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1. Der grosse Rosegarte.
Waz man von richen künigen singet vde seit, Wie sy by iren ziten wurbent noch wirdikeit! Sy strittent mit ein ander umb pris noch beger, Und fürtent ritterliche ir schilt und ouch ir sper.
Von den selben heilden hant wir vil vernomen, Wie sy by iren̄ ziten zuͦ stritte sint bekomen, Solliche obentuͦre seit man von in daz Wie sy ein ander bestuͦendent vil dick an allen haz.
Sy konden schilt zerhöwen un̄ liechten helmes dach Durch willen schoner fröwen litten sy ungemach, Von iren scharfen swerten, die sy fürten in der hant: Des muͦs von in engelten manig stolzer wigant.
Sy prüften mange reise, ir lop wolten sy meren, Groß wart ir reisen; nu hörent von den heren, Wie sy ein ander reisten gen Wurmz an dem Rin: Des fröte sich by dem Rine manig cluͦg megetin;
Und ouch vil schoner fröwen, die ez gerne wolten sehen, Welem man under den recken daz beste wolte jehen. Daz dette man dem von Berne und meister Hiltebrant: Sy fohten frümeclichen, ez worent zwen wigant.
By dem Rine was gesessen starcker helde vil, Von schöner aventuͦre, als ich üch sagen wil, Von Kriemhilt der schönen, die was so gemeit, Daz man iemer mere singet unde seit
Von managem selzenem wunder, des sy sich underwant; Und hat einen vatter, der was in wol bekant, Ze Wurmez an dem Rine gesessen ze Bürgent rich, Der heisset kunig Gippich, daz wissent sicherlich,
Der het einen garten ze Wurmez an dem Rin: Wer ime den gedörste brechen, des diener wolt er sin. Do gieng umb den garten̄ ein bort was spannen breit, Daz sund ir alle wissen, und sy ich für wor geseit.
So vil des roten goldes was dar in getragen, In dem selben porten, der umb den garten was geslagen, Wissent, daz dar in was gewurcket richer schaz, So vil des edelen gesteines dar in gewurckt waz.
Do was in dem garten freud und wunne cluͦg, Do was in dem garten roter rosen genuͦg, Do worent in dem garten zwelff die kiensten man, Die der kunig Gipich iergent möhte han,
Alder in allen landen möhte uz erwogen, Die des rose garten mit striten solten pflegen. Do was der rose garte ganz und wol bereit, So vil der hübschen gezierden was dar in geleit.
Do was in dem garten manig cluͦg megde wiz, Do truͦgent sy von gezierde mangen wunderlichen fliz. Daz enbot sich künig Gippich kunig Etzel in sin lant, Wölt er den rosegarten schowen, daz er kome al ze hant,
Und mit ime brechte zwelf helde, die sinen werent glich, Und leg er im ob, er wolt im dienen sicherlich. Do sprach er zuͦ dem botten, er wolte gerne do sin: Do möhte dem kunig Gippich nit lieber geschehen sin.
Do für der konig Etzel dem Berner in die lant, Do sach man mit im riten mangen stultzen wigant; Do erbeisten die herren für Bern uf daz wit velt, Sy schluͦgent uff fröliche manig wunderlich gezelt.
Do wurdent dem von Berne die mere schier bekant, Daz der kunig Etzel were komen in sin lant, Des fröte sich sin herze, der fürste vil gemeit, Mit funfhundert recken er gegen im reit.
2. Also her Dietrich die herren hiez wilkon sin un̄ sy enpfieng.
Do sprach gezogenlichen von Berne her Dietrich: „Sint got wilkomen, von den Hünen Etzel ein künig rich, Waz ist üwer werben her in min eigen lant?“ Do sprach der kunig Etzel: „daz sag ich üch zuͦ hant.
Ez hat der könig Gippich bottes uz gesant, Obe ieman getar geriten gen Bürgenden in daz lant? Er hat einen rose garten ze Wurmez an dem Rin; Er spricht: wer ime den brichet, des diener wil ich sin.
Wellent ir mit mir riten von Berne her Dietrich, Des freute sich min herze, daz wissent sicherlich. Do gelobt ez im der von Berne un̄ meister Hiltebrant; Do kerten sy zuͦ der herberge, do er mangen ritter vant
Sitzen uber einer tavel, ires libes worent sy güt, Mit frölichen herzen erhebet in den müt, Sy wolten alle springen uber eine tavel uz gelich: „Durch got nu sitzent stille“ sprach her Dietrich.
Do daten sy mit willen, daz sy der wirt do bat; Her Dietrich von Berne zu einem bancke trat, Er sprach: „nu merkent alle, uns ist ein brief gesant, Sülich aventuͦre kam nie me in diz lant.“
Do rief der von Berne sinem kapelan, Sinen schriber hiez er ouch für in gan: Er sprach: „ich verbüte, daz nieman hinan gange, E daz wir alle hörent, waz an dem briefe stande.“
Do der schribere den brief uff gebrach, Hei, wie lute er lachte! nu hörent, wie er sprach: „Ez stot an dem briefe wunderen also vil, Wer zuͦ ritter ist worden, oder zuͦ ritter werden wil,
Der höre dise mere, un̄ sol her zuͦ mir stan.“ — „Waz stot den an dem briefe?“ sprach der kaplan. „Kunig Gippich ist ir vatter, un̄ ist uns wol bekant, Do niden by dem Rine do dienent ime die lant.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Günther ist ir brüder, daz ander Gernot.“ — „Nuͦ leset fürbaz, meister, waz an dem briefe stot.“ —
„Uns hat iren gruͦz enbotten die schone Kriemhilt, Obe her Dieterich von Berne getare sinen schilt Und ouch sinen helm gefüren gen Wurmez an den Rin? Und trutz und traz her Dietrich! sprichet daz megetin.“
Do sprach der von Berne: „ir herren, ich wil uch sagen, Und möht ich nit geriten, man muͦz mich do hin tragen, Sit mir die magt schone iren gruͦz enbotten hat, So lesent fürbaz meister, waz an dem briefe stat.“ —
„Ez hat die schone Kriemhilt, sit daz sy ein kindelin was, Gezieret einen anger, dar inne daz grüne gras, Von der muren biz an die zinne einer halben mile breit, Dar inne die liechten rosen un̄ blümen vil gemeit;
Sy hat in dem garten ein linde erzogen wol, Dar under schone gezierde, einen balg swarz als ein kol, Wanne man den balg zühet, durch die rören got ein wint Obene in die linde, do die vögeli sint:
So hebet sich uff der linden ein schal so fröden rich Von maniger süssen stimme so rechte wunneclich, Sü singent wider ein ander, klein und do by groz: Ez wart nie herze so trurig, daz der kurz wil verdroz.
Die linde ist also schone und do by also wit, Funf hundert schoner fröwen die linde schatte git; Die linde ist umbe vangen mit pfeller also rot, Wan ez die künginne durch ir hoffart gebot.
Ir vindent under der linden ein gestüel so wunneclich, Gewirkt von helfer beine, her her Dietrich, Dar under den liehten marmel also ein spiegel glas, Dar uf lit semit und pfeller, daz nüt besserez nie was.
Ez komet under die linden schoner fröwen vil, Die durch kurze wile erhebent manig spil: Wellent ir da hin riten, die aventuͦre an sehen, So wissent nu, herre her Dietrich, do muͦz ein strit geschehen. Die rören die sint riche von manigem vogel cluͦg, Der man uff der linden vindet sitzen genuͦg, Uz dem rotten golde, ir gevider daz ist breit: Man vindet under der linden so vil der hübscheit.“ —
„Wir sullent nach rosen riten gen Wurmez an den Rin, Schöwen, mit spilenden ougen manig stulz megetin, Mit iren roten mündelin, ir netli sint gemeit, Ir schonheit ist noch mere, denne man uns seit.
Sy hant by dem Rine zwelf ritter uz erwelt, In stürmen und in striten ist ieder man ein helt, Die des rose garten pflegent mit ellenthafter hant: Man git ieder man ein iunckfröwe, darzuͦ ein witez lant.
Gegen dem sullent ir bringen zwelf die sint gelich.“ „Waz solt ich denne do schaffen?“ sprach her Dietrich. „Wel dem anderen an gesigot, der wil der beste sin, So küst in ein iunckfröwe, un̄ setzt im uff ein krentzelin.“
„Nu küsse sy der tüfel!“ also sprach Wolfhart „Un̄ mag ich sin uber werden, ich kum nit an die furt; Sy wollent uns auch reizen gen Wurmez an den Rin: Entbietent ir hin wider, ich wil hie heimen sin.
Sülicher aventuͦre wil ich gerne enbern; Und wurde ich dort zerhöwen, ez muͦz mir lange swern; Sit daz die künginne hat erdacht einen wunderlichen funt, So habe ich ouch hie heimen einen roten munt.
Und uns hat enbotten von siner richeit Von iren roten mündelin, ir netli sint gemeit, Mich duncket an dem sinne, do löf ein wunderlicher snar: Ich minne lieber ein iunckfröwe muleht unde swarz.“
Do sprach gezogenlichen meister Hiltebrant: „Wir sullent nach rosen riten gen Bürgenden in daz lant, So wirt uns uf dem wege vil licht ein krentzelin, Daz gip ich den frö üten, der lieben fröwen min.
Von hundert kemenaten ist mir wol geseit, Die habe in dem garten die künigin vil gemeit, Dar inne sint fürsten, groven, ritter, dienst man, Der ist ane masse, nieman sy gezallen kan.
Sy mag ez wol vollen bringen, die künigin ist so rich. Nement die zwelf recken.“ sprach her Dieterich. Do sprach der schribere: „ez ist uns her getragen, Und wellent ir mich merken, ire namen wil ich sagen:
Der erste ist künig Gippich, un̄ ist uns wol bekant, Do niden by dem Rine do dienent im die lant; Daz ander daz ist Günther, ein degen vil gemeit; Daz dritte daz ist Gernot, von dem man wunder seit;
Daz vierde daz ist Hagun, Aldrianis kint; Daz funfte daz ist Walther, ein helt von Kerling; Daz sehste daz ist Volker, von Alzey genant, Frö Krimhilt swester sun, ein videler genant.
Daz sibende daz ist Stüessing, ein kunig uz Ungerlant, Der vihtet also sere, und ist ein wigant; Der ahte daz ist ein rise, und heisset Asprian, Der füeret zwen swert, mit dem er vehten kan;
Daz nünde ist ein rise, und heisset Schrudan, Dem sint die Brüssel biz uff daz mer von vorcht under tan; Der zehende ist Rienolt, von Meigelan genant; Daz eilfte daz ist Herbort, ein herzog wol bekant;
Der zwelfte daz ist Sifrit, ein künig uz Niderlant, Der füret zwelf swert, einez ist Balmung genant.“ „Daz sint übelt mere.“ also sprach Wolfhart „Geschriwen sig über ir leben, daz ir ie gedacht wart!“ —
„Ich gip üch des min trüwe, und wirt die maget ein wip, Sy möhtin sin wol engelten, ez gieng in an den lip. Ez wil sich lichte heben, des ich by wilent bat: Ich gedencke noch, Wolfhart, du werdest strites mat.“ —
„Du leist mir von dem tüfel, öban Hiltebrant; Ich wil nüt nach rosen riten gen Bürgenden in daz lant. Solt ich nach Wurmez riten umb einen rosen kranz? Ich belib lieber hie heimen, so blibet mir der schedel gantz.“
3. Also der schriber den herren den brief las.
Do sprach der von Berne: „wer weiz, wie ez dort ergat! Nu lesent für baz, meister, waz an dem briefe stat.“ Do sprach der schribere: „ich wil üch mere sagen, Ez muͦz ein ieclicher ritter zwelf kneht zuͦ im haben.“
„Wosse!“ sprach Wolfhart „daz ir ie wart gedacht! Wie hat sy so mangen ritter zuͦ velde uz nu bracht? Wer hat daz gehöret von so vil recken ie? Und woltent ir mir volgen, wir bliben alle hie.“
„Er wolte, daz man im flehte.“ sprach Alphart der bruͦder sin „Zwar, du wirst sin nit erlassen, du muͦst gen Wurmez an den Rin.“ „Kriemhilt hat üch enbotten un̄ heisset üch mere sagen, Ir möhtent lieber hie heimen ein kranz uz nesslen getragen,
Den da zuͦ Bürgent riche die liechten rosen rot; Ir müssent ez ervechten, und koment sin in not: Die der rosen hüetent, die kunnent vechten wol, Ez sint ritter un̄ risen, daz man gelöben sol.
In stürmen und in striten sint sy ires libes ganz.“ Do sprach der von Berne: „ich muͦz haben einen rosen kranz, Un̄ solt ich tiefer wunden niemer werden fry, Ich muͦz ouch versuͦchen, waz in dem garten sy.“
„We der rede herte!“ sprach Wolfhart „Un̄ möhte ich sin übere werden, ich keme nüt an die vart. Ich wil ir lon die rosen, ich hab ir heimen genuͦg: Ich habe disen sumer gegangen, daz ich ir keine truͦg.“
„Er wolte daz man im flehte.“ sprach meister Hiltebrant. „Nu strossent mich nit mere.“ sprach Wolfhart zuͦ hant „Ich wil mich nit me rüemen, den ich volbringen mag: Ich gebe für daz küssen lieber einen schlag.“
Do sprach Alphart der iunge: „ich were ouch gerne dar: Nu rate, lieber bruͦder, ob ich mit üch far.“ — „Ich sag dir, Alphart, bruͦder, wie uns derr geschicht: Ires kusses enbir ich wol, irs strites enbir ich nüht.
Ich far mit minem herren billich, war ich sol; Und liez er mich hie heimen, irs kusses enbir ich wol: Solt ich nach einem kusse gen Wurmez an den Rin? Ich belib mir lieber ane, möht ich hie heimen sin.“
Sprach Wittich der küene: „recht also ist ouch mir, Und liez mich min herre, ich belib hie heime by dir.“ „Nein,“ sprach Wolfhart „wir wollent alle dar, Un̄ werent unser noch tusent, gar frölich an die schar.“
„Des hant wir keiner ere.“ sprach meister Hiltebrant „Kriemhilt die schöne hat nach uns gesant: Ich wil mit ich riten gen Wurmez an den Rin, Do wirt mir uff dem wege vil licht ein krentzelin.
Do sprach Wolfhart der küene: „wer weiz, wie ez dert lit? Die der rosen hüten, lant ungestritten nit; Ieder man sol mit im füeren ein allez sidin bron, Wirt im sin höbet entrennet, zuͦ dem ist ez im fron.“
Do sprach Eckehart der getriwe: „ich were gerne do hin, Wenne daz ich mit den Harlungen gar bekumeret bin: Wust ich, wem ich die liesse, ich rumbte mit üch die lant.“ „Do enpfil sy Diethere.“ sprach meister Hiltebrant.
Do sprach Heime der küene: „ich were gerne dar, Und liesse mich min herre, der oventur nem ich war, Wenne daz ich doch wene, min lip die reise muͦz: Durch keiner schlachte rosen rit ich einen fuͦz.“
„Also ist ouch minem dinge:“ sprach her Dieterich „Solt ich nach rosen riten, ez duhte mich effenlich; Doch muͦz ich den trutz versuͦchen, den mir die maget enbot. Nu lesent für baz, meister, waz an dem briefe stot.“
Do sprach der schribere: „herre her Dieterich, Und lassent ir die rosen, ez stot üch lesterlich. Ir turrent nun streiten, die schone Krimhilt giht, Mit wurmen in dem wolde, daz nieman fromes siht.
Sy müge dem von Berne keiner pris nit veriehen, Sü hab danne von sinen handen ein starken strit gesehen: Ir sullent balde ilen gen Wurmez an den Rin In den rose garten zuͦ cluͦgen megetin.
Do wirt mit scharfen swerten des lobes vil erstritten; Des heisset üch frö Kriemhilt un̄ üwer recken bitten, Ir sullent balde ilen, sy wil Sifriden nemen: Und lossent ir die rosen, ir müssen üch iemer schemen.“
„Wassa, iemer wassa!“ sprach her Dieterich „Waz tunt mir fröwen leides an! wie sint sy so wunderlich! Daz Kriemhilt die schöne wil nemen keinen man, Und ouch bi im wil schloffen, ich enwil mit im gestritten han.
Git ime got daz gelücke, daz er mir ob gelit, So gat er in ein schonez bet, und fröwet sich der zit; So bin ich sere verhöwen, und ouch gar sere wunt: Durch willen schöner fröwen kuz ich einen roten munt.“
Do sprach Sigstap der iunge: „ich were gerne an die fart.“ „So wil ich mit dir riten.“ sprach Wolfhart. Do sprach der von Berne. „daz han ich gerne vernomen, Sigestap der iunge wil mir zuͦ helfe komen.“
Do sprach Hiltebrant der alte: „so wil ich der erste sin; Und dar nach der von Berne, der liebe herre min.“ Wolfhart was der dritte, un̄ huͦb sich an den ring; Der vierde was von Denmark ein stoltzer iungeling;
Daz funfte was sich Sigstap, ein helt gar lobelich; Daz sexte daz was Rüediger, ein milter marggrave rich; Daz sibende daz was Heime, gar ein küener degen; Der achte was Wittich, ein ritter uz erwogen;
Der nünde daz was von Russen Hartung ein künig rich; Der zehende daz was von Kriechen der schone Dietrich; Der eilfte was von Stire Dietliep der hoch gemüet, Der wolte durch sy wogen lip un̄ allez guͦt.
„Nu hant wir eilif ritter so rechte wunneclich: Wo nement wir den zwelften?“ sprach her Dieterich. „Do ne sol ich umbe rüchen.“ sprach meister Hiltebrant „Do wil ich in suͦhen, do ich in by wilen vant.
Wenne wend ir lösen den münich Ilsan? Nach dem wil ich riten, daz closter muͦz er lan.“ Do sprach der von Berne: „wie mag daz werden war? Nu ist er in dem closter gewesen zwey und drissig iar.
Solt ich in dem enpfüren, an den er sich hat ergeben? Ich het sin iemer sünde, nem ich in uz dem guͦten leben.“ — „Wissent ir nit, lieber herre, waz üch der münch swuͦr, Do ir ym erlöbtent, daz er in daz closter für?
Er gelobte üch ein reise, und swuͦr üch einen eit, Wanne ir woltent, so wolt er sin bereit.“ — „Wie wurd ich des inne von der magt rich? Getürrent ir uns diz gesagen, also ez hie geschrieben ist?“ —
„Ich lise, also ez geschrieben stat: Wenne zwo wochen und zwen mont sich vergot, So söllent ir bereite mit üwern helden sin, Zuͦ sunne gihten, zu Wurmez an dem Rin.“
Amelolt von Garten wart ein botte gesant: Den enpfieng so schöne der alte Hiltebrant; Er fürt in sin frowe Uten: „dise los dir befolen sin.“ — „So enpfil ich dir wider die lieben süne min,
Wolfhart und Sigestap, diner swester kint: Du wissest, lieber bruͦder, daz si mir liep sint.“ „So enpfil ich dir wider.“ sprach meister Hiltebrant „Aller Bernere erben und ir lant;
Und Diether sinen bruͦder, des lieben herren min, Und die iunge Harlunge loz dir enpfolen sin, Der sol pflegen frowe Ute, durch daz ich sü bitte: Wir nement in irn heren, Eckehart muͦz ouch ritte.
Hörent ir daz, frowe Ute, und bruͦder Amelolt, Ich enpfil üch lant und lüte, silber unde golt. Harnesch, liehte ringe, unser snellen mart, Die sol man uns baz ziehen, zuͦ den brüsten sint sü stark
Man sol den herren schroten uz hand gewant, Den stoltzen rittern by sunder.“ sprach meister Hiltebrant „Ez frö ein kröwe, daz ist nu der sitte. Nu höre waz ich dir sage, din waz ich dich bitte.“
. . . . . . . . . . Do schiet von frowe Uten meister Hiltebrant, Er sprach: „hörstu, lieber ohen, waz ich dir enpfolen han, Daz soltu in helfen, und solt in by gestan.“
Do sprach gezogenliche von Berne her Dietrich: „Was ist ez daz runen? redent ez offenlich, Und irz vor mir helent, und ich gewaltig bin: Wol uff, wir wellen hinnen, der münch muͦß der xij sin.“
Do sprach zuͦ Diether von Berne her Dietrich der man: „Rit mir nach Dietliep, und solt in wissen lan, . . . . . . . Und sag mir marggrof Rüediger, er sol mir by geston,
Und der milten marggravin, der richen Göttelint, Daz sy mir her sende ir lieben swester kint; Zuͦ ieklichem zwelf ritter, des sint die herren wol wert, Und ieklichem zwelf knechte; den köf ich allen swert.“
Uf sassent do die herren, die recken vil gemeit; Her Dieteriches reisen was mangem vil leid; Do huͦbent sich die herren gen Isenburg uf die fart, Do der münich durch rosen uz gezucket wart,
Do reit aller vorderust meister Hiltebrant, Her Dieterich von Berne kam her nach gerant, Sin schilt und ouch sper fürt selber der degen her, Also reit ouch meister Hiltebrant, mit in reit nieman mer.
An dem fünften morgen, und ein wil do vor, Warent die herren komen gen Isenburg an daz dor, Do der münich wolte messe singen also fruo: Die herren mit den schilten klopften vast hin zuͦ.
Hiltebrant begunde klopfen. „balde lant mich in, Ich wil in dem closter ein bredier ouch sin.“ Der münich rief wol balde: „wer klopfet an dem dor? Balde luͦgent hin uze, wer nu sy do vore.
Bringent mir min harnesch und min vil guͦt swert; Waz sy denne suͦchent, des werdent sy gewert; Und minen liechten helm:“ sprach der münich Ilsan „Wellent sy den münich twingen, daz wer ich, ob ich kan.
Ich han den minen harnesch.“ sprach der münich Ilsan „Werent ir den zwen und drissig, ich griff alle an; Mir breche denne min swert in der hende min, Wir wellent in dem closter von in ungeseret sin.
Balde luͦgent hin uze, wer vor der porte sy.“ — „Herre, ez ist ein alter, und füeret der wölfe dry, So füert er uf dem helme ein gulden sarbant.“ — „Wasa, iemer wasa! daz ist min bruͦder Hiltebrant.“ —
„By ime hebet ein iunger uf einem snellen mart; Mich duncket an dem sinne, ez sy ein helde stark; Der füeret an dem schilte ein löwen gremelich.“ — „Er mag es wol volle bringen, ez ist min her Dieterich:“
Do drat für die porte der münich Ilsan; Do truͦg er ob den ringen ein grawe cutten an, Do truͦg er an den beinen zwo dicke grove hosen: Do trat er für die porte, der mere wolt er losen.
„Benedicite, bruͦder!“ sprach meister Hiltebrant. „Nu leite dich der tüfel!“ sprach der münich al ze hant „Daz du iarlanc ritest uff stritendes vach: Du möhtest by frö Uten, lieber haben guͦt gemach.“
„Daz dete ich, ob ich möhte:“ sprach meister Hiltebrant „Ich muͦß noch rosen riten, man hat noch uns gesant, Kriemhilt die schöne, zuͦ ir hohgezit.“ — „Ez schinet wol, lieber bruͦder, daz ir ein tore sit;
Mich duncket an der wise, die rede sy gemeinlich. Wirt üch üt ze Berne, her Dieterich?“ „Min herre heisset üch bitten.“ sprach meister Hiltebrant „Daz du ime die trüwe leistest, die du im gelobt hest mit der hant.
Du gelobest ime eine reise und swuͦr ime ein eit, Wenne er wolde riten, daz du werest bereit.“ „Nu mag ich nüme reisen;“ sprach der münich Ilsan „Doch weiz ich wol dar umbe, daz ich ez gelobet han;
Wirt üch üt zuͦ Berne, dar wil ich mit üch varen: Der reise da hin gen Wurmez wil ich mich bewaren.“ Do sprach Hiltebrant der alte: „lieber bruͦder min, Rit mit uns gen Wurmez; so wirt uns ein krentzelin.
Ez stot an dem briefe, als uns die maget enbot: Mir und minem herren der helfe nie so not.“ „Ir helfent üwerm bruͦder.“ sprach her Dieterich „Und belibent ir hie heimen, ez stot üch lesterlich.“
„Nu wil ich üch gerne helfen;“ sprach der münich Ilsan „Nu luͦgent, lieber herre, waz ich zuͦ striten han.“ Do zoch er ab die kappen, und warf sy in daz graz: Hey, wie wunnecliche der münich verwafent was!
„Waz tragent ir under den hosen?“ sprach meister Hiltebrant. „Ich trage, lieber bruͦder, min alt sturm gewant.“ Do schöte der von Berne des münich Ilsans swert, Er sprach: „eines guͦten bredier stabes sind ir wol gewert;
Wen ir dem ban entslahent mit üwerm bredier stab, Ich gip üch des min trüwe, ez volget im in sin grab: Wusten ez by dem Rine die edelen Burgender, E sy üch bichte horten, sy wurdent e zwiveler.“ —
„Ich wil gen Wurmez riten, schöwen des Rines fluz, Nach einem rosen krantze, nach einer iunc fröwen kuz. Daz wissent, min herre, daz wirt dort volle bracht, Kriemhilt möhte wellen, sy hette sin nie gedacht,
Durch blümen und durch rosen, sulent ir gelöben mir; Sit ir nach Hünschen recken ist worden ir begir, So sullent wir sy lassen schöwen mangen küenen man, Der in daz vliesch von den ougen wol gebresen kan.
Woltent ir hie erbeizen, lieber herre min, Und woldent ir hie essen, ich geb üch guͦten win, Die münch müssent ez gelten, die in dem closter sint: Die andern müssent essen gersten, ich wil ir ane sin.“
Do besammot sich der abet mit siner bruͦderschaft; Sy hatten alle geliche über des münches craft. Do sprach der von Berne, ein fürste lobelich: „Und lond ir in nüt her wider, ich zerstör üch sicherlich.“
Do wart zuͦ dische gesezet von Berne her Dieterich, Ander halb dar gegen, daz wissent sicherlich, Hiltebrant der alte, der uff erwelte man: Do pflag ir also schone der münich Ilsan.
Do sy do gassent und getrunckent, man hiez her stehen die marck, Ein ros, was Scheminges bruͦder, michel unde stark; Sin swert gurt er umbe, der münich Ilsan, Als zorneclichen er ez by dem gehiltze nam.
Do gie für den abet der münich Ilsan, Er sprach: „vil lieber herre, urlöp wil ich han; Wir müssent alle dienen von Berne her Dietrich.“ „Ich erlöp ez ich gerne,“ sprach der appet „sicherlich.“
Do hiez er im her bringen sin sper und sinen schilt, Do mit er sine tage so dicke hat gevilt, Renig daz guͦt ros wart von im über schritten: Urlöp noment do die herren, von dem closter sy do ritten.
In volget für daz closter münich und ouch man, Sy begunden alle flüchen dem münich Ilsan: „Daz du dich hast gescheiden von diner bruͦderschaft, Des werdest du erstochen und niemer sigehaft!
Er ist ein man so starker, wir sint an im betrogen, Er hat uns mit den oren so dicke umb gezogen, Wanne wir nit wolten duͦn daz er uns gebot: Er broht uns in dem closter in angst und in not.“
Do sprach ein alter bruͦder: „got wil ich iemer loben; Er hat mich mit den oren so dicke um gezogen, Er det mir an dem libe iemerliche pin, Daz ich zuͦ allen ziten in sorgen müste sin.“
An dem fünften morgen, do uff brach der tag, Do worent die herren komen, do daz gesinde lag, One Wolfhart alleine, der lag an sunder stat: Als er die mere horte, er huͦb sich uf den pfat.
Do gieng er für die herren, zuͦ in er do sprach: „Merkent alle, ir herren, diz groz ungemach. Ez hat der von Berne einen münch mit im bracht: Nu kan ich nüt wol wissen, waz er mit im hat gedacht.“
„Spottestu nit?“ sprach Heime.“ vernimestu min wort, Wiltu mir nit gelöben, so sich in selber dort.“ Uff sprungent do die herren alle sament ze hant, Sy leiten an ir schühe und ouch ir gewant.“
Die der schuͦ nit kunden finden, die giengen bar fuͦß, Her Dieterichen ze enpfahen mit irem süessen gruͦz; Sy liefent all geliche, gen der pforten was in gach, One Wolfhart alleine, der lief hinden nach.
Do sprachent do die herren alle gelich: „Sint got wilkomen, von Berne her Dietrich; Und sint ouch wilkomen, der alte Hiltebrant: Wet der übel tüfel, wolt der münch in diz lant?“
„Waz wellent ir, her münich?“ sprach Wolfhart der küene man „Hebent üch zuͦ der zellen balde hin dan. Ich wil nüt mit ich reisen farn in frömde lant.“ Ir sullent üch sin nüt schamen.“ sprach meister Hiltebrant.
„Wer ist der degen iunger?“ sprach der münch Ilsan. „Und wil er sin nüt geraten, einen trüffel slag muͦz er han.“ „Des enbir ich wol.“ sprach Wolfhart gar unverschruͦtenlich. „Wellent ir unbescheiden werden?“ sprach her Dieterich.
„Wer ist der ritter iunger?“ sprach der münich do „Der sich mit über müte wiget also hoh?“ „Du wirst in wol erkennen:“ sprach meister Hiltebrant „Er ist diner swester sun, daz tuͦn ich dir bekant.“
„Und ist ez denne Wolfhart,“ sprach der münch Ilsan „Daz ich den han funden, den vil küenen man! Er lag in der wiegen, do ich in zuͦ nehsten sach: Ich wuste nit, daz ich von im solt liden so groz ungemach.“ —
„Sy sint noch nit gewahsen, Wolfhart und Sigstap“ Ane grosse stürme koment sy niemer in ir grab.“ „Nu müse sy got behüeten!“ sprach der münich Ilsan „Sit daz ich han funden die zwene küene man.“
„Die rede lont beliben,“ sprach meister Hiltebrant „Und rüstent üch vil balde, ir herren alle sant, Daz wir dert betwingent die fürsten lobelich.“ — „Wol uff, wir müssent hinnan!“ sprach her Dieterich.
Do für der künig Etzel wider in sin lant; Mit im reit der von Berne und meister Hiltebrant, Wolfhart und Sigstap und der münch Ilsan, Die worent irem herren mit gantzen trüwen under tan.
Do der kunig Etzel wider heim bekam, Do sach man mit im riten mangen stoltzen man: Des fröte sich frö Herte, die edel künegin, Do enpfieng sy wol die herren mit mangen iunc fröwen für.
Do nam der künig Etzel den Berner mit der hant, Ander halb dar gegen den alten Hiltebrant; Daz dritte daz was Rüediger, der milte marggraf rich: Er fürte sy also schone für die künigin milteclich.
4. Also fröwe Herte die herren hiez wilkomen sin.
Do sprach gezogenlichen die edle künigin güt: „Sint got wilkomen von Berne ein fürste hoch gemüet, Und sint ouch wilkomen, her Hiltebrant.“ Do enpfieng sü wol mit zühten die recken al sant.
[Man seit ir von dem garten, der were so schon bereit, Do sesse lieplich inne manig iuncfröwe vil gemeit.]
Sy seiten ir von dem güden, daz an dem Rine was: Sy seiten ir von dem gefügel, daz uff der linde saz; Sy seiten ir von den megdin, die werent hübsch vnd glantz, Iecliche trüge uff ir höbet einen rosen krantz;
Sy seiten von den zwelf helden, werent schon zuͦ velde komen, Von iren waffen röcken hette nie kein man vernomen: „Uff ieclichen ist gesmidet zwelf guldin vogel, Man muͦz ir gevider über al die welte loben.“
Do sprach gezogenlichen die edel künigin rich: „Ir bringent uns der rosen, von Berne her Dieterich, Daz wil ich um üch verdienen, die wil ich han daz leben, Und üch mit miner hende riche gobe geben.“
Sprachent do die fröwen: „ach got, möht daz sin, Der uns nu breche der rosen von Wurmez ab dem Rin! Weler durch unseren willen gen Wurmez komet geritten, Der hat den pris erworben noch fürsteclichen striten.“
Do sprach gezogenlichen die edel künigin: „Nu han ich doch hie heimen manig cluͦgez megetin; Neina, zieren helde, verdienent richen solt: Dar um wil ich und min megetin üch iemer wesen holt.
Werent üch frümeclichen, als durch den willen min; Daz wil ich um üch iemer verdienent sin; Schlahent tiefe wunden mit ellenthafter hant: Ich gip ieder man ein iunc fröwen dar zuͦ ein witez lant.
Hant sy by dem Rine ir röcke alle über zogen Und uff ieclichen gesmidet zwelf guldin vogel, So wil ich die üwern alle sant besunder Uff ieclichen heissen smiden zwelf mer wunder.“
Aller erst hiez frö Herche die kisten uff tuͦn, Do wolte die künigin werben um bris und um ruͦm; Sy sprach: „nement daz golt und daz edel gesteine rich, Und schlahent es uff die recken so rechte wunneclich.“
Die goltsmid hiez sy smiden mit ellenthafter hant, Manig liechtez mer wunder, daz was in wol bekant, Daz ez von den recken so wunneclich erschein: Iegelichz het in sim munde einen liehten stein.
Die baner hiez sy wircken mit dem golde so rot, Wan ez die edel künigin allez do gebot. Dar in wart gefüeget manig edel stein, Der durch sine tugent so wunneclichen schein.
Do hiez die küniginne die helm al durch graben Mit den edelen steinen, die die xij kempfer solten tragen; Dar in was gehenket mangez liehtez berlin, Daz durch sine tugent gab so wunneclichen schin.
Den recken hiez sy kösen manig snelle marck: Zuͦ den ziten worent sy lange, zuͦ den brüsten starck; Do sprungent sy gar wite, des worent sy gemeit, Daz man von dem wunder noch singet unde seit.
Ein zelt hiez sy machen, daz kostet riche habe: Golt und edel gesteine schein gar liecht dar abe; Ez brante als ein kerze, daz man da von gesach: Dor under hetten die zwelff kempfen vil güt gemach.
Golt und edel gesteine was dar in getragen vil; Man vant under dem gezelte manig herlich spil; Die tavel worent besten beinin, glat als ein glas: Obene in dem knopfe der liechte karfunkel lag.
Die gezierde was bereitet so rechte wunneclich, Also sy ein künig füeren solt so rechte gewalteclich: Ime worent zehen wite lant under tan, Dar zuͦ kam in zuͦ helfe manig stoltzer man.
Do hiez die küniginne balde für sy stan Die zwelf stultzer ritter, die zuͦ strite solten gan; Do mante sy ir helde, die edel künigin: „Nu lant üch nüt über güden ze Wurmez an dem Rin.“
Do also mante sie die helde rich, Besunder den von Berne, den edelen Dieterich: „Neina, edeler Bernere, tuͦ ez durch willen min, Schaffa, daz din lop erschelle ze Wurmez an dem Rin.“
Do sprach der von Berne, er wolt ez gerne tuͦn, An dem Rine zuͦ werben umb pris und um ruͦm, Daz die schönen fröwen der worheit müestin iehen, Der pris were erfochten: „wol uff, ez muͦz geschehen!
Gent uns urlöp, fröwe, den pris wellent wir beiagen, Daz man üch die mere her wider kunne gesagen, Der garte sige zerstöret und ouch die rosen rot, Sit daz ez frö Kriemhilt durch ir hoffart gebot.“
Do sprach der von Berne: „vil edele künigin, Ez wirt von mir zerhöwen liechter helme schin Und wirt ouch begossen von bluͦte also naz, Ich schaffen so tief wunden, für wor so wissent daz.
Wir wellent hinnan varen durch unsern über muͦt, Und wellent daz nüt lossen durch keiner schlachte güt.“ Also sprach der von Berne: „vil edele künigin, Wir tuͦnt ez alle gerne, durch den willen din.
Möchtent wir sy betwingen mit ellenthafter hant, Daz uns wurd under tenig künig Gippich un̄ sin lant, Mit sinen starcken helden, mit schilt und ouch mit spern, In hoffart und in über muͦt, wa wir sin begern:“
Do sumde sich nüt mere von Berne her Dieterich, Dannan begunt sich rüsten manig helt so lobelich, Also vermessenlichen verwaffent sich manig man: Do wolden die herren alle varen do von dan.
Urlöp nam der von Berne zuͦ der künigin her, Urlöp nam von Bechlar der milte Rüediger, Zuͦ den schonen fröwen, die do sassent in dem sal, Urlöp nomen die recken zuͦ der frowen über al.
Urlöp nam Hiltebrant, gar ein bider man; Urlöp nam sin bruͦder, der münich Ilsan; Urlöp nam do Sigstap an der selben vart; Urlöp nam sin bruͦder, der küne Wolfhart.
Urlöp nam do Heime, ein küner gar degen; Urlöp nam do Wittich, ein ritter uz erwogen; Urlöp nam von Rüssen Hartung ein künig rich; Urlöp nam von Kriechen der schone Dieterich.
Urlöp nam von Denmarck der iunge künig Früt; Urlöp nam von Stire ein degen hoch gemüet; Urlöp nam künig Etzel, und alle sine man: Also vermessenliche fürent sy von dan.
Uff brachent do die herren mit ir baner wit; Die ros wurdent verdecket gar herlich an der zit; Uff den liechten helmen manig zimer lag, Daz da von erlüchte rechte als ob ez were dag.
Do hiez der künig Etzel blosen uff die her horn: Dannan begunt sich rüsten manig recke hoch geborn; Der sturm van wart enpfangen von meister Hiltebrant. Do leitet er die herren mit fröden durch daz lant.
Dannan fürent do die herren, mit so grosser macht, Daz sy in zwentzig tagen, und in ein wil der nacht, Worent do komen an den Rin do Wurmez lit: Do huͦb sich in dem garten ein vil grosser strit.
Also Hiltebrant der alte des Rines fluͦt ersach, Also vermessenlichen er zuͦ den herren sprach: „Ir recken von den Hünen, nu merkent alle sant, Daz ir üch witzelich haltent in künig Gippichen lant.“
Do stiez er uff den anger die baner uz der hant, Und sprach zuͦ den herren, der alte Hiltebrant: „Ir recken von den Hünen, erbeissent alle hie, Sülichen grossen verien gesahent üwer ougen nie,
Also einen by dem Rine, den kenne ich also wol, Wer über sinen willen über varen sol, Der bedarf gütes gelückes, sol er han daz leben: Zuͦ dem wil ich riten, ob er uns frid wil geben.
Und ist derselbe verie gar ein grosser man; So hat er zwelf süne, die sint alle freisam: Den er sol über füeren,“ sprach meister Hiltebrant „Von dem wil er han verigen solt, den rechten fuͦz, die linden hant.“
Do sprach der von Berne: „daz were ein übel pfant, Solt ich im hie lossen einen fuͦz oder eine hant.“ Do sprach der von Berne, der wunder küene man: „Daz wissent uf min trüwe, ich grif in selber an.“
5. Also münch Ylsam und der verge mit ein ander stritent.
Do sprach der münich Ilsan: „ich wil ein botte sin Zuͦ dem selben verien noch hüt an den Rin; Er wenet, ich sie ein wallere,“ sprach der münch Ilsan „Wenne er minen bart ersihet, der selbe grosse man.“
„Diz sint selzene mere.“ Wolfhart schiere sprach „Wie kan sich nu gefüegen diz groz ungemach Von disen recken allen gen einem einigen man? Wie sullent wir den in dem garten zwelf gesigen an?
Wir sullent ime flehen als man dem esel tuͦt, Wenne er nüt sek wil tragen, mit einem knütel guͦt, Und sullent denne sprechen: nu für uns über Rin, Daz dir der tüfel lone, der liebe herre din!“
Sy worent mange wile geriten und gerant, Die recken von den Hünen deren sich bekant, Daz sy unverzaget werint in sturm und in strites not; Do sach man uf der heide manig baner rot.
Uz der stat ze Wurmez nam man der geste wor, Ritter unde fröwen sahent alle dar; Man sach ob den helmen erglesten mangen stein: „Diz ist ein frisch gesinde.“ sprochen sü all gemein.
„Und ist ein glich gesinde, mit golde wol durch wegen: Mich duncket an dem sinne, sy wellent strites pflegen, In dem rose garten, mit disen helden hie: Sy worent anders an den Rin her komen nie.
Ir ist ane massen vil, mein sy gar ane zal, Man sicht an dem Rine wol berg unde tal, Und ir liechten hütten gar wunneclichen ston: Daz sich sülicher geste Kriemhilt nüt wil erlon,
Des schende sy der tüfel, und ouch ir helde guͦt, Mit ir brief senden, die sy zuͦ den Hünen tuͦt! Sy hat mit iren helden gehaben mangen strit: Ieder man luͦge zuͦ im selber, wie ez dar nach lit.“
An den selben stunden gie der münisch zuͦ hant En halb an dem Rine, do er den verien vant, Er begunde lut rüeffen: „wiltu über füeren zwelf man? Des wellent sy dir lonen.“ sprach der münich Ilsan.
En halb an dem Rine der guͦte verie sprach, Als er den münich Ilsan mit siner kutten sach: „Ia, vil lieber bruͦder, ich wil dich durch got über füeren.“ Do begunt er mit dem riemen daz schiffe vaste rüeren.
Und do er kam her über, und sach daz er was so bereit, Er sprach: „ir münich veiger, waz hant ir mir geseit? Und ritent in üwerm lande wal bruͦder also, So mag der leidig tüfel üwers gevertes wesen fro.
Stritent ir in uwerm lande also sere durch got In harnesch und in ringen, daz ist der gröste spot, Der by tusent ioren nie me erhebet wart: Waz hant ir mir gelogen, ir alter laster bart?“
Der verie zucket ein ruͦder uf den münich er do sluͦg; Münch Ilsan mit dem barte hette liste genuͦg, Er under sprang dem verien daz breite ruͦder lang: Do sluͦgens uf ein ander mangen herten swank.
Der münich zuͦket den verien zuͦ im an den staden, Do begunden sy in dem sweize vor starcken slegen baden, Daz daz bluͦt dem verien uf die füesse fiel: Sy sluͦgent mit den füsten ein ander in dem giel.
Der münich gap dem verien ein ungefügen duk, Daz er zuͦ der erden muͦs nemen einen bug: „Numer dummer, amen.“ sprach der verie zuͦ hant „Sülicher starcker tüfel wart mir nie me bekant.
In sturmen und in striten wart ich nie gefult: Nu hat er mich betwungen so gar in sin gewalt, Als ich von siben ioren sy ein kleinez kint.“ Münch Ilsan mit der kutten sprach: „mich wunder nimt,
War dir verige die sterke nu komen sy; Nu hab ich mangen helden so dick gewonet by Mit minem scharfen swerte, daz ich han in miner hant: Wiltu sin nüt enberen, ez geschiht dir ouch zuͦ hant.“
„So lont üwer zürnen.“ der verige schiere sprach „Also liebe geste ich noch nie gesach, Also die recken von Hünen mit irn helden vin, Sit nach in hat gesendet frö Kriemhilt die künigin,
Solt ich mich nu setzen gen disen helden fri, So müez mir grosse torheit vil nahe wonen by. Sit daz ir frö Kriemhilt selber hat begert, Wes sy den an sy muͦtet, des wirt sy gewert.“
Do hiez er zuͦ den staden bereiten schiff genuͦg, Dar in trat vermessenlichen manig ritter cluͦg, Mit iren gekrönten helmen frölich an der stunt. Norprecht hiez der verige, und sprach durch den munt:
„Sint got wilkomen, ir recken da her uz Hünen lant; Ir worent mir werkliche vor gar unbekant; Han ich üwer keinem zuͦ leid üt getan, Der mit mir zürnen welle, der sol ez varen lan.“
Do sprochent do die herren, sy wolten ez gerne tuͦn. Also schuf der verige im selben eine stete suͦn; Dar noch fürt er über mangen stultzen gast, Des schilt unde helme gap gar liechten glast.
In der stat zuͦ Wurmez manig ritters fröwe sprach: „By allen unseren tagen kein ouge nie gesach So vil stultzer helde gefüeret über Rin: Kriemhilt die schöne mag wol in nöten sin.
Kument sy in den garten, werklich daz geschicht, Sülich grosse ungefüege, daz man mir vergiht, Kriemhilte sy erslagen ir besten helde zart: Einich grosse reise nie me gehuwen wart.“
Norprecht der verige anders nüt enpflag, Mit drin süellen schiffen, biz an den dritten tag, Wan daz er über fürte künig Etzel und sine man: Das sahent do die herren und die fröwen alle an.
Als er über brachte manges stoltzen recken leben, Do sprach der künig Etzel: „nu sullent ir merken eben, Ich gip üch weder silbe noch golt, unz wir her wider went . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Bring ich den her wider mangen stultzen heilt, Von Kriemhiltes recken, so wirt mit üch geteilt Min guͦt also mit trüwen, daz ir mirz sagent danck: Nu lant üch by dem Rine die zit nüt wesen lang.“
„Ach fürste und lieber herre,“ der verge schiere sprach „Geschicht üch in dem garten hie kein ungemach Von Kriemhiltes recken, daz were mir sere leit: Nu koment, wen ir wellent, ir vindent mich bereit.“
Also koment do die herren gen Wurmez an daz velt, Sy sluͦgent uf fröliche manig schön gezelt; Des küniges von Hünen daz gezelte was so stark, Der ez solt han geköfet, ez kostet me den tusent mark.
Do sprach der küne Wolfhart: „war umb sint wir her komen, Ze striten um des riches kron? daz han ich nüt vernomen, Oder durch schöne fröwen? der mirz dete bekant, So wolt ich helme schroten.“ sprach der wigant.
Do sprach Hiltebrant der alte: „lieber ohen min, Du wirst strites geweret hie by disem Rin, E daz man uns nu scheide uz disen rosen rot, Daz wissest uf min trüwe, du komest sin in not.“
Do sprach Wittich der küene: „wir sullent alle iagen Einen botten in den garten, der uns die mere kunne gesagen, Ob die recken by dem Rine zuͦ striten sigent bereit, Oder obe in dem garten sy die künigin vil gemeit.“
Do sprach Hartung von Rüssen: „mir sint die mere geseit, Fünfhundert schöner fröwen sint uf der heide breit. In dem rose garten muͦz der strit beschehen.“ „Wolte got,“ sprach Wolfhart „daz ichs solte ane sehen!“
Do sprach der von Berne, der fürste hoch gemüet: „Zuͦ dirre botschaft ist nieman also guͦt, Also Rüediger von Bechelon der marggrofe milt, Der füeret für die fröwen wol der eren schilt.“
Do sprach künig Etzel: „milter Rüediger, Rit hin in den garten, und erwar uns die mer, Ob die recken by dem Rine zuͦ striten sigent bereit, Oder in dem garten sige die künigin vil gemeit.“
Do sprach Rüediger der milte: „ich hörte mere sagen, Ez solte eines küniges botte riche cleider tragen, Den einer wolte senden zuͦ sinem eben genoz: Trüeg er nüt riche kleider, ir laster were groz.“
Do hiez der künig Etzel balde her für tragen Ein gewant, kostet zwelf tusent marck, mit golde durch slagen, Dar in was geleget manig edel stein, Der durch sine tugent so wunneclichen schein.
Do sprach der von Berne: „ir nement daz gewant so clar, Dar inne ritent ir für einen küniges botten zwar, Für die schönen fröwen in die rosen hin: So müssent sy alle schöwen uff daz golt so fin.
Also Rüediger der milte ersach daz schön gewant, Er enpfieng ez vil schiere und leit ez an sich ze hant, Er zoch ez übere die brünie, do was ez also guͦt: Mit frölichem hertzen er was hoh gemüet.
Do gap daz golt von dem gewande so rehte liehten glast; Dem milten marggraven an fröden nie gebrast; Sin ros stuͦnt gesatlot uff der heide breit: Do für er nüt alleine, sin knecht Herman mit im reit.
Also kam er für den garten, von dem ros wolt er stan, Do wolt der marggrave für die fröwen gan, Er erbeisse von dem rosse nider uff daz lant: Wie bald ez sin knecht Herman do von im gehant!
Er kam für die fröwen, als noch ein botte tuͦt, Mit frölichem hertzen, sy worent hochgemuͦt: Ein himelz für die sunnen swebt ob der künigin; Sy grüze tugentlichen den milten marggraven sin.
Do wart er wol enpfangen von der künigin her; Do dancket er mit züchten der milte Rüediger; Do sprach der fröwen eine: „er ist uns unbekant; Sage, fürste richer, wie bist du genant?“
6. Also der marggrove zuͦ den fröwen kam.
Do sprach der marggrove so rechte tügenlich: „Ich dienen künig Etzel und von Berne her Dieterich; Durch sülliche aventuͦre bin ich her gesant, Die schönst under üch allen; wie ist die genant?“ —
„Die schönste under uns allen ist Kriemhilt die schöne maget, Eines richen küniges dohter, von der man wunder saget, Fünf hundert schöner fröwen muͦz man by ir sehen, In dem rose garten, sule der strit geschehen. Kriemhilt der schönen ist der gewalt geben, Welt zwen sy scheidet, die behaltent wol ir leben.“
[Fünf hundert schöner fröwen sassent vor ir an der schar. „Die schönst under in allen, wie ist die genant?“] Do by hette er gerne die künigin bekant; Er wolte ir sagen mere von dem künig uz Ungerlant.
Zwelf richer küniges dohtere sassent vor ir in dem gras; Die schönste under in allen gar schön gezieret was: Sy was an dem libe ein stultze maget cluͦg; Ein kron von rotem golde sy uf ir höbet truͦg.
Die kron was gezieret mit fünf stollen wunneclich, Also schon gezieret mit edelem gesteine rich: Wenne sy sich wolte neigen, die stoltze maget fin, So gap das edel gesteine gar wunneclichen schin.
In dem ersten stollen lag ein krastellin, In dem andren stollen ein edeler smaragt fin: Ob den zwein stollen lag ein rubin guͦt, Der bran zuͦ allen ziten also ein heisse gluͦt.
In dem dritten stollen ein liechter iochant, In dem vierden stollen ein edeler ademant: Ob den zwein stollen ein liechter karfunkel stein, Der zuͦ allen ziten als ein kertzen schein.
In dem fünften stollen lagent zwei bild guldin, Daz ein was Sifrit gelich, daz ander der künigin. Ob der kronen obenen lag manig edel stein, Der durch sine tügent so wunneclichen schein.
Do was der margrave für die fröwen komen, Er sprach: „edele fröwe, noch hant wir nüt vernomen, War um wir von den Hünen her sigent bekomen: Vil edele küniginne, daz hetten wir gerne vernomen.“
Do knüwot er für die fröwen, der margrave zuͦ hant, Also tugentlichen gap er ir den brief in die hant. Vor ir stuͦnt ein schriber, sie bot im yne dar, Sy sprach: „lesent, lieber meister, so nement wir sin war.“
Do der schribere den brief uff gebrach, Heia, wie lut er lachte! nu hörent, wie er sprach: „Ez stot an dem briefe wunders also vil Von zwein richen künigen, der ez merken wil,
Der mag wol lieplich lachen, die mere sint so clar: Uns enbüt der künig Etzel und der Berner offen bar, Sü wellent hie heim suͦchen Kriemhilt die künigin fri Und iren starcken helden mit strite wonen by.
Ez sprichet der künig Etzel und her Dieterich von Bern, Kriemhilt der schönen wellent sy strites gewern, Sü wellent ir zerstören die bluͦmen und daz gras, Daz ez von dem bluͦte wirt gegossen also naz.“
Do sprach die küniginne: „daz selb ich in enbot, Der strit muͦz geschehen in den rosen rot: Sit daz sü minen helden mit strit gesigent an, So muͦz vatter und bruͦder in wesen under tan.“
Do sprach ein iunc fröwe zuͦ dem marggraven zuͦ hant: „Neina, fürste guͦter, tuͦ uns daz bekant, Den garten sy zerstöret und die rosen rot, Sit daz ez frö Kriemhilt durch ir hoffart gebot.“
Do die küniginne ir beider red ersach, Daz die iuncfrowe zuͦ dem margrofen sprach, Sy sprang von dem gestüele, zuͦ ir recken sy do trat: Der milte marggrave mit rede sy do bat.
7. Also die iuncfröwe den marggraven bat zuͦ hören der vögelin gesang uf der linden.
Do sprach die iuncfröwe: „ez ist der wille min, Sit daz ez hat gehöret die here künegin, So bittent üch lan hören daz gesang der vogelin, Oder ich wil von üweren hulden keiner gescheiden sin.“
Do det der marggrave als ein bider man, Der sich zuͦ fröwen hulden wol gefüegen kan; Er sprach ir zuͦ mit worten, der garte were schön bereit, Und sesse lieplich dar inne manig iuncfrowe gemeit.
Des fröte sich Kriemhilt die künigin gemeit. „Möchte uns werden zuͦ hören ab der linden breit Von manger süessen stimme gesang der vogelin!“ „Daz sol fri geschehen!“ sprach die künigin.
Die belge begunt man drucken, durch rören gieng ein wint, Obnen in die linden, do die vögelin sint; Sy sungent wider ein ander, clein un̄ do bi groz: Ez wart nie herze so trurig, daz der kurtz wil verdroz.
Manig vögelin kleinez, daz do lute sang, Daz ez in den lüften gar wunnenklich erklang; Sy sungent wider ein ander, tröstel und nahtegal, Daz ez uz dem golde so rehte lute erhal.
Do sprach der marggrave so rechte tügent lich: „Ir hant hie uf erden ein gantzez himel rich; Solt ich dar in leben, die wil ich leben mag, Mir were by den fröwen ein ior ein kurtzer tag.“
Ein iunc frowe spilte rötelin so rehte wunneneclich, Wer daz spil erhörte, er müste wesen freuden rich. Hinder sich stuͦnd der grave un̄ zoch ab sin gewant, Der iunc fröwen mit der rotten gap er ez in die hant.
Do sprach die iuncfröwe: „waz fürsten mag daz wesen, Der sich so richer goben gegen mir hat erwegen? Er mag wol sin ein fürste, oder sin genoss, Oder ein richer keiser: sin goben sint so gross.“
Do sprach der iuncfrowen eine. „er ist uns nit wol bekant: Sage fürste riche, wie bistu genant?“ Do sprach der marggrafe so reht dugentlich: Ich diene dem küng Etzel, und von Bern her Dietrich;
Frowe Herchen der milten bin ich under tan: Ich bin geheissen Rüediger von Bechelan.“ — „Ach, fürste, von dinen dugenden ist mir vil geseit: Sihstu vor mir sitzen zwolf iunc frowen gemeit,
Der gib ich dir eine, edeler fürste rich, Mit einer guldin kronen, dar zuͦ ein künig rich.“ Do sprach der marggrofe also ein bider man: „Wie lützel mir frowe Göttlint mit dem selben gan,
An der wil ich mich lan benuͦgen, edel künigin guͦt, Sit daz mich got vom himel vom ersten zuͦ ir truͦg, So wil ich ir stete lossen, daz ich ir gelobet han, Und mich aller frowen mossen, do gelöbent an,
So will ich bi ir alten, der mich leben lot Uwer recken in dem garten, daz noch an gote stot. Sollen wir hinnen füeren die rosen krentzelin guͦt, Ez wart kein schapel nie so sure, daz kein man ie getruͦg.
Durch solich ofentuͦre bin ich her gesant, Wanne wir sollen turnen mit bewoffeter hant? [Oder wo wir sollen striten, daz duͦnt mir bekant?“] Do sprach die küniginne: „iezent an diser stunt, So ist mir liep, wanne man kunt.“
Urlöp nam her Rüediger umb den mitten dag, Do kam er also balde, do daz gesinde lag: Sü schrüwen al gemeine: „vil milter Rüediger, Nu sag uns also balde die wunderlichen mer.“
Do frogete der von Berne den marggraven zuͦ hant, Wo er hette gelossen sin guldin gewant.
Do sprach der margrave so rechte tügenlich: „Ich gap ez einer iuncfröwen, daz wissent sicherlich,
Die machte in dem garten fröden also vil, Ez geborten uff der erden nie man so süessez spil, Von harfen und von rotten, als die iuncfröwe kan. Do sprachen die herren alle: „du bist ein milter man.“
Do möchten sy an die mere lenger nüt genesen. Do sprach Rüediger der milte: „ich bin in dem paradise gewesen, Do sint iuncfrowen iunc und wunnecliche sint, Die ouch allen ougen ir truren ab nimt;
Ir lachen und ir kosen duͦt uns freude kunt, Uz der cloren siden vil manig roter munt, Gezieret wirt gar schone manig ritters lip: Ez gesehen nie ougen so wunnecliche wip.
Selte ich ez allez durch gründen, ich were unmasse gnuͦg, Die fröde die ich han gesehen in dem rose garten cluͦg.“ Do sprach der margrave: „sy werdent mir niemer holt, Wen da mag werden ein küssen, daz ist ein richer solt.“
Do sprach Wolfhart der küeni: „nu bin ich aber fro, Daz ich her bin geritten, und ich nüt bleip al do; Wer solte denne erben daz paradis für mich? Do wil ich ane schöwen manig bild wunneclich.“ —
„So ist ez aber wor, daz man uns heim enbot, Der garte ist gezieret mit den rosen rot, Die linde ist umbe hangen für der sunnen schin: Do darf nieman truren, man vindet iuncfröwen fin.
In sülicher achte wise ist der garte an geleit; Die recken by dem Rine sint zuͦ strite bereit: Uns kan nieman gescheiden an ein grosser strit.“ „Des fröwe mich,“ sprach Wolfhart „daz ez also lit.
Süllent wir denne striten der küniginne vor, Daz sü die fröd ane schöwen uz der linden clor, Do wirt ein schimpf erhaben, da gat ein fürt nach.“ Den recken von den Hünen wart zuͦ strite gach.
8. Also Sigstap und Rienolt zuͦ samen kemen uf der schiltwacht.
Do sprach Sigstap der iunge: „mir ist zuͦ strite gir.“ Do sprach Wolfhart der küene: „also ist ouch mir. So sullent wir einen botten senden, daz sitz nit ziehen lang, Zuͦ striten in den garten; daz rede ich ane wank.“
„Wen wellent wir dar senden?“ sprach her Dieterich. „Daz sag ich üch schiere.“ sprach der marggrave rich „Do sullent wir hin senden den alten Hiltebrant, Der bekennet by dem Rine die recken allesant.“
Der tag nam ein ende, die nacht den sig gewan; Do waffent sich so schiere Sigstap der iunge man, Der schilt begunt er vassen, den helm er ufgebant, Ein sper groz als ein arm nam er in die hant.
Ir zelt und ir hütten worent wunneclich gemacht; Sigstap der iunge pflag do der schilt wacht. Do begegnot im uf der heide Rienolt von Megilant; Er frogte in, wie er hiesse; er seit im ez al ze hant:
Ich bin geheissen Rienolt do her von Megilant; Sage, tegen iunge, wie bistu genant?“ Sigstap der iunge sines namen nüt enseit: Do wider fehden sy ein ander uf der heide breit.
Do stachent sy uff ein ander, die zwene küne man, Sy strittent mit ein ander, die ritter lobesan; Sigstap der iunge Rienolt ein wunden schluͦg: Wie bald sich Rienolt der grosse ab der warte huͦb!
Also Sigstap der iunge ab der warte kam, Do rett er under daz gesinde, der vil küne man; Do seit er die mere dem edelen Berner, Wie im uff der schilt wachte do gelungen wer.
Do rüfet der von Berne meister Hiltebrant; Do kam er also balde, do er die herren vant. Do sprach der von Berne zuͦ meister Hiltebrant: „Rit hin zuͦ künig Gippich, un̄ duͦ im die mere bekant,
Daz wir von den Hünen sint dar um her gewant, Daz er in dem garten den strit nüt ziehe lang; Ob er uns wol süchen zwelf küne tegen, So wollen wir unser zwelfe dar gegen wegen.“
Do sumte sich nit lange der alte Hiltebrant, Er kam balde, do er den künig vant, Do wart er schon enpfangen von dem künig in dem sal; Do danckot im zuchteclichen Hiltebrant der alt.
Do sprach gezogenlichen meister Hiltebrant: „Edeler künig Gippich, ich bin zuͦ üch gesant, Ob ir uz üweren recken wellent suͦchen zwelf degen, So wellent wir uz unserm zwelf dar gegen wegen.“
Do sprach der künig Gippich: „ich wil der erste sin, Zuͦ striten in dem garten, durch willen der dohter min; Ich han ez by minen tagen so dicke gerne getan, Nu wil ich in dem garten der kempfen ein bestan.“
„So bin ich in sülicher ahte, hundert ior sint mir gezalt: Ich beston üch selber.“ sprach Hiltebrant der alt. „Wer bestot mir minen sun Günther, den degen hoch gemuͦt?“ „Den bestot von Denne mark der iunge künig Fruͦt.“ —
„Wer bestot sinen bruͦder, der heisset Gernot? Mit wem er hat gefochten, die schluͦg er al ze tot.“ — „Daz sagen ich üch schiere, und wil üch ez wissen lan, Den bestot Rüediger, do her von Bechelan.“ —
„Wer bestot mir Hagenen? der muͦz ouch an die fart.“ — „Den bestot von Garten min öhen Wolfhart.“ — „Wer bestot mir Walther, do her von Kerling genant?“ — „Den bestot Hartung ein künig uz Rüsse lant.“ —
„Wer bestot denne Stüefing, ein küng uz Unger lant? Der vichtet also sere, und ist ein wigant; Wissent sicherlichen, er ist ein helt guͦt.“ — „Den bestot von Stire Dietliep der hoch gemuͦt.“ —
„Wer bestot einen risen, der heisset Asperian? Füret zwel swert in einer scheiden, mit den er vehten kan; Er ist ein ris langer, das sy dir vor geseit.“ — „Den bestot Wittich, der Memingen treit.“ —
Wer bestot mir minen risen, der heisset Schrudan? Dem sint die Brüssen biz an daz mer under tan; Ich han in uff minem hofe wol viertzig ior erzogen.“ „Den bestot Heime, der hat vier ellen bogen.“
„Wer bestot mir einen ritter, heisset Herbort? Der sich in keinen nöten noch in striten nie geforht; Er ist ein helt küner, daz wissent sicherlich.“ — „Den bestot von Kriechen der schöne Dieterich.“ —
„Wer bestot mir Volker, von Alzeye genant? Frö Brünhilt swester sun, ein videler bekant; Wissest sicherlichen, er ist ein küner man.“ — „Den bestot min bruͦder, der münich Ilsan.“
„Wer bestot mir Sifrit, ein künig uz Niderlant? Der füret zwelf swert, eines ist Balmung genant; Er vichtet umb min dohter, daz wissent sicherlich.“ — „Den bestot min herre, von Berne her Dieterich.“
Do sprach der künig Gippich: „nehten ist worden wunt Rienolt uff der warte: ist dir daz üt kunt? Er mag nüme vechten; daz sy dir vor geseit.“ Sigstap begunde lachen, und sprach: „daz ist mir leit.“
Urlöp nam zuͦ dem künge der alte Hiltebrant; Do kam er also balde, do er daz gesinde vant: Sy schrüwent alle geliche: „Hiltebrant, getrüwe man, Nu rat uns an den trüwen, wie wir ez griffent an?“
„Die rede lont beliben.“ sprach meister Hiltebrant „Und rüstent üch vil balde, ir recken alle sant, Daz ros unde harnesch nach hie by üch sy: Ich gedencke, ez werde in dem garten noch hüt ein kung rich fry.
Dar waffent üch vil balde, ir recken vil gemeit; Man hat sich in dem garten so ritterlich bereit, Zwelf der kiensten helden, so ich ie gesehen han: Doch getrüwe ich got vom himmle, wir gesigent in allen an.
Wenne ich einen rüeffe, der sol mich verstan, Ein ritter nach dem andern sol zuͦ strite gan; Do by sullent ir merken, daz wir behalten ruͦm.“ Do sprachent do die herren, sy woltent ez gerne tuͦn.
Ez wart do ze rate der alte Hiltebrant, Er schuͦf, daz do die hütten wurdent alle verbrant. Do sach man an dem gevilde mangen helt stark, Mit iren gekrönten helmen, do by ir snelle mark.
Do hiez uf blosen künig Etzel die her horn, Dannan begunt sich rüsten manig helt hoch geborn; Sy ritten gen dem garten frilich uff der ban, Me den rosses löse sweig ieder man.
9. Hie stritet Hagen von Tronie und Wolfhart von Garten.
Hagen do von Tronie kam her für gerant: Einen silber wissen schilt fürt er in der hant, Do fürt er uf dem helme zwei guldin horn; Er sprangt in den garten, und rief uz grossem zorn:
„Wo nu, von Berne getrüwe Hiltebrant, Mit wem sol ich nu striten? daz tuͦ mir bekant.“ Sprach Hiltebrant der alte: „mit Wolfhart, Der hebet by dem künig, ze strite wol bewart,
Under einer baner wite, von golde ist sy rot.“ Also vermessenlichen sprangt Wolfhart in den tot, Sin helm was gesteinet und gap ouch liechter schin, Do fürt er an dem schilte ein wolf was rot guldin;
Do fürt er uf dem helme, der degen vil gemeit, Ein silber wisse stange, von der man wunder seit, Dar an die golt schellen, daz rede ich ane wank, Wenne er den helm erschutte, daz ez vil lut erklank.
Sin ros gieng in sprüngen, das was wiz als ein harm; Do fürt er in der hende ein sper groz als ein arm; Do ritten sy uff ein ander, die zwene küne man: Sy stachent uf ein ander, daz sy vielent nider uf der ban.
Sy griffent nach den swerten, die zwene küene man. Sy sluͦgent uf ein ander, die recken lobesan, Sy stritten mit ein ander, die ritter uz erlesen: Do wolte sich kein weder strites nüt erwegen.
. . . . . . . . . . Do schluͦgen uf ein ander die zwene küne man, Daz sich muͦst verkeren ir liechter brünigen schin: Wie möchten do die herren zorniger gewesen sin!
Von ir beider helmen gie ein für rotter wint; Sy striten mit ein ander recht als ob sy werint blint; Die ringe begunden risen nider in daz graz, Daz von ir füessen so gar verdretten was,
Also sy müede wurden, sy sossent uf daz lant, Wie bald do ietweder den helm ab gebant! In was von den slegen worden also heiz, Sy wischeten von den ougen den stoup un̄ ouch den sweiz.
Do sy der wint erwate, die zwene küene man, Sy sprungen uf geswinde, und griffent ez wider an, Sy sluͦgent uf ein ander, nach dem alten siten: Ez wart von den recken so tüvelich gestritten.
Hagenen von Troni daz güden was nach gelegen: Wolfhart von Garten begunt sin vaste pflegen; Wie küen her Hagen were, doch geröwe in die fart: Do schrtet in durch die ringe der küene Wolfhart.
Sy begunden ein ander briesen angst unde not; Daz ir beider schilte von bluͦte wurdent rot: Wolfhart von Garten ein vil küene man, Sluͦg Hagenen von Troni, daz er zuͦ der erden bekam.
Uf sprang die küniginne, von der man wunder seit, Do schied sy von ein ander die recken vil gemeit, Un̄ wer sy nüt dar komen, Wolfhart het in erschlagen: Doch muͦst man Hagenen von Troni uz dem garten tragen.
Do sprach Hiltebrant: „wo nu, Wolfhart, ein küener man! Mich duncket an dem sinnen, du bist komen uff strites ban. Du solt din zürnen lassen gegen mir nu sin: Ich wene, ich habe dich strites gewert hie by disem Rin.“
Wolfhart dem küenen wart die rede zorn, Er begunde rüeffen, daz sin stim lut als ein horn, Er sprach: „ich wil noch me striten, durch den alten griz, Mir werde den ein küssni von einem roten mundelin.
Verbindent mir die wunden;“ sprach der küene Wolfhart „Durch willen schöner fröwen, wil ich uff die fart.“ Hiltebrant der alte zühteclichen sprach: „Nu swig, lieber öhen, und habe din gemach.“
Hiltebrant der alte sprach: „nu wol hin dan!“ Er fürt in von dem ringe, den vil küenen man, Er zoch in uz dem harnesch, den küenen wigant; Er sprach: „ich wil noch me striten mit verwoffenter hant.“
Wolfhart rief vil lute über den witen plan: „Wo bistu, Hagen von Troni? ich wil dich me bestan.“ Do antwurt ime tugentlichen die künigin rich, Sy sprach: „er wil nüme striten; habe dir den pris sicherlich.“
Do schied uz dem garten Wolfhart der küene man, Mit also grossen eren, daz er Hagnen hat gesiget an. Do sprach der von Berne: „Wolfhart ist ungezogen, Er hat sich von Hagens slegen hüt gar sere gewogen.“
Wolfhart der küene gar zorneclichen sprach: „Swigent, lieber herre, und habent üwer gemach; Mich duncket an dem sinne, ez sy nüt ein gogel spil: Syfrides slege von dem Rine werdent üch duncken al ze vil.“
10. Hie stritet ris Asperion und Wittich.
Do rief der künig Gippich: „Asperion, bistu bereit? Umb Hagenen von Tronie ist mir an trüwen leit; Han ich dir bi minen tagen ie keinen dienst getan, Nein, Asprion küener, des soltu mich geniessen lan.“
Uf sprang der rise, lang und da by groz: „Ich weiz in al der welte keinen min genoz.“ Er waffent sich mit grimme, und huͦb sich uf die ban. Do rief under die Hünen Hiltebrant der küene man:
„Wo bistu nu, Witke, der liebe geselle min? Duͦ ez durch den von Berne, den lieben herren din. Sichstu in dem garten den risen Asprion: Ach, Wittich, küene ritter, den soltu beston.“
Do sprach Wittich: „ach, Hiltebrant, kanstu mir üt gesagen, Han ich dir dinen vatter oder dinen bruͦder erschlagen? Daz du mich hast verroten gen des tüvels man, Und mich gen im hast gesellet: du grif in selber an.
Er ist also groz und also lang der tüfel mir, Daz mir nach sinem striten nüt ist min begir.“ Also sprach Wittich der ritter unverzeit „Mich duncket an dem sinne, dir sy min leben leit.“
Do sprach der von Berne: „Wittich, ein küener degen, Ich wil dir keiner lihen und dar zuͦ geben, Bringest du den risen uff vallendes wank, Ach, Wittich, ritter küener, des wil ich dir sagen dank.“
Also sprach der von Berne, der unverzagte man: „Scheming daz guͦt ros wil ich dir wider lan, Daz du brecht von dem berge, von dem vatter din: Erslestu den risen, ez sol din eigen sin.
Ez wart mir in dem garten, do du stritte mit Amilolt: Ich wil dir ez wider lossen, verdienestu den solt.“ „Noch wolt ich nüt striten,“ sprach Wittich der wigant „Ez werde denne umb das guͦt ros bürge meister Hiltebrant.“
Hiltebrant ward bürge, tuͦt uns daz liet bekant. „Noch wil ich nüt striten,“ sprach Wittich der wigant „Gegen dem langen risen wagen min werdez leben, Mich verwaffen den margrof Rüediger, und welle mir suͦn geben.“
Do wart verwafent Wittich der küene degen, Von Rüeters wegen wart ein stete suͦn gegeben. Den schilt bot im Heime, er sprach: „got müez din pflegen.“ Do sprangt in den garten, Wittich der küene degen.
Der rise kam geschritten, und was wunderlich getan: Oberhalb des gürtels was er vii closteren lang. „Nu müsse mich got behüeten!“ sprach Wittich der küene degen „Ich forchte der lange tüfel bring mich umb min leben.“
Der rise mit den zwein swerten huͦb uf Witken an, Daz er müste wichen gegen den fröwen hin dan; Doch vacht er listeclichen, Wittich der degen guͦt, Er kond sich wol gehüeten: wie vast er wider sluͦg!
Ez was under den helden keiner so gar über zelt Also der küene Wittich, were er nüt gewesen ein helt, Sines libes so vermessen, Scheming were verlorn; Doch muͦst ez ime ze sure werden, dem recken hoch geborn.
Do sprach Hiltebrant der alte: „Wittich; fluchstu hin dan: Scheming daz guͦt ros wil min herre selber han.“ Do huͦb er sich an den risen, Wittich der küen wigant, Er erreichet in mit sim swerte, und sluͦg im ab ein hant.
Der rise wart erzürnet, mit der anderen hant Er sluͦg Wittichen den künen uff sines helmes want, Daz er muͦst strucken nider in daz gras: Von des risen grimme daz beschehen was.
Der rise der schluͦg Wittichen, daz er viel uf ein knie: By allen sinen tagen was ez im geschehen nie. Uff sprang do Wittich, dem risen zwischen die bein, Er schriet im einen fuͦz ab dem risen unrein.
„Ez muͦz dir zuͦ sure werden, daz du mich brecht uf ein knie, Wissestu uf min trüwe, du wirst gefellet hie.“ Er schriet im ab sin halsberg, als wir ez hören sagen, Es möhtin drie gesellen noch niergunt han getragen.
Do rief die küniginne: „Wittich, du solt mir in lossen leben.“ Er dat also erz nit horte, unz er ym nam daz leben. Do kert er sich hin umbe, und sprach: „ir stoltze maget, Wellent ir den risen langen, er sy üch unverzaget.“
„Waz solte mir ein tote?“ sprach die künigin zart „Do din lip des ersten von mir an gerueffet wart, Do büttu mir ein tödez or, und woldest mich nit verstan, Biz du in hast erslagen? nu solt ir selber han!“ —
„Edele küniginne, üch gezimet vil baz, Daz ir in selber habent; wan er vor üwer eigen was. Min herze stuͦnt in vorchten, do ich in betwang, Daz er müste vallen von mines swertes clang.“
Historische Ausgabe 1820; Druckseiten 16–30. Die ungezählte Ergänzung nach Vers 2196 erhält die redaktionelle Kennung 2196a. Lesarten und Kollationsnachweis stehen im Prüfbericht.
Do schied uz dem garten Wittich der wigant; Scheming daz güt ros gap im der Berner an die hant; Da uf was gesessen der fürste lobelich; Er sprach: „nu fürcht nüt mere künig noch keiser rich.“
11. Hie stritet Schrudan und Heime.
Do rüft der künig Gippich: „wo bistu Schrudan? Rich a dinen gesellen, du uz erwelter man! Uf sprang der rise, in so grossem zorn, Daz er sinen gesellen in dem garten hatte verlorn.
Er sprach: „sin müz einer engelten und komen sin in not, Oder ich wil noch hüt rechen Asprionis tot.“ Im wart sin gesmide balde her für bracht, Er waffent sich mit grimme, als er hatte gedacht.
Er wolt den pris erwerben frilich uf der ban; Do rief under die Hünen Hiltebrant ein küner man: „Wo bistu nu, Heime, der liebe geselle min? Sichstu den risen langen, geboren von dem Rin?
Mit dem soltu striten, daz tün ich dir bekant.“ Do sprang in den garten Heime der wigant. Er sprach: „mir hat getrömet do her by minen tagen, Daz ich mit dem übelen tüfel striten solte haben:
Den sich ich in dem garten noch hüte vor mir stan; Nu müz von minen handen ein starcker strit ergan.“ Der rise kam geschritten, und was ein grosser man, Mit starken swinden slegen lief er Heimen an.
Do schlügent sy uf ein ander; dem risen nüt gelang; Daz blüt durch die ringe vast uf die erde sprang; Sy stritten mit ein ander, die zwene küene man, Vor den schonen fröwen frilich uf der ban.
Der rise groz und lange gab Heimen einen slag, Daz der ritter küene under sinem schilt gelag; Doch lag er nüt lange, Heime der wigant, Er sprang uf geswinde, daz swert nam er in sin hant;
Do erschut erz kreftecliche, den schilt er ze rugen swang, Er sprach: „ir rise langer, des streiches sag ich uch dank, E daz man uns scheidet, noch hüt uf disen tag.“ Mag ich ez gefüegen, ich vergilt üch disen slag.“
Nagelringes ecke im in der hant erclang, Er slüg do dem risen tiefe wunden lang; Sy stritten mit ein ander gar unlange zit, Sy begunden ein ander triben uf der heide wit.
Umb warf do Heime daz swert in den henden sin, Sie begunden ein ander triben uff der heiden hin, Er stiez ez durch den risen; zergangen was der strit: Do lag der rise langer uff der heiden wit.
Do schied uz dem garten Heime der wigant; Do sprach gezogenlichen meister Hiltebrant: „Heime, ein herzoge here, und do by wol gezogen, Din kraft und dine hilfe hat mich noch nie betrogen.“
12. Hie stritet Stüefing und Dietliep von Styr.
Do sprach der künig Gippich: „wo bistu, Stüefing? Verwaffen dich vil balde noch hüt an disem ring; Han ich dir by minen tagen ie keinen dienst geton, Neina, Stüefing küener, des soltu mich geniessen lon.“
Im wart sin gesmide balde her für bracht, Er verwaffent sich mit grimme, als er hat gedacht: „Mit wem sol ich nu striten? der mirs dette bekant.“ „Mit Dietliep von Stire.“ sprach meister Hiltebrant,
Hiltebrant der alte rüefen do began: „Wo bistu, von Stire Dietliep, ein vil küener man?“ Do hüb er by dem künig under einer baner güt, Die baner fürt von Stire Dietliep der hoch gemüt.
Sin baner was geneiget, do fürt er ouch an, Do sprangt er in den garten, der wunder küene man, Gegen sinen widersachen, der was im unbekant: Er froget in, wie er hiesse, er seit im ez ze hant:
„Ich bin geheissen Stüefing, do her uz Ungerlant.“ Do widerseiten sy ein ander, die zwen küene wigant; Zu den brüsten sy do stochent beid sament yr sper: Den rossen sy verhangten, in was zu striten beger.
Sy treip uff ein ander ir beider grosser zorn; Do stochent sy uf ein ander, die recken hoch geborn; Dy schefte sy zerbrachent, ir krachen daz was hel: Sy koment von den rossen, die recken also snel.
Do schlügent uf ein ander die zwene küene man, Sy stritten gar fromeliche, die fürsten lobesan: Sin swert zückt von Stire Dietliep der hoch gemüt, Er schlüg uf Stüefing, daz blüt durch die ringe wüt.
Dietliep fürt geschwinde ein ungefüegen slag, Daz im Stüfinges höbet vor den füessen lag; Er gobete von dannen, in den sattel er sprang: Von zorn und ouch von grimme sin ros vil wit er swang.
Do reit er uz dem garten, Stüefing liez er ligen. Sich hette künig Gippich sines gewinnes gar verzigen; Er sprach: „owe, künig Günther, daz loz dir geklaget sin, Stüefing ist ouch erschlagen: daz sint die beswerde min.“
13. Hie stritet künig Günther und der künig Früt.
Uf sprang der künig Gunther, zürnen er began, Er begunde tröwen manegem Hünischen man; Er sprach: uz grimmem müte: „bringent mir min harnesch güt, Nu müz ich ouch versüchen der Hünen über müt.“
Er woffent sich vil balde er uf sin ros gesaz; Ein krone von rotem golde an sinem schilte was; Do sprangt er under die rosen, die worent im wol bekant. Do rief under die Hünen der alte Hiltebrant:
Wo bistu nu von Ten̄e mark ein iunger künig Früt? Er hebet in dem garten, Günther der degen güt: Mit dem soltu striten, iunger helt stark.“ — „Daz tün ich vil gerne: er vertreip mich uz Dene mark;
Er nam mir min erbe, daz mir min vatter lie: Und git mir got daz gelucke, daz ich gesigen hie, So wirt ez mir gescheiden ane wanden tief.“ Uz grossem über müte künig Gunther rief:
„Hastu hinder dir lüt gelossen, daz vindestu wol hie; Keines frien mannes herze an fröden nie gelie, Durch din grosses tröwen, daz dir got durch den munt: Waz du hast gelossen, daz wirt dir hie wol kunt.“
Er sprach: „mich hat über gangen eines selgen tages schin, Daz ich gen minem vigende ein kempfe hüt sol sin; Ich wil im wunschen gelückes, der mich gen im hat gesalt: Mit im wil ich gerne striten.“ sprach der künig balt.
Sin helm was gesternt, und gap ouch liehten schin; Do fürt er daz marmel an dem schilte sin; Sin baner was geneiget, do erz fürte an, Do sprangt er in den garten, der wunder küene man.
Do sprach der künig Früt: „mir tüt min schade we.“ — „Ich getruwe got von himel, sin sel werden me, E daz man uns nu scheidet.“ sprach der küne man: Also tüfenlichen grissent sy ein ander an.
Gunther von dem Rine, der degen vil gemeit, Fürte in siner hende ein swert unmassen breit, Also tüfenlichen slüg er uf den künig Früt, Daz man von im sach fliessen daz rose varwe blüt.
Do stünt der künig Früt in ritterlicher wer, Also vermessenlichen vor dem künig Günther, Er vergalt im sin striten, sin slege worent groz: Er slüg uff in mit kreften, daz blüt durch die ringe floz.
„Ach, Gunther, dich wil betriegen din groz über müt; Du neme mir min erbe, un̄ mines vatter güt, Daz wil ich dir gelten, als ich schuldig bin: Ich getruwe got vom himel, du gefürst mirz niemer hin.“ —
„Jo hastu ez nüt erfohten, biz nüt also fro!“ Sprach der künig Günther uz übermüte do „Ez wirt in den freuden verloren manig spil: Dene mark daz güt lant ich dir nüt lossen wil,
Ich werde sin den baz betwungen, den ich noch hie bin.“ Do sprach der künig Früt: „füerstu ez von mir hin, Des darf du dich wol fröuwen, daz sag ich dir iegent.“ Do hüb sich von den recken erst angst unde not.
Ez giengent uf ein ander slege ane zal, Schilt, harnesch begunde erklingen, daz ez vil lut erhal. Do rach der künig Früt sinen alten haz; Er sprach: „ich sag dir, Günther, ich wil dich grüessen baz;
Sit du mir hie bist komen uf stritendes fart, Daz wissent uf min trüwe, du wirst hie nüt gespart: Also du mir hast gedienot, also wil ich lonen dir, Mit minem güten swerte; daz soltu glöben mir.
Also sprach der künig Früt do her uz Denemark; Er slüg uf künig Günther manigen slag vil stark; Er det im vil balde lachendes büz: Er schriet in durch den helme, daz blüt fiel ym uff den füz;
Ez ran ym für die ougen, daz er nüt gesach; Uf sprang die küniginne; nu hörent, wie sy sprach: „Wir sullent von ein ander scheiden die zwene küene man.“ Do sprach der künig Früt: „gont von mir hin dan!
Nu lon ich mich nüt scheiden, ich wisse denne, wie; Ioch sol ich min güt lant nüt gewinnen hie? Nu ist ez doch min erbe von dem vatter min: Und lot erz mir nüt wider, ez müz sin ende sin.“
Des antwurt im die künigin an der selben zit: „Ich wonde, ez were umb rosen hie der iwer strit: Wellent ir denne vechten um bürg und um witi lant, So füerent ir von dem Rine ein freveliches pfant.“ —
„Frö, min lant ist mir lieber, den iwer rosen clüg, Sit daz mich min müter uf erden ie getrüg Und ich erwühs ze wissen übel unde güt, Mir ist min erbe lieber, den iwer rosen clüg.“
Do greif er nach dem swerte so rechte grimmeclich; Die fröwen vielent do alle an den künig rich: „Nu hant ir doch gewunnen üwer lant mit wer.“ Er sprach: „ich glöb es nimer, ez sprech den Gunther.“
„Ich wil dirz wider lossen;“ sprach künig Gunther do „Ich ston mit tiefen wunden vor dir gar unfro: Han ich dir zü leide üt getan, daz wil ich nüme tün.“ Also schüf der künig Früt im selber einen steten sün.
„Nümer dümen amen!“ sprach meister Hiltebrant „Wir hant den übelen tüfel in den garten gesant; Er vichtet ritterliche, künig Früt ist unverzaget: Tene mark daz güt lant hat er wider beiaget.“
„Got sihet an dem rechtem, der alle ding wol weiz.“ Also sprach der Bernere „wir verwent disen kretz Der künigin mit dem blüte, daz sy gedenken müz: Von ir briefe senden dünt wir ir lachens büz.“
Do sprach künig Gippich: „sun, min herze klaget, Daz dich einer hat betwungen, den du dicke hast geiaget.“ Do sprach der künig Gunther: „vatter, ez sol sin; Wir hant ez mit hoffart verdienot, uf die trüwe min.“
14. Hie stritet Gernot und Rüediger von Beclor.
Do rief der künig Gippich: „wo bistu, Gernot? Dines brüder wunden went im tün den tot, Neina, degen küener, biderb und unverzaget, Schaffa, daz man iemer mere von dir singet un̄ saget.“ —
„Ichn weiz, waz ich sol vechten, lieber vatter min; Und hette min swester Kriemhilt ir hoffart lossen sin, So leg uns nüt erslagen ritter und risen tot, Und stüent sy nüt in dem garten also schamirot.
Daz du ir hast verhenget, des ist sy worden zü loß: Daz müz man an ir schöwen; ir hoffart ist so groß; Sy ist der rüt entwahsen, und gebe wenig umbe dich.“ Do sprach der künig Gippich: „ach, sun, daz rüwet mich!“
Sines brüder harnesch det der degen an, Sich waffent also balde der recke wol getan; Do sprangt er in die rosen, die waren ym wol bekant. Do rief under die Hünen der alte Hiltebrant:
„Wo bistu nu, Rüediger do her von Bechelon? Gernot hebet in dem garten, den soltu beston.“ Rüediger det balde, daz im Hiltebrant gebot, Er sprangt zü sinem vigende in die rosen rot.
Do stochent sy uf ein ander die zwene küene man, Also fresenlichen uf der selben ban, Daz ir beider brünie wart von blüte rot: Rüediger brocht Gernot in angest und in not.
Wie balde ein iuncfröwe ir beider strit ersach, Mit irem roten munde, nu hörent, wie sy sprach: „Richer Crist von himele, wellest des ritters pflegen, Der sich so riche gaben gen mir hat erwegen.“
Kriemhilt die küniginne die rede ser verdroß, Sy slüg die iuncfröwen in daz mul, daz blüt dar uz floß: „Wunschestu gelückes eime frömden man? Detest du ez den minen, ez were mir lieber getan.“
Also Rüediger der milte daz blüt an der iuncfröwen sach, Er begunste vaste striten uf Gernotes ungemach, Uf sprang do die küniginne, von der man wunder saget, Und schied sy do von ein ander, die recken unverzaget.
Do sprach die küniginne: „vil lieber mark man, Du hast in dem garten din bestez wol getan, Daz müz ich iemer iehen, biz an daz ende min: Du hast erlich erstritten den pris an disen Rin.“
Do schied uz dem garten der milte mark man. Hiltebrant der alte rüfen do began: „Rüediger der milte, der degen unverzaget, Der hat an Gernote den grösten pris beiaget.“
15. Hie stritet Walther von Cerlingen un̄ Hartung von Rüssen.
Do rief der künig Gippich: „wo bistu, Walther von Cerling? Verwaffen dich vil balde noch hüt an disem ring. Han ich dir bi minen tagen iekeinen dienst geton, Nein, Walther von Cerling, des soltu mich geniessen lon.“
Er verwaffent sich vil balde er uf sin ros gesaz; Ein löwe von lasüre an sinem schilte was: „Mit wem sol ich nu striten? der mirz dette bekant.“ „Mit Hartung von Rüssen.“ sprach meister Hiltebrant.
Hiltebrant der alte rüefen do began: „Wo bistu nu, von Rüssen Hartung, ein küener man?“ Do hüb er bi dem künig under einer baner güt: Daz rad fürt von Rüssen Hartung der hoh gemüt.
Die baner was geneiget, do fürt erz ouch an; Do sprangt in den garten der wunder küene man: „Mit wem sol ich nu striten? der mirs dette bekant.“ „Mit Walther von Cerling.“ sprach meister Hiltebrant.
Den schilt nam er zü den armen, daz sper in sin hant, Also vermessenlichen er uf Walther do rant; Die schefte sy zerbrachent mit ellenhafter hant: Sy koment von den rossen nider uf daz lant.
Sy slügent uf ein ander, die zwene küne man, Sy stritten mit ein ander frilich uf der ban, Daz sich uz der linden manig vögelin ze hant. . . . . . . . . . . . . . . . . .
Also sy müede wurden, sy sassent uf daz lant; Wie balde ietweder den helm ab gebant! In was von den slegen worden also heiz, Sy wischeten von den ougen den stowp und ouch den sweiz.
Also sy der wint erwate, die zwene küne man, Sy sprungent uf vil balde, und grissent ein ander an. Uf sprang frö Kriemhilt, die küniginne wis, Sy schied sy von ein ander, und gab ietwederem den pris.
Do scied uz dem garten Hartung der küne man: Hiltebrant der alte rüfen do began: „Hartung hat erlich gefochten, daz ist worden schin: Des truret an irem herzen Kriemhilt die künigin.“
16. Hie stritet Herbort und Dieterich von Criechen.
Do rief der künig Gippich: „Herbort, ez got an dich! Neina, degen küener, nu verwaffen dich; Han ich dir by minen tagen iekein dienst getan, Neina, degen küner, des soltu mich geniessen lan.“
Sich verwaffent do mit grimme der herzog Herbort. Do sprach die küniginne: „sehent ir genen dort! Möchtend ir den betwingen, ir uz erwelter man!“ Den schilt bot im die künigin; do reit er von dan.
Do sprangt in den garten der unverzagte man; Also frevenliche hüb er uf der ban: „Mit wem sol ich nu striten? der mirz dette bekant.“ „Mit Dietriche von Kriechen.“ sprach meister Hiltebrant.
Hiltebrant begunde rüfen grimmeclich: „Wo bistu nu, von Kriechen schöner Dieterich?“ Do sprach Hiltebrant der alte so recht gezogenlich: „Herbort hebet in dem garten, daz wissest sicherlich.“
Dieterich det do gerne, daz im Hiltebrant gebot, Do sprangt er zü sinem vigende in die rosen rot, Gen sinem widersachen, uff der selben vart: Do stochent sy uf ein ander, die helde also zart.
Sy koment von den rossen nider uf daz lant, Sy grissent nach den swerten mit frevenlicher hant, Sy begunden ein ander triben in dem garten entwer, Sy slügent uf ein ander; in was zü strite beger.
Sy stritten mit ein ander gar unlange zit, Sy begunden ein ander triben uf der heide wit, Sy tribent in dem garten ein ander hin ze tal: Wie küne Herbort were, doch müz er nemen einen val.
Dietrich fürt geswinde ein ungefüegen slag, Daz im Herbortes höbet vor den füessen lag: „Nu bistu gevallen, daz ist mir nüt gar leit.“ Do schied uz dem garten Dietrich vil gemeit.
17. Hie stritet Rienolt und Sigstap.
Do rief der künig Gippich: „wo bistu, Rienolt? Verwaffen dich vil balde, wiltu verdienen den solt, Vor der küniginne; nu bistu vor hin wunt.“ „Jo wil ich gerne striten.“ sprach Rienolt durch den munt.
Also die rede erhorte der alte Hiltebrant, Er begunde rüfen Sigestaben ze hant: „Wol her für, degen iunger, diner helfe tüt uns not; Du müßt mit Rienolt vehten, ist iezunt me den halber tot.
Ir füegent wol zü sament, ir sint beide krank.“ Sigestap der iunge mit fröden für her sprang; Do slügent uf ein ander die zwene küne man: Daz sach uz der linden manig iuncfröwe wol getan:
„Waz giht die künigin Rienolt? er ist doch vor hin wunt: Wie treit sy in irem herzen so maniger valschen funt! Wenet sy mit iren siechen noch pris hie eriagen? Und sint ir in dem garten ritter und risen erschlagen.
Wenet sy vertriben der Hünen über müt Mit ir spital siechen von lant und ouch von güt?“ Do sprach Brünhilt diu zarte: „werlich, so wolte gon Der wagen für die rinder, als ver ich mich verston.“
Waz do die fröwen sprachent, die stolzen helde zart, Sy slügent uf ein ander frilichen an der vart, Also frevenlichen mit iren swerten güt: Sigestap der iunge Rienolt ein wunden schlüg,
Daz man daz blüt sach fliessen über sinen lip hin dan; Er sprach: „werlich, daz dirz die künigin nüt en gan, Daz du lenger lebest, daz ist mir worden kunt, Daz sy dich heisset vechten mit starken helden gesunt.
Wer dir die küniginne in gantzen trüwen holt, Sy gebe dir in dem spitel silber unde golt, Und hiez din schone pflegen, als man vor hin hat getan An den spital siechen; des soltu gelöben han.“
Rienolt der grosse begunde zorneclichen leben: „Nu han ich mangen riemer dicke me gesehen, Uf der breiten erde iung und do by alt, Die doch müsten fliehen, so ez mit swerten galt.“
An den worten brochte Rienolt einen slag, Daz im Sigstap der iunge vor den füessen gelag; Rienolt sprach mit zorne: „wo nu, ein küner degen? Wie ist din grossez züden so balde hie gelegen!“
Do Wolfhart der küne sinen brüder vallen sach, Also zorneclichen er uf der ferte sprach: „Owe, Sigstap, brüder, wie tüt ez dem herzen min, Daz ich zü disen stunden nüt ein kempfe für dich sol sin!“
Do Sigstap der iunge horte sines brüders wort, Er sprang uf geswinde, mit sines swertes ort, Rienolt dem grossen slüg er ein wunden tief; Uz der schönen linden die küniginne rief:
„Du solt ir lossen leben, iunger helt güt, Du hast in dem garten erworben pris genüg.“ Sigstap der iunge kerte sich nüt an der künigin rüf, Biz er Rienolt dem grossen leid un̄ ungemach geschüf.
Do sprach er zü Rienolt: „diner rede du engilt.“ Er begund in süchen durch harnesch und schilt, Unz er vor der küniginne nüme strites mochte getün: Sigstap hat ervohten an Rienolt grossen rün.
Do schied uz dem garten Sigstap der iunge man; Hiltebrant der alte rüeffen do began: „Sigestap der iunge, ein degen unverzaget, Er hat an Rienolde den grösten priz beiaget.“
Hiltebrant der alte rüeffen do began: „Wo sumet sich so lange der münich Ilsan? Wie förchtet er sich so sere, getar er nüt herfür gon? Den kle mit blüt vergiessen, als er dicke hat geton,
Und ouch hie bedecken mit siner kutten wit, Biz im die küniginne einen kempsen git.“ „Jo, lieber brüder,“ sprach der münich Ilsan „Waz ir mir gebietent, daz sol ich grifen an,
Do zü bin ich bereitet wol zü striten hie.“ Also frölichen der münch in den garten gie: Do trüg er ob den ringen ein grow kutten an, Ein swert in siner hende trüg der münich Ilsan.
„Sit daz die küniginne nach strite hat beger, Daz man vor ir strite, dar umb bin ich komen her, So gebe sy mir ein kempfen in die rosen lieht, Oder ich zertret sy alle, ich leid ir ewen nieht.“
Do begunt sich walgern der münich Ilsan In dem rose garten; nieman greif in an, In den liechten rosen; des was der münich gemeit: Daz was Kriemhilte usser massen leit.
Do begunt der münich die rosen vast zertretten; In hette die küniginne lützel des gebetten, Daz er in dem garten treip so grossen über müt, Daz duchte frowe Kriemhilt do zü nüte güt.
Do sprach die küniginne: „lieber vatter min, Laz dir disen grossen spot hüt geklaget sin, Den hie im garten tribet der münich Ilsan: Hastu keinen so küenen, der in getür bestan?
Daz sin gröwe cutte iemer sy geschant!“ Do begunde lachen der münch Ilsan zü hant, Er sprach gezogenlichen: „vil edele künigin clare, Flüchen ist verbotten, daz sag ich üch füre war.
Ich weiz wol umb den orden, ich bin ein closter man.“ Do sprach die küniginne: „so hebstu übel an, Hast du dich über wunden, daz du wilt dienen got, Und mir den hie erzeigest dinen grossen spot!“ —
„Den orden trag ich rechte: sich an den bredier stap, Den mir in dem closter der abet selber gap; Er hat mich uz gesendet, ich süle bichte hörn.“ Do sprach die küniginne: „der münich wil uns törn;
Ich forchte, uns welle betriegen der alte baltiner; Sin rede mich sere verdrüßet, sin spot lit mir swer; Ein scharfes swert er bruefet für einen bredier stap! Saga, waz der abt nüt unselig, der dir in ze handen gap?“ —
„Edele küniginne, er hatte witze genüg, Er sach an minen geberden, daz ich in mit eren trüg, In stürmen und in striten, uz grower orden recht.“ — „Dar umb leitet dich der tüfel in die helle schlecht!
Ich sagen dir sicherlichen, er stot dir niemer abe, Wenne du dienest dem tüfel mit dinem bredier stabe.“ — „Nu förchte ich nüt so sere, als daz helle für: Ich wil noch hüt geschowen manig mündely gebür,
In dem rose garten, mit minen ougen snel, Und sölt ich umb die rosen verlieren hie min sel; Die mere kam in daz closter, die mich her trüg, Man geb ieder man ein küssin von einer iuncfröwen clüg,
Wer hie getürre striten umb einen rosen crantz: Durch die wil ich brechen schilt und helme gantz.“ Do sprach gezogenlichen die edele künigin zart: „Nu küsse dich der tüfel an dinen ruchen bart!“
In nide und ouch in hasse diu rede do gelag: „Dir wirt mit scharpfen swerten noch hüt manig slag.“ — „Dez bin ich begerende in miner brüderschaft, Daz man mich vaste slage mit hertes swertes kraft.
So wil ich die kutten regen und daz wullin gewant, Daz ez zü den Hünen fro Herken wirt bekant, Und ouch den roten münden, der manger by ir wont, Wie sere mir min kutte über dem lip hie dunt.
Ir müssent selber sprechen, e daz der schimpf ein ende nimt, Üwere bester held einer wirt noch gen mir ein wint. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
18. Hie stritet Volker und der münch Ilsan.
Do sprach der künig Gippich: „wo bistu, Volker? Ich wil dir noch hüt clagen mines herzen ser, Die mir hie erzeiget der münch Ilsan: Neina, degen küner, den soltu grifen an,
Mit dinem güten swerte, helt gar unverzaget; Höre, wie spötlichen er vor miner dochter saget; Wir sint in dem garten alle sament sin spot: Möchtist du den betwingen, daz uns des hilfe got,
Des hettest du iemer ere, und wir sin iemer rin.“ Do sprach Volker der spil man, er wolt ez gerne tün, Waz er (iemer) möchte uf stritendes vart, Und ouch dem feigen münich erschütten sinen bart.
Volker der spile man was zü strite bereit; Do fürt er an sinem schilte ein videlen wol gemeit; Do sprangt in den garten Volker der spil man: Also düfenlich grifen sü ein ander an.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sy stritten mit ein ander, die recken lobesan, Mit starcken swinden slegen, gap der münch hin dan.
Sy stritten mit ein ander gar unlange zit, Sy begunden ein ander triben uf der heide wit: Der münich sach an die fröwen, tüt uns daz liet bekant; Dar um begunt in ströffen meister Hiltebrant:
„Pater noster! brüder, wiltu den orden fören, Durch willen schöner fröwen?“ — „sweig, laz mich gebären, Min ougen müssent schiessen uf der minne spil: Nu bin ich doch ein kempfe uf der heide zil.“ —
„So wer dich, müz bart, vaste!“ sprach meister Hiltebrant „Wir sint durch iren willen komen in daz lant, Daz die von dinem libe ist wordin geschant.“ Do schlügen uf ein ander die recken wol bekant.
Ez giengent uf ein ander slege ane zal, Schilt, harnesch begunt erklingen, daz ez vil lut erhal. Die ringe begunden risen in der rosen schin; Sy logent do gesträwet, als sy werint geset dar in.
Do bracht der münich Ilsan ein ungefügen slag, Daz im der videlere vor sinen füssen gelag. Doch lag er nüt lange, Volker der spil man, Uf sprang er geswinde, den münich lief er an.
Der münch begunt in triben uf der heide en twer, Ein wil iegt er in hin, ein wil her. Uf sprang die küniginne, von der man wunder saget, Do schied sy von ein ander die recken unverzaget:
Do sprach die küniginne: „münch, dich wil ein iuncfröwe laden, Einen brief in daz closter senden, den soltu dar tragen, Daz man dir setze zü büsse also vil.“ „Daz tün ich vil gerne,“ sprach der münich „ob ich wil.
Waz ir mir hie klagent, daz tüt üch werlich not: ich lit hie erslagen ritter und risen tot; Der bicht han ich gehöret, die büz die ist in swer, Die sy hant enpfangen.“ sprach der bredier.
„Din closter müz verbrinnen,“ sprach der vödiler „Do du inne soldest wesen, du alter baltiner! Dich und dine brüder wil ich dem tüfel enpfelen: Du hast mir mit dinem bredier stab grosse streiche geben.“ —
„Got mües uns behüeten, als ich üch sagen wil, Mich und mine brüder! daz ist besser vil Min bredier stap ist lieht und do by scharpf, Den für ich eine mit kreften, dar zü ich niemans bedarf;
Daz han ich wol beweret in den rosen rot.“ Sprach Volker der küne: „ich bin komen von die in not. Ir möchtint für die kutten lieber clore siden tragen, Sit daz man üch uz dem closter nach strit uz sol iagen.“
„Ez tüt einer für den andern;“ sprach der münich do „Ez ist mir an geboren, des bin ich von herzen fro, Von den Wilsingen, die hant ez dicke geübt: In stürmen noch in striten wart nie keiner über strebt.
Daz han ich hüt geüebet den iungen halde vor, Daz sullent sie schöwen hie uf strites spor. In stürmen und in striten was mir nach eren gach: Wenne ich kome aber in daz closter, so tün ich dar nach.“ —
„Ich en weiz nüt um din closter, du ungewisser kapelan, Were ich by dinen brüderen, ich hiez sy von dir gan, Also ich nu diner hant worden bin gewar: Er ist ein tüerer teller, der din gepflegen getar.“
Do sprach der münich Ilsan: „wo ist die küngin her? Hat sy by dem Rine der videler ieht mer? Wie süz ir seiten klingent, ir videl boge ist krank!“ Do trüg er einen bredier stap, der was uz massen lang.
Do herte der münich Ilsan über mütes vil, In den roten rosen, als ich üch sagen wil: Er hette do zertretten daz gras und ouch den cle: Daz det dem künig Gippich und siner dochter we.
19. Hie stritet Sifrit und der Berner.
Do rief der künig Gippich: „wo bistu, Sifrit? Verwaffen dich vil balde, und tü daz ich dich bit, Daz du mich nu rechest und die süne min: Kriemhilt die schöne sol din eigen sin.“
Uf stünt die küniginne, tüt uns daz liet bekant, Sy gieng gezogenlichen für den küng uz Niderlant, Sy küst in zartlichen an sinen roten munt, Sy sprach: „strit frölichen, dir wirt fröde kunt.“
Er sprach: „Kriemhilt, schöne fröwe, du solt an angest leben, Mir wirt in dem garten der pris schon gegeben: Wer mit mir sol striten, und het er drier manne müt, Ich getrüwe in wol ze twingen mit minem swerte güt.“
„Ach, Sifrit lieber herre, Sigemundes trut,“ Sprach die küniginne zü im über lut „Got müz din iemer pflegen, als liep ich dir mag sin!“ — „Nu lossent üwer sorgen, vil edele künigin;
In stürmen und in striten det ich nie abe wank: Ich getruwe ez wol zerfüllen, daz ir mirz sagent dank.“ So sprach Sifrit der küne, der fürste hoch geborn „Waz min swert begrifet, daz ist alles sament verlorn.“
Wie gar er hürnin were, zweiger man harnesch leit er an; Do sprangt in den garten der wunder küne man: „Mit wem sol ich nu striten? der mirz dette bekant.“ „Daz soltu mit dem von Berne.“ sprach meister Hiltebrant.
Hiltebrant begunde rüfen: „vil lieber herre min, Ich hab üch grosse ere behalten an dem Rin; Sehent in dem garten Sifriden an: Edeler voget von Berne, den süllent ir bestan!“
Do sprach der von Berne: „Hiltebrant, du spottest min; Ich hette mir lieber viere bestanden an dem Rin, Den daz du mich hast verroten gen des tüfels man, Den kein swert kan verhöwen: du grif in selber an!“
Er wolte nüt mit im striten, und reit von im hin dan, Uz dem rose garten; zürnen er began, Von zorn und ouch von grimme den helm er ab gebant: Hiltebrant der alte kam her nach gerant.
„Wo lont ir mich alleine, verzagte Dieterich?“ Sprach Hiltebrant der alte so rechte zorneclich „Getürrent ir in dem garten Sifrit nüt bestan, Laster unde schande müssent wir alle han.“ —
Ich wil mit im nüt striten, ich grif en ouch nüt an, Ir bringent mir in den garten ein andern bider man, Der sy von fleisch und von beine, als ein ander min gelich: Mit dem wil ich striten.“ sprach her Dieterich.
„Wo sol ich den nemen? daz süllent ir mir sagen.“ Er sprach: „so lont mich striten von Bürgenden mit Hagen.“ Do sprach gezogenlichen Hiltebrant der alt: „Nu sint ir dick geritten nach strit in einen walt,
Do bestündent ir risen, tier un̄ do bi man: Und getürrent ir vor den fröwen ein einigen nüt bestan, Des hant ir iemer schande, wo man ez von üch saget: Her Dieterich von Berne ist an strit gar verzaget.“
Von zorn begunt stieben Hiltebrant daz wasser über den bart. „Weinstu aber, öhen?“ sprach (do) Wolfhart „Hant ir in den garten brocht einen bider man, Wil nieman mit im striten, ich grif in selber an.“
„Sa mir got! du endörft.“ sprach meister Hiltebrant „Wir sint durch iren willen komen in diz lant, Nu kan ich nüt wol wissen, wie ez uns sol ergon: Her Dieterich von Berne wil Sifriden nüt beston.
Woldestu mir helffen, öhen,“ sprach meister Hiltebrant „So verwaffen dich vil balde, und sitz ouch uf ze hant, Rit zü einer litten, do bi in einen grunt: Mir und minem herren müz ein zürnen werden kunt.“
Er reit zü sinem herren so rechte zorneclich: „Wes hant ir üch beroten, her her Dieterich?“ — „Owe, lieber meister, wes hant ir üch bedocht? Und hant ir in den garten keinen anderen kempfen bracht?“
„Wo solt ich den nemen?“ sprach meister Hiltebrant „Ich wolte, daz ir nie werint komen in diz lant; Sit ir Sifriden strites nüt getürrent wern, So sprechent, ir sint siech; des wil ich üch helfen swern.“
„Owe,“ sprach der von Berne „daz ich ie har gereit! So swer, lieber meister, selber hüez ich dir den eit.“ „So wol uf!“ sprach der alte „sit ir sint ungesunt, Und riten zü der litten do by in einen grunt.“
Sy koment dar geritten, sy erbeisten in daz gras; So vil der hohen berge und der litten by in was. „Wol nider von dem rosse!“ sprach meister Hiltebrant. Her Dieterich saz von dem sinen un̄ gap im ez an die hant.
Vil schiere zü einem böme het er gebunden die mark; Der iunge der was blöde, der alte der was starck, Do gieng er an gerichte, do er her Dieterich vant: „Nu wirt ez anders geschaffen.“ sprach meister Hiltebrant
„Wellent ir den pris gewinnen; so müssent ir fürbaz gan.“ „Nein,“ sprach der von Berne „du loz uns stille stan.“ — „Sagent uf üwer trüwe, sint ir her Dieterich, Dem her Dietmar sin erbe liez, sicherlich?“ —
„Jo bin ich der selbe, dem er sin erbe lie, Und ston noch hüte selber vor dinen ougen hie, Und wart dir ouch enpfolen, und dar zü als min lant.“ „Sa mir got, ir liegent!“ sprach meister Hiltebrant
„Ir wurdent nie min herre, verzagte Dieterich!“ Sprach Hiltebrant der alte so rechte zorneclich „E ich üch unbstanden liesse, ir er loser man, Daz wissent uf min trüwe, ich grif üch selber an.“
Do sprach der von Berne: „so trug dich licht din sin, Söldest du mit mir striten, wie gar ich ein iage bin, Daz wissest sicherlichen, ez müs gerüwen dich, Wie dicke du mich heissest: verzagte Dieterich.
Da von, lieber meister, red mir geswinde nicht; Waz möcht üch gehelfen, daz ich mit dem tüfel ficht? Waz hettent ir dest mere, wurde min lip verlorn: Wer solt mit Sifrit striten? er ist ein itel horn.“ —
„Ich höre mangen nemen, man heisset in Dieterich, Und ouch den vogt von Berne, den fürsten lobelich: Man heisset üch den vogt von Berne, un̄ sint ein rechter schalk.“ — „Sam mir got, ir liegent, ir alter laster balg!“
Also sprach er do sinen herren an, Er gedocht: möcht ich erzürnen den fürsten lobesan! Do sprach Hiltebrant der alte: „daz tün ich, ob ich mag.“ Die fust twang er zü samen, er gap sinem herren ein slag.
Ez wart erzürnet von Berne her Dieterich, Er slüg uf Hiltebrant gar unverwissenlich, Mit sinem güten swerte gap er im ein slag, Daz Hiltebrant der alte vor sinen füessen gelag.
Er sprach: „du dunckest dich so übel mit worten zü aller zit, Und list nu hie gestrecket, recht als ein altez wip; Du wenst, dich getürre mit strit nieman bestan.“ Er möcht in durch den harnesch nüt gewinnen an.
Wolfhart der küne horte des helmes klang, Er hüb sich gen der litten, er het ein übeln gedank, Er sprach: „lieber herre, slahent ir so ring üwer man? Und getürrent ir vor den fröwen ein einigen nüt bestan?“
Die rede begunde mügen von Bern her Dieterich, Er sprach: „üwer zorn und der mine sint gar ungelich; Wer weiz, waz in dem garten noch von mir geschicht? Nu rit her zü, Wolfhart, wiltu des selben ieht.“
„Daz sol ich wol gehüeten,“ also sprach Wolfhart „Daz ich mit üch strite; ez wirt von mir gespart; Ich weiz wol, lieber herre, daz ich üch miden sol: Werent ir zü recht erzürnet, des gunde ich üch wol.“ —
„So rit hin, lieber Wolfhart, es mag nüt werden rat, Bring mir min güt ros, daz dort gebunden stat; Rit über dinen öhen, mag er nüt genesen, Man müß mich in dem garten lon die rosen lesen.“
Wolfhart der küne kam aldar gerant: „Tobestu aber, tüfel?“ sprach meister Hiltebrant. „Nein ich, lieber öhen, ich rit gezogenlich: Mich hat zü üch gesendet min herre her Dieterich;
Er hat mich heissen frogen, mügest nüt genesen, Man sol in in dem garten die rosen lossen lesen.“ — „Do rit hin, lieber öhen, und sprich, ich sige tot: So hebt sich in dem garten angst unde not.“
Wolfhart nam daz güt ros, als ez gebunden stat, Er bracht ez sinem herren, als ez an dem liede gat, Dar uf saz vil schiere von Bern her Dieterich: Er was erzürnet sere, daz wissent sicherlich.
Er frogte balde mere: „wie mag Hiltebrant?“ Do sprach gezogenlichen Wolfhart zü hant: „Owe, lieber herre, min öhen der ist tot!“ Er sprach: „so hebt sich in dem garten anigst unde not.“
Her Dieterich wart erzürnet, von Wolfhart er do reit; Er kunde im nit gevolgen uf der heide breit; Er erbeist zü der erden, trürig was sin sin, Hin für den rose garten, daz ros slüg er von im hin.
Er klopfte an den garten: „balde lont mich in, Zü Sifrit dem wilden, wie gar er sy hürnin; Er lit durch in erslagen, meister Hiltebrant: Ich wil mich an im rechen, und wer er ein steines want.“
Er begunde zürnen sere, daz man in nüt in liez, Mit beiden sinen füessen er an die türe stiez. An den selben stunden was Wolfhart zü im komen; Daz güt ros uf der heide het er zü im genomen.
Her für sprang Sifrit uf den witen plon, Er sprach: „wo ist der mine, der mich wil beston? Er fürchtet sich so sere, daz er nüt trüwet genesen: Nu werint wir mit rechte wol die ersten gewesen.
Nu hat er mich versumet, daz ich, an ein, der hinderst bin; Wie sölde ich nu swigen, er komet sin niemer hin: Er wenet zü allen ziten der künsten einer sin, Her Dieterich von Berne, un̄ tüt im nu nüt schin.“
Daz erhorte der von Berne, der fürste lobesan, Sifrides rüefen, zürnen er began; Er gieng durch die rosen, recht als ein wigant; Einen schilt wissen fürt er vor der hant.
Daz ersach ein herzoginne, dü was uz Ungerlant, Sy sprach: „ich sich den von Berne mit verwaffenter hant, Er komet über daz gevilde mit grossem über müt: Er treit uf sinem höbet ein liechten helm güt;
Einen schilt vesten fürt er vor der hant: Ich rate, daz sich hüete Sifrit uz Niderlant.“ „Wer den man twinget mit sines swertes slegen,“ Sprach die küniginne „der ist ein küner degen.“
Er rüft über daz gevilde, der fürste hoch geborn, Daz sin stim erlute, als ein wisent horn, Er sprach: „wo sint nu, künig Gippich, din gesinde? Ich beston üwer etwen, und werent ir des tüfels kinde.
Wo ist nu Sifrit, ein künig uz Niderlant? Der min so lang hat begert mit verwaffneter hant: Ich kom dir noch zü früege, des soltu sicher sin; Wir müssent helme schroten vor der künigin;
Wir müssent schilde höwen mit kreften vor der hant, Daz den strit ane schowent die fröwen allesant; Wir müssent ein ander bringen in angest un̄ in not, Den liechten harnesch verwen mit dem blüte so rot.“
Her für sprang Sifrit, er wart nie so fro: „Jo, Dieterich, ich fürchte nüt din zürnen noch din tro; Ich wil dich hüte grüssen mit dem swerte min, Daz ist geheissen Balmung, un̄ git mir liechten schin.“
Do sprach der von Berne: „des grüessens danc ich dir Mit Rose minem swerte, daz soltu glöben mir, Ez wil dich hüte grüessen, und wirt dir ouch erkant: Für wor, ez müz tringen durch hertes helmes want.“
Zü sament sy do sprungent, die zwene küne man, Manig slag geswinder wart von in getan, Man sach daz für stieben von den helmen dan, Also daz für von der essen, sach man (ez) von in gan.
Harte vermessenlichen zwei scharfi swert sy zugent, Do zerhüwent sy die schilte, daz sy von den henden flugent, Und die trümer nider fielent uff daz lant: Sü fühtent frümecliche mit ellenhafter hant.
Ne danne spannen lenge sü die schilt zerbiegen, Daz sü uff daz gestüle zü den frowen fielent, Die spene von den schilten; weinet manig edel wip: „Und süllent zwen fürsten milte verlieren iren lip,
Durch der künigin willen,“ sy sprachent „ez ist zü vil.“ „Lont vechten!“ sprach Kriemhilt „ez ist mir ein kint spil! Wer gesach durch rosen ie so grimmen strit, Den vichtet von Berne her Dieterich un̄ uz Niderlant Sifrit!“
Sy treib uf ein ander ir beider grosser zorn, Sy slügent uf ein ander, die recken hoch geborn; Do die helde stündent, von blüte ran ein bach, Daz man vor iren füessen daz gras nüt en sach.
Ez giengen uf ein ander die slege ane zal, Schilt, harnesch begunt erklingen, daz ez vil lut erhal, Von den scharfen swerten daz für vaste stöb: Sy möchtin von den slegen beid sin worden töb.
Sifrit gedacht an daz küssin, daz er von Kriemhilt nam Da von der degen iunger aber ein kraft gewan; Do vacht er tüfenlichen uf der heiden wit: Her Dieterich von Berne müst fliehen Sifrides strit.
„Sehent, wie er nu vichtet, so rechte forchteclich Von Sifrit dem künen, von Bern her Dieterich! Ist daz er in betwinget, von Bern den künen helt, So hab ich mir Sifrit den künen für al man uz erwelt.“
Also sprach Kriemhilt: „ich han es wol bedocht, Ez wirt der von Berne noch hüte dar zü bracht; Daz er mir müz dienen, die wil er hat daz leben: Des betwinget in Sifrit der uz erwelte degen.“
Zü hant sprach Brünhilt, ein fröwe wol geton: „War umb swigent ir nüt, fro Kriemhilt? lont üwer güden ston: Wenne der vogt von Berne zü recht erzürnet wirt, Er slecht tiefe wunden, der mange lange swirt.“
Sy stritten mit ein ander, die zwene küne man, Vor den schonen fröwen frilich uf der ban; Sin swert fürt geswinde Sifrit uz Niderlant: Hiltebrant der alte kam her nach gerant:
„Sich ich dich aber fliehen, verzagte Dieterich?“ Sprach Hiltebrant der alte so rechte zorneclich „Des müstu iemer mere lasterlichen leben, Und wirt dir vor den fröwen der pris nüt gegeben.“
Die rede begunde müegen von Berne den künen man, Da sach er sinen meister gar vientlichen an, Er trat im vil nahe, als ich gesprechen mag, Er hette gern gegeben sinem meister einen slag.
Her Dieterich von Berne sin swert mit nide zoch; Hiltebrant der alte mit listen dannan floch; Er sprach: „ich wil dir nüt biten hie uf diser spor, Wanne du slügest mich lichte, als du tete vor.“
Zu samen sy do sprungent, die zwene küne man, Helm und schilt erklungent, also vor hetten getan. Sifrit uz Niderlant sin swert zü beiden henden nam, Er begunt den Berner umb triben uf der witen ban.
Do rief der küne Wittich Hiltebranden an: „O Hiltebrant, uz erwelter man, Trit zü dinem herren und skof in aber mer: Und süllent wir hie verlieren den pris und ouch die er?“
Do begunt lute rüfen meister Hiltebrant: „Wo nu, von Berne ein fürste wol bekant? Sich an die schönen fröwen, die sint gar wunneclich, Gar lieplich ane schowen, und do by fröiden rich.
Sich an die schönen fröwen, geborn von dem Rin, Sitzent under der linden, und spottent alle din, Iung und alt ze male, sy setzent al ab dir, Sy sprechent, du siest ein rechter alf, daz soltu glöben mir.“
Her Dieterich wart erzürnet, riechen er began, Als ein hus, daz da timpfet un̄ wirt entzünder an: Sifrit uz Niderlant wart sin horne weich; Er gap im nach dem blüte mangen herten streich.
„Also über din gemüete, un̄ mach din diener fro!“ Der edel vogt von Berne vorcht sines meisters tro. Daz swert nam er zu beiden handen, von Berne der küne man: Des fröten sich von den Hünen die recken alle san.
Rose wart erswungen in des Berners hant, Sifrit dem künen slüg er die wunden tief und lang Durch horn und durch ringe me den spanne wit: Sifrit der küne müz fliehen des Berners strit.
Sy stritten mit ein ander gar unlange zit, Sy begunden ein ander triben uf der heide wit; Waz er in hatte getriben hin, daz treib er in wider her dan, Da von die schöne Kriemhilt truren do began.
Zü hant sprach Brünhilt, ein fröwe wol getan: „Wo sint ir, min fro Kriemhilt? üwer güden will ergan; Wo ist nu daz ellen, daz Sifrit do treit? Man sicht in vaste fliehen uf der heide breit.“
Also ret die küniginne, dü was so hoch geborn: „Nu mag in nüt gehelfen sin brünie noch sin horn; Die ring begunden risen von dem künen man: Ez ist umb den sinen sig iezunt schier getan.“
„Ich wil in daz versüchen,“ sprach do Kriemhilt „Obe er im angesige, der stolze degen milt. Sol er den pris verlieren uf der heide breit,“ Sprach die küniginne „daz ist mir an trüwen leit.“
Sy stritten mit ein ander, recht als sy werint blint; Zweiger grosser bals berge macht er in gar ein wint, Her Dieterich von Berne, mit sinem güten swert: Sy worent gegen ein ander strites wol gewert.
Er schriet im von dem libe, recht als ez were ein bast; Von des Berners swerte sach man füres glast, Man sach daz blüt fliessen über sinen golt varwen schilt: Do begunde sere weinen die schöne Kriemhilt.
Sy sprang von dem gestüele, den sleiger sy umbe swief, Also zorneclichen sy durch die rosen lief; Do sach sy Sifriden in grossen nöten ston: Sy bat die fröwen alle, sy solten mit ir gon.
Do daten ez die fröwen alle durch die not, Wan ez die küniginne fro Kriemhilt gebot, Sy sprungent uf geswinde, nach der künigin was in gach, Durch blümen und durch rosen liefent sy ir nach.
Sy begunde lut rüefen, die küniginne rich: „Ir lant üwer fehten, von Bern her Dieterich, Ir lont üwer striten, al durch den willen min: Hant ich den pris gewunnen zü Wurmez an dem Rin!“
Do det der von Berne, recht als er nüt gehort, Unz er mit grossen slegen im sin höbet rort; Er achte do gar kleine, waz die künigin sprach, Biz er Sifrit dem künen den helm von dem höbet brach.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Waz man der stahel stangen zwischent sy do schoz, Die zerschlüg der von Berne mit sinen slegen groz.
Do rief die küniginne die fröwen alle an: „Wan helfent ir mir nüt bitten den hoch gelopten man? Daz er durch üweren willen loz sin striten sin: Daz wil ich umb üch verdienen.“ sprach die künigin.
Do rüeften do die fröwen alle sament gelich: „Ir lont üwer striten, von Berne her Dieterich, Ir lont üwer vechten al durch unsern willen sin: Wir sulent üch des prises iehen ze Wurmez an dem Rin.“
Der edel vogt von Berne durch helmes venster sach, Daz so vil der roten mündelin zü im do sprach, Sin herze begunt entlieben gegen den fröwen minneclich: „Nu süllent ir sin geweret.“ sprach her Dieterich.
Sifrit den künen man under die arme nam Man fürte in von dem ringe, den wunder künen man, Under die schonen fröwen, den küng uz Niderlant, Man zoch im ab den harnesch, un̄ schöt im die wunden lang;
Durch harnesch und schilt worent sü me den spanne wit. Er sprach: „in dem Berner der tüfel selber lit, Daz han ich wol enpfunden an disem einigen man: Sulich hart strit geselle kam mir nie uf die ban.
Man sprychet, der tüfel flühet daz crütz, und ist war: Het ich den Berner erkennet vor eim halben iar, Ich hette in ouch gestoben, daz wissent von mir; Mir wirt zü sinem strite niemerme begir:
Der tüfel in der helle mit im striten sol.“ Sprochent do die fröwen: „wir wustens vorhin wol, Wenne der vogt von Berne von recht erzürnet wirt, Er sleht die tiefen wunden, der manigi lange swirt.“
Do bat die küniginne, und die fröwen alle sant, Um einen steten friden den alten Hiltebrant. Do sprach der von Berne: „daz en mag nüt sin, Er gesige den in dem garten vor der künigin.“
20. Hie stritet künig Gippich und meister Hiltebrant.
Do sprach der von Berne: „du alter balter grin, Du müst noch hüt striten mit künig Gippich von dem Rin, Der sol dir wol vergelten, waz du mir zü leit hast getan, Und sol dirz intreenken, mich kriege den min wan.“
„Nu wil ich doch gerne striten.“ sprach meister Hiltebrant „Nu bin ich von den Hünen gen Bürgenden gerant, Daz ich durch schöne fröwen ein kempfe wil sin: Wo sumet sich so lange der künig von dem Rin?
Er verwaffent sich vil balde, und hüp ich zü im dar, Gezieret als ein engel; man nam ir beider war: Do slügen uf ein ander die zwene küne man, Daz ob ir beider helme ouch ein für enbran.
Der künig von dem Rine wolt rechen sin leit, Do zoch er von der siten ein swert, daz vil wol sneit, Do facht er tüfenlichen uf der heide wit: Hiltebrant der alte müz fliehen Gippichs stryt.
Der künig von dem Rine zoch sin swert gar hoch; Hiltebrant der alte mit listen dannan floch, Do hüb den schilt vaste der alte Hiltebrant, Er vorchte sin laster wurd erhellen wite in die lant.
Do sprach der von Berne: „Hiltebrant, du küner degen, Erslecht dich künig Gippich, fro üten wil ich geben Einem anderen man iungen, des ist die froͦ wol wert: Nein, Hiltbrant, du alter, versüch baz din swert!“ —
„Neina, her von Berne, und wurd ich erslagen, So horte man von fro üten iamer unde clagen, Und ouch heisse weinen: ir trüwe ist so groz Gegen mir gewesen, sit uns die trüwe beschloz,
Und sie mir wart gegeben von rechter trüwe zü E: So det irem roten munde fürbaz iemer we, Solte sy danne nemen einen anderen man für mich: So wil ich fürbaz striten umb die fröwen minneclich.“
Er schriet dem künig Gippich durch harnesch un̄ durch schilt; Do sprach Hiltebrant der alte: „her Dieteriches rede du engilt; Wil er fro üten geben einen anderen man für mich, So wil ich frölich striten umbe die fröwen minneclich.“
Do sprach Wittich der küne: „her her Dieterich, Hiltebrant der alte vichtet listerlich.“ Erst begunt er süchen die ersten schirm slege, Er hatte künig Gippich under siner pflege.
Do sprach der von Berne: „Hiltebrant hat vil sin, Und hat ouch vil der liste, wie vigent ich im bin, So höre ich sin lop gerne wit über alle lant: Nu helfent alle got bitten über den alten Hiltebrant.“
Ez giengen uff ein ander slege ane zal, Schilt, harnesch begunt erklingen, daz ez vil lut erhal; Hiltebrant der alte bracht ein ungefüegen slag, Daz im der künig Gippich vor sinen füessen lag.
Do rüften die iung fröwen die küniginne an: „Und wellent ir üweren vatter also verderben lan?“ Sprachent do die fröwen „daz ist ein arger list: Wellent ir nüt gedencken, daz er üwer vatter ist?“
Do rief die küniginne Hiltebranden an: „Du solt mir minen vatter lenger leben lan, [Nu hast du doch gesiget, du solt din striten lon.“ —] „Went ir mit üweren helden minem herren wesen undertan, So wil ich üweren vatter lenger leben lan.“
„Nu mag ich ez wol gesprechen, sicher an allez spel, Ich getrüwe ez wol ze bewisen mit minen recken snel.“ Do sprach die küniginne: „die rede duncket mich tump Mit schilten und mit swerten, die sint worden krump.“
Zü hant sprach Brünhilt: „wo bistu, Kriemhilt? Der Berner wil dir dienen, ob du in enpfahen wilt, Also du hüt spreche, do er mit Sifrit streit: Mich duncket an dem sinne, er sy dir zü dienst unbereit;
Und ouch der künig Etzel, mit managen künen degen, Die du hast von den Hünen gen Bürgenden uz gewegen In dinen rosegarten, durch dinen übermüt, Des lit dir erslagen ritter und risen güt.“
„Min darf nieman spotten;“ sprach die künigin her „Ich trag an minem herzen leit und herze ser; Ez ist mir nüt ergangen, also ich hette gedacht: Min vatter und min brüder sint in zü dienste bracht.“
„Gieng ez mir nach gedencken,“ sprach meister Hiltebrant „So wolt ich nüme vechten um burg und um wit lant; Nu bin von gedancken werlich ungewert: Ich wolte genüg gewinnen an schilt und an swert.“
Do schied uz dem garten meister Hiltebrant, Mit im künig Gippich und Sifrit uz Niderlant, Sy giengent mit ein ander für künig Etzel ston: Do gap künig Gippich uf krütz und ouch die cron.
Do begunt sich clagen der künig uz Niderlant: „Hüt frü was ich ein künig, nu bin ich ein amman; Min crutz und min crone müz ich noch hüt uf geben, Und wider enpfahen zü lehen: was sol mir daz leben?“
Do sprach der künig Etzel: „ir süllent üch wol behaben, Und süllent by dem Rine die cronen selber tragen, Dar under süllent ir dienen von Bern her Dieterich, Und ouch dar zü mir selber, daz wissent sicherlich.“
Do sprach der von Berne, der fürste vil gemeit: Mir und künig Etzel süllent ir sin bereit, Mit üweren starken helden, mit schilt un̄ ouch mit speren In herfart und in reisen, wo wir sin begeren.“
Do sprach der künig Gippich: „daz sol geschehen sin, Ich wil üch gerne dienen, mit den helden min, Mit Gunther und mit Gernot, mit Sifrit uz Niderlant.“ „Do mit sol ich benügen.“ sprach meister Hiltebrant.
Do sprach gezogenlichen meister Hiltebrant: „Nu rüstent üch vil balde, ir recken alle sant, Daz wir den krantz enpfahent, und den kus also güt, Zü einem richen solde, so werdent wir hochgemüt.“
Do sach man in den garten die zwelf helde gon: Gen ieclichen kam gegangen ein iuncfröwe wol geton, Sy wurden umbefangen, ir fröde die was gantz, Do wart den einlef kempfen ieclichem ein rosenkrantz
Gesezet uf ir höbet, geküsset an dem munt. Do sprach Wolfhart der küne: „nu ist mir worden kunt Der solt ze Bürgent richen, der mir heim enbotten wart Den han ich hie erfohten mit minem swerte scharf.
Ich han den krantz enpfangen und den kus also güt, Zü einem richem solde, des fröwet sich min müt,“ Sprach Wolfhart der küne „zü einer gobe minneclich.“ Der rede begunde lachen von Berne her Dieterich:
„Wolfhart ist ungezogen, daz sag ich üch für wor, Er sezet rosen krentze uf ungekemtez hor:“ Also sprach der von Berne „wie ist ez so gar verloren, Daz man mangem er bütet, der dar zü nüt ist geboren.“ —
„Lont üwer rede spehe, her her Dieterich, Min hor ist mir getembet gar unvermessenlich, Ich gip üch des min trüwe, ich duncke üch nie so tump, Also ez mir ist geschlichtet, ich trieg ez lieber krump.
Hagene von Tronie mir mins hores pfläg, Mit sinem güten swerte gap er mir mangen slag, Mir sint ze sure worden alle die rosen clüg, Durch halsperg und durch ringe er mich gar sere slüg.“
21. Also münch Ilsan ein küsser wart von der iungfrowen, und die andern helde ieglichen ein iungfrö küsset.
„Nun weiz ich, waz sy meinent,“ sprach der münich Ilsan „Daz ich ouch han erfohten, und mir nüt werden kan; Die helde sint besoldet, und ich noch ungeweret: Ich müz es baz versüchen mit minem güten swert.“
Do greif er nach dem swerte so rechte grimmeclich: „Mir müz ein schappel werden, daz wissent sicherlich, Oder ich wil die rosen tretten, man seit mir niemer dank: Waz ziehet man mir in dem garten die rosen vor so lang?
Die linde müz sin engelten, daz ich gesumet bin, Daz himel tüch für die sunnen daz schlab ich von ir hin, Daz davon müz risen des liechten goldes glast, Mit minem scharfen swerte erschel ich managen ast:
Die vogel uf der linden werdent al erlost.“ Do sprach die küniginne: „des hab ich keinen trost; Sint ir ein güter brüder, so tünt mir kein gewalt.“ „So gent mir min schappel,“ sprach der münich balt. —
„Den kranz geb man dir gerne iezunt an der zit, Wenne, daz an den küssen ein groz gebreste lit: Dich wil kein iuncfrö küssen an dinen ruchen bart; Daz wizzest sicherliche.“ sprach die küngin zart.
„Bin ich danne der tüfel, daz ich hab ein ruhen bart? Sülich sueze rede mir nie erbotten wart; Den orden trag ich rechte, durch den suessen Crist, Daz wissent sicherliche, wie vigent du mir bist.
Ich wil doch nüt lossen, ich wil haben min recht, Oder ez lit tot von minen henden ritter unde knecht.“ Do sprach die küniginne: „daz soltu lossen sin, Mich und dich versüenet ein rotez mündelin.“
(Do kom gen im gegangen) ein clügez megetin, Die trüg an ir henden ein rosen krenzelin, Mit manger bande rosen, dar under die siden clor, Sy sazte ez dem frien münich uf sin kurtzez hor.
Die selben schönen iuncfröwen er under die arme sie; Sin leit und sin truren von sinem herzen gie: „Wer gesach uf der erden iekein bild so zart!“ So küste den münich Ilsan an sinen ruchen bart.
„Gebe mir daz closter sülicher fröden gelust, Ich getete für die porten nüt so mangen tust, Ich lebte in der kutten iemer ane qual, Die mine wolt ich küssen me den tusent mal,
Zü dienste disem bilde, daz hie vor mir stat; Und hette ich in dem closter söllich fröden rat, Also mir die iuncfröwe in dem garten hat geton! Nu müz mich iemer rüwen, daz ich sy hie müz lon,
Ir lachen und ir kosen und ir lieplich an gesicht.“ Der münich hette zü male sich zü ir verpflicht, Der münich hette sich gerne der brüderschaft erwegen, Daz er der iuncfröwen mit fröden solt han gepflegen.
„Daz were der brüderschaft gar ein arger wank, Und weren üch under dem hore die oren noch so lang,“ Sprach der von Berne ein fürste vil gemeit „Und wurd ez in dem closter dem abet von üch geseit.“ —
„Des abetes und der brüderschaft der valscheit ist so gross, Wer im brechte dü mere, daz ich were libelos, Des fröten sy sich alle, und gebent im richen solt; Und ist nüt in dem closter der münich keiner holt.“
„Der rede mich sere verdrüsset,“ sprach einer, der was wunt „Mir ist in dem garten groz erbeit worden kunt, Waz ieclicher hat fröden, so bin ich an fröden laz: Mir derte zü minen wunden ein senfte salbe baz,
Denne alle rote mündelin, die stont an fröwen clüg. Wolfhart von Garten mir die wunden slüg, Nu hat er mir verhöwen durch harnesch ganze hut: Den smerzen müz ich clagen stil und über lut.
Und ist umb mich nüt (eine), ich gewise noch wol: Wir clagent ouch vier recken, daz man globen sol, Die sint erslagen umb ein kleines güt: Waz git man uns ze lone, waz erhöbet uns den müt?
Stüeffing und Schrudan, die zwene sint erslagen, Herbort und Asprion, hört man nieman clagen, Die durch Kriemhilt willen verloren hant ir leben: Wan sicht sy nüt deste minner in hohen fröden streben,
Des pflege ir der tüfel, als min Wolfhart pflag! Mit sinem güten swerte gab er mir mangen slag.“ — „Mir sint ze sure worden alle die rosen clüg, Mir ist ouch zü schaden komen, daz mich min roz har trüg.
Hagene von Troni, mir ist an trüwen leit, Hastu von minem libe hie kein erbeit: Der mich hette gelossen do heim in Hünen lant, Dir were zü leide nüt geschehen hie von miner hant.“
Do sprach Wolfhart „mir ist leide geschehen: Einer steten früntschaft soltu mir veriehen.“ „Gerne.“ sprach do Hagene „dü schulde ist nüt din: Den mort hat gebrüwen Kriemhilt dü küngin.“
Früntschaft gabent ein ander die herren uf der wal. Do horte man in dem garten rüeffen über al: „Man sol dü roz her ziehen, die herren went hinan varn: Die hie heim went beliben, die müse got bewarn!
Die den sint erslagen, der selen pflege got!“ Daz duncket den münch Ilsan allez sament ein spot: „Ir mügent üch wol fröwen, daz ich bicht hören kan, Ich vergib üch üwer sünde, und entschlach üch dem ban.
Ich bin ein güter brüder, ich mach üch sünden fry: Mir wonet von dem closter so grosse gnade by, Solt ich by disen fröwen in disem garten leben, Ich wolt in für ir sünde geringe büsse geben.“
Danne begund sich rüsten manig küner heilt; Dancken und genaden wart do vil geteilt Von den roten mündelin, die stünden an fröwen clüg: Des fröte sich von den Hünen manig ritter hoh gemüt
Also sy uf die roz gesassent, ir fröde die was gantz, Die recken von den Hünen, der harnesch der was glantz: Der Berner und künig Etzel, mit sinen helden sin, Sy fürten die rosen krenze mit fröden über Rin.
Dü schif und ouch die verien funden sy bereit, Dar in trat vermessenlichen manig helt vil gemeit; Sy schiften mit den rüderen über uf daz lant: Norprecht hiez der verige, und was in wol bekant.
Hiltebrant der alte was der syner schirm, Drissig mark des goldes liez er an dem Rin, Daz wart dem verigen ze lone, und vil güt gewant: „Er hat ez wol verdienot.“ sprach meister Hiltebrant.
Dannan für vermessenlichen manig helt güt, Und ouch manig ritter und recke hoh gemüt: An dem zwelften morgen, tüt uns daz liet bekant, Do worent die herren komen gen Beclar in daz lant.
Do erbeissen do die herren gen Beclar uf daz velt, Sy schlügent uf fröliche manig schön gezelt. Do sprach der markgrave, von art ein biderman: „Also liebe geste ich noch nie gewan.“
Do stalten sich die herren an einen witen ring; Do sach man gen in riten die schöne Gotelint, Nach ir sach man wichen manig schön megetin: Do enpfieng sü vil schone die milte markgrevin.
Do sprach der margrave: „lieber kamrer min, Nu tragent her fröliche min brot und ouch min win; Ich han liebe geste, des fröwet sich min müt: Nu bietent ez in schone, und grisent in min güt.“
Do sprach der kamerere: „nein, herre, ez ist üwer schade.“ Do sprach der margrave: „den wil ich gerne haben, Waz ich in er mag gebieten und schaffen güt gemach, Dar umb lobt mich manger, der mich nie gesach.“
Die dische wurdent bereitet, mit disch lachen clüg, Win und brat fleische daz man dar uf trüg; Sy lebten do mit schalle; in was der koste not: Wolfhart was von hunger nach gelegen tot.
Do sy do gassent un̄ trunckent, man hiez her ziehen dü mark, Mangem künen recken, sin ringe worent starck, Sy stünden ritterlichen uf dem witen plan, Do verwaffent sich vil balde manig ritter wol getan.
Ein bohieren begunt sich heben, sy zerstochent mangen schaft; Iederman uz herzen grunde versüchte sine kraft. Wolfhart von Garten dem was also leit, Daz Wittich der küne Scheming do reit,
Der im in dem garten zü lone was gegeben; Daz begunte müegen Wolfhart den degen, Daz er die gob hatte enpfangen für in so wunneclich: Wittich der küne degen gie für her Dieterich,
Er sprach gezogenlichen: „vil lieber herre min, Wie gerne ich üch nu diente, so en mag ez nüt gesin; Ich kan nüt wol wissen, wor umb, ez duncket mich nüt güt, Daz mich so sere hasset der Wilsing über müt.
[Do sprach Wittich der küne: „ez dunket mich ouch nüt güt, Daz mich so sere hasset der Wilsing über müt] Wie stille ich nu swigen, got weiz min herze wol: Zü sölichen aventüren man nüt vil reden sol.“
Do sprach gezogenlichen von Berne her Dieterich: „Went ir den hinnen riten zü dem keiser Ermentrich, So gedenckent an die eide, die ir mir hant gesworn, Dar an süllent ir nit wenken, ir recke hoch geborn.“
„Io, wolt ich wenken, fürste hoch gemeit, Min lip der sy verwaissen, briche ich den eit.“ Danne für do Wittich uf der selben fart: Daz kam sider zü leide dem iungen Alphart.
Do worent do die herren ze Beclor uf dem plon Biz an den dritten morgen, do fürent sy von dan. An dem fünften morgent, düt uns daz liet bekant, Do worent sy komen gen Hünen in daz lant.
Do seite man die mere der edelen künigin, Wie daz die herren kemint von Wurmez ab dem Rin: Des fröte sich ir herze, sy was so hoch gemüt: Do wurden sü wol enpfangen von mangem megetin güt.
Sy wurden schon enpfangen, die herren über al; Sy fürt die küniginne in den schönen sal; Do forschot sy umb die rosen, die künigin lobesan; Do antwurt ir geswinde der münich Ilsan:
„Vil edele küniginne, mir ist der solt gegeben, Den wil ich mir behalten, die wil ich han daz leben.“ Do rüten do die herren uf der burge wunnesan Biz an den nünden morgen: do fürent sy von dan.
Do für heim gen Kriechen der schöne Dieterich, Do für heim gen Rüssen Hartung der künig rich, Do für heim gen Denmarck der iunge künig Früt, Do für heim gen Stire Dietliep der hoch gemüt,
Do für heim gen Beclor der milte markt man; Do für in daz closter der münich Ilsan: Do der münich Ilsan in daz closter kam, Man wolt in nüt in lossen, den wunder künen man.
Er stiesse an die porte, daz sü uff brach; Do schüf er in dem closter alz ungemach. Her Dietrich von Berne und meister Hiltebrant Fürent mit iren gesellen wider in ir lant;
Do sach man gegen in wichen die herzogin üte, Die enpfieng die herren, sü was wol gemüte. Sü frogte sü die mere: „wie stat ez an dem Rin?“ Do sprach Hiltebrant der alte: „liebe frowe min, Do hant wir sie betwungen mit elenthafter hant.“ Also nymet daz büch ein ende, und ist der Rosegarten genant.