben mit der rigiſchen Kirche 33. Eintheilung ihres Landes unter den Orden und Biſchof 46. Un- Zip derſelben 47. 48» älteſte Mutt von denſelben 9d Cyſſe von Rutenberge , S. von Kutenberge Cöigaley, Anfürer des "rußiſchen Heers gegen die Lieflander 229 D. Daghoe, wipd von dem Sefe Padis ver- äuſſert 98 Regiſter der merkwürdigſten Sachen. Damerow, Johann, Unruhen wegen aner Wahl zum dörptiſchen Biſchof. Danhof, iſt an den König von Dännemark Ds pfändet 150 Danziger , plündern die Gegend von Oeſel 148 von Deden , Arnd, narviſcher Gevolmächtigter am rußiſchen Hofe eines Friedens wegen 231 Denov», wird vom Mindow der Orden ee Deutſcher Grden, wenn er geſtiftet worden 38 D Gebräuche bey der Wahl ſeiner Glieder und deren Verpflichtung 39. Generatkapitel deſ: ſelben zu Marienburg unter Conr. von Jungin- gen 119« bekomt ſeine Freiheiten von Leo den 10 beſtätigt 2 Diedrich, Biſchof von Wirland Diedrich , Biſchof zu Dörpt , Händel deſſelben mit dem Orden Dieterich, ein 1 efflänbiſiher Biſchof, Reiſe 7 ſelben nach Nom Dobbeſpne , ein jamogitiſches Schlos, wird M den Ordensvvikern zerſtöret 1% Dobblenſches Schlos , erbauet Dörpt , Unruhen, ſo Melchior Hoffman daſelbſt angerichtet 193. 194. Anſtalten der Stadt zur Beſchüßung der evangeliſchen Religion 202 mus dem Czaar einen Triöut erlegen 217« 226.233. Wird von den Ruſſen belagert 235. 236. ergiebt ſich an dieſelben. 2 38. wird des- halb von den Nigiſchen ſehr mitgenommen 240 Dörptiſche Ritterſchaft , Privilegien derſelben 208 von Drepleven, Burchard , Herrmeiſter 94-99 Drillen , was es für Leute ſeyn BE 427 Düne, ergieſt ſich or Dünemünde, Vertrag , ſo dex Abt Wilhelm dies ſes Kloſters halben mit der Stadt Riga errich- tet 58. 59. Lage deſſelben 68 *) wird von den Rigiſchen zerſtöret 162. wird von Pletten- berg beſeſtiget 175 von Dumpeshagen, einr. Herrmeiſtr 370 Durben , wird au Polen verſckt 25L E. Lberhard, Abt von Padis Ke&, LTricol. Händel deſſelbeh mit Dav. Sil, en 2 Kifland , verdorbener Name von Liefland 4 KEfowemünde , wird von dem Erzbiſchof Albers der rigiſchen Bürgerſchaft geſchenkt 63 Klert , Stathaltey in Revel 65 von Eltzen, Robin, Herrmeiſter 1097 113 Femaſcogt Flus , wird dem Orden abgetre- 16 finn, Biſchof von Surland, überläſt den es den das Schlos M Engelbert, aurländiſcher | Biſchof , wird von den Cuyen umgebracht .. Engelbert , Biſchof zu Dörpt 86+ wird Erze biſchof von Riga 94- ſtirbt 103 Erich, Raton zu Lincsping, ſchwediſcher Fe ter na Erich V, König 7 FAUN eigleids vb ſelben mit dem Biſchof zu Revel Erich VI, Den den Revelſchen Hülfsvölter ges en die Ruſſen zu 62. giebt den Rigiſchen in Pinem Reich die Zolfteiheit 64 Erich VI1, vortbeilhafte Geſinnung deſſelben ge- gen die Bürger zu Riga 72. Vergleichung deſſelben mit dem Orden wegen der Grenzſtrei- tigkeiten 79 Erich VII, befomt Eſtland 260, 261. 263. . Friedensſchlus deſſelben mit Rusland :G; EN A

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Regiſter der merkwürdigſten Sachen, Schußbrief deſſelben für Harrien, m; Jerwen und Revel 68 von Erlinghauſen , Ludw. preußiſcher Hoch» meiſter , beſtätigt die Handfeſte der Ritterſchaft von Harrien und Wirland 139. 140. Abfal der Ordensländer von demſelben 143» Ver- gleich deſſelben mit dem König Chriſtian von Dännemark 144? giebt dem Orden in Lief- land die oberherſchaftliche Gewalt über Eſt- land 1492. von Ermis, Lorenz, bleibt in einem Gefecht gegen die Ruſſen 259 Ernemod, erſter Biſchof. in Curland 12 Eſten, Altertümer und Sprache derſelben 10 H Eſtland , erſtes Lehhrecht deſſelben 10. wird vom Japſt dem König in Dannemark , Walde» mar, zugeſprochen 38. an denſelben vom Or» den abgetreten 40. 41. Erklärung der Ritter- ſchaft wegen der Abhänglichkeit dieſes Landes von Dännemark 74- wird von Erich VIl dem Derzog Chriſtoph zur Lehn gegeben 75. Ver» ertigung einer neuen Landordnung dieſes Stifts 76. es wird dem Biſchof Heinrich über- tragen 76- wird vom Chriſtoph 2 an dem Herzog Cnut verſchenkt 81.82. dem Orden abgetreten 92. Kaiſer Ludwigs Verordnung wegen des Beſikces deſſelben 93. es wird vom Waldemar anden Hochmeiſter HeinrichDuſemer verkauft 100. von demſelben dem Herrmeiſter Großwin von Hericke überlaſſen 100. PMiS- Helligkeiten zwiſchen dem Adel und der Bürger- fWaſt daſelbſt 206. ergiebt ſich an Schwe- 260. 262 Eſtländiſche RitterreHhte werden verbeſſert 79 Eſäländiſche Ritterſchaft, Verpflichtung der- felben an Chriſtoph 2 in Dannemarkb a einer Geldſchuld Eſiniſche Bauren, Einfürung einer Getraidaus lage derſelben 66 Evangeliſche Rehigion be ern] ME in Liefland vom Köni olen Lvenius, Sigiſim, er' 12 ettor des rebel Gymnaſä 78 S. Sabry , Dionyſ: Ordensſpndicus , reiſet nach vie gelobten Lande Fabricius , Dionyſ, Nachricht und Urtheil Gn ſeiner liefläntiſchen Geſchichte 4,7 Faden , ein liefländiſches Feldmaas 44 Salkenau , an der Embach , erbauet 34 von Fechten, Johann , wird zum Erzbiſchof - Riga erwalet 67. ſtirbt Segefener , ein Schlos in Harrien , wird von den Ruſſen verbrant 253. wird von den Da den eingenommen FSegeſa> , Thom, Bürgemeiſter zu Revel, Fi daſelbſt einen Tumult 206 Fellin , wird von den Rnſſen erobert 159 von Feuchtwangen, Conr. Herrmeiſter 66 Fiſchwebren in Liefland , Beſchreibung derſelben 16*) Ding erſter ſchwediſcher Gouverneur un SPANIEN bekommen die Kirche des h. 6: ſtes in Riga FSrande, Claus, dörptiſcher Geſandter air Rusland 226 Srauenburg, Erbauung dieſes Schloſſes 94 von Freden, Diedr. Probſt zu St. Jacob in Riga 108 Freitag, Job. S. Loringhof von Freymerſen , Wilb, Ordensmeiſter 107-109 A57 Friedrich 2 römiſcher Kaiſer , Freiheiten, ſo er dem liefländiſchen Orden verſtattet 19. 65 gebigkeit deſſelben gegen ſie Sriedrich 3 beſtätiget den liefländiſchen Städten ihre Privilegien 138- ertbeiſet den liefländio ſchen Ordensümeiſtern groſſe Vorrechte 160 Sriedrich, König von Dannemark, beſtätiget den Rigiſchen ihre Vorrechte in ſeinen Landen 201 Friedrich , Biſchof von Dörpt , Freiheiten, ſv er den lief- und eſtländiſchen Kaufleuten er- theilet 3. 64 Friedrich , Erzbiſchof von Riga 74. Bündnis deſſelben mit den Litthauern 84 bv). Tod deſſel- ben 194 von Fürſtenberg , Wilhelm, Hermeiſter 223 2c. Verpflichtungen deſſelben gegen die Stadt Rio ga 224 legt die Regierung nieder 247. ue gefangen nach Rusland gefüret von Syfbuſen , Srombold, Erzbiſchof von Rie 8a 102. Verklagt den Orden beim Papſt 105 Vergleich deſſelben mit dem Orden wegen der Stadt Riga 2c. 108. Tod deſſelben, ebend. von Salen, Job. bleibt in einem Gefecht dep die Ruſſen von Salen, Zinr. Herrmeiſter 215 bewert ſtelliget einen Frieden mit Rusland 2 17. ſchlägs Schweden ſeinen Beiſtand widir die Ruſſen ab 218. ſtirbt 222 s - - Sinrich, Comthur von Goldingen wird von den Ruſſen gefangen 256 Gedinim , König der Litthauer , vergebliche An- ſtalten zur Taufe deſſelben 83. Händel bf ben mit dem Orden Geiſtlichkeit in Liefland , Verordnung wegen be rer Kleiverkracht 128 von Geldern, Job. Superintendent von Reoel 269 Gelmuth, Claus, ergiebt ſich an die Ruſſen 235 Georg , Abt zu Padis , Verſorgung deſſelven NÖ Orden 48 Georg, Herzog von Braunſch. wird zum Voſtwie- ten von Riga vorgeſchlagen Gercicke, Vergleichung der Erzb. Alberts und ves Ordens über dieſes Schlos Gerbard , Graf von Holſtein, ſchenkt den iat ſchen die Zolfreibeit Gerlach, befördert die Vereinigung des Schwerdt« träger - und deutſchen Ordens 37. ebend. y) 83 Gerwen, wird dem Orden vom Könige von Dän- nemark abgetreten 51 Goldingen , Erbauung dieſes Schloſſes 45. eis nige Rechte deſſelben 87. Grenzſcheitung die- ſes Orts 105. erhält vom Arn. von Vietingho neue Vorrechte 106. die Rathmänner doſelb erhalten die Freiheit von den Bürgern Schos zu heben 108. tie Grenze der Stadt wird er- weitert 112« bekomt von Brüggeney neue Vorrechte 208. wird an Ruland verſeßt 251 Goswin von Aſchenberg, Zu eine biſchöfliche Geſandſchaft an den Pabſt 128 Sotbländiſch verbeſſert Recht 31. wird pe. Erzbiſchof Friedrich beſtätiget Goriſchenius , Pet. zweiter Rector des vevelſchen Gymnaſii Grand, Job. ſchlägt das rigiſche Erzbiſtum 7537 Z Graue Schweſtern von der dritten Regel Franciſci, Verordnung wegen der Aufnam der- ſelben 166 Gregorius XII], vereinigt den ES den mit dem deutſchen 9b) 40 TEN liefländiſche Chronik, Verbeſſerungen der elben Grubin , wird an Herzog Albrecht in Preuſſen verpfändet 248 App 8 2 von

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358 Regiſter der merkwürdigſten Sachen. von Grüningen, Dietr, wird zum Herrmeiſter des liefländiſchen Ordens vorgeſchlagen 38. Reo- gierung deſſelben 47 26- dankt von der Mei- fterſchaft ab 49« Vergleich zwiſchen; ihm Ee dem Erzbiſchof Sudwall , Bereicherung dieſes Kloſters von 4 König Erich in Dännemark 48. Nachricht von den Umſtänden dieſes Kloſters 48 b) Gurguſtia, S. Fiſchwehren. Guſtav 1, von Schweden, wird von den Lief» ländern um Hülfe wider die Ruſſen angeſpro» ben 244. Anforderungen deſſeiben an Ketts lern 249+ 250+ freundſchaſcliche Erbietungen deſſelben gegen die Liefländer wider die Ruſſen 259 5. Zabundi, Job. Erzbiſchof zu Riga 124 €. . deſſelben BDagerſche Güter in Jütland, Geſuch des Königs Carls von Schweden deshalb an dem ge; BSaken , Veſtimmung dieſes liefländiſchen Zild- maaſſes 43d 7 Sakenrichter Hatenſon, wird zum Schlosvogt zu eval vw MEN wird Volquin von dem B. glbert 3 4 Lehn gegeben IF Banſeeſtädte , Verordnungen derſelben 124 %. licfländiſche , bekomnten ihre Freiheiten vom König Chriſtoph in Dännemark beſtätiget 135 Hapſal, wird von dem Orden dem Biſchof von Oeſel weggenommen 77. von. Diedxy. Ipkül geplündert 112 Barrien, wird von Heinrich VII dem liefländi- ſchen Orden geſchenkt 22- die daſige Ritter- ſchafe bekomt vom König in Dännenark ihre Briefſchoften beſtätigt 79. wird dem Ordens- meiſter völlig unterwärfig genie 190, ie pörung der Bauren daſelbf Bartwig, Biſchof, von Deſel, Zwiſtigkeiten def ſelben mit dem Orden Zauptſchlag , eine "rußiſche Ehrenbegeugung Zaſenpot wird an Polen verſebk ie Halſe, Zach. einer von den Reformatoren zus Re- vel 9 „eiligenfeld, "Zeinrich , Probſt zu Riga, Uns ternemungen deſſelben gegen den Orden 162, Vergleich IGT mit dem Exzbiſchof ANE ildebran ebe R biſchöfliche Würde beſelben iu D Beinrich VvI1, römiſcher König , ſchenkt dem lief» ländiſchen Orden verſchiedene Länder 232 Heinrich , Biſchof von Revel , weihet das 5 ſter Padis ein Seinrich , Biſchof auf Oeſel , Vertrag deſſeln mit dem Herrmeiſter Herman Balke 41. vero ſtattet den Schiffen in ſeinem Hafen die Zol- freiheit 95. jämmerliches Ende deſſelben 112 'Beinrich von ZSeimburg , Herrmeiſter 46 Zeinrich , Herzog von Mecklenburg , türkiſche Gefangenſe ebaft und Befreiung deſſelben 55 e) Zelmet , Erbauung dieſes Schloſſes 60 von Helfenbach , Üartialis , Landcomthur von Samogitien, wird von den erg N mordet Zelms, Särge, Nachricht von ſeiner (iefändie ſchen Chronik 8*) von erike , Gofiwin, Dertmeiſſer 99 2; dankt von dieſer Würde ab 10f Berman, Biſchof zu Dörpt, Freiheiten, ſo ex vom römiſchen König Heinrich erhalten 143 15. verlegt den NEHER Sit nach Dörps 15« erbauet das Kloſrer Falfenau an der Embach 34. Tod deſſelben 34u) Herman, Biſchof zu Oefel, bekomt von Dunes mark das öſelſche und wykiſche Biſtum geſchenks 50 ebend.b) Herman von Weſel , Biſchof zu Dörpt 227 e) 5Zerman von Salze, Hochmeiſter des deutſchen Ordens, nimt den Schwerdtbrüderorden in denſelben auf 35-38 Zerrmeiſter in Liefland , erhalten von Friedrich 3 groſſe Vorrechte 160+ erhalten vom Carl 5 bie Regalien 208 von Herzogenſtein, Conr, Herrmeiſter 68 Zeuſchlöge , Vergleich zwiſchen der rigiſchen Rito key :uud Bürgerſchaft deshalb 94 ZSWDFSENS in Liefland 3* HZilchen, Dav. verbeſſert das liefländiſche Rittero yecht 23 p)» Nachrichten von ſeinen ZERE umſtänden 0) Zildebrand, Michael, Erzbiſchof von Riga % 3. ſtiftet einen Vergleich zwiſchen dem Ordens- meiſter und Schweden 166. Tod deſſelben 178 Zimming, Lrils, ſchwediſcher Geſandter nach Rusland 267 Hirren , was es für ein Volk geweſen 49 d) Hofmann, Welchior, Verwirrungen, ſo AIS p in Dörpt angerichtet „Zofman , Zacharias, kaiſerlicher Botſchafter nach Liefland 249 von Hovenbach , Bodo, Herrmeiſter 69.70 Zoltzſchuber , Georg, Kanzler von Dörpt 216. kluger Ratö deſſelben wegen des nötigen Vero haltens gegen die Ruſſen 228. wird von Für- ſtenbergen gefanglich eingezogen 240 Honorius 3, Papſt , Bulle deſſelben wegen der Rechte des liefländiſchen Ordens 21 H von Zornbguſen , S. Burchard „a6veſelle , wird an das Kloſter Padis verfaufe Kuldigungsbrief des Ordensmeiſters pP die Stadt Riga von Hurenhuſen , Job. Bevolmächtigter KE Grenzeinrichtung der Stadt Riga 34 (7 Jacob, ock von Oeſel, Vergleich des Ordens mit demſelben 75 Anm. 86 SE EEE in Riga, Volquins Streitigkeiten wegen des Jur. Patronatus bey derſelben 17 Jaczwingi , Nachricht von dieſem Volk 5793 Iaggello , König in Polen, Händel deſſelben mis weiten 113+ ſtehet demſelben gegen den Ora den bey Jaroslav, Fichtiets Vermächtnis deſſelben. in die Kirche zu Dörpt 47 Jecreſin , wo es gelegen 57*) Jerwen , wird von Heinrich VII dem Oiben it Liefland geſchenkt 22, demſelben von 481: mar abgetreten Jeſuiten , Abzug derſelben aus Riga 553 Jeſusbore , Erbamwnng dieſes Schloſſes ex. von Jo8Fe , Gerdt, Hermeiſter 6 28 Jodocus 53agenſtein , Biſchof von Deſel-* GT Jodocus von der Recke 1 Biſchof von FNFpE Johann, Herr von Mecklenburg , Freißeiten, [ derſelbe den Rigiſchen verſtattet Jobann , Graf von Holſtein , ſchenkt den Nigl ſchen die Zolfreibeit Johannes von Lünen, wird Erzbiſchof von Rie ga 63. Freiheiten, ſo er den rigiſchen Büro aer verſtgttet 64, Tod deſſelbetz 67z Iv

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Regiſter der merkwürdigſten Sachen Johannes von Fechten, Erzbiſchof von Riga 67« ſtirbt ; 70 Jobannes von Schwerin, Erzbiſchof von Ri- ga 70, Gefangenſchaft und Befreiung deſſel- ben 72. Tod deſſelben, ebend. obhann von Sitten, S. von Sintern ohann, Biſchof von Dörpt, ſchrenkt die Ge- walt des Ordens in feinem Stifte cin 105 Iſarnus, wird Erzbiſchof von Riga 72. ver- gleicht die Zwiſtigkeiten zwiſchen dem Orden und der Stadt Riga 7S Iſrgel Birgerſon , ſchwediſcher Reichsrath, ſtirbt 106 59.60 2296) Jürzen von Aichſtädt , Herrmeiſter Jürgen , ein wunderlicher SeparatiT S. Järgen , Hoſpital , Stiftung deſſelben 14 Jürgenskirche wird dem Orden angewieſen 17 S. Jürgenshof, wird von den Rigiſchen zerſtöret 76" die S. Jürgenbrüderſchaft in Riga 107* von Jungingen, Conr. Hochmeiſter des deut- ſchen Ordens 117, hält ein Generalkapitel zu Marien burg 119 3 s 7 = 5 Ulrich, Hocßmeiſier, wird von den Pohlen und Litthauern aufs Haupt geſchlä- Hen 121 Iwan Baſilcwitz, Einfal deſſelben in Gen 159. Herrſchaften, ſo derſelbe von Lieſland befommen 291 Iwoaogrod , wird von den Schweden in Brand geſtecft I 65 b) Ixtul, Diedr. plündert das Schlos Hapfal 112 A. Kalte , wird an das Kloſter Gudwall aekauft 48 Railis , wird zum Kloſter Gudwall gekauſt 48 Ranen, Joh. bauet die Stadt Revel weiter aus 77 Zapitelpforte zu Niga, Vergleich zwiſchen der Stadt und deim Kapitel darüber 78: Strei tigkeiten , ſo zwiſchen beiden darüber entſtanden 86 KRarkus, wird von den Ruſſett erobere 265 Karinemme , wird dem Kioſter Padis geſchenkt 81 Rgawoelecht , wird von den Ruſſen beſeßt 3235 Kegel, wird an Revel rerpfäandet 248 Kettler, Gotthard, wird zum Comthur zu Dü- neburg veſtellet 217. wirbt in Deutſchland Völker 218. Gefar deſſelben in einem Gefecht wider die Ruſſen 234. wird zu Wilh. von Fürſtenberg Coadjutor ernant 235 erobert das Schlos Ringen von den Ruſſen 243«+ ſucht ſich gegen dieſelben mit Polen zu verbinden 246« wird zum Herrmeiſter erwälet 247. nitnt von der Stadt Niga die Huldigung ein 253. frucht loſe Geſandfchaft deifelben nach Schweden um Hülfe wider'die Ruſſen 260+« Vorrechte , ſoer bey der Unterwerfung des Laitdes utter Polen erhalten 274. Retnisbrief deſſeiben 289 Kiek in de Röke, Erbauung dieſes revelſcheit Thurms 5.106) Kiewel , Joh, Biſchof zu Oeſel , Freiheitsbrief derſelben 189 Rieyfkut , Grosfürſt der Litthauer , doppelte Ge» fangenſchaft deſſelben 105 106 der Birchbolmitche Verträg 13726 wird vom Erzbiſchof Sylveſter getilget 143 Kniprode , Hochmeiſter des deutſchen Ordens 108 Knöpken , Andr. erſter Urheber der Reformatiott in Liefland : Zönig, Zudolph, preußiſcher Hochmeiſter 359 Rönigsberger, Händel dexſelben mit den Einwo- nern von Bethen 53 Rotenbanſen , wird den Hexrn von Tieſenbau- ſen abgenommen 11 Romet, Erſcheinung deſſelben im Jahr 1556« 218,21 Been Rrewitzen, alte Benennung der Ruſs en 37") Kroumhanſen, Joachim, narviſcher Botſchafter nach Rusland eines Friedens wegen 231. wird der Verräterey beſchuldiget 232 233 Krumme , Srils, ſchwediſcher Geſandter nach Rusland 267 Rülmet , Gehalt dieſes Maaſſes 66 d) Rarpſhe , Andrei, Anfürer der rußiſchen Völ- ker in Liefland , glücklicher Fortgang ſeiner Waſen 256 ZKyplabeſine , ein ſamogitiſches Schlos, wird von den Ordensvölkern zerſtöret 100 Ayrenpeb , ein Schlos, wird in Brand geſteckt 234 ZL. Kais, wird von den Ruſſen beſeßt 2 35. von Kett- lern vergeblich beſtürmet 249 „Kange, Job. einey von den Reformatoren zu Revel 189 Larſſon, Olof, ſchwediſcher Geſandſchaftsſecre» tair nach Rusland 267 Keale , wird Volquin von dem B. Albert zu Lehn gegeben 15. von Gerdt von Joke dem Bis- fchof von Oeſel weggenommen 477+ dem Or- den von dem Biſchof Joh. Vatelkanne abge- frefen 1509 KZebngüter , liefländiſche , verſchiedene Arten derjelben 146*) Zeichenſteine einiger Berrmeiſter 1734) 174 Zeipzig, Urſprung des. Namens dieſex Stadt 2 der Zemmbſelſche Vertrag 197 + Zettiſcher Bauerecid 32 ZLibau. in Curland , woher es ſo beiſſe 2 Zieftand , Urſprung ſeines Namens 1 23). Ent» deFung deſſeiben von den Bremern 3 - 5. daſts ges Feldnaas 43 d). Verſchiedenheit des lief ländiſchen Erzbiſiums von dem rigiſchen 53 *) groſſe Peſt und Hungersnot.daſelbſt 80 e). der daſige Handel wird mit Däntemark eingeriche fet 113. Bündnis der Lieflander mit Schwes den wider die Ruſſen 173. groſſe Peſt in dies ſem Lande 213. wird von allen Aögaben ans Reich frey geſprochen 214. unterwirſt ſich dem König von Polen 270 ?6s Kinde , Tajſpar, Erzbiſchof von Riga 179. löo ſet die von ſeinem Vorgänger verguſſerie Güe ter wieder ein 182, * Tod deſſelben 187 Zinkerländer 117 8) Zittharuer , Vortheile, ſo Dietr. von Grüningen über ſie erhalten 48. „ „werden vom Andreas von Stuckland gedemütiget 51. ſchlagen die Deutſehen in Curland 59. werden von Jür- gen von Yichſtadt aus Curland gejagt 59. 60« ſchlagen den Ottd von Rodenſtein 63. feblas gen den Hermeiſter Ernſt von 'Raßeburg &5. 66, Vereinigung derſeibeg mit dem Erzbise ſchof von Riga wider den Orden 71.72 Strei» fereien Terfelben in Eſtland 83. Friedens» ſcdlus derſelben mit den Eſtiändern 84. Eitt» fal derſelben in Semgallien und Liefland unter Burch. von Dreylewen 938. 99. Handel der'ele ben mit Cour. von Vietinghoff I18 Ziven , älteſte , Wonungen derſelben 4*). Spra- <he derſelben 10 d)- Regicerunggart derjeiben 184 . 14 41. 99 ' ZLochſtedt , Erbayung dieſer Feſtung 62 Yyyy von

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360 von Lode, Reinhold , Botſchafter der eſtniſchen Nitterſchaft an Kettlern 260 KLodhe , wird Volquin von dem B. Albert zur Lehngegeven 15. wird von Gerdt von Joke dem Biſchof zu Oeſel weggenommen 77. wird von den aufrürigen Bauren belagert 259 Zonsty , polniſcher Geſandter , ſchimpfliche Be- gegnung deſſeiben von den Liefländern 220 von Zoringhof, Joh. Freitag , Herrmeiſter 1639 173 KZucning , Hauptman unter den Ordensvölkern, Tod deſſelben 249 KZudwig, Marggraf von Brandenburg , bekomt Eſtland vom König Waldemar in Dännemark verſchrien | 93 Zudwig von Gettingen, Vicemeiſter des deut» fchen Ordens 35.38 Kübed>er , bekomt von Gottfr. von Rogga ein Handelsprivilegium 73 erneuern ihre Com- mercientractate mit Riga 216. Händel der» ſelben mit den Revelern 250 LZübiſches Recht , Einfürung deſſelben in Revel 206 von Lüdinghuſen , Zinr. übergiebt dem Herzog Magnus das Schlos Someburg 252 von Lünen , Joh. Erzbiſchof von Riga, S. Jo- hannes. von Lnnein , Jobamt, wird vom» Erzbiſchof zu Riga mit verſchiedenen Dörfern belenet 565 Kuſifer , Chriſtoph , Abgeordneter des dörpti»- ſchen Biſchofs an den rußiſchen Hof 230. wird von Fürſtenberg als ein Landesverräter in Berhaft genommen 240. elendes Ende deſſel: ben, ebend, nn. MWazgdeburgiſche Erzbiſchöfe werden zu Be- ſchirmern des Ordens in Liefland ernant 79 Magnus, König in Schweden, beſtätiget der Stadt Riga die Zolfreiheit in ſeinen Landen 62. 64- Schukßbrief deſſelben für. die rigiſchen Kaufleute 104 Magnus, Herzog von Holſtein, Ankunft und Anſprüche deſſelben in Liefland 251. 252. Ver» gleich deſſelben mitt Kettlern zu Pernau 254 0. 256 f). mus von den Ruſſen entweichen 258 Margaretha Sambirig, Königin von Dänne- Mark , Verordnungen derſelben wegen der Stadt Revel 60 WMarianerorden, Zeit der Stifturg deſſelben 38 a) Warienburg, Erbauung dieſes Schloſſes 94. Eroberung deſſelben vom Vitold 113. ergiebt ſich an die Ruſſen 250 Warienhauſen wird von dem Erzbiſchof Capar Linde iteu aufgebauet 179. 180 Marienthal, ein Brigittenkloſter bey Revel/ Stifcung deſſelden 120 Watrhias , däniſcher Reichsdroſte , bleibt in ei- nem Treffen gegen die Ruſſen 62 Waximilian , römiſcher Kaiſer , giebt dem Herr- meiſter Plettenberg auf drey Jahr die Zolge- rechtigkeit 177 Üe>k , Claes, Abgeordneter der eſtländiſchen Rieterſchaft an den König Erich von Schwe- den 264. wird von demſelben zum Ritter ge- macht 266 von Üeden , Conr. Herrneiſter 61.62 Weekiſche Samilie , Nachricht von derſelben 266 *) Weinel, Theilung dieſes Orts zwiſchen den Bie ſchof von Curland und den Orden 52. wird vom Biſchof Emund dem 'Orden ganz über- laſſen 69. wird an den Hochmeiſter Werner von Orzela abgetreten 87 WMemelſche Münze, Gültigkeit derſelben 52 Regiſter der merkwürdigſten Sachen. “von UFengden , Engelbr. vermeret das liefländi»- ſche Landrecht 23 » 7 » 2 -» Guſtav, Poeſien deſſelben 24"*) - - "1 7 = Johgnn, Herrmeiſter, Vergleich deſſelben mit dem Erzbiſchof Silveiſer 136 2. Bündnis deſſelben mit dem König Chriſtian von Dännemark 143. 146. ſpricht die Rit- terſchaft von Harrien und Wirland von allen Schaßzungen frey 146. Bündnis deſſelben mit dem Erzbiſchof Silveſter 147 ze ſeine Ordination zum curländiſchen Biſchof 147 *) WMenius, Friedr. Nachricht. von ſeinem Entwurf einer liefländiſchen Geſchichte 5.6. perſönliche Nachrichten von demſelben 7 Weſoythen, wird vom Walther von Norde> zerſtöret 64 Wetzenkälle , wird zum Kloſter Padis geſchentt 81 WMichgeliskloſter zu Revel , Nachricht von dem- ſelben 77 b) Wilde Sift in Riga, Stiftung derſelben 244. Witgu , erbauung des daſigen Schloſſes 93. wird von den Litthauern in Brand geſteckt 98 Wo>e , wird von Herman der Ritterſchaft ad» getreten 159. Abel , König von Daäannemark, begiebt ſich ſeiner Anſprüche darauf Fx ÜU3önche zu Falkenau , Liſt derſelben , ihre Ein- künfte zu vermeren 34 von UTönnichhauſen, Chriſtoph , beſeßt das Schlos zu Revel 242 Wollin , LTicol. erſter Buchdrucker in Riga 24 &13one , ein Theil davon ſchenkt der Orden dem Biſchof auf Oeſel 41 von &3onheim, Eberh. Herrmeiſter 87-54 Wünchbhauſen , Job. Biſchof von Oeſel , über- läſt ſein Stiſt dem Herzog Magnus 252 Münſker ( das Haus von) eine Giidenſtube in i3g 104 von Wänſter , Caſp. Landmarſchal 219 Münzen „«alte, fo in Fin- und Eſtland gefun- den worden ITTE! Wünzordnung der geiſtlichen und weltlichen Herrn von Liefland „I27 U3yndow, Händel deſſelben mit dem liefländi- chen Orden 47. 48«+ nimt das Chriſtentum an p1. Veranlaſſung dazu 51 d) Vermächt- nis deſſelben an den Orden 556. 57+ befriegt denſelben 61. wird meuchelmörderiſcher Wei- ſe ermordet 62 der S7ackende Brief 89 6. STartusky , Stanisl. polniſchex Abgeſandter an Kettlern 250 STarvg , wird dem liefländiſchen Orden verſchrie- ben 97. bekomt ein beſotideres Siegel und Wapen 127«+ wird von den Raſſen belagert 231. gehef an dieſelben über 232 STaruscewitz, LTicol, polniſcher Abgeſandter an Kettlern 250 STes , 2708 :c. Bedeutung dieſer Worte 43") Treuenhaus, gehet an die Ruſſen über 234 Treuermühlen wird vom Bitenes belagert 71x TTeubaus , wird vom Vitold erobert 813 Treuſtädt, Sranz, Nachricht und Urtheil von ſeiner lieflandiſchen Geſchichte * wa BEPANS, wird zum Biſchof von Riga erwä- et 33 TTicolaus , Abt zu Padis 98 TTienhus , wird von den Ruſſen belagert 11x LT7ogarden, freier Handel dahin angelegt 83+ wird vom Czaar Jwan Baſilewißs erobert 158» Nachricht von der Aufnam und Verfal des da- ſigen Handels | I58f) Torbe&X, Joh. bekomt eine Vicarie 2.5 vo

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Regiſter der: merkwürdigſten Sachen, Pernau , das alte, wird von den Samogiten zer- von LTorde&X , Walther , Herrmeiſter . 64 Zormegunde , wird dem Orden vom König von Dännemark abgetreten Fr Tormes, wird an das Kloſter Padis verkauft 81 G. Oberpahlen , wird von den Ruſſen beſeßt 235 Wertgen, was es für eine Münze ſey 30*) Geſel , wird dem Biſchof; Herman geſchenkt 50. wird vom König Chriſtoph in Dännemark in Schuß genommen 136 Oeſeler , Empörung und Demütigung derſelben von Andr. von Velwen 42. 43. bekommen vom Andr. von Stuckland neue Freiheiten 45 e). Unruhen derſelben werden vom Jürgen von Aichſtädt gedampft 60. ein gleiches geſchiehet von Gotfr. von Rogga 74 von Gldenboeum, Caſp. vertheidiget Weiſſen- ſtein gegen die Ruſſen 258. übergiebt Revel an die Schweden 263 Olgerod , Grosfürſt der Litthauer , wird vom Geoswin von Herike geſchlagen 99 Orden in Liefland, Verſamlung und gemeinſchaft» liche Schlüſſe deſſelben zu Dörpt 75. bekomt die Volmacht der Abſolution 116. bekomt vom Hochmeiſter Conr. von Jungingen ſeine Vor- rechte beſtätiget 117. 118. wird auf, der koſts nißiſchen Kirchenverſamlung verklagt 123. waä- let ſeine Meiſter ſelbſt ohne Zuziehung des Hochmeiſters 133. Vergleich zwiſchen demſel- ben und dem Erzbiſchof, wegen der Granzen ihrer Länder 134 bekomt von dem Hochmeis fter die oberherrliche Gewalt über gaanz EFland 148. 149. befomt vom Hochmeiſter das ſreie Wahlrecht 18 3. ſucht ſich mit dei; Reich wider die Ruſſen zu verbinden 216 Oſtrad , Biſchof, von Wirland 55 d) Otelg, wird dem Orden abgetreten 16 Otto , ein däniſcher Prinz, trit in den deutſchen Or- den I00 Ovela>&, Job. Vermächtnis deſſelben an die ri- giſche Stadtbibliothek 24 Overſch , Job. wird Verräterey gegen den Or- den halber hingerichtet 225 p. Padenewsky , polniſcher Gevolmächtigter in Liefland 251 Padis , neue Ausbauung dieſes Kloſters 80. kurx- ze Geſchichte deſſelben 79 d) Grenzen deſſelben werden von den Herrn von Scherenbe>k beſtimt. 95. Einweihung deſſelben 136. keit deſſelben 209. Anforderungen des Ordens an daſſelb2 248- wird von den Schweden ein» genommen 268 von der Palen , Joh. Befreiung deſſelben aus der Gefangenſchaft 222 Paſlagia , was es bedeute 20**) Paswaliſcher Vertrag zwiſchen Polen und Lief- land | 7224 Paternoſter , Geſtalt derſelben bey den Lieflandern 21I0 Pebalgen , wird vom Erzbiſchof Fromhold an Berthold von Tieſenhauſen verpfändet 105 Peperſa&, Job. Abgeordneter der Stadt Revel an den König Erich von Schweden 264 Pernau, erhält vom König von Schweden ein Handelsprivilegium 108. Landtag der Häu- pter von Lieffand daſelbſt unter Kettlern 2542. wird von den Schweden eingenommen 2656 gerichtbar - 361 ſtöret 4 6t Pernawer, zeinr. däniſcher Statthalter in Re- vel 78.79 Perniſps , wird zum Kloſter Gudwall gekauft 48 Peterskirche in Riga, Erbauung derſelben 119 ie Job. ſchwediſcher Geſandter nach Rus- an , 267 Philip , Biſchof von Raßeburg, Lebensgefar und Tod deſſelben 8. 9. Begräbnisort deſſelben | * 9c) Phrimer , Herrmeiſter 86 k) Pilten , Erbauer dieſes Schloſſes I2 Pleſtkow , die Stadt , wird von dem Orden er- obert 45. (das Fürſtentum ) wird zur Hälfte der rigiſchen Kirche vermacht 47- (die Stadt) wird von Otto von Rodenſtein belagert 63. von Gerdt vn Jocke erobert 77. von Eberh. vcn Monhein1 wieder zum Gehorſam gebracht 3 Pleſcower , werden von Conr. von Vietinghof geſchlagen 120. 121. Händel derſelben mit dem Biſchof. zu Dörpt 128 von Plettenberg, Wolther , wird zum Herr- meiſter erwälet 174. erhält einen Sieg über die Ruſſen 175. 176. bekomt vom Kaiſer drei- järige Zolgerechtigkeit 177. Patent derſelben über die Einung der Bauren zu NRevel 180 20« «. erneuert den Frieden mit den Ruſſen 184. bes komt die völlige Oberherſchaft über Wirland, Harrien und Aſlentaken 190. bekomt von Carl 5 ein Diploma über die Vorrechte des Ordens 195. Anſtalten deſſelben zur Beſchü- ßung der evangeliſchen Retigion 201. 202, Einrichtung deſſelben zur Beförderung der Han- delſchaft 204. Tod deſſelben 2 Polen, Bündnis derſelben mit den Liefländern ge- gen die en 225 Prediger » Schenkungen der Stadt Riga an di, “ 90,91 R. Radzivil, LTicol. polniſcher Bevolmächtigter in Liefland 251. bringt die Unterwerfung dieſes Landes unter Polen zu Stande 2702 Ragg , Bedeutung diefes lettiſchen Wirts 43*) von Ratzeburg, Ernſt, Herrmeiſter 6565. 66 Rawaldſon , Eric) , Gefangenſchaft deſſelben IF von der Recke , wird von dem Herrmeiſter Brüge pin zu ſeinem Coadjutor angenommen 211. errmeiſterliche Regierung deſſelben 214 Reimer , Herrmeitter des Ordens in Liefland 86 Redelings, Joh, Biſchof zu Revel , Streitigkei- ten deſſelben mit dem Abt zu Padis werden bei» gelegt 114 Revel , wird von Heinrich VIT dem liefländiſchen Orden geſchenkt 22. vom Papſt dem König von Dännemark zugeſprochen 38. bekonit von der Margaretha Sambiria die Münzgerech- tigkeit 60. die Domberrn des Stifts bekom- men die Freiheit, ſelbſt einen Biſchof zu wälen 64. die Abhaänglichkeit deſſelben von Lunden wird aufgehoben 64. wird vom Erich dem V1 beſchenkt 67. Stiftung des dafigen Gymnaſti 78.81. wird an den Marggraf. Ludwig von Brandenburg verſchenkt 92. wird dem Orx- denömeiſter zur Vormundſchaft übergeben 96. erhalt vom König von Schweden ein Handels- privilegium 108, bedenkliche Bürgſchaft , ſo ſie übernommen 115. 116. Theilnemung der- ſelben an der Reformation Lutheri 189. An- ſte>ende Seuche und Feuersbrunſt daſelbſt 199. gefarlicher Tnmult daſelbſt 206, abermalige Yppyp 2 Teuers-

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362 Fenerkbrunſt daſelbſt 217, das Stift wird auflich an den Herzog Magnus gebracht 252. ſucht bey Schweden Hälfe wider die Ruſſen 260 Revelſche Familien, alte g 85*) Riga , Urſprung des Namens dieſer Stadt 110*) Zeit der Erbauung derſelben 114 a). ſieer- Halten von den Pohlen und Ruſſen ein Handels- privileginm 23, erſte Anlegung einer Buch- druckerey daſelbſt 24. Stadtrecht derſelben 309.31. Grenze derſelben darch päpſtliche Be- volmächkigte beſtimt 34. dieſelben werden von Balduin erweitert 35. erſte Schiffart derſel» ben 41. Einwoner. werden in holſteiniſchen golfrey gemacht 50. wird zum Erzbiſtum ers hoben 53. vom Papſt Alexander IV mit ver- ſcpiedenen Freiheiten verſehen 54. Verträge derſelben mit Barwin, Herrn von Roſtock 55. bekomt von Schweden die Zolfreiheit 62- der daſige zeitliche Richter befomt das Recht, ſich einen Subſtituten zu ſeßen 64. Feuersbrunſt daſelbſt 89. wird von dent Erzbiſchof der Kron Dännemark ergeben 74 e). Irrungen zwiſchen dieſer „Stadt und dem Biſchof von Oe- ſel , Conrad 76. neue Vorrechte , ſo die Stadt vom Erzbiſchof Friedrich bekommen 78. allerley Zwiſtigkeiten zwiſchen der Stadt und der Geiſt- lichfeit 78 *), ſte wird von dep Zollieferung an Schweden freygeſprocßen 81. Belagerung ders ſelben von Eberhard von Monheim 78 2c. Er» gebung derſelben an dem Orden 909, Nacho richt von den Kirchen der Stadt 91*) Schuß» brief für die rigiſchen Kaufleute von Magno, K3nig in Schweden 104. die Stadt fomt wie» ver unter den Erzbiſchof 105.107. 108, über- nimt die Bürgſchaft für einen Waſfenſtilſtand Woldemars mit dea Hanſteſfadten 107. erhält vom König von Schweden ein Hgtidelsprivile- gium 108. Neuerung in der Klßojing des daſi- gen Erzbiſchoſ3 und ſeiner Fen Verren. 109. Einkünſte des Stifts 115 Zy die Ttich der Stadt mit Cyſſen von Ruten „--;zen Ers laſſung einer Abgabe 127. Vergleich derſelben nit Johann von Mengden 150. 151, bekomt neue Freiheiten von dem Heymeiſiey Bernhard von dev Borg 154. Friedrichs 3 und Sipti4 widerſprechende Befele wegen ihrer Oberherrn 160. Hätidel der Einiverer nit dem Herrmei- ſter Joy. Freitag von Loringhof 163, ſie bes Lommen vom Papſt Volwacht zu einer neuen Auflage 166. Einfürung der Reformation in dieſer Stadt 184 2c. uititerwirft ſich Pletten- bergen 193, Einziehung verſchiedener Klöſter daſelbſt 208. wird inden ſchmalkgidiſchen Bund mit aufgenommen 109 Rige , ein Flus in Liefland 110*) Ringen, wird von den Ruſſen beſest 235. dies ſe werden von Friedr, Völkerſain daraus veps trieben 242 Vitterrecht, rigiſches 23. Auszug daraus 25% Ritterſchaft, liefländiſcze , Vortheile ſo ihr der dörpliſche Biſchof Herman zugeſfanden 19. neues Privilegium , ſo ſie vom Erzbiſchof, Sil- veſter erhalten 145. lemſelſche Bereinigung derſelben wider den Vopfauf dex Güter 2. 187 2, Volmacht derſelbea für ihre Abgeſand- ten an den Köni3 von Polen dey dem Unter- werfungshande1 von Liefland 272 6. Rodenpois , Lage dieſer See . ee) von Rodenſtein , Otto, Herrmeiſter 62.63 von, Rogga , Gottfr. Herrmeiſter 71277 Ronneburg, wird von den Ordensyölfern in Brand geſteckt 2329 Negiſter der merkwürdigſten Sachen; Rotaleven, wird Volqyin von dem B. Alsext zur Lehn gegeben Ig Rupert , Comthur zu Vellin , hut eine Walfart nach dem gelobten Lande 178 von Rußdorf, Paul, Hochmeiſter des deutſchen Ordens ; dankt von dieſer Würde ab 1 240 125 Ruſſen, werden von Heinr, Balke geſchlagen. 44. 49- Händel derſelben mit Werner von Breithauſen 61. mit Otto von Rodenſtein 63, werden von Gerdt von Jocke zum Frieden ge- nötiget 77. „ Handelsvergleich zwiſHen ihnen und den Liefländern 125. vergeblicher Verſuch des Meiſters Vineke gegen dieſelben 135. Eins fälle derſelben in Lirfland unter Plettenberg 17 Zeitrechnung derſelben 177 d). Einfal derſel» ben in Harrien 253 von Rutenberge , Cpſſe, Herrmeiſter 226-228 S, Saccala, wird von Herman der liefländiſchen Ritterſchaft abgetreten IS Singe Job, liefländiſcher Ordensmarſchal, r 36 Samogiten, werden von Walther von Nordeck bezwungen 64. von Wennemax von Brüggene überfallen 117, ihr Land wird an den Or» den abgetreten 118. gefärlicher Aufſkand der- felben 119, ihr Land fält wieder an Litthauen 121+ reiben einen Haufen lieflänviſcher dem Hochmeiſter zu Hülfe geſchickten Völkor auf 15x Samoptben ſchenkt Myndoww dem Orden 57 von Sanenſchein , Eberb. Antheil deſſelben an der vorgehabten Abſeßung des Hochmeitſers Paul von Rusdorf I34+135 von Sangerhauſen, S. Anno, Schalowven, ſchenkt Mindow dem Orden Schall von Bell, Phil. und Werner , werden von den Ruſſen gefangen und hingerichtet 256. cdend, g) Scharenbe>e, Job. plündert das Schlos Hapfal ITS I Benning, Erzbiſchof von Rigas irbt 1257. 136 von Schgunerburg, Wilh, Herrmeiſtex 67 Scherf, eine liefländiſche Münze 128 Schlitte , Sans , rußiſcher Geſandter 240 Schmiedeman, Job. Abgeordneter des revel- ſchen Raths an den König Erich in Schweden 265, Schangell, Herrmeiſter 133.134 Schwarzer Pfennig, Gehalt dieſer Münze 317) Schwarze Säupter in Riga 107 *J Schweden, Bündnis der Liefländer mit denſel- ben wider die Ruſſen 173. . Schwerdtbrüderorden , wird mit dem deutſchen Orden vereiniget 35- 38 Schworben, was darunter zu verſtehen ſey 43*) Sclodo , gieift die Litthauer aa F> Scpren, was es für ein Volk geweſen 494) von Seine , Lberhard , Herrmeiſter 54756 Semgaller, werden von Volaquin geſchlagen 19. voi Conrad von Meden gedemüciget 61. von Wotther von Nordeck bezwungen 64. Händel deſſelben mit Conr. von Feuchtwangen 56. wers den von Conr. von Herzogen/fein geſchlagen 68 Semgailtien, ein Theil davon wird dem Orden eingeräumet 55b) Serwen, wird von den öſelſchen Biſchof dem Or- den geſchenft 43 Sicudel , wird zum Kloſter Gudwall gefauft 48 Sicborg, Chriſtoph , Vogt zu Candau , wird von den Ruſſen gefangen 256 Sieborg, Georg, Geſand haft deſſelben an den Kaiſep 2223). mehrere Nachricht von ihm a“. u) ies

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am Regiſter der mer'"würdigſten Sachen. Steburg , Caſp. wird wegen Uebergebung des Schloſſes Marienburg an die Ruſſen ins Ge- fängnis gelegt ] 250 Sigismund , römiſcher Kaiſer, nimt ſich des Liefländiſchen Ordens gegen die daſige Geifllich- keit an 125 Sigismund Anguſ?, König von Polen, Unter- handlungen deſſelben mit dem liefländiſchen Or- den 223. 224. 246. verbindet ſich mit demſel- ben gegen die Ruſſen 248. bekomt Liefland uns» ker ſeine Herfpaft 271 26. Privilegium, ſo er" den liefländiſchen Ständen ertheilet 277-288 von Sinten, Jobann, Erzbiſchof von Riza 109», Händel deſſelben mit dem Herrmeiſter Wenne- mar von Brüggene ' 114 Sirgal , Verbindungen deſſelben mit dem Herr- meiſter Robin von Elten IT32 Skergelo, Grosfürſt von Litthauen: I13 ) Sluck , verſchiedene Liefländer dieſes Namens 5 Sobolit, wird dem Orden abgetreten 16 Söſt (das Sat13 von) eine Gildenſtube in Riget 104 Soltrump , Joh. Stadtvogt zu Riga I48 der Sonebrief 88 2c. Sonncburg, Nachricht von der Erbauung die» ſes Schloſſes 98 gs). es wird dem Herzog Magnus von Holſtein eingeräumet 252 Sopbia , eine griechiſche Prineeßin , heiratet dei Czar Jvan Baſilewitß IF3-I54 Sotakele , wird Volquin von Alberto I zu Lehn gegeben If von Spanheim , Sifert Lander, Herrmeiſter 1239 126 ; 47 Stephan von Gruben , Erzbiſchof zut Riga 157. Tod deſſelben , | 161 Sernubycz, Barth. Beurtheilung ſeiner Beſchrei- bung von Liefland ' 5 von Strland , Andr, Herrmeiſtee Fo €, Splveſter Srobwaſſer , Erzviſchof von „Riga 136. Privilegium deſſelbei: für die Ritter - und Manſchaft zu Riga 145 21- FVündnis deſſel- ben mit dem Herrmeiſter Johann von Mengden 146 X. Zwiſtigkeiten deſſelben mit Bernhard von der Borg 156. Schickſale deſſeiben vor Erlangung der erzbiſchöflichen Würde 156 c) T. Tageleiſtung des liefländiſchen Adels zu Zum I Sternberg, erbäuet Tapiaw , Erbauung dieſer Feſtung 60 Tarweſt , wird von den Ruſſen erobert 159. 265 Tarwede , wird von den Litthauern erobert 98. wird von Walther von Nordeck zerftdret 4 Tater Cham, bietet Kettlern Hülfe wider die Ruſſen an 250 Taube , Georg , wird er “Poſſen 220 etmeier , Splveſker, einer von den erſkett wi 20: in Licfland , vornemſte Lebens- umſtände deſſelben I185-186.190 Tensky (Graf ) polniſcher Geſandter am ſchwedi- ſchen Hofe 267 Terpingorre, Kelar , rußiſcher Botſchafter an den dörptiſchen Biſchof 2 27. Verrichtungen deſs ſelben ' | 229 Thoraida , Nachricht von dieſem Zlus e8*) von Thulen, inr, Geſchenk deſſelben an Gott- hard Kettler ] 217 Thyle , Ant. Bürgemeiſter von Dörpt , herzhafte 5 Erklärung deſſelven bey der Belagerung dieſes Orts voy den Ruſſen 237 363 von Tieſenhauſen, Zeinr, bleibt in einem Treffen gegen die Litthauer 66 - 7 = s s. Joban, mus Kokenhauſen ab- treten. I1t6 „WME. Engelrecht und Peter , be- kommen das Recht der geſamten Hand 124 1 * * 9» 9 1 Fabian, wird als Geſandter nach Dätnemank geſchickt 243 Tiriger, wird dem rigiſchen Kapitel geſchenkt 155 Torchill, vortheilhafte Bewilligung des Königs Waldemar an denſelben 42. Schenkuna Kö» nig Erichs an denſclben L “ 48 Tor>, DiedericH, Herrmeiſter 122. 123 Tragereveere, wird an das Kloſter Padis ver- kauft a 81! Tramate, Anfürer der Samogiten, Händel deſs ſelben mit Werner von Breithauſen 61. er- mordet den Myndow 62| Trave, wird von Waldemar geſperret 41| Treider , UTatthi- wird auf Dav. Hilchens Bes fel erſchoſſen 24 U. Uggenois , wird dem Orden abgetreten 16 Ugri, wird zum Kloſter Gudwall gekauft 48 von Ungern, Georg, erhält einen Gnadenbrief von Carl 5 198 von Ungern , Jürgen , bleibt in einem Gefecht gegen die Ruſſen 259 von | Uvenbach, Wilh, Hochmeiſter des deutſchen rven [-] Urrechtſche Biſchöfe, werden zu Beſchirmetn des Ordens in Liefland ernant 73 rkül, Georg, Hauptman im Schlos Neuen» haus 234 - 7 - Jace. änd Otto, werden von den ſchwü- rigen J/ yen erſchlagen. 259 V. Vate 7 Job. Vergleich deſſelben mit dem Orden wegen Leale 159 Vellin, wird von den Ruſſen erobert 257 von Velven, Andr. demütiget die aufrürigen Deſeler 42.43- Ordensmeiſterſaft deſſelber/ Verpfändung, Vertrag, ſo deshalb zwiſchen der harriſchen und wiriſchen Ritterſchaft und den Revelſchen errichtet worden 99, Verord- nung der Revelſchen deshalb 170 Vicarien , liefländiſche , was es damit zu bedeu- ten habe 0) I917 von Vietinghof, Arn. Händel deſſelben 7 den Ruſſen 94+ wird zum Herrmeiſter des licflan- diſchen Ordens erwälet 205 - * * s s Conr, Herrmeiſter 1189 121 Vin>e von Oberbergen , Heidenrcich, wird zum Herrmeiſter des liefländiſchen Ordens er- nant 133. 134-136 Vinno , Herrmeiſter 12: 5.20 Viralienbrüder 117 Vithenes , Grosfürſt der Litthauer, Einfal deſſel- ben in Liefland 71 Vitold , Händel deſſelben mit dem Orden 113. hilft dem Erzbiſchof von Riga wider die Ruſs en 128 Völkerſam , Friedr. erhalt einige Vortbeile wi- der die Rüſſen 242. bleibt in einem Treffen gegen diejelbeit 245 Volkarſon, Volquins Abgeordneter an den Kai- ſer Friedrich 2. I9 Volquin , Herrmeiſter , 8 26. wird von dem Biſchof Albert mit einigen Ländern kelenet 15. vergeblicher Verſuch deſſelben , den Schwerdt? Shiz brüs

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364 Regiſter der merkwürdigſten Sachen brüderordet mit deim detſthen zu vereini- gen 33 Volſkinicxz, wird von den Litthaueryn zu ihrem Regenten erwälet 2 €) Lo, Wagithe, däniſcher Stadthalter in Revel 72 Waigele , wird vom Herman der liefiändiſchen Rirterſchaft abgetreten 15. Adel , König von 200 begiebt ſich ſeiner Anſprüche il Waldeinar / König von Daännenark , Vergleich deſſelben mit dem licfländiſchen Orden 40 U+ geſtehe dem revelſchen Biſchof neue 5065 zoaldemar, König in Schweden , beſtätiget den Rigiſchen die Zolfreiheit Waldkird», Balzer, wird zum dörptiſchen Bi ſchof vorgeſchlagen 2% von auſſerordentlichex Gröſſe, gefan 0oß8 NE “Her Rezes, wivd errichtet 126. as pon Wallenrode, Joh Erzbiſchof von Riga 115. - Verrichtungen deſſelben auf der Coſtni- ze Kircherverſamlung 122. wird Biſiwof zu üttich und ſtirbt 24 Wattele , wird an das loſtexy Padis ver kauft von Wedbergen, Bruno, wird als Geſandter nach Dännemark geſchickt 242. die Wedde, wird der Stadt Riga ertheilet 158 der Weinbrief , Verfertigung deſſ?lben 158 Weiſſenſtein, vergeblicger Berſuch der Ruſſen darauf 258 Wenden , wird von Plettenbergen befeſtiget 175 von den Ruſſen erobert 265 Werbe& , wird von den Cojaßbi n errumpelt 235 Werner von Urſula, Urheber eik-. 406% von Getetzen des deatſchen Ordens 1134 Weſenberg, wird dem Oxrdensmeitker zur Vor- DundſtiEE übergeben 96. wird von den Ne fen beſeßt Vpeſtvard, Handel deſſelbett mit den Deutſchen in Lirfand 39 von Weſtphalen , Andr. Herrmeiſter 63.64 Wieborg, Händel zwiſchen dieſer Stadt und vu vel werden beigelegt Wilbelm , Biſchof von Modena , wein er 57 Liefland 'gekommen 6. 7« Verrichtungen deſſel- Hen darinnen 17. Verordnung deſſelben wegen der Streitigkeiten der Cleriſey und des Ordens 20 26 Einrichtung deſſelben wegen Curland 46 Wilhelm, Marggraf von Brandenburg , ver- gebliches Geſuce deſſelben um die Coadjutur zu Riga 189« Anzug deſſeiben in Liefland 197. Schwierigkeiten gegen die Aufnam deſſelbet 201. nimtdie biſchöfliche Würde zu Oeſei a13 202. Vergleich deſſilbey mit den Lieffandiſchen Ständen der Religion halber 203. 204. mus Retnholden von Buxthöveden weichen 205. geräth in Verdacht der Landesverrätherey 21 9: Gefangenſchaft deſſelben 221. Erledigung def ſelben 226 Windau , wird an Polen verſekt 251 Wiriſche Bi <höfe, wo ſteihren Siß gehabt 55 d) Winter , Job. Botſchafter der Stadt Revel an Kettlern 260 26. W.rland, wird von Heirrich VIl dem liefländi» ſchen Orden Geſchenkt 22. wird dem Ordens- meiſter völlig unterwürfig gemacht 190 Winbyer , Zwiſtigkeiten derſelben mit den Eſt» ländern 71 Wisbyer Seerecht 330 Woidat , ein litthauiſcher Prinz, wird von den Ordensbrüdern gefangen genommen 106 Woldemar der dritte , König in Dännemark 93 tf). Reiſe deſſelben nach Eiland und da? ſelsſt getroffene Anſtalten 97. Uuszug aus eimige!: Briefen deſſeiben 97 e)» Reiſe deſſelben nach Preuſſen und dem getobten Lande , 102 Woldemariſches Lehnrecht 11€).12 Wolmar , Gefangenſchaft eines Theils der daſi» gen Büraerſchaft bey den Ruſſen 258. die Stadt wird von den Ruſſen erobert 265 Wolmerſche Abſprache 167% Wolmericher Landtag. vom TJ. 1545 210 Woltbus von Serſen, Zohan, Hertmeiſter in Lieſland 152 Wonei, wird zum Kloſter Budwall ackauft 48 Wrangel, Alheit, Aetnßin des Magdalenenkloa ſters zu Riga 214 Yorangel, Moritz, Biſvbof von Revel, vero kauft ſein Stift an den H-rzog Maanus 252 die rWyFX, wird Volzuin von dem B. Albert zu Lehn gegeben 17. wird dem Biſctof Herman vom König in Dännrmark geſchenkt 50 Eins fal der Ruſſen in dieſelbe 258« Empörung dex Bauren daſelbſt 259 X. Xalemachie, wird zum Kloſter, Gudwall gekauft "2 Z 4. Jaber , Wolfgattg, ſtirbt auf dem Wege 0 Rußland Jelag, ein ſamogitiſdes Schlos, wird von 37 Ordensvölkern zerſtöret 100 R SER, 1 Anfürer der Liefländer gegen die 7 thauer Zoll , wird den nach Lieffand handelnden Raufs leuten erlaſſen 65 Justi, rußiſcher Feldherr , erobert Dörpt 238% In der Vorrede S. 5 Anm. *) Z, 1 mus anſtat 1553 geleſen werden 1663. S. 63 beim Jahr 1379 anſtat Benraberg, Braunsberg. S. 326 beim Jahr 1555 anſtat Geftl und Deutſchland , Geſel und Curland.

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Der Liefländischen Chronik Andrer Theil: Von Liefland unter seinen Herren Meistern, in: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil: Von Liefland unter seinen Herren Meistern, 379 Scanseiten; Einzelseitenbelege im Text, 1753

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Der Liefländischen Chronik Andrer Theil: Von Liefland unter seinen Herren Meistern, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/orden-liefland-unter-herren-meistern-arndt-1753/textzeugen/orden-liefland-unter-herren-meistern-arndt-1753-volltext