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Badisches Sagen-Buch II

Die böse Müllerin von Zell

1 Min. Lesezeit· Unbekannt, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

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Zu Zell im Abts-Stab lebte vor Zeiten eine reiche und böse Müllerin. Sie gab den Armen kein Stücklein Brot und brachte manche Leute durch Processe um Hab und Gut; sie haßte die Geistlichen, besuchte niemals die Kirche und starb eines plötzlichen Todes. Da ging sie nun als Geist um in ihrer Mühle, bis die Leute zuletzt einen Pater kommen ließen, der des Geisterbeschwörens kundig war. Der bannte die Müllerin in einen Sack und trug ihn auf die Yburg. Lange Zeit hörte man dort ihre Klage; sie rief Tag und Nacht: „Ich bin die Müllerin von Zell!“ – Seitdem aber der Blitz in die Burg geschlagen und den einen Thurm gespalten hat, ist der Geist verstummt, wie die anderen auch, die dort oben ihr Wesen trieben.

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Quelle zitieren

Die böse Müllerin von Zell, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 123, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die böse Müllerin von Zell, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-boese-muellerin-von-zell/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-123-die-boese-muellerin-von-zell