In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Im Schooß des Kaiserstuhles Da haust ein alter Mann; Entsteigt er seinem Grunde, So macht er froh die Runde Mit einer goldnen Kann’. Lockt ihn die gute Laune, Geht er von Haus zu Haus Und schenkt aus seinem Keller Den besten Muskateller Und andre Weinchen aus. Gern thut er damit laben Mann, Weib und Knecht und Kind, Und hat die größte Freude, Wenn rings die lieben Leute Recht tonnetrunken sind. Der alte Kellermeister Hat auch ’ne alte Frau, Die haust von ihm geschieden, Doch stets in Zucht und Frieden, Da drunten in dem Gau. Die Frau führt einen Wagen Schwer voll von Haus zu Haus, Mit goldnen Kornes Schwaden Und Früchten reichbeladen Und theilt rings davon aus. Doch einmal nur im Jahre Erblickt man ihn und sie;
Bald kommt sie reich an Segen, Bald ärmer dir entgegen Doch ohne Gaben nie. Der Mann, das ist Herr Bacchus Und Ceres heißt die Frau; Wohin das Pärchen walle, Da fliehn die Sorgen alle Vom Kaiserstuhles Gau.