In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Es klingt wie Trauerläuten Am Rhein ein dumpfer Schall,
Was mag der Ruf bedeuten? Welch hohen Hauptes Fall?
Es geht ein Greis zu Grabe, Verwaist und jammerbleich, Am tausendjähr’gen Stabe: Das heilge Röm’sche Reich. –
Karl Friedrich saß, der Weise, Aus hohem Fürstenthron, Als vom Gebirge leise Erklang der Trauerton.
Sein Land war groß geworden, Ein langes, breites Band Von Süden bis zu Norden, Das schöne Badnerland.
„Nun brach der letzte Schemen Der Kaisermacht entzwei, Das Scepter laßt uns nehmen, Und herrschen froh und frei!”
So sprachen sonder Zagen Viel Fürsten anderwerts, Doch leises tiefes Klagen Durchschnitt Karl Friedrich’s Herz.
Die Botschaft, daß sein Erbe, Vergrößert wiederum, Noch höhern Glanz erwerbe, – Empfing er ernst und stumm.
Auf’s Angesicht, das hehre, Floß Wehmuthsthau herab, – Die einzige Fürstenzähre Auf teutschen Reiches Grab.