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Badisches Sagen-Buch II

Des Affenthalers Ursprung

2 Min. Lesezeit· August Schnezler, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

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Als einst von Rom der Siegeswaffenstrahler Zum erstenmal kam an den Rhein, Da gab’s noch keine Spur vom Affenthaler, Noch anderm Alemann’schen Wein. Der brave Kaiser Probus war der erste Weinpflanzer in der Oos Revier;

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Denn er fand nie Geschmack am Saft der Gerste, Geschweig’ denn an altteutschem Bier.

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Er hätte gern den ganzen Erdenglobus Mit Einem Weinzelt überrankt; Drum sey dem wackern Nagelprober Probus Mit lautem Lebehoch gedankt! –

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Der Kaiser hielt ein Dutzend Lieblingsaffen; – Doch nicht genug in strenger Zucht; Drum fraßen eines Tages die Schlaraffen Ihm seine schönste Rebenfrucht.

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Zur Züchtigung für solcher Naschgier Sünden Ließ derb er durchkarbatschen sie; Fluggs da beschloßen sie, nun selbst zu gründen ’ne eigne Weinbaukolonie. Sie flüchteten mit Setzlingen von Reben Sich in ein sonnig Nachbarthal; Das sah man bald verlockend sich durchweben Mit Purpurtrauben ohne Zahl. Dort schwelgten sie bei Obst und süßem Moste Von Morgens früh zur tiefen Nacht, Bis einst von einem teutschen Winterfroste Sie Alle wurden umgebracht. –

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Doch ihre Geister gehn seitdem im Thale Und in der Nachbarschaft umher, Und führen oft den Zecher vom Pokale Irrlichterisch die Kreuz und Quer.

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Wer ist so sehr der Kirchenwaffen Meister, Daß solchen Spuck er bannen kann? Versucht hat’s Mancher schon – die Affengeister, Sie hielten bald ihn selbst im Bann.

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Quelle zitieren

Des Affenthalers Ursprung, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 62, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Des Affenthalers Ursprung, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/des-affenthalers-ursprung/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-062-des-affenthalers-ursprung