Zum Archiv
Zitieren

Badisches Sagen-Buch II

Die Hauenebersteiner Glocke

1 Min. Lesezeit· Unbekannt, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

In der Nähe des Dorfes Haueneberstein ward vor Zeiten von Wildebern eine Glocke am Ufer des Eberbaches aus dem Boden gewühlt. Die Dorfbewohner fanden sie und hängten sie in ihren Kirchenthurm. Als sie geläutet wurde, war ihr Klang so hell und stark, daß man ihn zwölf Stunden weit, in Straßburg, hörte. Nun wollten die Straßburger gerne dieselbe haben und boten dafür so viele Thaler, als sich von der Glocke oben im Thurme bis an die Banngrenze des Dorfes, in einer zusammenhängenden Reihe, würden legen lassen. Die Hauenebersteiner gingen jedoch den Handel nicht ein, und um ihre Glocke desto sicherer zu behalten, dämpften sie durch einen hineingeschlagenen Nagel deren Klang. So blieb ihnen dieselbe noch lange, bis solche zuletzt im Kriege durch die Franzosen zerstört wurde.

Für deine Recherche

Quelle zitieren

Die Hauenebersteiner Glocke, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 116, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die Hauenebersteiner Glocke, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-hauenebersteiner-glocke/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-116-die-hauenebersteiner-glocke