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Badisches Sagen-Buch II

Der falsche Eid

1 Min. Lesezeit· August Kopisch, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

In Schönau steht der Bauer vor Gericht: „Ist deinen Mündeln dieser Acker nicht?“ Sein Schwur ist falsch!

02

„Laß ab die Hand von fremdem Gut, Denn fremdes Gut gedeiht nicht gut!“ Sein Schwur ist falsch!

03

„Dich rührt nicht das Wimmern der Kindlein klein? Der Acker ist ihnen, er ist nicht dein!“ Sein Schwur ist falsch! „O heb’ nicht zum Schwur empor die Hand, O schwöre nicht falsch um ein klein Stück Land!“ Sein Schwur ist falsch!

04

Ihn rührt nicht das Wimmern der Kindlein klein, Er schwöret zu Gott: „Der Acker ist mein!“ Sein Schwur ist falsch! „Zu Füßen öffnet sich dir der Grund, Und du versinkst in den klaffenden Schlund!“ Sein Schwur ist falsch!

05

Ihn rührt nicht das Wimmern der Kindlein klein, Er schwöret zu Gott: „Der Acker ist mein!“ Sein Schwur ist falsch!

06

Da klafft die Erde und schlingt ihn hinab, Nur oben bleiben die Schuh und der Stab. – Sein Schwur war falsch!

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Quelle zitieren

Der falsche Eid, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 292, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Der falsche Eid, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/der-falsche-eid/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-292-der-falsche-eid