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Badisches Sagen-Buch II

Die zwei letzten Burgherren

1 Min. Lesezeit· Unbekannt, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

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Die letzten Sprossen der Familie von Windeck waren zwei Brüder, die sich aus Geiz nie verheiratheten, und überhaupt auf Alles, woran ein gewöhnliches Menschenkind Lust und Freude findet, verzichtet hatten. Eine einzige Gesellschafterin war im Schlosse, welche ihnen dessen leere Hallen etwas beleben half, nämlich eine Meise, die sie täglich, trotz ihres Geizes, mit einer ganzen Nuß regalirten. Eines Tages jedoch erwogen sie, welcher entsetzlichen Anzahl von Nüssen sie das Jahr hindurch zum Unterhalte des kleinen Lieblings bedürften, und der Schrecken über diese arge Verschwendung wirkte so stark auf ihr Gemüth, daß sie nicht allein das halbverhungerte Thierlein sofort zum Fenster hinaus fliegen ließen, sondern am folgenden Tage, zur Freude der Stadt Weinheim, aus Gram über die verschwendeten Nüsse, des Todes verblichen.

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Quelle zitieren

Die zwei letzten Burgherren, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 250, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Die zwei letzten Burgherren, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/die-zwei-letzten-burgherren/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-250-die-zwei-letzten-burgherren