In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Anstatt der Thürme, die gefallen, Der muntern Städte, die verbrannt, Siehst du die weißen Fahnen wallen Von rauher Lager Zeltenwand. Die blanken Glieder der Musketen Erstehen statt der Silbersaat; Statt goldner Aerntewagen treten Der Reiter Reih’n der Gaue Pfad.
Statt Glockentons zu frommem Flehen, Erschallt die Trommel zu dem Streit. Der schwarze Wald von seinen Höhen, Er trauert um des Landes Leid; Es steht der Held am Eichenbaume Vor reichgeschmücktem Führerschwarm, Und streckt nach seinem Siegesraume Den Feldherrnstab mit stolzem Arm.
So weit des Helden Augen reichen, Kein Feindeshaupt bis an den Rhein; Sie stäubten hin vor seinen Streichen Und Teutschlands Paradies ist sein. Er hebt in seines Ruhms Gedanken Die Stirne freudig himmelan;
Der Thränen Millionen sanken, Damit ein Stolzer lächeln kann. Fällst du so willig, teutsche Ehre, Verbirgst dein Volk in Wald und Schlucht, Mit Weibergrimm und feiger Zähre? hat dich dein Gott im Zorn verflucht? Dir stehn allein noch deine Eichen, Zerschlagen liegt dein treuer Heerd. Doch deines Baumes Schatten reichen Ein Throndach Dem, der dich entehrt.
Horch, wie es dröhnt im greisen Aste! Den Fluch im tausendjähr’gen Arm Schlägt er herab nach seinem Gaste, Gibt ihm den Tod für Schmach und Harm. Des Helden Stirne liegt zerbrochen; – Bald bricht, o Volk, dein fremdes Joch! Es hat dein alter Gott gesprochen Im Braußen deiner Eichen noch.