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Badisches Sagen-Buch II

Die Klosterruine zu Seebach

1 Min. Lesezeit· Friedrich Ernst, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Von des Lebens lauter Straße Lag geschieden Hier in Frieden Eine heilige Oase. Stille Wohnung frommer Nonnen Stand im Schirme Heil’ger Thürme An des Thales klarem Bronnen.

02

Bei des Glöckleins hellem Klange Sie erschienen Gott zu dienen Mit Gebet und mit Gesange.

03

Einst doch weinte eine Nonne Hier oft Thränen, Und ihr Sehnen Wußten Zelle, Mond und Sonne.

04

Eine Taube kam geflogen, Trug im Munde Todeskunde Dessen, dem sie war gewogen: Trennungsweh’ zog hin den Lieben Zu dem Heere – Auf der Ehre Feld ist er geblieben; Und noch dacht’ er sterbend ihrer Bitter leidend; – Klage meidend, Beugt sie sich dem Weltregierer.

05

Und ob ihres Ordens Pflege Bald erblühte Dem Gemüthe Ruh’ im heiligen Gehege. –

06

Der Zerstörung längst zum Raube Ward die Halle, Und sie Alle Sind vermählet auch dem Staube.

07

Und der Epich am Gemäuer Grünt noch immer, Aber nimmer Schlägt ihr Herz im Todesschleier. Nur in sanften Maienlüften Wehen linde Noch als Winde Seufzer aus den mooes’gen Grüften.

08

Und im Gipfel alter Bäume Flüstert leise Noch die Weise Ihres Liebs und ihrer Träume.

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Quelle zitieren

Die Klosterruine zu Seebach, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 32, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die Klosterruine zu Seebach, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-klosterruine-zu-seebach/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-032-die-klosterruine-zu-seebach