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Badisches Sagen-Buch II

Die Jungfrau auf der Burg Windeck

1 Min. Lesezeit· Alois Wilhelm Schreiber, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Es stehn zwei alte Thürme Hoch unter Schutt und Graus, Der Berggeist und die Stürme Die ziehn da ein und aus. Durch den zerfallnen Bogen Stieg ich als Knab’ hinan; Die wilden Blumen zogen Mich wunderbarlich an.

02

Da trat aus dem Gemäuer Ein zartes Jungfräulein, Sie sah im weißen Schleier Fast wie ein Engel drein.

03

Sie trug aus grünen Weiden Ein Körblein in der Hand, Sie pflückte Moos und Heiden, Und was sie sonst noch fand.

04

Da rief es aus dem Boden – Sie wurde lilienbleich Und sprach: „Nur still ihr Todten, Nur still, ich komme gleich!“ Die weise Heiderose Die steckte sie ins Haar, Die Dolden und die Moose Bot freundlich ihm sie dar. Mich überlief ein Schauer, Ich wurde heiß und kalt; Schnell an der Epheumauer Verschwand jetzt die Gestalt.

05

Das Bild ist mir geblieben, Noch seh ich sie vor mir! Ach könnt’ ein Schatten lieben, Ich gieng’ alsbald zu ihr!

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Quelle zitieren

Die Jungfrau auf der Burg Windeck, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 64, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die Jungfrau auf der Burg Windeck, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-jungfrau-auf-der-burg-windeck/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-064-die-jungfrau-auf-der-burg-windeck