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Badisches Sagen-Buch I

Gespenst bei Schwaningen

1 Min. Lesezeit· Bernhard Baader, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Auf einem Stege bei Schwaningen im Schwarzwalde läßt sich in den heiligen Nächten ein gespenstiger Mann sehen. Ein Bauer des Ortes, welcher einst um Mitternacht aus dem Wirthshause zu Oberwangen heimkehren wollte und betrunken war, wurde vor dem Geiste gewarnt, schrie aber in seinem Rausche, er wolle bald mit ihm fertig werden, und machte sich keck auf den Weg. Als er an den Steg kam und das Gespenst auf demselben stehn sah, schlug er aus Leibeskräften mit seinem Stocke darnach, ward aber von ihm am Finger gepackt, eine halbe Stunde weit gegen Dillendorf geschleppt und dann bewußtlos auf dem Felde liegen gelassen. Als er nach einiger Zeit wieder zur Besinnung kam, fand er seinen Finger, woran das Gespenst ihn geschleppt hatte, kohlschwarz geworden und so blieb er’s auch bis zu seinem Tode, der nicht lange darauf erfolgte.

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Quelle zitieren

Gespenst bei Schwaningen, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 72, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Gespenst bei Schwaningen, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/gespenst-bei-schwaningen/textzeugen/badisches-sagenbuch-i-072-gespenst-bei-schwaningen