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Zeitschrift für deutsches Alterthum. Fünfzehnter Band (Neue Folge, Dritter Band)

Antelan (König Anteloy)

Originalfassung · 1872 · Moriz Haupt; Wilhelm Scherer; Elias von Steinmeyer

7 Min. Lesezeit· Moriz Haupt; Wilhelm Scherer; Elias von Steinmeyer

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

Lokale OCR mit geprüften Werkgrenzen, getrenntem Apparat und gezielten Stichproben. Erkennungsfehler können verbleiben. Arbeitsfassung aus lokaler OCR mit gezielten Korrekturen. Werkgrenzen, Strophenfolge und Seitenübergänge geprüft; keine vollständige Gegenlesung. Einzelne Erkennungsfehler bleiben möglich. Der historische Editionsapparat ist nicht Bestandteil dieses Lesetexts. Der gesamte Textzeuge ist nicht als vollständig kollationiert ausgewiesen; Umfang und offene Lesarten bleiben dokumentiert.

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Antelan (König Anteloy)

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Es was bei heldes zeiten der wunder mer dan iz von mangem stolzen recken, wer nu well hören diz, und wi grosz mort geschahe in stürmen und in schlagn: von zagen heldes streiten hört man nit gerne sagn.

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Durch manheit und durch sterke so was ein wunderwerk küng Antelan von Schotten: so hies ein cleines zwerk, da lebt küng Artus here des hof was ausgepreit mit stechen und turniren in allen landen weit,

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Mit ringen springen fechten und rennen scharpfer glefn; stein stossen werfen kempfen von küngen fürsten grefn, spilen tanzen und singen, wes ie der man begert, und haben schöne frawen, des ward er alls gewert.

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Da man solch abenteure zu hofe da fing an, da kamen dise mere für künig Antelan. der hof der ward geleget wol auf ein weites felt, da sach man wun und freude und manig kostlich zelt.

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Da stund pei disem schimpfe gar nah ein hoher perk, dar kam geritten palde küng Antelan das zwerk. es reit hin auf den perge und sach umb sich gar fast; sein harnasch laucht gar schone, rech wie die sunn er glast.

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Es war an seiner lenge neur dreier spannen lang. sein harnasch und geschmeide an seinem leibe clang. sein prünn was wunnigleiche mit golde wol durchgrabn, mit pilden sam es lebte gar kostelich erhabn.

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Sein schilt was demant preite, jaspis lag umb den rant: der schilt ward nie verhawen von keines heldes hant. sein peingewant was feste von rotem golde schwer, sein schuch gar wol geziret als einem künig her.

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Sein wapen laucht gen tale pis an des turnirs schrank. ‘ich siz hie ritterleiche undr aller herren dank.' das hort her Parzefale und reit zu im alein. er sprach ‘umb dise rede must du gelangen sein.’

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Das zwerg sprach zu im palde ‘schen dich, du grosser man, ich han bei meinen tagen dir nie kein leit getan.’ der helt graif nach dem kleinen: wie bald er im enging! er mocht in nit gesehen, dar umb er in nit fing.

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Das zwerg sprach 'o du zage, du hast mein hie gefelt, du solt von meiner hende hie nemen widergelt. wolst mir mein harnasch nemen, du ungetrewer man, mein künglich majestete die sez ich ee daran.

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Her Parzefal den kleinen fragt wie er wer genant. ‘küng Antelan ich haisse, geporn aus Schotten lant. mich han drei herzuginne gesant, das wis für war, das ich in abenteure an disem hof ertar.”

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[Doch forcht ich euch nit sere, ir edler Parzefal. ir übergebt mich sere alhie in disem tal und heischet mich gefangen als ein schedlichen man, und hab euch all mein tage doch nie kein leit getan.]

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Da sprach her Parzefale ‘für war ich tu dir nicht. pist du ein pot der frawen, dein sach du hie aus richt. du solt auch sein gepetten auf meinen hof gar trat, so wurt dein wol gepflegen mit aller hande rat.’

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Da sprach das zwerg ‘ich reite mit dir in disem tal. seit das dein manhait werde erfochten hat den gral, du solt mit mir hie stechen umb dise sarebat, wan iz kein her auf erden kein pesser prünne hat.

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Die ist von golde schwere und geit gar lichten schein. das mich niemant mag sehen, das macht manch edler stein. ich han ein gürtel kleine, zwelf mannes sterk darinn, dar umb ich preis und ere an dir noch hie gewinn’.

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[Cristallen sein mein sporen, guldein mein paingewant, mein schilt ein demant teure, der ward auch nie zutrant; mein wapenrock durchleget mit pernlein wol gestickt, mein halsperg schilt und helme zu fechten ist geschickt.

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Es macht mit künsten reiche die liebste frawe mein, Zezilg ist si geheissen,’ ein edle künigein: sie liebet mir in: herzen für alle frawen clug. selg sei des heldes leibe der ie die prünne trug.”

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Da sprach her Parzefale ‘helt, las doch sehen mich dein harnasch und dein prünne, das ich müg loben dich? das zwerglein sprach ‘gar gerne, mag es an schaden sein.’ ‘ja’ sprach der küne degen ‘du macht wol sicher sein

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Da zoch es von der hende ein ringk von golde rot: es stund in seiner prünne als in eim feure rot, es glestet wunnigleichen von unden auf bis obn. da sprach her Parzefale ‘dein prünn ist wol zu lobn.]

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Den helt verwundert sere ‘ab seinem harnasch schön. er sprach ‘du pist ein engel, mit lob ich dich hie krön, kumst aus dem paradeise, wan es nit menschlich ist: kein mensch macht solche wate, das du unsichtig pist.”

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‘Ja’ sprach küng Antelane ‘kein helt ich nit ausz nim, und kem er aus der helle, ich ficht gar gern mit im. in allen landen weite tar keiner mich bestan. ich schendt euch fürbas alle, last ir mich so dar van.’

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Her Parzefal sprach palde ‘schweig, helt, red nit also. du machst durch dein hoffarte noch heut werden unfro. ich pin ir selber einer und wil dich hie bestan, ee ich dich ungefochten lies hie ab disem plan.

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Mocht ich dich newr gesehen, die sach die wurd bald schlecht, welcher under uns beiden disen zum tode brecht. da er die wort mit zorne zu dem zwerglein gesprach, das sach an im der kleine, pald er da zu im jach

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‘Leg an dein harnasch feste und streit selbs hie mit mir. pring aus küng Artus hofe der pesten zwen mit dir. ich pring euch hie zu schanden, und weren ewr noch drei. wie wol ich pin ein zwerge, ich bin doch mutes frei.

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Her Parzefal der küne legt seinen harnasch an. er pracht mit im zwen recken, Gawan und Galleman. die helten ie mit fechten getan das aller pest und warn Artus dem künge die aller libsten gest.

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Her Parzefal ruft laute ‘wa pist, küng Antelan ? nu las mich dich an schawen, so wil ich dich bestan ‘das tun ich also gerne’ sprach Antelan der frei “ir edlen herren palde, ich bstee euch alle drei.

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Er rant auf Parzefale und stach in auf die haid, dar nach mit ritterschefte falt er die andern paid. des nam die herren wunder und tet in also ant, das si von disem zwerge waren so ser geschant.

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Da sprach her Parzefale ‘den preis hast du genumn. was ich an Artus hofe der held ie han vernumn, die zwang ich all aleine, das man mir lobes jach. dein gleich in aller welte ich vor nie mer gesach.

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Du solt pei uns beleiben hie an des künges huf, da sol dir dinen gerne manch ritter unde grof. durch dein manheit und sterke hast du gar hohen preis, futer, michel gerete und meines heren speis.

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Des daucht sich gar gemeite das edel zwergelein. es sprach “mich sant da here drei edel herzogein. ich pring in newe mere, als ich in dort verjach; ich sag in von euch dreien, wie ich euch nider stach.

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Ich wais kein manheit teure die ich hie hab gesehn, als mir in manchem streite und sturm vor ist geschehn. es mus mich rewen sere das ich her kumen pin, das ich nit abenteure von euch sol sagen in,

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Als si wol sein gewonet an mir zu aller zeit, da ich in streit und stürmen schlug tiefe wunden weit. da mit pot es die hende den edlen fürsten frei, die es het ab gestochen: si dankten im all drei.

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Also sagt es die mere da heim den frawen do. die waren seins gelückes und seiner manheit fro und dankten im gar schone das es die tat vollent. hie mit die abenteure genumen hat ein ent.

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Quelle zitieren

Antelan (König Anteloy), in: Zeitschrift für deutsches Alterthum. Fünfzehnter Band (Neue Folge, Dritter Band), S. 140–144 (PDF-Seiten 149–153), 1872

Archivfassung zitieren

Antelan (König Anteloy), Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/heldenepik-antelan/textzeugen/heldenepik-antelan-zeitschriftfrde13unkngoog-original-gmh-1