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Badisches Sagen-Buch II

Neckarsage

1 Min. Lesezeit· Karl Gottfried Nadler, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

Wann d’je in der Ghannsnacht fische fährscht Uf de Neckar, in der dunkle Nacht, – Wann d’im Schtrom um Hülf was rufe hörscht, Junger, merk der’s un nemm dich in Acht! Un wann’s laut, wie wann Eener vertrinke will, – Bleib schtill, um Goddes Wille! bleib schtill,

02

Der Neckar is helwer, er hot die Macht, Er verlangt e lewendigi Seel die Nacht.

03

Wann in der Ghannedagsnacht Eener bad’t Im Neckarschtrom, in der warme Nacht, Befehl er sich Goddes allmächdiger Gnad, Er is hin, wann en die nid bewacht. Wann’s Wasser reißt, do hebt sich e Hand, Die zieht ’n in Schtrom, – er meent an’s Land! Der Neckar-Geischt is es, er hot die Macht, Er verlangt e lewendigi Seel die Nacht.

04

Drei Dag lang findt mar de Dodte nit, Drei Dag lang un drei Nacht; Am virde erscht bringt’ n’s Gewässer mit Aus ’m Grund ruf, un rauscht mit Macht; – Do seht ’r jo, – ’s is keenn nadürliches Ding, – Er hot um de Hals rum en blooe Ring! Der Neckar-Geischt war’s, – er hot die Macht, Er holt sich e Seel in der Ghannsdagsnacht.

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Quelle zitieren

Neckarsage, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 255, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Neckarsage, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/neckarsage/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-255-neckarsage