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Badisches Sagen-Buch I

Friedrich von Baden

3 Min. Lesezeit· Karl Philipp Conz, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Wo Zähringens Burg zum Himmel strebt, Vom Ruhm der Ahnen hehr umschwebt, Da weilt so gern Des Nachts ein Stern; Der Stern, er blickt so thränenschwer, Ihm neigen sich Sterne rings umher.

02

Und über dem Stern ein Heldenbild! Des Jünglings Arm hält einen Schild; Des Schildes Feld Ist weiß erhellt, Drin steht geschrieben, wie Blut so roth: „Die Treue halt’ ich bis in den Tod!“

03

Das ist des edlen Friedrichs Bild, Das ist der Freundestreue Schild, Den Ruhm, der Schlacht Und Ehre bewacht, Seit in der Jugend Morgenroth Den Bund er schloß auf Noth und Tod.

04

O! als er auszog in das Feld, Das Herz von Hoffnung kühn geschwellt, Wie manches Ach Folgt ihm jetzt nach! Wie manche Wolke trat herein Um lichter Augen Sonnenschein! Des Hofes Blumen traurig stehn; Die Mutter will vor Gram vergehn, Der Ahnung Schmerz Zerreißt ihr Herz; Doch festen Sinns für Konradin Sehn Alle Friedrichs Seele glühn. Der kecke Wurf, er ist gewagt. Der Muth des Rechts, der Ehre Macht Reißt stürmend fort Von Ort zu Ort Des Banners freudekühnen Lauf; Der kleine Hauf schwillt wachsend auf.

05

Das schöne Land, schon liegt es da; „Willkomm!“ schallts durch Italia; Mit Huldigung Naht Alt und Jung; Dem Heerzug öffnen feierlich Der alten Roma Pforten sich.

06

Bei Saitenspiel und Paukenklang Welch herrlicher Triumphempfang! Die Tücher wehn Von Höhn zu Höhn, Und frische Blumenketten ziehn Von Haus zu Haus sich duftend hin.

07

Balkon und Dächer angefüllt, Und ob dem Tyndaridenbild, Wo Held und Held Zum Freund gesellt,

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Wie weilt voll süßer Rührung nicht Der zarten Frauen Huldgesicht! Jetzt bricht sie los, die kühne Schlacht! Der Sieg, treu auf das Recht bedacht, Hilft teutschem Arm; Der Söldner Schwarm Kehrt vor der Helden Schwert und Blick Geschlagen sich zur Flucht zurück. Weh! wie sich wendet eine Hand, So dreht sich auch des Glückes Stand. Trau, Teutscher, nicht, Wo Wälschmann ficht! Gespannt hat schon sein Netz Verrath, Zur Rettung ist es schon zu spat. –

09

In armer Tracht, am Meeresstrand, Wer irret dort? – Beut goldnes Pfand Um schnelle Fahrt! Denn nimmer spart Verrath jetzt neue Mordgefahr; O fleuch, du treues Bruderpaar!

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Fort müssen sie gefangen ziehn, Und Alles hin, und Alles hin! Erloschen fern Der letzte Stern! Dem Glücke folgt der wälsche Sinn; Nur Einen Freund hat Conradin!

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Das ist des treuen Friedrichs Haupt, Und ob es auch die Mordart raubt: Er stirbt vereint Mit seinem Freund, Ein Märtyrer des edeln Ruhms, Des Rechts, der Treu, des Heldenthums. O solches Mordes ewger Schmach Verhülle sich der Ehre Tag!

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Mit blutgem Stift Sey ihre Schrift Geschrieben in der Zeiten Buch, Und hänge sich an sie der Fluch! Dich aber, Badens junger Held! Verherrlicht noch das Sternenfeld. Mit Conradin Wird ewig blühn Dein Name durch die fernste Zeit, Und Herzen mahnen weit und breit.

13

Wo Zähring’s Burg gen Himmel strebt, Vom Ruhm der Ahnen her umschwebt, Da weilt so gern Des Nachts ein Stern; Der Stern, er blickt so thränenschwer, Ihm neigen sich Sterne rings umher.

14

Und über dem Stern ein Heldenbild, Des Jünglings Arm hält einen Schild, Des Schildes Feld Ist weiß erhellt, Drin steht geschrieben blutigroth: „Die Treue halt ich bis in den Tod!“

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Quelle zitieren

Friedrich von Baden, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 168, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Friedrich von Baden, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/friedrich-von-baden/textzeugen/badisches-sagenbuch-i-168-friedrich-von-baden