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Teil 1: Strophen 1–540. Haupttext nach Julius Zupitza (Hg.), Berlin 1870. Historische Schreibung und gedruckte Verslücken bleiben erhalten; Variantenapparat und Handschriftenseitenverweise sind kein Bestandteil des Haupttextes.
1
Daz ich iu sage, daz ist wâr. ez wuohs ein heiden zwelef jâr ze schaden manegem manne. dô der ze sînen tagen kam, der lande er vil an sich gewan. des reit er ie von danne gein einem gebirge in einen tan erwerben prîs und êre. mit ime riten ahtzec man: der was minre noch mêre. sî wâren alle küene degen und heten liehten harnesch an und dâ bî strîtes sich erwegen.
2
Er reit gein Tirol alzehant. er stifte roup, mort unde brant in der küniginne lande: er het ir al ir vriunt benomen. daz mær was vür den Berner komen und ouch vür Hiltebrande. her Hiltebrant mit zühten sprach ‘hât ir diu künegin lîden, wir müezen dulden ungemach dar umbe in herten strîten vil snelleclîche an dirre stunt. mîn herre unde ich müezen dar: sô wirt uns âventiure kunt.’
3
Der heiden was unmâzen starc. bezzer vil wan tûsent marc sô was sîn harnesch reine. sîn ros daz was unmâzen guot (ez lief reht als ein schilbe tuot über stocke und über steine, sô er in die wilde reit), sîn harnesch lieht und veste, môrdeclîchen daz er streit. er wolte oht sîn der beste: des brâhte er manegen man in nôt. swer ime dâ wolte widerstân, den sluoc er endelîchen tôt.
4
Der heiden der was hôchgemuot. er hete ein swert unmâzen guot: der knopf und daz gehelze von alsô klârem golde was; lûter als ein spiegelglas glizzen ime die velze. sîn helm von klârem golde schein, sô er reit in die wilde; dar an lac manec edel stein verwürket in diu bilde. dâ zuo vuorte er einen schilt, dar an von rôtem golde was gestrichen manec edel wilt.
5
Sîn brünje alsô herte was von klârem stahel, als ich las, sî eime keiser zæme ze tragen wol in sînre nôt. er wær verdecket vür den tôt, und obe ez alsô kæme daz er in strîte müeste sîn. die ringe wâren veste: reht als si wæren rôtguldîn, gâben si ir gleste. swanne der heidenische man sîn harnesch an geleite, von ime erliuhtet was der tan.
6
Swann er alsô ze strîte reit, sô wol im stuont sîn wâfenkleit in ritterlîchem prîse. er vuorte ein sper wîz unde rein, daz was lûter von helfenbein: drin in vil süezer wîse ein nahtegal sô lûte sanc, swann erz vuort an der hende, dazz in dem walde suoze erklanc und in der steines wende. ir stimme diu gap süezen dôn, wan sî mit grôzen listen was in daz sper verwürket schôn.
7
Innen dês der Berner saz bî schœnen vrouwen, dâ er az. er wart gevrâget sêre von zarten vrouwen an der stunt. sî sprâchen ‘herre, tuont uns kunt: wizzt ir iht vremder mære? ist iu iht âventiure beschehen, die weln wir hœren gerne. der wârheit sülnt ir uns verjehen.’ der edel voit von Berne ûz der mâzen sêre erschrac: er weste umb âventiure niht, swie nâhez sîme herzen lac.
8
Der Berner wart gar schamerôt. er leit an sîme herzen nôt, daz ime kein âventiure bî sînen zîten was bekant. er gedâhte an meister Hiltebrant, ‘der sol mir geben stiure’. urloup er zuo den vrouwen nam, er kunde in niht gesagen; ze Hiltebrande er dô kam, dem begunde er sêre klagen ‘die vrouwen hânt gevrâget sêr mich nâch dingen, der ich niht weiz: daz lît mir an dem herzen swær.’
9
Der alte meister Hiltebrant nam den jungen bî der hant und vuorte in an ein ende. er sprach ‘vil lieber herre mîn, wie lange welt ir heime sîn? ich sterbe odr ich erwende vil griuwelîche grôze klage, diu ist in iuwerm lande. vernement reht waz ich iu sage: wir hân sîn iemer schande, daz man sus wüestet unser lant. wol ûf, lânt uns rîten dar, sô wirt uns âventiure erkant.’
10
Dô sprach der junge Dieterîch ‘her Hiltebrant, mîn vater mich iuch hiez alsô ziehen, biz daz ich wurde ein kreftec man. nu grîfentz ritterlîchen an: ich enwil kein sturmen vliehen. wir wellen zuo der künegin und mit dem heiden strîten. des süllen wir wol sicher sîn, wir müezen durch sî lîden arbeit: diu gât uns dâ in hant. wol ûf, und lânt uns zuo ir dar: wir süllen vrîgen ir daz lant.’
11
Her Hiltebrant dô niht enlie, mit sînem herren er dô gie in einen palast rîche, den er vil schône gezieret vant. dô sprach der alte Hiltebrant zuo hern Dieterîche ‘wem enpfelht ir iuwer lant, die stat und ouch die veste?’ er sprach ‘getriuwer Hiltebrant, dîn rât was ie der beste: rât swie dich selben dunke guot.’ dô sprach der alte Hiltebrant ‘herre, sô habent hôhen muot’.
12
Dô schuof der alte Hiltebrant daz vil schiere wart besant ein burger êren rîche: der was geboren von Meilân und was von art ein edel man. daz wizzent sicherlîche. er kam dâ er sî beide vant. dô sprach der êre ein kerne ‘iu sî enpfolhen an iur hant diu guote stat ze Berne, dar zuo die bürge und ouch daz lant, daz irn mit triuwe wesent bî.’ ‘herre, des sî mîn triuwe iur pfant’.
13
Her Hiltebrant bereite sich und ouch sîn herre her Dietrîch in stahelringe veste. sô liehtiu wâfenkleider an legten dise zwêne man: gegen der sunnen gleste gap ir harnesch liehten schîn. er sprach zem Bernære ‘herzelieber herre mîn, lânt iu niht wesen swære: iu gât nu âventiure in hant vil snelleclîche an dirre vart.’ von dannân schieden sî zehant.
14
Ez reit ûz Berne, alsô manz seit, durch sînes lîbes degenheit her Dieterîch von Berne, mit ime sîn meister Hiltebrant, der sich noch nie von ime gewant: daz mugent ir hœren gerne. er phlac sîn schône zaller zît, er kunde im wol gerâten. durch in sô vaht er manegen strît, als ie die besten tâten. an sîme râte im wol gelanc: durch in sô sluoc er manegen tôt und vil des landes herren twanc.
15
Eins morgens vrüeje daz geschach, daz mans ûz Berne rîten sach. dô sprach ein burgære ‘sagt an, herre, wâ welnt ir hin? oder war stât iu der sin? bescheident mich der mære. ir sint verwâfent vür den tôt mit stahel und ouch mit îsen: welnt ir in keiner slahte nôt? des sülnt ir mich bewîsen. hânt irz iuch einec an genomen? sô lâze iu got gelingen wol und schiere gesunt her wider komen.
16
Oder tuot iu mîner helfe iht nôt? mit iu sô var ich in den tôt, vil edeler Bernære. ich hân noch eine brünje starc, diu koste vierdhalp hundert marc: die ringe die sint swære. dâ bî sô lît ein helm vil guot. * mîn swert daz gît mir hôhen muot: dast lûter unde reine. ir vüert mich mit iu ûf den plân: ahtzehen hundert ritter guot die müezen mîn dâ schaden hân.’
17
Aber sprach der burger unverzaget ‘mir ist vil von iu gesaget und von meister Hiltebrande wie daz ir ie die besten sît: ir slahent tiefe wunden wît vil gar ân alle schande. bî den sô wære ich rehte wol, vil edeler Bernære, und ist ez deich belîben sol, daz ist mîns herzen swære, und sol ich dise reise lân: nein, trûtherre mîn, her Dieterîch, ir vüert mich mit iu ûf den plân.’
18
Des antwurte ime her Hiltebrant. er sprach ‘wir wellen beide sant durch âventiure rîten. mîn herre ist lange hie gelegen und hât gemaches vil gepflegen: er muoz mit wurmen strîten. ez zimt niht landes herren wol diu klage in ir lande. swenn er bî vrouwen sitzen sol, er hât sîn iemer schande, daz er in des niht kan verjehen daz ime bî allen sînen tagen dekein âventiure sî geschehen.’
19
Nu nâmens urloup unde riten. die rehten strâze sî vermiten und îlten gein dem walde und gegen eim gebirge hôch, daz sich ûf gein den lüften zôch: dar trabten sî vil balde. her Hiltebrant hât ê vernomen ein wildez waltgevelle: dar wolde er und sîn herre komen. swer ez nu hœren welle, dem seit diu âventiure daz daz der walt gewurme vol und vil der herren drinne was.
20
Alsô sî kômen in den walt, sî sâhen manegen brunnen kalt ûz herten velsen dringen, bluomen lachen durch daz gras (der kurzer, dirre lenger was), dar zuo die vogel singen, galander und die nahtegal in süezen senften dône, daz ez wider ein ander hal: oben in des waldes trône lützel iender was ein zwî, der einer kleinen stunde vogelsanges blibe vrî.
21
Her Dieterîch von Berne sprach ‘sô wilde gebirge ich nie gesach noch ouch sô hôhe lîten. ist daz âventiure genant? sprechent, meister Hiltebrant. sol ich mit wurmen strîten, sô lêre ich daz ich niht enkan und selten hân begunnen. durch got, wie sol manz vâhen an? diu kunst ist mir zerrunnen.’ ‘so enblandent irz den armen starc und wizzent daz in solher nôt in helden sich manheit nie verbarc.’
22
Ein stimme hôrte er Hiltebrant, diu was in beiden unbekant: ob sî von menschen gienge oder von eines wurmes munt, daz was in beiden gar unkunt, und obe den ieman vienge. der galm in daz gebirge erdôz, in walt und ûf gevilde ieze kleine und danne grôz. diu stimme dûhtes wilde, wan sî ir niht mê heten vernomen. ‘wir sîn’ sprach meister Hiltebrant ‘êrst ûf die rehten strâze komen.
23
Hie beitent mîn, her Dieterîch: ich ervar iu sicherlich diu rehten mære balde, herre, und lânt iuch vinden hie.’ alsus er den von Berne lie und îlte gein dem walde: wiez umb die stimme wære getân, diu wunder wolde er schouwen. dô sach er beime boume stân die aller schœnsten vrouwen, die er mit ougen ie gesach. sî schrei, dazz in diu wolken hal, ir leit und ouch ir ungemach.
24
Als er die kiuschen reinen vant, do erbeizte er nider ûf daz lant und vrâgte waz ir wære. ‘juncvrouwe, wer hât iu getân? mac ez ieman understân, die iuwer grôzen swære, diu nâhe mir ze herzen gât? môht ich iu die volenden? sît iuwer lîp in sorgen stât bî dirre steines wende, von wem duldent ir dise nôt? klagent ir mirs, ich rihtes iu odr ich gelige dar umbe tôt.’
25
Sî sprach ‘diz lant ist herren vol: wan ich grôzen kumber dol, wie solde ich baz gebâren? mîn vrouwe ist von hôher art, daz noch schœner nie enwart bî uns in hundert jâren. vor künegen sî die krône truoc, vor keisern unde ir kunne. sî hât ouch leides von mir gnuoc: des ist vil kranc mîn wunne, daz mir durch ritterlîche tât noch durch alliu werden wîp sô lützel ieman bî gestât.
26
Sehent ir, herre, jenen berc? dâ dicke jæmerlîchiu werc sint gewürket inne von eime heidenischen man, den strîtes nieman tar bestân: den vliehent, hânt ir sinne, welnt ir belîben sorgen vrî, mit swerten unverhouwen. sô merkent wie der sachen sî von mîner juncvrouwen. diu hât mich vür den berc gegeben: mit mir sô vristet sî ein jâr ir lîp unde ir werdez leben.
27
Alsô ist ez umb sî gewant: ir vater dienten disiu lant, die wîle er lebte, in êren. er saz in eime berge hol: er bôt ez küenen gesten wol. diu vröud wil sich verkêren: ein wîser, der ein heiden ist, mit maneger leige sachen er erdenket manegen list wie er minre müge gemachen mîner juncvrouwen werdekeit: ir geslehte hât er tôt biz an ir einic lîp geleit.
28
Alsus ir hêrschaft undergât. den zins, den sî von bergen hât, den nimet er alliu jâre. dar zuo muoz sî ein maget geben: ze jungest gât ez ir anz leben. geloubent mir daz zwâre: swan der vride ist dâ hin, ein horn er denne erschellet. ein lôz daz werfents under in: ûf swen oht daz gevellet, den antwurt man in den tôt. des siht man dicke missevar wengelîn und mundel rôt.’
29
Er sprach ‘juncvrouwe, wer ist der?’ sî sprach ‘er kumet balde her. wellent ir sîn hie bîten, daz endunket mich niht guot. er ist vor schaden wol behuot: lânt mit im iuwer strîten.’ ‘durch daz enwil ich niht verzagen,’ sprach Hiltebrant der wîse. ‘ich kan iu anders niht gesagen. ich dunke iuch nu sô grîse: ich hân mich maneges erwert, der über mich ein elle gienc, dem schade was von mir beschert.’
30
Sî sprach ‘wære er einec, wizzent daz, iu gelunge lîhte deste baz. er vert mit ahzec mannen, die alle küene sint als er, beidiu mit schilte und ouch mit sper: in bergen und in tannen mac nieman vor in genesen, des sî sich underwindent: sî wellen gar der tiuvel wesen. swens ûf der strâzen vindent, der hât den lîp von in verlorn: des bin ich gotes armiu maget ze handen leider in geborn.
31
Sîn brünje und ouch sîn sarwât dem helde lobelîchen stât ze prîse an sîme lîbe. sô vüeret er undr im ein pfert, daz ist wol tûsent marke wert: daz trîbet als ein schilbe, durch wëlde und durch gerinte her.’ daz seite sî Hiltbranden. ‘er vüeret ein armgrôzez sper der helt ze sînen handen, daz in dem walde liehte erschein. ich prüev daz in dem schafte lige verborgen manec edel stein.
32
Êst umb daz sper alsus gewant daz dâ lît nidene bî der hant ein liehter jâchant inne, dar zuo ein rôt karfunkelstein, der in dem walde liehte erschein; ich prüeve in mîme sinne, swâ er des nahtes vüere hin, daz er dâ von gesæhe. in êrent alliu vogelîn, diu müezen sich im næhen: swâ sî bî ime môhten sîn, sî heten alle liehtes gnuoc von sînes speres widershîn.
33
Ez ist mit golde wol berant von nidenân biz ûf die hant und obenân ûz die lenge. daz sper daz vuorte ein heidenîn (frou Sebel hiez diu künegîn) durch manec wilt gedrenge. nu vüeret er den selben ast gein iu, her Hiltebrande. er gît von golde liehten glast, sîn kraft daz sper erkande. oben ûf dem spere singt von zouberliste ein nahtegal, dazz in dem walde lûte erklingt.
34
Sîn wâfenroc der ist sô guot, daz er wol ahzec marke tuot, von arâbîneme golde. er ist mit sîden wol durchnât: manc rîlich borte dar ûf stât, daz nie kein keiser solde vüeren alsô rîche wât als dâ der heiden vüeret, diu sîme lîbe wol an stât. swâ er die este rüeret, daz erklinget und gît liehten schîn: swâ er des waldes hin gerît, dâ êrnt in alliu vogelîn.
35
Dâ vüert der helt ein niuwen schilt, der ist mit golde wol durchzilt, stæte und dâ bî veste. der schilt ist unmâzen guot, daz noch nie kein swert gewuot durch sînes ortes este: sîn rende sint im wol beslagen, mit golde wol durchworhte. swer in ze nœten solde tragen, der hete kleine vorhte. der schilt ist ûzermâzen breit, den vüert der selbe Sarrazîn: daz sî iu, helt, vor geseit.
36
Sô vüert der helt ein niuwen helm, der liuht durch nebel und durch melm gegen der spilenden sunne. dâ inne lît ein hiltegrîn: der gît von golde liehten schîn. wer gesach ie klârer wunne als der heiden durch den walt an sîme lîbe vüeret? sîn gezierde ist manecvalt. swâ er die este rüeret, daz erklinget als ein glocke tuot, die man des nahtes schellen hœrt hin über des wilden meres vluot.
37
Sô vüert der helt ein vil guot swert. daz kam ûz einem berge wert von einer küniginne. daz ist ouch unmâzen guot: ez wart gehert in drachen bluot. ich prüeve in mîme sinne daz dar ûf gewürket was der knopf und daz gehelze lûter als ein spiegelglas: sô wârn im sîne velze mit buochstaben durchgraben guot. daz vüert der selbe Sarrazîn: er ist vor schaden wol behuot.’
38
Ein horn erhôrt diu reine maget (sî wart an vröuden gar verzaget) in daz gebirge erdiezen. lûte ez in die lüfte hal: dar nâch erdôz dâ berc unt tal. ez mohtes wol verdriezen. sî sprach ‘herre, swer ir sît, sô îlent von dem walde. mîn tôt mir leider nâhe lît, dâ kumet der heiden balde. sô kan mir niht von iu geschehen, wan daz ir mînen grimmen tôt leider müezent an gesehen.’
39
Er sprach ‘ich hân michs an genomen: sît ich zuo iu her bin komen, sô muoz ich im belîben. ich mac iuch machen sorgen vrî: wær er noch sterker wan sîn drî, wil mir der Sælden schîbe gân als sî dicke hât getân, sô mac uns wol gelingen. juncvrowe, wir süln ez an den lân der uns kan helfe bringen und durch uns leit den grimmen tôt: den rüefent an, der hât die kraft daz er uns hilfet ûzer nôt.’
40
Sî sprach ‘nu helfe mir der Krist, der alles des gewaltec ist, dem name niht wart genennet, der himel und erde und mich geschuof: der erhœre hiute mînen ruof, daz mir sîn helfe erkennet werde, des bedarf ich wol und ouch der mægede reine, an der nieman verzagen sol, die ich mit triuwen meine: diu entslieze mir der sorgen bant, daz ir dem heiden an gesigent.’ ‘des wünsche ich’ sprach her Hildebrant.
41
Er sprach ‘wær uns der nâhe bî, von dem wir stüenden sorgen vrî, her Dieterîch von Berne, daz er den kumber mit uns lite und hie durch schœne vrouwen strite! er tæte ez lîhte gerne, wist er diu mære als ich sî weiz. ich solde nâch im rîten, er vüere her in disen kreiz, und liez in durch vrouwen strîten, wan daz diu vart iu wurd ze lanc: verlürent ir hinder mir daz leben, wes seite man mir danne danc?’
42
Diu maget was von herzen vrô. in ir sinne gedâhtes dô ‘dîn trûren wil sich brechen. ob ime sîn heil unebene gât und er gelückes niht enhât, wil got daz an dir rechen? ob ime der tôt hie nâhen wil, seht des mac ich niht walten, oder mir mînes endes zil. wil er, sô mac ich alten mit iu noch vil manege zît und mit der reinen vrouwen mîn, an der vil hôher vröuden lît.’
43
Belîbens er sich dô verwac. der heiden wilder verte pflac gein der megede reine verwâfent keiserlîchen her: er vuorte ein armgrôzez sper. er wândes vinden eine: dô hete sich ir an genomen ein meister aller zühte. dô sî sach den heiden komen, dô pflac sî zime vlühte unde rief ir kempfen an. sî sprach ‘herr, ich hân mich an got beidiu unde an iuch gelân.’
44
Her Hildebrant der gurte baz sîn ros: er balde drûf gesaz: den helm begunde er binden durch nôt, daz er im ebene stuont. er tete alsam die kempfen tuont, die man siht niht erwinden. ‘juncvrouwe, langent mir daz sper und beit mîn bî der buochen: iur widersache kumet dort her, mîn heil wil ich versuochen.’ sîn ros er sprengen dô began: der wîse balde ansihtec wart den starken heidenischen man.
45
Der hete hinder im verlân die ime wâren undertân * * dâ von ern alterseine vant vil gar ân al die sîne. ir ros wihenten durch den walt ir vorhtberlîche stimme durch rûhe stîgen manecvalt. mit michelme grimme in der heiden starc enpfienc. ‘got danke iu’ sprach her Hildebrant: alsus ir beider gruoz ergienc.
46
Der heiden zorneclîchen sprach, dô er hern Hildebranden sach sô rehte wol bereitet in silberwîzer brünje guot. er sprach ‘herre, wes hânt ir muot? wer hât iuch her geleitet, daz ir sô vrevelîch den walt mir verwâfent bûwent? des maneger ê von mir engalt: des selben mir getrûwent. hât iuch ieman her gesant mir ze schaden in disen walt, dez weret mîn volcvridendiu hant.
47
Des antwurte ime der wîse dô. er sprach ‘durch keiner slahte drô sô lâze ich dise reise. hie hât ein juncvrou mich gebeten, ze eime kempfen ûz erjeten: wær noch sterker disiu vreise, die ich durch sî dulden muoz, ich vind dann an ir güete. wurd ir des lebens von iu buoz (dâ vor sî got behüete!), daz wære ein unbescheidenheit, lânt ir sî niht geniezen mîn, swâ man daz vrouwen von iu seit.’
48
Der heiden sprach dô wider in ‘wellent ir wizzen wer ich bin? ein kempfe dirre lande. der wârheit muoz mir maneger jehen, die mich in sturmen hânt gesehen. ich hete sîn iemer schande, sold ich durch keine vorhte lân ouwen, berge, lîten. welnt ir der megede bî gestân, sô müezt ir mit mir strîten. sî iuwer niht geniezen kan, und den sî dâ nennet Krist und die im al sint undertân.’
49
‘Waz herren welnt ir danne sîn, welnt ir sî gotes unde ouch mîn niht geniezen lâzen? wolde sich sîn got nemen an, swaz ir gewaltes môhtent hân, des müestent ir iuch mâzen. swie schulthaft sî iu geben sî an unverdienten dingen, ich hilfe ir, wæren iuwer drî, und vröuwe mich der dinge daz sî nâch der gebildet ist, diu manegem hilfet ûzer nôt, die muoter nennet Jêsu Krist.
50
Durch die sî iu widerseit.’ der heiden sprach ‘ich bin bereit’. sî hielten ûf ein herte: sî schuhten graben noch daz mos, zesamene sprancten sî diu ros: vil starc wart ir geverte. ahî wie sî die scharpfen sporn sluogen zuo den sîten! zesamene twanc sir beider zorn: vil kreftec wart ir rîten. ze kleinen sprîzen sach man drumen ir beider sper: mit herter just wâren sî ûf einander kumen.
51
Si erbeizten von den rossen nider, ietwedere saste sich dâ wider wie er den andern twunge. der wîse bedenken dô began wie er im môhte gesigen an und ime an ime gelunge. swaz er von gote ie gewan wîsheit oder witze, dâ mite lief er den heiden an und brâhten in ein hitze, des er ê was ungewent: drîvalt erz an dem alten vant, dar nâch im ie sîn herze sent.
52
Under zwêne schilte sî sich bugen, zwei scharfe swert sî dô erzugen: si begunden vaste houwen. swaz des liehten pfellers was, der viel ze stucken ûf daz gras. dô môht man wunder schouwen: man sach ûz herten helmen varen daz viur ze berge ûf drâte. enweder wolde den andern sparen: sî hetenz alsô gerâten. der heiden hern Hiltbrande sluoc eine wunde lanc unt tief: dâ von hete er kumbers gnuoc.
53
Der heiden ein wâfen ûf in treip, daz vil lützel ganz beleip des schiltes hern Hiltbrande. wart ie kein tier entworfen dar, daz wart verhouwen alsô gar daz man sîn niht erkande; oder hetz ein meisterlîchiu hant mit benseln dran gestrichen, die varwe man verloschen vant, von slegen gar verblichen. ir gelpfer glanz der wart verlorn. dar zuo twanc sî ir beider kraft und ouch ir engestlîcher zorn.
54
Ez getôrste ein zagehaftec man niemer mêr gesehen an daz velten, daz sî tâten. von ir swerten rouch ein tunst: daz lêrte ir ritterlîchiu kunst. sî heten sich berâten wie vür daz leben der grimme tôt ir bêder bürge wurde. sî swanten gras und bluomen rôt. ein überlestec burde wart Hildebrant dem Sarrazîn, doch lie der ungevorhten man dem alten ellen werden schîn.
55
Ir slege erhullen in den walt, dâ von berc unde tal erschalt, und vil der stolzen meide gâhten durch wunder vür den berc. mit in giengen vrouwen und getwerc und wârn in grôzem leide: umbe die wunneclichen maget hetens vil jâmerunge, an vröuden wâren sî verzaget. welhem undr in zwein gelunge? dem heiden wart erweret diu maget, daz ir gewaltes niht geschach: daz mære den vrouwen wart gesaget.
56
Sî heten vür die steines want ein endelich getwerc gesant: ez nam mære in kurzer lenge. daz kam dâ sî beide striten und kumber umb die maget liten die wilde wîte und enge. ez sach den alten Hiltebrant sô ritterlîch gebâren, dâ von der megede ir sorge verswant, die sî vor menegen jâren hât ûf den einen tac getragen. sî sprach ‘mîn sorge ist gar dâ hin: getwerc, daz solt den vrouwen sagen.
57
Dirre werde helt vihtet durch mich. getwerc, nu hebe von hinnen dich und sage den vrouwen mære, ich trûwe daz ich sî genesen, und heiz sî hôhes muotes wesen, zergangen ist mîn swære, und dazs ir valwen löckel reit hinder diu ôren strîchen, dar ûfe krenzel sîn bereit, und dazs ir mundel blîchen niht lâzen und ir wengel rôt. dirre werde helt wil schirm unt schilt mir unde ir sîn vür den tôt.’
58
Daz getwerc von dannen gienc, einen stîc ez ane vienc gein eime holen steine. dâ saz diu küniginne obe gekleit nâch keiserlîchem lobe, sî unde ir megede reine. dô sî sâhen komen daz getwerc, sî vrâgten ez der mære, und îlten zime vür den berc, waz in dem walde wære. daz getwerc mit zühten sprach ‘vrowe, mit strîte ein ende hât unser leit und ungemach.’
59
Des antwurte im diu künegîn ‘es wære zît, und môhte ez sîn, daz got dar an gedâhte daz er mich tiure erarnet hât und daz ich bin sîn hantgetât, und mich von sorgen bræhte und mir sîne ritterschaft an den ungetouften sante. ob iender herre hete kraft, daz er mir sorge swante und mir vrî tæte disen walt, der vund noch manegen rôten munt undr uns ze vröuden wol gestalt.’
60
Diu rede mit klage undr in beleip. her Hiltebrant den heiden treip, daz ez die vrouwen hôrten, an ein geriute, daz was wît, daz sunder vor dem berge lît. ir slege die vogel stôrten, daz sî von den boumen vlugen und gesanges gar vergâzen und sich ûf hôher vaste zugen und dâ mit hûse sâzen. von grüeme loube was ir dach: ob iender rouch von swerten gie, der tete in dâ kein ungemach.
61
In zorne sprach her Hiltebrant ‘wær dem von Bern mîn strît bekant, er môhte sîn wol spotten, daz ein einec Sarrazîn sich hât erwert sô lange mîn, und ich in ganzen rotten eine hieze gesigen an. vürwâr daz ist ein wunder: ich muoz sîn ungespottet lân. ich weiz wol, und bevunder daz sich mîn weret ein einec man, ich müeste sîn an mînen tôt und maneges ungespottet lân.’
62
Sî liefen aber einander an. dô wart ez baz dann ê getân, die ringe sach man rîsen: von ir swerten daz geschach. wie vil der starken nieten brach von stahel und ouch von îsen! des heiden brünje began sich lân durch Vreisen allenthalben. kein meister sî geheilen kan mit meizel noch mit salben: die gânt nâch sînen slegen niht. ‘dir helfe denne Treviant, kein leit mir nu von dir geschiht.’
63
Der heiden sprach dô ‘Mahemet, getete ich ie durch dich gebet, des lâ mich nu geniezen. Appollo und ouch Treviant, der vierde ist Jupiter genant, ez môhte iuch wol verdriezen, daz ein einec kristenman sol krenken disen gelouben, und ir des niht welnt understân und mich lânt lebens berouben. sô tuont ir rehte alsam ein man, der gerne vliuset daz er hât, unde des niht wil understân.
64
Ich hân ûf iuch vil kleinen trôst. wurd aber ich von den erlôst, die dicke mîner hende durch rîche gâbe hânt genigen! der helfe ich mich hân verzigen, swaz sin dem walde wende. sî hânt mich dicke ûz nœten brâht, dâ man vaht herte sturme: swes sô ir gein mir hânt gedaht, si enirrent danne wurme, ir koment ir noch in grôze nôt. sî helfent mir, daz weiz ich wol, oder sî geligent dar umbe tôt.’
65
Der wîse sprach ‘daz wirt bewart. waz hân ich sô lange an iu gespart? ir suochent daz ir vindent. ê s’iu ze helfe megen komen, ir hânt den schaden von mir genomen, den ir niht überwindent. wes hân ich geschônt an iu? daz nimt mich iemer wunder.’ her Hiltebrant vast ûf in hiu mit starken slegen; die kunder. daz swert er durch den heiden twanc, daz ez viel in sîns herzen grunt und durch die liehten ringe dranc.
66
Daz houbet er im abe swanc. er sprach ‘dîn lîp nâch tôde ranc: daz kam von dînre unstæte. nu klagte ich den gemeiten lîp: dâ hazzent dich megd unde wîp, den du ie leide tæte. dîn untriuwe dich ervellet hât: do genôz ich mînes rehtes. got niht ungerochen lât daz du sô vil geslehtes bî dînen tagen hâst erslagen: des süln dich ritter, megde, vrowen iemer deste minner klagen.’
67
Diu maget sach den heiden tôt. sî sprach ‘herre, lîdent ir iht nôt von keiner slahte wunden, die sullent ir mich lâzen sehen: sô mac iu liep von mir geschehen. sî werdent wol verbunden.’ er sprach ‘ez ist niht âne daz, mir ensî daz verch verhouwen, die ringe rôt von bluote naz.’ ‘sô wol ûf ze mîner vrouwen mit mir in den holen berc! ich schaffe daz unmüezec wirt mit iu vrouwen und getwerc.’
68
Er sprach ‘daz mac niht gesîn. ich hân gelân den herren mîn dort verre in einem walde, vrouwe, ê daz ich vunde dich und strîtes underwunde mich: môht ich, den suochte ich balde.’ ‘ich vürhte daz des heiden man iu, herre, widerrîten. den mügent ir niht gesigen an: ir müezent mit in strîten.’ ‘swaz mir dar umbe mac geschehen, ich wil den jungen Dieterîch den vürsten dâ von Berne sehen.’
69
Sî sprach ‘ist der von Berne hie, des wir uns hân getrœstet ie? des sulnt ir mich bescheiden. den sæhe ich, herre, als gerne als ir, swie kleine er habe geholfen mir vehten an den heiden. swer sich lât ûf sînen trôst, dem mac wol misselingen. hæt iuwer hant uns niht erlôst vor sorcsamen dingen, wir müesen sîner helfe vrî gewesen sîn unz an disen tac, swie küene der vogt von Berne sî.’
70
Er sprach ‘mîn herre ist gar ein kint. swâ wilde herren sturme sint, der kan er lützel walten. ich lêre in spâte unde vruo: an grôzen êren nimt er zuo, sît er beginnet alten. möht ich, ein ûzerwelten man den züge ich ûz im gerne: dar umbe muoz er arbeit hân unze er daz gelerne. er endarf niht ahten, ob im wirt von scharfen swerten wunden tief, daz im dar nâch vil lange swirt.’
71
Dô sprach diu minneclîche maget ‘mir ist sô vil von im gesaget, daz ich in gerne sæhe.’ er sprach zuo zir ‘sô wol dan! ist daz ich ez gevüegen kan, mit kluogen worten spæhe kan er iuch enphâhen wol: er ist aller megde ein wunne, sîn herze ist ganzer tugende vol, geliutert als ein brunne, dâ niht trüebes inne gât.’ ‘gedient ir mir mit triuwen ie, mîn herze iuch des geniezen lât.’
72
Von dannen vuort er die reinen meit, vor ime diu hôchgelobte reit, wol eine halben raste. nu lâzen wir sî rîten hie und sagen wiez dem Bernære ergie. der vorht sich nie sô vaste. hæt er sîns meisters niht gebiten (des warte er vil gerne), von dannen sô wær er geriten den rehten wec gein Berne. ûf in stiez manec heidensch man, den wart kunt ir herren tôt, dâ von er schaden vil gewan.
73
Ir verte wâren manecvalt. ir viere sunder durch den walt ûf starken rossen kâmen. ûz den vieren einer sprach, dô er den vogt von Berne sach dort verre ûf eime sâmen, ‘uns wil berâten Treviant und unser got Appolle: ich sihe ein kristen, rîch gewant daz liuhtet wol die volle. habt iu daz ros, lât mir die wât: ich bringe in her, blîb ich gesunt, swie vaste er sich verwâfent hât.’
74
Den helm ûf der von Berne bant. er sprach ‘getriuwer Hiltebrant, wie hâstu mich verderbet! nun wirt dir doch mîns erbes niht, swie man mich hie verderben siht: mîn bruoder vür dich erbet. Diethêr der jâre gar ein kint wirt noch ze Berne herre, des diu rîche nâch mir sint die breite und ouch die verre, diu unser vater Dietmâr lie. der wirt dir niht, swie vil dîn lîp untriuwen mir erzöuget hie.
75
Waz sol ich nu grîfen an, sît ich vehten niht enkan? dast mîme herzen swære. schirmen ich gelêret bin, ûf stechen stuont mir ie der sin: wist ich ob nütze wære ze nœten mir diu selbe kunst, der wolte ich mich güften. ich hân mit swerten manegen dunst gesendet gein den lüften: dâ riter und kneht nâch prîse ranc, dâ schuof diu kunst daz dicke mir an hôhen êren wol erlanc.
76
Sît ich den vînden bin gegeben und veile worden ist mîn leben und bin alsus verrâten, ob niender lebte Hiltebrant, sô müeste ich weren bürg unde lant, als vor mir vürsten tâten. âne sîn helfe man mich siht, des mac er wol engelten. ich hæte ouch anders von im niht wan strâfen unde schelten. nu muoz ich tuon alsam ein man, der von den sînen helfe nie umb einen helbelinc gewan.’
77
Ein heiden sprengen dô began. sam tete der ûz erwelte man der junge voit von Berne. sî kômen ûf zwein rossen stolz als von der senwen tuot ein bolz. der manheit gar ein kernen sach man den jungen Dieterîch ze sînen êrsten nœten: er stach den heiden sicherlîch, daz sich begunde rœten von bluote sîn vil rîch gewant. daz sper durch bêde wende brach und durch den man unz an die hant.
78
Den schaft er ûzer ime brach. vil balde er gegen im komen sach vil starker heiden drîge: die woltenn machen slebens ân. dô wart durch vorhte niht gelân: der edele schaden vrîge ûf einen starken heiden stach. er traf in da er sîn gerte: daz sper ze kleinen sprîzen brach. die zwêne er mit dem swerte brâhte in angest unde in nôt. alsus gesigte an in sîn hant, und lâgen drîge vor im tôt.
79
Der vierde leit ouch ungemach. ze dem von Berne er dô sprach ‘hebt iuch von hinnân balde: vür wâr ir megent niht genesen, ir müezent pfant des Tôdes wesen. ir mügent ûz disem walde niemer komen an den tôt: daz sulnt ir mir gelouben. unser her bringt iuch in nôt: ez wil iuch lebens berouben, wan ir gemüete ist gar vrî.’ her Dietrîch sprach ‘dâ vür sî got durch sîner hêren namen drî.’
80
Der wunde sprechen dô began ‘dîn got dir niht gehelfen kan: du muost den lîp verliesen von stolzen heiden vil gemeit. sî hânt dich schiere hin geleit: du muost den tôt erkiesen, wan ir sint ahzec âne vier. ûf rossen wol geriten ûf dînen tôt sî koment schier. doch hât ze lange gebiten ir helfe, daz wir sîn erslagen. Mahemet unde Treviant die süllenz andern göten sagen.’
81
Her Dietrîch vrâgen dô began ‘nu sage mir, heidenischer man, durch waz ritent ir besunder?’ der wunde sprach ‘ich wil dir sagen: unser herre ist erslagen. nu nimt uns alle wunder wer uns habe den erslagen; daz west wir alle gerne. ich kan dir anders niht gesagen: einer heizet der von Berne, mit dem sô rît ein grîser man. der sleht die grôzen risen tôt, wan er vil wol schirmen kan.’
82
Her Dieterîch sprach dô zehant ‘der Berner wîten ist erkant, ich weiz alsô den grîsen. solt man den Berner slahen tôt, der alte lite vür in den tôt: man darf iuch lützel prîsen daz ir den herren ûf der vart aleine liezent rîten. ir hætent in billich bewart in sturmen unde in strîten. sag mir wie was der herre genant?’ der heiden sprach ‘Orkîse er hiez: sîn name wîten ist erkant.’
83
Her Dietrîch vrâgen dô began ‘nu sage mir, heidenischer man, war umb dîn herre Orkîse alein von sîme gesinde reit.’ der wunde sprach ‘dir sî geseit, er tetez in sölher wîse, in dûhte er hæte sölhe kraft, in môht nieman betwingen. er weste stolze ritterschaft, die wolt er gevangen bringen: dar umb wolt er aleine varen. er hiez uns alle belîben hie: wie solden wir in danne bewaren?
84
Ez ist hiute der ander tac daz er der selben reisen pflac. uns seite ein wildenære, dô wir dort hielten in dem tan, er sæhe einen alten man, ern west niht wer er wære, bî einer schœnen megede stân undr eines boumes aste: er hæte liehten harnesch an, diu maget weinde vaste. Orkîse kam ouch dar gerant: zwischen beiden wart ein strît, daz ime nie herterz wart erkant.
85
Die helde kâmen beide in nôt, ze jungest lac der eine tôt: daz was der herre Orkîse. dô uns daz mære wart geseit, ez was uns allen herzeleit: in zorneclîcher wîse teilten wir uns hin unde dar, swâ wir den alten vunden, daz wir sîn eben næmen war, ob wirn erslahen kunden und rechen Orkîsen tôt. nu hân wir viere vunden dich, des ligen wir in grôzer nôt.’
86
Dô sprach von Berne er Dieterîch ‘die heiden sint gar wunderlîch und pflegent niht guoter sinne: daz ist an iu hie worden schîn. ob Hiltebrant der ritter fîn nâch heile und nâch gewinne hât den herren dîn erslagen, daz hœre ich harte gerne.’ der wunde sprach ‘ich muoz dir klagen.’ dô lachte der von Berne ‘wes klagest du eins andern nôt? war umbe klagest die dînen niht? du bist doch mê wan halber tôt.’
87
Der heiden sprach ‘dir sî geseit, mîn unde mînes herren leit daz trüebet mir die sinne. daz er alsô erslagen ist, des mahtu loben dînen Krist und ouch diu küniginne in dem berg ze Jeraspunt Virgenâl diu reine. ich tuon dir âventiure kunt. nu merke wiech ez meine: der künegîn dient mit grôzer kraft vil maneges edelen vürsten kint und ouch vil stolziu ritterschaft.
88
Die êr nam ir mîn herre sît, der ieze ûf der warte lît von heldes hant verhouwen. der erdâhte im einen list, den seite er in vil kurzer vrist dâ heime sîner vrouwen. er sprach ‘nu gip mir dînen rât: ich ahte niht ûf schemen. Jeraspunt niht herren hât, ich wil mich sîn an nemen, dar zuo der vrouwen wolgetân: diu muoz mir undertænec sîn, wil sî daz leben langer hân.’
89
Diu vrouwe edel unde fîn sprach ‘vil lieber herre mîn, nu volge mînen witzen. lâ dînen grimmeclîchen zorn gegen der vrouwen hôchgeborn; lâ sî in êren sitzen, als sî von alter hât biz her, wiltu lop ervehten mê denn du bræchest tûsent sper mit rittern und mit knehten: gedenke dran, und wærest tôt, der mir daz selbe tæte, mîn liehten ougen vurden rôt.’
90
Dô sprach von Berne der vürste hêr ‘danc habe sî hiute und iemer mêr und lop mit reinen vrouwen! ich hœre an den worten wol, sî tuot von adel swaz sî sol. ir lop wart nie verhouwen. sist bezzer vil dan vrîgen slaht diu edele küniginne. got selbe der hât ir gemaht wol tûsent vrouwen sinne, daz sî ie gap den wîsen rât: swer reinen wîben prüevet leit, êst wol ob ez dem missegât.
91
Nu sage mir mê, lebestu noch?’ ‘jâ ich’ sprach er, ‘kûme doch: mir tuont vil wê die wunden, die mir dîn hant geslagen hât durch liehte stehelîne wât hie an disen stunden. mir brechent schiere dougen klâr: der munt mac niht mê sprechen. ir gote, nement mîn eben war: daz herze wil mir brechen. Mahemet unde Treviant, Medelbolt und Jupiter, lânt iu mîn sterben sîn bekant!’
92
Der heiden rette dô niht mê. im tâten sîne wunden wê: sîn leben hete ein ende. her Dietrîch von dem rosse saz: er gurtez ritterlîchen baz mit ellenthafter hende. vil schône er in den satel spranc mit ellenthaftem muote: sîner snelheit mohter sagen danc. ein swert was rôt von bluote, daz vuorte er blôz in sîner hant: sîn helm im noch vil ebene stuont und sîn guoter schiltes rant.
93
Vürbaz er in die wilde reit. er wânde daz sîn arebeit genomen hete ein ende: dô kômen zwelf dort her gerant. er sprach ‘getriuwer Hiltebrant, got dich mir schiere sende: sô wolte ich mich noch trœsten dîn und dîner wîsen ræte. ich sæhe gerne, und môhte ez sîn, daz mir dîn helfe tæte ze nœten etelîchen rât. du bist ze lange, und ist dir kunt, daz ez mir angestlîchen stât.’
94
Ez treip ûf in des hurtes stôz. dô wart sîn sorge nie sô grôz wie an ime ein ende næme der maneger leige poinder vart, der vil ûf in versuochet wart. er kam in in die ræme, daz er in niht entrinnen kan: des vrôuten sich die heiden. der Berner denken dô began, do in nieman wolte scheiden beidiu von angest und von nôt, ‘nu muost du helfe dich verwegen, sît dir nâhen wil der tôt.
95
Wart mir von helden dienest ie, dem halte ich ungelîche hie: ich muoz ez allez lîden, swaz sich an mir volenden mac. daz trîbe ich disen ganzen tac.’ vil von swertes snîden ûf sîme starken helme erklanc, daz viur ze berge ûf drâte. vil der heiden umbe in dranc: zehant die ringe er sâte mit swerten in der bluomen schîn, und lûhten ûz dem grüenen klê reht als sî gesæjet wæren drin.
96
Sîn swert wart der heiden hagel. ez wolte ûz spalten manegen nagel, die wol vernietet wâren. swaz ez begreif, daz muoste enzwei. maneger lûte ‘wâfen’ schrei, der vor bî sînen jâren sô grôzer slege nie gesach in starken sturmen herte. wie vil der helmkuppen brach, ûf die der Berner berte! maneger muoste dô sîn leben ze zinse vür den grimmen tôt dem vürsten dâ von Berne geben.
97
Diz werte vaste unz ûf den tac, daz niender ruowen niht enpflac von Bern der junge vürste. ûf in dûhten der heiden schar: er wart ir allenthalb gewar. durch maneger leige hürste, durch wilden varn, durch stoc unt stein begundens ûf in wîsen: schefte grôz, dürr als ein bein, dar an vil scharpfe îsen nâmen ûf dem vürsten haft: daz er den heiden vor gesaz, daz schuof sîn ellenthaftiu kraft.
98
Sus menlîch wart von im gestriten. er und sîn ros vil kumbers liten: daz kam von der malîe vor ime, hinden unde eneben. mit prîse wurbens umb sîn leben: des werte sich der vrîe. sîn ros grâzte unde grein: ez begunde sî verdriezen. daz viur ûz herten helmen schein. vil maneger gunde schiezen ûf in bogen unde swert, daz ez vast hin wider dôz: dâ von er sorgen wart gewert.
99
Ein heiden durch daz volc gedranc: von sînen henden dicke erklanc ein swert ûf helmen veste. ûf den von Berne er dô brach, er wolde im zöugen ungemach, wan er wolt sîn der beste, der dâ ze beiden sîten streit, den sînen nâch gewinne. der junge helt sîn niht vermeit, er stalte sîne sinne wie er erwurbe prîses lôn. ir beider hant ûf helmes dach erschalte manegen hellen dôn.
100
Die slege erhôrte er Hiltebrant, wie maneges ungetouften hant berg unde tal erschalte. er sprach ‘erbeizent, schœne maget, und sint an vröuden unverzaget ob disem brunnen kalte und lânt iuch vinden sorgen vrî, biz ich ervare diu mære, waz wunders in dem walde sî. ich vürhte, der Bernære sî zuo des heidens mannen komen: verlür ich dâ den herren mîn, sô wær mir vröuden vil benomen.’
101
Diu maget tete daz er sî hiez: von dem rosse sî sich liez nider zuo der erden. sî sprach ‘werdent ir sigelôs, sô wart mîn sorge nie sô grôz: welch rât sol mîn denn werden? ahzec sint des heidens man, welnt ir dem eine gestrîten, sô müezt ir guot gelücke hân: sülnt ir ze bêden sîten under in der beste wesen, sô wont iu grôziu sælde bî und getrûwe vürbaz wol genesen.’
102
Niht langer er sich dô beriet. mit urloube er von dannen schiet: diu magt begunde weinen. ir wîzen hende sî dô want. dô trôste meister Hiltebrant die klâren kiuschen reinen. er sprach ‘ir sült ân sorge sîn, daz ich iuch hie iht lâze: bræch ich an iu die triuwe mîn, daz wære ein grôz unmâze. wes hæte ich mich denn an genomen? wolt ich iu vürbaz helfen niht, wie solt ir dann von hinnân komen?
103
Her Hiltbrant von dem rosse saz. er zôch ez ein wênic vürbaz: er hafte ez zeinem aste. an allen vieren erz besach (in kurzer wîle daz beschach), ob ime der îsen braste. er gurt daz ros baz unde sprach ‘got gebe gelücke uns beiden unde entwende uns ungemach von den ungetouften heiden.’ ân stegereif in den satel er spranc. ‘nû müeze iu got gelücke geben’, sprach diu maget dâ nâch unlanc.
104
Er in den walt ân stige drabet. an maneger stat er stille habet, swâ diu swert erklungen; ieze dort und danne hie entwerhesz allenthalben gie. die vogel ninnê sungen: ir hellen braht, ir dôn, ir dôz den liezen sî dô blîben. daz viur von dem von Berne schôz, dô sin begunden trîben durch den rûhen wilden walt. den jungen helt begreif sîn zorn, des manec heiden sît engalt.
105
Her Hiltbrant den strît ane sach. wider sich selben er sâ sprach ‘mîn herre in zorne limmet: er tuot reht als ein edel hunt, dem daz wazzer in den munt gêt, und er danne swimmet. er wil sich vristen vür den tôt der edele Bernære, im selber helfen ûzer nôt mit starken slegen swære. die kraft ich an dem herren spür, daz ich sîn kleine sorge hân vor sînen vînden hinnân vür.
106
Waz solte zeime herren er, daz von im brünne, schilt noch sper niemer bruch gewinne? und trüege er danne vürsten namen, des môhten sich die sînen schamen, daz von im niht enbrünne zimierde rîch ûf helmes dach von sînes swertes ecke. wold er sich lâzen an gemach, sô gæbe ich ein hecke ûf alle junge herren niht, die man durch ruowe und gemach in vrouwen kamern sliefen siht.’
107
Ein heiden der hiez Triureiz, des harnesch lûhte unde gleiz reht als der morgensterne ûz den trüeben wolken tuot: ûf den jungen stuont sîn muot. des wert sich der von Berne. er gap dem vürsten einen slac mit beiden sînen handen, daz er ûfem satelbogen lac. von meister Hiltebranden wart ein ros gesprenget dô * des wart der voit von Berne vrô.
108
Ze ime er in die wal geviel. er kam genistert als ein kiel, der vert durch wilde vluote. er sluoc allez daz dernider daz sich im wolte setzen wider: sîns herren schade in muote. Lew in gewilleclîchen truoc in daz gedrenge dicke. ûf starke helme er Vreisen sluoc, daz vil der viures blicke enzunten liehten helmes dach. dar nâch man manege brünje wîz mit bluote sich durchgiezen sach.
109
Des nam der Berner guote war, daz dürkel wart der heiden schar von des wîsen handen. darchvellic sô wart bald sîn swert. dô vant vil maneger des er gert, von meister Hiltebranden. er sluoc ir vier und zwênzec tôt mit sîner scharpfen snîden. die andern brâht sîn herre in nôt. vil borten klâr von sîden die enthaften sich von slegen grôz und liezen manegen nagelniet, der sich von starken blechen slôz.
110
Alsus volente sich der strît. des dûhten jungen vürsten zît, wan er was sölher dinge dâ vor gewesen ungewon. dô lac vil maneger als ein ron tôt vor dem jungelinge. her Hiltebrant in zühten sprach ‘seht, diz sint âventiure. ir lernent dulden ungemach und hânt iu daz ze stiure daz man vil êren an iuch lât, sît iuwer hant sô hôhen prîs durch werdiu wîp ervohten hât.’
111
Des antwurte ime der junge dô ‘der âventiure ich selten vrô, geloubent mir, gesitze. dient man hie schœnen vrouwen mite, daz ist ein wunderlîcher site. hât ieman guote witze, der volge mir, daz ist mîn rât, und schiuwe dâventiure, wan sî gelimpf noch vuoge hât und ist sô ungehiure daz man sî billich mîden sol. dient man hie schœnen vrouwen mite, sost in mit kranken vröuden wol.
112
Ich wil ez nemen ûf mînen eit: ist in und iu mîn leben leit, daz hân ich wol bevunden. ir stellent sêre ûf mînen tôt und hânt ir doch iuwer nôt mit mir niht überwunden. wê, warumbe tuont sî daz die minneclîchen vrouwen, daz ich hie habe bluotes naz und durch sî bin verhouwen? ich wolte daz in wurde kunt von scharpfen swerten wunden tief, sît vehten heizet mich ir munt.
113
Nu schouwent, meister Hiltebrant, diu nôt ist mir von iu erkant: durch daz ir sint altgrîse, der reise ich iu gevolget hân. ir soltet mich ze Berne lân. die triuwe ich solden prîse, daz ir mich heizent vehten vil und niht wan helme houwen.’ ‘dâ zôch ich aber schâchzabelspil’ sprach Hiltebrant ‘bî vrouwen und gie vor manegen schœnen tanz und sach dâ manegen rôten munt: dâ von bleip mir mîn brünje ganz.’
114
‘Entriuwen’ sprach her Dieterîch, ‘sô ist diu tagalt ungelîch gewesen zwischen uns beiden: sô vihte ich disen ganzen tac, daz ich von müede niht enmac, mit ungetouften heiden.’ er sprach ‘herre, sô wol dan mit mir zuo den vrouwen: ir sulnt die wunden sehen lân und sî den schaden schouwen, der iu ist worden durch sî kunt. dâ hœrent wîse meister zuo, und sulnt ir werden wol gesunt.’
115
‘Her Hiltebrant, nu lânt den spot. mir môhte noch gehelfen got daz ich ze Berne kæme: ir müezt ein andern vazzen vür, sît ich untriuwe an iu spür. daz mir niht wol gezæme, daz ich iu solte volgen vil: des môhte ich schaden gewinnen. mit wârheit ich daz sprechen wil: ir solt iuch baz versinnen, ê ir mich gebent in den tôt, als ich bin disen tac gewesen, ê mir got hulfe ûz der nôt.
116
Er sprach ‘herre, nu wol dan! swaz ich sît erliten hân, diu wunder sulnt ir schouwen, von eime heidenischen man durch eine maget wolgetân: des hant hât mich verhouwen. ich kam nie in sô grôz erbeit bî allen mînen zîten, ê ich in valte durch die meit. ouch hiez ich sî mîn bîten. wol dan, dâ ich sî hân gelân! sî kan vür trûren lachen wol iuch mit spilenden ougen an.’
117
Dannân vuort er den helt gemeit. unverre er wilt geverte reit mit meister Hiltebrande. er vuort in da er die maget liez: den vürsten er erbeizen hiez. die zuht er wol erkande. sî gruozt diu minneclîche maget sos aller beste kunde. von ir was ir leit verklaget: ûz ir herzen grunde sî vil lieplîcher sprüche lie, dâ mite sî meister Hiltebrant und ouch den voget von Berne enpfie.
118
Der wîse sprach ‘vil schœniu maget, dast der von dem ich hân gesaget iu maneger leige wunder sîn werder lîp geschaffen hât, der ime durchliuhtec schône stât. derst durch uns worden munder: ir müestent dulden ungemach, hæt erz niht understanden.’ sîns herren arbeit er verjach: mit armen und mit handen sî dô den vürsten umbevie. sî bôt im wangen und den munt: dâ von ein lieplîch kus ergie.
119
Sî sprach ‘vil werder Dieterîch, nu sînt nâch sorgen vröuden rîch, sît iuch vrou Sælde minnet. durch die ir schaden hânt genomen, zuo den vrouwen sulnt ir komen: ement daz ir dâ gwinnet. dâ sehent ir manegen rôten munt smieren ûz liehten wangen, lachen ûz ir herzen grunt (dâ wert ir schône enpfangen), von sîden manec rîch gewant: dar varent und nement verdienten lôn, den hât ervohten iuwer hant.’
120
Her Dieterîch mit zühten sprach ‘nu hæte ich gerne guot gemach: mîn vröude wil mir truoben.’ ein ros lief ledec durch den tan: daz viengen dô die zwêne man. die maget sî drûf gehuoben. sî wîstes durch den vogelsanc gên einer blüenden ouwe, dâ maneger hande bluomen dranc ûf in des meigen touwe dâ rôt, dâ wîz, dâ blâ, dâ gel. dâ dônten kleiniu vogelîn mit sange ir süezen stimme hel.
121
Dô sprach daz schœne megetîn ‘hie wartent, beide vürsten, mîn: ich wil ze mîner vrouwen ir von iu liebiu mære sagen, daz alle ir vînde sint erslagen, von iuwer hant verhouwen. wil ich rîchiu botenbrôt, diu gît sî mir gerne dazs überwunden hât ir nôt von iu und dem von Berne. sî muoz bereiten sich dar zuo, daz sî nâch dienste dienestlîch iu mit ir juncvrouwen tuo.’
122
Sî kêrte von in in den tan, dâ manec kalter brunne ran durch griez ûz herten velsen: dâ lâgen junge wurme bî, die selden hungers wurden vrî. die hôrtens lûte ergelsen. die alten wâren in daz lant den jungen nâch der spîse: die sît der voit von Berne vant und Hiltebrant der wîse und ir dâ kômen in arbeit. vür sich diu minneclîche maget zuo ir juncvrouwen reit.
123
Sî hete sich vür des steines want gezogen dâ sî ein ouwe vant mit rîcher ougenweide, durch daz sî was der sorgen bar, und ir von leide niht enwar von ungetouften heiden. sî heten geslagen ûf ein velt gên einer blüenden ouwe von koste ein keiserlîch gezelt. ûf in des meigen touwe dâ drungen bluomen durch den klê: dâ dônten kleiniu vogelîn tûsentveltec unde mê.
124
Dô sach diu maget wol getân bî eime wazzer, daz dâ ran, über des waldes tolde gegen ir glesten ein gezelt. er muoste haben keisers gelt, der ez erziugen solde: ein künec wær der kost ze swach, daz ers iht môhte erlîden. ein raste man ez glesten sach von golde und ouch von sîden, von berlen klâr, manc edel stein: rehte alsam der sunnen schîn ez allez wider einander schein.
125
Ez was wol bogenschuzzes wît, mit vier turnen daz ez lît in einen knopf gedecket: der was ieglîch sunder wol (die rîchen kost man prîsen sol) mit snüeren wol gestrecket, der iegelîchiu sîdîn was, mit golde wol gefînet, die man ûz andern sîden las, durch daz sî schône schînet. durch daz gezelt sô vlôz ein bach, dâ bî man bluomen unde gras naz von küelme touwe sach.
126
Dar umbe ein hôhiu zarge gie, daz man von sîden bezzer nie gesach, von vêhen bilden: swaz gêt, swimmet oder swebet, daz stuont von golde alsam ez lebet, von zamen und ouch von wilden. daz was geworht in Thamiât, gebildet nâch gemiure. ûf zipressînen siulen stât diu rîche koste tiure von rîchem lignum mannâ: ich wæn daz niender keiser lebe, des gezelt sô schône stâ.
127
Ez was von rîchem bûwe wol: drîvalt, daz man haben sol, von rîchen kemenâten, ein marstal wît und dâ bî lanc ein kappelle, dâ man inne sanc, mit heiltuom wol berâten, diu man ûf nebensîten zôch, mit bilden wol durchvieret, als ein münster, türne hôch mit golde wol gezieret, dar in vil heller glocken klanc. dâ selbe sehste ein kappellân der küneginne messe sanc.
128
Sî hâten kurzewîle gnuoc von megeden schœne und dâ bî kluoc, kiusch unde dâ bî reine unde manec hôch edel wîp, diu gezieret heten ir lîp. vil von getwergen kleine dienten ze hove mit rîcher schar der küneginne schône von liehtem mündel rôsevar. vil schapel unde krône zesamene ûf reiden löcken bran, daz ime zergie ellender muot swer sî dâ solde schouwen an.
129
Sus wâren sî von sorgen komen und hâten vröude an sich genomen mit maneger spilnder wunne: diu wonte in bî naht unde tac, daz nieman sî gekrenken mac. gar lûter als diu sunne was diu künegîn wandels vrî; und ouch ir schœnen meide — in wonte hôchgemüete bî von manegem rîchem kleide, der brehen ir klâren ougen sneit: sich vrôute durch ir liehten wât vil manegiu keiserlîchiu meit.
130
Nu lâzen wirs in vröuden hie und sagen wie ez der megede ergie, diu vuor zir juncvrouwen. dô ir gesaget wart ir komen, was ze handen iht genomen ganzez oder verhouwen, ez wæren borten, sîden, tuoch, daz hiezens in behalten: kleiniu hundel, salterbuoch sî ûz den schôzen valten. sî gâhten alle in widerstrît, dâ man enpfienc die schœnen maget, an der vil hôher êren lît.
131
Als sî diu künegîn ersach, nu megent ir hœren wie sî sprach ze der vil schœnen meide. ‘got unde mir sîst willekomen. wer hât von sorgen dich genomen und uns von herzeleide? den soltu mir tuon bekant, ob er iht êren walte: treit er von hôher wirde ein hant, der den heiden durch dich valte? ist er ein adelrîcher man und dâ bî hôher êren wert, wol ich daz im gevüegen kan.’
132
Dô sprach diu wunnecliche maget ‘ez ist der Bernære, unverzaget siht mann in sturmen herte: dar zuo sîn meister Hiltebrant, des lîp mich alterseine vant, des helfe mich ernerte. er sluoc den starken heiden tôt Orkîsen alterseine: dâ von sô kam sîn herre in nôt. daz prîsent’, sprach diu reine: ‘sîn wâfen durch die heiden waten sach man durch schulthaftigen zins: dô kam sîn meister im ze staten.’
133
Diu künegîn zühteclîchen sprach ‘sô liebe geste ich nie gesach: des vröuwent iuch, ir meide. legent an keiserlîche wât, sît iuwer sorge ein ende hât; schaffent daz löcke reide ob rœselehten wangen sweben gelîch den goldes dræten. wir suln dem Berner vröude geben und Hiltebrant dem stæten, sît uns ir helfe hât ernert. dâ lît vil hôher êren an, dem sî ze gesten sint beschert.’
134
Swaz sî des ingesindes sach, dô gebôt sî unde sprach ‘legt an iur besten kleider: uns koment liebe geste her. ervüllent mînes herzen ger. daz man gepflege ir beider, daz ez die vürsten dunke guot. her Hiltbrant und sîn herre an uns gewendet hânt ir muot: sî sint uns niht ze verre. daz hât diu maget mir verjehen: ich hân bî allen mînen tagen lieber geste nie gesehen.’
135
Der rede nâmens alle war und huoben sich vil balde dar in gaden, in kemenâten und leiten ane rîch gewant, swaz iegelîchiu guotes vant. sî alle einander bâten ‘trûtgespil und niftel mîn, setz eben mir daz krenzel: sam tuon ich rehte dir daz dîn. zuck eben mir mîn swenzel, daz ez obe der erden swebe und der soum von touwe naz den bluomen kleinen vride gebe.’
136
Sît uns der Wülfinge trôst hât von sorgen grôz erlôst, der mær süln wir uns gesten. wol ûf, gânt in der horte gaden, nâch kleinâte ensliezent ûf die laden und zierent iuch ûfz beste: lânt rôtez golt von Arâbî iu von den brusten liuhten, daz von gesteine rîche sî. durch die ie schande schiuhten, süllen wir hôchgemüete tragen. wesent vrœlich, mit vröuden vrô. lânt herze wunsch an iu bejagen.’
137
Sî hâten nâch des hoves reht drîzec ritter, manegen kneht bekleidet nâch getwergen: die hâten an in rîch gewant. daz vuortens ûz der steines want und ûz den holen bergen: daz gap diu küneginne rîch ir werden ingesinde. an milte ir nieman was gelîch gên manegem vürsten kinde: die man ze hove ir dienen sach, die kundes alle ergetzen wol, gelitens ie kein ungemach.
138
Ir jâmersorge was dâ hin. nâch vröuden staltens al ir sin, wie sî daz an geviengen daz ez die künegîn dûhte guot, daz gar ervüllet wurde ir muot. sî mit einander giengen in einen wünneclîchen sal: sî zuo ir vrouwen drungen, dâ vil der kleinen hundel bal und vogel in kevjen sungen, dâ marder, harm, dâ vêhe lief, daz in vil kiuscher megde schôz wonde und in ir buosem slief.
139
Diu maget zuo ir vrouwen sprach ‘die ich durch trôst ie gerne sach, die sint ein teil ze lange. ich solde wider dâ ich sî lie und dâ mîn reise von in gie: dort in dem vogelsange sach ich vil junger wurme ligen ûf bergen und in schrannen: den wellen sî lîht ane gesigen, ê daz sî scheident dannen und rûment daz gebirge wît: sô grôze kraft mit heldes tât an den vürsten bêden lît.’
140
Diu künegîn sprach ‘die rede lâz abe: ich snelle boten vür dich habe, die wizzen dise wilde: der berge hœhe, ir breite, ir grunt ist in mit wilden stîgen kunt. walt, ouwe und daz gevilde, die wilden tobel, die tiefen tal die kunnen sî wol rîten: kunt ist ez in über al die rotschen zuo den lîten, dâ die wurme ligent bî: dar wil ich senden ein getwerc, wiez umb die helde ergangen sî.
141
Diu künegîn sante in den berc. Bibunc hiez sich ein getwerc: daz brâhte man ir balde. als sî den kurzen kleinen sach, gar zühteclîch diu reine sprach ‘wol ûf, heb dich ze walde, wiez umb die vürsten sî getân, waz den von Berne sûme. und ist er lebens worden ân, daz gloube ich harte kûme, die wîl sîn meister bî im ist, der ûf wurme erdenken kan mit vehtenne manegen list.’
142
Der kleine sprach ‘ich bin bereit.’ von ime wart harnesch an geleit: der glast von schœner liuhte. herte alsam ein adamant, * dar inne er nieman schiuhte. swes ein man ze nôt bedarf, daz hete er gar drîvaltec: schilt, helm, brünje, wâfen scharf * in hirzes hœhe man im bôt ein ros und drîstunt alsô starc: daz half dem helde sît von nôt.
143
Er kêrte von in in den walt durch rûhe stîge manecvalt: die kunde er wol gerîten. sîn ros in manegen engen pfat truoc biz ez kam an die stat, da er hôrte den Berner strîten. reht als ein wilder dunderslac sîne slege erduzzen: der kraft in niht gelîchen mac. ûz starken wurmen vluzzen ûz wunden tief vil manec bach. des siges half im Hiltebrant, dem dicke wê von in geschach.
144
In ir ôren hal ir beider sturm. her Dieterîch hât einen wurm mit slegen vür gevazzet, der was wol zwênzec ellen lanc (ein hitze im ûz dem munde dranc die der von Berne hazzet), grôz unde ungevüege gar (vröude machte er tiure), umbe daz houbet kupfervar. ze sehenne ungehiure was er eim iegelîchen man: daz der von Berne ringe wac, er lief in zorneclîchen an.
145
Er ahte wênic daz sîn lîp veile wart durch schœniu wîp und durch werde vrouwen: gên den er dankes sich verwac. dâ von ime grôz schade geschach. ûf bergen unde in ouwen er vor dem wilden wurme gie; sus werte sich der werde. ein viur er ûz dem munde lie: swâ daz traf die erde, dâ saltez bluomen unde gras der dürren heiden gar gelîch, daz ê gelpfer varwe was.
146
Er treip in umbe hin unt wider. rehte als ein walt viele nider, sîn starken slege erhullen die der Berner ûf in treip (an einer stat er niht beleip), in daz gebirge erschullen. sîn ros stuont verre dort hindan gebunden zeime aste: daz wolte der wurm genomen hân. ez werte sich sô vaste, unz im der Berner kam enzît: er half dem rosse dazz genas, dâ von truoc ez in dannen sît.
147
Vor ime vaht her Hiltebrant: vor einer starken steines want streit er mit wilden wurmen. der vant er ein geniste vol ligen in eime berge hol: an die begunde er sturmen. der alte kam in kurzer stunt ze helfe sînen kinden. ein ritter rief im durch den munt: ‘lânt mich genâde vinden, daz ich hie werde tôdes vrî. êrent an mir den werden Krist: gestânt mir helfelîchen bî.’
148
Der wîse zühteclîchen sprach ‘mac ich, iur starkez ungemach daz nimt von mir ein ende. sol ich dekeine wîle leben, sô wirt im vrides niht gegeben, mirn breche in der hende daz swert, daz mich noch nie verhie in keiner slahte sorgen: daz wirt durch iuch versuochet hie. die naht unz an den morgen, die wîle ich hân von gote daz leben, sô wirt durch iuch den wurmen starc vor mir vride niht gegeben.’
149
Er zuhte ein swert, daz Vreise hiez, daz in in nœten nie geliez dekeiner slahte stunde. mit zorne er ez ûf den wurm sluoc: er lie den ritter, den er truoc, im vallen ûz dem munde und lief den zühtewîsen an mit sînen scharpfen klâwen. er wolde in drin gevazzet hân: zwischen den ougebrâwen er ime eine wunde schriet ellen lanc und spannen wît, als ime sîn baldez ellen riet.
150
Dar nâch der wurm brâht in in nôt, daz er den bitterlîchen tôt sô sêre nie gevorhte. er tete vor vil manegen swanc, sîn swert ûz heldes handen klanc: mit slegen erz ûf in worhte, daz sî in daz gebirge wît erhullen eine raste. maneges wurmes, der dâ lît, erwerten sî sich vaste. daz schuof ir zornhafter haz: mit swerten wart von heldes hant mit wurmen nie gevohten baz.
151
Der wîse zorneclîchen rief ‘und süllen starke wunden tief mich niht an dir vervâhen? und trüegest risen kraft an dir, sô kanstu kûme entrinnen mir.’ ûf in begunde er gâhen. der zorn im in dem herzen wiel dem alten Hiltebranden * * er sluoc den wurm, daz er verdarp: er lie den Berner strîten dort, er hie nâch hôhen êren warp.
152
Als sus sîn hant den wurm ersluoc, er suochte den ritter, den er truoc: den vant er unversunnen ligen vor der steines want. den helm er ime abe bant. mit bluote wol berunnen wâren im arm unde bein, rücke und beide sîten: er stiez in an sô manegen stein, an rotschen zuo den lîten, dâ sîn ungeverte was. der wîse entslôz im sorgen bant und half dem helde, der genas.
153
Er rihte in ûf daz er gesaz, (durch sîne tugent tete er daz) und vrâgete in der mære ‘wâ hât der wurm iuch genomen oder wie sint ir her bekomen? gern wiste ich wie dem wære. ir sint sô rehte wol gestalt zeim ûz erwelten manne: daz iuwer der wurm niht engalt mit schaden in disem tanne, dâ was grôz ungelucke bî. ein wurm sol von eim sölhen man billîche lebens werden vrî.’
154
Der wunde zühteclîchen sprach ‘sô starken man ich nie gesach, hæt er in sam mich vunden ligen vor der steines want, da er mich unz an die arme slant, sîn manheit wære verswunden. swie grôz mîn ungelucke sî, geloubent mir der mære, ich reit her sölher schanden vrî: mit helden ich bewære die mich in sturmen hânt gesehen, solt mich ein man betwungen hân, daz dem grôz êre wære beschehen.’
155
‘Nu sagent mir’ sprach her Hiltebrant ‘wie heizent ir und iuwer lant? des sülnt ir mich bewîsen. hab ich iht dienstes iu getân, des sülnt ir mich geniezen lân.’ des antwurte er dem grîsen ‘mîns vater lant gêt sicherlîch vom Septmer ûf die Tûne. er ist geheizen Helferîch, ein helt geboren von Lûne, der sîne slicke wol verstât: geziuc des landes herren sint, der vil maneger in versuochet hât.
156
Portalaphê diu muoter mîn diu ist von art ein marcgrævîn von Tuschân ûz dem lande von hôher vürsten art geboren. ir lîp untugende hât versworen: sist vrî vor aller schande. ir wîplîch zuht durfînet hât gebærde an schœnen vrouwen. ir grüezen engellîchen stât: dar an sô mac man schouwen daz sî vor valsche ist wol behuot. nâch gotes und nâch der welte lôn ir klârer lîp daz beste tuot.
157
Selbe ich Rentwîn bin genant: manheit hât mich her gesant, prîs wolte ich hân erworben. hie vor dô was mîn wirde grôz: an schande lebt nu niht mîn gnôz. mîn vröude ist gar verdorben.’ ‘neinâ’, sprach her Hiltebrant ‘verzagent niht an dem muote. ist sigelôs worden iuwer hant, ez mac iu komen ze guote: ir hüet her nâch iur deste baz, legt iuch niht slâfen vür den walt und tragent dem wilden wurme haz.’
158
Alsus sîns kunnes er verjach. her Hiltebrant mit zühten sprach ‘nû vrôut sich mîn gemüete. sît du bist Helferîches kint, mîn triwe dir helfe schuldec sint. got durch sîne güete hât dich ze vriunden her getragen dem kunne mîn ze trôste. ich kan dir anders niht gesagen: sît dich mîn hant erlôste, dô wart ich vröuden nie sô vrô.’ œheim er den jungen hiez: im überliefen dougen dô.
159
‘Sage mir, junger Rentwîn, waz tuot diu bruodertohter mîn Portalaphê diu reine, diu Helferîch ie kumber brach? êst lanc daz ich sî nie gesach: wie lebet diu wandels eine?’ er sprach ‘die liez ich wol gesunt in ganzen vröuden schône. wol dan mit mir! ich tuonz iu kunt ûf der burc zÂrône, dâ irs in spilender wunne sehent. sît irz veter Hiltebrant? durch got der wârheit mir verjehent.’
160
‘Jâ ich, ich heize Hiltebrant.’ dô sprach der junge alzehant ‘sô wol dan ziuwer muomen, diu iwer ze guote nie vergaz! wol stât iuwern zühten daz. ir vüert ir vröuden bluomen. sî hât sich vil nâch iu gesent in schœnen zühten langen: ir hânt sî kumbers niht entwent, darumbe ir rôten wangen dicke von trehen werdent naz. daz sî iuch selden kan gesehen, dar umbe tuot diu reine daz.
161
‘Wær ich nu drîstunt lieber ir, ich mac des niht gevolgen dir: ich muoz ze dem von Berne. den liez ich dort in starker nôt: ist er lebendec oder tôt, diu mære wiste ich gerne. er ist der jâre gar ein kint an manheit niht erstammet. sîn arme müed von slegen sint (die môhten sîn erlammet), die er mit voller vrîen hant mit vehtenne ûf die wurme treip, sît er sich vehtens underwant.’
162
Dô sprach der junge Rentwîn ‘möht ez mit iuwern hulden sîn, sô wolde ich mit iu rîten. ist daz mir diu sæld widervert, sost mir gelückes vil beschert, wan ich bî mînen zîten sô vil von ime vernomen hân, er habe sich schône entworfen zeime ûzerwelten man. ûf burgn, in steten, in dorfen hôrt ich im ie daz beste jehen. mîn spilende vröude ist gar dâ hin, sol ich den vürsten niht an sehen.’
163
‘Jâ, den lâze ich schouwen dich. stant ûf den stoc, sitz hinder mich: diz ros daz treit uns beide, sît dir daz dîn ist hin getragen. daz sach ich wilde wurme nagen: der mære ich dich bescheide. daz mîne daz verzagete nie durch reise, wilt geverte. swaz ie ez wurme ane gie, schôn ez sich der erwerte: daz schuof sîn zornhafter muot. swaz rosse ûf erde ich ie gesach, der vant ich keinez nie sô guot.’
164
Dannân vuort er den jungen man, da er den von Berne hete gelân. ich enweiz waz in bedûhte: der junge zuo dem alten sprach ‘den tac sô schœne ich nie gesach, der glaste und alsô lûhte. erst âne trüebiu wolken gar (des sich mîn lîp versinnet), swie vil der dunderslege var, dâ von der walt erbrinnet. bî wolkenlôsem sunnen glanz gehôrte ich nie sô manegen slac: ich enweiz waz dâ vor blibe ganz.’
165
Des antwurte ime der wîse gap. ‘manheite starc ein leitestap, zühtec, kiusche und reine wil werden mîn her Dieterîch: dem tuot sîn junger lîp gelîch. nu merke waz ich meine: man darf den dunder zîhen niht der slege die dort erdiezent, dâ von man viures vlammen siht die gegen den luften schiezent: daz tuot mîns jungen herren lîp. der hât von strâfen mich genomen, daz tâten megede, vrouwen, wîp.’
166
Dô sprach der junge Rentwîn ‘daz wundert sêre dez herze mîn, koment die slege von armen, dâ von vlammet sich der walt: tuot daz mîn herre, daz ist balt. die velse müezen warmen. ich geloube daz niht lange wer diz ungevüege diezen. kæme sölch schal von himel her, ez môhte ein man verdriezen. durch got nu ritent deste baz: komen wir ime ze helfe niht, man sol uns drumbe sîn gehaz.’
167
Her Hiltebrant mit zühten sprach ‘ich hân dicke grôz ungemach erliten bî mînen zîten, daz mir got half von der nôt: ez lac vil maneger vor mir tôt in sturmen unde in strîten. der minneclîcher vrouwen gruoz mit dienste wil erwerben, den lîp er sêre wagen muoz, genesen oder sterben. er muoz sich lân in nœten sehen, ob manz vor schœnen vrouwen sage, daz diu âventiure im sî geschehen.’
168
Mit disen mæren sî dô riten, dâ die kampfgesellen striten mit hazze und ouch mit zorne. ir keiner dem andern vertruoc: einer beiz, der ander sluoc der junge hôchgeborne — sîn lewen muot in des betwanc, daz er sich dô ernerte. vil nâher dicke hine spranc, mit slegen er ûf in berte daz er durch daz horn gebrach: swann er daz swert an sich gezôch, dar nâch schôz von bluote ein bach.
169
Dô der von Berne daz ersach daz er sô grôz ungemach von hitze und ouch von strîte von den wurmen müeste doln (mit springen muoste er sich erholn), dô spranc er sprunge wîte zuo dem wurme und ouch hindan: in zorne begunde er wüeten. her Hildebrant der sach in an: ‘got der müez iuch behüeten! sît ich bin iu sô nâhe komen, sô hilfe ich iu von dirre nôt, daz ez den wurm sol lützel vromen.’
170
Sî kômen dâ der vürste streit: ein pfat sî zuo dem strîte treit. dô sprach Rentwîn der junge ‘swaz ich von helden hân vernomen, der sache bin ich zende komen; daz prîsen muoz mîn zunge. ich geloube niht daz dekein wîp ie tiurren helt enpfienge, oder geboren wurde ein lîp der solich kraft begienge. ich spür an dem vürsten wol daz man in aller kristenheit in vür den tiursten ahten sol’.
171
Si erbeizten nider ûf daz lant. der alte dem jungen in die hant daz ros gap bî dem zoume. er gie dâ er den Berner sach. der leit sô grôzez ungemach von hitze in dampfes toume: der sweiz im durch die ringe ran geverwet wol mit bluote. in nœten stuont der junge man: sîn arm er sô vermuote daz der alte grîse jach daz er mit swerten heldes hant mit wurmen nie baz vehten sach.
172
Diz werte vaste unz ûf die naht. do erleite kraft mit heldes maht der junge, slege mit armen, und hetez ein heiden an gesehen dem leit wære von im geschehen, sîn nôt müest in erbarmen dier von den wilden wurmen leit ûf wîte in waldes riuhe. der alte ersach sîn arebeit, daz er deheine schiuhe von ime durch vorhte nie gewan. er sprach ‘nu hüeten vînde sich, sît ich in sus versuochet hân.’
173
Der wurm treip in übr einen bach der ûz dem wilden velse brach gar tiefe ûz eime grunde. dâ muoste er setzen sich ze wer. got den edelen vürsten ner, vürbaz er niht enkunde. dô vaht des muotes gar ein king ân trôstberlîche helfe. der walt was wilde, und umbe rinc bluomen glanz in gelfe. enzwei sîn hôchgemüete brach: von sîme toufe unz ûf den tac sô wê dem vürsten nie geschach.
174
Sîn hant diu wart des swertes gast: von slegen ez ûf dem wurm zerbrast ûf houbte und ûf gebeine. dâ von im vröuden vil verswant. swaz er des mâles umbe in vant, ronen und grôze steine, die warf er ime in sînen giel, swann er sô wîte ginte, daz maneger gar ze grunde viel. der junge sich versinte daz ime kein wer wære sô guot: den schilt stiez er im in den munt, daz riet sîn unverzageter muot.
175
Des wart her Hiltebrant gewar. er huop sich snelleclîchen dar: er wolde hân bestanden den wurm vür sînes herren nôt. den lîp ze schirme er vür in bôt: sîn triwe die zuht erkande. ‘wol hin’, sprach mîn her Dieterîch, ‘ich darf niht iuwer stiure. ir tuot der alten art gelîch: mich hât iur âventiure von sinnen und von kreften brâht. ir hânt undanc und werdiu wîp und swer daz habe ûf mich erdâht.’
176
Der wîse zühteclîchen sprach ‘nemt hin diz swert, iur ungemach daz nimet dâ von ein ende.’ her Dietrîch sprach ‘ichn wil sîn niht, swaz arges mir dâ von geschiht.’ Rentwîn im in die hende daz sîne schôz dem jungen man: daz kunde er wol enpfâhen. er lief den wurm wider an, daz ez die zwêne sâhen. sîn hant in werdeclîchen sluoc: daz houbet als ein êren kranz gerœset er von dannen truoc.
177
Ob in ein hôhiu veste lac, der Helferîch von Lûne pflac. er unde sîn gesinde die hôrten under in den schal: do bereiten sî sich über al bald unde vil geswinde. Helferîch ze vorderst lief: im volgte vil der spieze. die sînen er zesamen rief, die er ungerne lieze hinder ime: daz was sîn reht. er gâhte da er den Berner vant: im volgten ritter unde kneht.
178
Als er Rentwîn ane sach, nu mugent ir hœren wie er sprach. ‘waz ist hie der mære? her sun, ir sint von bluote rôt: wer hât iuch brâht in dise nôt? daz ist mîns herzen swære: mac ichz an dem gerechen niht der iuch dâ hât verhouwen, dar an mir herzeleit geschiht. ûf Ârône schœne vrouwen die duldent durch dich ungemach: Portalaphê die muoter dîn ich nie sô trûrec mê gesach.’
179
Dô sprach der junge Rentwîn ‘herr unde lieber vater mîn, enpfâhent wol die geste: dar an lît hôher êren vil, als ich iuch underwîsen wil. den sülnt ir tuon daz beste. ir gwunnent tiurre geste nie dâ her bî iuwern zîten in landen weder dort noch hie, die sô geturren strîten, als von in beiden ist geschehen dem land ze trôste und mir ze vrumen: der wârheit wil ich iemer jehen.
180
Ich reit ein naht und einen tac, daz ich vil lützel ruowen pflac: ich suochte wurme wilde ûf bergn, in owen, in telern tief. vor eines steines want ich slief, daz was an mir unbilde. diu müede brâhte mich dar zuo, daz arbeite an mir wuohsen: ein wurm vant mich eins morgens vruo, der slant mich unz an d’uohsen; mîn ros hât er mir ê genomen. mir sante got die ritterschaft, diu mir ze staten solde komen.
181
Sich, vater, meister Hiltebrant mich in des wurmes munde vant: sîn lîp kam mir ze trôste. wær er sô balde niht bekomen, mîn leben ein ende hete genomen: sîn hant mich dannân lôste. ich rief in jæmerlîchen an: helfe er mich bewerte. der wurm warf mich in ein wilden tan und kêrt sich gegen dem swerte: dô sluoc in tôt des vürsten hant. er gâhte balde und suochte mich: der helt mich unversunnen vant.
182
Zuo mir saz der vürste nider und brâhte mich von sorgen wider und vuorte mich von dannen. sîn ros uns balde dannân truoc, dâ der von Berne wurme sluoc: dort in den hôhen tannen sant er von swerte manegen dunst ûf gegen des waldes tolden, daz ich des wânde, ez wære ein brunst. wir niht erwinden wolden: wir kâmen do er sîn wâfen brach. daz mîn ich in die hende im schôz, dâ von man sigehaft in sach.
183
Sich, alsô sîn wir her bekomen. die uns von sorgen hânt genomen, daz sint die zwêne vürsten. den sülnt ir wenden, dast mîn rât, ob dienest iu ze herzen gât, ir hungern unde ir dürsten: daz hât ervohten wol ir hant, und welnt ir daz bedenken. her Dietrîch und her Hildebrant, den sülnt ir sorge krenken und vüeren se ûf an ir gemach. êst lanc daz nâch ir werdekeit den vürsten dekein guot beschach.’
184
Dô sprach von Lûne Helferîch ‘gote wilkomen, her Dieterîch, und Hildebrant der wîse, der iuch von kinde erzogen hât und iu mit triuwen bî gestât: die sælde ich an im prîse. deich iuch hân zeinem mâle gesehen vor mînes lebens ende, sô kan mir lieber niht geschehen.’ ûf gegen der steines wende sant er sîn ingesinde dô: ein ros daz wart dem wirte brâht. sîn herze wart der geste vrô.
185
Her Hildebrant der schiet von dan, dâ der von Berne hete gelân sîn ros beins boumes aste: dâ stuont ez wol gebunden an. Scheminc wihen dô began, daz manz hôrt eine raste: Lewe im daz mit vröuden galt in vorhtberlîchem dône. dar nâch erhal berc unde walt, und ûf der burc zÂrône diu stimm wart muoterkinde erkant. daz ros daz brâhte der wîse man, dâ er den rîchen herren vant.
186
Dar ûf saz mîn her Dieterîch. der edel vürste Helferîch der vuorte sî ze hûse ein stîge, diu ûf ze berge gie, erbûwen wol dort unde hie mit maneger leie klûse, underbûwen, undergraben wol, gevestent und geletzet, als man ein burc ze rehte sol. her Dietrîch wart ergetzet, er und der alte grîse dô, gewunnens ie kein ungemach: ir wart daz ingesinde vrô.
187
Sî sâhen wie diu veste lac: niden drumbe gienc ein hac mit boumen starc verworren. die hie man nider in rehter zît. der wurzeln saf in grüene gît: man sach ir lützel dorren. dar obe zwei hundert klâftern hôch der vels und daz gemiure, der sich ûf gegen den lüften zôch. vil rotschen ungehiure stiezen umbe und umbe dran: so gewaltec wart kein keiser nie, ûf den sî vorhte wolten hân.
188
Durch den hals sô gienc ein grabe iewederhalp geschrôten abe: durch ganzen vels gehouwen was er wol hundert klâftern tief. dar inne ein snellez wazzer lief. diu wunder muoste er schouwen. dar über ein schœniu brucke gie mit boumen starc verslozzen, die man ân huote selden lie. dar ûf sô was gegozzen ûz êre ein bild nâch einem man. swer dâ vür in kam âne schaden, der muoste guot gelucke hân.
189
Sî sâhen wie diu veste lît, vil palas unde ein sal wît und starker türne drîge: die stuonden dâ man ir wol darf, dâ selden hin kein blîde warf. gedecket was mit blîge vür den regen und vür den wint daz kostberlîche gemiure. dâ sâzen ritter unde ir kint, die dicke grôze stiure gâben, ûz verchwunden bach: daz dûhtes billîch unde reht, swâ man den wirt in nœten sach.
190
Vor der burc ein anger was: da ensprungen bluomen unde gras. dar ûfe stuont ein linde geleitet umbe und umbe dran: schate gap sî tûsent man und dôsete vom dem winde. da erbeizte mîn her Dieterîch; der edele helt von Lûne sîn ros enpfienc im Helferîch und bant ez zeime zûne, der umbe ein rîchen garten gie. ein horn daz satte er an den munt und kunt daz geste wæren hie.
191
Der wirt nam den vürsten bî der hant. er vuortes da er die linde vant: dâ stuont ein rîch gestüele, daz des der alte grîse jach daz er ein bezzerz nie gesach, mit senftem lufte küele. Rentwîn in die vesten gie: dâ wart er schône enpfangen. die geste er bî dem vater lie. gegen im kam gegangen Portalaphê diu muoter sîn, ritter, knehte, werdiu wîp, vil keiserlîchiu megetîn.
192
Alsô sî Rentwîn ersach, Portalaphê diu reine sprach ‘owê der leiden mære! sun, der sihe ich vil an dir. waz ougenblicke gîstu mir! daz ist mîns herzen swære. mac ichz an dem gerechen niht der dich sô hât verhouwen, dâ von mir herzeleit geschiht. ich unde schœne vrouwen lîden durch dich ungemach: von mîme toufe unz ûf den tac sô wê mir nie von dir geschach’.
193
Dô sprach der junge Rentwîn ‘vrouw unde liebiu muoter mîn, lânt sölhe rede belîben. von den ich bin von bluote rôt, die sint von scharfen swerten tôt: iu unde werden wîben dran ist gedienet sicherlîch, der vesten und dem lande. des dankent ir hern Dieterîch und meister Hildebrande: die hânt von sorgen mich genomen. sî sint durch liep und ouch durch guot her in iur eigen hûs bekomen.’
194
Er seite ir gar wie im geschach. Portalaphê diu reine sprach zir herzelieben kinde ‘ist mînes vater bruoder hie? den sach ich in zwênzec jâren nie. sage mir wa ich den vinde.’ er sprach ‘ich lie bî Helferîch die vürsten bî der linden. her Hiltbrant und her Dieterîch die lânt sich wol vinden. legt an iur keiserlîchen wât und gênt in danne bieten gruoz: ir hant daz wol ervohten hât.’
195
Leit unde liep sin herzen truoc. Portalaphê diu rîche, kluoc, kiusche, reine, stæte liez ir kostberlîch gewant und gienc, als sî dem jungen vant, in tegelîcher wæte: die müeste hân genomen verguot diu tiurste in ir lande. zuo den gesten stuont ir muot. ze meister Hildebrande sî mit ir massenîen gienc, dâ sî mit hôher werdekeit ir mâc und ir herren enpfienc.
196
Als sî Helferîch ersach, wider die vürsten er dô sprach ‘dort kumet des landes vrouwe. ich wil ez nemen ûf mînen eit, daz nie soum gewan ir kleit der naz in schanden touwe an ir wurd, von kindes jugent. sî gwan nie laster mâsen: got selbe gôz in sî die tugent, die engel zsamen lâsen, zuht, triuwe und die bescheidenheit: dâ mite ir lîp gezieret wart, daz sî der êren krône treit.’
197
Der wirt von den gesten gie, dâ in diu herzogîn enpfie sô sî beste kunde. dô sprach von Lûne Helferîch ‘vrouwe, tuo sô werdeclîch: lâ’z herze dînem munde gebieten daz er rîchen gruoz gebe den vürsten beiden. mit wârheit ich des jehen muoz: und hete ein wilder heiden die halben nôt durch uns geliten, wir müesten ime sagen danc: als sî bêde hânt gestriten.’
198
Sî gie dâ sî den vürsten sach. Portalaphê diu reine sprach ‘got wilkomen, her von Berne, mir und allem himeleschen her. welnt ir, mit eiden ich iu swer daz geste ich alsô gerne gesach in zwênzec jâren nie, als iuch und Hildebranden. ir irrtent uns seltsn hie ûf vesten und in landen. kunde ich iuch enphâhen wol nâch der wirde als an iu lît, sô wær mîn herze vröuden vol.’
199
Alsus den jungen sî enpfienc. von ime ze Hildebrant sî gienc. der wart dô baz enpfangen, mit armen dazs in umbeslôz: helsen, triuten wart dô grôz. ir munt und ouch ir wangen ze kusses bôt dem werden man und sprach ûz rôtem munde ‘wol daz ich dich vunden hân! des vröuwe ich mich ze grunde. êst lanc daz ich dich nie gesach: dîn vremde hât ûz ougen mir von trehen brâht vil manegen bach.’
200
Der geste sî sich underwant. den sî dâ wâren unbekant, die dar durch schouwen drungen, ritter, knehte, werdiu wîp und maneger kiuschen megede lîp: von alten und von jungen wart in geschenket manec gruoz, der sende sorge stôrte. dâ von sô wart in sorgen buoz, ûf Ârône daz man hôrte ze vröuden maneger leige schal. ûf truoc man bluomen unde gras, dâ mite beströuwet wart der sal.
201
Her Dietrîch die bruck ane sach: wider die herzogîn er sprach ‘vrowe, durch iuwer güete, waz bediutet jener man? der hât sô liehten harnesch an: got mich vor ime behüete! er ist verwâfent vür den tôt: in dûhte gar gevüege daz er uns alle bræhte in nôt und gar ze tôde slüege. er wil lîht ungevüegen zol: ich belîbe ê ûze an mînen tôt, ê ich sölhen kumber von im dol.’
202
Diu herzogîn mit zühten sprach ‘swaz ich lieber ie gesach, den tete er keine swære; sî wolten denn under sînen danc gân in die burc: die machte er kranc und aller vröuden lære.’ ‘ich enweiz’ sprach her Dieterîch, ‘ich gesach nie man sô langen. er stât dem tiuvel gar gelîch mit sîner stahelstangen. er wænt lîht, ich well in bestân: sô pflæge ich guoter witze niht. ich wil im hûs und brucke lân.’
203
Des lachte dô diu herzogîn. sî sprach ‘hânt iu die triuwe mîn, ich gibe iu guot geleite.’ sî nam den vürsten bî der hant. ‘nu vüerent hin’ sprach Hiltebrant ‘den helt ûz arbeite. nu sich, vil zartiu muome mîn, wie der junge sî erschrocken. er wænet dâ ze Berne sîn, mit kinden spilen der tocken und swaz sî habent in ir laden, daz er daz lâze durch sîn hant und in nâch trage ir prîsevaden.’
204
Umb kêrte sich her Dieterîch: bî der herzoginne rîch beleip er bî der porten. er sprach ‘her meister Hiltebrant, wær iu diu rehte mâze erkant, ir liezent mich mit worten ungestrâfet: als ir tuot, wert ez dekeine lenge, ich mac gewinnen noch den muot, ich mache ein lant iu zenge. hânt iuwer helfe und iuwern rât.’ der wîse sprach ‘swer mir iht tuot, ich klagez dem der ûf der brucken stât.’
205
‘Nu schouwent’ sprach der junge man, ‘diz hât der alte mir getân dâ her von kindes beine: wær ich gewesen stehelîn, ich môht dâ von verdorben sîn. sîn triuwe ist gegen mir kleine: ich bin von ime ze nœten komen in disem wilden lande. er hât daz kriuze ûf mich genomen, daz mîne sinne erkanden nie sô grôzez ungemach: des duzzen durch die ringe mir ûz wunden tief vil manec bach.’
206
Des lachten ritter, megede, wîp. dan vuorten sî den jungen lîp (den spot den muoste er lîden) ûf in ein wunneclichen sal. der was gezieret überal mit golde und ouch mit sîden. er dâ ein rîchez bette vant. sîn harnesch wart enpfangen von maneger schœnen vrouwen hant, die zime kômen gegangen. diu herzogîn die wunden bant; si schuof im keiserlîch gewant: dâ von im sorgen vil verswant.
207
Man bôtz im wol und dannoch baz. vil schœner vrouwen umbe in saz, die kurzten ime die stunde. sî zugen vür in werkes gaden, sî truogen dar krâm unde laden: swaz ieglîch bestes kunde, daz treip sî vor dem werden man, durch daz in niht verdruzze, swaz man ze vröude erdenken kan den senenden nâch genuzze. dar man vil reiner spîsen truoc: ze dienste bôt sich manegiu hant wîz an klâren megeden kluoc.
208
Ûf gie meister Hiltebrant, da er sînen rîchen herren vant. mit ime ze hove drungen Helferîch und ouch Rentwîn, dar zuo daz ingesinde sîn. von alten und von jungen wart ez ime erboten alsô wol von rîcher handelunge, daz er sich billîch gêsten sol. maneger vrouwen zunge ze dienste im eteswaz verjach, dâ von im sorgen vil verswant und man in vröuden rîchen sach.
209
Dô sprach der alte grîse dô ‘herr, ich bin iuwer êren vrô, daz iu sô stolze megede mit dienste undertænec sint, ritters vrouwen unde ir kint. sagt an, hât iur geklegede an iu ein ende noch genomen bî disen stolzen meiden? * des sülnt ir mich bescheiden. hât sich volendet iuwer muot? der mit rede zegelîch dicke mir vil leides tuot.’
210
Des antwurte ime der junge man ‘hab ich iu leides iht getân, dez lânt von herzen sîgen: wol stât iuwern zühten daz. von uns sî der alte haz: der rede sol man geswîgen.’ ‘ich sage iu’ sprach her Hiltebrant, ‘welnt ir durch vrouwen rîten, iu werdent wunden tief erkant in sturmen und in strîten. wellent ir bürge, lande pflegen, und sehent ir iender hûsgemach, des müezent ir iuch gar verwegen.
211
Alsus der ritter orden stât, daz er gemach vil selten hât, dem er beginnet lieben. der sol getriuwe, stæte wesen, zuht durch vrouwen in sich lesen, inz herze sol ers schieben. manheit bedarf ein ritter wol, milte in rehter mâze, got er vor ougen haben sol. êst billich der niht lâze kiusch unde die bescheidenheit: erst zuo der welte ein sælec man der die mit einander treit.’
212
Des antwurte ime her Dieterîch ‘her Hiltebrant, êst ungelîch. ir hânt vom kindes beine der manheit ie gehalten bî: ouch sint ir sterker dan mîn drî. nu merkent waz ich meine: swaz ir noch an gegriffent ie, daz hânt ir wol volendet. iur schîbe nâch gelucke gie: diu selten wart erwendet ze laster iu von keinem man. daz schuof iur witze und iuwer rât: der sælden maneger ist erlân.’
213
Die rede sî beide liezen ligen. der wirt ze lange hâte geswigen: er sprach ze dem gesinde ‘tragent ûf wîn und dar zuo brôt.’ sî tâten gar swaz er gebôt. bald unde gar geswinde bedecket wart vil manec tisch hel von wæhen tuochen, diu von der nâdeln vuoren vrisch: her vür diu muost man suochen. hinder den rîchen tischen lac vil sîden, dâ man sanfte saz. der wirt der koste sich verwac.
214
Dô sprach von Lûne Helferîch ‘swenne ir welnt, her Dieterîch, sô sülnt ir nemen wazzer: daz bietent riter und knehte dar.’ er nam des wirtes worte war; swâ er wolt, dâ sazzer, ze ime diu reine herzogîn, diu kunde wol gebâren, ze Hiltebrant ir töhterlîn, ein kint von zwelef jâren, an dem der welte wunne lac: daz schein an rîchen tugenden wol daz ir diu herzoginne pflac.
215
Alsus gezieret wart der sal mit schœnen vrouwen überal: die sâzen als er wolde. der wirt die ritter niht enlie, er gebôt daz maneger sitzen gie der mit im ezzen solde. truhsæzen wurden dar gegeben nâch hovelîchem rehte. man sach sî alle in vröuden leben. die ritter und die knehte an leiten kostberlîch gewant. mit in gezieret wart der sal, daz man dâ trûrec nieman vant.
216
Man gap in alles des genuoc daz man ie künegen vür getruoc (die meister daz erdâhten), spîse reine und dâ bî guot, vor allem valsche wol behuot, truhsæzen daz in brâhten (mit wârheit ich daz sprechen wil), durchtempert wol mit wurzen. dâ dienten juncvrouwen vil: die langen und die kurzen ze dienste bugen sî ir bein. rôter munt gap manegen smier, vil goldes ob reiden löcken schein.
217
Sî heten kurzewîle vil. sî hôrten maneger leige spil harpfen, rotten, gîgen, von worten maneger leige sanc, der durch der vrouwen ôren klanc. man sach in zühten swîgen: zuht unde mâze in herze las alle die dâ sâzen. mit in der sal gezieret was. die jungen muosten lâzen, des sî ir kintheit niht erlie. vor den tischen manegen dôn mit rîcheme sang man an gevie.
218
Nu lân wir sî in vröuden hie und sagen wiez Bibunge ergie: der reit sô wilde geverte. er kam da kumber was erliten, dâ der von Berne hete gestriten: wan daz in got ernerte, sô kunde ez niemer sîn geschehen. daz wol den kleinen dûhte, als er began die wurme sehen. sîn ros die tôten schûhte. umb in was anger unde walt durchströuwet bogenschuzzes wît, die von dem jungen wârn ervalt.
219
Sîn ros in balde dannân truoc, dâ Hiltebrant die wurme sluoc: die wunder muoste er schouwen. er vant den alten und diu kint, diu von im gar verdorben sint, von sîner hant verhouwen. ‘wâfen’ sprach der kleine man, ‘wer hât hie gevohten? ez muoz der tiuvel hân getân: dekeine sinne enmohten genden von menschen lîbe ez nie.’ er lie die wurme als er sî vant: sîn reise balde vürbaz gie.
220
Swâ er der wurme sich versach, von den strâzen er sich brach ûf gegen den hôhen lîten. mangen pfat eng unde smal, hôch gebirge, tiefiu tal muost er durch vorhte rîten biz er die schœnen burc an sach: dô vrôut sich sîn gemüete. wider sich selben er dô sprach ‘ach got, durch dîne güete nu gelie du mich in sorgen nie: durch dîne götlîchen kraft lâ mich die geste vinden hie.
221
Daz ich vergebene iht sî geriten, swaz kumbers ich denn habe erliten, daz wige ich harte kleine, mac mir diu sælde denne geschehen daz ich sol die vürsten sehen. ein künegîn wandels eine hât mich durch botschaft ûz gesant: möht ich ir die volenden! her Dietrîch und her Hildebrant die sülnt ir sorge wenden. ist daz ich sî vinden kan, wâ lebet an vröuden mîn genôz, ez sî joch vrouwen oder man?’
222
Er kêrt daz wazzer hin ze tal, daz nam von velsen manegen val: dâ bî begunder stapfen. ob ime diu burc zÂrône lac, der Helferîch von Lûne pflac: an die begunde er kapfen. ime geviel von schulden wol der vels und daz gemiure, daz er sî billich gesten sol. sî dûhte in alsô tiure daz nie keiser gwan daz guot, dâ mite diu burc vergolten sî. sî vröute im herze und ouch den muot.
223
Ob er die rehten strâze reit? ein pfat in zuo der bürge treit: dâ vant er eine linden, dar under wunneclîchez gras, dâ der von Berne erbeizet was. sîn ros begunde er binden. den helm er an den arm gehienc, als er die burc erblihte. vürbaz er niht zem bilde gienc: von vorhte er erschrihte. er satze ein horn an sînen munt: er blies ritterlîchen wol. daz er dâ was, daz tete er kunt.
224
Sî hôrten sînes hornes dôz: loufen, springen wart dâ grôz her gegen der rîchen porten, dâ vor der kleine recke stuont (nâch hoverehte daz sî tuont), und gruozten in mit worten. des dankte in der kleine man so er aller beste kunde. rîcher rede er sich versan, die liez er von dem munde. er sprach ‘ist nieman hie bekant ob hie der vogt von Berne sî, dar zuo sîn meister Hildebrant?’
225
Ein ritter sprach ‘jâ, die sint hie. ir vundent sî sô vrœlich nie. wol dan, welnt ir die schouwen! sô wol dan mit mir ûf den sal! der ist gezieret überal mit rittern und mit vrouwen.’ ‘wâfen’ sprach der junge man, ‘waz wil der mit der stangen? mac ich vor dem geleite hân, sô wær mîn sorge ergangen. er wænt lîht, ich well in bestân: ich hetez an dem muote wol, möht ich ez an den kreften hân.’
226
Ein ritter sprach ‘welnt ir iuch lân an mich, swaz ich geleites hân, daz teile ich mit iu gerne. ich bringe iuch vür den langen man, als mîn vrouwe hât getân den vürsten dâ von Berne.’ er nam den kleinen bî der hant und vuorte in vür daz bilde ûf da er die massenîe vant. sorge wart im wilde, dô er die zwêne vürsten sach: gwan er von sorgen angest ie, dâ von sîn kumber ime zerbrach.
227
Dô Bibunc in den palas trat, ûf hôher wîchen er dô bat alle die dâ stuonden. er sprach ‘lânt mich die vürsten sehen, den sô grôz êre ist geschehen. sint daz die rehte tuonden, sô grüeze iuch got, her Dieterîch, und Hildebrant den alten! der edele got von himelrîch der sol der selden walten, dâ ich iuch beide vunden hân: wilde geverte ân allen vunt, des hân ich vil durch iuch getân.’
228
Des dankte ime her Dieterîch; sam tete diu herzoginne rîch, ir wunneberndiu tohter, dar zuo der alte Hiltebrant und alle dier dar inne vant. wol gedenken mohter, ‘sî hânt selten hie vernomen ein ritter alsô kleine. irst wênec mê ze hûse komen mit harnesch alsô reine. sî tuont reht als ich wilde sî.’ man sach dâ ritter, megede, wîp alle ezzens sitzen vrî.
229
Er sprach ‘ir vürsten bêdesant, mich hât her ze iu gesant ein rîchiu küneginne. diu hât geslagen ûf ein velt durch iuch ein wunneclîch gezelt: dar wendent iuwer sinne. sî lît mit schœnen vrouwen dâ, und wartent iuwer lange: ir vindent sî niht anderswâ wan in dem vogelsange. sî hânt sô vil von iu vernomen, sî wartent iur ein ganzez jâr: ir müezent ir ze hûse komen.
230
Ir vürsten beide, merkent daz: nie schœner maget ûf stuol gesaz, geliutert und gereinet vor allem valsche, wol gestalt. wer bî ir solde werden alt, den sî mit triuwen meinet! ir rôter munt gît liehtez brehen: ir smieren unde ir lachen, und sölde ein sieche daz an sehen, dem müeste sorge swachen. ir ougen klâr, ir varwe glanz diu erbrechent wünschen tür in herzen diu sî vindent ganz.
231
Daz ich iu sage, daz ist wâr. wir haben getragen manec jâr grôz leit in unserm herzen. dâ von hânt ir uns genomen und sint ouch her ze lande komen: zergân ist unser smerze. dô uns diu maget tete bekant daz unser vînde wârn zerhouwen, dô leiten wir an rîch gewant und liezen uns alle schouwen: vor dem berge in deme klê hânt wir geslagen ein rîch gezelt; ir vint uns dâ ân allez wê.
232
Nun sîn wir noch niht erlôst noch gewinnen niemer trôst, ir koment dann zuo uns balde: alsô stât mîner vrouwen sin. ir vröude ist anders gar dâ hin. ir halt iuch ûz dem walde mit mir hin (der bin ich wer) und lœsent uns von leide. ich wil iu sagen disiu mær: wir müesten ûf der heide ligen biz an den jungsten tac, sî sæhe iuch denn mit ougen an. dast daz beste uns beschehen mac.
233
Der Berner sprach ‘ich wil dâ hin: swenn ich nu baz geheilet bin, ich gerne mit iu rîte. ich muoz die küniginne sehen durch die mir arbeit ist beschehen: der mære ich kûme erbîte. dâ hânt deheinen zwîvel an. herre, nu gânt ezzen. ich tuon daz ich gelobet hân.’ von ime dô wart gesezzen. der wirt von dem orte gie: er bat in sitzen an sîn stat; des in sîn tugent niht erlie.
234
Der wirt gie da er den Berner vant und den zuhtwîsen Hildebrant. er sprach ‘ir vürsten beide, iu âventiur vil widervërt, iust aller sælden hort beschert daz iuch sô stolze meide mit liebe in ir herzen hânt (des mügent ir iuch wol gesten), des si ander vürsten gar erlânt, und hânt iuch vür die besten die im der himel decken kan. habt danc daz irz verdienet hânt, dazs iuch mit vröuden lachent an.’
235
Her Hiltebrant sprach ‘Helferîch, du solt den jungen Dieterîch an manheit lützel prîsen. end er gewinnet heldes muot, sost ûf der wâgen lîp unt guot, als ich iuch wil bewîsen. joch muoz inch der vîgende vil mit scharpfen swerten walken. sam der reiger vâhen wil mit ungemachten valken, alsô muoz ich in machen ê, ê sîn hant der vînde lîp mit scharfen swerten tüege wê.’
236
Her Dietrîch sprach ‘diz ist mîn klage: diz trîbent ir naht unde tage daz ir mich heizent rîten. durch vrouwen und durch werdiu wîp muoz ich wâgen mînen lîp in sturmen unde in strîten. ich wânde daz sî wol gesunt mich verre gerner sæhen, dann ich von swerten wurde wunt. ich gesach nie man sô spæhen als ir gên mir sint alle tage, daz ir mich heizent grîfen an, da ich niht wan kumber von bejage.’
237
Der wîse sprach ‘her Dieterîch, der werde got von himelrîch der hât iu sîne sterke, jungen lîp, bürg unde lant gegeben’ sprach her Hildebrant: ‘gern ich daz an iu merke. ir süllent haben den vür guot der iu sîn kumbr ist klagende: nâch helfe rihtent iuwern muot und sint niht der verzagende, und êrent den der iuch dâ hât getiuret über allez daz daz zwischen himel und erde stât.’
238
Her Dietrîch sprach ze Hildebrant ‘und solde ich von iu tûsent lant mit einander erben, diu næme ich alliu drumbe niht: sô wê von swerten mir geschiht. ir woldent mich verderben. ir tuont als alle tage ein lîp ûf disteln und ûf dornen mir wahse durch diu werden wîp. des bin ich der verlorne, sol ez keine wîle wern: swie lîhte ein vrouwe gewinne kriec, sô wil sî mîn ze kempfen gern.’
239
‘Wænt ir daz’ sprach her Hildebrant ‘daz iu got bürge unde lant gap durch iuch alterseine, starken lîp und heldes muot, golt, silber, hort, êr unde guot? daz sult ir lân gemeine, sît ir durch minneclîchiu wîp süllent komen ze trôste, obe kein sorge habe ir lîp dâ sî nieman von lôste. daz sult ir keiner slahte man lân gwinnen, welt ir daz sî iuch mit spilenden ougen lachen an.’
240
Die rede liezens underwegen. des Berners wart dâ wol gepflegen und Hildebrands des alten. Portalaphê die herzogîn, Falentrîns ir töhterlîn sach man dô kunste walten, dâ von der Berner wol genas und Hildebrant der werde. sô zart ir lîp den vrouwen was daz man ûf al der erde nie gesten baz gebieten sach: durch manheit und durch sippe bluot den vürsten beiden daz geschach.
241
Sî wâren dâ vierzehen tage. Bibunc sprach ‘herr, ich iu sage, wol ûf! und welnt ir rîten die rîchen küneginne sehen, daz lânt in kurzer zît geschehen, wan ich mac nimê bîten. dar an ich iuwer tugende spür, gesehent die stolzen meide. oder welnt ir mich senden vür, daz ich sî neme von leide unde in gebe solhen trôst daz ich die vürsten bringe her, die sî von sorgen hânt erlôst?
242
Swaz irn enbietent, daz sag ich.’ dô sprach von Berne er Dieterîch ‘her Hildebrant, gênt lêre: waz enbieten wir der künegîn, den vrouwen und den megetîn, daz wir sîn haben êre? sî hânt den muot und ouch den sin sô gar an uns gewendet, komen wir niht zen vrouwen hin, sô werdent sî gepfendet an vröuden unde an werdekeit: sülnt sî belîben âne trôst, daz ist mir hiute und iemer leit.’
243
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ist denne der rât an mich gewant, sô süln wir in enbieten vriuntschaft und dâ bî holden gruoz. dâ von sô wirt in swære buoz. sî süln sich vürbaz nieten ganzer vröude und vrœlich leben in dirre welte wunne. sô wirt iu sicherheit gegeben, daz iuwer hôhez kunne ob allen vürsten iemer gât, al durch daz iuwer vrige hant sô werdeclîch gevohten hât.’
244
Her Hiltbrant sprach mit guoten siten ‘her Bibunc, vriunt, ich wil iuch biten, ir sülnt bî uns belîben biz morgen, daz man gezzen hât. unser werc und die getât süln wir den vrouwen schrîben, waz wir der wurme hân erslagen und ouch der Sarrazîne. sî süllen uns vil eben sagen, ob in iender pîne durch vînde tuo in herzen wê: sô süllen wirz gevüegen sô daz sî iuch geirrent niemer mê’.
245
Er sprach ‘vil lieber herre mîn, solt ich dan lange bî iu sîn, des ahte ich harte kleine: diu mich ze boten hât erlesen, von der bin ich ze lange gewesen. ich vürhte daz sî weine, diu ûzerwëlte schœne maget und ouch ir ingesinde. ich denke daz sî sî verzaget daz ich iuch niht envinde oder daz ir beide sint erslagen. iedoch daz ich gelobet hân, daz wolde ich iu ungerne versagen.’
246
Der tac mit vröuden wart vertân. zehant hiez man den kappelân den brief gar schône machen, alsô her Dieterîch geriet und als her Hildebrant beschiet, mit ir getânen sachen. der wirt was ime dâ zuo guot mit sîner helfe stiure. er tete als noch ein vrumer tuot, der sorge machet tiure: sîn ingesigel er ime lêch. ‘her Bibunc, daz geleite mîn daz sol iuch machen ungevêch.’
247
In eine lade man in beslôz. Bibunges sorge diu wart grôz, er sprach ‘ir vürsten beide, ir hânt daz beste mir getân: heizent ieman mit mir gân daz er mir gebe geleite al vor dem ungehiuren man der dâ stât ûf der brucke. lief er den veigen tiuvel an, er slüeg in in tûsent stucke, hæte er einen îsern lîp.’ er sach in grimmeclîchen an: dô lachten ritter, megede, wîp.
248
‘Swaz ir geleites von uns gert, des sülnt ir schiere sîn gewert’ sprach Helferîch sô balde. ‘der iu die sorge hât getân, welnt ir den ze helfe hân ze velde und ouch ze walde?’ ‘nu müeze got behüeten mich vor sô getânem sellen. er stêt dem tiuvel wöl gelîch: der vüer in ouch in die helle. des ir mir ze geverten hânt verjehen, mir grûwelt vor im iemer mê deich in zeime mâle hân gesehen.’
249
Dô bereite sich her Helferîch, her Hildebrant, her Dieterîch und manec ritter küene. her Bibunc was der herren vrô. sî zôgeten gegen der porten dô, hin gegen der linden grüene. dô er den langen man ersach, den begunde er schouwen. wider die vürsten er dô sprach ‘bræht ich in zuo der vrouwen diu mich ze boten ûz erkôs, wæren ir tûsent oder mê, sî wurden alle sigelôs.’
250
Sorgen wart er dô entladen: von der brucken âne schaden kêrter gegen der linden. dâ sach er einen schœnen tanz von megden und von vrouwen glanz und ouch von schœnen kinden. sîn harnesch wart im dar getragen: dô wolde er sich bereiten. âlrest began sîn herze klagen daz er sich müeste scheiden von den schœnen vrouwen wolgetân: ein keiser solde kurzewîl vor al der welte bî in hân.
251
Ein ros wart ime schiere bereit, ein rîcher satel dar ûf geleit, gezoumet und begurtet. den dienst tet im her Hiltebrant. die sporen er im umbe gebant mit sîden wol behortet: daz dâ îsen solde sîn, daz was rôt von golde beidiu lûter unde fîn nâch hôher êren solde. her Dietrîch ganzer tugende wielt: hern Bibunc huop er in den satel; Helfrîch ime den stegereif hielt.
252
Spîse reine, guoter wîn, ein vlesche und ein legellîn wart hinder in gebunden. ‘als ir koment in den walt, dâ sehent ir einen brunnen kalt, den hân ich dicke vunden’ sprach der vürste Helferîch, ‘unde ein rîch gestüele und eine linde wunneclich (den wîn den machent küele) und einen wunneclîchen plân: daz ros slahent in daz gras, lânt ez ein wîle bî iu gân.’
253
Urloup er ze hove nam, als sînen êren wol gezam. er sprach zes wirtes vrouwen ‘got gesegene iuch, edel herzogîn, und ouch die schœne tohter dîn: ir blüent in êren touwe. ich bite iuch durch den willen mîn iuch unde Helferîchen, ob iuwer schœnez töhterlîn vint iender sînen glîchen, ob irs gebent einem man, ich wil ir schenken tûsent marc: den dienest sol sî von mir hân.’
254
Der mære ime gedanket wart. willekomen ûf die vart schiet er dô von dannen. ‘kund ich iu gedanken wol alsô man lieben gesten sol, iu vrouwen unde mannen, daz hânt ir wol an mich gewant mit rîcher handelunge. sô rîcher geste ich nie bevant von alten und von jungen alsô die hie ze hove sint, ez sîn die geste, ez sî der wirt, diu werde vrouwe und ouch ir kint.’
255
Mit urloube er von dannen schiet, durch den walt daz er geriet mit vil manegen sorgen. wie lange er ob dem brunnen ist, des enweiz ich deheine vrist: biz an den vünften morgen kam er zuo der vrouwen dar ûf ein gar rîch gevilde. sî wurden sîn vil wol gewar, und nam sî grôz unbilde waz ime gevristet hete daz leben. diu künegîn mit zühten sprach ‘wer hât geleite dir gegeben?’
256
Sî hiez in willekomen sîn. ‘sage mir durch den willen mîn wie ist ez dir ergangen, daz du sô lange bist gewesen? wer hât gevristet dir dîn leben? het dich ieman gevangen?’ sî ersach die lade dô und ouch die langen lîne. sî wart in ir herzen vrô und vil der megetîne. diu künegîn mit zühten sprach ‘swâ du sît gewesen bist, dâ was vil kranc dîn ungemach.’
257
Ein ritter ime engegen gienc, sîn ros er ime schône enpfienc: daz gebôt diu vrouwe hêre. diu künegîn mit ir selbes hant diu wâfen sî im abe bant durch liebe vremder mære. man hiez bereiten dô zehant spîse daz er æze. swaz man von sîdîn küssen vant, durch daz er sanfte sæze, bereite man im allez dar: kleider truoc man ime her vür, diu wâren lâsûr fîngevar.
258
‘Vrowe, wâ ist der kappellân? ein brief ich in der laden hân, den sülnt ir heizen lesen. ritter, vrouwen unde ir kint und alle die ze hove sint, daz die hie bî uns wesen, daz sî hœren und vernemen waz mære ich in bringe: allen den die êre gezemen, die stân ze einem ringe. her Dieterîch, her Hildebrant die hânt ir liebe und ouch ir gruoz an brieve und ouch mit mir gesant.’
259
Diu künegîn hiez dô in den sal die hêrschaft komen überal, daz sî vernæmen mære, ‘diu enbietent uns die vürsten guot, die uns vor schaden hânt behuot und herzeclîcher swære. got durch die lieben güete sîn der müeze sî behüeten! gewinnents ie deheine pîn, des wær mîn ungemüete noch grœzer danne ich ie getruoc, dô der heiden âne schult die lieben swester mîn ersluoc.’
260
Der kappellân den brief ûf brach, daz êrste wort daz er dô sprach ‘man heizet schône grüezen vroun Virginâl die künigîn und ouch ir schœnez megetîn mit lieben worten süezen, diu ist genant Gamazitus ein edel maget werde. her Hildebrant der sprach alsus daz er ûf al der erde sô grôzen kumber nie bevant, als des tages dô er sich ir starken dienstes underwant.
261
Sô grüezet hie her Dieterîch die künegîn, vrouwen, megede glîch und swer den berc hie biuwe. sî hânt sô vil von iu vernomen, sî wellen schiere zuo iu komen durch iuwer ganzen triuwe, daz ir sô verre hânt gesant nâch in in die wilde und in der bote tete bekant, daz alsô manec bilde in vrouwen wîs gewartet hât. sî hânt gesworen einen eit, sî machent iu aller sorgen rât
262
Vor allen vînden, die nu sint: wurme, heiden unde ir kint, wâ man die lebendec wizze, daz sol ich in vil rehte ervarn: sî wellen ir niht langer sparn. ungerne ez sî verdriuzze: sî suochent sî unz ûf daz mer, ûf bergen unde in walde. sî schirment iuch mit aller wer vil krefteclîchen balde. sît ir sint biz her genesen, sô sülnt ir vürbaz iemer mê vor allen heiden sicher wesen.
263
Sî trœstent iuch und heizent sagen wie vil der wurme sî erslagen der alten und der jungen ûz heldes muot mit mannes kraft, dô sî wurden sigehaft, dâ von ir swert erklungen. sehse der alten wurme sint, die giengen alle in brunse. her Hildebrant der sluoc diu kint, die lâgen in eim runse. sî hânt sî bêdenthalb gezalt, alsô hie geschriben stât: zwêne und sibenzec sint ervalt.
264
Von der geschiht vernement nôt. ahtzec sint der heiden tôt, die alle ritter wâren, die alle mit einander riten, von den wir grôzen kumber liten dâ her vor manegen jâren. her Dieterîch leit ungemach, ê er sî überwunde, biz er hern Hildebranden sach: der tete im helfe kunde. er sluoc ir vier und zwênzec tôt: den voit het er erslagen ê. herren und maget half er ûz nôt.
265
Her Dieterîch ze dirre stunt * lît ûf der burc zÂrône: dâ pfliget sîn diu herzogîn: ir lîp müez iemer sælec sîn, sist ob allen vrowen ein krône. ir und ouch ir werden man niemen kan gelîchen. sî hânt daz beste ime getân: sî jehent sicherlîchen, an im lîg aller sælden ruom. in dem lande, dâ sî sint, man êrt in sam ein heiltuom.
266
An disem brieve stât noch mê.’ ‘Helfrîch und Portalaphê, hern Hildebrandes kunne, sîns bruoder tohter wunneclîch, zühtsam (sî nam Helferîch: sist aller megde ein wunne), diu hânt daz ingesigel guot an disen brief gehangen durch ir tugenthaften muot, daz ich niht wurde gevangen, ich Bibunc ûf der widervart. daz geriet diu herzogîn daz der brief geschriben wart.
267
Iu enbiut der selbe Helferîch und sîn vrouwe wunneclîch, sî süln hie bî iu wesen, swenn her Dieterîch nu mac und gelebet guoten tac und swenne er ist genesen. er bringet stolzer ritter vil ûf die blüenden ouwen: sich hebet ein wunneclîchez spil von megeden und von vrouwen: ob ez Helferîch gevüegen kan, sîn tohter bringet er ze uns: er wil sî geben einem man.’
268
‘Got herre’ sprach diu künigîn, ‘gedanket muoz dir iemer sîn der Hildebrandes stiure, die du mir armen hâst beschert und mich von sorgen grôz erwert und von vînden ungehiure: swaz ich leides ie gewan, daz wirt mit lieb volendet. sælec sint die zwêne man die mich des hân erwendet, die zwêne vürsten vil gemeit: die hânt erworben gotes dienst und êren vil an mich geleit.
269
Ir edelen megede, gebent rât, sît ir hânt uns gevriet hât die wir noch nie gesâhen, obe sî got gesendet her, wie wir sîn ganzer vröuden wer unds endelîche enphâhen. rihtent iuch ûf rîche kost von spîse und ouch von wîne nâch ir herzen muotgelust, daz kein gebreste schîne. niht enahtent ûf kein guot: swer vür êre sparen wil, der ist vor schanden unbehuot.
270
Nu sage mir, Bibunc, werder man, dô du von uns in den tan schiede hin ze walde, wâ sæhe du die vürsten wert, der wir lange hân begert? vunde du sî iht balde?’ ‘nein ich, ich envant ir niht ûf berge, in tal, in ouwen. sô wê mir nie mê geschiht daz ich dâ vant verhouwen einen wurm lanc unde grôz: den hete her Dieterîch erslagen, daz bluot im ûz den wunden vlôz.
271
Ich enpfienc den aller wîrsten smac, daz ichz gesagen niht enmac, biz an mîns lebens ende, âne die vorht die ich dô leit. mit sorgen ich von dannân reit her gegen des steines wende: dâ vant ich ir als vil erslagen, daz michs iemer wundert. mîn herze wolde mir verzagen: ir wâren mê dan hundert, die hete her Hiltebrant ervalt. ich erschrac (und schiet von dan), ich wurde niemer tages alt.
272
Diu sorge tete mir alsô wê und diu vorhte michels mê: dannân reit ich geswinde. die rehten strâze ich vermeit: ich ûf ein hôch gebirge reit. von lufte und ouch von winde wart mir benomen der gesmac, den ich dort hete enpfangen. vor dem berge lac ein hac, dar ûz sô kam gegangen ein alsô edelîch gesmaht von wurzen und von maneger bluot: diu mir die kraft hât wider brâht.
273
Dar nâch sô liep mir nie geschach daz ich die burc zÂrône sach, drî türne ir daches glesten. dar nâch hôrt ich ein wazzer vrisch, daz nam von velsen manegen trisch: daz vlôz her gegen der vesten. zuo dem machte ich mich hin nider, dâ ich ez trûwte vinden. ez brâhte mich zÂrône sider undr eine grüenen linden: dâ spürte ich bluomen unde gras. dô vröute sich daz herze mîn, dô ich der burc sô nâhe was.
274
Mîn ros ich undr der linden lie, hin nâher baz daz ich gegie: ich wolte zuo der burge. mîn alten sorge ich verliez: ich sach den aller grœsten viez; daz in der tiuvel wurge! er was grôz und dâ bî lanc: sîn muot was ungetriuwe. dô muoste ich lâzen mînen ganc: mich bestuont der grœste griuwe der mir iemer mê beschiht. er sî lebende oder tôt, er ist ein rehter bœsewiht.
275
Ich schalte ein horn von stimmen hel. dô kômen boten, wâren snel, ritter unde knehte. die gruozten mich schôn ûf der vart: von mir es in gelonet wart. ich vrâgte sî gar rehte, ob in iender wæren bekant hôchgelobte geste her Dieterîch, her Hildebrant. ‘die sint ûf der veste’, sprach ein riter, ‘welnt ir sî sehen?’ ich bat geleits, ich wart gewert: wie kunde lieber mir geschehen?
276
Ein ritter brâht mich in den sal * in ganzen vröuden wâren. ich gruozte sî: des muoz ich jehen, ich hân selden mê gesehen sô adelîch gebâren. ich kam nâch dem willen mîn dâ die vürsten sâzen. ich tete in mîne botschaft schîn, daz ich sô wilde strâzen sô verre was nâch in gesant. sî neigten balde ir ôren dar: daz mære wart in wol bekant.
277
Ich gruozte sî von vrouwen wegen, die sô lange wæren gelegen ûf eime schœnen plâne. vil manec ouge mich an sach, indes dâ nieman niht ensprach: man was dô schalles âne. ich rette nâch dem willen mîn allez daz ich solde. Portalaphê diu künigîn niht erwinden wolde: sî satten mich vür vürsten grôz. der wirt rûmte mir den stuol, sîn edel hant mir wazzer gôz.
278
Zwô juncvrouwen edel, von hôher kür die giengen zühteclîch hervür, lûter als ein gimme. sî sungen wunneclîchen sanc (dar undr ein süeziu videle klanc) in vröuden rîcher stimme. der seiten dôn, der megede sanc wart under ein gemischet, dazz durch diu ôrn in herzen klanc daz sî wurden dô ervrischet, daz ich alles des vergaz daz mir ze leide was geschehen, die wîle ich in den vröuden saz.
279
Maneger vröude ich mich entsuop. dô man die tavelen ûf gehuop und hâte genomen wazzer, ritter unde vrouwen guot, von dannen stuont mir ie der muot. ich wære ungerne lazzer gewesen an der botschaft mîn: ich wolde dannân rîten. her Hildebrant, diu herzogîn diu hiezen mich dô bîten, biz mir der brief wart geschriben: mich gesûmte anders niht, daz ich sô lange bin beliben.
280
Wol behandelt und bereit und zuo der porten ûz geleit * die vleschen und den küelen wîn hiez mir gên diu herzogîn. daz ir got iemer lône! urloup ich ze hove nam und dankte in vlîzeclîche, als mînen êren wol gezam. ich gelobte Helferîche, ime und der herzogîn, ich wolde in schenken tûsent marc, berieten sî ir töhterlîn.’
281
Diu künegîn sprach ‘und ist daz wâr, und solde ich leben tûsent jâr, du müests von mir geniezen. du hâst geworben als du solt: mîn herze ist dir mit triuwen holt. nun lâ dichs niht verdriezen und sage mir ze dirre stunt: waz tuont sî dâ zÂrône? jâ, herre mîn, ist ez dir kunt. daz dirs got iemer lône!’ ‘dâ tuot man in helf unde rât: sist Hildebrandes bruoder kint die Helferîch ze wîbe hât.
282
Welnt ir der sachen zende komen, als ich von in hân vernomen, des wil ich iuch bewîsen: Helferîch hât einen sun, ein jungen ritter, der ist vrum, daz in die vrouwen prîsent durch schœne und durch mannes muot: diu sint an ime beide. sîn junger lîp êrlîchen tuot: durch vrouwen und durch meide hât er kumbers vil geliten. sîn junger lîp, sîn werdiu hant mit starken wurmen hât gestriten.
283
Sîn muot der stât ûf kein gemach. êst drige wochen daz geschach an sîme lîbe wunder. vor dem vater erz verhal: ûz der burge er sich verstal der werde helt besunder. er reit zwên tage und zwô naht und kam ze einer stîgen: des kam der helt in ungemach. an ime begunde sîgen der slâf und ouch diu müedekeit: ob einem brunnen er entslief. des kam der helt in arbeit.
284
Sîn ros alsus von im vergienc. dar kam ein wurm, der ez gevienc (des wart er überdrungen), durch den walt daz er gelief in ein gerunse, daz was tief: er brâhtez sînen jungen. der alte wurm kam dô zehant: er wolde mê bejagen. dar kom der helt Hildebrant: er sach die wurme nagen daz ros. daz tete im alsô wê, er sprach ‘ob ichz gevüegen kan, du gebizest keinez niemer mê.’
285
Er vrumte sich in tôdes leit, daz er mit den jungen streit. der alte kam geloufen: dâ er daz ros hete genomen, dâ kunde er wol hin wider komen: er volgte sîner sloufen. er kam ze eines brunnen vluz, den drâte er ûf ze berge; des kam er sît in ungenûz: er stuont sich dâ mit erge. den er ob dem brunnen vant, der helt unsanfte erwecket wart: in sînen giel er in verslant.
286
Er îlt zen jungen alsô ê. der ritter jæmerlîchen schrê, daz er in hete vunden. sîn arme er von einander swanc. wær er gewesen noch sô lanc, er hæte in wol verslunden. swaz er ûf der strâzen vant stûden oder este, dâ greif er nâch mit sîner hant: ir keiner was sô veste, von sîner swinde er gar zerbrach. wâ wart ie herze mê sô vrô, als er hern Hiltebranden sach?
287
Er schrei in an in sîner nôt: ‘herre, mînen jungen tôt lânt iuch, helt, erbarmen! ir sehent wol wie ez mir stât, wie mich der wurm gevazzet hât. helfent mir vil armen durch got und durch die kristenheit: mîn nôt ist ungevüege.’ der alte sprach ‘ez wær mir leit daz er iuch hinnân trüege. er muoz iuch sunder danc hie lân (des getrûwe ich gote) von mîner kraft und eim guoten swerte deich hie hân.’
288
Der werde helt mit vrîger hant ein swert, daz Vreise was genant, daz zuhte er ûz der scheide. er gienc an den wurm sô starc (triuw und manheit er niht verbarc: die wâren an im beide), daz er den ritter muoste lân: er warf in zeiner wende. her Hildebrant der hete den wân, daz er dâ von sîn ende von dem valle hete genomen. er sprach ‘du muost guot glücke hân, soltu lebendec von mir komen.’
289
Der alte wurm sach wider sîn nest daz darin was grôz gebrest: sîniu jungen ganz verhouwen hete hern Hiltebrandes hant. der zorn in ime was entbrant: ûf in begunder houwen mit dem houbte, daz er stiez ûf den helt gar swinde. ein viur er ûz dem munde liez, sîn âtem gleich dem winde. er wart an manegen enden wunt: sô lange werte ir beider strît daz ime der grimme tôt wart kunt.
290
Alsus kan er prîs bejagen: alt unde junc hât er erslagen und lôste sich selbander des ritters; des er irre gie. des in sîn triuwe niht erlie: den er dô suocht, den vander. dô er in von êrste an sach, dô vrâgte er in der mære. von ende er im gar verjach wie er dar komen wære. er nante im al daz kunne sîn. her Hildebrant der tete alsam: dô wart vil ganzer triuwen schîn.
291
Sî wâren beide einander vrô und lebeten hôchgemuote dô. sî dâ niht lenger biten: ein ros sî beidesamet truoc, arbeite hetez an in genuoc. sî durch den walt riten, dâ her Dieterîch dort gienc: sîn muot gleich hertem vlinse. der wurm von sîner hant enpfienc vil manegen slac ze zinse, dâ von berc unde tal erhal. sîn swert daz brâhte im Rentwîn dar: daz gap ime des tôdes val.
292
Dise nôt erhôrte er Helferîch. er und sîn helde lobelîch bereiten sich gar swinde. dô sprach Helfrîch der küene man ‘ich wil ze vorderst in den tan, durch daz ich hie bevinde waz wunders in dem walde sî von disen grôz unmâzen.’ er vant die herren alle drî, al umb den wurm sî sâzen und sâhen in durch wunder an. ein sloufe gie durch rûhen walt: diu stuont als ein getriben ban.
293
Helferîch zen herren sprach: der sun dem vater gar verjach die geste und ouch die stiure und wie sî wâren dar bekomen und wie der wurm in hete genomen in wilder âventiure. er tete nâch tugentlîcher art und enpfie gar schôn die geste. niht langer dô gesparet wart, er vuortes ûf die veste. vrowe, nu hânt ir wol vernomen ir nôt und ouch ir arebeit: dar ûz sint sî ze vröuden komen.
294
Ân alle sorge sint sî dô. hern Dieterîches sint sî vrô. die herzogin eigin von muoter halp die hôchgeburt: sost Hiltebrant ir vröuden hort von rehter sippe neigiu. obe der wære beider niht, in ganzer triuwen forme dar umbe man sî gerne siht daz Rentwîn in dem wurme von ir helfe wart ernert. der vröuden kan ich niht gesagen, diu in beiden ist beschert.’
295
Dô sprach diu küniginne rîch ‘wer hât sô gar bescheiden dich? daz nimet mich iemer wunder. wie unde wâ hâst duz vernomen, daz du bist ûf ein ende komen al ir nôt besunder?’ ‘vrouwe, dâ hôrt ich ez sagen Helfrîches samenunge: gewonheit hânt se al vîretage die alten und die jungen, si enpflegen sanc noch seiten spil, die herrn von âventiure sagen: des hânt sî getriben vil.
296
An eim vîrtage, dô man gaz, ‘saget uns ieman eteswaz durch âventiure uns allen?’ sprach der vürste Helferîch. ‘Rentwîn sun, ez gât an dich. du bist sô gar ervallen: sage uns von des wurmes hant (daz hœrnt die vrouwen gerne) und wie dich lôste Hildebrant und der vürste dâ von Berne.’ dô sprach von Berne er Dieterîch ‘mîn helfe im leider tiure was: er unde sîn swert stiurten mich.’
297
Rentwîn die vrouwen lie verstân, als ich iu ê gesaget hân, sîn müeden und sîn slâfen, wie in der wurm nam unde truoc und wie in her Hiltbrant ersluoc, sîn vinden und sîn strâfen und wie daz in her Hildebrant durch walt in wazzer brâhte, dâ er hern Dieterîchen vant in eines wurmes âhte. ûf ime er sîn swert zerbrach: Rentwîn schôz ime daz sîne dar. daz was diu helf diu ime beschach.
298
Sô grôze nôt ervriesch ich nie als er sagete daz begie her Dietrîch mit dem wurme. her Hiltebrant der wârheit jach, daz ern sô zornec nie gesach als in dem selben sturme. diu hitze in alsô gar durchwiel, ê daz er in slüege. man saget daz ein grôzer kiel die wurme unsanfte trüege, die von ir handen lægen tôt. der helde manheit wart gesaget den vrowen und ouch sîn selbes nôt.
299
Helfrîches ritter lobelîch, ir zwelve, die bereiten sich heimelîche und balde, daz in diu wârheit wurde kunt: die bevunden sî an maneger stunt gar wîten in dem walde. sî sâhen manegen bluotes bach, dar umbe vil der tôten: ein zalen von in dô beschach, wie vil ir wæren verschrôten, wurm unde heiden. dannoch mê der helden lop geprîset wart, noch drîstunt werder baz denn ê.
300
Sî wânden heten gar gesehen swaz in dem walde was geschehen von den vürsten rîchen. sî vunden einen wurm êrst tôt, von dem her Dietrîch hete die nôt, dem nieman kan gelîchen. ûf ime er sîn swert zerbrach ûf houbte und in gebeine. ein ritter sît zÂrône jach daz alsô vil der steine in sîme wîten bûche lac, man machte ein halben turn dâ von, swer rehtes mûrwerkes pflac.
301
‘Ich vröwe mich’ sprach diu künigîn ‘daz du sô lange bist gesîn und hâst sô gar gehœret der helde manheit unde ir tât und swaz ir lîp begangen hât, dâ von uns leit zerstœret wart, mir und maneger schœner maget, die wârn in sorgen ange. got herre, dir sî danc gesaget, und müezests vristen lange. sage mir, vriunt, wann welnt sî komen?’ ‘in ahte tagen sint sî hie: daz hân ich wol von in vernomen.’
302
‘Ir hêrschaft, nu hânt ir vernomen, daz uns die geste wellen komen: bereitent iuch gar schône. Bibunc, bekennest du den man dem Helfrîch sîner tohter gan? daz dirs got iemer lône!’ ‘jâ ich, ich erkenne in wol und allez sîn geslehte: er ist geboren von Tirol, Baldunc heizt er ze rehte. dâ ist der künec Îmiân ûz Ungern lant der œheim sîn: dem sint die vürsten undertân.’
303
‘Ir edelen megde, ir vrouwen guot, dar ûf sô stellent iuwern muot daz man iuch sunder kenne. wesent vrœlich, mit vröuden vrô, gebârent gegen den gesten sô daz man iuch wert hie nenne. ich gedinge, ez sî unverloren unser langez beiten. gegen den vürsten hôchgeboren süln wir uns schône kleiden alle gelîch in ein gewant, daz die geste müezen jehen, in wurde schœner nie bekant.’
304
Dâ nâch hiez sî den helden sagen, swer prîs und êre welle bejagen, turnieren unde stechen, ‘der sol balde bereiten sich, ros, harnesch, kleider wunneclich: wir süln morgen ûfe brechen: sô balde, sô man gezzen hât, sô süln wir gegen in kêren.’ her Bibunc sprach ‘ez ist mîn rât (ich wil iuch bezzerz lêren), wir senden in ein boten ê und tuon in kunt unser kunft: sô zogen wir gegen in ûf den klê.
305
Ich sage iu rehte alsô ir tuot: ob ez iuch alle dunke guot, sô heizen wir die vrouwen alle stân an eine schar, anderhalp die megede gar, daz man sî müge schouwen. dâ nâch besehen wir zehant ritter unde knehte, ros unde îserîn gewant vil gar nâch hoverehte. sô wil ich varen ûf die vart werben daz ich werben sol: sô sîn wir beide sîte bewart.’
306
Diu künegîn hiez ûf den plân die vrouwen bî einander stân in vrischen baldekîne. ir schœn durch manege klâre brach, daz man die heide glesten sach von ir glanzen schîne. anderhalp die megede gar in hôher wirde ruome sî stuonden engellîch gevar mit lûterm magetuome ân alle trügenlîchen bluot: sô edel wart ein keiser nie, er müeste ir eine hân verguot.
307
Diu ritterschaft schôn ûf die vart ze velde dô beschouwet wart, ir ros und ir gereite: ir ûz erweltez stahelwerc erlûhte wol tal unde berc. gezieret wart diu heide. manec rîlîch vrouwen wagen ze velde wart gevüeret, dar ûf diu zendeldach geslagen. mit sîden wol gesnüeret was ir gezelt von Thamiât. diu welt al sol irs jehen wol daz nieman bezzers niht enhât.
308
Alsus ze vröuden wart gestalt. indes her Bibunc durch den walt kam in den hac zÂrône, er hôrte manegen rîchen schal, dâ von berc unde tal erhal, in rîcher vröuden dône, seiten unde süezen sanc, busûnen und schalmîen. ein rotte ûz Ârône dranc von vürsten und von vrîen: die wolden zuo den vrouwen komen. der bote wider sich selben sprach ‘nu hân ich liebiu mære vernomen.’
309
Diu mære wolder baz ervarn: er sach den lewen und den arn ûz rôtem golde erschînen, daz velt was grüene alsam ein gras. in Hildebrandes banier was von wîzem hermelîne dar in geleit ein schœnez rat, daz velt was zendel rœtec. daz dirte sach er ûf der stat, daz was sich silber lœtec, dar in drî striche goldes zier. des vierden Baldunc meister was: in swarzen velde gelwiu tier.
310
Sî lobeten alle ein ander leben. ieweder banier wart gegeben vunfzec ritter küene, megede, vrouwen alsô vil. sich huop ein wunneclîchez spil sît ûf der heiden grüene. ze vorderst reit her Dieterîch mit willeclîchem sinne. ze hinderst kam her Helferîch, er und diu herzoginne, sî zwei gekleit in ein gewant. ein harm vuorte diu herzogîn, Helfrîch ein habech ûf der hant.
311
Do enwart niht langer dâ gespart: her Bibunc nam die widervart mit snelleclîchem kêre. tac unde naht er vür sich reit: sîn ros den kumber drumbe leit. durch vrouwen und durch mære er dô willeclîchen pflac: sîn lop daz wart gedrîet. sîn ros von wîzem schûme lac reht als ez wære gesnîet: der sweiz ze beiden sîten ran. der helt mit lûter stimme rief ‘nu wol dan, vrouwen unde man!
312
Ir vrouwen unde megetîn, entsliezent ûf der sælden schrîn: die iuwer herze triutet, der ir lange hânt begert, der sülnt ir schiere sîn gewert. biz daz man vesper liutet, sô sint die zwêne vürsten hie mit rehter samenunge, der herze tugende nie verlie von kindes jugende ursprunge. und hætent ir Solmônes kunst, ir möhtent in vergelten niht ir triuwe, ir dienest und ir gunst.’
313
Dô brach ûf allez daz dâ was. diu künegîn ûz den megeden las zwelf juncvrouwen adelrîche: die wâren hôher vürsten kint, an diu diu lant gevallen sint. in was dâ niht gelîche ân schœne noch an werdekeit. ân allen wandel schône ûf ir houbet was geleit vil schapel unde krône. die riten mit der künegîn vrî: dâ nâch zogete der vrouwen schar, unz sî der banier sâhen drî.
314
Die gâben gegen der sunnen glast. her Dietrîch wolt der êrste gast der künegîn sîn gewesen, dar umbe er ze vorderst reit: durch jugent und durch degenheit und daz er was genesen, sô hâte er vröuden rîchen muot, in herzen mannes orden. schœne vrowen und megde guot begunden ûf in horden vil êren unde sælekeit: iedoch trouc in sîn tumber muot, daz er unrehte strâze reit.
315
Des weges in nieman beschiet, durch den walt daz er geriet bî eime wazzer lûter: daz gie durch manegen tiefen grunt. deme volgt er nâch dô ze stunt gên einer burc, hiez Mûter. er wând, sî hôrt die vrouwen an, und sî dâ alle vinden und bî in kurzwîle hân: dô muoste im gar geswinden diu vröude in dem herzen sîn. im begegente ein rise unmâzen lanc mit einer stangen stehelîn.
316
Der was geheizen Wîcram. er sweic biz er an in kam, und sach in an mit zorne. dô gruozte in her Dieterîch. er bat im sagen vlîzeclîch der junge hôchgeborne, daz er ime tæte kunt wie wær diu burc genennet: ‘ez ist mir gar ein wilder vunt und allez unbekennet. vunde ich die künegîn, ich sæhes gerne und ir gezelt, ir vrouwen unde ir megetîn.’
317
Der rise sprach ‘nu sage mir nâch waz vrouwen stât dîn gir? hie enkam nie künegîn here: hie ist ûfe ein herzogîn, diu ist genant vrou Simelîn. ir mannes ich dich were: der ist geheizen Nîtgêr, ein herzoge ûz genomen, vrî, vor andern vürsten hêr, an êren vollekomen. disiu burc ist Mûter gnant. erst lützel wîser danne ouch du, der dich nâch künegîn hât gesant.’
318
Der Berner sprach mit guoten siten ‘sît ich unrehte bin geriten, sô wil ich nu gerne gâhen. ich vinde lîht die rehten trift, ob ich der niuwen huoveschrift mich iender kan genâhen (ez riten nâch mir zwei hundert man und alsô vil der vrouwen), obe mir got der sælden gan, daz ich sî mac beschouwen. ez sî walt, heide oder velt, swâ sî diu naht begrîfen mac, dâ sleht diu hêrschaft ûf ir zelt.’
319
Der rise sprach dô ‘wer sint die? waz wellen sî? waz suochents hie? wer hât nâch in gesendet?’ ‘daz hât getân ein künigîn, daz sî diu baz in vröuden sîn: der ist ir nôt volendet. sî hât sorge her getragen in herzen gar verborgen, unz daz ir vînde sint erslagen. von disen grôzen sorgen hân ich selbander sî erlôst. jô des wirt, wird ich ir kunt, mir ze lône ir lieber trôst.’
320
‘Jô, ist daz diu sorge dîn daz du dienest künigîn und andern schœnen wîben, dem enrîtest du niht glîch. dîn affenmuot der triuget dich, daz du niht lâst belîben daz du dich selben zückest vür. sniudeln und mundaffen, mich dunkt, du rîtest ûf der spür. du bist gar erlaffen. gip ûf, du muost gevangen sîn. du wirst von mir vil wol erlôst, ervorschent ez die vrouwen dîn.’
321
Dô sprach von Berne er Dieterîch ‘herre, lânt ungestrâfet mich: ich hân noch daz gedinge, het ich an mir die brünje mîn und daz dâ bî ze reht sol sîn, die liehten stahelringe, vürwâr sô wolde ich sagen iu, ez möhte alsô gedîhen, mîn slehtiu rede wurde iu riu: mîn kraft müeste iu lîhen vil manegen slac ûz mîner hant. ir müest mich ungestrâfet lân und manegen ritter ungeschant.’
322
Der rise sprach ‘nu hœre ich wol, dîn herze ist manheit, zornes vol: dar umb wil ich dich lâzen vrî unde ungevangen sîn. kêr hin und suoch die künegîn ze walde und ouch ze strâzen.’ dô wante sich der degen guot: er wolde dannân kêren. der rise hete valschen muot, den kunde er wol gemêren: er gap dem vürsten einen slac mit der stangen die er truoc, daz ros und man der nider lac.
323
Der helt gar lützel sich versan: dar gie der ungetriuwe man und truoc in zeime boume. indes sîn ros ûf gespranc: ez schutte sich daz ez erklanc an satel unde an zoume. ez stuont und warte umbe sich wâ sîn herre wære. indes versan sich her Dietrich in dirre grôzen swære: sîn ros er balde gerief. daz kant sîns herren stimme wol. zuo dem vürsten ez dô lief.
324
Her Dieterîch bî ime sach den risen stân: wie balde er sprach ‘wes hânt ir mich erslagen? ir sint gên mir ze sêre grôz: sô bin ich alles wâfens blôz. ir tuont reht als die zagen, daz iuwer munt gên mir verjach, ich solde hinnân kêren: ir sluogent mich deich niht ensach, des hânt ir lützel êren. welnt ir in herzen iuch verstân, der schanden ich niht glehen kan die ir mit valsche hânt getân.
325
Ich wil iu sagen waz ir tuot. obe ir gerne hetent guot, sô nement mich gevangen und diz ros daz bî mir stât, daz sô vil der krefte hât, und lânt iuch niht belangen. schetzent ir mich, swie tiure ir gert: ich hân wol lôsunge. ich hân noch vriunt, den ich bin wert von kindes jugende ursprunge. des hânt deheinen swachen trôst: heischent silbr als swære ich bin, ich wirde doch von iu gelôst.’
326
Der rise sprach ‘wiltu dich nern, sô muostu dich al hie beswern, daz du niht ensagest waz ich dir hie hân getân (daz muostu under wegen lân) und daz du niht enklagest.’ dô sprach von Berne er Dieterich ‘dar ûf sî verzigen: des sulnt ir warten ûfe mich. êst iemer mê verswigen deich ez gesage niemer man.’ des rise sprach ‘sô riht dich ûf, sô wil ich dich gevangen hân.’
327
Er huop in ûf reht als ein kint, und truoc in hin gên Mûter sint. sîn ros gie dô gereite nâch sîme herren ûf der vart. her Dieterîch ze spote wart: daz lac im alsô leide. der torwart zuo dem risen sprach ‘wannân kumt der sperwære?’ daz ros er dâ nâch komen sach und sînen satel lære: der gap von golde liehten schîn. ‘er ist benamen ein edel man’ sprach ûf der burc diu herzogîn.
328
Nu wart gekundet dô daz mær dem herzogen Nîtgêr wie Wicram hete gevangen ein jungen degen wolgestalt vil nâhen drîzec jâre alt: mit dem kæm er gegangen. ‘heizent in mir balde her vür mîn ougen bringen. lânt hœren wes er uns gewer: dar nâch sol ime gelingen. ist er ein hôchgeboren man, sô mac man sîn verderben niht: man sol in sus gevangen hân’.
329
Man brâhte den ritter und daz ros. her Nîtgêr der sprach alsus ‘er ist von hôher küre und dâ bî aller schanden vrî. von swanne er joch geboren sî, wol ich an ime daz spüre, in hât sîn manheit und sîn jugent ze dirre nôt gedrungen. ich weiz wol daz der rise untugent an ime hât vollebrungen. sîn gemüete dast sô wol getân: er ist mit schalkheit an in komen: er möht sîn niht erloufen hân.’
330
Alsô er vür den vürsten gienc. her Nîtgêr in dô enpfienc: ‘junc man, sint gegrüezet! wannân sint ir her bekomen? waz reisen hânt ir ûf mich genomen? daz ir mir sagen müezet. wolt ir mir an gewunnen hân daz lant und ouch die veste? es müeste ein keiser mich erlân, bræht er zwelf tûsent geste: ich behieltes vor im iemermê. nu müezt ir mîn gevangen sîn: wie wellnt ir daz ez iu ergê?’
331
Dô sprach von Berne er Dieterîch ‘sô lâze got von himelrîch mich niemer komen hinnen, kæme ez ie in mîn gedanc: mîn vrîger muot mich dar zuo dranc. ich suochte ein küneginnen, ir vrouwen und ir megetîn und ein gezelt gar schœne: in ir dienste ich bin gesîn. nâch ir rîchem lœne wolde ich gerne sîn bekomen: des hât der rise mich erwant und alle vröude mir benomen.’
332
‘Waz dienstes hâstu in getân? wiltu mich daz wizzen lân, des muostu von mir gniezen. mir was umbe dich gar zorn: ich wolt dich legen in einen turn. nu heize ich dich besliezen: in îsern ringe tuon ich daz, daz man dich müge beschouwen. dir ist michel teil hie baz, sô umb dich gânt die vrouwen und vil der megde wol getân.’ der rise sprach ‘so entgienge er mir: ich wil in baz beslozzen hân.’
333
Der herre sprach ‘waz sol er dir? ich wând daz dun gevangen mir ze dienst hetst her gevrumet.’ er sprach ‘ich liez in gerne leben: er hât sich mir gevangen geben. grôz guot mir umbe in kumet: er hât noch vriunt, ich weiz wol wô, die süln in von mir lœsen. gedinges was er an mich vrô. er solte uns selten œsen, hæt er der gelübede niht getân: ich wil silbers alsô swære als er, od aber sîn stolzez houbet hân.’
334
‘War umbe gît er dir nu guot? vergebene er des niht entuot: war an hâstu in vunden? hât er uns ieman erslagen (die wârheit soltu mir nu sagen), daz er sich hât verbunden? ich gibe iu koste und rîch gewant, daz ez mich versmâhet, kumt ieman vremdes in diz lant: obe ir mir den vâhet, der sol mir ze buoze stân. solt er nâch iuwerm willen leben, waz hêrschaft möhte ich danne hân?’
335
‘Got wolte’ sprach her Dieterich ‘daz al diu welt wist alsô ich, wie daz ich bin gevangen. von eime tugentlôsen man, der êre ûf erden nie gewan. er hât mich hindergangen. daz ichz gesage niemer man, daz gelobete ich bî dem eide, swaz lieber vriunde ich ie gewan: daz lît mir alsô leide. her rise, ez möhte noch geschehen, ir woltent über tûsent mîlen sîn, daz ir mich hetent nie gesehen.
336
Daz ir mir dröuwent an den lîp reht als ich sî ein altez wîp, urloup ich zuo den vrouwen solde vor genomen hân. vür unzuht sülnt irz niht verstân. sît daz ir künnent drouwen, sô bitte wir den herren mîn daz er uns beide bereite in die ringe stehelîn, daz uns nieman enscheide. ich getar iur zwelve wol bestân. gânt alle sament her an mich: ich hân doch grœzer dinc getân.’
337
Alrest der herzoge in besach. mit ernesthaftem muote er sprach ‘nu was vil wol mîn wille, ich wolt dir urloup hân gegeben: sô machest du mir leidez leben. die nu sitzent stille, du hetest mir ze nœten brâht, mîn lant und ouch mîn helde. nu hân ich anders mir gedâht: du bist an manheit belde, ich wil dich mir gevangen hân. du enkumest niemer vuoz von mir, du muost mir starke gîsel lân.’
338
In îsern ring er beslozzen wart. ‘wie dunkt iuch nu, her Vrouwenzart?’ sprâchen die risen alle. ‘wâ sint nu die künegîn, die iuwer helfer solten sîn vor dirre sorgen valle? doch heizent iuwer schône pflegen: ez wirt wol vergolden. wer solde ein sus getânen degen lâzen kumber dolden, der vrouwen diener ist gesîn? vor leide gêt sî kumber an, ervreischent ez die künegîn.’
339
Mit spotte im vröude wart benomen. indes was zuo den vrouwen komen die hôchgelobeten geste her Helfrîch und diu herzogîn, ir bêder kint, ir tohterlîn, ûz Ârône ûz der veste. zwei hundert ritter man dô sach in wunneclîcher wæte, vrouwen, den man lobes jach, mit ganzen tugenden stæte. sî wurdn enpfangen rîlîch wol, als noch daz edel meldet sich dâ man der tugent bedurfen sol.
340
Selb zwelft diu künegîn gegen in reit. sî gruozte den ritter vil gemeit und vrâgte in vil schiere ‘sage mir, wunneclîchiu vruht, durch dîne ritterlîchen zuht, wes sint die vier baniere?’ ‘der lewe und ouch der adelar die sint hern Dieterîches; sô ist daz wîze silbervar des vürsten Helferîches; daz rat daz vüert her Hiltebrant; daz vierde vüert eins vürsten kint von Tirol Baldunc hôch genant.’
341
Diu künegîn sprach ‘zogt ûf den plân. ein gezelt ir vor iu sehent stân daz gegen der sunnen glestet: dâ stôzent ûf diu banier rîch daz sî diu baz erkennen sich, die uns hânt hie begestet. da enist niht trûrens umbe ein hâr, da ist vröude und ougenweide. dâ durch sô gât ein brunne klâr, gar schœne ist sîn geleide: dar zogent die lieben geste mîn und hânt gewalt noch drîstunt mê, danne sî dâ heime solden sîn.’
342
Sî tâtn als sî diu künegîn hiez. diu vier banier man dô stiez in goldes rîche knöpfe. die strâzen wâren wol gestalt. vrouwen wâren dienstes balt mit wunneclîchen schöpfen, antlitze unde varwe glanz in wunneclîcher wæte. sî gâben hôchgemüete ganz und dâ bî vröude stæte. nieman wart dô des erlân, er muoste ein lieplîch umbevanc und ein unvremdez küssen hân.
343
Innen des sach vrô Martikos hern Hiltebranden und sîn ros. sî sprach mit vröuden schalle ‘wol mir! ich sihe den lieben trôst, der uns von tôde hât erlôst. wâ nu, ir juncvroun alle! gedenkent wie ie uns daz lôz gap in der sorgen kloben: dâ von sô hân wir vröude grôz. enphâhen wirs mit lobe. iuwer heil dem herren mîn! er sol niht wesen unser gast, er sol gewaltec herre sîn.’
344
Dô bat sî diu künegîn ‘vriunt, du zarte muome mîn, lâ mich in êrste enphâhen’. diu juncvrou sprach ‘und tæte ich daz, mir solde sîn diu welt gehaz ze rehter schanden nâhen. er enbôt mir sînen lieben gruoz von Ârône her geschriben. ê machte er mir sorge buoz, do ich wære tôt beliben. in kennet nieman baz dann ich: enphâhent ir den herren sîn.’ daz lobet diu küniginne rîch.
345
Sî lief reht als ein snellez wilt. sî kante den ritter und den schilt, daz ros bî hôhen sprungen. si enschiuhte niht als umbe ein hâr, ouch winkte sî den megeden klâr daz sî nâch ir drungen. der vürste sach wol daz sîz was, und zogte ûf ein grüene, ûf ein wunnenclîchez gras: dâ hielt der helt küene, daz sî zime möhte komen. der vröuden heten tûsent gnuoc, der sî sich hete ein an genomen.
346
Mit armen sî in umbevienc, dâ von manc lieplîch kus ergienc, und sprach vil minnenclîche ‘wilkomen, aller sælden grunt, du vröude gebender heiles vunt, wer möhte dir gelîchen? diu tugent in dich gewurzelt hât und rîterlîchiu triuwe, manheit ist in dich gesât: die siht man tegelîch niuwe. dîn edelez herze hât daz saf, daz kreftet dîner tugende bluot, daz schanden rîfe nie getraf.
347
Sît iuwer hant uns helfe tete, edele messe, guot gebete und gotes lop gemêret hân wir gevrumet sît den tagen, daz unser vîgent sint erslagen, die engele hôch geêret: die wünschent iu des dienstes danc, ir werden vürsten beide: sît iuwer trôstlîch anevanc uns nam von herzeleide, dô wart vergezzen gotes nît: daz heil nieman gemezzen kan, daz an iu bêden vürsten lît.’
348
Ze hern Hiltbrande ein ritter kam, der ime daz ros ûzer hant nam: der kunde tugende spehen. den helm er ûz der keten slôz * beschouwen und besehen. daz hâr was ime alsô grîs, diu wangen îsenrâmec. dô sprach diu küniginne wîs ‘er ist vil selden krâmec gewesen her bî sînen tagen. er hât gestriten strîtes mê denn er uns gürtele habe geslagen.’
349
Alsus kam diu künegîn mit eilf gekrônten megedîn, die andern schappel truogen: von rôtem golde erlûhten die. vil schœner vrouwen vor in gie, die sorge gar versluogen den gesten und der ritterschaft, der herzen sî entsluzzen mit alsô maneger vröuden kraft. mit dem sô kam gevlozzen diu Minne und brâhte in ir hant ûz rehter liebe der Minnen seil, dâ mite sî manegen ritter bant.
350
Dô diu vrouwe hern Hiltbranden sach, sî dranc hin nâher unde sprach ‘got wilkomen, lieber herre! lop unde êr sî iu gesaget von vrouwen und von maneger maget, der vröude ist worden merre dan sî ûf erden ie gewan deheines keisers kunne. jâ, du êren rîcher man, die vröude und ouch die wunne hât ervohten uns dîn hant. dîn lop alsam ein scharfez swert hât aller herren lop entrant.’
351
Den gruoz galt ir her Hiltebrant. ‘ir edeln vrouwen hôchgenant und ouch ir megede reine, hete ich iu gedienet vil, mit wârheit ich daz sprechen wil, daz riuwete mich gar kleine: swaz iu ze sælden ist beschehen, des danket mîme herren. die wârheit die wil ich verjehen die breite und ouch die verre’ sprach ze in her Hildebrant: ‘swaz ich êren ie gewan, die hât ervohten mir sîn hant.’
352
Sî sprach ‘vil lieber herre mîn, sô liep ich iu müge sîn (daz iu got iemer lœne!), wer ist der ritter der dort stât (ein habech er ûf der hende hât), und ouch diu vrouwe schœne, diu dâ hât daz hermelîn daz spilt in ir schôze?’ ‘sî ist des bruoder tohter mîn: ich weiz niht ir genôze. der herre ist Helferîch ir man. diu juncvrowe ist ir bêder kint: mîn herze ir aller sælden gan.’
353
Diu vrouwe sprach ‘lânt âne haz, lânt mich die geste grüezen baz; wan ich sî hân enpfangen.’ ‘des bite ich iuch’ sprach Hildebrant: ‘ir triuwe brâhtes in daz lant.’ vil schiere wart gegangen von künegîn und von megedîn: si enpfiengen wol die geste. sî hiezens willekomen sîn: mit maneger êren leste wart in der gruoz widerwegen. alrest gienc diu tugent hervür, diu lange verborgen was gelegen.
354
Ein getwerc ze Hildebrande gienc, sînen schilt ez ime enpfienc: ez wolde in hân getragen. der was mit stahel wol durchleit, vingers dicke, spannen breit zwelf spangen drûf geslagen. dar under ez dô nider viel von dem swaren laste daz bluot im ûz den ôren wiel: er druhte ez alsô vaste. dô schrei ez helfe und grôze nôt: ‘sûmt ir mich eines vingers lanc, sô bin ich endelîchen tôt’.
355
Dô kômen sîner bruoder drî. sî machten ez der swære vrî al von des kampfes dache. sî sprach ‘vriunt her Hildebrant, nemt ir den schilt in iuwer hant, ob ieman mit gemache leben wil, der hüete sich vor iurm menlîchen zorne. gienge er hôhen boumen glîch, sô wære er der verlorne. daz tuot iu iuwer kraft bekant: den schilt den trüege kûme ein man, dast iu ein veder bî der hant’.
356
Des erlachte er Hildebrant. er nam den schilt widr in die hant und truoc in als von êrsten. des was im hôher êren gelt: in vuorten under daz gezelt die tiursten und die hêrsten, nâch im die werden geste rîch; die wâren vröudebære. die vrouwen vrâgten alle gelîch welhez der Berner wære: sî wolden ime danc hân gejehen. sî sprâchen ‘herre Hildebrant, lânt uns den vogt von Berne sehen.’
357
Her Hildebrant sprach wider sî ‘wie vrâgent ir mich? er ist doch hie vor ahte tagen eine.’ diu künegîn ûf ir eit dô sprach ‘daz ich in mit ougen nie gesach’ noch ir megede reine. des erschrac her Hiltebrant daz man in sach verblîchen. diu vröude ime alsô verswant im herzen sicherlîchen. er sprach ‘daz ich ie wart geborn, daz mich der tôt niht lange nam, hân ich den herren mîn verlorn!’
358
Alsus rette der werde man ‘swaz ich kumbers ie gewan, daz ist gegen den schmpfe den ich durch in lîden muoz.’ sorge wart dâ nieman buoz: man sach die wazzertrüpfe diu wangen vliezen nider ze tal. dô daz die vrouwen sâhen, sî weinten mit im überal, wan in begunde nâhen ir verlust des vürsten leit. ‘ich weiz wol’ sprach her Helferîch ‘daz er den wec gên Mûter reit.’
359
‘Waz weges ist daz?’ sprach Hildebrant. ‘wer ist über daz selbe lant vogt oder herre dinne?’ ‘daz ist ein herzoge hêr: geheizen ist er Nîtgêr. istz als ich michs versinne, er hât zwelf risen durch daz jâr, die gânt mit stahelstangen. ich weiz daz sicher wol vürwâr, sî hânt den helt gevangen. sî sint mir lange wol erkant, daz sî vil manegen edeln man an hôhen êren hânt geschant.’
360
Des wart her Hildebrant unvrô. ‘ist alsô vil der risen, sô ist ern zen handen komen. ich zôch in aller schanden vrî: er nie vernam waz vlêhen sî. daz hân ich wol vernomen, er ist des wâpens alsô blôz ze disen grôzen nœten: dâ von sô hân ich sorge grôz daz sî den herren tœten. lîhte hânt sî in erslagen: sô wil mir vil trûrens wonen bî und allen vröuden widersagen.
361
Ich lêrte in sprechen reiniu wort, ganzer tugende vollen hort: ich liez in nie gehirnen. ich lêrte in êren priesters leben, lop den reinen vrouwen geben, schâchzabel ziehen, schirmen. ich lêrte in êren rîterschaft, wie er die behielte menlîch in rehter nœte kraft alde man schatzes wielte. ach daz ich ie wart geborn, sol ich den herren und den dienst sô schedelîche hân verlorn!
362
Owê daz er mich ie gesach! den kumber und daz ungemach hât er von mîner schulden, deich in der arbeit niht erliez. do ich in in disen kumber stiez, des muoz ich drumbe dulden mê denn ie kein man getruoc ûf ime, des jâmers burde. daz mich der dunre niht ersluoc ê mir bevolhen wurde sîn werder lîp klâr unde zart! ich zôch in ûf ein keisertuom: den helt den hân ich umbewart.’
363
Sî wâren trûrec unde unvrô und klageten alle einander dô den grôzen kumber strenge. ‘sold ich ervaren tûsent lant’ sprach der getriuwe Hildebrant ‘die breite und ouch die lenge, ich muoz ervaren wâ er sî, sold ich darumbe sterben. ich wil des lebens werden vrî odr aber heil erwerben. vil getriuwe Helferîch, wîse mich den rehten wec gên Mûter, helt, des bite ich dich.’
364
Dô sprach der vürste Helferîch ‘man sol in kurzen tagen mich dâ schouwen ime lande mit manegem ritter wol getân. ich solde im widersaget hân: verbære ichz, dast ein schande. nu vürhte aber ich, tuon ich daz, daz ich den schaden erge (die risen sint mir vor gehaz), daz sî den herrn verbergen, daz wirn gesehen niemer mê. nu gebent alle sament rât waz mînen êren wol an stê.’
365
Ein ritter sprach ‘her Helferîch, al umb die burc erkenne ich mich. der under stêt ein müle: dâ hât daz wazzer grôzen braht. dâ ligent die risen durch die naht dâ bî in einer hüle. wir sullen balde kêren dar: wir mugen sîn wol geniezen. sî werdent unser niht gewar al von des wazzers diezen. eins morgens, so ez beginnet tagen, wir süllen warten wer dâ sî, und tuon uns die wârheit sagen.’
366
Sî wâren alle leides rîch. nu sage wir von hern Dieterîch: den begunde sêre belangen. er hâte leit und ungemach. ze ime selben er dô sprach ‘waz lige ich hie gevangen? ich hân doch nieman niht getân: ichn weiz wes man mich zîhet. des ich got zurkunde hân daz ûf mich hie gedîhet hôchvart unde unreht gewalt: dar umbe man mich schetzen wil, daz hât ein koufman balde erzalt.
367
Ez ist vil wol swaz mir geschiht: ich wolde deme volgen niht der mich daz beste lêret. swer übergêt der vriunde rât, êst billich, ime missegât: sîn leit wirt drumbe gemêret. er ist zer welt ein sælec man, seht, den dâ niht versmâhet daz er vriunden volgen kan: vil sælden im drumb nâhet. der wîsheit darf ich niht verjehen. owê, getriuwer Hiltebrant, sol ich dich niemer mê gesehen!
368
Und wistest du wie ez mir stât, daz man mich hie gevangen hât umb unverdiente sache, dîn triuwe und ouch dîn menlîch muot wâgte den lîp und ouch daz guot: ich kæme ûz ungemache. dîn helfe mich noch nie verlie in keiner nôt die lenge: ze staten kæme du mir ie in strîten und gedrenge, daz ich noch guot gedinge hân, erverest du den kumber mîn, du tuost daz lant in sorgen stân.’
369
Nu hete der vürste Nîtgêr ein schœne rîche swester hêr ein juncvroun wandels eine, diu herren Dieterîches pflac heimelîch naht unde tac mit stæter huote reine. sî gap im manegen guoten trôst, daz er sich wol gehielte: er wurde doch vil wol erlôst, wan sî schatzes wielte. ‘mac mir diu stunde gân in hant, ich gibe iu silbers hundert marc: ir sprechent, ez sî iu gesant.’
370
Des danket ir her Dieterîch. ‘vil kiusche maget wunnenclîch, wær ich dâ mite enbunden von dem ungehiuren man, von dem ich grôzen schaden hân, sô wil an den stunden von mir hân der bruoder dîn vil burge unde gîsel. möhte ich der entladen sîn, noch vröwende miteim zîsel wære mir daz herze mîn: daz singet gegen der swæren zît; mit dem wold ich in vröuden sîn’,
371
‘War umb sint ir sô ungern hie? man liez iuch eine stunde nie alterseine belîben. sô sehent ir maneger leige spil, vröude, kurzewîle vil von megden und von wîben. sô werdent iu nahtes abe geleit von mir die îsenringe, ein schœne bette ist iu bereit: die vröuden rîch gedinge hânt ir von mir und dannoch mê. ich sliuze iuch heimlîch wider în. wâ von ist iu bî mir sô wê?
372
Sô sint ir nahtes niht gespart, von den risen wol bewart: sî mügen iuch niht verderben.’ dô sprach von Berne er Dieterîch ‘vil kiusche maget wunneclîch, man wil mich hungers sterben.’ ‘ach, herre mîn, wie kumet daz?’ sprach diu maget reine. ‘mîn bruoder nie niht âne iuch gaz sô wæhes noch sô kleine, ez wurde ûz iuwer teil gesant.’ ‘dâ gât der rise hin vür die tür: er lât mir nihtes niht enhant.
373
Des ist mîn maht vil nâch dâ hin. durch daz ich in beslozzen bin, sô hât er mir gezzen swaz mir von hove wart gegeben. alsus krenket er mîn leben. sô hât er sich vermezzen, er welle haben gar daz guot, daz ime gelobet wurde. dâ von sô trûret mir der muot. in grôzer jâmerburde drucket mêr der vröude last. kein vrouwe wart sô schœne nie deich wære gerne alsus ir gast.’
374
Der rede diu juncvrou sêre erschrac. sî sweic unz ûf den mitten tac biz daz man ezzen gienge. dô sprach diu maget wol getân ‘sold ez an mînen handen stân, den risen ich erhienge. der helt, der dâ gevangen lît, bî dem was ich gesezzen: swie vil man ime von hove gît, daz wirt im allez gezzen. daz hât Wicram getân: und wære er ie von guoter art, dastwar, er soldez hân gelân.’
375
Des was des hûses herre zorn. er sante ein riter wol geborn vil balde nâch dem risen. als er in under ougen sach, gar zornenclîchen er dô sprach ‘man hât mich ie geprîsen, als man tuot manegen biderben man, gar wîte in dem lande: dîn lîp der êren mir verban und krenket mich ze schanden. du arger schalc, du hungers vrâz, daz du hâst einem vremden man sô schemelîch sîn spîse gâz.
376
Got der werd dir niemer holt! und obe der helt von dîner schult im bande hungers stirbet, ich lege dich an die selben stat: den lîp den mache ich dir sô mat, der hart nâch schanden wirbet. swâ man saget, ez sî hie tôt ein herre in mînen slozzen hungers, sehent sô stân ich rôt, mit schanden gar begozzen. antwurte sol ich denne geben. kæm ich dâ vürstenvrouwen sint, sô müese ich dulden schanden leben.’
377
Des antwurte ime der rise jach ‘schade, schande und ungemach hân ich von sînen wegen und eines, heizet Hiltebrant: der ist mir lange wol erkant, der hât sîn ie gepflegen. zuo den zwein sô weiz ich drî, die hânt mich gar verderbet und allez mîn geslehte vrî: die sint von in ersterbet, der vriunde mîn zwei hundert man. zuo Britanje daz beschach, die vünve ich wol genennen kan.’
378
Dô sprach ze ime der vürste vrî ‘wer sint denne d’ andern drî, die disen zwein dort hulfen?’ ‘der ein ist Witege genant, Wolfhart von Lampartenlant, der drite Biterolfen ane hôrte und ist sîn kint: Dietleip ist er genennet. diu rede ist mir niht ein wint. der zuo hânts uns verbrennet ein lant und drige vesten starc. sî schatten uns ûf einen tac mê danne hundert tûsent marc.’
379
Dô sprach ze ime der vürste rîch ‘ist er geheizen Dieterîch, der hie lît in der helte? hât er dir leides iht getân, daz soldest du gerochen hân ûzwendec der velte diu dâ ist geheizen mîn, ob er dir iht enthieze. bêdiu brôt und ouch den wîn du ime niht enlieze, swaz ime von hove wart gesant. ervorsche ich keine klage von dir, du rûmest sicher mir daz lant.’
380
Der rise balde dannân gie, die hêrschaft er dô ezzen lie. sîn muot was im swære. er gie dâ er die risen vant, unde klagete in zehant wie er gestrâfet wære: daz hæte allez der gemaht ‘der dâ lît in den ringen. gebent rât wie wirn ze naht mügen dannân bringen. mîns lîbes werde niemer rât: ich slahe in endelîchen tôt, swaz mir dar umbe ûfe stât.’
381
Ûf spranc sich Wicrammes sun ‘her vater, wir sîn ungewon daz man uns hie iht strâfe. ich wil ez nemen ûf mînen eit, ez muoz dem Berner werden leit ê denne ich tâlanc slâfe. swîgent alle sament gelîch, als ir dar umb niht wizzet. ûf der burc ist heimelich, wan iederman dort izzet. langent mir die stangen mîn: ich slahe in in den ringen tôt. des kan got niht sîn helfe sîn.’
382
Diz hâlen sî dô under ein. in manegem wasse lac ein stein bî hern Dieterîche. der was der jungen riter spil: den heten sî geworfen vil. durch manheit ruomes rîche versuochten sî ir lîbes kraft, biz daz sî giengen ezzen. dar kam der rise untugenthaft, rehte als wære gesezzen der tiuvel in daz herze sîn. er sprach ‘nu giltest du alhie von mir des vater strâfen mîn.’
383
Mit zorne er an den helt gienc. sîne stange er gevienc: er wolde in hân erslagen. her Dieterîch den stein gevie. grœzer dinc getete er nie bî allen sînen tagen: er warf in vür daz herze sîn. dô wart ein grôz gebrülle, daz ime der grimme tôt wart schîn. daz bluot gap widerquülle, daz ez im durch diu ôren wiel. diu burc erbidemet alle samt, dô der grôze nider viel.
384
Disen ungevüegen val erhôrten sî dô überal, die in der burge wâren. die risen die bereiten sich: die nôt erhôrte er Dieterich und er begunde vâren daz ime des risen stange wart, die er truoc in den handen, er sprach ‘nu liebet mir dîn vart: wær ich ûz disem bande, ez müeste ein strîten hie geschehen: biz an den jungesten tac müest man mir lobes iemer jehen.’
385
Der herzoge dô niht enliez, vil balde er ime ervaren hiez waz brahtes ditze wære, daz wart vernomen und geseit: ‘die risen sint alle bereit: man seit uns starkiu mære Grandengrûs der lige tôt mit einem steine geworfen. dar koment, helfent ûzer nôt, wellnt ir ir bedurfen. sî jehent ez habe der getân, der helt der in den ringen lît: den lîp muoz er verloren hân.’
386
Ûf spranc der herzoge alzehant: sîn swert daz hienc an einer want, daz nam er in die hende. er lief dâ er die risen sach: gar zornenclîchen er dô sprach ‘daz iuch got iemer schende, daz iuwer lîp niht verstât waz êren missezimet, und alsô gar der schanden rât den sige an iu genimet daz ir niht minnent êren solt. erslüegent ir als einen man, iu wurd got noch diu welt iemer holt.’
387
Des antwurt ime Wolfrât ‘ir sehent wol daz er uns hât mîns bruoder sun ermordet. vürwâr sô wil ich sagen daz: mînen êweclîchen haz hât er ûf sich gehordet. sîn starker lîp der riuwet mich: sîn vorhte diu was kleine.’ dô sprach von Berne er Dieterich ‘wær ich und du aleine, du vergæzest wol dîns neven tôt: du hætest iemer mê genuoc ze klagenne an dîn selbes nôt.’
388
‘Daz giltest du’ sprach Mambolt. ‘got der werd dir niemer holt: die hôchvart muoste arnen. reiche mir die stange mîn.’ daz ersach diu herzogîn: sî kunde in wol gewarnen. den jungen helt sî dô verbarc in ein vil starc gewelbe. ‘nu lebet nieman alsô starc zwischen deme Rîn und der Elbe’ sprach ze im diu herzogîn, ‘und kæme er her ûf iuwern tôt, ir möhtent sîn ân angest sîn.’
389
Die risen wâren leides rîch, daz von Berne er Dieterîch sô vaste was beslozzen. der herzoge was leides vol: ‘zimet daz mînen êren wol? ez hæte ein man genozzen hinnân sehzec mîlen mîn, dâ man mich hete genennet: iur hôchvart ist mir worden schîn und mîn gewalt zertrennet, daz ich hie einen bergen muoz der swærlîch hie gevangen lît: mîns hazzes wirt iu niemer buoz.
390
Von weme hânt ir den gewalt daz ir die hôchvart hânt gestalt, diu mich an êren krenket? ir hânt gên mir geworben sô, mîn herze wirt mir niemer vrô, ezn werde iu în getrenket. wellent ir gar herren sîn in mîme eigen lande? neinâ, ûf die triuwe mîn. des hete ich iemer schande, gelebte ich, und solt ir gesigen. hebent ûf iuwern tôten: waz lânt ir in hie vor mir ligen?’
391
Ûf huoben sî dô Grandengrûs. sî truogenn schiere vür daz hûs: dâ stuont ein alt kappelle. da bestatten sî in zuo dem grabe: sich huop diu aller grœste unhabe von schrîgen ungestelle. vier mîlen durch den tan wart man des schrîgens innen. sô wîse wart sich nie kein man mit allen sînen sinnen, der riete waz ez möhte sîn. vil manec herze sêre erschrac: in unmaht viel diu herzogîn.
392
Sî schrûwen vaster und ie baz. sich huop der aller wîrste haz und diu ungehiurste klage. daz hôrten lewen, beren starc, grôze wurme in herten arc: ir muot der wart in zage, dô der ungehiure schal mit sturmen kam gedozzen, reht als ein wilder dunders val ûz hertem velse geschozzen. der tiere muot was gar verzaget: sî liefen hin durch rûhen walt rehte als sî ein her gejaget.
393
Sî liefen walt, tal unde berc. dise nôt hôrt ein getwerc, daz krîzen und geschreige. swinde vlôch ez unde lief. sînen mâgen ez gerief getwergen maneger leige: ‘vlieht, mîn êrsæligez volc in starke berges krüfte. sehent an des himels volc: erzurnet sint die lüfte. der tiuvel der ist ûz gelân oder der götelîche zorn: diu welt wil nu ein ende hân.’
394
Ir vliehen daz wart alsô starc daz sich ieder man verbarc von disen grôzen grûwen hinder in daz gebirge tief. swie vil man in der bürge rief, die wîl die risen schrûwen, sî wârn der sinne gar ein roup. dô sî begunden rüefen, sî machten vil der liute toup. sin westen waz sî schüefen. ir stimme was sô ungestemen, rette ein man zem andern iht, des kunde er nie kein wort vernemen.
395
Des hôhen vürsten swester fîn, diu was geheizen Ibelîn, gie zuo hern Dieterîchen in daz gewelbe dâ er lac, dâ er vil maneger sorgen pflac. sî bat in vlîzeclîchen ‘ach, herre mîn, nu gebent rât, wie süllen wir genesen? diu welt in grôzer sorge stât, ir wil ein ende wesen, daz nieman vröude haben mac: unser geloube ist überal, ez sî der jungestlîche tac.’
396
Des erlachte er Dieterîch. ‘wær ich noch alsô sorge rîch, sô müese ich iuwer spotten die wîle deich daz leben hân. kunnent ir alle iuch niht verstân, ez sî Wicram mit der rotten? ir hânt selden mê vernomen wurme, heiden schrîen: ich bin dem ze handen komen in sturmen und storîen. ê sî sturben, sî lien den schrei: der gal mir durch diu ôren dranc, ich wând der himel wære enzwei.’
397
Er sprach ‘vil minnenclîchez kint, sît daz ir alle in sorgen sint ûf dirre burc gemeine und du bist komen her ze mir, sô vrâget nieman niht nâch dir, du klâre wandels eine: gip mir ein getriuwen rât wie daz ich kume von hinnen. mîn lîp an dîner helfe stât. lâ mich des werden innen: megde prîs und vrouwen trôst die hânt vil dicke manegen man von grôzer sorgen vil erlôst.’
398
Dô sprach diu wunnenclîche magt ‘mîn helfe sî iu unversagt, sold ich dar umbe sterben: welnt ir von, ich lâze iuch gân. daz ros müezt ir verloren hân: daz kan ich niht erwerben. nu vürhte ich, koment ir in den tan, ir werdent gar verirret: ir sint ein verlorner man. swaz iu dâ nâch gewirret, wem klagent ir denn iuwer nôt? die risen sint ungemaches vol: ir welnt iuch geben in den tôt.
399
Mich müeget iuwer ungemach, sît daz ich ie an iu gesach sô vil der vröuden breste. ez ist niht verre in iuwer lant, swie iu gegangen sî in hant sô vil der sorgen leste. wâpen unde dienestman, wâ hânt ir die verlâzen, daz ir sint komen in den tan ûf die wilden strâzen? irne hânt ir noch hie nâhe bî, ûf ir trôst und ûf ir kunft niht sint ir aller sorgen frî.’
400
Dô sprach von Berne er Dieterîch ‘vil kiusche maget wunnenclîch, des wil ich iuch bewîsen wer mich her zuo gedrungen hât: eins edelen werden rîters rât, des triuwe ich iemer prîse. der ist geheizen Hiltebrant: sîn lîp gar unervorhten der brâhte mich in ditze lant. vil heiden wir entworhten durch ein küniginne klâr: wir hân gevriet ir diz lant. sî roubte ein heiden alliu jâr.
401
Eins tages ich in vröuden saz, dâ vil der schœnen vrouwen was, ûf einem palas schône. die helde und ouch diu ritterschaft dâ hete manheit unde kraft: des wart in lop ze lône. sî verjâhen manegen strît durch kurzewîle den vrouwen in wilden und ûf velden wît, waz von in wære verhouwen. dô bâten mich die vrouwen vromen umb âventiure: ich kunde ir niht, sî was mir nie ze handen komen.
402
Diu schande mich von êren stiez, dô mich diu vrouwe sagen hiez âventiur durch vröude. der reden ich harte sêre erschrac, wan mir daz dinc sô nâhe lac. ich wart ir aller göude. ich bat mir sagen Hildebrant waz âventiure wære. der helt der sante dô zehant nâch eime burgære: dem bevulhen wir die stat. die reise weste nieman mê: wir suochten manegen engen pfat.
403
Ein halbe mîle und dennoch mê wir hôrten daz ein maget schrê, diu was in tôdes pflihte. drîvaltec was ir sorge grôz: gegeben hete sî daz lôz eim argen bœsewihte. der brâhte ein heidenischez her dar alliu jâr ze meige. gegen den sô was dekein wer: sî machten grôz geschreige. diu küneginne zinste ir lant: ein maget gap sin alliu jâr. alsus was diu von ir gesant.
404
Her Hiltebrant hin zuo ir reit. sî klagete im ir arebeit: er wolde vür sî vehten. swie starc er was, er sluoc in tôt: er machtes vrî vor aller nôt. zuo kam ich sînen knehten: âhzec heidenischer man begunden ûf mich dringen. iegelîcher mich began dô ze sorgen bringen. dô werte sich mîn vrîe hant unze ûf den vünften tac: ze helfe kam mir Hildebrant.
405
Vrô wânde er mich vunden hân. er brâhte ein maget wol getân vor ime in sînem schôze. nu sach er wâ durch dickez loup über die hôhen boume stoup, die vlammen ûz helmen duzzen, er lie die wunnenclîchen maget schœne bî der linden. zuo mir kam der helt gejaget, dâ er mich trûwet vinden. swaz lebendes was, daz sluoc er tôt. wir riten vürbaz in den walt und brâhten wurme in grôze nôt.
406
Doch suochten wir daz megetîn. wir vundens in der bluomen schîn bî wazzer unde velsen. sî twuoc sich in der brunnen bach: sô schœne ein bilde ich nie gesach. wol zimet ir daz helsen: des wart ich an ir wol gewar in herzeliebem wâne. vil rosse liefen her unt dar, diu wâren heiden âne. wir viengen dô dazz beste schein. dar ûf satten wir die maget: wir santen sî zen vrouwen hein.
407
Sî zogte bluomen unde gras. wir hiezen grüezen swer dâ was. sî wânde uns sîn beliben bî deme brunnen, der was klâr: dar über wolde wir vürwâr die stunde hân vertriben, vil lîht drî tage oder mê: sô wære uns müede entwichen. von slegen was uns bêden wê, an varwen gar verblichen. sô solden wir dann in daz lant. uns truoc ê der tiuvel zuo dâ von uns kumber gienc in hant.
408
Wir hôrten manegen widerschal, der dâ von jungen würmen hal. wir nie gemerken kunden waz daz rehte möhte sîn. ich suochtes und der meister mîn: mit schaden wir sî vunden. mir getete nie vart sô wê. sich, daz bevant ich schiere. ez kômen alter wurme mê: risen, heiden, tiere viengens ûf der wilden vart. sî truogen sî dâ in ir nest: dâ mite ir kint gespîset wart.
409
Ein grôzer wurm der kêrte an mich kreftec, grôz und angestlîch, der wolde mich verslinden. dô muoste ich weren mich durch nôt: vor ime vriste ich mînen tôt. in des begunde vinden her Hildebrant der jungen vil, die sluoc er gar ze tôde. dâ von wart im ein hertez spil: der wurm tet ime sô nôte. sî gâben kampf einander grôz. des wurmes schrê, des swertes hal sich in den lüften widerdôz
410
Biz er mit ellenthafter hant den starken wurm dô überwant. er hôrte in kurzer stunden eins jungen ritters klage grôz. des lîp was aller vröuden blôz: den brâhte ein wurm verslunden her biz an die arme sîn. dô er sach Hiltebranden, er klagte im sînes herzen pîn: des lôste er in ûz banden. mit mînen ougen ich daz sach: sît daz diu welt ane vienc, grœzer dinc nie mê geschach
411
Von einem man: daz dunket mich. der wurm was grôz und engestlîch, doch sluoc ern ûf die grüene. dar nâch suocht er den jungen helt, der in dem wurme was verquelt: ûf rihte in der küene vriunlîchen in des windes vart und liez in underblâsen. dô wart langer niht gespart: ze samene sî gesâzen. der was sîns bruoder tohter kint. daz was in alle ir tage unkunt: alrêrst bevunden sî daz sint.
412
Ich leit dâ angest unde nôt. drî starke wurme lâgen tôt von mîner hant erwellet. ûf einen ronen ich gesaz: mîn herze vröude gar vergaz, ez was in zorne erwellet. der sweiz mir durch die ringe ran, dô ich begunde sitzen. grœzer nôt ich nie gewan. von allen mînen witzen kom ich, daz ich mich niht versan. sage mir des dienstes nieman danc: mir ist liep deich sîn began.
413
Küeler wint mich undergienc, dâ von ich süezen luft enpfienc: der stiurte mich ze sinnen. dô hôrte ich einen grôzen sturm: daz was mîn ros unde ein wurm. der nœte wart ich innen. ich îlte balde durch den tan dem rosse mîn ze trôste. den starken wurm den kêrte ich an, daz ich daz ros erlôste. dô wære ich worden sigelôs, wan Hildebrant. der suochte mich: den helt ich an den triuwen kôs. an ime ich grôzez wunder kôs:
414
Der wurm kunde manegen wanc, swenn ich daz swert nâch ime swanc, daz ich vælte dicke. sô traf ich manegen herten stein, dar ûz diu rôte varwe schein. die selben viures blicke ersach mîn vriunt her Hildebrant und ouch sîn mâc der junge: zuo mir kômen sî gerant. eins wîsen pfaffen zunge seite niht mîn ungemach. helfe wart mir nie sô nôt: mîn swert mir in der hant zer brach.’
415
Dô sprach diu wunneclîche maget ‘ir hânt mir iuwer nôt gesaget, daz ich von sorge switze wie iuwer junger lîp genas, dô iuwer swert zerbrochen was von sînes zornes hitze. got selber und diu güete sîn half iu an den stunden. nu wartent, ûf die triuwe mîn ir werdent noch enbunden: iuwer sorge wirt guot rât. iu wirt tûsentveltec lôn; den iuwer lîp erarnet hât.
416
Nu sagent, vürste, herre, mir, beschident wie erwertent ir des würmes iuch mit henden?’ dô sprach von Berne er Dieterich ‘juncvrowe, dâ sach ich umbe mich: ich warte an manegen enden, als der liebes wol bedarf. sô tete ich an den stunden: manegen stein ich ûf in warf, die vienc er mit dem munde. swie vil der ronen ich ûf in warf, sô schein er doch niht sigelôs.
417
Sô nôt wart mir von im getân: ich mohte kein gewer gehân der stecke noch der steine, ûf hôher daz er mich geschielt. den schilt ich dô ze schirme hielt: ez half mich doch vil kleine. ze einer bache er mich gedranc, dâ müeste ich sîn verdorben: her Hildebrant dô vür gespranc, der mir hât dicke erworben ungemach und dâ nâch trôst. mit slegen tete er ime sô wê daz ich von tôde wart erlôst.
418
Nu hâte ich zorn und ungemach, dô ich in vür mich vehten sach: ich strâfte in harte sêre. dô tete er als ein wîser man, der sich zaller zît versan: er gunde mir der êren, als er dicke hât getân. er sprach mit zühten schône ‘wol her, welnt ir den wurm bestân: iu wirt noch lop ze lône.’ von ime versmâhte mich sîn swert. sîn mâc Rentwîn lêch mir daz sîn: daz was mir tûsent marke wert.
419
Dô ich daz swert sô guot gesach, dô zergienc mîn ungemach: dô kêrte ich an den grôzen. der hâte schuopen als ein visch, dickez horr hert unde vrisch. ich engesach in niender blôzen. er lie sich ûf sîn hindern bein, sîn kraft begunde im trâgen. herte slege, manec stein in sînem lîbe lâgen: die machten in an kreften laz. er schrei, daz man den galm vernam der dannen eine mîle was.
420
Sîn hals den racter über mich. rehte als ein swîn strûbter sich: man sach die blôzen ringe an sîme halse hornes bar. des wart her Hiltebrant gewar: der gap mir daz gedinge. er hiez mich swinde houwen in, dâ er daz horn sach offen: von ime sô nam ich den sin. der wurm wart von mir troffen, deich ime daz houbet abe swanc. des half mir sîn wîse rât, der mich ûz manegen nœten twanc.
421
Ein bote wart uns nâch gesant, der uns mit grôzen nœten vant zÂrône ûf der veste. daz ist ein hûs unmâzen guot, vor allen vînden wol behuot, dâ wârn wir liebe geste. der wirt der heizet Helferîch, der zuo der veste hœret, und sîn vrouwe wunnenclîch, an ir ist gar zerstœret untriuwe, unvuoge und arger haz: swaz lieber geste kom ze hûs, die wurden nie enpfangen baz.
422
Der ritter, den her Hiltebrant in des wurmes munde vant, der was kint ir beider. sîn vater der kam in den walt, dâ vor uns lac der wurm ervalt. er sach im diu guoten kleider an sîme sune bluotgevar. der helt erschrac des sêre: er huop sich snelleclîchen dar. dô hôrte er vremdiu mære: unser getât wart im bekant. er vuorte uns zÂrône ûf daz hûs: dâ gienc uns grôziu vröude in hant.
423
An uns bêde wart geleit êre unde sælekeit: die weste ich vil kleine. unser name ir wart benant: dô daz diu herzogîn bevant diu klâre wandels eine (Hildebrant sî muome hiez), dô kams uns zwein ze trôste: der sippe sîn geniezen liez und och ir kint erlôste. si enpfienc och mich sô, wizzent daz, daz muoter kint wart nie sô zart daz ie gegrüezet wurde baz.
424
Sô vrô man unser kunfte was. dô mit bluomen unde gras wart in dem sal geströuwet, dô vuorte man mich sunder hin ze schœnen vrouwen: under in wart mir der muot ervröuwet: harpfen, videlen, süezen sanc, dâ von noch trûren stirbet, manec lieplîch umbevanc, den niemer man erwirbet. ich wart nâch ungemüete vrô: dez himelrîche lieze ich sîn und wære bî in iemer sô.‘
425
Dô sprach diu maget wol getân ‘ich kan iuch, herre, wol verstân. bescheident mich der sinne wer iu den boten hete gesant, der iuch zÂrône in vröuden vant.’ ‘daz tete ein küniginne, ir vrouwen unde ir megetîn, die hiezen nâch uns rîten. der bote sprach ‘wir lîden pîn, vil wê tuot uns daz bîten.’ ir gemüete stüende in sô, wirn kæmen zuo in in daz lant, ir herze wurde niemer vrô. Der bote seite uns von in mê,
426
daz allez herzeclîchez wê bî in sô gar verswunde; ir ougen gæben liehten schîn, ir antlit und ir wengelîn. an rubînrôtem munde spurte man daz paradîs. swer des wil nemen goume, dar inne daz muscât rîs, die edelîchen boume, der balsme und ouch der grânât bluot, der blüete smac, der vrouwen zuht machten ein keiser wolgemuot. Den boten hân wir wider gesant.
427
dô hiez ich unde Hildebrant den vrouwen wider sagen, daz sî trüegen hôhen muot; vor ir vînden wæren sî behuot: zergangen wære ir klagen. in ahte tagen kœm wir dar, ob uns got heiles gunne. der wart Helferîch gewar, ein adelîchez kunne. er hiez sich bereiten dô zwei hundert ritter ûf der vart: der reise wârens alle vrô.
428
Vil schône wurden sî bereit, der vrouwen wât, der ritter kleit. ir ros wârn schône bedecket. vil baniere in sô rîcher bluot * ich wart sô gar erwecket von sorgen, der ich lange pflac: vil hôch wart mîn gemüete. do gelebete ich nie sô lieben tac durch reiner vrouwen güete. von in ich âne wâfen reit: nâch mir zogete der vrouwen schar wunneclîchen wol bereit.
429
Willec wart ich dirre vart. daz ich der strâzen irre wart ze grôzen mînen leiden! daz ich ie kam in den tan dâ mich der ungetriuwe man von vröuden wolde scheiden!’ er sagte ir mê wie dâ geschach von dem argen bœsen. ‘durch in sô lîde ich ungemach; dar zuo muoz ich mich lœsen mit silber, daz hân ich gesworn, daz sô swære sî als ich: des hân ich vröude vil verlorn.
430
Ist im der helt her Hildebrant zuo den vrouwen in daz lant an vürsteclîchen êren und ouch der helt her Helferîch, dar zuo sîn vrouwe wunnenclîch, die vröude solde ich mêren: sô ich dâ bî in niht enbin, daz ist in allen swære; son weiz Hildebrant, wâ hin nâch mir tuon die kêre. wisten sî den kumber mîn, daz ich hie gevangen bin, ich solde schiere enbunden sîn.’
431
Der âventiur diu magt verjach ‘sô liebez ich nie mê gesach von kleinate noch von mâgen dâ vür, sæh ich hern Hiltebrant, der in dem wald die maget vant diu in des tôdes wâgen was gegeben. dô was ich, daz sî der helt erlôste, bî den vrouwen wunnenclîch: sîn helfe se alle trôste. dô hôrte ich ime vil lobes jehen: ist er zuo in komen dar, sô kan in liebers niht geschehen.
432
Ich hôrte ouch daz diu maget sprach ‘der helt leit nôt und ungemach, ê er den sige gewunne’, wie sin zen vrouwen komen bat. ‘daz ist wâr’ sprach ûf der stat ir keiserlîchez kunne. ‘sîn hern er in dem walde lie: den muoste er snelle vinden’. sî seite ouch gar wie ez ergie: er brâhtes zeiner linden bî einem brunnen, der was klâr. er gelobete ir helfe in kurzer stunt: daz liez er ir mit triuwen wâr.
433
Sît er sô vil der tugende hât und iuwer kraft an ime stât, an adel unde an êren, sô hânt ir schœnen jungen lîp. reine megede, edeliu wîp, den sulnt ir vröude mêren. ir sint sô rehte wol getân und kunnent wol gebâren: an iuwern handen sô muoz stân’ sô sprach diu reine klâre ‘der rîche berc, daz wîte lant. den vrouwen wirt ê tâlanc naht ein bote snel von mir gesant,
434
Daz iu von mir niht wær sô nôt, und æzent mînes bruoder brôt, biz ir ze lîbe kæment: ich gæbe iu alles des genuoc daz man ie keiser vür getruoc; daz ir daz von mir næment ein halbez jâr: daz wære iu guot, sô kæmet ir ze lîbe. an iuch sô wende ich mînen muot, durch daz ich iuch vertrîbe; ich machte iuch aller krankheit bar. * es wurde ouch niemer man gewar.’
435
Des antwurte er in kurzer stunt ‘mir wart nie grœzer triuwe kunt. dîn reinez lieplîch prisen, hetst du daz allez vür mich brâht daz ie von meister wart erdâht, gar ûz erwelte prisen und dar zuo allez seitenspil, der süezen harpfen klingen, schœne vrouwen, megde vil ze dienste mir hie singen: daz vröute lützel mir den sin, die wîl mîn Hiltebrant niht hât und daz ich hie gevangen bin.’
436
‘Sît iuwer herze sorge hât, vil werder man, sô gebent rât waz botschaft weln wir senden den vrouwen unde Hildebrant? den brief schrîb ich mit mîner hant, daz sî iu kumber wenden: ir ligent ze Mûter sunder danc swær ûf den lîp gevangen. des mügent ir haben keinen wanc, dâ von müez iuch belangen. daz muoz heimelîche ergân: bevindet ez der bruoder mîn, den lîp muoz ich verloren hân.’
437
Der Berner sprach ‘vil schœne magt, du hâst gewalt: swaz dir behagt, daz schrîp nâch dîme muote.’ diu maget gie dô al ze hant, dâ se ein getriuwen boten vant. sî brâhte in zuo der huote dâ der Berner inne lac. dâ branten schœne kerzen, dâ was von wurzen ein gesmac, alsô abrelle und merze wæren dâ mit voller bluot. sî tete im dâ noch dienstes mê, durch daz er wære baz gemuot.
438
Diu maget den boten niht erliez, mit triuwen sî in sitzen hiez und sprach vil wunnenclîche ‘mîn sundervriunt vil tugenthaft, du wirp mir eine botschaft, wiltu sîn guotes rîche. daz lâ belîben doch bî dir und sage ez nieman mêre. daz lant wil ich nennen dir, dar du solt tuon die kêre, und gibe dir drumb sô rîchez guot. mîn triuwe sî dîn eigen pfant: du wirst vor armuot wol gehuot.’
439
Des dienstes er ir dô verjach. ‘durch iuch sô lîde ich ungemach, swar ir mich wellent senden. mir ist alumbe und umbez lant vunf hundert mîlen wol erkant: ich kan ez wol volenden. walt, birge, wazzer unde tal diu hân ich wol durchgangen, gevaren slehtes über al. des lânt iuch niht belangen, daz ez mir ist sô wîten kunt. ich wirbe iu allez des ir gernt.’ des danktes ime in kurzer stunt.
440
Nu hete der Berner lieben tac. diu maget des boten schône pflac mit wîne und mit spîse. den imbîz er bî ir vertreip. einen brief diu maget dô schreip. mit tugentlîcher wîse tete sî dô dem boten kunt. sî sprach ‘nu solt du schouwen ein berc, der heizet Jeraspunt: dar inne sitzent vrouwen, die dienent einer künegîn. ein ritter, heizet Hildebrant, ze deme soltu mîn bote sîn.’
441
Er sprach ‘der berc ze Jeraspunt, êst mir von hinnân dar wol kunt: der wec ist rîch unde enge. ein brunne stêt dem berge bî vil nâch in kurzer mîlen drî: ich weiz sîns vluzzes lenge. er ist geheizen Larmant; er rinnet durch Ungern, ein sîte in der heiden lant. dô ich was drî stunt junger, hete ich wol daz lant ervarn: ze Jeraspunt, daz gloubent mir, dar kunde ich komen vor zwênzec jârn.’
442
Dô wart besigelt im der brief. nâch zergelte diu meit lief, sî gap dem boten schône ze liebe dô zwei hundert pfunt. sî sprach ouch zuo der selben stunt ‘daz habe dir niht ze lône: sô dich her wider hât gesant diu rîche küneginne und ouch der helt her Hiltebrant, sô lône ich dir mit minne. nu sage den vrouwen nihtes mê: der brief der tuot in wol bekant, swaz von uns dâ geschriben stê.’
443
Der bote dô von dannân gienc, den rehten wec er dô gevienc: gên Jeraspunt gar schône kam er biz an den eilften tac, daz er vil lützel ruowen pflac. zehant man lûte nône. dô sach er manec schœne gezelt bî einem wazzer kleine, daz was geslagen ûf ein velt. vil kiuscher megde reine vant er bî einander stân. der bote wider sich selben sprach ‘mîn sorge wil ein ende hân.
444
Gedankt muoz es dir, herre, sîn und ouch der lieben gnâde dîn der helferîchen stiure, die du mir armen hâst getân und ich von dîner gnâden hân. nu ist mir leider tiure daz ich den alten Hildebrant niht enkan erkennen. ich bin komen in diz lant und kan in doch wol genennen. hie stât sô manec schœne gezelt: ichn weiz niht welhez sî daz sîn. die snüere kostent keisers gelt.’
445
Ein ritter gegen ime reit und gruozte den boten vil gemeit und bat in sagen balde ‘sage mir, tugenthafter man, obe mir got der êren gan, wann kumest du ûzer walde?’ ‘herre, dez wil ich iu sagen ûf mîne rehten triuwe: dar an wil ich niht verzagen, daz ez mich niht beriuwe. von Mûter sô bin ich gesant: daz hât getân ein herzogîn. ich sæhe gerne ern Hiltebrant.’
446
‘Daz ich die wârheit müge gejehen: ich hân hern Hildebrant gesehen und ouch die küniginne und von Lûne ern Helferîch und sîne vrouwen wunneclîch. ich râte dir mit sinne, bistu von Mûter her gesant, daz mahtu sagen gerne, und bistu komen in daz lant. weistu den von Berne, den ein rise gevangen hât? wiste daz diu künegîn und Hildebrant wiez ime stât!
447
Wiltu mit mir sâ zehant, ich wîse dich hern Hildebrant und ouch die küneginnen und ein gezelt sô wunnesam: daz hân ich vunden ûf dem plân. mit allen mînen sinnen sach ich sô schœne banier nie: sî steckent ûfme gezelte (des bin ich innen worden hie) in hôher êren gelte. der lewe, der are und ouch daz rat, daz dirte in drin strichen lît, daz vierde gelwiu tier dâ hât.’
448
Des antwurte ime der bote jach. ‘ich hân geliten grôz ungemach über velse und über stîgen, manec grôze rotsche hôch, diu sich gegen den lüften zôch. dar nâch muoste ich sîgen wider nider in diu tal: dar in sô muoste ich vallen. dâ sach ich loufende ûf der wal die grôzen wurme schallen unde manec kleine getwerc: diu liefen alle durch den walt. dô kam ich hinder einen berc.
449
Ich wând si wæren gar dâ hin: dô was ich enmitten under in. ie doch stuont ich verborgen, daz mich keiner nie gesach. gar lützel ich zuo in gesprach: ich leit ouch vil der sorgen. maneger lief dô über den stîc mit sînen scharpfen klâwen, daz ich gedâhte ‘rehte swîc’. indes sô muoste ich grâwen, daz ich sô grôzen kumber leit, daz ich her bekomen bin: ich hân erliten grôz arebeit.’
450
Er nam den boten bî der hant. er îlte da er die vrouwen vant: ‘wol dan daz iu got lône!’ bî ir sô saz her Hildebrant. ‘uns gânt âventiure inhant: enphâhent in gar schône. er treit ein eberspiezelîn, zwên handschuohe in der hende.’ ‘got wolde’ sprach diu künegîn ‘und hete mîn leit ein ende und ouch mîn grôzez ungemach, daz ich hân lange her getragen sît ich den starken heiden sach!
451
Orkîse tete mir diz leit, der alle mânôte ûf mich reit. des muoste ich ime geben ie zuo dem jâre ein megetîn: daz truobte mir daz herze mîn. nu lât er mich wol leben in vröuden unde in werdekeit. ich bin von ime gevriet. ez was mir innenclîchen leit. sîn schande ist gedrîet: des lône got hern Hildebrant und ouch dem Berner hôchgeborn! die hânt gevrîget mir daz lant.’
452
Als diu rede verswigen wart, sî sâhen komen ûf der vart dort einen riter schône und einen boten, der was fîn. ze hant dô sprach diu künigîn ‘daz iu got iemer lône, herre meister Hiltebrant: erkennent ir den boten, sô tuont mir sîne vart bekant. ez wirt im wol erboten.’ dô sprach der alte Hiltebrant ‘ich sach in ze Berne nie. ichn weiz niht wie er ist genant.’
453
Der riter erbeizte ûf daz lant. er nam den boten bî der hant, er vuorte in vür die vrouwen. gên ime gienc diu künegîn mit vrouwen und mit megetîn. die wolde er gerne schouwen. ‘got grüez dich, edeliu künigîn, du ûz erweltez bilde, ir vrouwen unde ir megedîn. nu was mir wîlent wilde, ich solde iuch niemer mê gesehen. nu bin ich komen her ze iu: der wârheit muoz ich iemer jehen.’
454
Sî hiez in willekomen sîn. ‘nu sage mir durch den willen mîn, bistu mir gesendet von Mûter, als ich mich verstân? sô wil mîn sorge ein ende hân, und ist mîn leit erwendet daz ich lange hân getragen in herzen gar beslozzen. daz wil ich iemer gote klagen: mit leide ich bin begrozzen, dâ von ich niht geruowen kan.’ ‘swîgent’ sprach der bote guot, ‘ein brief ich in der teschen hân.’
455
Den brief den nam er in die hant: er gap in meister Hildebrant. dô sprach diu küniginne ‘lesent, herre, kunnent ir.’ ‘beitent, vrouwe, ez ist mîn gir. lânt mich in baz besinnen. ich hân gelebet ouch die zît, ich hæte in wol gelesen: nu brist mir an den ougen sît, diu wellen mir entwesen. ie doch lise ich vor in wol, swie kleine er hie geschriben stât. diu mære mir gevallent wol.’
456
Her Hildebrant den brief ûfbrach, daz êrste wort daz er dô sprach ‘man grüezet hie mit schalle ein gelobeten künigîn, die vrouwen und diu megetîn, dar zuo die ritter alle. und einer, heizet Hiltebrant, den grüezet sî besunder: er ist ir, weizgot, unerkant. ‘sô nimet mich iemer wunder wâ der helt sô lange sî, daz sîn herre gevangen lît: er solde in machen sorgen vrî.’
457
Sô grüezet hie ein juncvrou fîn: diu ist geheizen Ibelîn. sî pfliget des heldes gerne in dem gewelbe dâ er lît. swaz ime diu herzoginne gît, des dankte der von Berne, wan ein grôzer bœsewiht der kumet dar gegangen, der izzet ime sîn geschîht. des wirt er noch erhangen. und ein schalc, heizet Grandegrûs, eins tages warf in her Dieterîch, man truoc in tôt vür sîn hûs.
458
Die eilve tâten einen schrei: man wând der himel wære enzwei und der luft zerrizzen von dem ungevüegen schal, der vaste zuo der bürge erhal. die risen sich des vlizzen, sî schrûwen vaste und dannoch mê: sî wolden nie geswîgen. des wart der herzoginne wê, daz sî begunde sîgen. laben des man sî began. der herzoge selbe sêre erschrac: dô vluhen vrouwen unde man.
459
Noch vaster dô geschrûwen wart. dô vluhen ritter ûf der vart hinder daz gemiure: sî dâhten, diu hell wær ûf getân und wære der tiuvel ûz gelân. ir lachen was in tiure. sî wânden ’z wære der jungste tac, und heten alle ir ende: got hete gesendet sînen slac. des wunden sî ir hende beidiu vrouwen unde man. daz werte unz an den andern tac, daz vrô Ibelîn her wider kam.
460
Dô sprach diu keiserlîche maget ‘ir stât an vröuden gar verzaget: daz müeget mich vil sêre. daz hânt die risen mir getân: herzeleit daz müezens hân, dâ bî alle swære: swaz diu welt ir ie gewan, daz müez allez in beklîben: ungelucke gê sî an, dar zuo der laster schîbe müeze in allen gân in hant.’ ‘waz meint sî?’ sprach diu künegîn. dô lachte der alte Hiltebrant.
461
‘Got wolde’ sprach her Hildebrant ‘daz mînem herren gienge in hant allez daz er wolde: sô wære er dirre sorgen vrî und mînes kumbers ich dâ bî. iedoch er selbe solde niht sô gar unsitec sîn, als er ist gewesen: des muoz er dâ gevangen lîn. daz hân ich hie gelesen: ez enbiut uns ein juncvrouwe fîn, wir müezen lœsen in mit heres kraft; diu ist geheizen Ibelîn.’
462
Dô sprach der alte grîse dô ‘mîn herze wurde niemer vrô, ichn sæhe hern Dietrîchen.’ der bote sprach ‘die rede lânt sîn: sît ich bin geheizen Beldelîn, ir mugent in niht gelîchen. Mûter die starken vesten guot, der mugent ir niht gewinnen: sî ist vor vînden wol behuot. mit allen iuwern sinnen, bræhtent ir dar zwelf tûsent man, ir möht der vesten gwinnen niht, als ich sî rehte erkennen kan.’
463
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ich muoz gên Berne in daz lant nâch den Wulfingen. koment sî zuo uns ûf den plân, des wirt uns sô wol getân, obe ich sî her bringe. Wolfhart der neve mîn vröuwet sich der mære. sô weiz ich wol daz Schiltwîn nimet gern die kêre. Sigestap kumet her in diz lant. Gêrwart der starke man der richt uns alle mit der hant.’
464
Zehant sprach diu künegîn ‘ich wolde wol, und möhte ez sîn, daz wir in möhten gwinnen den helt, der dâ gevangen lît (der in lôste, es wære zît), mit allen unseren sinnen. daz er sô lange gevangen lît, wir hân sîn iemer schande. wære er dan, es wære zît. kæmen uns die held ze lande und slüegen uns die risen tôt, nâch dem gewinne wir die burc *
465
‘Wellent ir’ sprach her Hildebrant ‘daz uns die risen gân in die hant und geben sich gar gevangen? nein, wir müesen lîden nôt: sî slüegen uns alsament tôt. nu lânt iuch niht belangen: guoter state nie gebrast. wir süln der wîle erbîten. got sol uns senden noch den gast, die wol geturren strîten: sô gât uns danne gelucke in hant. ichn mac doch nimmê denne ein man, swie ich heize Hildebrant.’
466
Dô sprach von Lûne Helferîch ‘ir vrouwen, ir sint wunderlîch: ir wellent niht gelouben, strîten ist ein hertez spil. des hân ich mich genietet vil. wir mugen sî niht berouben. ich hân gevohten manegen strît ze Tuskân in dem lande mit herren grôz unde wît: dâ vaht ich âne schande. nu hân ich hie der helfe niht: kom wir ze Mûter vür daz hûs, schad unde schande uns dâ geschiht.
467
Nu sage du mir, Beldelîn, daz du sælec müezest sîn, wie heizt des hûses herre?’ ‘Nîtgêr ist er genant, sîn vrouwe Simelîn erkant die næhe und die verre, daz man sî billich êren sol wol über sehzec mîle: ir lîp ist aler tugent vol. si enlânt dekeine wîle, sî geben den risen grôzen solt: sî hüetent in des landes wol. mîn herze wirt in niemer holt
468
Umb eine getât diu dô geschach, dô ich den risen starc ersach komen her von walde: der brâhte gevangen einen man, dem al diu welt wol guotes gan. den hiez er sliezen balde. daz waz dem herzogen leit und sîner vrouwen schœne. die risen wârn sîn alle gemeit, des wart in sît ze lœne kumber und grôz ungemach: er warf ir einen vür die brust. der vater daz mit ougen sach.
469
Dô muoste er lîden grôze nôt: die risen wolden in hân tôt erslagen in den ringen. des wart der herzoge gewar: er und sîn vrouwe liefen dar. sî kundenz nie verdingen. in ein gewelbe man in stiez, dâ lît er noch mit sorgen. der grôze rise niht enliez, er suochte in alle morgen ob er im iender gienge in hant.’ ‘er wirt im noch ze teile wol’ sprach der alte Hildebrant.
470
‘Nu sage du mir, Beldelîn, wie vil mac der risen sîn die hüetent dâ der veste?’ ‘ir wâren zwelef und niht mê. dem einen wart eins tages wê: er roubte vil der geste. des gæhen tôdes er dô starp mit eime steine erworfen, daz der junge helt verdarp. die risen sîn bedurfen: dô schrûwen sî ein schrei sô grôz, daz ez in daz gebirge erschal und in den luften widerdôz.’
471
Baldunc sprach zuo der selben stunt ‘sît uns daz mære ist worden kunt, sô süln wir balde senden nâch dem künege Îmiân. der hât der strîte vil getân: er kan sî wol volenden. er bringt uns manegen vrumen man ûz ungarischer marke, der mit dem bogen schiezen kan mit horne gewürket starke. mit dem kumet ouch ein man des küenen Biterolfen sun, der wol mit risen vehten kan.’
472
Dô sprach der alte Hildebrant ‘wen sende wir denn in daz lant, der uns kunne erwerben die botschaft? ez tuot uns nôt. ez muoz noch maneger ligen tôt, von unser hant erstorben, ê daz volende sich der strît, der hie wirt gesprochen. wir houwen noch die wunden wît: mîn herre wirt gerochen an dem grôzen langen man, kumet mir Biterolfen sun, der mit den risen vehten kan.’
473
‘Bônîse, liebiu swester mîn, tuo uns dîner helfe schîn und heiz sich bald Bîbungen bereiten. er muoz ûf die vart. ez wirt an ime niht gespart: im ist sô vil erlungen ûfe maneger wilden vart, dâ er hin ist geriten, dâ er dicke müede wart. sam hete er niht vermiten, er volente al den willen mîn und gâhte wider heim ze mir. des muoz er noch mîn bote sîn.’
474
Nu zogt diu künegîn über den plân mit zwênzec megetîn wol getân, dâ sî den kleinen wiste. ‘got grüez dich, Bîbunc, biderber man. wol ich dir der êren gan: du kanst sô vil liste. du solt balde bereiten dich’ sô sprach diu küneginne, ‘du verst eim rîchen boten gelîch, mit allen dînen sinnen. du muost gên Ungern in daz lant nâch dem künege Îmiân: sô gêt uns êre vil in hant.’
475
‘Wænent ir, juncvrouwe guot, daz hin gên Ungern stâ mîn muot? ich enmac sîn niht erlîen. sendent einen andern dar, der iu der mære neme war, ez ist wol hundert mîlen: sô bin ich gar ein kleiner man. swâ mich die liute schouwen und mich alle blicken an, sô kan ich niht wan drouwen: maneger lîhet mir sîn spot. sendent einen andern dar und tuont daz lûterlich durch got.’
476
Des antwurte im daz megetîn ‘wol dan zuo der künigîn und sage dîniu mære. belîbest heime, sô sî guot daz ich sol enden mînen muot: daz ist diu beste lêre.’ ‘gerne’ sprach der kleine man; ‘ich getar wol vür die vrouwen: ir lîp ist sô wol getân, daz ich sî gerne schouwe. mac ich mit worten mich ernern, gên Ungern kume ich niemer vuoz, ichn müge mich sîn dann niht erwern.
477
Kêrent hin wider, ich kume iu nâch.’ dem getwerge was niht gâch. ez satte ûf eine krône, die vergulte niht ein herzentuom: an ir lac hôher êren ruom, und lûhte von im schône. zwelef ritter lobelich in wunnenclîcher wæte heten schiere bereitet sich. iegelîcher hæte ein krône ûf dem houbet sîn. her Bîbunc zogete ûf die vart und kêrte gegen der künegîn.
478
Als daz getwerc sî komen sach, ze hant diu künegîn dô sprach ze meister Hildebrande ‘erkennent ir den jungen man, der iuch von Ârône gewan? derst wol ân alle schande.’ ‘jâ ich, ich erkenne in wol. ich ersach in zuo Ârône. sîn wât die vüert er als er sol: wer gap ime die rîchen krône? ein keiser solde ir geêret sîn.’ ‘von der alten Troien kam sî her, und gâben im die bruoder sîn.’
479
Sî hiez in willekomen sîn. dô gnâdete ez der künegîn und hiez im sagen balde ‘wie unde war woltent ir mîn, ir hôchgelobet künigîn? ichn wil niht hin ze walde. ich hete nâch mîne sinne vlorn dâ von der wurme schricken. ich sage iu, vrouwe hôchgeborn, der gegen getar iu blicken mit wârheit nie dekein man. nu sendent einen andern dar, der sîne rede gebezzern kan.’
480
‘Getwerc, nu hebe von hinnân dich. du solt daz wizzen sicherlich daz du bist mîn eigen.’ ‘frowe, diu rede sî alwâr: ich wil iu sagen offenbâr, ir enmügent sîn niht bezeigen mit rittern noch mit megetîn. daz süllent ir doch wizzen: nieman mac vol eigen sîn. wir kunnen niht vermissen, got tuot uns allen wol den tôt: des eigen suln wir iemer sîn, und mac uns helfen ûzer nôt.
481
Iedoch wil ich hin in daz lant: mir sint die strâzen wol bekant über velse und über wilde. vunde ich den künec iesô, sô müest mîn herze werden vrô, und nimet in grôze unbilde waz reise er müge her gelegen sô verre in disem lande und alsô manegen ûz gewegen, der uns noch nie erkande. ist daz niht ein wunder grôz, daz ich sol bringen einen man der helbelinc mîn noch nie gnôz?’
482
Baldunc unde Helferîch, her Hiltebrant, diu vrouwe rîch diu wurden des ze râte, daz sî schriben einen brief besinnet wol mit reden tief eins âbendes sô spâte, betrahtet und gemachet wol mit rîcher rede sinne, als ein brief von rehte sol. diu rîche küneginne besigelte in mit ir selbes hant. in eine lade sî in beslôz. des lachte er Bîbunc alzehant.
483
‘Got gesegen dich, edeliu künigîn; ich wil morne von hinnân sîn ê diu sunne ûf stîge. got gebe iu allesament heil. mir gelücke ein michel teil gegen iu, vrowe, verswîge. ich bite iuch, edeliu künegîn, und meister Hiltebrande daz ir doch gedenkent mîn: blîb ich in vremdem lande, nement mich in iur gebet. ich wil varen eine vart daz keiser grœzer nie getet.’
484
Urloup er zuo der vrouwen nam. ein getwerc, hiez Sideram, kom ze ime gegangen: die lade nam er im alzehant. dô sprach Bîbunc wol erkant ‘nu lânt iuch niht erlangen: rihtent iuch ûf rîche kost, als ich hân vor gesprochen, nâch eines herzen muotgelust. hin über die zwelf wochen bringe ich einen herren grôz. es muoz engelten noch der man, der sich des Berners nie genôz.’
485
Alsus her Bîbunc dannân reit. Beldelîn was ouch bereit: der wolde hin gên Mûter wider in sîns herren lant. im gap diu künegîn alzehant zwelf marc goldes lûter, her Hiltebrant zwei brievelîn. ‘nu gâst du sicherliche: den einen gip vrô Ibelîn, den andern hern Dietrîche, und heiz des heldes wol enpflegen: nâch sînes herzen muotgelust wil ich in mit golde widerwegen.’
486
Vrœlîche er von dannân gienc. unrehten wec er dô gevienc: er kam in eine wilde. dâ vant er manegen grôzen wurm, dâ zergangen was der sturm: ez nam in grôz unbilde daz sô maneger tôt dâ lac geströuwet bî der wende. er wânde ez wær sîn jungster tac, und solde hân sîn ende. der smac wart ime ie starker kunt: er îlte dannân unde vlôch. die hant sluoc er vür den munt.
487
Ze vliehen wart im alsô gâch: er wânde im liefe der tiuvel nâch mit allen sînen knehten. durch ein ende er in gedranc, über ein bach er balde spranc: er trûwete niht ze vehten. ein schricke im als anz herze schôz von des tiuvels rotten. dâ vant er einen wurm algrôz, der was enzwei geschrôten. als er daz houbt von êrste ersach, er îlte dannân unde vlôch: dem Berner sider er des verjach.
488
Die rehten strâzen er gevienc: eben diu gegen der vesten gienc. er îlte balde gâhen, dô er die schœnen burc ersach. wider sich selben er dô sprach, dô er begunde nâhen, ‘got hât mir liebes vil getân. von der wurme schricken sorgen bin ich nu erlân. die wilden dunres blicke varnt im in den lîp [biz an die knie. unser spotten vrouwen unde man.’ der wîse sprach: ‘ir lânt mir hie’]
489
In die vesten daz er gienc, und in daz megetîn enpfienc Ibelîn diu reine, sî hiez in willekomen sîn. ‘daz du sô lange bist gesîn und lâst mich aleine hüeten eins gevangen man, der hie lît beslozzen! mîn lîp im aller êren gan. ich hân sîn übel genozzen: bœsiu wort und valschen rât geniuze ich der triuwen mîn. der rise mich betrogen hât.’
490
Dô sprach er ‘juncvrouwe, als wie? ich enhôrt doch von iu nie, ir sint in ganzen triuwen. hât der rise sît iuch belogen, er mac sich selben hân betrogen, und muoz in schiere beriuwen. ich sach dort einen alten man, und solde er mit im strîten, des ich guoten glouben hân, er getörst sîn niht gebîten: und wæren noch der risen drî, er gæbe in allen kampfes gnuoc. sîn alt gemüete dast sô vrî.
491
Den schilt, den er ze armen treit (spangen zwelve drûf geleit, man siht ir keine wagen), er ist wol zwelef klâftern wît: bî einer starken siule er lît. wir mohtenn niht getragen unser vier, daz weiz ich wol. al zuo den selben stunden sî wurden alle lachens vol, dô heben wir begunden in vaste her biz an diu knie. unser spotten vrouwen unde man. der wîse sprach ‘ir lânt mirn hie’.
492
Nemt hie, juncvrowe, diz brievelîn: daz sante iu her ein künigîn ein spiegel aller vrouwen von der alten Troien ûz genomen. sî ist an êren vollekomen: man mac sî gerne schouwen, vrouwen unde megetîn. sô hât sî vil getwerge. (ir lîp der müeze sælec sîn), dar zuo die guldîn berge. daz ich iu sage, daz ist ein wiht: alle sameztage ze naht dient ir wol tûsent marke von geschiht.’
493
Zuo dem Berner daz er gienc, wie daz in der vürste enpfienc, dâ er lac in den slozzen? ‘wannen kumest du, Beldelîn?’ ‘daz tuon ich von der künigîn: sî liez mich niht ungenozzen. zwelf marc goldes sint mir geben durch willen iuwer êren. des lâze iuch got lange leben. iur vröude wil sich mêren: ir werdent gêrt übr alliu lant. daz hôrte ich von der künigîn und ouch von meister Hildebrant.
494
Nemt, herre, disen brief in iur hant: den sante iu meister Hildebrant: ichn weiz niht waz er diute. er wart geschriben an einer naht, mit sinnen wart er wol gemaht. ez tâten hübesche liute, vrouwen unde megetîn: sî sâzen bî einander. ir lîp der müeze sælec sîn: ichn gerte ir keiner wandel. in schreip diu schœne Goldelîn: von Walhen lande kam si dar und ist ein edeliu herzogîn.
495
Ich sach daz aller schœnste gezelt, daz nie herre gewan dez gelt, daz er ez möhte koufen, und bite sich noch drîzec jâr. * ein ros daz mähte loufen ein halp hin durch daz gezelt. vunfzec ampeln schône, vier alter, kostent michel gelt, dar über ein rîchiu krône, ich kan des wunders niht gesagen: swenne diu naht sîget zuo, sô wil ez danne schône tagen.’
496
Dô sprach der von Berne hôchgeborn * und ouch mir niht engunden ze sehen diu schœnen megetîn, des muoz ich iemer trûrec sîn.’ zuo den selben stunden kom gegân vrou Ibelîn: sî hôrte disiu mære. sî sprach ‘vil lieber herre mîn, lâzent iuwer swære. ich wil iur pflegen baz denn ê.’ ‘nu sagent mir, juncvrouwe guot: ist allen gevangen alsô wê?’
497
‘Ach, herre mîn, waz vrâgt ir mich? ir soldent wizzen baz dann ich umb manheit und ritterschefte und umbe die gevangen man, der ich wênec kunde hân. mit iuwer sinne krefte sluogent ir die wurme tôt und ouch die Sarrazîne: ir koment schiere ûz dirre nôt. vil lieber herre mîne, war umb hânt ir sô swachen trôst? ir ligent niht ein halbez jâr, ir wert mit êren wol erlôst.’
498
‘Juncvrouwe, ir gênt mir guoten trôst. ich wirde niht sô schiere erlôst: ich lige hie vaste beslozzen.’ diu maget sprach ‘daz ist mir leit. ich gæbe dez aller beste kleit: ich hân sîn übel genozzen; daz ich iu sage, daz ist wâr: ûf mîne rehten triuwe ich truoc ez niht ein halbez jâr, ez ist schœn unde niuwe; dar zuo gæbe ich hundert pfunt, daz ir der ringe wærent vrî und giengent dâ ze Geraspunt.’
499
Er sprach ‘juncvrowe, daz mac niht sîn. ich muoz in disem gewelbe lîn lasterliche gevangen: got enwirt mir niemer holt. ich hân daz silber noch daz golt, deich müge gelt erlangen. und wolden sî mîn sicherheit, ich wolde ins gerne geben: ez solde in niemer werden leit und mähten in êren leben. ich wolde in sweren einen eit: liezen sî mich gân in der burc, ich tæt doch keinem niemer leit.’
500
‘Ach, herre mîn, nu gênt mir rât, wan ez mir kumberlîchen stât: man wil die burc erstîgen. daz geschiht in kurzer vrist, swie leit ez mîme bruoder ist. sol ich diu mære verswîgen, des muoz ich iemer schande hân, und warne ich niht den hêren: kumbers vil daz gêt mich an, mîn leit daz wil sich mêren. verswîge ichz, daz ist missetân: mich hazzent vrouwen unde man. ichn weiz niht wiez mir sol ergân.’
501
‘Juncvrouwe, ich gibe iu guoten rât: alsô der vürste gezzen hât und man wazzer hât gegeben, sô sult ir kunden disiu mær dem vürsten rîch, hern Nîtgêr. er lât iuch doch wol leben: man widersaget manegem man ûf burgen unde in landen, der sich dâ nâch gerihten kan mit sinnen und mit handen. niht entsliezent iuwer muot: und sagent ir im diu mære ganz, si endunkent in niemêre guot.’
502
Diu maget dô des niht vergaz: bî dem bruoder sî gesaz. alsô man gezzen hæte und man daz wazzer dannân truoc, schiere der mære sî gewuoc. sî was an vröuden stæte. ‘herre, nu hœrent niuwez mær (ichn weiz wiez iu behaget) von einem rîchen künege hêr: der hât iu widersaget (er ist geheizen Îmiân), dar zuo die Wulfinge alle gar. die lîbe müez wir vloren hân.’
503
Der herzoge zurnen sêre began. dô sprach der tugenthafte man ‘ichn weiz wes er mich zîhet. ich getete dem künege nie kein leit, swie er mir doch hât widerseit, daz ûf mich gedîhet kumber und grôz ungemach. daz er mich hôrte genennet, mit ougen er mich nie gesach, swie er mich doch erkennet. hânt im die risen iht getân, daz rech et der herre swanne er wil: er sol mich mit gemache lân.
504
Iedoch wil er mich sîn niht erlân * sô muoz er mit mir strîten. dar zuo helfe mir daz lant. kumbers gât in vil in hant: ich getar ir wol erbîten. koment uns die Wulfinge her dâ von vremden landen, strîtes ich sî wol gewer: sî werbent nâch grôzen schanden, hânt sî mich vür einen gouch. daz guot, daz sî gewinnent hie, daz teilent sî zwêne wol ouch.’
505
Er hiez ein ritter wol getân balde nâch den risen gân. die lâgen in der hüle und wâren alle zornes vol und îlten balde vür daz hol und stuonden vür die müle, und wâren alle schône bereit in liehter harneschwæte, ir starken brünje an geleit. ir iegelîcher hæte ein swære stange stehelîn. und sæhe sî ein breitez her, ez müest dâ von erschrocken sîn.
506
Sî gâhten mit dem ritter dan. der herre vrâgen dô began umb disiu vremden mære, obe in iht wære kunt umbe ein burc ze Geraspunt, wie dâ ein künegîn wære wol gewaltec über den berc, megede unde vrouwen; dar zuo hete sî manec getwerc. ‘von ir hân ich in trouwen und einem künege widerseit.’ des spotten die risen allesamt: ez wart in sît an triuwen leit.
507
Der herzoge zorneclîchen sprach ‘laster unde ungemach muoz ich durch iuch dulden. von iu sô hân ich grôzez leit. daz mir ein künec widerseit, daz kunt von iuwern schulden, daz ir in niht liezent gân, rîten ûf der strâzen. ungelucke ir müezent hân: dem tîvel sint ir verwâzen! daz tuot mir allez Wîcram. der tîvel gevâhe sînen hals, daz er von der mülen ie bekam.’
508
Des antwurte ime der rise verjach. ‘ir jehent, ir habent ungemach geliten durch uns die lenge: ich hân michels mêre nôt. mir ist ein junger rise tôt geworfen in iur enge. und woldent ir mir urloup geben, ich hete in balde gerochen. waz lâzent irn sô lange leben? ich hete in balde erstochen: sô möhten wir mit êren leben. ich wil gern in der hellen sîn: ich hân den himel ûf gegeben.’
509
‘Waz hât iu der helt getân, daz ir in niht wellent lân ligen mit gemache? wâ sint ir ze schuole gewesen? hât iu der tiuvel vor gelesen? oder mit welher sache welnt ir verderben einen man, ir grôzen valschen narren, der iuwer kunde nie gewan? sagt mir ze welhem pfarren hânt ir inwer biht getân? der tiuvel sol iur lêrer sîn und iu mit triuwen bî gestân.’
510
Diu rede was dem risen zorn. Vellenwalt der blies ein horn krefteclîche ein wîle, daz ez in daz gebirge erdôz. daz hôrte ein rise unmâzen grôz: der lac wol drîger mîle. in einem vinstern wüesten tan riht er sich ûf ze berge. ez was der aller küenste man, der ie gewuohs ze erge. die stange nam er in die hant. swaz er der este ie begreif, die vielen vor im umb daz lant.
511
Hin gegen der vesten daz er gienc, der schilt im an dem arme hienc. er gienc mit zorne balde, dâ er die risen sitzen sach. gar zorneclîchen er dô sprach ‘daz iwer der tiuvel walde! wie sitzent ir sô trûreclîch? waz ist iu nu geschehen? des sulnt ir balde bescheiden mich: die wârheit müezt ir jehen. sagent mir wâ ist Grandegrûs?’ ‘er nam ein lesterlîchen tôt: man gebôt uns allen vür daz hûs.’
512
‘Wâfen! wer hât daz getân? den lîp muoz er verloren hân, und kunnent ir mirn genennen.’ ‘von Berne sô ist er genant. er ist uns vil wol erkant: ir mügent in wol erkennen.’ ‘hât in der tiuvel her getragen unde allez sîn kunne? daz er niht enist erslagen, des ist vil kranc mîn wunne. daz ir des tiuvels müezent wesen, dô er was in iwer gewalt, daz ir in liezent ie genesen!
513
Nu sagent mir eht wâ er ist. ich riche iuch in kurzer vrist. ir süllent alle swîgen. sô diu maget von ime gât und sî den vürsten eine lât und ich beginne stîgen vaste hin an des velses want daz ich in mac gesehen, ich wil in tœten sâ zehant. der wârheit müezt ir jehen: ichn vürhte niemer gotes zorn. ich slahe in in den ringen tôt: den lîp muoz er hân verlorn.’
514
Hin gegen der vesten daz er gienc, der schilt im an dem arme hienc. er hiez sî alle swîgen. dô er an die mûre kam, kluogiu mære er dô vernam: dô er begunde stîgen, er sach den Berner wol getân und ouch die maget reine. vor der burge stuont ein plân: sî zugen mit dem gesteine. ez heizet noch ein herren spil. sî heten kurzewîle genuoc: daz dûhte den grôzen ze vil.
515
Daz diu maget an die mûre sach, wider den vürsten sî dô sprach ‘nu erschrac ich nie sô sêre. herre mîn, nu gebent rât (der tiuvel an der mûren stât), ob ich ze vlühten kêre.’ ‘nein, du liebez megetîn, du solt niht sêre erschricken. nu wart des ûf die triuwe mîn: ich vürhte iu niemer wicken. ist er der tiuvel oder sîn wîp, er kan mir einec niht geschaden. er treit ein ungestalten lîp.
516
Juncvrouwe, ir sulnt ze hove gân und lâzent mich aleine stân und reichent mir der steine ein sehse vaste nâhe bî. als rehte liep als ich iu si, ir sullent niht enweinen und kunt diu mære sâ zehant, ich lige in grôzen nœten. êst umbe mich alsô bewant, mich welnt die risen tœten. got weiz ez wol durch sînen tôt, ich enwart nie schâchers gnôz, swie ich doch lige in dirre nôt.’
517
Diu maget hêre niht enliez: sî tete daz sî der vürste hiez, und langte im vil der steine. vür den bruoder dô sî gienc: zühteclîche er sî enpfienc. sî stuont vor ime sô eine. sî sprach ‘vil lieber bruoder mîn, wol ich dir gan der êren. du tuo dem vürsten helfe schîn. der tiuvel wil sich mêren: Hülle ist komen in daz hûs. über die mûre sach er în: sî wellen rechen Grandengrûs.’
518
Dô sprach der herzoge sâ zehant ‘ist Hülle komen in daz lant, so getar in nieman schelten. mac sich der Berner niht erwern, sô mac in anders niht ernern: ich vürht der risen engelten. er wolde ir zwelve hân bestân: nu wer er sich aleine. ich muoz in mit gemache lân. daz prüeve wiech ez meine: sî müezen halten mir daz lant. mir hât ein künec widerseit, dar zuo der alte Hiltebrant.’
519
Diu maget erschrac dô sâ ze stunt. si gedâhte manegen wilden vunt, daz sî den helt behielte vor den risen. daz geschach, trûreclîch daz sî dô sprach, wie daz sî îsens wielte: und möhte sî daz bringen dan, sî tæt ez mit willen gerne, umb daz er was ein küene man. sî brâhte ez dem von Berne: ‘diz legent, herre, an iuwern lîp.’ ‘blôz man selten küene wart: er stêt alsam ein blœdez wîp.’
520
Diu maget erschrac der rede tief. balde von dannân sî dô lief nâch eime guoten schilte, sô sin allerbeste vant. den zöugt diu maget mit der hant. den Berner niht bevilte: der helt nam in an den arm und began sich dâ mit decken. zehant wart im von zorne warm: ‘wer wil mich nu erschrecken?’ diu maget kuste in an den munt. daz swert schutte er in der hant: ‘nu wart ich nie sô wol gesunt.’
521
Dô er daz wâfen ane sach, daz leite er an sich unde sprach ‘wâ sint ir nu, her Vreise? juncvrowe, entsliezent mir diu bant. owê, getriuwer Hiltebrant, nu bin ich hiute ein weise: wan wærestu mir nâhe bî, sô tætest du mir stiure. du machtest mich hie sorgen vrî: dîn helfe ist gehiure. der êren wil ich gerne jehen. owê, getriuwer Hiltebrant, sol ich dich niemer mê gesehen.’
522
Diu maget und der Berner sweic. die wîl der rise hin über steic: er kom in die veste. er hiez in willekomen wesen: ‘daz du des tiuvels müezest wesen! wer bedarf hie dirre geste? wærestu dâ heime beliben, unz ich dich hete geheizen! hât dich der tiuvel ûz getriben? selten hân ich gevreischen ein alsô ungestalten man. nu wart her: ûf die triuwe mîn, mîn herz dir wênec êren gan.’
523
Des antwurt der ris unde sprach ‘laster und grôz ungemach muoste durch mich dulden. ich mache dir die stirne rôt. du wurfe Grandegrûsen tôt: daz kam von dînen schulden.’ ‘nu lâ, helt, dîn dröuwen sîn und rich in mit der stangen.’ der rise sprach dô ‘ez muoz sîn.’ nâch ime begunder langen ein alsô ungevüegen swanc mitten hin ûf sînen schilt, daz stucke über die mûren spranc.
524
Der helt des swanges niht erschrac: der streit biz ûf den mitten tac. hin gegen der vesperîe der Berner dâhte in sînem muot, ‘langez beiten ist niht guot’: dô wart ein grôziu krîe. ûf den risen daz er lief, mit beiden sînen handen er sluoc im zwelef wunden tief: ez wart in allen landen nie gevohten herter strît. der rise der wart sigelôs: er vor dem Berner niderlît.
525
Der rise wider ûf gespranc: er treip in sunder sînen danc hin wider ze dem gevelle. er gap im ein ungevüegen slac, daz er ûf den kniuwen lac aldâ vor der zelle. des erschrac diu maget ze hant, daz man sî sach erblîchen: diu vröude ir alsô gar verswant in herzen sicherlîchen. ‘owê daz ich ie wart geborn! daz mich der tôt niht lange nam, hab ich den herren mîn verlorn!’
526
Der helt diu ougen ûf gebrach. nu mugent ir hœren wie er sprach hin zuo der megde reine. ‘ir süllent iuwer trûren lân. ir sehent mich schiere in vröuden stân: schœne, niht enweine!’ ‘owê’ sprach das megetîn, ‘ich weiz wol waz mir wirret. mir ist iuwer kumber schîn. iuwer ganc ist verirret: ir stânt vor mir mit bluote rôt. herre got, ich klage dir: ich wolde ich wære in êren tôt.’
527
Der helt der megede klage erschrac. er gap dem risen manegen slac hin gegen der stahelstangen, daz sî im ûz den henden schôz. er sluoc im starke wunden grôz, swâ er in mohte erlangen, daz er vor im dô nider viel. er luote alsam ein ohse: daz bluot im in dem herzen wiel. er stach in in die uohsen: daz swert hin in die erde sneit. ‘nu lige du dâ ins tiuvels namen! du getuost uns beiden niemer leit.’
528
Daz houbet er im abe sluoc. mit dem hâre erz balde truoc hin an des velses ecken, dâ er die risen sitzen sach. wider die maget er dô sprach ‘ich wil sî alle erschrecken.’ ûz den henden daz erz liez swinde hin abe vallen, vil rotschenz von dem steine stiez. ‘nu enpfânt den ballen. wartent, ist er iu bekant. er hât gerochen Grandegrûs: der tiuvel hât in wol gesant.’
529
Die risen schrûwen baz dann ê: ir innenclîchez herzewê daz muosten sî dâ sehen. des wurdens in der burc gewar: sî santen einen boten dar. der wârheit muostens jehen, wie Hülle komen wær in daz lant und woldes hân gerochen: ‘nu sîn wir baz dann ê geschant: er hât in ouch erstochen. daz ist uns hiute und iemer zorn. wir gebeiten niemer halbez jâr: den lîp muoz er hân verlorn.’
530
Dem herzogen wart daz mære geseit. ‘ez sol mir niemer werden leit ûf mîne rehten triuwe, swer mit bôsheit umbe gât, swie er doch verloren hât, und muoz in schiere geriuwen. swer verderben einen man wil gar ân alle schulde, die sunde niht gebüezen kan, und vliuset gotes hulde. der risen hôchvart was ze vil. swer sich vrîget vür den tôt, daz dunkt mich niht ein kindes spil.’
531
Den risen was leit unde zorn. ‘den lîp den muoz er hân verlorn, den wir hân hie gehecket’. ‘nu sagent mir, juncvrô Ibelîn, waz mac iuwer helfe sîn? * * ich mac in niht erweren.’ sî sprach ‘vil lieber herre mîn, ir mügent in wol erneren. sus enheizent ir ein herre niht. niht enhengent unrehten gewalt, swie vil sîn in dem lande geschiht.’
532
Nu sullen wir der risen gedagen: wir süln ein ander mære sagen von eime ritter kleine. der ist Bîbunc genant und ist dâ hin gên Ungerlant geriten alterseine zuo dem künege Îmiân und wirbet sîniu mære (ze Jeraspunt ûf deme plân mit êre er gerne wære), alsô in hiez her Hiltebrant und ouch diu künegîn Virginâl: alsus ist er dâ hin gesant.
533
Her Bîbunc vür den künec gienc. ein rîcher garte in umbevienc mit manger hande boume. da ensprungen vîgeln unde klê, der reinen wurzeln michels mê gewahsen zeime soume. er vant den künec wol getân undr einer grüenen linden: darhumbe gienc ein grôzer plân. als ern begunde vinden, der künec gruozte in willeclîch und hiez in willekomen sîn. ‘nu lône iu got von himelrîch.’
534
Ritter unde megede klâr diu retten niht als umbe ein hâr: sî swîgen alle gemeine. si besâhen ie den kleinen man: der hete vil liehten harnesch an gar lûter unde reine. sî stuonden ernesthaft gemuot: sîn getorste nieman spotten. der harnesch dûhte sî sô guot. die gîgen und die rotten und swaz von anderm spile dâ was, die hiez man alle swîgen gar, und leiten sich nider ûf daz gras.
535
‘Heizt, herre, lesen disen brief.’ ein bote bald von dannen lief nâch dem kappellâne. den brief den las er ûf der stat, alsô her Bîbunc ê des bat, dâ bî im ûf dem plâne. ‘iuch grüezet hie ein künegîn, ir vrouwen unde ir megede. in iuwer dienste weln sî sîn. sî klagent michel klegede: kumber ist in gegân in hant. der Berner in gevangen ist: des trûret meister Hiltebrant.
536
Ich bite iuch, künec minneclîch, durch den süezen got von himelrîch und durch sîner muoter êre und durch die reinen hantgetât die er an iu begangen hât (des hât er lobes mêre), und durch die drîvaltekeit, durch willen der persônen die er hât an sich geleit, und durch der engel krônen: so entsliezent iuwers herzen bant. trœstent die künegîn Virginâl und den getriuwen Hiltebrant.
537
In disem brieve stât noch mê: Helfrîch und Portalaphê, Valiklius diu reine (diu ist beider mahelkint, an die diu lant gesetzet sint), diu klâre wandels eine, diu wellen eine hôchzît hân ûf dem schœnen velde. sî wellen iuch vil nœte erlân, ir müezent zuom gezelde. Baldunc wil ouch komen derîn, er ist iuwers bruoder kint. der reise wil er sicher sîn.’
538
Der künec antwurte unde sprach ‘in zwênzec jârn ich in nie sach. ich hæte im gerne gegeben ze wîbe ein junge herzogîn: Stîrerlant moht sîn eigen sîn, und solde in êren leben. sît er ime selber hât âne mich gewîbet, mîn helfe unde ouch mîn rât mit êren ime belîbet: er ist mînes bruoder kint. so ist Helfrîch ein herzoge guot: wie liep sî mir ze mâgen sint!’
539
Dô sprach der künec Îmiân ‘hât in des tiuvels nôt getân? wes woltens zuo in rîten? swer ime selber machet leit, er kumet sîn in arebeit: wes wolden sî ze strîten? wæren sî dâ heime beliben in ir guoten vesten, gemaches wære in vil beliben: sî vuorn ze vremden gesten. des lîdents nu der schanden last. swer ze vremden rîtet vil, der wirt vil dicke ein leider gast.’
540
‘Herre’ sprach der kleine man, ‘do sî rîten in den tan, dô vant der helt gebunden daz aller schœnste megetîn, daz in der welde möhte sîn: ir hende hetes gewunden dazz bluot ze bêden sîten ran, ir ougen gar genetzet * des wart sî sît ergetzet: er lôste der megde al ir bant. zÂrône kômen sî hin ûf: dâ gienc in vröude vil in hant.
Unvollständige Arbeitsfassung: bisher Strophen 541–936 von Teil 541–1097. Haupttext nach Julius Zupitza (Hg.), Berlin 1870. Historische Schreibung und gedruckte Verslücken bleiben erhalten; Variantenapparat und Handschriftenseitenverweise sind kein Bestandteil des Haupttextes.
541
Herre, sî liten grôze nôt: sî sluogen der heiden ahtzec tôt und riten von dannân schône. ich weiz daz sî kumber liten, indess mit starken wurmen striten. ich vant sî dâ zÂrône: daz ist ein hûs unmâzen guot. ich vant die herren beide: sî heten alle hohen muot. dâ hiengen wâfenkleide zerhouwen und von bluote rôt. vierzehen tage wârens dâ: diu herzogîn in daz gebôt.
542
Alsus riten sî von dan. gevangen wart der küene man vor einer guoten veste. hæt er der vrouwen ime gebiten, sô wære er niht unrehte geriten. im begegenten bœse geste. zwelef risen durch daz jâr die hüetent in dem lande. daz ich iu sage, daz ist wâr: er hât sîn kleine schande. hæt er sîn wâfen angeleit, und wærn die risen alle dâ, er hætes brâht in arebeit.’
543
Dô sprach der künec Îmiân ‘möht ich nu einen degen hân, sô wolde ich mit iu rîten. der sitzet noch in Stîrelant: im sint die risen wol erkant. er getar wol mit in strîten: er ist ein ûzerwelter degen. er macht sich ûf die strâzen. strîtes hât er sich derwegen: er getar sîn niht gelâzen.’ ‘herre mîn, dar sendent mich. ich bringe iu den vürsten her: daz sulnt ir wizzen sicherlich.’
544
Dô sprach der künec sâ zehant ‘du kumest niemer in daz lant. ich wil selber senden einen boten sâ ze stunt. im sint die strâzen alle kunt: er kan sî gar volenden. er ist ein ritter von dem göu; er macht sich ûf die strâzen. er sihet an kein bœse gedröu. er getar sîn niht gelâzen. er ist ein degen endelîch. er bringet ritter unde kneht: die vüerent ein baniere rîch.’
545
Ein ritter der hiez Êliant, den hiez er rîten in daz lant ze Stîre in die marke. er vant den vürsten wolgetân in sîner ritterschefte stân: bî im sô stuont der starke Biterolf der vater sîn, sî alle in einem râte. er hiez in willekomen sîn: er vuorte in sô gedrâte in eine kemenâten rîch. man schankte im den kalten wîn. man hôrt sîn mære wunderlîch.
546
Dô sprach der ritter Êliant ‘mich hât ein herre her gesant, obe ir wellent schouwen diu aller schœnsten megetîn, diu in der welde mügen sîn, dar zuo die reinen vrouwen, singen unde sprechen guot, turnieren unde stechen (sî trîbent alle hôhen muot), dâ bî der schefte brechen. swelher daz sîne hât getân, dem wirt ein vriuntlîch umbevanc von der megede einer sân.’
547
Dietleip von Stîre sprach ‘sô lieben tac ich nie gesach, als daz wir sullen rîten sô ze schœnen megetîn: dâ mac wol kurzewîle sîn. wir suln niht langer bîten. mich dunket an den mæren wol, der Berner sî gevangen. an êren muoz ich werden hol. möht ich die vînde erlangen die im den schaden hânt getân, ich wil ez nemen ûf mînen eit, sî müesten ungelücke hân.’
548
Dô sprach der küene Biterolf ‘mîn herze muoz dir werden holt daz du sô gerne suochest vrouwen unde megetîn (daz mac wol kurzewîle sîn), und des niht enruochest daz du strîtest durch daz jâr mit helden alsô gerne. daz ich dir sage, daz ist wâr: du bist der tugende ein kerne. nu strîtâ durch der êren solt: beschirme witewen, weisen. sô wirt dir got von himele holt.’
549
Alsô diu rede wart getân, ein ritter kam dort her gegân, der was von alter grîse, sîn houbet wîz alsam ein swan. gegangen kam er ûf den plân. er was von künsten wîse. ‘herre mîn, war wellent ir? ir wellent uns vertrîben. war nâch stât iuwers herzen gir? ir süllent hie belîben. ich vürhte ir werdent sigelôs: die heiden brechent in daz lant, als ich hînt ame gestirne kôs.’
550
Des antwurte ime der küene degen ‘ich hân ouch strîtes mê gepflegen. ir süllent uns niht leiden ein alsô ritterlîchen vart: vergebenes niht erhaben wart. wir suln niht lange beiten. mich dunket an dem mære wol, der Berner sî gevangen. an êren muoz ich werden hol. möht ich die vînde erlangen die ime den schaden hânt getân, ich woldez nemen ûf mînen eit, sî müesten ungelücke hân.’
551
‘Herre, sol i’u die wârheit sagen, der Berner was vil nâch erslagen vor einer guoten veste: diu lît nâhe an Walhen lant. zÂrône kam er ûz gerant, mit ime die reinen geste, vrouwen unde megetîn: die wârn in hôhem muote. der Berner wolde der êrste sîn. im wart geleget huote: ein rise kam ze ime gegân. ein stange truoc er an der hant: mit valsche er ûf den herren kan.
552
Herre, ir süllnt mir urloup geben: got lâze iuch lange an êrem leben! biz wenne went ir komen?’ ‘du sage deme künege alsô: in aht tagen bin ich dâ und hilfe im ze vromen. ich bringe im zwei tûsent man in liehten harneschringen, der iegelîcher vehten kan. nu habe er dem gedingen: und sæhen wir ein breitez her, des warte er ûf die triuwe mîn, wir slahenz nider sunder wer.’
553
Alsô der küene dannen reit über ein wilden heide breit zuo dem künege rîche. als in der künec ane sach, er lachte sêre unde sprach daz wort vil minneclîche ‘sag an waz mære bringest mir? wil uns ieman komen?’ ‘nâch alles iuwers herzen gir.’ ‘sô hilft er mir ze vromen?’ ‘er bringet iu zwei tûsent man: in aht tagen sint sî hie. diu mære ich rehte vernomen hân.’
554
Der künec wart der mære vrô. er hiez im balde bereiten dô ein wunneclîch gesæze: daz was eins starken hoves lanc. dar durch sô gienc ein schœner ganc, durch daz man drunder sæze, vrouwen unde megetîn und allez sîn gesinde. der dâ ze hove mohte sîn, die hiez er sitzen swinde und hiez ir ritterlîchen pflegen nâch ir lîbes muotgelust. der koste was er vor erwegen.
555
Der künec hiez bereiten dar in einer wunnenclîchen schar vünfhundert ritter rîche alle in liehter scharlâtwât mit reiner sîden wol durchnât: in was dâ niht gelîche. die hielten vür den künec dar, daz er sî solde schouwen. er nam der herren guote war, dar zuo die reinen vrouwen. die riten gegen dem degen wert: mit in zogete der künec guot. sîn herze milter tugende gert.
556
Sî sâhen der baniere wât mit vil zeichen wol durchnât, busûnen und schalmîen, die tôuber manegen wilden slac, dâ von manec tier erschrac. dô sprâchen ie die vrîen ‘wir sehen manegen werden helt gegerwet wol in ringen, von herzenmuot gar ûz erwelt. nu hân wir den gedingen, enphâhen wir den vürsten guot. er rît under der banier rîch und vüert eins wilden lewen muot.’
557
Sî sâhn ir wâfenkleider wât ein teil mit golde wol durchnât, die andr in silber wîze: diu drite was grüen, diu vierde rôt, diu vünfte in zobel lieht durchnât, diu sehste in schœner glîze was ein gelwiu varwe fîn, vil manec tier durchstrichen. von golde lieht ûz Arâbin: daz was dâ unerblichen. sî sâhen manegen werden gast mit manger hande zeichen guot und den vil lützel êren brast.
558
Der künec enpfienc den werden degen (rede wart dô genuoc gepflegen), mit im die ritter alle. als sî kômen in den sal, der was gestüelet über al, man saste sî mit schalle. wazzer wart in schiere gegeben, spîse reine trahte. man sach sî alle in vröuden leben. ir iegelîcher dâhte, daz aller schœnste seiten spil, daz er mit ougen ie gesach, des treip man vor dem tische vil.
559
Dar nâch kam ein kleiner man. kluoger rede er sich versan: die liez er ûz dem munde. er gienc dâ er den vürsten sach. zühteclîchen er dô sprach ‘sô wol der sælegen stunde, daz ich iuch, herre, vunden hân maneger maget ze labe! des wil ich al mîn sorge lân. ir varent den rittern obe, als obe dem valken tuot der ar. ein keiser solde gêret sîn der iuwer ritterlîchen schar.’
560
‘Nu sage du mir, kleiner man (vil wol ich dir der êren gan), waz tuont diu megetîne?’ ‘herre, sî hânt vröuden vil, vil maneger hande wunnen spil dâ in der bluomen schîne,’ sprach daz wunneclîch getwerc diu mære als endelîche: ‘ein wazzer diuzet durch den berc in ein gezelt sô rîche. dâ bî sô loufent hermelîn, eichhorne unde wiselen vil: mit den sô spilent hundelîn.
561
Herre, sî liten kumber grôz: der heiden tete manegen stôz gar alliu jâr ze berge. nu wolde er hân die künigîn: dô woldes niht sîn eigen sîn. daz sâhen wir getwerge, daz sî teilten ie daz lôz, ûf welhe daz minnest rîse. des wart in angest alsô grôz: ir arme und ouch ir brîse sî zarten, ouch ir wengel rôt. dô weinde manecez megetîn, diu künegîn durch die selben nôt.
562
Als sî zuo dem berge ûz schreit, wir sâhen dicke ir arebeit, daz sî begunde wenken, ob sî die vluht iht möhte hân: ez kunde ir nieman understân. do began diu reine denken ‘ach, herre got, durch dînen tôt! ichn weiz wes man mich zihet, daz ich muoz lîden dise nôt, daz ûf mich gedîhet kumber unde herzepîn. swann hie der lîp ein ende hât, so enpfâch, herre, die sêle mîn!”
563
‘Nu sage vürbaz, kleiner man, wie verre vuorters in den tan oder ze welhen stunden?’ ‘herre, wol einen bogenschuz gên einer buochîn: ein schœner vluz, dâ hât er sî gebunden zem houbete und zen brusten gar und ir snêwîze hende. wir wurden ir vil wol gewar: dort in des steines wende sâhen wir ir kumber grôz. ez weind dô manec megetîn und viel der künegîn in ir schôz.
564
Nu sante uns got hern Hiltebrant: der lôste der megede al ir bant und vuorte sî von danne (ein ros sî beide samen truoc: arbeit hetez mit in genuoc) und vrîgete uns die tanne. zÂrône kômens ûf gerant: dâ wârens liebe geste. zehant wart ich nâch in gesant. ich vant sî ûf der veste. die herrn enpfien mich willeclîch und hiezen mich wilkomen sîn: diu mære wizzent sicherlich.
565
Rîcher künec hôchgenant und werder helt von Stîrerlant, ir lânt mich willeclîche hin wider zuo der künegîn: ich mac niht langer hie gesîn. diu sælden, tugende rîche sî vürhtet daz ich sî erslagen oder sus gevangen: sî kan mich niemer volleklagen. dâ von muoz mich belangen. ir heizt mir geben ein brievelîn, daz diu vrowe geloube mir: sô sint sî maneger sorgen vrî.’
566
Dô sprach der künec tugentlîch ‘ich wil dich lâzen willeclîch zuo den vrouwen allen.’ er hiez im geben sâ zestunt zwô baniere rîch: ‘sô wirt ir kunt vröuden rîchez schallen. als du kumest vür daz gezelt daz sî dich müge gesehen, sô halt du von in ûf daz velt: sô sî die baniere spehen, lâ sî vliegen ûf dem plân. enpfâch uns hereberge wît: wir müezn ein michel leger hân.’
567
‘Herre, daz sol gar geschehen. der wârheit müezent ir verjehen, daz keiser nie sô schône gelac bî eime wazzer klâr. daz wilt daz vâht ir durch daz jâr. diu künegîn mit ir krône kumet mit ir megetîn, wil uns sehen beizen: sî wil mit iu in vröuden sîn. ich getar iu wol geheizen hinden unde hirzen vil: wilder swîne hânt ir gnuoc, dar zuo diu reinen vederspil.
568
Einhalp vür daz gezelt wil ich iuch legen ûf daz velt bî einer schœner mûren, diu ist drîger ellen hôch: der luft sich dar umbe zôch: waz solde mich des tûren? ich wil iu sagen wunder vil von eime rîchen berge. diu maget diu hât michel spil, sô hân wir vil getwerge alle gewahsen wol als ich: man vint ir vil eins kniuwes hôch.’ dô lachten herren alle gelich.
569
Dietleip von Stîre alsus sprach ‘sô kluogen man ich nie gesach sô adelîch gebâren. sage mir, bistu iht alt? in kindes jugent bistu gestalt.’ ‘jâ, herre, in drîzec jâren (diu sint mir alliu wol bekant) mit êre ich hân gelebet (Bîbunc sô bin ich genant), nâch tugenden vil gestrebet. swie daz ich sî ein kleiner man, herre von Stîre, ich wil iuch weren, wir müezen guot gemüete hân.
570
Got lâze iuch hie wol gesunt! ich wil dâ hin gên Geraspunt: waz enbietent ir den vrouwen?’ ‘vrouwen unde megetîn * wir wellen schiere schouwen, wie daz leger sî getân under dem gezelde: wir wellen zuo in ûf den plân, sî sehen ûf dem velde. du solt mir grüezen din getwerc, diu dâ sint eins kniuwes hôch. wir wen rîten vür den berc.’
571
Sîn ros daz wart im schiere bereit, sîn liehter harnesch drûf geleit: si begunden in dô schouwen ritter unde megetîn, swaz dâ ze hove mohte sîn, dar zuo die reinen vrouwen. die wunschten im geluckes vil, swelhiu in mohte ersehen. er was ze hove ir alder spil: die wârheit muostes jehen. zer porten was im alsô gâch. her Bîbunc hinder sich gesach: sî machten im manc kriuze nâch.
572
Alsus her Bîbunc dannen reit. er was der baniere vil gemeit: er îltes vaste binden hin hinder sich in einen bal. er treip vil manegen lûten schal. er kund die strâzen vinden, diu dâ gie gên Geraspunt durch acker, über heide (im wârn die stîge alsô kunt: er wolde kein geleite), biz er kam hin vür den hac. ‘herre got, ich lobe dich: ich hân gelebet lieben tac.’
573
Her Bîbunc guoter witze pflac. er îlte als sanfte über den hac, daz er begunde luogen, ob ieman vor dem berge rite. an ime hâte er guote site: er leite ez an mit vuogen. er îlte balde ûf daz velt und liez die baniere snurren: man sach dô loufen vür daz zelt in mitevart verworren vrouwen unde megetîn. manec getwerc dô mit in lief, dôs ersâhen der baniere schîn.
574
Die vrouwen giengen alle dar, die megede mit in an der schar und sâhen die baniere. sî hiezen in wilkomen wesen. ‘du bist mit êren wol genesen. nu sage du mir schiere, Bîbunc, tugenthafter man, wer gap uns die baniere?’ ‘der iu maneger êren gan, und bringt ir ouch wol viere. daz geschiht in kurzer stunt: hie steckent hundert oder mê.’ des lachte manec rôter munt,
575
Diu künegîn unde ir megetîn. her Bîbunc muose der êrste sîn wider zem gezelte. alrêrst wart er enpfangen wol, als ein ritter billich sol, nâch hôher êren gelte. spîse wart im dar getragen, geschenket klârer wîne. ‘ich wil iu allen sament sagen, ir schœnen megetîne, herren koment her in diz lant, als rehte liep als ich iu sî, wâ ist mîn herre Hiltebrant?’
576
Des antwurte ime diu künegîn ‘er mac niht verre von uns sîn: ich hân nâch im gesendet.’ der vürste der kam alzehant, Helferîch an sîner hant. er sprach ‘nu wirt volendet von dem künege Îmiân und sînen helden mære, sî koment zuo uns ûf den plân: wie nœte ers abe wære! rihtent iuch ûf rîche wât: die alten legent gar dâ hin, diu niuwe werde schiere genât.’
577
Dô sprach diu küniginne rîch ‘ich wil die vrouwen alle gelîch mit einander kleiden, dar zuo die megede alle gar, die hœrent her an mîne schar: wir süln niht langer beiten. herre meister Hiltebrant, ûf iuwer rehten triuwen: welhz dunket iuch ein rîch gewant? ich hân noch zendel niuwen mit golde und steinen wol durchnât, noch tûsent ellen oder mê: sô hân ich rîchen ziklât.
578
Sô heizen wir diu megetîn legen an ir swenzelîn durchrigen wol mit golde. diu ziehens über diu zendelkleit (sô sint sî schône genuoc bereit: ein keisers sehen solde), dar ûf ir kleinen gurtel smal, saphîre und rubbîne, dâ von erliuhte berc unt tal von ir glanzen schîne; ûf ir houbet krônen rîch, daz hâr hin über dem golde swebe: des gânt sî engeln wol gelîch.’
579
Dô sprach der alte Hiltebrant ‘ich wil ouch kleiden in mîn gwant die werden ritter alle, in vrische niuwe beldekîn: daz gibet gegen der sunnen schîn. wir wellen ouch mit schalle mit iu zogen über den plân die werden helde enpfâhen. sô dunket mich vil wol getân: sô wir beginnen nâhen, die megde haben dâ bevor. ie zwô und zwô die gên inein: so entsliezen wir der sælden tor.’
580
Bîbunc sprach ‘ir vrouwen klâr, daz ich iu sage, daz ist wâr: ich hân noch zobel niuwe. den truoc ich wîlent in den berc. dâ wil ich kleiden mîn getwerc ûf mîne rehte triuwe, iegelîch ein elle guot niht ze lange gesniten, und des selben einen huot mit vêhen wol durchbriten: daz dunket mich ein rîch gewant. enphâhent ir den künec guot: ich enphâhe den helt ûz Stîrelant.
581
Ich wil dem helde ûz Stîrelant willeclîche gên in hant und endelîche enphâhen, dar zuo manec lieplîch gruoz. er machte uns maneger swære buoz, wold er uns schiere nâhen. herre got, durch dînen tôt ich wil dirs iemer danken: ich hân geliten grôze nôt durch Swâben und durch Vranken, dô ich schiet von Ungerlant. mir ist gewahsen grâwez hâr, sît ir mich, vrouwe, hânt gesant.’
582
‘Du hâst nâch êre geworben vil. uns was gelegen der megde spil: nu hât mich got erhœret, sîn muoter liep gemachet vrô. wolde ez komen schiere alsô, sô wær mîn leit zerstœret. kæme ich ûf der sælden stuol, da ich wîlent hân gesezzen * mîns leids wold ich vergezzen und der vröude gân in hant. wenne süln wir den Berner sehen, getriuwer meister Hiltebrant?’
583
‘Vrouwe, des enweiz ich niht wenne mir diu sælde geschiht: ich sæhe den vürsten gerne. ich lîde durch in ungemach: daz mir diu tôrheit ie geschach! mich truoc der tîvel von Berne des muoz ich lîden grôze nôt, dar zuo vil der pîne. ich wolde ich wære in êren tôt. und, liebe vrouwe mîne, diz ist allez noch ein wint: als ich heim ze Berne kume, sô heizents mich des tiuvels kint.
584
Sol ich ze in ze Berne komen, sô wirt vröuden mir benomen wort und alliu wîse. ich bedörfte wol der sælden segen: nu triffet mich der hagelregen in mînem alter grîse. Wolfhart der neve mîn der getar mîn wol spotten.’ dô erlacht diu künegîn mit einer ganzen rotten, die klâren meide alle gar, ritter und alle ir knehte, die lachten alle an einer schar.
585
Des lachte ouch her Hildebrant. ‘ez ist im alsô gewant, daz nieman mit gemache noch mit êren leben wil. bœser hôchvart ist ze vil. mit dirre selben sache lebet manec biderber man, der sich wol bedenket noch in die schande rennen kan, und er sich selben krenket. ê er gæbe undære guot, er wâgte ê tûsent sêlen dar, und behielte sînen gugelhuot.’
586
Als diu rede was gelegen, ‘got gebe uns allen sînen segen! ich wil dâ hin gên Berne nâch der Wulfinge trôst, die mich dicke hânt von sorge erlôst: ich sæh die helde gerne. sî müezen zuo uns ûf daz velt zuo den schœnen vrouwen, daz sî sehen diz gezelt, dar zuo den künec schouwen. Helfrîch, lieber vürste mîn, als rehte liep als ich dir sî, du solt des heres meister sîn,
587
Biz daz ich mac her wider komen. sô wirt uns sorgen vil benomen von den helden rîchen. ich brings mit mir in diz lant’ sprach der alte Hiltebrant. ‘wer mac uns denne gelîchen? kumet aber ez alsô daz ez ervint vrou Uote, sô muoz ir herze sîn unvrô, diu reine sælege guote: sô schrecke ich nœte ir herzen ger.’ ‘neinâ, helt’, sprach Helferîch, ‘bring uns die vrouwen mit dir her.
588
Diu gît uns allen guoten rât, diu sô volle sinne hât. sendets uns got von Berne zuo uns hie her vür den berc, ir dienent vrouwen und getwerc und tuont daz alle gerne. herre meister Hiltebrant, gedenkt an alle triuwe: bringt sî zuo uns in daz lant. sî macht uns vröude niuwe. daz ich iu sage, daz ist wâr: ich vüere sî zÂrône ûf und halte sî noch drîzec jâr.’
589
Dô sprach der alte Hildebrant ‘waz tügen vrouwen in diz lant? sî sullen mit gemache dâ heime belîben: daz ist reht. ir dienent ritter unde kneht: dast vrouwelîchiu sache. hiest minne noch schâchzabelspil ziehen mit den vrouwen: ez lît hie nâhe vînde vil. die wolde ich gerne schouwen, die hânt gevân den herren mîn. die rede lâzent underwegen, vil hôchgelobte megetîn.’
590
Dô sprach diu rein Portalaphê ‘ez tuot mir inneclîchen wê, sol ich sî niht gesehen: ez ist mir hiute und iemer leit. ich kume sîn lîhte in arebeit. die wârheit muoz ich jehen, des ich guoten glouben hân, swie ez doch gedîhet: zuo iu hân ich guoten wân, daz ir mir vrou Uoten lîhet. ir vil tugenthafter lîp, swaz man noch singet oder saget, sî ist ein reinez sælec wîp.’
591
Nu bat in ouch diu künegîn: ir vrouwen unde ir megetîn, ritter unde knehte knieten nider vür in dar in einer keiserlîchen schar. sî dienten im ze rehte. des erschrac her Hiltebrant, daz er begunde rœten. ‘truoc mich der tiuvel in daz lant ze disen grôzen nœten? ich hân den herren mîn verlorn: sol ich vrou Uoten zollen hie, sô hân ich leides vil erkorn.’
592
Her Hildebrant bereite sich, dar zuo stricte in Helferich in liehten harnesch reine. ûf sîn ros daz er gesaz, nie keinem alten zam ez baz. er segentes alle gemeine ‘ritter unde megetîn, west vrô in stætem muote. ich wil hie bî iu schiere sîn und bringen ouch vrou Uote mit mir vrœlîch in diz lant.’ ‘der gelübde weln wir sicher sîn, getriuwer meister Hildebrant.’
593
Dô stuonden im dâ nâhe bî zwên ritter, wâren sorge vrî, küene und dâ bî werde. zuo den sprach her Hildebrant ‘langent mir in mîne hant den schilt dâ von der erde.’ beide huoben sî in dar: die arme begundenn krachen. des wart her Hiltebrant gewar: er begunde lûte lachen. er zukte inn balde ûz der hant. ‘got gesegene swaz belîbet hie: ich wil dâ hin gên Berner lant.’
594
Nu lâzen wir die vrouwen ligen: ich hân ein teil ze lange geswigen, diu guote stat ze Berne lîdet kumber, ungemach: sô leit in allen nie geschach, sî sæhen den herren gerne. ‘wir wizzen niht reht wâ er sî oder war er sî bekomen. des wonet uns allen trûren bî: diu vröude ist uns benomen. owê, getriuwer Hiltebrant: wærstu in leben, sô wist wir wol, du bræhtest den vürsten in daz lant.’
595
Indes dô kam her Hiltebrant ze Berne in die stat gerant mit zorneclîchem muote. die liute liefen al hervür und wurfen ûfe manec tür. diz ersach vrou Uote. sî hiez in willekomen sîn und vrâgete in der mære: ‘sage mir ûf die triuwe dîn: wâ ist der Bernære, daz du aleine her bist komen?’ ‘vrowe, sol i’u die wârheit sagen, ein grîfe hât den hin genomen.’
596
Wolfhart toben sêre began, er sprach ‘ir sint ein valscher man. ir hânt uns hin gegeben den lieben herren in den tôt. ich bringe iuch in grôze nôt: war umb liezt irn niht leben? wænent ir diu lêhen hân eine hie ze lande? der hôchvart müezt ir iuch erlân: ir hânt sîn iemer schande. hetent ir den herren mit iu brâht, wir heten iuch alle gerne gesehen. ir hânt valschen muot erdâht.’
597
Der wîse zühteclîchen sprach ‘sô zornegen man ich nie gesach, als du bist gewesen. Wolfhart, du bist der neve mîn: tuo dîn tugent an mir schîn und lâ mich, helt, genesen. wiltu aber niht abe lân, sît daz ich gedenke, wæren dîn zwelve ûf eime plân, ich wolde iu lützel wenken: bestüende mich mîn grimmer zorn, ich wold dir sweren einen eit, ir müest daz leben hân verlorn.’
598
Wolfhart vrâgete aber zehant ‘nu sagâ mir, her Hiltebrant, wâ ist der Bernære? lebet er oder ist er tôt? mügen wirm helfen ûzer nôt? bescheident mich der mære. hânt irn ze klôster în getân oder sus in die klûse, daz er uns eine hât gelân ze Berne ûf sînem hûse? und gebent ir mirs niht underscheit, ez sî nunne oder der münech, ez muoz in allen werden leit.’
599
Die burger vrâgten alle gelîch umbe den jungen Dieterîch, den vürsten dâ von Berne. ‘welch ende ritent ir in daz lant? sagent, getriuwer Hildebrant: diu mære wist wir gerne. lît er dâ ze Jeraspunt bî den schœnen vrouwen? ist der herre noch gesunt? des wellen wir uns vrouwen. sagent, getriuwer Hildebrant: bedürft ir, helfe wir iu tuon: wir rîten mit iu in daz lant.’
600
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ir müezent mit mir in daz lant die wârheit gar ervinden. dô wir ûzer Berne riten (ich leite ez an mit guoten siten: ich möht von leide verswinden!), von dem gebirge her unt dar wir hôrten manec stimme. einer megde wart ich dô gewar noch lûterr denne ein grimme: diu was gebanden an ein boum. daz mære hât ein ende niht: ez ist iu allen noch ein troum.’
601
Vrou Uote vrâgete alzehant ‘sagent mir, her Hildebrant, wer tete der megde reine?’ ‘ein heiden vrumte sî aldar: selb ahtzegest reit er an der schar. ich vant sî aleine. dar kam der heiden dô gerant mit zorneclîchem muote. dô lôste ich der meit al ir bant. nu sehent, liebe vrou Uote: mit ime sô vaht ich einen strît. den heiden ich ze tôde sluoc: mîn herrn vant ich in nœten sît.
602
Dô wir die heiden heten ervalt, wir riten dannen durch den walt und îlten durch die tanne: dô hôrte ich einen grôzen sturm. den vrumte manec wilder wurm: die kunden sêre zannen. ich îlte balde nâher baz und bevant diu rehten mære. der grôze wurm der was niht laz: er nam an mich die kêre. ein riter er in dem munde truoc. waz sol ich iu sagen mêr? der wurme ich vil ze tôde sluoc.
603
Ich lôste den ritter dô zestunt: er viel dem wurme vür den munt. er was erschrocken sêre. Rentwîn sô ist er genant: er tete mir sîne vriunde bekant. wir gwunnen sîn michel êre. dô suochten wir den herren junc in einer tiefen tellen. er vaht mit des tiuvels unc: er kunde in nie ervellen. daz houbet er im abe sluoc. zÂrône kômen wir al ûf: die spîse man uns dar getruoc.
604
Ein bote wart nâch uns gesant: zÂrône kam er ûf gerant und brâhte uns liebiu mære. wir solden zuo den vrouwen komen: sorge wære in vil benomen und dâ bî alliu swære. zehant dô riten wir von dan mit vünfzec schœnen vrouwen. mîn herre der îlte durch den tan: er wold die künegîn schouwen. vür eine vesten daz er kam, ein rise in dâ gevangen hât. der ist geheizen Wîcram.
605
Diu mære hânt ir wol varnommen. wil iemen mit mir hinnân komen, der bereite sich gar balde. ich wil hin wider ûf daz velt, dâ liez ich ein vil schœne gezelt dort ligen vor dem walde. dar kumet der künec Îmiân und manec ritter küene: si erbeizent nider ûf den plân, al ûf den anger grüene. ez ist niht edellîch getân, kum ich von êrst hin wider niht: wer sol die herren dort enpfân?
606
Vrou Uote, welnt ir mit mir varn, ich vüere iuch an der megde scharn zen vrouwen algemeine. ich weiz doch wol, swie daz geschiht, daz man dich vil gerne siht, du klâre wandels eine. sî wellen eine hôchzît hân: Baldunc ist uns sippe. vil vrouwen koment ûf den plân: sît got lac in der krippe, sô schœne dinc wart nie gesehen. und ist ez daz ir koment dar, der wârheit müezt ir selbe jehen.’
607
Vrou Uote diu sprach alzehant ‘wære ez ime alsô gewant daz ez næme ein ende, ich wolde gerne mit iu dar, daz ich sæhe der megde schar; dar zuo ir wîzen hende, ir gezelt und ir getât wolde ich gerne schouwen, wie sî haben daz genât die reinen schœnen vrouwen. herre meister Hiltebrant, swaz ir gebietent, daz sol sîn: ich vare mit iu durch diu lant.’
608
Wolfhart zühteclîchen sprach ‘sô zornegen man ich nie gesach. ir sint noch in dem lande, * * ir hânt sîn iemer schande. als der künec kumet dar durch kurzewîle den vrouwen, sô zæm wir wol bî iu an der schar, daz wir sî wolden schouwen. herre veter Hiltebrant, als rehte liep als ich iu sî, lânt uns mit iu in daz lant.’
609
Dô sprach der alte Hildebrant ‘nu bereitent ir iuch alzehant, vünf hundert helde küene. ich vüere iuch mit mir dâ hin ûf verlust und ûf gewin al ûf den anger grüene. ir sullent alle stæte sîn in starkem, vestem muote: man tuot uns widersache schîn.’ dô sprach diu sælege Uote ‘des sol werden vil guot rât. ir sullent iuch gar wol gehaben: gelücke ist wîten hin gesât.’
610
Wolfhart sprach ‘her Hiltebrant, ich wil rîten alzehant ze Witegen und ze Heimen ze Rabene in die guoten stat. sî rîtent mit mir ûf den pfat, vind ich sî bêde heime. ich wil in sagen dô ze stunt, der Berner sî gevangen. ez ist in gar ein wilder vunt: die helde muoz erlangen.’ dô sprach der starke Blœdelîn ‘bringst du die helde bêde her, sô mügen wir strîtes sicher sîn.’
611
Wolfhart niht langer beit. er îlte dâ hin unde reit vil minnenclîche balde ze Rabene in die guoten stat. er gruozt die herren unde bat ‘daz iwer got bêder walde! iuch grüezet meister Hildebrant und ouch vrou Uot diu reine. koment zuo in in daz lant. ichnweiz niht waz ez meine: wir hân den jungen helt verlorn. helfent in uns lœsen.’ dô wart den helden bêden zorn.
612
‘Sagâ an, wie kumet daz? was er an dem strîte laz? oder wiest der helt gevangen? ist er gevangen umbe guot oder truoc in dar sîn übermuot? mügen wir den helt erlangen?’ ‘ûf einer vesten, dâ er lît, diu ist geheizen Mûter, sîn hüetent risen zaller zît bî einem wazzer lûter: sîn pfliget ein schœne megetîn.’ Hemei sprach ‘die kenne ich wol: sî ist geheizen Ibelîn.’
613
Witege sprach ‘ez ist mir leit. nu sî den risen widerseit, dem lande und ouch der veste. sendet uns got zuo in dar, sî werdent unser wol gewar, sîn wir iht vremde geste. wir wellen komen ûf daz velt hin nâhe bî die risen unde slahen unser gezelt hin mitten ûf die wisen: sô wirt den risen allen zorn. dâ mite hebet sich der strît: sî müezenz leben hân verlorn.
614
Sô lœsen wir den jungen man, der uns wol der êren gan swie er lige gevangen; er ist es selden mê gewent. Hildebrant sich nâch im sent, den vürsten muoz belangen. Wolfhart, nu rît du dâ hin und sage hern Hildebrande, ze hant komen wir dâ hin: man siht uns in dem lande. daz geschiht noch an den fursten, deiswâr, daz wir dar umbe sagen: ich nime ez ûf die triuwe mîn.’
615
Wolfhart balde dannân reit: er was der botschaft wol gemeit. er reit dâ hin gên Berne. sî hiezenn willekomen sîn ritter, vrowen und megetîn. her Hiltbrant sach in gerne. ‘uns koment zwêne helde guot, die wol geturren strîten: sî hânt gewunnen zornegen muot. sî weln niht langer bîten. vil sælden an in bêden lît. Hiltbrant, lieber neve mîn, nu gip du mir den êrsten strît.
616
Obe mir daz niht mac geschehen, sô muoz ich trûrens iemer jehen. ich kume ûz mînen sinnen: dar zuo wirde ich niemer vrô. mîn herze ist dürrer danne ein strô: ez muoz von leide verbrinnen. * * dar zuo wil ich niemer vrowen gesehen noch spilen mit den kinden. herre meister Hildebrant, ich wirde tôbeger denne ein hunt, komen wir niht in daz lant.’
617
‘Nu bist du gar ein zornec man, und ich dich niht versinnen kan: du dunkest dich sô wîse. ich weiz noch ahtzic wurme starc: ir kein sîn kraft noch nie verbarc. sî sint von alter grîse. sî hânt gelegen manec jâr in einer tiefen tellen: daz ich iu sage, daz ist wâr. mahtu ir ein ervellen, sô dunkest mich ein küene man.’ Wolfhart sprach ‘des bin ich vrô. als liebiu mære ich nie gewan.’
618
Dô sprach der starke Blœdelîn ‘mac ich des strîtes sicher sîn, sô wil ich mit iu rîten. ez ist umb mich alsô gewant, und swenne ich kume in daz lant, sô muoz ich mit risen strîten oder sus mit wurmen starc, sî sîn junc oder grîse. mîn manheit ich noch nie verbarc. swer mich ir rehte wîse, ez sî der rise, ez sî der wurm, wirde ich sîn sihtec an, ich vihte mit in einen sturm.’
619
Hâche sprach ‘waz hilfet daz? nu wart ich nie an sterke laz: ich getar iu wol erwegen. ich dunke iuch lîhte der jâre ein kint: ich slahe durch helm und durch den grint und wil sî nider legen. ich bin ouch mê ze strîte komen ûf velde und ûf der wilde: manheit ist mir niht benomen. ez dunkt iuch lîht unbilde: ich wil mit ellenthafter hant der risen gerne zwêne bestân. ich velles nider ûf daz lant.’
620
Dô sprach der junge Schiltwîn ‘sol ich hînt ungestriten sîn, oder wiest mir geschehen? dô ich eins tages und einer naht mit vier starken risen vaht, des muosten sî mir jehen: die zwêne sluoc ich balde tôt, die ander mir entrunnen. ich half mir selber ûzer nôt und reit her an die sunnen. herre meister Hiltebrant, wirt mir des êrsten strîtes niht, ich kume niemer in daz lant.’
621
‘Ir helde, gehabent iuch gar wol: ich mache iuch alle strîtes vol. ez ensint niht veige kinder, mit den ir wænent umbegân: strîtes sülnt ir gnuoc dâ hân. ich vürhte, ir tretent hin hinder. ir dunkent iuch gar übel hie und welnt der tiuvel wesen: ir reichent in kûm an diu knie. wie wellent ir genesen? sî gênt iu allen strîtes hort. etlîchen weiz ich under in: die tragent klâfterlangen bart.
622
Ez was mir liep und dâ bî leit: mîn herre kam sîn in arbeit ûf einer guoten vesten. ein rise kam ze im gegân: des muoste der vürste sorge hân. do bereite er sich des besten: er warf den starken risen tôt mit eime starken steine. des kam der vürste sît in nôt. nu merkent wiech ez meine: dâ von manec herze erschrac, die risen tâten einen schrei, man wânde ez wære der dunderslac.’
623
‘Nu bescheident mich, her Hiltebrant, wiez umb die risen sî gewant, wâ sî sîn ûf gewahsen, die dâ die langen berte tragen. wir wellen niemer gar verzagen, und wærens joch von Sahsen oder von Priuzen her bekomen. an got wil ich ez ziehen: sî nement unser niemer vromen. wir wellen in niht vliehen. ez mac vil lîhte alsô geschehen: wir houwen in die wunden tief, ez möht der tiuvel durch die hellen sehen.’
624
Wolfhart der rief dô überal: die helde liefen in den sal und vrâgeten waz dâ wære. dô sprach der alte Hiltebrant ‘bereitent iuch bald in daz lant, ir werden helde mære. ich wil iuch wîsen ûf die vart: ir vindent wol die würme. von mir wart dâ nie gespart: wir machten grôze gestürme. sî brâhten mich in arebeit: daz ich ze wurmen ie bekam, daz ist mir hiute und iemer leit.’
625
Des antwurte ime dô Wolfhart ‘wol ûf! balde hin ûf die vart! wir weln niht lange bîten. belîbent ir hie, daz sî sô: mîn herze wurde niemer vrô. wir geturren selbe strîten. hânt ir uns vür göuche ersehen? wir sîn noch ime lande. der wârheit müezt ir selbe jehen: ir hânt sîn iemer schande, sît wir den herren hân verlorn. dâ nâch sô wâgen wir den lîp: ez ist uns hiute und iemer zorn.’
626
Dô sprach der alte Hildebrant ‘mit dröuwen gwinnent ir nie lant, des wil ich iuch bewîsen. swer ze vil beginen wil, erwirget er, êst niht ze vil. ez zæm noch baz eim grîsen: gestanden swert daz ist noch guot ze alsôlîcher herte. ich mac gewinnen noch den muot, ich ercler ûf der verte. wiltu mir iht sicher geben? sô du die risen vunden hâst, sô lâz ir, helt, doch einen leben.
627
Der kan uns dan die wârheit sagen wie vil der risen sî erslagen, und wîst uns ûf die slâge. wiltu dan die wurme bestân, sô muost du guot gelucke hân. wiltu iht vürbaz vrâgen?’ ‘nein ich, lieber Hiltbrant: nu wîst mich in die wilde.’ ‘nu rît du vür dich sâ zehant. du vindst ein grôz gevilde und einen ungevüegen hac: kumest du enmitten drîn, du erkiusest niemer lieben tac.
628
Wolfhart, wie ist dir sô gâch? du weist doch, dâ rîtet her nâch Witege unde Heime: bist du dan enwec geriten und hâst der herren niht gebiten, und vindent dich niht heime, daz ist niht ritterlich getân. du soltestz wol vermîden. der rede soltu abe lân und lâ sî mit uns rîten: wir hân ir êre unde ouch vromen.’ ‘welnt ir niht rîten, sô belîbt: ich enbite iuwer keinen komen.’
629
Wolfhart der wart schiere bereit. ûzer Berne daz er reit mit zorneclîchem grimme, gên dem gebirge was im gâch. nieman reit im hinder nâch. dô hôrte er eine stimme: diu was sô griusenlîch gestalt. er dâhte in sîme sinne: ‘der tiuvel bûwet disen walt und ist mit hûse dinne. nu kam ich nie in sô vinstern hac. her Hildebrant, nu hânt ir wâr: ich kiuse kûme hie den tac.
630
Ich hân ein teil ze verre geriten. ich wolte wol, het ichz vermiten.’ nu hôrte er ein geschelle, daz was in dunres wîse grôz: ez vaste durchz gebirge erdôz. nu sach er in der telle einen grôzen wurm her gân mit ûf getânem munde. Wolfhart hete dô den wân, er hete in wol verslunden, bêdiu ros und ouch den man: ‘der tiuvel walde dirre vart! waz wolde ich her in disen tan?’
631
Der wurm kêrte vaste her. Wolfhart neigte ouch sîn sper: er reit hin in die dicke. ûf daz houbet daz er stach, der sper in hundert stucken brach: er erschrac niht ein wicke, er erbeizte nider ûf daz lant. er begunde sêre blüegen. daz swert daz zukte er mit der hant: der wurm der tete vüegen mit dem zagel einen slac, daz berc und tal dâ von erschal. Wolfhart nie sô sêre erschrac.
632
Der wurm was grûwelich gestalt. er hete gebûwen dâ den walt dâ her bî sehzec jâren. sîn rucke im dic von horne was, noch lûterr denne ein spiegelglas. er begunde wol gebâren: schirmen er sich ane nam und gienc hin gegen dem wurme als eime helde wol gezam. als in dem êrsten sturme, der wurm gap im einen slac mit dem zagel den er truoc, daz er vor im gestrecket lac.
633
Der helt ein wênec sich versan: er macht sich von dem wurme dan hinder die starken boume. er stuont und dâhte in manege wîs, wie er behielte dâ den prîs. er nam des wurmes goume: ‘hât dich der tiuvel her getragen? du kumest von der hellen. ich wolde daz du wærst erslagen: wer bedarf dîn zeime gesellen? daz ich die wârheit müge gejehen: swaz ich ze teilen hân mit dir, ich wolde daz ez wære geschehen.’
634
Dô liefens aber einander an: dô wart sô ritterlich getân mit grôzen slegen herte: daz geschuof sîn ellenthaftiu hant. der wurm an manegen enden schrant: der zagel bleip ûf der verte. den giel er wîten ûf gewarf und wolde in hân verslunden: er sach dâ vil der zene scharf al zuo der selben stunden. den schilt den bôt er ime dar: der wart vor ime alzehant zerhowen in kleiniu stuckel gar.
635
Daz swert stiez er im in den giel, daz er vor ime dâ hin viel: daz schuofen sîne krefte. des er blüegelte als ein ber. ‘truoc dich der tiuvel zuo mir her, swie küme an dir behefte?’ ein stimme er ûz dem munde liez, diu hal wol drîge raste. vil boume er dô nider stiez mit wurzel und mit aste, unz er vor ime dâ nider viel vor dem velse, daz er lac alsam ein grôzer starker kiel,
636
Er gienc hin umbe in unde sach, wider sich selben daz er sprach ‘got, durch dîne güete, wie bistu sô engestlichen grôz! ez enlebet keiner dîn genôz. got mich vor iu behüete! hâst aber iht gesellen mê lebende in dem tanne, sô wê mir hiute und iemermê: wie gevihte ich danne? den lîp muoz ich hân verlorn. her Hildebrant, nu hânt ir wâr: ich hân mir strîtes vil erkorn.’
637
Er macht sich bî den wurm hin baz. von dem houbete er in maz ahtzec schuohe dar lenge und dâ bî wol zwênzec hôch. sîn ros er balde dannen zôch durch die dicke und durch die enge. wider kam er vür den walt in zornhaftigem muote: dâ vant er einen brunnen kalt undr eime schetehuote. der lief durch einen schœnen berc: der was wol einer mîlen hôch. dâ vor stuont ein rîch getwerc.
638
Wolfhart dem getwerge rief. wie balde ez ze ime lief! er vrâgete ez der mære ‘sagâ mir, kleinez getwerc, wer hât gebûwen disen berc? gern wiste ich wes er wære’. ‘daz ich iu sage, daz ist wâr: der berc lît hie ze solde. er ist der künegîn Virginâl. * alsô besitze ich disen berc, der sî wol noch sehse hât unde dar zuo manec getwerc.’
639
‘Nu sage an und bescheide mich: weistu, von Berne er Dieterich wâ lît der helt gevangen? wir hân in beime jâre verlorn: des ist mir hiute und iemer zorn. mügen wir den helt erlangen?’ ‘herre, des enweiz ich niht. ich gesach in nie mit ougen: mir ist leit doch swaz ime geschiht. man giht im sunder lougen wie daz er sî ein biderber man. und daz er im gevangen lît, des müezt ir iemer schande hân.’
640
‘Ich wil ez nemen ûf mînen eit: mir wart nie kein dinc sô leit. möht ichz dâ mite erwenden! ich hân geliten grôze nôt von eime wurm; den sluoc ich tôt dort bî den velses wenden. ich liez in ligen alsô grôz und macht mich balde dannen. * * hinder mich tete ich manegen blic. ez ist ein ungehiuriu vruht: ich leit von ime manegen schric.
641
Ich weiz niht rehte wâ ich bin: woldest du mich wîsen wider hin den rehten wec gên Berne?’ ‘herre, ir süllent sîn gelat: enbîzt. ich wîse iuch ûf den pfat: ich tuon daz alsô gerne. ir süllent schouwen disen berc, golt und ouch die sîde, dar zuo manec rîch getwerc, gesteine und daz gesmîde, daz ir vür wâr kunnent jehen, sô ir ze Berne koment hin, ir habent ein rîchen berc gesehen.’
642
Alsus vuorte ern in den berc. dô sprach sich Meizlîn daz getwerc ‘got willekomen, herre.’ ein tavel schiere wart bereit, rîche spîse drûf geleit: sî stuont im niht ze verre. zwei getwerc diu giengen dar und dienten im ze rehte: sî nâmens heldes guote war. bêde, riter und knehte, sî trîben süezez seitenspil, daz er sô schœnez nie gesach. ouch lac dâ rîcher sîden vil.
643
Als man daz wazzer hâte gegeben (man sach sî alle in vröuden leben), dô sprach der degen mære ‘wîse mich ûz, ich wil dâ hin. gên Berne stât mir ie der sin: dâ heime ich gerne wære.’ ‘herre, ir süllent urlop hân: ich wil iuch gerne wîsen. durch got, ir süllent des niht lân, ir grüezent mir den grîsen, der dâ heizet Hildebrant. ez ist vil wâr daz er noch lebet, vil êren lît an sîner hant.’
644
Wolfhart der bereite sich. vier getwerge lobelich in brünige reine sîde, dar inne swebete ein adelar: der was mit golde gezieret gar. sî vuorten hêrlich gesmîde: sî wîsten in bald sâ zehant vür des waldes ende, dâ er die rehten strâzen vant. mit gruoze und ouch mit hende wart ime urlop dô gegeben. ‘nu rîtent wider in den berc: got lâze iuch lang mit êren leben.’
645
Nu lâz wir rîten diu getwerc wider in den hôlen berc und sagen ein ander wîse. Wolfhart reit gegen Berne her âne schilt und âne sper. sîn ungevüege ich prîse. er reit ze Berne in die stat ze meister Hildebrande. wie balde er ime sagen hât ‘wâ wære du im lande? hâstu die wurme alle ervalt? war umb lieze du niht einen leben? du hâst gewüestet uns den walt.’
646
Wolfhart zorneclîchen sprach ‘sô spæhen man ich nie gesach, als ir sint gewesen. nu sagent mir, her Hiltebrant: giengen iu die wurme gerne in hant? liezent ir kein genesen? sluogent ir sî alle tôt? diu mære wiste ich gerne. oder brâhtens iuch in keine nôt oder den vogt von Berne? ir wellent gar der tiuvel wesen: rîtent hin wider in den walt und luogt, mac keiner vor iu gnesen.’
647
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ez ist umb mich alsô bewant, daz ich mac nimê rîten des âbends und des morgens vruo. daz alter sîgt mir vaste zuo: sô mac ich lützel strîten. Wolfhart, daz bevilhe ich dir. dô du wære gegen dem walde, ûf dîn triwe nu sage du mir, slüege du die wurme iht balde? mac ich dir der êren jehen? des ich kûme gelouben hân, du habest ir keinen nie gesehen.’
648
‘Sol ich dan die wârheit sagen, der wurme hân ich ein erslagen; der lît under den tannen. rîtent dar, welnt ir in sehen: ir müezent mir der wârheit jehen. ich îlte balde dannen: er was sô grûwelich gestalt; ich besach in umb die grane. kûme hân ich in ervalt: ich vlôch die wilde bane. mir tete nie kein vart sô wê: solde ich leben tûsent jâr, ich ensæhe ir keinen niemer mê!’
649
Des antwurte im her Hildebrant ‘ich hân mich des vil wol erkant in manegen landen wîten. strîtes hân ich vil gesehen: des muoz man mir der wârheit jehen. in engen und in wîten wart mir geslagen manec slac zem schilte und ouch zem helme, daz maneger vor mir tôt gelac in stoube und ouch in meime. Wolfhart, daz sage ich dir vürwâr: do ich strît von êrste ane vienc, dast volleclîch wol ahtzec jâr.
650
Dar umbe rîten wir dâ hin: gên Mûter stêt mir ie der sin, den vürsten sæhe ich gerne. den liez ich dort in grôzer nôt. ich vürhte er sî von leide tôt, der edele vürste ûz Berne. daz tâten im die grôzen man, die dâ heizent risen. ir ahte ich wol erkennen kan: die gânt dort in der wisen. bî der mülen stêt ein hol. Wolfhart, diu mære sage ich dir, daz lît sich alle nehte vol.’
651
‘Her Hildebrant, nu gebent rât, als iuwern êren wol an stât, und wîsent uns gên Mûter. lânt uns die starken risen sehen, von den uns leit ist geschehen, dâ bî dem wazzer lûter. daz ich iu sage, daz ist wâr: dâ weln wir mit in vehten vrœlîche wol ein ganzez jâr mit rittern und mit knehten. sît ir jehent, ez sî ein wint, wir geben in allen kampfes gnuoc, und wærens och des tiuvels kint.’
652
Bî der wîlen alzehant dô kam ein bote dar gerant: der brâht diu mære ûz Vranken: ‘dâ koment zwêne küene degen, die hânt strîtes sich verwegen: man solz in gerne danken. Witege vüert ein banier rîch, daz velt dast kolen grüene; dar inne ein zeichen wunneclîch: daz vüert der degen küene, ein hamer und zang von golde rôt, ein nater, diu ist von silber wîz, als im sîn vater Wielant gebôt.’
653
Dô sprach vrou Uot diu reine vruht ‘êrent ritterlîche zuht: enpfâhent sî mit êren.’ ûz der stat sô sach man varn manegen degen an den scharn: die rotten gunden mêren. ze vorderst reit her Hiltebrant, Wolfhart an der zilen, Blœdelîn und Hærebrant. bî einer kleinen wîlen enpfiengen sî die werden degen: sî wurden alle einander vrô. si begunden guotes muotes pflegen.
654
Heime vuorte zuo der stunt ein baniere guot (dast kunt) von wîzem hermîne: dar inne der lewe und ouch der ar, die wâren zobel swarzgevar, in liehtem glanzen schîne. die gap im der künec Ermenrîch, dô er streit vor Rabene. daz sülnt ir wizzen sicherlîch: sî zimet im wol ze habene. sî ist wol einer klâftern breit und ist mit golde wol durchnât, als uns diu âventiure seit.
655
Sus kêrtens wider zuo der stat. ritterlîch wurdens gelat von maneger schœnen vrouwen wurden sî enpfangen wol, alsô man billichen sol: sî woltens gerne schouwen. sî vuorten sî hin ûf den sal: dâ wurdens baz enpfangen. die schœnen mægde über al die kômen zin gegangen: dô gwunnen sî der vröuden stap. als man die tavel ûf gehuop, vil rætschen man dô umbe gap.
656
Dô sprach der alte Hildebrant ‘got truoc iuch zuo uns in daz lant nu merkent wie ichz meine. ich und mîn herre liten nôt: wir sluogen wurme und heiden tôt und lôsten die maget reine. * dâ wurd wir wol enpfangen. wir wurden beide wol erkant. die vrowen begunde belangen. dô sant nâch uns diu künegîn: indes mîn herre gevangen wart. hier umbe müez wir trûrec sîn.’
657
Heime vrâgete alzehant ‘sagent mir, her Hiltebrant, wellen wir zuo den vrouwen und zuo den schœnen megetîn? wie lange wellen wir hie sîn, daz wir sî niht enschouwen?’ ‘jâ wir’ sprach her Hiltebrant, ‘wir süllen zuo in rîten mit einander in daz lant: wir weln niht langer bîten. wir wellen schouwen ir gezelt, ir getwerc und ir getât und wellen zuo in ûf daz velt.
658
Dâ lâzen wir die vrouwen gar vor uns rîten an einer schar in lihtem vrôhen muote und mit ir vünfzec megetîn, sô sî aller schœnest mügen sîn. bereitent iuch, vrou Uote.’ ‘gerne, meister Hiltebrant, wir wellen uns bereiten mit einander in daz lant. wes wellent ir nu beiten? nu gebent rât, her Hildebrant, gênt uns ein geleitesman: sô rîten vor hin in daz lant.’
659
Die wagen wurden schiere gestalt. mit reiner sîd, diu was niht alt, wurdens verdecket schône: dar ûf wol vunfzec megetîn. man truoc dar laden unde schrîn. sî sâzen mit ir krône. etelich heten hundelîn loufende in den gêren, eichôrnel unde hermel fîn. sî wolten varen mit êren. her Hiltbrant wîstes ûf die vart. Witege und Heime brâchen ûf: niht langer dô gebiten wart.
660
Als sî kômen in den walt, sî sâhen manegen brunnen kalt durch velse und durch tellen. dô sprâchen diu schœnen megetîn ‘vrou Uote, lâzent uns hie sîn. des wir iuch biten wellen. hie ist daz aller schœnste velt in liehter ougenweide. heizent slahen diu gezelt. hern Hildebrands wir beiten. mit ime gêt uns vröude in hant.’ vrou Uote sprach ‘ez ist mir liep’. indes kam Wolfhart zuo gerant.
661
Niht langer wart von im geswigen: er hiez sî alle stille ligen, biz daz die herren kæmen. Wolfhart schuof im guot gemach (er leit sich vor ûf einen bach), als helden wol gezæme. herren kômen zuo gerant ûf die schœnen ouwen. vröude wart in dâ bekant: bî den schœnen vrouwen hætens alle guot gemach. ein messe vruo gesungen wart, dar nâch der tac vil schiere ûf brach.
662
Si bereiten aber sich ûf die vart. manec horn versuochet wart, sî lûte begunden schellen. man hôrtes verre durch den walt. * diu hundel gunden bellen den juncvrouwen in ir schôz: sî gunden lûter singen. der rosse wihen daz wart grôz: die helme muosten klingen. ze varn sî heten sich bestalt: Witege und Heime riten vor die rehten strâze durch den walt.
663
Am andern âbende ez geschach, sî leiten sich an ir gemach in eine schœne ouwen. dô sprach der alte Hildebrant ‘wir ligen in Nîtgêres lant: wir solden morne schouwen (ir süllent von mir urlop hân) brinnen in dem lande.’ Wolfhart lachen dô began ‘nu stelle ich nâch brande, daz sô grôzer nie geschach.’ Witege und Heime vröuten sich. nu hebet sich leit und ungemach.
664
Des morgens, dô der tac ûf brach, man in dem lande brinnen sach von den helden mæren. sî stiften roup und ouch den brant: daz tâtens in Nîtgêres lant. daz sî noch wol bewærent. sî schûhten niht als umbe ein hâr, sin branten ime lande. daz ich iu sage, daz ist wâr: sî kunden wol mit brande. dem herren wart dô schade kunt. sî branten daz manz verre sach hin vür den berc ze Jeraspunt.
665
Bî der wîlen alzehant her wider kômen sî gerant. vrou Uote vrâgte mære ‘sagent mir, ungetoufter man, wes hânt ir iuch genomen an? diz sint bœse lêre (ir soltent mîn geschônet hân) brinnen in dem lande. lasters hânt ir gnuoc getân: ir hânt sîn iemer schande. mir ist über iuch gar zorn.’ Wolfhart sprach ‘diu mære lânt. daz lant wirt allez von mir vlorn.’
666
Her Hildebrant mit zühten sprach ‘nu habent ir alle guot gemach und volgent mîner lêre. Wolfhart, nu rît du balde vür (wir sîn ûf der rehten spür) und sage den vrowen mære. du sihst zehant ein schœne gezelt ûf einer grüenen ouwen: dar umbe gêt ein schœnez velt. nu rît du zuo den vrowen und zuo der edelen künegîn. du solt ir liebiu mære sagen: wir weln noch hînaht bî ir sîn.’
667
Wolfhart was der mære vrô. er îlte balde dannân dô, als er dô wart gewîset. zehant sach er ein schœne gezelt: dar umbe gienc ein rîchez velt. daz wart von im geprîset. er sprach ‘rîcher herre got, von mir sîstu gerüemet! hie ist volendet dîn gebot, daz velt schône geblüemet. wer hât ein gezelt sô schœne erdâht? die heilegen hânt ez ûf geleit: sô hântz die engel vollebrâht.’
668
Wolfhart reit hin nâher dar. Blbunc wart sîn schiere gewar: er îlte zime gâhen, als er den degen ane gesach. Wolfhart ze dem getwerge sprach, dô er begunde nâhen, ‘sagâ du mir, kleiner man, tuo nâch hoverehte, daz ich mê erkennen kan ritter oder knehte. diu mære wiste ich gern vürwâr: vinde ich hie ein künegîn diu ist geheizen Virginâl?’
669
Des antwurte im der kleine man, alsô er sich wol versan, ‘ich tuon nâch hoverehte. hie sint noch ritter und ir kint, die gerne hie ze hove sint und dienent den vrouwen slehte. sagent an, wie heizent ir? getar ichz an iuch wâgen.’ ‘Wolfhart sprechent die liute mir. waz wiltu vürbaz vrâgen? ich bin ze boten her gesant. wîse mich vür die künegîn: dâ kumet meister Hildebrant.’
670
Si erbeizten nider ûf daz lant. er nam den degen in die hant und vuorte in gedrâte vür die rîchen künegîn. sî hiez in willekomen sîn. er sprach ‘vrowe, genâde. hôch gelobte künegîn, ich bin ze iu gesendet. ir süllent hie in vröuden sîn: iwer leit ist erwendet. alsô bin ich her gesant: dâ kumet ein vil schœnez her, daz bringet meister Hiltebrant.’
671
Diu künegîn hiez in den sal sich bereiten überal die megde algemeine. ‘legent an iuwer rîch gewant: dâ kumet der alte Hiltebrant und ouch Uote diu reine. ir sülnts enpfâhen werdeclîch nâch hôher wirde lône. iuwern êren tuont gelîch und setzent ûf iur krône. enpfâhent sî mit vröuden grôz.’ die megede sich bereiten gar und wurfen die hundel ûz dem schôz.
672
Helferîch dort nâher gienc: den degen er dô umbevienc und gruozte in werdeclîche. er sprach ‘du bist mîn sippenbluot. mîner sêle ez iemer sanfte tuot: wâ lebet dîn gelîche? du bist der Wulfinge man (der wârheit ich muoz jehen), und ich dich niht erkennen kan noch selten hân gesehen: daz ist mir hiute und iemer zorn. ir koment mir ze hûse niht: iuwern namen hân ich verlorn.’
673
Die megde wurden schiere bereit. diu künegin hete an geleit ein semît mit golde. Portalaphê was ouch bereit: sî hete des selben an geleit als sî ze rehte solde. ez was ein hôhiu herzogîn, und lebete gar mit êren. Helfrîch sprach ‘ir megetîn, nu suln wir hinnân kêren.’ ein baniere nam er in die hant: ‘sô uns der Berner sihtec wirt, sô kennt uns wol her Hiltebrant.’
674
Alsus heten sî sich an geleit. Bîbunc der was ouch bereit vil snelleclîchen balde. vor ime stuont ein mæzec ros. er îlte balde und sprach alsus ‘daz got der sælden walde, der êrste der dâ kumet her daz ich in mac gesehen: ûf jenen wil ich brechen ein sper (der müest ir alle jehen) durch vrou Uoten die herzogîn.’ Wolfhart sprach ‘swie daz geschiht, sô muoz der tiuvel in dir sîn.’
675
Si zogten über den wîten plân. die stolzen megde wol getân begunden lûter singen. dar under seitenspil dô klanc, dâ mite gemischet wart der sanc: man hôrt die harpfen klingen. alsô rehte meisterlîch wart in ein gemischet: ez was niender ir gelîch. ir herze wart ervrischet. busûnen wurden ouch erschalt. sî zogten vrîlich über den plân: man hôrtes verre durch den walt.
676
Helfrîch sprach, der vürste vrî, ‘ich sihe schœner baniere drî vliegen über die heide. die êrsten kenne ich ûf der stat: Hildebrant der vüert daz rat. die andern kenne ich beide. diu eine hœret Witegen an, diu ander sîn gesellen, ob ich sî rehte erkennen kan. got gebe daz sî wellen lange mit êren bî uns sîn.’ ‘ich solz in bêden bieten wol’ sprach diu reine herzogîn.
677
Si zogten vaste nâhe bî. Witege was gemüetes vrî: er îlte balde springen. daz sper nam er in die hant: Bîbunc sach in alzehant, gên ime kunde er dringen. sîn ros was unmâzen stolz: nâch ime kund er ez bringen. ez îlte balder denne ein bolz. er kund ez mit sporen twingen. ein schœniu jost von im geschach. Blbunc reit in vrœlîch an: sîn sper zuo zwein stucken brach.
678
Des erlachten vrouwen unde man: die herren sân einander an. dô sprach diu künegîn reine zuo ir schœnen megetîn ‘ir süllent wol in zühten sîn. enpfânt wol die wandels eine, vrou Uoten, die reinen herzogîn, sî unde ir megetîn schône. sî süln mit uns in vröuden sîn. ir wirt von mir ze lône daz aller schœnste sîdîn werc, daz nie kein vrouwe mê gewan, und vüerents mit iu in den berc.’
679
Alsô sî die rede heten gelân, man sach sî mit einander gân: mit wîzen armen kleine wurden sî enpfangen wol, alsô man billich geste sol. diu klâre wandels eine enpfienc Uoten die herzogîn nâch hôher êren solde. ir gap diu edele künigîn von silber und von golde daz aller schœnest sîdîn werc, daz ie vrouwe mê gewan, und dar zuo manec klein getwerc.
680
Dar nâch enpfienc sî sâ zehant den getriuwen Hildebrant, die werden ritter alle, Witegen unde Heimen wol und machtes alle vröude vol und vuorte sî mit schalle wider über daz schœne velt durch eine grüene ouwen. sî giengen her in daz gezelt * manec tavel was dar geleit, vil sîden, dâ man sanfte saz. ouch was dâ rîche spîse bereit.
681
Grôz ezzen wurden dâ gegeben: man sach sî alle in vröuden leben. dar zuo die werden schenken, sî heten rîlîch an geleit: sî truogen diu aller besten kleit, diu man kunde erdenken. ouch was dâ rîchez seitenspil vor den taveln schône. diu künegîn wart besehen vil. sî hâte ûf ein krône: diu gap an manegen enden glast. die megde besâhens alle gar und dar zuo manegen werden gast.
682
Ein glocke lûte vor in klanc. man brâhte den aller schœnsten schanc, der iender wart gesehen: den brâhte getragen diu getwerc, ir hundert, vür den holen berc; des sî muosten jehen bêde vrouwen unde man, grôze und ouch die kleinen, swer sî rehte erkennen kan die guldîn köpfe reinen. Wolfhart zuo den vrouwen sprach ‘ich wil ez nemen ûf mînen eit: sô schœne gezierde ich nie gesach.’
683
Die tavel wurden hin getrân. man sach die küneginne gân, dar zuo die vrouwen alle. vor in giengen diu getwerc: sî wîsten sî hin in den berc mit maneger hande schalle. sî sâhen manec mandelrîs sich neigen gegen der erden. diu brâchen sî in manege wîs, die tiursten und die werden. muscât unde negelîn brâchen sî die hende vol. des erlacht diu künegîn.
684
Vor dem berge stuont ein man (der hete liehten harnesch an) mit einer stabelstangen: die hete er in die hant genomen. ezn getorste nieman bî in komen. swen er dâ mohte erlangen, wær er gewesen stehelîn, er sluoc in zuo der erden: sô starc kunde er niht gesîn oder ouch sô küene werden. swaz er ergreif, daz was verlorn. die heiden kante er alle wol: sî vorhten dicke sînen zorn.
685
Die megde ersân den langen man: sî vluhen al hin wider dan zuo der küniginne. dô sprach diu vrouwe tugentrîch ‘ich wil iu sagen sicherlîch: mit allen iuwern sinnen * durch dise selben strâzen.’ balde hiez sî diu getwerc die brucke nider lâzen: dô gesaz der lange man. vrœlîch giengens in den berc, alsô ich iu bescheiden kan.
686
Als sî kômen in den berc, vor in spilten diu getwerc ze lobe und ouch ze prîse: daz eine lief, daz ander spranc, daz dirte rief, daz vierde sanc in maneger hande wîse. ouch lac dâ rîches silbers vil bî dem rôten golde. sî triben maneger hande spil. swer ez dâ sehen wolde, rîches gesteines vil dâ lac: daz gap in dem berge lieht, rehte als wære der liehte tac.
687
Diu künegîn zuo vrou Uoten sprach ‘sô liebe geste ich nie gesach in allen mînen zîten. ein lêhen daz wil ich iu geben: ir sülnt mit mir in vröuden leben. joch mac ichz wol erlîden. daz enpfâ du, edele herzogîn: ez sol sîn dîn eigen. ir sülnt mit mir in vröuden sîn. ich magz iu wol erzeigen: ez ist gar ein rîchez lant. Dolos sol dîn eigen wesen: ez verdiente wol her Hildebrant.’
688
Des dankte ir vrou Uot zestunt und dar zuo manec rôter munt und alle die bî ir wâren. die triben maneger hande spil: sî kunden sichs genieten vil und gar adelîch gebâren. ‘sô lône iu got ze tûsent stunt. iur êre vernime ich gerne: ir sint ein heilbernder vunt. kumet der vogt von Berne zuo uns allen in diz lant, er sols iu vür mich danken wol, dar zuo der alte Hildebrant.’
689
Die vrouwen santen ein getwerc nâch den herren vür den berc, daz sî zuo in kæmen und besæn den rîchen hort, der læge an manegem ende dort, und daz sî sîn vil næmen. daz getwerc lief dô von dan und sagete in disiu mære. ûf stuont dô maneger vrumer man in ritterlîcher bære, und giengen alle vür den berc. ûf rihte sich der lange man: von dannen lief dô daz getwerc.
690
Wolfhart sprach zuo hern Hildebrant ‘wir sîn an êren hie geblant: der wârheit muoz ich jehen. diu helle diu ist ûf getân, der tiuvel derst her ûz gelân, und wir in alle sehen, ein alsô grûwelîchen man mit sîner stahelstangen. des ich guoten glouben hân: möht er uns hie erlangen, wir müesten hie vlorn hân daz leben. kennt iuwer kein des tiuvels man, sô heize uns vride vor ime geben.’
691
Des antwurte im her Hildebrant ‘nu gât dir êren vil in hant. wiltu mit ime vehten daz ez die schœnen vrouwen sehen, sô müezen sî dir lobes jehen vor rittern und vor knehten.’ ‘nein ich, veter Hildebrant: ich wil mich es erlâzen. truoc mich der tiuvel in diz lant in sô gedrôulîch strâzen? er habe brucke und den berc: der tiuvel vüere in oben ûz.’ des erlachten vrouwen und getwerc.
692
Dô sprach der alte Hiltebrant ‘Wolfhart, nu bist du geschant an guote und ouch an êren. ze Bern wær du ein îsenbîz: ze vliehen stêt dir hie der vlîz. dîn schande wil sich mêren. ich hân doch selten mê vernomen dîn vliehen oder dîn zagen. nu sîn wir hie ze vrouwen komen: waz wiltu nu verzagen?’ ‘Hiltbrant, lieber neve mîn, ich bestüende in gern, wær er ein man: nu wil er gar der tiuvel sîn.’
693
Dô sprach der starke Blœdelîn ‘wil er nu strîten, daz muoz sîn: er wirt von mir bestanden.’ Wolfhart sprach ‘des henge ich niht. swaz schaden mir dâ von beschiht, ich wilz dem arme enblanden, alsô ich dicke hân getân.’ er gienc hin zuo dem bilde. einen slac den muoste er hân: den enpfienc er mit dem schilde, daz er dô spranc ûf den plân. ‘her Hildebrant, nu strît ouch ir: ich wil daz mîne hân getân.’
694
Des erlachten al die herren gar, dar zuo die vrouwen an der schar. diu künegîn kam gegangen. ‘Wolfhart, wer hât dir getân? ein starken zorn den muose er hân.’ ‘vrowe, der mit der stangen: der ist des sihtegen tiuvels kint und kumet ûz der hellen. er hât ougen als ein rint. wær er bî sînen sellen, dâ er dicke ist mê gewesen! der tiuvel vüere in berc unt tal. ich bin sô kûm vor im genesen.’
695
Diu künegîn sprach ‘ez ist mir leit. ich bringe dich von arebeit.’ sî nam in mit der hende. sî vuorte in in den holen stein, mit ime die herren sunder mein. dâ hete sîn sorge ein ende. sî sâhen manegen rîchen hort von golde und mit steine: der lac an manegen enden dort grôz unde dâ bî kleine. sî giengen vür diu megetîn: mit den sô spilten diu getwerc maneger hande vröuden schîn.
696
An dem dirten tage vruo her Hiltebrant der sprach in zuo ‘ir megde unde ir vrouwen, ir herren, ritter und getwerc, wir sullen zouwen vür den berc, und sullen schiere schouwen den rîchen künec Îmiân mit sînes heres krefte. wir sullen zogen ûf den plân mit unser ritterschefte: daz dunket mich ein wîser rât.’ Wolfhart sprach ‘nu luogent dar, ob jener noch ûf der brucken stât.’
697
Si liezen nider diu antwerc und giengen alle vür den berc mit zühten und mit êren. sî hôrten manegen lûten schal, dazz vaste durchz gebirge erhal. ‘unser vröude wil sich mêren’ sprach der vürste Helferîch. ‘wir süllen wol gedingen: hie kumet uns der künec rîch. wir suln die risen twingen, die dâ ligent inme hol, und sulen langer beiten niht: wir strîten nu mit êren wol.’
698
Des antwurte im her Hildebrant ‘nu legent an iuwer rîch gewant, ir herren al gemeine. wir süllen zouwen über den plân, vor uns die megde wol getân, lûter und dâ bî reine, enpfân den künec hôchgenant gewilleclîch mit êren und vüern in vür des velses want. unser vröude wil sich mêren: er gît uns allen guoten rât.’ die vrouwen warden schiere bereit in liehte niuwe ziklât.
699
Die megde wurden ouch bereit, von golde keten an geleit; dar zuo die vêhen borten wurden ouch vil schiere bereit und ûf ir houbetvahs geleit: die glizzen zallen orten. lûter als ein spiegelglas was daz golt gelicket. ûf erden dô niht schœner was: diu sunne drinne geblicket. daz gap den ougen widerglast. schœner megde wurden nie gesehen: sie ervröuten manegen werden gast.
700
Bîbunc und die sîne man die heten ouch geleget an zobel liehtgebære. sô zogeten mit im ûf den plân getwerge hundert wol getân durch liebe vremder mære. er hiez sî alle stille stân, ‘daz keiner hin vür schrîte! die megde süllen vor hin gân: iur iegelîch des bite.’ des dankete im her Hildebrant, ‘des sullent ir geêret sîn: nu gêt uns vröude vil in hant.’
701
Ein ritter der hiez Sigemunt: dem wârn die strâzen unkunt durch walt und durch die ouwen. von êrste kam er hin gerant. ein baniere vuorte er in der hant: die gunden die herren schouwen. diu was sô schœne zendel rôt: ein kriuze drin gevieret, als im diu wâre schulde gebôt, von hermelîne gezieret. dô sprach der alte Hildebrant ‘got sol walten dirre vart! uns kumet der künec von Ungerlant.’
702
Nâch der baniere kam geriten ein herr nâch ritterlîchen siten: den mügent ir wol erkennen. den enpfiengen al die herren gar, dar zuo die megde an der schar. Dietleip ich in nenne. des dankete er in willeclîch mit triuwe, zuht und êre. ‘nu sagent ir mir algelîch, wâ ist der Bernære, daz ich in niender bî iu sehe?’ Wolfhart zorneclîchen sprach ‘mirst leides vil von im geschehen.’
703
Si sâhen vil der baniere komen. des wart ein dringen dâ vernomen von dem alten grîsen: mit im die Wulfinge alle gar, Helfrîch ouch hin an der schar, daz man sî muoste prîsen. sî enpfien den künec hôchgenant, als er ein engel wære. des dankete er in sâ zehant nâch küneclîcher bære, ‘sagent mir, her Hildebrant, alsô rehte liep als ich iu sî, wâ ist der Berner hôchgenant?’
704
‘Daz ich iu sage, daz ist wâr: êst volleclîch ein halbez jâr, dô riten wir von Berne mit einander in diz lant. dô wart uns starker strît erkant, und tâten daz bêde gerne. ich hôrte ein schœnez megetîn schrîgen an einer buochen: ich tete ir mîne helfe schîn. mîn heil muost ich versuochen: ich lôste der megde al ir bant. dâ von leit ich kumbers vil: ein heiden kam ûf mich gerant.
705
Der brâhte mich in grôze nôt. mir half doch got: ich sluoc in tôt. daz die vrouwen sâhen: die liefen al hin in den berc. mit in vluhen diu getwerc: si getorsten uns nie nâhen. ûf in sluoc ich manegen slac: diu swert begunden klingen. ze jungest er vor mir gelac: daz schuof mîn starkez dringen. er brâhte mich doch vor in nôt. got von himel mir dô half: ich sluoc den starken heiden tôt.’
706
Sus liezen sî die rede sîn. gegangen kômen diu megtîn mit golde wol behangen, dar zuo die vrouwen alle gar, der getwerge vil an einer schar. der künec wart umbevangen von maneger schœner megde kluoc und vrouwen liehtgebære. getwerge vil dô gîgen truoc: mit golde lobebære wârens alle wol beslagen. harpfen unde roten vil sach man vor dem künege tragen.
707
Sus gâbens rede widergelt. sî vuorten den künec inz gezelt rîlîch unde schône. mit in giengen diu megtîn: si begunden alle in vröuden sîn. sî heten ûf ir krône: die stuonden in ze wunsche gar. der künec wart gesetzet: vil spîsen truoc man allen dar. sî wurden dô ergetzet, ob in ze leide ie iht geschach. Dietleip von Stîre sprach ‘sô schœne megde ich nie gesach.’
708
Dô sprach der künec tugentrîch ‘ieder man bereite sich des besten des er kunne. wir sulen vür die vesten zogen des aller besten des wir mugen. dâ suln wir haben wunne. ich wil gwinnen den jungen man her abe von der veste. daz hân ich mich genomen an, ich unde mîne geste. und wær daz lant der risen vol, des wartent ûf die triuwe mîn: wir rîten zuo in vür daz hol.’
709
Do bereit sich allez daz dâ was. man sach sî halten ûf daz gras mit manger banier rîche. her Hildebrant und Helferîch die heten schiere bereitet sich in wâfen wunneclîche, dar zuo die Wulfinge alle gar mit starker heres krefte in eine wunneclîchen schar mit schœner ritterschefte. diu künegîn zühteclîchen sprach ‘bringent ir des Berners niht, sô leide mir nie mêr geschach.
710
Ir herrn, ir sulnt mich baz verstân. ir wellent mich in sorgen lân und mîne megde reine: bringet mir den lieben trôst, der mich von sorge hât erlôst, und in mit triuwen meine. owê, getriuwer Jêsu Christ, wie lâst du mich in sorgen! daz geschiht mir noch in kurzer vrist, den âbent und den morgen. nu sagent mir, her Hiltebrant êrent got von himel dran und bringt in mit iu in diz lant.’
711
Niht langer dô gebiten wart. sî îlten balde ûf die vart die riter in vrechem muote. eines sunnentages vruo kômen sî gegen Mûter zuo. daz ersach diu reine guote vrou Ibelîn daz megetîn und lief ze dem Bernære. sî sprach ‘lieber herre mîn, nu hœrent vremdiu mære, obe sî iu gevallen wol. ich sihe manec baniere rîch: daz gebirge ist allez herren vol.’
712
‘Es wære zît, und möhte ez sîn. nu sage mir, liebez megetîn, kanst du mir kein genennen?’ ‘jâ ich, herre, ûf der stat. ich sihe einen, der vüert daz rat. den mügent ir wol erkennen.’ ‘jâ, daz ist der meister mîn. nu kume ich von sorgen: des wartent ûf die triuwe mîn. swie lange ich lige verborgen, swie daz er ez gevüegen mac, er læt mich hie niht lange ligen: er bringt mich zuo im an den tac.’
713
Der herzoge an die zinne gienc. diu vrouwe in mit der hende enpfienc. ‘owê der leiden mære’ sprach diu junge herzogîn, ‘Nîtgêr, lieber herre mîn, dirre grôzen swære. Mûter, du edele veste guot, nu muoz ich dich verliesen (ich gwinne niemer guoten muot) und herzeleit erkiesen.’ der herre trûreclîchen sprach ‘owê, got, durch dînen tôt! daz ich die risen ie gesach!’
714
Die risen hôrten die klage wol. sî giengen alle vür daz hol gelîche und algemeine. ‘wir müezen zuo zin ûf daz wal. wir jagen ze berge und ze tal daz unser ein aleine. waz wolten wir nu alle dar? er sleht sî wol ze tôde. sô nemen wir des hûses war und hüeten sîn genôte. dâ habent keinen swachen wân: alle die ir sehent hie, die müezen rûmen disen plân.’
715
Dô sprach ein rise, hiez Wolferât, ‘ir wizzent niht daz einer hât der risen sô vil erslagen. er ist mir lange wol erkant. * nu lânt iu vür baz sagen: hât er die zwêne mit im brâht, Witegen unde Heimen, die hânt sich strîtes wol verdâht: unsanfte muoz uns tröumen. der vierde heizet Hildebrant: des wartent ûf die triuwe mîn. er hât der risen vil geschant.’
716
Dô sprach ein rise, hiez Adelrant, ‘nu wil uns êre gân in hant und schande den Wulfingen. wir süllen zuo zin ûf den plân: ein geleite sullens von uns hân, ob sî mit uns gedingen.’ sî giengen mit einander dar, durch ritter und durch knehte. sî nâmens heres guote war: sî gruozten sî mit rehte. sî kômen vür den wîsen man. er gruoztes alle willeclîch: er sach sî wol mit zühten an.
717
‘Sint willekomen, her Hildebrant, und iuwer herren in diz lant vür mînes herren veste. durch waz sô sint ir her bekomen? wolt ir den Berner hân genomen ir und iuwer geste? daz iu selden mac geschehen. nu îlent iuwer strâzen. die wârheit wil ich iu verjehen: ir müezt in uns hie lâzen. ir tôren, affen, kleinen man, îlt von hinnân, ez tuot nôt: ir müezt die lîbe vloren hân.’
718
Der wîse zühteclîchen sprach ‘nu kêrent wider in iwer gemach. wir wellen mit iu strîten morne dô diu sunne ûf gât und sich übr alle berge lât: wir weln niht langer bîten.’ des wârn die risen alle gemeit und giengen dô von dannen. daz was hern Hildebrant niht leit noch allen sînen mannen. sî kêrten wider in ir gemach. sî wâren alle schône bereit, end der tac ze liehte brach.
719
Des selben morgens daz geschach, die herren man bereite sach gelîche und algemeine. dô sprach der junge alzehant ‘nu sagent mir, her Hildebrant: ich strîte gerne aleine.’ ‘herre, daz sol wol geschehen.’ die risen kômen gegangen (si begunden alle vrœlîch sehen) mit grôzen stahelstangen. Wolfhart tiurvelîchen sach ‘die tiuvel die sint ûz verlân. sô liebe mir nie mêr geschach.’
720
Man sach den künec Îmiân mit êren dô ze kreize gân mit hundert rittern schône. mit im gienc her Hiltebrant, dar zuo die Wulfinge alle sant. ein wol gesteintiu krône zierte ime den sînen helm. sî giengen zuo dem kreize. umb sî stoup vil hôhe der melm. als im dô wart geheizen, ein rise kam ze im gegân. ein stange truoc er an der hant: ‘den lîp muost du verloren hân.’
721
‘Swaz got wil, daz muoz geschehen. her rise, ir müezent anders jehen: ich getar wol mit iu strîten.’ man sach sî zuo einander gân mit starken slegen ûf dem plân. der künec muoste ez lîden daz sich die starken schilte bugen: dar ûz sô vielen stucke. dar under sî sich dicke smugen. über hals und über rucke gap er dem künege einen slac, daz bêde krône und ouch der helm mitten in dem kreize lac.
722
Wolfhart balde dar gespranc. den helm er ime bald ûf geswanc und îlten balde binden. dô liefens aber einander an: dô wart sô ritterlîch getân. er begunde den risen vinden. ûf in dô sluoc er manegen slac: er kund sîn niht erlangen. der künec des lîbes sich verwac: er underlief die stangen. underhalp gurtels er in stach: der rise zeime boume viel. vil este er dô nider brach.
723
Disen ungevüegen val den hôrten sî dâ überal, die in der burge wâren. die risen truogen den von dan. des lachte der künec und sîne man: er sach sî griulich gebâren. dô sprach der Berner unverzaget ‘bescheident mich der mære, herzeliebiu reiniu maget, waz geschreiges ditze wære.’ ‘herre, daz wil ich iu sagen: ein rise, heizet Adelrant, den hât der künec tôt geslagen.’
724
Heime sprach ‘her Hildebrant, iuwer triuwe sint gemant und iuwer ritterschefte. gênt mir urlop in den kreiz: ze strîte wart mir nie sô heiz. mit mîner sinne krefte wil ich der risen zwêne bestân mit ellenhaften handen. des wil ich niht abe lân: sô sagent mir in den landen, ich hân der risen zwêne erslagen. daz ich sô lange gebiten hân, daz wil ich hiute und iemer klagen.’
725
Des antwurte ime der wîse man ‘Heime, ich dir wol guotes gan und ritterlîcher êren. du solt mir volgen, dast mîn rât. ein rise dir widersaget hât: an den sô soltu kêren. er ist geheizen Vellenwalt mit einer grôzen stangen. ich wolde, hetestun ervalt, sît er dich nu wil erlangen. ez ist ein gar starker man: wartes ûf die triuwe mîn. sîn unsite ich wol erkennen kan.’
726
Heime der wart schiere bereit, sîn liehter harnesch an geleit. den schilt huop er zen brusten, daz swert er zuo der hende nam. balde in den kreiz er kam. ez mohte ein keiser lusten ze sehen an ir bêder strît. zesamene daz sî liefen, sî sluogn einander wunden wît, die grôzen und die tiefen. diz werte unz ûf den âbent vast. her Hildebrant ze Heimen sprach ‘ir sint ein zagehafter gast.’
727
Heime der wart zornes vol: man sach in strîten alsô wol nâch ritterlîchen êren. ûf den risen daz er sluoc, lützel der rise daz vertruoc. ir zorn begunde mêren. sî triben einander her unt dar mit zorne und ouch mit grimme. sî nâmen der helme guote war, dâ von des swertes stimme. Heime mit ellenthafter hant sluoc den risen balde tôt: er viel dô vür in ûf daz lant.
728
Nu sint der risen zwêne ervalt, Adelrant und Vellenwalt. Witege sprach gar balde ‘welhen sol ich hie bestân? den heizent mir ze kreize gân. daz got der sælden walde! daz ich bin von Berne komen und alsô gerne strîte, sol er gesunt hin von mir komen, daz ich ungerne lîde.’ dô sprach ein rise, hiez Wolferât, ‘her Witeg, nu sî iu widerseit, wær unser ein wîse vol gemât.’
729
Si sprungen bêde in den kreiz. sî rêrten bluot und ouch den sweiz aldurch die stahelringe. der rise gap Witegen einen slac daz er ûf den kniewen lac. ‘ob ich dich gevangen bringe zuo den risen in daz hol, ich vröu mich lieber mære. ich getriuwe iu ze strîten wol: daz ich alhie bewære.’ indes Witege ûf gespranc: ‘her rise, ir scheidet noch von mir, man sol mir des strîtes sagen danc.’
730
Witege zurnt reht als ein ber. er kam vast zuo dem risen her mit slegen ungehiure. der rise in hinder wider treip: in keiner stat er im beleip. ir vröude diu was tiure. sî gâbn einander manegen slac, daz ez die risen sâhen. Witege des lîbes sich verwac: er begunde dem risen nâhen. er gap im ein ungevüegen slac mit Mimmunge, daz er truoc: daz houbt im vor den vüezen lac.
731
Wolfhart zorneclîchen rief ‘ich hân ouch starke wunden tief enpfangen und geslagen. wird ich gesûmet, dast mir leit: nu sî den risen widerseit. sol ich sô gar verzagen? daz ich selden hân getân in sturmen oder in strîten. wie lange sol ich hie gestân? wer wil ez mit mir lîden? dem sî von mir widerseit.’ her Hildebrant mit zühten sprach ‘du kumest sîn noch in arebeit.’
732
Ein rise hiez sich Velsenstôz, sîn stimm reht als ein orgel dôz, sô man sî sêre stimet: dâ von berc unde tal erschal. die helde erschrâken überal. Wolfhart diz vernimet: ‘wannen kumet des tiuvels schrei, dâ von wir sîn erschrecket? der dillestein der ist enzwei, die tôten ûf gewecket. got der gebe uns sînen segen. vliehent alle, helde guot: ich hân michs lîbes gar verwegen.’
733
Der selbe rise kam gegân. ein her sîn möhte erschrocken hân: griulich was er gestellet. alsô in Wolfhart ane sach, ze Hiltebrande daz er sprach ‘wie übel mir dirre gevellet! er ist rehte des tiuvels man, ûz der helle gesendet. her Hiltbrant, welnt ir in bestân, sô ist mîn strît erwendet.’ dô erlachte der alte Hiltebrant ‘Wolfhart, lieber neve mîn, der strît der ist an dich gewant.’
734
Wolfhart bereite sich ze stunt. er tete dem starken risen kunt, ob er ein degen wære. der rise sîn selbes niht vergaz: an strîte wart er niender laz. mit slegen liehtgebære râmet er ûf den selben degen ûf helm und über rucke: des lîbes hâte er sich verwegen. ûz dem schilte grôziu stucke vielen vor im ûf daz lant. Wolfhart dô mit zorne sprach ‘allerêrst sô ist mir strît erkant.’
735
Wolfhart toben sêre began. der zorn im in dem herzen bran: er lief hin an den risen. er gap im ein ungevüegen slac, daz er tôt vor ime gelac gestrecket in der wisen. ‘dâ lige, du ungevüeger man! nu riuwet mich dîn sterke, und ich dir niht gesagen kan. wol ich an den risen merke daz sî dich nœte hân verlorn.’ sî truogen den tôten dô von dan: in waz daz mære unmâzen zorn.
736
Dietleip von Stîre sprach ‘sô lieben tac ich nie gesach. sol ich zem kreize schrîten? ich wil der risen viere bestân, alsô ich dicke hân getân. waz sol ich lange bîten, herre meister Hiltebrant, ob ich ûf êren warte? tuont mir den mînen schiere bekant.’ ‘der lange mit dem barte: der ist geheizen Bœmrîân,’ her Hiltebrant mit zühten sprach. ‘her rise, ir müezent her vür gân.’
737
Der rise wart des strîtes vrô. er îlte balde springen dô mit glîchen vüezen zem kreize. Dietleip lachte unde sprach ‘sô vrôhen risen ich nie gesach. daz ich dir hie geheize (du dunkest mich des tiuvels man geboren von der helle): ob ichz nu gevüegen kan und ich mich ze dir geselle, kume ich zuo dir in den kreiz, ez mac vil lîhte alsô geschehen, du ertrinkest in dîn selbes sweiz.’
738
Dem helde wart ze strîte heiz: er îlte springen in den kreiz ahtzehen schuohe der lenge. ‘got grüeze iuch, rise Bœmrîân! iwer bart ist sô lancgetân, ob ich iuch iender enge.’ mit slegen er an den risen kam und erwischte in bî dem barte. mit bêden henden er in nam und rupfte in alsô harte mit sîner ellenthaften hant, daz êr im von dem kinne reiz drüzzel unde nasebant.
739
Daz houbet er im abe sluoc. mit dem hâre erz balde truoc vür die risen alle: ‘nu sehent, ir ungevüegen man, ob ich mit risen vehten kan und hie mit êren schalle. wil iuwer keiner strîten mê, der bereite sich gar balde. nâch strîte wart mir nie sô wê. ze velde und ouch ze walde hân ich iuch selden mê gesehen: der tiuvel hât iuch her getrân. der wârheit müezt ir selbe jehen.’
740
Dô sprach der starke Blœdelîn ‘ich solte ouch strîten, möhte ez sîn, mit disem risen eine, der ist geheizen Asprîân. der hât der strîte vil getân: den selben ich dâ meine. ich enwolt niht nemen hundert marc daz ich dâ wær ze Berne, deich sol bestân den risen starc, wan ich tuon ez gerne. ez muoz ein strît hie geschehen: biz an den jungestlîchen tac sô müezen sî mir êren jehen.’
741
Der rise bereitet schiere was und huop sich balde ûf daz gras an des kreizes ende. Blœdelîn was ouch bereit, sîn liehter harnesch an geleit: daz swert het er en hende und lief hin zuo dem risen dar, zesamen daz sî sluogen. sî nâmen beide einander war. mit listen und mit vuogen sô streit der starke Blœdelîn, daz werte unz an den âbent vast: diu liehte sunne liez ir schîn.
742
Si striten vaste unz an die naht: daz tâtenz bêde über maht. dô sprach der alte grîse ‘nu sagent mir, her Blœdelîn: ir müezent gar ein zage sîn. des ich iuch gar bewîse. ir sint niht der neve mîn: gênt ûf iuwer lêhen.’ dô sprach der starke Blœdelîn ‘der tiuvel wil iuch vlêhen. habent iur helfe und iuwern rât. des ir mich gewîset hânt, wie seltenz mir ze staten stât!’
743
Nu sluogens vaste und aber dar. Blœdelîn nams baz dô war mit witzen und mit sinnen. * daz er tôt vor ime gelac. ‘sus kan ich risen minnen’ sprach der starke Blœdelîn ‘und ouch mit êren vehten. daz habent ûf die triuwe mîn: vor rittern und vor knehten hân ich daz mîne wol getân. swer den risen tôt welle sehen, der loufe balde ûf den plân.’
744
Dô sprach der starke Gêrwart ‘manheit hân ich niht gespart: ich wolde ez gerne rœzen mit eime risen, swer der sî. den heiz man gân her nâhe bî, diu starken swert erblœzen.’ dô sprach ein rise, hiez Senderlîn, ‘ich wil mich mit dir houwen: des warte ûf die triuwe mîn. swer daz welle schouwen, der zoge mit uns ûf den plân. swelher hiute vellet hie, der hât ze jâre dez sîne getân.’
745
Si wurden bêde wol bereit in ritterlîchiu wâfenkleit. zesamene daz sî sprungen, dô sprach der rise Senderlîn ‘ir müezt vor mir des tôdes sîn. mir ist sô wol erlungen: in manegen strîten daz geschach, und ich ouch hie bewære.’ Gêrwart dô mit zühten sprach ‘wen seistu disiu mære? dagestu im Ecken nôt? der hât gevohten manegen strît, und lac er doch ze jungest tôt.’
746
Si vâhten sâ die zwêne degen und heten sich vil gar erwegen des lîbes und des hordes. er gap dem risen einen slac, daz er zehant vor ime gelac. ‘nu vröuwe ich mich des mordes’ sprach der künec Îmiân ‘und dar zuo lieber mære. du hâst daz dîne wol getân: der risen herzeswære wil an in hie vollegân. daz ich her vür komen bin, des wil ich iemer vröude hân.’
747
Zehant dô sprach her Gêrnôt ‘nu ligent der risen ehtwe tôt. des vröuwe ich mich ze grunde. den niunden den wil ich bestân, willeclîch ze kreize gân.’ al zuo der selben stunde bereite sich dô Wolfrât, ein rise unmâzen küene, der manegen strît ervohten hât. hin zuo dem plane grüene zogeter mit der stangen sîn. Gêrnôt der was ouch bereit, und vröute sich daz herze sîn.
748
Si vâhten einen micheln kampf: umb sî wuohs ein michel dampf hôhe gegen der lufte. Gêrnôte gap er einen slac, daz er vil nâch der nider lac, mit sîner stangen crüfte iedeweder erholte sich mit schilte und ouch mit helme. er sluoc den risen sicherlîch, daz er viel zuo dem melme: er lac vor ime als ein ron. ‘nu lige, du ungevüeger man: joch bin ich strîtes wol gewon.’
749
Dô stuont ein helt vil nâhe bî: der was vil maneger sorgen vrî. Reinolt was er genennet. er sprach ‘getriuwer Hiltebrant, tuo mir dîne helfe erkant. mîn herze zorn enbrennet: sint die risen alle erslagen, und sol ich niht vehten? daz kan ich niemer volleklagen vor rittern und vor knehten: neinâ, getriuwer Hiltebrant. dâ êre got von himel an und tuo mir einen strît bekant.’
750
Des antwurte ime her Hiltebrant ‘mir sint der lande vil erkant mit zühten und mit êren. ich hân ouch strîte vil getân bî der Dietschach ûf dem plân: wîsheit muoste ich lêren. ich wil dir einen kempfen geben: der gât mit dir ze kreize. du muost mit ime in schanden leben: diz ich dir hie geheize. ez ist ein ûzerwelter degen: hüete dich, er tuot dir nôt: er hât sichs lîbes gar erwegen.’
751
Ein rise der hiez Ulsenbrant: der bereit sich alzehant mit grimmeclîchem muote. Reinolt der was ouch bereit, sîn liehter harnesch an geleit: daz kom im dâ ze guote. dô striten die zwêne degen guot mit swerte und ouch mit stangen: sî heten bêde lewen muot. swâ sî sich mohtn erlangen, sî gâbn ein ander manegen slac. daz werte unz ûf den andern tac: ze jungest der rise nider lac.
752
Dô sprach der Berner hôchgenant ‘ich hân ouch manegen strît erkant. den hân ich gerne gesehen und strîte ouch gerne, möhte ez sîn. hôchgelobtez megetîn, woldest du ime jehen deme vürsten Nîtgêr, daz ich strîte gerne? er tuoz durch aller vrouwen êr und êre ouch den von Berne und gebe mir den grôzen man, der mich brâht in diz ungemach: den lîp muoz er verloren hân.’
753
Von dannen gienc daz megetîn. sî sprach ‘lieber bruoder mîn, nu hœre vremdiu mære und gewer mich einer bete (dekeine ich zuo dir mê getete) durch aller vrouwen êre. der Berner wil Wîcram bestân, den ungevüegen risen. des soltu niht abe lân: gip im urlop in die wisen. besich sîn strît und ouch sîn tât. ich nime ez ûf die triuwe mîn: der rise uns allen hât geschât.’
754
Dô sprach der herzoge hôchgeborn ‘ich hete die risen ûz erkorn ze schirmen in mîm lande. nu hânt sî mir gemachet leit: dâ von sô lîde ich arebeit und ouch vil grôze schande. heiz den helt bereiten sich in liehte ringe veste. er sol daz wizzen sicherlîch, und het ich nu tûsent geste * alsô rehte liep als ich iu sî, gebent im wider sîn eigen swert.’
755
Der helt wart sâ vil schiere bereit, ein wâfenroc dar ûf geleit. der was von balmâtsîden, dar in zwên arn von golde rôt, als ime diu wâre schulde gebôt. ‘mügent irz, herre, erlîden?’ sprach ze ime daz megetîn. ‘ir sint gewâfent veste.’ ‘juncvrou, lânt die rede sîn. het ir vünf hundert geste und heten die mînen tôt gesworn, ich wil ez nemen ûf mînen eit, sî müestenz leben hân verlorn.
756
Got segen dich, schœnez megetîn. wiltu mit mir von hinnân sîn? ich vüere dich gên Berne. wilt in ein klôstr, ich gibe dir guot. wilt ein gemahel, hâstus muot, des hilfe ich dir gerne.’ sî sprach ‘lieber herre mîn, ich weiz wol waz mir wirret. kumber ist mir worden schîn: gên dem bruodr ich bin verirret. nu wirt mir niemer vröude kunt. went ir mir helfen, des tuot nôt, und vüerent mich gên Jeraspunt.’
757
Ûf sîn ros daz er gesaz, nie keime helde gezam ez baz. er reit hin gegen der porten. ‘got segen allez daz hie sî: schiere wonet mir vröude bî.’ des dankete sime mit worten. als in her Hildebrant ersach, er rief mit vrôhem schalle. wider die herren er dô sprach ‘wol ûf, ir herren alle: helfent enpfân den jungen man. mîn herze daz wart nie sô vrô: sîn wâfn ich wol erkennen kan.’
758
Als er den vürsten ane sach, er îlte zuo im unde sprach ‘wilkomen, herr von Berne! ich lêrte iuch keiserlîche zuht und dâ bî ritterlîch genuht. ich sach iuch nie sô gerne. sagent an, lieber herre mîn, wie stêtz iu an dem muote?’ ‘her Hildebrant, die rede lânt sîn: ez kumet iu lîht ze guote. ir hânt mich in den tôt gegeben.’ ‘dâ bin ich, herre, unschuldec an: sô müeze ich niemer tac geleben.’
759
‘Nu sagent mir, her Hildebrant: ist iu der grôze rise erkant, der mich ze laster brâhte? er vienc mich sunder mînen danc und macht mich stæter vröuden kranc. er leit ûf mich erdâhte.’ ‘jâ ich, ich erkenne in wol: Wîcram ist er genennet. * * ‘der tete mir leit und ungemach.’ ‘ich sage iu’ sprach her Hiltebrant, ‘sô grôzen risen ich nie gesach.’
760
‘Heizent in mir komen her, daz er mich strîtes hie gewer, daz ez die vrouwen sehen, ritter, knehte und diu kint und alle die ûf der burge sint, daz sî mir müezen jehen, ich habe den grôzen risen erslagen, der mich in schande brâhte. sî sülln in alle wol verklagen, sît er daz leit erdâhte.’ ‘gerne’ sprach her Hiltebrant, ‘ich bringe iu den risen her, sô wirt uns bêden strît erkant.’
761
Als er den risen ane sach, mit ernesthaftem muote er sprach ‘du hâst mich gar verderbet, du bœser schalc, ungæber vrâz. du hâst mir mîne spîse gâz und woltst mich hân gesterbet. lîp unde guot woldest du hân, durch nieman woldestz lâzen. ûf mich trüege du bœsen wân und roubtest mich ûf der strâzen: die vride ein keisr, ein biderber man! du bist ein grôzer bœsewiht: wol ich dir daz gesagen kan.’
762
Er zuhte ein swert unmâzen guot (ûf den risen stuont sîn muot) mit kreften und mit sinnen. er gap im ein ungevüegen slac: ûf den kniewen er gelac. ‘sus kan ich risen minnen’ sprach der Berner hôchgenant ‘und ouch vor vrouwen vehten.’ ‘vrou Ibelîn lacht al ze hant ‘nu helfe got dem rehten! du maht wol ein kempfe sîn.’ ‘ich gan im aller êren wol’ sprach von der burc diu herzogîn.
763
Der rise des slages erholte sich. er lief ûf hern Dieterich mit starken slegen herte. des bêde schilte und ouch die helm vieln von in bêden in den melm. al ûf der selben verte vluhen lewen unde swîn gegen den hôhen bergen, swaz in dem walde mohte sîn von tieren und getwergen. daz geschuof ir ungehiurer schal, dâ von diu tier erschrâken gar und in der burge wider hal.
764
Her Dietrîch zurnen dô began. er tete alsam ein tôbic man, und lief hin an den risen. er gap im ein ungevüegen slac, daz er vor ime tôt gelac gestrecket in der wisen. ‘dâ lige, du ungevüeger man: ich hân dîn dicke engolten. wol ich dir des tôdes gan: sô hâstu mich gescholten. swer mit bôsheit umbegât, wil ers ze riuwen komen niht, sîner sêlen wirdet niemer rât.’
765
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ich bin bereitet sâ zehant und wil ze lest hie vehten. dez alter hât mich vaste behaft. daz sprichet ‘mîde ritterschaft’. nu helfe got dem rehten, als er dicke hât getân: sô getrûwe ich wol gesigen. her rise, nu zoget ûf den plân: ir müezent underligen. mit mîner ellenthaften hant, wil mir got gelücke geben, ich slahe iuch nider ûf daz lant.’
766
Si liefen bêde einander an. ez wart sô wol von in getân mit ellenhaften handen. der rise gap im einen streich, daz er ûz dem helme entweich. ‘ir müeztz dem arme enblanden’ sprach der Berner hôchgemuot ‘ir welnt uns alle schenden: war zuo ist iuwer klaffen guot? welnt ir den strît volenden, tuont rehte als ein biderber man, und êrent ritterlîche tât und louft den risen baltlîch an.’
767
Her Hildebrant mit zühten sprach ‘sô starken risen ich nie gesach, ich hete in wol erslagen.’ er gap im ein ungevüegen slac: daz houbt vor sînen vüezen lac. ‘ich wil noch niht verzagen. nu sint die risen alle tôt: ich vröu mich lieber mære. wir sîn komen ûz grôzer nôt.’ sî vuorten den Bernære rîlîch in des küneges zelt, wol daz er enpfangen wart: sî buten im hôher êren gelt.
768
Die enpfiengen in, nu wizzent daz, daz nie mêr kein vürste baz von rittern wart enpfangen und ouch von herren manecvalt: die wâren alle dienstes balt, swâ sî mohten in erlangen; dar zuo die vrouwen alle gar. sî zuo einander drungen. sî wurden schiere sîn gewar: ze dienste sime sungen. allez daz dâ ze hove was dienten dem edelen vürsten guot, durch daz er wære gemuot diu baz.
769
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ir herrn, bereitent iuch ze hant, und ouch, ir edelen vrouwen, legt an iur keiserlîchen wât: der Berner daz verdienet hât. lânt iuch in vröuden schouwen. sîn lîp hât der sælden seil wol an sich gestricket, und ouch der wirde ein michel teil, diu ist an ime geblicket. an ime lît der wunschgewalt, daz man in den landen saget von ime der tugende manecvalt.
770
Nu wol ûf, ir herren guot, und sint alle wol gemuot: ir sullent nemen wazzer. die taveln schône sint bereit, brôt unde wîn dar ûf geleit: ungerne wære ich lazzer.’ daz buten riter und knehte dar. dô nam der edele vürste juncvrouwen Ibelîne war. er nam sî vür die tiursten, diu aldâ ze hove was: er sastes zuo dem künege wert. sî wâren alle an trûren laz.
771
Man gap in alles des genuoc, daz man vür künege ie getruoc. die meister des erdâhten: videlen unde seitenspil, tambûren und schalmîen vil, swaz man kunde ertrâhten, des treip man bî dem tische vil, durch kurzewîle den herren. manec wunderlîchez spil sich dô begunde mêren. ze dienste bouc sich manec bein. rôter munt gap manegen smier. vil golds ob reiden löcken schein.
772
Dô man die taveln ûf gehuop, den herren wazzer man dar truoc mit vröuden rîchem schalle. singen unde sprechen guot machte den vürsten wol gemuot und ouch die herren alle. sî tanzten mit den vrouwen vil in vröuden rîchem muote: sî triben wunneclîchez spil mit stæter triuwe huote. her Hildebrant mit zühten sprach ‘hât iuwer sorge ein ende genomen, iur leit und iuwer ungemach?’
773
Des antwurte ime der vürste guot von inneclîches herzen muot. er sprach ‘die rede lânt sîgen. von uns sî der alte haz: wol stêt iuwern zühten daz. der rede sol man geswîgen. herre meister Hiltebrant, lânt uns durch iuwer güete vürbaz rîten in daz lant. mîn herze und mîn gemüete stât hin zuo der künegîn, durch die mîn arbeit ist geschehen, mit der wold ich in vröuden sîn.’
774
Er sprach ‘herre, daz sol sîn. ich vüere iuch zuo der künegîn: die mügent ir gerne schouwen und ouch die megde wol getân. die sehent ir in vröuden stân und ouch die werden vrouwen.’ ‘nu rât uns, meister Hiltebrant, durch iuwer rehten triuwe, wie wir komen in daz lant: sô wirt uns vröude niuwe.’ ‘wir bestellen hie diz lant, sô varen wir wol sicher dar.’ ‘nu tuont uns rûmen hie diz lant.’
775
Dô sprach der vürste Nîtgêr ze sîner schœnen swester hêr ‘juncvrou Ibelîn, du reine, du ganc zem edelen vürsten wert (sîn herze milter tugent gert): dâ bite in sunder eine, daz er dise vesten guot uns lâze unzerstœret durch sînen tugentlîchen muot, und daz dar zuo gehœret. wir wellenz gern ze lêhen hân von ime die wîle daz wir leben, und sol an sînen handen stân.’
776
Dô sprach juncvrou Ibelîn ‘nu lâzen dise rede sîn. ich wil zem herrn Dietrîche den vürsten biten einer bete. dekeine ich mê ze ime getete. er ist sô tugentrîche, daz erz durch vrouwen gerne tuot, und ouch der alte grîse: er hât eines lewen muot und ist ouch alsô wîse, daz er im wol gerâten kan daz sînen êren wol an stât. des muoz er sîn ein biderber man.’
777
Niht langer dô gebiten wart: vrou Ibelîn huop sich ûf die vart hin vür die guoten veste und ouch diu edele herzogîn: ir lîp der müeze sælec sîn. sî wolten schowen die geste. Beldelîn dô vor hin gienc und kunte ez hern Dietrîche. der vürste ez dô umbevienc: ‘du sage mir willeclîche, waz botschaft bringest du mir her?’ ‘dâ kumet juncvrô Ibelîn und ouch diu herzoginne mêr.’
778
Dô sprach der Berner alzehant zuo dem alten Hiltebrant ‘uns koment die edelen vrouwen. dâ kumet diu edele herzogîn unde ouch juncvrou Ibelîn. die mügent ir gerne schouwen: sî ist ein wunnebernder schîn, mit triuwen gar begozzen. ir lîp der müeze sælec sîn. ich hân ir dicke genozzen, dô ich in beslozzen was: sî gap mir ir wîsen rât, daz ich vor den risen genas.’
779
‘Herre’, sprach her Hiltebrant, ‘ir enpfânt die juncvroun alzehant, vroun Ibelîn die reine. so enpfâ der künec Îmiân die herzoginne wol getân: ich sî mit triuwen meine.’ die ritter giengen alle dar in wunneclîcher wæte: sî wurden ir vil schiere gewar. ir iegelîcher hæte ein krône ûf von golde rôt: die gâben gegen der sunnen glast, als in diu wâre schulde gebôt.
780
Der künec lachte unde sprach, dô er die vrouwen komen sach sô rehte wunneclîche.’ die juncvrouwen giengen alle vor, die ritter mit in ûf dem spor: sî wâren adels rîche. der seiten dôn, der megde sanc daz was in ein gemischet. nieman was von trûren kranc: ir herze wart ervrischet, daz man alles des vergaz daz in dâ vor was geschehen, und wurden gar an trûren laz.
781
Dô sprach der edel vürste wert, des herze milter tugende gert, zuo der adels rîchen ‘du bite mich swes dich behaget. daz sol dir sîn unversaget und ouch der wunneclîchen vrou Simelîn der herzogîn, der klâren wandels eine.’ ‘ich bite iuch durch den willen mîn und durch die maget reine, daz ir diz lant uns wellent lân enpfân von iu ze lêhen: daz sol an iuwern gnâden stân.’
782
Dô sprach der vürste tugentlîch zer herzoginne minnenclîch und zuo vrou Ibelîne ‘daz lant wil ich iu lîhen gar: daz sülnt ir wizzen sunderbâr. von der hende mîne süllent irz ze lêhen hân, daz lant und ouch die arme ez sol an iuwern handen stân und ouch in iuwerm schirme.’ diu herzogîn dô urlop nam: sî dem edelen vürsten neic, als ir êren wol an zam.
783
Dô sprach der alte Hildebrant ‘heizent komen her zehant den vürsten Nîtgêren. mîn herre derst sô tugenthaft: er êret alle ritterschaft und lât in sîn in êren, als er biz her ist gewesen, in vrîem, vrôhem muote. er lât in wol bî uns genesen.’ dô sprach diu sælege Uote ‘herre, des wil ich iuch biten: begnâdent den vürsten hôchgemuot, nâch iuwern ritterlîchen siten.’
784
Wolfhart der kam dar zuo: ‘berâtent iuch biz morne vruo in tugentlîcher wîse und gedenkent ouch dar an, daz iuch der tugenthafter man nerte mit sîner spîse vor dem argen bœsewiht, der iuch hungers wolte sterben und iu az iuwer geschiht und der iuch wolte verderben, daz er dem hiez widersagen, er müeste rûmen ditze lant, derhôrte ers iemer mê geklagen.’
785
Dô sprach der künec Îmiân ‘ez dunket mich gar wol getân, daz man nu gedenke des dienstes daz iu ist geschehen, als ich nu gehœre jehen. dâ von niht enwenke von dem vürsten Nîtgêr, der minnenclîchen vrouwen und von sîner swester hêr. die mügent ir gerne schouwen: sî ist ein wunneberndiu vruht. got der hât an sî geleit der welte prîs, der vrouwen zuht.’
786
Wolfhart zorneclîchen sprach, dô er den vürsten ane sach, ‘wes hânt ir iuch berâten gegen dem edelen vürsten wert, des herze milter tugent gert? ir süllent in begnâden durch willen der herzogîn, vrou Simelîn der reinen: iemer müezes sælec sîn. sist alles wandels eine und ouch diu juncvrou Ibelîn. an ir lît aller sælden ruon: ach, solte ich iemer bî ir sîn.’
787
‘Des wære der helt vil wol wert, daz er rinder unde pfert zesamen kunde trîben: er nimet sich vrouwen dienstes an, der im noch nie wol gezam, und wolte er ime beklîben’, sprach der degen tugentlîch dâ von Ungerlande. ‘ir sülnt daz wizzen sicherlîch, daz mîne sinne erkanden nie ritter mit sô tobendem muot: er ist al zît zornes vol und wüetennde als ein lewe tuot.’
788
Des antwurte ime her Hiltebrant ‘nu gât im êren vil in hant bî den schœnen vrouwen und bî den schœnen megetîn: dâ mac wol kurzewîle sîn. daz mac man gerne schouwen.’ Wolfhart sprach ‘der neve mîn der kan niht wan gîlen. hânt ez ûf die triuwe mîn: ez möht wol underwîlen gedîhen under uns alsô, wir wolden von einander sîn. des wir bêde wæren vrô.’
789
Hildebrant sprach ‘neve mîn, du lâ nu dîn dröuwen sîn: ich vind den der mich richet, einer der nie wort gesprach, unde den ich nie gesach, noch zuo dir niht ensprichet. Wolfhart, lieber neve mîn, dâ du hin wær ze walde, dâ slüege du die wurme hin und ouch die risen balde? ich wil dir die wârheit jehen: du hâst der wurme noch der risen dâ deheinen niht gesehen.’
790
Wolfhart zorneclîchen sprach ‘sô spæhen man ich nie gesach, als ir wellent wesen. hânt iu ûf diu lêhen mîn.’ vrou Uote sprach diu herzogîn ‘durch got, lânt uns genesen, und die liebe muoter sîn. gedenkt an die ê tate. wir varen zuo der künegîn mit ganzen vröuden stæte.’ dô sprach der wîse Hildebrant ‘Wolfhart, lieber neve mîn, ich rûme hiute dir diz lant.’
791
Dô sprach der edel Berner guot ‘Wolfhart, wie stêt dir dîn muot? du lâ den helt belîben iemer durch den willen mîn und durch die edelen herzogîn: du ensolt in niht entrîben.’ dô sprach der künec Îmiân ‘dar ûf solt du verzîhen, swaz er dir nu hât getân: ez mac alsô gedîhen, solten wir von hinnân varn, wir gæben drumbe tûsent marc, daz uns der wîse solde bewarn.’
792
Dô wart dâ langer niht gespart: willeclîch hin ûf die vart bereiten sî sich alle. ritter unde knehte guot sî wâren alle hôchgemuot und bereiten sich mit schalle. ‘herre meister Hiltebrant, nu rât uns willeclîche, wie wir komen in diz lant.’ ‘nu bereit iuch sicherlîche: wir wellen varen eine vart, daz baz kein keiser nie gevuor.’ ez enwart ouch langer niht gespart.
793
Sich bereite swaz dâ was. diu herzogîn dô an sich las zwelf juncvroun adels rîche: anderhalp der vrouwen schar stuonden die riter anander dar. sî sungen wunneclîche, vrouwen unde megde guot in vröuden rîchem schalle. die ritter wurden wol gemuot und ouch die juncvroun alle. ze varen was in allen gâch. dô sprach der vürste Nîtgêr: ‘ich vare iu ouch hinden nâch.’
794
Dô sprach diu juncvrou Ibelîn zuo der vrouwen Simelîn, ir bruoder hûsvrouwen ‘mîn bruodr bestellen sol diz lant.’ dô sprach der edele wîgant ‘man sol uns gerne schouwen’, sprach der vürste Nîtgêr und ouch sîn schœniu vrouwe. ‘man sol uns sehen sunder wer ûf der grüenen ouwe mit ritern und mit knehten guot. süln wir komen ûf den plân, man sol uns sehen wol gemuot.’
795
Dô sprach der Berner alzehant ‘ir helde, ir sint alle gemant. wir wellen hin ûf brechen über den tac morne vruo: sô sülnt ir alle komen zuo und vor den vrouwen stechen. swelher dô der beste sî, den sol man gerne schouwen, und wesen ungemüetes vrî. er sol haben ein vrouwen mit ir kurzewîle hân, ein küssen nâhe und nâher bî: des solt ir haben lieben wân.’
796
Dô sprach meister Hildebrant ‘ir herren, ir sint alle gemant und ouch, ir edelen vrouwen. kleidet iuch in scharlâtwât mit reiner sîden wol durchnât: die mac man gerne schouwen. wir varen hin gên Jeraspunt zuo der küneginne: sô sehent ir manegen rôten munt und ouch der vrouwen minne, unde manec schœne gezelt siht man hin ûf den anger wît: diu sint geslagen ûf daz velt.’
797
Dô sprach der künec Îmiân ‘ich wil zogen ûf den plân mit mîner ritterschefte zuo der edelen künegîn. dâ mac wol kurzewîle sîn von rîchen heres krefte. unde von getwergen vil siht man ze hove dienen. man lebet dâ nâch wunsches zil. der dâ wær ze Wiene, er sæhe niht des wunsches teil der an der juncvrouwen lît und an der küneginne geil.’
798
Dô sprach der vürste Helferîch ‘man sol in dem lande mich sehen mit ritterschefte bî den vrouwen wol getân. dâ suln wir kurzewîle hân und brechen dâ die schefte vor der edeln künegîn und vor ir juncvrouwen.’ dô sprach vrou Uot diu herzogîn ‘man mac sî gerne schouwen. sî ist ein wunneberndiu vruht in dem lande dâ sî ist: an ir lît aller sælden gnuht.’
799
Dô sprach Baldunc ‘herre mîn, daz ir sælec müezent sîn. ich wil ouch mit iu rîten die rîchen küneginne sehen, durch die uns arbeit ist geschehen.’ ‘wir weln niht langer bîten’ sprach Dietleip von Stîrelant ze Witegen und ze Heimen. Wolfhart sprach dô al zehant ‘ir mac wol sanfte tröumen.’ sprâchen die vrouwen wol getân ‘vür eines keisers werdekeit wolde ich die vröude hân.’
800
Die wagen wurden schiere bereit, mit reinen sîden wol bekleit: mit beldekîn bedecket wurden sî dô überal. sî triben hovelîchen schal und wurden gar erwecket von busûnen wunneclîch: die wurden balde erschellet, und die seitenspil gelîch wurden dar zuo gestellet. ze varen was in allen gâch. die rihten vürsten banier vor: die ritter vuoren alle nâch.
801
Indes dô daz her ûfe brach, der Berner gegen im komen sach einen ritter kleine: der was sich Bîbunc genant. er was dem herren wol bekant und der vrouwen reine, Portalaphê der herzogîn: sî in wol erkante. Volentrins ir tohterlîn in ouch dô bekante. sî hiezenn willekomen sîn: er gnâdete in dô alzehant, der herzogîn unde ir tohterlîn.
802
Indes dô kam her Helferîch, her Hildebrant, her Dieterîch und manec ritter küene und ouch der künec Îmiân (der was sô rehte wol getân) ûf den anger grüene. si enpfiengen in, nu wizzent daz, mit rîcher handelunge daz nie dekein bote baz von herren wart enpfangen. vil maneges gruozes er verjach, dâ von im sorgen vil verswant und man in vröuden rîchem sach.
803
‘Wilkomen, Bîbunc, du werder man’ sprach der vürste lobesan, her Dieterîch von Berne. ‘kumest du von der künegîn?’ ‘nement hin daz brievelîn: sî sæhe iuch, herre, gerne und ouch den alten Hiltebrant, mit iuwer ritterschefte. sî tuont iuch biten allesant mit ir sinne krefte daz ir kument vür den berc durch willn der edelen künegîn und sehent spilen diu getwerc.’
804
Dô sprach der vürste hôchgenant ‘ich hân leides vil erkant durch die edelen vrouwen. ich vare gerne nu dâ hin zuo dem schœnen megetîn. ich hân michel drouwen durch sî geliten und grôze nôt von einem bœsewihte: er wolde mich haben tôt. er nam mir mîn geschihte: swaz ich von hove solde hân, daz az er mir allez gar. daz galt ich ime ûf dem plân.
805
Er was geheizen Wîcram. mit valschen reden er ûf mich kam und gruozte mich mit worten. ich dankete ime sunder wân: daz mînem êren wol gezam. er besach mich zallen orten. ich vrâgete in, nu wizzent daz, nâch der küneginne. er understuont mich dô mit haz mit sînen valschen sinnen. er sprach ‘diu burc ist Mûter genant. erst lützel wîser danne du, der dich nâch künegîn hât gesant.
806
Der herre ist Nîtgêr genant, ein edel herzoge wol erkant, und ouch sîn schœniu vrouwe. ich dich ir alhie gewer: al nâch dînes herzen ger maht du sî gerne schouwen.’ dô sprach von Berne er Dieterîch ‘ich wil wider kêren suochen die küneginne rîch. sî sol mir vröude mêren: ist daz ich sî vinden kan, wâ lebet an vröude mîn genôz, ez sîn vrouwen oder man?’
807
Der rise mich dô nider sluoc mit valschem muote den er truoc. den kunde er wol gemêren. und ouch sîn sune Grandengrûs kom vür des gewelbes hûs. er wolde mich versêren. mit der stangen die er truoc wold er mich hân erslagen. einen stein gevienc ich kluoc: ich warf in vür den kragen. eine stimme liez er ûz: als der tiuvel wære ûz gelân, sî liefen alle vür daz hûs.
808
Der herzoge vrâgete al zehant (sîn swert daz hienc an der want) waz brâhtes ditze wære. daz wart gekundet und geseit ‘die risen die sint alle bereit. man saget grôziu mære: Grandengrûs der lîge tôt mit einem steine erworfen. komt, helfent ime ûzer nôt, welt ir ir bedurfen. sî sprechent, ez habe der getân der dâ in den ringen lît: den lîp muoz er verloren hân.’
809
Dô sprach juncvrou Ibelîn ‘herre und lieber bruoder mîn, ez sol iuch billich müegen, daz er den gevangen man wolte alsô erslagen hân. si enkünnen niht dan lüegen. ez sol im billich übel gân der sich des underwindet, daz er mit valscher lâge kan und man in dar an vindet. daz hânt die risen hie getân: ûf in truogens valschen muot: sî wolden in erslagen hân.’
810
Dô sprach der herre Nîtgêr zuo der juncvrouwen hêr ‘wie stêt ez dem gevangen?’ ‘herre, er hât sorge grôz: erst des gewæfens alze blôz. des muoz in sêre belangen und nâch meister Hildebrant: der hât sîn ie gepflegen. sîn rât der ist an in gewant. ern hât sichs niht erwegen noch der starken helfe sîn und der ritterschefte guot.’ alsô sprach juncvrou Ibelîn.’
811
Dô sprach der alte Hildebrant ‘mîme herren dem was unerkant, wie sî alle genennet wâren. einer gerûmet hât diz lant (Hülle sô was er genant): der spranc dort her zewâren. sî hiezen in wilkomen sîn: er dankete in vil sêre. er sprach ‘wâ ist der neve mîn? der macht uns vröude mâre.’ des antwurt Wîcram ime verjach ‘einer in der helten lît, er tuot uns leit und ungemach.’
812
Dô klagten sî im alle gelîch Hüllen von hern Dieterîch, dem vogte dâ von Berne. sî riefen alle widerstrît ‘der uns ræche in kurzer zît, dem wold wir dienen gerne die wîle daz wir lebeten, als wir ze rehte solden, und in êren swebeten. vil gerne daz wir wolden iemer nu sîn diener wesen, daz er uns von disem gewalt vrîgete hie und unser leben.’
813
Dô sprach Hülle ‘ir herren guot, nu sint alle wol gemuot und lânt iuch niht belangen: noch ê dan hiute übr ahte tage, ich mache ûf der burc die klage daz sî ir rôten wangen und ouch ir wîzen hendelîn zesamene müezen winden. ir wengel unde ir mundelîn (daz sulnt ir wol bevinden) ich mache in von bluote rôt. got kan niht sîn helfer sîn: ich slahe in in den ringen tôt.’
814
Die risen wâren vröuden rîch, durch daz her Hülle vreiselîch den vürsten wolte erstechen. er steic hin an des velses want: er kom hin ûf dô alzehant. Grandengrûs den wolde er rechen. er sach den Berner hôchgemuot in einer grüenen selde. juncvrou Ibelîn diu guot sach in vor dem gewelbe. sî sprach ‘lieber herre mîn, sehent ir niht? des tiuvels man ist komen ûz der hellen pîn.’
815
Er Dietrîch sprach ‘ein rise grôz der wil rechen sînen gnôz mit der stahelstangen. nu bin ich der ringe vrî: juncvrou, als liep als ich iu sî, und möhte ich nu erlangen diu wâfen und den schilt vor mîn, sô vüere ich als ein herre. des wartent ûf die triuwe mîn: mîn vröude wurde merre, wan ichz ie tete bî mînen tagen. hæt ich diu wâfen hie an mir, sô wolte ich trûren widersagen.’
816
Juncvrou Iblîn gienc alzehant aldar dâ sî ir bruoder vant, den herzogen Nîtgêren. sî sprach ‘lieber bruoder mîn, daz du sælec müezest sîn! unser leit daz wil sich mêren. Hülle ist komen in diz hûs und wil die risen rechen. nu gênt dem helde wâfn her ûz: lânt in die schefte brechen, alsô er dicke hât getân.’ ‘ist Hülle komen in diz lant, so getar in nieman bestân.’
817
Er hiez diu wâfen tragen dar. sî nam ir genôte war, ob sî daz allez hæte. den harnesch sancte sim dernider. sî kam balde zime wider mit ganzen vröuden stæte. sî sprach ‘lieber herre mîn, nu wâfent iuch gar schône. daz ir sælec müezent sîn! iu wirt von mir ze lône ein lieplîch sehen zaller stunt und dâ bî der sælden seil mitten durch mîns herzen grunt.’
818
Der vürste wâfent sich zehant. daz swert nam er in die hant und zuhtez vür die scheide. den schilt er an den arm genam. dô sprach diu juncvrou wunnesam ‘nu sint ir komen von leide.’ er sprach ‘wir süllen ûf den plân zuo einander kêren. dâ vind wir blüemel wol getân: dâ sol iur schade sich mêren und iuwer grôzez ungemach. ir wellent rechen iuwern neven? sô grôze schade iu nie geschach.’
819
Der herre sprach ze Ibelîn ‘alsô liep ich dir müge sîn, entsliuz mir dise ringe.’ sî sprach ‘entriuwen daz sol sîn, herzelieber herre mîn. ich hân noch den gedingen, unser sorge werde rât. ir stênt in hôhem muote: iur schîbe nâch gelucke stât’ sô sprach diu reine guote. er kustes an ir rôten munt. daz swert daz schutte er in der hant ‘nu stuont ich nie sô wol gesunt.’
820
Der vürste sprach ‘ich bin bereit. her rise, nu sî iu widerseit.’ er gienc her mit der stangen. er gap dem vürsten einen slac, daz er ûf den kniewen lac, swâ er in mohte erlangen. juncvrouwe Ibelîn erschrac daz man sî sach erblîchen: sî wânde ez wær sîn jungster tac, daz wizzent sicherlîchen. ‘nu hâte ich mir in ûz erkorn: ouwê, got, durch dînen tôt, sol ich den dienest hân verlorn!’
821
Der helt diu ougen ûf gebrach. die maget er dô ane sach: ir vröude begunde mêren. der vürste wider ûf gespranc: der helm im an der keten erklanc. er îlt hin wider kêren. er nam des risen genôte war, swâ er in mohte erlangen: er sluogen mit dem swerte dar gegen der stabelstangen. er gap dem risen einen slac mit dem swerte daz er truoc, daz er vor ime gestrecket lac.
822
Daz houbet er im abe sluoc: vil balde er ez von dannân truoc hin gegen des velses zinnen. er sprach ‘nu nement hin den bal. wartent sîn dâ überal: sô kan ich risen minnen’ sprach der vürste hôchgemuot ‘und ouch vor vrouwen vehten. diu bœse valscheit, die ir tuot vor rittern und vor knehten, diu hât iuch nu bezogen gar. der tiuvel hât iuch nu beschant: des nement an iu selben war.’
823
Die risen schrûwen baz dann ê: ir innenclîchez herzewê daz muosten sî dâ sehen. ir stimme was als ungestemen: ez kund nieman ein wort vernemen. des müezen alle jehen. von dem ungehiuren schal, den sî aldâ tâten. sî wânden des dô überal, sî wæren alle verrâten; diu helle wære ûf getân unde der gotlîche zorn: diu welt solte ein ende hân.
824
Des erschrac diu herzogîn und ouch juncvrou Ibelîn, dar zuo des hûses herre. sî sprâchen alle ûf dem hûs, der tiuvel wære komen ûz: des wurde ir schade merre. sehs mîlen durch den walt wart man des schreiges innen. do enwart kein herze nie sô balt, ez kæm von sînen sinnen. der tiere muot was gar verzaget: sî liefen zuo einander gar, reht als sî bræhte ein her gejaget.
825
Dô sprach juncvrou Ibelîn ‘herzelieber herre mîn, wie sol iu nu geschehen?’ des erlachte her Dietrîch ‘wær ich noch alsô sorgen rîch, joch müeste ich iu jehen daz ir iuch niht kunnent verstân ûf risen und tiere schrîen. ir sulnt daz wizzen sunder wân, ich hôrte in storîen von risen und von wurmen schrei, dazz mir durch diu ôren dôz: ich wând der himel wære enzwei.”
826
Dô sprach meister Hiltebrant ze dem getwerge alzehant ‘diz hât mîn herre geliten durch die edelen künegîn und durch diu schœnen megetîn. sô hât er gestriten mit heiden, risen, wurmen vil, daz wir sî erlôsten von des tôdes angestzil und von den hellerôsten * daz sî von der sorgen kloben nu von ime gebunden sint.’
827
Dô sprach Bîbunc der kleine man ‘dô ich solde varen dan von der küneginne Virginâl, daz megetîn bat mich durch den willen sîn und ouch durch rehte minne: * der uns von sorgen lôste, daz er sælec müeze sîn! wir sîn in sîme trôste die wîl daz wir daz leben hân: ich wil in sîme dienste sîn und ime mit triuwen bî gestân.’
828
Dô sprach meister Hiltebrant ‘wir haben willen in diz lant zuo der küneginne und zuo den schœnen megetîn bî in eine wîle sîn. mit allem reinen gwinne wil mîn herre komen dar mit rittern und mit vrouwen. man sol sîn gerne nemen war: er wil sich lân dâ schouwen. tuot in ieman herzewê, daz sulen wir gevüegen sô, ez geschiht in niemer mê.’
829
Dô sprach Bîbunc daz getwerc ‘ich sæhe iuch gerne vür den berc mit iuwer ritterschefte, die dâ sint sô rehte guot und lebent alle in hôhem muot mit ir sinne krefte. varent zuo der künegîn: dâ wert ir wol enpfangen von vrouwen und von megetîn, die zuo iu koment gegangen in sô keiserlîcher wât. nement dancberlîchen gruoz: iur hant daz wol ervohten hât.’
830
Dô sprach der edele vürste wert, des herze milter tugende gert zem edelen Bîbunge ‘morne sô man gezzen hât, sô suln wir schrîben unser tât mit wolberâtunge. wir sullen schrîben einen brief mit rîcher rede sinne versigelt wol mit reden tief der edeln küneginne, daz wir bî ir wellen sîn in aht tagen oder ê: daz weln wir lâzen werden schîn.’
831
Des morgens dô man gezzen hât, sô wart geschriben der herren tât und ouch des edeln vürsten. sî ruoften Bîbungen dar: der stuont dâ bî in der schar und tete daz bî dem tiursten. ‘bereit dich hin ze Jeraspunt zuo der küniginne und tuo dâ den vrouwen kunt, ich lâze dich mit gwinne, zwelf marc goldes ich dir gebe. heiz sî in hôhem muote sîn und in ganzer vröude leben.’
832
Bibunc bereite sich zehant: er nam den brief in die hant und tet in in sîne teschen. ein ros wart ime schiere bereit, ein rîcher satel drûf geleit: sî bunden ime sîn vleschen. der herzoge bant im kleine sporn dâ bî der kleinen wîlen: der edele vürste ûz erkorn hiez rîten in drî mîlen dâ hin über den holen berc. dô kæme ez zeines brunnen vluz: dâ spilten vrouwen und getwerc.
833
Bîbunc urlop dô gewan. angest hete der kleine man von maneger hande sorgen: er hôrte ein stimme engestlîch, diu was von wurmen griuwelîch. die enwolten nieman borgen: swaz sî begriffen, daz was vlorn wîten ûf den balde * * von der strâzen ûf der pfat. diu truoc in vaste durch den walt, biz daz er kam an die stat.
834
Diu sorge tete im alsô wê, diu ungehiure michels mê. ‘ich sach sô griulich schiezen in dem walde her und dar. ich nam ir genôte war. sî tâten michel diezen. ich sach den wurm alsô wît ginen mit sîme giele. des ich wând zuo der selben zît, er hete wol drîge kiele verslunden und den Dunresberc. ich barc mich hindr ein gevrenne grôz: dâ heten die risen ir geberc.
835
Dô bat ich got durch sînen tôt, daz er mir hulfe von der nôt und von der wurme schricken.’ er sach risen griuwelîch gestalt: er barc sich hindr ein ronen alt: umb in schuzzen die blicke. er gedâhte in sînem muot ‘ach, herre, durch dîn güete, du hâst mich in dîner huot: nu gip mir daz gemüete daz ich hie werde sorge vrî und daz ich zuo den vrouwen kome, durch dîner heilegen namen drî.’
836
Als er in den nœten reit, er sach ein linde wol gekleit. diu was sô wunneclîche, daz er des zime selben jach daz er kein schœner nie gesach. von loube was sî rîche und von esten manecvalt: die gaben dem wilde schône schate verre durch den walt. in vröuden rîchem dône sungen ritter, megde wol getân, daz er dô sorgen dâ vergaz: sîn trûren wolte ein ende hân.
837
Dô reit er vaste nâher baz: sîn ros daz was niht alsô laz, ezn trüeg in under die linden. dâ vant er einen brunnen klâr: er wând sîn vrouwen dâ vürwâr bî den megden vinden und bî den rittern wol getân. die wârn in hôhem muote. diu sunne erschein wît ûf dem plân vor der sîdîn huote. alrêrst wurden sîn die riter gewar: sî hiezenn al wilkomen sîn. des dankete er in sunderbâr.
838
Si enpfiengen in, nu wizzent daz, daz nie kein man enpfangen baz von vrouwen solde werden. dô sprach diu schœne Goldelîn ‘nu sagent durch den willen mîn.’ er sprach ‘ich erleit ûf erden nie sô grôzez ungemach, alsô von der wurme schricken und ouch von risen die ich dâ sach. von ungehiuren blicken sô muoste grâwen mir daz hâr. ich kan iu halbez niht gesagen, daz ich geliten hân vürwâr.’
839
‘Nu sage an, Bîbunc, werder man: wâ wære du hin durch den tan? daz dir got iemer lône!’ ‘daz sage ich iu wol vür wâr bêde stille und offenbâr: ich was bî dem vürsten schône. dar hâte mich mîn vrouwe gesant zuo dem edelen herren: dâ wart mir manec riter erkant. mîn vröude begunde mêren, dô ich ersach die vürsten guot und ouch die edeln ritter wert, die hânt der wilden lewen muot.’
840
Dô sprach diu edele Goldelîn ‘wie enpfienc dâ dich der herre mîn? diu mære wiste ich gerne.’ ‘ich wart enpfangen rehte wol, alsô man liebe geste sol, von dem vogt von Berne und von dem künege Îmiân: der ist ein vürste werder. sîn lîp der ist sô wol getân. er treit ein mantl von merder, der ist mit golde wol durchslagen, dar under rîchen ziclât: der vürste in mac mit êren tragen.
841
Ich sach ouch manegen ritter guot, des herze stuont in hôhem muot: man sol sî billich prîsen, und ouch den alten Hildebrant. der hât gestriten mit der hant: des wil ich iuch bewîsen. er sluoc der risen einen tôt, die dâ huoten der veste: dâ von sô kam sîn herre ûz nôt. er wolde ouch sîn der beste, der undern risen allen was. er swanc ime daz houbet abe: dâ von sîn herre wol genas.
842
Si sluogen die risen alle tôt. der vürste leit ouch grôze nôt mit Grandengrûs dem risen, und ouch der künec Îmiân der hât ez alsô wol getân der herre ûf der wisen und der von Stîre hôchgemuot, Witege und dar zuo Heime und manec edel ritter guot, der namen ich übergöume: sî sint aller êren überdach, daz man in aller kristenheit kein bezzern ritter nie gesach.’
843
Dô sprach diu juncvrou Goldelîn ‘wie vil mac dâ der herren sîn, die dâ ligent ûf der wisen?’ ‘daz sage ich iu âne wân. dâ lît wol sehzec tûsent man: die mac man vil wol prîsen. under den rittern zwelef sint, die sulnt ir wol gesehen. diu kristenheit war in ein wint. daz mugent ir dar an spehen: sî hânt zwelf risen dâ erslagen, die giengen hôhe wunneclîch. man mac wol iemer von in sagen.’
844
‘Nu sage mir, Bîbunc, werder man, wan rite du von dem herren dan? des soltu mich bescheiden.’ ‘ez ist hiute der dirte tac, daz ich ûf der wise lac und bî den stolzen meiden, daz ich urlop von in nam und zuo dem edeln vürsten. er wîste mich al durch den tan. ich gienc hin zuo den tiursten: mir was von ime niht sô gâch. ich segente si, nu wizzent daz, sî machten mir manec kriuze nâch.
845
Mîn herre der sprach wider mich ‘in aht tagen sihstu mich mit mîner ritterschefte, ob mir got des heiles gan, daz ich die künegîn sehe an mit mîner sinne krefte. ich hân geliten arebeit durch diu megetîne.’ ‘daz ist der küneginne leit, daz ir in der pîne durch diu sô lange sint gewesen. ir hêrschaft sol nu wesen vrî: in iuwerm dienste sints genesen.’
846
Dô sprach von Berne er Dieterîch ‘nu sagent der küniginne rîch, wir wellen bî ir wesen, obe uns got des heiles gan, daz wir sî mügen sehen an. wir vristen ir genesen. von dem berg ze Jeraspunt bî den schœnen vrouwen (dâ tuo ez och den rittern kunt) man mac uns gerne schouwen. dar koment vürsten, herren vil und ouch diu herzoginne guot mit maneger hande vröuden spil.’
847
Ich sprach wider den herren wert ‘allez des iuwer herze gert daz sullent ir dâ vinden, schœne megde wunnenclîch, der ougen gerne sehen dich. dâ sol iu sorge swinden bî der künegîn Virginâl und bî ir rittern werden. ir sehent aldâ ûf der wal die tiursten ûf der erden, die dâ wurden ie gesehen. von den hânt ir vröuden spil: des müezent ir uns selbe jehen.’
848
Nu lâzen wir die rede sîn und sagen von dem herren mîn und von den edelen vrouwen und von dem rittern lobesan. die brechent ûf dort von dem plân: man mac si gerne schouwen. ir hermel und ir hundelîn diu spilten in ir gêren. dô wart ganziu vröude schîn. diu rote begunde mêren von dem edelen künege Îmiân und von dem Stîrehelde guot: der hât ie sît daz beste getân.
849
Die wagen wurden schiere bereit, ein rîchez dach dar ûf geleit. die juncvrowen sich vröuten alle. die wâren von der megde schar reine, lûter unde klâr und vröuten sich mit schalle, daz sî zuo der künegîn solten varen balde; und ouch die edelen herren fîn die zogeten gegen dem walde. ze varen was in allen gâch: mit vröude wârens überladen. ir keiner luogte dem andern nâch.
850
Dô sprach juncvrou Ibelîn ‘vil herzelieber herre mîn’ ze meister Hiltebrande und zuo dem Berner hôchgemuot, des name übr alle herren guot ist wîten in dem lande, ‘war ist iu, herren, nu sô gâch, daz ir als balde îlent? daz her daz zoget iu allez nâch. ir soltent underwîlent iuwer gesite lâzen sîn: ir koment alsô nâhe niht dâ hin zuo der künegîn.’
851
Dô sprach der Berner sâ zestunt ‘juncvrouwe, wie ist iu daz kunt? daz sullent ir mir sagen: uns ist der walt wol bekant’. dô sprach der alte Hildebrant ‘drumb sulnt ir niht verzagen: ez sint noch hie nâhe bî grôze wurme, risen. der ensîn wir noch niht vrî’. ‘ich wold sîn ûf der wisen, aldâ ich ê bin gewesen: dâ tæten mir die wurme niht und liezen mich die risen genesen’.
852
Dô sprach der herre Hildebrant ‘iu sint diu lant niht wol bekant die breite und ouch die verre. ir hânt eins zagen rede getân: die soldent ir nu hân gelân, vil zarter lieber herre. man prîst vor andern herren guot iuch wîten in dem lande. ir sullent haben eins lewen muot, dâ bî man iuch erkande: nu welnt ir aber ein zage sîn’. ‘ir wendent balde iuwern muot’ sprach diu junge herzogîn.
853
Dô sprach Wolfhart der degen ‘wir hân ouch strîtes mê gepflegen wîten in dem lande und sîn ouch den ze handen komen, die schaden hânt ven uns vernomen. daz ich an in erkande daz sî heten heldes muot in walde und ouch in ouwen und tâten als die helde guot. die strîten durch schœne vrouwen: des ist in noch niht danc geseit. nu sint ir gar sô sêre verzaget, und ist doch iuwer lop sô breit.’
854
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ach, herre, ir schent uns durch diu lant mit iuwer zegerle. welnt ir niht bedenken unser nôt, ich wolte ir wært in êren tôt. ir heizent in der krîe der beste vürste der nu lebet, wîten in dem lande, und iwer lîp niht nâch êre strebet: des werdent ir ze schande. welnt ir niht wenden iuwern muot, sô gæbe ich ein hiefe niht umb alle iuwer hêrschaft guot’.
855
Des antwurt ime der vürste guot ‘ir tragent gên mir zornigen muot gar aller tegelîche. vehten daz ist ein hertez spil, des ich iuch underwîsen wil. die wurm sint griuwelîche gestalt und ouch die risen grôz, mit den ir mich heizt vehten: man vindet niender ir genôz an rittern noch an knehten. ir gæbent mich gern in den tôt: als ir mir dicke hânt getân, ê mir got hulfe ûzer nôt’.
856
Des antwurte ime her Hildebrant unde ouch Wolfhart alzehant mit stæteclîchen trouwen und ouch mit reden sinne rîch dem vürsten kluoc hern Dieterîch, und ouch die sælegen vrouwen. sî sprâchen ‘lieber herre mîn, got hât iuch ûz erwellet. mîn herze sol in vröuden sîn daz iuch got hât gestellet über alle vürsten guot, und iuch die vrowen in herze hânt: des sulnt ir tragen hôhen muot.’
857
Des antwurte im der vürste vrî ‘ir hânt ie gehalten bî der manheit iuwer tage. der sælden maneger ist erlan. ir sullent her nâch baz verstân, ê ir mich heizt ein zage. ir tuot der alten art gelîch mit iuwerm hôchmuote. ir tuont harte untugentlîch. nu wartent, vrouwe Uote: ez möhte wol alsô geschehen’ alsô sprach her Dieterîch ‘daz ir mich hetent nie gesehen’.
858
‘Herre’ sprach diu herzogîn, ‘ir sulnt niht alsô zornec sîn gên meister Hildebrande. swaz er gegen iu hât getân, daz sullent ir vür guot verstân. man prîst iuch in dem lande vür den tiursten der dâ lebet in allen künecrîchen. sîn lîp nâch iuwern êren strebet: daz wizzent sicherlîchen. er meinet iuch mit triuwen gar: herzelieber herre mîn, des hânt ir dicke genomen war’.
859
Diu rede dô wart ûz gezalt. sî zogeten durch den grüenen walt hin gegen des brunnen vluzze. sî sâhen ein gevrenne hôch, daz ûf sich gegen dem lüften zôch: dô kam gên in geschozzen vil manec wurm her unde dar und woltens dâ verbrennen. die risen wurdens ouch gewar und wurden sî erkennen daz sî wâren helde guot. si bereiten sich dô alle gar: des wart in ellenhaft der muot.
860
Si muosen durchz gevrenne sît houwen eine gazze wît, daz sî zuo in bekamen. die wurme schuzzen gegen in dar und ouch die risen alle gar, umb daz sî von in næmen schaden unde niht den vromen. sî sich des erwâgen, sî muosten nâhe hin zin komen daz sî bî in lâgen, und zogeten undr die linden breit und stalten sich ze strîten gar: des kômen die wurm in arbeit.
861
Dô sprach der alte Hildebrant ‘ir herren, nu sint alle gemant. wir müezen nu hie strîten mit risen und mit wurmen starc. ir kein sîn manheit nie verbarc in walde noch ûf lîten’. dô sprach Dietleip von Stîrermarc ‘ir manent uns gar sêre. mîn manheit ich noch nie verbarc: ich getar noch vehten mêre. ez ist allez noch ein wint daz ich biz her gestriten hân: ich bin der jâre noch ein kint’.
862
Dô sprach der künec Îmiân zuo dem vürsten wol getân ‘her Dieterîch von Berne, wir sîn her ze strîten komen: ez kome ze schaden oder ze vromen, ich wil nu strîten gerne mit dem risen Glockebôz. er dunket sich gar küene: er kan machen wunder grôz al under linden grüene. mit worten hât er brahtes vil: ob ich ez nu gevüegen kan, ich gibe im hie sîn endes zil.’
863
Des antwurte ime Wolfhart der degen ‘ich hân ouch strîtes mê gepflegen in disem wilden walde mit einem wurme, der was starc: sîn krefte er gegen mir niht verbarc. er gâhete gegen mir balde. mit dem zagel er mich sluoc, daz ich viel dar nider. dar umbe wart ich zornec gnuoc: ich galt ez ime ouch sider. mit mîner ellenthaften hant sluoc ich in von ein ander dâ, daz er viel tôt ûf daz lant.’
864
Dô sprach der alte Hildebrant ‘herre, bereit iuch alzehant. Glockebôz wil mit iu strîten: ir nement sîn vil ebene war. bêde stille und offenbâr in walde und ûf den lîten hât er ie gestriten wol. daz wizzent sicherlîche: er hât gegeben swæren zol in dem künecrîche.’ der künec lachte unde sprach ‘ich bin drumbe her bekomen, daz ich wil lîden ungemach.’
865
Der künec schiere wart bereit. Glockenbôz dô gegen im schreit. er sach in an mit zorne. ‘got grüeze iuch, her Glockenbôz: ir sint gên mir unmâzen grôz’ sprach der hôchgeborne. er lief den risen beltlîch an mit sîme scharfen swerte. der rise balde gegen im kam: mit zorne er sich dô werte. er gab dem künege einen slac mit der stangen die er truoc, daz er vor ime nider lac.
866
Der edele Berner daz ersach. er lief zem künege unde sprach ‘wol ûf, künec hêre!’ der künec wider ûf gespranc: der helm im an der keten erklanc. ‘du hâst mich troffen sêre. ist daz ichz gevüegen kan, ich wil dirz hie zwivalten. ich wil got ze helfe hân: der sol der sælden walten.’ der künec sluoc in daz im viel daz houbet von dem bûche hin: er lac reht als ein grôzer kiel.
867
Dô sprach Dietleip von Stîrelant ‘ich wil ouch strîten alzehant mit eime risen küene. der ist geheizen Videlnstôz und ist ouch unmâzen grôz: al in dem walde grüene hât er gestriten manegen strît. daz hân ich wol vernomen. sô hân ich ouch geslagen wunden wît ze schaden und ouch ze vromen. her rise, nu wizzent daz ze stunt, ich sol iu lîhen einen slac: des wert ir niemer mê gesunt.’
868
Dô sprach der rise Videlnstôz ‘mich dunkt, der braht sî alze grôz den iuwer muot hie trîbet. nu zogent balde ûf den plân: kan ichz gevüegen, sunder wân unsælde iu hie beklîbet, daz ir iuch nu vermezzen hânt.’ dô sluogens ûf einander. ‘ich gibe iu mîne triwe ze pfant, wær künec Alexander al hie bî uns ûf dem plân, daz er sæhe ein starken streich, den müesent ir von mir hân.’
869
Dô liefen sî einander an. der rise sluoc den werden man: mit sîner stahelstangen gap im der rise einen streich, daz er ûf dem schilde entweich, swâ er in mohte erlangen. Dietleip der erholte sich dâ von Stîrerlande: er sluoc den risen sicherlîch, daz man dô sprach ze hande daz nie wurde herter strît gevohten von zwein degen guot. daz houbt vor sînen vüezen lît.
870
Heime sprach ‘her Hildebrant, gênt mir den mînen alzehant, mit dem ich hie sol vehten, daz ez die herren alle sehen: sô müezen sî mir lobes jehen vor rittern und vor knehten.’ ‘der dîne heizet Klingelbolt, ein rise unmâzen küene. im sint die vrouwen alle holt. al ûf dem anger grüene hât er dicke prîs bejaget, daz er wol noch heizt ein man an êren vil gar unverzaget.’
871
Dô sprach Heime, ein stolzer degen ‘sît er nu ist als ûz erwegen, sô wil ich mit im strîten.’ dô giengen sî ze kreize dar und nâmen bêde einander war al ûf dem anger wîten. Klingelbolt ûf Heimen sluoc mit sîner stahelstangen. lützel Heime im daz vertruoc, swie er in mohte erlangen: Heime im eine wunde schriet hin durch den kragen unde hals, als ime sîn baldez ellen riet.
872
Dô kam Witege, der degen stolz, hervür geschozzen als ein bolz: ze strîte was im heize. ‘wâ ist der mîn, her Hildebrant?’ ‘Rûmeroc ist er genant: ich ime ab hie geheize.’ dô sprach Wolfhart alzehant ‘nu trit du hin zem kreize. daz wir iht werden hie geschant, des niht von ime erbeize. du kumest an den langen man, der dâ heizet Rûmeroc: sîn lîp ist alsô vreissan.’
873
Si liefen bêde einander an: ez wart sô wol von in getân. dô an den selben stunden gap Rûmroc Witegen einen slac, daz ûf den kniewen er gelac mit einer tiefen wunden. Wolfhart zorneclîchen rief ‘her Witeg, welnt ir uns schenden?’ ‘ez werdent schiere wunden tief gehowen von mînen henden.’ Witeg gap dem risen einen slac mit Mimmunge daz er truoc, dazz houbet vor den vüezen lac.
874
Dô sprach meister Hildebrant ‘swer welle strîten nu zehant, der trete zuo dem kreize.’ dô sprach Blœdelîn der degen ‘des hete ich mich ê verwegen, swie er nu sî geheizen.’ ‘Rûmedenwalt ist er genant, mit dem du hie solt strîten. er treit ein stange grôz enhant. und wiltu sîn erbîten, ez mac wol alsô geschehen, du woldest verre von im sîn, daz du in hetest nie ersehen.’
875
Dô sprach der edele Blœdelîn ‘swaz got wil, daz muoz eht sîn.’ sî giengen zuo dem kreize. Rûmenwalt sluoc ûf Blœdelîn mit der stahelstangen sîn: ‘ich dir hie geheize: du dunkest dich sô gar ein man, daz ich muoz mit dir strîten.’ sî liefen bêde einander an: Bloedlîn sluoc zuo den zîten im mit sîne swerte guot ein wunde zweiger spannen breit. dâ von sô wart er wol gemuot.
876
Dô sprach der edel Berner guot ‘Blœdelîn, wie stêt dîn muot? des soltu mich bewîsen.’ ‘herre, die rede lâzent sîn: ich strîte gerne noch mit drîn, daz ir mich müesent prîsen. ich hân geholfen dem dâ hin, ern wete uns niht mêre. im ist sîn hôchvart worden schîn. vil herzelieber herre, ich strîte mit eime swer der sî, durch willen der künegîn: mîn gemüete dast sô vrî.’
877
Dô sprach Reinolt von Meigelân ‘ir hânt daz iuwer wol getân. ich wil ouch nu strîten mit eime risen, swer der sî. mir wonet hôchgemüete bî: drumb wil ich nimê bîten.’ ‘Schelledenwalt bin ich genant. mit mîner stahelstangen ich kume zuo iu alzehant. swâ ich iuch möhte erlangen, des sult ir von mir sicher sîn, ich slahe iuch nider ûf daz lant: des habent ir die triuwe mîn.’
878
Des antwurte im Reinolt der degen ‘ich hân ouch strîte mê gepflegen mit risen und mit wurmen. die sluogen mich dô balde nit. got sol mir helfen an der zît, sît ich von grôzen sturmen dicke bin komen ûzer nôt, daz sî mich niht ersluogen. ez lâgen risen vor mir tôt, daz wir sî dannân truogen. her rise, nu nement iuwer war.’ er sluoc in endelîchen tôt: des lachten die herren alle gar.
879
Ze Schiltwîn sprach her Hildebrant ‘nu soltu vehten alzehant mit eime risen küene, der ist geheizen Bitterbûch unde ist als ein igel rûch, al ûf dem anger grüene.’ Bitterbûch erzurnet wart: mit sîner stahelstangen ze Schiltwîn lief er an der vart: swâ er in mohte erlangen, der rise gap im einen slac mit der stangen die er truoc, daz er under dem schilte lac.
880
Wolfhart balde dar gespranc. er zuhte in ûf übr sînen danc mit dem schilte swinde. ‘hei iuch, herre Schiltwîn, * ez solde geschehen eim kinde.’ Schiltwîn erzurnet wart: er lief hin an den risen. eim wunde sluoc er ime hart. die herren ûf der wisen jâhen alle sament gelîch, daz strît bî ir tagen wart gesehen nie mê sô menlîch.
881
Er sluoc den grôzen risen tôt. dô gienc der Berner dar durch nôt und maz des risen lenge. ahtzec schuoh diu lenge was, niun schuoh diu dicke, wizzent daz. durch wîte und ouch durch enge viel er als ein starker kiel durch die dicken boume. daz bluot im von dem herzen wiel. des nâmen die herren goume. dô sprach der Berner tugentlîch ‘wie stêt ez dir nu, Schiltwîn?’ ‘dâ wart ich nie sô vröuden rîch.’
882
Dô kam snelle als ein bolz der werde Stûtvuhs alsô stolz gesprungen vür die herren: ‘wer ist den ich hie sol bestân? den heizent mir ze kreize gân: ir schande sol sich mêren.’ ‘Wolvesmage ist er genant und ist der besten einer. er hât ouch manegen helt geschant mit sîner hant unreiner: got der müeze behüeten dich vor dem risen vreissan. des biten alle sament gelîch.’
883
Stûtvuhs spranc in den kreiz. ze strîte was im alsô heiz: er kam hin an den risen. Wolvesmage imz niht vertruoc: mit sîner stangen er dô sluoc hin gegen im ûf der wisen. er gap Stûtvuhs einen slac mit der stahelstangen, daz er under der stangen lac, swâ er in mohte erlangen. Stûtvuhs der erholte sich: er sluoc den risen durch den hals. daz wizzent alle sicherlich.
884
‘Nu sint der risen ehtwe erslagen: die heizt vor ûf die wisen tragen. sî hânt den plân geströuwet. hie muoz mê gestriten sîn durch die edelen künegîn: ir herze wirt ervröuwet. swenne die risen sint erslagen von den edeln vürsten, so endarf sî denne nimê klagen den herren und den tiursten.’ Sigestap der spranc her dar: ze strîte wart im nie sô heiz. des sulnt ir nemen guote war.
885
‘Heizent in hervür gegân, Bitterkrût, der starke man, daz er mir werde erkennet. er ist der küensten risen ein, der in dem walde ie erschein, swie man in nu nennet.’ dô sprach der rise alzehant ze Sigestabe dem degen ‘ich wil iu hiute tuon bekant mit mînen grimmen slegen ûf den goltvarwen schilt, daz ir strûchent ûf den plân und es die herren alle bevilt.’
886
Sî liefen bêde einander an: ez wart sô wol von in getân, daz ez die herren prisen. der rise gap im einen slac, daz er under dem schilte gelac gestrecket in der wisen. her Blœdelîn nu dar gespranc und zuhte in ûf gar swinde. Sigestap hin nâher dranc: mit eime küelen winde gap er dem risen einen streich mit dem swerte daz er truoc, daz er von der stangen weich.
887
Ortwîn sprach, der herre mîn, ‘ich strîte gerne, und möhte ez sîn mit eime risen küene. Gîselrant ist er genant: er ist mir lange wol erkant. er wolde keine süene gehalten mit dekeinem man. er dûhte sich sô sûre: er hât sich ie genomen an, daz er wold über die mûre stîgen zuo den vînden sîn. alsô wolde er mir ouch tuon. ez sol im anderz werden schîn.’
888
Des antwurte ime der rise dô ‘wænest du mich erschrecken sô? daz enkan dir niht geschehen. du muost hie hân den zol von mir: den wil ich sicher geben dir, daz ez die herren sehen, daz sî sprechen alle gelîch, ich habe dirz wol vergolten; daz du entwîchest hinder dich und mich lâst unbescholten.’ Gîselrant imz niht vertruoc. die stangen er nâch ime swanc: niun klâftern er in d’erde sluoc.
889
Ortwîn ime daz schiere vergalt: mit dem swerte manecvalt sluoc er ûf den risen. er sluoc ime wunden tief: mit ungehiurer stimme er rief. die herren ûf der wisen wider einander sprâchen dô ‘daz was des tiuvels stimme.’ des was der edel Ortwîn vrô: er sluoc in dô mit grimme mit dem swerte sâ zehant. die herren sprâchen alle gelîch, in wurd nie herter strît erkant.
890
Dô sprach der edele Biterolf wert ‘ich hân ie mîne tage begert mit risen, wurmen strîten. welher sol nu der mîne wesen? ich trûwe vor im wol genesen in walde und ûf der lîten: ich wil im slahen wunden wît, swer mîn nu welle erbîten.’ Hôhermuot sprach an der zît ‘ich hân bî mînen zîten ouch geslagen manegen tôt. daz sulnt ir wizzen sunder wân: ich bin ouch zuo der selben nôt.’
891
‘Swaz got wil, daz muoz geschehen. her rise, ir müezent anders jehen. got der sol mir helfen und ouch diu liebe muoter sîn. daz sol wol an iu werden schîn. ich sol noch mit iu gelfen und vehten daz daz rôte bluot zen ôren iu ûz dringet.’ dô sprach sich her Hôhermuot ‘swer mich hie zuo bringet, mit dem sô vihte ich einen strît, sît daz got geboren wart, nie man gehôrte herter strît.’
892
Sî liefen bêde einander an: ez striten dise zwêne man mit hazze und mit zorne. einer dem andern niht vertruoc. der rise ûf Biterolfen sluoc. gên ime der hôchgeborne kam mit sîme swerte guot: er entweich von dem slage. der wart zornec über Hôhenmuot. er sprach ‘ir sint ein zage. daz tuon ich iu vil balde schîn.’ er sluoc den kopf im von dem bûch: niun klâfter spranc er von im hin.
893
‘Nu sint die risen alle erslagen: wer sol sî ze grabe tragen?’ sprach der alte grîse. ‘Wolfhart, daz bevilhe ich dir.’ er sprach ‘der tivel, waz soltens mir? vil selden ich sî prîse. sî hânt uns dicke brâht in nôt in disen wilden landen und woldn uns hân erslagen tôt, daz mîne sinne erkanden nie sô grôzez ungemach. des vliuzet durch die ringe mîn von wunden tief vil manec bach.’
894
‘Wænest du’ sprach her Hildebrant ‘daz die risen gânt in hant? wir müezen mit in vehten.’ ‘zwâre’ sprach sich Wolfhart, ‘der tiuvel walde dirre vart. ich wânde sîn von rehte hie von in gevrîget sîn: in disem wilden walde sô sîn wir mitten under in. daz ir der tiuvel walde!’ dô sprach der edel Berner dô ‘Wolfhart, lâ dîn zurnen sîn.
895
du bist der risen selber vrô. Liezest du die rede ligen!’ die herren alle sament swigen. sî hôrten eine stimme, diu was griuwelîch gestalt, von eime wurme: der was alt und was unmâzen grimme. er kam geschozzen gegen in dar mit ûf getânem giele: er wolde sî verbrennen gar. man hete mit eime kiele mit gewalt durch in gevarn. dô sprach der edel voget guot ‘der rîche got müez uns bewarn!’
896
‘Jarâ jâ’ sprach Wolfhart, ‘nu muoz ich aber ûf die vart mit einem wurme strîten. der ist alsô unmâzen grôz, daz ich niht weiz den sînen gnôz in walde noch ûf lîten. Hildebrant, der neve mîn, du hâst mir wâr gesaget. ich nime ez ûf die triuwe mîn: ez wirt von mir geklaget. daz geschiht noch in kurzer zît: ê man morne gezzen hât, ich slahe im tiefe wunden wît.’
897
Wolfhart der reit ûf den plân. gên ime der wurm gar übel getân kam dort her gevaren mit eime viure unmâzen grôz. er balde dô gên Wolfhart schôz: des wolte er sich bewaren. Wolfhart dô hinder sich gespranc al von dem viures blicke. der wurm vil balde nâch im swanc: mit sînem zagel dicke gap er Wolfhart einen slac, daz er sich nihtes niht versan und vor im dâ gestrecket lac.
898
Hildebrant dô dar gespranc. er zuhte in ûf übr sînen danc. ‘wie nu, her bœser zage? ir hânt bœselîch gelegen und sint doch strîtes ûz erwegen. ich iu nimê hie sage: nu kêrent hin al iuwern muot balde gegen dem wurme: daz ist iuwern êren guot. wert iuch vor sîme sturme.’ ‘jarâ jâ’ sprach Wolfhart, ‘ich slahe in von einander hin: daz wirt niht mê von mir gespart.’
899
Dô kom der jungen dâ noch mê. die wolten den alten rechen ê daz von in iht kæme. Wolfhart umbe sich dô sach. mit ernesthaftem muote er sprach ‘daz er ze helfe kæme, es tæte mir vil lîhte nôt nu an dirre stunde: ich bin gegeben in den tôt als von der wurme munde. jarâ jâ ich muoz mich wern: von des sihtigen tiuvels kint got sol mich vil wol ernern.’
900
Wolfhart bram reht als ein ber: ‘hât mich der tivel getragen her under dise wurme? sî wellen mich verbrennen gar: ich sol ir aller nemen war.’ in disem grôzen sturme sluoc er dô vaste umbe sich mit sîme guoten swerte. er spranc vierzec schuohe gelîch al ûf der selben verte. er sluoc ir vier und zwenzic tôt: ‘swer nu welle strîten mê, der helfe im selber ûzer nôt.’
901
Dô kam der edel Rentwîn: ‘ich wil ouch strîtes sicher sîn mit den veigen wurmen. sî brâhten mich von mîner maht. ich was entslâfn an einer naht: sî kômen mit grôzen sturmen. ir ein mich an die uohsen slant: mir kam mîn neve ze trôste * * er vrâgte mich dô alzehant von dem edelen kunne mîn. dô wart er ûf die wurme enbrant.’
902
Rentwîn der wart schiere bereit, von ime sîn harnesch an geleit. den schilt er vür sich druhte. sîn swert daz nam er in die hant: sî wurden schiere ûf in enbrant. daz swert er balde zuhte. er wart ein erwegen man ûf sî dâ in dem walde und lief mit zorn die wurme an. sî schuzzen gegen im balde: sî schuzzen im her unde dar, alsô bien umbe ein honecvaz. des nam der helt dô guote war.
903
‘Ist daz ichz gevüegen kan, ir bœsen vâlendes man, ich sol mich an iu rechen. ir koment alle von mir niht: sô wê iu hie von mir geschiht: mîn îsen sol iuch stechen und slahen iuch durch iuwern giel und durch des rucken zagel. daz bluot muoz von iu als ein kiel: daz wil sîn iuwer hagel. ir woldent mich verslunden hân: daz sol ich rechen hie an iu. des trûwe ich gote sunder wân.’
904
Rentwîn der edel ritter guot gewan eins wilden lewen muot. er kêrt sich an die wurme. sî schuzzen balde zime dar. er nam ir genôte war al in dem êrsten sturme: er sluoc vunf und zwenzic tôt an den selben stunden. des kam der herre dô in nôt: er enpfienc ouch grôze wunden. daz ersach der vater sîn Helfrîch der herzoge guot. er sprach ‘wie vert ez, sun Rentwîn?’
905
Er sprach ‘ez vuor nie mê sô wol: ich hân gegeben nu den zol mit mînen ringen henden. bereitent iuch nu balde dar und sint der vorderste an der schar. bedenkent unser ende, daz wir mit êren komen hin zuo der küneginnen: dâ vinden wir unsern gewin. mit herzen und mit sinnen werden wir enpfangen wol, alsô man liebe geste tuot: uns wirt in herzen vröuden vol.’
906
Er werte sich, nu wizzent daz, ez gevaht nie herre baz dann Helferîch der guote. er sluoc der wurme einen tôt (mich wundert wie er kam ûz nôt): sîns sunes schade in muote. er gienc hin umbe den wurm dar und besach in durch ein wunder: er maz in ebene unde gar. die lenge hin besunder vünf und ahtzec ellen lanc was diu ungehiure vruht. *
907
Der giel was ime alsô wît, wære der tiuvel komen in zît, er hete in wol verslunden und den grœsten kiel ûf deme sê. ‘lânt iu wunders sagen mê: er hete mich überwunden, wan daz mir got gap den sin, daz ich mich sîn erwerte. daz swert sluoc ich ûf in hin, biz ich mich sîn ernerte. die jungen wurden mîn gewar: den wart dô kunt ir vater tôt: sî kômen gên mir geschozzen dar
908
Mîn swert daz nam ich in die hant: der wurme erwerte ich mich zehant ich sluoc ze bêden sîten vast umbe mich her unde dar. mîn swert daz wart mit bluote var. in walde und ûf der lîten sluoc ich der jungen zwelve tôt und reit hin an die sunnen. her Hildebrant kam ouch in nôt: daz geschach bî einem brunnen. nu rîtent hin, her Hildebrant, und nement ouch der wurme war: der strît ist an iuch gewant.’
909
Dô sprach meister Hildebrant ‘ist der strît an mich gewant, des hân ich mich erwegen. strîten ist ein herte spil. des ich iuch underwîsen wil: ich hân sîn vil gepflegen, mit heidn und mit wurmen gestriten in diseme wilden lande. daz ich selten hân vermiten. sî hânt ouch grôze schande begangen an dem megetîn und der künegîn Virginâl. daz lâze ich hiute werden schîn.’
910
Her Hiltebrant wart schiere bereit, gegen dem ende daz er reit, dâ er sî trûwete vinden. im wârn die strâzen alle bekant, dar zuo die stîgen durch daz lant. er wolde niht erwinden: er vrîte dez lant und ouch den berc aldâ der küneginnen und ouch manec rîch getwerc diu dienten ir mit sinnen. der Berner sprach ‘nu rîtent dar. ich kume iu vil balde nâch und nime iuwer ouch dâ war.’
911
Ûf saz dô meister Hildebrant. dem wurme wart diu reise bekant al von dem alten grîsen. sîn ros was unmâzen stolz: er schôz gên ime als ein bolz. er kunde ez wol gewîsen in dem walde her unt dar vor der wurme schricken. er wart ir allenthalben gwar: er getorste niht geblicken. sî tâten im dô alle nôt, daz er wider sich selben sprach ‘ich kam nie mê in sô grôze nôt.’
912
Her Hildebrant luogt umbe sich, obe er sæhe ern Dieterich iender nâch ime rîten. der edel vürste daz ersach, wider sich selben er dô sprach ‘ich wil helfen strîten.’ dô kam ein ungevüeger wurm ûf Hildebrant geschozzen: er wert sich in dem selben sturm. dô kam mê sîner gnôzen: sî sluogen mit dem zagel ûf in, daz er viel nider ûf den plân, als ich sîn underwîset bin.
913
Diz ersach her Dieterîch. er îlte zime snelleclîch und macht sich gegen den wurmen. sî schuzzen im her unde dar. er wart ir allenthalben gwar: sî gunden ûf in sturmen. her Hildebrant erholte sich, dô er ersach den herren. des wart er schiere fröuden rîch. er half im wol mit êren. der vürste dô erzurnet wart: er sluoc ûf die wurme hin. her Hildebrant sich niht erspart.
914
Her Hildebrant mit hôhem muot und ouch der edel Berner guot alsô vermezzenclîchen striten mit den wurmen starc. sîn manheit er noch nie verbarc: er sluoc sô grimmeclîchen, daz man die slege durch den grunt hôrte hellen verre hin zuo dem plân ze Jeraspunt. ‘nu wirt uns vröude merre. mich dunket an der wîse wol, die herrn sint komen in den walt und gênt den risen swæren zol.’
915
Dô sprach der edel vürste wert, des herze milter tugende gert, ze meister Hildebrande ‘iuwer braht ist alsô grôz, an schanden lebet niht iuwer gnôz. sît daz ich ie gekande herren, ritter, knehte guot in allem disem lande, sô vant ich nie verzagetern muot * als ir nu hie sint gewesen. lânt vürbaz iuwer strâfen sîn: die helde mügen vor iu genesen.’
916
Die rede sî dô liezen sîn. her Hildebrant sprach wider in ‘ich hân die zît ersehen, dô ich der jâre was ein kint, als ouch ir nu, herre, sint: sô muoste man mir jehen daz ich was der besten ein dâ her bî mînen tagen. nu ziuhet mich daz alter hin: daz wil ich gote klagen und ouch der lieben muoter sîn. ich hân gestriten manegen strît: nu vüeret mich daz alter hin.’
917
Dô sprach der edel vürste guot ‘herre, ir hânt zornigen muot. daz lânt von herzen sîgen: wol stêt iuwern zühten daz. von iu sî der alte haz: wir suln dirre rede verswîgen unde vrîgen disen walt der edelen küniginnen. sô wirt ir liep sô wol gestalt mit herzen und mit sinnen und den edelen megetîn, daz diu tragen hôhen muot und von uns getrœstet sîn.’
918
Der edele vürste reit dô vor, her Hildebrant al ûf dem spor. sî zogten tugentlîche: ûf die wurme stuont ir muot. dô streit der edel vürste guot alsô vermezzentlîche. die wurme kâmen alle gar und heten sî umbevangen. des nâmen die herren alle war. sî gunde sêre verlangen: er sluoc der wurme zwelve tôt, der grîse sluoc die andern hin, und hulfen der künegîn ûzer nôt.
919
Nu sint die wurme alle erslagen und die risen, als wir hœren sagen. ‘diz lant hân wir gevrîget (nu zogen über den brunnen kalt under die linde wol gestalt), der megde vröude gedrîget’ sprach der alte grîse dô. ‘uns koment niuwiu mære. ez wart noch manec herze vrô, daz gerne bî uns wære. ez ist geschehen nu ze stunt des strîtens, daz wir hân getân hie vor dem berg ze Jeraspunt.’
920
Dô sprach meister Hildebrant ‘herre, entgerwent iuch zehant. wir ligen sicherlîche. und ir, edelen ritter guot, wesent alle hôchgemuot und sint ouch vröuden rîche. lânt uns ruowen ûf der wal. wir sullen schiere bevinden die küneginne Virginâl: under der grüenen linden sullen wir gemaches pflegen. tragent her vleisch, wîn unde brôt.’ des vröut sich manec zierer degen.
921
Ez was allez wol bestalt, ê sî kômen durch den walt, swaz man erdenken kunde spîse reine und dâ bî guot, vor allem valsche wol behuot. sî wurden an der stunde von âventiure aldâ sagen, biz daz man ezzen gienge. dô wart ouch her Wolfhart klagen wie in der wurm gevienge. sî sprâchen ‘tuo die rede hin. wir hân alle geliten nôt, biz daz wir her bekomen sîn.’
922
‘Wir wellen nu von vröude sagen und der âventiure gedagen’ sprach der voget von Berne. ‘wir sîn über den brunnen komen durch ruowe und durch unsern vromen: ich ruowte alze gerne.’ dô sprach der getriuwe Hiltebrant ‘herre, nu habent ruowe und iuwer riter allesant. an dem dirten tage vruewe sô dunkt mich an der zîte wol, diu künegîn habe ir boten hie: so bereit sich menglîch als er sol.’
923
Der rede dô geswigen wart. man hiez bereiten ûf der vart under der linden grüene. man stalte daz man sanfte saz, sament bluomen unde gras den edeln rittern küene. die taveln wurden schiere bedaht mit wîzen wæhen tuochen. dar ûf sô wart vil schiere brâht swaz man dâ wolte beruochen: daz hâte der edele vürste wert. kleider wîz, silbergevar hete der vürste dô begert.
924
Dô sprach der wîse Hildebrant ‘nement wazzer sâ zehant, ir edelen, werden vürsten.’ daz buten riter und knehte dar. sî nâmen der herrn worte war, swâ er wolt. die tiursten zuo dem künege Îmiân und sîne helde mære, die bî im wâren ûf dem plân, die wurden ir swære dâ ergetzet alle wol. ir hêrschaft diu was alsô grôz: sî wurden alle vröuden vol.
925
Man gap in allen des genuoc, daz man ie vürsten vür getruoc, gar ûz erwelte spîse. man sach sî och in vröuden leben: in wart der wunnen spil gegeben in vröude manege wîse. die vogel sungen manegen sanc in wunneclîchem dône, daz ez undr einander klanc. sî sungen alsô schône, daz diu linde wunnenclîch bar der heiden schate wît verre von dem brunnen rîch.
926
Der brunne heizet Lonriant und ist vil manegem man erkant. * ‘der brunne ist der künegîn: ir dienent ritter, megetîn. und wære sî noch junger, sî müesten undertænec sîn der edelen juncvrouwen: sô ist sî iuwer dienerîn. ir mugent sî gerne schouwen. sî ist ein wunneberndiu vruht: an ir lît aller sælden heil und der edelen vrouwen zuht.’
927
Dô sprach Wolfhart der degen ‘unser wirt hie wol gepflegen nâch wunneclîchem lône.’ vür die vürsten man dô truoc vil der edeln spîse kluoc. die vürsten sâzen schône. ir wirtschaft was gewesen grôz mit willeclîchem muote. den herren man dô wazzer gôz mit hovelîcher huote. sî wâren alle vröuden rîch und berieten umb die künegîn waz sir enbüten eigenlîch.
928
Dô sprach der künec Îmiân ‘ez dunket mich gar wol getân daz ir der küneginne enbietent swaz wir hân getân: daz sol man sî nu wizzen lân (sô rihte sich mit sinne), daz wir die wurme hân erslagen und ouch die Sarrazîne, daz sî nimer durfe klagen und ouch ir megetîne.’ der vürste sprach dô ‘daz sol sîn: wir senden Beldlîn daz getwerc aldâ zuo der künegîn.’
929
Dô sprach meister Hildebrant ze hern Helfrîche alzehant ân alle missewende ‘man sol ir schrîben holden gruoz: ir swære sî ir worden buoz, ir sorge habe ein ende; daz ir vîande sîn erslagen, heiden, risen, wurme. als sol man von den risen sagen, von ir grôzen sturme sîn wir alle wol genesen, und daz ir lant gevrîget sî. übr alle hêrschaft sol sî wesen.’
930
Beldelîn wart schiere bereit. den brief er in die bühsen leit. man vulte im sîne vleschen: man gap ime wîn unde brôt. der edele vürste daz gebôt. den kæse er in die teschen stiez, der kleine dô zehant und îlte ûf die strâze: im wart Bîbunc dô bekant. in bedûhte als in der mâze, ez wære ein künegîn bote guot. si kômen zuo ein ander, Blbunc wart dô hôch gemuot.
931
Her Bîbunc sprach dô wider in ‘wis willekomen, Beldelîn.’ ‘daz dir got iemer lône!’ ‘wannen kumestu durch den tan?’ ‘daz tuon ich vom vürsten lobesan. dâ sitzet er als schône bî dem künege Îmiân und bî den ritern mære. ich liez sî bî dem brunnen stân. er ist sô wunnebære: got der hât an in geleit milte, triuwe, wârheit, zuht, daz er der êren krône treit.’
932
Her Bîbunc sprach ze Beldelîn ‘nu sage ûf die triuwe dîn: wie stêt ez dînen herren?’ ‘sî hânt gestriten mit risen starc und ouch mit übeln wurmen arc: die minren und die merren die sint alle tôt geslagen in dem wîten walde. dar umbe sülnt ir niht verzagen, ir koment zuo in balde. ir vindent undr der linden breit den edelen vürsten wol gemuot: er ist der herren vil gemeit.’
933
Bîbunc segente Beldelîn. er sprach ‘grüez mir die künigîn und ouch diu edelen vrouwen und ouch die schœnen megetîn. bî den ist ez vil guot sîn. die wârheit soltu schouwen. dir wirt botenbrôt gegeben von der küniginne. du maht iemer in êren leben: sî lâzent dich mit minne. du sage in von dem vürsten wert, daz er daz lant gevrîget habe als sî lange hânt begert.’
934
Beldelîn kam dô zestunt vür den berc ze Jeraspunt. er sach gên ime glesten vorne jene heide breit * * gezelt: daz dûhte in alsô guot. er kunde niht erdenken mit alles sînes herzen muot waz er in möhte schenken, daz er wurde enpfangen wol. ‘diu mære diu ich bringe hie, diu machents alle vröuden vol.’
935
Beldlîn nâhete vaste zuo: gegen einem morgen vruo kam er sorge lære. im begegente ein ritter lobesam: der was geheizen Sigram. der vrâgete in der mære. ‘von wannen kumestu, Beldelîn, her von vremden landen?’ ‘daz tuon ich von dem herren mîn. mîne sinne erkanden nie sô tugenthaften man als mîn herre Dietrîch ist. daz sülnt ir wizzen sunder wân.’
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‘Du redest als du billîch solt. mîn herze ist dir mit triuwen holt. wâ ist Bîbunc mîn bruoder?’ ‘er ist bî dem vürsten guot und bî den rittern hôchgemuot. die trîbent michel luoder. sî stechent mit einander gar und schiezent mit den grôzen. kæm künec Alexander dar, er vund dâ sîn genôzen. wold er umb hundert tûsent marc âventiure suochen dâ, er vundes an den vürsten starc.’
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937
Sigram sprach ze Beldelin ‘wiltu zuo der künegin, ich bring dich vür die vrouwen und vür die schoonen megetin. du solt mit in in vröuden sin und lA dich in vröuden schouwen. swaz mre du nu bringest dar der edelen küneginnen, st nement din vil ebene war, wie du mit vröuden sinnen wirst enpfangen werdeclich
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von den edeln juncvrouwen guot und von der küneginnen rich.’
938
Beldlin Sigram vuorte dan vür die künegin wol getän. diu enpfiengen werdecliche. ‘wis willekomen, Beldelin. daz du sıelec müezest sin! wannen kumest sö endeliche ?’ ‘daz tuon ich von dem vürsten guot und den edelen herren: ir herze stät in höhem mubot. jur vröude sol sich meren. ir sint gewaltec durch daz lant: heiden, wurme, risen vil hänt si erslagen und verbrant.
939
Heizent lesen disen brief.’ Sigram näch dem kapläne lief: er brähte in gar geswinde, den brief gap si im in die hant: er brach in üfe d6 zehant. er sprach ze deme gesinde ‘horrent alle (und koment her) dirre vremder mare: näch alles iuwers herzen ger ist iu geholfen säre. iuwer vinde sint erslagen, und ist gevriget hie diz lant: wir sullen trüren widersagen.'
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Der schriber dö noch vürbaz sach, mit hübeschen zühten daz er sprach ‘hie grüezt der voget von Berne die edelen künegtn Virginäl. er hät si gevriget alzemäl (daz mugent ir herren gerne) und iuwer schenen megetin, diu wärn in sorge ange. er und die edeln ritter sin hänt iuch gevriget lange und iuwer ritter wol getan, die dä sint eines kniewes höch: die suln mit iu in vröuden stän.’
941
Beldlin wart enpfangen wol, als man liebe geste sol: man sazte in werdecliche an der herren taveln dort. man truoc im dar gar richen hort. si wären vröuden riche. dä was bereitet spise genuoc. von wiltpreten sicherliche vür Beldelin man dö getruoc mit zühten willecliche. swaz man kunde erdenken dö, daz truoc man allez gar her vür: des wart d6 manec herze vrö.
942
Dö kam juncvrouwe Matikus ouch gegangen yür alsus mit drin rittern schöne. ‘si brähten mete und lüätertranc. des wart er dö an sorgen kranc. der küneginne kröne swebete schöne ob ime dö dem vürsten edel ze löne. im wart sin gemüete vrö: er saz dä under kröne. die juncvroun sungen kluogen sanc mit ir süezen stimmen hel: dar undrein süezez videln erklanc.
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*Wä ist juncvrouwe Matikus? die hiez Hiltbrant grüezen alsus mit lieben worten süezen, und ein juncvrouwe Ibelin und ouch diu stolzen megetin tuot er besunder grüezen. er wil iuch in kurzen ziten sehen
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hie under disem gezelte. man sol si hie vil. gerne spehen. min herre kumet mit gwelte zuo der edelen künegin mit sinen edeln rittern stolz: der rede sulnt ir sicher sin.’
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Si beriet sich mit dem kapelän und mit den juncvroun wol getän, wie si hin wider schriben solde dem edelen vürsten guot. ‘er ist vor schande wol behuot: szlde muoz im bekliben. er sol übr mich gewaltec sin libes unde guotes: er sol sin der herre min herzen unde ouch muotes. ich bite in daz er kome dar, daz wir von ime getrosstet sin, durch die maget diu got gebar.’
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Der brief aldö geschriben wart. ‘gent rehte balde üf die vart hin zuo hern Dieteriche. man git dir win und dar zuo bröt und hundert marc des goldes röt: nu gest du sicherliche. du grüeze mir den herren min und ouch den alten grisen und die werden ritter sin. die sint sö rehte wise, daz sime kunnen rät gegeben näch der wirde als an im It. got vristeim lang stn werdez leben.’
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Beiditn urlop dö genam zer küneginne wunnesam, zir gesinde gemeine. ‘got segene allez daz hie si! mir wonet höchgemrüete bi und der künegin reine.’ als er kam hin in den walt verre hin üf die sträzen, er sach hern Bibunc wol gestalt komen gegen im in der mäzen, daz die herren warn bereit und wolten zuo der künegin: “ daz was ime mit trüren leit.
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Her Bibunc vaste gegen im reit. er was der verte vil gemeit. si zuo einander säzen: si hiezn einandr wilkomen sin. ‘nu sage mir üf die triuwe din, wie bistu dan geläzen ? *hundert marc goldes gap st mir durch willen mines herren: swenne ich wider kume zir, sö wolde si mirz meren.’ ‘nu rit du zuo dem herren din, sö rite ich under daz gezelt ze der vil edelen künegin.’
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“Wilkomen, Bibunc, werder man. wol ich dir der ren gan: du bist sö szlden riche. wie kumestu von den vürsten guot und von den rittern höchgemuot ?’ ‘die sint sö vröuden riche: si stechent, schiezent, werfent stein, die herren algemeine. si wurden ze räte under ein: io swelher wurfe ze kleine, der sol ein vuoder wines geben. si lobetenz alle state haben. got läze die herrn lange leben.’
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Bibunc sprach ‘der herre mn , der wil üf der sträzen sin mit den edelen vürsten.
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si sint alle schöne bereit in ritterlichiu wäfenkleit, diu besten und diu tiursten, diu nu under dem himel sint üf allem ertriche. ez ist allez noch ein wint die vrouwen minnecliche die sint rehte wunnesan, und solt si ein keiser ane sehen, er wolte gerne ir eine hän.’
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Der rede nam diu künegin war. bede stille und offenbär hiez st dö vür sich komen ritter, megde, vrouwen guot und diu getwerge höchgemuot. ‘durch unser aller vromen bereit iuch alle schöne gar: dä kumet der edele vürste. bereit iuch gen ime ze löne dar: erst wol der aller tiurste, - der nu üf ertriche lebet.. er hät erworben guotes gnuoc und näch unserm heile gestrebet.’
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Si nämen al der rede war und huoben sich vil balde dar in gaden, in kemenäten. si giengen alle sament gelich vür die küneginne rich dö alle wol beräten. st sprach zuo den megetin ‘nu zierent iuch gar schöne. legent an iuwer swenzelin und setzent üf iur kröne und die sidin gürtel smal, die bisande undr die kröne rich, die dA erliubtent berc unt tal.’
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Die ritter wurden ouch bereit: von in wart dö an geleit ziklät und riche gebiere, unde in edeliu ros geslaht, mit sidin wäfen wol bedaht. diu wären lobebzere. Bibunc hete sich ouch bereit mit sinen getwergen reine. diu häten sich vil schöne bekleit mit lazür fin gar kleine. er hät ouch selbe an sich geleit ein ziklät rich von koste gröz. des wart diu künegin gemeit.
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953. Dö sprach Bibunc sä zehant ich hän gekleit in mine hant vunfzec ritter riche, iegelich ein elle guot und des selben einen huot. alsö gänt si herliche. nu rihtent iuch üf riche kost, daz hie kein breste schine, näch des herren muotgelust. liebiu juncvrouwe -mine, niht ensehent an kein guot: dä kumet der edel vürste her mit ‚manegem ritter höchgemuot.
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Bibunc sprach der küneginzuo [305 “ich wil gerne morne vruo gen dem Bernzxe riten und gegen den edeln rittern guot: die hänt alle der lewen muot und turren wol gestriten. nu bereit iuch alle, ir herren balt, bi dirre tagezite und brechent, herren, durch den walt und über die heide wite.’
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st sprach “wir stn ouch bereit näch der herren muotgelust: si hänt gemacht uns vröude breit.’
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Diu künegin in vröuden was. “ich wil gegen in üf daz gras mit minen megetinen: mit minen rittern wol getan wil ich zogen üf den plan, ob ich sehe den herren minen, den vil minnenelichen tröst. so er uns beginnet nähen der uns alle hät: erlöst, » wir suln in mit vröude enpfähen und mit grözer werdekeit. got läze in lange an ren leben! er hät uns bräht von herzeleit.’
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Die wagen wurden schiere gestalt: mit sidin tuochen manecvalt [303 wurdens schöne verdecket. si säzen üf die wagen guot. si wären alle höchgemuot, an vröude gar erwecket, dö st sähen den lieben tröst verr über die beide riten. ‘dä kumet der der uns hät erlöst: wir süllen sin hie biten und die baniere vür uns län. swann er uns danne ansihtec wirt, s6 get er zuo uns üf den plän.’
957
‘Wilkomen, aller sslden grunt, du heilbernder vröuden vunt.’ si umbvienc in mit ir armen. der herre si dö umbeslöz. helsen, triuten was s6 gröz: in durfte niht erbarmen daz er s6 vröuden riche stuont. die megde enpfiengenn schöne. st gäbn im manegen röten munt o und den rittern edel ze löne. “est lanc daz ich iuch nie gesach: iur vremde hät von trehen mir üz ougen bräht vil manegen bach.’
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Der herre sich dö underwant, er nam die künegin bi der hant. die megde hin vür drungen, ritter, knehte, werdiu wip und maneger kiuscher vrouwen lip. von alten und von jungen wart in geschenket manec gruoz, der seneden sorgen störte. dä von wart in swaere buoz: von kurzewil man hörte, von vröude maneger leige schal. kleincete truogen diu getwerc, dä mite gezieret wart der sal.
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Man bötz im wol und dannoch baz: vil schoener megde umbe in was, die kurzten ime die stunde. si kömen vür in lobelich und wären alle vröuden rich, swaz iegelichiu kunde, und diu getwerc lobesam, durch daz st iht bedruzze, swaz man ze vröude solte hän, des ein ritter noch genuzze. dar man vil reine spise truoc: ze dienste bouc sich manec bein von den edelen getwergen kluoc.
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Üf stuont dö meister Hildebrant und diu künegin zehant. mit in ze hove drungen ritter und diu megetin
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und swaz ze hove mohte sin. . von alten und von jungen wart-ez im erboten s6 wol mit richer handelunge, der sich ein vürste gesten sol. der küneginne zunge ze dienste ime dö verjach. dä von im sorge vil verswant und man in vröuden riche sach.
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Künec Imtän der sprach als6 [307 ‘herre, wir sin iur &ren vrö, daz iu sö stolze meide ir dienste undertzenec sint und alle die ze hove hie sint, und diu getwerc mit kleide, ir iegelich ein elle guot von lazürbläwe gesniten und des selben einen huot mit zendel wol durchbriten, da enpfänt si mite den herren guot. er get allen vürsten vor und hät eins wilden lewen muot.’
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Diu künegin sprach ‘ir herren min, ir sullent alle in vröuden sin. ich wil iuch wol ergetzen mit manegen schenen megetin. mit den sulnt ir in vröuden sin. diu wil ich bt iuch setzen und iuwer pflegen als ich sol mit richer handelunge: daz hänt ir verschuldet wol.’ Maneger vrouwen zunge ze dienste im eteswes verjach, dä von im sorge vil verswant und man in vröuden riche sach.
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Si heten kurzewile vil und hörten maneger leige spil, harpfen, roten, gigen, von worten manegen süezen sanc, der durch der herren ören dranc. ir herze muoste swigen: man zuht und scham in herze las. die herren wärn gesetzet, daz dä nieman trürec was. diu künegin si ergetzet swaz in dä vor was geschehen: des wart dö vergezzen gar.’ man sach st alle in vröudenbrehen.
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Die rede st dö liezen sin. dö sprach diu edele künegtn zem hören ingesinde “nu tragent üf win unde bröt. si täten gar swaz si geböt, bald unde gar geswinde. bedecket wart.dö6 manec tisch von when edeln tuochen: - diu dä wären edel unde vrisch, diu muoste man vür suochen. ouch bi den richen tisehen lac von siden manec edel tuoch: diu künegin sich des gar erwac.
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Her Bibunc der sprach endelich ‘swenne ir wellent, vürsten rich, sö sulnt ir nemen wazzer. daz gebent iu die ritter dar, die ich hAn gekleidet gar.’ siner sorge vergazzer. ze ime diu edele künegin gienc mit ir richen kröne: diu gap sö wunneclichen schin. die megde sungen schöne, daz er alles des vergaz daz ime leide ie was geschehen, die wile er in den vröuden saz.
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Sus wart besezzen dö daz velt, mit manegen rittern daz gezelt. die säzen swä st wolden. - diu küneginne niht enlie, si schuof daz maneger sitzen gie, die mit ir ezzen solden. truhszszen wurden dar gegeben, als ez zehove ist rehte. ° si begunden alle in vröude leben, die ritter und die knehte. von sidenz beste, daz man vant, der künegin wart ze liebe gegeben. daz tätens dä dz alzehant. .306
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%7 St gap in alles des genuoc, daz man ie vürsten vür getruoc ' mit hovelichen trahten, - : spise reine und dä bi guot dem edelen vürsten wol gemuot. trahsszen in daz brähten. mit wärheit ich daz sprechen wil: si wären wol mit wurzen. dä dienten manec ritter vil; die langen und die kurzen, ze dienste bugen sich.ir bein. röter munt gap manegen smier, vil goldes ob reiden löcken schein.
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Bibunc sprach ‘ir herren min, sold ich iemer bt iu sin und bi den vrouwen reine mit miner ritterschefte guot (die sint alle in höhem muot), ich ahte ez harte kleine. st hänt barnesch, kleider guot niht ze lange gesniten. in ist-des allen worden muot daz si weln gegen iu riten durch willen der edelen künegin brechen ein sper oder zwei. des sulnt ir von mir sicher sin.’
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Des antwurte ime her Hildebrant ‘die herrn hänt gezzen nu zehant * und diu schenen megelin, Portalaph& diu herzogin, vrou Uot, die wellenz schouwen. Volentrin ir.junevrö fin und des vürsten ingesinde die sullen alle in vröuden sin, daz.man kein trüren vinde. st sullen vor der künegin, ' als man die tavel üf gehebt, . tanzen, springen, vreelich stn.’
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Man gap den herren wazzer do. des wären si dö alle vrö. st vür die vrouwen giengen und sungen hovelichen sanc. daz nämen die juncvrowen ze danc: die ritter se umbeviengen und gäben in des widergelt mit süezer doene klingen. ‘wir zogen mit in vär daz gezelt: dä herren wir d6 singen alsö meisterlichen wol daz wir alle werden vrö, - wunnenclicher vröude vol!
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Man hiez slahen üf einen tanz. die megde giengen mit ir kranz durchrigen wol mit golde. st häten kleider an vilvar. man nam ir vil sere war: von richer @ren solde wären st sö wunnenclich, . daz zesamen jähen * "
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* got hät an st den wunsch geleit und der wünschelruoten hort, daz st der eren kröne treit.’ .
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Diukünegtn was ze wunsche gestalt. ‘wer möbte bi ir werden alt, den st mit triuwen meinet? ir ougen brehen git liehten sebin, ir mundel und ir wengeltn grewet unde erscheinet. mit ir röten mundelin st macht ouch gröze kwäle mitten in daz herze sin: si brennet in ze mäle durch ougen in der minne grunt. sol daz ein siecher ane sehen, von vröude wurdeer schiere gesunt.
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Minne ist kreftec sam der töt. st vindet unde machet nöt zwischen lieben liuten. si bindet in der minne kleben und lit dann unden unde oben. st kan niht bediuten, und hrennet durch daz herze hin hie ze allen stunden. st kan suochen under in und machet gröze wunden und kumet zime geslichen dar und stilt im herze unde muot, daz er sin niemer wirt gewar.'
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Der Berner tugentlicken sprach, dö er die künegin ane sach, vil harte minnecliche. . er sprach ‘vil edel künegin, mir ist kumber worden schin in dem künecriche.’ si sprach ‘lieber herre min, des bin ich iuwer eigen. ir sullent min gewaltee sin: ich wil iu gerne seigen ltp, guot unde dar zuo lant. des sullent ir gewaltec stu, vil höchgelobeter wigant.’
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Nuläzen wirs in vröuden bie und sagen wie ez Bibunge ergie. der häte ouch sine kröne: diu stuont im als6 adelich. sin rittex bi im lobelich riten alsö schöne. Sigeram der was-bereit: er hielt üf deme pläne, und ander getwerge vil dä reit. er häte in guetem wäne, er wolde der helde drige bestän. “daz geebe der tiuvell’ sprach Wolfhart, “ich stiebe iuch zwönzec schuch hin dan.’
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Wolfhart der. was schiere bereit: des wart Sigeram gemeit, Bibunc begunde im binden den helm, daz er in ren stuont. er tete,alsam die.herren tuont. * er kumet gegen mir balde ber: ich wil gen ime riten.’. er sprach. 'gebent mir minen sper. ich wil sin niht erbiten.' sin os er sprengen de. began. er brach üf Wolfhart sinen sper: daz säken vrouwen unde man.
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Wolfhart toben dö began: er tete als ein unsinnec man. * . an. dem getwerge lobesan. -
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dö sprach Hiltbrant wol getan ‘wolteste in hAn erstochen, sö vlürest du die hulde min und ouch der küneginne: du wilt doch ein helmhouwer sin, » und wenest mit gewinne scheiden als vor hie von dem man? Wolfhart, du bist geschant, swie du in gezzen woldest hän.’
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Wolfhart sprach ‘ez ist mir leit daz ich ie kein arebeit leit durch die küneginne. daz ich min öre hie hän vlorn, daz ist mir hiute und iemer zorn; ich han verlorn die sinne.’ ‘neinä, nein, heit Wolfhart guot, du wis niht alsö gehe: dir kumet morne ein ander muot. ! dö du wide uns verjsche, du woldest in stechen verre dan zwenzec schuohe oder mö, dä hästu gelogen an.’
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D6 sprach der alte Hildehrant “änt mir min neven ungeschmmt. man sol sin niht gilen. kumet ez nu aber also daz sta herze wurde vrö, er mac in wol ertlen.’ daz getwerc vil lobesan sprach ‘waren.din noch drige, ir müestent rümen im. den plan. er ist in der krige gewesen ie der besten ein. du häst sin keine schande niht: er ist gebora ein herzog rein.
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Her Bibunc ist der bruoder six: dem dienent ritter, megettn. der wil ouch hie stechen durch willen der edelen künegin. daz st diu baz in vröuden sin, wil er die schefte brechen dem edelen vürsten hie ze lobe und sinen schiltgeverten, er wil eime ligen obe an disen widerverten. swen er ime wirt sihtec an, " er st ritter oder kneht, er bricheteinsper üfdem plän.’
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Wolfhart dö mit grimme jach ‘diu getwerc tuont uns ungemach und herzecliche swere.’ sprach der edele vürste guot “Wolfhart, wie stet dir din must? wir bin nu hertiu mare. disiu getwerc lobeltch diu sint sö höhes muotes: wiltu dich rechen menlich, sö erwic dich guotes, Wolfhart, unde rit hin an.’ ‘der tiuvel vüeres berg unt tal: daz ich ir ie kein kunde gewan!’
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D6 sprach der künec Imtän “Wolfhart, nu bist niht ein man. du bist gar verzaget. wie ist ez dir ergangen sö? du wre doch des strites vrö,- als6 mir ist gesaget, und strite mit den wurmen dä sö rehte kreftecliche bede unde anderswä in dem künecriche. ich muoz oueh riten stechen dar
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mit den rittern kniewes höch.” dö lachten die juncvroun an der schar.
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Dö sprach meister Hildebrant ‘du häst uns alle wol geschant, daz niht getorstes riten ze deme getwerge lobesan. du bist ein verzageter man: nu darftu noch niht striten. rit ze den zwein üf den plän und halt ze einer siten. wil dich doch ieman riten an, des soltu wol erbiten. kumet ieman gegen dir her, sö brich ein sper oder zwei und rft von in mit guoter ger.’
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Wolfhart der redete al d6 ze Hildebrande, er sprach also “ch wil den künec biten daz er mit mir rite dar unde min dä neme war und halt ze b£den siten. ich wil stechen ein sper zehant gen eime ritter kleine: Merzeltn ist er genant. er dunket sich gemeine und wil gar ein geselle wesen: brichet er sin sper üf mir, sö lät er mich doch wol genesen.’
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Wolfhart reit hin üf den plän mit manegem ritter wol getan. der künec in mit dem zoume vuorte vür die herren hin. er bant im üfe den helm stn und nam sin guote goume. er reit hin an den ritter wert mit sime starken schafte: allez des sin herze gert, daz vant er dä mit krafte. er brach sin sper üf'Merzlin enzwei: diu getwerc schrüwen alle gar über Wolfhart lüten schrei.
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D6 sprach der künec Imtän - ‘nu kere du hin von dem plän. du verst nu wol mit €ren. nu zoge du vil vaste hin vür die edelen künigin: din vröude wil sich meren. du häst dich nu gerochen wol an dem kleinen ritter. du bist nu worden vröude vol: st dunket sich sö bitter.’ des nam der künec guote' war. | “ch wil ein vrouwen ritter sin: ich wil ouch riten zuo in dar.’
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Der künec dö bereitet wart gen Bibung üf der selben vart mit manegem ritter schöne. | st riten vür den vürsten rich und vür die künegin minneclich: diu Saz under ir kröne. die megte sungen süezen sanc | den vürsten dä ze prise: | dar under harpfenspil erklanc in süezer heller wise, daz des der edel vürste jach daz er bi allen sinen tagen nie bezzer kurzewile gesach.
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Der künec der reit dä her vür, der edele vürste üf der spür harte vermezzenliche. die tambür wurdn erschellet dö (d6 wart vil'manec herze vrö) und seiten spil gar riche.
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Dietleip dä von Stirelant reit mit der künegin here: sinen helm vuorte.er an der hant und reit dä durch sin ere mit der edelen künegin wert, der häte sich bereitet ouch: sin herze aller eren gert,
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Die herren wärn al wol bekleit, swaz üz der Wulfinge lande reit und üz Ungerscher marke, und ouch die üz Stirerlant: die sint einander wol erkant. Dietleip der starke vuorte des küneges banier rich sö gar vermezzenliche mit sime rosse snelleclich, sö rehte vröuden riche. er gedähte d6 in sinem muot, er woldes alle wol bestän, war ir noch als manc ritter guot.
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Der vürste teilte sit enzwei. ein knappe von den wäfen schrei “ir teilt die herren gliche. swaz ir hie st üz Ungerlant > und üz Stiremarc zehant, die hoerat-zesamen billiche; und ouch die ander schar gar guot von den Wulfngen. Helfriche und Baldunge ist ze muot, in müge wol erlingen, - und dem edelen Rentwin wert. der ist von valsche wol behuot: [sin herze ie der erengert.. ]{#vz1870-s0990-v13}
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Her Bibunc was ouch bereit. er nam sin baniere vil gemeit und reit ze den Wulfingen, her Sigram zuo der andern schar mit siner ritterschaft dö gar. die baniere liez er swingen, der vürste teilte si aldö vil ebene und ouch geliche: si wurden alle in vröuden vrö und wurben.endeliche. her Bibunc dö den helm üf bant: er wolte ein site riten.hin ‘ üf den künec üz Ungerlant.
992
Der künec was bereit zehant. ber Bibunc kam gen ime gerant: üf in begunde er stechen. sin ros daz was unmäzen stolz: ez Ilte balder denne ein beolz. sin schaft kunde er breehen üf den edelen künec wert. des lachten al die herren. die juncvroun heten des begert die minren und die merren, daz ime genäde gienge in hant. ‘des wünsche ich’ sprach diu künegin, ‘nu helfe dir der heilant.’
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Her Witege der bereite sich gegen dem künege sicherlich. si riten gegen einander. sisprancten mit den rossen dö: des wart der edel vürste vrö. den ritter wol erkander. si wären bede höchgemuot durch der vrouwen willen. si brächen bede ir sper guot. st sprancten vür vrowen hullen die edelen juncvrouwen fin. diu was aller selden hort: ich wer wol iemer bir gesin.
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Dieherrenriten von dem plän. st heten bede wol getän
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under ir banieren. dö kam gezogen aldort her Dietleip von Stir mit sime sper: man gunde in ane smieren. gen ime kam dort her gezoget der vürste Helferiche. dö reit ouch der edel voget o under der baniere riche. si riten gegen einander dar: si brächen durch vrouwen £reirsper. des namen si alle war.
995
Die edeln herren beide guot wurden harte wol gemuot, zesamen daz si spranoten. st kämen beide vrümeclich mit einer just gar vröuden rich. diu sper si böde sancten. alsö stin den lüften vlugen, üf der pläniure velde si sich d6 zesamen smugen. die juncvroun underm zelde sprächen von der minne danc: si’,heten bede verdienet wol ein küssen, ein lieplich umbevanc.
996
Dö sprach der Berner tugentlich zer küneginne minnenclich ‘ü’z herze üz dinem munde werdekeit erscheinen wol und mache ir herze vröuden vol alhie ze dirre stunde. gebiut im daz er richen gruoz gebe den vürsten beiden. mit wärheit ich daz sprechen muoz: o und hete ein wilder heiden alle die nöt durch uns geliten, wir müesten ime des sagen danc: als die herren hänt gestriten.'
997
Diu künegtn sprach ‘ir herren min, | kunde ich näch dem willen sin iu gebieten schöne! | ir megde und ouch ir edeln wip, zierent iuwern werden lip und gebent den ritern ze Iöne | vröuden vil und vrelich leben in weltlicher wunne: sö wirt iu sicherheit gegeben daz ir und iuwer kunne mit uns vröude sullent hän umb den dienest, den si dort und hie uns allen hänt getän'
998
Die herren riten d6 alle gelich ze der pläniure ritterlich. ir semit lieht von golde diu gäben gegen der sunnen glast. man sach dö manegen werden gast | in der eren solde. si riten alle in vröuden dar und wolden pris bejagen. des nämen d6 die vrouwen war. st kunden wol-gesagen von den edeln rittern guot, si vuoren üf dem ringe harte stolzeclich behuot.
999
Her Blesdelin was ouch bereit. mit ime ein ritter wol gemeit wolt stechen umbe &re: er was geheizen Sigenant. ‚ sin sper brach er alzehant. er umbewarf sich sere näch den vrouwen wol getän und näch der küneginne. er sach ir näch hin über den plän. von der zunderminne wart er entbrennet als6 gar:
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diu künegin envarwie sieh. desnämen dieedelen vrouwen war.
1000
Der Minnen sträle in kömen an, daz er alsö sere emhran in der minne glüete. in geschöz der Minnen sträl, daz er muoste liden kwäl. sin herze ime enblüete ; wan in dö der Minnen bolz hät als6 säre troffen. er kam von im selben als ein holz. ıosin herze was im oflen; wan si im schöz daz bölzelin. sö bran im herze unde muot näch der edelen vrouwen fin.
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Dar riten aber herren me&. st wären vröuden rich als 6. mit busünen und schalmien si machten manec herze vrö6, daz was dürrer denne ein strö. die vürsten und die vrien vuoren in der megde schar der künegin alze lobe: si stuonden engellich gevar. sit in der Minnen klobe dö riten si hin üf den plän und wolden pris und ere bejagen, - der vrouwen minne wolgetän.
1002
Die justierten üf der stunt, daz dä .maneger röter munt wart von in gezundet. si triben hovelichen schal, daz den herren überal wart manec herze verwundet von der angesihte fin der edelen junevrouwen: | von äventiure geschihte fin die man dä mohte schouwen, d6 namen si der Minnen seil, daz manegen ritter häte verwunt, und stricke vaste an ir teil:
1003
Diz werte biz den vünften tae, daz dä nieman ruowe pflac. dö schrüwen die von den wäpen “alt üf, ir herren, üf dem plän. sir hänt ez allez wol getän, die herren und die knappen.’ d6 sprächen si dä allegelich. ‘waz meinent ir hie mite?’ ‘einen turnei wunnenclieh o nach gewonlichem site von zinstag über aht tage, zwei hundert ritter lobelich, . durch vrouwen äne widersage.’
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Die herren zogten alle hin, die edelen vrouwen euch mit in, und schuzzen- dä vil tougen an die vrouwen manegen blic: die sint in der Minnen stric. daz ist gar äne lougen. ein knappe von den -wäpen schr& “ir herren, heerent alle und läzent iu noch sagen m& wer uns alhie gevalle. des küneges riter üz Ungerlant der ist der beste hie gewesen: er ist geheizen Sigenant.
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Der Minnen bogehät in geschozzen, umbe daz er was unverdrozzen ze dienen sch@nen vrouwen.’ er gap dem knappenz ros aldo: des wurden si dä alle wrö,.
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daz tete er durch daz schouwen. er gap im ouch diu wäfen guot durch willen vrowen Ibline: er was die wile höchgemuot, st was in sime schine. diu minne was an in gewant: si beslöz im herze unde muot, dä mite st manegen ritter bant.
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Die herren heten micheln schal: in den gezelden überal sach man si schöne sitzen. d6 sprach der ritter Eilant ‘wir wellen tanzen alzehant. ir sagent uns von witzen. slach üf, edeler Senderlin, den schenen juncvrouwen. wir sullen tanzen, vrolich sin. man mac si gerne schouwen: an in lit aller selden ruom. swer nu welle bi in sin, der res als ein heiltuom.’
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Der künec leite dö den tanz: er nam die vrouwen mit ir swanz. si sungen wunnencliche, ir klärbeit manec herz durchbrach, daz man die heide glesten sach von ir gesmide riche. der edel ritter Eltant gebärte als minneeliche. vrou Ibelin nam er bi der hant: er wart s6 vröuden riche, daz er alles des vergaz, daz ime ze leide was geschehen, die wileerin den vröudensaz.
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Die busünen wurdn erschalt und die roten manecvalt. man wolt ze hove gän ezzen. die herren tanzten vrelich gar: man truoc in allen wazzer dar und hiez st daz si s®zen. als st dö alle kömen dar mit dem scheenen danze, man sazte si zesamene gar mit manegem scheenen kranze. man truoc in dar mit grözer kraft, daz noch in vürsten hove wol - heizet ein richiu wirtschaft.
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Man bötz.in wol und dannoch baz, vil siden d& man sanfte saz; swaz man kunde erdenken, daz vant man vor den vürsten stän sund vor der künegin lobesan. die herren wolden schenken dä der künegtn lobelteh: dö wurden si ze räte mit hern Bibunc sunder rich: bede vrüeje und späte, swaz man ze hove solte hän, daz verrihte er allez gar, und muosteansinen handen stän.
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D6 man ze heve gezzen hät, die herren wurden des ze rät daz si gern wolden schenken. dö sprach her Bibunc ‘nu länt sin. morne äventiur wir lin: dä von sel nieman wenken.' dö sprach der künec Imtän ‘her Bibunc, swaz ir rätent, des ensullen wir niht lan.’ .. ı08l ez alle gerne täten. vünfzec getwerge hiezen sie ie zwene und zwene g&n mit ein. ir keiner daz dö niht enlie.
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Si giengen mit eime schoenen schanc. dar under diu videle klanc,
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busünen und. schalmien, von worten manec süezer sanc, der in durch diu ören dranc, von vürsten und von: vrien. die dienten al ze hove dar der küneginne schöne. des.nam der edele vürste war. st schancten dä ze löne mörat, mete, win, lütertranc. die juncvroun giengen ouch mit in und umbviengensimitarmenblanc.
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Man böt in allen wazzer dar. si namen dö des vürsten war. er saztes alle nider. ieder man des nam dö war allenthalp der megde schar und nam sine wider. des wart her Hildebrant gewar. er sprach ‘nu wart, vrou Uote. ez get an ein teilen gar: ich habe ouch iuwer huote.’ si sprach ‘ez ist niht ze vil von den edelen rittern guot: si sullen haben vröuden spil.’
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‘Nu sin wir in der vröuden.zil: swaz man nu beginnen wil, daz länt uns ane vähen. bede späte unde vruo sin wir bereit dar zuo: dä wellen wir zuo gähen. wir hän gevriget hie diz lant und sin äne sorgen’ sprach der wise Hildebrant. ‘bed Abent unde morgen wir suln von äventiure sagen, wes wir uns erneret hän, und der küneginne klagen.’
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Dö sprach diu küneginne rich “ich hörte von hern Dieterich - gern äventiure sagen.’ ‘eins tages ich in vröuden saz, dä yil schener vrouwen was. die bäten mich in sagen - von äventiure, ich kunde ir niht: ich wart ir aller göude. sö we mir niemer me& geschiht, als mir dö wart von leide. eim burger bevulhen wir die stat. die reise wiste Bieman me: wir suochten manec wilden pfat.
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Ein halbe mile und dannoch m& wir hörten daz ein maget schr& under einer buochen. üf-si gevallen was daz l6z: des wart ir sorge harte gröz. der heiden soltes suochen.’ ‘dä löste mich her Hildebrant von der ungeschihte. er vuort mich dannän dö zehant ıoin.des waldes pflihte: wir hörten slege manecvalt ieze dort und denne hie. man hört die slege durch den walt.
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Die slege erhörte er Hildebrant. er erbeizte nider üf daz lant: er balde zuo im rande und sluoc ir vier und zwönzec töt. die andern bräht sin herre in nöt. er in dö erkande. si riten böde hin näch mir und vunden mich bim.brunnen. er sprach ‘ez was mins herzen gir. wir viengen an der sunnen
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ein ros daz dA daz beste schein. wir vuortens hin zem walde und schikten st hin wider heim.
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Wir riten vürbaz in den walt. uns kömen wurme ungestalt: wir suochten äventiure. her Hildebrant vant einen wurm, sder häte verslunden in dem sturm Rentwin mit der kovertiure. er ruofte Hildebranden an: der siuoc den wurm ze töde. si riten vürbaz in den tan und vunder mich in dem nöte, daz mir min guot swert zerbrach. Rentwin der l&ch mir daz sin, dä von man mich sigehaft sach.
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Wir kömen zÄröne üf gerant: dä wurden wir vil wol erkant und wärn dä vierzehen tage. - ein bote kam uns näch zehant sund tete uns diu mare bekant: er seite uns gröze klage. wir schicten’ uns her wider dö und wolten ime näch riten. des wart ich von herzen vrö und wolt niht der herren biten. mich vienc ein rise unmäzen gröz: mit valsche er dö üf mich kam. stn herre mich in ringe slöz.
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Ich warf den Grandengrüsen töt: daz tete ich vür mins libes nöt. st wolden mich hungers sterben. dö kam Hülle ouch in daz lant vür Müter die burc alzehant und wolde mich verderben. si klageten ime von Grandengrüs, wie ich in hete erworfen: “er kumet niemer von dem hüs, ıoich habe niht in erworfen. ich riche nu den neven min: ‚ ich slahe in in den ringen töt. des kan got niht sin helfe sin.’
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Hüllen sluoe ich ouch ze töt: daz tete ich vür min selbes nöt. er wolt mich hän erslagen. ich wert mich als ein vürste wert. junevrouwe IbeHn begert daz man in solde verjägen. wir santen einen boten guot her zuo der küneginne. der was vor schaden wol behuot. den brief vuort er mit sinne. er kam zuo der künegin und ze meister Hildebrant. er sprach ‘ir nement daz brievelin.'
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Her Hildebrant bereite sich hin gegen Berne heimelich und samete die Wulfinge. Bibunc reit ouch sä zehant salhin zem küneg von Ungerlant, daz er her kame geringe. ze Dietleip von Stirerlant sante er dö mit ren: ‘sö varen wir dä hin zehant und striten d& mit &ren mit den risen vor dem hol. daz wirt langer niht gespart: wir tuon ez ouch mit £ren wol’
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Si zogten vür Müter vür daz hüs und hieschen dä die risen her üz, die lägen in der hüle. die herren hulfen uns dz nöt: -
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wir sluogens alle sament töt. Wicram lac bt der müle und dühtes alsö übel sin, nieman wolt mit im striten. dö sprach ich “‘juncvreu Ibelin, ıoich wil ez mit im liden.’ ich sluoc in vil balde töt. wir riten vürbaz in den walt und brähten risen, wurme innöt.
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Dö wir wänden von in sin, dö wärn wir mitten under in. st kömen gen uns gegangen und wolden uns alle slahen töt. sdö half uns got von der nöt. st heten uns gerne gevangen: d& sluog wir risen, wurme töt und zogeten zuo der linden. alsus kömen wir üz nöt zuo den hübeschen kinden und zuo den megetin wol gestalt. durch iuch, edeliu künegin, sö bin ich worden gris unt alt.
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Alsus sin wir her bekomen bede mit schaden und mit vromen zuo iu, küneginne, und zuo den scheenen megedin.’ ‘ir süllent äne sorge sin: ich läze iuch mit minne’ sprach diu edele Virginäl, ‘mit silber und mit golde: des hänt ir alles hie die wal. von richer €ren solde, von stden rich, ediem gestein sülnt ir haben wunsches vil und sullentz vüeren mit iu hein’
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Die rede si do liezen ligen: si heten al ze lange geswigen. man hiez dö tavel decken: man leite drüf win unde bröt, und swes dä anders tete nöt, sch@ne bröt und wecken: dö sprach juncvrouwe Martikus ‘wir süllen iuch ergetzen.' dö sprach diu Goldelin .alsus ‘wir süln mit iu uns letzen mitten in daz herze hin von der edelen minne guet, wir und die lieben vrouwen min.’
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Man bötz in wol und dannoch baz. si äzn und trunken swaz dä was: mit willeclichem muote gap ez in din künegin sdurch den edelen vürsten fin. mit libe und ouch mit guote buten si sich dem herren dar, mit herzen und mit sinnen. st stuonden engelichgevar ıo und wären von der Minnen entzundet alsö krefteclich: von der Sigeminnen kraft wurden si sö vröuden rich.
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Dia künegin kleider teilte dö: die herren wurdens alle vrö. von kunsten wärens Tiche: ein samft von golde röt, sals6 ez der vürste geb6t. von gesteine kostberltche was daz kostberlich gewant, * alsö ez kam von Kriechen. ez was von richer koste erkant, ıoalsam die wahen ziechen, mit edeln steinen drüf genät,
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von smaragt, jachant, krisallt und von berlen drüf gesat,
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Die juncvrowen wurden gekleidet gar und die megde an der schar. ein bllät von rötem golde der schein dö dä überal: ser erlühte berc unt tal. von Ticher &ren solde gäben st dö liehten schin näch eines spiegels ahte: man hete sich ersehen drin. mit richer koste trahte was daz hovegesinde gekleit, daz man ez bezzer niht envant dä in al der kristenheit.
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Der vürste und ouch diu künegin kleiten sich von hermelin näch küneclichen eren. von side ein kostberlich gewant Unde ouch von ziklät erkant “den künec lobebaren kleite dö an dirre stunt und herzogen Helferichen. dö jach Hildebrantes. munt ‘herre, min gernt sicherlichen diu künegin und ir vrouwen gar mit ir gekleidet rilich wol.’ des nämen die herren älle war.
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Der vürste häte gekleidet sich, mit ime dia küneginne rich und ouch die edelen herren. die ritter ouch an einer schar, die vrouwen und die megde gar, die minren und die merren wären sö minnenclich gekleit, si alle sich besähen. ‘machent al iuwer här reit: diu minne wil ia nähen. dä kumet der edele vürste dar, dar zuo die edelen ritter guot: der sul wir alle nemen war.’
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Dö sprach der edele Berner guot zuo den rittern wol gemuot ‘wes wellen wir beginnen ?’ ‘herre, wir sullen tanzen vil: daz ist hie der megde spil. des mügen wir hie gewinnen der künegin hulde manecvalt und ouch der juncvrouwen: die machent uns vröude mit gewalt. man mac si gerne schouwen. st künnen singen unde sagen; swenne diu naht gesiget an, s6 wil ez bi in schöne tagen.’
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Der herre üf slahen hiez einen tanz. er nam die künegin mit ir swanz: die andern herren nämen ieder man die vrouwen sin, die andern ritter diu megtin. si zuo einander kämen: st tanzten unde sungen dö mit vreelicher stimme. ir aller herze wurden vrö. noch lüterr denne ein gimme was diu edele künegin. swenn si den Berner ane sach, s6 was sins herzen riuwe hin.
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Dä wart gelt geben wider gelt. die herren tanzten im gezelt und ouch die edelen vrouwen. si sungen wunneclich gesanc, dar under süezen harpfenklanc: man mac si gerne schouwen.
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busünen wurden ouch erschalt und seitenspil dä mite: man hörtes verre durch den walt. näch hovelichem site wart dä gehovieret wol . von rittern, vrouwen, megdin vil: si wurden alle vröuden vol.
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Daz tanzen d6 ein ende nam. man hiez den vrouwen wunnesaın den edelen win dö schenken und ouch den werden rittern guot. ‘die sint s6 rehte wol gemuot. si enwellen uns niht wenken: wir endurfen nim& klagen. vor valsche sints behuote. wir wellen nu niht verzagen. mit herzen, sinne und muote, swie ez in unserm herzen st, wir wellen in gehörsam sin und in mit dienste wesen bt.’
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Des dienstes dö verswigen wart. si bereiten sich al üf der vart - zem edelen turneige. lüte dö geschräwen wart von eime knappen üf der vart, dem von dem wäfenschreige. “ir herren nu bereitent iuch mit iuwer ritterschefte. ez kumet schiere alher ein triuch mit sö grözer krefte. daz ir vor bereitet sint, daz mac iu äne schaden sin, swie ir sint an witzen blint.’
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Der turnei dö geteilet wart von den knappen üf der vart, die von den wäfen sprächen. st teilten ebene unde geltch, daz ietweder parte sich zuo einander brächen. do bereiten st sich überal in den herbergen. st triben grözen, micheln schal: sich kund nieman verbergen. ir braht der’was von herzen grör, von tambürn, von schalmten vil, daz ez in die lufte erdöz.
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Si zogten böd ze velde d6: des wart vil manec herze vrö. iedweder teil df dem pläne die baniere begunde vliegen Un. die.edelen ritter wol getän die wären sorgen äne: her Dietrich der gesprancte dö mit den Wulfingen. künc Imtän der tete also. 108f vuoren mit den dingen und riten undr einander dar und verwurren sich gar vestecileh: - einez nam des andern war.
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D6 kam Dietleip von Stirerlant in den turnei gerant. si begunden ime zuo setzen. . er kam an Wolfharten hin. des nam der guote gewin. er begunde in söre letzen. ‘ara j&’ sprach Wolfhart, “ir tuont unbeseheidenliche. ir soldent mich s6 rehte hart niht grifen, s6 vrevelliche. nu ist ez iu doch ein spot: wir stn durch kurzwit her bekomen. nu länt ez lüterlich durch got.’
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Dö sprach Dietleip tugentlich ‘her Wolfkart, ir sint wunderlich. ich wolde iach nete erzurnen.' Witege sluoc hin unde her, daz was dö stnes herzen ger. er begunde söre hurnen. diu ros begunden dringen dar: st wurren vaste undr eine. her Bibunc nam sin selbes war. er reit in die gemeinen schar mit der baniere rich: ‘nu schouwent alle einander hie. daztuontdurch get von bimelrich.’
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Ir was ein gröziu, michel schar. die knappen von den wäfen gar begunden krien allen. die ritter als6 lobelich shielten den turnei wunnenclich und begunden sere schallen. st dö vaste wurren sich die scharen undr einander. st sluogen mit swerten vientlich: d6 streit der künec selbander, von Ungerlant der künec guot und der helt von Stirerlant:: der was sö rehte wol gemuot.
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Die herren gäbn gelt wider gelt. die edelen vrouwen vor ir zelt begundens söre schouwen. st sprächen “herre got der guot, snu gip den herren solich muot daz si nu unverhouwen komen von einander hie durch willen der suone. ° sit uns got noch Rie gelie, wir sullenz im mit löne danken die wile daz wir leben, daz er st in atner huote habe, si kunnen hie näch £ren streben’.
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D6 kam Reinolt von Meilän tiuvelichen: dort her dan über Elfant gerennet: der hielt aldä under in. sez zöch in mit dem heime sin, daz er im wart erkennet vöür der tiursten ritter ein, dens in dem turnei vuorten. Schiltwin der kam ouch s6 rein: mit sporn st diu Tos ruorten. st namen ald& eine jost under den rittern lobelich:: d6 wart verloren michel kost.
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St häten sich gezogen gar einer her, dex ander dar: si sluogen sich sere und brächn einander die helm abe, sund swaz st baten üf der habe, daz gäben st umb äre. Witege und Heime riten wol, Bleeditn und Bolzolde: ir herzen wären vröuden vol. kunden wol mit solde. dö sprach meister Hiltebrant ‘der turnei sol ein ende hän. die ritter hänt gar wol gerant.’
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St hänt den kriuten wö getän und den bluomen üf dem plän: si wurden gar entsetzet, einer zöch her, der ander hin: der turnei der galt under in. st wurden sere geletzet an libe, an rosse und an der wät: si wären sere enbrennet. und hete ein meder dä gemät,
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»ez wer niht sö vertennet als von ir dienste manecvalt. üz ir slegen vuoren gneister gröz, reht als erbrennet wre der walt.
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Einer vor allen pris bejaget, der andere harte sere klaget. die ritter wolden heim keren. den werden dühte es njht ze vil. der vürste sprach ‘dä hin ich wi. ich hän gworben näch &ren. sus wolde der turnei ende nemen an den wunneelichen rittern. daz solde in dä vil wol gezemen: si häten als6 bittern grimmen smerzen dä geliten, und hete ez Parziväl getän, er hete genuoc dä mite gestriten.
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D6 sprach diu küneginne rich zuo dem edelen Dieterich, dem vogte dä von Berne ‘herre, heizent halten üf. . ir ist genuoc üf diseme hof.’ er sprach ‘vrouwe, gerne. ez ist ir kurzewile gar: si zogten drumb ze velde, daz man ir aller name war. si suln.underm gezelde sich al niht läzen sehen dä: si sullen suochen äventiur böde hie und.anderswä.’
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Der wäfen knappen kriren s6 und ouch die vürsten priviertent dd und ouch die riter gemeine - ‘süsä, wie lft sö rich bejac san dem Stirer, wan er mac und ist ein ritter reine! ez was s6 wunnesam sin lip:- in wolde nie verdriezen, solten in diu werden wip durch sine tugende niezen. swä man sol re und pris bejagen, dä wil er ie der örste sin, daz manz von im kunde gesagen.’
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Ein ander knappe der wäfen schre “ir herren, niht turnierent m& nu an disen stunden. ich wil iu sagen sunder meil: svon der Wulfinge teil hät einer überwunden, daz er ist der beste.ein in disme turnei gewesen: stn lip in tugenden ie erschein. des müeze er swelec wesen, und ouch manec ritter guot, des namen ich niht genennen kan. st hänt alle heldes muot.
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Ir herren, zogent abe zehant. diu naht kumet dä her gerant: nu ritent üz dem melme.’ dö riten si alle von dem plän. si hätenz alle wol getän: si täten abe die helme. st sähen gegen den vrouwen dar mit beplicher anegesihte: des nämen st vil ebene war. ie zwene von geschihte zeogten vor den vrouwen hin. Rentwin und der von Stirerlant vuorten die &re enhant mit in.
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Ein knappe vaste vor in schre.
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er wolde ritens kleider m& von den edeln rittern. si gäbn in ros und wäfenkleit: des wurden st vil gemeit. sit kunden ouch wittern. dö kreigiertens überal der den scheenen vrouwen. die megde mit gar grözem schal begunden sere schouwen diu ros und ouch diu wäfenkleit. des wart Dietleip von Stire vrö, und ouch her Rentwin vilgemeit.
1051
Her Dieterfich der machte dö daz st alle wurden vr6: er gap in ros und kleider. diu künegin tet ouch alsam. ssi gap in ein samit wunnesarm: daz was ir wille beider. dö gap der künec Imfän ein beldekin liehtgebzre. dö riten st hin üf den plän o und kunten ir mare. von den herren wol getän und von der richen gäbe wert, diu in was worden üf der ban.
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Die ritter schamten sich aldö. st machten die varnden alle vrö. die von den wäfen jähen, si gäben in alle ir wäfenkleit. sdaz wäs den knappen dö niht leit, wan si ez gerne sähen. st kreigierten aber dar mit hovelichem schalle. die hörten al die vrouwen gar. dö sprächen die herrn alle “nu ist der turnei vollekomen. die knappen von den wäfen die hänt geschaffet nu ir vromen.
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Die rede st dö liezen sin. dö sprach diu edele künegin zen edeln truhszzen ‘au heizent bereiten her allez des ir herze ger, daz si sullen ezzen. si hänt ez verdienet wol in diseme turneige. * hänt gröz geschreige durch uns geliten unde nöt: wir sullen in des sagen danc. siwärennäch vondampfetöt.’338 |
1054
Die edelen herren wol gemuot von Stire und ouch von Berne guot die wolden niht enberen, si wolden vür die künegin stanzen mit den juncvrouwelin. des wolde mans geweren. d6 kömen st vrelichen dar mit busänen und schalmien: ir herzen wurdn ervrischet gar. die vürsten und die vrien die sach man mit vröuden stän. man böt in allen wazzer dar und hiez st d6 ze taveln gän.
1055
Diu künegin diente den herren wol: des wart ir herze vröuden vol. si hiez vür die ritter bringen allez daz man solde hän: sdaz sach man üf den taveln stän. ' st heten guot gedingen | zuo den edeln rittern wert ; und zuo ir gesinde.
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“ur herze milter tugende gert: dä von iu leit verswinde! alles iuwers herzen muot erwerbent an mir swes ir gert, und dar zuoltp und lant untguot.’
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Dö st in den wilen saz und mit den edelen vürsten az in der tavelrande, dö kam ein bote sä zehant, der was geheizen Ruolant. der sprach mit sime munde ‘ist hie ze lande ieman erkant der edele vogt von Berne und dar zuo meister Hildebrant? die herren szhe ich gerne. die burger hänt in ein brief gesant: koments bald ze Berne nibt, si müezen vloren hän daz lant.’
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Man vuorte balde in hin tn vür die edelen künigin und vür den edelen vürsten. dö sprach der alte Hildebrant ‘wis willekomen, Ruolant. du bist ie der tiursten boten einer der nu lebet. min herze ze iu in hüge als rehte tugentlichen swebet.’ er sprach ‘ich niht enlüge, und kumet min herre wider niht in drizec tagen oder min, daz lant er niemer m& gesiht.'
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Der alte rünte vor in dar mit dem vürsten und seite im gar diu mare dö ze stunde und böt im dar diu brievelin. s‘swaz dar an geschriben mac sin, ervint ouch von dem munde.' der vürste enpfienc den boten dö mit richer handelunge. diu vrouwe was sin ouch vil vrö. si sprach mit ir zunge ‘wis willekomen, Ruolant. wie vert ez dä heim mit hüs? daz solte mir hie tuon bekant.’
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Er sprach ‘wrouwe, ez g&t noch wol. die wärheit ich iu sagen sol: man wil die stat beligen. daz ist dem vogte komen vür. sich bin geriten üf der spür. ich mags iu niht verewigen: ez ist daz mare übr al daz lant, min herre at erslagen. dar umb sö bin ich iz gesant. ich sol niht verzagen, ich brht in diu rehten mere wider, er st lebendec oder töt: dar näch wein stsich rihten sider.’
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D6 sprach der alte Hildebrant “iu ist geschriben her gesant, man sage, ir sint erslagen. kumt ir in drizec tagen niht, we dem lande dö geschiht, daz st weln gar verzagen. nu wert ze räte waz ir tuot, mit den edelen herren. daz ist uns allen sament guot, den minren und den merren. komt ir, herre von Berne, niht in drizec tagen oder &, schadundesschande iu dö geschiht.'
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Er sprach ‘meister Hildebrant, der rät der ist an iuch gewant und an den künec richen und an Helferichen guot, wan es harte nöt mir tuot: ez lit mir kumberlichen.’ “herr, ist der rät an mich gewant, sö sol man heizen schriben dem burger dä hin alzehant, daz er läze beliben und tuo vürbaz als dä her: ir koment in zwenzec tagen dar bede mit schilte und ouch mit sper.’
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‘Ich grüeze hin den burger min, an den ich hän gesetzet hin die guoten stat ze Berne, dar näch die besten sunder ein sund denne dandern algemein. ich kume zuo in gerne und maches aller sorgen vri, sold ich dar umbe sterben: mir wonet höchgemüete hi. ıoich wil noch holde erwerben ze Berne in dem künecrich bt den edelen rittern min und bt den burgern herlich.’
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Er tete komen vür sich dar, daz st kamen alle gar. sit hörten vremdiu meere, ‘diu enbietent mir min burger guot. sst sint äne höhen muot. i daz ist mir harte sw:ere. dö sprach der künec üz Ungerlant ‘wir sin bereitet schiere: wir riten mit iu alzehant. unser ist m& dann viere; und daz wirt langer niht gespart.’ dö sprach der alte Hildebrant “wir müezen al hin üf die vart.’
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Der künegin wart daz mare geseit: ez was ir von herzen leit, wan si vorhte verliesen ir vil minneclichen tröst, der st von töde häte erlöst. des muostes leit erkiesen, id die juncvrouwen alle gar trüreten dö gemeine. des nämen die herrn alle war daz diu süeze reine d6 alsö von ir selben kam. des trüreten si dö überal. den megden man ir vröude nam.
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Daz wart dem vürsten do geseit. daz was im dö und iemer leit, daz ihtes iht ir wirret. er kam zuo der künegin. st sprach ‘herzelieber herre min, wie bistu nu verirtet ?’ “in ist ze Berne mare komen, mich haben die risen erslagen, und hänt m& von mir vernomen: ıoin vil kurzen tagen wil man in die stat beligen. daz sol ich weren, ob ich mac, odr ich muoz aber underligen.
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St sprach “lieber herre min, tuont mir iuwer gnäde schin und tr&stent mich vil armen. iuwer eigen diu ich bin: der länt helfe werden schin und länt si iuch erbarmen. nu gönt mir tröst und dar zuo rät wie ich nu tuon müge.
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sit daz min heil nu an iu stat, rätent waz mir tüge.’ er sprach ‘ich hän gevrit diz lant dir von allen vinden din und hän sie ze mäle geschant.’
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Si sprach ‘herre, nu heizent laden vierzec miule äne schaden mit silber und mit golde und mit andern kleinöten guot. sswar iu danne st& der muot, dar koment ir mit solde.’ ‘heizent sliezen üf den berc, ich wil den rittern lönen’ sprach dö Merzlin daz getwerc, “und ouch den von Äröne.’ dö giengen si hin in den berc: st sähen manegen richen hort und vil der edelen getwerc.
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Si sprach ‘ir edelen herren guot, war näch stöt nu iu der muot? ir nement swes ir gerent. des sult ir alles sin gewert. min herze trürens nu begeit: des selben mich gewerent. ieder man der neme swie in näch sim muote geluste, golt, silber und gesteine hie (ich hAn niht iuwer vluste), . von siden manec rich gewant. des nement swie vil ir wellent: daz hänt ir wol an mich gewant.'
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Dö iederman dä hete genomen und alle wärn her üz bekomen, d6 bräht man dem von Berne vierzec miule vür den berc. megetin und diu getwerc diu dienten im al gerne. man Juot im zwönzec miule guot mit silber und mit golde. des wart erhehet im der muot mit richer eren solde. die andern wurden dö geladen mit edelen steinen und mit siden. daz tete st allez äne schaden.
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Die wagen wurden ouch bereit, kleinoste vil dar üf geleit von maneger hande leige, von stdn und edelem gestein. daz vuort vrou Uote mit ir heim. st machten gröz geschreige. Portalaphe der herzogin und ouch der edeln juncvrouwen den luot man semit vol ir schrin, daz man si mohte schouwen; und die herzogin Simeltn, die moht man gerne sehen dö und ouch die edeln vrou Ibeln.
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St nämn urlop zer künegin und zuo den schenen megetin und zuo den rittern kleinen. die wolden mit dem vürsten och, sdie dä wären kniewes höch. aldä wart grözez weinen und ouch jämer überal von rittern und von vrouwen. die wären alle dä ze mäl ıobereit daz man si schouwen mohte dä wol überal. st hiezen Bibunc biiben dä mit sinen rittern üf der wal
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Bi der edelen künegin: ‘der diener solte iemer sin
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und dine ritter alle.’ er sprach ‘herr, unde möhte ez sin, wir riten. gerne mit iu hin mit disme grözen schalle : und mit den schoenen megetin wolten wir riten gerne und wolten iuwer allez sin.’ dö sprach der voget von Berne ‘du solt bi der künegin iemer hie heime beliben. daz tuo durch den willen min.’
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‘Daz ir gebietent, daz sol sin, herzelieber herre min. got läze iuch wol mit eren . vären hin gen Berner lant: wirt iu gröze vröude erkant, und sol sich vürbaz meren iuwer £re zaller stunt. des sol iu got gerne biten vil maneger kluoger röter munt.’ mit vil guoten siten der vürste zuo der künegin und dem gesinde urlop nam. des liten si alle gröze pin.
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Dö sprach diu künegtn mit kür “nu länt hern Dietrichs boten vür mit zwenzec marken goldes. nu mach dich üf die sträze din sund tuo diu m&re heime schin. s6 wirt dir noch. m& soldes gegeben von der hende min, bringest in guotiu mare. des soltu von mir sicher sin. ıobewar dim herren dere‘ "und läz michz wizzen sä zestunt: sö wirt dir denn von mir gegeben ze botenbröt vünf hundert pfunt.’
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Ruolant vuor gegenBerne hin. [345 er segente dö die künegin, ein spiegel aller vrouwen: si machte im manec kriuze näch. sim was niht von ir ze gäch. er begunde hinder schouwen, ob ime sin herre vüere näch | und ouch die edelen ritter. hern Dieterich dem was vil gäch. sin herze was im bitter daz er die vrowen liez ungeströst und von ir varen muoste dö, die er von töde häte erlöst.
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Die wagen vuoren alle vor, die-ritter näch in üf der spor. si segenten d6 die vrowen. st machten in manc kriuze näch. sir maneger sich dö des versach, sin herze were verhouwen von der edelen künegin und von ir megetinen. si zogten alle vaste hin: ıoman sach si verre erschinen. verre durch den walt hin dan si zogten vaste von in hin. man enpfienc die herren lobesan.
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D6 sprach der alte Hildebrant *herre, wir komen in daz lant, in iuwer künecriche, morne dö diu sunne üfgät . sund sich übr alle berge lät. wir werden vröuden riche. ist daz diu stat niht ist belegen, des hän wir morne boten. gegen uns kunt Ruolant der degen; der seit uns sunder spoten war näch wir rihten unser muot
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dem lande zuo nutz und ze vromen. daz ist juwern &ren guot.'
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Dö sprach der edel vürste rich ‘ir redent gar bescheidenlich. waz rätent ir, herren ?’ ‘alsö der wise gesprochen hät, sdaz dinc iu vil wol ane stät: ir volgent ime mit eren.’ ‘56 slahen wir üf unser gezelt, biz der bote kumet, her üf diz wunnecliche velt. der bote sich niht versümet, wan er ist sö endelich: er ilet bede naht unt tac. daz sulnt ir wizzen sicherlich.’
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Der bote der kam zuo gerant: ‘wilkomen, edeler Ruolant! . waz mare bringst von Berne und ouch von den burgern guot?’ ‘si sint alle in höhem muot und szhen ir herren gerne. si bereitent sich gen im, daz sin erlich enpfähen, sit er und die ritter sin ıoin beginnent nähen. des vröut sich al daz lant gemein und vröuwent sich der vröuden vart, daz ir herre kome heim.
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Herre, nemt disen brief ze hant; den hänt iur burger iu gesant geliche und algemeine; und heizent lesen in ze hant: sich muoz wider in diz lant zuo den burgern reine. botenbröt gewinne ich guot: des gent st mir gerne, wan si gewunnen höhen muot ovon dem vogt von Berne.’ Ruolant was endelich unt kec: er reit dö balde wider heim hin gegen Berne üf den wec.
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Si biezen in wilkomen sin. ‘nu sage an üf die triuwe din, bringest uns guotiu mare? ‘ja dä kumet der herre min mit der ritterschefte sin und mit den vrouwen here. morne vruo brechent si her sö rehte wunnecliche mit zwönzie hundert ich bins wer: as die sint sö vröuden Tiche. ie zwene und zwe£ne g£nt bi ein.‘ st singent süezer stimmen hel, als vogel sungen algemein.’
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Der burger hiez bereiten sich balde und swinde lobelich gegen ir lieben herren, gegen dem vürsten lobelich mit sinen rittern @ren rich: ‘die sint von landen verren mit ime in diz lant bekomen und ouch die edelen vrouwen. si sint alle üz genomen: man mac st gerne schouwen. nu enpfänt in alle lobelich näch der wirde als an im Hit: sö werd wir alle vröuden rich.’
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Des morgens, dö ez tagete, diu stat alle erwagete: menlich was bereitet. man sprach eine messe dö. des wart ir gemüete vr6, iederman erbeitet.
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si äzn ein kleine wile do, als in dö was gebzere. ieder man lief hin alsd daz er der Erste were: st wolten alle pris bejagen. dö si zwö mtle kömen hin, einer began zem andern sagen.
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Er sprach ‘wie verre suln wir varı gegen den wunneclichen scharn ?' sprächen si wider einander. indes kam Ruolant zuo gerant: s‘stözent die baniere üf zehant. ieder man rit selbander als6 rehte ritterlich. man mac si gerne schouwen und die vrouwen wunneclich üf der grüenen ouwen.’ d6 nämens der baniere war: die wären meisterlich genät. über die heiden vlugen si dar.
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Die ’burger hielten ordenlich, biz daz ir herre her Dietrich zuo in begunde nähen. si heten busünn, schalmien vil; stambürn und ander seiten spil. alsö dö si in sähen, st vielen von den rossn zehant. dö hiez er halten schöne. dö sprach meister Hildebrant ‘diz hänt iu, herr, ze löne von iuwern burgzren guot. die hänt alle tröstes gnuoc und enpfähent iuch mit höhem muot.’
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‘Stnt willekomen, her Dieterich. der werde got von himelrich der sol der szlden walten! daz wir iuch hie hän gesehen, | sdar an ist uns vil liebe geschehen. daz wir niht sin verschalten von iu, lieber herre min, des weln wir gote danken und der lieben muoter sin: ich gesach iuch nie sö kranken.’ ‘dä hän wir geliten, daz ist wär, von heiden, risen, wurmen vil strites durch ein künegin klär.’
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“Ir herrn, ir sulnt wilkomen sin, die hie sint mit dem herren min, und ouch die reinen vrouwen. wol üf, herre, in iuwer stat! 5.dä ist iu allez daz begat « daz ir dä wellent schouwen: daz vindent ir dä alzehant näch iuwerm muotgeluste.’ dö sprach der alte Hiltebrant daz lant kam allez sament dar, im wurde gedient noch tüäsent stunt von maneger wunneclicher schar.’
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Die edelen vürsten kömen gvarn gen Berne und wolden die stat warn. er kam mit grözen eren mit sinen burgern in geriten wol näch küneclichen siten mit manegem riter und herren. die häten wunneclichen schal, dö si ze Berne in vuoren. si wurdn enpfangen überal. die burger ime d6 swuoren. d6 wart bereitet in den sal
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allez daz man solde haben, gar drivaltec überal.
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Man gap den herren wazzer dar. si namens vürsten worte war. er hiez den künec sitzen, dar näch die herzoginne guot und die ritter höchgemuot. die pflägen guoter witze. st nämen die vrouwen bi sich dar, ieder man die sine (die truhsszen die ir namen war), ıo und ouch diu megetine, diu sungen mit härpfen süezen sanc. si wurden alle wol gemuot: daz seitenspil vil suoze erklanc.
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Si häten kurzewile genuoc von megden und von vrouwen kluoc. dö man gezzen häte, den herren man dö wazzer gap. si nämen einen leitstap. die herrn giengen ze räte. ir vrouwen. dageten al dar zuo. ‘gehent, den edelen herren,’ her Hiltebrant sprach ‘morne vrüo s6 werdent den die verren alle sehen komen her. berätent ir iuch denne wol al näch iuwers herzen ger.’
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Die ritter wären vröuden rich: si tanzten alsö stolzlich, daz man st alle lobete. dö häten an'ir swenzelin ; diu wunneclichen megetin: ir lip an ren obete. ‘diz sint diu schensten vröuwelin, diu wir ie han gesehen, oder iender mügen sin: die wärheit müezt ir jehen. wolden st hie bi iu wesen,. st machten iu kurzwile vil: ein sieche müeste bin genesen.’
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Si viengn an maneger leige spil, harpfen, roten, gigen vil. st sungen dar mit schöne. swä in der muot hin gelac, daz tribens biz an den ahten tac dem vürsten rich ze löne. dö sprach der künec Imtän *herre, wir weln ze lande. daz dunket mich vil wol getän daz ir rechent die schande, diu in disme lande ist geschehen, und machent aber guoten vride: so beginnent ir denn vröude spehen.’
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Dö sprach meister Hildebrant “ich bite iuch herren allesant daz ir nit mir gänt ezzen. ich wil iu die letze geben 5* ir sulnt nihtes hie vergezzen. ir vil lieben herren min, ich wolde daz wir iemer solden bi einander sin ıo und daz wir ouch niemer solden gesundern uns von ein.’ si sprächen ‘daz mac nibt gesin.’ “nu rit in gotes namen heim.’
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Dö sprach der künec Imfän zuo dem vürsten wol getän * *
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got segen iuch, lieber herre min, und den alten Hildebrande, und ouch die edelen herzogin, vrou Üoten, die vil reinen: ir ip der müeze szlec sin. sist alles wandels eine Portalaphe diu herzogtn, und Simelin diu herzogin guot und ouch juncvrouwe Ibelin.’
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D6 sprächen die herrn algelich wider von Berne ern Dieterich und meister Hildebrande ‘got segene iuch, edeler herre guot: sunser herze und unser muot stet wider heim ze lande. unser dienst ist iu bereit . nu und ze allen ziten und dar zuo sin wir gemeit. ıo herre, nu heizent riten. got spare iuch iemer wol gesunt: des bitet iu daz herze min und ouch manec röter munt.’
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Die herren edel unde kec die säzen üf und riten enwec vür die stat mit den herren. eine mile und dennoch mö sir einer vür den andern schre, die minren und die merren: dö bäten si dä alle got, wan si da wolten scheiden, daz erz tzet durch sin gebot o und si geruochte geleiten, biz daz si kemen heim ze lant mit slden unde ören gar vil gar än aller slahte schant.
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Nu hänt ir daz ende vernomen: heizent ein mit wine komen, daz er uns allen schenke. wir sullen höhes muotes wesen, ssit die herren sint genesen. ein ieglich man gedenke wie her Dieterich der degen mit ellenthafter hende herter sturme hät gepflegen: ıonu hät daz buoch ein ende. herent wie ez dö ergienc: dö disiu arbeit ende nam, ein ander schiere ane viene.