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Dietrich und Wenezlan
* und enbiut dir, lieber herre mîn, als liep dir alle vrowen sîn und ouch dîn hôhiu werdekeit, dâ von man verre und nâhen seit, daz du gedenkest dar an daz du der tiuwerste man bist über elliu rîche: nu tuo ouch dem gelîche daz nieman ûf der erde lebt als du sô werde. bistu sô küene alsô man seit, sô erzeige dîne manheit an im, ob du bist ein man. des wil er dich niht erlân, als küen du sîst: des bitet er dich. dar umb hât er her gesendet mich, daz du mit im strîtest und sîn sô lange bîtest, daz er her kom, od du kum dar. ich sage dir, herre, daz vür wâr daz er wil nimmer ûf gehân od er müeze dich bestân.’ her Dietrich sprach zem helde balt ‘Wolfhart, sag mir, wiest er gestalt? in welher mâze ist er ein man der mich daz vehten biutet an?’ ab her Wolfhart dô sprach ‘sô küenen man ich nie gesach in allen mînen zîten weder nâhen noch wîten.’ * * daz ich eine mit im strîte. ez enwær niht sin, ob ich rite.’ Her Wolfhart sprechen dô began ‘lieber herre, gedenket dran wie ich und ouch Hildebrant mit iu rûmten Rœmischlant. waz wir iu triwen hân getân dâ sult ir nu gedenken an und helfet uns von dirre nôt: geschiht daz niht, sô sî wir tôt; so geseht ouch ir uns nimer mêr. ich bin dar umbe komen her.’ dô sprach der Bernære ‘durch sô getâniu mære wil ich mit nieman strîten.’ dô sprach Wolfhart an den zîten harte zorneclîche wider den künec rîche ‘mir ist daz nu und ê bekant ir wurt ein recke nie erkant, ir sît ein zage, daz ist wâr, wan daz manz niht reden tar. swer vil gedient den argen,
den bœsen und den kargen, der verliuset al sîn arbeit. daz ist mir dicke vor geseit, daz selbe ist ouch mir geschehen. ir sult mich nimmer mêr gesehen in iwerm dienst, her Dieterich. ich trowe immer wol daz ich * * ich sol iuch daz niht verdagen, ichn welle ez iu vil rehte sagen: der rîche vürste von Bôlân ob irn niht geturret bestân, bringet zer Etzeln marke ritterschaft vil starke. […] er sehste sîn […] v der herre mîn […] ose wil bestân. daz sullet ir ûf mir hân.’ daz her bat er got bewarn. Wolfhart wolt dâ mite danne varn: her Dietrich bat in bîten. er sprach ‘ich muoz rîten, od vliuset Hildebrant sîn leben: ich hân des mîne triwe geben, ob ich iuch niht mac bringen dar, daz ich selbe hin wider var.’ die rede hôrte manec man: den helt man vrâgen began, wie der Bôlân wære. er seite in diu rehten mære. ‘ern ist ze lanc noch ze grôz: ezn lebt niht ander sîn genôz. daz ist von allen sam geseit die prüeven kunnen manheit. im enist niht gelîche über aller künge rîche.’ Her Dietrich sprach dô zehant […] an dir bekant * * den worten daz du dînen zorn lâst, ich wil tuon des du mich gebeten hâst. mit dir ich wan geschimphet hân. ê ich dich, herzenlieber man, lieze in deheiner nôt, ich wolt ê kiesen den tôt. nu gâhe wider baltlîch und sage dem hôhen künge rîch: swes er hât an mich gegert, des wirt er volleclîch gewert. ich wil mit im gerne strîten unde wil nâch dir rîten, dâ ich sîn her vinde: vor allem sîme gesinde wil ich den vürsten bestân: vil guoten willen ich des hân. ouch solt du einez niht verdagen: dem Bôlân ruoche von mir sagen, ich dunke mich dar zuo sô endehaft und hab ouch am lîbe die kraft, swaz ein recke êren sol begân, swie man in die suochet an, mit swerten od mit dem sper ode swie man sîn an ieman ger, daz selbe vindet man an mir: daz sage im, edel degen zier. sage im, als er mir enbôt, mir sî des vür wâr gar unnôt, daz ich selbvierde in bestân: ich wil halt die zwêne abe lân. ich hân den muot, er muoz mich sehen, swaz mir dar umbe mac geschehen: des hân ich mich erwegen gar,
sô ich immer wol gevar. nu sage dem vürsten ûz erkorn, ez sî im liep, ez sî im zorn, ich muoz versuochen waz er kan: des wil ich nimmer abe gestân.’ her Wolfhart sprach ‘sô wil ich varn. herre mîn, got müez iuch bewarn. nu gelebte ich nie sô lieben tac als nu, sît ich daz sagen mac dem künge Wenezlân vür wâr daz ir welt komen nâch mir dar. des vreunt sich jene unde die: sô liebiu mære gehôrte er nie.’ Her Dieterich gie alzehant dâ er den künec Etzeln vant. alsô er in ane sach, nu sult ir hœren wie er sprach. ‘künec ûz Hiunischrîche, ich wil minneclîche varn mit dînen hulden. ich bin von vremden schulden in einen starken kampf komen: daz hâstu selbe wol vernomen.’ der künec Etzel sprach dô zuo dem voget von Berne sô: ‘âne mich lâz ich dich niender komen. ich hân daz mære wol vernomen: ich wil ouch mit dir rîten sehen iwer bêder strîten und dar nâch alle die ich hân. swaz dar umbe mac ergân allen mînen recken, wir suln die reise strecken dâ hin dâ wir sî vinden: des wil ich niht erwinden.’ Der künec Etzel dô gie und hiez jene unde die alle sîn vil bereit: menneglîch dô niht enbeit. diu gezelt wurden abe genomen. nu ist ez an daz ende komen dâ ez gêt an ein strîten: nu wil ich ouch niht bîten, ich wil ez bringen dar an dâ diu âventiure sol ergân. geladen wurden dô soumære. jene wâren vrô der mære daz man solte strîten: genuoge sach man an den zîten gebâren trûreclîche. hin vert Etzel der rîche. Allen den tac daz her seic, unz daz der âbent zuo steic. si quâmen an die Salzâ dan: über brucken man began zuo den vinden an ir lant. man herbergte alzehant vaste vür und widere bêdiu ûf und nidere. marschalc was her Rüedegêr. ieslîchem vürsten hêr […] vz gemezzen […] niht vergezzen […] mit endehafter kür […] en ringe vür […] gesterket […] n gemerket […] lich vürste was […] daz ûz las […] ge breite velt […] it gezelt. […] en geslagen […] banier dar ûf wagen diu […] was grüen, sô was diu rôt […] man gebôt […] ge stille
[…] aller wille […] ber raste lanc […] ber sunder wanc […] breite drîer wît […] n an die zît […] re sol ende hân […] Wolfhart gegân. dô er den Bernære sach zehant dô der helt sprach […] et ab komen […] von mir vernomen […] te diu mære […] te wære dô sprach der vürste ûz Rœmischlant ‘gar ûz erwelter wîgant, nu sage dem vürsten von Bôlân daz ich in gerne wil bestân und tuo im daz vil rehte kunt. sage im ouch an dirre stunt: swelhz im aller liebest sî, des wil ich im gestên bî: dâ von lâze ich mich niht scheiden. wil er zwischen den heren beiden disen kampf lân geschehen, dâ wirt ein schœnez zuosehen von unser bêder mâgen. vil rehte du in vrâge: ob ez in alsô dunke guot, des ist im willec mîn muot, und wil sîn gerne erbîten. wil ab er danne strîten under einem vanen mit sîner schar, sô bringe ouch ich eine dar. und sage im rehte bî got: dar an warte ich sîme gebot.’ ‘herre mîn, sô wil ich varn, got der ruoche iuch wol bewarn und helfe iu durch sînen tôt, daz ir die herzenlîchen nôt mit gnâden überwindet und sigehafte vröude vindet.’ Umbe kêrte sich der küene. über die heide grüene gâhte der helt guote mit unverzagtem muote in daz her über einen plân, dâ er vant den Bôlân undr eime gezelte, daz was wît. hie mite der degen an der zît . . . [—]{.source-fragment-break} und michel herter denne ein stâl. ûf daz kastelân der liehtgemâl snelle und ritterlîchen saz: wol moht daz ors gelîden daz. schilt an den arm, sper in die hant, ze houbet man im den helm bant, als er ze rehte solde stân. dâ mite zogte er ûf den plân. ouch sach er gegn im zogen her, dem ze ritterschaft was ger, der unverzagte Wenezlân. in sprungen gie sîn kastelân. an im sô hielt ein michel schar der tjoste stat gerûmet gar: manec storîe sach dâ zuo. ez was dannoch harte vruo. och gebôt man an den zîten, nieman solde rîten ûf der tjoste zilstat, die man hie ûz gestecket hât. Nu sint si ûf den rinc komen, diu sper sint in die hant genomen. jener haldet dort, dirre hie: zuo sâhen ene unde die.
zwischen den heren ûf daz velt was ûf geslagen ein rîch gezelt, dar under die vrowen sâzen, vor den si die tjoste mâzen. ouch hœrt die âventiure lesen: die kurzen wærn gern lanc gewesen, daz si die tjoste wol gesehen diu von in bêden sol geschehen. die hôhen muotes rîchen von stat trîben gelîche ietweder sîn kastelân als er sich aller beste versan. man nam ir bêdenthalben war: man sach ir schenkel vliogen dar den orsen neben den sîten, nâch prîse schône rîten. dâ wart mit poinder wol geriten, vælieren bêdenthalp vermiten. bêdiu ors nie gewancten. gelîch diu sper si sancten: ietweder durch des andern schilt sîn sper ze trunzûnen zilt, als ich mich rehte verwæne: man sach der schilde spæne gegen den lüften vliogen. diu ors sich muosten biegen. si wârn sô sêre anander komen daz in daz sitzen wart benomen: ietweders kastelân moht von den stichen niht gestân. ouch muosens bêde komen nider: daz müet si bêde sêre sider. die riemen ûz den schilden mit bresten sich ûf zilden, ir helme verre von in vlugen, die ringe sich in ir verch bugen. ez enwart nie herter tjost getân: dâ lac ors unde man. ir wâpenröcke sich zarten dâ sie sich in bewarten: daz bluot in sunder lougen brast ûz bêden ougen. si lâgen sam si wæren tôt: des gie in von schulden rôt. tôt wâren ouch diu kastelân. doch berihte sich der Bôlân ûf ê der von Berne. nu sult ir hœren gerne alrêrst ein hertez strîten. ouch was in den zîten der vogt von Berne ûf komen: dô wart mit handen genomen zwei swert lieht unde guot. si heten grimmigen muot: si sluogen unerbarmæc dar. nu merket rehte vür wâr disen hazlîchen strît, wederhalp ez nu gelît. daz mugt ir gerne vernemen: sô mac iu daz mære wol gezemen. Ir helme lieht unde guot die edelen helde hôchgemuot heten dô ûf gebunden: howen si begunden. bêdiu brunne unde schilt daz allez wart enzwei gezilt. si sluogen daz ez tunte, ob in der luft sich enzunte und ouch daz diu erde hal. von ir slegen was ein schal, dâ von berc und tal klanc. nâch ieslîchem slage spranc ûz ganzem lîbe daz bluot. und wærn die brunne niht sô guot
an ir lîbe gewesen, sô wæren bêde niht genesen. der minne solt si kouften tiwer: ûz ir helmen daz wilde viwer von den slegen vuor entwer. von zwein recken wart niemer ein sô herter strît gestriten. ir ringe wurden sêre versniten von ir swertes ecken. si begunden diu gebot lecken mit slegen dar âne zal: man hôrt den grimmigen schal vil nâch wol einer mîle lanc. vil manec viwers vanke spranc ûz helmen und ûz brunne: vil kleine was ir wunne. von ir swungen sûste ein wint, er wær der sinne gewesen ein kint der durch scheiden drunder wære gegân dâ der strît wart getân. wol unz ûf vruoimbizzît werte zwischen in der strît. von ir vüezen wart ez blôz: dâ ê daz gras was vil grôz, daz lac sam ez wære erjeten: sô swindez pfat wart nie getreten von zwein dietdegnen: sus vâhten die bewegnen. Vil sêre müete si der sweiz: des gie nôt, wan in was heiz. * vür der küneginne gezelt wâren si mit strîte komen. manec wanc wart dâ genomen under schildes rande. an ir beiden man bekande vil manlîchez ellen, des ich niht mac erzellen. man sach dâ michel schouwen und ouch wunschen von den vrouwen heiles vunt in beiden. si wâren ungescheiden. dô nâhent ez gegn mittem tage. nu merket rehte waz ich sage: müede was ir bêder lîp. niwan daz si dâhten an diu wîp, si wæren bêdesamt gelegen von müede und ouch von herten slegen. dô sach der starke Bôlân dem vogt von Berne daz wol an, daz im diu kraft abe gie: er lie in geruowen nie (er begunde in vaste trîben), an deheiner stat belîben. Her Dietrich wîchen began vaste vor dem Bôlân: daz was den Hiunen leide. er treip in über die heide durch des künec Etzeln her. des starken Dietrîches wer wart unmâzlîchen kranc: vast im der Bôlân zuo spranc. * vil mangen bitterlîchen slac. man sach dâ mangen Etzeln man vil sêre weinende stân umbe den vogt von Berne. nu sult ir hœren gerne: her Dieterich was nu komen, dâ daz her nâch ende hete genomen. im hete der Bôlân von der hant gar gehowen sînen rant und in selben nâch überstriten: dô kom ouch Wolfhart geriten. den herren er in nœten sach:
er rief vil lûte unde sprach ‘owê der herzen swære! wie nu, her Bernære? war ist iur starkiu kraft hin komen? wirt iu diu were hiute benomen daz ir verlieset den sic, daz ist der leidiste blic der mir ie an iu geschach: ouch gêt iu diu hœne immer nâch. gedenket an die widervart, stêt vaste als ein stanthart. werft den schilt ûf daz lant, nemt daz swert in bêde hant. gedenket, edel Dietrîch, daz erbelôs wirt Rœmischrîch. wert ir sigelôs, künec hêr, so genennet man iuch nimmer mêr Dietrîchen von Berne: dâ von wert ir iuch gerne. * swie ir iu an gesigen lât, sô sî wir endeclîchen tôt. nu überhelft uns herzenlîcher nôt: gedenket an des lewen kraft, wier sich wert, sô er ist nôthaft: al daz selbe tuot ouch ir. wert iuch, mærer helt zier, und trîbet in her widere.’ daz manen half in sidere, den starken Dieterîchen: daz swert vil manlîchen er ze bêden handen nam. dô sluoc er ûf den Bôlân die starken slege âne zal: er treip in wider über daz wal. daz selbe geverte wider dan wîchende gie der Bôlân. er treip in ûf den rinc wider bêdiu ûf unde nider zwischen den heren her unt dar. ir gesâht nie keinen man sô gar verzagen in keines strîtes vart. hurtâ, wie dâ gevohten wart vor der küneginne gezelt! von slegen wart ir beider gelt alsô grimmeclîch getân: der sweiz in durch die ringe ran. doch ze jungest und ze leste von Berne der nôtveste den Bôlân trîben began vaste durch der Riuzen her dan. * * des heres unz an daz ende. diu rede ist unwende. Er was im erbolgen genuoc, anderthalben ern her wider sluoc durch daz her ein ander gazzen. er begunde in vür vazzen mit slegen alsô sêre daz dem Bôlân hêre in sînen tagen nie sô wê geschach: wider den Bernære er des jach. sus treip er in wider dan ab hin ûf jenen plân dâ si zesamne wâren komen: dâ gwinnet einer schaden, der ander vromen. der strît dô vaste gie entwer zwischen in hin unde her: ez was ouch ietweders schilt mit slegen gar hin gezilt.
die spangen obe den helmen lieht die beliben von den slegen nieht. man sach si vaste enstete stân. daz viwer gremlîchen bran ûz helmen und ûz swerten. scheidens si niht gerten. Nu was ez ûf den âbent komen. ir dweder hete den sic genomen an dem andern dannoch. her Dietrich gedâhte doch ‘jâ, herre, wie lanc sol ditze sîn? ez muoz iezuo daz leben mîn . . . . . .