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Badisches Sagen-Buch II

Das alte Schloß zu Baden

1 Min. Lesezeit· Max von Schenkendorf, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Oft, wenn im wunderbaren Schimmer Des Schlosses Trümmer vor mir stehn Im Sonnenschein, glaub’ ich noch immer In seiner Jugend es zu sehn. Mit seinen Mauern, seinen Zinnen, Fern leuchtend in das freie Thal; Der Helden starke Kraft von innen Sich labend bei dem Rittermahl.

02

Dann klingts um mich wie ferne Stimmen, Ich fühl’ ein geisterhaftes Wehn, Fort treibt es mich hinanzuklimmen Einsam zu jenen Felsenhöhn.

03

Doch oben Alles ganz zerfallen, Der Epheu schlingt sich um den Stein, Und in den offnen Fürstenhallen Spielt Waldesgrün mit Sonnenschein.

04

Das nehm’ ich an zum guten Zeichen, Zum Trost in dieser Gegenwart, Daß auf den Trümmern, auf den Leichen Sich Himmel noch und Erde paart. Ein beßres Haus soll sich erheben, Gebaut auf alten, festen Grund, Und frische Liebe, frisches Leben Gedeihn im freien teutschen Bund!

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Quelle zitieren

Das alte Schloß zu Baden, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 83, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Das alte Schloß zu Baden, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/das-alte-schloss-zu-baden/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-083-das-alte-schloss-zu-baden