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SIMON GRUNAU’S PREUSSISCHE CHRONIK. Im Auftrage des Vereins für die Geschichte von Ost- und Westpreussen herausgegeben von Dr. M. Perlbach, R. Philippi und Dr. P. Wagner. Band I. Tractat XV— XXL. LEIPZIG. VERLAG VON DÜNCKER & HUMBLOT. 1889.
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Die PREUSSISCHEN GESCHICHTSCHREIBER DES XVI UND XVII. JAHRHUNDERTS. Herausgegeben von dem Verein für die Geschichte von Ost- und Westpreussen. Band IL. Simon Grunau’s preussische Chronik, herausgegeben von Dr. M. Peribach, R. Philippi und Dr. P. Wagner. Band II. LEIPZIG. VERLAG VON DUNCKER & HUMBLOT. 1889.
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Vorbemerkung. Nach ungewöhnlich langer Verzögerung liegt nunmehr der zweite Band der Chronik des Simon Grunau vollendet vor. Umstände verschiedener Art haben diese Verspätung verur- sacht, vor allem der mehrmalige Wechsel der Herausgeber und persönliche Verhältnisse derselben. Der Unterzeichnete muss bekennen, dass die Fertigstellung des Bandes sehr wesentlich durch ihn aufgehalten worden ist. Möge ihm bei allen, die an der Herausgabe Interesse nehmen, und denen ein rascheres Erscheinen der einzelnen Lieferungen erwünscht gewesen wäre, zur Entschuldigung dienen, dass er die Absicht hegte, zur Kritik der letzten, die Geschichte des Hochmeisters Albrecht behandelnden Tractate archivalisches Material in grösserem Umfange zu verwerthen, und dass, als er diese zeitraubende aber manchen Gewinn versprechende Arbeit im Königsberger Staatsarchiv begonnen hatte, er durch seine Versetzung in den Westen an der weiteren Ausführung dieses Planes ge- hindert und theils durch Arbeiten in seinem neuen Wirkungs- kreise, theils durch andere Studien von der Beschäftigung mit der Geschichte des alten Ordenslandes Preussen längere Zeit fern gehalten wurde. So bedauerlich die Verschleppung der Herausgabe vielleicht an sich auch sein mag, so wird man
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vI doch behaupten können, dass bei dem eigenthümlichen Charakter des Grunauschen Werkes ein erheblicher Nachtheil für die preussische Provinzialgeschichte hieraus nicht erwachsen ist. Wohl aber wird man finden, dass der Bearbeitung manche inzwischen erschienenen Veröffentlichungen von Quellen und Darstellungen zur Geschichte des alten Preussens von grossem Nutzen gewesen sind. ‘Was den vorliegenden Band anbelangt, so sind Tractat XV und die drei ersten Capitel des Tractates XVI von Herrn Dr. Perlbach, der Rest des Tractates XV], sowie Tractat XVII von Herrn Staatsarchivar Philippi bearbeitet; für die Tractate XVII bis XXII ist der Unterzeichnete verantwortlich. Bei der Zahl der Herausgeber waren Ungleichmässig- keiten in der Behandlung kaum zu vermeiden, wovon der Leser sich bald überzeugen wird. Während Perlbach auf das genaueste und sorgfältigste alle Abweichungen der in Betracht kommenden Handschriften unter dem Text angab, beschränkte sich Philippi auf die nothwendigsten. Der erstere theilte den Text der Chronik unverkürzt mit, liess also auch die eingestreuten Urkunden in dem Wortlaut, den ihnen Grunau zu geben für gut fand, abdrucken, während Philippi es für uner- träglich ansah, ‚diese längst und zum Theil besser ge- druckten Urkunden nochmals und nach verdorbenen Ab- schriften gedruckt zu lesen. Für den Unterzeichneten kamen nur in den Tractaten XVII und XIX drei Handschriften, von Tractat XX an im wesentlichen nur eine in Betracht; er hat es in den ersteren gleichfalls für ausreichend erachtet, nur die hauptsächlichsten Abweichungen anzuführen. Da- gegen sind nach Perlbach’s Vorgange die Urkunden des Textes unverkürzt wiedergegeben, in der Erwägung, dass,
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vo wenn auch diese schon anderweitig und besser gedruckt sind, es doch darauf ankommt, dem Benutzer der Chronik eine Vorstellung zu geben, was Grunau aus diesen anderweitig bekannten Urkunden gemacht hat, wie leicht- fertig er mit ihnen umspringt, und ein wie geringer Verlass bei ihm auf urkundliche Zeugnisse ist, die seiner eigenen Zeit angehören. Endlich wird auch die Wiedergabe des Textes gewisse Verschiedenheiten erkennen lassen, die theils durch die Hand- schriften — von Tractat XX. an musste die Handschrift B, vorher die Handschrift A zu Grunde gelegt werden — theils durch die Herausgeber bedingt sind. Perlbach hält möglichst genau die Orthographie der Handschrift A fest; Philippi hat den Text ‚derjgnigen Handschrift, die als der Schreib- weise desselben [Grunau’s] am nächsten stehend zu Grunde gelegt wurde, durch Beseitigung vieler Inconse- quenzen in Lautirung und Schreibung, welche oft allein den Sinn verdunkeln, und durch die Hilfsmittel der modernen Interpungirung vor allem lesbarer*)‘ gemacht. — Der Unter- zeichnete würde, da die Chronik nicht in der Grunauschen Niederschrift, sondern in Abschriften des sechszehnten Jahr- hunderts vorliegt, den Text am liebsten nach bestimmten Grundsätzen, etwa den neuerdings von Höhlbaum bei der Ausgabe des Buches Weinsberg beobachteten, von allen Will- kürlichkeiten der Schreiber gereinigt haben, um die für unser Auge oft unerträgliche Schreibweise, namentlich die über- flüssigen Doppelconsonanten im Auslaut der Worte und Silben zu beseitigen. Da aber hierdurch die Ungleichmässigkeit der *) 8. die Bemerkungen Philippi’s auf dem Umschlag zu Lieferung IV (Band II, Lief, 2.)
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vo Bearbeitung eine zu grosse und auffallende geworden wäre, so ist davon abgesehen, und die Schreibweise der Handschriften A bezw. B ebenfalls beibehalten worden, nur dass die unerträg- lichsten Inconsequenzen und Missbildungen in der Schreibung vermieden, oder doch wenigstens gemildert wurden. In den Tractaten XV—XVII hat Grunau noch manche ältere Chroniken in seiner Weise verarbeitet, daneben auch mündliche Ueberlieferungen benutzt. Perlbach und Philippi haben sich bemüht, in den Anmerkungen scine Abhängigkeit von den bekannten Quellen nachzuweisen und auf die Art, wie er sie benutzt hat, aufmerksam zu machen; sie haben da- neben auch sonst beigebracht, was zur Berichtigung diente. Auch der Unterzeichnete hat sich dieser Aufgabe unterzogen und zumal in denjenigen Tractaten, in denen Grunau die Ereig- nisse seiner Zeit schildert, alles herbeizuziehen gesucht, was die Darstellung berichtigen oder bestätigen konnte. Vielleicht findet man, dass bei dem geringen Werthe Grunau’s für die Geschichtschreibung in dieser Beziehung zu viei gethan ist. Je weniger sich indessen die Kritik bisher mit diesen letzten Tractaten beschäftigt hat, um so mehr glaubte sich der Herausgeber gestatten zu dürfen, etwas eingehender die Grunau- schen Nachrichten zu prüfen, so weit es die ihm zugängliche gedruckte Litteratur und die Kenntniss vereinzelter Archivalien ermöglichte, um dadurch verhüten zu helfen, dass die Veröffentlichung der Chronik Schaden stiftet. Dabei ist aber vermieden worden, auf die Benutzung Grunau’s in der späteren Geschichtschreibung einzugehen, da es für die Anmerkungen lediglich darauf ankam, den historischen Werth seiner Darstellung zu prüfen. Das Ergebniss dieser Prüfung wird schwerlich jemanden überraschen. Grunau erweist sich
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IX auch hier, wio überall, als ein unzuverlässiger, parteiischer und geschwätziger Erzähler, der vieles und sehr verschieden- artiges weiss, der aber, um den wirklichen Verlauf unbe- kümmert, die Ereignisse seiner eigenen Zeit gehässig entstellt und mit seinen Erfindungen so durchsetzt, dass sich wahres, halbwahres und falsches bei ihm zu einen wirren Knoten verknüpft, und dass man auch in den letzten Tractaten keine seiner Nachrichten hinnehmen kann, wenn sie nicht zugleich anderweitig beglaubigt ist. Sollte dem Herausgeber in den Anmerkungen manches ent- gangen sein, so möge man auch das nachsichtig beurtheilen. An gutem Willen hat es nicht gefehlt, aber entfernt von einer mit der preussischen Provinzialgeschichte wohlversorgten Biblio- thek und ohne die Anregung, die aus der unmittelbaren Be- rührung mit den geschichtlichen Erinnerungen des altpreussischen Bodens entspringt, hielt es schwer, die litterarischen Hilfsmittel stets und in denkbarer Vollständigkeit bereit zu haben, trotz- dem es an liebenswürdigem Entgegenkommen an keiner Stelle gefehlt hat. Etwas wesentliches dürfte jedoch schwerlich über- sehen worden sein. Zum Schluss fühlt sich der Unterzeichnete gedrungen, allen denen herzlich zu danken, die ihn bei der Bearbeitung mit Rath und That freundlichst unterstützt haben, der König- lichen und Universitätsbibliothek zu Königsberg, die ihm die ungestörte Benutzung der Handschrift B ermöglichte, ferner für gelegentliche Auskunft den Herrn Archidiaconus Bert- ling und Stadtbibliothekar Hoffmann in Danzig, Domvicar Dr. Woelky in Frauenburg, Staatsarchivar Dr. Joachim und Professor D. Tschackert in Königsberg, Archivrath Dr. Grotefend in Schwerin, Dr. med. Crull in Wismar,
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X Archivar Dr. Prochaska in Lemberg, und vor allem seinem lieben Collegen A. Wittich in Königsberg, dessen Bereitwillig- keit nie versagte, mochte es sich um Zusendung von Litteratur, oder um Auskunft aus Handschriften und Archivalien handeln. Möge dem noch ausstehenden dritten Band der Chronik, dessen Fertigstellung nach Kräften gefördert werden soll, die gleiche Unterstützung zu Theil werden! P. Wagner.
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Inhalts-Verzeichniss. Tractat XV. Von dem grymmen zorn der b. Teutsches ordens nach dem streittoe auf dem Tannenberg von inn verlorenn auf die Polen und umb irent willen aufl die Preussen, und was umb dieses willen geschah. 8. 1—148. Cap. 1. 8 1. Wie sich ein homeister selber erwolte, und von seinem regimen. 89.1. — $ 2. Ein gebrauch des ubermuts, 8. 2.— 8 3. Wie er mit ernst die sachen angriff und auch mit ernste reogierete und lies ein pferd kopfen. 8. 4. — 8 4. Das lanndt nabm in ahn, S.4. — 85, Wie herm und furssten umb dieser sachen willen quamen in Preussen und dem orden hulffen. S. 5. — Cap. li. $ 1. Von dem, und der homeister wider burger in die stet verschuf. 8.7. — 8 2. Wie er gelt versamelte ins land und der meinung zu kriegenn auff Polen. 8. 9. — 8 3, Wie man Conrat Letzkaw seinen getrewen dienstt bezalt unnd den seinenn. S. 10, — Cap. Ill. 8 1. Wie man gelt suchte im namen dem konig von Polen sein golt zu geben und die Polen abzulesen. 8. 138. — 8 2. Dantzker wurden gephlaget. 8.14. — $ 3. Von einer history, wie einer hie lebet in ver- lassenheitt, also auch dort inn pein. $. 16. — 8 4. Cristborg wueste muss sein. 8. 18. — 85. Wie die Preussen auff den streitplatz ein capellen stifften mit messen. 8. 18. — Cap. IV. $ 1. Wie der homeister warseger und schwartzkunstiger bey im hielt, und im sagten, er wurd den streit gewynnen, so im die Polen zu wolten, 8. 19. — $ 2. Von der zwitracht under den b. in Preussen und hass auf einander. S. 21. — $ 3. Sumarum der artickel der ketzereyen, damit die b. zum ersten unnd darnach das gantze landt vergifit wart. S. 22. — Cap. V. 8 1. Von der zeit, da ein iglicher gleubt und tett, was er wolt, damit nur gelt gefiel dem orden. 8.25. — 82. Geltt. 8. 26. — 8 3. Von einer armen edlen jungkfrawen, die ir ehere leste mit iren augen auszbrechen. 8. 28. — & 4. Von eim cristlichen weib freyen, aber mit einzudingen hatt der teuffel erdacht. S. 29. — Cap. Vi. $ 1. Wie dem homeister ein volck quam, und zu gleicher zeitt dem babste schriffte über die uneinigheit des homeisters. 8. 31. — & 2. Wie sich der babst erbarmte und den homeister ansatzte und verschuff ein capitel zu halten. 8. 32. — $ 3. Von wannen diss kompt, und man das weywasser im sontag in die heusser der burger tregt. 8. 33. — Cap. Vi. 8 1. Wie ein general capitel wart, in welchem dem abgesatzten homeister seine tugenndt wurden vorgehalten. S. 35. — 8 2. Was auss disem wart, und was der homeister mit seim anhang trib. S. 38. — $ 3. Von einer nutzlichen ordinacion im lande zu Preussen. $. 39, — Cap. VII, 8 1. Von einer kostlichen ordinacion dem lande zum besten
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Xu erdacht, S. 40. — $ 2. Von eim aufflauff zu Dantzig, und wie er mit ernst gestraft wart. S. 42. — 8 3. Wie Preussen verterbt wart von den Littawen und Polen. S. 44. — Cap. IX. $ 1. Von einer tagfart im reiche umb diser sachen willen. 8. 46, — $ 2. Was man thet in andacht gen gott alle die tage dises homeisters umb hilff von got. 8. 47. — 8 3. Wie man wolte die monnch vertreiben zu Danntzke von etlichen. S. 48. — Cap. X. 5 1. Wie nıan ein tagfart hielt umb gelt zu versamlen dem Polen zu geben. S, 52, — 8 2. Wie man aber muste zeisen, die schlosser zu erlesen von den Masuren. S. 54. — $ 3. Wie man den Polen gelt brachte unnd dio sach seer schlim wart auszgericht. 8. 55. — Cap. X1. 8 1. Wie man sich schickte in Preussen die gofangne b. zu lesen. 8. 57. — $ 2. Von eim urtell über die b. in disor sachen. $. 58. — 83. Wie merckliche theurung war, und gleichwol musten die zeissung geben. S. 60. — Cap. Xll. 8 1. Wie man ein horfart machte auf Polen und nichts auszrichte in zum besten. S. 62. — $ 2, Wie dise sache ge- stutzt wart unnd undernomen vom kayser durch mechtige bitt der Preussen, 8.63. — 83, Wie man handelte in diser sachen unnd man es nicht kunde enden. S. 64. — $ 4, Wie man aber mit andacht ernstlich got umb grade bat. 8. 66. — Cap. Xıll. $ 1. Wie man die Polen mit gelde von den schlessern muste lesen, zu welchem die Preussen musten ceisen. 8. 68. — 8 2. Von eim auffrur im lando auff die b. 8.69. —$ 3. Von eim mechtigen wasser unnd schaden, den os thet, und von einer pestiloncia. S. 70. — 84. Wie man aber handelte mit dem konige von Polen, und man die sache mochte verrichten mit dem orden in Preussen. S. 72, — Cap. XIV. 8 i. Wie man wider erlangte mit den Polen zu handeln, unnd wie man wider das lanndt besatzto. 8. 73. — 82. Wie Witoltus wolte konig sein und vor muhe starb. 8.74. — 8 3. Von einer erdachten tagfart mit dem kayser, Wladislaw und Witolto. S, 76. — 54. Wie Witoltus zu seinem verderbnus konig wart. 8. 77.— 85. Von menner, die zu loben weren, so es umb gottes willen gehandelt were. S. 79. — 86. Bohemi. 8. 80. — $ 7. Von eim aufrhur der Polen unnd der b. auff einander und wie sie sich verdorbtenn mit branndt. 8, 82, — 8 8. Von einer gotlichen bezalung eins gottesdienstbotten in disem. S. 83 — Cap. XV. 8 1. Von eim handel aber mit den betlermonchen, und eins doctors, der ein husita war, uond eiger. 8. 85. — 8 2. Wie im der ho- meister brieff gab, und er solte ziehen ins landt und predigen und dispu- tieren das evangelium. 8. 87. — 8 3, Was von disem erbietten auff die monuche wart, und wie behendigelich sich der doctor entsatzt vor den monnchen, $, 89. — $ 4. Wie man die schwartzen monch im ganntzen lande durchechten umb des willen. 8. 91. — Cap. XVi. 8 1. Von eim besondern ihamer, wie scheltbrieff wurden angeschlagen auf den konig von Polen in Teutschlanden. 8. 93. — $ 2. Wie man diesen einzog verhin- derto, und man losterung solt lassen beweren von den brudern. 8. 94. — 8 3. Wie da lautten die artickel der lesterung und irer bewerung auff die Polen von den b. 8. 96. — $4. Wie sich die Polen verantwurten in diser lösterung aufs itzlich punct angetragen. 8. 101. — 8 5. Wie man. die sach von beden teilen stutzte unnd aufschub zue einer anndern zeitt. S. 104. — Cap. XV. $ 1. Von einer offenbarung von der bemischen
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ZI ketzerey unnd was von ir wurde werdenn mit der zeit. 8. 105. — 8 2. Wie Wladislaus der konig starb, unnd im der kayser Sigmundt nachvolgete. 8. 107. — 8 3. Wie die ketzer in Preussen quamen, und was sie ausz- richten im lanndt. S. 108. — $ 4. Wie die ketzer vor der Conitz in Preussen stritten unnd wurden abgeweist. 8. 110. — $ 5. Wie sie vor Dirschaw und Danntzke stritten und zuruck zogenn nach Polen. 8. 112. — 86. Wie sie von Dantzke zogen unnd verterbten Pommerellen. S. 114. — Cap. Xvilt. 8.1. ‚Von eim general capitell, in welchem abgesatzt wart_ der homeister. 8. 116. — $ 2. Wie doctor Tawulerius in disem capitel ein sermon machte, wen er war ires ordens, sonder damit nichts auszrichte. 8. 117. — $ 3. Was bruder Neithart thet, unnd von seinen brieffenan- schlaen im cappittel. S. 121. — Cap. XIX. S 1. Wie Paulus Rusdorff homeister wart erwollt vom ganntzen capitell. S.123. — $ 2. Wie etliche b. begertten obseruanciam zu halten im orden. 8. 124. — $ 3. Wie die Polen unnd die b. ins concilium gen Basel schickten, und wie es da fur mit dem handl. S. 125. — Cap. XX. S 1, Wie die Polen in Preussen quamen und maneten ir gelt mit brannde unnd verterbnus. 8, 128. — $ 2. Von eim landttage der Preussen, aus welchem sich gebur ein gemein verterbnus, 8. 132. — $ 3. Wie die Preussen den homeister unnd der homeister die bruder in disem underweysetenn. 8. 134. — Cap. Mi. $ 1. Wie die Preussen zu bunde verurlaubt wurden, und wie sich der homeister in disem hielt auff die seinen, 8. 135. — $ 2. Von eim unseligen fass- nacht stechen zue Marienburg auff dem schloss. 8. 136. — $ 3. Wie einer mit der larffen ermordt war und seinem gerichte. S. 137. — $4. Von eim priester fechten zue diser fassnacht. S. 138. — $ 5. Wio die Preussen erlangten, und sie mochten mit iren schiffart segelen. 8. 140. — Cap. XXll. S 1. Wie man den bundt tichte von den stetten und annam, unnd man sich drey wochen bedachte. 8.141. — $2. Wie der homeister den bundt bestette, lobete und versigelte mit wust etlicher bruder. 8.144. — 83. Wie man in disem bundte ein ritterbanncke sass, und wie man mer auff nam zum bunde. 8. 145. — 84. Wie man ein capitel hett, unnd uneinss warenn umb bundts willenn. S. 147. — 8 5. Namen der bier. 8, 147. Tractat XVI. Von dem unwillen der b. auf die Preussen uund der Preussen verantwurtung in irem bundt, erleidlichheit umb den bundt, unnd quam von dem ernste der b. umb des bundes zerbrechen, damit man sio nannte die creutziger armer leuth. 8. 149 —194. Ca. 81 8.149. — 8 2. Von eim unchristlichem ermordenn. 8. 151. — $ 3. Von eim jungfrewlichen antwurt auf schentlich antragen. 8.152. — Cap. ll. 8 1. Wie disz war ist, und man sagt in Preussen, wie der bischoff von Heilsberg und sein capitel den grossen krieg machten. S. 154. — 8 2. Wie auch burger in Preussen den krieg verursachtenn. 8. 156. — $ 3. Von dem verschworen 7 comptores auf die Preussen. 8. 156. — 8 4. Von dem von Baysen und eren handlung umb irer not willen. 8. 157. — Cap. Ill. $ 1. Wie man den adel von Preussen an- griff mit gewalt. S. 159. — 8 2, Wie man die stett zwagete, unnd sich zu in nottigtte, 8. 160. — $ 3. Wie die b. mit den Polen uneinss wur- denn. 8. 162. — Cap. IV. $ 1. Von einem neuen homeister. Von den
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XIV geschwornen comptores. 8. 164. — 8 2. Ordinacion. 8.165. — 83. Wie die b. etzliche artickel dichten zum verderbnus der Preussen in ewig- keyt. S. 165. — Cap. V. $ 1. Von den andern stucken, damit die b. meinten die Preussen zu stillen, alss mit dem legaten. 8.168. — 82. Das sein die artickel und punct wider die Preussen in diser clag. S. 169. — & 3. Wie sich die Preussen in disen stucken tetten verantwurten. S. 170. — 8.4. Von der verclerung aller sachen vom legaten auff der Preussen fragenn. S. 172. — Cap. Vi. $ 1. Von dem dritten stuck, damit die creutziger in Preussen ir underthan wolten bezwingen zue irem willen. 8. 175. — 8 2. Wie sie von beden teilen mit voller macht ires anhangs zum kayser zogen. 8. 176. — 8 3. Von der clage und antwurt dor sachen zwischen dem Tentschen orden unnd der lanndtschafft von Preussen. 8. 177. — Cap. VII. $ 1. Wie der kayser dise sachen alle beratschlagte unnd durch mitler wolte enden, und mochte nit sein. 8. 183. — 8 2. Wie sich der kayser befliss, unnd er die sache in suhn hett mocht hinlegenn. 8. 185. — 8 3. Von gutem und bosem rat den Preussen gegeben auf die bruder. 8. 187. — 84. Vom ende und sentenntz diser zwitracht, aber ein anheben eins langen betrubnuss. $. 188. — Cap. Vill. 8 1. Was nach unnd in diser handlung mit den b. und Preussen geschach, unnd sich alles zum ergstenn zog. — 8 2. Von geltsachen in Behmen. 8. 190. — & 3. Wie der konig von Polen wie ein gutt nachbar zwischen dem orden unnd den b. handlen wolte. S. 191. — $4. Was newe zeittung mit lugen kan zu synne bringen under wanckelmuttigen mennern. 8. 191. — 85. Von einer sonderlichen offenbarung uber die b. in disem handel vom ein- siedel. 8. 192. Traetat XVII. Wie das landt von Preussen mit hilff der Polen sich auff- lenette in freiheit wider die wwuettung, grawsamigkeit, hochmut und ungerechtigkeit der b. Teutsches hauses und mit in zwelff jar kriegeten unnd die b, verloren, wan sie die Polen dienstthafftig machten; und sein nur die namhafftigen hondlungen beschriben, durch welche ein voranderung des parts geschach, wie dann obene zu vernemenn ist, 8. 195—312. Cap. I. $ 1. Wie die Preussen dem homeister und seim orden auffsagten eidt und gutter. 8.195. — $ 2. Wie sich die Preussen an- liessen mit irem newen kriegen, und wie die zeit war. 8. 196. — $ 3. Pawern schatzung. 8. 197. — $ 4. Wie die Preussen die schlosser brachen, unad wie sie sich gen die bruder hieltenn. 8. 197. — Cap. I. & 1. Wie der konig von Polen die Preussen anflnam und sich mit in vor- schreib. 8.200. — 82. Wie die Danszker und Pommereller die stat und schlos Marienburg belegtenn. 8. 201. — $ 3. Von eim reichstag zu Regenspurg ein teil umb diser sachen. 8. 201. — Cap. ill. $ 1. Wie der konig von Polen Preussen einnam durch huldung der Preussen. 8. 208. — 82 Marienburg wart belegt. 8, 203. — 8 3. Wie der konig vor der Conitz geschlagen wart von den b. unnd muste weichenn. 8. 204. — $4. Wie der orden ire stot wider einnamen und nu meinten sich zu rechen an iren feinden mit gewalt. S, 205. — 8 5. Wie der konig die stat Lessen be- legte und ander vorstorete im lanndt. 8. 206. — $ 6. Von einem ver- retter unnd seinem brennen, das er thett wider gemeine verwillung der
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XV krieger. 8. 206. — Cap. IV. $ 1. Wie sich die thumherrn von der Frawenburg mit iren guettern gaben ins ordeps beschirmung. S. 207. — $ 2. Wie der homeister von den Dantzkern geschlagen wart, unnd merck- lich sehr. 8. 208. — $ 3. Wie der b. soldener wolten gelt haben, und sie es nit hetten. S, 209. — Cap. V. $ 1. Wie sie die nott lernte, und sie diss brauchten, aber wenig glucke. 8. 209. — $ 2. Wie man Thorn wolte verraten dem homeister, und von seinem ungluck. S. 210. — 8 3. Wie der orden die statt Konsberg widererlangte, und von iren streitten. 8. 211. — 84. Von einem wunderlichen streitten, und wie sich der Kneiphoff ergab dem orden. S. 213. — $ 5. Von einer seer redlichen that der Kneiphover gen den Dantzkern. $.218. — $ 6. Wie die Polen mit den Preussen wurden geschlagen unnd sie auch die braeder schlugen. 8. 214. — Cap. Vi. $ 1. Von funff tagfarten inn disem jar gehalten auff versonung des kriegs. 8. 215. — $ 2. Frag, rede unnd antwurt in der vierten tagfartt der b. und der Preussen vor eim marggraffen im namen des reichs. 8. 216. — 85. Von der tagfart zu Nauenburg und irem handel mit wortten alleine. 8. 220. — Cap. VII. 8 1. Wie die Preussen und Polen mit den b. stortzten in streit vorm Rein dem schlosse. S. 221. — 82. Von eigen nutz der von Danntzke und gemeinen schadenn. S. 222. — 8 3. Wie Marienburg verkaufft wart von der b. soldener dem konig von Polen umb gelt, 8. 223. — $4. Wie man von beden parten gelt ver- samelte und die b. quamen, ehedan der konig mit den Preussen. S. 224. — 85. Wie die Behmen und ire rotte gleichwol Marienburg verkaufftenn umb geldt. 8. 225. — Cap Vili,. $ 1. Von eim auffrur zu Dantzke wider den ratt von burgern, die gutt ordenisch waren. 8. 2%6. — 82. Wie man Thornn wolt verratten und wie man die uboltetter hanndelto umb des willen. 8. 229. — $ 3. Wie die Dantzker branten und wurden gefangen und erschlagen. 8. 231. — Cap. IX. $ 1. Von einem newen rumor zu Danntzke unnd von seinem ende. S.232. — $ 2. Wie die Dantzker iren abgesatzten rat widerumb auffnamen. S. 233, — $ 3. Wie der orden ge- sehlagen wart zu wasser von den Elbingern und Braunsbergern,. $. 235. — 8 4. Wie die Preussen und die Polen gebrannt und geschlagen wurden vonn den brudern. 8. 237. — $ 5. Wie die statt Culm verratten wart, 8. 238. — Cap X. 8 1. Wie die Polen die b. schlugen vor der Schwetza unnd anderswo auch. 8, 240. — 82. Wie die Preussen geschlagen wurden und sie auch wider schaden tetten. 8. 241. — 83. Von einer tagfart in Schweden umb der bruder willen. 8. 242. — 8 4. Tagfart der hanse mit den Preussen. S. 243. — 8 5. Wie gleichwol igelich teil sein bestes verschuf in disem handel. 8. 243. — $ 6. Wie der konig von Polen ein beyfriede eingienng mit dem orden. 8. 245. — $ 7. Wie der beifriede wart gehalten unnd wie man auszoge fandt in vielen sachen. 8, 246. — Cap. X. 8 1. Von stettem sturmen mit einander des schlosses und der stat zu Marienburg. 8. 247. — 8 2. Wie der orden unnderlag von den Preussen unnd Polen in diser zeit. S. 248. — 8 3. Von eim wasserschlaen, da die Danntzker gewonnen von den von der Mewa. 8. 250. — 8 4. Beyfride. 8. 251. — Cap. Xll. 8 1. Von dem wolgestrafiten frevel der Thorner vor dem Lessen. S. 252. — 8 2. Marienburg wart gewonnen. 8. 258. — 83. Wie
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VI die Masuren benommen wurden von den b. zwischen anndern. 8. 254. — 8 4. Dantzker namen den b. schiffe. 8. 254. — 85. Welaw sich er- gab dem orden. 8. 255. — $ 6. Wie die Danntzker geschlagen wurden und gefangen von den soldener der bruder. 8. 255. — 87. Wie man viel verreterey stiffte, und wie sie auch gebusset wartt. 8. 257. — 88. Von eim wunderlichon anschlag, wie man Dantzke solte verratten habenn. S. 259. — Cap. Xlil. $ 1. Wie man ein schedlichen beifride den b. ver- gonnte, welcher sie sehr sterckte. 8. 262. — $ 2. Wie die Preussen underlagen und verloren vor den bruder. S. 263. — $ 3. Wie sich die Polen wolten rechen an den Braunsbergern und sie schlege erlangten von in. 8, 265. — $ 4. Von eim sonderlichen unglück den b. durch feur [zugefügt] im streitten der Danntzker. 8. 267. — Cap. XIV. 8 1. Von eim nachtschlahen der Danntzker mit den brudern. 8.268. — $ 2. Eines herrn volck sich selber schlug von Stargartt. S. 269. — 8 3. Danntzker wur- den geschlagen. S. 269. — 8 4. Von einer tagfart zu Gross Glogaw in der Schlesie umb des homeisters wille gehalten. S. 270. — 85. Casi- mirus der konig quam. 8. 270. — 8 6. Wie herr Fritze von Robenegk erstochen wart mit den seinen. 8. 271. — $ 7. Wie Goluba das schlos erstigen wart, und wie die Polen reich wurden. 8. 273. — & 8. Polen und Teutschen schlacht. S. 274. — Cap. XV. 8 1. Von uncristlicher grimmigkeit der b. auff die Polen und Preussen 8. 274. — 8 2. Polen - tagefarten umb Preussen. 8. 275. — $ 3. Wie die Mowa stat und schlos gewonnen wart von den Preussen mıt gebung. 8. 276. — 8 4. Wie man den homeister jagete und die seine 'niderlegte. 8. 277. — $ 5. Hollant wart verratten dem orden. 8. 278. — Cap. XVi. $ 1. Wie man Mowe stat und schloss einam vons konigs wegen. 8. 279. — 8 2. Elbingk ein tagfart. S. 279. — $ 3. Wie die Danntzker Pawtzke belegten unnd es gewonnen mit abtedungen. 8. 280. — 8 4. Von einer tagfart zu Thorn durch den Leifflender erlangt, mit den Preussen zu reden. 8. 281. — 85. Wie die Polen mit den Elbinger sighafftig waren wider die b. S. 282. — 8 6. Bischoff von Heilsberg. 8. 283. — Cap. XVll. 8 1. Von böser bezalung vor gute freuntschafft mit den brudern gethann. 8. 284. — & 2. Beyfride mit einander. 8. 284. — $ 3. Von der ersten tagfart, da Preussen mit Preussen handelten in sachen. S. 285. — 84. Wie b. Heinrich Reuss ein anschlag stifite unnd wart geschlagenu. 8. 237. — 8 5. Von der andern tagfart umb frides willen der Preussen mit den b. von Lifflandt. S. 288. — 8 6. Wie der b. volck in Pommern zog und da geschlagen wart mit macht. 8. 290. — $ 7. Von der dritten tagfart Preussen mit Preussen und mit dem homeister umb friden. 8. 291. — 8 8. Wie Stargart beleget unnd gesturmet und gewonnen wart von den Polen. 8. 292. — $ 9. Danntzker bolwerck. 8. 293. — Cap. XVill. $ 1. Von unverstendigen paurn, die nit golt hetten gesehen. 8. 293. — 8 2. Elbinger brandt. 8. 294. — 8 3. Fridlant wart verstöret. S. 294. — $ 4. Wasserschaden. 8. 295. — 8 5. Wie Melsack erstigen wart vons konigs folcke. 8. 295. — $ 6. Stargart wart gewonnen, S. 296. — $ 7. Elbinger solten verraten sein. 8. 296. — 88. Wie Schluchaw gewonnen wart von eim Pommerelken und wider verlor. $. 297. — 89. Tagefart. 8. 297. — Cap. XX. 81. Wie man den ewigen
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XVu fride mit dem konige, mit dem bomeister und Preussen machete. S. 298. — $2. Von dem ausspruch des frides und zuteillung der stet und guter. S. 300. — $ 3. Was der homeister thun soll, und von seiner ehrung vom konig. 8. 301. — $ 4. Was vor landt dem homeister wart zugesprochen vom konig aus gnade. 8. 302. — $ 5. Was umbs beste willen dem lande zu Preuszen wart geordent. S. 303. — $ 6. Wie alle ding beschlossen wurden und geendet, aber eins mit vorteil. S. 305. — Cap. XX, $ 1. Von uppigen leutten, unnd wie es sich ergieng nach disem zum Elbing. 8. 307. — 8 2. Wie Preussen begnadt wart. 8. 307. — $ 3. Die suma des schadens. 8. 308. — 8 4. Von eim truncken monche und follen pfaffen, wie sie stritten ums ordens und koniges willen. S. 309, — $ 5. Von einer rechten busse wider zu keren frembd gut seinem hern. 8. 310, & 6. Bruder wurden erschlagen umb lesterangk. 8. 311. — $ 7. Von scer guter zeit in Preussen nach dom langen krigen und verderben. 8. 312. Tractat XVII. Vom stannde des lanndes zu Preussen, alsz es nun von den Polen erobert wart, unnd die b. mit denn Preussen der eron von Polen musten diennen als underthann. S. 314 - 378. Cap. I. 8 1. Wie b. Heinrich Reuss herr von Plaw homeister wart. 8. 314. — 8 2. Wie der hausscompter von der Balge 2 monnch vom Elbing vorseuffte und sich so zu rechen vormeinde, 8. 315. — $ 3. Von eim matheso, der im durch den teuffel jungkfrawen liesz des nachtes hollen nach willenn. 8. 317. — Cap. il. $ 1. Wie ein son seinen vatter übel underricht durch die glosemata der rechtenn, 8. 318. — $ 2. Von eim besondern privilegio den Danntzkern zu ehren allein. 8. 320. — Cap. il. 8 1. Wie bruder Heinrich Richtenberger homeister wart und von seim ernsten regieren. S. 320. — $ 2. Wie sich viele b., die da embter hetten, versorgten und mit gelde entlauffen wolten. 8. 321. — & 3. Von dem sprichwort: ambt gibt kappen im lanndt. 8. 323. — $ 4. Von eim himlischen sendebotten und seiner teuschereyen. S, 324. — Cap. IV. 5 1. Wie sich der pfaffenkrieg verursachte im lande zu Preussen und wertte nit lang. 8. 325. — $ 2. Wie Nicolaus und ÖOpporofsky qua- men und sich bede rumeten, wie in das bischtumb herette. 8. 327. — 8 3. Wie Opporoffsky mit krieg wolt das bischtumb einnemen und wart geschlagenn. 8. 823. — Cap. V. $ 1. Von eim homeister, der sich mit dem bischoff verbant, dem konig nit zue schweren. 8. 330. — $ 2. Wie sich der homeister beflis umb hilff wider Preussen und Polen. 8. 331. — 83. Wie zum andern mal hertzog Hans sich schickte mit volck auff Preussen, und wart aber nichts darausz. 8. 333. — Cap. Vi. $ 1. Wie es nach disem an ein offenbaren krieg gienng auf den bischoff allein, 8. 334. — $ 2. Wie der homeister die seinen versamelte unnd wolt den bischoff retten. 8. 335. — 8 3. Wie des ordens volck begertte zu tagen mit des konigs volck umb vertragung der sachen. S. 336. — Cap. Vil. 8& 1. Wie die hadermacher zum konig zogen und im schwuren nach ver- terbtem lande. S. 338. — 8 2. Wie da lautten die concordaten mit dem bischoff von Heilsberg und dem konige. 8. 339. — $ 3. Von eim bosen handel der soldrer, die von ungedult quam der Preuszen, und eim bosz vornemen des koniges. 8. 340. — 8 4. Wie ein armer gesell sich vor-
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XVIH burgtte, sein weib nurn mit gutten wortten zu straffen, und hilts. 8. 842. — Cap. VII. $ 1. Wie es nit rath ist, und man ein dieb vom galgen ab- bittet. 8. 344. — 8 2. Von eim, der da rubricken über die gebet zu viel vertraute, und seinem ende zum ergsten. 8. 345. — $ 3. Wie eine katze vile geste totte im schloffe in einom kruge zu Rossitten. 8. 347. — Cap. X. $ 1. Wie und warumb man die b. in Lifflaut bin mit deus laudem und sie mit liechten verschos. 8. 348. — $ 2. Wie es mit disem cardinal Steffano plib in der sachen, 8. 353. — $ 3. Von dem ersten gottesgerichte in diser sachenn. 8. 354. — Cap. X. 8& 1. Von einer ge- meinen tagfart der Polen unnd Preussen zue Thorn. 8. 356. — $ 2. Wie die Tborner schaden litten umb ihrer niderlag willenn. 8. 357. — & 3. Von eim erschrocklichenn wetter über Danntzke. S. 358. — Cap. Xl. $ 1. Wie ein gotforchtsamer man homeister wart und von seim ende, 8. 359. — $ 2. Von eim eristlichen erkentnus des homeisters, vor sich und die seinen zu mercken. 8, 861. — $ 3. Von eim sonderlichen buben, den man nante den got von Resel. 8. 362. — Cap. Xi. 81. Vom ende und geschlechte C'asimiri Jageldi, konigs zu Polen. S. 364. — 8 2. Wie die gschotter in Preussen zu groschenn wurden gesatzt. 8. 366. — 8 3. Von einem seer bosen mentschen zu Danntzke und seinem han- del. 8. 368. — Cap. Xll. $1. Von besonnderm schatzsuchen io Preussen in disem jare. 8. 372. — 8 2. Von einer unseligen brauthmesse in Preussen zu der zeit. 8. 374. — 83. Von sonderlicher hoffart in Preussen und irem ende. 8. 376. — Cap. XIV. $ 1. Von eim sturme unnd windt und seinem schaden in disem jar. S. 877. Tractat XIX. Wie die b. iren eydt der holdigung unnd verpflichtung am konig haben gebrochen unnd sich gaben auf rechten, darnach auff kriegen Ss. 379—412. Cap. I. $ 1. Von eim marggraffen zue eim homeister erwolt. S. 8379. — $ 2. Von seim rogiment im lande, wie es die frembden wolten gehabt haben. S. 381. — $ 3. Wie der homeister mit den seinen in ergernus quam. 8.382. — $ 4. Wie cluge leutt auch thörlich thun in ihren handlungen auf ander. 8. 383. — $ 5 Wie man gelt versamelte vonn den Preussen. S. 384. — Cap. Il. $ 1. Von anfang, ursachen und mitel der laidigen reitterey im lande zu Preussen. S. 385. — $ 2. Von Gregor Materne, seiner reutteroy und seinem ende gar dorfftiglichenn. S. 386. — 8 3. Wie der homeister mit all seim gelde heimlich ausz Preussen zoch in Meissen. S. 388. — Cap. Mi. $ 1, Wie sich die sache der Polen und b, durch viel botschafftenn zu einer tagfart endote. 8. 389. — 82. Wie sich der kayser Maximilianus der sachen annam und schrib dem babst, S.390. — $ 3, Antwurtt unnd schrifft des babsts auf das hoch antragen der Toutschen. S. 391. — Cap: IV. $ 1. Von der tagfart zu Possnaw umb das lant zu Preussen. S. 391. — 8 2. Antwurt der ceron von Polen auff die angetragne artickel der Teutschen. S. 393, — 8 3. - Frag und antwurt, ein schedlich hanntfest und, wie es beschlossen wart. 8. 395. — 8 4. Von grymen leutten und iren anschlegen zu dieser zeit. 8. 396. — Cap. V. $ 1. Von den Meihsnischen statuten, die der homeistor im liesz, Preussen zu regierenn. S. 397. — $ 2. Voneim teufflischen ge- speugnus und schaden zu Dantzke. S. 402. — Cap. VI. 8 1. Von einer
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XIX waidelinne und irem warsagen auff zukomennde ding. S. 403. — $ 2. Von eim seer rechten gerichte gottes, und wie man die gerichte nit spotten soll. 8. 405. — 8 3. Wie her Geitzbauch armen leuten den vischfang verbott, in von alter zugelassen zue irem tische. 8. 408, — Cap. VN. 8 1. Von einer seltzamen belonung eins orenbleser uber arme leutte. S. 410. Tractat XX. Von der reitzung zum kriege von wegen der b. auf den konig Sigismundum und sein folck in Preusen mitt allem vormogen. Cap. I. $ 1. Von einem hohem., der da wolte Preusen gantz oder nichts haben. 8. 413, — 8 2. Wie ehr gekleidet wardt und dem keiser und seinem reiche schwure. S. 416. — & 3. Wie der hohem. Albertus wardt in Preusen gebrachtt. S. 418. — Cap. Hi. S 1. Wie ehr nach buchsen zu giessen stundt. 8. 418. — & 2. Von seinem geschoss und buchsenzeuge. S. 420. — $ 3. Von seinen rethen und ihrer belonung. 8. 422. — 8 4. Wie ehr seinen rahtt abesatzte und bussete sie umb geldt. S. 424. — 8 5. Von einem neuen rathe und einem zuge auf Samaiten. S. 425. — $ 6. Wie der hohem. under ihm die zauberei stillete. S. 428. — 8 7. Von dem ende gutter reutter und von bohendigkeit auf sie. S. 429. — 8 8. Von spottrede und wahre rede in Preusen. 8. 430. — 85 9. Von einem getreuen biehrtrincker in Preusen. 8. 431. — $ 10. Von einem bluttgierigen bischofe zu Dantzke. 8. 432. — $ 11. Wie der hohem. auf des koniges kostung gebeten wardtt, aber ehr kaın nichtt, 8. 433. — Cap. Ill. 8 1. Wie der hohem. durch den landttm. in Leiflandtt mit dem Moscowitter ein bundtt machte, S. 434. — $ 2. Von dem ersten ungluck dieses bundes. $. 436. — 8 3. Von einer tagefartt dreier konige. S. 437. — 84. Wie der hohem. wolte thumher und probstt zur Frauenburg werden. S. 438. — 8 5. Der hohem. wolte vom Moscowitter geldtt leihen. 8. 439. — Cap. IV. $ 1. Wie man nichtt mehr heimlich, sondern offent- lich reuterei, brennen und morden vorbing. 8. 440. — 8 2. Zum andern mahll auf den bischof. 8. 442. — $ 3. Wie der hohem. auch auf sich und die seine reuter erlangete. 8. 443. — $ 4. Von schr behertzten und trotzmutigen reutern. 8. 446. — 8 5. Von einem geliebten reuter und einem armen mahn. 8. 447. — 8 6. Wie auch weiber reuter waren, aber nichtt lang. S. 449. — 8 7. Von sehr vorlassenen mennern und ihrem handel. 8. 450. — Cap. V. $ 1. Von der kleidung der b. Deutsches hauses. 8. 451. — 8 2. Ursachen, warımb sie den bardt abschneiden. S. 453. — 8 3. Von einem rechten richter im lande zu Preusen. S. 454 — 8.4. Von einer hinderlistt, itzundt ein anschlag genant. S. 455. — 85. Von einem vorteterlichen botriegen mit lugen. 8.456. — 86 Von einem andern botrieger eines armen kindes. 8. 457. — Cap. VI. 8 1. Von einer neuen weise und zwackung auf des koniges folck. S. 458. 8 2. Von einer herefardtt auf die Zieganen. S. 461. — 8 3. Wie konig Sigismundus zum andern mahl wirdtschafft hette. S. 462. — 8 4. Neue jahmer. 8. 463. — 8 5. Wie der Tater, auch ein conspiratt wieder den konig, niedergelegtt wardtt. S. 463. — 3 6. Wie der dritte conspiratt niedergelegtt wardtt. 8. 464. — 8 7. Wie der Moscowitter, der virde conspiratt, gelegett wardtt. 8. 465. — Cap. Vi. 8 1. Von einem bosen jahr und von dem vordriessen der Preusen. 8. 466. — $ 2. Wie der konig von Polen umb dieses willen eins tagefartt hieltt. 8. 467. — 8 3.
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XX Von einem gutten rahtt. S. 463. — $ 4. Von einem vordriess auf die stadtt Elbing. S. 468. — 8 5. Von einer kurtzen vormanuug der klugen und vom rahtt der narren. 8.469. — Cap.Vlll. $ 1. Wie man 12 tausent mahn vorsoldett, das sie in Preusen solten. S. 470. — 8 2. Von zwitrachtt und einigkeitt der gemeine in Preusen. 8. 471. — 8 3. Von einem un- christlichen morden fromer leute im geleidte. 8. 473. — 84. Wie sich die Elbinger umb dieser sachen halben bemuheten, und was man ihn vor antwortt gab. S. 474. — $ 5. Aus was ursach Marx Heske diesen un- christlichen mordit thette. 8. 475. — & 6. Was ursach Cuntz Rechten- berg auf Matz Polen hette. 8. 476, — Cap. X. 8 1. Wie die reuter auf des hohem, folck kamen. 8. 478. — 8 2. Eine erschreckliche historia. 8. 478. — 8 3. Wieder hohem. durch den konig von Polen ersucht wardtt. 8.479 — 84. Wie der hohem. geldtt vorsamlete und goltt fandtt. 8. 480. — 8 5. Von behendigkeit, aber ohne behelf. $. 481. — Cap. X. 8 1. Wie man sich in Preusen auf einander schickte S. 483. — 8 2. Von rechter belohnung uber lose handelunge. S. 484. — $ 3. Hulffrede. 8. 485. — Cap. XI. $ 1. Wiesie von beiden parten ein wenig folck hetten und sich umb mehr bofliessen. S. 485. — $ 2. Von einem unfurstlichen wordtt zu dieser zeitt. S. 486. — & 3. Von einem unredlichen handell in vordackter buberei. S. 487. — $ 4. Von einem spottlichen vornehmen in ungewonnenen sachen. 8, 488. — $ 5. Von einem gottlichen antwortt auf eine unbilliches vornehmen. S. 488. — Cap. Xli. $1. Wie konig Sigismun- dus in Preusen kam und einen tagk hielte. 8. 489. — $ 2, Ein nerrisch antwortt von einem klugen fursten. 8. 491. — & 3. Wie gahr zu gerechtt zu sein einen in nohtt bringtt. S. 491. Tractat XXI Vom kriege, genant der Franckenkrieg; den Francken ihn riethen, furten und lange zeitt ihn hertzlich bogerten, aber ihnen zu kleinem fromen. 8. 493—617- & 1. Von dem gemeinen stande des landes im anfang des Francken- kriegen. S. 493. — $ 2. Von weltlichen heren im lande. S. 494. — 8 3. Von den geistlichen heren und prelaten. S. 495. — 84. Des hohem, Alberti unlobliche andachtt zu Maria. S. 497. — $ 5. Von einem bosen munche und seinem ende. 8. 498. — $ 6. Von munchen und ihrem vor- folgen. S. 499. — 8 7. Von den heupttleuten dieses krieges von beiden teilen. 8. 499. - $ 8. Von einer furstlichen collatio. S. 6501. — $ 9. Von andechtigen priestern im lande. 8. 502. — $ 10. Wie der hohem, den Braunssberg einnahın und seine freunde belohnete. S. 603. — 8 11. Von getreuen und ungetreuen ampttleuten. S. 505. — & 12. Von des hohem. magnificentia in seinem einnehmen. 8. 506. — $ 13. Wie der hohem. sein hertz bowiese und sein gelobnis hielte. S. 507. — $ 14. Von seinem handell mitt den burgern. 8. 508. — $ 15. Wie ehr die priester und munche auss- trieb. S. 509. — 8 16. Von bohendem vornehmen des hohem, mitt den geistlichen. S. 511. — 8 17. Von furstlichen soldtbessern. S. 611. — 8 18, Von christlicher warnung und billigkeit. S. 512. — $ 19. Von der lesterung des hohem. auf den konig. 8.513. — $ 20. Wie der konig urlob zu atreiten erlangete. S.514. — 8 21. Von der niederlage des koniges von Dennemarcke, 8.515. — $ 22. Von dem unvorwindtlichen schadenthun der Polen. S, 517. — $ 23, Was sie vor Hollandtt in der belagerung theten. S. 519. — $& 24.
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XXI Wie die Polen auss der stadtt vorspott wurden. 8. 520. — 8 25. Von rechter strafoe gottes auf beide parte. 8. 521. — $ 26. Wie die Polen zu Melsack geschlagen wurden. 8. 523. — $ 27. Von ewigem schadenthun im lande. 8. 525. — 8 28. Von untrew, so des hohem. folck den armen leuten thete. 8. 526. — $ 29. Von dem vorreterischen woywoden aus der Wallachei. S. 527. — 5 30. Von dem ende der bolegerung des schlosses und der stadtt Hollandtt. S. 529. — $ 31. Wie ungetreuen mennern ihr handel belohnett wardtt. 8. 531. — $ 32. Wie Braunssberg von den Polen bolegtt wardtt. S. 534. — $ 33. Vom ungluck ubriger vormessenheit. 8. 535. — 8 34. Wie die Polen Konigsberg bolegten. S. 536. — $ 35. Wie der hohem. seine worte unehrete und vorschmebete den rahtt seiner gutten gunner. S. 538. — 8 36. Was die Polen umb dieser vorachteng willen den Preusen theten. 8. 540. — $ 37. Wie Brauossberg in diesem jahr zum andern mahl bolegtt wardtt. 8. 541. — $ 38. Von den Deutschen Tatern. S. 542. — $ 39. Wie menver lobliches standes wieder ihre ehre handelten. S. 543. — $ 40. Von bezalung der soldener und geringer muntz, auch wie das vorsamlett wardtt S. 545. — 8 41. Von einem handell, nichtt fastt zu dulden und doch zu entschulden. 8. 546. — $ 42. Wie der hohem. friede bogerte mitt den worten, aber nichtt mitt dem hertzen. S. 548. — & 43. Wie der hohem dem bischofe von Heilsberg entsagete. 8. 550. — $ 44. Von dem folck, so das jahr in Preusen kam. 8. 552. — 8 45. Wie die margrafen von Branden- burg das beste theten. 8. 553. — $ 46. Wie das folck auf schaden auss- zoge. 8. 555. — 8 47. Von einem Deutschen anschlage. 8. 556. — $ 48. Von frommen und schadenthan der Deutschen. 8. 557. ”- 8 49. Wie sie mitt machtt vor Dantzke zogen. S. 559. — 8& 50. Wie sie von Dantzick ab- zogen. 8. 560. — $ 51. Wie der konig an diesem folck seine fromigkeit bowiese. S. 562. — 8 52. Wie der hohem. von seinen getreuen underricht wardtt. 8. 563. — $ 53. Wie man der stadtt Dantzke das vorziehen woll gunnete. 8. 561. — 8 54. Wie der konig von Dennemarck mitt den Schweden handelte. 8. 565. — $ 55. Von eim Polnischen tage umb Preusen willen. 8. 667. — 8 56. Wie man auf den orden reime machte. 8. 570. — 8 57. Von redlicher kriegemenner handell, 8. 571. -- $ 58. Die Tatorn bihten dem konige ein folck an, 8. 571. — 8 59. Von einem unchristlichen vornehmen. 8. 573. — 8 60. Von teurung und kranckheitt in dieser zeitt. 8, 573, — 8 61. Was jachzornige leuts than mogen. 8. 574. — 8 62. Wie zum dritten mahl fursten kamen. 8. 575. — $ 63. Wie sich die Neuemarcker ergaben. 8. 577. — 8 64. Von hoflicher zalung und ehrlicher wirdtschaften. S. 578. — 865. Wie man das schloss Hollandtt zurbrach. 8. 578. — $ 66. Von einem unchristlichen vorsicheren. 8.530.— 867. Mirakell von einem grosen wasser in Konigsberg. 8. 581. - 8 68. Wie Elbing vom hohem. ange- fochten wardtt. 8. 582. — 869. Von einem nianlichen anschlag und seiner thatt, 8. 583. — $ 70. Von dem schaden, den sis theten und entpfiengen, 8. 585. — 8 71. Warumb die knechte diesen anschlag hetten. 8. 537. — & 72. Wie die stadtt Hollandit an den mauren geschwechtt wardtt. S. 5885. — 873. Von boweisung beider parte, dieweil der hohem. mit den fursten zu Riesenburg handelte. 3. 590. — 8 74. Wie die gesandten fursten mitt dem hohem. umb den friede handelten. 8. 592. — 8 75. Wie der hohem, das aufgesagte latein aufnahm. S. 596. — $ 76. Wie der hohem. ein an-
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XXU zeigung gab zum friedo. S. 597. -- & 77. Von einem andern stucke. S. 598. & 78. Von einem bohelf ohne ehre und fromen. 8. 599. — $ 79. Vom lautt des vierjerigen beifriedes. S. 600. — 8 80. Von den artikeln des beifriedes, 8. 601. — 881. Von willigem vorgessen der geistlicheitt. 8. 603. — 882. Von geniess und fromen aus diesem kriege. S. 605. — $ 83. Von groser teurung under dem hohem, S. 606 - $ S4. Von gutter und boser bezalung der kriegsleute. S. 607. -— $ 85. Von der bolehnung des landttm. in Lieflaudtt. S. 605. — 8 86. Von der belohnung des meisters im reiche. S. 610. — & 87. Auf was weise beide parte geldtt bekamen 8. 611. — 8 88, Practika der von Dantzick geldtsamlen. S. 613. — $ 89. Von einem neuen rechte und bosen artikeln. S. 615. — $ 90. Wie ein Taterischer heupttman umb unehrung des h. sacraments entheuptt wardtt. S. 616. — $ 91. Von danckbarkeitt dem hohem. zu thun. S. 616. Traetat XXL. Vom stande des landes in Preusen, des koniges von Polen Sigismundi und des hohem. Alberti in der zeitt, als sie einen unseligen beifriede 4 jahr lang hetten, welcher beifriede erstt leib, leben, gutt und sehl vordampte durch neidtt der genanten einwoner auf einander. S. 613— 786. 8 ı. Wie sich der hohem. an den Dantzkern thett rechen. S. 618. — 8 2. Von neuer reuterei auf des koniges folck. 8. 619. — $ 3. Wie der hohem, mitt seinen unterthanen eine tagefartt bielte. 8. 620. — $ 4. Von groser begnadigung der stedte von Konigshberg. S. 623. -- $ 5. Von vor- enderung der regierer der burger und gemein zu Dantzke. S. 624. — $ 6. Wie gott mitt der pestilentia strafte, S. 626. — $ 7. Wie zu Graudentz eine sonderliche tagefartt war, S. 627. — & 3. Von einer tagefartt, zu Bartstein gehalten. S. 629. — $ 9. Von neuen muntzen, neuen geistlichen und von durstigen mennern zu wasser. 8. 631. — $ 10. Von neuem vor- bitten im lande, ein teill auf das ander. S. 633. — $ 11. Von der strafe des unfriedes samptt der teurung. S. 634. — $ 12. Von der dritten strafe, der pestilentia. S. 636. — $ 13. Von dem hadoer, den der konig aus Denne- marck auf Dantzick vorschuf. 8. 636. — 8 14. Von groser boschwerniss armer leute, under dem hohem. gesessen. S. 641. — $ 15. Wie man die landttschaftt in diese zeisa zu vorwilligen brachte. 8. 642. — 8 16. Von dem gemeinen ergerniss und irtumb eines unseligen munches, Lutter genantt. 8. 645. — 8 17. Von sonderlichem fasttnachttspiell in Preusen, 8. 646. — 8 18. Von der priester zinser in Preusen. S, 648. — $ 19. Von einer aus- gelogenen tagefartt ins koniges teill, sich zu vorantworten. S.649. — $ 20. Von neuem rechte und feiren in etlichen stedten. $. 650. — $ 21. Von einem milden Lutteristen und vom auszuge des hohem, Alberti. S. 651. — $ 22. Wie Hoilsberg ausbrandte. S. 652. — $ 23. Von andern sonderlichen pflagon gottes. 8. 653. — $ 24. Von trotzmutigen bosknechten und ihrer handelung. S. 654. — 8 25. Von einem unleidlichen handell zum Elbioge und, wie gott die Lutteristen pflogete. 8. 655. — $ 26. Wie sich die Dantrker im kriege auf den konig von Dennemarck hielten. S. 657. — $ 27. Von sonderlichem vorsitzen der dinge, davon sich der gemeine mahn in Preusen ernehren thutt. S. 659. -— $ 28. Wie man auf ein neues des koniges teill begunte zu zwacken. S. 660. — 8 29. Morung. S. 661. — $ 30. Rede und antwortt, ein teill dem andern, in dieser sachen. $. 662. — 8 31. Von
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XXI loblichem fasttnachttspiel nach Lutterischer weise. S. 664. — $ 32. Wie sich die Polen mit den unglaubigen friedten und gedachten, Preusen zu erhalten, 9. 666. — $ 33. Wie gott einen treffentlichen mahn von Dantzick strafte. S. 668. — $ 34. Von einem unchristlichen reiten eines armen mannes, als ehr seine schuldtt manete. 8. 674. — $ 35. Von einem aufruhr zu.Thorn zwischen den Lutteristen und, wie die gemeine ein neuen rahtt satzte. S. 676. — $ 36. Von einem aufruhr in der stadtt Dantzko unıb des koniges von Dennemarck willen. S. 678. — $ 37. Wie man durch ein behendes mittell wolte dem hohem, auf Preusen hulfe thun. S. 650. — 8 38 Wie die Dantzker ein baufen loser und boser leute geloseten auss ihrer stadtt. S. 6834. — 8 39. Von einem reichen stadttschreiber zu Thorn und seinem handell. 8.685. — $ 40. Von wunderlichen Lutterischen munchen und ihrem erneren. S. 658. — $ 41. Wie Lutterische pauren zur Gross Lichtenau ein erucifix marterten. S. 689. — $ 42. Von sonderlichem guttem fleiss die sachen der Preusen und Polen belangende. S. 691. — 843. Wie der teufell in gestaltt eines vorstorbenen einem munche erschiene. $. 695. — $ 44. Wie einer, der geit Auchte, unsinnig wardit. S. 698. — $ 45, Wie man zu Dantzick einem Lutteristen umb aufruhr den kopf abhiebe. S. 700. — 8 46. Was die Lutteristen zu Dantzick wieder ihren bischof ausrichten. S. 702 — 8 47. Von ungewitter und getreidewachs in diesem jahr. 8, 703. — $ 48. Von einem mechtigen sturm und seinem schaden. $S. 704. — 8 49. Von einer tagefartt und Luttere handelung. S. 705. — $ 50. Von grosem und unnutzem geldttvorzehren der Dantzker in kriegesweise. 8. 708. — 8 51. Was der vorlaufene konig under diesem bolegen vor ein anschlag anrichtt. 8. 710. — 8 52. Von einem sonderlichen anschlage auf die stadtt Wismar S. 713. — 8 53. Wie Christof Pusch ein ende nahm. S. 715. — 8 54. Wie die Lutterischen ketzer uberhandtt nahmen, S. 716. — $ 55. Von unge- witter, teurung, geschrei, vorfolgung und ende dieses jahres. $. 720. — 8 56. Wie einer sein ende nahm, der etwan die reuter vorhielte. S. 721. -- 8 57. Von einem unscligen loben eines klugen mannes uber Lutters lehre gegen sein junges weib. 8. 723. — $ 58. Von einer sonderlichen, aber un- eristliichen behendigkeitt. S. 725. — $ 59. Wie ein bildttsturmer mitt einem crucifix die stuben warm machte. S. 727. — 8 60. Von einem andern, der s. Annen bildtt lesterte. S. 725. — 8 61. Von einem Lutterischen lehrer zu Konigsberg. S. 729. — $ 62. Von frolichem fastinachttspiel in Preusen und anderswor. 8. 733. — $ 63. Der hohem. kam aus Deutsch- landtt wieder in Preusen. S 738. — $ 64. Von etzlichen Lutterischen stucken der Konigsberger. 8. 735. — $ 65. Wie ein sonderlich salve regina gemachtt wardtt. S. 742. — 5 66. Von einer grosen tagefartt der Hensa zu Dantıke. S. 744. — 8 67. Von geldttkasten zu setzen in Konigsberg. S. 746. -- $ 68. Von grosem wasser ohne regen und von vielen dieben. $S. 746. — $ 69. Von einem munchischen osterspiel in der stadtt Konigsberg. 8. 747. - & 70 Wie zu Dantzick auf dem schiefle s. Cristoff solte zum feuer sehen. S. 752. — 8 71. Wie der ausgetriebene h. Finckenblock gen Wittenberg zum Lutter kam. .8. 753. — $& 72. Von einem ernstt des koniges umb der Lutterei willen. 8.754. - 8 73. Wie man zu Dantzick die 48 menner wolte abesetzen. 8. 756. — 8 74. Von einem christlichen handell der
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XXIV stadtt Braunssberg. S. 757. - 8 75. Von den fruchten des Lutterschen evangelio. S. 759. — 876. Wie offenbartt wardtt, warımb man geldtt in den kasten legte. 8. 761. — 877. Wie dieser umb solcher offen- barung willen erstochen wardtt. 8. 764. — 878. Wie man die kreutz- heren von Konigsberg urlauhete. 8 766. — 8 79. Ein munch erschlegtt zu Dantzick ein ketzer. 8. 767. — 8 80. Von der Thorner privilegio. S, 768. — $ 51. Von ungewitter und unzeitigem augste. 8. 769. — 8 89. Wie die Schweden und Denen abermahll uneins wurden. S 770. — $ 83. Von der Dantzker siegellation mitt grosem schaden. $, 771. — $ S4. Von dem dienstt der Lubecker gegen die Dantzker. S. 772. — $ S5. Wie zum ersten Polnisch saltz in Preusen kam. S 773. —- $ 86. Von einem testamentt des burgemeisters zu Lubeck. S. 773. — 8 87. Von einem sonderlichen goldttsuchen. S. 773. — 8 838. Wie zu Dantzick die kloster geplundertt wurden. S. 776. — 8 89. Von einem alten ehebrecher zu Thorn. 8. 776. — $ 90. Wie auf das noue vorboten wardtt, den Konigsbergern und des ordens folck zuzufuhren, S. 778. — 8 91. Wie die Elbinger zum andern mahll beute holeten. S. 779. — 8 92. Wie die Lutterische gemeine ihnen ein sonderlichen rahtt satzte. 8. 750. — 8 93. Von einer tagefartt und ernstem bopfell uber die gewaldttbrauchung gegen die geistlichen. S, 783. — $ 94. Von besonderer teurung in Preusen, derer man kein achtt hette S. 784.
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*Der* 15. tractat sagt” von dem grymmen® zorn der b. Teut-*ror. an3v. sches ordens“ nach’ dem: streitte auf dem Tannenberg von inn verloren auf‘ die Polen und umb irent® willen auff‘ die Preussen, und was umb dises willen" geschach. “Capitel L $ 1. Wie sieh ein homeister selber! erwolte, und von seinem regimen*. Im iar 1410 am tag assumpcionis Marie!) quamen die ambt b. ansz Preussen, so 'vil unnd= ir noch waren 'gepliben® vom® streitte, unnd sie in irer ungedult° handelten, damit? sie einen newen ho- meister hetten. So weren zu der zeit ag“ drey b. in Preussen von grossem adel", alsz Heinrich Reuss herr von Plaw compter auf der Schwetza, welchem der homeister b.* Ulricus das landt bevall, alsz er in das schlaen* zog,”) unnd“ b. Michael Kuchenmeister von Otten- borg®) pfleger auf den“ Newenmarck, unnd b. Heinrich Reuss herr von Plaw sompter auf Danntzke” des andern leiblicher b.” Notta=. So istY zu wissen, wie* die freyherren im Voigtlanndt a) Hier beginnt Codex HB. b) fehlt C, c) grimmigem BO, d)hauses B. e)n.fehlt A, als sie den st. a. d. T. v. hatten ©. f}) wieder 0. g) iren A. h) deshalben O. i) selbst B. k) von eynem h. in Preussen, der s. selber erwehlete u. u. r. ©. 1) amptsb. BC. m) u. fehlt B, als C. n; uberblieben B. o) v.—.n. fehlt B. p) das C, ume.n. bh. B. g) auch A, nurn C, nur B, i. Pr. a. dr. b. B. r) grosses adels B. es) fehlt AO. t) in kriegk C, i. d. feldtschlaen B. u) felılt B. f Tantzick B. w) d. ordens lobliche b. A. x) fehlt ©. y) Esi. BC. 2) das Ü. 1) Die Wahl des neuen HM. erfolgte am 9. November 1410, Posilye Ss. 111, 394. 2; Heinrich von Plauen (den Beinamen Reuss führte er nicht) wurde erst nach der Schlacht bei Tannenberg zum Statthalter des HM. erwählt, Posüge S. 319. 3) Diesen Beinamen kennen die Quellen nicht. Simon Grunau IL
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2 Traet. XV. Cap. L$ 2. disz von anbegynne* vor ein recht haben gehalten®, unnd° sie alle ire ehekynder, so sie menlein sein‘, Heinrich nennen, ausz der® ursach, *fol. 294. wann? es ist in gepropheceiets,* unnd° einer von iren kindern Heinrich mit namenb soll kayser sein! unnd er soll das heilige Romische reich bringen zu seinen verlornen guttern* und volkomenheit! unnd® er solt gewynnen gantz Asiam und regieren in” Jherusalem. 8 2. Ela gebrauch des ubermute”. Die b. gemeines adels wusten wol, wie im gebrauch war‘, unnd man ag? zum homeister machte einen vom grossen adlı. Darumb" sie es einsz wurden“, und ire macht gaben* den dreyen, alsz" b. Heinrich dem regennten unnd b.’ Mychein dem pfleger unnd b. Heinrich dem comptori, wen sie wurden erwölen, den wolten sie vor iren heru halten; die drey aber" also gemechtiget giengen zu rathe, wie zu thunde“, sint’ deme sie mit dem lannde in solchen unfal komen weren®, sie dorfiten ein herren, der synne gebrauchen konne, damit* sie nit follen umb das ire quemen, und ein iglicher von in meinte, es mochte denen geboren, er mochte alleb dingb geringelich in einen guten stannd bringen“. Disz die meynung der wortte weren‘, und ein igelicher von in® were gernne homeister gewesen, idoch b. Michel der pfleger unnd b. Heinrich der compter von Danntzkef gabenn dem regennten des landes b. Heinrichs alsz dem eltistenn die ehre, wen *fol. 294) der? wurde* nennen und! des vorigen homeisters velum wurdek umb- hengen, der solte ir! hohemeister sein; (sie meinten aber nicht, das er sich selber wurde nennen‘). Auff ein solches= er nam“ ein bedacht bisz auff den anndern tage, wan° sie hetten im befollenn, er solte sich wol bedennken, unnd er? einen erwolteı, der das lanndt unnd den orden" mit trawen meintte*, wie es dan! von nötten thet. Man hore wunder. Am anndern tag’ nach assumeionis &) von langen zeitten her dies B. b) haben fehlt B, gehabt h. C. c) das BO, d) was m. a. B. e) fehlt B. f) das C, fehlt B. g) propheocyet BC. h) m. n. H. BC. j) werden B. k) u. dem R.r.ihre v.g. wielergewinnen B. 1) u.zurv.brengenB. m)zu BC. n) Ueberschrift fehltC. o) das der g. w. C, w. man dem g. nach B. p) auch A, nur B, nurn C. q) u. m. fehlt B, e. v. grossen a. z. h. m. €, die v. grosen a. z. h. m. B. r) derhalben B. s) w. 2. e. einsz BO. t) g. i.m. B, n. i. m. d. dr. g. C. u) nemlich B. v) fehlt B. w).d. d. b., aber fehlt B. x) w. in z. thunB, was z. thun were ©. y)nach C. z) w.k.C. a) daz C. b) feblt C. c) schicken C. d) d. war d. m. d. w. ©. e) yder ausz in ©. In B fehlt von sint bis hier alles: den ein iedre von in. N b.H.d.a v.D. u.b.M.d.p.C.g)b. H.d.r.d.1. BC. b) w. er B, welchen d. C. i) und— nennen fehlt A. k) tehlt B. 1) der C. m) darauf B. n) n.e. BC. 0) dan BÜ. p) das e.B, e fehlt U. g) erweien C. r)d.o.u.d.1. B. s) meintte wurde A. t) fehlt AB. n) Ueberachrift fehlt C. v) a. t. aber C.
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Tract. XV, Cap. L$ 2. . 3 Marie die b. alle quamen* in unser lieben frauen kirche unnd® liessen da eine mess singen nach .des ordens weise. Nach: der messe trat an den hohen altar b. Heinrich Reuss der regenntee unnd sprach zu den b. gemeines adels*: lieben b., seit ir es itzundts gestenndig, unnd® ir eurn willen! mit* der erwollung hapt auf unns drey gesatzt!. Sy sprechen alle ja. So= sprach er zu den beden: seit ir es auch gestendig, unnd" ir mir volle macht habt geben, wem° ich wurde das velum unsers verstorbenen in gott homeister umbhenngenr und wurde® in nennen nach” meinem guttenn gewissen, den wolt ir vor eurm homeister unnd herren halten. Sie sprachen bede ja; so nam b. Heinrich der regent das velum vom altar und! schwinget es umb sich unnd sprach: Ich bruder Heinricus IV.“ Reus herr von Plaw, in der crafft eur verwilligung* erwolle mich selber” zu *fol. 295a. dem” 24. generalmeister Deutsches hauses des ordenns Sancte Marie des spitals von Jherusalem, unnd* lieben herrn und b., ergert euch an mir in disem nit, wenn* ir hapt mir befolen nach meinem ge- wissen zu erwolenb, so kan ich eur gedanncken nit wissenn, wie ir das lanndt meinet, ich aber fulle mich° in den genaden gottes, unnd® ich das lanndt wil bringen ausz seynen nottenf, darumb so® hab ich mich erwollet. Einer sach den andern an, idoch sie trattent alle zu! und gaben im die handt unnd tettenk ire pflicht alsz irem herrn, unnd er liesz! ein igelichen heim ziehenn, und sy= solten wol zu- sehen; mit den Polen wolt er wol umbgehn, idoch die b. alle baten, unnd® man solte mit glimpff mit der sache thun®.!) a) kamen dio b. alle BC. b) fehlt BB co) Und n.C. d) für ©, vorB. e) tr. b. H. d. r. (Rense fehlt) v. d. h.a.C. Ndeg.a.0. g)i.es C, i. fehlt B. h) daz BO. i) fehlt A. k)inB Da wdrg.hB. m)de BO. n) dax BC. 0) demme O. p) warde umbh. BO. q) w. fehlt B. r) mitt B. a) da BO. t) u. fehlt B. u) Heinrich der vierde B. v) ich m. a. C, selboet B, w) zum BO. x) u. fehlt B. y) erwergt A. 2) i.d.a.ın. B. a) den B, dan CO. b) einen z. e. nsch m. g. B. 0) m. inn mich A. d) go. gn., d. fehlt O. e) daz BC. NM) dazi. w.d.1l.a.s.n.br. 0,a.s.n. br. w. B. g) derhalben, so fehlt B. h) tr. ». BO. 1) aller hinzu Q. k) n. fehlt, t. auch B. 1) Darauf l. e. B, e. fehlt CO. m) ey fehlt BO. n) baten die b. alle, u. fehlt BO. 0) umbgehen 6, in d.«. vorfaren B. 1) Die Selöstwahl Heinrich's beruht wahrscheinlich auf der folgenden Stelle des Asneas Sylvius in seiner Historia de Europa, Cap. XXIX (de Pruthenis), Ss. IV, 234: Ferunt inter hos fratres olim mortno magistro cum de successione ageretur unum fuisse, qui rogatus eligere, quem putaret religioni utiliorem, se ipsum elegisse dicentem: nolle deierare, scire se cogitationes suas, aliorum corda igno- rare, si magistratus sibi committatur non dubitare, quin rei publice bene con- sultum eat; motos eins verbis administrationem illi credidisse. ır
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*fol, 295b *fol. 2968. 4 Tract. XV. Cap. L. 8 3. 4. 8 3. Wie er mit ernst die sachen angriff und auch mit omste: regierete und lies ein pferd kopfen®. In dem unseglichen tageb, als b. Ulrich von Jungingen® auff- sasz unnd ritt ins feldtschlaen wider den konig von Polen‘, sich vor- schwuren® alle b., die mit imf zogen, wer an den hern homeister uff .Marienburg queme, dem solte man das heupt* abschlagen, wie einem bannierfluchtigen.. Unnd es quam, wies b. Hermolaus von Götzen- stein® den homeister sag sturtzen, er nam! die flucht unnd* quam auff Marienburg in der meinung den regennten zu warnen, unnd! er wol zusehe, wann” das schlagen? wer verlorenn. Da sprach zu im b. Heinrich der regennte: wie bistu boszwicht so khune, und komst? one unnsern hern unnd du allein one schlege vom schlagen? kommest, dir geschech nach deinem verbuntnus, und liesz in einsetzen unnd ima tage seiner erwollung er es beschwur‘, er musste sterben. Sonnder® in der nacht im wart weckgeholfien‘; damit aber der homeister Heinrich im ein forcht”r machte, er nam” und dem pferde, auf welchem b. Hermolaus“ war gekomen, das heupt liesz abschlaen, unnd es’ über das mittelthor liesz” nageln, da es noch heut im tag* ist zum zeichen. $ 4. Das lanndt nahm in ahnt. Nach disem er schrib® in alle stet, unnd“ sie solten sich schicken im unnd seinem orden zu° huldigen, die stette sich erelagten', unde wie sie mit dem konige von Polen daran stunden, sie betten seine gnaden, und sie mochten den konig begriessen umb diese sache', unnd* der rede vil*, er wolt in keinen weg sie horen! sonnder er samelten tausennt man, unnd alsz nu wuste”, wie* den Polen die Unngern im lanndt legen°, und sich der? muste woren, die weile er a) kauffen A. Wie der hoem: mit ernst regirtte C. W.d.h. ]. ein pferdt kopfen B. b) J. den unglückseligen tagen B, ji. demselbigen jahre C. c) Jungungen A. d) Wi v. J. ins f.r. w.d.k zu P.B,auffd.f.w.d.k.v.P. 208k 0. e)v.e BC. Mi. fehlt C. g) U. e. geschach, als C, Ale nun b. H. B. h) Bernoldus von Geitzenstein A, G. in Ü am Rande, v. fehlt. i) n.e. BC. k).n. fehlt B. 1) daz BC. m) w. fehlt B, dan C. n) die schlacht C. co) das du komst B. p) von der schlacht C, v. feldtschlan B. q) Nach dem im B, amt. C. r) b. er cs C, es fehlt B. 8) aber C. t) w. i. binw. geh. Ce. e.w. ihm i.d.n. w. g. B. uw) Aufdas B. v) ihn f., e. fehlt B. w)n. oe. das pferdt, a. w. C, liesz 0. d, pf. B. x) Harnoldus A. y)n.liesze. O. =) fh BC. a) fi. t. fehlt B. b) D. 1. i. aufnemen A, in C. fehlt die Ueberschr. c) achr. e. BO. d) a. fehlt BC. ec) zu fehlt A. f) o. 8. B. becl. =. C. g) u. fehlt BC. h) daz sie BC. i) dieser sachen halben C, d.k u.d. 2bm.B. k) n—v. fehlt B, dieser st. der O. 1) E. aber w. ei. k. w. horen B, e. w.a. nit b. ©. m) s. vorsaml. B, s. e. vers. C. n) den weil ehr w. B, Als er nun w. C. 0) das a. U. den P. im 1. waren B, w. d. Hungern i. P. lagen C. p) u. a. die Polen derselben Ü.
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Trast. XV. Cap. 1.8 5. 3 woll mit den Preussen wolte umbkomen®. Die stette sahen an ire schwaecheit, wann® ire beste burger weren tot, unnd sie auch keinen beschutz heiten, alsz er quamd, sie im schwuren®. Sof waren vil sohlosser vom Colmerlanndtz, die® die Polen noch hielten, diesen er schrib!, sie solten sich mit irem konige ‚erworen seiner”. Unnd im auch volck zuzog umb solt!, das verhindert war vom verlorn felt- schlaen“, unnd sich ganntz kriegisch stalte. Unnd der konig von Poienn sich mit den Unngern fridete®, unnd? quam mit Witolto im Preussen unnd harreteı des homeisters, sonnder“ er quam nit, darumb Witolto zog* nach Konisberg, :unnd* quam ins bischthumb Warmia® ader Heilsberg. So” war. da bischoff Heinricus Heilsberg”, und diser nam” von kelchen, : creutzen unnd sonnst silberwerck acht hundert marck löttich silber“, unnd gab es Witolto, damit sie nit verderbte seine arme leut’, und Witolto mit den seinen es auch hielten, und es* plib unversert, unnd® der konig nach einnemen® der stet unnd schlosser im Cohmerlanndt am meisten teile‘, er sturmete das schlos Thorn in die acht woche®,- unnd kunde es nit gewynnen in keinen wegf.!) & 5. *Wie herrn und furssten umb dieser sachen willen quamen *tol. 296b. in Preussen und dem orden hulffone. Von disen dingen der homeister® war ganntz entsatzt, wann er hut sich nit davor, und! der konig von Unngern solt so bald mit den Polen in ein vertrag gehn“, unnd sein volck war wenig unnd! un- a) wolte e. m. d. Pr. wol u. BC. b) den B, dan C. co) so hetten sie auch k.b. B, s. b. 2. k. beschutzer C. d) a.cs q. A, und a. e. k. O, Als der hohem. k.B. e) schw. e. i. BC. DDaC. g)imC.v.ach.B, v. ech. i.C.C. h)aoB, welche C. i)s.e. C,denens.e.B, k)e. fehlt B, 8. e.C. 1) So 2. dem hohem. a. f.zuu.».B,n.i. z. a.vilv.zuu. s.C. m) die von d. r. f. so lang v. waren B. n) kriegers schalte A, kriegerisch stollete O, st. s. derwogen gahr kriegisch B. 0) Mitt dem machte d. k. v. P. m. d. U. friede B, fr. s. m. d. Hung. C. p) fehlt B. gq) erwartete C. r) aber BC. s) Derhalben zog W. gen K. B,D. z. W.n.K. C. t) fehit B. u) von W.C. v) So-H. fehlt C, da gab H. b. zu H.B. w)u.d.n. fehlt B, un. fehlt C. x) 800 m. 1. =. sv. k. kr. u. ander s. B. y) dsz sie nit s. a. 1. v., u. gaben e. W.C., auf.d. s. seine a. 1.n. v. B. 2) u fehlt, W.m.d.s.h. aa. B, h.e. na. m. d.s. O. a) also statt es Ü, beides fehlt B. b) fehlt B. c) einnemung BC. d) fehlt B, dafür d. meisten st. u. schl. e) at. e. darnach d. schl. Th. 8 w. lang C, st. 8 w. d. schl. Th. B. Nu.k. e. dochn.g.C, ke. aber n.g.B. g)d.o. 2. h. i. Pr. k BC. h) In dieser sachen w. d. h. C. i) dann e. n. vormeinte, daz C. In B. beginnt der Paragraph: Der hobem. vorm. n., daz. k) es. eyn. vortr. gemacht haben C, s. b. sich vortragen sollten B. 1) n. fehlt C. 1) Die Quelle dieser entstellten Nachrichten war oAne Zweifel Posilge S. 322. 323. — Wir tragen hier nach, dass auf ihm auch Tr. XIV, Cap. 15. 8 1. (der Verrath con Stuhm) I, 746—-47 beruht.
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*fol, 2978. 6 Traot. XV. Cop. L$ 5. willig, und die b. seer verzagt*, wann» solten sie auf® die Polen ziehen, sie mochten“ es verliesen, unnd also follen® umbs lanndt que- men. $o wartf der homeister auff den burgermeister gedenncken® von Danntzke*, Connrat Letzkaw genannt!,!) ein getrewer unnd auszricht- sammer man des ordens*, dem auch umbs ordens willen vom konige von Deumarck wol tausent wundenn etwan gehawen!,?) unnd dannoch gleichwol dem homeister seinen krieg zum geschiok auszrichtem. Nach disem schickte der homeister unnd sprach: getrewer Conrath, thue nur wie ein freundt, ich setze dir zu pfanndt das leiden Jhesu, und® ich wil es dir und den deinen® lassen zum besten geniessen ire tager, und? zeuch in Deutschlanndt unnd’ sag es an" hern und fursstent, wie mich unnd die meinen“ *ungleubiche menner von Tatiern unnd heiden überfallen, unnd stet darauff, unnd’” sie unns alle wer- den ermorden ader hinwegfueren. Im antwurt der burgermeister": gnediger herr, wie thue ich im immer me*, aus’ dem lannde kan ich® schwerlich kommen, wann* der furst von der Stolpe unnser feint ist». Mach es, wie du weist, beweise nu gutwilligheit°, sprach der homeister, wenn ich dich setze in meinen trostl. So° het der burgermeister Conrat einen tochterman, auch ein getrewer man seines herrn, Bar- tolomeusf Grote genannt, disems der burgermeister Conradtb die sache vertrawete, unnd von seinem rate sie es einsz wurden!, unnd sie cleiten sich an wiek Jacobsbruder?) unnd kamen! also gen Wolgast zum furssten, und zu Benno” dem bischoff von Camyn*) und» zum fursten von® Meckelburg, zum? fursten von der Lauenburg und zumr furssten von Lauffenborg’) unnd zu andern herren unnd disen die sache cleglich .vorbrachte. Unnd sie auf mit irer manschafft' unnd a) u.d. b. waren e. v. C, u. d. besten b. w. v. B. b) dan BC. c) wieder C, den s. besorgten sich, solten ete. B. d) worden C. e) gahr B, u. ganntz 1. C. f) Da gedachte C. g) 8 w.d.h.ged.a.d.b.B. bh) anb. zuD.C. i) mitnamen .L.B. k)eg.m.u2d.o(,o g- u. aufr. m. d. 0. B. 1) etwa sehr verwundet B. m) z. geschichte auszbrechte A, nach g. B, e. kr. volfurte O. n) u. fehlt C, daz B. o) d. u. den d. wii B. p) lebtage BC. q) n. fehlt B. r) fehlt B. 8) o. a. fehlt C, a. fehlt B. t) f. u. h. C. u) m. u. d. m. hinter a. heiden B. v) das BC. w)D.b. i.a. B. x) ummermehr ©. y) aufA. z)i.k 2.d.1.B. a) dan O, den B. b)i.u. f. BO. c) und b. dein trewigkeyt C, b. eine getrewigk. B. d) dani.e.i.d.m. tr. O,d.i.d.e.i. m. tr. B. e) Da C. f) Bartolomes A, genantt B. B. g) dem B. h) ©. fehlt A. i) w. 2. os oe. C. k)udurchs.r. kl. s.s. wie B, sie u. an fehlt C. 1) u. fehlt B, zogen C. m) Denno A, Sanno, u. fehlt ©. n) u. fehlt B. o) zu B, p) z.—u. fehlt B. q) denen br. 8. d. e. kl. fur B. r) a. balde a. C. a) Die fursten machten sich m. i. m. a. B. 1) Quelle für das Folgende war die Danziger Ordenschronik, Ss. IV, 374 9. 2) Danziger OChr. I. c. 3) Das sy koften bettelers kleider DOChr. IV, 375. 4) Zu her Bonnow, der das bisschofthum inne hilt zcu Kammin |. c. 5) Den Fürsten von Mecklenburg hat Gr. hinzugeseizt, die beiden anderen nennt die DOChr. IV, 375,
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Tract. XV. Cap. U. 8 1. 7 quamen* auf die Schwetza durch die Newemarck® zum homeister und sprachen: Erwyrdiger hohemeister®, deine besten vier gebietiger hetten es mit unns nit so weit gebracht, alsz dein. diener Conrat gebracht* *fol. 297b. hat°, unnd schaw, wir sein hie, unnd‘ dir zu willen, unnd wir auch bittene, lasz dir ihn befolen sein. Unnd der homeister im schwur in! ein solches lassen zu geniessen*, unnd! die furssten alle begerten" ein stutzung der sachen, unnd hielten mit dem konig von Polen ein tag zu Brestie‘), unnd den konig da einfurten®, unudr er dem homeister friden zusagte zu den lebentagen des homeisters“, alle seinen" ge- rechtigheiten one schadenn, die seine mayestat vermeinten® zu haben zu Preussenn*, zu welchem sie im helffen wolten, mit leib und gut“. Wladislaus Jageillo es verwillete” zum friden, mit der underscheit, so” man im ierlich in Preussen gebe eine marck goldes“, unnd wolten die b. Preussen ganntz wider habenn’, so solten sie den Polen, die” auf den schlossern®, iren verdiennten solt geben, und disz wart so ver- willet von den fursten® unnd besteet vom homeister®. Und® ein igelicher zog heim zu den seinen, unnd sie meinten, sie hetten es ganntz gut gemacht‘. Und disz? geschach am tag Ephiphanie im jar 1411.?) Capitel I $ 1. Von dem, und der homeister‘ wider« burger in die stet verschuf?. In diesem jare! so bald ‚der homeister, von den* Polen frey war, er versamelte! seine soldner, etlichen er” eine ritterzerung gab, a) u. fehlt B, zogen C. b) d. d. N. a.d. S.B. c) e. herr m. (m. am Rande) A. d) s. w. n. BC, m. u. wiederholt hinter nit A. e) g. h. fehlt B. f) u. Ichlt BC. g) so b. wir auch B, u. b. dich ©. h) den Conradt B. i) U. d. h. schw. ihnen ihn C, Darauf ihn d. h. schw. ihm B. k)e.g. z.1. B. ihn e. gerne zu fristen ©, 1) fehlt B. m) b. aller C, a. fohlt B. n) Bresch B. Breschzie C. o) da beredten ». d. k. B, d. bewegten C. p) daz ©. q) zuseynen ].C. r)alleyne s. C. es) sich vormuttete C. t) auf Pr.2.h.B.,i. Pr. z.h. C. u) g. fehlt O. v) e. fehlt B, v.o. C. w) das B. x) solte g. iahr ichrlich e. ın. g., i. Pr. fehlt B, von Pr. ©. y) ganntz wider ist durch- strichen u. über ganntz ist Proussen geschrieben A, w. auch d. b.g. Pr. w.h. B. z) d.—.e. fehlt B. a) vond.f.v.C, Das w. sov. d.f. bew.B. b) u. v. h. best. BC. c) u.—gem. fehlt B, gar wol ausgericht C. d) U. fehlt, das B. e) die Capitelbez. fehlt AB. f) Wie derh. BC. g) wieder- umb CO. h) ins landt setzte ©. i) J. d. 1111 jahr B. k) d. teblt ©. 1) v.o. BC. m) gab et. B, e.g.ortC. 1) Die DOChr. 1. c. spricht nur von einer Tagfahrt, ohne den Ort anzugeben. 2) Anno domini 1411 und 14 tage nach der hilgen dreykonige DOChr. I. ce.
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*fol. 298. *fol. 298b. 8 Tract. XV. Cap. U. 8 1. etlichen* dorffer gab“ im lannde, vielen auch er diessen rat gab», unnd sie solten zu der ehe frewenn wittwen oder® jungkfrawen, er wolte sie damit begoben, unnd sie es tettend; die jungkfrauen hetten kein auszrede, sie musten die soldener nemen, die witwen liessen an- tragen dem homeister, unnd disz von anbegin wye ein recht in Preussen wer gehalten wordenf, unnds ein fraw, die mit iremb man! ein kindt gehaptk hette, unnd! ir der man sturbe, sie kein andern musz nemen”, unnd so sie irer ehre so” vergessen were, unnd sich zum andern mal verannderie®, von den anndern frawen wie untuchtig wurde gehalten ire tagkr, und“ darumb" sie betten® seinet gnade, er wolte sy nit zwingen menner zu nemen wider ire gewonnheit. Darauff sprach der homeister: unnd® eine fraw zum andern mal, zum dritten mal ein eheman nimpt, ist” nit uncristlich noch wider got”, und so“ mich unnd die meinen not zwinget, ich gebiete, die frawen sollenY menner nemen*, welche es nit thun will, die neme, was sie tragen kan, unnd gewer mir das ander. Und also es geschach“, unnd die soldener wurden begabet® mit den weibern, und die stette erfullet mit burgern®. Dise unnd die von in quomen, mit der zeit sie zu Danntzke den orden ausz ganntz Preussen wolten vertreiben‘,* wie gesagt wiert werdenn, wan dise® sucheten iren solt, den man in schuldig war, wie- wol der homeister hett inf grosse guter der erschlagenen Preussen mit den frawen zugefrombt#s, sie solten sich an deme lassen genugent. Sie sprachen wider, und! diszk ist ein schalckesrecht, unnd! man getrewen soldner mit alten ader bosen weibern soldet, wan gemeinlich es war" uneinigheit in dieser eher, sinttemal die frawen gewonnt waren, unnd® ire menner narhaftig waren unnd von wenig verzerens, und die frawen° alle ding®? under hennden® hetten’, die soldener aber* ire* newe ıimenner nach irer* weise schlemeten unnd gaben“ sich auf trunckenheit” unnd nichts wolten angreiffen zur narung”, sonnder vom a) g. e. O, g. fehlt B. b) g. e. n.d. r. das BC. o) fehlt A. d) t.a BC, u. fehlt C. e) liesz A, d.h. a. BC. f) Das v. a. i. Pr. w. vor e. r. g. word. B, d. os were w. e. r. i. Pr. g. w. C. g) daz ©, ao B. h) eynem C. i) eheman B. k) fehlt B. 1) fehlt Be m) m.s2. k. a.n. BC n) Als sie aber i. 0. B. 0) befreyett RB. p) dewi.t.v.d.afe. wı.gB w.ev.d.a. fr, gleichsam u. g. ihr lebelangk C. g) u. fehlt BC. r) derhalben B. 8) b. e. BC. t) ihreB. u) wen R, wangleich ©. v)i.@ C. w) nit snnde noch unchristlich C. x) weil C, dieweil den B. y) so g. i. euch, daz ir C, g. i. daz B. z) nempt C. a) n. g- aleo daz C, daher es geschahe daz B. b) bw. BC. c) m. b. e. wurden C, wieder m. b. o. B. d) D. w. nochmals d. o. a.g. Pr. v., das übrige fehlt B, wolt. m. d. z.z. D. d. o.a.g. Pr. v.C. e) dan dise C, den sie B. f) er h. A., in d.hom. Ci. b. B. g) hatte zugefugt C. h) wolten sie sich doch a. d. nicht g. 1. C. i) w. fehlt C, S. darauff antworteten B, u. fehlt BC. k) das BC. 1) daz BC. m) dan ew.g.BC. n)u. zwischen ihnen i. der e. B. o) daz C, u.—fr. fehlt B. p) alles B. q) u. den h.B. r) h. und ihre nı. waren nerhaftig u. von wenig verzerens B, v. w. verzorten A, w. verzerten O. e) a. fehlt A, die n. ın. aber, so a. gewesen B. t) stets n. i. B. u) fehlt A. v) u.zur tr.eich befliessen B. w) u. n. z.n.w.a.C, u. w. keinen. fortistellen B. , ‘
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Tract, XV. Cap. IL $ 2. 9 gereidten zerem*, unnd den frawen nichts in den hennden lassen,b unnd von disem vil laster ins lanndt quam von tage zu tage*. 8 2. Wie er gelt vorsamelte ins land und der meinung zu kriegenn auft Polen®. In diesem iare unnd under? diser zeits, damit man muntz hettet, der homeister vergonnte! allen seinen comptoribus, die* er noch hette, unnd! sie mochten aufwechseln alle alte muntz,. alsz Bemische, Polnische und® die scotter® Winrici, unnd ausz dem und von ann- derm* silber ein geringer in seinem namen zu schlagen® in? der *fol. 299a, meinung, unnd! man wolte die Polen von den schlossern lesen, unnd der muntz war vil unnd ganntz geringe So® nomen sich disz aun die stat von Danntzke, nemlich die gemein*, wann“? ir compter sie’ ja zu geringe schlug, unnd sie mechtig auszwucherte”, und sie es dem rate ansagtenn“, sie wolten der muntz nit’, wann* sie kunden die thewrung®, dieb daraus erstunde, nit geduldene. So war in disem® der burgermeister Benedict Pynnigk®, dem das wort gehert zu gebennf, wass trotzmuttig und sprach?: sie musten sie! nemen und solten sie sich halt* vor zurnen! im arse elauen, wan® diser die muntz verlegte". Von disem° es quamr, unnd? die gemein im sonntag -zu Palmen’ macht ein auflauff auf ein rath" und sie wolten* erschlagen haben®, sonnder’ die rechten capitens quamen auf das” schlos unnd b. Hein- rich Reuss* herr von Plaw compter’ auf Danntzke des homeisters leiblicher bruder? legte sich darein, unnd sie den tag zu freunde machte”, damit* sie einander schwuren solches zu ewigen zeitten im ergsten nymmer zu gedenncken?.‘) Im montag nach Palmen es quam a) gereto A, bereitte C, allein v. g. z.B. b) fr. fehlt A, u. also den n. behielten C., n.d. fr.n.i. d.h. liessen B. ce) Dvank.v.t.zt.v.Li1lBvdvtilkvtz.tc d} der hohem. BC. e) der m. auf d. P. z. kr. B, i. m. P. z. uberziehen C, i. 1. fehlt BO. f) zu B. g) u. u.d.z. fehlt C. h) auf das m. m. im lande h. B, in C fehlt dieser Satz. i) v. d. h. BC. k) #0 C. 1) das BC. m) n. fehlt A. n) ateter A, schotter B. o) z. schl. fehlt A. p) fehlt B. q) das BC. r) Sew.d.m.v.B. ») sie A,daC. t) Dessen n. s. r. dio gem. d. et. D. B. u) dan BC. v)s. fehlt A. w) u. damitt den gemeinen mahn sehr a. B, u. w.sios.8.C. x) =. ragt.e. der... Bwekl.e.d.r.C. y)dass. d.m.n. w.B. z)danC, den B. a) therung A. b}so B. ce) dulden A d) Da w. vond. C. e) Pynneger A. f) reden C, d. z. der zeit d. w. hett B. g) gantz C. h) spricht A. i) die muntze B. k) gleich BC. 1) v.z. fehlt B. m) dan BC. n.v.d. m. C. o) Daher B. p) geschach e. C. g) das BC. r)i.s. Palmarum d. g. B, d.g. am s. Palmarım C. es) e. a. aufd.r. m. B, e. a. m. wieder d. r. C, auflaff A. t) w.s. BC. u) h. fehlt B. v) aber BC. w) aufs B. x) R. fehlt B. y) c.—b. fehlt B. z) m. 8. d. t. noch z. fr. B, u. m. s. denselbigen t. z. fr. C. a) daz BC. b) a fehlt z. g. im ersten A, oiner des andern z. oz. nimmer i... 28.0. 1) Quelle ist die DOChr,. IV, 376, aus der das Datum stammt, von Bernhard
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10 Trect. XV. Cap. I. $ 8. *fol. 299b. *der ganntze rat auf das rathausz*, sod war der burgermeister® Connrat Letzkaw, unnd Peynige die warheit sagte‘, wie er® durch seinen unbe- schnittenen mundt ein gute gemeine in ein‘ solchen aufllauff gebracht hat, unnd ein wenig feletes, unnd man sie aller erwirgt hette*, unnd'! solcher straffwort vil! und im viel bey in disem* Arnolt Hecht der ander burgermeister! unnd Bartolomeus” Grotte und sonnst? ander me, unnd sich übel begingen mit wortten®, unnd Pyning sprach®: ich mich beruff auf unnsern compter“, unnd ich die muntz so, wie er will, im korne geschlagen habe"; Connrat Letzkaw sprach: wir sagen nit vom compter aber® von der muntz, sonnder wir sagen, unnd* ir uns alle durch eur unverschempt wort gar" bald umbs leben bracht hetten”, und wan es gleich” der homeister selber het geheissen, noch so wer es nit recht“, unnd’ man so bald im lannde one des lanndts wille ein so* geringe muntz solt aufsetzen.) Disz quam vor den compter, unnd er* es seinem bruder dem homeister schrib, unnd es wart im zu einer® vermessenheit auszgelegti, unnd® er wolte das lanndt wider den ordenn unnd die seinen bewegen, und! mann ge- dacht sich an im zu rechen zu seiner zeit, unnd es so liessen®. 1) *fol, 3008, *s 3 Wie man: Conrat Lotzkaw solnen getrewen diennst bezalt! unnd den seinenn*. Im! dinstag nach Palmen quam gen Dantzig b. Ludwig von Alsatzen grosscheffer von der Scharpfau,?) diser umb allerley finth- &) c# fehlt BC, aufs B. b) da C. o)d. b. fehlt C, b. fehlt A d)u. =. P.d.w. C, so 8.d.b. C. L. dem P.d. w. B. e) daz BC, o. fehlt A. f) fehlt B. g) u. f. w., e. fehlt B. h)daz ©, d. sie nicht alle von der gemein weren orschlagen worden B, i) n. — v. fehlt B. k) So f.i. b. i.d. fehlt B. 1) Und A. H. i.d. b.d. a. b. C. m) Bartlomes A. n) =. fehlt B. o) b. s. auch ü. wm w.B,usu.m.w.b. C. p) So sp. P.B. qJi.b.m.a.u. co. BC. r) daz i. d. m. i. solchem k. g.. w. 6. es mir mitt geben B, d. i. d. m. gleich wie e. gewollt, i. k. g. b. C. s) sonnder A, oder B, in C fehlt a. v. d.m. t) das BC. u) g. fehlt B. v) b. h. u. 1. gebr. B. w) den gleiches B. x) 8. w. e. dennoch n.r. B. y) daz B.C. z) 2. ein BO. a) er fehlt A, der schr. e. =. b. d.h. B, u. & 8 br. d. h. solches zu schr. C. b) Das B, o. fehlt C. c) dem Letzkaw zur B. d) zugel. C. 0) das B. f) fehlt B. g) z.—L. fehlt B, u. liesscns also bl. C. h) m. fohlt B. i) b. wurde B. k) u.d.s. fehlt BC. 1) Am C. Pynnig und der geringen Münze weiss sie aber nichts, sondern spricht nur im Allgemeinen von einer durch den Comthur beigelegten Zwietracht. 1) Diese ganze Scene hat Grunau erfunden, nur das Datum Montag n. Palmarum Jand er in der DOChr. 1. c. 2) DOChr. I. c. Die Elbinger Handschrift der Ferberchronik liest ebenfalls dinstagk, während die andern montagk haben. Der Ankömmling war Ludike Palsat (auck Pulsat u, Poolsat) grosscheffer zu Marienborgk,
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Trast. XV. Cap. IL 8 8, 11 schafft willen mitt dem homeister wart von ime abgesatzt von seinem amacht*, umb wölcher findtschafft willen b. Ludowich nit wolt in Preussen pleiben uond durch schriffte er vom homeister ein recesz nam®, unnd erzelie nu vil. ding im selbigen brieffe, unnd sein schreiben wart im ausgelegt“, wie er den homeister nit lange wolt im ampt lassen pleiben®, unnd ein? iglicher auf b. Ludowich zum® ergsten das seine sagtenı.!) Im wegkziehenn b. Ludowich quam im dinstag zu Palmen des morgens in die pfarkirche unnd wolt mesz horen!, und sihet* im ratstul steen! Conrat Letzkaw unnd seiner tochter man Bartolomeus Grotte”. Dise von alter freuntschafft zu gast bitt er in seine herberge zum Nickel Thomes®, unnd darzu quam Arnoldus Hecht,?) unnd er in auch batt°, unnd so sie niohtsp von seinem handel wusten, sy quamen? unnd assen mit im unnd waren frolich. In disem” quamen die* brieff vom homeister zum* compter von Danntzke über b. Ludwich und seine handlung, man solt in ansehen" vor ein abge(*)sagten veindt des homeisters; als disz der compter lasz, *fol. 300b. fragte er”, ob niemandt b. Ludwich gespurt hette, so waren da etz- liche” unnd= die sagten, wie er zuY Nickel Thomes mit Connrat Letz- kaw, mit® Arnoldo Hecht und mit* Bartolomeus® Grotte frölich weren. Von stund an man° schickte den dreyen botten‘, unnd sie quamen, b.e Ludwich machte sich weck.?) Sof sprach der oompter zu in: du Connrat Letzkaw unnds Arnoldt Hecht und du Bartelomeus Grotte, sinttemal ir mit® den finden meines gnedigen herrn! homeisters hentte* gehandelt hapt, so solt ir seine gefangne sein, wann! ich ziehe euch- vor die an, die mit im gehanndelt haben” wider ehere und leib meines und eurs hern. Darauff sprach Connrat Letzkaw: und” wir uns geben® gefanngen auf ein? erkentnusz unnsers gnedigen herrn a) Der w. n. 2. f. w.m. (von A)d. h. v. =. a. abges. B, v. i. fehlt C. b) n. derwegen e. schrieftlichen r. v. h. B. c) er vorz. v. d. in briefen BB d) u. w.i.„.schr.a. B. e)i. a. w. bl. 1. B, daz statt wie. f) fehlt B. g) im B. h) wider b.L. war C. i) nach P. d. m. zu Danzik i. d. p. m. zu bh. B, kam b. L. am d. n. Palmarum C. k) cos. e. B. 1) sitzen B, den O. m) Bartlomes A., hinter Gr. stehen C. n) Diser—bitten A, D.b. © v. a. fr. wegen i.s. h. z. N. Th. 2x. 8.B,D.v.a.fr.b.o.2.g.i.». h.z. N. Th. C. 0) Sok.d. A.H.,d. b. o. a. B, denselben b. e. =. C. p) welche n. B, u. als s. n.C. g) s. k. zur zeit der malzeit, u. fehlt B, k. ». Ü. r) dem B. ®).d. fehlt C. t) an den B. u) halten B. v) fr. e. fehlt A. w) e. fehlt A, da engten e. daz ©. x) fehlt BC. y) beim C. z) m. fehlt BC. a) m. fehlt B. b) Bartiomes A. c) mitt A. d) s. m. d. d. rathsherren b. B, r. fehlt O. e)s. auch k. aber B. f) Da BC. g) Du B, u. fehlt BC. h) i. heute m. B. i)h. fehlt B. k) h. fehlt B. 1) dan BC. m) g. h. am Ende des Satzes O. n) n. fehlt BC. o) w. g. u. BC. p) e. fehlt B. 1) Dieses Zerwürfniss ist Grunau's Erfindung. 2) Nach DOChr. IV, 376. 3) Nur die Aufforderung auf das Schloss zu kommen erzählt die DOChr., das Uebrige ist (Girunau's Zusatz.
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*fol. 301a. *fol. 301b, 12 Trast XV. Cap. IL. 5 8. homeisters, und wir nit gewust von irer feindtschafft auf einannder®, sonnder? in voriger freuntschafft mit im geredt unnd im seiner bette zu willen sein gewest®, und gingen also ins gefenngkmus‘; die mit in waren komen®, gienngen heim. In der mitternacht darnach?, wies es die offenbarten, die dabey waren gewesen®, man bandt! ink alle dreyen knebel in die meuler und die hennde an den! leib und sie furten® auf den* misthauffen im schlosse unnd mit einem: degen stochen® Connrat Letzkaw zehen® tottliche wunden, zu letsten sie schnitten? im die kele entzwee, Arnoldo Hecht“ stachen sie sechs wunden unnd im auch die kelle schnitten‘, Bartolome Grotten 16 wunden unnd die kele ver- schnitten und sie so todt in den mist mit den kneblin grubenn‘.') Fraw Anna ‚Conratz" tochter und Bartolomeus’ Grott hausfraw meinte, sie weren noch gefanngen, und sie schickte” in alle tage” die beste weine unnd confect?) mit anderm kostlichen essen, unnd disz alles die morder namen’ unnd es frossen* und sprachen, sie hette es* in gegeben. So® vermochte fraw Anna gute menner, und sie° zogen auf@ Heilsberg zum homeister,®) wann® er hette den bischoff vertriben und hielt sein lanndt, wie gesagt ist ix. tracta.‘,*) unnde erlanngten brieff zum comptorit, sie kunden aber in keinen weg am! homeister mercken zeichen* der gnaden ader ungnaden auff die gefanngne!, und” die brief quamen dem" compter am sonntag nach ostern, unnd er liesz sagen iren freunden°, sie solten morgen komen,?) er wolter ey in geweren, unnd? sie quamen, unnd* tratien zu die racker* unnd* nomen sie tot ausz dem miste“, und’ legten sie auff schleiffen”, *unnd a) denwh.vif.a.o.n.gB dawn. g.vi.f.a. 00. b) es haben B c) u. 8. b. ij. gewertig g. B, wi. auffs.b. z.w. g. ©. d) Darauff g. =. insg. B. o)k. w.B. f) Auf d. nacht d., als sonst oin iedor schlief B. g) daC. h)g.w.B. i)b.m.BÜ. k)i.fchlt B N). d. feblt A. m) fe. also B,u. f.e.C. n) n. fehlt B. st. s, m. o. d. BC. 0) 20 A. p) schn. s. BC. q) H. fehlt A. r) abschn. RB. entzwey schn. C. s) abschn. B, u. vorschn. i. d.x.C. t) n. gr. R. so t. i. d. m. mitt d. kn. gr. B, darnach begr. e. dieselben also t. m. d.k.i.d. m.C. n) Conritz A. v) Bartlomes A. w) e. i., sie fehlt BO, u. fehlt B. x) teglich BB y) Dasn.d.m.B,d. an. d.m. C. z) es vorzorten B, u. frassens auf Ü. a) hettens B. b) Da C. c) u. fehlt, die B. d) gen C. e) dan BC. NH. a. 1. ein das übrige fehlt B, w. g.i. im 2. tr,u.h.8.1.C. g)dieB. h) e. vom hohem br. an den oc. B, e. von ihm br. an deno. C. i) vom C. k)etwane.z.C. 1)s.k.a. an dem h. k. z. d. g. o. u. vormerken a. d.g. B.e m) u. fehlt B. n) fur den O. o) der. i. fr. =. B, i. freundtschafften »C. p) sow.c.B. q)alsB. rdaBÜ. 8) tr. d. r.x.B, z. dem mist- hauffen C. t) u. fehlt B. u) u. zogen s. heraus C. v) u. fehlt C. w) a. eine schl. B. 1) Pgl. DOChr. IV, 376. 377. 2) weyn und kreude /. c. 377. 3) DOChr. IV, 377; doch sagt sie nicht, dass der Hochmeister zu Heils- berg war: seine Anwesenheit in Braunsberg zu Ostern 1411 erwähnt Posilge Ss. III, 326. 4) Tractat IX C Cap. II $ 8. oben I, 353. 5) Am Montag nach Ostern wurden die Leichen ausgeliefert, DOChr. IV, 31T.
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Traet, XV. Cap. IL $ 1. 13 furten sie* zu Conrat Letakaw in sein hauszt, unnd man sie da wusch und fant°, wie sie weren angerichtd, unnd man sie legte in ein grab®, unnd war grosz clagen inf der ganntze siat. Ime selbigen tage der compter liesz nemen all ir dreyen guttert und des Bartholomeus Grotte hausfraw!, wie sie gieng und stund*, ausz der stat treiben, unnd sie mit der zeit im walde wart tot gefunden!, wie getot, waist gotm.!) Unnd” disz war die ‚Voigtlenndische bezalung vor getreuen® dienst, wie oben ist gesagtr. Capitel IL° $ 1. Wie man. gelt. suchter im namen. dom konig von Polen sein golt zu geben und die Polen abzulesen’. In disem selbigen* sommer auf pfingsten® wart dem lannde an- gesagt ein gelt zu geben, von der m. wert 2 sc. alt gelt, und dies’ gelt solt gefallen sein” vor Dominici vonn allen guttern, sie weren im lande ader ausserhalb dem lannde“, so sie ken Preussen herten’.?) Disz verwillite das ganntz lanndt, die Danntzker auch, - auszgenomen von den gutier® wolten sie es nit geben, die auszwendig* dem lannde were.) Und arme leutt geben immer das gereidte® weck, steted vor 4 neue scotter zwen alte. Von’ den* Danntzker man namf, was sie *fol. 302a. gaben, unnds schriben es an, unnd keiner guter auszwendig des landes gedachten®, und vilen Polen disza gelt gab vor die schlosser!, a) 0. fehlt A. b)in C.L. 6. B. c) 80 wurden a. gewaschen u gefunden B, u.mw. s. da u. befandt C. d)a. w. C. eo) s. wurden begraben B, u.m.1.2.i. 0. gr. C. f) von C, g.fehlt B, indemB. b)l.d.ec.adr.g.n.B, l.d.c.n.a.dr.g.Ü. i) die fraw Grötte A, B. fehlt C. x) von stund an A. 1) welche nach dem i. w.t.g. w.Buewmdziwt.gC. m) w. sie aber zum tode gekomen, das mag g. wissen B, w. sie aber g., w. 8. ©. n) fehlt B, 0) v.ihre B. p) g- i. C., w.—g. fehlt B. q) fehlt B. r) schickte A. e) u.—l. fehit B. In C lautet die Ueberschrift: Wie die b. geldt versamlett, das sie dem koning von Polen sein geldt geben und @ie Polen von den schlossern losetten. t) demselbigen C. u) A. pf. dieses jhares B. v) das A. w) s. fehlt BC. x) .d.]. fehlt B, ans d. 1.C. y) wens. nurin Pr.g.B. z)d. D. abar w.v.d.g. B. a) ausserhalb BC, e. fehlt B. b) Die B, u. die ©. c) gerette A, bereidte C. d) ihe B. .e)steber A, schotter B. f} n. m. BC. g) u. fehlt B. h) g. so a. dem |. waren nicht g. B. i) So wardtt dasselbe geldt v. P. v. d. schl. gegeben B, u. zaleten also v. P. von den schl. ab ©. 1) Die Tochter Letzkau's wurde nach der DOChr. IV, 378 ihrer Güter beraubt, sie selbst heirathete aber später den Danziger Bürger Johann Westphal, Ss, r. Pr. IV 394 n. 3. 2) Hier und im Folgenden ist Posilge Ss. III, 326. 327 Quelle, 3) Die Danziger weigerten sich, die Steuer zu tragen. Posilge I. c.
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14 Tract,. XV. Cap. IL 8 2. etlich es nomen*, vile aber® wolten es nit ansehen, unnd dise mit der zeit die schlosser musten verlauffen® vor hunger, wan? der homeister het das ganntze lanndt*, und hielt innen kein standthafftigen‘ friden, und in kurtzen wider ganntz Preussen erlangettee und zumal wenig gelt den Polen gabt. 8 2. Dantzker! wurden gephlaget. Alsz nu alles gelt wart gefallenk von den guettern, die im lannde weren!, so® liesz der compter von Danntzke b. Heinrich Reuss herr von Plaw dem rat ansagen, wie es queme, unnd" der kauffman hielte nit° das gebot irer herrn, und? auszwendige gueter nit verzeysset hettena, Der rath das den kauffleutten ansagte”, und die kauffleut den beschwernus darin hett*, wie solten sie die gutter verschossen, sint den noch niemanndt wuszte!, ob sie ir tag wurden gebracht", es wer so er, und sie mochten verloren werden’, ehe denne gewert”, unnd* soloher entschuldigunge vil“; ‚und entlich die kauffleut mit eim ge- meinen man es verwilligten nit zu geben’, dawider der rat war“, und *fol. 302p. bath*, man solte® kein ungunst erweekenn*, sonnder man soite* vor- suchen, ob man? es mit gelimpffe moohte® erlanngen, unnd sie wurden es einstf, unnd es giengen? zwee burgermeister, zwee rathern, acht kaufleuth und zwelff gemeine menner uf das schlos, unnd wolten den compter erwecken unnd erweichen durch beite zu gnadet. So bald sie quamen auf den hohen stock', man schlosk das schloss, disz wart der gemein kuntb! und auffe, und machten sturmheuser mit .bleiden wol 7” unnd wolten sturmen!), sonnder der compter gab sie loss, die a) e.n. ee BO. b) etzliche, a. fehlt B. c) die m. doch in. d. z. von h. d. achl. v. B, m. m. d. z. d. schl. verlassen O. d) dan BC. e)l.ein B. f) stetigen B. g) gar g. Pr., e. fehlt A, Bekam also i.k. g. Pr. w.B,g.Pr.w.e.C. b)u.g.d.P.z.w.g.C. i)dieD. B, in C fehlt die Veberschrift. k) g.w.©. ) v.d.g.wi.l.w.gef.B,v.d.g.i.1.C. m) da BC. n) daz BO. Y9n.hBC. p)u.hettend.aB. g)h.fehltC. D D.r.e.owd.ka.B, die d.k.a. 0. ») d. k. antworteten B, beschwerten sich darinne ©. t) nach den noch n. w. C, dieweill es zweifel- hafftig B. u) o. m. etwas davon bekomen wurden B, o. ». i. t. hier w. g. ©. v) und kundten so balde v. w. B, sie k. s. b. v. w. C. w) als das sie überkemen B, aleg. C. x) un. — vil fehlt B. y) vorw. ». derwegen otzliche k. m. d. g. m. solches n. 2.8. B, n.e.v. 08 d.k.m.d. g.m.n. z. 80. z) w. d. r. BO. a) hett A. b) wolte B. c) m. fehlt, solten B. d) sie C. e) kundte B. f) dee w.s. eins B. g)sog.B. h) d. c. d. b. z. g. bewogen B, und da auch b. 2. g. A, d. b. z. geu.e.0. i)a.d. h.st.k.B. k)schl. m. BC. 1) k. in der stadt B, k. gethan CO. m) sion. B, u sio baldt & ©. n) m. 7 st. m. bl. B. 1) Posilge 1. c. die Jestgehaltenen Bürgermeister waren Letzkau, Hecht und Gross. Grunau ahnt nicht, dass er. die eben erzählten Vorgänge nach der Ueberlieferung des Ordens noch einmal vorbringt.
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Trast. XV. Cap, IH. 5 2, 15 da verhalten wazen.!) 80 wer zu Dirsohaw volgt b. Sigmundt von Amentsteinb?) und er° ritk auss: unnd? fienng wel zehen burger kauff- leutt® uf der grunen schwarten?) und furt sie gehn Dirschau gefanngen, sonnder die Dantzker auf unnd ziehen: vor Dirschawf, sie wolten die irtens, ader sie woltn mer darumb thun. So* besorgten sich die arme leut in der stat vor feur und erbitten! den voigt, unndk er die Danntzker losz gab.) Der rat von Danntzke mit den wegisten bur- gern 18! zogen gen Konnsberg zum homeister in za fragende”, wie sie sich doch solten halten in disen dingen®. So baldt sie quomen gen Konnsberg®, der homeister liess sier alle gefengolich einsetzenn,) und verbotte ein tagfart gen *Braunsberg auff Catharine“‘) unnd sie *fol. 3032. wolter lassen totten, sonnder* das ganntze lanndt bat vor sie, unnd* sie wurden verburget vor 18 tausennt gute marck’) unnd sie es gaben“ unnd musten noch" gleichwol die guter verzeisen, die sie an- derstwo hetten". a) g. die verhaltene wieder 1. B, d. d. v. w. fehlt C. b) S. w. zu der zeitt b. 8. v. A. comptor auf D.B. c) u. fehlt, der B. d)n. fehlt B. v) Dantzker k. B. f) Auf solches machten sich d. D. f. D.B, aber C. g) begerten d.i. B. h) Da C. i) derhalben e sie B. k) der BO. 1) m. 18 d. vornemsten b. B, m. 18 wegisten b. O. m) i. z. fragen B, i. fragende C. n) w. sich i.d.d.h.=.B,i.d.sachen ©. o) g.K.k.B. p)l.2. d.h. B. g) ehr achreib g. Br. a. C.e. t. ana B, gebott C. r) u. w. die gefangne Dantzker B. s) aber BU. t)n. fehlt B. u)n.e.p.ce. C, g es auch B. v).n. fehlt BC. w)d.g,sos.a.h.,v. B 1) Die Danziger verrammeln das Thor nach dem Schloss zu, Posüge I. c., aber vor der Festhaltung der Rathsherren. Grunau dreht die Reihenfolge um. _ 2) Posige kennt den Namen des Vogts nicht, nach Voigt’s Namen-Codex hiess er Heinrich von Querfurt. 3) Zall md Ort sind Grunaws Zuthat. 4) Die Quelle, Posilge I. c., berichtet nur von einem Absagebrief der Danziger an den Vogt. 5) Posilge I. c., doch erfolgte die Gesandischafl nach Königsberg nach Letzkaws Verhaftung. 6) Nicht um Katharina (25. Nov.) sondern zu Ostern fand die Versammlung zu Braunsberg stait, Posige I. c. 7) 14000 Schock Groseben betrug die Strafsumme der Danziger, Posilge I. c.
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16 Tract. XV. Cap. III. 8 8, 83. Von einer history, wie einer hie lebet In verlassenheltt, also auch dort Inn peln*, Im iare 1412 am» dornstag nach pfingsten quam ein schmid von Cristborg zu° dem homeister b. Heinrich? und bat umb urloh zu reden, unnd es wart im vergonnet. So° hub an der schmid und sprach: gnediger® herr homeister, ich arm man bin vor vierzehen tagen von Rom heimkomen, alsz ich bin auszgewesen funff jar im besuchen» vieler ‚heiligen stellen und verseumung der kranckheit, so wart mir angesagt von meinen mitburgern, wie! itzundt nyemanndt auf unserm schloss Cristborgk die nacht torste pleibenk und auch im! tage nye- manndt sicher wer von dem gespüngknus“, das man sag" unnd horte im schloss. Ein solchs. wolt ich nit gleuben unnd bin im mittag ausz vorwitz hinauff ganngen unnd hab gefunden° auf der ersten zug- bruck des schloss steen meinen gfatternr den herrn hauszcompter b. *fol. 303b. Otto Sangerwitz, disen grieszte ich und sprach: wyrdiger her unnd«* gefatter, unnd” mir ist lieb eur wolfart, nut muss ich doch mercken«, wie” viel” ding nit war ist“, das man sagt’, wen man mir vor ein warheit hat gesagt”, und ir solt erschlagen sein auf dem streitplatz®. Darauf antwurte mir mein gfatter der her hauszcompter®: ich wil euch auf dise rede mit geschichte antwurten, kompt, gehet mit mir, unnd° forcht euch nit und redet mit niemannde unnd nyemannt® zu wille seit. Sof gienng ich mit im ins schlos unds quamen vor ein gemach, da hort ich inne: von afterkoserey! von disem eine dasz fluchen unnd schelten*. Weiter giengen wir vor ein gemach und da wir horten unnd sahen! spilen und» darüber fluchen, weitter wir sahen prassen und zu follen trincken, weitter wir sahen tanntzen® und springen, weitter wir sahen? mit gewalt jungkfrawen in die camer schleppen, weitter wir sahen? mit frawen rangen, unnd solcher meinung a) V. e. fehlt, w. man h. 1. i. gottlosigkeit, a. a. d.i. p. B, h. i. v. 1., a. mus e. a. do p. und qual leyden C. b) fehlt B. c) gen Marienburg zum B. d) b. H. fehlt, statt des folgenden: den fandt ehr auf der brucke uber dem Nogott stehen, zeigett ihm an, wie ehr wer su Rohm gewesen, aber krankheitt halben und umb besnchung violer heiliger orter fanf jahr ausgeblieben, wie ehr zu hause komen, ihm seine nachbarn gesagtt, das auf dem schloas Oristburg keiner mehr wonen kundte, ehr aber eines mahls am mittage aus furwitx zum schlosse gangen, seinen ge- fattor den hanskomptter auff der brucke funden stehen, den er gegrusset und gesagett: B. e) Da C. Nd.s. a.C. g) gnedigster C. h) ihn besuchung C. i) daz CO. k)s. C. wonte noch durffte bl. C. 1) am ©. m) vom gespenst 0. n) sagt A, sehe Oo) h. aldng.C. p) m.g.3.C. gu. fehlt B. r) u. fehlt BC. 0) m. i.e.w.1.B. OU waA. u)n.m.i.B. v) daz BC. w) wol A. x) seindt BO. y)d.m.s. fchltB. z)denmanm.v.w.g.B,d.m.h.mir fee w.g. 0. a) daz 1. im streidtt e. seidtt B, daz i. e. a. d. =. e. sein ©. b) h. Otto Sangerwitz B. c) fehlt B. d) fehlt B, n. r. in © 2mal. e) auch n.B, u. s. auch n. z.w. O. f) Da O0. g) fehlt B. h) darin h.ı.B,d.h. i. darinnen 0. i) vielerley a. B, v. osterk. A. k) v. d. ande so auch fl. u. =. B, v. d,auchfl.u.2.0. )dah.un.s.B,d.h.w. a. C. m) u. fehlt B. n) Mohr s. ich B, W. =. w. C. 0) tr., so auch f.B, 8. w.C. p) se. w. C, w. w. a. fehlt B.
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- Traot. XV. Cap. HI. 8 3. 17 viel. Vor allen gemechern und überal mir wart* angeboten, und» ich solt zu in komen unnd frolich mit in sein“, sonnder? wir gienngen in die kirche und da sahenn wir® ein priester, wie in der messef, und die corales sassen bey im und alle® schliefen. Nach disem wir wider abgienngent, und ich horte! überal greynen, heylen** unnd: cleglich! *fol, 304a, weeclagenn, damit" mich auch dauchte, unnd ich in der helle weren. Alsz wir nur? quemen auf die erste stelle, da ich meinen herrn ge- fattern fanndt, er sprach zu mir?: gfatter“, alsz was ir gehort habt, das ist war, unnd darumb so” hat euch got unnser leben lassen offen- barn°, damit? ir ein botte zu dem“ homeister sein solt unnd’ im sagen, wie unser leben ist. gewesen in sünde unnd schande, so ist es itzundt in pein unnd betriebnus. So solt ir im sagen, daz” er sich mit den seinen anders“ halte unnd leben nach des ordens satzung, oder’ sie komen alle zu unns, und sagt im, unnd® er das abstelle, was er mit etlichen beschlossen hat*, wann» gott mit unns erfullet®, was er über unns geoffenbaret hat, unnd wir müssen underligen, und unns® gleich die ganntze welt beystandt teth®, sintdemmal wir in gottes diennst ungetrew erfunden, andern leuten wir diennen werden‘. Und er euch wirt lassen totten umb diser botschafft willene, gedenncktk, ein solchen tot ir vor got verschult! in dem unnd dem stuckk, und also verschwindt!, wie ein mechtiger= donnerschlag. So bin ich hem kommen unnd sag euch disz an. Der homeister stund gleich auf der brucke aın Noyte° und mechtig zornig wart? unnd sich schempte‘ der offenbarung* unnd sprach: du gotvergessener” ausz deinem heupte, *fol. 304b. wie® anndem verrettern, ir disz erdacht hat?, unns zu erschrecken, unnd sinttemal du sprichst, wie”. dir dein gfatter gesagt hat, unnd’ du ein versaufen” verdiennt hast, so soltu es“ auch leidenn, unnd liesz in in den Noitt werffenn, unnd er’ ertrannck, unnd die* disz anhorten unnd sahen“, wurden entsatztb. a) so w.m. u. a. B, w. m. a. C. b) feblt BO. c) m. i. fr. e. BO. d) aber BO. e) u. fehlt, da». ich B. Sf) e. pr. angethan w. i.d, m. B. g) a. fehitzO. h) N. dem g. wir w. abe B,N. d. g. w. wiederumb herab C. i) da h. i. B. k) h. weinen B, h. gr. €. 1) ol. fehlt O. m) das BC. n) i. w.i. d.h. u, fehlt BO. o) n. fehlt B, nun O. p) spr. mein gefatter =. m. B, epr. 0. 2.m.C. g)g. fehit B. r) u. d. fehlt B, u. s. fehlt C. a) 1. fehlt, offenbart B. t) auf daz B, daz C. u)i. sum h. e. b. sollt =. B, zum C. v) nu. fehlt B. w) d. fehlt A. x) ordens A. y) aber ©. 2) daz ©. a) fehlt B. b) dan BC. c)e. hatt CO. d) ob u. B, wann u. O. e) beyatunde B. N) woltn A, w. wir 2.1.d.B, a. 1. w. wir d.C. g) So w. e. euch u. d. b. halben t. 1. B. h) fehlt B. i) i. vorsch. habt C. k) h. ihr v. g. i. d. n. d. st. versch. B. 1) u. v. a. C. m) grosser ©. n) er. A, hieher O. 0) D. h. a.d. br. uber d. N. stehende B. p) w. sehr z. BC, u. fehlt B. q) sch. e. BC. r) gottes BC. s) sampt B, mitt O. t)hastudise. O,h.i.de.B. u)u. fehlt B. dieweil C. v) daz BO. w) den tod ©. x) ihn C. y)dase.B. z)alled.C. ayrhorten u.8.B,s». n. b. ©. b) entsatzten =. B, ö Simon Grunau IL 2
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*fo]. 305a. 18 Trast, XV. Cap. IH. 8 4. 5. $ 4. Gristborg wueste muss" sein. Zub wissen vom® schloss Cristborg und seinen gespenstnus®: b. Albertus herr von Schwarzburg war compter@ im veldtschlaen, da sie alle pliben®e gemeinlich‘, von den’b. diser dasselbige schlaen mechtig widerrieth, sonnder? man wolte in nit horen, unnd alsz er compter war auff Cristborg unnd aufsitzt mit unwillen® und wil mit dem ho- meister ins veldt ziehen!, so quam der oberste korherr* und spricht: gnediger herr, weme befelt ir das schloss; er sprach! im sorn: dir und allen teuffeln; und® der khorher starb vom erschreckem, unnd sintdem grosz spuch geschach da’, sonnderlich mit den comptoribus, die im der nacht auf den hohen thurm wurden getragen?, unnd wan die knecht essen, wart ihnen? blut in die schusseln” gegossen“, und so ist es noch heut wuste*.t) *3 5. Wie die Preussen auff den streitplatz ein capellen stifften ' mit messen". Den Preussen gienng es” no, und” die iren, die erschlagen wur- den“ auf dem streitplatze, da’ lagen wie die wilden thuere, sie namen urlaub in disem jare vom homeister* und verdingten eine capelle auf den streitplatz zu bauen*, die ele dich und hoch, von’ des maistersb ziegel, kalck, glasfenster unnd holtz, unnd was von disem° von notten ware, bisz auf das meszgewanndt, die ele vor 7 sc. der’ newend. Unnd man versamelte® von den freunden, die da tot lagenf, 5000 m., wenns die lebendigen sahen, wie® der totten guetter tag bey tag! weck quomen, unnd sie stifften dak 6 priester unnd sechs corales, eim priester itzlichem ein jar 30 m. gering und den’ corales 20 m. gering a) must w. B. In C fehlt die Ueberachrift. b) Esi. x. C. c) v.—g. fehlt, dafür ala B. d) fehlt 0. In B lautet dieser Satz: c. auf Oristtburg aufsasse in das feldttschlan zn ziehen, da ehr es doch wiederrathen hatte, so kam der oberste ohorherr. e) todt bl.O. f) sonderlich. g) w. d. schlacht m. sehr, aber C. h) u. a, 0. von Chr. ritt C. Ju. m. d.h. ruf. zog 0. k)k. zu im B. .l) antwortt Be m) u. fehlt B. n) erschrack, das er darnach st. ©. o) Bindt der zeitt g, dar gr. sp. B, nach disem g. es so wunderlich droben zu O. p) g. w. B. q)i. fehlt A. r) apeyse BO. s) wie dan oben auch davon gedacht worden Q. t) daher das schloss h. n. w. i. B, u. stehot also n. h. tagea w. C. u) m. m. fehlt B. v) es fehlt A. w) das BC. x) warn C. y) soa.d.atr.e, ® B. 2). bekamn i.d. j. zulass v.b.B. daramb n.=.v.d.h.i.d.tu.C. a)v.(ua fehlt) a. d. (dem C.) str. e. 0.2. b. B. b) hom.O. o)aud.Q. dv.d.m. =. k.gl. h. u. w. hierau v.n. w.b.a.d.m. d.e. d. u. b. v. acht schotter neuer muntz B, e) So v. m, B. f) fr. der todten B. g) denn BC. h) daz BO. i) von t. zu t. BO. k) st. also B, u, at. alda Ü.. 1) Vgl. Tract. XIV. Cap. XVII. 8 3. oben I 753 f.
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Traet. XV. Cap. IV. $ 1. 19 gelt* und in. kaufften® gute zinsse und® bauwen gute unnd bekeme wonung und ein mechtiges® furwerck von 16 freye huben. Und wart mit der zeit° grosz zulauff von den Preussen, da sahen‘ die iren mit weinenden augen. So gefielen dabin mechtige testament unnd opffer®, damit man da machte ein gar: ehrlich gestifft mit vielen priestern und coralen, unnd! sungen zweerley taggezeiten, die halbe priester- schafft am morgen* vigilien unnd die! messe. vom leiden Jhesu=, das annder teil auff den -tag® unnser lieben frauen°* gezeiten mit jder *fol. 305%. messe. Sonnder? heutte ist da nur? ein probst, unndr diser singt das agnus dei bisz auff das® qui tollist.') Oapitel IV. 8 1. Wie der homelster warseger und schwartzkunstiger hey im hielt, und im sagten, er wurd den streit gewynnen“, 80 im die Polen zu wolten. Im jare 1413 der homeister b. Heinrich wart gemannt umb die marck goldes von den Polen’ in” von den fursten zum* Briest zuge- sagt unnd von im verwillet, unnd’ wie es queme, und® er es itzundt* so lanng hette lassen ansteen, und ob er es auch gedennok zu geben.?) Der .botte war der bischoff von Plotzaw, disemb der homeister trutz- muttig also° antwurte, haben im“ die furssten was zugesagt, sie mogen® es ausz irem: beuttel halten, seine verwilligung wer nichte, wen not in het gezwungenf, unnd er hat es verwillet an sein .capitel®e, unnd darumb so® wer es nit vor ein recht zu halten. Unnd ich es! so lang hab lassen ansteen, ist meine meinung, unnd alsz ich es* nit hab a) den pr. eim ig. das j. 30 m. d. 0.30 m. g. B, den pr. i.0. j. 80 g. m., d. 0. 208. m0C. b)kiBn.ki.C. o) u fehlt B, b.g. fehlt C. d) grossen C. 0) So w., m. d. =, fehlt B. Mu.d.Pr.s. dad. i. BC. g) Sog. mit der zeit v.t. u. o. dahin B, u. g. d. gr... 0.0, b) davon m. man e, grosse B, daz man alde m. g. ein e. C. i) sie B. k) des morgens BO. 1) d. fehlt B. m) n. v. l. Ih. sungen B. n) des tages C. 0) fr. fehlt A. p) aber BC. ag) n. fehlt A, n. alda C. r) u fehlt BC. a) auffs ©. t) qui toles A. u) diei. s, daz e. itzunder d. str, g. w. C, in B fehit und-woltn. ) w.d.h.b.H,.v.d.P. ud.m.gBwdhb.B.u.d.m.g. v.d. P.C. wwiB. x)vonA. yJuv.i.v.u fehlt B. z) daz BC. a)i. fehlt B. b) Auf solches ihm B. c) e. fehlt BO. d) i. fehlt BO. e) som. = B. f) denn die n. h. i. dazu g. BO. g) daz er eh.B,d..aev.h.C,in)e.c.A h)u.so fehlt BO. i) daziche B, d. i.e. C. k) istdarumb geschen, daz ichs B, j. ın. m., daz ich & C. 1) Quelle ist Posiüge I. c. S. 3383. j 2) Die Mahnung der Polen nach Posilge I. c. 329. Die folgende Rede ist du- gegen Grunau’s Erfindung, 2*
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*fol. 306a. *fol. 306b. 20 Tract. XV. Cap. IV. 8 1. wolt geben, unnd hab mir der* zeit erharret, bisz ir es mit crafft wurdet mahnen®, denne wie ich von die® bin versichert, die ein solchs an zweiffel wissend*, ich wolt® euch Polenn bezalen, was ich euch mit den meinen schuldig bin noch von wegen des veltschlahenns', in welchems mein herrn und mein b. tot plibenn. Unnd wen in Preussen gelt® auf den beumen wuchse, wie die bloter!, noch wol er* den Polen nicht eins geben, sonder das sie vor ausz Preussen haben gestolen!, unnd so sie es clafter” dieff hetten in die erde begrabenn", sie musten® auszsuchenn und mit weynenden augen widerkehrenn, und der worte vil, die er aller rede, one seiner b. wille, ausz der versicherung der czeberer unnd warsagere. Es was mit im zu der zeit, unndd er war homeister, bischoff, offieialis, groszcompter, marschalck, treseler, unnd alles, was gelt einbrachte, unnd sonnderlich vil gelt in Voigtland schickte® zu seines vattern bruder, und er solt im ein volck ins lanndt bringen auf Polenn*.') Disz alles der konig von Polen wol wuste unnd schrib kayser" Sigmundt konig zue Ungern unnd im dannckte”, wann er in vilmal verhindert hette seiner gerechtigkeit mit den b. in Preussen” eine gestalt zue machen, unnd steta auff irer seitten wider in were gewesen“, itzunt merckte er wol’ die meinung, damit" man Polen mochte zu nichten machen, er in hilfe, und» sie sich sterckte, unnd schrib im allen® hanndel. Disz dem kayser nahent gienng“, gleich wie er® ein* hadermacher wer, unndf schrib dem landtmeister im reiche, unnd wolt mit den seinen darzu® gedenncken, unnd? man dem konig von Polen gerecht wurde Preussen halben‘, aderk sie dorfften sich keins trostes zu im versehen. Das capitel ausz dem reiche! schrib dem homeister, es halff alles» nichts, sondern sprach: allein” got soll mein glick stercken. a) sondern h. d. B, n. h. nurn d. ©. b) nemen A, b. e. m. er. w. gemahnet Ü. c) von denen B, bin v. den vors. CO. d) wol w.O. ce) w.i. B. f) noch so d. v. sch. sey B, noch w. der wchlacht O. g) i. welcher O. h) gold B. i) w.d. bl. w. B. k) dennoch wolte ich B 1) aber was e. vormale a. Pr. g. B. m) ob a. es gleichs kl. B, closter A. n) vorgr. O, gegr. B. 0) sollen sie ca B, so m. es hervor e. OÖ. p) w. u cz.B. q) Erw.z.d.z.h.B, das st. und C. r) offcialee A. a) s.sch. e. v.g.i.V.B. t) daze. i.a. dieP. s. e.v.i. Preussen br. B, d.ei. ze. v.i.l. br. wider P. O. u) er schr. dem B. v) im dankende, das B, a. d. i,dennC. w)a.g.m.d. b. i. Pr. v,h. fehlt B. x) u.w.st.wi.a.i.0.g.B. y) w. fehlt B. x) aufdaz B,dasC, a)h. ei.B,o h.i.C. b) daz BC. c)i. also a. B. d) D. k. nahm sich dessen ahn B, g. d. k. n. O. e) gl. gebe man im schuldt, daz er B. f) un. fehlt B. g) daze. m.d. =. w. dahin B, e. solt m. d. s. dahin dennken O. h) daz BC. i) umb Pr. h. B, halber ©. %) aber C. 1) Dentschlandt B. m) aber alles O. n)s. a. fehlt A, a. fehlt B, und =. C. 1) Quelle ist Posilge S. 334: (der Hochmeister) "hatte anders mit nymande synen rath wenne mit synem brudir und frundin und wolte sich an dy gebitiger nicht keren und meynete, das lant und lute alleyne an ym legen.
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Traot, XV. Cap. IV. 8 2. 21 8 2. Von der zwitracht under den .b. in Preussen und hass“ auf einander. Der homeister in disem jare erst amptb. satzteb, da er nu die hette, die im gefallen nach hohem adel°, unnd er eins thet?, das vor nie gehort war*, unnd etliche seines geschlechts cleitte‘, unnd bald die bosten comptoreyen gab®, und ir® keiner noch nit wusste, wie er sein tagzeit betten! sollte. Unnd dise sich musterten und schickten nach krieg“, und sie meinten! im morden der Polen unnd blutvergiessen der cristen stunde ire geistlichheit". So satzte er abe von der compterey zu Schlüchaw” ein auszerwolten fromen b., sonnder? ge- meines adels, aber guttes raths, b. Isederum von NeytawP ausz Hessen unnd satzte darauf b. Wilhelm von Katzenelnbogen seinen schwester son‘, den er im selbigen* tag geleidt hette. Umb dises willenn under andern so erhaben® est erhub sich ein *teuffels romor under den con- *fol. 307a. venten wider die, die so new waren komenn ins lanndt® unnd wurden 80 bald ausz dem sattel in die amacht gestossen” und waren doch noch nie in dem cor gewessen”. Der homeister und die comptores, die disz angienng“, meinten, wie” sie noch daheim bey iren dorff- pauren weren, unnd die b. des gemeinen adels, die gutte, fromme und erbar menner waren, unnd sie* ir tag den orden mit trewen gemeint hetten, dise die* bubeten, boszwıchtigten unnd verretterten und sie mit messern schlugen, wundeten bisz in den todt unnd sie gefengelich einsatzten®. Disz° nomen sich alle b. an, die? des gemeinen adels, der verschmeheten, der verwundten, gescholtener unnd gefanngner®, die vom grossenn adel sprachen, unnd! man iren wyrdigen adel von iren underthann gelestert hets, und billich® man wachtelbuben, die b. gemeines adels, so strafften. So schlugen sich zu hauffe wol 73! con- ventsb. unnd sich verschwuren, was in wer von orden gebotten, ink dem wolten sie gehorsam sein, und sonnst nith, unnd wolten es! den a)u.h.d.b.i.Pr.ae.B. b) ni. d.j. eruste a. b. B. c) als e. vom ho. a'nur b diei.g.B,nuamC. d)etheaB,werth.ecC. Jw.g.B. f) erkletz. .g.B, un. kl. e2.g-0. g)g. ihnen b.d.b. ce. B, n. ihnen C. h) de doch derer B. i) halten C. k) D.m. u. sch. «. auf d. kr. B, m. s. u. sch. e. auf kr. C. 1) vorm. daz B, sie fehlt ©. m) i.g. et. B,i. g. st.i.m.d.P.ıw.d. chr.bl.C. n) E.».v.d.o. x. Sch a. B, aber A, Da C. :o) s. fehlt BC, man st. b. C. p) Ysidorum von Neyzaw C, Isidorum von Neutzan B. q) statt schwester, welches tiber- geschrieben, hat vischmeisters (durchstrichen) gestanden A, seiner BO. r) selben B. s) U.d. und a. w. s. eo. wurden B, und erh. fehlt CO. t) es fehlt BC. u) w.d. e. i. 1. noukomende waren B, w. dise, d. also n. i. 1.k. w. ©. v) gesatzt B. w) da sie doch n. nie w. i. d. c. komen B, d. fehlt A, ins c. k. O. x) sosolches angiengen B. y) dazeB,m,ew. n.b.i.d.b.O. z) die C. a) die selben, d. fehlt O. b) b. sie b., v. u. s, todtlich verw. s. auch gef. e. B., bnb., hoazw., ver. g. fr. e. m. gem. ad., d.i. t.d. o. m. tr. gem. h. s. m. mes. schl. u. w. b.i. d. t. u. 8. sie gef. ein C. e) So B. d)a.d. fehlt B, o)g. an B, d. verw. fehlt ©. N) fehlt AC. m. h.i w.ag,vi. u. fehlt B. h) billiches A, m. b. B, m. d. b. g. a. w. st:, eo fehlt O. i) 70 B, wol fehlt O. k) v. 0. g. w., in fehlt B. 1) zu den w. sie B.
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*fol. 307b. *fol. 308a. 22 Tract. XV. Cap. IV. 88, anndern landtmeister schreiben, damit® sie es mit disem® eis ende machten, unnd schrieben® es auch dem babste Johann dem 23. unnd in underweiseten. Sonnder@ der babst wolt zum ersten nichts darzu thun, wann®* die weise sich zuf erwollen het er genomen davons, unnd der babst solt sich auch selber erwolt haben. Sonnder! zum letzsten schrib er gleichwo), wiek man in absetzen solte, unnd der neidt wuchs immer fort. Die b. von grossem adel hiessen® die b. von gemeinem adel® wachtelbuben und verretter ires hern homeisters, widerumb° die b. von gemeinem adelP hiessen die b. von grossem adela rabennest’, unnd stundt gantz übel" under in. Sot quam auch die ketzerey Wigloff under den grossen adel, von ausbreittung b. Wilhelm von Katzenelnbogen, und sie nichts vom“ bötten unnd” fasten, von der beicht”, von der messe“, von? almos geben den bettel monchen? hielten, unnd werlich die b. grosses adels gemeinclich alle und* der homeister in diser unnd annder ketzerey sturben®. So° waren die b. des‘ gemeinen adels darwider unnd® nanten sief verreter des glaubens Jhesu, unnd® dise zwitracht wart von tag zu tagt grosser unnd! wert ink das 29. jar, und! da ire ketzerey alle gestrafft wart von den Polen".!) 8 3. Sumarum der artickel der ketzereyen, damit die b. zum ersten unnd darnach das gantze landt: vergifft warte. Von dem grossen adel under den b. quam* diser ketzerey, sey es got geclagt“, unnder die b. des" gemeinen adels unnd sonst in burger® unnd landtleut und nam* in vilen mechtig“ überhanndt, unnd sich” nanten die evangelischen” cristen, und dise alle furten ein bösz a) das BO. b) solchem B. c) ®. fehlt A, sie s. B. d) Aber BO. oe) dan BC. De. selbest zu B. g) d. g. C. h) vom babst deres B, dasd. b.e.a.a.2.e. h. C. i) aber BC. k) das B. 1) durch solches w. d. n. i. mehr B. m) liessen A. n) des kleinen adele B, gemeines adels C. 0) hinwieder B. p) des g. adels B, g. adels O. gq) des grossen adels B. r) rabenmeister A, dar r. c. 8) also gar u.B. t) daC. u) bielten der wegen n. v. B. v) u. fehlt BC. w) und beichten B, beichten C. x) so auch v. d.m. B, messen C. y) und statt von BC. z) bettler C. a) aller auch ©, uw w.—a. fehlt, das a. B. b).d. h. und die b. grosses ndels fast alle i.d.k. at. B. c) da C. d) fehlt B. e) fehlt B. N) =. fehlt A, die C. g) fehlt B. h) war bei tage A. i) und fehlt B. k) bis ihn ©. DfihltB m)d.wikvdP.gBdwaikvdP.gC n)d.gl. fehlt A- 0) damit — w. fehlt B. p) die ©. q) a.g. fehlt B. r) fehlt C. s) auch unter b. B. t) u. fehlt. B, n. fehlt A. u)schr B, fehlt C. v) sie A, u. fehlt, n.s». B, u. n. e. C. w) evangelisten A. 1) Danziger Ordenschronik Ss. IV 379: szo quomen dy hochezungen in Preussen in regierunge, das magk Gote irbarmen. Alle Details dieses Abschnities, sowie die Namen, sind unbeglaubigt. Auch die folgenden Artikel haben für Preussen keine quellenmässige Begründung.
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Tract. XV. Cap, IV..8 8, 23 lebeh®, und es in in keine schande, kein stünde, keine Forcht gottes und kein barmhertzigkeit wer®, von welchen stucken es quam°, wie sich erkanten vile!, so wol von® den b. alsz von den Preussen, unnd fullen den mennchen bey predicatorum*, die alleine in diser ketzerey die burde trugens. Die bischoff mit iren priesterschafftenn, den mit solchen sachen wol war, sprachen, est muste es erkennen ein frey eoncilium!, Unnd stund seer übel im lanndt von wegen des gleubenst, unnd got disz verhynng!, jom me die ketzerey zu nam, ja me die b. neydiger auf einsnnder waren, und® ja me in° unbarmherzigheit mit den Preussen hanndeltenP; so erst diseı ketzerey wart vergessen, da’ die b. unnd Preussen zwelf jar miteinannder kriegten. Unnd® disz sein die artickel, die dat waren zu der zeitn. 1. Im sacrament des altars blib brot nach der wandlung”, wie vor, gleichwie einer der mentsch pleibt, wie vor, der zu eim hem wiert gemacht”. : . 2. Ein bischoff und pfaff, der in der sünden* so taufft ader *fol. 308b. threwet, absolviert ader. messe liszt, da ist nichts gethann, wan die sunde es verhindert“, 3. Die messe ist nichts, wanY Cristus hatt sie nit gesatzt?, sonnder geyzige* pfaff und monnoh zu betriegen® sie haben erdacht*. 4. Cristus übel thet, und er nit dem teuffel zu wille war in der wustel, sintemmal got sein himlischer vatter wolt, unnd® durch wunder- zeichen die teuffel unnd die? mentschen solten zum glauben komen. 5. Ein mentsch, dem das seine sint leid sein, unnd sie gotte gebeucht hat, darff? sie keim mentschen beichten, sonnder er sol! vom priester entbunden werden. 6. Itemk der babst, der! in der tottsunde ist, hat kein eigen gewolt= uber die oristen, idoch im gehorsam zu sein? mag der kayser den criston® gebietten. 7. Item? alle statuten der Romischen kirchen sint Urban® VI a) sie f. oe. b. 1, u.a. fehlt B, nu. d. a. e. b. 1. f. ©. b) aunde war ihnen keine schande und war bei ihnen keine furchte gottes oder barmhertzigkeit B, und sie hatten k. sch. k. s.k.g. f.k.b.C. c) geschach CO. d) vili aber die sich mitt der zeitt erkanten B, daz a. ihr v. ec. e)febltl. Np-zuC. g)d.tr.nd.b.i.d.%k B. h)iet A. i) ein f. cc. m. sio e. B. k)et. aleow.d.g.e.m.i.1LB. Ysov.g.B, n.g.v.es, das O. m) so A. n) fehlt A. o) fehlt B. p) ubeden B. q) da w. erstlich d. B, do w. 0.die ©. r) am B. e) fehlt B. t) fehlt B. u) zu d. zwBC. vn.d.wbr.B wg.w edzunh.gwembl.wvB,g.wem.d.z ehw m bLw zuv.C. x) pe. we. t. tr. aba o.m. Lund isti.9, .i.n.g., dene. v.o B, der ein sunder i., wen er-—dan d. s. v.o. Ü. y) dan BO. z) einges. B. a) gesygen A. b) uns x. betr. B. c) d. lsutte damit z. betr. ©. d) In A schliesst sich dieser Satz an 9 3 an, zu welle at. z. w., dahinter cr. wiederholt, ©. t. u, daze.d.Li.d.wn.z w.wB,d.e.d tn. zw. thett i. d. w. ©, e) daz BC. fi) fehlt B. g) da fehlt B. h) der d. B. i) dennoch, e. e. fehlt B., e. fehlt O. %) fehlt BG. 1) d. fehlt C. m) wolt A, e. fehlt B, kan k. g. O. n) auff daz man i. geh. sey 6. 0) .d. c. fehlt ©. p) fehlt B. q) s. der zeitt Urbani B, nach Urbano CO.
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*fol. 3098. *fol, 309b. 24 Trast. XV, Cap. IV. 5 3, weren* vom teuffel erdacht, wen» alle bebst unnd cardinal, damit° sie hern wurden, sich im ergeben hetten?. 8. Item® es ist wider gottes gebot unnd das evangeliumf, unds monche, pfaffen, und wie dann die geistliche sein, und sieb ligende unnd gewiss guetter haben. . 9. Item! aller bann, intertict, irregularitet, suspenciones* weren ein! zeichen der ketzerey, derer die sie fulminirten, unnd die sy scheueten und hieliten=. 10. Item» ein iglicher, der da ein° cristen ist, mag das evangelium predigenr und postilliern, wie es im sein geist eingibt, unnd der es verhindert, ist” ein ketzer. j 11. Item alle herrn haben follen® gewalt über leib unnd gut irer underthannen, so wol der, die sich geistlich nennen, alsz der annder, wie heilig die* kirche ist. 12. Item welche pfaffen decimas® nemen, sein diebe armer leutt und wert des feurs”. 13. Item das gebet in sonnderheit vor jemandes ist nichts”, sonnder* das gebet in gemein ist vilr. 14. Item® alles, was man thut den bettlermonnchen*, ist sovil, und es man dem kaugler thut?, wann° ir keiner kan gotes gebott halten‘, 15. Item Dominicus®, Franeiscus sein verdumpt, wann? sie haben eine weise zum leben eingesatzt, die da ist wider das erste gebot#: ereseite et multiplicamini. 16. Item alle personen, die da® sich verpflichten keusch zu leben, sint verreter Cristi. 17. Item alle geistlichen, die da! gelt nemen unnd sich ver- messen mit anniversarienk, vigilien, messen! zu halten, ader wie dennem* solche aufsatzt mechten" erfunden werdenn, sein alle° verretter Cristi. 18. Item der da selig werden solle, era thue auf erden, was sein hertze lust, er mag nit verloren seinr. 19. Item von allem, was’ auf erden geschicht, weisst* got nichts, sonnder es kompt alles von glucke. a) sein B. b) dan BO. c) anf daz B, d. e. nurn h.w. ©. d) haben e. i. 0. B, =. i. e. haben O. e) fehlt B. f) u. wider d. e. B, dar d. e. C. g) u. fehlt O., das m. und pf. B. bh) das s. L grundt B, u. =. fehlt 0. i) fehlt Be k) und s. B. 1) e. fehlt B. m) diez =. falmerirten u.d. s. schopten von h. A, £ sch. oder h. B, derer fehlt C. n) fehlt (auch in den folgenden Paragraphen) B. 0)d.e. fehlt B, d. fehlt O. p) lernen C. g)d.e. aber B r)deri.C. e) follkomene B, volle C. t) auch d. B. u) decimos A. v) d. f. w.BC. w)v.i. ins. B, sonderlich v. i. C. x) aber BC. y).d. gemeine g. geldtt viell B. z) i. fehlt 88 14—19 C. a) h. m. t. B. b) als das m. den keuchlern B, gleichwie ın. es dem gauckler ©. c) dan BC. d) die geb. g- h. B. e) Dominus A. f) dan BC. g) g. gotten B. h) da fehlt BC. i) welche B, k) davor a. B. 1) und m. B. m)d. fehlt Be n) magB. 0) dies. B, p) 66 17. u. 18. in B umgestellt. d. da e. sel. w. B, wer de C. q) der C. r) der m. n. v. werden B, e. m. n. vordampt @. Ü. s) alles was B. t) das w. B.
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Tract. XV. Cap. V.$ 1. 25 20. Item die sacrament*® der® priesterschaft, der olung, der® krisem haben erticht umb gelt geitze bischofft. 21. Item® alle universitet, doctores, magistrif sint auffgesatzt vom teuffel eim® gemeinen man zu beteren. -22. Item alle, die® closter gebaut und gestifft haben und die- selbigen begabt, seind fliegennde teuffel. 23. Item die monnch predicatorum und minorum! seint vor- leufferk antecrisii, wann! was sie andern lernen“, das thun sie selber nit®, . - 24. Item der babst zu Rom’, sein patrierchen, sein? cardinal und bischoffe und wie alle geplate heissen, ist ein sinagoga sathane. 25. Item zu sagen, unnd? der babst zu Rom” sey über alle eristen, ist wider denn glauben Jhesu. 26. Item ablasz und gnade ist erdicht von den Römern mit* irem anhang umb gelt zu erlanngen*. 27. *Item unnd® einer dem andern schworet und helt”, ist wider *fol. 310a. das evangelium. 28. Item so” alle monnche und nonnen nit weg werffen“ ire kappe und in den ehelichen stannd tretten unndY sich der arbeit yrer hennd ernoren, kunden® nymmer selig werden. 29. Item alles, was man legt* auff kirchen unnd irem geschmucke zu den messent, ist verdumplich und dieblich den seinen. 30. Item der rechte vicarius Jhesu auf erde ist der kayser unnd seined konige und furssten, wer disene ungehorsam ist, mag nicht selig werden. Capitel V. 8 1. Von der zeit, da ein iglicher gleubt und tett, was er wolt, damit nur geit gefiel dem orden'. In disem jars sey es got geclagt®, der nur gelt gab, war! ein evangelischer man unnd mocht thunk, was sein hertz luste!, es war a) ancramontum A, sacramenten O. b) d. fehlt C. c) und BC. d) b. u. geldes willen eb. B, h.g.b. ert.n. g. willen C. e) Item fehlt 88 21—23 C. f) magistrum A, und m. B. g) den C. b die da C. ji) minor A, k) vorloffne A. 1) dann BC. m) leren BC. n) das fehlt, tb. = selbst Be 0) x. R. fehlt B. p) fehlt B. q) Daz d. B, J. daz man sagt d.b.C. r) z.R fehlt BO. e) und B. t)g. davonz.e.B. n)I.u. fehlt BC, dasB, wannC. v„h.eC. wJ. fehlt BC, wo B. x) w. thun €. y)n. fehlt B. z) k. sie B. a) wendett B. b) oder m. B. c) das i.B. d)u.s. fehlt B. e) denen B. f) ieder—ihm gefiel, das d. o. n. g. gef. B, wie e. yder i. Pr. gl.u. th. w.e. w., d. der o.nurm g. bekam C. g)i.j. 1414 B. h)g.e. e. gekl. B. i) das w. B, der w. C. k)thm. B. 1) gelustett B, was er wolte u.a. h. gel. C.
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*fol. 310b. *fol, 311a. 26 Traot. XV. Cap. V.82, immer schande und sunde*, wer aber nit gelt hetteb, eg°.war ein kommer, ob er one grossen pen zu gotte queme, angesehen unnd® sie irem hern nit heiten zu helffen. In disem auch viele der böse mennche auslieffen unds wurden evangelisch unnde nomen weiber und sich ernorten mit bosen hanndlen®, bisz ir viele auf dem rade die sonne und lufft *verzertte!, unnd man brachte sie ausz dem lannde mit solcher weisek. Der homeister in zum ersten 'seer beystundt, damit ! er burger hette, sonnder® da er sach unnd fant ir haundlung“, durch eine vermanung sie musten° wider in die kapper ader musten das lanndt rehmen. Unnd disem homeister dauchte“, und alle seeligheit unnd glucke stunden in vilen burgern unnd in vilen kynder machenz, und darumb verhing®, und! sich vile under im saszten, die doch“ anderstwa nit raum heften, welche mit der zeit die ungetreusten warenn. 8 2, Geltt. Unnd es gienng an ein gelt versamlenn”. Es ist zu wissen”, wiex der konig von Ungern, kayser Sigmundt, wart underricht/ von der zwitracht der b. in Preussen, und wie sich die Preussen an in übel” ergerten, unnd er fant*, wurde es der konig von Polen zu ratte, er den orden brachte umb ganntz Preussen”. Disem® vorzukomen er verschuf! legatum a° latere Bartholomeum bischof von Verona,'!) unnd diser hieltf consistorium zu Groszglogaw, dahin wart citirt der konig® unnd der homeister, unnd® sie gestunden durch die iren, umb! konigs teil war dak der bischoff von Gmnisen, Posznau unnd Crackaw mit anndern! hern, vons® *homeisters teil weren da® der bischoff von Sam- lanndt, von° Heilsberg, von? Risenberg mit den amptb. vom Culmer- @) oe. w. keine sch. noch e. B, e. w. nit mehr sch. ı e, C. .b) g. gab Ü. c) mitt dem war es kumerlich B, das w. C. d) das C.. e) das BC. f) l.a. v. d. losen m. aus BC. g) u. fehlt B hbwoemb.h.B i)irfelttAdeul.adrv.Bd.su1l.i.v.C. k) wurden siso cin teill a. d. }. gebr. B, ia zu letzt also a. d.1.C. I) auf dazC©. m) aber BÜ. n) i.h. s u. vornahm B. 0) m. 8. d. vorm. B,d.e.v.C. p) w.d.k. anlegen C. q) So d. die. h. B. r) das a.».s.i.v.b uk mB,esst.a.s. u. gl.i.v. b. C. 5) derhalben gab ehr zu B. t) das B. damit a. ir ©. u)d. fehlt B. v) Dieser Satz fehlt BC. w) alhier z. w.C. x)dazC. y)u.w.O. z)n.a.i.C, dass.d.Pr.a.i.e. e. B. a) befurchte sich derwegen B, bofandt Q. b) das d. k. 2. P.d.o.u.g.Pr.br. B,w.e. d.k. v. P. erfaren. e. br. ©. c) dem B. d) v. e. BÜ. o).a. fehlt A. f) der h.B. g) d.k. von Polen CO. h) u. fehlt B. i) von des BC. k) aida C. 1) unda.B. m) von des ©. n) wer alda C. o) fehlt BO. p) und BC. 1) Posilge III, 329; der Name des Legaten wird hier nicht genannt: die folgen- den Verhandlungen sind die zu Ofen, im Juni 1412, die Gr. enistellt wiedergiebt.
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Tract. XV. Cap. V. 8 2. 27 Ianndt, die alle bosz homeisterisch waren® unnd doch hetten volle macht®. So° hette der kayser vermocht Wladislaus den konigd, unnd er reumete die schlosser®, die er in Preussen innen hette, unnd vor den orden burge wart‘, sie wurden ihm haltens, was der legat wurde aussprechen. So waren dah Ungerische unnd Teutsche botschafften!, die alle des homeisters teil darein furtek, unnd! sie es verwilleten, darumb der legat umb fridens willen er satzte=, der konig von Polen" solte reumen Preussen® one verserung der guter, unnd die b. solten sich verzeihenn allerleyr gerechtigkeit, die@ sie auff Polen, Littaur, Masaw unnd Samaiten durch kriegsweise hetten erlanngt*, unnd vor allen schaden, den Polen geschehen, solte der orden geben im jart hundert tausent Bemische schock, dem gelde one schadenn, das dem konige unnd dem“ bischoff von Gnisen, von der” Coya und” Plotzaw wer zugesprochen durch gewonnen sententz, In das die botschafften des ordens schwerlich wolten verwilligen*, wan? sie wusten ja wol® der b.' meinung, idoch von anhortung® der furssten und hern, die dab waren,* sie es verwilleten. Dem homeister gefiel ag die sache? vom *fol. 311b. gelte am bestenn®, wann er het nus ursach, und die Preussen musten gelt geben, mit welchem er den Polen recht kriegen wolte!, und darumb man satzte* in ganntz Preussen von allen guettern, wie sie waren, 4 sc. von der marck wert!, die paurn und gertner mussten ds geben», unnd die” hern, den sie gehorten®, musten sier auch geben, und gefiel all inwendig 15 wochen“, unnd’ es war nit guug, und es® wart zum andern mal gesatzt unnd gegeben. Zum dritten mal man wolt? es nit geben, so" nam der homeister ausz kirchen’ und closter, was von silber da war",') unnd wurden gemacht zinnen kelch und kuppern monstrantzen*, und schlug muntz, den" sc. 4 d. geringer, dan die vorigen weren. Von disem alle ein teuffelisches romor wart* s)d.w.a.b.h. C. b) iedoch dh, sie f. m. B, u. d.allev.m.h.C. c) DaC. d) dm k.W1.vBkW.vGC e) daBO,dsrC. Nuwb.vd.oB, f.d.o.b.C. g)inh A h) D. w. d. ©, die st. da A. i) bottschafter ©. k) d. f.d.h.t.d. B. 1) daz BC. m) Derhalben .d.Lufe.wBD.sd.lı.ufr.w.C. n)v.P.febltC. o)Pr.r.BO. p) aller. DsoB. r) L. fehlt BC. s») vo s.kr.w.a.P.8.u. M.h.e.B,o.h.C. t)a.d. o. innerhalb einem iahrg.B,g. des jahros U. u) den B, fehlt C. v) v. d. fehlt B, und v. d.C. w) und von C. x) Darein d. b. d. o. sch. w. v. B. i. dis w. d. bottschafter d. o. schw. v. C. y) dan BO. z) w. fehit B, ja fehlt O. a) so A, ansteckung B, anreitzung O. b) aldaC. c)v.2.e.C. d) auch A,g.d.s. auch B, nurn C. e) v. g. geben a. meisten Ö. f}) dan BC. g) nie A, nur CO. h) daz BC. i) m. w. e. vormeinte d. P. zu bekriegen B, m. w. e. wit d. P. kr. w. C. k) Derhalben s. m. B,D.s.m.C. Dv.a 8. v.d.m. w. zu geben 4 sch, B. m) es fehlt B, sie g. C. n) don A. 0) denen sie zugehorten B. p) fehlt B. q) das gef. alles i. funf w. B, u. es gef. innerhalb 15 w. C. r) aber BC. s) Da w. e. B, e. fehlt C. t) w. m. BO. u) da 0. v) a. den k. C. w) w. da von silberwerck war B, w. für ».d.w.C. x). fehlt, mustr. A. y)ehr B,u.e.C. z)derA s)wet.r.B 1) Posilge III, 329 u. 331.
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28 Tract. XV. Cap. V.8 8, im lannde, unnd die b. mechtig verachtett wurden. Dieb Preussen sprachen: unnd° werlich es ist ja ward, und® der homeister mit seinen b. spricht, gott hat den ehelichen orden geschaffen, die annder hat der teuffel geschiessenf die leit zu beschedigen. Es ist immer® leidlich und dem monnchen uncristlicht, wen! in zu- *fol. 3123. geben, steet in guttem willen, sonder* disek nemen leib unnd gut, darumb, wie die teuffel ire scheffer, sie reissen und morden!, wann vieler armer leuth im anndern gelt zusamlen wurden eingesatzt® unnd sturben im gefengknus, den Polen wart nichts gegeben, sonnder man das gelt under soldner auszteilten". $ 3. Von einer armen edien jungkfrawen, die Ir ehere leste mit Iren augen auszbrechen®. In diser zeit der hoff zu Marienburg gutt evangelisch war? in irem gemutte. Under disen hoffdienner einer war“ des homeisters, alsz man sagt”, nechster diener, dem das Wigleffische evangelium im hertzen war geschriben®, diser im auszerkor* ein arme edle jungkfraw, der vatter auff dem streitplatz erschlagen war, die mutter gestorben, unnd ir gueter* von denn Polen genomen und verbrant, unnd” sintte- mal die jungkfraw arm war”, er sie mit goben zu überkauffen ver- meinte“, unndY sie mit im sündigte, unnd ir viel schanckte”, unnd sie es alles aufnam, wenb sie meinte, er es ausz adelicher miltigkeit tethe, unnd werte? ein lannge zeitt, unnd dorste doch® der jungk- fraw sein lustf nit sagen, sonnder mit vielen wortten gab zu verstens, das die pfaffen und monche die welt narretent, so! sie den cristenn *fol, 312b. *predigten, unnd* man solt keusch lebenn, so es doch Cristus nie ge- botten hat, wie mannche! seele wurde got entzogen, unnd solcher wortte viel, und sagte” der jungkfraw an, sie” solt gedenneken, und“ er wolt mit ihr seinen willen haben, unndP sie solt im geben ire jungkfrawschafft, ader er wolt hanndt abziehen mit den vor ehrn- a) u. w. derhalben d. b. sehr v. B, u. d. b. w. sehr v. ©. b) und die C. c) fehlt BC, d)e. i. werlich w. B. e) daz BC, f) geschoffen A. g) jamer A h) u. christl. mit d. m. BC. i) den BC. k) aber d. C,d.a.B. Ddni.e.r.u.ms w.dtBd.r.u.me.w.dtiscC, m) den i. anderng.v.w.v.@a.le.B danvalid.g.v.weÜC n)umbs.aB,m.t.d. g. umb e. a. C. 0) In C steht von diesem Paragraphen nur ein kurzer Auszug. p) w. d.h. z. M. &eB J)weaB. ramsd.h.B s) w fehlt AdwdW.eihgB td.eie B. wWdieg.B. v)a. fehlt B. w) ward A. DD v.ee.m.g.z.t.B. y) daz2B. z)e.=i.v. B. a)e.n.e.a.anfB. b)denB. c)e.t. es a. a. güttigkeit B. d) solches w. B. o) durfte, d. fehlt B. f) seinen willen B g)g.2z.v.m.v.w.B. h)nurn.B. i)in dem das B. k) daz B. l) den m. B. m) sagte dabei B. n) s.—u. fehlt B. o) niter A. .p) u. feblt B.
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Trast, XV. Cap. V.$ 4. 29 gunngen, unnd solcher drowortte vile. Die jungkfraw im zumal crist- lich antwurtteb und viel von der jungkfrawschafft sagte unnd dem® keuschen leben unnd sprach: wolt ir mich nemen zu der ehed, ich thuee, wie ander fromme frawen, sonnst geschicht es nit, ich leide darumb den todtf, mag ich euch sonnst zu wille gesein, ich es hertz- lich gernne thun wille, diszb kan ich umb verbotten meines herrn und gottes! nit thun. Disz er ir antwurt: und* gedenckt, medlein, deine schone eiglein haben mich gebracht zu deiner liebe, sie werden dich auch bringen umb deine eher, und sprach!, es musz sein, und® ich dich gebrauche, darumb® morgen, s0° ich dir botte schicke, biszP bereit mir mit zu teilen, was mir liebet an dir“, unnd gienng so weck. Die arme jungkfraw sich die nacht wol bedachte, unnd ausz was geiste kan ich nit wissen, unnd alsz der botte quam, sie bricht ir® mit eim instrument die *augen selber* ausz und sie im schickte“, sprechennde, *fol. 3135. er solt nemen’ und gebrauchen, was im geliebte. Disz von vilen ge- lobet was”, und den evangelischen leutten* zum hochsten? spot angelegt. $ 4. Von eim cristlichen welb freyen, aber mit einzudingen“ hatt der teuffel erdacht. In diser zeit in einer andern stat von eim evangelischen manne disz geschach*. Unnd ein amptman war®, der ein stubenrauch hette®, disem umb nott er freyeted eines burgers tochter, vatter und mutter- losz°, wanf sie sorgte, unnd sie wer schwangers. Der stubenrauch ader kalfacter fanth genug+ unnd hielt sich burgerlich unnd wart in der stat verhalten. Zu disem quam vilmal sein voriger herre und liesz im guetlich thun, und! die fraw war dem hern goenstig, von wegen unnd® er ir ein frommen mann het gefreiet, dem manne gefiel das auszgelenffe nichts überall, unnd torster doch nichts sagen, sonnder“ a) m. ehrn ganngen, solche fehlt A. b) a. i. or., z. fehlt B. c) so woll auch vom B, dwi.mz.dew.n.B. o)sot.i.B. Neolti.a.d.t.d.leidenB g)e.w.i.h.g. th. B. h) das aber B. i) u. d. gebott g. m. h. B. k) Daranf e. i. a, u. fehlt B. I) u. 8. fehlt B. m) das B. n) derlialben B. o) wen B. p)sob.B. q)a.d.1.B. r) als auf den morgen d. b. k. (a. w. g. mag gott wissen) B. s) brach s. sich B. t)s. d. a. B. u)». sie i. B. v) hinnemen B. w) wardt v.v. eebrg.B. x) fehlt B. y) hohen B. z) ab. das zudingen B, und wie sich eyner mit ein- dinge C. a) g.d.ie ast.v.e.ev.m.(, inB: J.d.z. i.o.a.st. ware ov. amptm. b) Es w.e.2.C. c)d,h.e. st. BO. d) dem fr. a. u. n. B, diesem C. e) t. die war v.u. m. B. D und B, dan C. g) u fehlt C, das 8. von dem ampttman s. w. B. h) D. st. bekam viell gutter mit dem weibe B. I) u. fehlt, w. i.d. st. auch wollv. B. k)Sok.a. v. h. oftmahl z. 1. B. 1) man thatt ihm alles guttes, den B. m) darumb daz B, v. w. d.C. n)e. i.h. e fr. m. gefr. BC. 0) auszgeliste A, d. uberlaufeun nicht sehr fü. B. p) dorfte BC. g) aber O.
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30 Trast. XV. Cap. V. 5 4. der frawen er sagte*, sie solte schawen, war mit® sie umbe giennge, damit sie den nachper.nit mundtreden® wurde. Die fromme fraw sich entschuldigte®, sie hette mit im nichts vor®, denn alte? freuntschaft, unnd es plib also, Einsmals der amptman wolte sich erlustigen® *fol. 313b.unnd! quam* zu seiner alten freundin, alsz ir mann, sein stubenrauchk, nicht daheim! war, unnd man sich auch nit versach, und= er balde solte kommen", unnd zu irem unglucke, alsz sie auf dem besten fro- lich waren, so quam der man°. So hette die frawP eine bose maigdt, unnd diser teth nachweissung". Der man quam in seine schlaffcamer, unnd® fant das warzeichen‘, wann den morgen er het gesehen, und die maigdt sein bett gemacht hette", und da fanth er es zurumelt”, und sprach”: das euch bede das hellische feur musz verbrennen“, was hapt ir auff mein hette gemacht, ist das eur evangeliumY, 8o schennde euch der teuffel mit den evangelisten. - Der amptman war unmuttig unnd sprach: so egel®, was fluchestu, waist du nit, und® ich dein herre bin, unnd mit den deinen ich mag thun®, was mich° gelust, auf ein solche meynung ich das meglein dir habe gefreyet? unnd mich mit habe eingedinget®. Der stubenrauch sprach: gott gebe deinem freyen unnd miteindingung? ein bosz jar, es gehört eim verretter an und nit eim herrn, es® sey der teuffel gestenndigb, unnd! du mit dem meinen *fo]. 3148. magst thunk, was du wilt, unnd ruckte von scheiden! unnd wil zu im zuhawen. So® wuste seine fromme fraw, unnd der zum ersten schluge, der wer unrecht, darumb” sie viel° dem manne in die arme, in dem so? hauth der amptman her? unnd spalt im", dem burger, das heupt von einander, unnd blib so tot in iren armen. Disz* muste sot pleiben, wann® es war so’ umb alte freundtschaft gescheen. 3») 0.0, b) wo mit C, das sie sich also bielto, daz B. c) mundttmehr B, mundbere ‘0. dam Ü e) dass. m. i.n. mohr h.B. f) alle AQ. g) u. eo. pl. a. fehlt B. b) w.2.d.a. e. BC. i) u. fehlt B. k) a. at. fehlt B. 1) zu hause B, m) so vorhofte man auch n., daz B, u. m. v. ®.2.n.,dazC. n)e.sob. k wurd B,e.b.k.a.0. 0) Alsa.a.d b. fr. w., k. d. m. 2. seinem. u. B, am b., so feblt ©. p) S. h. ehr B. g) u. fehlt, die B. r) ihm nachweisen B. s) n. fehlt B. t) wortz. A. u) dene. h. g., dasd.m. am m. s. b. g. h. B, dan denselben m. h.e. g., daz C. v) »0 1. e. es sehr zurammelt B, zerramlet C. w) spricht BC. x) vorzehren BC. y) ein ov. A. z) wonue.B. a) daz B. b) u. mag m. dem d. th. BC. mir B. d)i.h.d.a.s. m. d. m. gefr. B,h. i.d. C. e) daz ich m. mit e. B, d. i. m. babe m. 0. C. f) eindingen BC, m. fehlt B. g) das €. bd.t.e dire gest. B. i) daz BC. k) th. m. B, daz d. magst m. d. m. th. O. 1) r. damit v. sch. B. m) Da B. n) daz der so z. eo. schlegett, sey u. derbalben B, u. fehlt O. 0) fiel s. BC. p) fchit B. qg) zu B, bin C. r) u. i. fehlt B. s) das B. t) also C. u) den B, dan OÖ. v) fehlt B.
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Tract, XV. Cap. VI, $ 1. 31 Ospitel VL $ 1. Wie dem homeister ein® volck quam, und zu gleicher zeitt dem babste schriffte über die uneinigheit° des homelsters. Im jare 1415 quamen 5000 man dem homeisterd, unnd die Polen manten® ir gelt unnd gleich‘. Zu gleicher zeit dem babste schrifften quamen® über die mishandlung des homeisters von allen gonner des ordenns*, sonnderlich vom kayser Sigmunt durch! antragen des landtmeisters anderst wak. O getrawe dienner!, Die soldener, die in quamen“, waren . ein hauffe buben, unnd nit zehen", die da wusten von kriegsrecht zu sagen’, unud dise satzter er auf Soldaw, Strasburg, Osterrode, Ortelss- burg unnd auff alle schlosser, die an den Pollischen lanndens, unnd solten" wol zue sehen. Unnd es® waren buben* unnd den leutten des *fol. 314b ordens sie nomen das iret, in namen wie es" Polen weren. Sie waren folle knechte, grosse spiler unnd beschemer frommer weibsbilde, unnd quam’ mit der zeit, das” sie Lickaw, Rein und Ortelsburg dem fursten von der Masaw vorsatzten an ihren soldtt, und mit der“ zeit” der orden sie losen muste umb vierunddreissig tausennt gulden UngerischV. Reyttereye*.. Die Polen horten, wie der orden ein volck hielt®, sie beschriben in die 60000 man auff Preussen?, idoch sie vor ir gelt mannten‘. Sonnder? man wolt in kein antwurt geben, sie manten® iren _ burgenn den kayserf, unnd er sie versichertes, es wurd ein: annder homeister sein, unnd den solt man mit ernste angreiffenn umb ir schult!, man solte agk ein jar harren. Unnd! die Polen liessen es umbsm kaysers willen ansteen, dannoch gleichwol von beden teilen einfal geschahn®, unnd wer was verlor, das muste er entporen®, und war in Preussen mechtig? theur.!) a) & fehlt C. b) u. d. b. ein schreiben B, u. d. b. z. der z. geschrieben wardt Ü. e) unnigheit A,Cd. fehlt B, von der ©. d)k.d. h. 65000 m. B, m. fehlt A. e) d. P. aber m. H. Du. gl. fehlt B. g) Bo k.d. b. eben zur selben z. schreiben B. z. der z. k. d. b. schr. C. h) v. a. so dem o. gunstig waren ©. i) nnd das von B. k) 1. aus Deutschlandt B. I) o. fehlt B, 0.—d. fehlt C. m) so dem orden k. daa B, d. i. Prenssen k. O. n) z. unter ihnen B, u. 5. 10. n. w. C. 0) v. kriegesgebranch B, p) =. fehlt A, sie worden ges. a. d. schl. a. d. P. gr. als 8.0. O. und andere mehr B. q) l. lagen ©. r)das.nieB. a) aber B, sie w.C. t) sion.d. 1.d.o.d.i. B, u. n. d.i. d.o. d. i. ©. u) gleich als wen sie B. v) fehlt B, geschach B. w) das—.z. fehlt A, d. febt R. 2) a i.s. v,n. m d. 2. fekit B. y) m. e. wieder ablos. B, m. =. d. 0, 0. 34000 g. U.1.C. x) fehlt BC. 8) bei einander hette B. b) da bee, s. auch i.d. =. t. m. a. Pr. fehlt B. o)i.m.s. auch i.g. B, im. e. vorhin i. g. O. d) aber BC. e) dom.2.B,nnde.m.C. f)d.k. fehlt C. g) derv.». B. bh) e. w. kurtzlich e. B. i) u. fehlt,'d. s. m. a. d. s. m. e. anhalten B. %) auch A, noch C, sio s. nur noch B. 1) u. fehlt B. m) umb des B. n) d.g. v. b. t. oe. B. 0) der m. eo BC, d) sehr BO. . 1) Dieser Paragraph ist aus den Quellen nicht zu begründen.
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*fol, 315a. *fo], 315b. 32 Tract. XV. Cap. VL 8 2. $ 2. Wie sich der babst erbarmte und den homeister absatzte* und verschuff ein capitel zu halten.!) In diesem jar auff ostern® quaın ein brieff vom babste°, in wel- chem der babst anzog@ des anlangen des kaysers, unnd von® wegen der lanndtmeister Teutsches ordens? *er war begerende die gerechtig- heits, und schriben an den eltsten conventzb. auf dem hause Marien- burgt, unnd er solt es nemen auff sein concientz!, so der clage also werek, unnd! der homeister in den artickeln schuldig were, er solt” im ansagen von voller macht Sanct Petters, unnd° er wart abgesatzt von seinem generalat? und underworffen des ordens straffe vor seine uneristliche hanndlung, unnd der meinung viele?) Sor war zu der zeit ein b. auff Marienburg®) genannt b. Otto von Lernstein, unnd diser der eltste im orden war® und teth dem gebot gnugt und“ nam zu im den grossscheffer von der Scharpfaw,*) den compler vom Elbing, den compter von der Balga, den voigt von Warmia’, den compter von Brandenburg, den voigt von Samlandt, und” funden den homeister auf dem schlos Schaken®) und sprachen eintrechtigelich durch b. Otto von Lernstein“: erwyrdiger her homeister, wir unnd die unsern vil ınal haben must leiden gewalt und ungerechtigheit von euch’, unnd wie ir in vilen stucken uncristlich* gehandelt hapt, ist am tag unnd landtkundig, umb® welcher willen bebstliche heiligkeit® euch entsatzt von eurm generalat im namen *des vatters, des sons unnd des heiligen geists, amen. Von disem der homeister sich beruffte auf ein generalcapitel seins ordens die sach zu erkennen, und diss sie im zusagtenf unnd® namen sigill und creutz, unnd wäs a) absolvierte A, W. d. b. d. bh. vom genoralat enttsetzte B, b) a. o. fehlt C, A. 0. d. j. B. o) schreib d. b. an den eldesten convents b. auf Marienburg B. d) anzeygette C, darin ehr meldung thett des anl. B. e) u. v. fehlt B, v. fehlt C. f) d. o. aus Denttschlandt B. g) w. der- halben d. g. beg. B. h) bepfull d.e-c.b.B, diee. c-b.a.M.C. i) ee. a. 0. gewissen n. B. k) wo dem so w., das B. 1) das BC. m) s. w., darin ehr beklagt, so s. e. B. n) folkomener B. 0) daz BC. p) general A,d. e. v. 2. g. werea.B. q) u. wegen s.u.h. d. str. u,u.d.m. v. fehlt B. r) Da ©. se) der w. d. e. i. o. B. t) der th. bopfell g. B. u) u. fehlt B. v) Ehrmealandtt B. w) fehlt B. x) Hernstein A. )hveovm.g.u.u mueenmn LBb.vmmLiLO )u fehlt, w. i. den B. a) unrecht und u. B. b) n. fehlt A. co) dieb. h.C. d) aba. C. e) Sob.e. d. b.B, Von d. b.e.d.h. C. t) dass. siei.zuB, n.d. e siei. z. O. g) u. fehlt, n. aber von ihm B. 1) Für die Absetzung Heinrich’s von Plauen war Gr. Quelle Johann von Posilge Ss. III 335, doch hat er den dort mit wenigen Worten angedeuteten Vorgang in seiner geschwälzigen Weise dramatisch zugestutzt. 2) Von dieser päpstlichen Einmischung weiss keine alte (Quelle. 3) Eine nur Gr. bekannte Persönlichkeit. 4) Scharpau war Sitz eines Fischmeisters, s. a. oben S. 10 N. 2. 5) Die Absetzung geschah in Marienlurg. Posilge I. c.
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Tract. XV. Cap. V1. 8 3. 33 zum amacht der homeistereye gehort*, unnd in auff Tapiaw!) satz- tenn®, aber nit gefengelich, sonnder sie° in bestrickten, und ehr ausz dem gemach nit solte gehn unnd? auch mit niemande alleine reden. Umb dis2® sein leiblich? b. compter auf Danntzke vil wunder stifften wolte, unnde die ander® b. namen in auch gefangen und in mit dem abgesatzten homeister satzten auf Lostetten?) das schlos gefengelich!, unnd da waren evangelisch b., dise iren mitevangelischen losz hul- ffenk. Der abgesatzt compter von Dantzke [quam wegk]'!, der ho- meister wart aufgehalten in einem dorff”, niemant waiszt, von angste ader von freuden er erlangte die podagra, unnd man“ furte in auf Rangnita*) unnd basz auf in sach°, sein b. eutlieff und quam zum konige Wladislao und furte ihnr in Preussen, von® welchem auch wird gesagt" werden in seiner stelle. $ 3. Von wannen diss kompt, und *man das woywasser im *fol. 3163. sontag in die heusser der burger tregt*.‘) In disem jar als das Wegleffische evangelium überhanndt nam, wen man von gotte wenig hielt‘, von den heiligen vil weniger, im" sonntag und sonnst in loblichen feirtagen” die evangelischen giengen in keine kirche”, sonnder sie quamen wa zu einander“, und ja zum besten’ schwetzen konnte, der war under in der vornemeste*, und sprachen*: die pfaffen unnd monnche stunden auff dem predigtstul unnd wie die alten hunde ir ertüchte unnd eingegebne lügene hervor- bellen®, damit° sie die einfeltige scheflein erschrecken, unnd so der a) u. w. z. hohem. geh. B. b) u. fehlt B, & i.a. T.BC. c) s fehlt B, s. b. i. C. d) daze.n.2.a.d.g.g.n. fehlt B,d.e. a. d.g.n. e. auszg. C. e) Darumb B. f) fehlt, dere. C. eg) w. st., aber B. h) a. fehlt O. i) u. fehlt, e.i.m.d.a.h.g. a. L. B, d. und gef. A. k) die h. i. m. evangelisten 1. B., d. mit ihren evangelisten ihnen 1. h. ©. 1) quam weck fehlt AC, D.—D. fehlt Be m) D. h. w. i. e. d. a. B. n) darliber bekame e. d. p., gott w. obs v. a. o. fr. berkam, u. fehlt B., n. w., ob e. v. a. o. fr. d. p. erl., man fehlt C. o) u. s. besser a. i. BO. p) die Polen B, fehlt A. q) in A. r)a. verreter gesagt A. s) wohor es. k., das m. des s. w. i. der b.h.tr.B,V.wek,d.m.d.w.a.ei.d.h. tr. ©. t) wen fehlt, h. m. v. g. w. B, dan m. w. aufghcC. Jv.wv.d.b,amB. v) u.andernf.B w) camerk.A, g.siei. k.k.B, x. d.ev.i.k.k CO. x)». k. sonst wor zusamen B, e. k. sonstwo 2. & C. y) u. der am B, a. wer auff dem b. ©. z) vernunfftigete A, das w. d. v. B, der fehlt ©. a)sies.B. Mu.b.hi.e.n.e. .w.d.a.h.B. c)aufdaB, 1) Nach Engelsburg, Ältere HMchr. S, 629 u. Posilge 335. 2) In Lochstädt war der abgesetzte HM. zuletzt. HMcAr. I. c. 3) Diese Angabe, wie der Fluchtversuch überhaupt, ist irrig. 4) Zu 1412 u, 1413 berichtei Posilge von zahlreichen Processionen in Preussen, S. 330 u. 332, daraus macht sich Gr. den folgenden Abschnüt zurecht. Simon Granan II.
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*fol. 316b, *fol. 317a. 34 Tract. XV. Cap. VI.$ 8. eine disz der ander das sagte, und» quamen zub offenbaren lastern der cristlichen warheit, daz° einer zu dem andern sprach: lasst unns haben einen guten muth, es kompt unns@ doch zu einein®, so got ist, hat er im das vorgenomenf, es kans anders nicht gesein, es geschehe mit unns, wie es bedacht ist von anbegin», wen! ir zwene spilen, es stunde noch im zweiffel, unndk got ist, unnd solcher unoristlicher reden vil, unnd! giengen so in die weinheuser, zum methe und zum" bier und *soffen unnd machten es gantz unheimlich, unnd» annder sprachen: wir wollen prassen und ein gut leben haben, dieweil wir sein, wen? wie man sagt, die pfaffen und betlermonnch unas umb einst geteuschet haben, die bartmonche” unser kreutziger es machen werden®, und‘ man unns nemen wirt, was wir haben. So“ wolt got das ketzerische’ evangeliunı straffen, und die teuflel mechtig vile menner besessen”, damit sie* umblieffen’, etlich ins feur sprungen*, etlich ins wasser, unnd war ir geschrey*, was wir suchen, das finden wir, und war grosz jamer unnd erschrecken. Sob wurden die bischofe im lanndt zu rathe, unnd sie‘ alle sontag umb 8 ur? auszgiengen, und die monche ader vicarien in den stetten das weihwasser den burgern® ins hausz brachten unnd in besprengten ire cost unnd heuser unnd liessen in da geweiht saltz‘, und gute leuth in ja® ein pfening umb gottes willen gaben, und disz die pfaffen den monnchen ablegtent, selber umbginngen‘, unnd es* wolt sich mit in nicht schicken, unnd man beful! es den gesellen auff den schulen, unnd die lauffen noch heut in disen tag“. Und es wart besser mit allem. Von disem be- sitzen sich auch viele bedachten® und liessen das Wegleffische *evan- gelium faren, idoch in gar vielen bertzen es blib° bisz in die stunde dess todes. Unnd es wart auch? verwilkort, damit kein ehrn wart, ein man“ solte in feirtagen" essen unnd® trincken, verkaufen! vor- mittage, krancken unnd wanderleutt auszgenomen®, a) u. fehlt B. Db) k. damit zu B. c) so nit A, sprachen e. zum a. B. d) n. fehlt B, e) 2.0. ende C. f) h.i.g. wasv. B, was C. g) so k. 6. doch B. h)v. a.b. i. B. i) dan Q, den es i.i. zw. u. sp. i. zwey darumb DB. k) daz C, ob B. 1) u. fehlt B. m) fehlt B. n) bier eto., 2.—n. fehlt B, u. fehlt C. 0) e. g. tnuth B. p) den B, derweil C. g) n. ein gut C. r) b. aber B, b. die kr. C. s) w. m., es fehlt B,, w. oe. m. CO. t) daz BC. u) Da 0. v) Wigkleffsche C. w).d, t. derwegen v. m. b. B, daz der t.C. x) also daz s. B, daze. ©. y) umbher l.B. z)sp.i.f. B. a) u. fehlt, i. g. w. B. b) Da 0. c) daz BC, sio fehlt B. d) umb segers achtt B. e) d. m. o. v. i. st. w. denb.i.d.b. br. B,d.b.d. w. C. f) u. gaben ihnen g. e. B, dazg. ©. C. g) Dagegen i.j.g.1L.B. hb)das1.d.pf.d.m.ab B, un. d.1.d. pf.d.m. 8. C. i)u.g. se. umb BC. k) aber B. es fehlt ©. 1) Da bepf. sie B. m) d. gehen n. nmbher auf heutigen t. B, n. heuttiges tages C. n) Nach solchem w. e. b. von wegen d. b. ihre v. s. b., u. fehlt B. o) i. bl. e. i. v. (menschen C) h. BC. p) Da w. e. B. g) das kein ehrlicher m. O, das f. d. £. v. m. niemandtt B. r) amf.a U. s) oder C, fehlt B. t) oder ettwaev.e.B,o.v.C. üJ)akr.uwB,
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Tract. XV. Cap. VOL 8 1. 35 Gapitel VD. $ 1. Wie ein general capitel wart“, in welchem dem abgesatzten homeister seine tugenndt wurden? vorgehalten.') In disem selbigen® jare 1416 auff erhebung Crucis® quamen ausz Teatsehen lannden, ausz Lifflandt® die eltsten b. die sache der ab- setzung‘ zu horen, und sie wurden in vorgelesen® und alle in eydes stat bezeugt, unnd der abgesatzte homeister, der da war, sie bekanteb und schwur: so werlich im got helfle, er hett! nit gemeint, unndk sie so schwer sollten sein, unnd bat gnade!. Unnd disz sein die artickel alle sampt: 1. Er hat verschmehet in seinen reiten zu haben b. seines ordens" und des ordens heimligheit er mit weltlichen personen han- delte, unnd» was sie beschlossen, das musste sein.?) 2. Er unnd wan es quam, und es.ja die nott forderte, und der b. rat muste nemen°, disen er seinen jahera mitteilte, uond sie mit im ein gelechte daraus machten“, *unnd alles, was man mochter *fol. 317%. erdencken, der b. rat entgegentichte® unnd also die b. unnd das lanndt in spot und schaden satzten®.) 3. Item so der b. rath unnd das lannd was zu irem ‘besten be- schles® und zogen heim” unnd meinten”, es solte so* pleiben, er es mit seinen fettern, ohmen und schwegern alles contrarium machtey uns zu" schande.‘) 4. Item alle brieff, die® im gesant wurden, durch welche ein wirdiger orden® und das land in stanthafftigem fride mit den Polen queme, disz® liess er niemandt lesen, sonder sie verbranted, die aber a) gehalten w. B, Von eynem gen. c.C. b) fehlt B, abg. fehlt C. c) i. selben B, =. fehlt C. d) oxaltacionis B. e) a. Deutsch. u. L.B,a. D.w.a.L.C. f)d. a. des hohem, B. g) So w.i.v. die artikel B. h) u. fehlt B, d. d. w. fehlt, b.s. BC. i) h. e BC, war C. k)daz BC, }) umb. g. BO. m) e.h.dieb.s.o.v.i.er.zh.B eh.v.die b. s. o. undsie nit haben wollen i.s. r. C. n) sondern d. o. h. bh. ©. m. w. p. C, u. fehlt B. 0) Wen e. i.d.n. f,, das e. m. d. b. zu r.n. B, e. u. es ja fehlt, daz er—m. gebrauchen C. p) s. offonbarte e. a. i. h.B, d. theilte e. a. i. b. mit C. Vd. m. miti.o.g. daraus B. r) sie kundten B. 8) e. richte C, ticht. s. d. b. r. entg. B. t)e. a. d. b.u.d. 1. i. schande u. sp. B, u. sch. fehlt C. u) J. fehlt, auch in den übrigen Paragraphen, so die b. u. d. ]. etwas z. i. b. b. B., was (wiederholt) beschl. A. v) z. daruber h. B. w) vorm. B. x) aleo B. y) oontractum A, so m. e. 68 B, m. e. es.—in confr. O. z) und z. A, zurB. a)soB, it. fehlt auch C. b) dadurch B, d. w. e. w. ordo A. c) 1. m. d. P. hette mogen i. ein st. fr. komen, die B, i. ein st. fr. — die C. d) vorbr. #. BC. 1) Quelle für die folgenden Artikel sind die von Posilye 8, 335 f: aufge- nommenen Anklagen gegen. den Hochmeister, . 2) Entspricht $ 1 der Artikel, Posüge 335. 3) Von diesem findet sich nichts. 4) Ensspricht 8 2 der Artikel, Posilge 335. ii
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36 Tract. XV. Cap. VIL $ 1. auf krieg waren“, die hat man offentlich gelesen unnd man sie glo- sierte nach seinem kopff®.!) 5. Item hundert tausent® und 71 tausent gulden Reinisch seines vattern bruder ehr schickte? umb kriegsfolk wider unser® unnd des lannts willen, und im quamen funf tausennt* buben, die unsere ordens lannd und leut verderbt, verraten unnd verkaufft haben, damit wars alles gelt verloren.?) 6. Item sot er das lanndt visitirte, er stett und schlosser mech- tig beschwert', reittennde mit 400 pferdeuk, und seine gookler, narren, und wie alle lotterbuben weren, verschuf erungen zu thun! bey seiner ungnad.?) *fol. 318a. 7. Item den leidlichen spruch des hern kaysers“* zwischen unns, unserm lannde unnd der cron von Polen ehr gelestert, geun- eret hat? unnd sich ganntz° darwider gesatzt, solt vom lande zu- nemen auszgenomen®, unnd also unns in ein spot der misztrauung allen nacion hat gesatzt«.?) 8. Item so er mechtig wiettende war auff arme leuth sie zu beschatzen’, zu gefenglich halten, zu verlemen, zu totten, und* nit wie ein geistlich unnd eristen man, sonder wie ein Turok sich be- weisennde®. So er wart von seim capitel vermannt zu der besserung, er sprach”, wir weren seine knechte unnd er unser her, unnd solcher worte vil”.t) 9. Item die muntze des landes’ er moglich hat geringert* und verfelschet hat, damit alle ding itzundt noch so theur ist“, dan vor seiner zeit in allen henndlen*.5) 10. Item und es dem lannde durch ein gemein capitel des ordens war vorgeben, was sie ausz forcht in nott in der zeit, alsz sie &) giengen, die fehlt B. b) u. wurden n. a.k.gl B,u.m. g.e.n..kC. c)ein h., t. fehlt B, 171000 C. d) o. fehlt A, sch. e. a. v. br. BC. e) viler A. viert. A,eak.i.f.t.b- B. g) und w. damit B. h) wen B, J. fehlt, Da C. i) so boschwerte ehr sehr die at. u. schl. B, b, e. at. u. schl C. x) 400 hunder pf. A, dan or m. 400 pf. ritt ©. 1) bepfull ehr zu vorehren B, u. vorschaffe s. g. on. u. w.a.1.w.e.z.th.C. m) d.h. k. fehlt B. n) h. e. gel. geun.B, h.e.g. und g-€. o) gahr B. p) a. v. 1. geldt x. n. B, geldt v.1.a.0. q) u. uns a. beya.n.i. e. sp. d.m. g. B,n.2.—g.h. ©. r) beschitzen A, e. wutete sehr a. a. l. s. z. b.B,o. war sehr w. a.a.1.e. b. C. 8) g. haltende B, g. z.h.C. t) n. fehlt BC. n) ». b. fehlt B, ®. beweisette C. v) wen e. v. s. c. zur b. vorm. w., spr. 0. B. w) us. w. v. fehlt B., in C.: dae.v.e. c. vorm. w. x. b., apr. e.—w., v. fehlt, als besonderer Absatz. x) h. e. sehr ger. B, d. m. im 1. h. e. sehr 8.0. y) daz BC. z) i. teblt B, sein BO. a)i. a. h. fehlt B, 1) 8 4 der Artikel S. 335, 36. 2) Zusatz Grunau's vgl. auch 8 7 und $ 16. S. 336. u. 38. 3) Die Kriegslust wird n 8 3 u. 11. erwähnt. 4) Zusatz, )=89.
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Tract, XV. Cap, VL. $ 1. 37 die Polen uberzogen hetten, beganngen*, disz er an vilen roch®, sie tottende heimlich oder offentlich®, wie er es kunde zum synne bringen?.!) 11. Item welcher stat er gunstig war, der® hielt er ir privile- gium, welcher aber neidig‘, die must kein rhue haben.?) 12. Item er hielt bey ims warsager, astronomos, nigromanticosb, offentliche ketzer!,* disen er glaubte‘, unnd er wurde Polen wider *fol. 318b, bestreitten! in eim solchen und® solchen zeichen.?) 13 Item er alle die tagen seiner homeistereye nie hat gebeucht», gefastet und° das hochwirdig sacrament des leichnams> Jhesu nie hat genomen, auch das wenigste der stattuten hat gehalten der cristlichenn kirchen“.?) 14. Item er wie ein Wigleuffischer ketzer die priester seines ordens und anndere gehundtsbubet hat" und in verbotten zu predigen die spruche der heiligen doctores®, sonnder, so! sie in wolten predigen“, sie solten ag den schlechten text sagenn des evangelii bey verlurst seiner gnaden”.?) 15. Item er hat vertriben den bischoff von Heilsberg und darein gestossen einen gotsvergesser” und schalckhafftigen bluttvergiesser Heinrich von Schwartzburg, umb welchs willen wir“ in gantz Teutsch- landen gebennen und vermaledeit werden, und spricht, der babst sey ein antecrist/.‘) 16. Item er ist* schnel und unbedacht* gewesen mentschenblut zuvergiessen®, geistlich, weltlich, eignen underthann und frembder, von welchen wir sint in alle welt zu schande geworden von ider- man“.?) . 17. Item er hat die seinen nie mit treuen“ gemeint,* sonnder *fol. 319. a) Also d. 1.3. f. i.d. 2. d.n.,a.s. von den P. wurden ü., etwas gethan u. i. d. eg. c.d.o. vorg. w.B. b)sor. era doch a. v. B, von v. A, d. rechnet e. a. v. C. c) oder fehlt A,s. b. und 0. todte C. d) w. co. ee z.».k. br. C. e) derselben C. f} w. era.n. BC. g) sich C. h) fistromonius, nigramatica A. i) und o.k.B. k) d. e. mit gl. A, denen gl. e. B,d. gl. e. C. }) das e. die P. w. wurde bostr. B, u. fehlt C. m) eo. fehlt B, oder©. n)a.d.t.sh.h.e.n.g.B, eh. a t. s. h. nicht geb. C. 0) oder B. p) den leichnam A, n. h. fehlt B, h. e. n. empfangen C. q) noch aufs w. die st. d. chr.k.g. B, u. daz w. d. st.g.h.d.chr.k.C. D.pr.e.o.n.a.h e. w. e. W. k. gebubet B, e. bh. w.—a. fur hundesbuben gescholten C. ®) u. fehlt, i. v. d. s. d. h. d. z. pr. B. t) aberdaC. u) so—pr. fehlt B. v) auch etattag A, sond. s. nurd.s.t.d.or.e. bh. v. ».g. B, s. sie num—d. heiligen e. C. w) den g. v. B. x) willen fehlt B, wol atatt wir A. y) c. fehlt A, der C. zw A,e.i.g.B. a) u. u. fehlt B. b) z. vorg. m. bl. B. c) dadurch w. bey i. i. a.w.s. z. sch. w. B, gerugen so gew. C. d) tr. fehlt A. 1), Zusatz. 2) Zusatz. 3)=8 11, 4) = 8 12. 5) Zusats.
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*fol. 319b. 38 Tract. XV. Cap. VII. 8 2. was im heichler, schmeichler und verretter auff“= das lanndt haben eingeben, das ist® im wie ein evangelium gewesen.') 18. Item wie® seine leiblicher db. itzundt mit unnser feinden hanndelt durch sein angetrib@, ist offentlich am tage. Unnd dise unnd andere me wurden da bewert, wie recht ist vom eapitel®.!) 8 2. Was auss diesem wart, und was der homeister mit seim anhang trib. Die frembden b. fragten den abgesatzten homeister, ob diss alles so were, und warumb er ein solches hette gethanns. Er antwurt, und* die stuck weren! also, wie sie bezeugt weren!, unnd er sy ein teil hette gethank, damit! er im unnd seinem geschlecht hat wolt“ einen ewigen namen machen, etlich er auch gethann hetter auss mayestat seiner herligheit, damit° man in forchten solte, etlich auch, unndP er es nit besser wuste, unnd solcher aussrede vile«, man solt im sein amacht lassen, er wolt es alles bessern, sonndern" das capitel wolt nit, unnd* die frembde b. betten umb gnade, unnd* man hat aufgenomen seine verschreibung und versehung des ambtest, unnd satzten in“ auff Engelsburg,?) nicht”* gefenngelich, sonnder frey, damit er vom schlosse nit gienng unnd kein auffruhr nicht machte”. Idoch das hielt er nit, sondern mit“ den b., die auf in sehen soltenn, die mit im gut? evangelisch waren, ein compact” machten, damit er* durch® seinen leiblichen unnd geistlichen® b. etwann compter auf Dantzket diss® landt von Preussen Wladislaus dem konig von Polen wolt imf einreumen, wurd er im helffen zu seinem amptes, und es stundt darauf, unnd? man in von den Polen bald gefreyet hette! auf sein ver- a) wieder ©. b)er A. J) DazC. dyi.d.s.a.m.uf.h.B e) D. u.a. artickell mele w. v..d.c. w.r. 1. bow. B,d. u. a. durch sein w. d.b. w.r. i. f.d.c. C. N) Was auf die sache folgete B, Antwortt des hoem, auf erzelette artickel C. g) eg. h. B, g. bh. CO. h) fehlt BC. i) sein B k)o t.h.ebrsicg. B,e.h.e.t.g. C. 1) das B, d.h. e. C. m) wolte B, n. m. wollen C. n)h.era.g.C,o.a.g.h. fehlt B. o) anf das B. p) daz BC. v) wusto etc. B. r)aber BC. 8.—8) fehlt B. t) m. nahm auf s. v. u. (vor ausgestr.) entsctzung d. a. B, s. v. u. v. d. a. aufg. C, vu. versicherung A. u) u. wardt ges. B. v) aber n. B. w) idoch dase.n.v. s. g. oder k. a.m.B, doch das e.C. x) Abere.h. esn.B, 3. ın. fehlt A.,i.h.e. can. C. y) welche gutte B. z) ca- pitel A, m. chre ec. B. a) das BO, cs A. b) mitt Be c) n.g. fehlt B. d) D. handelte B. ce) das ©. Ni. sehlt BC. g) das der bey W. k. z. P. solte zu wege brengen, das ehr i. 2. 8. a. wieder hulfe, so wolte ehr dem k. d. I. v. Pr. einr. B, h) So st. e. d. dus B. i) d.i.dieP.aev.b x h.B 1) Zusätze, 2) Posilge S. 339.
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Tract, KV. Cap. VII. 8 8. 39 schreibenn,!) sonder* der homeister b. Michel wart es inne und in nam?’ mit 5 b. und satzte in auff Lockstetten®, und da er starb!, wart® gefurt gen Marienwerder, und leit daf im thumb begrabenn.?) Von disen die evangelischen b. partteisch wurden®, ein teil sich nannteh das gulden fliesz, und dise! sprachen, das capitel unnd der new ho- meister hat verreterlich gethann, und ein solchen man so bisz in den todt zue unehrn*; das ander part sich nannte! das galden schiff«, wan dise® sprachen, und° im und seinen mitverrettern wer recht gesoheenr, unnd brechte auch ein partt die Preussen auf das anderı, damit sie anhanng erlanngten‘, und die Preussen be(*)gunden bos *fol. 320a. ordensch zu werden", unnd alle ding gar eigen merckten* und wurden seer verbittert auff die b. in ungedult und leiden“,?) & 3. Von einer nutzlichen ordinacion im lande zu Preussen’. In disem jar unnd versamlung der b. in capitelsweisse am tage Jeronimi‘) die b. hielten” erwollung eins newen homeisters und sie alle eintrechtigelich erwoleten“ zu dem’ 25. generalmeister der* b. des spitals von Jherusalem des ordens Sancte Marie Teutsches hauses* zu der zeit voigt zum Newenmarckteb,°) denn wyrdigen bruder Michel Kochmeister von Ottenburg*,°) diser? wart auch gewesen voigt zu der Newen marckte‘, a) aber BC. b) fehit B,n.1.C. Js.i.m.f.b.a.L.B. d) u. fehlt B, d. st. e. BC. e) und w. ©. f) da fehlt C, u. fehlt, da 1. er B. g) die fehlt A,v.d.w.d. co. b.p. BC. h)n.s. BC. i) die, u. fehlt B. k) das sie s. m. b. i. d. t. vorunchreten B, e. s. m. b. i. t. zu unchren C. h)n.s BC. m)undd.g.s. A. n)dan C,diespr.B. 0) daaBC p)r.g. w.B. q) br. a. aleo d. Pr. e.p.a.d.a.B, u. c. p. br. d. Pr. wieder d. a. C. r) auf das s. a. bekamen B, d.— e. fehlt C. s) was ordenlich A, da b. d. Pr. B, u. d. Pr. huben an €. t)m.a.d.g.e. Bum.a.d.g.eC. Wu.wad.bi.uulev.B. v) Von Michel Kochmeyster von (Sternberg am Bande, Otten- burg ausgestriohen) dem 25. hoem. in Preussen O. w) A. t. J. d. j. hielten d. b. ein vors. cap. w. umb erw. B., im capitel— Hieronimi b. d. b. C. x} u. fehlt B, =. e. «. eintr. BO. y) zumB. 2) und b.A. a)dab.D.h.d.av.J.d.0.8.M.B. b)z.—N. fehlt C. c) Ostenborg B. d—d) fehlt B, zu der zeyt vogt zum Newmarkt C. 1) Posilge S. 342. 2) Auch Heinrich von Plauen fand in Marienburg in der St. Annencapelle seine Ruhestätte, A.HMechr. 111, 629, DOchr. IV, 380. 3) Dieser Zwist ist ebensowenig verbürgt als die beiden Purieinamen. 4) Nicht am Tage Hieronimi (10.. Sept.), sondern am Dienstag nach Epiphanias (9. Jan.) ist Michael Küchmeister gewählt, Posilge 339, N. 4. 5) Damals war er Marschall, vorher Vogt der Neumark, Posilge 5.339. 6) Dieser Beinamen ist unverbürgt, vgl. Ss. r. Pr. III, 488 n. 4.
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40 Traet. XV. Cap. VII. 1. unnd er etwan mechtigen schaden den Polenn pflag zu thun auf der Coya* mit bornen unnd morden, welchen die Polen forchten, wie ein teuffel, unndb er war von guten sitten,?) unnd zu® seinen tagen es wol und übel stundt in Preussend, unnd ja mehr er sich beflisz die b. zu stillen, ja me sie wurden erwegt‘, ja me und er meinte des landes bestes zu schaffene, ja me es quam in verderbnus!, unnd die *{ol. 320b. Preussen wurden seer übel gehalten, von‘ welchem alle wirt* gesagt werdenn, unnd! alsz er nu sach, wiek er nichts kunde auszrichtenn, wan in gantz ungehorsam waren seine b.l, er erlanngte= vom babste einer entsetzung von seinem amacht°, unnd man machte ihn compter auf Danntzker, und“ als er starb, man in auf Marienburg in Sanot Annen grufft begrub’.?) Von seinen officianten‘ Er hielt vil capitel und het viel amacht b., zum ersten war b. Gilch von Hausach groszcomptert, b. Lenhart von Rumpenbeim® marschalck, b. Ulrich von Seilenberg” tre- seler, b. Peter von Seitzenhaus” trappier, compans b. Liffart von Schongaw und b. Johanns von Scharaw*.’) Er satzte ampt b. überalr, die eltste er bey im hielt* unnd ires rats pflegte®, die annder auf krieg musterteb. Capitel VII. $ 1. Von einer kostlichen ordinacion dem lande zum besten erdacht. Im jare 1416 auf Circumeisionis domini in der stat Braunsberg war versamelt der homeister in einem lanndtage“, unnd® da waren die botschafften mit voller gewalt, der lantmeister von Teutschen lannden a) der pfl. d. P. a. d. C. grosen es. z. th. B, dieser pfl. d. P, e. grossen s. z. th. a. d. C. ©. bu. fehlt B c) beyC. dyu.st.z.et.wıu.uiPrB,se.ewu.n.iPrtC. o)im. fehlt A, und fehlt BC. f) ihe erwagener 8. w.B,y.m.w.e.C. g)i.m. e vorm. d. 1. b. z. sch. R, u. y. ne das b. d. 3. m. zusch. ©. h)i.m.esi.v. kam B,k.e. ©. i) v.—u. fehlt B. k) dar C. Ddaneb.i.g u. w. 0, Als i. 8. b. so u. w. u. e. vornahm, .de.n.k.2.B. m)er.e.B. n)e fehlt B. ©) reines amptesBC. p) u. nam und u. einen c.n.D.A, u. m. i. zunı c. a. D. RB. q-—q) fehlt A. rn) b. fehlt A, u. fehlt, a. e. st., b. m. i. B, wartt er a. M. i. 8. A. begraben C. 5) V. s. o. fehlt C. Ogr. c.b.G.v.BH.B. u) keinhartt CO, Rupenheim A. v) Seytenbruch C. w) Seitzenhaw A. x) b. L.—v.8.sein compansC. y)u.a.b. C. z)d.e. aber boh.e. b. sich B, h.e. b.i.C. a) u pf. i.r.BC. b) m. er a. kr. BC. c) nuezlichen C, in B. lautet die Uoberschrift nur: ordination. d) vers. w. C., vorsanlcte d. h. i. d. st. Br. e. 1. B. e) u. fehlt B. 1) Posüge S. 323 (zu 1410). 2) Ä.HMchr. II, 630. 3) Diese Gebietigerliste ist wieder apokryph.
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Traot. XV. Cap, VIIL $ 1. 4 unnd Lifflandt*, da waren? alle prelaten der gestiffte unnd der adel und die stette alle ausz Preussen. In diser tagfart? disz wart ge-. wegert®, wie? die Preussen begunden hervor zusuchen ire cronikens, *unnd wie sie boseb ordnisch weren unnd vil zu filen den parten der! *fol. 321a. b., das sich nannte das gulden fliesz*, unnd vil auch waren bey dem partte der b.!, daz” sich nante das gulden schiff, von welcher par- teischafft man sich keines gutten versach, und solcher sachen vil ds gewegert waren. Und° man disz fannt, unnd° sint dem die ein- woner im glauben parteisch weren?, damit sich ein teil evangelisch nanten, und dise eim ketzer Wigliff folgtenn“, unnd dier verspotten und verlachten, die in ir evangelium nit tretten wolten*, got zu seiner straff es verhinge über sie alle, so dann das landt die meiste” burde muste tragen, so in” gelt geben, so“ ins veldt zweziehen, unnd man alle ding an iren bewusty anfienng, es muste in verdrieslich” sein. Disem ein weise zu machen, der homeister mit reiffem rath alle der seinen, angesehen wie? die evangelische sich ag* auf freye buberey unnd eigenwillen gaben‘, damit man nit torste sich solcher sunde zu bofahren®, man verbiet alle schrifften Wegliff‘ unnd seines anhannges zu lesen, zu predigen ader einere dem andern zu sagen, unnd® in keinerley weise sich evangelisch zu nennen, sonnder dienner gottes, unnd wer! da wurden befunden in seim* letsten in diser *fol, 321h. ketzerey*, bei verlust 30 gute m., der! in wurde verschaffen auf den kirchhoff zu begraben lassen® und ime zum" grab nachfolgenn°, sonn- der man solt sie auff den Preuschen kirchofl graben. Seinen glauben soll ein iglicher inn seim testament bestimen, und diss? wart gehalten, unnd esı wart zu gutter mass besser” im glauben der Romischen kirchen.') Von cronicken. So° wurd auch gebotten, unnd* man solte a) u. L. personlich B. b).d. w. fehlt B. c) des adels n. a. st. a. Pr. C. d) J. disem tage B. co) d. fehlt, wurde geweigert B, w. d. gehandelt C. f, daz ©. g) ii. chr. h. suchten B. h} bese A, u. fehlt B, daz C. i) den A, diesem p. d.b. 2.f.C. kKd.n.d.g.fn.C. Du fehlt, vwa Bu.ibrv.a.b.d.p.d.b.w.C. m) die A. n) u.—w. fehlt B, alda bewogen worden C. o)n.—n. fehlt B, u. m. bef. dis, nachdemC. p) den dieweil d. e. des landes i. gl. nicht einig B. q) f. dem k.W.C. r) die fehltC. s) die welcheC. t) damit—wolten fehltB. uJv.ag.u.8B,g.v.c. uber alle z. e. str., item. v) groste C. w) da ihm C. x) da C. y) den i. db. A, wust C. 2) ia v.C. a) so dann d. 1.—s. fehlt B. b) dazC. c) auch A, nım C. d) gab A. e)d. es mit forchte etlicher sunder t. b. A, d. sie .n. forchten etzlers auf sich zu laden C. f) v. m. a. Wygleffsche schr. C., in B. lautet die Stelle: sintemehl die evangelischen sich nur anf buberey und eigen willen gaben, auf das ın.— bof., vorb. d. h.m. r. r. alle schr. W. u. s. a. g) eine A. h) auch B. i) welcher C. k) u. wi..e1w.i.d.kb.B, ie ende i.d.b. w. C. 1) derer die C. m) dez begrebnis a. d. k. v. w(G. n) auch z.C. co) den soll niemandt v. a. d. k. z. graben oder i. z. gr. n. f. bey der buss ”»g.m.B peC,undse.i.i.t.a.g. b., u fehlt B. q) es fehlt B. r) w. damitt etwas besser B. s) Ueberschrift fehlt C, da BC. t) daz BO,a.0.d.b.e.ug.v.C. 1) Diese Bestimmungen sind aus den Quellen nicht zu erweisen. Zum Folgenden vgl. Einleitung I, 9.
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42 fract, XV. Cap. VIT. $ 2. alle cronieken umbs gelt den b. verkeufen«, in disem die b. machten . sich? verdechtig, unnd die Preussen ir viele auch® vermeuerten unnd "fol. 322a. heimlich behielten. Des lanndes rette!, Von dem troste dem lannde diss wart gesetzt, unnd® der homeister solt bey im auf‘ Marienburg haben die cliegeste b.s und 10 vom adel, der burger von Danntzke 2, von Elbing 2, von Thorn 2, von Colmen 2, von® Konsberg 2, unnd die! sollen von iren gemeinen und rethek der stette erwolt werdenn, und mit disem was der homeister beschlosse!, solte® wie ein recht gehal- tenn werden, und ein igliche stale unnd gemein, unnd sonnst wem was wer geschehen®, solt ir sachen vorbringenn, und? man wolt sie guetlich trosten, unnd one diser willen* soltet kein gelt zu geben unnd auffgesatzt werden. Unnd das lanndt thet im also, unnd er- woltenn dise menner*, unnd articulierte ire sachenn*, unnd die menner man nenntte® des lanndes rett. Wider diss ordinieren waren vilen comptoribus die Preussen ein stachel im hertzen’, wan” die stette sich stets auff iren landtrath berufften=, idoch es quam, wie’ der homeister unnd sein capitel ag* in sachen, die gelt zugeben antretten“, das lannt nutzten, sonst mit? anndern sachen sie tetten® wie vor“.!) $ 2. Von eim aufflauff zu Dantzig und wie er mit ernst gestraft wart®.?) In disem jar alle stette es mit ansahenf, was ausz disem werden mochtes, want sie merckten, vilen comptoribus disz verdrosz', uund drowortk furtten auf die stette. In articuliren viler sachen umb besserung willen die von Danntzke begertenn, unnd! die b. sollen ir a)d.b.u.g.v.B. b) Darin B, m. 8.d.b. v. BC. c) die Pr. dennoch viell B. d) Uober- schrift fehlt ©. e) Dem 1. zu tr. w. g. daz B, des landes w. g. daz C. a. M. b. sich B. g)d.kl. b.h.B. b)undv.B, ij) u, fehlt B, diese O. k)u.r. fehlt B. 1) u. fehlt B, w. d. h. m. d. BC. m) das 8. C, vore. B. n).n. fehlt, e. iede st. B. o)g. w. C, auch w. s. etwas g. were B. »p) fehlt BC. q) Auch s. 0. derer w. B. r) z. g. gesatzt w. B, u. fehlt CO. s) Anf das erw. d. 1. die m. B. t) u.—8.fchlt B. u) d.wurden gen. B, u.ın.n. die menner ©. v) w.d.Pr.v.c.O, w-v.comptores und war ihnen e. et. i.b.B. w)dan BC. x) b.s.st.a.i.1.r.B. y) kam es, das C, i.—w. fehlt B, z) auch A, nurn BC. 5) nurn d. 1. n.i.e., waag. z. g. antraff C, des landes rahtt brauchten B. b) in B. c) th. a. BC. d)zuvohren C. e) u.—w. fehlt B, Wie c. a. z. D. geschach u. m. a. g. w. C. f) J. d. }. fehlt, die st. s. a. B, betrachten a. st. ©. g) wurde B. h) dan BC. i) dasesv.c. v. B. das d.v.c.v.C. k) u. die wort A, u. f. drauw. a. d. st. B, u. treweten a. d. at. C. 1) bog. d. v. D. u. b. w. daz B, beg. d. v. D. daz ©. 1) Die Einsetzwig des Landesrathes erfolgte 1412 unter Heinrick von Plauen, Posilge S. 332. 2) Den Aufruhr in Danzig von 1416 erzählt Grunau nach Posilye S. 361.
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Tract. XV. Cap, VIIE $ 2, 43 kaufsohlagen abstellen* unnd das grosse beschatzen der brochfelligen loith’, unnd vorausz die b. sich solten enthaltenn® vor dem einlauff® der heuser der burger, unnd solohes dinges vil. Unnd die gemeine wart es einsz, so? die b. ire unfhur nit wolten abstellens, so wolten sie die® in stucken hawen, unnd solcher ding me!, zu welchem ein rat der stat verwilleten, angesehen unnd* man es nit basz! bessern mochte.) So war ein burgermeister in® Dantzke* Gert von der Becke "fol. 322b. genannt”, diser disz° ein lannge zeit gepflagt hette, unnd was er ausz dem ratte der stat wuste, disz er dem compter offenbarter,?) und er“ doch die stat anhielt, sie solten über irer gerechtigheit festhalten", sie wolten den® b. wol entsetzen. Der compter auff* Danntzke b. Audris von Festenburg"®) etlich burger vornam’, unnd sie umb mechtig gelt schatzte”, wan sie andern hetten angehalten“, man solt sich wider in setzen, und ander sachen me’, unnd dise es leugten“, der® compter sprach: was wolt ihr es leugnen*, es hat mirs® Gert von der Becke eur burgermeister selbst angesagt. Von disem es quam, wie? am tag Corporis Cristi*) under der procession so wiert ein romor®, unnd man suchte Gert von der Becke den verretter?, sonnders er wart gewarnnet, und quamt auff das schlos, unnd der hauffe auf und in sein hausz unnd! namen, was da wark, dasz annder sie zerhieben! und seine bette sie zuschnitten® und schotten herab vom hausz® unnd liessen federn? schneien°®) unde machten es, wie? sie wolten. Der compter a) solten i.k.a. B,i.k. a. C, b) beschutzen A, so woll d. gr. b. B. e) auch v. e. sich d. b. e. BC. d) d. ubrigen einlauffen B. co) d. b. b. B, in die h. C. f) So wurden d. b, eines, wo B. g) in statt ire A, d. b. n. i. u. abstolleten B, n. w. i. u.a. C. h) fehlt A, sic wo. sio C. ) n.—m. fehlt B., zerh. C. k) daz BC. 1) basz fehlt ©. ı0) Da—au C,i.D.e.b. B. n)gen. G. v. d.B.B. 0) ea C, der h. cs schon e. 1. z. gebraucht B, p) u. fehlt BC, d.e. des rathes heimlicheitt d.e.0.B,d.o.e.d.e.C. gymoe. B,n.e. h.d.st.a.C. r) fest üb. g. halten B. 8) w. sich der B. t) von C. u) Furstenborg A. Festenburg BC, Festenborg Leo 222. v) vern. A, n. c. b. vor BÜ, w) u. fehlt B. sch. s, u. gross g. BC. x) dan die h. bey d. a. a. B, dans. h.d.a.a.C. y)u.—m. fehlt B. z) als sie e. aber 1. B, u. sio l.e.C. a—a) fehlt A, spr. d. c., es fehlt B. b) wart statt h. wA,G.v.d.Bb.m. e sg, e.b. fehlt B. ce) der fchlt AO. d) kam os daz B, geschach oo daz C. e) so fehlt, wardt e.r. BC. f) das m.--suchte B. g) aber BC. h) zochC. i) beide und fehlen, daßeld.h.i.=.h. B., u. fehlt, u. liefen i. in. h. ©. k) was sio kundten tragen B. I) d. a. zu stacken h. B, d. a. z. s. O. ın) zuschnitte A, die b. 3. zurschnieten B, u. zerschn. s. b. ©. n) u. schutteten die federn v. h. herab B, u. sch. d. f.h. v. h. C. o) u. fehlt, 1.also ££B. p) u.—w. fehlt C. g) u. thaten darin was B. 1) Von diesem Verlangen ist in den Quellen nicht die Rede. 2) Danziger Ordenschronik Ss. IV, 378. 3) Eine erfandene Persimlichkeii: Comthur von Danzig wur im Jum 1416 llein- rich Holt, Voigt Namen-Coder S. 27. 4) Das Datum aus Posilge I. c. 5) Diese Einzelheiten hat Gr. aus der jüngeren Fussung der Danziger OChr. IV, 379 entnommen,
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*ful. 3238. *fol. 323b. 44 Tract. XV. Cap. VNI.$ 3. disz auszlegte, unnd* man in het wolt morden®, und es dem homeister schrib‘, und er quam unnd gar viele von den Dantzker in unver- horter sachen er totte°, vilen‘ nam er ir gesuntheitf, sie® verlembte, vil sich mit mechtigem gelt losten®, und! vil auch er liesz ausz der* stat weisenk und! machte es seer wunderlich mit in. Unnd! den Gert von der Becke bestette” zum ewigen burgermeister über Danntzke.') & 3. Wie Preussen verterbt wart von den Littawen und Polen».?) In disem jar unnd die Polen mannten ir zugesprochen gelt vom homeister°, wanP sie hetten ein? botschafft auszgeschickt zum kayser Sigmundo' unnd zum homeister in Preussen*, unnd sie erlangten ein stumpff* antwurt unnd quamen heim. Unnd ausz Littaw Sigmund der groszfurst®) unnd diser quam durch den walt Grauden’ unnd” verbrante ganntz Nathangen unnd Bartland unnd dasY bischtumb von Heilsberg, alle dorffer unnd vile stet sie verbranten* bis an den Bregel und an das haab unnd nichts liessen®, das paurvolck sie erschlugen. Der konig Wladislaw quam auff® Osterrode unnd® ver- wuste ganntz Pomezan unnd® Culmerlanndt bisz an die Weichsel, und! nichts plib von dorffern, ag® das cleine und grosse Werder,t) sonnst alle dorffer unnd etliche stet er ganntz" wuste machte und sich legte! vor Strasburg in Michlauer landt unnd die stat gewan, sonnder* dem schlosse er nichts konnte! thbun. In disenm vier wochen*, die er lag a) l. es aus das B, 1. dis a., u. fehlt C. b) erm. C, m. Gerät von der Beke h. w. u. B. oe» osd.h.B, u. esd.h.C. d) der k. dabin B. c) in verhorter A, g. fehlt, der D. B, er fehlt BC. f) v.—g. fehlt BC. g) vicle B, u. v. 8. G. h) v. musten s. m. grossen g. loscn B, v.e. ın. gr... 1.C. i)fehlt B k)v.). ce. a. aus d. st.w. BC. 1) u.—u. fehlt B. m) bestettigte ehr B, u. b.d.G.v.d.B.C. n) v.d. P. n. Masuren v. w. B, zerstoret w. v.d.P.u.L.C. 0) J.d.j.m.d. P. abermal v. h. i. 2.g. B, m. d. P.i.z.g. v. h.C. p) fehlt B, dan C. q) ihre BC. r) 8. fehlt C. s) i. Pr. fehlt B. t) stompt A, e. o. aber e. st. a.B. vo) a.qg.h. fehlt B, zogen C. v) Gerdawen A, Derhalben k.8.d. gr.a. L.d.d.w.G. B, 8. d. gr. in L. k. d. d. w.G6. C. w) fehlt B. x) fohlt B. y) u. das gantze b. BÜ. z) vile A. a)e. v. fehlt B,v.». ©. b)1.n. stehn, u. fehlt B. co) «8. C. d) gen B, zog C. e) u. fehlt B. f} daz B, u. bi.n. ©. g) auch A, nur BC. h) gahr B, verwustete e.g. C. i) u. fehlt B, 1. #. BC. k) u. fehlt B, g. d. st. aber BC. I)k. en. BO. m) den B. 1) Auch hierfür war die jüngere Fassung der DOChr. I. c. Quelle, 2) Den Krieg von 1414 erzählt Gr. nach LPosilge's ausführlicher Darstellung 8.340 f. Y 3) Witold ist gemeint, 4) Posilge 346. .
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Traot. XV. Cap. VID. 8 8. 45 vor Strasburg,‘) er erlanngte* Birgelawd, Wenntzlaw, Freydeckenn?, Popaw, Roghausen, Caurnigk‘,?) die schlosser, etlich wurden von den b. aufgegeben®, etlich man auch erstig‘. Von den b. niemandt ausz- dorstes, wan® das part genannt das gulden fliesz hette! sorge, das partt daz gulden schiff mochten sie nit wider auff die schlosser lassen, wie es vor war geschehen‘, und man auch in ein solches wolt mit spilen!. Die Preussen wolten auch nit ausz den grossen steten“, wann das spielle von Danntzke lag° noch im sinne, dieweil die Polen das lanndt wust machtenr, und ist auch nit wider gebaut, wie da“, wen" in gebroch bawholtz unnd gebaurs leutte. In disem belegern es® quam die pestilentz under die Polen, und vergingen‘ one zal,’) unnd s0 quamen auch? hern und furssten unnd’” machten ein friden zwischen dem homeister und dem konige zu iren lebtagen, unnd der homeister sich verschrib den Polen das gelt zu geben.*) In disem jamer die Littaw unnd Polen gar vil ordensb. erlanngten”, etlich auf“ den schlossern, fieler auf der futterung wurden gefanngen, unnd sie alle in Polen schickten". Im auch der kayser Sigmundt durch die furssten ein nachschreibung thett*, unnd* er wolt es zumb stannthafltigen *fol. 324s. friden bringen mit den b.°, unnd im solt gnug vor ungleich gescheen, unnd der konig zoch? aus Preussen heim®, dem homeister wart leid vor‘ Marienburg, unnd er es mechtig zur where baute, unnd sich besannd, wie zue thunde mit den Polen!, a)als Bo. r. 8.1.0 er BC. b) b. Jgelaw A. c) Friderichenn A. d) hinter C. Rog- hausen wiederholt AC. e) auszg. A, burgern statt b. ©. f) a. fehlt B, e. a. C. g) durfte n.ans B, N.v.d.b.a.d.C. h) fehlt B, dan C. i) fehlt A, d. ander p. d. g. f. genannt B. k)waerv. wart gesehen A, g. w. B, auch g. w. C. }) u.—ep. fehlt B, w. i. a. e. ». O. m) aus d. gr. st.a.n. aus B. n) schloss A, w. fehlt B, dan C. o)L. ihn BO. p) unter dem m.d.P.d.1.w.B,m.d. P, d.1.w.C. g)i. auch sindtt nie so w.g.B, a. nach diesem n. w. erb., wie zuvohren Ü, r) dan BC. s) fehlt BO. t) sturben dahin C. n) Mitt dem k. B, Da C, so fehlt BC. v) u. fehlt B. w) e.d. L. u.P.v.o.B. x) bekamen sie a. B, y) v. auch C, v. wurd. 2. 2.d.£.g. B. 2) u.8 sie a. i. P.C. %) D.k. 8. d. d. f. dem konige vorschr. gsb B, D. k. 8. th. i. a. d.d. f. v. O0, u. fehlt Bc. b) zu einem ©. c) m.d. b. z. at. fr. br. B, d) Auf solches z. d,k. B. e) h. fehlt B. f) umb B. g) u. fehlt, oe. b. ea gewaltig =. w. B, n. e. b. es sehr z.w.O. h) beseen A, b.=.B, bedachten .C. i)w. m.d. P. x. thun were B, zu thun C. 1) A. HMchr. 639. 2) Pos. 344 nennt nur Kauernick und Pussenheim, 3) Posilge S. 346. 4) Die Vermittlung Posilge I. c.
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46 Tract. XV. Cap. IX 8 1. Capitel KR. $ 1. Von einer tagfart Im reiche umb diser sachen willen.') Im jare 1418 auf Jeorgi wart ein gemeiner reichstag zu Baben- berg® umb viller sachen willend®, so war da® der lanndtmeister von Teutschen lannden? und diser den kayserr und den bebstlichen legaten in den oren lag‘, sie wolten es mit den Polen unnd mit dem . orden enden®, wan er war desz gewiszt, wurde itzunt in diser tagfart den Polen nit ein gestalt gemacht nach willen!, sie wurden* die Tatier an sich nemen unnd Preussen in den grundt verderben!, es were muglich, und® man sie mit gelde mochte stillen, und= solcher meinung vil. Unnd® der kayser rette die hern unnd furssten° an unnd sprachP: irlauchtsten ohme, wisset, unnd“ ich vil anstos mein tag mit" meimem amacht habe gehapt, so bin ich doch nie in keiner sache me überlauffen, wan in disert, die mit den Polen unnd dem *fol. 305b. Teutschen orden ist“, unnd ich mag’ sagen,* wie die schrifft in disem war ist, wann” under hoffertigen stets zank und hader ist“, unnd in die sache von anbegin liesz verzellen’ unnd sprach: ich vil mal gemittelt habe unnder in® unnd* nichts auszgerichtet, wanb itzunt das eine teil disz nit wolt angeen, itzunt das ander teil disz nit° wolt verwillen. In allen sachen ich die Polen habe gefunden leidlich@ und die b. in® Preussen verachtig seinf, so bekenn ich es auff euch, wäs zu disem steet zu urteilene. Die b. wurden vorgerufft unnd gefragt, ob est so were, wie man verzelt hett!, sok sie die Coya, Polerlannd'! so inne hetten”, und in wer ein gelt gebotten dem Polen umb seinen a)z.B.e.g.r.B. b) w. gehalten B. c) So hielt daselbst B, Da w. alda C. d) ans Deuttschlandt B, v. D.C. e) u. d. fehlt, bey dem k. B. f} gesandten ahn, i.d.o. 1. fehlt B. g) re- den A, m.d. fehlt C, die sache zwischen den Polen u.d.o.e. B. h) dan es were gewisz BC. i) wo i.d.t.d.P.n.n. w. wurde e. g. gem. B, n. w. fehlt C. k) so w. sic B. 1) i. gr. zersteren C. m) daz C, da sie doch m. mitt g. z. st. weren B. n) u.—u. fehlt B. o) bette, an fehlt A. p) epre- chende B. q) das BC, durchlauchtige CO. r) m. t. fehlt B, in BC. s)i.k.s. fehlt A, i. nie fehlt B. t) als BC, als i. der sachen B. u) die u. ist fehlt B, dem fehlt C. v) so musz ich bekennen B. w) w.d. schr. i. d. recht sagett, w. fehlt B, w. es d. schr. bezeuget, das C. x) zwang A, u. h. i. st. z.u.h. B. y) u. fehlt, L derwegen d. e. v. anfange erz. B, w.l.i. d. s. von ort zu ort erz. C. z) wie statt ich A, 1. h. die sache zwischen i. v. m. g. B, i. h. v. m. d. e. gem. C. a)aber B, u. habe C. b) dan C. o).n. d. C., den so hat d, e. t. n. willigen wollen, eo d.a.B. d)h.i.d. P. 1. g. C., wiewoll i.d. P.i.a.0.1.g.b. B. e) P.statt b.A, d.b.von Pr.aber B. f) die Polen stetes vorachtten R, sie vorachten C. g) So wolt ihr nu erkennen, was hierein zu thun B, 8. atelle i. c. an o., w.i. d. z. u. sey Ü, bekom A. h) dem B. i) h. angezeigett B, erz. h. C. k) und C, das B. 1} Pomerellerlaennd A, u. C. B. m) eingehabtt, so fehlt B, 1) Der Inhalt dieses Paragraphen ist nicht beglaubigt, Der Wapfinstillstand von 1414 auf zwei Jahre wurde 1416 und 1417 je auf ein, Jahr. verlängert, Posilge 5.363 u. 368.
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Tract. XV. Cap. IX. 8 2. 47 schaden zugeben, unnd nichts heiten geben. Unndb die b. es be- kannten unnd sprachen, die Polen in aber ir lant verbrant und ver- wust hetten® unnd sich also rechen. umb iren schaden®, Sie wurden gefragt, ob die Polen vor dem tag der bezalung es hetten gethann® ader dArnach, die b. sprachen‘ nach dem tage, alsz in ir zugesprochen nit wart. Von disam die furssten sioh beriettens unnd sprachen: wem die Coya angehort, wir es schieben: auf ein gemein concilium der eristenheit, sonnder! ir b. solt den Polen geben inwendig* *drey jare *lol. 325. hundert tausennt gulden Ungerisch nach voriger senntentz, nicht an- gesehen! den schaden, den euch die Polen haben gethann”, wenn ir eur zusage nit hapt gehaltenn". Unnd zogen mit solchem bescheit heim in ungedult®. 8 2. Was man thet in andacht gen gott alle die tage diees homeisters umb hilf! von got. Die herrn bischoffen ausz@ Preussenn es einsz wurden‘, unnd*® man ginng alle monntag, mitwoch und freitag mit der lettaneyen von einer kirch in die annder*, unnd got bath® umb eine gnedige ver- richtung mit den Polen, damit” in nit Preussen wurde zugesprochen".!) Disz der b. forchte unnd der Preussen war, damit” sie sich nit mit gelt dorften erlosen’. Die andacht war im scheine gut, sonder* die b. sie ein teil belachten*, die® burger sie beaffterkoseten? und sprachen ausz dem Wigleffischan evangelio: so got ist, er sihet° unnser blerren nit an, er macht esd, wie es im eben iste, und solche worte vilf. In diser zeit alle freude und saitenspil war nydergelegt®, der breuttagen #) u. h. doch n. gegeben C, dagegen ihnen zu erkennen, das sie den Polen vor ihren schaden ein geldtt geben solten, aber es nichtt ins werck richtten B. b) U. fehlt B,b. es C. c) h. feblt A, in ihr 1. auch B, a. h. ihn i.1.C. d) u.s. gegen j. sch. gerochen B, w. wolten s. a. rechnen far i. sch. ©. ce) von statt vor n. itzt statt es A, dies v.d.t.d.b.g.h. B, 0.08 d. P. vorm. C. £j) anttworteten B. g) Darauf e.d.f.b. B, Hierüiber b.2.d.f.C. h) das sch. w. B, schrey- ben wir C. i) ohr. es zu erkennen B, aber BC. k) g. nach vorigem eententz i. B, innerhalb C. Dunane C,dsh,soe.d.P.b.g,n.a.B m)g.h.C. n)denn i.h.e.z.n. geh. B, denn i. b. ©. zussgung n.g. C. 0) m.ab.z.ai.u.h.B. p) Wio man die tage d.h. beig. n. h. anhielte B, Wie die Preussen su der zeyt sohr andechtig waren C. g) inB. r)w. eins B, werd. ese. C. es) nnd bepfulen des B. t) zu der a. C, m. a. m. m. n. f. mitt der procession die lataney singende aus e. k. i.d. a. gehen solte B. u) u. batten g. C, u. g. umb gn. vorr. dieser sachen bitten B, v) auf dez B, daz C, w) den Polen Pr.n.z.w.B. x)D.w.d.b. f. u. d. Pr., dar C. y) n.d.m.g.erl. C, zugespr. w. und sie s. m. g. wiederumb losen musten, alles übrige fehlt B. 2) aber BC. a) ein t. der b. s. vorl. B. b) d.—b. fehlt B. c) so. er B. d) sondern m, ce B, os fehlt C. e) w. e. i gefelt eto. B. f) w-—v. fehlt BC. g) waren a. fr. u. n. abgeschaffett B, zu der z. wurden a. f. u. s. verbotten C. 1) Posilge 330, aber zu 1412, vgl. oben S. 33, Cap. VI. 4.
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*fol. 325b. 48 Traot.. XV. Cap. IX. $ 3, auszgenomen®. Unnd® die botschafften der b. unnd des landes quamen heim vom fursstentage unnd sagten das* urtell über sie‘, unnd sie es erschrackenn®. Sonnderlich im urtel was berurt, wie® der konig? solte Preussen reumen, aber unnd er der gefanngen nit gedacht hettes, umb welcher willen es war zu besorgen®, der konig ein mercklich gelt wurde fordera!, wie es auchk geschach, ader! disz in der materia sagten!, idoch der meren hauffe” sprach, es ergehe, und® haben wir nit sache gnug auf Polen, wen von diser wolten sachen schmiden und in Polen ziehen° unnd 10 starossten vor einen b. fanngen®, unnd? legten es so nach irem wolgefallen ausz, und“ meinten” die Polen zu puchen®. Idoch sie mit den b., die in diser sachen werent gewesenn, ein ernst beweiseten unnd sie von iren emptern satzten® unnd sie scholten’ vor verretter irer b.” und, vil schmachheit anlegten, wann” sie waren von partt, dasz sich’ nennte das guldin schiff, mit* welchem teile es die Preussen hielten, wann sie* waren im ratte des homeisters im besten vor das laundt*, das ander part war ag stoltz “ unnd® zu schatzen die underthann und zu kriegen geneigett®. Und war- fol. 3268. lich die verschmeheten in denn hertzen der Preussen nit ein cleynen somen der ungunst auf die b. sehetten®, *unnd in viel ding frut machten‘, welchem beyfiel der gemein adel unnder den bf, unnd wart ein uncristlicher neidt in ine. $ 3. Wie man wolte die monnch vertreiben zu Danntzke von etlichen®. Wiewol unwillen, ungonnst, eigenwille', zwitracht, miszglauben, parteischafft* im lannde gnug! war zwischen den b., prelaten unnd den“ burgern und lanndtschafft in allen schlossern, stetten, hoven, e) a. der br. etc. B. b) u. fehlt B. c) f. brachten ein d. u., 80 n. s. ergangen B, d) dessen s. alle erachr. B, u. 2. a es C. e) So war i. u. b., daz B, 8. w. i.u. b. dazC. f) k.von Polen Pr.r.».B, g) a.d.g. warn. ged. B, a. d. g. n. ged. geworden C. h) w. e. C, derhalben sie sich besorgten B. i) w. ©. m. g. vor sie f. B, daz d. k. e. gron g.w. f.C. k) dann a. C. 1) a.—s. fehlt BÜ. m) Wiewoll d. meiste b. B, mehrer theil O0. n) e. e. u, fehlt B, last heer gehen, u. fehlt C. 0) w. h. gutte e., w. wollen e. v. daran schm. das wir i.P. z.B, h. — wider P., wir w. v. d. e. schm. u, i.P. z. C. p) u. f. 10 st. gegen ein b. B. q.—g) fehlt B, also C. r) vormeinten also B. s) bochen A. t) so, w. fehlt B. u) u. fehlt, «. sie v.i.e.B. v) u. fehlt B, sch. =. BO. w) 1. b. fehlt B. x) u. 1. i. v. e. a., dan B, zu, dan ©. y) man B,d.s.d.g. 0. n. C. 3) mit—sie fehlt B., dan C. a) w. in des l. bestei. d.r.d.h.,m. w.t.e.d. Pr. h. B, fur des landes beste. b) a. u. fehlt B., auch A, nurn, u. d. u. schatzetten C. c) fehlt A, u. z. kr. g. fehlt ©. d) 80 schafften d. v. b., dasn. e. kL i.d. h. derPr. a. d. b. geschet wardt B, het und seolen statt nit u. schetten A. e)m.i.v.d. fr. B, fehlt ©. NuLi.d.g.a ud. b. auch bey B, an. d.g. a. u.d.b. f.i.b. ©. g) Dadurch e. u. n. unter i. w. B., u. w. aleo e. n. n. unter i. ©. h) W. m. z. D. die schwarsen m. v. w. B, W. etzliche d. m. z.D.w.v.O, i)e fehlt C. k) paterschafft A. D)gilO, m) nu. d. fehlt BO.
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Traet. XV. Cap. IX. 8 3, 49 olestern, derffern®, so war doch sonnderlich ein ketzergeist® in der satt Danntzke, von den unnd° sie übel gehanndelt wurden, unnd® Gert von der Becke ihre ewiger burgermeister muste sein wider ir stat privilegium‘, und diser werlich. hielt es®s mit dem compter und war denn burger eim gehender ‚teuffel. So® erkauft im in diser! zeit die pfarr zue Danntzig in unnser lieben frawen kirchen Gert von der Becka weibes bruder Gynnter Dhilman genannt*.1) Diser als ein junger Jheronimi, der im conoilio zu Costenntz im jar 1414 wardt! verbrannt umb seine ketzerey willen, seine posioiones renovierte” und sie pre- digeter, unnd disz alsz ein verdamptes vielen einwoner der stat Dautzke *missenvil°, unnd meideten seine kircher unnd gienngen in die eloster. So war® diser Guntter, mit. wasz weise ich nit weiszr, unnd er aller priesterschaft und mohche® brachte auff seine seitten, die schwartze monnch auszgenoment. Dise mit im und den seinen dieputierten" unnd im nichts nadhgaben’, unnd” geschach vil mal, unnd” die monnche erlanngten grossen anhang von der: stat“, unnd gienngen in ir kirche”. So nam sich des pfarrers an Gert von der Becke, der eiserne burgermeister®, wenn diser von anbegin. nit wolte glauben, wie ein aunder leben were der selen nach disem leben?., Unnd Gert vermochte den compter von Danntzke.b. Rudolphum von Eylenstein®,!) unnd dise sich verschwurenn die schwartzen monnch zu vertreiben, unnd verbotien® .der stat in zu geben das heilige almoaz bey 100 m. pen, unnd niemanndt solt in ire kirche gehen, auch nie- mandt sol mit in redens,?) wider disz die gemein wart erfrewet, a) und d. B., cl. fehlt ©. b) e. boser g. B, e. sond. k. g. 0. c) derwegen das B, v.d. dasC. d)n.—u fehlt B. e) ein A. 9) w. ihrer st. pr. =. solte B, s. m. ©. g) u. fehlt. Er h. os B,uwd.h.e w.O. b) Da O0. i) zu der, im fehlt B. k) G. Tieleman (dee G. v. d. B. w. br.) d. pP. 2.D. i.u.1. fr. k B,G.v.d.B. w. b. Junther Tillman gen. d. pf. von D. i. u. 1. fr. k. O. 1) coneilii z. O. 1414 j., w. fehlt A, der anno 1414 2.0. i. 0. v. w.B. m) seines propositiones O, r. =. pP. B »)uw.pr.mC. o)dissm.v.e.z. D. B, den burgern z, D. m. C. p) meinteten A, u. mei- dete als eine verdampte lehr seine predigen B. q) 8. brachte B, Da w. C. r) m. west wust A, m. ww. gottw.es, u. e. fehlt B, w. br. a. pr. u.m.a. 0.5.0. s) u. m. fehlt B, a. (m. w. w., aber wi.n)O. t) ads m.B. u) disputirte A, d. d. m. dem Guntter u. d.e.B. v)ug.i.n nach BC. w) u—.u. fehlt B. x) von der bürgerschaft gr. a. B, e. gr. a. 0. y) die g. auch (ag?) iik,B 2)8.n.0.60.v.d.B.d.pf.a.B, Dan.2.G.v.d.B.d.e.b.d.pla.C. a) den BC, d. eiserne b. w. v. jugent aufn. gl.B. b) das n.d.1l.e.a.1.d.s. w. B,dazÜ. c) ehr brachte den e2.D.R v.E. dahin B. d) das ehr s. mitt ihm vorschwur B, u- fehlt O. e) u. fehlt B. f) das ihn niemandtt solte allm. g. B, i.d. h.a. z. g. Ü. g) oder i. i. k. gehen noch m. i. r. b. 100 m. pP. B, genng st. gehen A, n. solt a. m.i.r. C. 1) Über diese erfindenen Persönlichkeiten vgl. Hirsch Se. r. Pr. IV, 404. 2) An diesem Verbot des Betielns ist allerdings etwas Wahres, vgl. Hirsch, Ge- schichte der Oberpfarrkirche S. Marien zu Danzig I, 112 nach Urkunden des Danziger Stadtarchivs. Doch hat Grunuu in seiner Art die Sache ins Ungeheuerliche ansgedehnt nd die Aussitische Ketzerei mithineingezogen. Simon Granan I. 4 *fol. 326b
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60 Tract. XV. Cap. IX. 8 8. unnd® sie mochten ursach finden auff® den compter, den° pfarrer und® den burgermeister, wann sie im mechtig überlast tettend, und ‚schlap- ten* den monnohen mechtig‘ vil zu unnd sprachen: sollen wir cristen *fol, 3273. sein, 80 wolten wir cristlich thuenn *unnd von dem übrigen almosz geben dens, die unns die warheit lernent, und karreten mit freuden!, ob man sie wurde biessen®. Zum andern mal die pfarrer verboten iren caplan! niemanndt das sacrament zu geben, wer den monnchen gebeicht hetie”, und viele von der gemein das sacrament nit namen" unnd sprachen°, sie woltenn ketzer mit gleich unnd recht thun, unnd muste fellenn mit gowalt». -Simonia, Zum dritten welch leich zu den monnchen solt begraben werden’, must dem pfarrer vor alle ding, ehe dann man in ausz dem hause trug, geben ein goltguldenn Reinisch’, unnd man es geb willig‘ und sprachen, wir wollen es. wol widerfinden“, was man unns nu’ abschatzt. Zum vierten so der pfarrer officialis war”, er schrib allen desff- pfarrern von dem almosz, das die monnehe samelten, sie sollen“ das viert teil nemen, wen’ disz weren ire jurs, etlioh es teiten, unnad vil®, etlich auch nit. Die monnche von* disem bewegt, zogen? zum ho- meister b. Michzele und es im olagtend, und batten umb ein gne- diges mittel, unnd er quam® gehn Danntzke, unnd wolt wissen die *fol. 327b, sache der verbiettung auff die monohef. Sos trat hervor Gert von* der Becke, unnd mit seiner anlagen sprechent,- die monnohe! weren dem pfarrer in seinem ampte zu schadenn und im ungehorsam*, unnd so die monnche heiten einen Polen zum provincial!, der beym konig were”, disem sie gelt musten geben jar jerlich", unnd die monnche lieffen in der burger heusser®, unnd besehen ir gewher?, und hetten« gemeinschafft mit den burgern, unndr alles, was sie hortten in der a) So orfreuette sich d. g. daz B, Von disem w. d. g. e., daz C. b) wider d. C. e) fehlt BC. d) dan a. th. i. grose ü. BC. e) die burger schl. B. f) fehlt B, sehr C. g) geben v. unsern u.a. B,d. a. g. C. h)leren BC. i) u. fehlt, warteten daneben B. k)b. w. B. ]) Zu dem v. d. pfarheren i. c., des sie B, v.d. pf. C. m).n. der (C.) d.m.g. h, soltten d.e. g. B. u) der- halben ihrer v. v. d. g. 0. nichtt d. s. B. 0) sondern s. B. p) derwegen m. dise satzung m. g. fallen B,m.g. £ C. g) fehlt C. r) z. dr. fehlt B. (am Rande 3), w. 1. e. z. d. m. b. w. B, bey CO. ©) e.g. RB. geben C, vor diesecibe muste man dem pfahr, ebe m. a. a. d. h. tr., v. a. oeremonien ©. g- geben B. t) w. fehlt A, sie gaben ihn w. B, u. m. g. e. w. C. u) fordern B v) itzundtt C. w) Z. v. fehlt, d. pf. =. 0. w., er fehlt B, ach... C. x) das =. v. d.a., d. d.m.s,8.d.v.n.B, solt 8. C. y) den BC. 2) o. t. es u. v. O, ihrer v. oe. t. B, e. fehlt C. a) wurden v. C. b) und z. €. 0) Michelle A. d) u. fehlt B, n. legten e. i. fur O. e) u. fehlt B, zog ©. f) u. w. d. s. wissen C, wolte w. d, ursachd..a2.d.m.C. ge) DC. b) Botr.G.v.d.B m »...b.u.spr. BB. m. a». a. u.apr. ©. i) d.m. in C 2mal. k) i.e, a. schedlioh C, ung. u. i. a. a. 2. sch. B. ]) So haben d. m. e. P. zum pr. B, principell A, so fehlt, zu einem CO. m) der i. d. b. k. B, bey dem %.C. n) dem m. s. jehrlich g. geben BC. o) n. fehlt, lauffen den b. i. d.h. B,n..sie ©. p) u. eagen ir gewfor A, n. fehlt B. gq) n. fehlt, haben B. r) u, fehlt B.
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Tract. XV. Cap. IX. 8 3. 51 ‚ das sie irem provineial scohriben®, und also den Polen kunth ade alle heimligheit°. Den monnchen wart vergonntd sich zu verantwurten®, unnd sie sprachen und bewerten, wie‘ dem pfarrer nit, ein pfening abegienng von dem seinens, und es mit privilegien bewerten, unnd* sie im: nicht dorften! gehorsam sein. Unnd sie ein provincial hettenk, der ein Pole were, und sie im 10 m. masten jar jerlich contribuieren!, das sie neben andern orden und clostern musten thun von Satzung". Unnd? sie in die heusser? gienngen unnd mit den burgern? | ge- meinschaft hetten, es? were war, sonnder" nit in solcher meynung, wie man es* in auslegte, konnde aber jemanndt beweisen, unnd! sie iren provincial etwas hetten lassen wissen von eigennschafft der were ader personen”* in Preussen, man solt es vorbringen, und’ sie wolten e3*fol. 328a. biessen mit irom besten”, sonnder* darauf? wart nichts gesagt”. So* fragte der homeister, ob die monnche nit hetten gewisse renten unnd zinsz*, man sprach’, sie hetten nit auff ein heller, weiter er fragte®, wer ins? closter geben het, man sagte*, der lobliche furst von Pommern hertzog Schwantopolt. Der homeister sprach: seintemal die monche vor® unserm orden hie sein gewesen*, sie sollen! von unns unnd den unsern unvertriben sein, unnd so* sie nichts haben dann almosz, wer es in! geben wil, wir es nit verbieten®, sonnder® sie von den in abe* ziehen, und es den Polen unnsern feinden muessen ausz satzung des ordens geben°, es uns misfelt”, unnd wir unns auf ein solches wollen bedeneken? unnd durch unnsern hern compter ein antwurt geben, idoch” einem iglichen* on schaden seines rechtens, und zog so weckt. Im weckziehen er liesz® ein schrifftliche erdinacio auff die monnche, unnd der compter sie lasz’” nach gonnst wider die monnch: Item sie sollten es mit willen des hern pfarrer halten, was in” in geistlichen sachen zulassen, das solten sie gebrauchen” und nichts a) i. d. at. horen B, horten C. b) schr. a. i. pr. B, principel A, das schr. 8. i. pr. zu C. ce) wirdt d. P. ibre h'k. B, ihre h. k. w. C. d) bepfolen B. co) zu antw., u. fehlt B. f) daz BC. g) v.d.s. fehlt B. b) so boweiseten e. m. pr. dar B, u. beweiset. e. m. ihren pr. daz C, i) darften BC. k) DaseB, u. 2. h. e. pr.C. |) u. e. i. iherl. 10 m. c. m.B, ws. m.i.j. 10m. c. C. m) D. m. a. th. satz. halben n. a. kl. B, Dis m.a. — cl. th. v. s. wegen C. n)Das BO. o) i. der burger b. B. p) m. ihnen B. q) das BC. r) aber BO. s) mans B. t) daz BC. n)der p. B. v) w fehlt BO. w) so w. =. o. vorbus, m. i. b. CO. x) aber BC, y) e. w. n. d. geanttwortt B. 2) DaC. a)g.r.u.z. h,, nit fehlt B. b) Darauf wardtt geanttwortt B, sie apr. C. c) fr. e. BC. 4) in das BC. eo) sprach B. f) Darauf spr. d. h. B. g) noch vor B. h) =. h. g. B, allhie g. seindt ©. i) so se. sie BC. k) ao fehlt A, weill C. I)indasB. m)ibmn.v.B,r.w.on 0. n) aber das C..o)a.a m.g. CO, aber das e. v. dem almıoss d. P. u. f. a. s. i. o. iehrlich so viell m. g. B. p) das m. u. BÜ. q) w. wol. u, darauf bod. B, u. wir w. u. a. e. s. b. O. r) dennoch B. 8) yden c. Yu.—wfeliB u)LeBO. vydil.d.e.BletC. wsichA x) Bio: m. in geietl. ©. vo viell ihnen vom h. pfarher wurde zugelassen gebrauchen. B. 4r
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52 Tract. XV. Cop. X. $ 1. *fol. 328b.me*. Wider disz die monnch appellierten. Item sie sollten zu vier mal im iare in der stat in denn heussern das almosz erbitten und nit me mal ohn urlaubt. Item® sie solten in kein hausz geen, der wiert hette sie dann? sonderlich heissen kommen, unnd sonnst nit. Unnd wart den monnchen gesagt, wolten® sie was me haben, sie mochten es mit dem homeister bereden. Die monnche aber begerten, unnd? man wolte in überant- wurten des homeisters brieffe, unndk disz nit wolten, darumbb die ganntze gemein viel den monnchen bey unnd sprachen: es wer erticht! ding, wie es auchk wer, unnd die monnche! sehickten zum homeister und erlangten schriften“, wie seine brieff und seine wortte übereins- triegen“, und er bette° die moncher, sie wolten eine? oleine gedult haben, und damit es nit" ein auflauff wurde, er* sie hochlich hette*, Und disz got fiegte, wie* in einer wochen vergangen” der compter, der pfar unnd der burgermeister, und man gab es” den monnchen schult, sie solten in haben nachgebet im oreutze liegennde zu 30 mal- deus laudem meam ne tacueris’.!) Es wustes aber niemand vor war“. Capitel X. $ 1. Wie man ein tagfart* hielt umb gelt zu versamien? dem Polen zu geben.?) *Im jar 1419 Trium° Regum wart eine gemeine tagfart zum Elbing umb der Polen willen in das gelt° zu versamlen, da war‘ a) a.d.m.C. b) =. num z. v.m.,i.j. fehlt — n. m. ohn willen u. u. 0, 8. s. des jahres zu vier mahlen i, der burger h. d. a. erb. u. n. m. o. zulass. B. c) fehlt B. d) den d. w. b. se. dan ©. e) w. fehlt A, u. — g. fehlt, w. die monche den ettwas mehr zulass haben, das m. sie B. f) daz BC, Darauf bogerten d.m. B. g)m.i. d.h. br. n. w. BC. h) fehlt B, n. sie w. ©. n. thun, D. f. C. i) wicht () A. k) dan auch C. I) un. fehlt. d. m. sampt der gemein B. m) u. irer e. 9. A, sie. 8. B, u. e. brieffl C. n) u. befunden das seine briefe und worte ubereintrugen B, wie die vorigen waren und seinen wortten ubereinstimmeten C. 0) So b. e. B, darinne b. e. C. p) m. hochlich B. q) noch e. C. r) auf das nicht ein B, daz nit ein OÖ. s) e. — b. fehlt BO. t) Mitt dem f. e. g. sonderlich das B, n. g. f. e. daz C. u) sturben B. v) der fehlt BC, d. c. p. u. b. starben C. w) Auf solches g. m. B. x) das sie a. 30 m.i.kr.l.i.n.g.h. B,sies. i:i. cr. }. 80 m. b.n. C. y)tameris A. 2) wavor A, gewis C, Aber n. w. e. furwar B. a) tagk B. b) anff daz man g. vorsamlette C. c) auf Tr. B,antage C. ü) 2. B.e.g.t.g,u. — w. fehlt B. e) d. g. so man den P. schuldig B. f) Es w. vorsamlet B. 1} Vgl. Tractat IX D. Cap. MI S 2, Th. TI. S. 398. 2) Da Grunau’s Haupiquelle für die Verhältnisse des Ordens zu Polen im An- Jang des 15. Jahrhunderts, Posilge, mit 1419 abbricht, ergänzt er den Ausfall, indem er die bereits erzählten Partien dieses Awiors noch einmal vorbringt unter freier Hinzu-
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Tract, XV. Cap. X. 8 1. 53 das ganntze capitel und des lanndes rot unnd wegerten ire* ‚sache ganntzd wol, ob es in auch zustunde zu thun°, unnd® sie den spruch versessen®, sint den sief in verwilliget hetten. Ville sprachen: geben wir dem Polen gelte, wir im ein gewonnheit machen? unns wie knechte umb gelt zu! manen, unnd solcher rede vil, unnd sprachenk: laszt! unns das gelt guttem= adel auszteilen, und sie® bringen unns gut volck inns lanndt° und? wirt Polen wolten treiben ausz irer wonung!, wie etwa ist geschehen. Den Teutschen fursten wir mogen ant- worten*, und ‘sie nit macht haben in freuntlicher weisse mit unserm gelt unnser feinde zu steroken, unnd der narren rede me”. So war” das geringste teil vom capitel mit der lanndtschafft unnd den stetten, die sprachen”, man solte die loblichen furssten nit verachten in irem sprache“, niemandt wuste, wa man ir me bedurfite, man solt gelt ver- schaffen unnd den Polen geben, damit’ der alte spruch nit renovirt wurde, uber daz*, so sie den Polen nit, wurden ir gelt geben, man sie wurde auf® Preussen weisen, unnd® solcher vernunfftigen sachen vil, unnd® *disem*® viel der homeister bey, unnd also hestatten? zu thun. *fol. 329b. Ceysa, Ceysa® Unnd die comptores huben an in disem jar unnd verzeiseten? ire® gueiter von® der marck wert einen halben fier- dung, das waren die gueter', die in zinsz einbrachten, sonnder von gueter, die sie an zinsz hetten!, von der hube ein marck, vom heupt viech, das im” nutz einbrecht, den vierten pfening seiner werde, von allen personen, allein» betler auszgenomen, ein sc., unnd gefiele in 12 wochen. SoP sprachen die b. unnd landtschaft, es noch gebreche, unnd man nam die* prelatenn der kirchen, die ligende grunde haben, den bischoff von der Coya auszgenomen*®, unnd sie gaben ein igliche* bey® gutem gewissen nach seinem vermogen, und quam auf siben a) sie bewogen die B. b) gahr B. c) z. th. were B, stunde O. d) daz BC. e) nicht bielten B. f) sintomahl B, nach d. C. g) das g. B. h)som. w.i. e.g. das sie B, so gewehnen wir sieC. i)fehltB. kin. — e fehlt B, un. e. fehlt O. I) sondern 1.B. m) gut A. n) dass. B,dieC. o)n.g.v.i.1.br.B. p)damitB. q)dieP.B. r) a. i. won. vortreiben, w. fehlt B, u. wol. die P,. a. i.w. tr.C. s)g.i. B. t) auch warten A, m. w.a., daaB, w.m. d. D. f. a, das C. u) at. etc. B., u. solcher n. r. v.C. v) 8. sprachen B, Da w. ©. w)d.e. fehlt B. x) i. i. “.n.v.B. g) aufdas B, daz C. z) w., welcher lautte B, aber damit A a) aus, w.m.a.a. Pr.w. etc. BC. b) u—u.fehlt BO. c) denselben 0. d)b.a.BC. ce) fehlt BC. f} D. c. stelten die sache fortt, v.B. g) die B. b) namen vr. B. i) von deng. B. k) sonst von den B. 1).d. o. z. waren B. m) fehlt B. n) fehlt BO. r) solches fiell B. p) Da BC. gq) das B, daz ee Ü. r) derhalben wurden besprochen die B. ») a.d.b. v.d.C. B. t)e. i. gab B. u) nach Ü. füigung von Zahlen, Daten und Namen. Dahin gehören die zahlreichen Verhandlungen mit Polen, die Zeisen, die Lösung der Gefangenen: einzelnes, wie die Besetzung der Burgen verdankt auch Gr. seiner Phantasie allein. Einer näheren Erörterung bedürfen diese Hirngespinnste nicht,
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54 Traot. XV. Cap, X. 8 2. und dreissig* tausent ınarck, unnd? man machte dasz gelt, damit° es dem konig eben was zue nemen, ein teil mau zu golde machte!, ein teil zu silber, ein teil zu Bemischer und Polnischer muntz°, und war? 50000 gulden Ungerisch.*') 82. Wie man abers muste zeisen:, die schlesser zu erlesen von den Masuren‘, *fol. 3308. *Alsz disez lag nu auff einem hauffenk unnd wolt nit von denn leutten, so het man auf ein newes gezeisset, im jar 14201, die schlosser wider” zu lesen in® der Masurischenn grenntzen® von den verlasznen kriegszmennern des vorigen homeister, die sie versatzt heiten umb iren verdiennten solt?, unnd man zeysete von allen guettern in gleiche von der marck wert 4 sc.“ und die paurn vom pflug ein marck geldes,*) sie gehorten an wem sie wolten, und® mit dem gelde sie loseten‘ die schlosser von den hennden der" Masuren; vor welchem allweg leid war”, unnd” sie die“ wurden versetzen den Littawen ader Polen umb gelt. Sonnder’ der furst wart dem konig so gunstig nit“, unnd disz sie* genossen. In dieser? zeissung war grosz jamer und aufruhr®, wan viele ir geschmeide vor die zeisse gaben, unnd man in sagte“, es muste alles* in kuchen geschmeltzt werden unnd so ge- gebennf,?) aber werlich, es wart ausz dem lannde gefurt®e und ver- ehrt guten freunden®; man wolt me haben!, sonnder« des lanndes.rath wolt' nit daran, unnd sie wurden wol verretert zu lohne!, idoch, so” must ein iglicher bey seinem eide sagenn, wievil silber er in seinem *fol, 3308. hausz hette, und wer was wurde ver(*)leugnen®, er° solte es entporen, a) XLVILB. vb) u. foblt B. 0) da2C. dym.manC, eJmnm.d.getz2.g,© t. z. — m., also das es d. k. eben war z.n. B. f) feblt A. g) abermahi BC. h)=z.m.B. i)d.s v.d. M. z. 1. BC. k).n. a. dem h. 1. Ba. — 1. fehlt ©. 1) so zeya. m. i. j. 1420 a. e.n.B, J. j- 1420 h.mwm.ae.n.g. 0. m) widerumb O. n)anC. o)a.d.M. gr. w. 2.1. B. p) lohn C, die v. d. kriegsleutten d. v. b. gegen i.e. v. w. B, u. fehlt B. gq) i. g. fehlt B. r) 3 sc. BC, n. fehlt B. s) u. fehlt B. t) losen A, l. e. BC. u) h. d. fehlt C. v) den die b. sich befurchten B w) daz BC. x) d. fehlt A, d. s. d. schlosser d. L.o0.P.u.eing. v.w. B. y) aber BC. z) n.2.g. B. 8) eolches die b. B., g. 8. C. I) der A. 0) armut u.a. A, dan BC. d) den m.».i.B,u.m.@ i. C o)alsoC. Dg.u.n.g.w B, also C. g)a.e. w. (war A) merglich a. d.1.g.B. h).n. g- fr. v. BC. i) So w. m. noeh m. h.B, u. m. w. m. h.C. k) aber BC. 1) derhalben w. s. x. l. wol vor. B, u. w. z. I. wol fur verretter gescholten ©. m) fohlt B. n) wer aber w. v. wurde B. o) der B. 1) Damit meint Gr. wohl das erste Geschoss von 1412, Posilge 329; das zweite, das 60,000 Mark einbrachte, gab ihm das Motiv zum folgenden Absatz. 2} 4 sc. ozu vorschosse von dem tische. Posige S. 331. 3) Auch das Einschmelzen des Silbers gehört zu 1412. Posüge I. c.
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Traet. XV. Cap. X. 8 3. 55 die ursach war*, ob die Polen sie® wolten dringen unnd in® das gelt aufi einen hauffen zu@ geben, ader eine merckliche summa gelts vor. die gefanngnen b.*, umd man os .beschrib! ins homeisters eredentz, in allen kirchen unds olostern, in allen®e stetten unds® hofen: und dorffern, so wol bey den b. alsz bei den anndern, unnd man fantt in die 89 tausent marck, und 100 tausent ın. lottich! die marck vor 6 m. wuntz:' : $ 3. Wie man den Polen gelt hrachtp unnd* die sach seer schlim wart auszgericht'!. In disem jar auf Catherine der homeister b. Michael schickten dem konig von Polen die halbe suma gelts, funftzig tausent Ungerische gulden in® golde und in® silbern kuchen, durch b. Sebaldum vom Hausenstein compter zum Elbing, b. Hartmanno von Gansaw compter auf Papau, b. Gilchr von Tobenstein compter auf der Balga, b. Jhero- nimi Halbritter des. bomeisters compan,. und“ diser furte dag wort, und“ mit in etliche lanndtschafft” der vonn Preussen in die zwo*® huudert pferdt, und sie dem konig eine sumna uberaniwurten!* mit *fol. 331a. koniglicher schenkung und in baten“, er wolt itzunt” das halbe teil aufnemen", welchs* sie ime geben”, nit ausz rechte’, wen sie seine zinsleut nit weren®, sonnder ausz freuntschaflt, und die fursten des konigreichs armut hetten angesehen und ime zu steur ein solchs ausz gonnst zugesprochen, umb das annder wolt ehr seer dringen?, sie weren® auch bereit in dem? das zugeben.) Der konig Wladislaus mit® den seinen ire wort wol vermercktenf unnd in also antwurten: eur® gebenn unnd schanckungen wir entgegenschatz wolten thunt, a) das geschach derhalben A. n) den hohem, wurden B, so sie d. P.C. o) u. i. fehlt B, wolten sie ihme C. d) fehlt C. e) o. v.d. g. b. e. m. a. g. fordern wurden B, e. grosse ». C. f} Man verschr. das silber in des B, b. e. O. g) fehlt B. h) u. fehlt, f. m. B. 1) 189,000 m. 1. B. k) aber B, dem konige v. P. g. schickte aber C. 1) a. w. BC. m) A.C.i.d.j.2.d.hb.b.M.B.,k. rs.d.h.b.M.C. n)anB. o)fehit BR. p) Gich B. gq) u. fehlt B. r) waren chrliche vom adell B. s) z. fehlt A. t)u.e. ü.d. k. dies. 0, Sie ub. d.k.d. g.B. u) schmuckung A, m. k. schank- kung j. bittende B, b. i. C. v) das mahl B. w) d. h. t. der angesetzten summa B. x) fehlt B. y) mit ausrichte! A. z) als wen e. s. knechte w. B, dan C. a) anges. u. — arm. i. — g. hetten zug. A, den die f. h. a. d. k. arm., derhalben e. i. a. g. z. d. 1. st. zugenpr. B., dieweil d. f. d. k. sang. h.e.i.z. st. a. g- e. m. zug. C. b) wurde ehr sie u.d.a. t.s d.B,u.w.e.e.2.d.a t.dr. ©. o)sow.sie Bw. s. C. d) das zu erlegen B, i.d. z. g. C. e) samptt B. f) merkten C. 8) für eur ©. h) wollen wir entgegen vorehrung thun B, w. wir eynen gegen sch. th. C. 1) Und uf dese eziit hatte der ordin nicht me bezalt dem konige wen dy heiffte. Posilge 329 zu 1412 in ganz anderem Zusanımenhange,
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56 Trast. XV. Cap. X. 8 8. sonnder* die summa geldes wir mit rechte neınen von eucht, wie von den, die unns das° schuldig sein, und wir auch das wenigste nemen‘, wen angesehen® solt ir mir uund meinem reiche ein gestali machen verlornerf sententz, ir must nemen unnd bezalen mits dem, was man hat erbettelt mit gotzsdiennst unnd enthaltung armer leuthy. Se und ir! pocht, unnd wir es begertten,: die ander summa* ir sie. aueh gleich wie bereit hettet! zu geben, in disem ich sie dem sprüche unnsern erlauchten neven der fursten”, die nit mir ausz gunst“, sonder *fo]. 331b.angesehen euer elenndigheit es gemittelt haben®, unnd* man die summa alle in drey jare auszgeben soll?, unnd darumb es steet? zu euch, und es den eurn nit schaden einbrechte”, gebt ir es, es sey im namen gottes, stundet® ir es, ist unnd auch! gleich soril; damit wir die eurn nit wollen verterben”. So’ trat vor® b. Gilch unnd sprach“: sint dann und ir so gutwillig seit, unnd seet ahn unnsern fromenr, so begern wir, das man unns auf einen bestimpten tag wolte geweren unnsere gefanngnen b*, und wir wolten die annder summa auch legen und geben®. Der konig sprach: ich mich’ beruff® auf die brieffe des spruchs, stehet in disem®, unnd ich? die gefanngnen geben soll, es soll® gescheen, unnd sie es bekannten‘, es were nit da innes, sonnder eg were versehent, man hat es wolt mit eintragen, wiewol es vergessen ist worden. Der konigk sprach: unnd ich wie ein mentsch thuek nach denn schriften, nach! gedanneken mag® ich nit richten, habt ir gelt, ich hab» gefanngne. Die b. sprachen, es weren b. grosses adels und von viler freuntschaft, er solte schauen®, unnd er ime nit ein? ewige feindtschafft machte. Der konig sprach: dester! lieber sie mir *fo}, 332b. sein sollen" die b., iren freunden ich getrewe wol wider zuf*)steen?. B. Hartmann fragte, was er wolte vor die gefanngen b. vor ein geltt, e) aber BC. b) v o. feblt B. c) fehlt B. d) son. w."a. nur d. w. B, u. w.n. num d. w. ron euch O. e) den BC, a. fehlt B. f) ein vornern A, d. v.a. nach B. g) so m. i. auch zalen von B, geben u. bez. m. d. C. h) das in gottes ehre erbetelt ist B, e. h. vor g. d. u. er- haltung a. 1. C. i) Das ist B, So i. dan C. k) so w. b. die hinderstellige summa B, wo w. das a. theil b. C. 1) a. schon b. habett B, h. fehlt ©. m) i. d. siche i. auf d. e. d. irl. f. B, i. d. halte i. mich nach dem spr. u.e.n.d.f.C. n)d.ee n.a. g. mir z. g. B. 0) gemuttelt, euer fehlt A., n. 0. 0. a. eg also g. h. B, solches g. h. C. p) das ir die ganze ®, innerhalb 3 j. geben soltet R., uns j. 3 j. g.0.C. q) Drumb et. e.C. r) no—brechte C. e) sonnder A. t) fehlt C. u) So st. ee z. e., konnet ihr es ohne der eurigen sch. alles boreidt geben, s. g. es in g., lassett i. e. noch bies zur zeit anstehen, auf das die eurigen nicht gar vorterben, dessen sein wir auch zufrieden B. v) Da C. w) horfur CO. x) Darauf epr. b. @. B. y) Sinttemal i. so g. u. fr. ausehett B, nach dem daz i.C. DB) u.g.b. gew. w.B.,u.g.b. gew. C. a) so w. wir den andern teill der summa a. erlegen B., geben u. gewehren ©. b) b. m. BC. o) st. es i. d.B. d) das i. euch B., dasC. e) eo s. es B. N u. es fehlt B, a. b. e. C. g) darin BC. h) versebenlich A, os fehlt B. i) antragen, aber ist vorg. B, aber es were vorgessen, man h. e. w. m. eintr. C. %) So th.i. w. e.m. B, u. fehlt C. Dden n. B. m) kan BC. n) so h.i.B. o) zusch. B. p) das e. sich, ein fehlt B, daz C. q) jeste A. r) sollen sie ın. s. U, Sein die gefangene groses adels, #0 sein s. m. d. 1. B. 8) g. i, w. 2. w. st. B.,i. g. i. fr. wol w. z. st. C. t) g. nehmen GC, w. v.o.8.0.v.d.g.b. w. B.
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Traet. XV, Cap..XI. $ 1. 57 der konig sprach: : so sie sein ‘von: grossem adel“, unnd sie. geben mir® und den meinen hundert tausennt gulden. Ungerisch. Von disem fordern die b. wurden ungehaltenn® unnd viele übrige wortte furten‘, unnd man war des synnes®, sie zu straffen, sonnder disz verhinderte der bisohoff von Crackauf durch vernunfitige redes, unnd. man hieszh sie heim ziehenn.!) . Capitel X. 8 1. Wie man sich schickte In Preussen! die anfang b. zu ‚lesen. Im jare 1421 auff Purificacionisk war- ein capitel I, in welchem die b. ansagten, was sie in Polen auszgericht heten, unnd wie= der konig vor die gefangne b. wolt haben” hundert tausent° gulden Un- gerisch. Da erst erhub? sich ein romor im capitel von den, die da gesprochen hetten‘, man solte den Polen nichts geben" auff die‘, die! da verwillet betten zuum gebew unnd” also Preussen berobet vom geide, unnd schrien’, man solt auff sein und” erlanngen 20 starossten, und” vor einen b., unnd was“ in Polen were, vor das gegeben gelt. Dawider’ waren etliche *unnd die clugstenn unnd dise sprachen”, *fol: 332b. man solte den kayser. underriehten und alle furssten* unnd von. in guten rath nemen®. Ummd disen viel der homeister® bey mit, dem underscheit, unnd 30% es dauchte kayserlicher majestät vor das beste®, er wolte ein volmechtigen richter setzen zwischen in unnd den Polen, unnd gleichwol man soltef sich mit volck versorgen. Vons disem ratte der homeister unnd sein partt musten® die fleisch boszwichsten'! verretter unnd populus beliall* vom capitel auf! ire schlosser unnd” a) Dieweill B, sos.v.gr.a.0.C, b)eog.siem. BO. Jw.d.b.u. BC. dyu.fv. u. w. BC. e) derhalben w. m. d. willens B. f) aber d. b. v. Or. BC. g)d.v. r. dem vorkam RB, v. e. durch vornunftiges reden C. h) lies A, Darauf bh. m. =. h. z.B. i) i. Pr. fehlt B. k) p. Marie C. 1) wardt e. oc. gehalten BB m) das B, was C. n) h. w. B, d. k. woltv.d.g.b. h. C. 0) nemlich 100,000 C. p) Da e. a. erst BC. q) du fehlt BC, gesagt C. r) g. ein ramor ihm cap. R. #) wieder diese C. t) sod.B. u) zuBC. v) n. — n. fehlt, sie schr. B. w) u. fehlt B, u. 10 at. gefangen nehmen C. x) n. alles w. B. y) darwider C. z)e. n. fehlt, kl. b., die apr. B., u. fehlt 6b. a)d.%.n.die£ u. C, underr. so wollaucha.f.B. b) u.n.v.i.g.r.B. c) u. fehlt, D. h. r.d.B. d)woe. B, u. fehlt C. e) k. m. dunckt gerathen sein, das B, der kayser v. d. b. anusche © N dennoch s. m. B, un. soltea.gl.w.C. g) AufB. h) m.d.h.u. a p. B, schalt man d. h. u.8»p.C. i) fi.d. wichte A, fur d. fl. boswichtischen C. k) peliall A. 1) c. angenomen a. B. m) fehlt BC. 1) Dass der Köniy die Gefangenen (von Tunnenberg) lange vorenthielt, berichtet Posilge 327 (zu 1411).
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*fo],334af. 58 Traot. XV. Cap. XL. 8 2. musterten, unnd sich schickten auff Polen“. Die Preussen von disem nichts wusten?, wen° man zu disem capitel iren rath nit gefordert het, die b., was sie von Polen in Preussen funden, sie bestricken®. Von disem zum erstenn der konig verbott? bey leib unnd gutt nichts ausa Polen in Preussen zu fieren,?) er auch ein solchs erlanngte® von Witolto in® Littaw und Sigiszmund! in Sameiten. ' Der fursst ausz der Masaw war dem konig nit seer gunstigk. Und quam von disem, wie! in Preussen das getraid versasz”,*) unnd quam ausz Polen nichts", und was vom kauffmann vom getreidt versamelt war, war auszge- schifft in der fastenr, *unnd die Preussen mustenı brottkornn kauffen unnd die last umb* 36 m.?), den weitzen vor 62 m., gerste war nichts*, wann es war lauter wild haber gewordenr, unnd die: Preussen musten ire wein unnd mette trinoken’, unad: quam ein sterben darnach in denn herbsttagen”, und gieng ag“ über weibes bilde, die da jung waren, unnd das volck war gantz entsatztY. 8 2. Von elm urtell über die b. in diser sachen. Dem kayser war nit zu harren unnd er nach beger des ho- meisters er® schickte ein judicem vom konige vorwillet, unnd disz war graff Benedict ausz Posna*, wand diser ware vom kayser Sigmundt gesant‘) mit dem schmucke unnd brieffen zu Witoldo@, unnd der kayser in zum groszfurste machte, denn disz teth der kayser ausz dem vorteil, unnds er im Witoldo eigen machte durch ein eydt, unnd vermeinte in mit der zeit von getreuen des konigs von Polen zu- a) u. 8. a. P. sch. B, soh. 8. wieder die P.C. b) v.d.u.w.B,w.n.v.d.C. c) den B, dan ©. dy N. fehlt O, m. wies. d.c.n.g. h. B. e) bestritten A, die Polen, so d. b. i. Pr. an- kamen, b. s. B, dieselben b. 8. C. f) Auf eolches v.d.k.B, v.d. k C, z. o. fehlt BC. g) e. crl. ».n.B,eer.aescC. h) au B. ji) u. von$S.B. k) sog.n. B, n. mg. C. 1) So folgete hierauf das B, U. geschach in d. das C. m) d.g.i. Pr. v.C. n) u. fehlt, a. P. kam n. B. o) w. die kanfleut in Pronssen an g. v. hettenB. p) w. i. d. f.a.BC. q) Do m. d. Pr. das B. r) fol. 333 in A übersprungen. se) u. fehlt BC, vor B. t) nicht vorhanden B. u) den aie war all zu wilden hawer gew. B, dan e. w. |. w. haffern gewachsen 0. v) tr. fehlt A, m. derwegen d.Pr.B. w) Mitt dem k. auf den h. e. st. ins landtt B, u. k. e. st darein i. h.C. x) auch A, nurn C, u. g. gemiein- lich u. die iungen wb.B. y) Davon sich d. f. gahr enttsatzte B, z) e. fehlt C. a)A. b. d. h. wolte d. k. die sache nicht lange aufschieben, sondern auf vorwilligung dee koniga von Polen ». e. gr. B. aus Bosna v. ein richter B. b) den BC. c) d. grafo war auch B. d) W. fursten in Littauen B. e) m. i. z. ein. gr. f. C, den d. k. m. i. 2. gr. f. auf den forteill, das B. f) diesem C, denn — k. feblt B. g) das C, e. W. sich wolte 6. machen B. 1) Gegenseitige Handelsverbote erwähnt Posilge 327 (1411). 2) Missernte in Preussen im Sommer 1411. Posilge I. c. 3) bobin 80 mark Posüge 327. 4) Benedict (von Macra) Posilge 332, aber 1412.
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Traot. XV. Cap. XL 5 2. 59 brigen*, wann® die Polo :auff ie groes* ‚beutten. Unnd graff Bene- diet quam und hette versameit? die Polnisehe und Preusznische herrn zu® Jung-Leslaw. In disem‘ quam dem graffene die botschafft; wieh in Preussen: die botten berobet werenn,* die Witoldo solten den ge- *fol. 334%. schmuck und brieff bringen seiner groszfursstschafft!. Der graff sich besorgte unnd die Polen es im! mochten nemen, unnd schickte es” durch Preussen. Von disem beroben!) der graff sich gen den b. heclagte”, und sie hetten dem kayser keinen gefallen° daran gethann, unnd sie gaben im gen disrr ein lachen daran. Alsz nun: der graff bede parrt genuglich" verhort het, er sprach“ ein solch urtell, aus‘ was grundt weis niemandt: es solte bei allen urtheilen® des ‚geldes von" den b, den Polen zugeben“ pleiben, und vor die gefaugen b. solten sie geben dem konige” sechtzig tausennt schock Bemisch, unnd wurden sie es nit geben”, der konig solt Preussen angreiffen wie das seine. Von diesem die b. appellierten vor den keyser“?), unnd er im tag Thome appostoli ag den spruch widerruffter, das der konig solte zum lannde Preussen greiffen umb versessene schult?, und sie quamen heim* unnd. waren gleich wie ohne vernunfft Jebende unnd® lesternde den® kayser, den graffen, die b. unnd Preussen®, die zu® gelt geben geratten hetten und verwilletf, es vom® homeister schlecht hinweg wolten, man® solt die Preussen nit erhern in irem ratte, sonnder man solt sie wie! underthan gebrauchen. Und es quam, wiek die Preussen gantz schlim wurden gehalten*, unnd die b. meinten die Preussen furchtsam! zu *fol. 335a. machen, damit, wenn sie aufigeboten, man auff were, wie der man gesessen were”, a) g. d. fehlt, vom k. v. P. C, und dem Romischen reielte in underwerflen durch den eidtt und mitt der zeitt ihn v. g. d. k. zu P. z. br. B. b) dann BC. co) sehr B dyu.v.h fehlt C, So vers. gr. B.d.P.u.P.h.B. 0) gm B. f) J. dem B. 5) d. gr. Benedicto B. h) das €. i)w.d.b.,so W. den g. u. briefe der gr. e. uberantwortten, j. Pr- b. w. B, br. u. g. br. sa ®. er.C. k) hette = b.B, b.=.C. 1) das oa d. P.B,d.e.i.d. P.O. m) derhalben =. oe. oa B. 2) D. g. b. 5. gegen d. b. des beranbens halben B, Deshalben b. er ». gegen d. b. C. 0) k. g. fehlt A, anzeigende, das e. damittd.k.k.g.g. B, dass. d.k.k. g. d.h.g.C. p) g. d. fehlt O, aber e.g.0.1.d.B. q) nur A, nu B. r) genugsam BC. s) ap. e. BÜ. t) aus — urt. fehlt A, a. w. £. fehlt, n. w. e.B. u) v.—z. fehlt C. v) d. k. g. C, des sollen die b. vor ihre g. d. k. g. B. w) wo e. e.abern.g.wB. x)a.d.b.and.k.B,v.d.k.a 0. y) auch st. ag A, Bo w.d. k. amt. T. a. nur den teill des spruches B, am — num ©. r)d.d.k.e.n. v. s. halben z. 1. Pr. gr. B, z. 1. Pr. =. gr. no. v.=. C. a) Mitt solchem ahscheidtt kamen die b. h. B, u. #. zogen also h. C. b) n. und u. fehlt B. co) aufd. B. d) gr. eo woll auch d. Pr.B. e) so z.B, d.zum(. fur. fehlt B, u. daza v. O. g) und es kem C, sie w. schlechte ab v. h. gehatt haben B. h) und m. ©, ehr s.d. Pr. n. mehr i.i. r.n. B. i) vor B. k) Nach dem w. d. Pr. ubell g. B, U. geschach das Pr. gar C. 1) störtzen (f) A, vorm, B. m) auf das wen man ihn bepfull, iederinann vor wich auf wehre ete. B, das w. man anff gebötte, w. der der C. 1) Davon s. unten. 2) Posilge I. c.
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60 Tract. XV, Cap. XL 88, 83. Wie. merckliche theurung war, und gieichwol musten die 'zeissung geben*. Im jare 1422 war es theurb,') damit ein scheffel korn 1 m. galt, unnd war die schult*, es war kein annder geschrey im lannde nitd, wann® die Polen hetten an! sich genomen unzelige Tatterns und Moschkowiter, unnd® die wurden ganntz Preussen umbkoren unnd alles volck wecktreibenn, darumb die gepaursleut, wen sie die b. fragten umb diser sachen, sie sprachen‘, ir solt eur pflugschare zu harnisch machen, nnnd eur knecht und son auf die pferde setzen, wir! wolten zu Polen ein= unnd wolten in den einzog wol benemenn®. Unnd also es quam, und® man nit seet, vil der b. brannten die’ scheunen vor den stetten aber, damit? sie sich mochten umbsehen, unnd tetten, wie die Polen itzundt" im lannde weren. In disem auch ein sterben quam des viechs unnd mechtig seer*, und auch an vilen orttern der mentschent, wann sicherlich verhungerten unnd ver- schmachtene. '** *fo]. 335b. *Ceysa, Ceysa, Ceysa’. Disen jamer sahen an die bischoffe” und mit urlaub des homeisters sie quamen zue einannder* unnd wur- den es einsztY, sie wolten sich lesen von den Polen”, sinttemal es nur gelt antritt*, unnd sagten es dem homeister an, so man auch mit den b. wolte helffen®. Dem capitel gefiel es wol®, und man brachte das silber hervor, das man vor beschriben het, unnd zum scheine fing* der homeister an unnd gab, was er hette, unnd im volgtenn die b. nachf, und das dritte teil man nam an die zeyses und? schlug davon die muntze!, scoter unnd schilling, unnd seint die, diek man itzundt nennet die gelettert! groschen und schilling. Som gab man vor das annder des silbers, dem es anherte”, vor die marck lottich vier marck newer &) Wie im lande gr. t. w., dennoch die zeysa gehen m. B, Von groser t. u. — zoeyse e. C. db) wardt BC, w. grose_teurung im lande Preusen, das auch B., das C. c) Die ursach war diesB. d) e. w. zeitung i. 1, das B. e) danC. f) zuB. g) u viell T. C. h) u. fehlt BC. i) darumb fehlt, w. d. paursl. d. b. u. d. s. fr., sp. 8. B, u. die=,sp.s.C. k) ein A. I) wy A. m) den P. ins ]. fallen B, zu dem C. n) w, w. fehlt BC. 0) Daher kam ee daz B, u. c. geschach also das C. p) Die b. br. viell sch. v. d. st. wegk B. q) auf das, sich fehlt B, das C. r) u. hiel- ten sich gleich weren die P. schon i. 1. B, itzundt fehlt O. se) Unter dem k. a. e. st. d. v. ins landtt so woll anah der menschen B, k. a. e. st. d. v. u. s. stark C. t) n. fehlt, a. ohn. v. o. die m. B. u) den sie mnsten vor hunger vorschmachten B, d. sie v. u. v. sioh €. v) Ueberschrift fehlt C. w) Als d. b. im lande d. i. e. B, b. und das land C, x) k.s. m. zulase d. h. zusamen B, k. s. zu- samen ©. y) u. es fehlt B. z) dassies. v.d. P. 1. w. B. a). sache war BE, sinttemals, es fehlt C. b) g. s. w., sondern das die b. auch helfen solten B, u. zeigten d. h. an, da man nurn C. 0) So g. e. d.c. w. B, das w. C. d) da br. m. d. s. h., d. m. vorhin b. h. B, silber fehlt, vorschr. C. 0) u. fehlt B, fing fehlt A, u. 2. sch.g.d.h.w.o.b.C. Ndieb.f.i.n.B. g) zinsse A,n. m.C,son.m. B. h) u. fehlt B. i) d. m. fehlt B. k) fehlt B. 1) geleterten B, geleittertton C. m) Da C. n) denen ee zukame B, den e. zugehorte C. 1) Theuerung 1412, Posilge 332.
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Traet. XV. Cap. XI. $ 3. 61 muntz, die in irem korne gen der alte so geringe wan 3"), 9%. Das dritte teill vom» silber, den man es wider gab°, deszd es war, es ginng aber mit disem® widergeben ungleich zu und nach gonstf. Das gelt war verhannden, unnde man schickte zum konige, ob& er wolte! einen b. ohn die anndern geben zu lesen‘, wan der meiste hauff! were von dem part, die sich nanten” das® gulden fliesz, und von grossen adel«, unnd sie wolten sich ag? lesen, die ander* solten noch sitzenn auff *fol. 336. ein wechsel. Sonnder der konig vernam sie wol und sprach, sie solten zugleich’ geloszt werden umb bereit gelt. Und .die botten quamen* heim, 80° hett man die b. gehapt gerne”, unnd man wolt in” das gelt nit reumen, unnd die Preussen drangten den homeister“, unnd? sinttemal sie heten gethann wie frome* und gelt verschafft, man wolte in friden* unnd eine freye strasz verschaffen. Disz den Preussen wart auszgelegt® vor ein frevel, und sie wolten den orden gleich mit gewalt umb ires geitzes- willen der kauffmanschatz mit den Polen dem konige eigen®, unnd man gab im bosse auszrichtung®. In dem vom konige von Denmarck und von Schweden und ausz Liff- lands in sechs tausennt man quamen, und? die beste zeit war weck, unnd man muste harren® nach guttem wintter®, das volck man ver- teilte!, unnd den Polen liessen sagen*, sie wolten es auff ein hauffen holen, was sie in nit wolten zu fueren!, unnd gedechten dem konige nichts zu geben”, und den b. zog volck zu ausz Teutschen landen” umb ir golt° unnd gelt. a) d. w. ji. i. k. ringer den d. a. 31, pfennig B, 84, pf.x.g.n.C. b) t. fehlt A, des silbers B. co) g. m. d. w. BO. dy derer B. e)dem C. On g.u.u.2. B. g) fehlt. h) Heer ihn fragen, ob B. i) auch w. BC. k) den a. z. ]. g. BC. 1) den d. m. teill B, dan C. m) das a nante BC. n) von Ü. 0) u. groses adels B. p) auch A, u. fehit, d. w. s. nur 1. B,, u. diese w. ®. 2.1.0. g)d.a. wolten s. n. ein weil lassen s. a. e. w. ©. r) aber BÜ. ») alle z. B. t) zogen Ü, @.— h. feblt B. u) da C. v) gern. geh. BC. w) aber, in fehlt C. x) u. fehlt, drungen in B, hielten en bey dem C. ' y) fehlt B, dieweil «. bh. fromme g. CO. x) die fromen B. a) i. auch fr. B. b) Das w. d.Pr.v.e fr.=.B,D.w.d. Pr. wiee. fr. a.C. c) das s. n.i.g. u. k. halben die sie m. d. P. pflegen zu gebrauchen, d. o. w. m. g. d. k. w. eigenen B, das — gleich fehlt — zueygenen C. d) derwegen wurden sie ubell ausgericht B. e) fehlt C. f) J. d. kamen d. o.v.k.v.D.a. 8. u. L. im die 6000 m. B, aber BC. g) Derhalben m. man warten B. h) wetter O, i) m. v. BC, ins iandtt B. kyu.1.d.P.=.BC. 1) wasa.i.n. w. 2. f., das w. die b. a. e. h. holen B. m) sie g. d. k. auch n.2..8.B. n)Soz.d. b.aucha.D.f.z.B. o) 1. g. fehlt B.
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62 Trast. XV. Cap. XI. 5 1. Gapitel XIL $ 1. Wie man ein horfart machte auf Polen* und nichts auszrichte in zum besten.') “fol. 336b. *In dieem jar Martini, alsz die b. nymme° vor hunger konnten harren mit dem volok von 65 tausennt man, die sie versammelt betten‘, sie machten® vier hauffen, der erste unnd derf beste solte ligen umb Risenburg® zur bewarung des lanndes, und der waren? zwelfftausent man, der annder hauff zog auf den furssten von Pommerni, der waren achttausent, unndk dise legten die Pomern vor det Schlawe! darnider, wiewol mit vilem leitte=, der furest von Pomern hett sie von. Stolpr unnd ‚ander gegent vertriben auss seinem lannde° und sich mit den Polen vereint. Der dritte hauffe zog auf! BrombergP, und diser solte? das lanndt von der Coya" umbkeren, und der waren® 15 tansennt, unnd diset, alsz sie vor Bramberg dem schlosse lagen“, unnder einannder uneinsz wurden’, damit” sie in ein offentlich schlahen quamen und sich hundtosten“, damit sie von den paurm wurden überfallen und follen erwirgt’, unnd war ein ganntz schlimme sach, davon sichg erhub, alsez von eim maulsohlagen eins b. eim frembden wegener gethan“. Der vierte hauffe zog nach Dobrin, und waren? in die 30 tausent man, wan° der konig wolt da“ bei Strasburg einbreohen, *fol. 337a.und* dise sich verzogenn® zwischen seen und gesumpte, damit sie ninderts ausz mochten, in welchem sich erhub ein korren unnd mor- ren‘! von den Breussen auf* die b., sintemmal sie hetten ir gelt und golt gegebenn!, unnd man die Polen mocht stillen=, und es die b. nit hetten wolt thun, unnd es behaltenn®, sie handelten mit ihnen ver- a) a. P. m., das übrige fehlt B. Wie sich die Preussen rusteten wieder die Polen, aber nichts nutzliches ausgerichtet wardt ©. b) auf M. B, am tage M. C. ce) nit mehr C. d) m. ihrem kriegs folck derer in die 66 t. m. waren, vor h. sich n. lenger k. erhalten B. e) m. 8. BC. fi d. fehlt C. g) Riesenkirch A. h) derer w. B. i) wieder d. f. in P. C. k)u. fehlt B. 1) Glowe A. m) blutte B, bluttvorgiessen O. n) v.d. St.B. 0) a.s.1. v.B. p) Bramburg C. q) die solten B. r) dieO.B. e) derer w.B. t) u.d. fehlt B. u) v.d.a. zuB. B, zu B. vorm. 2.C. v)w.e.u. e. une. BC. w) ao das B, dasC. x) wurgetten B. y) mitt dem w. e. v. d. p. u. u. follendts erle- gett B, darumb sie d. p. u. u. e. alle erwurgetten C. 2) u. —s. fehlt B. b) Der zang under ihnen erhub v. o. m. den ein b. e. fr. w. gegeben B. b) derer w. B. c) den B, dan Ü. d) fehlt B. e) u. fehlt, d. v.e. BC. f) das BO. g) nirgentt B. h) a. kundten B, i)e.s. B, Von welch 8. e. zanck w. mordt e. C. k) der Pr. B, wieder C. 1) s. h. ir kein g. noch g. zugeben A, h. fehlt B, m) da- mit m. d. P. bette at. mogen B, das ın. d. P. h. mngen st. ©. n) die b. os aber n. th. wollen, son- den b.B,u.d.b.h.e.n. w. th. C. 1) Mü dieser Heerfahrt meint Gr. den Krieg von 1422, in welchem im Gegen- theil die Polen das Culmerland verheerien: Quelle war die ältere HMchronik c. 199. Ss. r. Pr. 111 630. 31; alle von Gr. beigebrachten Details, Zahlen, Namen sind gänzlich unbegimubigt.
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Traet. XV. Cap. XIL$ 3. 63 retterlich“, und dise wort unnd me darzu gelegt? quamen vor den hor- meister, unnd er sich beforchte* vor einem aufruhr‘, unnd in der ascht zog heimlich weck®, und im volgten die b. nach unnd ander mef, über die anndern quam der konig und :sie erschlug®, von dannen er zog aber? in Preussen unnd wider verderbte!, was gebaut war, unnd wer* gernne auf Samlanndt gewesen, gonnder! es war im weichen wintter®, unnd er nam eyn wol elff schlosser®, die im wurden über- antwurt° von dan b., dier dem abgesatzten homeister gonnstig waren, unnd die Polen heiten da ganntz Preussen erlangt, heiten sie- futter annd speise gehapt?, und man in nichts kunde zu fueren, wan die b. es namen", wann im* lande war nichts, unnd der konig gab die schlosser seinem volcke”, unnd sie solten sie halten” an irem soldt. Der konig muste vor hunger heim* ziehen”. Die Polen hielten die *fol. 337b. schlosser, und so danne*“ das landt verbranth war, sie heiten nichtsY, sonnder* was sie mit gewalt ausz Polen holleten, dieweile kein Preusz ausz dorfite, unnd disz* quam von bosem rath .der b. unnd eigen willen unnder in selberb. - 8 2. Wie disa sach gestutzt wart unnd undernomen vom kayser durch mechtige bitt der Preussen°. Sobald unnd? der konig weck war, der homeister schickte® eylende. zmn. babste und zum kayser und. za« allen curfarssten unnd in celagte® den entpfangnen sehaden von den Polen unnd batt umb! hilff und gutten rat umb Marien willen* unnd machte dia sache ganntz grosz!. Dar babst. schrib. dem kayser, damit er darein -sehe®, unnd® der orden in Preussen® nit überweltiget wurde von den Polen durch unglaubiger, er wolt ime zu hilff schicken ein legatum«, moch- ten sie" die sachen ganntz* entscheiden, wol gut, mochten? sie aber a) sie an v. feren A, Derwegen h. ». v. m. i. B. b) u. fehlt B, Bolche und dergleichen wort ©. o) ders. b. B, a. e. besorgte s. C. d) v. fehlt, einer a. B. eo) Derkalben z. 0. i..d.n. h. wB,wri.dnh hiawC. Du fehlt, d. b.m. am. f.i.n.B g) se alle Be. s C. h) z. e. abermahi B, z. e. Ü. i) v. w. B, zerstorte w. C. k) ehr w. B, wer C. 1) aber BÜ. m) zu weich w. BO. n») u.w. fehlt B,w.o.s.einC. o) ü. w. C, die b. aberantworten B p) so B. Vh.a.P.f.weop.g,e.h.g.PreB r)u.m.k.i.n.O, wen man i. wolieB. s») dand.b.n. eo. G,eon.ed.b.B. t) undi. BO. u) u. fehlt, g. e. f. d. schl. B. v) u.— 5. fehlt BC. w) u. zog %. halben heim B, u. ehr O. x) weill aber im lande alles B, u. da dan ©. y) kundten s. n. haben B,b.s.n.C. z) nurn OÖ, allein wes B. a) n. fehlt, das B. b) oe. w. der b. u. i. selbestan B. e) gestillet — grosse C, a. b. d. Pr. v.k.u. w. B, d) fehlt BO. e) =.d.h. BC. f) u. z. fehlt B, ©. fehlt C. g) =. fehlt B. h) kl. i. BC, u. fehlt B. i) bitt A. u. M.whurB Du—e fehlt B. m) das C, e. solte derein sohen B. n) auf das B, das C. o) I. Pr. fehlt C, v. d. P. n. w. wB. pPddiem.B gzudmwetieixh.eB, r)s fehlt A, kundteh B s)k. fehlt B, g- und güttlich e. es were gutt C. t) kundten B. .
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*fol. 3388. *fol, 388b. 64 Tract. XV. Cap. XII. 8 3. nit, sy solten es schieben auf ein frey concilium®. Daramb der kayser schrib?, er wolte in° eigner person zum konigk® komen, unnd ein leget mit®, damit? man* solchen mordt mochte hinlegen, und er solte vermogen, Alexannder Witolte solt auch da seint. Es gienng auff alle! vorteil zu, unnd Wiadislaus der konig es verwillete. Der homeister aber umb disz nichts wuste! unnd es verhieng“, damit” b. Linhart vom Rempenhein® marschalck, unnd er im versamelte vier tausennt bosknecht von Danntzke, vom Elbingk, vom Braunsberg, von Konsberg?, und in botten quamen von Thorn auffı unnd in einer nacht quamen*, damit sie erlieffen" den thumb und fleck zu* Leslau, unnd den plunderten® unnd nit sovil fanden”, alsz sie sich versehen hetten”, wol gemöste thuinhern auszgenomen“,!) unnd werlich mit disen sieY gut gelt schmeltzten. So* war der konig auf dem schlosse Cruszwitz, unnd disz erfum, und auf unnd» schickte den nehesten® hauffen auf Pomerellen unnd@ gewann Naokil und verbrante Tauchel und umb® Conitz unnd Hamerstein, unnd zogen zurück vor Thorn. Unndf zu Dybaw an die Weichsel der konig ein schlos auff sein landt bauwetee unnd wolte über die Weichsel vor Thorn, sonn- der man in abhielt in die vierte wochet. nn nn 8 3. Wie man handelte in dieser *sachen‘ unnd man es nicht kunde enden*. In disem jare 1423' dem konig die botschafft quam”, wie® der ee Sigmund unnd ein cardinal legatus queme, and wie. auch® Yeah Alkraaeh Tora a. & gemein c. B, a, e fr. & sch. 0. b) Auf solches B, s. d. k. BC. c) dem konige von Polen, e. w., in fehlt B. d) zu ihm B, e) vom babst m. brengen B, m. sich nehmen O0. f)' das C, auf das B, A a. fehlt B,e.s. A. W. v. BC. b) das er auch da soy B, das ehr auch s. alda a. O. i)e. g. aber alles B, eo. g. alles a. C. k) u. — v. fehlt B, v. e. O. l) Den d. b. von diesem B, w. n. darumb O. m) derhalben v. ehr B, u. v.e. 0. n) das BC. o) Trapenb. A, Rimpenh. C. p) vers. v.D. E. B. n. K. 4000 b. B, 4000 b. vers. C. q) u.—s. fehlt C, kamen mitt b. die Weisell auf Thorn vorbey B. r) un. zogen i.e.n. ausC. s) orl.i.d.n.B, u. e. OÖ. t) fehltB. u) pl. denselben B, u. pl. aldaC. v)£.abern.s.v.B,n.f.m.s. vl. was. wol vormeinet hetten B. x) s. w. g. t. B. y) m. welchen 5 w.B. 2)DaO. a)alsehr LeB, u. e. d. ©. b) machte ehr s. =, u. fehlt B. c) meisten B. d) u. fehlt B. e) u. dio gegendt u. B. Dn.faltB Sbdkema.n]. BC. h) aber m k.i.i.d.v.w a. B aber — i. die4 w. langk C. i)i.d.s.5.BC. k)k.abern g. werden B, u. dooh n. g. wardt OÖ. |) 1488. j. B. m) kam dem k. zu Polen d. b.B,k.d.k.d.b. ©. n) wie das B. 0) sowoll a. B, w. fehlt C. 1) Die HMohr. I. c. fügt an den Krieg von 1422 die Verheerung Cujaviens von 1431, durauf beruht hier Gr’s Darstelluug.
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Tract. XV. Cap. XH. $ 3. 65 Witoltus® der grosfurst ausz Littaw queme?, nachdem unnd .er es ver- milet het°, der konig verschuf, unnd® das volok solte sich ins landt verteilen®, bisz auff ein underweisenn‘, unnde er entpfienng den kayser unnd legatenu zu Dibischin Buntzel, unnd zogen also? mit einander gehn Lutzka, unnd da quam auch hin! der homeister ausz Preussenk, %'! wart da vile gehandelt umb einen ewigen friden zwischen den Polen unnd den” b. in Preussen, sonnder® die Polen wolten mit nit nichts® nachgeben, sie wolten zum ersien undP vorausz ir zugesprochen gelt haben, und die b. soltenn die Coya reumen, dann erst wolten“ sie mit in in ein vertrag gehn. Die b. dawider wolten’, und® man solt! einreumen Samaiten und Under-Littaw®, das sie von den heiden gewonnen hetten, unnd die Polen solten sich verzeihen aller gerech- tigheit unnd anspruch auff Preussen, und disz auch nit wolten”, und stundt so an ein etliche tag, ein mittel in das zu finden".‘) *Uneinigheitt.?) In disen tagen der kayser bat, und= man *fol. 339s. solt im helffen den Walach zu bestreiten’, wann” es weren strassen- reuber unnd unbestenndige leut in iren wortten, und der wortte vil®. Auff disz Wladislaus der konig von Polen antwurtet®, so man dieberey stillen wolten, gernne ich helffen wil°; unnd? sie unbestendige leutt irer wortte sein, e3° ist zu entschuldigen, wan? man itzunt nirgent globen unnd® standhafftige leutt findet; das man sie aber wolte über- ziehen®, ich nit gestatte!, wan sie mein eydtgenossen sein, unnd der wortte me!. In disen tagen wart es gefunden“, unnd® man wolte auf den abent dem konige von Polen vergeben‘, darumb er in der nacht mit sechs hern weck ritte unnd liesz den kayser da.) Alsz nuna der kayser merckte, unnd' der konig von Polen® weck war, er rette den a) W. fehlt C. b) qu. fehlt B. c)n. — h. fehlt B, n. wic era C. d) Da vorsch. d. k., das B. e) d. =. sein kriegef. & i. 1. v. B, d.s.d. v. soltei.ı. v. O. f) under weisung B, fernern bescheydt C. g) u. fehlt B. h) u. also fehlt B. 1) n. fehlt, dahin k.a. BC. k)D.k. d.h. a. Pr. auch B, d. k. auch d. h. a. Pr. C. 1) es B, =. fehlt, da w. v. C. m) fehlt C. n) aber BO. e) mit niehten BC, nichts fehlt B. p) z. e. u. fehlt B, n. zum vorausz C. gq)alsdan w. BO. r) Dagegen bogerten d. b. B, Dagegen w. d. b. C, die wider statt daw. A. s) fehlt B, dazC. t) ihnen =. C, ın. ®»i.B. u)8.u.U.L.e.B. v) Das w. die Polen a. n.B, u. d. w. sioa.n.C. w) Dies st. s. etzl. tan e. ım. hierein z. f.B, a, etz. t. lang. e. m. in dem x. £.C. x)b. d.k, n. fehlt BÜ. y)erstr.C, m. w. die Wallachen b. B. z) dan C, den B. a) u. — v. fehlt BO. b) a. W.k.zuP. B,a.d.d. k. W. antw. C. ce) will, das w. ich gerne h. B, g- w. ich h. O, auch statt ich A. d) das O, das s. ıbern.Lini;w.s.B. c) das i.BC. f) danBC. g) nindert, gl. u. fehlt ©. h) u. w. B. i) dasB, &i.n. BC. k) dan sie s. m. e. BO. 1) u. — me fehlt B, u. soloher w. vil B. m) w. erkundiger B. n)das BC. o)d.m.a.d.a.d.k. v. wı, von P. fehlt B. p) derhalben r. e. i. d. n. m. a. h. w. Bdli.dn.rem.sh.w.ÜO. q)nur A, fehlt B. r) vornahm B, daz BC. ») v. P. fehlt B. 1) Die Vermiüttelung des Kaisers stammt aus Miechow 285. 2) Auch für das Folgende ist Miechow 287 Quelle, 3, Der Abzug Wiadislaw's nach Miechow 288, wie auch das Folyende, Simon Gronau II. 5
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*fol. 339). 66 Trast. XV. Cap. AU. 8 4. grosfurssten von Littaw Witoltum an“, wolt er sich zum Tentschen reich schworen?, er wolt® ime koniglichen namen? und crone vom babst erlanngen. Witolto der ehregeitzig war®, gienng das’ an unnd machte ein vertrag mit dem homeister, auf in nymme zu ziehen», unnd er solte die botten in der sachen! der kronung durch sein lanndt* lassen, unnd der kayser Sigmundt, alsz er disen stein in den gartten hette geworffen®, er zog! auff Keschen= in sein reich unnd zum babste schickte und® erlanngt die gebenedeyung® zue eimP konigreich Littawerlandt®. Die cron wart gegeben und brieffer b. Salomoni von Holderberg*, und Baptista Czigallot, bischoff von Caserta, mit rittern und doctoribus!) unnd vilem ehrlichen voloke quamen®“ in die Newemarok, und sy sprenngte an Johan Czornkawsky, starosta von Poszna’,?) und nam in ag” alleine* die crone und dieY brieffe unnd sonnst in® keinen schaden tet, und sie zogen* zurnoke, unnd es dem kayser ansagten®, unnd es blib also*. 8 4. Wie man aber mit andacht ernstlich get umb grade hat‘.?) Der homeister unnd die seinen sahenn, wie? ire sache noch irce stundt mit den Polen unnd gleich wie’vore, die herrn bischoff von beger des homeisters satztent, unnd! man denk montag, den! mitwoch, den! freitag fasten solte und solte gehn mit den ereutzen” und letaneien" von einer kirch in die annder®, unnd man nit konnte red. W.gv.L.aB,re.mitd.g.W.C. b) reich fehlt AQ, dem D. r. under- werfen B, zu den D. schw. C. co) so w.er B. d) tittel C. ce) w..d. e. bogierig B, w. d. e. g. C. f) oo B, dis ©. g) u. fehlt, m. m. d.h. e. v.B. h) wider i. nimmer zu krigen C,n.a.i. 2. z.B. j)i.d.». fehlt BC. k) A.k. 8. den st. i.d.g.g.B. 1) z. c. BC. m) Kasschen BC. n) era. b, a. fehlt B, u. sch. z. b. u e. CO. 0) bened. C. p) zum B, zu dem C. g) uber Littawen B, L. C. r)D. er. u. br. wurden g. B. s) Holdenburg B. t) Sigalla B, Zeigalla C. u) und sie k. C, die k.m.vr.duv.e. v. B. v) Jalien statt Joh. A, Ozarnkowsky C, Czorkowsky B, d. a. sie a. B, o.J. — e sioa.C. w) man im auch A. a. fehlt B, nurn C. x) fehlt C. y) die fehlt BC. z) i. =. B,t. i.a. k. sch. C. a) auf solches z. s. B. b) zeygetten e. d. k. a. BC, u. fehlt B. c) u. die vor- blieb also B, u. e. bl. a. anstehen C. d) abermal, ernstl. fehlt B, a. in Preussen sehr andechtigk war ©. e)dasBC. Hi... m.d.P.n.i.st.B. g) ug. w. fehlt Be h) derhalben a. d.h. b, auf boger d.h. Be. d. h.b. aus d. b. b. C. i) das BC. k) des B, am Ö. 1) d. fehlt BC. m) m.d. cr. g- C, u. g. in der procession m. kr. B. n) die letaney singende B. 0) Zur andern B. ’ 1) Babtista Crzigalla, Doctor beider Rechte, u. Siegmund Roth waren die Ge- sandten, Miechow |. c. 2) Miechow I. c. 3) Die folgenden Festsetzungen sind nur Wiederholung der bereits oben S. 33 u. 47 aus Posilge III, 330 mitgetheilten Gebote.
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Tract. XV. Cap. XI. 8 4. 67 umbs wetters willenn®,* man solt gehn in den IECheR: undb so solten *fol. 3403. auch thun alle monnehe und nonnen“, 2. Unnd man solte alle abende singenn salue Beena” und das responsorium: in monte oliveti orabam ad patrem®. 3. Alle sonntag man solte singen eine messe? von der heiligen dreyfaltigkeit unnd media vita. 4. Iteme in der mitwoch vort alle glaubige und elende und vergessnen seelen eine messe und die anthiphona: animas de corpore!. 5. Im freitag eine messe mit der passion egressus Jhesus, unnd die anthiphona: revelabunt coelik, 6. Im sonabennd eine ‚messe von den schmertzen Marioe mit der anthiphona: O Maria mater pia moestorum!, 7. Unnd man alle tag zu zwelff ur” in allen“ kirchen solte ave Maria schlaen®, unnd die schuler solten singen tenebre factae sunt, dum crucifigunt Judei Jhesum®. Zu disem ave Maria schlaen solte alle welt" nider knyen unnd sprechen 9 ave Maria® unnd nit weniger. 8. Item ein igelich mentsch sol in der kirchen tragen! ein brinnende liecht nach seinem vermogen. 9. Alle forige stuck, wie etwan vorgesagt war", solt man neben disem auch’ halten*, bisz auff ein widerruffen und entscheidung” der *fol. 34Ub. sachen, unnd man es thet mit gantzem gehorsam*, wie wol vil Husseten disz under sich belachten?. So” wolt der legat der sach ein ander gestalt machen, wen* der kayser, und quam® zum konige von Polen unnd in mit dem homeister vereinte®, und der konig nam funfitzig tausent gulden Reinisch unnd gab im die gefanngen bruder‘, das annder solte er im harren drey jar lanng®, unnd der konig disz auch angieng unnd war dem legaten zu willen. Ceysa. Unnde die Preussen musten aber? zeisen, unnd das gelt! gefiel im jare 1424 Elisabeth, unnd man in die gefangne b. a) so m. d. w. halben ou. k. B,u.m. k.n.O. b) so e. m.i.d. k. g., und fehlt B. e) auch fehlt, a. m. u. n. th. O. d) fehlt BC, a. a. s. m. sing. dass. r. B, =. r. sing. C. e) drabnm et prem A. f) ae. m. e. m. s. C., solt m. B. g) fehlt BO. h) solte man halten fur B. i) antiphin, 2. d.c. fehlt A. k) antiphia, r. c. fehlt A. 1) antiphia, 0. — m. fehlt A. m) So sollte m. a. t. auf segers zw. B, U. a.t.no.12 u. O. n) den B. o) dase. M, B, zum a.M. lauten ©. p) faoti A., d. — Jh. fehlt AC, in A eine Liloko. qg) achl. fehlt B, leuten ©. r) iedermann BC, und n. kn. C. s) und 9 mahl das a. M. apr. O, u. epr. zehen a. M. B. t) tr. fehlt O, s. v. nach tr. B. u) die vorhin angeordenet waren B. v) a.n.d. B. w) entschellung A, ein e.C. x) geringem geh. A, m. vorbrachte es m. geh. B, u. m. th. ©. m. g. g. C. y) solches bel. ©. z) Da C. a) dan BC. b) olır q. B, u. zoge Ü. c) voreinigte i. m. d. h. BO., u. fehlt B. d) gef. lons B. co) dr. j. 1. stunden B. Du fehl, dk. ne a.B,g. d.a.an C. g) fehlt B. h) abermal O. i) d. g. fehlt B, dis ©. k)amtage EC, auf RB. 5*r
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*fol. 341a. 68 Traot. KV. Cap. XL. 5 1. überantwurte Zu ostern* im jar 1425, unnd es gebrachen etlicheb, die b. sprachen®, man het sie verhalten von den Polen? auf ein vorteil, die Polen sprachen®, sie weren gestorben, unnd quam darausz’ neydt und ewige feintschafft. Capitel XI. $ 1. Wie man die Polen mit gelde von den schlessern muste losen, zu welchem die Preussen musten ceisen®. *In disem jare 1425 alsz nu! der homeister die b. hettek, unnd zeit! das gelt zu gebenn, unnd= wolt er auch gernne das lanndt ge- “ reiniget haben von den Polen“, und durch freund® bette er erlanngtr *fol. 341b. von den Preussen eine mechtiget zeisse achzig tausennt m, wann* der konig hette allen dent, den er viel schuldig war, die schlosser eingeben. Man nam zum ersten das dritte teil vom“ silber, das man vorhin het wider gegebenn’, unnd vom heupt des mentschens, der ein jar kunth verdiennen eine gute m.”, unnd soll’ alle 3 sc., der betler 1 sc., der edelman unnd freye von der m. wert* seiner guetter 1 fierdung, der burger 4 sc., der paur von der hube 1 m., von der khue 1 sz, vom ochsen 2 sz., vom pferde sovil marck, alsz es wert wart’, von der marck 1 sz., unnd solcher aufsatz viele. Unnd man übereylete arme leuth", unnd sie es geben* mit grosser bitterheit, und vil honrede den b. zusagten®, unnd sie es alles einschribene unnd sprachen, so mocht wir dienner haben an den Preussen‘, und sie in bastin schuhen gienngen®, und? drey jungkfraw under einem mantel zur kirchen gehn, die frawen nemen wol ein lacken umb, unnd sol- cher spottereye *viel. Unnd werlich es quam® an vielenn enden, unnd! arme leut, die vork waren reich gewesenn, von .verbornnen und zeissen sie also musten ‚gehn!, wie gesagt ist worden“. Unnd® a) d.g. b. aber w. u. anufo.B, u. i.d.g. b.C. b) ee gebr. aber otl. B, etl. b. von den gef.C. c) derhaiben epr. d. b.B, und d. br. spr.C. d) d.P. hetten s. v.B. e) antworteten B. f}u. fehlt, d. k. B. ge) muste v. d. achl. iosen, dazu d. Pr. m. x. B, von d. schl. losette C. h) 1426 5. B. i) fehlt B. k) d. gefangenen b. bekomen h. B. 1) die z. war B. m) daw.C.,u. fehlt B. n) ge ringert A, v. d. P. gereumett b. B, gernne fehlt ©. 0) freundliche bitte CO, darzu er v. d. Pr. B. p) erl ©.C. g) grosse C. r) nemlich 80,0000 m. C. a) dan BÜ. t) h. a. d. die achl, eing., welchen (ebenso O) e. v. soldt sch. w. B. u) von dem B. v) verlihen h. w. zu geben A. w) der e. |. uber e.g.m.v.k.B. x) w. fehlt C. y) a. fehit, sey B. 2) Bey solchem wurden a, I. übereylett B. a) derhalben g. e. es B, u. 2.8. e.C. b) gaben B. co) Die b. schr. e. a. ein B., welches sie es allen einschr. ©, d) a. d. Pr. d. h. B, Also m. w. CO. e) in basten schuen gekende B, das sie 0. f) u. fehlt B. g) spottrede v. hetten B, apottwort ©. h) So quam os w. B., U. k, w. ihn v.e.C. i) daz BC. k) vorhin BO. 1) musten v. v. etc. B, sie fehlt C. m) w. — w. fehlt B, u) fehlt BO.
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Traot. XV. Cap. XIH. $ 2. 69 man gab den Polen ir gelt, der® homeister nam die schlesser wider eyn unnd arme paur bauwete wider auff gottes gnade ire dorfier», wen° man sie vor fride versicherte. Unnd der 'homeister musste auch seinen soldener geben® funff unnd zweintzig tausennt gulden Reinisch, unnd es stalte sich nu, wie es wider gut wurde im lanndes®. 8 2. Von eim auffrur im lande auff: die b. Der bose geist war noch in etlichen Wegleffischen b., unnd sie zu Konsberg ein solches begingen'!, unnd menner* weren, die bose heutte! zu weiber hetten und dise forchten der schlege= unnd lieffen® auf das geleit auff das schlos°, die menner wurden es inne unnd suchten? und funden ire weiber unnd? wolten sie mit schlagen heim- bringen", so* legten sich etlich b. darein unnd* furen die menner an unnd sprachen: so“ ir boszwicht, schonett” kayserlicher freiheit unser schlosser” unnd niemandt schlecht“. Die menner wurden* unsynnig; *fol. 3122. 80 got gebe euch, sprechen sie’, mit eur kayserlicher freiheit? tausent fallende ubell®, unnd ir unns hapt® umb unser gelt unnd gut gebracht, itzunt ir uns noch wolt® unser weiber mit gewalt verhaltenn, der teuffel hat euch die freiheit gegeben, unnd solcher worte vild, Von vilen wortten° quamen schanndtrede, unnd man die einsatzte‘, unnd sie heimlich versaufftes, unnd die frawen pliben auf der freiheit. Von welchem es war ein romor im lanndeb, und! in allen stetten ratk unnd gemein sich wider die b. satzte.e Die b. wolten disz tempfen!, unnd es mit ernst angriffen“, unnd die Preussen gar hundisch hann- delten®, damit ir gar vil getot wurden unnd heimlich wegk gebracht?, unnd ja me die b. ernst waren?, ja me die Preussen dhorrich wurden“, unnd im nu die grosse stette sich funden" auf der Neringe in einer a) und d. BC. db) die a. p. b. nach dem w. i. d. B. co) dan BC. Ad) v.s. vom fr. C, veauffr. B. e)g. fehlt A f) er A, damit stelto e. s. B,, u. hab n. w. g. z. werden im 1. C. p) als wolt oe w. g. i. 1. w. B. h) wider O. i) derhalben =. e. s. b. Welche menner 2. K. B, die WC. k) men wir A, Es w. m. C. 1) leutte A, die da b. h. C. m) das e. derwegen der schl. f. B, u. fehlt ©. n) diel. B. o)a. sch. ins geleidt BC. b) u. fehlt BC, sie B. gq) u. f. fehlt C., u. fehlt BC. r) heimholen B, heimtreyben C. #) Da BC. t) u. fehlt B, schalten d. m. C. u) fehlt B. Yv) gehenndt A. w) heuser BC. x) schl. n. BC. y) u. apr.: g. gebe e. B, 50 g. 6. gott, spr. s., C. 2) fr. fehlt C. a) halben teuffel A, fallentdubel C. d) u. fehlt, i. h. u. B,daz iu.h.C. co) w ihr u. auch BC. d) n. — v. fehlt BC. e) und v. solchen w. C. f) u. fehlt, m. s. ein burger ein B.u.m.e. sio ein C, g) u. fehlt B, w. v.s. h. C. h) rommer A, Davon wart i. l.e. r. B, V. w. wart C. i)daz B. k) der r. BC. ]) stillen ©. m) u. fehlt B, gr. e. m. orw. a. BC. n) u. fehlt, h. 4. Pr. g. han. B, sehr ubell hand. C. o) daz i. v. get. u. h. w. g. wurd. B, daz i. v. auch get. Ü. P) u. fehlt, jhe ernster d. b. w. BC, erster C. q) jhe torichter d. Pr. w.B, yhe mehr d. Pr. erzurmnet WO. r) Auf solches kamen d. gr. st., ehe man sich davor hutete B, u. in kurtz f. #. d. gr. et. C.
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*fol, 312b. "fol. 343a. 70 Tract. XV. Cap. X. $ 3. tagfart*, unnd® ein igeliche stat anbrachte‘, wa sie hatten gelitten vor gewalt und unrechtigheit von den b.?, unnd quamen® zum homeister unnd‘ baten! umb urlaub, sie mochten den babst underweisens in irer sachens, und meinten», die sie ınusten itzund eine lange zeit dulden‘! wider ir gerechtigheit* vom orden. Der homeister in auch antwurtk, sie solten wissen!, sie hetten getan wider kayserliche stattut=, unnd® sie sich one urlaub° versamelt hetten?, von welchem‘ sie verfallen weren des halsz, wolten sie nu weitter den orden vor" dem babst vermarckelen®, sie solten* wissen, er wolt es in am halsz abnemen, und sie solten“ heim ziehen unnd iren unmutt lassen fallen”, er wolte sich seiner” b. unnderwinden, unnd* es solt nit me not haben in dem und andern sachen me, Die Preussen zogen heim, sonnder wie” die b. gestilt wurden, den Preussen wol zu sunde quam®, von welchem alles gesagt wiert werden in seinen stellen genugsamlich®. 8 3. Von eim mechtigen® wasser unnd schaden, den es thet‘, und von einer pestiloncia.?) Im jare 1427 umb mitfasten quam ein mechtiges® wasser von Crackaw die Weichsel abe und war mit mechtigem eysef, unnd die thewme es wmechtig zerrisse. Weitter so war kein regen von ostern bisz auf Lorennti, unnd man trug! Sanct Barbara heupt umb, und got gab ein regen. So erhubk sich ein regen vonn *Bartholomei an! unnd horte nit auf, bisz es zufror, idoch die eine zeit me, wann® die annder, in welchem regnen die themme brachen ausz®, und® ertruncken das Seewerder bey Danntzke, unnd ertrannckte das Stangenwaldischer werder unnder@ Marienwerder unnd versauffte Liechtenberg im Danntz- a) t. zusammen B. b) u. fchlt B. c) da artieulirte B, artic. C. d) was vor schaden u. unger. 8. v. d. br. orl. B, was 8. fur gow. h. gel. u. ung. v. den b. C. e) sie k. B, u. zogen C. fiu. fehlt, b. in B g) dza. d.h. ii. .eu.wB, das.db.mi.i.2.n.0. h) u— von orden fehlt B, u. m. fehlt ©. i) d.=. in. ce. 1. z. d. und leiden C. k) auch fehlt BC, a. i. C. b ihr solt w., daz B. m) ihr w. k. st. habett g. RB, w. k. st. g. C. n) daz BC. 0) ihr ench o. zulass B. p) habt B. q) Derhalhen s. den h. vorfallen hetten B,d.h.v.w. C. r) bey B. 3) be- wakclen B, beflecken C. 1) so 8. sie B. u) u. fehlt C, Darumb 8. sie C. v) £1.BC. w) a. fehlt, seine B. x) daz B, fehlt C. y) das es in der u. andern 8. mehr n. f.e. on. bh. B, in diesor u. a. 8. m. C. z) w. aber B, aber w. O©. a) das k. d. Pr. w. z. s. B, die Pr. w. z. s. quamen A, dns empfunden d. Pr. wolC. b) w. a. i. a st. w.g. werd.B, v. w. dan. g. w. w. i. a. st. weytläuffig C. e) grossen BC. d) der daraus entetunde, Rest fchlt B, so cs thet ©. 0) gross BC. f) mitt vielen eyse v. Cr. ber d.W. abe B, m. grossem e.C. g) welches d. tehmme sehr zuriesz BC. h) Nachdem, w. s. fehlt B. i) Da trug man B. k) Da C, S. fing es aufB. an zu regnen B. 1) umb Barth. an C. m) dan B, als C- n) aus br. BC. o) fehlt B. p) b. D. sowoll d. St. B. q) unnd A. N Wasserschuden berichtet Posilge III, 364 zu 1416, eine Pest au demselben Jahr eb. 362. Die Details sind nicht nachweisbar,
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Tract. XV, Cap. XII. $ 8. 71 ker werder und* Sommeraw, und Lockelaw im cleinen werder, unnd sonnstwa vilen molen auszbrachend, unnd geschach schadenn, alsz° ınan sagt, drey konige hetten es nicht bezaltt, unnd man kunth° die paurn nit daran? bringen, unds sie gerettet hetten, unnd man het es wol kunth thun®, sonnder! sie sprachen, es wil doch zu allen teuflel, lasz faren, ja me wir® haben, ja me hoffart wir stifften mit unnsern hern!, wir itzunt so lang gefillet unns hahen”, unnd nit ein rock haben”, wann die zeisse. alles frist°, unnd ein iglicher legter das seine darzu. Elbingk“ In disem wasser den Elbinger ir schones tief von 5 faden ausz dem wasser Melbinge ins habe sich verfullete‘, und auf- horte der stoerfanng in irem wasser‘, da auch die Passerige vor dem Braunsberg sich erfullete“, unnd da auch die Weissel sich mechtig verschlemte under dem heupte”, damit nit ein geladene schmacke in etlichen enden kunde” überkomen, unnd das lanndt nam zu dissem wasser abe*. Von pestilencienzeittY. So war es ein unbestendiger und weicher wintter im lannde, nnd es quam ein” pestilencia unnd gemein sterben und stundi* bisz nachd ostern und nam° das volck one barmhertzigheit unnd seer schnelle‘, unnd die b. gemeinlich alle ent- lieffen in die Newemarck®; auff den sommer es hortef auf, und b.s Willenbord von Tengelszwaldt des homeisters canntzler disz er- langtet von stettin und von! dorffern, stifften unnd clostern, damit sie berechneten die gestorbnen, unndk man fandt! 18 tausent kinder, von dienstbotten und arm betler“, die nichts eignes hetten, 25 tau- sennt, namhafftiger und® wonender personen in stetten, lischken®, hoffen und derfiern 38 tausent, der bruder 173 und drey weybischofl, priester, monnch und nonnen 561. Von disem sterben das land war a) fohlt B. b) auch brachen v. m. aus B, u. 8. v. m. ausrissen C. c) geschach also ein grosser sch., das B, solch gr. sch., daz wie C. d) ein k. h. in n. bez. B, dreyk.n. h. b. C. ec) So k. m. B. f) mit nichte daran B, darzu Ü. g) dar BC. h) da maus doch woll heite than konnen B, dan m. b. os w.k. th. C. i) aberC. k) wir A. 1) w. bey u. h. stiften B, h. st. w. u. h. damit C. m) w. h. u. so lange jahr gefulett B, w. h. u. i. nun s. 1. gefulet C. n) konnen n. e. r. erobern B, u. h. doch n. er. C. 0) den die z. fr. @ a. wegk B, d.d.z. fre.2.C. pP uwl. also e. ieder B. q) fehlt C, E. Braunsperg B. r) wesserung B. 8) tief fehlt A. vorf. d. E. — a. d. Elbinge in das hab gehende B., den Elbing fehlt C. t) stierf. A, u. horete i. i. w.d. st.a. B, u. dah. a. d. st.i. i. w. C, u) dosolbst e, a. d. P. vorm. Br. B, d.erf.e.2.C. Dd.W.=.u.d.h.a. sehr v.B,w.dav.s.2.d. W.sehrn.d.h.C. w) dasi. ettl. ortenn.k.e.g. &. B,i. e. o. fehlt «© x) in d. w. sehr abe B, von d. w. C. y) vor A, von pestileutzia B, Ueberschrift fehlt C. z) Auf solche wesserung folgete e. w. u. u. w., daraus ontstund e. B, 8.w. auch C. a) u. fehlt B, starb C. b) auf? C. c) u. es nam C. d)d. v. schn. hinwogk C, u. fehlt, sch. hinwegk B. e).d. b. aber meisten teiles enttl. i. d. N. m. B, schier aller ntl. C. f) h. e. BC. g) So brachte b. B. h) zu wege, das in allen st. B, e. d.C. i) u. v. fehlt B, v. fehlt C. k) berechnet wurden die gest., u. fehlt B, d. sie berechnet wurden d. gest. C. 1) f. fehlt A. m) von und arme fehlen B, leute C. 2) u. fehlt B. 0) flecken A, liszken C.
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*fo]l. 344. *fol. 344b. 12 Trast. XV. Cap. XIIL 8 4. wuste** unnd sintdeın nie so gehaptb, wan gantze unnd grosse dorffer verwuchsen® mit welden unnd grossem holtze. 8 4. Wie man aber handelte mit dem konige von Polen, und man die sache mochte verrichten mit dem orden in Preussen‘, Im jare 1429 auf Johannis® Baptista der? konig von Polen zum ersten sein gelt liesz manen vom homeisters, darnach er versameltet den ganntzen adel seins reichs, er mit in hanndelte!, was er mit dem orden in Preussen solt angeen umb sein recht auff sie‘, und es wart beschlossen!, unnd®= man solt in Preussen, unnd solt® es mit gewalt gewynnen. So war disz darwider, unnd es war nit futter im lannde°, wan es hett vorm jarr nit geseet im lanndt. In disem® quam dem konige eine botschafft", ein legat von Rom, Bassianus® Cardinal S. Donati, mit! eim hern ausz Ungern, und dise denn konig durch vile mittel wolten darein fieren“, unnd er den b. erliesse das gelt unnd mit in machte ein ewigen friden’. So sprach der konig”, er wolt in in einem grossen“ zu wille sein, sonder? disz konde* er nit thun, wann® so er es thet, sie sein mit der zeit spotten wurden“, wie vor geschehenn?, unnd darzu wuste er wol°, unnd“ es denn b. nit von hertzen gieng, ag itzunt sie® die nott drunge, und sich seer wol ent- schuldigte. So® hatt der legat geoflenbart sein hertzt, der babst unnd sein consistorium! haben es verwillet, unndk man wil ein con- cilium halten! umb viler sachen willen® der cristenheit, in welchem concilio dann vorbring deine gerechtigheit”, und da man sol ir ein volkomen urtel sprechen, unnd dieweil habe fride mit in?, und stunde a) w. d. 1.BC. b) ists. d. n. 8. bebauet B, u. nach der zeyt nie so gebawet worden C. ec) es bewuchs grose d. B., dan C. d) W. abermal gehandelt wardtt d. e. zw. d.k.n. b. z.v.B, W. m. aberınale ın. den Polen h. von wegen d. 0. i. Pr.C. ©) 8.J.B. f) licsz der BC. g) erstlich v.b.e.g.m.B. b)v.e. BC. i)h.m.i. B, und h. m. i.C. k) wie ers wegen e. r. a. Preussen m. d. o. vorfaren s. B, wieder s. C. 1) Da w. b. B, es fehlt C. m) n. fehlt BC. n) =. fehlt BC. o) So vorhindert es, das nicht f. i. ]. w. B, Es w. aber kein f. i. 1.C. p) vom A, dan es war vorgangen 3. B, dan m. v.j.n.g. hettei. 1.C. q) dem BC. r) e. b. fehlt B. #) Gassianus A, Dassianus C. t) sampt B. u) u. fehlt BC, d. w. d.k.d. v. m. dahin brengen B, d. w. — darzu bowegen C. v) daze.d.br.d.g. erl.u.m. i.e. e. fr. m.BC. w) Der k. antworttB, Do 2. d. k.C. x) grossern A,im gr. B. y) aber BC. z) dan BC. a) w. s. seiner m. d. z. ep. B, w. e. m. d. z. scyner darzu sp. C. b) vorhin g. were C. c) u. w. fehlt B. d) daz BC. e) auch A, allein das e. itz. B, nur das 8. i. C. f) sie statt sich A, u. — ent. fehlt B. g) Da BC. h) offenb. d. 1. e. h. und sprach B, 8. h. geof. u. gesagt C. i) confistorinm A, mitt seinem 0. B. K) os fehlt, das C. 1) vorw. e. co. zu h.B. m) halben B. n) br. d. g. vor B, er solte seine g. furbr. C. o) als dan sol m. dir B, da solte im e, v. n. gesprochen werden C. p) u. fehlt, habe d. m. i. fr. B., u. ihn des solte e. m. i. fr. haben C.
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Traot, XV. Cap. XIV. $ 1. 73 in das gelt«, wann dem lande ist es unmoglich, unnd sie dir es geben solten?. So° fragte der konig, wann es wurde werdent, auff disz der legati im nit kunde ein bescheid® geben, sonder sprach, je ee, je besser, es muste gescheen‘. So verwillete der konig darein, unnd alle sachen solten in rhue steen 5 jars, wurd das concilium in diser® zeit, wol! gutt, wurde es nit, es gieng* wie vor; umb dises willen? der Polnische ratt zwilefftig" war, wan® die weltlichen wolten in Preussen®, unnd die bischoffe auff das concilium riettenr, unnd es plib bey disem®, Capitel XIV. $ 1.* Wie man wider erlangte mit den Polen zu handlen, unnd *fol. 345.. wie man wider das lanndt besatzter. In disem jar unnd*! nach diser beredung die Preussen kunden“ auf keinen weg erlanngen durch die b., damit” der konig die strassen heite in geoffnet der kauffmanschafft”, darumb die Preussen legten za hauff unnd mit willen des homeisters“ vererten’ dem konig von Polen 18 tausennt* marck Preusch, und er liesz aufgehn die strassen*; unnd man furte wider ein die guetter®, unnd*® die Preussen luden sie in schiffe, und sie furten? in ire stelle, und gewonnen sovil gelts® unnd brachten wider? guter, 'unnd begunnen sich zue nöhrense, unnd die burger den paurn verlegten, die da waren ausz Pommern ent- laufen®, unnd sie namen wuste gutter an?, unnd sie bauten auf halben zinsz den b. 5 jar lanng*, unnd sie hielten ‚worte!, und auch” be- zaltenn, unnd wart so gnug im lander, unnd man das korn® zu halben fierdung, dene weitzen zu 4 sc., die erbsen zu 12 s2.P, die a) un. — g. fehlt C. b) dan e. i. d. 1.gu. das s. ce. d. g. konnen B. c)DaC. d) wen das concilium wurde gehalten werden B. e) Darauf k. i. d. I.n. «. gewissen b. B,k.i.d.I.n. b. sagen ©. f) g. m. B, aber er spr. es m.i.e.i.b.g.C. g) Da — 57. langk C, Aufdasv.d. k., das fünf j. @. =. solt i. r. st. B. h) innerhalb der B. i) gehalten w. B. k) wo aber nicht, so gehe &B. |) w. fehlt C. m) zwispendig C, wiewol d. P. r. zwey stimmig w. B. n) dan C, fehlt B. 0) w. zu kriege B. p) d. geistlichen aber r. a. d. c. B, riet. bis auffa c. B. q) aleo b. d. C, dabey vorbleib es auch B. r) e w. B. s) n.d. 1. w. b. B, W. die Preussen wiederumb erlangten mit den Polen zu handeln C. t) i. — u. fehlt B, u. fehlt ©. u) k. d. Pr. BC. v) auch k. w. A, keines weges d. d. b. erl., das B, durch k. w. d. d. b. e., dasC. w) i. d. str. d. k. offenete B, i. d. str. d. k.b. g. C. x) Derhalben legten d. Pr. ın. wissen d, h. geld zusammen B, 1.d. Pr. z.h.0. y)v. sie C. z) mit 18 t. m. C. a) Da lieaz e. d. str. offnen B, daz e. 1. d. str. a.C. b) D. g. wurden eingefurt B, ein fehlt C. c) u. fehlt B. d) in die sch. C, u. fehlt B, f.e. BC. e) u. fehlt, g. vil g. B, also v.g. 0. A) u. fehlt, br. w. g. zurucke B, wiederumb C. g)s. weder z. n. B, huben an (©. h) D. b. legten d. p., welche a. P. e., vor B, entl. vorl., u. fehlt C, i) die n. w. dorfer an B, daz =, w. dorffer aufnahmen CO. k) von den b. funfj.l.a.hz.B,b.=.0. u. fehlt, e. h. warheit B. mn) fehlt B. n) also C, durch solch mittel wardt die fulle getreide gebanett B. o) u. wardt d. k. gekauft B, das C. p) den — ar. fehlt B. j
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“fol. 345b. *fo]. 346a. 714 Tract. XV. Cap. XIV. 8 2. gersie zu 6 sz.* kauffte, visch gnug®,- fleisch man ausz der Masaw* umb gut golt Ungerisch musst holen®, idoch den hesten ochsen umb zwen Ungerische gulden. Finannciad Alsz die b. mercktene, unndt die Pia golt begonnen zu bekomens, ir vile ein solch vorteil gebrauchten», unnd sie reiche kauffleut umb gelt anlangten!, unnd sie es nit auff losen wan wolten leihen, sonnder 80! sie nit pfandi hetten, sie solten= sich verschreiben, unnd die b. gaben in versigelt rein pappim, und die Preussen solten sich versorgen noch dem besten unnd darein thun in irem namen die verschreibung, unnd die dollene? Preussen es tetten; von dem es quam, und mit der zeit, da es die Preussen man- tena, die b. sich zum sigil bekannten’, und liessen die schrift in irem register suchenn, unnd nil fundenn®. Von! welchem hielten sie den Preussen die register fur und zogen wie vorrether, dan sie hetten des ordens sigel lassen auszstechen und ihre schalkhafltige brieff damit vorsigelt. Also musten die Preussen aus grosser gnade PUB: was sie ihnen geliehen hetten®. $ 2. Wie Witoltus wolte konlg sein, und ver muhe starb«.') Wladislaus Jageldo war wittwer nach dem tode fraw Hedwiges sechs jar lanng”, darnach er nam Annam des graffen tochter von Zeylingen“, und dise im starb, unnd het kein kynndt*, nach welcher* er nahmY eine Polnische furstine, unverschrechlich reich® unnd hette vor* drey menner ’gehapt, umb welcher willen der konig wart? ver- a) III A. b) waren g. B. co) fl. muste m. a. d. M. u. g. U. gold h. BC, m. man h. A. d) fehlt O. e) vormerkten B. f) daz BC. g) die burger wieder geld bekamen B, wiederumb g. erlangetten C. h) gebr. i. v. ein solches fort.C, br. i.v.e. =. £.B. i) u. feblt, e. 1. (die Br. k. u. g- & BC. k) bosen w. A, so w. csihn aber n.a..w.1LBuewe.na].w.1.C. ])woB. m) so s. sie B,s. sie ©. n) auf solches g. i.d.b.r. v.p. B. o) sie s. sich das beste sie wusten d. vorschr. selbest stellen B, auffs beste u. d. i.i.n. d. v. th. C. p) u. fehlt, unbedachtsamen B, th. e. auch C. q) vor st. von A, Aber als nachwals d. Pr. solche gelde wieder maneten B, daher k. e., wan m. d. z. das geldt m. ©. r) b. s.d. b. woll zu dens. B,b.n.d. b. zum z. C. s) die copia der schr. 1. e. 1. i.r. 8, aber n. f. B, i. i. buchenn s. C. t) Von bis hotten fehlt AB, nur in C. u)u. st. von m. B, Wie Witholdus rathschlagette auff daz er mochte konnig sein O. v) W. J. konig in Polen war nach sbsterben seines gemsbles fraue Hedwiges sochs j. w. B, w. 6. j. lang w.n.d.t.H.C. w) Induam — Zoyhingen A, nach dem n. e. zur ehe A. d. gr. t. v. Zillingen B, d.n.e A. d.gr.t.v. 20C x) u. fehlt, d. st. i. auch one erben B, st. i.C. y) n. fehlt A, n. diesor n. e. C. z) P. fehlt, die war überaus r. B, unsprochlioh C. a) vorhin BC. b) dorhalben w. dk. v.Bvw.C 1) Von hier an ist wieder Micchow 284 . Quelle: einzelnes war schon oben S,65 ff. erzählt.
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Traet. XV. Cap. XIV. $ 2, 15 acht, wenn* er sehe me das gutt an, wen das reich®, damit es ein erben hette, unnd dise starb auch inwendig ein? jar, darnach nam er Sironkame, eines Reuschen furssten tochter, unnd dise! wart zur Wilna getaufft, unnd ir wart der name geben® Sophia, von diser der konig hatte die sobne Wladislaum®, Casimirum, und! diser starb in den wuchen®, unnd darnach. noch einen, auch Casimir genannt!.?) Witoltus horte sagen, wie”. die konige schwannger. wer, er war ent- satzte, alsz vor ein zukunfftigen® erben über Littau, unnd so er auch itzunt ein jung weib genomen hette, unnd sie Julia genant?) war, und gieng schwanger“, er verhoffter Wladisiaw Jagello zu überleben unnd so* ganntz Littau, Samayten unnd Reuslanndt seinem sone überantwurtenn‘. Unnd seine Julia im gebar" einen son, welchen er nannte Michaeln’, sonnder diser im starb im” ..dritten jar. So wust Witoltus nit wie” zu thun, und’ er von den Polen queme und die lanndt behielte, 80° erdacht er eins, unnd machte sich bekannt mit dem compter auff Rangnit b. Steffanus herr von Mimpelgartt*,®) wan* diser® *fol. 346b. ein seer cluger mann war, und mit disem ratschlagte‘, wie er! mochte von den Polen kommen. So denne® der compter den Polen nit gut wart, er im den rath gab‘, unnd verschuffe vom kayser, damif® er ein gesalbter konig wurde. So wuste aber Witoltus an seinem hoffe niemanndes so getrewe, dem! er disz het mocht vertrawen*, damit er es an den kayser het mocht bringen!, dieweil er diesen compter ver- mochte” mit grossem zusagen", und° er zum kayser zoge, und diser ssch anbrechte, und er es thet@ mit willen und wust des homeisters. Der kayser er disz gernne hertter umb der b. willen in Preussen®, damit, so* Littaw von den Polen were”, sie mit Polen in einem a) dan C, als s. e. B. b) don des reichos heste B, dan CO. c) das ohr e. c. zeugotte B. dazere. e.h.C. d) diser A, aber diese at. i. a. innerhalb einem B, u. fehlt, innerhalb einem C. e) Sronckan BC. f) u. fehlt BC, die Be g) u. genanndt BC. h) die gebahr d. k. W.B, i) u. fehlt BC. X) im kindtbette B. 1) u. fehlt BC, d. gebahr sie n. e. sohn wardt a. g. C. B, d. hetto n.0e.C.g.C. m) Als W. furst i. L. h. B., das BC. n) entsatzto e. 8. B. o) fehlt B. p) sonderlich weil er auch e. j. w. g. h. mitt namen J. B, u. dieweil e. dan i. auch C, Julians A. q) welche auch schw. w.B. r) dene. v.B,v.e.C. s) also C. t) zuüb C. u) fehlt B,g- 1. BC. v) der wardt gen. M. B. w) aber er st. im B,a.d. st.i.i.C. x) Da — was C. y) das B, damit C. z) da BC. a) Montpelgartt BC. db) der war B, dand.w.C. c), u. fehlt, r. m. im B, u. r.m. d. C. d) fehitC. c) Dieweil denBO. Ng.o.i.d.r.B,g. e i. diesen r.C. g) das ehr v. k. erwurbe daa C, daz e. i. verschaffen solte, auff daz C. h) c. mochte e. g. k. werden B. i) aber fehlt, keinen, dem B. k) v.m. B. 1) das chr cs a. d. k. brechte B, h. br. mugen C. m) Derhalben B, Darumb C, v. e. d. c. BC, hinter bringen steht nochmals vertrauen A. n) grossen zusagungen C, zusagung B. 0) daz BC. p) die B. q) th. es BC, u. fehlt B. r) Dem k. war solches lieb B, h. d. 8.C. »)i. P. fehlt B. t) auff daz wen B, also C. n) den fehlt BC, komme statt were C. 1) Miechow 5. 284. 285. 2) Wiüold’s Gemahlin Juliuna nennt Miechow S. 287. 3) Kon Gr. erfunden,
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*fol. 3478. 16 Trast. XV. Cap. XIV. 8 8. teil, mit Littaw im andern teil wol wurden umbhalten.. Unnd® kayser Sigmundt vermante die b., sie solten kein vleisz sparen, damit‘ disz nur geschehe, und darumb der kayser schrib Witolto@, er solt es® sicher sein, er wurde konig sterbenn. Umb eins er in dem besten vermanetes, angesehen, wie der babst die hanndt wil mitte da inne haben!, er mit den Tattern ein schlachtung hielte, von welchem der babst gutwillig wurde, und wurd in bestetten!, und sonnst vil andern= underweisung. $ 3. *Von einer erdachten tagfart mit dem kayser, Wiadislaw® und Witolto.') Sigiszmundus der kayser im erdacht ein solch mittele, damit? er mit Witolto mochte reden“, er schrib Wladislaw Jagello’, damit? er im zum tage zu willen were mit Witolto dem herre ausz Littaut. Wladislaus Jagello bey im wol abnam®, es wurde was besonndern ein- bringen die tagfart”, idoch umbs besten willen, unnd niemandt zu verursachen”, er sagt sie im zu“, unnd sie kamen zu hauff gen Lutzkar, unnd da mit ein ander sprechen“. So war das erste, unnd wid zu thun, und wie ıman* die ketzer ausz Bomen® brechte, umb der sprachen wille es war zu besorgen, unnd sie wurden auch Polen vergifften, und so immer weiter reissen wurde“. Auff disz Wladislaus sprach®: und ich es got dannckef, ich hab ein gehorsam volck, welchems ich verbotten habe die sachen nicht? zu gedencken, unnd ich getraw es in zu, es! )eiom.L.i.e.t.w.m.P.i. at. w. w. u. B. so warden sie m. d.P.i.e.t. m. L. i.a.th. wol u.C. b) fehlt B. c) auf das B. d) Darauf d. k. W. schr. B, D. e. d.k. W.C, e) des B. f) eolte ©. g) So v. e. in donnoch eines anzeigende B. h) a. das B, diewoil d. b. C. i) m. w. darin h. B, darinne ©. k) so aolte e. m. d. T. e. schlacht halten B, das e. m. d. T. eyne schlacht h. C. 1) dadurch wurde d. b. g. werden u. i. bostetten etc. B., w. g. werden, wurd feblt ©. m) u.a. v. mehr C. n) zwischen d. k. dem konig zu Polen B, Wie Siegismundus d. k. Wi. u. W. zusammen kommen C. o\D. k. 8. im. solch fehlt B. p) dazBC. Jr.m.B Des dem konige in Polen B. s) daz BC. t) sampt W. dem fursten a L. x. w. wehre zur tagefartt B., daz e. anff e. t. m. W. d. fursten z. w. w. C. un) Der konig nahm bey i. w. ab B. v) das os was sonderliche sein wurde B, daz er was bes. w. furbringen C. w) u. fehlt BO, n. z. v. fehlt B. x). e. siei. z. BC. y) u. fehlt, s. k. g. L. zusammen B, s. k. zusammen zu L. O. 2) n. m. einander handelten B, u. spr. do m. e C. a) So trug der kayser ahn, wie ihm zu thun were, das man B, 8. w. alda d. o., w. z. th. woro das m. O. b) Somen A. c) ca were zu besorgen, das umb der spr. w. die P. auch m. v. w. B, und fehlt C. d) w. e. i. w. einreissen Ü. e) WI. antwortt, a. d. fehlt B, ep. W.C. Ni.d.g., u. e fehlt BC. g) denen B. b).n. fehlt A. i) u. fehlt, so g. ich i., eio werden es h., wol zu C. 1) Miechow S. 287 S. (wie oben S. 65 f.)
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Tract. XV. Cap. XIV. 8 4. 17 wiert es auch wol halten. Ist es* denne geratten, man bringe® volck auff und sie überziehee. Witoltus sagte auch das seine darzud. Weiter Sigiszmundus der kayser bracht ein, wie er® wolt die Walachen über- ziehen! und verwusten, wann? es weren unnutze leuttb*, sie! hielten "fol, 347b. keinen glauben, und verhegten bubenk, die! auff Ungern schadenn tetten, unnd® solcher sachen mechtig vil anzeigten, unnd bat”, sie wolten mit im zugleich anziehenn. Wladislaus Jagello im antwurtte®, man solte im anzeigenn?, welche die weren“, die solche buben ver- hielten, unnd man solt" es abstellen; so dann* die Walachen sein weren, so kunth er est nit gestatten, unnd" man sie überziehe. Der kayser sprach”; sie habenn gut eur zu sein, sint den und” sie von mir gefallen“, unnd werlich, gleich fant gleich, sint demy diebe dieben zu- beschutzen sich babenn ergeben”, und solcher lesterlichen® wortten vil, die denne? einem marsteller nit gehorten® zu reden, ich schweig wold ein konige. Von welchen worten sich begriffen Sigiszmundus der kayser und Wladiszlaus Jagello°, damit? man sorge hette, sy wurden mit waffen zu einander sein gefallens. Wladislaus Jagello liesz sich eins zwe bedunckent, er auff! und ritt von stunde* weck die ganntze nacht. Und! disz quam von den= Walachen. Die warheit zu sagen, die Walachen sein® misztrauige° leutt, zue zeiten sein sie under dem Turcken, zu zeiten under? Ungern*, zu zeiten unnder@ den Polen, *fol. 3484. welcher herre inn die meiste freyheit teth’, zue dem sie sich gebenn*, unnd uiemandt* ist irer sicher zu haben. 8 4. Wie Witoltus zu seolmem verderbnus konig wart«!). Unnd nur weck war Wladislaus Jagelto’, da erst Sigiszmundus der kayser unnd Witoltus ire sachen triben”, unnd* der kayser gab a) es fehlt B. b) so breng m. B. c)ü.=. BC. d)s.d.e.2.d.B. o)D.k.S8. br. w. e«, w. das B, d. k. berfur, das O. f) die Walachin ü. w. B, w.ü. C. g) den B, dan C. h) lontt 4. i)undh. C. x) u. fehlt B, sie v. bose b. C. 1) diedaC. m) u. — u. fehlt B, u. dergleichen sachen vil anz. C. n) bat derwagen B. 0) 2.i.C. p) m. ». dieanz.C. Jw.ew.O. r)a. fehlt BC, ehr wolte B. s) weil dan B. t) so, es fehlt B, k. ers C. u) das BC. v) antwortt B. w).n. fehlt BO, weil ©. x)g. sein B. y) dieweill B, nach dem C. z) angeben, sich fehlt A, =. =. biLeBd.s.d.hb.z.b.eC. a) laster B. b) fehlt B. c) geburen B. geburende C. d) fehlt B, .».zuQ e)d.k8.0.W.J eb. B,8.d.k. uW.J. einander b.C. f) dasBC. g) an einander komen s. B, ın. wehren zusam. lauffen O. hb) Aber W. J. B, dunoken C. i) e. machte sich a. BC. k)diest.B. ])d.g.n. U. fehlt B. dieselbige st. hinwegk C. m) d. fehlt O. n) so =. d. W, B, aber zu Ü. 0) misstrawe BC. p) u. den O. q) son. P. B. r) gibt oder leszt B, am m. fr. gibtC. ») s. d. fallen sio C. t) keiner B, z. halten C. u) k.w. 2.2 v.C. v) Ale W. J. w. war B, Da nun W.J.w.warl. w) dat e.d.ku.W.i.e.B d. trce 8 d.ku. W.dies O0 x)ı. fehlt BO. 1) Miechow I. c.
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*fol. 348. 78 Traet. XV. Cap. XIV. $ 4. Witolto* ein guldin bulle, wie® er vort me® solt ein freyer konig sein, unnd gelobte im? vom babste auch zu erlaungen, unnd® er in solte bestettenf, ag unnd® er sich einen namen machte, unnd schlug sich mit dem Tatter, unnd zogen so heimt. Witoltus hatte mit den Tatter einen gemachten fride', unnd disen er in auffsagte*, unnd so von beden partten, sie! quamen zu felde, unnd sich schlugen“, unnd® die Tatter legten Witolto al sein volck darnyder°, unnd sie? versterten im die mechtige? stat Kiopp" und das® lanndt sechtzig meil brait unnd lanng. Witoltus entrantet, unnd disen fromen hette er“ zum ersten von seinem” koniglichem namen. Mit disem geschrey quam gesannth vom kayser zum babste” Baptista Cygralla ein Welscher“ graff,!) zeigett an, wie’ Witoltus der new konig von Littaw im velde *wider die unglaubige lege*, und der kayser schrib auch* dem babste von® grossen tugenden des newen konigs von Littaw°, unnd der babst es bestete, unnd® man erlanngte eine crona, appel und sceptrum, unnd sie durch Babtistam Cigrallam in Littaw schickten. Sof z0g diser Babtista vons Welschen lannden® durch Steyr, Merheren, Bemen, unnd Schlesia, und schickt ein reitende botten durch Polen, unnd er! solt Witolto bringen die botschafft aller sachen*, und diser! bott lag die nacht” zu Posznaw und kompt mit einem zu hader, der vom schlos war®, unnd in wunte‘, von disem er muster vor den heuptman, unnd diser in fragte“, von wannen er were und wa er hin" wolte, so forcht sich der botte auszermassen seer* unnd alles sagte, wa mit? man umb gienng. Disz der heuptmann dem konig Wladislaus schrib®, und nam auf antwurt’”, er solt ein volck an sich” nemen unnd solt sie auf- halten* unnd vor sich” bringen. Disz wart den botschafften® von Rom angesagt* unnd sie zogen? von Crossau® gen Breslaw, unnd a) g. ihm C. b) daz BC. c) nn vortme B. d) u. fehlt B, g. i. auch BO. co) daz BC. fD) bost. wurde B. g) auch A, allein das B, nur daz or zuvobrn CO. h) u. — h. fehlt B. i) Weil er aber m.d. T.e.g. fr. h.B. k)e.e. i. den auf B, dies. 8.0. i.a.C. 1) sie st. so A,k.v.b.p, u. so fehlt B, u. k, also v. b. theylen C. m) schl. 8. C, n) aber B, fehlt C. 0) al fehlt, nider B, also alC. p)u s. fehlt B, u. fehlt, zerst. C. q) grosse BC. r) Kioff BC. s) dazu d.B. t) W. sprach B, W. c. fehlt C. u) D. fr. habe ich B., u. fehlt BC. v) dem B. w) vom b. A, sandte der k. z. b. B, schickte d. k. z. b. C. x) Welschen BC. y) 2. a. w. fehlt AC. z) w.d. u.zuf. 1. BC. a) zu dem schr. er a. B, u. fehlt C. b)v.denB. c)v. L. fehlt B. d) Sch. iind.b.B,b.e. C. e) fehlt B, u. m- e. auch C. f) Do CO. g) aus B. h) Welschlanndt BC. i) das e. B, der C. k)d. b. a se. br. B, d. bo. br. a.0.C. 1) a. fehlt BC, so lag der b. zu P. nachtt B. m) des nachts C. n)indemk.e-m.e r.schl.z.h.B. o) w. i.BO. p) derhalben m. e. B, deswegen m. e.C. q) ge- stehen B, der fr. i. BC. r) wo hine. B. 8) D. b. f.e. schr B, Da f.C. t)u.e. a. wormitB, u. ®. a.C. u) Das schr. d.h. d.k. W. B, D. schr. d.h. W. zu ©, v) der antwortt ihm B, u. wartt ihme wioder zur antw. geschrieben C. w) s. fehlt O. x) den gesandten aunfh., solt fehlt B. y) n. ihn zu ihm B. z) dem botschafft A. a) angezoygt C. b) u. fehlt B, darumb z. 8.C. c) Grossen BC. 1) Militem Italicum Januensem, oben S. 66. machte ihn Grunau zum Bischof von Caserla.
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Traet XV. Cap. XIV. 5 5. 79 sehriberi dem kayser, unnd er beful® etlichem adel®, unnd® sie solten die botschafften beleiten durch die Newemarck storck gar saethd, wan® der homeister wurde sie wol weiter versorgenn. 8 5.* Von mennor, die zu loben weren, so! es umb gottes willen gehandelt were. Die sache quam vor Witoltum in fliegennder redes, unnd er eylends schickte zum homeistert, unnd er so wol thet, und hulffe den botten durch‘. Darumb sich versamelten* die Schlesinger, den es der konig befolen hette von Ungern Sigiszmundus unnd der homeister von Preussen. So war heuptman. under den Schlesier® b. Michael von ÖOsenstein, voigt in der Newemarck, unnd sie zogen daher“, und sie ansprengten die Polen. Der Polen waren Jan? Czarnkowszky heuptman von Posznaw, Sandowigius von Osterock, Dabragost von Samatuli, Layandus von’ Brudtzevo unnd Johannes von Ostrowitz!) mit gutem volcke hundert menner. Im ansprengen* sie“ schlugen sich alle muede unnd verpliesenn”, zum andern mal sie schlugen sich unnd wurden muede” unnd verpliesen*, zum dritten mal sie schlugen sich’ ausz allen krefften, unnd die Polen gewonnen, wann“ Johannes von Ostrowitz erhub den, der den Teutschen das paunier* furte, unnd es im nam®, die crone aber unnd das ander, was° darzu. gehort, die *fo]l. 3492. Polen nit erlanngten,* wann? Babtista der erst in der flucht war®*fol, 349b. und bracht es weck. Die zeittung kam Witolto, unnd er denne vor schwer krannck von dem entrennen von den Tattern, er nu volle gantz verstarretf, unnd setzte® sein testament, seinem bruder Sigisz- a) d. k., der b. B, d. k. solches zu, da b. er U. b) etlichen vom a. B. c) das BO. d) st. gnug d.d. N. B, st. g. =. fehlt O. e) dan C, von dannen wurde sie d.h. B. f) wen B, in C. fehlt dio Veberschrift. g) i. & r. v. W.B. h) eylete schickten A, u. fehlt, e. solte e. z. h. schicken B, u. er sch. e. z,. h. C. i) in bitten das ehr den b. 4. h. B, daz e. #. w. th. O. k) 80 v. ».BD.v.20C. ])dane.d.k.v. Hung. 8. u.d.h.b.h.C, (d. d.k v.U.8.h. e ihm b.) B. m) D. Schl h. w. B, und st. under A, Ds w. u. d. Schl. h.O. n) Als a.d.2.B. o)apr. d. P. an s B., u.d. P. spr. s. an C. p) J. fehlt A, d. P. heuptleutte (übergeschrieben) B. q) auff B, zu O. r) von 2 mal C. s) b. fehlt A, m. h. m. g. f- B. t) in ansprengten A, mio ansprengten B (aus- gestrichen), fehlt ©. u) sie — zum dritten mal fehlt C. v) rnheten B. w) schl. sie =. wieder m. B. z) verbliessen B. y) schl. s. sich B. z) dan BC. a) so der D. b. B, der dasD.b.C. b)u.n. ei. BO. c)d. er. no. alles w. B, das darzu C. d) dan B,e. d-P.n,danC. e) w.d.ei.d.fl. BC. D W. war vor diesem v. d. Tatt. streidten kr. als ehr aber dieso z. bekam, w. e. f, gar schwach, B, weil er dan schwerlichen kr. lag von wegen d. emtr. v. d. T., ward er also todtlichen kr. C. &) derhalben ordenirte er B, nnd machte C. 1) Die polnischen Namen stammen aus Miechow 288.
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80 Traet. XV. Cap. XIV. & 6. mundo Staradub seine lande gab“, seiner gemahel Julia er beschart Cawneb, zu dem altar an seinem® grabe, auf welchem man solt alle tag lesen drey messen‘, eine vom leiden Jhesu mit der passion, eine® von unnser lieben frawe und einef vor alle elende seelen, zu disem altar waren bestimpt® sechs priester, iglichem ein wocheh ein schock groschen, alle vier wochen eine thonne mette, alle tag ein brot unnd! visch unnd* fleisch von hoffe, im tage seiner jarzeit itzlichem! priester funfitzig schock, ein” beltz, unnd 100 armen leutten®,. igelichem ein par schuch, hosen, hembde, hutt, unnd rock, unnd es wart° eine weil gehalten.) 8 6. Bohemi.?) In der zeit seiner krannckheit?, die man denne nit wuszte”, die Behmen erwelten® Wladislaw Jagello im*t zu eim konige, unnd“ schick- ten ime erliche’ botschafft, der personen halben, unnd” liessen es* *fol. 350a.ime* ansagen’, wann* sie in erwolt hetten®. Auf disz sprach® Wla- dislaw Jagello: mir hatt got die burde auferlegt eines reichs, welche® mir viel zu schwer ist, solt ich mich weitter underwinden eins anndern®, es wer mir nit mit gottef. Ich bin so alt wordenn, unnd habe noch nit kunth lernen, wie ich eristen konnde vorsteens, so zweiffel ich darann, unnd® ich kunt lernen, wie ich ketzerenn konnte vorsteen!. Ich verzeich mich eurer erwollung, irwolt, wen ir woltk, unnd zogen so weck!. So gienngen zur andern erwollung die Behmen®, und erwoltenn Witoltum“. Sie wusten aber nit seine krannckheit®, a) g. er e 1. B, Sig. s. br. g. e. Btaradub =. 1. OÖ. b) seinem -— boscheidt e. O. BC. c) bey B. d) teglich B, drei m. 1. BC, statt drey, welches übergeschrieben, hat gestanden (durch- strichen) zwo A. e) die ander B. f) die dritte B, n. fehlt BC. g) dazu w. bost. B, z. d. a. fehlt, w. bestellt C. h) eim igl. war vormacht die w. B, ydem die w. ©. i) fehlt BO. k) fehlt O. 1) iglichem BC. m) und ein B, n) ja a. 1. A, zehen a. 1. B., 100 a ]. ydem ein kleydt als schu, h. h, und h. u. r. C. 0) das wart B. p) Witholdus wardt konig in Bohemen B, in C fehlt die Ueberschrift. q) J. d. x. als Witholdus kranck war B. r) die — w. fehlt B, dan n. w. C. ») e.d. B. BC. t) i. fehlt BO, zum k. in Bohemen B. u) fehlt B. v) etliche AC. w) d. p. h. u. fehlt B. x) fehlt BO. y) anzeygen C. z) wie BÜ. a) zum konige e. b. B. b) Darauf antwortt B. co) eine b. a., welche B,G.b! m. d. b. e. r. a, w. C. d) m. schon v. B. c) weit fehlt, eines mehren u. B, dan w. e. a. understohen O. v) e. mochte wider gott sein B, das were wider g. C. g) so vor alt fehlt C, w. i. k. fehlt, vorzust. B. h) Derhalben zw. i. das B, das C. i) i. nicht wurde k. 1. k. v. zust. B, i. k.1. k. wol vorzust. ©. k) erw. sonst wen i. w. B. 1) Mitt dem boscheidt zogen die Bohomen wegk B, u. sie a. alao w. Ü. m) Sieg. x. a. wahle B, der a. A, der Satz fehlt O. n)n. fehlt, W. {ursten ans Littanen B, Da e. sio W.C. o)&.kr.n. B,n. von a, kr. O, 1) Witold’s Tod nach Miechow 288, von seinem Testament berichtet er nichts. 2) Quelle ist Miechow 285, ö
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Tract. XV. Cap. XIV. 8 6. fe} | unnd im schickten botschaft*, unnd er es auffnam®, dann er hoffte sich der besserung, darumb er sohickte° in Behmen Sigiszmundum Staradub,!) unnd@ er solt das reich von Behmen einnemen im namen Witoltoe. Unnd er quamf, so meinte® kayser Sigmundt, von disem all wuste Wladislaus Jagello, im zu kriege er es mit den Bemischen herrn machte, unnd» sie disem! Sigiszmundo Staradub nit schwuren, wannk Witoltus wart todtgesagt, unnd die Behmen schickten! eylennde ausz unnd funden“, wie er da starb, da® die botschafft gen der® Wilde quam. Weiter der kayser wolt sich umb das rechen, wie in die Polen von Behmen hett wolt* dringen?, unnd widerruffter die approbacion des fridenns zwischen den b. von Preussen unnd den Polen und vermante” den homeister, er solt in Polen fallen.) Unnd die sach verzog sich ein weile, und Wladislaus Jagello muste* in Reislant®, wann” sein b. Vigunt het im die Podolia” entfrembdet,?) unnd* alsz der konig day was, die b. in Preussen fielen auff die Coya®, undernamen unnd branten.‘) Alsz aber Wladislaus quam®, unnd wolt in Preussen, der kayser aber quam disem vor*, unnd schickte Johannem bischoff von Lautzan? unnd® liesz den konig von Polen und den? homeister laden ins conceilium,d) und das solten sie es enden. Die Polen waren gehorsam, unndt zogen zuruck. Im coneilio von disem wart nichts gehandelt!, s) u. fehlt, sch. i. b. B, fehlt ©. L) u. e. n. oe. alle B, n. e. n. sie auff C. c) Derhalben B,s.e. BC. d) das BÜ. e) das konigreich B. in seinem n. einneme B. f) U. e. q. fehlt B, zog hin C. g) vormeinte B, Da C. h) das WI. J. v. d. a. wissenschaft hette, das ehr oa dem kayser an kr. th. derhsiben m e. oo m. d. B. h., das B, Da m. k. S. w. v. d., derhalben th. e. es i. zu kr. and beredet sich m. d. B. h., daz (W. J. fehlt) C. i) dem B. k)den B, dan €. 1) Auf d. sch. d. B.B. ın) u. feblt, bofanden das B. n) do erst st. als B, da fehlt, als C. 0) zurB. p)D.k. Sigismundus nam sich an, als h. i. d. P. w. v. dem reiche B. dr. B, w. =. d. k. u. disr., w.1.d. P,b. w. v. B. dr. C. g) Dessen wolte er sich rechen, w. derwegen B. r) vermanende B. .) aber 4.C. t) In dem m. W.J. B. u) Renssen C. v) den B, dan C. w) Podalio A. x) fehlt B. YValdaC. z)f.da.b.vonPr.2.C.B,f.d. b. von Pr. a. d. ©. C. a) robeten n. br. B, nahmen ubr.C. db) A. W. wieder zuruck kam B. c) k.d. k. dem v. B,k.d. k.d.v.C. d) v. fehlt AO, Lausan B. e).u. fehlt B. f)_ fehlt C. g) i. c. 1. BO, u. fehlt B, alda C. h) fehlt B. i) aber i. e. w. hievon n. geondet B, aber v. d. w..n. i. c. geendet CO. Hier folgt in A u. B die oben 6 1. nach C gegebene Stelle: in welchem (fehlt A) sie die register den Preussen vorhielten, unnd sie anzogen wie verretter, wann (den B) sie hetten des ordens sigil lassen ausstechen, und ire schalck- hafftige brieffe mit vereigelt, nnnd (fehlt B) die Prenssen, auex grosser gnade, musten entperen was sis in gelihen hetten, 1) Sigismundum Koributh Miechow 1. c. 2) Minchow 285. 3) Nicht Vigunt, sondern Swütrigiello, Miechow 289. 4) Der Einfall von 1431, Miechow 289. 5) Mischow 284, aber zu 1414! Simon Grunau II. 8 *fol. 350b.
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82 Tract. XV. Cap. XIV. 8 7. 8 7. Von elm aufrkur der Polen unnd der b. auff einander und ‚.. wie ‚sie sich verderbtenn. mit branndte. *fol. 3518, *[n diser zeit alsz Wladislaus der konig® mit dem’ orden in ein kunfftigenn vertrag stunden“, unnd er in Littaw war, disz sich begab unnd ein edel Pole? verderbt von den b. im einziehen, der bey Brau- berg der stat wonnte, mit namen Michaelky Sberwitzkj genannt®, arm anf guetter, sonnder® von grosser freuntschaft, diser quam* zum ho- meister unnd hochlich in bott, unnd! er vergonntek, und er im mocht . bauholtz hauen, im compterampt von der Schwetzal, wan er wer hart an des ordenns grenntzen gelegen“, sinttemal die b. in verderbt hetten". So het diser Pole das gezeugnus von allen, unnd® er war dem orden gunstig gewesen?, der homeister es im vergonnte“, unnd im keinen brieff gab. Unnd ging und* hiebe holtz, nachdem unnd wie es im der homeister erlaubt hette. Disen der waltknecht findet hauen das beste holtz* unnd in fragt umb beweisz der erlobung“, der Pole sprach, man solte zum homeister schicken, und fur so weck, der waltknecht es dem compter ansagte, unnd” der compter beful, so er wurde wider komen, man solt im” nemen, was er hette, wann an- gesehen, solte* der homeister bauenY, was die seinen in Preussen ver- *fol. 351b. brannth hetten?, gantz Preussen war* zu wenig. Unnd man zoch ausz und» fant den Polen mit vilen wagen holtz laden‘, unnd man im nam“, was sie da hetten®. Von disem etliche Polen und Cassuben sich zu Michalku verschworenf, das® zu rechen, unnd auff unnd fun- dent b. Paulum von Gablenntz mit acht knechten in! der jaigdt, unnd in fienngen, und die knecht entrenten*, unnd sie in in Cassuberlanndt bewareten!. Alsz disz kunth gethan war dem homeister", unnd er die sach mit synne wulten angreiffen®, die b. unnd comptores wurden unsinnigk unnd brachten auf zwe tausent mann, unnd4 fielen in die a) sio fehlt A, unter einander, der Rest fehlt C. L) a. d. k. von Polen B. ce) im v. st. B, i. e. kunft v. st.C. d) w,dakaueo.c. P.B, b. ». d., d. e. edelman von Polen C. eo) der v. 0. v. w., wonende b. d. st. Br. m. n. M. S,, gen. fehlt B, der b. Br. J. st. wonte m. n. Michal Kuschlawitzky, sein hoff v. d. b. abgobrantt wart, e. w. ©. f) von ©. g)aberC. h)’D. gq. fehlt B. i) w. fehlt B, b. i. h. daz BC. k)e. ihm v. BO. Di.d.ea.vord.Sb.zhB,bzu.hi.ev. d. 8. ©. m) dieweill ehr seine gutter a. d. v. gr. hette B, dan — der b. gr. g. ©. n) und sie ihm v..d. b. vorterbt waren B, s. d. b. ihme seynen hoff verbrennet hetten C. 0) v. a. d. gez. daz B, auch gez. v. a. dazC. p)d.o. w. g. gew. BC. qJv.e.i.C. r) aber k. br. daruber g.B, un. & i. k.br. C. s) g. u. fehlt A, der ganze Satz und — hette fehlt B. t) D. w. kn. f. sieh, d. b. h. fehlt B, f. d. w. C. u) un. fehlt, fr. i. u. ein bow. des zulamses B, fr. i.C. v)e.e.d.c.anu. fehlt BC. w) so s. m. i.n. B, alles n. C. x) den solte B, dan #. O. y) alles wieder b. B, x) w. er in Polen v. bh. B. a) w. dazu B. b) Anf .das z. m. a., u. fehlt B, u. man f.C, c) in A. ans hauen verbessert. d)n. fehlt B, u. m. n. i. alles, was er da hette C. e) die da h.B. f) Derhalben sich e. P.u.C.z.demM.v.B g)disC. h)ua. u. fehlt B. i)aufC. k)u. f. i.,d. kn. entr. B,d. kn. entr., aber i. 8. £.C. I) u. bow. i.:1. C.1.B, n. s. vorwartten i. 1.0.1.0. m).d. h. wart k.g8.B, w.d.h.k.g.C. n) m. seinen — angegriffen A, w. ce. d. s. sonlich angr. B. o) aber d. B, pP) n. fehlt B, br. z. t.m. a. BO. g) u. fehlt DB.
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Traet. XV. Cap. XIV. 8 8. 83 Coya, unnd* mechtig brannten und quamen wider mit grossem robet. Die verbranten und verderbten® Polen auf und das gantze compter- ampt verbrannten‘, und finngen wol®e 18 burger vom Colm in einem kindelbier. Disz die b. mechtig vor ein hon aufnamenf unnd flucheten dem homeister unnd losterten dene konig mit irem fridemachen unnd halten, wann? die b. meinten annders nit, der konig het es! bestalt, unnd man woltek wider in Polen. Sonder! der konig mit dem volcke quam ausz Littaw®, unnd man hielt® stille und man es fant, wie° der konig unschuldig were*, unnd wie auch der homeister es erlaubt hett, unnd® der Pole solte zu seim baue holtz hauen‘, sonn- *fol. 352. der" der cantzler wolt ane gelt den brieff des erleubnusz* nit schreiben, _ unnd dasz land zu Preussen darein* legten, unnd es stilleten, und“ der konig diser sachen nichts annam’, wan der schade war geschehen deın bischof von der Coya unnd dem abbte von der Crone, die da Teutsch” waren. 8 3. Von einer gotlichen bezalung eins gottesdienstbotten in disom*. Disen schaden vom einzoge quam’ bischoff Johannes Crapidolo furst von Oppeln”, unnd* zur Coya bischofl'), und den abbt von der Crone, allermeist, wan» ire dorffer wurde in alles verbrant, und“ disz war der bischoff®, den der homeister ins bischtumb Colmensee stiesz, unnd er den homeister vil man anhielt®, unndf er solt auff die Polen ziehens, aber mit der zeit die b. in von dem bischtumb Colmensee verjagtent, unnd er umb bette willen der furssten in der Schlesie a) u. fehlt B, n. br. sehr daselbst Ü. b) u. zogen heim m. gr. r.‘, e. k.m. gr. r. wilder heim B. e) vort. u. vorbr. B, u. vort. fehlt C. d) machten sich auch auf, v. d. e. a. Schwetza B, u.v.d.g.c.x.C. e)fehlt BO. f) Das namen d. gefangene vor e. grossen hon auf B, Dis .n. d. b. zu hertzen C. g) 1. d. fehlt C. h) dan BC. i)daz ©. k) sie w. B, u. w. CO. 1) Aber RO. m) k.m.d. v. a. L. BO. n) dah. m. B. 0) befandt auch, das B, u. bef. daz C. p) u. d. h. zu- gelassen h., daz B, u. daz e. d. h. a. erl. h. daz C. g) er solte bawholtz h. C. r) aber BC. ») d. br. d. e. 0. g. B. t) So legte sich d. 1. von Pr. darein B, von Pr. 1.2.d.C. m) at. e, u. fehlt BO. v) nahm sich d. a.n. an, dan BO. w) d. b. v.d.Q.g.u.d.a. v. d. Cr. C, welche Dentsche B. x) Wie der bischoff un. d. abtt über den homeister klugten B, in C fehlt die Leberschrift. y) Dis war der b. C., Diser obengedachter sch. geschahe am meisten J. Cr. B. z) Joanne Crapidulo B. a-—a) fehlt C. b) a. fehlt, dan B. c) alle B. d) u. fehlt B. e)u.e. v.d. bh. ormanete B. f} Jdaz BC. g)a.d.P.z.s.B,e. wioder d. P.x.C. h) v.i.d. b. BC, bısth. fehlt C. 1) Streitigkeiten mit dem Bischof Johann Cropidlo von Lesluu erwähnt Posilge 372 zu 1417, Die im vorigen Paragraph erzählte Motivirung scheint Grunaus Erfindung zu sein, 6’
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84 Traet. XV. Cap. XIV. $ 8, erlanngte* das Coyische bischtumb, unnd die b. da einzogen®, wie er es ihn® etwan hette gerattend, unnd es im nicht gefiel. Sof wurden *fol. 352b.es einst bischoff Johannes unnd der abbt von der Cronas,* unnd es dem konig clagten», unnd! der konig sprach, es ist tewerlich“, unnd'! ir seit grosse freundt mit den b. in Preussen gewesen”, in welchs ir umb got verdiennt hapt“, unnd so ir dan seit von beden teilen geist- liche, ir es woll wert? geistlich ausztragenn. Unnd sie wurden es einsz, und mit dem orden agirten“, unnd die sache zu Rom gewonnen”, unnd man legt in Preussen drey jar interdiet®, unnd* mit der zeit ein auspruch® zum lannde, sovil unnd ir” schult austruge umb der ver- seumnus” willen. In disem banne Weglef unnd Husses evangelium wider auff gienng*, unnd man muste auf keinen bann achten. Idoch der homeister wart? vom lannde und vielen b. darein gefurt*, unnd sich entscheite mit in®, und die Preussen zeiseten® 46 tausent Ungerische gulden. Von disem aber die b. unsinnig wurden auff den homeister unnd sein part, und sie alle verretertenf, unnd es quam, wies die b. undereinander bestet wurden im neyde und in sonder- lichem hasse auff die Preussen®, von ursach! umb der Preussen willen* der homeister viel ampt b. absatzte, die da me gewalt, dann gerechtigkeit übten!, von disen vil sich verschwuren®, dem homeister *fol. 3538. *nit gehorsam zu sein, viele in wolten ermorden®, viele° wolten in ab- setzen, und machten es wunderlich, und disz triben alle die, dier von den b. Francken weren, Bayrn unnd Schwaben und Voigtlennders, die annder b., welcher nacion sie weren‘, wurden von den andern® seer schlim gehaltenn,!) unnd* dise sich mit den Preussen vereinigtent, a) So erl. e. d. b. d. £ i. d. Schlesige B, u. ec. erl. aus b d. f. aus d. Schl. C. b) 80 zogen nu die b. hinein B. c) es fehlt C, ers B, etwa A. d) g.h. C. e)n.e.g.i.n. BC. N8i0A,DaC. g)b. J.u.d.av.d.Cr.eB. h)u.fehlt B, kl. ed. k. BC. i) u. fehlt BC. k) beschwerlich zu nrteilen B, offendar ©. 1) den B, daz C. m) seidt gew. C, hinter Preussen nochmals seit A. n) «derhalben i. das v. g. verd. h. B, i. welcher i. umb g.dis v.h.C. o)v.b. t. g. 8. C, sintemahl i. auch v. b. t.g.s. B. p) so B, werdet ir es auch woll BC. g) u.8.m.d. 0.OC. rnu.g.d.e z. B.C. So ag. sied.e.z2.R.B. 2) cin int 3j. laugk O, und erlangten, das m. a. Pr. 3 j.i.1. B. t—t) fehlt B. u) spruch A. v) u. fehlt C, er st. ir A. w) truge A, u. d, vorschmehung w. C. x) g. des Wiglefs und Hnssen ov. w. a. B, Weglauf A, daz Wigklifische u. Husaitisch ev. wiederumb aufg. C. y) das m. a. k. b. a. m. B, u. m. achte keines bannes C. 2) w. d.h. B. a) dahin BC, gebracht B, bewogen CO. b) daz e. s. m. i. ontscheidete BC. c) Darn 4, Pr. zeie. B. d) g. Ung. ©. e) Derenttwegen d. b. abermahl a.d. h.n.e.p.u.w.B,w.d.b. aber ganz und gahr u. O. f) u. scholten =. a. fur verrether O0. g) u. also k.e. daz C, fehlt B, dafür wurden auch B. h) daz die b. einander hasseten u. sonderlich d. Pr. O, w. auch i. s. h. n. u.a.d. Pr. b. B. i) der u. halben B, aus d.n.C. k) und u. d. Pr. w. C. 1) da fehlt B, ala ger. C. m) Darumb sich viel verschw. B, Deshalben v. e. ir vil C. n) etzliche B, w. i.e. BC. o) etz- liche B. p) u. fehlt, da» tr. d. b., welche B., a.. die C. q) hinter Schwaben nochmals weren A, welche waren B, Fr. B. Schw. u. V. BO. r) auch w. B. s) v. diesen B, den fehlt ©. t—-t) u.— v. fehlt I. 1) Dunziger O, Chr. Ss. r. Pr. IV. 379,
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Traot. XV. Cap. XV. $ 1. 8 und quam so weit, wen der compter sprach zu den verworffenen bruder*, b., kennestu nit capitelglocked, die b. sprachen, compter kennestu auch die ratglocke, unnd stund so? übel in dem° glauben der kirchen in einigheitf unnd in den henndlen der b. unnd der Preussen, ag unnd sies von auszwenndig fride hetten. Capitel XV. $ 1. Von eim handel aber mit den betlormonchen, und eins doctors, der ein husita war, unnd eiger!. Im jar 1431 am tag Johannis Evangeliste wart die pfarr zu Sanct Johanns zu Thorn! investirt eimk doctori Andres! Pfaffendorfi genaunt.!) Diszer im anndern tag darnach das creutz an sich nam®, und sintemal er doctor zu Praga war geworden® vom Jheronimo und Johanni Husz, er iren posicionibus gnug thette°,®) und *offentlich es? *fol. 353b. riet, in notten ein iglicher sie mochte anrueffen®, wan" sie weren hei- lige martter, gebrannt umb der warheit willen des evangelii‘, unnd? im newen jars tag sein evangelium auf thet", unnd gab in da’ ein new jar, von welchem wiert hernach folgen”, unnd sprach: unnd* a) das d. c. z. d. vorw. b. spr. B, wand. c. z. d. verachteten b. spr. Ü. b) auch die e. BC. ce) der b. anttwort B, spr. der b. C. d) so gahr B, also C. e) im B, des glaubens halben inc. Di.e. fehlt BC, der Rest des Paragraph fehlt C. g) auch u. s. A, den sie nur B. h) Von einem hussitiechen doctor B, aber a. ciger fehlt C. i) z. Th. d. pf. z. S. Joh. B. k) e. fehlt B. ]) Andrea B. m) Der n.d. a. t.d. d. cr. an s.B. n) u. fehlt, =, e. aber B. z. Pr. war d. word. BC. o) th. e. i. p. auch gn. B. th. ei. p. gn. C. p) es fehlt C, e. o. fehlt B. q) daseo. i.m. 2. i.n. anr. B,dase. i.i.2o.s.m.a.C. r) denB, danC©. e)diedan.b.d. w.w.d.eev.g.w.C. tu. feblt B. u) th. e.s. ev. a. B, predigte e. s. ev. C. v) u. g. dem folck B. w) welches folgen w. B. x) das B, fehlt C. 1) Für die Geschichte des Andreas Pfaßfendorf scheint Gr. der Dominicuner- tradition zu folgen (vgl, Töppen, Historiogruphie 149); die Namen der handelnden Personen sind beglaubigt, der Sachverhalt eryiebt sich aber aus den erhaltenen Urkunden gerade umgekehrt, wie ihn Gr, erzählt; vgl, Voigt, Gesch. Pr. Vil 556, Hirsch, St, Marien 115. 116. Auf der Königsberger Bibliothek befindet sich eine (leider ver- stümmelie) Entscheidung des Baseler Concils über die ketzerischen Sätze des Andreus Pfaffendorf. 2) Andreas Pfaffendorf olim plebanus in antiquo opido [Thorunensi] de et super nonnullis Hussitarum et aliorum heroticorum erroribus et artioulis fidem orthodoxam tangentibus piarum aurium offensivis per ipsum, ut dieitfur] in opido prediete, dogmaticatis fe... ... . .. religionis infamatus Aeisst es in der erwähnten Königsberger Urkunde.
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"fol. 34a. 86 Tract, XV. Cap. XV. 81. unns verfurt habenn so lannge zeit von dem glauben Jhesu die betler- monnche mit irem evangelio, das da mentschen gelernet haben*, und unns ein knechtische forcht gemacht unnd unns gezwungen®, disz zu lassen, und? gens zu thun, gleichwie etwan mentschen® umb das eine verthumbt und das ander geseeligt weren worden, und wir doch freys unnd nichts wan got dorften ansehen unnd thun, was uns gelustet®, unnd es so weit brachte!. das man die monnche von* Thorn im eloster Sanct Nicolay predieatorum! ausztrib!), wen® sie hetten in ein hussiarchen® genant. So er danne des° Teutschen ordens war, im der compter bey fielr auf die monche‘, idoch, man holleter sie wider, zwen auszgenomen’, die es gereth hetten, und die man wider? einnam, mussten schweren, dem doetori nit widrig zu sein in seinen pre- digenn“. *Sintteminal sein orden mit den Polenn soite im coneilio rechten”, so machtenn er traetatlein”, in welchem er der Polenn sach vorbracht auff den orden*, unnd sie durch raciones unnd schriften beder rechte zubrachtY und in allem beschlusz* er den Polen gab verloren®.?) Dis lobeten® viel b., viel auch nichts von im hielten, wann® sie meinten die Polen zue überwynden? mit worten, sonnder es krieges gezeug ımuszte thun®e. Vorausz es ihn misfiel sein tittel‘, den er® von sich schrib, unnd laut also: Doctor Andreas de Villa Presbiteri fauore divino ordinis divae Marie, Patrie lumen, domus theotonice numen et monachorurm dummen». udn. m. her. d. diem. kret b, ev h Rd.b m. hhau.vshzv. el. I (fehlt Bm. i.ev.d.d.m. ech GC bu fehlt BO bezw A du fehlt A. 0) gleiche als vor die m. B, die m. Ü. 1) gefellig were w. A, u. unıb d. a. selig wurden werden B, w. über d. a. ges. wurden B. g; da w. d. fr. sen B. b) u. th, w. u. wel. un. den g. ans. dorfen B., den x. dorffen C. i) u. fehlt B, br. e. e. w. BC. k) zu B. I) predieator A. m) den B, dan C. n) husse- rinchen A, hussiarcham B. 0) dieweil er des B. p) f. i.d. ec. b. BC. a) a. d. m. fehlt B, wieder dmC nb.m. BC. w)zw.a.B. t) u. fehlt, diem. aber w.B. u) d. d. i.s. pr. n. zuwieder sein B., daz sie d. d. n. wolten wielerwerttig sein i. s. pr. C. v)i.em. d.P.r = B. w) er fehlt, tractalein A. derhalben m. e. tr. B, dam. e. tr. C. x er fehlt, va. d. o.v.B, wider d. o. C Yaubracht A Ju fehlt, ia. b. aber B De. e.d.P.r. B b) loben C. co) den B, dau C. A) überwynnen A. Eine Negzation ist wohl zu ergänzen. e) aber kr. m. e. th. B, a. d. kr. ın. e. zu- vohrens th, ©.) Sonderlich m. i. 8. t. B.. Erstlich m. i. 8. 1.C. g)er selbet B. h) Andreis.. . . f. domino, numen fehlt A, favente divino B. N Das ist jedenfnils übertrieben, die Thorner Prediyermönche hetzien im (iegen- theil die Berälkerung geyen den Pfarrer auf. 2 Andreas Pfaffendurf vertheidigte in der That vor dem Baseler Concil 1433 die Ansprüche des Ordens, Voiyı VII. 64S.
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Tract XV. Cap. XV. 8 2. 87 $ 2. Wie im.der homelster briefl' gab, und“ er. solte ziehen Ins landt?, und predigen, und: disputieren das ovangelium®. Der homeister im beyfield unnd auf des doctors betee er im gab urlaub und schriftes, er solte zieben in ganntz Preussen und solte! predigen, was er wuste, wolt jemanndt wider in sein, er solt wit im disputieren, unnd wurd jemandt von im* überwunden und! nit tretten auf sein glauben, dem solte man das letste urtel sprechen von den stetten und *nit von den b. umb nachrede willen. Sonnder *fol. 354% got es fugte, wiem der b. uneinigheit unnd der Preussen verdriesz auff die b. verhinderte", sinttemal er des ordens war unnd stuck ein- furte®, die ein teil wider den orden waren, ein teil wider die Preussen, und nichts me man mochte mercken frucht? ausz seinen predigen, den’ vermerung ungehorsams und der* zwitracht im lande. In seinem umbziehen er quam* auf den Domninck gehn Danntzke", und’ sintte- mal da viel volck ausz vilen lauden war”, im tag assumpeionis Marie also sprach“: Lieben getrewenn meines hochwierdigsteu ordens, billich unnd wie ir euch’ vom irthumb der abgottereyen etwan hat” gebracht in einen warhafftigen schafstall des® glauben Jhesu, ausz welchem dieblich unnd verretterlich unns alle die heilige betlermonnch, wie die reussende wolffe, zerrissen und verstrewet* haben, unnd unns mentschen gesatz vor gottes gesetz haben“ vorgestimmet unnd unns sunde frot gemacht, diee doch nit sunde sein‘, damit, so sie nichts haben, ag wie es sie erbetlene, unnd wie die hungerige hundt umb-. lauffen®, unns sie! alle auf iren wan brechtenn*, damit mank ire *fol. 3558. messe und gebet! begertenn, unnd in almosz gebenn, welchs doch alles nur” schalckheit unnd erdicht ding ist, ich aber, der ich mein® tage nit mit pardecken, sonnder mit gutem gelde studiert habe, euch ein volkommene lehr wil thun zue disem Domninck°, wie ich amp verganngen neuen jarstag in meinem gots hausz zu Thorn gethan a) das B, fchit C. b)i.1. 2. BC. c—c) fehlt B, u. d. ov. pr., der Rest fehlt Ü. A). i. b. BC. e).a. seinc bete B. f)g. ei. BC. g) zulass, u. schr. fehlt B. °h) das e. durch g. Pr. z. ». B, i. 5. Pr. z. C. i) s. fehlt BC. k) als iom. m. ji. disputirte u. w. v. i. B, der solte Ü. lb; wulte aber B. m) aber g. f. es das BC. n) wieder d. b. dis vorh. C. o) u. £. st. mitt ein B. pet w.d.o.e t. w.d. Pr. waren C. q) eo mocht man nicht me fr. m. B. u. man kein fr. mehr a. 8. pr. vormerkte C. r) dan allein C, s) ungehorseam A, der fehlt B, des u. u. d. w.C. Uk.o. BC. u) zuD.B, gehn D.a. d. D.C. v) w fehlt Be w) n. nachdem vil v. a a. 1. alla w. ©. x) sprach er i. t. as. M. also BÜ. y) gleioh wie i., e. fehlt B, gleich w. u. er e. ©. 2) seidt B, gebr. bh. C. a) standthafftes! A. b) fehlt C. u. a. d. h. b. m. diebl. B. e) zerstr. C., geriss., u. verat. fehlt B. d) fehlt B. e) uns vor sunde zugerechnet das B, u. u. itzundt frot gem. A, u. u. &. gen. C. S) das doch n. =. ist B, da keine sindt ©. g) auch st. ag A, auf das — nur was 8. erb. B. Sie h. n.. num was 8, er. © b)u.kuw.dhh.C. i) sie fehlt A. damit kie ©. KK) damit fehlt, wir DB, daz wir ©. 3) und fehlt A. mt) alles fehlt, nu A., nurn alles C& n)anch A, allem. C. 0) wileuchz.d.D.ev.\kt.B,m.eev.ithz.d!. pi. auch aın B.
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88 Traot. XV. Cap. XV.8 2% habe*, unnd disz wil® beweren durch die heilige schrifft, unnd jemante were, der mit mir wolte arguiren‘, ich wil im stehen®, sonder‘! das feur soll unnser entscheider sein. Unnd disz sein die stucke: 1. Ein iglich mentsch, in wes secte er ist, so er ag® got an- riefft, er kank nit verloren werden an seiner seligheit!. 2. Der apostel Petrus in dem, undk er hat verleugnet und ver- schwören! Jhesum seinen hern, war im keine sunde®, wan® es so got het auszerseen, unnd solt so seyn von anbegynn°. 3. Welch prelat sein underthann gebeut? zu thun ader zu lassen, was man nit findet im evangelio‘, der ist ein verretter seiner underthann, und man ist im nichts schuldigr. 4. Davidt der konig® in der vermischung Betzaben unnd im *fo], 355b. lassen zuermorden iren man*, thet kein sunde®, wann’”* ein herr mag die” seinen gebrauchen, wie er wil“, sonnderlich so es in freuntschafft zugeht unnd ir! beder wille ist. 5. Urias ist unselig gestorben®, und er* seiner frawe nit ge- braucht und ir thet ir bettrecht®, mit disem° sollen leiden alle die“, die da nit halten gottes gebot®, gehet unnd vermehret euchf. 6. Alle dies in fiech, ink speise, in® wachs, in! liechtlein auf- stecken ir opfer thunk, felschen iren glauben, wan! sie bilde ehrn®, die got verbotten hat unnd vermaledeit®. 7. Alle gelubtnus der reise halben, und des fastens° sein ıner verdamlich, dan selig, vorausz ehelichenr leutten, wand sie in irer erafft geschwecht"r einer dem andern sein gebhur zu thun, welchs gots gebot ist von anbegyn®. 8. Alle die im sonntag in denn‘ clostern messe und predigt“ horen und nit in irer pfar, sein” im” banne der cristenheit unnd un- wierdig aller sacrament der kirchenn. 9. Es were kein bann vom bischoffe ader babst in hette dann“ ein landtherre und gemeiny der stette aufgenomen. a) fehlt B. b) das w.i. auch B, u. w. d.C. c) Obj. B,u. w. j. C. d) urgiren A, derhalben w. an. B, argumentiren w. C. e) in sehen A, dem w. i. antwortten B. f) aber BC. &) auch A, nur BC. h) k. e. BC. i) vordanpt nm w. a. s. e. fohlt ©. k) hatt in dem das B, sundigte in dem nit daz C. }) e. J. =. h. verleugnette u. verschworen B, e. verl. u. verschw. J. s. b. C. m) keine sunde begangen B. n) den B, dan C. o)e.».=. 8. u.g. h. e. v. a. also ausers. B, g. h. ec. also auser. u. ©. =. s. v. anfangk Ü. p) geb. =.u.C. gq) i. ev. n. f. B, dae da wieder daz ev.i.C. r) so ist m. i. a. n. sch. zu gehorsanıen B, os n. sch. z. th. C. s) den D., d. k. fehlt B (in B ist dieser Abschnitt mit dem vorigen verbunden). t) n. i. erm. ires mannes B, u. das er iren ınan lies toten C. u) sundigte nit ©. v) den B. danC. w) der BC. x) w. wolle ©. y) cs ihrer B. z) Was j. u. sterben A. a) darumb das er sich B, dan er ©. b) u. ihrer bitte nit gnngk tbette C. oJihmB. d)a.d.l.C. o)g. g.1.C, son. h.B. f) wachset C, u. mehret eo. BC. 8) ir opfer thun in B, d. so im C. h) fehlt BC. i) oder B, und CO. k) fehlt B, 1) den B, dan C. m)eb. BC. n)v.uv.b.B. o)inr. oder f. B. p) etlichen! A. q) den B, dan C. r) sie i. er. schwechen B. s) w. v. a. g. geb. i. B, w. g. g. v. anfangk C. t) denn fehlt C, d. i. d. kl. des sontages oder feyrtages B. u) pr. oder m. ©. v) die ». BC. w) in dem B. x) den B, es h. i. d. C. y) dieg. B.
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Traet, XV, Cap. XV. 8 3, 89 10. Beichten wer gut, und dorffte auch sagen, was im leidt were*, sonnder? die beichte* eim monnch gethann, wer, wie® die hundt *fol. 3562. ein annder flohen umb Johannes‘. 11. Wer da* dem bilde Jhesu im garttenn knyende, ader Marienbilde, wie sie Christum? auff ders schosz hat, ehrett+, der ist ein abgotter im glauben und ein verthumbter!. 12. Alles, was man legt auff ausserlichen diennst gottesk, ist alles verloren und verdemptlich!, wan® man es got stilet® unnd den vergenglichen dingen anhengett®. 13. Die priester aller, die da sein von iren hern in ir ampte gesatzt“, sein gleich wierdig* in iren bitten, unnd wen sie auch bey zehen frawen die nacht ligen*, und solcher stucke vil, unnd* sintte- mal die eltste monnche da musten sein“, er im sein dhorheit ansagte”, unnd in diese stucke unnd noch vil me gab in schrifiten”, unnd* sie mit im zu seiner zeit solten disputieren®, wen® doctor Pfaffendorf vormeinteb also die closter zu verstören°, unnd die monnch nomen es and umbs feur, wie er wolt®. & 3. Was von disem erbistten auff die monnche wart, und wie behendigclich sich der doctor entsatzt vor den monnchen‘. Die monnches von Danntzke, alsz die *weisse monncht, die graue *fol. 356). monnch unnd die schwartzen monche?) sich berietten! unnd* quamnen auf den! bestimpten tag, stunde unnd stelle, so” war auch der® doctor Pfaffendorff mit vielem voloke, die da waren°, unnd die publici notariip zwischen in, unnd das volck sich frewete?, unnd damit sie wolten wissen die warheit”. So®° hub an doctor Pfaffendorf und sprach: a) man solle auch bekennen, w. i. I. seyB, n. d. nurn s. w. einem 1. w.C. b) aber BC. ec) w. gleich als wen B. d) u, J. aus e. fl. B. e) fehlt B. f) Jhesum A. g) dem B. h) vorehret B. i) u. vordampt B. k) a. eus. g. d. wendett B, g. d. C. 1) vordamt B. m) den B, dan C. n)st.e. g. BC. 0) anhelt A,u.h.ead.v.d.a.B. p) A.d.pr.B. qJdiev.i.h.i.i.a.0.g-B. D®i.i.b. gl. w.B. 8) obs. a. gleiches d. n. b. z. fr. gelogen B, z. weybern ligen des nachts C. tu. fchlt B. u) m. alda s. C, m.d. s. B. v)er — ans. fchit B, zeigete e. i. sonderlich dis stuck aC. w)gei.d.stu.n.v.m.i.schr.g. B,u.n. v.m.i. achr. g. C. x) und sagte ihn an B, das BC. y) z.».2.m.i.B. z) davons.d.B. a)den B, dan C. h) meinte A. c) versören A. zestoren C. d) m. und nonnen os au A.d. m. aber n. o. an B, namens C. e) mitt ihm umbs feur zu disputieren B, auch u. f. w. e. w. C. f) anbitten, v. d. m. fehlt B, Wie d. m. m. Pfaffen- dorf disputiren C. g) Alle m. B. h) m. fehlt B. ji) d. gr. u. schw. b. s. BC. k) fehlt B. l) fehlt BC. m) do C, s. woll a. B. n) fehlt BC. o) auch war viell fulck zugegen B, d. aldo w. C. p) pupplio A, n. fehlt AC. g)d. v. aber fr.s.B, u. d. v. fr. es. C. r) u. bogerte d. w. zu w. B, das s. w. mochten d. w. C. a) Da B, So apr. d. Pf. B. 1) D. s. die Carmeliter, Minoriten und Predigerbrüder.
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*fol. 357a. 9% Tract. XV. Cap. XV. 83. Ir kukelpuben®, was ist our beger. Sie sprachen®: Wyrdiger her doctor, auf eur beger unnd antragen® wir sein hie‘, unnd mit euch disputieren® in forın unnd weiss, wie es euch gefelt, damit! nur ir- thumb dureh warheite werde erkanntt. In antwurt der doctor!: Ist under euch gotsnarren jemandt* ein doctor, die monnche sprechen! neyn, sonder sie es getrawen zu gatte”, unnd® sie im wol die warheit® underweisen? wollen. Er4 sprach: Unnd ıneinen hochwirdigsten orden disz ein vercleinerung ist, unnd ein solch loblich gliedmasz* mit lausigen gekapten und mit! partecken hengste nit in grossen und cleinen sachen hanndlen wiert“, den mit eim, der ein doctor der schrifft sein wiert”, unnd ich euch beschurn und gekapten esels mit den heis weg gehn”. Die monche giengen weck, und gemeinlich vom* volck alle im abefielen* und in doctor Tarant nannten), die monnche sich aber® besprachen, uund die weissen und die grauen sagten* den schwartzen® iren beystanndt auf, wan® sie wusten nit einen doctor zu bekommen“. Die .schwartzen monnche liessen® nit abe, unnd von Caınyn sie iren vicarien holten‘, der ein doctor wars, und diser quam auf bestimpten tag® und stelle! unnd stalte sich ınit andern monnchen seines ordens zuk disputieren. So! hub an doctor Pfaffendorff vor dem compter und alle seinen mitbrudern® unnd sprach: Ja monnch, soltu die totten wecken“, sag mir, wer® bistu, unnd warumb bistu hie. Der: monnch sprachr, unnd? ich tote:an der seele ınag erwecken’, das ist die craflt des evangelii Jhesu*; ‘so: bin ich bruder Petrus Wichman* ein monnch predicatorum unnd der heiligen schrift ein doctor von. Collen unnd ein" underweiser und busser der ketzer!) unnd’ bin hie mit such zu dispu- tieren die warheit des evangelii Jhesu, und wer da” wiert gefunden a) kugel bupfen B, kugel buben C. b) sagten B. =. 8. feblt C. c) anreitzea A. d)e. wh BC. oo me.zad. BC. HR aufdsB HDd.diewB hew.BC Ih Ddait,i. fehlt B. X) fehlt ©. 1) fehlt A, sagten B. m) es fehlt BC, zu fehlt C. n) das BC. 0) d. warh. woll BC. p) sagen C. q) Der doctor B. r) vereleinung A, M. h. o. i. 0. 6, v.. das B, Das i. m. h. o.ev.C. 8) gedechtaus! A. t) u.m. fehlt B, u) nit b. w.C. Y) dac.d. A, d. schr. ist C, w. 2». m. ed. d. schr. weder i. gr. n. i. kl. s. h. solte Be w) So h. i. e. geschoren u. gek. c. m. d. w. ziehen B, ui. h. ce. b. u. g. e. m. diesen beacheydt hinweg gehen C. x) das f. aber des mehren teils ev... abeB, ma. v. f.schier v.i.a.C. yJu.n.i.d. T.BC. z) fehlt B, berathschlagten s. abermals C. a) so B, 8. d. w. u. gr. monche BC, u. fehlt B. b) schw. munchen C. c) den B, dan C. d) zu uberkomen ©. oaber .B. f} sondern h.v.C.i.v.Buh0QC. g)d.wedB. I) u. er disen A. ehr kam RB. i) u. st. fehlt A. &) zu dem B. 1) Da C, so sprach d. Pf. B. m) 0. 8. b., u. spr. fehlt B. n) auferw. B, erw. C. 0) was A. p) antwortt B, q) das BC. rn) ım.a.d.scrw.C. s) Jh. fehlt C. t) fehlt A. u) e.fehltB. v) u. fehlt B. w) u, fehlt, w. denB. N)... . pater frater Petrus Wichmann sacre thoologie ac ordinis fratrun prodicatorum professor horotice pravitatis in eivitate et dioecosi Culmensi ot in aliis certis partibus illis finitimis [inquisitor] heisst es von ihn in der Königsberger
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Traet. XV. Cap. XV. 8 4. 9 der warheit widerrig*, der‘ soll leiden was recht ist; da® sprach doctor Pfaffendorff, so dunckt dich, unnd ich byn* ein ketzer*; der *fol. 3h7b. monnch sprach, so eur bestetter sin, so ist® wie eur handtschrift, so seit ir so wenig! ein ketzer, alsz ir seit ein menntsche. Von disemb schry doctor Pfaffendorf czetter uber gewalt, und bat den compter den monnch einzuuemen umb ein! solch honrede. Der compter war elug unnd sprach: es ist von euch angehaben, bewert ınitk der schrifft eur ıneinung, es sol wol geendet werdenn, unud man fieng an! die posiciones zu impugniren”, unnd gescheen vil reden, welche alle die publiei® beschreiben, unnd° dennoch gleichwol doctor Pfaffendorf seine eigene wortte unnd die schreiber strafet, unnd wart redargutus, damit? auch doetur Pfaffendorfft so zornig wiert, und nur czeter schry" uber die monche. Der monnch sprach, so* ezetter zu* schreien ein dispu- tieren were, so wurd man selten ein zornig® bosz weib überwynu- den, unnd’ disz wort nam der compter zu hertzen, unnd hiesz die monnch heimgehn, $ 4. Wie man die schwartzen monch im ganntzen lande durch- . echten umb des willen“. *Den anndern tag on alle verherung man satzte doctor Petrum* *lul. 359a. auf einen wagen, unnd hieszY in eylennde gehn Camyn fueren®, den andern monnchen man solche artickel vorsatzt*, wan® die monnche requirirten die publicie umb instrument in diser! sachen, und darzu quemen auch burger, und disz bezeugten. So’ quam auch ein ladung von bruder Petro, dem doctore unnd monnches, der mit doctor! Pfaffendorff gedisputiert! het, unndk er solt im gesteen vor dem babste, in der sache des glaubenns zu antwurten, unnd disz sich der a) wiedrig gel. w. B, gef. w. werden der w. zum. C. b) d. loyde BC, w. dor. i.C. DaB. d)dasi.o.k. b. BC. c)scin ao es A, bestetigter B. f} warlich ©. g)i. ». fehlt B, a. i.e.m. 8». C. h) Auf solchesB. ji}. fehlt B. k) eure m. C. 1) nach dem f. m. a.R. m) zu fehlt B, m. pugniern A. n).d. fehlt, puppliei A. o) u. fehlt B. p) daz BC. q) er auch C. ri schr. n. ez.B. ») won B, wan ©. t}) z. fehlt BC. u) z. fchli BC. v) u. fehlt B. w) W. m. derhalben, u. d. w. fehlt B. W.d. schw. m. u. d. w. i. g- 1, veracht wurden C. x) s. m. d. P. BC., 0. a. v. tehlt B. y) liesz A, hiessen B. z) faren BC. a) =. m. sn. f.C,d.— v. fehlt B. db) dan C. cd pubblio A. d) der C. e) b. d. C., dieweill d. and. m. d. publ. notarii req. u. instr. d. 8. halben u.d.b.esa bez. DB, f) DaC, ua. o.1.k.B. g) Doctor P., das ührige fehlt B. bh) damit A, m.d. d. B. i) disputirte B. k) u. fehlt C, das d. Pf. v. d. b. gest. =. B. Urkunde. Cöln bei (ir, ist entweder auf Culm zurückzuführen oder vielleicht eine Erinnerung des Dominicaners (srunau an die Cölner Prediyerbrüder, die zu seiner Zeit den Streit geyen Iteuchlin geführt halten.
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92 Traot. XV, Cap. XV. 8 4. homeister annam* unnd verbot zum ersten? bey leib unnd gut® den schwartzen monnchen in ganntz Preussen kein almosz zu geben. 2. Unnd wen? man sie begriff, im terminirn®, man solt! sie gefenngslich einsetzenn. 3. Bey verlust leib unnd guts, man solt# zu in nit geen, noch in ire closter, noch in ire kirchent, unnd mit in nit reden, unnd man in niderlegte! ir mesz, singen unnd* predigen, unnd* auchk leittenn, und was! sie dan” tettin in ire stifften. 4. Unnd welch burger den monchen wurde ein gezeugnus geben wider doctor Pfaffendorffe, den solte der hencker mit rutten mit schmacheit° ausz der stat treiben. 5. Unnd also die monnche nit erschlagen, unnd auch niemandt lassenr weg zien, sonnder man solt sie durch. hunger nottigenne, damit" sie treten in doetor Pfaffendorff secta, wie die anndern alle gethann hette. Sonndert got weisz, ausz welchem“ geiste, die monnche also geengstiget’, waren leichtes synnes und gleich ein lachen daran gaben”, die“ burger disz sahenn, in viele zuschlepten des nachtes aber’, vielleicht in der meynung, unnd Preussen® ein ursach hetten eins auffrhurs* auff die b., wen auch“ die verschmehe- ten b. fulen den monchen bey“, unnd sagten den Preussen, man thet in gewalt®. So weisz ich nit, ob es auch war wart, unnd® man sagte, wie die monnche ein gauntz viertel jar! in disen geschefften des nachtes haben gethann das gebett der schendung irer feinde alsk deus laudem mit andern psalmen'!), es wil mir nit! eyn, wan® ein solch gebet ist ia" wider gott, idoch, doctor Pfaffendorf unnd sein grosser patron b. Seiligerman von Ringelheim compter aufm Reden?) a) Zu fehlt B, das B, on. e.d. h. an BC. Lb) u. fehlt, v. derwegen z.c. B. c) b.l. u. g. fehlt B. d) U. fehlt B, wo BC. e) termiern A, i. t. b.C. f) so B,s. m. sie BC. %)s. m. BC. h) weder i. i. kl. oder k. B, geh. i. i. kl. oder k. C. i) eo legte m. i. auch B, u. m. verbott i. ©. k) fehle BO. 1) u. alles w. B. w) fehlt BC. n) w. d. m. B. wieder d. d. Pf. zeugn. w. geb., d. ın. fehlt C. 0) m. 8. fehlt BC. p) Man solde d. m. n. crsch. noch 1. w. z. B, u. auch nit l.h. z.C. q) a. mitt h. not B, aleo m. h.C. r) aufdasB. ss. tr, w.d.a.0.g.h.C. t) Aber BC. u)a. was BC. v) waren dennoch d. ın. in solcher beengstigung B, d. geengst. m. C. w)n.g. wio cl. d. B, u.g. nurn ce. 1. d.C. x) Ale dieB, d.b.e.d.C. y) zutrugen a. d. n. C, schl. =. i. v.d. n. z.B. z) in fchlt, das die Pr. B, v. daz die Pr. C. a) u. eincs a. a. d. b. h. B, wieder d. b. C. b) dan C, den B. c) a. fehlt B. d) auch bey B, d. m. beyf. C. ce) deu munch gew. C. f) ob dem in der thatt so war B. g) deu B, daz ©. h) daz C. i) solten e. v. j. laug — gehalten halıen B, solten d. n. — geth. h. C. k) also A. 1) aber n.C. m) den B, dan C. n) fehlt B. 0) auf im A, a. dem B, 1) Wieder eine Anspielung an Traect. IX. D. Cap. 11.82 1. S. 398, vyl. auch oben 8, 52, 2) Kommt unter den Comthuren von Reden, überhaupt unter den preussischen Gebietigern nicht vor,
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Tract. XV. Cap. XVLS$ 1. 93 wurde kranck unnd doctor® Pfaffendorf es solempniter protestiertP, wie er ketzerlich® gehandelt hete*, unnd es wer in der warheitd, wie *fol. 359. die monnche gesagt hetten, unnd liesz® sie bitten umb Marienn willen“, unds sie wolten zu im komen, und sie quamen, und er es in abebatht, unnd sie es auch! vergaben, und angesehent, wie er pro- testierte, unnd! er sterben wolte, wie ein doctor nach dem gesetze der= Romischen kirchen, unnd solt er leben®, er wolt es solempniter revocirn®, auf ein solches er es inn heim gabr, ob@ sie in wolten absolviern”, unnd® sie in absolvierten im namen gottes, unnd über etliche tag starb ert. Darnach von disem der homeister wart under- richt“, unnd er nam seinen’ bann von den monnchen, unnd dysz wertte mit” doctor Pfaffendorff und den monchen zwe jar lanng sechs wochen“, ‘) und die sache’ wart von den* Preussen genannt der bettler tanntz. Capitel XVI. $ 1. Von eim besondern ihamer, wie scheltbrieff wurden an- geschlagen auf den konig von Polen in Teutschlanden®. In disem tanntzen, alsz sich der homeister unnd seine anlege mit den betlermonchen bekommerten, wie gesagt ist wordend, der teuffel im durch seine partheyische b. ein solchen jamer unnd muhe stifftes, unnd es“ warffen sich zu hauffe funff comptores, als man sagt, die obristen und die eltsten comptores®, one bewust unnd willen des ho-*fol. 359b. meisters und seins capitels, die satzten artickel, und? schickten die in schandtbrieffens ins Romische reich, unnd# liessen sie anschlaen offenntlich" an alle kirchen und ratheusser*, unnd bautten auff a) in dem d. B. b) pr. e. sol C, solemptiter A. c) ketzerisch A, daz CO. d) a. i.d. w. also w. B. e)m. fehlt, ehr .B. f)u.M. w. b. B. g) daz BC, und sie quamen ın A am Rande, alsa.k.B. h)b.e. en i. abe B, un. er b. ea i.a.C. i)ihma.B,v.e. a.C. k) unang. A, u. fehlt ang. sein protestiren B. 1) daz B. m) fehlt A. n) a. e. aber l. B. 0) solempter A, so w. e. 8 B,r.solC. p) A.s.g.ei.h. B,g. ci. einheim O. gq) alee A. r)a. w. BC. s) u. fehlt B, a. 1.C. t) fehlt A. u) Darm. fehlt CO, w. d. h. hiervon a. B, v. d. w. d. h. u. ©. v) derhalben n- o. B, den b. C. w) Die sache zwischen B. x) 2 gantze j. CO, 1. fehlt, n. 6 w.B. y) d. ® fehlt B. z) den fehlt C. a) Cap. XVII in A., Wie a. d.'k. v. P. w. sch. angeschl. B, V. e. b. j., w. sch. a. w. wieder ©. b) w.g. i. w. fehlt B. c) d. t. — st. fehlt B. d) u. fehlt BO., es fehlt, zusammen B. 0) adelichsten, co. fehlt C, o. w. u. w.d. h. u. c. wie m. s. d. ob. u. adel. B. f) d. =. a. fehlt O, n. fehlt BC. g) standtbr. A, u. e. die gesatzten artickel ©. b) u. fehlt B. i)o. a O,o.an a. k. an- schl. B. k)so woll auch an die r. B. 1) 1430 u. 1431 nach Bitschin, Ss. r. Pr. III. 497. Der Tod Pfaffendorf’s ist erfunden; er vertrat wie bemerkt 1433 den Orden in Basel,
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*fol. 360a. 04 Tract. XV. Cap. XVI. 8 2. Wladislaum den konigk von Polen® uund aufl® den verstorbnen Witoltum groszfursst zu Littaw, wie! sie ungleubige hunde®, ver- retter, meineyder, unnd boszwicht werenn, und solcher sachen viel und lösterlich. Alien fursten unnd gemeinen, den dise brieff der schenndung vorkomen, die b. mechtig unbillichenf und in in entsetzt wurden unnd sprachen®, es sint undangbar leut, wen ia» immer, die Polen ir belener unnd stiffter in Preussen sein!. Forderlichk kayser Sigmundt disz zu hertzen nam!, unnd disz eigen wuste, wien es die Polen nit ungerochen liessen“. Dem konig von Polen° quamen diser brief zu handen, unnd es erfur, wie im also were‘, er versamelt sein reich und es in vorlegter, sinttemal die Preussen in abschnitten ir ehr’, sie wolten es ein ende wissenn*, unnd dem lande von“ Preussen aufsagen alle gute zuversehung”, nit von” den alten sachen, sonnder umb der newe lesterung willen“ auff sie gescheen?’ von iren b.* unnd herren, unnd brachten in iren synn* Sigmundt Staradub grosfursst in*® Littaw und Corbot denn furssten ausz derb Podolia unnd den Tatter von Pzetzbeym®, alle mit grossem volcke, in der meinung®, und® so sich die Teutschen furstenf der b. wurdenn annemen, man ein gewal- tigen einzog auff die Merckner unnd® Meiszner und annderstwo thun solte, went mit Ungern unnd Behmen stunden die Poleu im fride, unnd es auch aller Windischer nacion verdriesz! ein solche vercleine- rung* der iren zu thun!. Unnd die Polen erlanngten den Walach an= ire seitte, unnd war nu grosz pochen® von in®, unnd vermeinten® dreissig b. umb ein gulden zu verkeuffen in kurtzen“. 8 2. Wie man disen einzog verhinderte, und man lesterung solt lassen heweren von den brudern'. Alle furssten und herrn waren vonn disem*® versichert, was die Polen vorheten, sie es dem orden in Preussen schriben®, wurden sie” a) W. k.zuP.B. b) fehlt B. c) in ©. d) das ©. e) h. weren A. f) sehr O, unb. d. b. sehr B, g) u. w. i.i. ents. sprechende B. h) ja fehlt C. i) ». i. Pr. B. k) Fridericht A, Sonderlich Be )n.®k.8.2.h.8B,u.k.8.d.z.h.C. m) u. w. eygentlich daz C, weil er woli w., daz B. n) wurden u. lassen B, wurden lassen C. 0) v. P. fehlt C. p) dieC. q) u. — were fehlt B, es fehlt, daz C. rs) l.e.i. fur BC. a») i. e. ab. BC. t) derhalben w. e. e.e. machen B. u) zuC. v)a g. zuvorsicht a. B, a. g. z.a. 0. w) wegen B. x) w. fehlt A. y) ihnen beschehen C. 2) u. berietlien sich auf ©, Nahmen sich derwegen vor B. a) aus B. b) dor fehlt O. c) Petz- boym B, Pfetzboym C. d) v. zu bestellen d. m. B. e) u. fehlt BO, ob sich B. f) d. f. aus Toutschl. B. g) u. fehlt B, m. a. c. gr. einfahl th. a.d.M.u.M.u.a.C. h)den B, danC. i)u. fehlt, a. W. n. v. auch B. k) e. fehlt B, vercleinng A. Iı den ihrigen gethan B. m) D.P. e. a. die W. B, auf BC. n) gr. Polen ©. 0) under in B, fehlt C. p) u. sie v.C, u. fehlt B. q) i. k. ur. b.n.eg. zB. r) W.d.e. verhindert wardt B, daz m. die. v.d. b.s.bew. I.C. es) v..d. fehlt B. t) s. schr. c. (fehlt B.) d. o. BC, von Pr. C. u) s. w. C, w. dio fursten B.
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Traet. XV. Cap. XVI. 8 2. 9% von irem übermuth* ein schaden erlanngen, sovil undb sie umb irent willen hetten gethann, unnd° ınan sie in Preussen bestettigt hetten, sio wolten sovil® derzu thun, und®e man sie ausz Preussen jagte!, und der meinung viel im der kayser und der* landtmeister von Teutschen *fol. 360». lannden schriben®, unnd sie verwunderte!, was sie doch vor leutte weren. Der homeister berufftek ein capitel und gemeine tagfarth des lanndes im jar 1432 auf die! faszuacht unnd erbot” sein unschuldt, wie er nichts umb das® wuste, so begertte® er vom lannde einen guten rath. Die Preussen sprachen, im anfanng eurs ampts ir disz satzt und hielt?, man solte bey euch halten menner des landes“ in euren rat, unnd was die" mit euch beschliessen, das solt dem laundt wol und woe thun, hapt ir mit disem eine solche lesterungk* zu thun erdicht*, wir wollen es mit euch biessen®, ist es aber ausz übermuth ‚gescheen’ , verschafft” unns fride unnd sicherheit, sollen wir eur dienner“ sein. Da erschrack der homeister und die seinen’, idoch, sie funden dis” mittel, und :man solte schreiben dem kayser*, er solteb die sache stutzen, sie wusten alle nit umb disen hanndel®, sonuder sie wolten den Polen schicken, die funff comptores®, die den® jamer gestifft hetten, konndten disef dies artickel beweren, wolgut, konten sie aber nitt, man solte! sie dak straffen, wie gnade! erkennet. Der kayser vermochte den konig von Polen, unnd* er® verwillite auf *fol. 361a. unberichtige personnen 3echs®, unnd die die sachen mochten hinlegen®, unnd der tag wart gen Preslaw gelegt auf Johannisr, und man nit seumete. Sor nam der konig von Polen® sechs fromme herrn ausz. Merhern und dert Schlesie, der kayser vermochte den cardinal Johan- nem Domniei legatum in der Bohemer" sachen, Franciskum bischoff von Madona, hertzog Simon von Trappa, graff Ludwig von Ottingen, graff Steffan von Warodein!) unnd sonnst ein Ungerischen hern, unndY a) ihres ii. halben B. b) fehlt ©, so solten sie wissen, ob man gleichs B. c) g. h. daz C, h. fehlt, daz BC. d) 8. w. sie C, so w-. sic B. e) daz BC. f) e. a. gantz Pr. solten verjng. werden B. g) u. solcher m. v.C, etc. B. h)D.k. u. d. 1. aD. i. B, der Satz fehlt O. i) ca vorwanderise ihn B, u. vorw. sich C. k)Derhalben b. d. h. B. 1) fehit C. m) n. fehlt, zeigte ahn B. u) hievon n. B, darumb C. 0) dorwegen b. e. B, da b. 0. C. p)i.e. auch h., das m. B, habt i. d. eingesatzt, os aolten ©. q)i. e. r. =. bh. m. B, bey euch etzliche m. d. l. seini.e r.C. r) u. fehlt B, dieseibigen CO. s) h. i. den m. solchem rathe dise I. B. t) erdacht C, beschlossen z. th. B. u) wer wolt A, so w. w. e. b. B. v) bescheen C. w) so v. B. x) s. w. anders e. undertban B. y) Von disem co. d. h. mit den a. C. z) das A. a) das m. d. k. schr. 8. B, m. s. d. k. achr. Ü. b) woldeB. c) dns. a.n.w.w.B. denh.BC. d)d. f.c.sch.SC. e) diesen. f} sieBÜ. g) diese C. b) woa.n.BC. ie. m.C,so« m. B. k)alda C. 1) ihro gn. B. m) =. fehlt, der B. n) das 6 unvordechtige p. B. 0) m.d.s.h. B,d.dam.d.».h. C. p) auf fehlt A, u. fohlt, d. t. w. a. 8. J. g. Br.g. B. g) i. wardt n. geseumet B,u.m.8.n.C. r)DaC. a») v.P. fehlt B. t) fehlt BC. u) Bremer! A. v).u. fehlt BC, 1) Aus diesen Namen ergiebt sich Grunaws Quelle für dies ganz entstellte 16. Cupitel, Posilge 383 nennt zu 1419 Praymko von Troppau und Ludwig von
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*fol. 361b. 9% Tract. XV. Cap. XVL $ 3. dise quamen die sach der lesterung zu entscheiden. So* wurden die funff comptores, die® die lesterung hetten gedicht*, vom wmererm teil gezwungen vom capiteld, unnd® sie solten ziehen und sich verant- wurten. Von disemf viele der® b. des grossen adels flucheten, und man ein solch! edel blut auf die fleischbanck gebek zu vergiessen!, es wurde nit ehe besser, dann® den homeister in stucken geteilt”, unnd seim anhang zu fressen geben, unnd° also mocht? ein wyrdiger adel bey ehre pleiben, unnd sich mit einander verschriben ir wol 82 b.ı, wurd got den funfien helffen’, und® sie vom tag heimkommen, sie wolten* den homeister absetzen‘, und damit es denn“ funff wol gienng”, man het mit ernst* gebotten pfaffen unnd monnchen”, messe zu singen, unnd das gemeine gebett vor sie zu thun, damit” in got verleihe den heiligen geist’. Unnd disz war me wann wunder, unnd sie in kurtzen tagen messe und pfaffen unnd monnchen verdampte*, itzundt sie in aber dieb messen befulenn, unnd disz dem homeister alles zu trutze unnd zu spotte wart erkannt*. 8 3. Wie da lautten die artickel der lesterung und Irer bewerung auff die Polen von den b.? Im anfanng® alsz die comptores vortraten die artickel zu be- weren‘, b.e Cuno von Hillenstein compter auf der Mymmel, welchert das wort furte vor die annderns, disz protestierte!, wie noch der herr homeister*, noch jemandt vom capitel me!, dann dise funff alhie gegenwertigk=, von den artickeln wuste, im anfanng®, unnd haben die a) Da C. db) welche B. c)g. h. B, erdicht ©. d) im c. gezw. B, v. c. fehlt C, e) u. fehlt BO. f) Auf solchen B. g) die A, tehlt B. h) das BO. i)e. o.B, e, fahlt C. k) geben wolte B. )) z. v. fehlt BO, m) bies B. n) zert. C, der h. wurde i. st. g. B. o) u. fehlt BC. p) m. den B. q) auf solches v. 5.82 b.B,u.v.«. w. 82 bo. m..e. C. r) diesen 5 compturs h. C. #») das BO. t) eo w.#. B. u) Auf das os aber B. v) erg. C. w) geb. ın. m. e. den B, h. m. ın. e. allen pf. on. m. geb. C, x) auf das B, das ©. y) wolle d. h. g. vorleihen C. z) vonn w. A, denn w.O,D. w. m. zu vorw. B. a) den v. k. t. vord. s. m. pf. u. m. B, das s. vor k. t. m. pf. u. m. v. heiten C. b) a. fehlt A, a. bef. s. i. wioderamb O. co) zu fehlt, e w.C, u. dad. b.z. tr u.=sp, wo feblt B. d) W.d. =.d. 1. a. d, P. lauten B, V.d.a.d. 1. u. i. bew. CO. o) J.a. fehlt B. f) a. d. ec. d. &. bew. solten C. g) furte das wort b. B, trat herfur b. CO. h) w. — a. fehlt B. i) der pr. B, u. pr. d. C. k) das weder BC, herr fehlt B. 1) m. v. c, B, von dem O. m) als d. f., a. g. fehlt B. n) i. a. fehlt B, i. a. v. diesen a. w. C. Otiingen ala Gesandie des Kaisers an den Orden, ebendaselbst werden auch zwei nicht genannte Legaten (es waren die Bischöfe Jacob von Spoleto und Ferdinand von Lucca, Voigt VII. 340 ff.) erwähnt, Gr. ergänzt die Namen nach eigener Erfindung.
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Tract. XV. Cap. XVI. 8 3. 97 artickel an der lesterung von wort zu wort* und sie verzaltenn und also bewerten®, wie hernach volgt.') 1. Wladislaus der konig® und Witolto unserm“ wyrdigen orden nie volkomlich haben gehalten vertrag, fride und verwillegung mit in von unns und den unsern® gemacht und verbrieffet, sonder wan sie besser mochten, sie haben? brieff* und zusage gebrochen, unnd disze *fol. 362. gehort traulosen schelmen an, und da auffgelegten copien solcher sachent. 2 Der konig Kynstoto von Littaw suchte zu totten Wladislaw, alda Jagello genannt, itzunt konig zu Polen, er quam zu demk loblichen b. Connrat Teyber von Weallenrot?) unnd! begert seine genade und gelobete oristen zu werden, unnd”= er wart beschutzt, sonder“ der tauffe er nie gedacht, dann da er sichere wuste, unnd solt? konig sein, ausz’” was meynung er sich da liesz tauffen®, das wesz ert. 3. Witolto vil mal, so in diser Wladislaus zu morden suchte, er in Preussen quam"®, unnd damit” ® unser gnad sicher were, er sich verschwur" unnd verschrib lant und leuth von Littau vor unser mhue* mit im’ im einhelffen wolt zueigen unnd geben“. So sie sich heimlich gefreunteten“, er heimlich wegk zog®, unnd unns noch wort noch brieff hat gehalten®. 4. Witolto zu vier mal ist“ in unnser beschirmung genomen, 50° er von seinen feindenf ist übermannet®, so er es aber besser wuste a) da wurden d. a. d. 1. vorzalt B, u. vorz. d.a. d.1.v.w. 2.w. C. b) u. sie b. dieselben also C. c) d k. WI. B. d) haben u. BC, ce) unserigen B. f) h.s. BC. g)desB. h). d.a.ces»B,u1.dac.a.a.e.C. i)z. ratten W. J. g. zum k.! A, W. zu der zeit B, W. a. J. g- i. k. z. P. wolt t.C. k) den A, zum B. 1) u. fehlt B. m) u. fehlt B. n) aber BC. 0) e. fehlt B,g.e.n.C. p) sich st. sicher A, else. aber «. B. gq)dascr solteB. r) aufB. »)t. 1. BC. s)w.har A u)W.xk.v.m.i. Pr., weni. d. Wi. s. z. m. B, wan i. d. WI. z. erm. s., i. Pr. k. C. v) auf daso. aber B, u. das ©. w) or fehlt A, v.e. s. CO. x) fehlt, dafür uns zu eigen zu geben C. y) m. i. gehabt ©. z) wen wir im wieder einhulfen B. a) So balde sie sich aber wieder- umb h. befr. B, Also gefr.=. ..h.C. b) z.e.h.w. B,undz.w.C. c) u. n. weder w. n. br. h. g6,uwbuwwnbgB d)i.vmB,i zvm.Ü. e wenB,doC. f) freunden A. g) ü. war B, ü. geworden Ü. 1) Die im Folgenden mitgetheilten „Artikel der Lästerung‘‘ stammen aus dem Rundschreiben des Ordens von 1409, welches Posilge 306 ff. mitgetheilt, Es entsprechen Grunau 1 = Posüge 15 (8. 310), 2 = 9 (308), 3, 4, 5 = 10 (308, 309), 6=4 u. 10 (306, 308), 8= 3 (306), 7 = 14 (310), 11 =8 (308), 9 u. 10 hat Gr. selbst hinzugefügt. 2) Conrad Zollner v. Roienstein nennt Posilge, Simon Grunsu II. 7
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*fol, 362b. "fol, 363a. 98 Traet. XV. Cap. XVI. 8 3, unnd mochte“, er verriet die dienner, die im ein wyrdiger orden verliehen het, in den tott, und sich zue den seinen machte‘, unnd mit in auff uns zoch kriegennde.. 5. *Zum funfften mal im blutte der unschuldigen er quam® mit weib und kyndt von seinen feinden zu unns und unser gnad unnd hilffe begerttes, und® b. Conrat Zolner von Rotennstein homeister in auffnam! unnd in satzte* auff heusser! unnsers ordenns, damit® er sein verreterlich hertz mochte verhalten». Er liesz sich° auff Cremitten *) dem hauszP nach Romischer weise tauffen unnd Alexandrum nennen“, dergleichen auch seine fraw tett" mit iren kynndern, unnd unns ver- schriben ir landt und leuth von Sameyten, unnd wir im hulffen® nach willen, er sich“ mit Wladislaus itzunt konig zu Polen heimlich vereinte unnd unns enttran’ und” verbrannte Ritterswerder?) und Jorgenberg die heusser, in gutem vertrauen“, und nam’, was da war, und* mit seinem weibe, wie ein dieb unnd verretter, entlieff unnd zog auf unns kriegende*. 6. Unnd® er unns mit eim soleken® entlieff, quam ehr? zum® furssten von der Moschka, unnd damit er auch‘ seine gnade hettes, er im tage Ephiphanie sich wie ein Reusz im Jordan liesz tauffen®, und im sein nam plib Alexannder!. T. *Wladislaus der konig* unnd Alexander Witolt der grosfurst! sint solche eristliche furssten, damit so” ein heide under in getaufft® criste wiert, im Reuschen glauben werden getaufft‘, damit? sie eigen leutt mogen haben“, a) verm. C, ». baldo er a. b.m. u. w.B. b) v.o. BC. c) u. fehlt B, m. e. 2. d. 8. BC. d)u.x2.mi.kr.e u. B, u. z. dann wieder u. zu kriegen C. oc) ke. C,ke.m.w.u. k.i. bl. d.u. B. f) fehlt B. g) bogerende B. h) da nahm in B. i) aufB,n. i.a.C. k)un.fehltB, e. i. BC, 1) a. etzliche h. C. m) auf das e. aber B. n) erhalten C. o) l.e.s. BO. p) d.h. Cr. B. q) nennten A. r) dergl. tb. a. 8. hausfrau B, d.t.a.»=f.C. we. v.u.1.B. t) h. i. B, h.ihnen C. u) mittdem B ev... h. m. Wl.itz.k. z.P.C, dem k. z.P. B. v) und fehlt B, e. u. BC. w) u. fehlt B. x) i.g. v.d.h. BR. u. J.B, d. h., so ihm vortrawet ©. y) ehr n.B. z) u. fehlt BC, entl.m.B. a) u z. kr.a. u. B, u. z. wieder u. zu kriegen C. b) Als BC. c) m. a. raube B. d)e. fehlt A. ©) zu den B. f) daz er aber B. g) gn. haben mochte B h) l.e. 8.BC, a. t. EwB.i.Jt.BtweRetEiJ.C. )uwenbl.i.A.Buibl.e.nm.A.0. k)d. k.W.B. ))d.g. fehlt B. m)d. fehlt, wen B. n)g. fehlt B. o)i. fehlt A, w. siei. BR. g. 8. B, wi.hi.BRgg.C. p)aafdasB, dasC. ynumeLO,meLlhB. 1) Zu Tapiau Posilge L. c. 2) Marienwerder Posilge |, c,
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Traet. XV. Cap. XVI 83, 99° 8. Wladislaus der konig von Polen, wie ein cristlicher konig er ist*, man merckeb seine° erste ehe, unndd er mit gewalt die erlauchte® konigin fraw Hedwich! zur ehe nam, da umbe ungetreuigkeit der Polen ir loblichert konig Wilhelmus war gewichen! in sein vatter- lanndt Österreich. 9. Wiladislaus der konigk unabgesagter sachen in Preussen furte! ein unzegliche versammlung der heiden, unnd sie unns mit eim vor- teil niderlegtenn die unnsern“, unnd sie vor dan die heilige sacrament Jhesu geschmecht habenn® und sie° mitt fiessen getretten, und übten mit? unschuldigen kyundlein, wie es den heidnischen® hunden an- gehortt. 10r Wladislaus der konig* sich ungetreulich hielt!, da im wart gelt zugesprochenn, umb so eingenomen’ schlesser in Preussen, unnd er solt damit geben” unserg, ernvhesten b. unnsers ordenns“, unnd disz er nit thettY, sonnder umb ein gelt sie unns verkaufte", unnd dannoch* gleichwol die b. im* gefengknus von denn besten er lieszb *fol. 363b. erwirgen. 11. Sint® der zeit sich der konig mit den seinen rumet@ hern zu Preussen®, und dochf ir tag nit ein schweinstal im lande gewonnen habene, ag darzut in verretter geholffen habenn!, disz sie habenk innen gehapt. Unnd! solt wir etwas guttes, adeliches, furstlichs, cristlichs” sagen von in", wir es in unnsern gewissen nit finden®, so sie agP stets mit verrettern, dieben, buben ir sach haben gehanndelt“, unnd was solt wirr von den fruchten gutt sagen, so doch" die beume laster volt gewesen sein. Wann® Ormane unnd Kynstoto, Wladislai a) W. e. chr. k. WI. Jagello i., das B, chr. furst e. i. ©. b) merk. m. BC. c) aus s. B. d) den B, das C. e) irlauchtigste B. f) fr. fehlt, Hedwigis B, k. von Polen fr. H.C. g) der- halben B, darumb A. h) loblichater A. i) w. fehlt, wiche BB k) D.k. WI.B. D f.i. Pr. B, i. Pr.oe.u.v.d.h.f.C. m) uns mit den un m.e.v.n. 1.0, dieLlme.v. diew.n.B n)u. feblt, v. h. ». d. h. s. J. geschendet u. g. C. B., d. h. ». h. 8. vorschm. B. o) fehlt B. p) nı. den B, in gewald. C. q) heidischen A. r) 10 m. 11. sind in BO. umgokehrt gestellt. s) d. k. WI. B, d. k. fehlt C. t) h. s. u. BC. u) das i. eing. z. w. Ü. v) vor dio e. B, wegen e. C. w) dagegen 3. e. B, das e. dieselben sampt C. x) 0. 8.g. C. y)dasth.e.n. BO. z) so. 8. u.cr.e.g.v.B, 8. v. sie u. u. 0. g. C. a) darnach Ö., denn. e. d.b.b. i.g. erw. B. b) l.e. €. o) Nach C. d)ramen B,r.e.d.k.m. d.s.C. e) berr z. Pr. B, einen h. in Pr. C. f) u. fehlt B, sosied.C. g)h. fehlt B. h) auch der zeit A, allein dazu B, nurn dazu C. i) h. fehlt B. k) Das h. s. B, dasselb bh.s.C. 1) feblteB. m)under. C. n)v.i.s.BC. owf.ei.ug.n.B, #.w. co. doch n. i. @.g.C. p)ay =. auch A, =.s. num 0, s. . doch B. g) geh. b.C. r) u. fehlt, w. a. man B. s) doch fehl$"A. t) v. 1. BC. u) den B, dan C. es
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fol, 3648. 100 Tract. XV. Cap, XVI, 8 3. des koniges*, und Witolti eltern, in der zeit, dab mein wyrdiger orden sie durch krieg drennck®, und nu nahent? war, unnd® sie Romi- scher kirchenf gebot hetten must# halten, sy erlangten® ein brieff uber unns, und wir sie mit fride mussen lassen‘, in welchem zu eim schein sie begerten vom kayser Carolo IV, unnd sie mochten underweiser im glauben haben!, und in wart gesatzt= Ernestus ertz- bischoff zu Maydenborg!) unnd hertzog Bolko vonn der Schweydenitz®, unnd° sie quamen, unnd disen unglaubigen hunden ansagten?, wiet sie auff ir begern da weren kommen”, unnd sie solten sich be- denncken®, wan* es grosz unnd selig were“ cristen zu werden. Den’ anndern tag Ormano” kayserlicher botschafft* ein solch verretterlich antwurt? gab, unnd sie eg® hetten begert, unnd® man sie wolte under- weysen im® glauben gemeiner cristlicher kirchen®, sonnder sintteınal so esd ein grosses wer unnd ein seliges®, eine grosse sachen anzu- heben, sie itzunt nit beratten werenf, unnd es solte selig sein®, sie es wolten basz erfaren&, sie mochten heim ziehen, wan sie wolten, unnd also in spot den loblichen menner one errung liessen weck ziehenk, und sich in disem bemannetenn!, wiewol es in gott= und unnser ritterlich hanndt vergilt. Unnd sprach": wie wol der stucke noch vil mer sein, unnd° von unns colerlich mogen mit lebendigen zeugen bewert werden?, und es unns nit mochte helffen®, wir" es durch ein ritterlich kempfen weiter wurden® beweren. Und so hort auf zu reden vor int, a)d.k. W.B. b)i.d.z. fehlt B, als BC. c) mit kr. B, zwang ©. d) u.so B, u. wie A. e) das BO. f) der R.k. B. g) mussen BO. h) e. 8. B. i) das w. s. (fehlt C) m. zu fr. 1. BC. k) den i. sch. b.».v.k.0.4.B,a.z.0.8.v.k.C.4b.C. 1) dass. i.gl. m. BC, u. h. B, under- weiset werden C. m)i, w. geschieckt B. n) bischof B, u. i.w. E. e. v. M.n. h. B. v. d. Schw. geschickt O. 0) als B. p) s. sie den u. h. an B. g) das B, r) w. dahin k. BC. s) u. fehlt B, u. das a. sich eolt. b. C. t) den B, dan C. u) es fehlt A, e. w. g. u. 8. BC, e. chr. z. w.C. v) Auf d.B. w) darnach O.C, gab O.B, x)derk.b.C. y)s.e. a, v. fehlt B. z) das s. h. BC, e. fehlt B. 8) das ©. b) underwiesen zu werden B. c) ist also B. d)s. es aber B, abere.C. e) eu. e, a. fehlt B. f) w. =. i. u. b. oe. gr. 8. BO, anzugehen C. g) das es aber 8. sey B, u. 8. a. sel. s. C. h) w. s. vorhin b. B, 3. w.eserf. C. i) wen B. k) u. 1. also d. l. m. i. ap. ahn e. BC, heiın z. C. }) unter dem e. sich aber C. B, u. in desz b. sie s. CO. m) gar! A. n) Ehr spr. wieter B, fehlt ©. 0) die B. p) m. 1. z. (gezeugen C) m. b. w. BC. g) e. a. abor vielleicht n. h.m. B, n. soeun.m.h.C. r) so B, wollen w. BC. 8) w. fehlt BC. t) Damitt he. s. z.r., v.i. fehlt B,u.haloav.iz.rC. 1) von Prag Posilge I. e. en
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Traot. XV. Cap. XVI. 8 4, 101 $ 4. Wie sich die Polen verantwurten In diser lösterung* aufs itzlich punctb angetragen.‘) *So war da° im namen des konigs von Polen der junge Otto *fol, 364b. Kittelitz, des konigs hofmeister®, mit vier doctoribus, und Otto sprach also: Sinttemal, hochgeborene herrnf, disze protestiert ist, unndt der homeister in! Preussen und sein capitel nichts umb dise lesterung weis, dann dise* gottvergesser, so mercke, wie! geistliche hertzen disz sein, unnd® sie an wust unnd wille, irer oberheit° ein? solchen jamer stifften. So ist das? ein erfarnus”, in den® geschefften der welt, welch man ein* betler zum herrn macht, dan er mit der zeit" eintzwar” ein” verreter ader* verlesterer ader vertreiber” haben wert”, so auch geschicht* kho. mt. von Polen, sint denneb, dise, die betler sein ge- wesen, von den Polen: zu hern sein gemacht gewordenn® durch die verlenung des landts zu Preussen. Damit? aber übermuttigen? keiners ehre wert, des namens geistlich, des cleides monchisch? mennir mochte geantwurt werden: Ich sage auf! das erste, undk Wladislaus mein erlauchster herr! konig, wie ein frommer mit Witolto haben gehalten zusage, fride, unnd verschreibung", sonder die b.” von Preussen, wie* schelme, wen *fol. 365a. sie nu ins lanndt quamen, wollen in? ein namen machen, unnd ireı leutte von Littaw fienngen und berobeten, damit* die herrschafft gleichwie mit gewalt, es muste weren*, unnd sie“ den b. das wenigste nit” mochten vertrawen, wen” ein sie zue ziel setzten, damit er krie- gen mochte, der historien vil. 2. Unnd* Wladislaus der b. von Preussen hilff genosz, in den zeitten der noth, wie gesagt ist wordenn’, unnd er verzeih seine tauffe* nit umb des* reichs willen, sonnder umb besser underweissung, a) i. d. sache v., das übrige fehlt B. b) a. alle angetragene p. CO. o) alda C. d) v. P. fehlt BB Jhom. A. Nh.h.s.B, 5. den h. 1. C, g)d. fohlt B. h) das B. ji) aus B. k) allein d. B. 1) welche BC. m) das C. n) das BC. o) obrigkeit BC. p) e. fehlt B. q) dies C. r) erfarenes B. erfarung C. s) d. fehlt C. t) welcher BC, m. fehlt B. u) d. wirdt e. m. d. z. BC. v) e. fehlt B, entweder ©. w)zumB. x)o. fehlt BC, lesteror ©. y) vertribener! A. z) w. fehlt BO, schelten u. halten. a)s. g. a. B, also g. a. ©. b) sintemal B, nachdem. c)v.d. P,d.b.8.g. A,s0 b. B, und v.d.P.C. d) g. fehlt A, 2. g. fehlt B, 8. fehlt C” e) auf dae B. f) den üb. C. g) die k.B, b)d.,elL m. undd.n.g.C. i) 8.i.B, So e. i. und antworte CO. k) das BC. ]) fehlt B. m) h. ge- handelt fr. zn. v.g. B, z. fr. u. v. geh. h. C. n) aber BC, b. fehlt B. 0) den als, nu fehlt B, dan C. p) sie sich B, s. in ©. q) me st. ire A, u. fehlt B. r) fehlt A. s) das derhalben B, das C. t) gl. w. fehlt, m. g. w. m. B,w.m.g. w.m.C. u)a. fehlt B. v) n.d. w. BC. w) Der Rest des Abschnittes fehlt BC. x) das B, y) w. fehlt B, gew. C. z) v.e.e.t. B. a) des fehlt, reicht A, unbe ©. 1) Die polnische Erwiderung beruht nur auf Grunau,
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102 Traet, XV. Cap. XVI. 3 4. welche im die b. nit kunten thun, angesehen, und® ir hertz wart zum blutvergiessen geneigett®, und auch die b.° in nie? hertzlich er- suchten, wie die Polen. 3. Von Witolto sie mogen® sagen, was sie wolten, erf ist in got verstorbenn, unnd von im gericht, darumb, in was meinung er etlich ding gethann, ist mir nit moglich zu wissens, wen® ınan von allen seinen sachen nit findet geschriben‘. Eins ich wol weisz, unnd* er nit umb gethane hilff auf! sie zog, sonnder umb angelegte laster von den b.” in der zeit, da er bey in war im geleit", unnd das seine boyarn one sein wust und willen tetten°. 4. *Unnd von der tauffe auf Cremitten, unnd sie geschachr, ist war, in was namen“, disz got itzt allein weiszt‘, er dem orden Samayten verschrib®, und hilt est, aber die b. umb irer hurerey* willenn wurden verjagdt”, und man sie nymme aufnemen wolte”, was mocht es“ Wi- toltus, undY er sich Wladislao® vereinigte, in nott* dranng, wann» die b. in verretterten nach willen®, undd die schlosser wurden ver- brannt, das war nit sein befel, sonnder seines weibes bruder, der disz teth, unnd er® mag es wolf verantwurten, unds die fraw heimlich entgienng, war® die ursach, unnd! sie irer ehre nit sicher war mit iren* jungkfrawen vor! den b. auf Cremitten. 5. Vom glauben irer” underthan, und irer tauffe, mag ich das sagen, wie” Cristus niemandt zu der tauffe hat gezwungen®, vil weniger es im anstend zu thunP, s0@ man liebe nyemandt sol eindringen. 6. Wladislaus wart versichert von zeugwierdigen leutten’, und® Wilhelmus der verloffnet konig von Polen wer ertrunken in der Thonawt, nach welchem er die konigin, wie ein erbe’ ceristlich begerte, unnd nam zuer ehe”, diser botschafft halben sein brief und gezeugnus vom hern. a) das BC. b) g. fehlt A, z.b.g.w B c)d.b.a.B. dä) soat.nieB. eo) V. W. m. 5. B,8.m.8.v.W.C. f)deno.B. g)i. m. unwissende B. h) den B, dan ©. i)g. f.B. k) weis i. w. C, das BC. 1) wieder €. m) v. d. b. fehlt B. n) i. g. w. B, ihm geleistet C. o) u. d. th. B, bewust C. p) Das d. t.a. Or. g. B, dass. g. C. g) meinung BC. r) das w. g. a.,i. fehlt B, das wg.i.2.0C. s)ev.denb.S.B,e. v.d.o. das landt S.C. t)e. fehlt A, hiltse B. u) hurey A. vywuih w.v.B. w)das mans. nicht wieder a. w. B,u.m. w.8.n. 2.0. x) w. kundto W. dazu B. y) das BC. z) Witolto A, d. sich WI]. der konig voreinigett mit With. B. a)dien. B, da dr. i.d.u.zuC. b)den B, danC. ce) v.i.n. irem w. C, d) das B. e) der B. f) w. fehlt BC. #) das BC. I) dann dis w. C. i) das BC. k) sampt den B. 1) von A. m) der BC. n)dasB. o) zur B,n. h. zurt.g. C. p) angehort, z. th, fehlt B, st. e. i.a. z.th.C. qydenB. r)w. v. 2. 1. vers. B. e) daz B. t) vorlauffene BC. u) i.d. Th. e. vortr. B. v) w.e.e. fehlt Be w) u. s. z. u. BC. nn mm mm DB ns m
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Tract. XV, Cap. XVI. 8 4, 103 T. *Unnd* er ein folek in Preussen furtte und» ein feltschlaen ge- "fol. 366. wan und disz on vorteil, ist war‘, von irem unglauben ist nit zu sachen, so? man wol ungetrawe cristen mit unglaubigen mennern mag stillen®. Unnd! die unglaubigen dies sacrament Jhesu getretten habent, disz? von in, wie unglaubigen, istk gescheen, idoch unnd! sie auch den tot darumb haben must leiden". 8. Der" konig von Polen° mit den seinen rechtlich rumet, unndr sie hern sein in Preussen‘, disz man in einer andern stelle musz hanndlen’, er hat schlosser unnd stett* gewonnen, welchet die b. inne“ gehapt habenn, sie seint” dieb und” verreter gewest, das lasz ich sie verantwurten. 9. Unnd* der gefanngnen b. in verrichtung nieY wart gedacht, wie man es mit den brieffen in diser sach mag* bezeugen, und man sie über das erwirgt hetteb, sie es beweren®, sein sie from, wen im ge- fengnus sy seint verscheiden‘. 10. . Itzunte in 30 jar mit nyemandt me die Polen unnd Littaw haben gehanndelt‘, dans mit den b. in Preussen, und darumb ausz iren worten sie sich machen! zu diebe, verretter und buben, und diszk man auf sie bringen kan!, wie recht ist. 11. Vom Ormmano und Kynstoto, was sie da verzalt haben”, ich kein bevell ader* bewust habe”, wann® kho. mt. von Polen nit gedacht *fol. 366b. hette, unndP die b. von Preussen so lose@ weren, und die verstorbenen anliegen’, unnd so sich rumen®, unnd es in ist vergolten‘, was machen sie dan“ ein laster darausz. Unnd disz mogen wir” bezeugen, wie recht ist, unnd ein kampff a) Das BC. b) damit B. c) das war 0. f. B. d) dan C, den B. e)d. m. u. chr. m. u. m. w. st. m. B, d. m. mag w. u. sachen m. u. m. st. C. f) Das BC. g) das C. h) mit fussen g., h. feblt B, geschmehet h. u. getr. C. i) das ist BC. k) als von u., i. fehlt BC. 1) u. fehlt B. m) m. 1, h. fehlt B, h. 1. m. C. n) Das B, Das sich C. o) v. P. fehlt C. p) reichlich A, e. r. rahm. nı. d. s, das B, rechtl. einen h. über Pr. r.C. gq) dass. h. von Pr. =. B. r) das B, m. m. i. e. a. st. bh. BC. 6) st. u. schl. BC. t) die B. u) ein B. v)s. sie BC. w) oder B. x) Das B, fehlt C. y) me A, i. der v.n. w. ged. B, w. i. der v. nicht g. C. z) das kan m. m. br. B, w. m. dan e. ın.d. br.C. 8) i. der s. gemacht B. b) das m. s. il. d. ihm gefengknis e. h. B, daz s. auch u.d. C. oe) dasb. 8. B,=.b.e.C. d) den sie. i. g. v. B,d.sice. i. g. gestorben ©. eJi.i.dieB. f)D. P.u.L.h.i.idieS0j.m.n.m.g. 0. g) den B. h) fehlt BC. i) m. sios. B, d.m.aioe. a. i. w.C. k)u. fehlt, dee B. DD) k. m. a. s. br. BC. m) w. e. angezeigt h.B. n) h. i. k. b. noch wust (wissen C) BC. o) den B, dan die C, p) h. fehlt B, dae BO. q) bose A. r) anlagen A, das #. auch d.v.e.B. s) u. dieweill sie sich B, u. 8. also r. 0. t) dase. i.v. i.B, u. fehlt, e.i.i. v.C. a) der C. v) Som. wir dis b. B, Dis m. w. C.
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104 Tract. XV, Cap. XVL 8 5, aufnemen unnd verwillen, in welchem und mit welchem got unnd die gerechtigheit unns helffen wiert, und wir mogen beweren*, wieb unser erlauchster konig Wladislaus ehre wert ist, unnd dise funff schelme unnd böszwichter® sein. 8 5. Wie man die sach von beden teilen stutzte unnd? auf- schub zue einer anndern® zeitt. Die herrn da versamelt die schaltwort von beden teilen an- hortenf und sich daran ergerten, so® wolten die b. darauf weiterb antwurten, und man wolt es nit! vergonnen, wannk es were ein theil zu weit auszgerissen, und sie funden! ein solch mittel fragende”m, ob sie vonn beden teilen volle macht hetten, die sache zu enden, Otto” *fol. 3673, Kitzlitz sprach ja, die b. sprachen neyn, da° sprachen* die furssten, unnd wir euch von beden teilen gebietten, unndr ir umb diser sachen“, noch” grosz, noch clein, wolt anfahen*, ader thun, sonnder wir euch auf ein freyes cristlichs concilium weisen*, das da sein wiert zu Basel auffs jar 1438“, unnd da man euch von bedenn theilen heren wiert’, und entlich richten. So rette der cardinal unnd legat die b. an" nnd sprach: lieben b., ir nennet euch Teutsches ordenns, unnd werlich ir es wol beweiset“, und Latein wenig hapt gelesen’, darumb ir auch nit wust*, wie Sanct Jacob sagt, dem da dunckt, unnd er geistlich ist“, unnd nit waiszt zu steuren seine zungeb, des geistligheitt eytel ist‘, und der meinunge vild, und® sie strafte, das sie wider ein konig? so uncristlich hanndelte. Disze, alsz die b. heim quamen, unnd aufgenomen mit grossen ehret, man den schwartzen monnchen vorhielt!, wie sie dem legaten! die gescheffte des lanndes und der personen der b. geschriben hetten, wann? er war ires ordens predicatorum®, unnd werlich man kunthr sie nit überzeugen, wie wol a) u. fehlt C, das b. w.B. b) das C, c) böszwichtig A, dis aber e. sch. u. b. C. d) st. u. fehlt CO. e) zur a. B, bis auff ein a. Ü. N) D. vorsamleten h. hort. d. sch. v. b. th. a.B, d.h. h.aldoev.d.s.v.b.th.C. g) daC. h) w. d. BC. ij) aber m. w. ihnn.B, m. w. e, aber n. C. k) den B, dan O. 1) f. derwegen, u. s, fehlt B. m) sie fr. B, n. fragten CO. n) Otta A. o) darauf B. p) Sog. w.c.,dasi. v.b. th. B, n. fehlt, w. g. o. v. b. th., das ©. q) s. halben B, willen C. r) weder BO. s») ansehen C. t) Coneilum A. 8. w. weis. e. BC. u) da fehlt B, d. da z. B. a. w. ihm j. 1488 0. v) U. fehlt, D. w. m. e. v. b. th. h. BC. w) Darnach r. d. o. oder l. d. b. a.0. x) das b. ihr auch in der that B, u. beweisote w. wol C. y)deni.w.L.g.b.B, u.h. w. L.g.C. zJw.i.a.n. ©. a) denen der dad. C. daz e. g. sey BC. b) storen A,u. #.©. z.n. z. zwingen B, u. w.8. z.n. 2.8.0. c)i. e. BC. d) u. fehlt A, u. solcher w. v.C. e) u. str. s. in o d.m. v.Bu.str.s.C. De. christlichen k. C. g) fehlt BC, alsnu C. h)u. m. e. a. B, worden s..n.gr.a2.C. i)h.ın.d sm. v.B undm h.d. sm. v.C. k) das BC. |) lagaten A. m) d.g. d. 1. u. der p. d. 1, zeschr. I. B, seschr . b. ©. n) den B, dan O. co) procuratorn A. p) aber m. k.B,u.m.k. s wC.
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Tract. XV. Cap. XVD. $ 1. 105 man viel darumb thet, idoch* gewalt gieng vor rechtt*, und man die monch gantz schlim hielt. Nach dem heimkomen der b. nomen drey ding mechtig* überhandt® in Preussen gewaltbrauchung? über *gol. 367%. die underthan in vielen sachen, unnd war, wer nur® gelt hette, der war der beste, er thet was er woltef, darumbs das land mechtig ver- bittert wart, das ander, unde die ketzerey Husz unnd Wegliff in geistlich unnd weltlich einriesz, und mant von got wenig hielt!, viel weniger von den heiligen, nichts überal von eristlicben gewonheitk, und die bischoffe kunten es nit stillen, wan da! war kein hilff; das dritte der neid, zwitracht und ungehorsam der b., ein nacio auf" die annder; auff den homeister man nichts gab", wann sie im auf- sagten den gehorsam°, unnd wolten in nymme vor ein homeister haben, und stundt® seer wunderlich im lanndt, und war theur“, wann” die strasz ausz Polen war aber* geschlossen, unnd in Preussen das getraid von den roten ıneisen war mechtig verzert überall*. Capitel XV. $ 1. Von einer offenbarung von der bemischen ketzerey unnd was von ir wurde werdenn mit der zeit". *In disem jar dem hern bischof Johanni Abetzier von Heilsberg, *fol. 368a, und auch andern b. me quamen” solche” brieffe ins land vom bischoff von Stolpen in Meissen, wie im walde Renenberg* genant, wer ein einsidel eins bewarten lebens nach menschlicher vermogenheit’ zu er- kenen, disen er und vil andere mer bekommerten, ob er es von Cristo mochte erlanngen” in weise der offenbarunge, wie es mit der ketzerey in Behmen wurde verpleiben, ob sie über* hundert jar steen und zunemen, ader durch mentschen auszgerottet®, ader von ir seiber verschwinden. Der einsidel wie ein fromer sich von disem a)i.—r. fehlt A, g. gew. €. b) u. derwegen d. m. schr ®. gchalten worden B, u. hielten d. ın. gantz schl.C. c) üb. fehlt A, sehr ü. BC. dj) beraubung! A. e)nitt st. nur A, den w. B, u. geschach O. f) wol A, derhalben B, d. w. d. l. sehr v. C. g) das B, zum andern das C. h) derbalden m. B. i)u.m.hb.w.v.g.C. k) v.dencr.g.n. ü.B. ]) den es B, dan C. m) wie derC. n)g.m.n.B,m.g.n.2.d.h.C. o)densies.i. d.g. a. BC. p) u. fehlt, st. derwogen B. q) zu dem w. e. auch t. B. r) den B, dan ©. s) abermahl B, wieder C. t) w. d. getr. — üb. sehr r. B, un. d. g. w. sehr v. r. m. verz. ü. C. u) V.e. o., was von der B. k. w. werden B, in C fehlt dieser Paregraph. v) kamen J. A.b. zu H.n. etzlichen b. des ordens B. w) s. fehlt B. x) lande Rosenberg B. y) m. v. nach B. z) m.v. C. erl., es fohlt B. a) auch üb. B. b) at. wurde u.B. c)a. werden B.
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106 Trast. XV. Cap. XVIL 8 1. entschuldigte®, und werte zwe jar, unnd sie in also molestirten?, zum letzten sein bischoff im gebott°, unnd aus gehorsam sich in die an- dacht gab“, unnd mit ganzem getrewen hertzen in cristlicher weise® Cristum und Marien bat umb ein bescheid ihn diser begerten sachen soe da was mochte herauskomen, das im loblich unnd den seinen selig weres. Und got in erhort? und im also liesz sagen!, die schweren sünden der Behmen auch zu disem erwegt haben, unndk ich sie ver- suche mit dem irthumb!, wie etwan den kyender von® Iszrahel nach *fol. 368b. dem bote Salomonis geschach, unnd®* zehen geschlecht von in° fielen in die sunde der abgotterey, unnder welchen ich doch die meine be- hielt, so auch inn Behmen die meinen behalten habe unnd sie forte behaltenn werde. Umb die hundert jar sie steen wiert“, in der zeit, so meine augepffel gereiniget sein werden®, sy wiert! gantz ver- gessen werden, so aber nit, sie wiert® weiter ausbrechen und meinen ganntzen” schaffstal vergifften, und” selig wirt sein das schaff, unnd es nit ein gift zum tode von ir costen wiert*, und’ ich nicht beclage, unnd es sein wiert, wie die meinen durch bose exempel das zubrechen werden leichtlichen, das mir durch vergehen guter exempel ist ge- worden peinlichen, und in disen ich wes die meinen, disen iren susz trang wil machen zu bittrer galleY, die mentschen sie werden mogen*® stillen, sonder entpfaugner hasz* der einer obrigkeit auf die annder obrigheit? es wiert zum ersten verhindern“, und sie hindenach vereint nichts aber werden wenig wircken“, und wert ausz disem ein zeit komen, der gleich vor nye in schrifftene ist gefunden, den meinen zur besserung. Von ir selber sief nit zu giet sonnder stets haben *fol. 3692. *wiert disens, die sye ernoren, der gewissen in beschiwer ist, in der gehorsanımigheit. Vonn disem in Preussenn war! viel redenns, der eine so, der annder so sagte, nach eins iglichen* hertzen meinung!. a) 8. hierein oe. B. b) zwo j. lang, u. — m. fehlt B co) g.ei.sb. BR d) dag e. vrngi.daB oVid.wm.eghB 9b. Chr. m.MB ge) fehlt B h) ei. B. i)l.i.a. 8 B. k) haben m. beweget, das B. 1) verfluche A, i. 8. m. diesem i. v. B. m) fehlt B. n) das B. o) v. i. fehlt B. p) s. auch fortan B. qg)S. w. u.d.h. j. st.B. r) wen B. 5) w. g. 8. Be t)ew.B n)sow. sie B. v) fehlt B. w) fehlt B. x) das bs z. t.v. ion c. w. B. y—y) fehlt B. z) w. s. konnen B. a) sonder der h.B, db) 0. fehlt B Je. z.e.v.w.B. d)ob sie den aber nachmals gleichs einig werden sein, 8». dennoch w. wurk. B. o) vorhin i. s. nie B. f) selbst B, s. fehlt A. g) 8. w. st. h, disen fehlt B. h)g. fehlt A, in fehlt, geschw. A. i) w.i. Pr. B. k) ein ieder n. B, 1) meinug A,
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Tract. XV, Cap. XVII. $ 2, 107 8 2. Wie Wiadislaus der konig* starb, unnd im» der kayser Sigmundt nachvolgete. Im jare 1433 war in Preussen eine pestilenncia, die vil jung® volck weck nam, und war das groste geschrey von der pestilencie in Preussen, und wie man meinte! aus Preussen es quam in Polen im jare 1434 und es auch da starbe unnd seer®, in welchem jar Wla- dislaus Jagello starb!) unnds liesz zwen sone zu seinem reiche, junge knaben#, alsz Wladislaum und Casimirum, unnd Wladislaus wart mit der zeit, alsz sich die Polnische herrn wider funden, zum konige ge- salbet uber Polen‘,?) unnd* diser wartete mit den b. des spruchs des zukunfftigen concily! unnd vergonnte den seinen mit den Preussen” zu hanndlen. Sigiszmundus". Im jar 1436 starb kayser Sigmundt, 3) welchem viele in Preussen* flucheten unnd gaben im schuldt°, unnd? *fol. 369v. er es auff den Polen het? gehaltenn unnd den orden unnd Preussen umb unnutz gelt gebracht. Disz wesz got‘, wem er beystannd thet, unnd einsz biderleyt bewegten*, wie“ sie ia mit dem gelde lannt unnd leut” erlest hetten von den Polen. In disen tagen auch starb” Sigmundt Staradup, der“ grosfurst zuY Littaw, unnd liesz® ein son Michel genant zum erben*, unnd diser auch starb? nit lanng nach seim vatter, und die Littau wurden unnder sich zweloffige, ein teil von den@ herrn wolte einen von den zween sonen Wladislaw Jagello konig zu Polen® zu eimf grosfurstens, wie es etwan® mit in concordirt unnd verbrieft wart, das ander teil wolte und auch auffwarff! Skyr- gaylo, den reichsten boyar ink Littawen, und disen einhulf der lant- meister in Lifflandt!, unnd brachte auch® auf seine seitte denn homeister b. Michaeln, und" vertriben die, die da von® den Littaw ‘ a) d.k. WI. B,k. von Polen C. b) fehlt B, u. bald darnach k. 8. C. c) j. fehlt CO, d. n. v. j. f. wegk B. d) wie m. vorm. so k. es B, das ın. meinte cs kome O. c) u. at. sehr B, st. e. auch s. 1. P. C. f) auch st. W. J. konig zu Polen B. g) ehr 1. B. 1)j. kn. zu erbon seiner reiche B DM.d.2.2.2.dP.h.wf.wW.z.kuP.gB.z.kuP.g.C. k).u. fehlt B. 1) vom z. c. des spr. zwischen i. n. d. b. B, kunft. C. m) m. d. b. B, ihnen C. n) fehlt BC. o) u. fehlt B,sch.g. n.i. f.C. p) fehlt B, das C. g) e& b.e. mit den P. B,mitd. P.C. r) n. die Pr. B. a) D. fehlt, G. w. B. t) dennoch gute 1. betrachten B, u. b. ea bow. C. u) das BC. v) leut u. landt C., das u m. d.g. la. u.lev.d.P.s.h.B. w)st.a. BO, x) fehlt B. y)inC. z) ehr l. B. a) Zum e. mitt namen Michaell B. b) Der st. a. B,d. st. a. C. c) w. da zwitrechtig C, e. w. d. L. a. s. parteysch B. d)derB. o) k. z. P. fehlt B. f) zum B. g) gr. haben B. h) auch e. RB. i) t. fehlt O, t. warff anf B. k) von BC, Lottania C. 1) so h. in d. 1. von L. auch ein B, u. d.h. e. d.1. von L. C. m) br. fehlt A, u. fehlt B. n) u. fchlt B. o) dic, so BC. 1) Mischow 290. 2) Miechow 300. 3) Miechew 301.
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108 Tract, XV. Cap. XVIL $ 3, Polnisch waren, unnd* dise quamen zu den Polen und hilff er- lanngten®?, unnd von stund an® die Polen auff und belagerten? Skyr- gaylo mit den besten Littaw auff der Wilna® unnd in gewonnen, *fol. 3703, und® satzten* Casimirum Wladislaw Jagello son zum grosfursten nach alter verschreibung.') Die Preussische b® Damit der böse geist auch was* ausz- richte in diser sachen, der landtmeister von Lifflanndt vermochte den homeister !, unnd er brach” in Littau auf Garten oder Grotna genannt", und da heereten®, und meinte soP, sie wolten 80% die Polen von dem belegern" des schlosz zur Wilna bringen*, sonuder ohe dann" die b. von Preussen quamen, der landtmeister von Lifllannt war nidergelegt”, und die Wilna war gewonnen“. Unnd der homeister zog heim”, die Polen sich berieten’, ob man soll in Preussen, vil da waren, die es gernne gesehen hetten®, viel es auch widerrieten?, an- gesehen®, und ir konig wer erwolt@ von eim teil zu eim konig von Ungern®, und den sie musten einbringen‘, wiewol zu der zeit# nichts daraus wart. $ 3. Wie die ketzer in Preussen quamen, und was sie ausz- richten im lanndt®.?) So kunth man nie erfaren!, ob der konig von Polen ader seine rette es verschuffen sich zu rechenk, und! die ketzer quamen in *fol, 370b. Preussen. Von disem ist” zu* wissen: nach” dem ‘tote Sigiszmundi des kaysers konig° zu Unngern und zu? Behmen die Behmen umb der ketzerey willenn wurden? von den furssten vil mal überzogen" a) fehlt Be b) e. h. BC. c) sie machten sich v. st.a.a. B. d) u. fehlt B, belagten A. 0) Wilde C. Ng.i. BC. g) sie B, n. sie C. h) Tieberschrift fehlt C. i) Auf das B. k) etwas C,i.d.s.a. w. ausr. B. D) so B, r. d. ]. aus L. d. h. BÜ. m) bracht A, zog C, der zog B. n) fehlt B. 0) harreten A, h. daselbst B, u h.d.C. p) u.a, fehlt, vorm. B, u. m. also C. g) fehlt ©, damitt B. r) der belegerung B. e) fehlt B. t) zu br. ©. u) aber cho BC, d. fehlt Be vyw.d. l. BC, aus L. C, fehlt B, von den Littauern. n. B. w) Wilda C, Als aber d. W. gew. war B. x) u. fehlt, z.d.h.h.B. y)b.s BC. 2)i.Pr.s.B, s.i. Pr. fallen C. ae) Da fehlt C, ihrer v. wolten e. gern B. b) wider runten A,v.w.e.a.C. c)das BC. d)ew.C. JzumQ, vet. auch zum k. in U.w.gew.B. f)m.».e.C,n. — e. fehlt B. g) z. d. z. fehlt B. h) W. d. Bohe- mischen k. kriges weise in Preussen kamen B, vom ketzerkriege €. i) So kan m. nicht wissen B, Da k. m. nicht wissen C. k)es fehlt, v.s.2.r.C,s z.r. fehlt B. 1) dan O, dasd. k. i. Pr. k. B. m) alsz st. ist A, Alhior i. z. w. C. n) wie das nach B. o) undk.B, z. h.u.B.k.C. p) zu fehlt B. g) wurd d. B. a. d.k, w. BC. r) v. vielen f. üb. C. 1) Die lithauischen Händel beruhen auf Miechow 307, 308; doch nennt Gr. irrthümlich Skirgal anstatt Swidrigal, 2) Für das Folgende ist die ältere Hochmeisterchronik ce. 200, Ss. 111 632 P. Quelle,
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Traet. XV. Cap. XVI. 8 3. 109 unnd verderbt, und® die fursten der Behmen mude wurden®, die Behmen erst darnach behertzt wurden und zogen mit mechtigem here® nach‘ Frannckfurt an dies Oder und brenten und morten vor und vor, wa sie was! begriffen, ihn Meissen unnd in* der Marcke. Nach disem im jar 1437 sie quamen! in die Newemarck, die zu der zeit den b. in= Preussen angehorte von versatzung Sigiszmundi des kaysers, unnd die gantz und gar umkorten», alles versterten unnd verbrannten®, was dar war von kirchen unnd sonnst von stetten unnd dorffefne. Die b., welcher die Newemarck regiertenn, schriben umb hilff, unnd“ niemant quam, darumb etliche noment, was sie hetten, unnd zogen zu den iren heim“ in ihr vatterlanndt, und die ketzer zogen’ vor Fridlant!) und die stat mechtig sturmten”, unnd sie in wart“ verratten, undy dise verreter gaben den Behmen ahn ire pfarre und seinen prediger, der ein monnch war ordens Here- mittere, unnd dise* die Behmen in iren predigten solten ketzer® *fol. 371a. genannt haben, welche die Behmen namen und sie sponteten ein igelichen in ein bierfasz und sie so brieten®e, darnach die kinder sie totten unnd alte mentschen®, was in nutz war, sie mit in gen Preussen nomen®, wann sie waren gut Hussisch in der statf, unnd disz also genossenns von den Behmen. Ceysa, geldungb.?) Der homeister war gnug gewarnet von disem zoge, darumb er legte! eine zeisz auf Prenssen, von der marck wert 1 sct., vom heuptk des mentsches 3 sct., von grossem viech 2 sz., und man auch die kloster besuchte!, unnd man da nam”, was in gefiel, unnd= man gab vor, man wolt nach° volck schicken ihn Teutsch lannden?, unnd sie es tettenn“, aber sier nichts erlanngten, wenn® alle lannde stunden in bewegligheit der krieg, unnd * der ho- meister sagte es dem lannde an, und’ sie solten, alsz die frommen, a) u. fehlt B. b) w. m. B, w. nun m. O. co) nachdem w. d. B. ersten b. B. d. B. aber w.eb.C. d) u. fehlt B. e) m. grossem voick ©. f) gen B. g) der B. h) fehlt BO. i) wor ®. nor ettwas B. k) so wolli. M. ale in B,u.d. M.C. 1) 14388 B, k.s. BC. m) vonB. n)k.d.g. ug. uB. o)yv.u.v.a.B. p)alda O. g) so. u.d. fehlt B. r) w. fehlt A, so C. n) aber BC. t) derhalben n. ce. BC. n) z. d.i. fehlt B. v) u. fehlt B, kamen BC. w) st. d. st. heftig B, sehr st.C. x) @. fehlt, w.i. B,u.s. w. i. ©. y) fehlt B. z) welches B. a) hemitter A, w. e. m. heremitarum B, h. ordinis C. b)d. e.i.i.pr.d. B.B,k. g. 8. h. C. derhalben sie d. B. n. sp. B, 8 fehlt BC. c) un. br. m also ©. d)allem. A,d.a.d. ku. dioam.t.B,d.t.s.d.k u.a. m. C. $n.».inPr.B,n.em.i.g.Pr.C. f)den es. w.i. d.st.g. h. B, dan O. g) u. fehlt B, das gen. a. also BC. h) fehlt C. i) derhalben B, l.e. BC, k) undh. B. 1) sob. m. 2.d.kl.B, u. m. b.e.dk.C. mu fehl, d.n.m.B,u.n.d.C. n)den B. 0) solte C,umb B. p) u.v.i.D. sch. B. q) Sie schickten auch hin B, u. =. th.e.a.C. r) se. fehlt BC. es) den B, dan C. t) u. febit B. u) fehlt B. v) das B, dass. sich =. C. 1) Vredeberg hat die Quelle S. 633. 2) Findet sich in der HMchr. nicht.
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*fol, 371b. *fol. 3728. 110 Traet. XV. Cap. XVII. 8 4. und sich” bewaren, erb konnte kein volck nit haben, unnd“ die Preussen es den b. übel auszlegten®, undf sie hetten must gelt geben umb sonnstse. *Da kamen die Bohement unnd sie wolten besuchen ir mitbruder!, unnd wen die Behmen ag den glauben hetien gesucht*, von langem verhangen sie hetten auch gefunden anhang und beyfal!, sonnder sie noch freund ader feinth schonten” und" branten und verderbten, was sie funden, unnd die Preussen sprachen®, verflucht sey der- unnd ehrlos?, den dise apostell von Behmen erleuchten im glau- ben, unnd solcher worte viel, und sprachen’: in disem glauben wir unns der pfaffen unnd monnchen verfolgung erfreuet haben*, itzundt wir es mit dem besten bezalen sollent. $ 4. Wie die ketzer vor der Conitz in Preussen stritten unnd wurden abgewelst. Die Behmischen appostel quamen in Preussen" vor die stat Conitz mit 6 tausent reisiger und” 14 tausent tartzin und draben bisz in die 5 tausent” und’ heten* 32 buchsen!), die steine, wie heupter, wurffen’, unnd* lagen davor in die sechs wochen unnd* tetten vil sturmen, aber® nichts gewonnen. So“ lag vor der stat ein kirch in Sanct Jergens ehere gemaurtd, und *dise in einer nacht die ketzer erlanngten®e und ausfulleten' unnd verbasteyeten® unnd+ furten umb sie die besten buchsenn und die statt mechtig nottigtenn!, damit auch die burger* darinne vortzweyfeltenn sich zu enthalten und retten! den compter von der Balge an, b. Erasmus von Frischen- born®,?) und er gedachte auf ein mittel. Zue disem quam ein a) m. selbst b. B., u. =. fehlt C. b) dene. B. c)n.fehlt B. a)u. fehltB. eJ)l.e.d. b.ü.a.C. NdasBC. g)u.m.g.g.C. h) fehlt A, u.siek. C. i) binter ir durchstrichen vatter- landt A, n. fehlt w. i. m. b. BC. k) auch A, wen sie aber nur B, nurn h. d. gl. gem. B. 1) anh. fehlt A, s. h. nach 1. verlangen anhang u. b. gef. B, h. a. ang (?) gef. u. b. C. m) s. 0. weder fr. noch f, sch. B, s. 8. sch. auch weder fr. u. f.C. n) u. fehlt BC. 0) Da spr. d. Pr. BC. pP v.we ®. BO, der fehlt C. g)i.gl.e.B. r)ep. fehlt B J w.h.n.i.d.gl.d.pf.u.m. v. orf. B, h. w. u.d.p.umv.of.C. t)i.musenwem.dbb.Bswem.db.b.C. u) i. Pr. fehlt B. v) u fehlt B. w) u. fehlt B., ind. 5t. tr. BC. x) fehlt C, y) w. h. grosz w. B, d. do st. w. wie h. C. z) u. fehlt B. a) fehlt B. b) und B. c) DaC. d)i.d.c. 8. Jorgins gebauett B. e) dio erl. d. k. i. dein. B, u. d.d. k.i.e.n. erl.C. £);u. fehlt, erf. die B. g) u. sich vor- pasteyeten B. h) u. fehlt B. i) u n. d. st. schr B, u. d. st. schr n.C. k) das die b. auch, darin fehlt B, das a. d. b. O. I) r. derwegen B. m) B. E. v. dem frischen born c. v.d. B. an B. n) das’e. wolte a. m. gedencken B, das e. a. c.m. g. C. 1) Die Zahlen aus der Quelle. 2) HMehr, ]. c.
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Traet. XV. Cap. XVII. $ 4. 111 monnch ordinis Heremitarum“, die dab ein celoster haben, mit namen monnch® Ernst Sprengiszgut!) genannt, unnd diser dem compter angab unnd den burgern wie zu thund, unnd sie mochten die bichsen erlangen®, unndf sie im volgten, und sint dan ers ein gutter buchsen- schutz war, er auf den thurm gen der kirchen über, unnd sich wol schickte?, unnd scheust mechtig und gewisz! in die, die bey den buchsen waren*, unnd sie wichen!, und die burger ausz der stat, und» die Behmen wolten in entgegen, sonnder der monnch sie mit den buchsen abehielt”, und die burger quamen und die cleinsten büchsen nomen° unnd? die andern alle sie vernagelten unnd machten sich mit freuder in die stat. Auf die nacht sie wolten es" mit der stat ein ende machen unnd felleten *viele ronen und® furten sie auf das *fol. 372b. wasser, das umb die statt stundt‘, in sees weise“, und’ machten flosser unnd brachten sie” an die statmaur, unnd machtig sturmpten*, unnd got gab in den syn’, und” sie die themme ausstochen, und sie pliben im mutte stecken“, da erst man sie gewisz mit den bogen hettet, unnd sie erschossen“, und auch gar vil ertruncken‘. So war da einer von den obersten® heuptleuten, Procopius Tirtzkyf,®) unnd diser im motte lag an der stat maurse und® sach den tot vor augen unnd! schry die burger ahn, sprechende: lieben Teutschen, gonnt mir das leben und ziehet mich auff*, unnd ich es euch gelobe!, das hör soll aufbrechen, und disz alles geschach". Im wegk ziehen der compter im nachfolgte von ferrn", unnd in der heide begriff ein wagen°, der ein rade het gebrochenr, und den nam und erschlug a) ordenns himitori A. db) daselbst B, alda O. c) ın. fehlt B, Sprengelgut C. d) Jer zd.eu.db.e.w.2.th.Bn.dg d.cudb,anw.z.th. war. e) das a. d. b. erl. m. B, das C. f) u. fehlt B., e. v. i. BO. g) u. fohlt dieweil er den B, u. nachdem C. bh) 8. 0. 8. w. a. d. turn gegen d. k. ü. B, u. sch. 8. w. C. i} u. fehlt, sch. sehr u, g. auf die feindt B, u. sch. so ger unther die 0. x) so b. d. b. w. O, s. b. dom geschutze w. B. 1) derhalben 8. w. B, daa s. weichen musten C. m) Do fielen d. b. a.d. 8, u. fehlt Be n) aber d. m. h. 2. m. d. b. ab BC. 0) Dan.d.b.d.kl.b.B,u.d.db.n.d. cl. b. C. das brige fehlt BO. p) u. fehlt Bu.v.dae. C. g) u. zogen m. fr. wiederumb C. r) w. die Behmen, es fehlt C, sie w. m. d. st. e. e. m., sie fell a.d.n.B. s) u. fehlt B. t) stehet B. u) (e. w.) BC. v).n. fehlt B. w) u. fehlt, br. die B. x) heftig B, u. st. sehr CO. y) g. den burgern in sie C, So gab g. den burgern d. 8. B, z) das BC. a) da bl. die feinde im mohtte st. B, stercken A. u. bl. also in dor mitto st. ©. b) Do h. 8. d. erstlich g. m. d.b. B,d.h.m.8. 0.8.0. c) u. ihrer gar viel ersch. B, u. man ersch. s. mit dem bogen C. d) ihrer v. a. ertr. BC. e) Da C, da fehlt BC, ob. fehlt C. f) Precorbus A, mitt nahmen Pr. T. B, in C fehlt der Name. g) mitte a. fchlt A, der l. a. d. st. imm.B,d. Li. m. a. d. st.C. h) u. fehlt B. i) u. fehlt B. k) heraus C. 1) Sog. i. euch B, u. fehlt, i.g.=.0.C. m) un. es gB D) Iw.zr.videvfn.BC. oufcltBb.i.d.he w. BC. p)zubr. C,d.h.e. r. zurbr. BO. gq) den n. ehr B, u. n. denselben C. 1) Der kumpthur hatte eynen cappellan, der waz do buchenschosse 1. c. Den Namen hat Gr, erfunden. In Konitz bestand ein Augustiner Eremitenkloster, s. oben Tract. IX (E) Cap. 1.8 2. S. 420. 2) Die HMchr. 635 nennt keinen Namen.
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*fol. 373a, *fol, 373b. 112 Tract. XV. Cap. XVIl. 8 5. 30 traben, auf disem* wagen in die dreyhundert marck lottich silber war®, ag in° kelchen, und sonnst, was? in die kirche gehort*,!) und sie es so reitende teilten, unnd quemens in die stat Conitz unnd sich bewartenb. $ 5. *Wie sie! vor Dirschaw und Danntzke stritten und zuruck zogenn nach Polen*. Von der Conitz zogen die Behmen mit solchem fromen unnd zogen! nach Dirschaw unnd branten vor und vor”. Alsz sie zwischen Stargart unnd Dirschaw zogen", sie es einsz wurden®, sie wolten Dirschaw lassenr und sich ag beweisen und ziehen vor Danntzke" und die stat belegern®, idoch man solte* acht tausent draben lassen vor Dirschaw gehen”, und sy quamen, unnd zunten’ die vorstat an mit den scheinen und speichern”, und liessen sie bornnen, und ein mechtiger nordenwind sich erhub*, das feur iu die stat brachte’, und die stat hub an, unnd brantee. Von disem der reisige zeug*, der itzunt® im dorffe Melebantz?) war, drey tausent pferd schickten zu ruck vor Dirschaue, und? sie quamen unnd funden®, wie das feur überhand nam, unnd die stat aller brantef, und die b. mit den burgern brachen ausze und. wolten zur Weichsel, sonndert die koetzer sie überfulen!, und sie am meisten teil ermortenk, die b. sie fingen!, alsz b. Thimon voigt zum Dirschaw, b. Michel von Trachonaw, b. Jo- hannem von Trepnaw hauscompter® von Marienburg?), diser alsz er ein fetter man* war’, sie in die tage seines gefengknus ag mit 8) dem ©. b) w. i. d. 300 m. 1.8. BC. c) auch A, nurn an B, nurn in C. d)w.s. B. e) gehorig C. f) reiteden A, dast.=.sor.B, u.».t.e.s.r.Ü. g) u fehlt B, zogen ©. h) u. verw. 8.C. i) die Behemen C. k) n.zog 2. gm P.B. DM.e. fr. 2.d.B.v.d.C. u.D.B. m) u. fehlt B, vor vor A. n) A.e. aber zw. St. u. D. waren B. o) w.s. eins B, w. 0. eu ce. ©. p) verl. C. q) auch A, nur B, r) zogen A, u. 2. v.D. b., z. fehlt C. s) daselbst d. st. b. B. t) e. am. BO. u) von tausent — gieng! A, v. D. 1., g. fehlt O. v) Als s. dahin k., z. sie B, U. 2.C. w) m. d. sch. an sowoll auch die op. B. x) Do B, Undes C, erh. s. e. groser n. w. BC. y) u. fehlt br. d. f. i. d. st. B, u. trieb d f. i. d.st. C. =) u. — br. fehlt B, n. d. st. br. auch C. a) Als des der r. z. vornahm B. b) aohon B. c) die (fehlt C) =. 8 t. pf. z.v. d. BC. d)alsB. e)f.sie B. f) gahr im four war B. g) zogen heraus C, Da br. d. b.B. h) aber BC. i) üb. e.C. k)u. den m.t.e.B, u. e. s. des m. teils C. 1) Diese b. f. s. C, namen sie gefangen O. m) von BC. n) compter A 0)D. w. ef.m. B, a. oe. dan C. 1) DI wayne mit grosem gutte, sagt die HMchr. I. c. 2) HMchr. III. 636 c. 202. 3) Thymo von Langenaw, huskumptahr zeu Marienborg und her Trachenaw heissen die Gefangenen in der (Quelle.
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Tract. XV. Cap. XVIE 8 5. 113 treber speisetenn®.!) Alsz nu® Dirschaw mit allem gut verbrant war, und° der einwoner vil verderbt unnd° ermordt und auch vil ertruncken waren in der Weiseldl, die da meinten® überzukomen, die Behmen kamen! am tag Egidy?) vor Danntzke unnd sich auf den Bischoffs- und Hagelsberg lagertens unnd ratschlagten. Unnd werlich Danntzke war nit wol verwahrt zur wheret, unnd disz in ein trost machte!, sonnder der Danntzker schiff daheim warenk mit irem volek und buchsen von den schiffen, mit welchen sie es machten!, damit” nie- manndt von den Behmen® von den° bergen torsten?, und musten 01 abe satlen. Im" anndern tage sich wurfen zu hauffe achthundert boszknecht* mit iren pollexen und baten umb urlaub zu ziehen auff die ketzert, das wolt aber nit gestatten der compter von Danntzke, umb welchs willen er muste vil schmeliche wort horen’, und sie im verzalten”, das regiment der b., wie sie im lande gehanndelt hetten, unnd noch heutten im tag“ hanndelten mit in’, unnd er alles ver- schwige*. *Notta* So waren dab acht menner in der stat, und dise sich *fol 874a. verschwuren® vor dem sacrament, einer wolt den anndern nit lassenn‘, sie wolten den ketzer ein hon thun®, unnd also waren ire namenf: herr Johan Rolau priester und caplan des hern officiale, Eim- walt Lindentwicht, Nickel Sorges, Peter Pawest!, Peter Rugewalt, Hanns Holland, Werner! Seman, Claus Genigentzweik, unnd diser! war etwan hennger® gewest?), unnd® dise namen mit in° schwer- ter und? gut harnisch unnd ein igelich ein gutte hagkenbuchs, die a) auch A, den sp. a. d. t.e. g. nur m. tr. B, op. e. i. i. g. nurn m. tr. C. bj nur A, aun ©. e)u. fehlt B. d) un. ertrenckt i. d. W.B,u.v.i.d. W.e.C. e) den sie vormeinten B. f) k. fehlt A, u.d.B.B. g) u. fehlt B, 1.8. BC. bh) Sowar D, z. w.n. w. bow. B, U. weil D. Rn. w. verw. war 3. w. ©. i) aber das ın. i. tr. B, m. es i. einen tr. C. k) das ihre sch. dah. w. B, aber — w.d. C. 1) m. w. fehlt, schaften e. es B. m) das BC. no) v.d.B.u.B. o) d. fehlt C, den b. B. p) dorfte BC. q) also C. r) AmC. s) w. a. 800 b. zusammen BE, gaben =. z. h. 800 b. ©. d)edkz2.B wiederdkz.z2C u)dev.D.an.gB Abed.o wen.gC. v) derhalben m. ev.» w.h. B,e.v.8. w.m. h. C. w) das verz. A, u. v. i., sie fehlt B, u.a. v. i.C. x) zu t. B, heutiges tages OÖ. y) m.i. h. B. z) v. es a. C, solchs o. a. v. B. a) fehlt B. b) d. fehlt B, Do w. i.d.st.8m.C. c)v.. CO, die v.s. B. d) verlassen C. e) heu A, hon C, spott B. f) un. a. fehlt, i.n. w. C. g) Michel A, TargeC. h) Panyest A. i) Weriter A. k) genig ederwey! A. 1) a. fehlt BC. m) ein hencker B, n) u. fehlt BC. o) sich B. p) u. fehlt B. 1) Auch dieser Zug findet sich in der HMchr. 1. c. 2) Das Datum auwe der HMchr. 3) Von den 8 Namen nennt die Quelle, HMechr. c, 204 Ss, III. 636 nur den, Johann Rulau, Eynwaldt und Gnik-entzwee, von den anderen heisst es: der andern namen weis ich nicht. Simon Grunan Il. 8
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*fol. 374b 114 Traet. XV. Cap. XVII. $ 6. alle waren mit kamern, und ein iglicher sovil geladen kamern?, alsz er tragen kunde, und in der nacht giengen under den Bischofsberg«, dad die raisiger lagen, und die acht hetten sich umbgraben am berge®, damit? man nit geringelich zu in komens konnte, und alweg, wan zwen schossen, die annder verstacken®, und im morgen anhuben!, unnd werte bisz auf den abeudt, und weck nomen*, wen sie konden er- greiffen!, da sie den marschalck des konigs von Polen und. Pro- copiam Tirtzki mit vilen anndern hern weck nomen”,!) wan® sie lesen in nur ausz die, diee mit dem reyerpuschen ritten. Und* die acht nach vilem schiessen brachten die raisiger in die weichungP, und es musten‘ zwe tausennt traben unnder den berg, und dise sie noch manchen sturtzen gewonnen’, wann sie von der statmaur nit torsten schiessen", wan in vor den burgern leyde war*, ind da nu viel mord und mercklich war gescheen“, unnd sie mude waren’, und nymme zuladen hetten”, die Behmen sie fiengen* unnd sie bretten? alle acht auff dem berg zu tot.?) $ 6. Wie sie von Dantzke zogen unnd verterbten: Pommerellen. Die Behmen disz wegerten*, wie sie nit geschos hetten zu sturmen ein solche stat, unnd ir ding wol betrachten, unnd es eins wurden®, unnd sich teilten, unnd verbranntend, was sie funden, und mit solchem gewyn sie quamen von Danntzkee vor das schlosz Gerstnytza‘,®) auf welchem b. guttes adels unds vil gut und frauen- volck ware. Die Behmen aber unnd sie sahen, wiet man in nit nach a) a. fehlt Be b) u. ieder hettes.v.g.k.B. o)g.aleoi.d.n.u.d.b.B,n.g.i.d. n.C. d) dasA. e) So h.s. d. 8 an dem b. u. B, u. diese S h. s. vorgr. a.b. C. f) das BC. 8) k. fehlt BC. h) sich v. C., sie schossen auf die ketzer, a. wen 2 sch., st. d. a. vor B. i) fingen in dem m. an z. sch. B,u.h. i.m. a. C. k) n. fehlt, n. w. BC. ]) o.k. BC. m) so woll auch d.m—w.n.B daneb.d.m—a.hUO. n) wan — ritten fehlt B, dan CO. 0) welche ©. pP) N. d. 8 nooh viel erschossen, die br. d. r. i. d. weihung A, U. n. v. sch. der 8 musten d. r. w. B., i. dio flucht C. q) da m. 2000 drabanten B. r) un. g. diesen. m st. C. d. nach dem mancher von ihnen niederlegett g. die B. s) den v- d. stın. dorften s. n. sch. B, dan s. dorften n. v. d. st. m. sch. C., torschten A. t) den i. w.1.v.d. b. B, den i. w.v.d.b.1.C. u) Als nu v. n. m. nı. w g. B, nur A, Da nun merckl. v: m. w. g. C. v) u. fehlt, sie auch B, u. 8. nun C, w) u. hetten nicht mehr z. 1. B, u. auch C. x) wurden s. von den B. gefangen B, f.#. d. B.C. y) die br. s. B, u. br? s., z. t. fehlt C. z) zerstorten 0. a) d. fehlt B, bewegten d, daz C. bV)dieC. Jumi. d. — e. w. fehlt, derwegen sie s. B. d) brandten A. e) u. fehlt B, zogen m. 8. g. der Dantzker C. f) Gestnitza B. g) u. fehlt B. h) D. B. vornamen, das B, D. B. a. als sie sahen, das C. 1) der stadt botel schos eynen bemischyn ritter und eyn polnischer ritter, ‚en schos her Rulau 2, c. 637. 2) Eyner von in wart irwoschit und wart lebending gebroten HMchr. I, c. 3) Jaschinitz bei Schweiz.
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Tract. XV. Cap. XVII & 6. 115 trachtet, unnd nymandt auf war“, wen® so weit® het es got umb der ketzerey willen umb uneinigkeit® der b. under sich und der® *Preussen auff die b.f verhenngen, das man alle ding zum verderbnus anstalte, und die Behmen® sturmpten acht tag lanng Gestnytza, unnd* die vom schlosse sich ritterlich werten. In disen tagen der homeister nam von den Behmen geleet vor! I2 personen mit in zu thetingen®. So! quam im namen des ho- meisters b. Salomon von Wedraw sein eltister" compan, b. Hermolaus von Liechtenstein, b. Joachim von Querau, b. Philip von Queckaw", b. Heinrieus von Mansfelt!) mit iren knechten, im ziehenn so° quam zu in der hauszcompter von Danntzke mit drey pferdenn, unnd sier funden die Bhemen sturmende Gestnytza“, unnd die Behmen gebotten" stille zu sein, unnd® man diet botschafften verhorte. So“ war auff Gestnytza b. Sigmundt von Reberg’”, etwan marschalck, unnd disz innen het zu seinen tagen”, bey im war b. Guntter von Osterna, b. Johan Kalb, b. Heinrich Schweig*, b. Nickel Brust ,?) alle gute kriegsmenner, und dise alle erlanngtens, und sie mochten anhoren die botschafften.. So® fragte b. Salomonn im namen des® homeisters, wer ir her were, unnd warumb sie in Preussen werenn kommen; die Behmen sprachen, unnser herr ist das evangelium und der Behmische* glaube, unnd disz® unns haben geschickt in Preussen unnser mit- bruder zue besuchen, unnd? die nit evangelisch sein, darzu zu bringen®, unnd solcher‘ lappenthedingen me, unnd konten keinen andern be- scheidt nit horens, wie wol sie viel darumb teiten. In disen the- dingen® Gestnitza wart erstigen unnd man erschlug', was da war. Alsz aber* die b. sich beclagten, unnd! man in nit het gehalten kriegsrecht, unnd man nichts het solt thun®, dieweil® man hanndelte, die Behmen sprachen®: Ir hapt eur geleit nit gehalten, wen vor 12 menner ir seit geleitet, und mit 16 hie seit‘, darumb° gebt euch a) daan.a.w,deri.n. tr. B. b) den B, dan ©. oc). w. fehlt B d) und uneyn. C. e) die A. f)a. sie B, wieder d.b.C. gu.d.B. fehlt B. h) so w.s.RB. i)Son.d.h. i. dent. auf 12 p. B. k) reden C. 1) Darauf B, Da C. ın) seinen eltisten A. n) Queraw B. 0) so fehlt BC. p) sie aber B. q) das d. RB. G. sturineten OÖ. r) Da g.d. B. B, Und sie gr. darnach C. 8) auf das B, das ©. t)d. fehlt A. u) Da C. v) Rechenberg C. w) der h. das schlosz z. e. t. B, u. h. das schlosz i. z. 8. t. C. x) Schweis C. y) die orl. B. z) das BC, botschafter m. horen C. a) Dat. b) von wegen C. cu. fehit BC, die B. d) u. feblt B. o)e., diesolben d.br.C. N ander B. ma, n. fehlt C, So k. die gesandten k. a. b. bekomen B. h) J. disem handelC. i) u. schlugen danieder B. k).a. fehlt B. 1) das BÜ. m) sondern sie s, stiell halten B. n) weil C. 0) Trarauf d. B. spr. B p) So h.i.n.g. eo. gel. B, Und i. bh. e. g. auch n. g. C. q) den auff BR, dan C. r) u. s.m. 16 personen alhie C, so sein oner nur sechs hie B. s) derhalhen B. 1) Ale diese Numen sind erfunden: der obirste marschalk mit andern 1Il kumpthuren sagt die Quelle, 2) Hinrich marschalk u. her N. Kalp //Afehr. I. c. ge *fol. 3754 *fol. 375b
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*fol, 376a. 116 Traet. XV. Cap, XVIO. 8 1. gefanngen, unnd sie verstorten* Gestnitza, Kalluborgb, Schonegk, Tauchel unnd stormbtenn Nackil,') unnd da° der homeister lesete die b. umb 13 tausent gulden Ungerisch, und sie brantten den Nackil ausz®, und zogen wider genf Behmen, wen® man wolte wider in Behmen fallen. Weingertten verfrorent. Diser wintter in disem jar war so kalt, damit! erfroren alle weingertten umb Meba, Newburg, Schwetza, Colm und Thorn, und sein auch nit wider gebaut bisz auff heutigen tagk, etlich zu Thorn ausz(*)genommen, unnd auff das jar darnach! wart mechtig viel getraidt in Preussen in allen enden". Capitel XVII. $ 1. Von eim general capitell, in welchem abgesatzt wart der homelster. Im jar 1435 am» tag Purificacionis° b. Michel der homeister, lannge vor hinP het ein general capitel berufft an alle seine b.a umb grosser ursach willen.) So° wusten die ander lanndmeister wol, wiet die b. in Preussen mechtig® uneinsz waren, darumb’ sie schickten die cliegsten b. in Preussen, unnd” man sie brechte zu gehorsam unnd einigkeit“, Alsz nur das capitel angienng, der homeister nach des ordenns weise sagte”, was im dauchte zu straffen sein*, unnd gab es den eltsten b. zu erkennen®, unnd die b. in Preussen, die® sich etwan verschworen hetten, teten iren verbintnus gnug, unnd sie stunden auf eintrechtigelich!, unnd® dem homeister vorhielten die artickel, damit er von rechte nit solt homeister sein‘, unds machten es grosz und breit, unnd die frembdent mit ungestimigheit darein a) Da v. s. B, zeret. C. b) Kolkuberg B, Kalkuburgk C. c) u. d. fehlt B. d).d. ge- fangenen b. C. e) Nachdem br. 8. N. a. B. f) nach BC. g) dan B, dan ©. h) Ueberschr. fehlt C. i) J. d.j. w. so ein k. w., das B, Derw...., das C. k) nit fehlt A, zugeb. A, den fehlt BC. l) aber, auf fehlt B, u. a. d. ander j., darn. fehlt C. m) an a. landen C, sehr r..... an a. ortern B. n) auf den B. o) p. Marie C. p) zuvohren C. g) an — b. fohlt B, allen s b. C. r) halben B. 8) Da C. t) w. fehlt B, das BC. u) sehr BC. v) derhalben BO. w) auf das B, das C. x) u. zur e. B. y).n. fehlt B. z) zeigte d. b. an, n. d. o. w. fehlt B. a) gutt d. strafflich zu sein C. b) n. g.n. d.o. w.os d. eb. z.e. B, den clugsten u. elt. b. ©. c) so C, So th. d. b. von Pr., die B. a) u. fehlt, st. sempttlich a. B. e) u. fehlt B. F) darumb e. v. v. wegen C, warumb e. (v. rechts wegen) B. g) u. fehlt B. h) fromen! A, u. furten d. fr. b. m. u. darein B. 1) Von der Einnahme dieser Schlösser weiss die Quelle nichts. 2) Die Abdankung, nicht Absetzung Michael Küchmeister’s erfolgte im März 1422, Posiüge III, 396.
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Tract. XV. Cap, XVII. $ 2. 117 zogen, unnd* sie den homeister vermochten, unnd® er umb fridens willen und° auch angesehen arbeit unnd muhe, die er im ampte , *gelitten hette, und seine alte® tage in bescheidenheit mochte enden, *fol. 376%. unnd er verzog sich? seines amptes. Disz# waren die namhafftigsten artickel auf? in, unnd! er dem lande seinen* willen zu lanng hette ge- lassen, und sie itzundt zu halstorrig weren worden! und wenig auff die comptores geben. 2. Unnd= er mit den Preussen den ordenn gleich wie zinshafftig gemacht ken die Polen®, unnd° sie in vielmal ein mechtigP gelt hetten geben? und" den orden verarmth. 3. Mit dem ungetrewen manne* Sigiszmundo Staradub ein ver- bietnus on unns gemachte‘, unnd im ein zog“, umb welches willen die Polen die ketzer uns schickten” in Preussen und” die unsern verderbten. 4. Unnd er ein wyrdigen adel in vilen b. nit verhalten hettez, sonnder ja geringer adel im orden war gewest’, ja gemeiner er mit in war gewest”, und“ die funf b. unnd comptores den Polen auff die fleischbannck geopffert hette, unnd solcher sachen vil. Der homeister sich gar erberlich verantwurte, sonnder® man wolt sein wortt* nit aufnemen, wenn° sie waren verdechtig von allen? *f01.378a.° geachtet. 8 2. Wie doctor Tawolerlus‘ in disem capitel ein sermon machte, wens er war Ires ordens®, sonder: damit nichts auszrichte.‘) Des lanndtmeister ausz Teutschen landen schickte einen be- werten man ires ordens, genannt b. Johannes Tawolerius custos im hause! zu Frannckfort am Meyn, unnd diser hub an*k unnd sprach: a) das BC. b) dasBC. c) u. fehlt BO. d) u. fehlt B, u. daz ers. C. o) alle A. f} Auf solchen vorzeich e. s. B. g) Und d. C. h) wieder C. i) Das BC. k) ihren B, den C. 1) dadurch e. z. h. gew. B, alzu storrig gew. C. m) U. fehlt B, Daz C. n) E. h. d. o. m. d. Pr. gl. w. zinsbahr d. P. gem. B, gl. zinsbahr C. o) das B. p) grosz BC. q) haben g. B, h. fehlt C. r) u. also C. s) m. feblt C. t) machte ehr BC. u) u. z. fehlt B. v) die fehlt CO, stritten A. w) welche B. x, Ehr h. i. v. b. Den w. a. n. vorgezogen B, das 0. — n. gehalten h. C, mit vorh. A. y) w. fehlt B. 2) i. g. sie ihm waren B, wer er ihn g. C. a) u. fehlt B. b) aber BO. c) den B, dan C. 4) v.a. fehlt B. ce) fol. 377 in A übersprungen. f) Taulerus C. g) w. — o. fehlt B, dan C. h) aber BC. i)i.h. fehlt B. k) der thet eine sermon B. 1) Auf diese Weise verwerthet Grunau die ihm aus der Ferberchronik bekannte Mahnung des Carthäusers Heinrich Beringer an den HM. Paul von Russdorf, vgl. Ss. r. Pr. IV, 448
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"fol 375b, "fol, 3798, 118 Traet XV. Cap. XVII, 8 2. Die gewalt des himlischen vatters uns regiere, die weisheit seines kyndes uns erwecke*, die giettigheit des heiligen geistes uns erleuchte an dem» gewissen und vernunfft, das wir werden gesterckt in eim“ geistlichen leben, in welchen wir unns seligen alle. Amen. Sinttemal auf erden nichts bessers ist, dan? zu leben in den gebotten gottes, im fride unnd einigheit, zu thun die gerechtigheit einem jedern, unnd so danne° die Juden in solchem strefflichf ge- funden wurden, sie® gebiesset 70 jar im elennde, und» ander ire lennder besessen!.') Es ist unns“ cristen ein exempel, unnd! wir gefunden” werden in ungerechtigkeit, ander unnser schweisz und blut werden“ verzeren*, unnd dannoch gleich wol° elenndt miessen leiden. Merck auff Josiam den konig der Juden,?) alsz der hertte ver- zellen die spruche gottis, er zuriss sein gewanndt, wanP er wuste, wies er unnd die seinen in disem allen” gesündiget hetten, umb leyde- sein? got im liesz ansagen gnadet, Also und" auch wir belaiden sollen unser ubertrettung”, darumb, erwurdigste“ herrn und b., seit hierten* nach diser weise, und wie da lernet das evangelium’, wan? ein gut hierth vor sein underthann sein leben setzet. Sonnder*, werlich nach gemeynem geschray, in euch wiert erfüllet der spruch des propheten Ezechiel 345: Die hierten haben gessen° die milch der schaff, unnd? sich bedeckt mit irer® wolle, das feistef sie haben ge- schlachtet unnd ess gegessen, das kranncke sie nit haben erquickt, das ungesunde sie nit haben® geheilet, das verworffuse sie nit getrost haben#, das verlorene sie nit gesucht haben®, sonnder mit ernst unnd gewalt sie regiert haben !, darumb* ich furcht, mit ernst und forcht! ir gericht solt werden umb übrige gewalt. O wie gar® ein getrewer hiert war Moises, alsz er bat gott, und® er solt dem volck* vergeben seine® missethat ader solt inn ausz seinem geschribnen buch leschenr. Wyrdigenn herra unnd bruder, gedennckt an die eiche zu Alt- ay erweiche C. bY am B. ce) im, & fehlt B. d) den RB. ce} dieweill den B, u. weill dan C. 1) straffellig BD. g) werden. e. fehlt A. b) u. fehlt A. i) einletten B k) welches u. ec. i. C. DsoB wel. m)eaftC. m) a. w. auch o) u. wird, gl. w. fehlt Be p) dan C, den B. das. rd id. fehlt, alle ©. 5) u. 1. und reu C, dieweill es ihn 1. war B. t) seine gn. C. u) u. fehlt B. v) bel. u. betrachten s. G, 8. leidt fragen ober n. u.C. w) ihr wirdigsten B, 39h. fehlt Gy) gleich w.. d. e. leret B, w. d. heilige e. Ichret C. z) fehlt B. a) aber C. b) am AXXNTIL BO gegessen BD. din. fehlt B. 0) der BC. N sechste A, fetteste B. ge) 8. h., e. fehlt Be. fehlt, gefressen © hih. 8. fehlt B. ih. fehlt B, sie fehlt ©. k) Derhalben ©. 1) Das ihr mc. BC, u. f. fehlt C. m) g. fehlt B. mi u. fehlt B, das C. 0) ihre BC, vorzeiben B. p) nus- leschen a. dem I der lebendisren B. 1) Pol. Ss. IV, 455. lc. 435. nn ann Le —
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Traet. XV, Cap. XVII. $ 2 119 torn!) wie gar wunderlich got unser orden durch hilff andechtiger menner hat anszgebreitet in ein solch reich, unnd“ werlich umb der schaff willen, itzunt aber wir wie Saul got ungehorsam®, und dem mentschen widerig° werden gefunden, vor dem ende wird uns billich forchten. Gedennokt, wir sein vil mal ausz dem hausz der dienstbarkeit gefurt®, wie etwan die kynnder von Israelf, unde wir unnst in zwi- tracht vermengenn, sicherlich zu krieg unnd verderbuusz wir komen!, unnd die itzunt unnser dienner sein, siek unser hern werdenn zum spotte!. Unnd” wir unns berumen, und® wir lant unnd leut durch streit unns haben gehorsam° gemacht, was hilfft unns das, unnde wir in teglicher feindtschafft und? ungehorsam, irthumb* des glaubens leben unnd unns verherten‘, so doch ein* solchs unns zu eim ewigen ver- derpnus sich geburt®.?) Sehet an, wie gott vor augen in Preussen* wiert gehalten. *fol. 379b. Nempt war’ die heiligen tage in spilen, seufferey”, tantzen, kauf- schlagen* und in den die arbeitt des scharwercks musz auszgericht werden’. So umb solcher sachen willen etwan got die seine straffet“, er itzunt auch die gewalt hat* unnd unns straffen wiertb.?) O got wie viel lieber® kirchen sein in Preussen, da man nit ver- mag ein liecht vor dem hochwierdigen sacrament zu haltenn, unnd® man doch ein zwe® tausennt jagthundef halt, den pfarrern man ab- zeucht iren zehennden®, unnd in huben daran gibt, unnd} sie mussen ackern unnd halten leutt zu solcher arbeit!, mit solchem* sie kamen! in sunde unnd schande, unnd also” viele messen verseumet werden unnd gotzdiennst®. » Die kirchen werden befolen losen mennern, die me hundt ge- kuppelt haben, wann® buecher durchlesen?, etlich mit? gelde darzu a) u. fehlt B. b) gehors. A, So w. wir a. itz. B, J. aber sein wir C. c) zu wider C. d} Derwegen mogen wir B. e) sint gef. A. f} Jerusalem A, von fehlt B. x) So B. h) Derhalben wir sich B. i) k. werden B. k) e. fehlt B, die C. 1) uns z. sp. B. m) Das B, fehlt C. n) das BC. 0) untertenig B. p) wen B, so wir doch ©. g) fehlt BC. r) und i. BC. s) uns fehlt B, u. u. da- rinnen v. B. t) ein fehlt B. u) solch warlich a. z. e. ew. v. gelanget C. v) n. w. fehlt B, wie d. C. w) sauffen B. x) werden — vorbracht B, zugebr. werd. ©. yı vorrichtet B, u. i.d. — a. w. fehlt C. z) gestr. hatt B. an) so hate. B, die fehlt G. b) uns zu strafen BC. c) wie fehlt A, sehoner C. d)eoC. ce) ein fehlt B, e. oder 2C. f) reutth. B. g) decem zchenden C. bh) das B, i v.1.dazu b. C. k) welchen BC. 1) geraten, dahinter ausgestrichen sie in trunckenbeyt, spielen, kauffschlegen und sonst in viel laster C. m) dadurch B. n) u. andere g. B. 0) den C. dan B. p) gelesen C. q) dnrch B. 1) Ss. IV, 456. 2) Ss. IV, 456. 3) Ss. IV, 360.
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*fol. 380a, *fol. 380b. 120 Tract. XV. Cap. XVII. 8 2, komen, und* wie sie gewont sein, sie geraten in trunckenbheit», spilen unnd° kauffschlagen unnd sonnst in“ viel laster, unnd® wen man gots- diennst sol aufrichten‘, die glocken muessen das beste zum feyr- tag thuns. *So schawet, lieben herrn und b., wiet vile armen witwen unnd waisen durch falsche eyde boser leutte ir gut wiert abgeschworn!, unnd so was da blib*, die herrn, die vormunder wollen sein, damit! den armen nichts pleibt. Nu merckt, wie den” underthanen in Preussen ir recht", gute gewonnheit, freiheit, unnd gotliche° verschreibung wiert gehaltenn, so es doch die Turcken nit brechen, unnd soP die Preussen darumb reden, man sie geringer dan ein hundt helta. Der glaube Jhesu wie er wirt gefurdert’, es ist vor augen, so* unnder unns sein, die da* me Hussisch sein, dan Romisch, mit dem munde wir unns evangelisch rumen, mit dem leben wie ketzerisch thun, das gelt wir von den Undeutzschin nemen unnd in vergonnen ir waidlein’ unnd ir” fyrmen, und wie“ sie wullen, umb gelt man es gestattetY. Nembt zu hertzen dis unschuldige* blutt umb unsern willen auf dem streitblatz vergossen*, sintdann wie® vH kirchen versterte, kynder erwirgt, jungkfrawen unnd frawen beschemet, solt dis pleiben unge- rochen, ist nicht moglich.!) Umb unser? sachen und annder vil me*, da® ist in Preussen stetter neyd und hasz, stette pestilenncia und sterben des viechs, stette theurung und dorftigheit‘, stettere krieg unnd unbestendigheit in allen hanndlen der einwonner. Wir unns verlassen auf unnser starcken gebeude unnd kriegs- gezeugt, und nit gedanncken, so got willt, was mentschen hennde gebauet uund gemacht haben, sie es auch mogen zerbrechen'!, und ınit ink, wie gering unnser feindt ist!, unns mag verderben", wie die schrift auszweiset. a) n. fehlt, w. s. den vorhin, e. fehlt B. b) so g. sie den auch B, aleo g.8. 0. c)n. fehlt BO. d) ii. fehlt C. ce) u. jeblt B. f} auchrichten A, vorricht. s. B. g) so m. B, am heyligen tage ©. h) w. dasB. i)i. g. ihn a. w. B. k) so den noch ettwas ubrig ist B, u. was dan so bleybet C. 1) auf das B. m) die A. n) reich A. 0) gntliche B. p) wen aber B, u. wan CO. g)so acht m. e. ringer den hunde B, Iı. m. 8. g. als die bh. C. r) w. w. der befordert B, W.d. gl. J. gef. w.C. s) das B, weil C. t) da fehlt B, laffisch A, Hussitisch BB u) den B,u.n. m. h. ale r. 5. C. v) waideley BC. w)u.i. fehlt BB x) wasB. y)sogast.mei.n.g B efehlt C »)N. war des unschuldigen bl. B. a) willen v. C. b) sinthemall, w. fehlt B, nach dem w. C. c) sindt x. C, vorst. B. d) solcher BC. In A ist hier ein Absatz. e) v., fehlt B., da fehlt BC. N) u. tehlt B, dorstigheit A. g) st. fohlt B. h)s. g. w. fehlt B, das BC. i) zerb. konnen B, dennoch dieselben wochten gebrochen werden C. k) m. i. fehlt BC. 1) auch u. f. i. B, i. fehlt O. m) u. v. kan B. u. mit ihnen m. v. C. 1) Se. 111, 454.
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Traot, XV. Cap. XVIIL $ 3. 121 Wir unns berumen Marien dienner, aber werlich, wir unns nit aı wenigsten umb iren willen abeziehen von sunden und ungerech- tigheit, und“ solcher meinung und worte vil sagte*, unnd sie bat,», sie wolten sich bessern; vile es zu hertzen nomen, unnd sich vor- satzten was gutes‘, dem meisten hauffen® es we tet, unnd im flucheten. 8 3. Was bruder Neithart thet, unnd von seinen brieffen- anschlaen im cappittele. So nu die b. nach vilem ergernusz, under sich nit kunten der sachen® eins werden*, unndt man ein general! erwelt hette, wann *fol. 381a. eink itzliche! nacion in einen von den iren erseen® hette, unnd so feste hielten®, damit niemandt° dem andern weichen mochter, unnd? so dann ein igeliche erwollung solt mer wan vom: halben teil gescheen, und so* die Schwaben die* iren erwolten, die Bayrn iren, die Francken die iren, die“ Voigtlennder die iren, die Österreicher iren, die Rein- lennder iren®, die Meissner iren, unnd so’ ein teil das ander meinte” zu trutzen, unnd* in solcher uneinigheit sich erliefien gantze elfiy tage, und die frembden b., alsz die auss Teutschenn lannden und Liff- lanndt*, gaben vor, sie wolten heim ziehen, und* sie mochten nymmeb die zwitracht ansehen. Vonn disem®° die b. wurden bewegt und wol- ten und? verwilliten, auf den tag Valentini® eine gewise erwollung zue haben‘, unnd das mit eingezogen®, und® keiner solt von den erwolt werden, die! von den partten die stimme hetten, unnd disz* die erwolten auch sonderlich verwilliten, unnd! sie ihr partheyen darein brachten, und” sie es verwilleten alle. In dem morgen® ganntz frue°, einer ader mer von den b., got weiszt, ein solchen? brieff wart ange- cleibt in dem umbganng* des grossen stockes vor des comvenntz *fol. 381). a) u. —e. fehlt B, u. s. w. alda v. erzelette CO. b) b. =, derwegen B, s. fehlt C. c) etwas g. zu thun ©. d) d. mehrsten h. aber C, d. m. h. aber B. e) Wieb. N. br. i. ec. an- schingk C. f) Als, n. fehlt B, Dan. C. g).d.s. fehlt B. h) daz BC. i) gener. meister CO. k) den, e. fehlt B, dan C. I yde C. m) darzn e.C. n) b. auch se. f. darüber B, damit h. se. f. CO. o) das BC, keiner B. p) wolte BC. gq) n. fehlt B, n. weil C. r) m. dan von dem C. s) derhalben B, da ©. t) k. den, die folg. die fehlen BB u—u) fehlt C. v) also BÜ. w) nante A, vormeinte B. x) das B. y) verlief. g. zehn C, g. fehlt, zehn B. =) Da g.d. fr. b. aus D. u. L. B. a)den B, dan C. b) nicht mehr B. c) Davon B. d) u. fehlt B. e) ValtiniA. f) wahlz. halten B, wehlung zu halten ©. g) u. d. fehlt BC, mit dem beding B, damit eingez. ©. b) das BC. i) vor A, zuvor von B. k) u. fehlt, das B. 1) 8. br. auch B. m) das BC. n) Des morgens C. 0) als man solte zur wahl greifen B. p) e. a. m. fehlt B. gq) g. w., ». fehlt B, 8. fehlt C.
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122 Tract. XV. Cap. XVII 8 3. refectorium, unnd® man kunth nie erfaren®, wer ader welche® in ge- satzt heiten‘, unnd wart viel jamer daraus®, und laut also in versz- weise: Alhief sol niemant unser generalmeister sein, Ere sey dann von geburt ein Schwab ader Franncklein, So es ja die not, da got vorb behiet, mit unserm orden tuth!, So mag es sein ein Bayr von hohem adel wolgemuth; Österreicher, Sachsen“, Dhoringer, Meissner unnd die! Reinlender, Welche von anbegin sein gewesen des ampts schennder®, Wir sie mit nichte vor ein furstlichen general wollen, Wen" sie von anbegia nach irem ampt furstlich zu nennen, Gespart haben zu griessen, zu schreiben in° aller frist, So doch ir adel, ir ampt, ir nam von gottes gnaden ist.!) Und welcher es laszp und“ war von den versprochnen naciones, sie" namen zu hertzen ein mortliche feintschaft‘, auff* die da waren von Schwaben, Franncken“, unnd gebrach ein wenig”, unnd” man a) u. fehlt B, solches lauts wie folzet angeschlagen C. by aber nie B. c) ®. w. fehlt B. d) dahin geklebtt B, sie gemacht h. C, e) doraus den B. f) Allein A g) m A. h) da vor fehlt A. 1) tet A. K) S. fehlt BD) die fehle B. m) w. gewest 8. v. a. a. sch. B. n) Den B, Dan ©, 0) zu BC. p) W. das1.B. q)der B, u. w. fehlt ©. r) die Ba. fehlt ©. )n.e. z.h und guwonnen e. u. f. B,n. & herzlich n. m. £. C. t) wieder-C, un) da w. v. fehlt B, von fehlt C. v) u. fehlt. gar w. B, u. fehlet e. w. C. w) daa man nicht c. bl m. B, das nit e. bl. daraus wart ©. 1) Die ersten beiden Verse stammen aus der Danziger Curonik vom Bunde (Peter Brambwck), Ss. IP, 415; die sämmtlichen hat Toeppen, Altpreuss, Monats- schrift IX, (Volksthümliche Dichtungen in Preussen) 291 f. mitgetheilt, eine abweichende Itecension giebt er S, 292 n. 5. In C (Hennenberger's Flandschrifl) findet sich dieselbe mit einigen Vurianten zugesetzt: Her Jacob Greuschaws Chronica: Alhie mag niemandts hosmeister sein, ür soy dan ein Schwab oder Frencklein. Da unsorn orden gott fur behutt, Einer andern nation hoemeister were nicht gutt, So mag os sein on allen schaden, Zur andern nation soll niemandes rathen. Osterreicher, Döringer und Reinlender’ Seindt von anbegin amptschender, Die sal man mit nicht fur hoemeister erkennen, Noch mit eynem furstlichen tittel, nennen, Sondern der Francken, Schwaben, Beyern zu aller frist, Adel, ampt und gottesdienst zu loben ist.
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Traet. XV, Cap, XIX. $ 1. 125 hette ein blutvergiessen gemacht, wann® die frembde b. nit hetten ge- thann. Unnd also in® verbitterung® vieler man gienng zu der? erwollung. Capitel XR. $ I. Wie Paulus Rusdorff homeister wart erwoilt vom ganntzen capitell®. In disem jar und capitel am tag Valentinif die b. ins viler bittrigkeit quamen in die stundet, und ınan solte erwolen! einen neuen homeister, und man es ink protestierte keinen auff! zunemen von den”, die da stime hetten in der partheyschafft®, wie es auch von in° verwillet were, unnd gott es sonderlich fiegter, das sie? ein- trechtigelich erwolten ein man der geburt ausz Kernthen, den erwirdi- gen hern b: - Paulum Belitzer von Rusdorfft). Diser war nit lang ho- meister, sonnder” alsz er den Preussen het vergont ein bunth zu machen, und die b. merckten seinen ernst mit in’, sie in auch absatzten in irem capitel, unnd? er war in allen sachen seines »z,] 3821). regiments" verschmehet, wann’ es war über alle masse,* wie uneinsz die b. unnder einander waren” von wegen des angeschlagen briefis, von dem obenen ist gesagt“. In solcher uneinigheit er hielt es mit dem lannde und’ vermeinte die rechte hadermacher under den b. abzusetzen unnd wegk zu jagen, sonder“ sie wolten nit zu ime komen, und® wolten auch nit die schlosser reumen, und» sie berumeten sich, wie® in die comptoreyen umb ir gelt zu iren lebtagen weren versatzt unnd verbrieffet; und von disem es quam, und@ er schlecht abe® keinen forcht unndf gehorsam hette. Tittel von gots gnadense. Sein marschalek wart b. Ludwig von Mytzheim!, sein< groszeompter b. Paulus von Lanntzberg, sein* a) wen B. b) U. fehlt B, ein A. c) cbrerbiettung C. d) zur Q. e) w. co. v.g. fehlt B. In C: Von Paulo von Rusz. dem XXVI. homeister in Preussen. f) Am t. V. dieses jares R, J.d.3,c. ut. V.C. g) mitt B. h) k. ins capitel zusammen B, k. zur erwehlung C. i) zu erw. B, und da w. e.C. k) so pr. m. B, u.e. fehlt C. ]) a. fehlt B. m) v. d. tehlt C. n) von partcyen C, deri.d.p.st.h.B. 0) w.e. vorhin B. p)Daf.e.g.=.B. q)diec. r) den B. s) wieder sie C. tn. fehlt B u) a. r. fehlt B. v) den B, dan C. w) uneinig u. sich C, den d. b. w. u. a. m. uneinigk u. e. B. x) gedacht B, ges. worden C. y)u. fehlt B. z) aber BC. a) u. fehlt B. b) den B, dan C. c) das C. d) Daher k. e. B, das BC. e) kurtz umb C. f) noch B. g) Ueber- schrift fehlt C. b) w. fehlt A. i) Ayazheim C. k) s. fehlt B. 1) in der vasten wird Paul von Ruszdorf gewählt, A. HMechr. 650. Er war ein Reinländer, Voigt VII, 424. Auch der Name Belitzer ist nicht beglaubigt.
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*fol. 383a. *fol. 383b. 124 Tract. XV. Cap. XIX. $ 2. obrister spitler b. Heinrich Holt compter vom Elbing, sein trappier, b. Conrat von Erlichhausen, sein treseler b. Nicles von Gaylitzen®, seine compans b. Merten von Campraden?, b.° Nicles Fellinger,') diee es in einen brauch? brachten, unnds sich von gots gnaden schriben in iren brieffen, unnd® ir nachkomlinge ein! lannge zeit nach in. Die b. alle sich gaben auf* kaufschlagen, sy freyeten den iren! weiber, und” man in es versagt, es war® muhe, war man in zu wolle, es geriet* ibel°, und sonnst viel wunder me sie stiefften?, unnda sich die sache alle auff gelt und underdrucken der Preussen zogen'. Die verachten b. alsz Reiniennder, Dhoringer, Osterreicher, Meissner und Sachsenn waren in den geringen® emptern, alsz kuchenmeister, kellermeister, waltmeister, vischmeister und wie denne solche ampte heisen*t, wann sie die Preussen umb gelt“ mannten ader schatzten, unnd die Preussen sich beclagten, wie es ein’ neu aufsatz were unnd unrecht, sie sprachen”, ich hab es meinem gnedigen hern compter auch* gesagt, er wil mich nit horen, woltet ihr es die herrnY leiden, es steet zu euch, und mit solchen unnd andern® worttenn das pulfer ins treuge stro legten, unnd“* mit der zeit das feur also auffgieng, wieb gesagt wiert werden, und werlich sie® seer ubel daran thetten $ 2. Wie etliche b. begertten obseruanciam zu halten im orden. Von b. Johannes Tawulery?, als man vermeinte® disz quamf, dass sich besprochen 18 b. unnd man es in gonnen* wolte, sie wolten sich vermessen des ordenns stattuten volkomlich zu halten®, an- gesehen wie! in Preussen vil b. weren, die ire* stattuten des ordens nie gesehen hetten. Unnd! sie quamen vor den homeister Paulum, und! in mit geburlicher wyrde botten, er wolt in ein solchs vergonnen, a) Gilitzen B, Goyliken C. b) Kompraden B, Knipraden C. c) und b. Ü. d) Schillin- ger A. e) diese B. f) gebrauch B. g) das sie 8. BC. h) so auch B. i)e. fehlt B. k) aufs C. l) ihrigen B. m) wen B. n)so w. B. 0) sog. e. ü. B. p) sofften A, me sie fehlt B. q) das B. r) also a. g. u. verderben C, sich z. A. 8) geringsten B. t) dan — hiessen C. u) u. g. fehlt B. v) das, os fehlt B. w) soap. s. B. x) auf A. y) wolten, i. fehlt A, fort mehr B, hinfort C. z) u. fehlt, m. e. u. dergleichen w. B. a) u. fehlt, g. d. f.an B. bYw. daC. co). fehlt B. d) J. fehlt C, V.J. T. sernon B. e) meinte B, sagte C. NDk.e B. g) von! A. h) bespr. u. 8. vorm. hielten auch an m. w.i. v., dass. n.d.o.st. v. h. B, bespr., m. w. ji. g. 8. w. d. o. at. v. s. verm. z.b. C. i) das BC. k) die B. 1) fehlt B. 1) Von dieser Liste sind nur Conrad von Erlichshausen (Marschall 1434—36, 1440—41, Grosscomthur 1432—34) und Heinrich Holt, Spider u. Comthur von Elbing 1416—1428, historisch.
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Tract. XV. Cap. XIX. $ 3. 125 unnd in nur den Grunenhoff auf Samlanndt im Bobetischen* kirch- spil®? mit seiner zugehorung® verleihen zum lebenn einer solchen obseruantion. Der homeister sich mit dem marschalckh unnd compter von Konnsperg beriet in diser sachen unnd in ein solch antwurt gab: lieben b., wir loben eur vornemen, ausz was geiste aber ein® solches in euch kompt, wir es? nit mogen ergrunden, sonnder® eins wir hochlich wegern, solt ir ein geistlicher leben fieren, dann» wir, so wurden wir erst ein spot der unnser! sein, wennk die wir waren einer kappen, unnd nit furten ein ordenisch leben!, sinttemal wir bisz hieher® sint gewesen einer cleidung, so wolt wir fortan® sein einer leydung®, unndr das *groste ist‘, und" wir konnen den Grunenhoff nit *fol. 384a. entporen von unserm nutze‘, unnd schieden so abet. Sou erlebten es etlich von disen’r 18, da der orden Preussen verlor, unnd dise sprachen": so findet es sich, das“ man gotte abezeicht, das musz man dem teuffel geben, man wolte vom nutze mit entperen umb gottes willen ein hoff mit vier? dorffern, itzundt miessen wir* baldt entperen gantz Preussen. Unnd* der homeister verlor das credo auchb bey disen b. unnd sie es weitter brachten. Viele darumb zornig waren, unnd“ man es in® versagt hette. 8 3. Wie die‘ Polen unnd die b. ins concilium gen Basel schickten, und wie es da fur mit dem handle. In disem jar und gezeitten gienng an das concilium zu Basel, welches? vom babste Eugenio dem IV. durch ein legatum und cardinal genannt Julianes S. Angeli') anfienng, unnd war ag! die ketzerey von Behmen zu stillen unnd die* hadersachen der cristenreich! zu entscheiden, darumb die Polen auch” ir sachen gewonnen auff die &) Bobunschen A. b) kirpell B. c) zubeh. BC. d) i. d.s. feblt B. e)a. e. fehlt B, e. felılt C. f) es fehlt BC. g) dennoch B. aber C. h) als B. i) unserigon B, e. dan C. k) dan C. ) w.— 1. fehlt B, furet doch n. e. ordenisch 1. C, irdisch I. A. m) aber B, bisher BC. n) auch f. B, Vor dan A. o) beydung BC. p) So B. q) U. dis das furnembste i., das C. r) das B, s) v. n.n. fehlt B. t) also C, Damit ach. 8. a. B. u) Da C, So fehlt B. v) den B, 18 b.C. w) da ap. sie B, die spr. ©. x) 8. komtt es, was B, Also... was C. y) drey B. z) must man e. gar baldt C. a) u fehlt B. b) fehlt B. co) ihrer v. B. d) das BC. e) fehlt C. f) fehlt C. g) da fehlt B, do zugieng C. h) w. fehlt A. i) u. fehlt w. nur allein umb B, auch A. nurn d. k. zu BC. k).d. fehlt A. 1) oristenheit B. m) auf A. 1) Den Cardinal Julianus de Caesarinis S, Angeli kannte Grunau aus Miechow 303. und aus Aeneas Sylvius de Lithuania, Ss. r. Pr. IV, 238.
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*fol. 384b. *fol. 3858. 126 Traet. XV. Cap. XIX $ 3. b. von® *Preussen, wen sie in Polen®, mit diser ketzerey nit besalbet° weren. Der homeister und sein? capitel schickten auf ins® coneilium den ertzbischoff von Riga Friderich von Wallenrot!), unnd? im seer viel in diser sachen vertrautten, die Polen auchs schickten den ertz- bischoff von Lamborg in Reuslant. Unndt sie quamen vor den legaten und die seinen unnd trugen! an die sachen auf die b.k, wie sie mit in gehanndelt hetten von anbegynn, und da’ durch schrifften bewerten alle ding nach rechtes weise. Es” quam vor der procurator des ordenns®, dem dise sach bevolen war von dem® homeister, und warP der ertzbischoff von Riga, unnd? ein person ires ordenns, unnd" er solt den orden verantwurten, und" sprach: hochwierdigster® vatter, die sachen und gewalt, ungerechtigheit, unnd beschedigung, die da“ antragen die Polen unnd beweren, sein also, wan’ disz ist die nattur der b. von Preussen unnd von Lifflandt, damit” sy die zue nott recht bringen, in ir gutter verderben ader einnemen, die* wider die ungleubigen streitten, ader den kirchen angehortten, und da’ auch *alles verzaltte, was die b. in Lifflanndt den kirchen gethan unnd genomen hetten. Von disem das gantz concilium wart bewogt auff sye und* den Polen zusprach den senntentz wider die b., damit* sie vortan kein recht auff das lanndt Coya, Samayten unnd® Unnder- Littaw solten haben, unnd was zugesprochem gelt were® unnd erkant, und? das solten sie geben, unnd solcher dinge vil, wan® niemanndt dawider war. Dem lanndtmeister? ausz Teutschen lannden disz wart angesagt, unnds der ertzbischoff von Riga das erentz het abgelegt und wer bischof zu Luttich geworden!,t) disz alles er schickte in ge- wiser botschafft dem homeister von Preussen. Balt der homeister von Preussen versamelte sein capitel, unnd sovil alsz da! komen wolten, wan® ir vil hielten es vor ein erdichtes", unnd sie wusten® a) in B,a.d. b, v. Pr. fehlt ©. h) don die P. B, dan ©. c) besudelt C. d) das C. e) a. fehlt, in dasC. f) u. fehlt B. g) a. fehlt B. h) Als B. i) tr. sie B, u. die Polen tr. C. k)a.d.b. an B, alda an d. s. wieder ©. 1) da fchlt BC. m) Da B. n) dem A, d. o. pr. B. 0) vom BC. p) das w. B. g) u. fehlt B. r—r) fehlt der B. s) hochwirdiger B. t)u. gerechtigkeit €. u) so B, welche C, da fehlt BC. v) den D, dan C. w) auf das B, das C. x) diedaC. y)u. fehlt B, da fehlt BC. z) u. fehlt B., wieder 8. C. a) das BO,dies.C. bYu.fehltC. Ju.d.e. das ihn w.B. d) u.e.u.d. fehlt B, u. fehlt C. e) den B, dan C. f) hoem. C. g) das BC. h) bischoff B. i) worden B. k) zum h. C, Als e. solches d.h. v. Pr. durch g. b. wissen liesz B. l) u. fehlt, 8. a. ihr B. m) den B, dan C. n) verdichtes A, erticht ding C. 0) den sie liessen sich bedunken das B. 1) Johann von Wallenrod, Erzbischof von Riga, vertrat den Orden auf dem Concil zu Constanz, Posilge Ss. Ill, 357 u. öfter. 2) Diese Reden sind tendenziöse Entstellung: Bischof von Tüttich wurde Wallen- rod 1418, Posilge 386. ev
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Tract. XV. Cap. XIX. 8 4. 127 b. Friderich zu from zu eim* solchen stucke. Die aber da waren, es beschlossen, und® b. Heinrich Holt° compter zum Elbing, b. Johannes von Zellenbach compter auff Mewe®, b. Wilhelm Eytzinger compter auf der Balge solten ins® concilium ziehen'), unnd dief sentenntz widerrueffen, und disz es war lanng verzogen®e, wanh furstlich sie sich auszmachten, unnd da sie quamen!, Eugenius* der babst itzundt dem conciliok die macht benomen het und es gesatzt! gen Bononia, unnd so= dann der Delphin von® Frannckreich auf Basel kriegete, der legatt Julianus mit seinem part wegk war®,?) unnd da ag“? ein hauffe loser menner waren, unnd die b. quamen und ir sachen an- trugenn'. So kunden sie aber kein ander’ antwurt haben, dann sie wolten einen newen babst erwollen, unnd disen* wolten sie vermogen, und® er durch legaten sie” ınit den Polen vereinigen solten. Alsz aber die b. merckten”, wie“ es die Teutschen mit disem nit wolten halten, sonnder mit Eugenio, der zu Rom war, sie’ zogen wider heim. 0 Maria”, in welche ungunst quamen® alle pfaffen unnd monnche von diser sachen, unnd wie man sie verreterted, die priester b. so wol under in, alsz die ander im lannde. Der homeister liesz dem coneilio nach ziehen, wann° es wart in viele stette verlegt umb‘ sterbens willen, und sie doch nichts konnden erlangen vor einander antwurt®, dan was einmal verricht were, es solte sof pleiben, sint *fol, 3855, dem mal ir procurator und b. es verjahet# hette, unnd man wart es *fol, 386a. im capitel eins», unnd! den spruch nit zuhaltenn*, sonnder zu appellieren auf! den babst, basz zu underweisen®, a) were 2. fr., eim fehlt BC. b) So beschloss dascapitel, das B, alda — das. o) hielt A. d)a.derM.BC. o)indasc. f}Jden B g) sie v. aber l. B, U.d.v.1.C. 1) den B, dan C. f) Als sie hinkamen B. k) cardinal A, den concilischen C, schon st. itzundt B. 1) vorlegett B. m) weil ©, den d.d. B. n) aus B. o) wieder Ü. p) w. schon w. B, d. 1. Johannes m. den seinen C. q) auch A, das da nur B, u. w. nurn alda C. r) u. q. u. fchlt B. ») a. fehlt B. t) den B. n) das BC, v) die b. B. w) vormerkten B. x) dasB. y)daz.s.B. z) OgottB. a)k.do C. b) Zu dem v.m.8,.B. c) den B, dan C. d) umbe C. 0) S. k. abor kein a. a. erl. B, u. k. doch kein a. a. erl. B. f) das BC, also C. g) vorwilliget B. h) Do warden die b. ji. ec. eins B. i) das sie B, u. fehlt C. k) no. h. wolten B. 1) an B. m) ihn b. z. u. B, solches besser z. erw. C. 1) Was Grunau vom Baseler Concil erzählt, ist nur eine Entstellung des von Posilge über das Constanzer Concil Ueberlieferten; so finden sich die Gesandten bei ihm 368 zu 1417: Heinrich Holt, Johann von Sielbuch und Ulrich Zenger. 2) Quelle scheint Aeneas Sylvius,
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128 Traet. XV. Cap. XX. 81. Capitel X & 1. Wie die Polen in Preussen quamen, und maneten ir gelt mit brannde unnd verterbnus®. Im jar 1439 die Polen maneten ir gelt, unnd man sieb übel auszrichte. Von welchem® Wladislaus Wladislavi Jagello son auff unnd? quam mit macht in Preussen unnd im® tage Sancti Jacobi!) sief sturmpten unnd gewonnen Soldau das schlosz, von dannen sie zogen unds gewonnen Ilgenborg, Lübe, Cawernyg, Strasburg, Grau- denntz, Colmensee, Wentzelau, Leyppe, Lestzen die stett unnd schlesser und das ganntze Colmische lanndt verbranten», und sich vor Thorn legten. Vom orden und Preussen nyemanndt auff war, unnd retetten!, wannk die b. waren dem homeister und den Preussen so gut nit, die! Preussen ausz den stetten sich wereten, so bestm sie kunden. Zu” dem quamen die Unger, wol° mit tausent pferden, unnd brachten dem Wladislaw die brieff und verschreibung seiner election *fol. 386b.zum konige uber* Ungern, unnd® die verwillung der konigin, so er sie nemen wolte zu der" ehe, idoch dem erben, so es ein menlein® were, ohn schaden. Zue welchem* Wladislaw verwillete, und die brief aufnam?), darumb® disem ein gestalt zu machen”, die Unnger handelten umb einen fride zu machen mit dem homeister, und” er in auch angienng, wiewol mit wust weniger seiner* b., undY diser fride solt zu iren lebtagen angeen*, ewig* sein, unnd hielt inne solcheb artickel, welche man hielt von beden teilen® so hin:°) 1: Alle zwitrach und uneinigheit, etwan begeben durch Sigisz- mnndum Staradub und seinen sonen Michael, solt ganntz unnd gar vergessen und hingelegt sein, nymme darauff zu sachen in keynerley weisz. « 8) u. v. fehlt B. b) so A, aber m. B. c) Derhalben macht sich B. d) u. fehlt B, zog C. e) u. fehlt B, am C. ff) s. fehlt B. g) u. fehlt B. h) u.g. fehlt B. i) der da BC, werete B, rettete C. k) den B, dan C. 1) und die C. m) viell B, auffs beste C. n) In BC. o) w. fehlt BO. p) u. fehlt B, dem fehlt BC. g) so woll auch B. r) zur BÜ. s) medlein A. t) z. w. fehlt B. u) Auf das B. v) gemacht wurde B. w) u. fehlt B. x) wissen B, ». fehlt C. y) so B. z) wehren B, =. fehlt C. a) und e. B. b) u. fehlt, folgene B, diese C. co) v. b. t. fehlt B. d) sich b. B. 1) Das Tagesdatum erweist als Quelle für diesen angeblichen Kriegszug von 1439 die Darstellung der Danziger Ordenschronik des Feldzuges von 1422, Ss. IV, 381. 2) Die ungarische Angelegenheit kennt Grunau aus Miechow S. 3083. 3) Im Folgenden benutzt Grunau die Urkunde des Friedens von Brest, 31. Dec. 1435, gedruckt Privilegia der Stände Preussens, Braunsberg 1616. fol. ba. f.
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Tract. XV. Cap. XX. $ 1. 129 2. Dergleichen auch zwischen* den furssten unnd hertzogen in der Masaw, alsz Samovito, Casimiro und Boleslao. 3. Dergieich auch zwischen den furssten und herzogen® von Pomern und Cassuben Buguslao,?) mit allen iren landen unnd anhanng, wie siee sein und werden gefunden, geistlich und weltlich zu? beden parten. 4 *Die b. sollen bezalen den geistlichen in Polen® den schaden, ‚ den? sie iren guettern gethan haben mit iren kriegen, unnd disze soll gefallen inwendig® eim jar, wie sie dann ein solchs vorhin! er- laungt habenn durch recht, unnd sie doch verzogen sein wordenk und! die summa ist 30 tausent Ungerische gulden. 5. Der konig so wol, alsz der homeister, in crafft des eydes sollen schworen und halten, unnd” sie niemandt verhalten sollen, der eine teil schaden tette, sonder ein sicher strassen sie halten sollen, mit in® zu handlen.?) 6. Das fliesz° Drewanntz solt sein eine grentz zwischen den lannden Dobrin und Preussen.?) T. Die müle Libitz in der Drewanntza der homeister soll abe- brechen, unndr fort me ein gemeine port sein zu einer gemeinen offen strasse in beder lannde.*) 8. *fol, 387a. Das halbfliesz die Weissel nach concordate Casimiri und Hein- nici des konigs von Polen unnd homeister@ zur Preussen soll sten mit der underscheid, und! Jasschenytz dem homeister, Nieschawa, Myrtzunowo, Orlawo, Nowamyest mit allen iren beherungen“ soll dem konig.’) a) mit C. b) f. von Etzogen A. c) =. fehlt A. d) in B, fehlt C. e) i. P. feblt B. f}s0 B. g) u. fehlt, das B. h) innerhalb C. i) vor A, v. ein sententz e. B. k) sein aber damit v.w. B, sie fehlt BO. 1) w fehlt BC. m) das BO. n) a. e. str. h. einer m. dem andern B. 0) schlosz A. p) u. soll B. q) u. des B. r) von BC. s) dem A. t) das C, fehlt BB un) zuhb. BC. 1) Alle diese nennt die Friedensurkunde Il. c. fol. 6b. 2) Friedensurkunde 1. c. 9. 3) Ebendaselöst 7a. 4) Ebendaselbst Ta. 5) Ebendaselbst 7b. Simon Grunau II.
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*fol. 387b. "fol. 3883, 130 Tract. XV. Cap. XX. $ 1. 9. So sol der konig 3 menner, der homeister auch drey erwolen, und» dise nach rechte sollen* erkennen unnd setzen die grentz zwischen Polen und der Newen Marck. 10. . Die brucke zu Ochtzotzt uber das fliesz® Drewanntza soll ganntz und gar dem konig pleiben.?) 11. Die kauffleut von beden teilen mogen frey zu einannder ziehen und mit einander handlen unnd das ire® verkauffennd, wor® sie wollen, one alle newe beschwerung der zolle, den alten bisz hieherf one schaden, die das so lang gewest sein. 12. Das stetlein Arnszwaldt® unnd alles, was der herr! konig in der Newen Marck hat, soll im pleiben. 13. Das ganntze landt Samayten mit dem fliesse Licka, unnd die einferek Ramyonibrot über diesen, Braywo! und Totzulo gericht durch die wiltnus gen Rohoto”?) dem konig pleiben sol mit” den seen, unnd das halbe° Caurische hab, idoch unnd? dem homeister pleibe Clupodo, das ist? stat unnd schlosz Mymmel genant,?) davor sier sich sollen verzeihen Under-Littaw, und was sie da innen* haben. 14. So sol der konig ein eydt schweren und auch der homeister, und! sie dise ding wollen unverruglich halten.*) 15. *Jar" jerlich der konig soll schicken zwen starossien auff Dibau unnd der homeister zwen comptores, unnd’ die sollen da teilen das fehrgelt von Thornne und sollen” richten, was ein teil dem anndern zu nahe were gewesen.?) a) u. fehlt B. b) u. die B. c) ihrige B. d) kaufen C. e) wie A, woC. f) dem a. bisher B. g) da fehlt BC. h) Die st. Aruszw. A. i) h. fehlt B. k) fehre BC. 1) Braywe B, Broywo ©. ıı) Rohota B, Rothoto A. n) samptt B. o) fehlt B. p) so B, fehlt O. q)d. i. fehlt C. r) die b. B. s) darinnen B, alda i. C. t) das BC. u) fehlt ©. v) u. fohlt BC. w) fehlt B. 1) Friedensurkunde 7b.: pons in fluvio Drava circa Ochtzeth. 2) Ebendaselbst 8b. die Namen lauten aber : Camionnibrod, Grevoyo, Totzylavo und Rogoretht. 3) Castrum Memei in Samagitto Clupedo appellatum (Clapaido Hithauisch Mesel), Ebendaselbst 9a. 4) Ebendaselbst 12a. 5) Ebendaselbst 10a,
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Traet. XV. Cap. XX.$ 1. 131 16, Unnd* sich jemanndt in disem fride fullete® beschwert, nach vier wochen man soll halten ein tagfart von beden teilen zu Bromberg, unnd@ da seine beschwerheit® anbringen, unnd fort? über achte wochen nach disem zub der Schweize die sach urteilen, unnd so! pleiben soll.?) 17. Der homeister unnd sein orden vor die gutwilligheit des herrn kouigs, das er ein solchen gnedigen friden ist angangenk, sollen geben bey sonneschein 10 tausennt gulden Ungerisch, idoch auss gnaden mag es verziehenn!.?) 18. Die stat von Danntzke sol geben funff tausent gulden Ungerisch dem hern bischoff von der Coya, wann” sie im seinen hoff haben ver- braanth bey in gelegen auff dem Bischoffsberge, wan" sie disz wie ketzer haben gethann, und® sie umb rechter und erkanter sachen nit wolten den ban leiden.®) Von stund an der homeister liesz brechen die mule Lybitzr ‚t) er von den burgern zu Thorn lieh@ vier tausent gulden Ungerisch unndr sie gab unnd sich mit dem konig verschrib und verschwur®, *fol. 388b, unnd zoch ein iglichert seinen weg. Unnd® die b. wolten von disem fride nit wissen, unnd gleichwol sie in hielten’, wann” er war nit angeganngen mit ratte des capitels. «e) So B, ob C. b) befulede BR. c)sos.m.B. d) n. fehlt B. e) soll ein ieder e. beschwernus B, beschwerung C. f) forttan B. g) 4 C. h) soll man z.d.8.B. i) u. den dabey B, also C. k) eingeg, B, angeg. C. 1) vorzogen werden B. m) den B, das ©. n) den B, und ©. 0) das B, dan C. p) L. genannt B, abbr. C. g) entleich C. r) u. fehlt B. e)g. 8. d. ke. m ihm v. u. v.B. t) Nach dem z. B, oe. icder C. u) fehlt B. v) dennoch =. i. h. B, 8. fehlt C. w) den B, dan O. 1) Friedensurkunde 8a, 2) 9500, Ebendaselbst 11a. - 3) Ebdendaselbst 115, 4) Aelt. HMehr. c. 199.
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*fol. 3898. 132 Tract. XV. Cap. XX. & 2. $ 2. Von elm landttage der Preussen, aus welchem sich gebur ein gemein verterbnus®.') In disem jar im quartal Lucie?) im advent die lanndtschafft in Preussen» mit den stetten® quamen gem4 Colm,®) nach iren rechtenn unnd privilegien ein lanndtag zu halten umb eines gemeinen nutz willen der ehref, zu welchems schickte der hoineister Paulus den hauscompter! von Marienburg, und* sie sich solten befleissen, und sie zeiseten! IO tausennt gulden Ungerisch zwischen hie® unnd Ostern,?) welche dem konig von Polen weren zugeteilt im fride machen, allem seinem vorigen zugeteilten gelde one schaden. Von disem° die Preussen gienngen zu hauffe und? wegerten all ihr? ungelt, itzunt* bey mentschen gedencken® vom lannde dem orden gezeiset, mit welchem sie agt die b. gestercket hetten ihn übermuth auf“ die Polen, und in wurde nichts gehalten von zusagen’ und verrichtung, idoch nach vieler ungedult, sie wurden es* einsz, wolt man ir sach” horenn* unnd gewalt richten, wie recht ist, von den b. in bescheen?, sie wolten aber gelt gebenn unnd zeisen®, über welche die Preussen alle gezeug* unnd instrumennt hetten, unnd waren dise stucke:5) 1. Das etliche comptores rattleut® und burger in den“ stetten zu gesten hetten gebetten“, und umb altes® neidts willen, sint danf sie ein gemein man weren zum besten gewesen wider. die ungerechtighbeit der b., sie darumb heimlich liessens auf iren schlossern entheupten. 2. ltzuntb ein lange zeit! bisz auff heuttigen tag man dem lannde, nit hat halten wollen seinek privilegia und verschreibung, es were dann sache!, sie es= von eim igelichen comptor hetten in bestettung® umb grosz gelt erlanngt, unnd disz° man in hielt, wann es in luster. a) e. v. dem lande entstundt C, b) von Pr. BC. c) und die st. B. d) zum B. o)e. feblt C. f) ihrigen WB. g) welcher A. h) fehlt BC. i) groszc. A. k) das B. }) das C, n. zeisen B. m) dato B. n) zugeurteilten BC. 0) Anf dies B. p) zusanımen, u. fehlt B. g) aller, i. fehlt A. r)i. feblt B. 8) denken B. t) nur BO, nuch A, u) wieder C. v) zusagungen B. w) ale in ihrer 8. B, ihnen i. s. C. x) verhoren C. y) gescheen B. z) ». — z. fehlt B. a) a. fehlt, gezeng- nis C. LWdier.C. c) ans B, d, fehlt C. d) z. gast BC, bitten C. eo) aber B, adels! A. f) nach dem BC. g) die haben s. derhalben — lasen B, dieselben — lassen C. h) fehlt B. i) x. herb. B. kyihre BD) 8. fehlt, das B. m) d. es ihn B. n) u. gr. g. bestetigett were B, zum bestettigang C. v0) as h. m. B, dasC. p) wen B, geluste BC, sie gel. C. 1) Von hier an folgt Grunau vornehmlich der Dunziyer Chronik vom Bunde (Peter Brambek), Ss. r. Pr. IV, 409. ff. 2) in den weynachten feyertagen 2. c. 409. 3) D. Chr. IV, 409. 4) Diese Botschaft und die Forderung berichtet die Quelle nicht. 5; Die folgenden Klugepunkte stammen aus der D, Chr. IV, 411.
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Traet. XV. Cap. XX. 8 2, 133 8. Damit* die b. der burger weiber gebrauchten zu willen, so die menner® mit schlagen die weiber straffen, unnd° sie solten nit zu schlosse? geen, unnd umb ander huregenng me, die b. nemen® sich disz ann unndf viel der menner einsetzten, unnd® sie des nachtes versaufften und preclen,- man sie hette geschenndet zub unver- schulter sachen. 4. *Der burgertochter sie haben verlobet, vergeben unnd vertrewet!, *fol. 389b. wem sie die gontenk, unnd in gelt gab, unnd! die eltern, die wider das retten=, wurden" vile im gefengknus ertottet, viel umb grosz gelt gebuesset, unnd sie dann nomen, welchen ire eltern nach des lanndes weise weren in die hanndt gegeben, und quam es, wie der° breuttigam darumb rette, er muste? wie ein verretter den halsz lesen, so es im noch? darzu quam. & Den kauffleuten benomen hetten" iren hanndel, wann® die b. weren alle kaufleutt, unnd* sie den ersten kauff thun musten, unnd die erste schiff sie“ auszrichten. Ein compter auff den andern thut reitten unnd fanngen, kompt jemandt von den stetten in’ die henndt, er musz den halsz lösen, gleich wie sein feindt, und” umb solcher irer zwetracht* kein burger auf ein’ jarmarckt ziehen mag*. Und* burger mit einander eine sach hetten®. unnd sie° vor den homeister appellierten, zu disem ein compter sprach: hundts- bub, gots verretter, gib dich gefanngen, ich wil unnd® bin dir ho- meister gnug. 8. Unnd? dise sache unnd annder viel me wurden da® bewert, unnd gar eigen eingeschriben personen, stelle und tag der* mishannd- *fo}. 390a. lung, unnd die eltstenn von disen quamen® zum homeister unnd baten in umb recht, in disen sachen. . 8) Das C. b) D. — w. fehlt, wen die burger B, nach w. und ©. c) das BC. d) zu den b. 2.0. B. e) son. B. f) dessen, u, fehlt B. g) u. fehlt BB b) umb B. i) u. v. fehlt B. k) w. 2. gewolitt haben n. g. B. 1) fehlt B. m) so dawieder B, die solchos wiederriethen C, n) w. fehlt A, derer w. B, v. fehlt C. 0) u. s. d. — wie fehlt, statt desson: wen aber nach des landes weise die eltern ihre tochter iemandts vorsagett hetten und es den b. misfiell, als den der B, u. ge schach es, daz C. p) so m.e. B. gq)soes nur d. B. r) rauben B. e) den RB, dan C. t) u. fehlt B. u)s. fehlt B. v) ihn inB. w)n.fehlt B. x) i. fehlt, zw. halben B. y) den B. z) darf B. a) So B, Wann C. b) e. fehlt, haben B. c) daruber s, B, n. sich C. d) der C. e) w. u. fehlt B. f) fehlt B. g) fehlt B, alda C©. h) Auf solches k. d. e. v. ihnen B.
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134 Tract, XV. Cap. XX.$ 3, 8 3. Wie die Preussen den homelister unnd der homeister die bruder in disem underweysetenn®. Unnd sied quamen zum homeister, unnd® im die sache alles in schrifft gaben nnd sich? verwilleten zu der® zeise, so er in wolt rechts helffen? in disen stucken, und sich da beclagtenne, das man nit die tagfarten gehalten®, die im fridmachen zu Bromberg unnd zur Schwetza bestimmet weren!, damit man mochte wissen, was sie vom fride mochten halten!. Der homeister nam die schriffte aufe unnd sagte in zue ein gewislich gut antwurt zu geben, sonder? vor alle ding man muste dem konig bezalung thun mit den 10 tausent Ungerische gulden. Unnd die Preussen giengen° aber an zu zeissen, undP brachten das gelt zu hauffe* mit arbeit und muhe. Der ho- meister mit dem convent auf Marienburg dise stucke hanndelter unnd beruffte® alle seine comptores aufft Marienburg auf Anthoni') im jar 1440, wenig quamen®, unnd in da sagte”, was in deichte” in diser *fol 390b. sachen, unnd* vil dem lannde bey, wie’ sie gerecht* weren, unnd man in gewalt thet, unnd disz* die b. des geringen* adels, alsz Meissner, Dhoringer, Reinlender und Osterreicher verjaethen® und° fielen dem homeister bey, unnd war ir forcht@, die Polen, so sie® wider quemen, das lannd in bey fiele, unnd sie wurden miessen weichen. Dawider waren die b. vom grossen adel, alsz die Franncken, Schwaben, Bayrn unnd Voigtlennder, unnd® dise flucheten, dem homeister, Preussen und irem part!, unndk sie wolten ire hern richten, unnd quam! so weit, das die b. so uneinsz wurden, damit® sie sich alle in iren harnisch legtenn® und® ire schwerte blosz zur hanndt nomen, unnd vermeinten ein teil das annder zu ermorden, undP ein part den grossen stock, das annder teil“ den mittel stock bemanneten und: wolten schlecht einannder erwurgen?) unnd" lieffen auf einannder, wie gerymige löben®, unnd fluchten®. In eim® solchen nach der vesper dem a) W. d. Pr. diese artickel d. h. vortragen C. db) Die landttschaften und stedte in Preussen B, Die Preussen G. ec; un. fehlt B. d) u. fehlt B, a. fehlt BU. e) zur OÖ. f) rocht A, vorh. B. 8) bekl. s, auch B. h) hetteg. B. i) man — zu halten b. hette B. k) auf das sic B, das m. ©. 1) machen st. mochte A, w. v. fr. zu h. were B, w. man C. m) ahn Ü. n) aber C, s. er A. 0) Auf solches g.d. Pr.B. p) a. cine zcise an B, h.d. Pr. zeiseten C, u. fehlt B. g) zusammen B. r) st. fehlt A, h. die ubergebene st. B. 8) ehr b. B. t) gen B. u)aber ihrer w. k. B, v) Ehr fragte sie BB w) bedunekte 3. x) chr B, y) das ©. z) u.d. fehlt B. a) des fehlt, geringes C. bi solches B, auch v. BC. c) n. fehlt B. d) den sie sich befurchten, wen C. e) s. &. fehlt B, sie fehlt C. N w. in das land k, und i. d. 1. b. C, mochte i. d. 1. beyfallen B. g) alsdan w. die b. ıı w. B, n. s. w. fehlt ©. h).u. fehlt BC. i) Pr, fehlt, seinem RB, den Pr. C. k) dasB. 1) ek. BD. im) das BC. n) das e. i. h. anlegten B. 0) un. fehlt B. p) u. fehlt B, q) partt BÜ. r) fehlt B. 8) hunde on. 1. C. t) u. fehlt A. u. wolten schlechts ab einander erwurgen B. nu) e. fehlt BC. 1) Das Datum aus D, Chr. IV, 416. 2) D, Chr. IV, 416, 417. |
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Tract, XV. Cap. XXL 8 1. 135 homeister wart auf ein jagtschlitten!) geholffen, und er* entrannte gen® Dantzke zu b. Michel Kochemeister abgesatztem homeister?) umb guten® rath zu nemen“, wan er nit anderst gedachte®, und! die b. auf Marienburg solt in ermordte haben. Capitel XXI. *S 1. Wie die Preussen zu bunde verurlaubt wurden, und wie *fol. 391a. sich der homeister In disem hielt auff die seinent. - Im! tag Prisce der homeister quam allein gejagtk auff eim schlitten durch das! hohe thor zu Danntzke,’) und® in die burger sahenn unnd wol kanten® und erschrocken’, wann sie dauchter, er quem auff ir ungedeich, unnd sich da verschwuren‘, wurde er in botten schicken, auf das schlosz zu kommen, niemanndt” solt hingehn, damit* man sie nit umbrechte, wie etwann*. Im selbige tage nach mittag umb vesperzeit der homeister verbotte den ganntzen rat vor sich, sonnder" sie sagten dem botten an, sie konnden nit komen, wan’ ein gemeine von Dantzke wuste wol, wie die b. etwann getban haben” mit Conrat Letzkau und seine compans, wolt er mit in reden“, sie wolten’ im rede steen ins” heiligen geists kirchen. Den tag sich der homeister bedachte unnd im morgen* die gantze stat 10 ur ins heiligen geists kirchen nach irem willen verbotteb, unnd da quam° zu inn der compter und sie grob esel nennted, und® iren* herren ver-*fol. 391b. schmeheten‘, unnd es gebrach in gute redes, unndk die burger zum harnisch!, unnd mercklichk lesterten die b. mit irem regieren. Von disem! der compter gab gutte wort unnd vor igelichen rathern zwen a) damitt onttran B. b) nach O. c) von ihm g. B. d) meinen A. e) den o. vormeintte B, dan ©. f) das BC. g) sich B, erwurget C. h) zum — a.d. a. fehlt B, und — s. fehlt C. i) Am B. k) eingejagtt B, allein fehlt C. 3) durche B. m) als B. n) sieihne. B, u. w. e. fehlt. o)u. daromb e. B, p) den a. gedachten BO. g) S. v. sich, da fehlt B., a. i. schaden ©. Tr) so s.n. B. «, auf das B, das C. t) w. e. geschen C, w. vormals g. B. u) aber BC. v) den B, dan C. w) betten Be x» wa m. i.v.w.B, y)so w.».B. z)in des B. a) u. fohlt, anf den m. B, des worgens C. b) v.erC. c) Sok. z. dahin B. d; der n.s. gr. e. B. e) das sieBÜ. f} vorschmehet hetten B- g) Da gebr. g. r. B, u. gab ihnen bose worte C. h) u. fehlt B. i) zn wehren C. k) selır BC. 1) Auf solches B. 1) D. Chr. IV, 417. 2) Michael Küchmeister war schon 1423 gestorben, Ss. III 396. 3) Tag und Thor sind Grunau’s Zusatz: Der Tag Priseä ist der 18. Januar." Die folgende Darstellung entspricht der Quelle, D. Chr. IV, 417. 418.
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*fol. 3928. 136 Tract. XV. Cap. XX1.8 2. b. gab zu pfannde der gemeine, und die herrn gienngen so* auff das schlosz unnd® der hbomeister nit worten halb? straffte unnd° auch halb entschuldigte, unnd® sie in verschmehet hetten, und die seinen mit harnisch überlauffen hetten‘. Unnd ers sprach: itzunt erlobe ich euch, unnd# ir gem Elbinge auff nechst: zuekomenden! sontag Remi- niscere megt versamlen die lanndtschaft ink Preussen,!) unnd megt! euch da bedenncken unnd voreinen, damit” gewalt und ungerechtig- keit moge gestyret uund gestrafft" werden in Preussen, wen® ich kann und mag euch nit zufreyen?, unnd? was ir macht und beschliessetr, lat es mich° wissen, und so* es gotlich ist, ich es euch wil bestaten®. Disz sey mein trost unnd antwurt” auf eur autragen der sachen halben”, die“ ir habt gehanndelt am nechsten landttage zum Culmen“, unnd’ in dise worte verbrieffete unnd liesz sie alle gesundt gehn in ire heuser“. *s 2. Von eim unseligen* fassnacht stechen zue Marienburg auff dom schloss. In diser fasznacht® vor Reminiscere® war auf Marienburg frey- hoff, unnd® man rente unnd stach ritterlich. So® war ein graff am hoffe des homeisters so wol verhaltennf, gleich wie ein groszcompter, genannt graff Jerge von Tromeygen*, unnd! diser quam mit Dyprant von Brechys* ritter zu plan! zu stechen umb ein mechtiges® cleinot, unnd der ritter gewann, nach irer weise der ritter rith zu im unnd» fragt in®, ob er im auch? gewonnen gebe. Da@ sprach der graff, ein vortelhaftigen Preussischen verreter er nit gedacht was" nachzugeben. Da sprach der ritter:: So thu, duh* boszwicht, was du kanst, ich es mit dem ganntzen hofe bezeuge, ich“ dich one vorteil’ in den” kot habe gestossen, unnd rit so* in die statt, von dannen er’ in seinen a) u. fehlt, da B, also C. b) auffs B. c) fehlt B. d) sieh. BC. e) das BO. N) h. fehlt BC, m. wehren C. g) er fehlt BC. h) das BC. i) nechstk. C. k) aus B, von C. Du. m. fehlt B. m) auf das B, das ©. n) gestyr. u. fehlt B, gestr. u. gestewret C. 0) den B, dan C. p) freyen BC. q)u. fehlt B. r) n. b. fehlt A. ») das 1. mir B, 1. m., e. fehlt C. t) u. fehlt BC, a0 fehlt B. u) bestettigen BC. v) sein tr. u.a. C. w) a. e. angetragene sachen C. x—x) fehlt C. y} fehlt B. z) zu hansz C. a) n. fehlt C. b) der f. dieses jahres B. c) v. R. fehlt B. d) u. fehlt B. e) Da C. f) so — gen. fehlt B, gehalten C. g) Jeorgo B, Georg C. h) Tromeingen B, Tromoyn- gen C. i) u. fehlt B. k) Borckys BC. 1) plaw! A, anf den pl. B. ın) groses B. n) zum grafen C, u. fehlt B. o)i. fehlt B. p) a. fehlt B. g) fehlt B. r) dachte C, etwas C, w. fehlt B. s) ant- wortt BC. t).d. fehlt B. u) daz BC, v) o. allen v.C. w) den fehlt C. x)so weg CC. y)v.d.e fehlt C. 1) D Chr. c,
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Tract, XV. Cap, XXL 5 3; 137 hoff und gut rith". Dem graffen geluste was, und? er nimpt® sechs knscht und quam in die stat Marienburg, und wie im war vermeldet, er® trat in ein hausz, da solte sein der ritter, sonnder? er war weck, unnd fant das juncker Hansen von der Heide mit vilem erbarn* adel *fol. 392b. der geburt® des lanndes zu! Preussen, mit disem* er! quam zu wortte© unnd darnach” zu schlagen, nnnd es quam, wie° jutoker Hanns unnd seine collaciengesellenr den graffen mit seinen sechs kmechten zu stucken hiben, unnd riten zum konig von Polen in den diennst. Den hoineister Paulum vermochte sein hoff, unnd® er diser liesz heischen®, unnd* sie nit quomen, unnd man nam in“, was sie betten, und sie in die acht tetienn, unnd vil wort auf den Preuschen adel tetten’ sie lesternde”. Der homeister bedacht, was er der landtschafft befolen hette, vor gewalt unnd unrecht sich zu beschitzen«, er verbotY seim hoffe solche wortte, damit” der adel des lanndes den stetten nit beyfiele, sonder* ja me er es in verbot, je me sie es triben unnd schriben solche versehe an, wa sie weren in der stat: Ein Pole von nattur ein dieb, Derr Preusz seinen herrn verriet.!) Nach solchem der adel in Preussen gewan ein bosz hertz auff den orden». $ 3. Wie einer mit der larffen ermordt war und seinem gerichte®. In disen selbigen® tagen der unseligen fasznacht zu Thorn disz geschäch, unnd man het ein spil®, in welchem die alte weiber* ver-*fol. 393a, junget werden, zu welchem gehoren viel teuffel, unndf dise lieffen umbs unnd triben grossen spucht, mit den die sie begriffen!, Sok quam ein paur gefaren vom dorffe, unnd diser! hette seine muter eine alte fraw hinder im auf dem wagen. Dise erseen® die spil- teuffel, etlich an die fraw fielen, etlich an die pferdt, etlich an den a) r. fehlt C. b) u. fehlt BC. c) zu sich 6. kn. B. d) u. fehlt, gehott mit den B, u. ging C. e) u. fehlt, den ihm w. angezeigtt das B, & fehlt C. f} aber BC. g) u. fehlt, Er findett B., alda C. h) von a.,d. g. fehlt B. i) zu fehlt B. k) dem B. 1) dergrafe B. m) mit z. w. A, n) nachmals B. o) u. e. q. w. fohlt, Da B, u. geschach, daz C. p) samptt s. c. brudern B. gq) daz BC. r).d. theterB. s) fordern ©. t) aber BC. u) derwegen n. m. i. B. v) geschahen v. lester- worte B, lesterten den Pr. a. C. w) fehlt BC, lesterden A, 1. Conj. x) schutzen B. y) gebote B. z) sie solten sich stiellen und von den lesterworten ablassen, das B, daz O. a)aber BC. b) N. s. — Pr. fehlt, den fehlt, erden A, N.s. fehlt ©. c) u. s. g. fohlt BC, W. e. in dieser fassnacht m. einer 1. ©. w. ©. d) den B. e. fehlt C. e) daz C, h. m. z. Th. e. sp. B. f) fehlt B. g) umbher B. h) begingen es seltsam C. i) die fehlt A, so a. ergr. B. k) Da C. 1) der B, m) Als d. sp. vie e. B, 1) Vgl. oben Band IT. Einleitung S. 19. 8 2—5 sind aus den (Quellen nicht nachweisbar.
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*fol. 393b, 138 Tract, XV. Cap. XXL $ 4. paurn, unnd so soheuslich*, alsz sie mit den larffen weren, und so unsinnig’ sie auch mit den wercken thetten, und° die arme frau schry und cleglich thett. So hat der paur ein eysernen flegel im wagen, unnd im“ ersten schlage erschlug® einen larflenf teuffel zu tode, die andern alles entlieffen. Man nam den paurn gefanngen, und gaben® im schult, und! er het ein ınan erschlagen. Der paur sprach: ich mein toge* nie ein solchen mentschen! noch" gemalt gesehen habe, sonnder wol teuffel®, unnd° so man sich mag seines feindes erwören, ich nit anderst weisz, dann? meinen findt, den teuffel, habe erschlagen. Unndt es mocht in nit helffen, man hat in eingesatzt’, und* die scheppen giengen mit rechte, undt wolten den erschlagnen" aufheben, unnd’ sie nichts me in der larffen und cleidern erfundenn”, wann“ stinckende asche. *Und sie dasY liessen liegen unnd sich mit dem hauszcompter berietten, unnd namen* den paurn vor, unnd fanden, wie* er noch im glauben war, unndb er het einen teuffel erschlagen. Unnd® man liesz in losz, und gab im frey heim zu ziehenn. Unnd‘ es wert ein spruch° im lannde, unnd‘ es wert lang, damit® ein altt weib jung wirt?, ehe disz geschehe!, es musten ehe* alle teuffel er- schlagen werden. $ 4. Von eim priester fechten zue diser fassnacht'. In allen stetten ja” gemeinlich der teuffel in diser fasznacht® ein sonnderlich spil hette unnd was zu wegen brachte. So geschach es zum Eibing, unnd die priestere waren in eim bosen geruchte, buberey halben?, unnd einer mit einer besonndern frawen ganntz‘ nerrisch gehanndelt hett, von welchem" jungen gesellen die fassnacht eipholleten unnd spileten, und war seer ergerlich anzusehen die* weyse unnd noch*t ıne anzuhoren die reume, wan“ alles, was man” kunth erdenncken, man übete es" mit wortten unnd wercken auff a) schertzlich A, als fehlt C. b) u. fehlt BC, s. schentlich C. ce) n. feblt BC. d) mit dem B. ec) ce. er C, schlug chr B. f) gelarften BC. g) fortt alle B, a. fehlt C. Ih) u. fehlt B, man gab C. ij) u. fehlt BC. k) meinte! A. 1) keinen m. nie so C. ın) noch fehlt BC. n) ein t. B, die t.C. 0) m. fehlt B. p) daz ich B. dann daz ich C. q) aber BC. r) sonder C, m. setzte i. e. BC. s) Als nun C, Auf das B. t) zusammen, w.d.e.m.r.a.B. un) e. man B. v) da B,, fehlt C. w) funden BC. x) den B, dan C. y) u. fehlt, es B, ihn C. z) eie u. B, a) u. f. noch, daz C, fehlt Be. aber w.n.i. gl. B. b) daz B, u. fehlt C. c) DaB. d) Nach dem B. o) sprichwort O. f) u. fehlt BC. g) daz BC. h) wart A. i) das geschicht B. k) e. e. fehlt B, es fehlt C. 1) Wie sich. d. pr. i. d. f. schlugen C. m) ja fehlt B. n) i. — f. fehlt B, etwas z. w. C. o) Preussen ist ver- ändert in Priester A, So w. z.d.2.d. pr. z.E. i.b.g.B, Da g.e. z. E,daz B. p) der b. BC. 4) gahr B. r) davon die B, v. diesem die ©. e) dieselbe B. t) aber, n. fehlt B., u. fehlt C. u) dan C, den B. v) nur ee. B. w) feblt B, wieder d. pf. C.
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Traet. XV. Cap. XXL. 8 4. 139 pfaffen, monnch unnd nonnen. Im aschermitwoch lieffen noch etliche narrenn umb* unnd begelten? die mede, wie denne die weyge‘. So quamen vier@ ritter b. vom schlosse zum pfarrer in die stat, der auch ein b. ires ordenns was, und in® vilem trincken sie wurden fasznachtisch und die reumen sungen, die man im einholenn der fasznacht auff die priester gesprochen hette, unndf war nur pfaffen, affen, und geweihte bachanten, unnd dere dinge leidt man vielt. So het der pfarrer ein caplan von! kurtzen synnen, unnd diser sprachk: unnd! mich es wol gelustet, unnd” ich ein gekreutzten unnd gekapten esel mocht ins maul greiffen, damit" er dreck vor blut speite, unnd stet auf unnd® wil ausz der stub geen. Sor springt einer von den b. auff unnd erwischet den caplan bey dem koppe, unnd verdrewet im nach willen, so wiert der? zornig, und nimpt" eine stoffkanne von dischen und schlecht dem ritter b. die nase gantz® vom an- gesicht, unnd die andern alle ausz dem pfarrhoff schlug mit eim knittel. Von disem der compter unnd“ fieng den pfaffen in der kirche, und mit guten treugen schlegen in den renththorm satzte”. Der bischoff von Heilsberg legt interdiet”, da wider die burger waren, unnd sagten es an“ den pfaffen und monchen, sie solten halten ire diennste, ader? sie wolten sie mit hunden ausz der statt hetzen. Der pfarrer zog zum homeister unnd die annder *priesterschafft in nötten *fol, 396. liesz, unnd so weit quam, unnd* der compter erlanngte den* beyfal von eim grossen hauffen der burger, und sie zum pfaffen, unnd in schlecht ansagten?, wurden sie itzunt® nit verwillen zu thuen ir ampt, man solte sie? verjagen. Die pfaflen sprachen, was die monnche an- geen werden, zu dem wir auch? verwillen, unnd man quamı zunf monnchen, und sie mit scheltworten fragtee: ob sie aucht wolten irem gestifft gnug thun vor die parteken, die sie fressen, und sie sprachen: wir es mit got bezeugen unnd mitk euch, unnd! wir gernne wolten®= den geistlichen rechten gehorsam sein, sonnder die” geweltige hanndt unns ein solchs nit gestatt®, unnd lesen nach diesem wieder messer. Der bischoff begerte, unnd? man gab in den seinen’, der homeister verschuf,, man solt in im geben, der compter sprach‘, er a) umher B. b) bogelten BC. c) w. ist B. d) drey BC. ce) mit C. f) es B. g) solcher RB. h) leichnam viele A, 1. m. fehlt ©. i) der warv. B,DahC. k) der B, spricht C. 1) fehlt BC. nm) da2 C, u. i. fehlt, einen — i. m. zu gr. K. n) daz C, auf das B. o) st. damit a., u. fehlt B. p) Da C, m. fehlt B. qg) da w. er ©, Der cnplan w. z., u. fehlt B. r) erwischt C. as) gahr B. t) trib m. e. prugel C. u) Da kanı vor den C, e, f. B, u. fehlt ©. v) liesz — setzen, u. fehlt B. w) i. darauf B. x) e. a. fehlt BC. y) aber C. z) under A, u. — u. fehlt, Mit dem B, daz C. a) ein BC. b) as. U, dies. d. pf. schlechts abe B. c) i. fehlt B. d) feblt A. e) dazu wollen w. a. B. f) Ale m. zu den m. k. B, zu den C. g) wurden sie — gefragt B. h) auch B. i) die munche antworten so woll B. k) m. fehlt C. 1) daz BC. m) thun w. A. n) aber BC, d. fehlt A. 0) will — lassen oder gestatten B. p) weder A, u. fehlt, nachdem hielten B, wiederumb C. g) daz BC. r) den caplan im uberantworte B. s) v. auch B. t) antwort B.
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140 Tract. XV. Cap. XXL $5. nit gedechte eim verreter gehorsam zu sein, alsz der homeister were®, undb wolt man den priester aushaben, hundert Reynische gulden musten® die seinen umb@ in geben vor die eine nase. $ 5. Wie die Preussen erlangten, und sie mochten mit iren schiffart segelen®. In den tagen des homeisters b. Pauli von Rusdorff, alsz imf ein iderman under ims in Preussen von der Hussereyb so verstockt war, damit er! nichts gab auf sein hern, unnd* was privilegia unnd rechts mitbrachte, disz sich begab, damit! die von Konsberg= mit forsch erlangten, und® sie mochten eigene schiffe bauen unnd seglen, wa° sie wolten. Dannochr die Danntzker@ es auch erlanngten, dan? bisz auff der zeit war es ein gebrauch, unnd* die b. Teutsches hauses hettenn sechs* schiff, itzlichs von 200 lasten, zu seiner zeit sie legten da ein die gueter", die sie wie” kauffleut bey sich” gelegt hetten, *fol. 394a.und umb halb gelt abgedrungen*,* unndY furten es: west wertz, wa es* am meisten gelt galt, unnd was sie wider brachtenn, muss man? gar wol bezalen, unnd° pliben iren® schippern unnd boszknechten® vil schuldig, und sie manten, man sie tormetes. Sonnst von den Preussen, was so gemein war, kaufftenk die von Lubeok unnd brachten wider, und dise allein in Preussen durch ein privilegium die fart in Preussen heten, unnd* sie auch übel bezalten, und! auch iren halben vil auff- ruhr in Thorn, Elbing, Braunsberg, Konsberg unnd Danntzke ge- schach, derhalben die Preussen comptores® unnd ir» ander amachts bruder überkaufften, unnd er muss° wider seines ordens zusag thun« gehn die Lübecker, unnds vergonten den Preussen schiff zu bawen, unnd" die Preussenn bauweten mit gewalt unnd legten kauffimans- gueter bey sich unnd wol bezalten. Den b. thet es zorn, und* sie nit wie vor kunden‘ abtringen auff ire schiffe, niemants auch wolt a) ist zu gehorsamen B, d. compter! C. b) u. fehlt BC. c) so m. B. d) vor B. e) das — schiffen BC. In A steht dieser Paragraph vor dem vorigen. f) im A. g) ui. fehlt B. h) hussiterey B. i) das BC, man B. k)n.fehlt C. 1, So b. s. daz B, b. a. daz C. m) .d. Konigs- berger B. n) das BC. 0) wohin B. p) Nachdem B, Darnach C. dq) Dentschen! O. r) den B. #) daa B. w. oe. der gebr. daz C. t)4 C. nu) Darein schieften ». ein ihre g B. v) gleiche w. B. w)r. fehlt C. x) den leuten a. B. y) u. fehlt BC. z)die B, sie C. a) sie B. b) dae m. m. ihnen BC. das fehlt C. ce) fehlt B. d) fehlt C. ce) boszlouten C. f) wen die B, wan man O. g) wurden sie getormet B, m. fehlt C. h) Die wahren der Pr. kauften gemein B. i) ihn wahre w. B. k) den sie von Lubeok d. e. pr. d. f. i. Pr. allein b. die B, darnach statt durch A. 1) das B, fehlt C. m) diec. B. n) die a. BC. o) e. m. fehlt B. p) des B. q) fehlt B. r) u. fehlt B. a) das B. t) den leuten die wahre k. B.
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Tract XV, Cap. XXIL $ 1. 141 vermieten, unnd wurden so verbittert auff einander. UnndP die b. triben vil schmach den Preussen zu und in.im Sunde erlanngten arestaciones°, damit? sich die Preussen mit grossem gelte mustenn freyen. *Unnd sie® wider heim quamen unndf es den retten in den *fol, 394b. steten clagten, unnd sie jo nichts darzu, torsten thuns, idoch sie eins dem andern» nachtrachte, wie! zu beschedigen, vil von den b.k, den ioch war nach kriegenn!, rietten, man solt eintausennt man 20 auf- nemen unnd” den steiten überlegen" unnd den stetten° nemen ire privilegia, . und was solches dinges was, unndP den paurn iren spot- lichen zinsz nymme gestenndig sein‘, sonnder man solt in auff die hube zwee gulden Reinisch setzen, damit” sie wusten, unnd® sie herrn hetten. Solche unnd vil. ander beschwernus* die Hussische b., in den kein glauben war, zusamen suchten und articulierten und“ trugen sie umb’ zu lesen den burgern” und meinten“ die burger? mit zu trotzen. Die burger aber waren beym* homeister, und® in fragte umb die sache, er in ein gut cristlich antwurt gab, die b. weren im lieb, aber umb» iren willen so® wolt er dem geringsten burger sein recht nit brechen. Und es? geschahen so vile rede und wortte von eim teil auf? das ander, damit® auch offentlich auf den gassen die burger. mit den b. musten sich schlahen, wart ein burger* verlemeth?, es! wart *fol. 395a. sdelich gethann, wart ein b.%, der burger must entlauffen', unnd gienng 30” cleglich und unoristlich zu, bisz der" sattanes den krieg® darein warfl, in welchem der übermuth der bruder und burger ge- strafft wart, unnd von beden teilen soP auch vergessen das Wegliffe erangelium. Capitel XXI. 8 1. Wie man den hundt tichte von den stetten und annam, unnd man sich drey* woche hedachtee.') \ *fo}, 3966, In disem jar auf Rominiscere, das ist der annder sontag in der heiligen fasten”, kam die ganntze lanndtsohafft von Preussenn gehm a) sich v. BC. b) u. fehlt B. e) u. vorschaften, das der Pr. schieffe und gueter i. 8. arrestiret worden B. d) damit d. Pr. felltB. e)». fehlt B, als s. C. f) u. fehlt B. g) s. dorften aber B, u. s. dorften C. bh) fehlt B, einander C. i) sie z. b. B, wie fehlt O. k) Vil der b. B. l) die begierde hetten zu kr. B. m) n. fehlt B. n) die st. BC, beleg. B. 0) n. d. st fehlt B, u. ihnen C. p) u — u. fehit B. q) a. tehlt B. r) auf das B. s) das B. t) beschwerungen ©. u) u. fehlt B. v) umbher B. w) das sie die b. lassen BB x) u. fohlt, vormeinten also B. y) dieb. C. 3) bey dem O a) nu. fehlt B. b) in B. o) so fehlt BC. d) So B. e) also v. ©. f) wieder C. g) das BC. h) verwundet C, i) das B. k) w. dann e. b. verlehmet C, w.e. b. geschlagen B. )d b. m. ein landtiäuffer werden BC, so B. m) also C. n) disz und d. A. o) krug A. p) so fehlt B, also CO. q) u. — db. fehlt B, W. die stedte und gantz landtachaft in Preussen einen b. macheten u. s. 3 w. darüber b. C. r) h. fehlt B, d. — f. fehlt O. 1) Den Bundesbrief entnahın Gr. aus der Danziger Ordenschronik, vgl, Ss. IV, 421.
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*fol. 397a. *fol. 397b. 142 Tract. XV, Cap. XXI. 81. Elbing, eine weise zu findenn, wie man mochte gewalt wider gerech- tigheit dempfen unnd stillen übermuth® eigensynniger leuth. Sob wurden erkoren 20 menner, unnd disen wart° in schriften gethann‘, was ein igliche stat betrachtet het in disem zu thun, idoch sy mochten alle oder® ein stuck nemen, wie es in gefiel. Vom adel war Hanns Wargel ritter, Paul von Tesmandorff, Simon von Dest- nytten, vom Colme Tideman von? Hircken liceneistus der rechten, Barttusch Rosenig ein bacularius, Gregor von Stransen, von Thorne Hanns Huxer magister, Herman Rossubs magister, Albin Tichter ein bacularius der rechtenn®, vom Elbing! Joachim Wickeran bacularius der rechte, Merten Wintborg, Junter Kissenbauch ritter, von Danntzke Gotschalck Grote, Gotschalck Dherhof ein doctor der artzney, Arnth vom Dammek*, von Konsberg Petter Suckaw!, Heinrich Halbwachs, Hanns Kisenbauch, und disz war der laut* der artickel im verbintnus®: Im namen der heiligen und ungeteilten" dreyfaltigkeit gotis des vatters, gotis des sones unnd des? heiligen geists. - Wissentlich sey allen? denen, die disen unsern brieff sehen, lesenn ader heren lesen, thun kunth’ wir ritterschafft unnd burger der stette des lanndts zu Preussen, wie wir am sontag Reminiscere im jar 1440 sein zuhauff versamelt in die stat Elbing, mit wust", wille und verlobung” des erwyrdigen herren und” b. Paul von* Rusdorff homeister zuY Preussen, unnsersg gnedigen herrn, und” haben mit seinem wust ung wille ein verbindtnus* in cristlicher weiss gemacht unnd angeganngen, got zu eimt lobe, dem Teutschen hause zu einer® vermerung, dem ganntzen lannde geistlich und! weltlich, wie sie sein, zu einer® sicherheit des frides unnd irer gerechtigkeit, unnd dise freuntliche verbindung sol hanndtgehapt werden von unns bey verlurst trau unnd ehr®, undf das beste daran zusetzen, das wir habenn, unnd gleich wie ein ider in sich, also vor die eidtgenossen dises bundtse thun soll. Zum ersten ein igelicher® under unns ihn gemein adert in sonnderheit soll dem orden unnd dem* herrn homeister halten den geschwornen eydt im gethann und! vor sie strecken leib und gut, so ferrek sie uns halten ire verschreibung nnd unser privilegia, unnd! was wir” mit recht von anbegin" erlanngt haben. Zum andern mal° der homeister und sein capitel sollen abe- a)den&.C. DW DaC. c)u. fehlt BCQ,’den B.. d) nbergeben B. e) fehlt A,nber (?) C. f} v. fehlt C. g) Russop B. h) d. v. fehlt BC. i) v.E. fehlt Be X) Dome BC. )) Sigkaw C. ra) des bundes B. n) u. fohlt, unzurt. B. o) gotten des B.e p) und a. C. gq) d. felılt BC, eo Ü. r) 1. fehlt B. ») th. k. fehlt, das ©. t) w. w. fehlt ©. u) wissen B. v) erleubnisB, verurläubung C. w) fehlt C. x) Pauli BC, v.fehlt B. x) inC. z) u, fehlt B. a) e. christlich v. B. b) e. fehlt BC. c) zur BC. d) oder B. oJ) b. tr. u. v.der oc, B. N) u. fehlt B. g) jeder C. b) und BC. i) u. fehlt B. k) f. das B, f. alaC. 1) u. fehlt, auch alles B. m) w. fchlt A, n) anfang C. o) m. fehlt, das BC,
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Traet. XV. Cap. XXL. $ 1, 143 stellen alle stucke, die da* hanndlen wider unser wilkor, vonb lengist gehalten, unnd® dem lande kein newe beschwerung® nit aufsetzen®, es gienng? gelt ader ins veldt zu ziehen ans, one bewilligung des landts am meisten: teilet, und! solche newe aufgesatzte funde sollen itzunt tot sein. Und* uns jemandt umb diser wille wolts überweltigen, der homeister sol! unns von den® beschutzen. Zum dritten, und® jemandt das unser wider got unnd recht nemen wurde®, wie etwan ist gesoheen, ader? jemant stecken ader verhindern sein recht, ader sonnst1 geschehen ein gewalt, in welcherley weisz eg were, er" sol es’ zum ersten dem homeister clagen, mag im geholffen werden, es ist gutt*‘, mag im aber ausz übermuth nit ge- holffen werden" er soll es” dem gemeinen lanndttag, der jar"* jerlich *fol. 398a, gehalten soll werden, clagen, unnd sje* mit aller rat sollen es widren, unnd im zu rechte helffen mit leibe unnd mit gueter, unnd wurde birumb’ jemanndt an leib unnd gute” ein schade geschehn, disze sollen es* dem adel im Colmische lanndt ansagen, unnd® was dise erkennen darumb zu thun, solte das lanndt auszrichten, auff ir cost unnd zerung, und soll® sich niemanndt davon entschuldigen. Zum vierten, unnd@ jemannt in sonderheit® wurde innen werden, and man gedechte?, jemanndt in sonnderheit ader in. gemein zu be- schedigen, umnb diser verhinderung willen, bey verlurst trew unnd ehere, er solle es offenbaren, damit! man eim ' solchen mag vorkomen und verhindern. Zum funfftenn unnd! man solte dise artickel vor den homeister bringen, wurde er siek bestetten unnd versiglen, man solt sie auch vor allermenigclich versigeln, die! sich der freyen wolten, und darüber halten mit leib und gut, unnd in solcher meynung man sie auch vom kayser solte lassen bestetten vor ein recht. Unnd= disz alles® wart so° verricht, und der tag der versiglung gesatzt gan Marienwerder auf den sontag Judica in derselbigen fasten, und zogen heimP. a) d.d. fehlt B, d. sie ©. b) vor ©. c) u. fehlt B. d) beschwere BÜ, e) n. fehlt R, auf zn setzen O. f) sey B. g) zu an fehlt B. h) meisten teiles B. i) auch B. k) So u. aber B, U.s0C. 1)sos. B. m) davor B, v.d. fehlt ©. n) ao B, so uns ©. 0) wolte B. p) a. ansgestr. B. q)e.imB. r)a0s. er B, der sol O. s) e. fehlt ©. t) wolg. ©. u) fehlt A, wird — n.g. B. v) so 8. e, BC, ee fehlt C. w) j. fehlt ©. x) u. fehlt, die B. y) irthnmb! A,u. h. fehlt B. z) a 1. u. g. fehlt B, oder g. sch. g. O. a) diez A, es fehlt B. b) n. fehlt B. c)s. fehlt A d) ob B, soC. 0) i.s. fehlt BC. f) das BC, ged. fehlt 0. g) so ». oe. es B, der zal ca ©. h) auf das B. iyeo’B, fehlt O. k) fehlt A. 1) so sollen sie a. von a. besiegelt werden der B. ”) u. fehlt R. n) & fehlt B. o) also BC. Dsch.B -
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144 Traet. XV. Cap. XXII. $ 2. *fo1, 3986. $ 2. *Wie der homeister den bundt bestette, lobete und vor- ‘ sigelte mit wust* etlicher bruder. Im wegziehen» der adel unnd die stett Thorn, Colm unnd Elbing quamen® zum homeister unnd? im die artickel in schriften gaben, unnd® er mit seim convent auf Marienburg sie da® billichten. Unnd der homeister sie versigelt. Unnd? die lanndtschafft von? ganntz Preussen quam gen® Marienwerder auff den bestimpten sontagt Judica, unnd da versigelten dise mit namen Hans von Czigenberg bannierfuerer im Colmischen landt, Contz von Schwentten!, Otto von Plemeohaw*, Austyn! von der Schebe, rittere, Jan® von Eichholtz, Simon von Glasaw ritter, Johan von der Linden, Junter von Peter- kaw, Otto von Hetzelech”, Jerg von Seefelde, Jacusch von Tromenoy, Mattis von Junten, Niclas Bayrsee, Hans von Trachaw, Hans von Schlonaw, Czander Machwitz, Hanns von Legendorf, Friderich von Pulkawr, Bartusch Terwitz, Petter Strube, Hanns Moseck, alle erbar leut von adel im Colmischen lannde, Hanns von Baysen bannierfierer, Hanns von Usdau landtrichter, Junter von dert Telaw, Jerg von der Dhelaw, Czander von Ruskaw, Niecles Machewitz, Otto Strube vom *fol. 3993. Beine, *Petter von Dhernigswalten‘, Peter Rasche vom Gerdin, Mattis von Linaw, Jerg von Grebinen, Hans von der Siancke*, alle erbar leut im ÖOsterrodischen lande, Nicles vom Buchwaldt bannierfierer ritter, Sigmundt von. Waplitz landtrichter rittert, Paul von® Tetmansdorff ritter, Gabriel von Baysen, Rasche von Hinken’, Budisch von Grunen- feldt, Clement von Difes, alle erbar leut ausz dem Cristburgischen lannde, Rempsil” von Crixen= lanndtrichter, Stybor von Baysen ritter, Nieles von Saccoraw, Nicles von Schneberg, alle erbar leutt vom Risenborgischen lannde, Jerg Schelm landtrichter unnd ritter, Tytze von Morowitz’, Hans Pfeilsdorff, Mattis von Burchhartzdorf®, alle erbar leut des Elbingischen landes, Gotschalck von Schmolanckan® ritter, Hanns von Thore ritter, Jon von der Jene» ritter, Paske von Schmykotzen, ritter und erbar leutt desz lanndes Dirschaw unnd Mewa. Name der stette®. Darnach sigelten die stat vomd Colm, Thorn, die altstadt vom Elbing, Braunszberg, Konsberg Kneiphoff, "fol. 3996. Konsberg® Lebenich, Danntzke die junge stat, Graudenntz,* Strasburg, Newmarck, Luben‘, Reden, Newstatt Thorn, Newstatt Elbinge, Welaw, Allenborg, Heiligenbeihel, Czintten, Lanntzberg, unnd diseh a) wissen B. b) w. vom Elbinge C. c) u. fehlt B, v. E. zogen sie z. h.C. d) u. fehlt B. e) fehlt BC. f) aus B. g) auf A. h) den fehlt, tagk B. i) Schwenden A. k) Blemechaw A. 1) Auayn A, Augustin ©. m) Johann A, Joen B. n) Heselecht C. 0) Lehendorff C. p) Puckau B. q) d. fehlt B. r) Doringswalten B, Duringewalde C. s#) Schlancke BC. t) und r.C. u) fehlt C. v) Hunken B. w) so AB, Remsel C. x) Bnxen! B. y) Marcowitz C, Morrawitz B. z) Baratzdorf B. a) Schmolentzken CO. b) Lene A, der fehlt C. c) Ueberschrift feblt ©. d) fehlt ©. eo) fehlt, dafür und ©. N LoweC. g)dieN.E.C. bh) u. fehlt B, die O.
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Traet. XV. Cap. XXI. $ 8. 145 alle zum aller* ersten sigilten, und mit verschriben des homeisters man erlangte vom kayser Friderico III bestettunge mit der under- scheidt, so es des ordenns herligkeit nit zu na were. 8 3. Wie man in disem bundte ein ritterbanncke sass, und wie man mer auff nam zum bunde®. Bisz auff dise zeit wann die landtschafft von Preussen? zu ein- ander® quam, und sie? ir nott unnd sachen handelten, ware ein lannd- tag genant, nu sie aber? ein bestetten bunth hetten!, sie es ein ritterbannck nenten. In eim solchenk zum ersten sie quamen gem Colm im quartal Crucis!, unnd satzten die weise, wie sie mit einander dy sachen wolten vorbringen, mitlen=, unnd alles im jar enden, und satzten® 16 menner, 4 von den b., 50° es in der homeister erlobet, soP aber nit 8° von der ritterschafft, 8 von den stetten, und" disen solt man in schrifften überantwurten die clage, wie sie im grundt der warheit wer, unnd mit nichte* blumen, unnd wer unrecht gethann *fol. 4008. hette, es weren die b., die geistlichen, die ritterschafft, ader die stette, unnd wie‘ arm der mann were, er solt est da anclagen® der ritterbanck”, unnd” dise solten es dem homeister ansagen, und” er verschuffe dem ancleger gerecht zu werden, unnd so es’ nit geschehe, und= der cleger das* in der ander ritterbanck bewerte, wie man im nit wer rechtb geworden, zum ersten man solt desselbigen schuldigers“ anclage auff ander nit horen, bisz unnd er! eim anndern wer recht geworden®, wolt er nit recht werden, man soll im nach dem halse steen mit gewalt. Dieweil nun® der bundt zum ersten wart versigelt, etliche Preussen waren zweiffelhafftig, ob sie auch solten siglen, da sie aber sahen, wie! die b. es ansahen, undk der meiste teil lobete, sie quamen in diese ritterbanck, unnd zum ersten! versigelten zu den vo- rigen. Und diese mit namen waren” die stat Dirschaw, Mewa, Altstat von Danntzke, Newburg, Stargarth, Lauenburg unnd der gantze Butzker winkel mit irem adel, Marienburg, Marienwerder, Bartstein, Schuppenbeihel , Rastenborg, Neidenburg, Fridlanndt, &) fehlt BC. b) die b. C. c) n. noch m. stette z. diesem b. anfgenomen wurden C. d) wen, v. Pr. fehlt B. oe) susamen B. f) das s. B., s. fehlt ©. g) nennett man die zussammen- kunft B., wartt es ©. h) weil ea. bh. ©. i) h. fehlt CO. k) sachen! A., Zu solcher ritterbanck B. l) or. zusamen BO. m) mitten! A. n)sies. B. o) und»0oC. p) woC. qQ) 7A. r) u. feblt BC. e) auch w. B. t) so 2. e. os B. u) klagen B. v) fur d.r. O. w) n. fehlt BC. x) daz BC. y) #0 es aber B. z) daz BÜ. a) es B. b) gerecht B. ce) schuldners A. d) herr A, b. daz e. BO. e) ist ge- recht worden B. f) so s. m. B. g) nur A, Als nu B. h) personen A, i) daz BC. k) für guta.C, und febit A. 1) u. z. e. fehlt B. m) n. — w. fehlt, d. folgende B, n. fehlt O. Bimon Grunsu I. 10
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*fol, 400b. *fol. 401a, 146 Praet. XV. Cap. XXI. $ 3, Tauchel, mit aller irer ritterschafft“, alsz Philip von Biselen, Peter *von Tolmen®, der adel im Balgischen gebiete, item Wormith, Heils- berg, Resel, Guttstat, Wartenberg, Seburg, Bischofsstein, Allenstein, Frauenburg®, Melsack, mit iren adel, Creitzburg, Dampnawd, Stuhm unnd Passenheim. Anfanng® Item! da man aufgab clag in schrifften, die vor lanng®e geschehen waren, etliche von den verstorbenen homeister, comptern, unnd wie die ampt b. hiesen, bischoffen, capitel, abbten, adel und stetten, von welehen auch viele noch lebeten, und die sachen waren seer verworen. So waren da b.%, die sprachenn, man solte die alte sachen lassen faren, sonnder was da sint dem bundt bestaten! gescheen were, das solt man urteilen. Disen vielen bey vil vom adel und etlich cleine stette, der groste hauff nit wulte, und man muste den von den* stetten urteln, und! dem adel= ir sache, uber die das urtel gieng" wolten nitt halten, unud° sprachen, im bundt were ge- satzt, wurde jemandt ein solches und ein? solchs thuen, er? solte dem bunthe gnug thun’, die sachen aber, davon ich gericht werde, seint lannge* zeit vor dem bundt geschehen, unnd* darumb ich nit darff dem *urtel gehorsam sein, und quam so mechtig® ergernus daraus. Unnd der homeister viel dem hader” bey und sprach, kunth man mit werken vor die verganngen sachen nit gnug thun, man solt sich mit worten versunen”, das“ wolten die b. nit angehn, wen? sie meinten, sie wur- den sich zum ersten schult* gebenn, unnd es wol bedachten. So“ funden sie under sich eine weise, unnd sieb sich eineten zu bedenncken disen punot zu stillen, damit? sie nit vile von alten sachen wurden angefertiget, wann die sache wurde zumal weit auszreissen mit in, und sie wurden es einsz, unnd den homeister batens umb ein general- eapitel zu berufen aufst jar 1443, unnd er es that. In diser! zeit die b. sich hielten, damit* man nit dorff über sie elagen, und die alte sachen weren gestutzt. a) allen ihren ritterscheaften BC. b) Kolmen A. c) B — F fehlt A. d) Pampnaw! A. e) fehlt ©. f) 80 B, g) langet B, langen zeiten C. h) alda etzliche b. O, i) nach, best. fehlt C, was von der zeit als der b. bestetigett istt B. k) d. fehlt C. 1) so woll B. m). d. voma.C. n)e. fehlt A, aber u. B. 0) sonder B. p) e. fehlt C. q) der BC. r) th. fehlt A. #) einl.C. t) zn vohren g. v. d. b. ©, d. fehlt BC. u) u. fehlt B, also gross Ü, gr. B. v) lande C. w) vorschonen B. x) Die C. y)dan C, den B. z) schuldig B. a) Da C. L) u.a fehlt BC. c) z. b. fehlt, d. p. zu tilgen CO. d) anf das B, das C. ce) v. fehlt BC. f) den B, dan C. g) auf der b.a.B. h) aufA. i) der B. k) daz BC, also vorh. U.
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Tract. XV. Cap. XXIL. $ 4.5. 147 $ 4. Wie man ein capitel hett, unnd uneinss warenn* umb bundts willenn. Die b. ausz Teutschen launden unnd die b.b ausz Lifflandt quamen, und den bundt mechtig unbillichtene, und war purificacionis? im jar 1443, und quam so weit, unnde man den homeister vor nam, und im da verzelte, wie er* gehanndelt hette, unnd wurden zwesplittrig', damite *fol. 401b. in ein teil absatzte, unnd ein newen erwelten, ein® teil darwider war, und! den neuen nit wolten. Mit disem hielten es die Preussen, unnd werte also drey jar lanng, bisz b. Paulus der homeister starb, da erst von allen b. Ludwigk von Erlichhausen wart vor ein homeister gehalten. Wie wol das capitel viel teth umbs bunths willen!, so wurden= doch die Preussen nichts nachgeben, wann” sie wusten, wie° etliche b. sich verschworen heiten auf die Preussen unndP iren:bundt von anbegynn“. Die ritterbanuek wol urteilte, unnd der homeister weiter" verschuff, und® man gleichwol nichts hielt, nund doch* mit gewalt ungehorsam" nit dorfften straffen umb eins ergern willen, unnd’ wiewol der lanndt- schafft in disem viel verdriesz geschach, wie gesagt wirt werden, unnd stundt so wunderlich" eine lannge zeit, unnd* man vil thet von beden theilen, wie denne gedacht? wirt werden. 8 5. Namen der bier. In disem ceapitel wurden die bier scheppen, die eim* bier in igelicher® statt ein namen hetten geben, mit eim gliende cereutz vor *fol, 4024 die stirnne gebrant, und laut also*: ’ Danntze Weredich, Mewa O Jamer, Elbing Schlichting?, Neuburg Kirmesz, Konsberg Sawrmeig®, Stargart Spule kanne, Thorn Laröllt, Culmen Glatze, Marienburg Kuzagel, .Newteich Schwente, Graudentz Kranck heinrich, Strasburg Keir wil!, Dirschau Freudenreichs, New Mark Trumpe, a) bielt B, ein c. u. war ©. b) Als B,d. b. fehlt BC, Deutschl. BC, Eyflandt C. c) u. fehlt, sehr BC. d) aufp.B. e) un. — u. fehlt, Da u.m. B, daz m. C. f}) u. fehlt, w. derwegen parteysch B, zweispaltig C. g) also das B, daz C. h) das ander B. i) u. fehlt B, u. w.d. n. nit haben ©. k) v. a. tehlt, statt L. ist Conrad verbessert B. 1) w. fehlt A, umb das BC. m) wolten BC. n) den B, dan C. o) daz C. p) so woll auf B, wieder d.Pr.C. gq) vom anfang C. r) n. fehlt, d. h. auch wol B, wol v. C. a») aber B, fehlt C. t) auch B. u) ungehorsame B. v) u. fehlt BC. w) wuderlich A. x) daz C, es wardt — v. gethan B. y).d. fehlt, gesagt B. z) Ueberschr. fehlt C. a) dem BC. b) i. einer i. B., auf d. st. C. c) lauten die namen a. B. d) Schlichtung B. e) Sanremagtt B, Sauermaydtt CO. f) Lohroell B, Roloel vel Loroel C. g) Fredenreich A. h) Spiele A. i) Kyrwell B, Kyrbel C, Str. u. N. in C. hinter Gerdaw. 10*
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148 Traet. XV. Cap. XXI. $ 6. Gerdawen Mommon®, Libstat Heiligenbeybelb Gesaltzen Merten®, Libemöl Braunsberg Stortze kerlet, Eylau Tolkemit Rhorkater, Hogenstein Molhause Krebs Jauch, Creutzborg Frawenburg Singewol, Passenheim Czinten Lurley, Marienwerder Fridland Wolgemut, Reden Schippenbeil Nasz wisch, Melsack Welaw Sole wurst®, Wormith Bartenstein Khu maul, Moringk® Risenborg Kreisel, Stumb Neidenburg Krau mich‘, Risenborg Resel Besser dich, Colmensee Allenborg Dheisele, Vischhause Wartenberg Lachermunt, Luben Allenstein Bogkonigt, Holannd Gutstat Liber Lorentz, Osterode Heilsberg Schreckengast, Wuistask, Herlen mein !, Wa ist der maig beth, Ich halts, Mengs wol, Schlecke brey®, Blerkatz, Sause windt, Lertasche, Kinast, One danck®, Recken Zagel?°, Spey nit, DurantP, Schlepenketela, Sturtzingk”, Fillwurst, Dinne® becke. Unnd also allen steten ein namen* heten geben. a) M. fehlt A. b) Heilsberg A. c) G. Meth A. d) Sturzen kerdell B, Sturzon kerle C. e) Felle w A, 8. w. oder Fulle w ©. f) kr. m, vel Blane mir C. g) Dewsel vel scheusel CO. h) Bocking BC, vel Borgenicht C. ji) 1. h. lorentz C. k) fehlt A, Wo ist es B. 1) Horlemey BC. m) Schlichtenbrey B, Schlickerey vel diekebrey vel Flickebier C. n) fehlt B. 0) alii ficken hundt, auffm schlos seyne mutter ©. p) D., Tarant C. q) Schleppenkutell B, Schleppeukittel vel saltz es bas Ü. r) e) Strutsning A, Str. vel spulwasser O. s) Dorre b. B. t) zunamen BC.
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"Der 16. tractat sagt* von dem unwillen der b. auf” die*tı. z02r. Preussen unnd der Preussen verantwurtung* in irem bundt, erleidlichheit umb den bundt‘, unnd quam von dem ernste der b. umb des bundes zerbrechen, damit’ man sie nannte die oreutziger‘ armer leuth. Capitel L 81. Im jare 1443 purificacionis Maries versamelt auf Marienburg, alle® die ein homeister sollen erwollen, in welcher erwolung sie waren seer partheysch', idoch, unnd da wart parteysch erwoltk, wie obene gesagt ist, zu dem 27. generalmeister der! b. Teutsches hauses des ordens S. Marie des spitals von Jherusalem b.! Conradus VI von Erlichhausen.!) Diser herr war ein . seer= fromer man, unnd® er in allen seinen ampten, die er im orden gehapt hette°, wart erkanthr ein liebhaber des gedeihes gemeynen nutzes seines ordens und seines volckes, wann? er war gerecht in denn gerichten, gotfirchtig" in allen handlen,?) unnd* darumb in die Preussen mechtig* verhielten und im volgeten, und sint dem mal die b. mit den Preussen umb des bundts willen uneinsz waren, erweleten“ sie* *fol. 403a a) e. fehlt ©. b) wieder C. c) u. v. d.P. und was aus solcher uneynigkeytt entatunde, das übrige fehlt C. d) e. u. d. b. fehltB. e) u.wiev.d. e. d. b. wiedern b. kam, dasB. f) ketzer B. g) auf p. M. B, am tage p. M. C. h) waren v. alle B, waren a.M. a. v. 0. i) =. p. w. BO. k) no. p- fehlt, alde C, i. w.erw. B. 1) der— b. fehlt C. m) ».e.C. n) dasB. o) h. fehlt B. pPwe.w.i.ae.thun erk.B. q) den B, danC. r) gott forchtsam BC. s») u. fehlt B. t) schr BC. u) fehlt A, nachdem d. Pr. — mit d. h. handelten B. 1) Die Wahl Conrad’s v. Erlichshausen berichtet die ältere Hochmeisterchronik c. 208 (Ss. III, 645 irrthünlich) zu Mitfasten (April 12) 1442. 2) Die Charakterschilderung Conrad’s nach der Danziger Chronik vom Bunde (S. IV, 429).
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*fol. 403b, 150 Traet. XVI. Cap. L$ 1. disen herrn, der zu der zeit groszcompter war, damit* die Preussen umb seinet willen den bundt liessen fallen”. Es halff aber nit, wann die Preussen wolt alles thun, was ein wirdig capitel® begertie, sonnder iren? bunth wolten sie haltenn.!) Diser homeister wart verfueret, damite er den ewigen friden der Polen brech, unndk er sigilte mit eim fursten ausz der Masaw Symovitus! genant wider Casimiro Jagello konig zu Polen, der newlich wart erwolt, unnd sein reichk, und regiert! mit vilem betrubnus unnd wider willen, wann er erfant®, wie sich seine b. ganntz auf die Preussen® verspitzten, sie zu ver- derben®, umb des bundts willen. Alsz diser homeister sein tag hetie sich? beflissen mit bequemigkeit durch legaten, durch tagfarten, die Preussen zu bedeuten in irem bundte, unnd@ nichts schuffr, er wart*® krannck, in welcher kranckheit etliche b. zu im quamen?) und in tresteten* unnd in ratfragten®, so er abgynnge’, wen” in deuchte, in sein ampt zu erwollen“. Auff ire trestung? er also® sprach: ich wie ein mentsch musz bezalen, was mentschliche nattur* gotte pflichtig® ist, in welchen ich getrost *bin, unnd“ got nit strafft ein laster, zwiere“. Auff eur frage umb einen andern homeister nach meim tote ist euch zu wissen® und ir must haben den cliegsten man, unnd wie ir den nicht habet, ir verliest# lannd und leuth, leib unnd gut, wen dieb zu regieren, die nit wollen gehorsam, ist grosse! weichheit. Solt ich sagen, unnd ir* solt wellen b. Heinrich Reisz her von Plau, er! macht euch gewisz ein krieg, solt ich sagen von meins brudern son, Ludwig" von Erichausenn, nit rat, wen diser wiert® muessen thun, was neidische leut° werden mogen erdencken?, sonnder mich dunckt es geraten sein, unnd‘ man erwelte b. Wilhelm" von Eppingen, compter auf Osterrode, wann® diser seinen ordenn unnd die seinen mit treuen ıeinettt, idoch disz geschicht nit, und! sie in erwellen, wan’ got a) auf das C, der B. b) faren B. c) den B, dan C. d)a. fehlt C. e)e. w. orden BC. f} aber ihren BC. g) ver auor! A, das BC. h) den B, dan C. i) Symovita A. k) a.w.u.s.r. fehlt B, h. wieder s. v.,u. er C. 1) u. fehlt, chr BC. regierte B. m) den BC, fandt B. n) w. das ».b.».a.d. P.g.B. o) zu fehlt B. p) A. ers. nun s. t. h. C., die zeit seiner regierung ». h. B. q) aber B. r) noch ausrichte C. 8) da wardt er B. t) tr. i. B. u) in fehlt BC, umb rath fragten B. v) wen e. mitt tode a. B. w) welchen C. x) den man i. ». a. c. solte B. y) tr. u. anmuttung B. z} a. fehlt C. a) w. diem. n. BC. b) schlullig B. co) das B. d) d.g.e.I.n.z.8t.B,n. gr. st.n. 2. 0.1. C. ce) sage ich also, das B. fJ ao B, wo C. gg) so vorlieret i. B, werdet i. vorlieren C. h) den zu r. B, den die ©. i) dazu gehort gr.B. k) wen ihr wehlen B, das ihr C. 1) e. fehlt B. m) sohn b. L. BC. n) das ist nicht rahtt, den e. wurde B, v. Erlichsshausen i.n. r., dan C. 0) menschen B. p) erdancken A, bedencken, aber C. q) das B. r) g. a. das m. whele b. W.B, das m. eb. W.C. 8) den BC. t) meinen A. u)esg.n. das B, i.g. een. das O. v) den c. den B, den g. C. e . 1) Danziger Chronik Ss. IV, 425. 2) Dus Folgende wich derselben Quelle Ss. IV, 425—26.
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Tract, XVI Cap. I. 8 2. 151 wiert in ire synne verkeren, und* sie nit einen solchen trostlichen man werden erkennen», sonnder ires gleichen, zu welches® zeit unse hoffart und wütung® wiert ersucht werden, und wir ihn nachlessigheit® der gebott gottes unnd unnsers ordens wol verdient haben*, damit‘ *fol. 404.. unnser fursstenthumb ein annder neme, unnd wir seine unwillige knechte seine. Mir ist auch wol wissentlich die verschwerung» et- licher meiner gebiettiger! über Preussen, unnd disz siek in ewige nott bringen wiert, unnd solcher worte vil, unnd starb selig!, und leit auff® Marienburg in Sanct Annen grufft begraben. Diser homeister liesz sich von launt und stetten huldigen, unnd sie es tetten mit der underscheit, unnd® sie mochten gebrauchen ire alte unnd newe privile- gia‘, unnd disz wart in zugesagt®. Diser® hette b. Mangnum von Schwansberg zum groszcompter, b. Venturium’ von Konsberg zum marschalok, spittler unnd® trappierer, treseler, diet pliben, seine com- pans b. Steffan Gamunder® unnd b. Heinrich Leymingar”.!) $ 2. Von eim unchristlichen ermordenn. Zu disem homeister, alsz zu einem andechtigen unnd befreundete herrn, quamen etliche geste, unnd sie” brachten mit in* seine an- gebornne freundinne, eine jungkfraw, der elter ir tot werenn’, dise alle der her homeister unnd seine b.* mit: majestatt anfnamen*, mit *fol. A04b. der jungkfrawenn umb des homeisters willen wurden grosse gaben geschannckt? so wol von den Preussen, alsz von des® ordens hern, unnd sie furte! ein furstlich frawenzimmer auff® Marienburg auff Jem vorhausze. In welcher® zeit war in Preussen graff Ludwig von Sonnenstein, dises vattern der homeister Heinrich Reisz herr von Plaw! seinen sold schuldig was*, in die elff tausent gulden, welch a) das BC. b) u. w. e. tr. m. ork. B., ork. w. C. c) welcher C. d) wesungen! A. e) wio w. esi.n.B, das w. i.n. C, wer A. f) das BC. g) werden B. h) vorschreybung C. i) ge- bietter A. k) aber das w. =. B, d. w.. u. fehlt ©. 1) noht brengen etc. Noch «deme st. e. a. B, st. also ».C. m) zuB. n) das th. es. m. d.u,dass.B, u. 2.t.e.m.d.u,dasC. os. m.i.a.u.n. pr. g. C. p) das w. i. auch z.B. q) Er C. r) Ventur v. Kinssberg B, Venturum von Konigspergk c. ») u. fehlt BC. t) die fehlt C. u) Gunder A. v) Leymminger B. w) g. die B. sie fehlt C. x) in fehlt B. y) j. derere.t.w. B,d. oc. allet. w. C. 2) d. a. fehlt B. a) her, m. maj. fehlt A, ab. hb.n.diegstem.maBn.m.ma.C b)dj.wudhwgggae.Buw.dju d.b.w.gr.g. gee.C. c) v.d. fehlt C. d) So furte sie auch B. e) zu BC. f) rathhauss BO. g) Zur selbigen B. b) gr. L. v. 8. i. Pr. w. C, dessen B. i) b. H. R. h. v. Pl. hoem. ©. k)e w. sch. geb. B. 1) Diese Liste ist Grunau’s Erfindung.
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*fol. 4053. *fol. 405b, 152 Traot. XVL. Cap. L$ 3. gelt diser graff mante, und etlichen aufzugk mit guten worten* unnd lannge. Diser graff sach”, wie man die jungkfraw verhielt, er° erdacht im eins, sint dem der orden hette im angeboten? guetter zu geben an seines vattern solte, er wolt? die guetter annemen und wolt# nach der jungfraw freyen. Die freyung thet er, sondert sie wart abge- schlagen!, wann die b. sich besorgten*, der homeister wurde der jung- fraw viele zustecken. Nach langem und vilem erlustigen die jung- fraw zog heim mit einem grossen schacze', und sie beleiten hundert man, dem groszcompter sie bevolen war”, und sie alle quamen* hinder Lawenborg, und da* sie wurden® angesprengt. Der erste do, der da tot plib, umb der jungkfrawe wille, war der groszcompter, und die raisiger aller. Die junnkfraw wuszte wol, wie ein solchor mordt were umb irretwillen unnd sie kniette sich nyder, unnd mit gefalten henn- den sie sprach vor iren mordero: o ir edle unnd ernvheste jung- linge, umb Marien wille ich bitte, schont meines lebenns unnd einer under euch mich neme zum ehelichen gemahel, unnd der wortte vil‘. In solchem® quam eyner unnd sie mit einem spiesse rante” durch ire brust, unnd also nam sie ein ende”. Disem mordt man schuld gab dem graffen, wan man in verlor“ vor dem auszzug der jungfraw, und’ quam auch nit me in Preussen’. $ 3. Von eim jungfrewlichen antwurt auf schentlich antragen. Unnd es war, wie viele* von den adel, die dem grafien gemeine waren® gewesen, in disem ermorden verdechtig wurden gehaltenn, umb des willen®e der adel unsicher war vor dem hoffgesinde, unnd anndere med, auf iren dorff guettern, darumb etliche sich in die *stette, etliche a) wardt aber mitt guten worten lang aufgehalten B, der gr. m. und man zog ihn auff m. g. w. u. ein lange zeit C. b) vornahm B. c) derhalben er B. d) sintemahl d. o. i. a. B, Nach demei.d.o.h.a.C. e)a. sv. 8. g. in Preussen z. g. B. f) do w. e. B. g) w. fehlt BC. h) Ehr stellott d. fr. fortt B., aber BC. i) w.im a,den BO, k) b.b.=.BC. 1) z.d.j. m. e. gr. ach. h. B, z. d.j. h.m. e. gr. sch. C. m) sie wardt beleitett mitt h. m. u. d. gr. befolen B, u. 100 m. b, 8., d. gr. c. w. s. befolhen ©. n) Als sio kamen B, und das. k.C. 0) u. d. fehlt BO, w. «. B, w. s. alda C. p) D.e., dert. u.d.j. w. bl., das war d. gr. u. aller. nach ihm B, D. e., der umb d. j. w. t. bl. w. d. gr., darnach d. r. a. ©. q) merckte B. r) Das e. s. m. u. ihrentt w. geschahe, da kn. sic nieder u. spr. m. gefalten h. B., das c. e. m. n. i. w. angestellet wehre, aich fehlt, sprach sie fur i. m. (fehlt B)C. e)i.b. u. M.w. BO. t) u.d. w. v. fehlt BC. u) In dem B. v) der r. e. m. e. sp. B, u. r.8. m. ©. 8p. C. w) u. fehlt B, starb sie C. x) D. m. g. m. d. gr. sch., den ehr vorlost sich B, D. m. g. m. sch. d. gr., dan m. v. ihnen ©. y) u. — Pr. fehlt B. 2) Wie einer jungfrauen senf reibende dor kopf abgehauen wardt B., V. eyner j. a. einen nnvorschampten ge- gebon C. a) Ehs wurden v. B, Es geschach, das v. vom CO. b) w. fehlt B, w. gem. gew. 0. c) des obgedaclhien mordtes halben v. g., derhalben B., d. obengezeygten erm. CO. d) d. a.v.d.h. u. w. so woll auch vor andern mehr B. mn ee en en mn, mn nn U
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Traot, XVL Cap. 1.8 3. 153 sich ausz dem lannde macheten. So war disz stette befleissung, unnd man in vielen stetten hette verspeher, was die Preussen retten», unnd es quam, wie ein grosz edelman in die stat Marienburg gieng® umb newer zeittung willen, so@ fant er in der herberg eine jungkfraw ausz dem geschlecht der von Bantlaw, gar ein schones mentsch, sonder gantz arm®, dise fant der edelman vom hoffe, unnd machte vil wort gen der juugfraw, in welchem er sich gab zu erkennen, wie er sio muste lieb haben, und sie solt wissenf, er wer grosz# bey hoffe, er kunde ir und: den iren fromen und schaden, unnd solch hoffieren'. Diser edelman trib es lannge zeit, und in die jungfraw mit glimpf stettigelich abweisete. Unnd es sich begab! auff einen freitag” zu einer unseligen zeit, und diser edelman fant die jungfrau in irer her- berg, sennf reiben in einem toppe", den sie zwischen die beyne gesatzt hette, unnd° rieb da inne den senffe. Sobald disz der edelman ersach, er hub an? und sprach: o ungemach hab ich itzunt so lannge zeit, disem schonen“ *medlein gediennt, unnd sie mich nit in ir beynne ge- *fol. 406x. schlossen hat, und der worte vil’. Die jungkfraw sprach: wie mein jungker, was wer es euch lustlich, unnd* ir in meinen beynen legt, er sprach: unnd® mich dunkt, ich mein tag nit grosser freuntschafft gehapt het’. Die jungkfraw sprach”: so disz ein freuntschafft. ist, unnd ich wolt, und wann ir“ ein reibtopp wert, unnd zu zeittenY zwischen meinen beynen legt. Der edelman® meinte, er hette ge- fanngen*, und sprach mit hohen verseufitzen?, so gnediges freylein, was woltest du mir thun, so ich ein topp were, unnd lege nach wunsch in deinen beynen. Sie*sprach: ich wolt euch vol scheissen unnd werffen euch über die maur®. So sassen nit fernne davon am tische junge edel junglinge‘ ausz Preussen, unnd die disz antwurt seer lacheten. So wierts der vom schlosse zornig und® haut der jungkfraw das heupt abe, damit! es in den topp viel, von disem die* Preusche a) derhalben begaben sich e. i.d. st.B, etl. s. ins I. m. ©. db) So bepflies man sich, das man in allen st. vorspeher h., die da merokten, w. d. Pr. r. B., Da w. d. eyno st. befleissigung, das man in allen st. auszspeher C. c) In dem gehett c. vornemer e. vom schloss M. i. d. st. B, ge- schach, das e. gr. C. d) halben, da C. e) aber BC, gahr a. B. f) D. e. v. h. viell worte gegen d. „iwme.ez.o.g., das ebr sie lieb hette sagte ihr B, i. w. e. =. z. e. C. g) gr. u. gesehen C. b)i. u. fehlt B. i) h. viell machte B. k) u. fehlt, d. j. w. i. aber allezeitt m. gl. abe B, u. d. j. ihnen stets m. gl.a. 1) U. fehlt, E. bs. B, U,e. b. =. C. m) an einem freitage B. n) n. fchlt BC, findet d. e. d. j.i. i. h. i. e, reibetopf senf r. B, das d. e.d.j. f.s.r.C. o)u.— s. fehlt B, darinnen senf O. p) sahe sprach ehr B, hob er C. gq) ich schon so 1. z. d. gungen B. r) s. h. m. nie ii. b. g. wie den reife topf.,!u. d. w. v. feblt B.,s. b.m.n. C. s) wie fehlt B, nun mein C., t) Wer es euch den lustiglich, das B, das CO. u) u. fehlt BC. v) das mir niemals ein grosser freundtschaft beweisen were B, ich hette meine t. n. gr. fr. g. C. w) antwortt B. x) so w. i. das ir BC. y) bisweilen B. z) cdel A. a) die eingefanngen B, gewonnen C. b) derhalben spr. e. m. h. senfzen B. c) gnades A, gu. freulein was wolte B, also gn. fr. w. woltestu C. d) lege zu zeiten zwischen B. e) unde.n.d. m. w.C. S)Da s.n. f. daselbst an eynem t. etzlich e. j. C. #) d. 1. dieses anttworts s. in dem B, die fehlt, Da wartt ©. h) u. fehlt B. i) das BC. k) Dor- wegen sprungen die B.
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*fol. 496b. *fol, 407a. 154 Traet. XVI. Cap. I. 81. edelleut auf, die da waren“, und erschlugen den jungker® mit zween knechten. Disz° geschray quam auf das? schloss und das hofgesindt wie unsinnig lieff abe, und® stillten ein mordt, damittf ir pliben 218 tot beligen, und die Preussen* nach disem musten viel nott leidenn vom hoffet. Capitel IL & 1. Wie disz war ist, und man sagt! in Preussen, wie der bischoff von Heilsberg und sein capitel den grossen krieg machten. In der* zeit dises homeisters war bischoff auff Heilsberg Fran- eiscus Khuschmaltz grosser! freundt des ordens.!) Diser bischof unnd sein capitel wolten grentzen mit eim ritter”, der seine guetter im® Osterrodischen compterampt° gelegen, an den guttern Allenstein, welche den: capitel von Warmia und dem bischoff von Heilszberg angehoren», in welchen grenntzen der bischoff von Heilsberg beschlug ein fisch- reichen see, der dem ritter Hans vom Baisen genannt war”. Disen see unnd die* grentzung wolt der ritter nit gestendig sein, unnd sie appellierten vor* den homeister, der homeister harte ir beder wort, uund sprach dem Hanns von Baysen den see abe, unnd dem bischoff zu. Von disem® Hanns vom Baysen wart bewegt und sprach: her homeister, von eurm spruch, der ausz gunts’ ist gescheen, ich appellier” auff die wyrdige ritterbanck desz landes Preussen“, unnd da ich mich will* lassen richtenn’. Der homeister sprach: lieber Hanns, lasz es gescheen, unnd“ mein spruch pleibe, ich dir es spreche bey meinen creutze, der see vier wert wil ich dir fromen®. Nein, sprach Hanns vom Baysen, ich wil ein see daraus machen, wann» ich mercke, man wil unns zum ersten die gueter“, darnach das leben nemen, und gieng so weckd. Der tag quam, in welchem zum® Culme die ritterbannok a) d. d. w. fehlt B, alda C. b) d. bahler BC. c) Das B. d) auffsC. ec) dal.d. h. w. u. id. d. st., u. fehlt B, herab lieff ©. f) das BC. g) 27 A, wol 21 C. t. blieben BC. k).n. d. m. d. PrvhvnihB wn.d.m.d.Prv.nv.h.1C. i) Wie das war ist, das m. i. Pr. sagott B, wie — Pr. fehit C. k) Zur C. I)eingr. Bi. m) m.o.r.gr.B. n) g. hatte i. ©. o) O. ampt BC. p) angehorten B. q} v. H. fehlt B, ec. f. s.b. BC. r) zukam B. e) dio fehlt C. t) sondern appellirte an B, fur C. u) Davon wardt H. v.B. b. B, v. d. w. der. v.B. b. u. apricht C. v) gennste A. w) a. i.BC. x) 1. zu Pr. BC. y) u. fehlt B, d. w. i.m.l.r. BC. 2) das BC. a) gelobe e. d. b. m. kreutze i. w. dir d. s. wollv. zufr. B. b) den BC. c) gutter d. dieB. J) also hinwegk C. e) man zum A. 1) Das Folgende nach der Danziger Chronik vom Bunde Ss. IV, 424—25.
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Tra-t. XVI. Cap. II. 8 2. 155 wart gehalten, in welcher allwege* sassen zwen bischoff, zwen conıptor, zwe edeleut, zwen burger, die man dab danne erwolte. Dise also nu sassen, 30 tratt Hanns von Baysen der ‚rytter und@ clagte uber den spruch des homeisters und beweisete seine° gerechtigheit uber den see. In welchen: die hern in der ritterbannck sprachen! dem ritter den see zu unnd dem bischoffe abe. So protestiert das so der bischofs, er wolte steen des spruchst des hern. homeisters, unnd nit dos lanndes, wenn! sie werenn eine hern nit, unnd da* gescheen dreue wort! vom Hannsen von Baisen, umb welcher willen man von stund an nam Hans von Baysen seine gutier” und® man wolte seen, wäs er thun kunde mit dem lannde®. $ 2. Wie auch burger? in Preussen den krieg verursachtenn. *In derselbigenn rittterbanck trat vor Jacob Zaenı, ein burger *ful. 40Tb. von Marienburg?) unnd” clagte an den orden® über den verreterlichen tot, angelegt seinen groszvatter‘, der mutter halben, her Conrat Letzkaw, burgermeister zu® Danutzke, welchs noch nie gestrafft were, unnd er nur ein abtrag vom orden begerte’, ader ein anders darumb zu tbun. So quam auch dises Jacobs leibliche bruder Petter Zaen?) und clagte” über den orden*, wie der homeister hette seinen vater ge- schiekt in die Newmarcke zu bawen das schlosz Cesterin, und da er auch gestorben were’, nach welchs tote” der homeister Michel Koche- meister den kyndern hete genomen seinen kyndern all ir gut, und nie haben kunth wissen die wenigster ursach, und daranıb er begerte ein abtrag®. So tratten etliche von Danntzke und sy elagten, wie® man ire a) a. fehlt Be b) da fehlt B., den alla ©. ©) D. als sie nnn 8. tr. herfur G, Da tratt vor, D.— a fehlt B. d) m. fehlt B. ©) sein A. f) Auf solches spr. d.h.i.d-r.b.B,d.r. se zu spr. C. 8) Über das prot. d. db. und sprach B. Dieses pr. d. b C. h) bey dem spruche 1%. i) den BC. k) da fehlt ©. I drhe w. A. m) man st. van A, st.a.d.H v.B.s.g.n. B, st. a. ihme s.g.n. C. n)u. fehlt HB. o)m.d. I. t.k. BC. p)a. ctzliche b B, q) Zoren B. r) u. fehlt B. s)kl.d.o.2.0. t)s.gr.a. BÜ. u) von C. v) 56 bogerte chr ce. a. von dem o. B, nicht g. w. u. e. b. nun e. a. C. w) So tratt a. vor d. J. I. br. Pitter Zoren der klagte B, Da C. x) .d. o. an- zeigende B. y) Kostrin daselbst e. a.g. B, d.h. e. v. hett g. i. d.N.M. d. sch. Köstrin z. b. u. alla w. e.a.g.C. z)doteA. a) Kuchmeister des verstorbenen kindern habe g. a. i. g., haben aber nie d. w. u. wissen konnen, begerte derwegen e. a. B, 1. b.M.K. d. k. a.i.g.g. h. u. doch. n. d. w. u. w. konnen u. d. b. e. e.a.C. b) Auch klagten e. v. Dantzick, das B, Da tr. herfur, sy fehlt C. 1) Danziger Chronik IV, 424. Jacob Zan war ein Danziger Bürger (vyl. das. Anm. 3). 2) Grunau missversteht die Quelle: ouch darczu klageto her Jacob Zun) von soynes vaters wegen Peter Zaon I. c. 425.
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156 Tract. XVL Cap. I. $ 8, vergangne guter im* sturme auf der rede genomen hette, und sieb auf das schlosz gefurt, und das wenigste nie wolt wider geben®, welche gutter weren wert? 25 tausent marck. So° waren viele die daf clagten über dies grosse gewalt, das mean iren eltern, freunden, gebrudern hette gethann, im gefengknus *fol. 408a. ermordt#, und solcher sachen unzeglich vil, *unnd! wart alles bewert, wie recht ist, und sprachen*k alle, mag unns recht geholffen werden, unnd vor übelthat ein gnugthung geschicht, unnd man uns das unser wider gibt, wol gut!, so aber nit, wir wollen es“ weitter suchen, geschicht unns aber kein recht, wir setzen daran, was wir haben, und der wortte vil. Von disem clagen unnd eintragen° die b., dier in der banncke sassen, wurden von den vermanet, die umb ir stunden“, sie solten aufsteen und nit richten" uber ire heran unnd bruder, und disz sie tetten® unnd sprachen, ir lanndt unnd stette* zu Preussen, umb eurn willen ein spruch zu thun wider ein erwirdigen® adel Teutsches hauses ir nit solt erleben”, und thut ir” darumb was ir kunth, die pfeill“ besten euch alle, widerumbr die ire sachen hetten angebracht unnd sahen, wie man handelte, si gaben unvernunfft vor unvernunfft, unnd quam, wie gar vil heimliche ınorden geschahen der Preussen, unnd war ganntz unheimlich“. $ 3. Von dem verschworen 7 comptores* auf die Preussen. Den b. ging nohe, unnd® die Preussen in irer ritterbanck ire *fol. 408b. handlung vorbracht° hetten, unnd begertend ein abtrag von in,* sie unnder einander ratschlagtene unnd funden, wie’ man mit gewalt die Preussen ınuste® underbrechen, unnd darumbt so gienngen sie zum homeister Conrado!, unnd im sagtenk ein anschlag, die Preussen zu diemuttigen, sonnder! der homeister schlug es” abe, ag und er ver- a) durch den B. b) reyde beschedigett genomen h., sie B. ce) u. ihnen aufs w. nicht wollen u. B, nit w. C. d) wert w.C. e) DaBC. f) da fehlt B. g) die fehltC. h) m. i. fr. brüder a. e.h.g,i.g «BR, fr. u.g. got.h.u.C. i) n.esB. k) sie spr.B. 1) ubelthun uns gnug geschieht, das m. das wieder B, werden wol gutt u. auch d. u. w. geben wirtt ©. m) so w. wir caB, co. foblt €. n) solcher ©. 0) antragen B. p) wurden d. b. BC, so B. gq) so unıbher st. verm. B, v. d. verm,d.u.C rnnituihb.ub.r.Cc s)u fehlt, dsth.s. B,u.n.t.C. t)i.st.ulB u) wirdigen BC. v)s.i.n.c.BC. w) u. i. fehlt B, i. fehltC. x) pfeybell B, feyffel C. y) welche nu st. w.B. z) w. m. h.g. s. u. v. u. das auch nach dem viell Preuss. heimlich ermordett wurden u. w. gahr unheimlich B, si fehlt, gaben auch unnutze wortt und geschach also, das vil h. m. g. €. a) v. der B., Wie sich 7. ce, wieder d. Pr. vorechwuren C. b) das BC. c) volbracht C, vorge- bracht B. d) u. fehlt, b. derwegen B. e) 8. r. u. o. BC. f) das BC. g) m.d. Pr. C. h) u. fehlt BC, Derhalben B. i) zum fehlt A, so fehlt BC. k) u. fehlt, zeigten i. an B, u. =. i.C. I) aber BC. m) schlugs alles B, s. alies C.
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Tract. XVI. Cap. I. 8 4, 157 willete®, unnd schrib Cristoffero deın konig von Denmarck, unnd® er den Preussen ire schif unnd gutter neme, und suchte ursach zu in, damit° die Preussen dem homeister ire ritterbannck musten abtretten, und Cristofferus das teth?!) unnd brachte die Preussen umb grosz gut, aber ire ritterbannck wolten sie nit rheumen®. So waren da im orden, 7 b., welche man vor® die clugsten und vor die adelichsten hielt, dise mit namen hiessen® b. Heinrich Reisz herr von Plaw compter zum Elbingk, b. Ludwick von Erlichausen compter auff der Mewa, b. Sigmundt von Glantzstein marschalck auf Konsberg, b. Sifridus Floch compter auf der Balga, b. Ulrich Schwan! groszcompter auf! dem Stum, b. Gilbert von Angelen compter auf“ Brandenburg, b. Siffridus von Bleyenbach! compter auf dem Reyn, dise sich verschwuren bey” irem adel, welcher under in homeister wurde, der solte den *gemachten bundt den" Preussen brechen mit *fol. 409a. rechte, mit guetigheit, mit gewalt, wie es sioh° erlieffe, unnd solten sie halt? kein schlosz im lannde behalten, und“ solt auch kein stat ader” dorff in Preussen bleiben.) Von stund an wart verbotten bey lei unnd guttes, man solt zu der ritterbanck nymen ziehen. Disz liessen die Preussen nit", darumb auch ir viele wurden ermordet”. Zum andern mal sie beschlossen” die sache mit dem Preussen, geist- lich unnd weitlich zn urbaren“, unndY so denne die Preussen nit wolten, mit in zue kriegen mit gewalt*. 8 4. Von dem von Baysen und eren* handlung umb irer not willen. Es ist obene gesagt worden,?) wye Franntz von Selingen® umb seiner redlichen that willen bey dem orden° ein dorf erlanngte, Baysen a) such st. ag A, e. v. allein B, nure das er vorw. CO. b) Cristofen k. zu D., das B, @as C. e) aleo u. z. i. das B., das C. d) u. der konig Or. B, thett es BÜ. e) aber dennoch w. a. i. u.n.r.B. f)8. w. an der zeitt 1.0.8 b.B, Daw.i.0.C. g) v. fehlt C, kl. h. so woll auch v. d.xB. h)d.h.m.n. BO. i) Schwang A. k) von C. 1) Blyenbach A. m)d. v.=.b.C. n) der B o)s. fehlt B. p) gleich BC. g) u. fehlt B. r) noch B, und OÖ. ») bey vorliese leibes B, vorlust leibs O. t) s. nimer 2. d. r. b. =. B, nimmer Ü. u) D. Pr. aber liessens nicht B. v) Derhalben w. iave.BD.waji.v.e0C. w)b.s. BC. x)erbaren B, ervaren ©. y) u. fehlt B. x) als den wolten sie mitt gewald mit ihn kriegen B, w. s. m. i. m. g. kr.C. a) ihren B., V. einer e. h. derer vB. un. i.n. w. ©. b) Conradt v. Z. B, Fr. v. Geylingen C. c) adel! A, 1) Danziger Chronik vom Bunde Ss. IV, 425. 2) Die Zahl und die Namen hat Grunau erfunden, eine solche Verbindung be- richtet seine (Quelle S, IV, 425. 3) Bad. I. S. 751 (Tract. XIV. Cap. XVJ. % 3). Die im Folgenden ge- schilderten Thaten Johann’s von Baisen finden sich in keiner älteren Chronik, doch be-
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*fol. 404b. *fol. 410a. 158 Traet. XVI. Cap. II. 8 4. genant, von welchem seine kinder die van Baysen genant werden*, und noch heute so® genannt sein. In disem geschlecht zu diser® zeit weren drey leibliche gebruder‘, Hanns, Gabriel und Stybor. Hans von Baise het launge zeit Peter dem konig von Aragonis gediennt, in welchem diennst es sich begab, und® die Moren! uberzogenn *Petro den konig®, idoch sie wurden" es einsz, unnd! man solt man gebn man schicken in ein kempfenk, verlöre der Mor, sie wolten! den cristen ein tribut geben, vörlöre der crist”, sie solten auch dem :Moren ein tribut geben. So war dar° ein starcker und grosser? Mor, unnd der nam den kampf and, von den coristen, niamandt wolt? daran, zum letsten Hanns von Baysen in gottes namen des Moren undernam® und in im kampf niderlegte: und also dem .konig die Moren zum tribut gewann“, umb welches willen der konig Petrus in zu ritter schlug” unnd in Preussen schickte mit grossem gutt unnd hechlicher befelung”. Unnd Hanns vom Baysen brachte seinen Moren mitte, mit seinem gelde er kaufte imY gueter im” Osterrodischen gebieth, alsz im aber dise waren genomen*“, wie gesagt ist worden®, er war° ein weile bey Gabriel von Baisen, der wonte im Cristborgischem gebiete, und auch? bey Stybor von Baysen, der wonte® im Bisenborgischen. Disem Hansen von Baysen man schult gab, wie! er das lanndt wider- spennig machte wider den ordens, darumb er zog: ein weile zu diennste mit zwelff pferden dem konig von Polen, und! die weile* wuchsz der neid der b.* wider die Preussen und der Preussen wider die b., under welchen! es gienng übel zum. a) wurden C. b) fehlt B. cr der ©. d) bruder BC. e)b. e.s. C, dasBC. f) maren A. g)dk.P.u.B,P.d.ku.C h)w.s BC. i)das BC. k) m. g. m. i. e. kampff sch. s, B, m. 8.10. g.C. 1) wo. d. m. v., so w. s. B. m) der cristme A, des koniges mahn B. n) a0 s. der konig d. m. tr. g. B, anch ein fehlt BC. o) Da B, Do Q., dar fehlt BC. p) gr. a. st. B. g) u. fehlt BO, der nahm sich des kempfen an B. r) aber w. u. ausB, w.u.C. s) zu letzte u.s. H. v.B.i.g. n. dm B,i.g.n.C. t)l.i.i.kb: B,n.1.i.i. k. darnieder ©. u) u. gewan also B. v) Derwegen i.d.k P.z.r. schl, B. w) sch. i. m. gr. g. on. h. beforderung i. Pr. B, ihnen z. r. sch. C. x) Zu dem br. H. v. B. s. m. auch mitt B. y) k.e. sich B, z) in dem B. a) g. w. B. b) w. fehlt B, ist fehlt, geworden C. c) w. e. BC. d) soa.B. ce) d. da wonct C. f) das BC, g. m. sch. O. ge) w. d.o.w.m.B. h).derhalben B,z.e. BC. i)ew. m.z.pf.d.k v.P. z. d. u. fehlt B. k).d. le. fehlt AC. 1) dem B. m) e. u. z. g. BC. ruhen sie nicht gunz auf Erfindung; Ilans von Baisen hat im Ileere des Königs Johann von Portugal ( Arragonien mucht Grunau daraus) gegen die Mauren gestritten, vgl. Voigt, (vesch. Preussens VII, 364. 365 nach Urkunden.
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Traect. XVI. Cap. IO. $ 1. 159 Capitel II. $ 1. Wie man den adel von Preussen angriff mit gewalt*. Der adel in® Preussen nam zu hertzen, was Hanns von Baysen geschehen were unnd andern? me, sie® sich auch verschwuren ire sachen vor den kayser zu bringen. Ausz disem und es quam, wie! auf eine nacht, in iren hofen wurden ermordets juncker Peter von Tergent, juncker Cristof von Pollexen, juncker Diprant von Porckis!, juncker Michel® von Trangwitz, juncker Budisch von Neudorf, juncker Paul von Wegnitz, juncker Conrat von Buchwald!, Ein solch ermorden quam vorn” homeister von den Preussen, und er sprach”: o gott disz ist nu° ein anheben, wie wiert das ende sein. Alsz nun? der adel eina solchs hörte, er meinte, und es der homeister hette befolen®, und man wurde solches me übent, darumb sie gaben sich mit wonung® in die stette, damit” sie nit in der nacht so” verreterlich wurden überfallen“. Diser adel in den stetten war, und sonnen?’ mit den stetten, wie zu entsetzen” vor solche gewalt, und es fuegete sich in nit in vielen dingen*. In solchem war verbot in ein herschauung der ganntze adel, umb Marienburg, umb Cristborg, umb Risen(*)borg unnd umb Marienwerder®, und die nit quomen®, den nam man ire dorffer, aber nit ire hove, unnd die ecker? darzu. So* *fol. 410%. weren etliche vom adel in den stetten, den ir dorffer genomen waren; unnd sief ritten in die, und sie in die grundt branten, alle zugleich auf eine nachte, unnd zogen ausz dem lande eine weil zeitt. a) m. g. a. BÜ. b) von B. ce) w. fehlt B. d) so woll a. B. e) derhalben s. B., m. s. v.=.2.C. f) dem k. vorzubr., dahor k. es, das B, u. fehlt, k. oe. d.C. g) c. w. B. h) Torgen B. i) Dybrandtv. Borkys B, KorekysC. k) Nickel A. 1) Blichwaldtt B. m) van A, für denC. n) Die Pr. brachten s. mord. v. d. h., der apr. B. 0) nur B, nur C. p)nur A, fehlt B. q) e. fehlt B. r) vormeinten sie das B,Bh,m.e.d.h.h.e.bC. s)b.b.B t) s.m.u. w. B, w. e. m. than €. u) derhalben g. =. =. m. ihren wonungen B, d. g. =. =. m. der w. ©. v) auf das B. u) also B. x) uw. BC. x) Als der a. i. d. st. wonete, bereileten sie sich B, der st. diser C. z) w. sie sich mochten e.B, w. man sich hette zu entsetzenÜ. a) Es wolte sich aber nirgends fugen B. b) Indem wardt d.g.a.u.M. Cr. R. und M. v. i. e. h. B, verb. fehlt, umb steht nur vor Marienburg C. od.abern.k.B,d.dan.kC. dd.wm.e.a.n.d.h.B. e)NDaC. Nu. fehlt, sieB. g) aus br. die genomen dorfer alle a. e. n, i: d. gr. B, in dieselbigen u. br. siei.d. gr.©. h) u. fehlt, riehtten, “. fehlt B. zeytt lang C.
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160 Traet, XVI. Cap. II. $ 2. 8 2. Wie man die stett zwagete, unnd sich zu in nottigtte. Man hielt offentliche strassen reber vom orden auff® die stette Danntzke, Thorn, Colm, Elbing», diser® sie sonnderlich gefer waren‘, wann® der bundt wer dar ertichtf, unnd der meiste adel, der da ir dorffer auszbrante geherbergt® hetten, und den Elbingk nottigtent, in disen artickeln. 1. Und! die Elbinger waren gefreyet umb irer ritterlichen hand- lung willen* von allen zollen auf Pommerelen, und! sie mochten keuffen und verkeuffen, wie einwonner, disz heten sie von vilen fursten ausz Pommern, und in bestet von allen homeistern, die in Preussen sein gewesen, unnd disz man in nam”, unnd® welch kauffman darwider , war, demme° nam man das sein, war er darumb zornig°, man satzte? *fol. 411a. in ein, und er ausz gnade loste den halsz«, *2. Umb acht pfluggewannde von der statt Elbing war ein bruck über das wasser Melbing‘, damit die‘ ausz den werdern schnel ab unnd zu in die stat mochten faren"“, dise man abebrach” und machte dahin ein fere, und” satzten auf den mentschen zwee +, auf das pferdt 1 sz., von welchem“ gelde sich die werderer? scheueten, und furen nit gem Elbing, und auch man furte sie langsam über*.') 3. Der hauszecompter* b. Heinrich holt?) bawete eine gasse vor die stat auf die schloszfreiheit, unnd heiszt heute die Sturmscheb gasse, in welche er satzte alle handtwercker, sonnderlich die, die@ den handtweroker® nit gut gnug waren, und sief sassen frey, von der bruderschafft gelde, unnd cleinen zinsz, unnd also den handtwercker mercklichen schaden tetten® in irer narung, und" was sie arbeiten, zum ersten sie namen halb gelt, unnd arbeiten». 4. Item man nam in! alle fischerey, und wo man ein fischer vom Elbing fant, ertrennckt man in nit, so hube* man im ja eine hanndt abe, ader sonnst! verlemete. a) wieder C. b) und E.C. c)disen B. d) w. s. sonderlich g. B. e) den B, dan C, D w. da get. B, alda C. g) Die i. d. vorbr. hetten da geherbergt B, der die i. d. a, aldag. U. h) E. wardtt genottigett B, h. n. n. d. E. O. i) u. fehlt BO. k) w. u. i. rehttlicher h. w. befrehet B, rechtlicher C. 1) das B, u. fehit C. m) u. fehlt, n. m. i. BO, das B. n) u. fehlt B. 0o)d. — x. fehlt A. p) so s. m. i. B. 4) muste a. gn. d. h. losen B, lösette e. d.h. C. r) Ungefehr 8 B, und 80. s) Elbingk C. t) auf das B, das ©. u) m. f.i. d. st. B, schnel fehlt Ü. v) die B., br. m. a. BC. w).n. fehlt B. x) vor welches g. B, vor C. y) die ans dem werder B. 2) g. E. auch f. m. s. 1. u. B, nit mohr gen E. m. £ ». a. l. heruber CO. a) oompter B. b) Stormische B, Scornische C. ce) dahin s. e. allerleyB, i. w.e. a. b.n.C. d) so B, die fehlt ©. e) dem handtwerok ©. f) u. fehlt, dieB. g)a.a.kl. z. u. w. fr. allor burgerlicher beschwernis, s. th. d. I. in der stadt grossen sch. in i.n. B. kloynem cezinsee — grossen sch. C. h) u. — e. fehlt B, a. n. 8. zuvor b. ge. warb. U. i) J. feblt B, J. n. m. ihnen O, k) hiebe B, hieb O. 1) in s. BO. 1). Vgl. „Ursache des bundes“ Ss. r. Pr. IV, 472. 2) Comthur von Elbing 1416--28 Ss. r. Pr. IV, 473 n. 1.
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Traet. XVI. Cap. IT. 8 2. 161 5. Item® die Elbinger griffen® zur Lamenhandt einen mercklichen® Strassenrobert, den die b. verhielten auf die Stettee, damit nye* mandt *fol. 411, ausz dorste, damit diser nit bekennte auff seine helffer, alsz man in über die fere furte, der comptor in mit gewalt nam‘ und furte in auff das schlosz und in mit der zeit gantz freygabs, von welchem mit der zeit grosz jhamer geschach im lannde#. 6. Item! Hanns Sonnewaldt!) vam Elbing, ein gewandtschneider, derk schickte seinen knecht mit gewandt gen! der Conitz. Disem ausz bevell® des voigts von Schluchaw nam ein b., was im gefiel, zur hoff- gewannde, in° der meinung, so Hanns Sonnewaldt queme und das seine forderte, man in gefanngen neme unnd in schatzter. 7. Itema die Elbinger hetten’sechs dorffer im grossen Werder”, dise namen ein jar schaden auff 1200° m, went alle dorfer ir wasser weiseten" aufire ecker,?)unnd ertrannckten ir getraide’, und schaden nam”. 8. Item man offentlich verbott den Hinderlennder, und niemandt solt das seine” gem Elbing fieren bey verlurst der gueter. Sor kunden es arme leut nit lassen, wan- sie musten saltz haben und ander ware ın =; darumb der mulmeister b. Junther* von Derbelen® nam armen* *fol, A12a. lentten in einem morgen gutter 1500 m. wert“, wann* ein scheffel mel galt funff fr., mel am meisten sie hetten®. 9. Die gantze gemein sich beriet umb diser stucke alle unnd koren ein kirschner zue einem vorrhedere mit namen Wilhelm Lin- denwicht, sinnt dem der rat wolte nichts thun dabey', unnd sie gienngenk auf das! schlosz, unnd dem compter ire meinung sagten”. Nach vielem erzellen sprach Wilhelm®: herr compter°, es sey denne sache, unnd® ir anderst eurm armen volck vorsteet, unnd ich erlebsı, ir a) fehlt B.C. b) begriffen C. c)grossenC. d)reuberB.C. e)auf dan d.a. #. h.nicht b.B. f) nahm in d. e. (ala ehr mitt der fehr ubergefurtt wardtt) mit gewaldtt B., nahm ihn der oc. m. g., als m.i.o.d£tf.Ü. g)gabi. m. d.z. gahr fr., B., liess i.m.d. 2. g. fr. C. h) davon m. d. z. grea j. 1.1. wardtt B,j. i.1.g. ©. i)fchlt B. C. ky fehlt B.C. 1) nach C. m) dem n. ce. b. aus bepfell B. befelch GC. n) zum B.C. o) fehlt B. p) das m. i. g. n., der Schluss fehlt B. g) tellt B. r) grose d. i. W. B. 8) 1200 aus 2200 verbessert A. Dicsen geschahe auf e. j. auf 12 hundert m. sch. B., n. ihn eynem j. C. t) den B., dan C. u) w. die wesserung B., a.i. a. w. C. v) u. fehlt, ertr. damit i.g. BB w) nnd andere schaden mehr in theten B., ander schaden mehr thetten C. x)d. H. v. das. n. d. seinige solte B., J.m. v. 0.d. H., das n. d. e. solt C. y)Da C. z) nicht bessern, den B., dan C. a) n. a. w. mehr h. B. b) Derhaiben b. Gunther v. D. d. mollmeister B., b. Guntber v. Dorbelen C. c) den armen B. d) 12/4 tausentt mark werdt B., 1500 m.w. g C. e) und sie hetten des meisten teiles mchl geladen B., m. h. sie a.m. ©. f) d. g. g. zum Elbing B,, 8. g. b. =. C. g) halben. Sie erkoren einen korechner zum vorrether B., verretter A., alle fehlt, erkoren eynen kurschner C. h) W. fehlt, Lindenzweig B., Ludwig Lindentweich O. i) dieweill d. rt. n. w. dazu t. B., Nachdem d. r. n.d. t. w. O. k) u. feblt, g.s. BC. 1) aufs B. m) u. fehlt, s. d. ec. i. m. BC. n)spr. er B., W. fehlt CO. 0) herr W. oomptor B. p) das B. gq) e. 8. folke anders vorstebet, ich erlebe es B., und ir — anderst fehlt, und fehit, ich erlebe es ©. 1) Johann Sonnewald im Rath 1426—1451 vgl. Töppen, El. Antiyg. 3. 8. 290. 2) Vgl. vorher Nr. 2, und Ss. r. Pr. IV. 472. 8. Grunau II. 1
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*fol. 412b. 162 Tract. XVI. Cap. IL $ 3. wert vertriben. Umb disz worts willen man fienng* in zu seiner zeitb und in thete° im gefenngnus auf dem schlossed, damit° er nit erlebete die vertreibung der b. Unnd solche‘ stuck viel geschahens auch in andern stetten. $ 3. Wie die b. mit den Polen uneinss wurdennt. Nach dem tode Wladislaw!, Jageildek sone, des konigs zu! Polen, b. Paulus Rusdorff homeister sach an den uncristlichen® zwitracht seiner b. in Preussen; mit etlicher b. wille, rat unnd beistannd er machte* mit Casimiro, Jagelden Son, in eigner Person ein ewigen fride zwischen den Polenn unnd *Preussen°, wann? er hette sorge, *) das landt zu Preussen mechte sich zu den Polen geben“. Und so denne" diser ewige fride nit mit willen war aller Compteres*, so wart er auch versigelt mit etli- chen namen der b.t; dienamen aber, die von rechte da solten sein ge- west, die waren da nit“, und’ darumb” diser fride bey den b. ein ge- spötte war, unnd sie in brachen mit freude nach dem tode des ho- meistera Pauli. UnndY disz waren seine Artickel auf Preussen: 1. Die kauflleut der Polen, Masuren, Litiaw“, Samayten und Reussen, unnder den konig gesessen, mochten ire gueter ohn pfundt- zul ausz den kanen in die frembde schiffe auf der Weissel verkauffen®, sonder® das pfalgelt solten sie geben.?) Ein solches brach b. Nielos Pastyr, compter auf Dantzke, und nam die guetter alle. Ein solchs dem homeister wart angesagt“, und er® verschuff mit brieffen den leutten das ire wider zugeben‘; wan sie die brieffe brachten, man sie zu irem schaden einsatzte®. 2. Unnd® man ire gueter nit solt besitzen ihn Preussen, umb schult willen, welche in Preussen nit gemacht weren!. Die compterk a) f.m.B.C. b) mit derzeytC. co)u.t.i. B.C. d)a. d. sch.i g.B. oe) auf das B., dasC. f) U. feblt B. C, solcher ©. g)g. v. B. b) Wie der hoem. mit Cazimiro Jagiellen sohn oynen ewigen frieden machette ©. i) Wladielai B. ik) Jagilden C., Jagelli B. 1) von C. m) sahe b. P. R. h. an die uncristliche B., 8. — die u. an C. n) Derhalben macht ehr m. e. b. w. B., darum m. e. m, eb. C. 0)i.e. p. m. C. Jagelli s. zwischen d. Pr. u. P. e.e. fr. B. p) den B., dan C. q) zum P. begeben C. r) Dieweill den B., dan ©. s)w.a. c. war eingegangen B., m. w. a. c. war Ü. t) der- halben ehr auch nur m. en. v. w. B, wardt er nur m. e. n.d. b. vors. C. u) d.n. d.b., d. wollv. r.0.g. s, d. w. nichtt B., da sein solten, d.w. n. d.C. v).n. fehlt BC. w) derhal- ben B. x) N.d. t. d.h. P. br. sie ihn a. m. fr. B,, br. i. m. fr. C. y) U. fehlt B. x) Maxuren, Littawen C., Littauen B. a) a. d. W. v. fehlt C. b) aber C. c) aller ©. d) Es statt Ein A, E. ». w. d. h. angezeygt C. e) u. fehlt, der B. f) das man d. 1. d. i. sollte w. g. B. g) =. m. sie a. i. sch. 6. B.C. b) n. fehlt B. i)M. 8. i. g. n. sch. halben, die inPr. n. g. w., in Pr. auch n. besetzen B., u.m.8.i.g. i. Ps n. besetzen C. ik) Comptores aber B. 1) Vgl, Acten der Ständetage Bd. I. S. 715. 2) Vgl. duyegen den Text bei Dogiel IV, n. 97.
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Traet. XVI. Cap. II. $ 3. 163 namen alles und sprachen®, man solte ein beweisz der schult bringen, und ofite* solche guetter lannge zeit lagen®, etliche in den grundt*fol. 413a. verterbten®, etlich auch versucht wurden von den iren. 3. Und® man solte den kirchen von Gnisznau unnd von Coya unnd vonf Plotzke ir zugesprochen gelt geben umb schadenn willen, den die b. in Preussen den kirchen gethann hettens one recht; disz alsz er wart gemant, man gab die feiffel!) und driese‘) und poyle,') und we deme, der es me mante, von den b. auf die Polen». 4. Jtem! in welchem teil ein ubeltetter war, den mochte das an- der teil, dem schaden gescheen war, nemen und furen in, wo erk wolte. So! geschach es in der O sapiencia,?) wien ein conventz-b. den hausz- compter erstach auf dem schlosse Redin® unnd quam weck durch Polen. B. Lenhart.vomP Gramsen?) compter schickte nach drey b. mit 45 pferden“, und sie zogen bey Alththorn uber die Weissel. So wart im gesagt, wie sie weren" auf das schlosz zum woiwoydam von Gnipkaw® geritten, unnd sie bald hin, und umblegten das schlosz, unnd mant liesz sie auf in funf personen, unnd’Y sie funden da viel trunckene Polen, die da zu gast waren, die iren aber sie” nit funden. Von den Polen etlich in guten willen“ *beweiseten, vile auch fyr-*fol. 413b, banneten?, darumb sie ausz“, und sich berietten* undb verbranten das schlosz mit allem volcke und Gnypkaw°, wen@ in war mit lugnen ge- sagt, der merder der solt da sein verborgene. Unnd die Polen muszten das leiden‘ von den b. a) u. feblt, sprechende B. b) ihn st. ein B. 0) brengen, das derwegen solche g. ofter lange z. B., und es. g. offt ein ]. z. C. d) auch vorruckt wurden, der Schlusz fehlt B., e. i. gr. v„ e. & von den ihrigen vorruckt w. C. e) U. fehlt BC. 4) Gneisna O. n. Pi. B., Gnysonau v. Coyaw u. v. Piotzkaw C. g) h. g. B., welchen ihnen d. b. i. Pr. g.h.C. h) als dies w. g. g. m. i. d. pfeibell druse und fenle, wehe d. d. e. mehr hette gemanctt, der Schluss fehlt B., d. a. w.g., m. g- i. d. feysel, druse n. beulen u. w. demme ©. i) fehlt B. k) wohin ehr BR. u. i. f., wohin o. w. C. l) Wo C. m) dasB. n») n.d.e. R. ersticht B., ersticht C. 0) etzliche P. CO. p) v. fehlt C. q) 2. Ad. b. m. 45 pf. n., u. fehlt B. r) so wirdtt i. g., wie ehr were B., wirdtt i. g., das Ö. s) Kniepkau z. Woywoden g. B., w. zu Knypkaw. C. t) n. fehlt, d. b. balde h., umbl. d.s, m. B. u) hinauff C. vu. feblt B. w) deni.s.na.B,f.s.n.C. x) Etliche der P. b. d. b. ein g. w. B., etzliche ihnen C., y) so C, sie gebanneten A, feige batten B. z) Derhalben machten sie s. wieder aus B. a)b. 8. B.C. b) u. fehlt B. ce) v. d. sch. Gn.m. a. f.B. d) den B.C. e) der m. w. d.v., sie ihn aber vor- eugneten B., der fehlt, ..d.v.a.C. DD.m.d.P.u.1.B,md.v.db1.C. 1) Verwünschungen, vgl, Grimm, Wörterbuch 2, 1459, unter Drüse, 3. und 1462. ımter Drüsenbeule, 2) Kirchenfest am 17. December. 3) Dieser Komthur ist sonst unbekannt, 11°
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“fol. 414a. 164 Traet. XVI. Cap. IV. $ 1. Capitel IV. $ 1. Von“ einem neuen? homeister. Von den geschwornen comptores. Im jare 1450 im dritten sonntag im advent!) wart ein capitel auf Marienburg, und man solt erwelen ein newen homeister, sonnder die b. waren parteisch.?) Etliche erwelten den compter von Osterrode nach willen des verstorbenen homeisters, etliche den compter vom Elbing, b. Heinrich Reusz, her von Plaw, unnd diser sie darein fuertte, und erwelten zu eim 28. generall bruder Ludowioum - ° von Erlichhausen. Diser war compter auf der Mewa und des vorigen homeisters bruders son unnd er stalte sich zum ersten gut- willig dem lande in der meinung, und man im huldete. Darumb das gantze jar 1451°) er zoch umb unnd liesz sich huldigenn, *unnd sich auch verschwur gen den bischoffd, adel unnd den stetten, sie nit zue nottrecht zu bringen, sonnder sie bey iren rechten, privilegien, alt und new zu lassen. Unnd er von seiner nattur er hat es auch ge- halten, aber sein mitbruder® b. Heinrich Reusz, herr von Plaw, unnd die andern comptores, die im verschworen waren, in so hoch ver- mannten, er musste in vielen sachen thun, was sie woltenn. Er machte zum ersten im selbigen capitl!) zum grosscompter b. Hanns von Ronichyngen‘, zum marschalck b. Kylian von Gensdorf,’) zum trappier b. Wilhelm von Helffenstein, zum obristen spitler b. Heinrich Reuss, her von Plaw, zum tresler b. Ulrich vonn Eisenhoffer, zum rentmeister b. Johann von Benhausen; seine compans waren b. Helff- rote von Sewalden und b. Petrus Hewichtler.°) Disz war der herr, der kein knecht wolt leidenn, der Peter hiesz, dan er sprach, sollen zwen Petter auff einem schlosz sein, sob wurden von irer wunderlichen weyse umbkert, und niemandt kunth in auch daraus bringen. Unndt sie wegertenk aber ir vermugen und lantschafft und funden 55 stette, so hin unnd hin besatzt, schlosser 40, und ire vil ganntz übel ver- a) Von Ludovico II. dem 2#. hoemeister in Preussen C. b) fehlt B. c) Ang diesem Füll- zeichen ist in B. C. die Regentenzahl 2 oder II geworden. d) In A ıst fol. 418 vor di4 gebunden. e) seiner mnter bruder A. B. f} Romichingen B, Rommichingen C. g) HolfritB.C. b) es. i) Der Schluss dieses Paragraphen steht hinter $ 2. in B. k) nberschiugen B., bewogen abermals C. 1) Vielmehr am Tage Benedieti (21. Marz.) 2) Dagegen vgl. Voigt 8, 204. Anm. 5. 3) Vielmehr 1450. 4) Die nachfolgenden Angaben sind sämmtlich falsch. Die meisten Grossyebietiger waren und bleiben in ihrem Amte. Grunau nennt aber meistens die des vorigen Jloch- meisters Conrad x, E,, den er mit Stllschweigen übergeht, 5 Erdorf! 6) Hewicher!
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Tract, XVI, Cap. IV.8 3, 165 sorgeth, zwelfftausent zwehundert vnd sechtzig dorffer*, *freyb furwerck *fol. 414b. 1687, pfardorffer waren 6004, der annder, da nit priester bey wonnten, 834, unnd das volck, das da inne war, den creutzhern me feind dann geneiget im® glauben, so damit die Husseten nit uberhandt nomen, so auch nit die cristen, wan aller gottes diennst lag ganntz under. 8 2. Ordinacion®. Sobald die erwellung war gescheen, so ginngen zu hauffe die b. alle, den do noch dem vorterpnus der Preussen durstef, unnd es mit willen des homeisters satzten: er solt sich zum ersten lassen huldigen nach alter weise; zum andern, wollten die Preussen nit ubergeben die ritterbanck, man solt uber sie ein legatum ins landt darch den land- meister von Teutschen landen vom babste verschaffen; zum dritten, wolten sie dem nicht folgen, man solte sie vor den kayser laden; zum vierten, wollten sie vor dem kaiser nicht gesteen?, man solt ein krieg und verderbnus auf! sie anschlahen. Disz alles solte bei in ver- borgen sein bei verlust des lebenns, wie eim verretter angehort, niemandt solt es offenbaren den Preussen. Nach dem schwiegen die b. zu allen dingen stilik und tetten, wie in nichts *darumb were, *ol. 4iba. gingen dennoch! iren gesatzten artikeln nach. Daher es kam, das“ die Preussen ire rechte in etzlichen sachen" beschuldigten, sprechende, die creutziger, ihre heren°, weren wol zufride gewesenn unnd hetten nit angehaben, wen die Preussen in nit ein ursach gewesen zum kriege; sie hutteten? sich aber nit vor disem stillschweigen‘. 8. 3. Wie die b. etzliche artickel dichten zum verderbnus der Preussen in ewigkeyt'. Im selbigen beschliessen die vorgenante b. wegerten* die clage der Preussen vor dem legaten, vor dem kayser, unnd gaben den Preussen gahr® verloren nnd satzten auff sie artickel in rechtsweise, a) d. fehlt A., 12255 B. b) hoffe oder farwerk C. o) Im glauben waren sie also, das aller gottesdienst gar under lag, auf das d. H.n. u. n., a. woll auch die Christen B, d) ersten, von allen A. e)O. fehlt CO. Den besseren Text dieses Paragraphen giebt durchweg B. f) dorffte A. 8) danne nit A. b) und sie disen nit w. g. A. i) uber A. k) und os quam, wie man stile schwieg A. 1) w. und gleichwol i. g. a. n. gingen A. m) ausz welchen es quam, damit A. n) fehlt A. O, 0) die ©. hern w. A. p) hytten A, hutten O. gq) Hier folgt der Schluss des $ 1. in B. r) Vondem erdichten rechte der b. auf das v. die P. in ew. A. s) bewogen C. t) fehlt A, u) gantz A.
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166 Tract. XVI. Cap. IV. 8 3, und die solt man* vor ein recht auff die Preussen zum zeichen des ubel than vom babste confirmiern unnd bestettigen lassen®. Disz sein die artickel,!) die sie satzten, alsz inen die b. selber gewonnen gaben wider die Preussen: 1. Item die ganntze statmaur nach eim iglichen schlosse sollen sie niderlegenn und sollen nurb einer zweren Korlinschen dilen hoch pleiben, und die graben alle ausfillen. *fol. 415b. 2. Item alle thurme umb die stette solt man ablegen *bisz auf 654 ele hoch, unnd also alle gebeude nach erkantnus des homeisters unnd seins capitels. 3. Item alle heuser sol man in die grundt brechen, die dem schlosz zu nahen weren, davon sonderlich ein schlosz mochte beschossen® werden, ader gebleidet4. 4. Item den burgern, welche ire heuser wurden umb solcher sachen gebrechen, sol ein gantze gemeine gnugsamlich bezalen. 5. Item im ganntzen lannde solt das ein recht sein, damit niemandt solte erben, dann ins dritte glid. 6. Item nach abgannge der erben im dritten glid das schlosz solte nemen alle gutter unnd sie gebrauchen. 7. Item in einer igelichen stat soll ein rentmeister sein, unnd diser sol entpfalenn alles gelt von zinssen, bruchen, burgergelde, wie bisher ein rath es hat aufgehaben; von disem mag“ man in auch wider geben, was dem homeister gefelt unnd geliebet,. 8. Item zu Danntzke, Thorn, Culm, Elbing unnd Konusperg nach aussehung der b. die stette sollen reumen zu einem dhurm, Derselbe thurm sol zweintzig ziegel dick sein und 100 elen hoch, er *fol. 4168. 80l umbgraben *sein mit gemaurten seitten, der graben sol begriffen sein 30 eln unnd tieff 50 eln; von disem thurme soll ein zugbruck auf das schloss sein, auf disem thurme sol der rentmeister wonen. Disen bau sol die stat auszrichten. 9. Item die stette auch newe brucken, graben unnd weren dem schlosz zu gute von irem gelt sollen machen. 10. Item alle buchsen, grosz und clein, pulver, kaulen, harnisch, unnd alles gewehr, so wol in den heusern, alsz auf den thurmen unnd rathausz, sollen sie auf die schlosser geben. 11. Item zu ewigen zeitten durch das ganntze landt von stetten a) fehlt A. b) anch A. c) gewanet A. d) gebleyet B. 1) Sie sind in Grunau's Fassung zur Satire geworden, vgl. den Text in der Danz, Chron. v, Bunde, Sa. r. Pr. IV, 440 f. nach den Abschriften, die bei der Einnahme der Burgen Marienburg und Elbing gefunden sein sollten.
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Traet. XVI. Cap, IV. 8 3, 167 unnd dorffern unnd lenleuten soll man geben jar jerlich eine merck- liche zeisse dem orden nach aufsatzung des homeisters und der seinen, unnd darnach auch die jare sein werden, allem vorigen gelt von zinssen one schaden. 12. Itenı were es, wie ein stat ader einwonner des landes zu Preussen nit hat dorfft zinsen ader gelt geben, dise nu vorthan sollen ire farennde gutter schetzen und ire ligende grunde bey ruttenzal versohossen nach wille des homeisters, so* im noth antritt, und disz soll ewig sein und weren im lande. 13. *Item die suma aller schatzung unnd zeisen sol nit sein *fol. 416b. unnder dreymal hundert tausent marck, wen sovil sie haben zu hauffen gelogt, mit dem orden zu rechten den ungehorsam, in disem zu leib und gut zuegreiffen®, 14. Item man rechne, wie ann die statt von Dantzke hat einge- nomen den pfundtzol, unnd disen allen sie sollen widerkeren, nit an- gesehen, wie sie in haben angewant in der stat nutz. Die zeit der widerkerung soll in gesatzt werden vom homeister allen andern ge- bungen one schaden. 15. Item man solle zolld aufsetzen in allen stetten, dorffern, die da ligen auf den grentzen unnd anderstwa auch, alsz es dann nutzlich sein wiert, 16. Item alle privilegien und freiheiten auf essen sollen nichts sein unnd ganntz getodt, unnd fortme keine sollen gege- ben werden. 17. Item die Thorner sollen reimen dem orden alle ire weingerten, acker, ziegelscheine, wisen und alles, was inen verschriben und ver- satzt ist von ihren comptoribus. 18. Item b. Heinrich!) Benhauser, compter von Thorn, hat der stat vergunth, das® ir unflat *unnd kott der gassen durch den regen *fol. 417a. wurde® getriben durch den schloszgraben in die Weissel; das soll fort- mehr‘ nit sein, wen mit der zeit der grabe wurde vorfullet. 19. Item in den stetten soll man haben vor den orden grosse speicher, damit man darein schitte alles getreide, das die b. wurden kauffen in vier bestimpten marcktagen des wintters dem schlosse zugutte. 20. Item niemanndt sol im vorjar kaufmansguter vorschiffen unnd verschicken, es were dann, die b. ir getreide und war zuvor® verschickt hetten. a) unnd A. b) zu rechen den ungohorsam oder man soll in greifen z.1. u.g. B. c) fehlt A. C. d) fehlt A. ©) unnd — werden A. N) fehlt A. g) fehlt A- y Johann v, Benhusen 1441—1446 Comthur v. Thorn,
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*fol, 417b. *fo], 418a. 168 Traet. XVI Cap. V. 8 1. 21. Item so der orden ein krieg furte, ein igelicher handtwercker® in den stetten vor sich ein soldener sol halten jar unnd tag; mit den andern stundt es ins homeisters willen, 22. Item alle ubeltetter, und wie einer gebreche gen das stat-- recht, sollen vom hauszcompter gestrafft werden und eingesatzt und nit von der stat. 23. Item so ein b. unsers ordenns queme vor ein sitzenden rat, so soll der oberste burgermeister aufsteen und soll den b. setzen an seine stelle und also seine sachen vorbringen nach willen. 24. Item die stette so Janng haben genomen ein whergelt, das ist, so einer den halsz loset*; das gelt sie nymme sollen nemen, sonder es nemen die hauszcompter. 25. Item der orden soll fortme in seiner gewalt habenn, alle pfunde unnd® masz zusetzen unnd den bruderschaften newe rollen zu geben und die zu wandlen nach wilie. 26. Item die stette unnd der adel sol reumen alle dorffer und gutter, wie sie sein, mit welchen sie belehnet sein nach dem Tannen- bergischen streitte. 27. Item der homeister nach antragen des compters unnd ampt- bruder soli in alle stette den ratt unnd elterleut setzen, und sie niemer® sollen die whal habenn. 28. Item alle jar, so der homeister zu in queme, die burger- meister, ratmannen und geschworne der stette sollen barfusset? im uberantwurten alle schlussel zu den thoren, thurmen, rathausz unnd alles, was darinne verschlossen ist; denne mag der homeister die schlussel gebenn, wem er will. Capitel V. 81. Von den andern stucken, damit die b. meinten die Preussen zu stillen, alss mit dem legaten. Durch® bearbeitiung des landtmeisters in Teutschen lannden Niclaus V. der babist schickte Ludovicum den bischoff von Silvanas wie ein *legaten, die sachen zu verhoren und zu componieren zwischen dem lande unnd dem homeister zu Preussen. Die straffe des teyles, das da unrecht were, behielt er bey im alsz ein oberherr. Und diser a) hauenecker A. db) fehlt A. C. c) nemen A. nit mehr ©. d) mit barlussen füssen a. C. vo Im A. N) howmeisters A, 3) b. Bolnana A.
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Tract, XVI, Cap. V. $ 2, 169 legat quam in Preussen 1452 conversionis Pauli!) unnd auf Marien- werder; dahin?) auff dominicam Reminiscere er citirte den orden und die stette von Preussen, und sie quamen. Unnd da der legat antrug, wie vor bebstliche heiligkeit wer kommen in weise der elage, wie der orden ein unwillen het auf die lanndtschafft, und widerumb die lanndt- schafft auf den orden, darumb er ins lanndt geschickt were, sie zuvor- einigen, ob sie wolten von beyden teilen“, so beful er, der orden solt ansagen, was in gebrech auf die lanndtschafft von Preussen, unnd solten acht tage haben sich zu bedencken und zu artieuliern. Disz wart angenomen. Zu diser audiencia quamen der bischoff von Samlandt, Nicolaus Schlotterkoppf, Franciscus Khuschmaltz von Heilsberg und Casparus von Risenberg. Da wurden auch geleitet durch den legaten der verfluchtig adel von Preussen. Unnd der homeister verschuff durch Zamborium?) doctor unnd thumherr zum Colmensee, so zu sagenn®. $ 2. *Das sein die artickel und punct wider die Preussen in diser clag. Erwirdigster in gott vatter, ein wirdiger ordenn Teutsches hauses, sprach Zanborinus®, durch mich tutt anclagen die ungetrewe lanndtschafft von Preussen vor euch, alsz vor der personn, die da be- deut unnsern heiligstenn vatter den babst in disenn stucken: 1. Sie alle ingemein und eintrechtig undannckbar sein eim wir- digen ordenn, durch des blut unnd leben sie von dem finsternus unnd den gewalt des unglaubenns sein erlost worden und? zu cristlicher freyheitte sein gesatzt worden. 2. In welcher unseligen eintracht sie eim wirdigen orden steur, zeisz, hilff, auff seine feind zu ziehenn, versagt habenn und es gleich wie mit gewalt widerraten. 3. Die Preussen ausz einem verretterlichen hertzen an den konig von Polen getragen haben, unnd er ir .beschutzherr sein wolte, sie a) teilen fehlt A. b) Dieser Satz steht inA. undC. vor dem vorhergehenden. c) Samborius B., Zamborins C. d) Der Schluss dea Satzes fehlt C. co) sicherheit A. 1) Der Leyat, Bischof von Silves, kam im November 1450 nach Marienburg und reiste im Januar des folgenden Jahres ab. Voigt, 8, 221 und 232. 2) Die Taafahrt fand im December 1450 zu Elbing statt, Ueber die Verhand- lungen vgl, Ss, r, Pr. IV, 87. Anm, Voiyt $, 224 N. 3) Sumborius und seine Artikel sind unhistorisch. *fo], 418b.
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*fol. 419a. *fol. 419b, 170 Tract. XVI. Cap. V.8 3, vor ubriger gewalt der b. zu beschirmen, unnd sprachen, die Polen sein hern des erdttbodens* zu Preussen, damit die b. belent sein. 4. Auss welchen vorretterlichen hertzen sie den* b. habenn geben ein schenntlichen namen, alsz creutziger der menntschen. 5. Item man see iren uncristlichen bundt an, zu welchem, in zuzulassen, sie habenn gedrungen ausz alter weiss den einfeltigen homeister Paul Rusdorff, und so doch ein general in nit macht hat, an sein capitel zu bestetten. Und so sie iren bundt nit mit rechte mogen verantwurten, sie in mit gewalt wollen vertretten, unnd darumb die Preussische landtschaft sich hat verschworen, umb des willens not zu leiden, ehe in dan zu ubergeben. 6. Item auff heutigen tag vil bey dem konige von Polen sint des adels, die in anhaltenn ausz versicherung der stette, unnd er mit eim wirdigen orden ein krieg anfıenge, in welchem die stet sich zu im woltenn ergeben. 7. Sich die lanndtschafft von Preussen beclagt, wie in ein wyT- diger orden ire privilegien brach. Nu was sol man in halten, so alle ire privilegia dem wirdigen orden zu eigen verfallen® sein, und zu einer vercleinung seiner heiligkeit, welche privilegia etliche mit lugen, etliche auszgedrungen, etliche mit gelt erlanngt haben. 8. Was solt ich entlich von diser landtschafft* sagenn? Damit sie irem neyd gnug thun, sie es zum synne® wolten bringen, und kirchen wurden gebrochen, die heiligen saorament geschmecht, und Cristus in seinen glidmassen noch ein mal verkauft. Disz stet zu be- wehrend, so sie der Polen begern, die ein solchs in Preussen haben gethann. Dise worte wurden ins ordens telle gegroszmechtiget® wie gottes wort, unnd man gab den Preussen ein zeit, alsz drey tag, sich zu bedenncken. $ 3. Wie sich die Preussen in disen stucken tetten verantwurten. Den Preussen gienng diese anclagen nof unnd sich berieten und es eins wurden, vernunft® vor unvernunft zugeben, es queme daraus, was es wolte. Darumb sie erkoren einen magistrum, Lorentz Kirsenert genannt, ein burger vom Elbing, unnd diser solt ir wort fieren, unnd er es gernne annam und rette, wie im umbs hertz war. a) ertbundts A., landes C. b) zu vorfang sein B., z. eynem unfahl 8.0. co) dahin brengen B. d) bevern A, e) grossgeachtet CO. f) nahe B. C. g) unvernunft A, h) Korschner B., Kurschner C.
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Traet, XVI. Cap. V.8 8. 171 Erwirdigster in gott vatter, wir arme leut des landes zu Preussen vor euch in stat unnsers allerheiligsten vatters, des babstes, geben ein solch antwurt!) auf igelichen angetragnen artickell. 1. *Zum ersten. Ungetrewe menner gottes, ires ordenns unnd der *fol. 420a. mentschen zeichen uns ungetrewigkeit®. 2. Dasz wir undannckbar sein, ist me wenn nit war, so wir in unsern gehorsam halten nach unnsern privilegien. 3. Dasz sie und die iren® unns hetten mit irem blut gebracht zu oristlicher freiheit, ist nit. Wir es mogen bezeugenn, wie die unsern gute cristen ausz Teutschen lannden in Preussen sein komen umb Marien willen unnd den b., die da ire stattuten hielten, hilff unnd rat gaben, das lanndt zu bekrefftigen, unnd in ein solcher freiheitt zeichen® wir besitzen burgerrecht unnd lengutter haben. Ist es aber war, und sie jemanndt vom irthumb erloset habenn, so mogen es die sein, die itzunt durch der b. recht nit mogen burger sein, noch burger- recht erlanngen, als da sein die gepaurn auf den undeutschen dorffern, den sie vil verschriben habenn unnd ir tag nichts gehalten. Von welchen sie auch vor zeitten umb ires leugnen und ungerechtigkeit willen vertriben sein, und darumb die b., diselbigen wider zubestreitten unnd sie in iren gehorsam zu bringen®, und nit umb des glaubens willen ir blut haben mussen vergiessen. 4. *Wir alle die zeit, dieweil sy mit den unglaubigen streitten, *fol. 420b. haben hilff unnd steur gethann mit leib unnd gut, wie auch ire register auszweisen, und auch auff cristenf, in welchen wir mit in es haben must durch den mordt bezalenn, sintdem wir es® widerrotten unnd begert, streitte me ausz neide den ausz rechte von inb gestifftet nit me zu fueren. 5. Der ist selber ein verretter, der uns weret unnser recht, in welchem wir findenn, wie man mag gewalt mit gewalth vertreiben. Von dem rechte, das die Polen uber Preussen haben, lassen wir sie vor sorgen. 6. Man gestelle den, welcher in den namen hat gegeben, unnd er soll leiden, wie ein solcher; mag man es aber nit gethun, der bleib so lanng ein verretter, bisz da abege die ursach, das man die b. creutziger der mentschen heiszt. 7. In verganngen jaren des scisma der Ronmischen kirchenn man uns hat gelert, unnd der babst me were, dan das concilium. Also 8) ungetrew in ewigkeit A. b) D. =. u. h. d. i.m. A. Das uns die ihrigen B. e) tzechen A. d) wie A e) z. br. fehlt A. f) Cristino A. g) wie es fohlt A. h) v. i. setzt A. zu Endo des Satzes. 1) Die Stände gaben dem Leyaten keine Antwort.
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*fo]. 421a. *fol, 421b. 172 Traet. XVI. Cap. V. $ 3. wir auch halten, unnd der homeister nit ein simpil, sonnder ein gantz vernunfftiger man, hat* weiszlich rechtlich erlobet, ein bundt zumachen, *der auch allein ist uber gewalt zuverhindern, unnd disen auch bestet hat der Romische kayser. Das wir unns hohesz dings vermessen, umb den bundt zue leiden, ist so, wann die b. sein itzundt so geschickt, das sie alle ire rede und zusagen widerkomen, unnd nichts steth zu glauben. 8. Von? dem wirdigen adel, der bey dem konige von Polen ist, wissen wir umb iren hanndel nichts, was uns angeet, ist erticht ding, unnd uns geben die wortte ursach, weitter zugedenncken, was unns die zeit lernen mochte. 9. Der Preussen privilegia seint nit, wie der lestrer sagt, mit lugen, auch nit ausz drucken, auch nit mit gelde auszgekauft, sonnder mit unser vorfaren blutt erlanngt, wen er sol wissen, ein annder ge- stalt hat es, umb redlichkeit° willen einer ganntzen gemein ein gnad mitzuteilen, unnd ein ander gestalt hat es, bullen der doctorey und thumerey mith lugenn und gelt zu erlanngen, welchs gelerten unnd fromen mennern ein vorfall ist. 10, Unnd wir nie darnach gestanden haben, damit wir krieg stifften, so er auch selber sagt, wir haben krieg den b. widerratten. *Ist aber ein solchs ehe geschehen, disz die hoffart der b. hat zum gnugthun des neydes erdacht, unnd wir in dem unschuldig sein. Unnd weiter wir dancken dem andern anzeigen, wie wir unns vor ungerechtig- keit mogen schutzenn, welchs wir vor nit zuhertzen haben genomen in unnsern notten. 11. So nimpt unns wunder, von wannen disz kompt. Alle zeit in unser zwelefitigheit mit den b., so wirt vor ein legaten begert habenn, sie unns ein solches wie ein mechtiges laster gewidert habenn bey unnserm halse, und itzundt sie uber unns ein legaten fieren. Wir gernne die sache mochten wissen. Auff dis der legat in liesz sagen, sie solten morgen komen, er wolt es in sagen; und giengen also von einannder. 8 4. Von der verclerung aller sachen vom legaten auff der Preussen fragenn. Alsz die Preussen nu dominica Letare vor den legaten vorguamen, unnd er ınit den vorigen herrn sasz in seiner audiencia, da hub er an unnd sprach durch seinen tolmetschen also. a) man, in hat A. b) Nr. 8. hinter Nr. 9. in B. c) verterlichkeyt A, d) wir fehlt A.
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Tract, XVI, Cap. V.8 4. 173 Ir lieben Preussen*, alsz einwonner des lanndes®, wir haben ge- *fol. 4222. wegert® eur antwert, das ir gebenn hapt auff antragen eins wirdigen ordenns, unnd wir es nit schenden, auch nit Iuben, wen wir erkennen, und ein man mit ungerucktem hertzen in seinen antwurten sol sein, zu horenn auf ein ander zeit, so er basz bedachter ist, und ein solches ich zu bebstlicher heiligkeit setze. Im letsten ir hapt gefragt unnd euch verwundert, wie eur hern, die b., ein legaten uber euch fieren, so sie doch ein solchen all ir tag in eurn sachen vernichtet haben. Wist, durch antragen des wirdigen lantmeisters im reiche ist bebstliche heiligkeit bewegt geworden, damit von eurm ungehorsam itzunt das nit geschehe und zu kriege queme, wie etwan geschehenn ist, da die, Polen gar unehrlich gen kirchen unnd die sacramennt gehandelt haben. Darumbe all eur sachen mit den b. und mit euch steen auff weitter erfarung zu bebstlicher heiligkeit, sonder in craft cristlicher kirche und ires gehorsams ausz irem gelubnus, bey dem schweren banne unnd bey dem schentlichen namen der ketzerey ich euch zubreche eurn bundt unnd ritterbanek unnd sie zerbreche, verthume und ver- male*deye. Unnd so ir mit dem wenigsten demselbigen crafit geben *fol, 422». wert, ir im banne sein solt, unnd so ir mit frevel wider den bann in eurm bunde thun wert, ir vor ketzer solt gescholten werden. Den ein solcher bundt mochte mit got und mit rechte ny zugelassen werden. Und da beful der legat den bischoffen, unnd sie solten exequieren, senten- tiam excommvnicationis® uber die Preussen, unnd liesz da lesenn seine bullen unnd commissiones in diser sachen. Sich an. Als‘ die Preussen disen ernst horien, sie fragten den le- gatten, ausz welcher ursache ire verbindung so ganntz wurde verthumett, sinttdeme doch der homeister mit vielen b. in zugelassen hette, unnd auch , viele b. mitgesiegelt hetten, wiewol der brieff nit vor das lanndt komen were, und der kayser in bestet hette, unnd auch der itzige herre homeister in dem lannde im gebrauch zulassen zugesagt hette, alsz sie im haben gehuldiget, die im launde wonen. Der legat sich ein wenig bedacht, er in antwurt: in geistlichen sachen, die einer im namen einer gemeine hann- delt, so mag ein solcher nichts verwillen, das zu vorfal* ader wider *fol. 423. das recht der gemeine ist, und so® es geschee, der nachfolgende re- gierer mit willen seiner underthann mag widerrueffen. Der homeister, der es mit etlichen seinen b. verwillet hat, damit ir mocht gehen‘ in ein verbintbnus, es hat gethann ausz einer zufelligen ursach unnd nott unnd also plitzlich one reiffen rath unnd wolbedenncken seines capitels euch disz vergonnt hat, unnd darumb die heuttigen regierer es alles a) a.e.d. 1. fehlt B. b) bewogen C. c) 8. e. fehlt A. B. d) als fehlt A. CO. 'e)ao fehlt A. f; damit er mocht gieng A.
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*fol, 423b, *fol. 4248, 174 Tract XVI, Cap. V.8 4. widerrueflen, das in solcher weise euch ist zugelassen. Der kayser seine bestettigung und zulassung selber mag auslegen. Von der zusage des itzigen homeisters in der huldunge ist dise antwurt: habt ir sie in schrifften mit den gezeugen, die gewonlich sein im orden zu haltenn, welche ein consens bedeuten eines ganntzen capitels, man sal* sie euch halten; habt ir sie aber nit, seine zusage ist seinen rechten one schaden, wann er hat es zu der zeit nit besser gewust. Und damit ich mege unnserm hernd weisen eurn gehorsam, ich fordere von euch ein ant- wurt in instruments weisse, ob ir wolt halten vorigen gehorsam den b., unnd wolt verreisen eurn bundt, was zuthunde unnd was zulassen®. Hertt wider hert. *Die Preussen sich berietten und namen ein puplicum notarium@ unnd testes und sprachen also: Wir sennde- botten der armen gemein, die rechtlosz erfunden wiert im lanndt zu Preussen, euch legaten nach beger geben ein solch antwurtt:!) den b. gehorsam zu sein, wie die fromen, so sie unns unser rechte und privi- legien werden halten. Unnsern bundt, den verkysen® wir nit, wann er ist gott zu lob gemacht und zu eim beschutz armer leuth, die mit ge- walt und unrecht geengstiget werden, das danne von got unnd allen mentschlichen rechten zugelassen wirt. In eim solchen, wir euch bezeugen, wir den bann nit ansehen, wen wir die betriegligheit der geistlichen nit gewust haben, sintdem, was vor sie ist, ir regierer ohnes des capitels bewust und willen mag aufnemen unnd, was wider iren mutwillen, er nit mag zulassen. Und so denne betriglicheit niemant soll zu fromen kommen, iren auszgelognen ban wir nit achten unnd dabey nit ketzer, sonder gute ceristen wollen sein. Und in der summa geret: von eim babste, in unwarheit underweist, wir appelliern auff ein *habst, mit warheit zu underweysenn. Von dem aufsagen der worte des itzigen homeisters wir protestiern, und er beweise auch mit brieffen unnd sigils unnser zusagens; so er unns nit wil halten seine zusag, so gedencken wir im auch nit zu halten unnser zusage. Nit besser wir es itzunt wissen zu diser zeit. Unnd schiden also von ein- annder. Unnd die Preussen funden den homeister auf dem Stumb und sie in liessen fragen, ob die wortte des legaten auch seine meinung were. Er liesz in antwurten: ein wort, ein wort; es solt so pleiben. Von stunden an das lanndt wart geschlossen, damit; niemandt mochte auszkomen ohn der b. willen. a) sal fehlt A. b) bobstliche heiligkeit B, ce) was ihr hieran thun oder lassen wollt B. d) notarium fehlt A. e) nbergeben B. f£) Item ein solches C. g) ausz A. 1) Die auf der zweiten Tagfahrt durch Hans von Baisen gegebene Antwort. Vgl. Voigt 8, 229—230.
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Tract. XVL Cap. VL. 8 1. 175 Capitel VL &$ 1. Von dem dritten stuck, damit die creutziger in Preussen ir underthan wolten bezwingen zue irem willen. Sobald der legat wegkquam, der homeister verschaffte einen ladebrief uber die Preussen vor Fridericum den II., kayser, dem orden in seinen sachen anttwurt zugeben unnd gerecht zuwerden, unnd der tag dises gerichtes solt sein uf den tag der heiligen zwelff tausennt jungkfrawen im jar 1452.) Dise* citacion exequierte her *fol. 424b, Niclos Rotenstein*, ritter des Colmischen landes, unnd die stette, zu welchen er quam, tetten im ehre unnd beweiseten gutten willen unnd sich schickten zum zog. Der homeister schickte?) zum kayser, uber die Preussen zu clagen, den voigt von Schonenseet, b. Wilhelm Sawr, und den voigt von Rasteberg‘, b. Conradum von Hartbachyn® mit 20 Pferden. Die Preussen schiekten Augustin von der Schebe ritter, Rempschill von Krüxen bannierfierer, Tidman(!) von Wege, burgermeister von Thorn, unnd Andres Brunaw, burgermeister in der Altenstat Konsberg. Alsz nu die botten alle bey dem kayser waren, die b. auff bestimpten tag vor- traten unnd in eigner person verzaltenn alles, was sie auf die Preussen wusten, unnd begerten vom kayser® einen entlichen sententz. Den Preussen wart vergonnt zu antwurten, und vor allen dingen sie begerten von den b., ob sie auch volle macht hetten vom herrn homeister, da- mit, was da geclaget wurde, solte geclagt sein, unnd was da wurde verantwurt, das solte verantwurt sein, unnd was da wurde aufgenomen und verliebet, *zugegeben unnd geurtelt solte? sein zu ewigen zeitten. Auff *fol. 4253. disz die b. sprachen: neyn. Da sprachen die Preussen: sintdemmal man® neyn spricht, begeren wir von kais. maj. ein spruch, ob wir schuldig sein, auf ir anregen antwurt zugeben. Und der kayser sprach neyn, das im die Preussen dannekten. Der kayser durch treibung des maisters ausz Teutschen lannden ‚satzte dem homeister von Preussen unnd seinen underthann ein anndern tagk, als auff Johannis baptiste nechst zukomende 1453, unnd mit sich zu bringen volle macht von beden theilenn. &) Rotenheim B. Rotenhein C. b) Schonegk A. c) Risenborg A. d) Harttlebachin C. e) keiserlicher majestat B. C. f) solteffehlt A. g) man fehlt A. 1) Nach der Danziger Chronik Ss. r. Pr. IV, 428. wurden an diesem Tage die unten erwähnten Gesandtschaften abgefertigt. 2) Die Ordensgesandten waren Georg von Eylofstein, Voigt zur Leipe, und Wolf Sauer, Pfleger zu Rastendburg. Vgl. die Irrthümer der Danziger Chronik I. c.
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176 Tract. XVI. Cap. VI, 8 2. Die Preussen hetten nu gehort, was die clag der b. uber sie war. Sy® mietten in ein causidieum, Martinum Mor!) genant, unnd liessen im des ordens artickel und ire artickel unnd zogen so heim. $ 2. Wie sie von beden teilen mit voller macht ires anhanngs zum kayser zogen. Nach ostern im jar 1453 der homeister schickte ausz zum kay- ser vor sich und seinen orden Frantziscum Khuschmaltz, den bischoff von Heilsberg, und b. Heinricum Reuss, herr von Plaw, compter zum *fol. 425b, Elbingk, mit ehrlicher® manschafft*, unnd sie zogen durch Voigtlandt in Österreich. ‚Von den Preussen wart geschickt herr Gabriel von Baysen ritter, herr Johann vom Thor‘) ritter, herr Rempschell von Krixen bannierfierer, dise waren von wegen des Adels; so waren von wegen der stetee Haus Metzkau burgermeister vom Culmen, Tidman(!) vom Wege, burgermeister von Thorn, Wilhelm Jordan, burgermeister?) von Danntzke. Dise zogen durch Polen, durch die Schlesie, und quamen durch Olmutz gehn Brunne, unnd alsz sie von dannen wolten nach Wien in Österreich ziehen zum kayser, sie wurden angesprenngt, unnd der burgermeister®) von Danntzke in den tot verwunth, die andern alle ge- fangen, auszgenomen her Rempschell,*) der entrannte und quam zum kayser. Die gefanugne man furte auf das schlosz Miltitzsch unnd man nam in, was sie hetten, unnd sie waren gefanngen bisz in den tag Simonis und Jude,’) in welchem tag Wladislaw, der konig von Ungarn, zu eim konig in Behmen gekronth wart. Konig Lessel sie frey gab durch vorbit des konigs von Polen, zu welchem gar getreulich halff Girsig von Boydebrot, Bemischer hauptmann, unnd sie zogen nach *fol. 4262. Wien durch beleidung des hern konig Ladislai.* Niemandt kunth jhe® erfaren, warumb sie weren gefangen; allein® die ursach, dasz? sie nit kunthen gesteen am angesetzten® rechtstage. Sobald die b. quamen a) sy meinten in ein considieam mortunm mer A. b) etlicher A.B. ) v.w.d.e. fehlt A.B. d) die A. e) dann A.C. N unnd A. g) fehlt A. 1) Martin Mayer, 2) Von der Taur— Turowo. 3) Rathmann, 4) Vielmehr G. von Baisen, s. Ss. r. Pr. IV, 99, Doch war auch Remschell frei, s. a. a, O. 429, 5) Dies alles nıch der Danziger Chronik Ss. r. Pr. IV, 429,
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Traet. XVL Cap. VI. $ 3. 177 gehn Neustat zum kayser, sie mietten in ein causidieum, genant Petrus Knorr, und diser trat vor und furte die elag uber die ungehorsamen Preussen unnd der wortte vil. Da diser Petrus das seine gereth hette, man fragt, ob die Preussen da weren. Es wart gesagt, wie einer entrannt were, da man die andern in Merhern gefangen het. So bat der Preussen causidicus Martinus und her Rempschel, Kais. maj. en gebe erstreckung der zeit, ob man sie mochte erlesen. Disz wolten die b. nit angeen; idoch der kayser in gab zwelff wochen unnd sechs tag.") Die zeit sich erlieff, und die Preussen waren noch nit losz; so gab der kayser weiter zeit bisz auff sanst Martinstag, wiewol die b. hochlich darwider waren. 8 3. Von der clage und antwurt der sachen zwischenn dem Teutschen orden unnd der lanndtschafft von Preussen. Alsz nu die gefanngne sendtbotten der Preussen auf Simonis et Jude erloset waren, Martini(!) sie quamen zu herr* Rempschellvon Krixen, *fol. 426h. der ire brieff der vollmacht hette, unnd darumb am monntag nach Martini?) sich stelleten, wie sie geladen waren. So hub an Petrus Knorr und sprach: allererlauchster her kayser, ein erwirdiger orden Teutsches hauses durch mich thut anclagen, wie die Preussen, ir underthann, einen bundt gemacht haben under sich wider die herligkeit des gedachten ordens, in welchem der unterthann soll richten seinen herm; unnd disz wider got unnd alle recht ist, ist me dann offentlich. Item unnd sie sich haben verschworen, leib und gut zu verliesen, ehe unnd dan sie ein solchen bundt wolten reumen. Unnd disz war ist, ich bewere, wan sie den bann des heiligen vatters des babsts, in durch seinen legaten angesagt, trutzmutlich verachtet haben und verschmehet, wie denne stet zu bezeugen, wie es im recht erkannt. Und sint dem mal die Preussen eine versamlung gehalten haben, in welcher sie ein bundt versigelt haben, so haben sie gethann wider das gesetz Caroli IV., der solches* bey verlust des schildes dem adel, unnd boy verlust der pri- vilegien der stette und sechs mal hundert tausent* gulden Reinisch ver- *fol. 427a. botten hat. Auf ein solchs begert der obengenant orden ein sententz. Martinus Morr?) sagte. Martinus Morr nach seinem ur- a) solches fehlt A. C. 1) Worte der Danziger Chronik a. a, O0. 2) Irrtkhum der Danziger Chronik s. die Anm. a. a, 0. 3) Rede und Widerrede der Procuratoren P. Knorr und M, Mayer sind in mehreren Ahschriften noch vorhanden. 12 S. Grunau II.
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*fol. 427b, *fol. 4288, 178 Tract. XVL Cap. VI. 3% 3. laubnemen* vorgienng und autwurt also: irlauchter kayser, und die Preussen eine versamlung gehalten habenn und ein bundt under in gemacht und versigelt haben, ist alles war; und sie ein solchs mochten thun, ist in, wie in anndern lannden, ein recht gewesenn, und die landt- schafften zu hauffe komen unnd ein gemeinen nutz wegern, und was da wandelbar ist, ein ratschlag finden», wie ein solchs zusteurenn. In solchem gemeinem unnd cristlichem erloben, rechten unnd gewonheit, auf eine stelle, von alters in von® dem orden benuhmet und bestimet, zu eim solchen sein sie! zue hauffe gekomen, unnd mit disem sie nit sein gefallen in die peen Caroli IV, wie dann die bulle auszweiset, Ursach des bundts. Und sie ein bundt gemacht haben unnd in zu halten versigelt und verschworen haben, ist auch war, nit wider die personen des ordens, sonnder wider ir laster, unnd disz° mit urlaub des herrn *homeisters unnd verwilligung kais. maj. umb diser handlung willen. Und ein solcher? bundt ist not gewesen zu machen, thut ein arme landtschafft von Preussen durch mich kais. maj. vor- zellen in weise der clage uber ire herrn, die b. Tentsches hauses, also!). 1. Von anbeginn, alsz ein wirdiger orden Teutsches hauses ins lanndt zu Preussen ist gesatzt worden, er hat gefunden ein teil un- gleubige und in gantzer gemein unteutsche einwouner. Dise alsz sie mit der zeit von ubriger gewaltubunge unnd brechunge der zusagen der Romischen kirchen, denselbigen Preussen gethann, bedruckt wurdens, die b. von in wurden vertriben. Das ire wider zuerlanngen und den Treus- sen widerstanndt zuthun, sie vermochten herrn unnd fursten und ge- meine der stette in Teutschen lannden, und sie haben vergont iren underthanen des adels, der burger unnd der baursleut*, wolt jemanndt umb Marien willen, auszzubreiten den glauben Jhesu unnd! die b. Teutsches ordenns zu befestigen, der mochte ins new landt zu Preussen ziehen im namen gottes, wen die b. sich verschriben hetten, solche zuhalten* im rechte unnd freyheiten Teutscher nacion. Dise quamen, und der vil unnd auch in vielen lanngen jarn einzogen unnd den b. hulffen zu irem lehen, und stette mit ir eygenem! gute bauweten unnd die vorsorgten den b. zu gutte wider ire feinde, von welchen in kriegs weise sie haben noth, und etliche verderbuus gelitten. Umb welcher getrauigkeit willen” die b. in haben privilegien gegeben unnd sie mit freiheit begnadet unnd in in die 300 jare gehalten haben. a) zulass zu reden B. b) zu rathschlagen C. finden fehlt A. co) von fehlt A. d) sie fehlt A. e)dio A.B. CO. f) hinter „solchs* freier Raum A. g) bedr. W. fehlt A.C. h)d. a. — baurs- leut fehlt B. i) unnd d. b. — der fehlt ©. k) lande B. 1) in einnamen A. m) U. w.g. w. fehlt A. 1) Die wirklich vorgehrachten Artikel finden sich in der Relation der Bundes- gesandten Ss. r. Pr. IV, 471.
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Tract. XVI. Cap. VE 8 3, 179 Dise privilegien die itzige b. und ir vorfarn vom jar 1412 merglich ausz geitzigkeit, aus zwitracht under sich unnd ausz unfletigem ubermuth haben gebrochen, unnd wolt brechen des landes freiheiten unnd privi- legien, zusage, unnd cristliche gewonnheit, durch ir blut unnd gut umb iren orden verdient. Umb disz die lantschafft hat sich erclaget vor irem homeister. Es wenig hat geholffen. 2. Wan die b. keinen gehorsam zu dem homeister hieltenn. Ge- schach einem armen landtman von eim bruder was, und er es dem ho- meister celagte, und der homeister im brief zum b. gab, wart der arm man vit gefengelich eingesetzt, er wart ja umb ein mergelich gelt, wie *ein verretter, verburget und must noch ein eydt schweren*, es *fol. 428b. dem homeister nit zusagen, unnd so es ja vor den homeister quam, im gefengknus must ein solch arm man sterben. 3. Item man der lantschafft nit: vergonnte die appellationes zum hern homeister unnd seinem capitel. Ein itzlicher compter sprach: ich bin dein homeister unnd dein capitel. 4. Item die rechte, in von alters gegeben®, als das Maidenburgische, das Lubische, war nichts, wann ein igelicher compter richte die sach, wie er wolte, damit er auch gelt erlanngte, es war im rechte des armen manns geschriben, wie es wolte. 5. Item sie armen leuten umb worte willen, also das etliche ge- sagt: hetten: die profeceye s. Brigiten ist war, und die b-, die unnser herren sein, die ersten durch grossen gottesdiennst und rechtpflegung sein mechtige herren worden, die itzige aber durch grosser arbeit sie sich befleissen, unnd sie zu knechten mogen werden, — umb solcher wortte willen ire ligennde grunde und alles, was sie gehapt haben, in nahmen. 6. Item die menner umb irer frawen *willen, etliche ertrannckt, *fol 429. etliche erschlagen, etliche vorjast, unnd vil im gefengnus verhungert sein worden; die frawen, die tochter sie gebraucht habenn mit gewalt zum unflat wider gott unnd ire profession. , 7. Item ein schedliche muntze sie geschlagen haben, ausz welcher all ding im lande noch so theuer ist worden, dann es vor war im lannde. 8. Item sie haben manigfaltige schatzung, zceise und ander gelt- gebung erdacht unnd aufgesatzt, das es auch unmoglich ist auszu- ziehenn®, unnd doch von allem gelde selbst nichts haben, wen sie es alles aus dem lannde verschickten. 9, Item erschreckliche krieg sie furtten aus cleiner ursach wider eristenblut, in welchem sie die Preussen wie auf .ein schanntz setzten, das auch auf eynen tag 20000 erschlagen wurden. a) eydt sch. fehlt A. b) g. fehlt A. C. c) anszustehen B.
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*fol. 4296. *tol. 4308. 180 Traet. XVT. Cap. VL 8 3, 10. Item umb weniger wortte willen, die eim guten manne befolen waren von einer gemeine, sie ein solchen todten, oder ja den halsz must losen.® 11. Item si offentliche strassendiebe, morder, verretter auff die stete verhalten unnd solche, begriffen auf warhafftiger und *williger be- kanntnus, sie mit gewalt freyen unnd gelt von in nemen® unnd losz- lassen. 12. Item ist eim kauffman das seine genomen, der rober hat es mit dem amptman geteilt, es ist dabey gepliben. 13. Item so die Preussen in iren zweifelhafftigen sachen sich vor bebstliche heiligkeit oder vor kayserliche majestat beruffen haben, ire sachen zu erkennen, ist! ein solches bey dem halse in verbotten. 14. Item sie den gemachten ewigen fride mit den Polen gebrochen hettenn, umb welches willen in der niderlage von gemeinem hanndel und kauffmanschaft verboten waı®. 15. Item sie verhielten untichtigef menner, den hanndtwerkern zu vorfal, wider Teutsche monierung. Von solehen unnd vielen andern stucken me die Preussen in irer lanndtschaft sich vor dem homeister Paulo beclagten unnd hulff unnd beschutzung vor solcher ungerechtigheit, gewalt unnd unflat begerten. So vermochte sie der vorgenannte homeister nit annderst zu trosten, dann er liesz sy zu einander ziehen und ratschlagen, wie sy eim *solchen mochten vorkomen. Unnd die landtschafft es tetten unnd haben gefun- den eine weise. Dise sie irem homeister vorlegten, unnd er sie becrefftiget hat, unnd kais. maj. auch befestiget, wie ein billichs unnd ein eristlichs. Nach disem viele b. in disem ein unwillene hetten unnd viele ubrige worte furten. Die Preusche landtschafft auf zugelasznen tag zu ein ander quament, sint dem mal ir homeister unnd kais. maj. es in bestett hetten, sie wolten den todt leiden, ehe dann den bundt! ubergeben. Und ein solcher bundt nit ist wider ire herligkeit, die im orden sein oder* in regieren, wirt bewert, dan sie vor allen dingen dem homeister unnd seim orden gehorsam, beistannd geleisten! nach allem vermogen, (das doch nie me vom herrn begert ward van den seinen”) so man sie wurde lassen bey iren alten unnd newen freiheitenn, durch ir blut verdiennt, unnd wie denne laut der brief; da- rumb nit wider herligheit des ordens, sonnder wider die ubermuth a) nemen A. C. b) auch geldttstraf dazu den stedten auferlegen B. c) ist fehlt A. d) ist fehlt A. e) umb w. w. der gemeine handel und kauffenschatz mit den Polen verboten ist B. u. w. w. ihn niederlage ihrer gemeynen handel und kauffmanschaft verbotten war C. f) tichtige A. g) ein vorwillet A. h) sich beredten, schiebt B. ein. i) d. b. fehlt A. denselben C. k) die gut ordische oder A.) geloben B. C. m) so dach nie ein herr mehr hegeret hatt v.d. e. B.
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Tract. XVI. Cap. VL. $ 3, 181 unnd unflat der personen des ordens wirt erkannt; wenn ein igelich laster wider zu steen, ist gotlich und bewertes rechtes. *Iteom unnd sie sich haben verschworenn, uber dem bundt zu- *fol. 430%. halten mit gewalt, ist nit wie freventlich gethann, sonder sie mercken, wie gewalt mit gewalt ane schaden des grundes stet zu verbieten, unnd sie wissen, wie ire herren, die b., nach worte, nach schriffte halten®; derhalben® mit dem eide sie sich uber ir wolgewonnen privilegien verpflichtet habenn. Item sie den bann des heiligen vatters des babsts nit zu hertzen haben genommen, nit wie ketzerisch, sonnder wie cristlich ist gehanndelt, wann ein bann auff ein lanndt zulegen, unverhort der beder part, ist nit im geistlichen rechten fundirt. Der heilige vatter, der babst, underricht von den b., gab eine bulle des bannes uber die Preussen, die nit haben kunth komen zu antwurt. Über das solch® appellieren, alsz die Preussen gethann haben, denn Juden? auch vergonnt wirdt. Die Preussen in der nit-zu-hertzen-nemung des bannes nit zu verachten® sein, bis unnd so- lanng man in gebe antwurtt uber billichen bann in irer ungehorten sachenn. Sint dem mal Carolus der IV, satzt mit underscheidenheit alsz frevler unnd* fridebrecher, wider die verursachtenn unnd zugelasznen, so *fol. 431a. sein die Preussen in seine straff und peen nit gefallen. Auff solch antwurt unnd angetragene® laster. von mennern, des namens und stanndts geistlich, begert durch mich die geengstigte lanndt- schafft von Preussen ein sentenutz. Unnd Martinus also schweig. Petter Knorr wart gewincket, auf disz antwurt zugeben, unnd darımb er sprach also, obt in allen vorgebrachten stucken von Martino vor die Preussen, wie recht ist, solt bewert werden. Ueber disz der kayser liesz sagen: ja. Darumb tratten vor die lanndtschafften von Preussen mit Martino unnd haben aufgelegt brief unnd instrumenta aller vorzelter stucke unnd sie bewert, welche alle da wurden gelesen unnd wol gebrufet und besehen, unnd man ruffte aus, Martinus hett seine wort vor die Preussen beweıtt; wuste Petrus darwider, er mocht reden. Petrus sprach: ein solehen bundt hat nit macht gehapt der homeister zu erloben unnd anzugehn, damit der knecht in irer ritter- bannck den hern solt wie ein ubelteter richten‘. Wen richten ist ein *herligheit, unnd so dann in cristlichem gebrauch der knecht nit ist *fol. 431b. uber seinen herrn, vil weniger in richten magk, unnd die Preussen sein knechte, unnd die b. sein ire herren, wie offentlich ist, unnd sint dem mal kein mensch mag etwas erloben wider das gesetze gottes, so a) handlen A. b) derhalben fehlt A- C. co) sie A. 80 Ü. d) heiden C. e) verrichten A. f) sie ea A. g) autragen me A. h) ob fehlt A. ij richter A.
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*fol. 432a. *fol. 432b. 182 Traet, XVL Cap. VL 8 3. volgt daraus, unnd der homeister bat dis nit macht gehabt“ zu er- loben den Preussen, ire herrn umb lasters willen zu richten. Item auf den brieff von kais. maj. ich sage, er nit habe das heimliche zeichen seiner verwillunge, sonnder es ein brieff mit un- willen von ime auszgeganngen were nach ubel underweisung der canntzley. Item auf die angetragene laster der von Preussen durch Martinum uber die b, ist disz ein antwurt, das irkeine so sein, unnd alle ire boweisz felschlich unnd erdicht sein zum behelff widerspenniger unnd ungehorsamer leuth. Martinus Morr darauf sprach, alsz im erlobt wart: die Preussen ausz erlobten gerichte uber ire ubeltetter sitzen nit wie richter, sonder wie arbitres, alsz mitler, und wir finden disz im gleich- nus: so ein geistliche person *mit eim weltlichen ein® zannck hat, und sie es wollen verrichten, sie mogenn arbitres setzen, unnd wirt der geistliche gefunden unrecht, die arbitres mogen in puniren ausz crafft des rechtenns, das da arbitres erfunden hat, und ist nicht wider seine freiheit; wann ubel thun mit gewalt faren® ist den geistlichen me ver- botten, wen den layen, so anders recht recht ist. Item auf das antwurt uber den brieff der bestettung von kais. ınaj. ich so sage und mich beclage der grossen schmaheit des heiligen Romischen reichs, und sein herre wirt vor ein solchen ange- sehen, der mit seinen brieff unnd sigeln, signatur, registraturen, lanndt und leut betreugt, so@ die rechte setzen, unnd man die warheit der sigiln unnd die suplicacion geregistriet wegern soll, unnd man nichts findet von heimlichen zeichen seines consensus. Noch vil me betrug- lich ist das wort von der canntzley, das ich faren lasz. Von dem nein-sagen angetragner artikel des lasters uber die b. unnd ire beweisung, ich so antwurte: es ist nach rechte me dann gaug, so man arme leute weiterer* angst wolt uberhebenn unnd nit zu nott- rechte treibenn; idoch zu weitterer erfarung man verschaffe legaten ins lanndt unnd richte®, was sie’ ubels in disem findenn. Pettrus Knorr darauf! antwurt: Martine, mich nimpt wunder, du begerst die verhorung der sachen im lannde. In dem ich dich einem furssten vergleich, der ein offentlichen krieg hat; diser ungeharnischt# er begegnet seinem feindt, dann erst er begert, er moge heim ziehen unnd moge sich bewaren. So itzunt die von Preussen sollen ein urtel auffnemen, wie begerstu, unnd man soll im lannde die artickel der lesterung erfaren, so doch in keinem rechten der knecht mag fromlich a) g. fehlt A. by zu A, e) forttfaren B. d) so dochB, «) richten A. Ü. die mogen richten B. D sie fehlt A. 3) wwochurnescht A.
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Traet, XVI. Cap. VIL 8 1. 183 sein seinem hern. Der adel unnd die rette der stette clagen an die b., unnd so danne, die im lannde sein, dem adel ader den retten der stette unnderthan sein, es folgt hernach, und sie nit wider die b. mogen gezeugen. Martinus darauff sprach: wiewol gnugsam zeugwirdig der Preussen bewerung me* wann gnug ist, ich ein audiencia der sachen *fol. 433. im lannde begert hab umb weiter erfarung der warheit, unnd nit zue meiden den senntentz. Das unbescheiden* vergleichen» ich lasz farenn; noch mir Petrus nit sagt, wie ich kayserlichen brieff vernemen® soll. Pettrus sprach: in kaiserlichem brieff disz ist celerlich: sofernd ein solch gerichte unnd zulassung mit der zeit nit wurde sein wider des ordenns freiheit, das die Preussen wurden ubenn in irem zalassen der vorrichtunge®. Martinus auf disz sprach: das gebe man kayserlicher majestat zu erkennen, ob mit eim solchem die freiheit der b. wurde gebrochen, seint dem mal ubelthun nit ein freiheit, sonnder ein bosheit sey. Unnd so von beden teilen schwigen. Capitel VII. $ 1. Wie der kayser dise sachen alle beratschlagte unnd durch mitler wolte enden, und mochte nit sein. Der kayser hat zu der zeit in diser sachen bey im sitzen vierzehen herren unnd darumb im entweichen der causidici er fragte die herren, was in deuchte geraten sein, ob er der b. anclagenn ane der Preussen solte hanndlenn, ader ob er sie bede zu gleichem urtel solte ver- *schaffen. So quam es da, wie in vielenn sachen, aber nit recht ge- *fol. 433b, schicht, unnd man mer dasf teil unnd nit die sachenn wegert vor herrn unnd furssten; so auch dise herren bey dem kayser tetten, unnd man solte der b. antragen von wegen des bundts, unnd nit der Preussen anclagen urteln. Wann solt disz in ein gebrauch kommen, unnd die underthanen, wie gerecht sie? weren, solten auft die herschafft verbint- nusz machen unnd ire hendel mit in zu laster schetzenn, es queme, _unnd kein herr der seinen mit der zeit gewaltig were, wen die under- thanen funden weise, und? sie erlobnus unnd bestettunng erlanngten. Nach disem insonnderheit, wie ein kenzler Eneas Silvius! wart gefragt, a) vnbeschniten A.B, C. b) verlachen A. C. e) vornehmen B. C. d)so A. C. e) verraich- tunge A. f) das fehlt A. C. g) seyn A. h) wurden weise finden, das B. i) E. 8. fehlt A.
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*fol. 434a. *fol. 434b, 184 Tract. XVI. Cap, VOL 1. was in gut dauchte in diser sachen, unnd diser sprach!) also: aller- gnedigster herr kayser, die zwitracht zwischen den b. unnd den Preussen ist nit geringe unnd steet nit zu verachten von beden teilen; wen sie ist nit clage umb ein stuck ackers von Arpin?) ausz Tuscia, sonnder von eim mechtigen reiche. Die b. wolten wol, unnd sie vollen ge- brauch hetten irer underthann nach dem rechten der gefanngnen knechte, welechs itzundt nit ceristlich ist, und ire undertkan nit *solche sein, wie bewert ist und zugelassen. So sein im lannde zu Preussen, wie ich bericht bin, 55 stett*, die wenigste eym furssten mag abesatlen geben. Dise alle dem orden wellen diennen, so man sie lassen will bey iren verdienten privilegien, welchs auch mit gotte unnd mit rechte nit kan abgestalt werdenn, und immer° ja eim underthann gezimpt mit ehre zu gebrauchen, was im sein herr zuleth. So dann die Preussen ein recht vor gwalt unnd ubermuth mit willen ires herren gemacht haben, es muste gar mit unvernunfft? zugeen, und man die feollungk mit willen der, die es handthaben, anstellete, unnd sie ir recht liessen, sint dem zu eim solchen rechten zumachen sie verursacht worden. Da- rumb, solt man eim teil beyfallen, so blib es nit, unnd* das ander theil inn orafft seiner verbindung durch krieg ein jamer stiffte.e Unnd so vil mich die schrifft unnd die erfarenheit lernnt, wie nach dem glau- ben, die grosste ferligheit sey, zwischen herrn und underthann abe- zusprechen rechte unnd wol verdiente privilegta, darumb die Romische kirche in den sachen des konigreichs von Secilien *und Frannkreich weislich gebanndelt hatt, unnd sie ire sachen auff unverdachte menner gesatzt hat, durch welcher mitlung die sachen entzwer vorricht ader gestutzt sein, und also fride gemacht. So ist mein gutduncken, und kais. maj. mit nichte ein urtel felle auf ein theile unnd dem andern zuschaden und zu verminnerung seiner gerechtigkeit one weiter ver- horung» der legaten. Wie auch die Preussen begeren. Wann fellestu ein urteil wider die Preussen, man spricht, du hast es ausz gonnst des adels gethann; ist es aber, du es fellest wider die b. vor die Preussenn, man spricht, du unnd die deinen sein mit gelde uber- kauft unnd du verschmehest den adel und sterckest underthanen zum wuthen; unnd wierst so allenthalben verlacht unnd verschim- pferyt‘, unnd kompt ausz dem urtel ein grosser krieg. Wennk die a) 60 st. B. b) geben fehlt B. c) im A. d) vernunfft A. B. C. e) anstellete fehlt A. C. f) nicht nach, sondern B. g) tehlt A. B. h) vorhinderung D. i) vorschandtHleckt B. e k) Den B.C. 1) Das Folyende in oft wörtlicher Uebersetzung einer Stelle aus A. Silvius de situ vgl. Ss. r. Pr, IV. 223 J. 2) ayer Arpinas aut Tusculanus.
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Traet. XVI. Cap. VIL 8 2. 185 Preussen wissen den ubermutt der b. Wen von anbegynn sie iren underthannen nit haben gehalten ir gesetzten rechten, sonnder nach mutwil in gebrochen, was in von der Romischen kirche ist ver- schriben worden; sy in *auch nie vergonnet haben, kais. maj. ader *fol. 435a. bebstliche heiligkeit zu besuchen in iren sachenn, unnd wie danne alle artikel lautten unnd bewert sein; unnd sie mogen ja alle nit in gemein unwar sein, sintdem das ganntze lanndt sy eintrechtigelich clagt. So beschwert mich eins ihn diser sach, unnd Preussen mit Polenn grentzet, welche Polen sich berumenn, unnd sie* die b. mit Preussen belehnet haben unnd doch von den b., wie sie sagen, vil schaden gelitten habenn, vor welchen die Polenn, nach ausspruch irer richter, nit vergnugt sein worden. Und queme es, das die Preussen vor dir wieb verdampt wurden unnd sie sich zum Polen geben, unnd er sie aufneme und funde dem orden ein antwurt, was queme ausz disem, wen-das, und die Preussen mit den Polen sich vereinten und sie den b. entsagten in kriegsweise und die b. vertriben, ader ja° zu knechten machtenn. Wann es von anbegyn ist gotlich erfunden, das umb unge- rechtigkeit willen ein lanndt@ dem andern underworffen ist worden. Unnd ich befinde in meinar vernunflt, wie got die b. besuchen wil; !wann von irem mittel sich entzundt *das feur der versuchung. Und so dunckt *fol, 435b. mich es vor das beste, unnd man gebe den Preussen ein gut antwurt, und nach irem beger man in wolle schicken legaten, so wol von dir, als von dem® babste, und die sollen die sache erfarenn, unnd denne sol mit ernst gericht werden. Ader schieb es ganntz auf den babst, sint dem die b. gekapte personen sein. Welch teil disz wirt angeen, ist gerecht in seinem vornemen, und welch teil ausz ubermut es ver- achten wirt, das wirt von gott verdampt werden! Unnd horte so auff. $ 2. Wie sich der kayser befliss, unnd er die sache in suhn hett mocht hinlegenn. Dem kayser und seinen beysitzenn gefielen die wortt Eneas wol, unnd man ruffte das part der b., unnd Eneas es in verzelte in aller form unnd weisz, wie er zum ersten geredt het. Darumb der kayser unnd die anndern es in rietten alsz der b. bestes, unnd sie solten es annemen. Auff ein solchs b. Heinrich Reusz, her von Plaw, mit Francisco dem bischoff unnd sonnst wol 60 mennern, die in hilfflich a) sie fehlt A. b) wie fehlt B. co) und in A., oder ihn B., d) sach A. e) d. a. v. d. fehlt A.
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*fol, 436u. *fol, 436b. "ol, 437a, 186 Tract. XVI. Cap. VIL 8 2, waren, ein solchs verwurfien; *wenn, wie etliche sagten, die Preussenn haben Eneam Silvium* den Walen, die gernne gelt nemen, mit golde uberkaufft'), damit sie itzunt vom spruche sich entzogen; man solt im nit volgenn. Unnd sie quamen wider vor unnd durch Petrum Knorren also sprachen. Pettrus Knorr. Sie bedannckten sich der muhe, die ein kais. maj. gehapt hette mit seinen herrn in der findung eins gutten mittels nach irem rechtdunkend, sonnder sie es nit wolten angeen, wen sie weren da umb ein urttel, unnd nit umb legaten zu sennden, und sie hetten sich geben in rechtsleidung kais. maj, und nicht des babsts, bey dem mit gelde ein rechter unrecht wirt, und keyne spruch sein®. Sie begerten auf diszmal ein sententz. Der kayser_ sprach: was hilfft euch mein sentenntz, so niemant sein wirt, der sie halten wirt. Die b. sprachen, durch? umbgehauen thurme und mauren der stette unnd durch ein krieg sie wol gehorsam wollten machen. Da sprach der kayser: sint euch dann me liebete krieg dan fride, euch geschehe nach eurm beger. Martinus sprach: *damit kais. maj. erkenne der Preussen gehorsam, sie geben ihren bundt in die hanndt kais. maj. Ist er leid- lich und erbar, sie in begern auff ein newes zu bestetten; ist er aber ungeburlich, kais. maj. mag in vernichten, iren wolverdienten rechten unnd privilegien one schaden. Pettrus sprach: irleuchster kayser mit den hochgebornen herren, ich das protestire, unnd Martinus mit den Preussen sich des bundts haben verzigen, unnd‘ man nit die elage uber die b. im lannde darff verboren. Martinus antwurtte: den bundt umb gelimpfes willen die Preussen geben in erkenntnus kais. majestet. Der Preussen elage uber das laster der b. im lannde durch legaten vorzunemens, ist nit losz gegeben ; unnd ob ich es nicht replieirt hette, ich damitt es nit verwarlost habe, so ich weisz, wie ein ding, vil mal gedacht one nott, verdrossen macht ein richter. Von disem es quam, unnd die causidici einer dem anndern sein wort nit zustundt. In diser zwelefftigkeitt der kayser fragte die schrei- ber der sachen, unnd sie sprachen: Martinus hat es nit *lassen fallen. So wolte in der kayser nit geloben unnd fragte die beisitzer, von welchen funff sprachen: Martinus bat es lassen fallen. Zwelff sprachen a) Eneasme A. b) rat duncken A. c) und spruch kay. mt. A. d) durch fehlt A. e) lieber A. $) derhalben B. das CO. g) vorzun. fehlt A. C. 1) vgl, Ss. r. Pr. IV, S, 220. Anm. 1,
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Tract. XVL Cap, VIL S 3. 187 nein, unnd disen fiel der kayser bey unnd vermannte die part, und sie solten gen in ein vertrag mit, einander, und er wolt in bestetten. Wolten sie aber nit, er wolte darnach ein sentenntz sprechen. Unnd so von einannder gienngen. $ 3. Von gutem und hosem rat den Preussen gegeben auf die bruder. Drey tag stundt an dise composicio, unnd die Preussen ver- suchten, ob sie mochten behalten ire privilegia, unnd man in die auch hielte, den bundt sie wolten lassen fallen. Die b. werlich sich ganntz ungeburlich hielten und niemandt sie wolten volgen. Darumb von Martino Morr die Preusen* namen rat, unnd sie solten in mit sampt einem publico vor den kayser schicken, unnd so er wolt den sentenntz fellen, kais. maj. danneken unnd im aufsagen alles, was sie umb ge- limpf willenn hetten zugelassen, unnd wie sie mit nichten gedechten sein urtel zu halten, so er der b. olage unnd nit auch ire clagen wollte *gententzieren. Unnd disz wart so verordnet; unnd die Preussen gaben *fol, 437%. irem Martino vor sein morenb tausennt Ungerische gulden unnd tausent Reynische unnd zogen wegk noch Polen zu. Im andern tag der dreyen sich zu bedenncken kompt mit den Preussen zu reden ein besonnderer freundt der b., unnd diser sprach: mich erbarmett, unnd ir so schentlich rechtlosz werdet gelassen werden®; wen eur sach ist schon eingezeichnet, !) und ir hapt sie verloren; und das? man solt urteilen eur sach, ist ganntz underdruckt, sonder davor man hanndelt artikel auff eur ver- derbnus, und der worte vil. So fragten die Preussen, wie doch zu rathen. Er gab in ein solch geleichnus:?) Mein herre und vatter, alsz ich alt war zwelf jar, er schickte mich an den hoff kaiser Sigiszmundi, unnd ich da war ein lange zeit, in welcher mein herr vatter in got verstarb, unnd ich von den meinen wart heimgefurt unnd fant under dem schlosz meiner wonung ein walt mit kharruchen,?) das sein schwaurtze krawen. An° disen mein herr 3) die Prensen fehlt A. C. b) morren B. C, c) w. fehlt B. d) das man aber B. e) mit A. Ü. 1) Uebersetzung von signuta in rubricello; Geschäftsausdruck der Kanzeleien, 2) Dies Erxempel gab, nach Schütz fol. 197°, der feile Hauscomthur Conrad Pfersfelder den Danzigern, als sie zweifelkafl waren, ob sie das ÖOrdensschloss ab- brechen sollten. 3) Niederd, Karok — Krawe = Krähe. C. Pfersfelder verglich seine Mitbrüder glunpflicher mit Störchen,
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*fol, 4382. *fol. 4385. *fol. 4390. 188 Tract. XVI. Cap. VIL $ 4. vatter ein gros2* wolgefallen hette, sonnder sie mich so manigfaltig in der rhue vorhinderten, ich in ungedult ein rauchfeur in den walt machte. Es halff alles nit; ich verschuff meine knecht, unnd sie ir vile erschussen; es quamen ander, und gleich wie mir zu trotze sie ein mechtig geschrey machten. Im letzsten ich vermochte mein ge- meine, unnd sie huben den waldt mit den nesten* umb, unnd so auf heutigen tag ich gutten frid habe. Ir Preussen euch befleist, unnd ir die neste, der b. wonunge, verstort; ir pleibt wol bey eurn privile- gien. Die weile die schlosser steen,' es kom darauff, wer da wil, ir stets anfechten und unrhue habt. Unnd die Preussen im vor disz exempel danckten mit vleisz. $ 4. Vom ende und sentenntz diser zwitracht, aber ein anheben eins? langen betrubnuss. Im jare 1454 am nechsten freitag nach Circumeisionis!) wart ein tag, in welchem kayser Fridericus III. gericht sasz° mit seinen herren uber die anclage der b. von Preussen, ir underthan zu declariern un- recht unnd sie zu punirn. Alsz nu der ganntze* hoff da war, so wart auszgerufft: weren die b. von Preussen da, ader jemanndt in irem namen mit voller macht, er solte tretten vor kais. maj.; dergleichen wer da jemanndt von den Preussen ader in irem namen mit voller macht, sie solten vortretten und aufnemenn ein sentenntz. Martinus trat vor mit seinem publico, unnd er thet seinem gelubdnus gnug in abwesen der Preussen unnd da danckte kais. maj. unnd seinen hern im namen der Preussen unnd da protestiert in irem namen, wie sie keinen sentenntz wolten angeen unnd halten, sint dem mal man ire sach nit verhoren wolte durch Iogaten, und Mar- tinas disz beweisete, wie recht ist. Pettrus darauff tet ein frag, ob disz gnugsam were gestann- den dem rechte, vor kais. maj.d ein urtl auffzunemen. Disz der kayser tet unnd fragte® die herren, ob es mochte sein ohne vercleinung, unnd er mochte ein urtell fellen wider die, die ire protestatio getan hetten, wie sie; keinen sentenntz halten wolten, sint dem mol unnd *man iren clagen nit auch ein gestalt machen wolte. So waren aber die hern zweylautig, und viele sprachen, es were nicht a) eschten A. b) eim A, e, den tag sasz. A. C. d) rechte kay. mt. und A. ci Der Kayser fragte B. ff} getan Tchlt A. C. 1) Soll heissen 1453 am 1. December,
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Traet. XVI, Cap. VIIL $ 1. 189 recht, das man sie sententzieren solte. Der meiste hauffe viel den b. bey und sprachen: des synnes solt ein iglich pauer, so ime in seinem neide nit gnug geschehe, kais. maj. in seinem urtell verachten. Und disen fiel der kayser bey, unnd er verdampte unnd zubrach den bundt der Preussen unnd satzte ein peen darauff; wurde der adel in gebrauchen, sie solten verloren habenn, iren ritterlichen schildt unnd wappen zu furen; wurden in die stette hanndthaben, sie solten verfallen sein sechsz mal hundert tausent gulden Reinisch, halb den b., halb dem kayser zugeben. Unnd disz wart so verbriefft und bestetigt zu der b. ungluck. O presumpcio“. Von dem wegkziehen der Preussen vor dem urtel und vor der gefelleten sententz die b. unnd ir anhanng wurden behertzt unnd tratten vor eintrechtigelich unnd begerten vom kayser zu bestetten die erdichten artickel in irem capitel vor ein lanndtrecht uber Preussen, welche artickel* sein oben capitulo IV.!) geschribenn. Auff*fol. 439%, ir antragen der kayser in antwurtte: also vordeuet» vor die rebarbara® von den Preussen euch gemacht; sehet, unnd sie uber meinen senntentz content sein; es wiert in verderbnus gnug sein. In disem euch be- dennekt, unnd sterben und verderben wee thutt. Unnd schiden so weck unerhort. Capitel VIIL $ 1. Was nach unnd in diser handlung mit den b. und Preussen geschach, unnd sich alles zum ergstenn zog. Nach dem urtel, unnd dieweil noch die b. bey dem kayser waren und sollicitirten, ab man kunde erlanngen die bestettigung der vor- genanten artickel uber Preussen, quam vom homeister botschafft, unnd es war were, wie der konig von Polen hette den Preussen zugesagt, wurden sie dem orden auffisagen eydt unnd gutter, er wolte sie auf- nemen in seine beschurmung. Darumb man solte so hanndlen, das. alle ding glimpfflich wurden; wan der orden hett nit volck. Und so alle ding gescheen weren vor den orden, so solt b. Heinrich Reusz, her von Plaw, compter* auffm Elbing, bey Alberto, marggraffen von *fol. 440a. Brandennburg, und anderstwo sich umb volck befleissigen dem orden zu gut. Darumb sich b. Heinrich da beflisz umb volck, unnd im auch da wart zugesagt von allen. Nach disem er quam zu Alberto, dem a) O pr. fehlt C. b) verdayet A. vordewet C. c) renbarbara C. 1:5. 160-168. vgl. S. 191.
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*fol. 440b, *fol. 441a, 1% Tract. XVI. Cap. VII. 8 2. marggrafien von Brandennburg, und in anlanngte, unnd er zog in Behmen, umb volck aufzubringen, unnd solt zum ersten im eylen das versolden, daran solt er die Newe marck nemen. Und disz alles der marggraff thet. $ 2. Von geltsachen in Behmen. Unnd er quam zum konig Laslaw in Behmen unnd mit dem Gyrsiko vom Poydebrot sovil handelte, damit er den konig daran furte, unnd er verwillete, ausz Behmen lassen zu ziehen 25000 man dem orden zu gutte in Preussen. Es solten sein 5000 reisige unnd 20000 trabanten, und dise solten dem orden zu Preussen 15* wochen dienen und nit lenger und solten darnach unverzuglich heim ziehen, sie hetten dem orden was zu gutte gewonnen ader nit. Ire besoldung solte sein* zum ersten auf die hanndt zu geben drey mal hundert tausent gulden Ungerisch, unnd so das volcke queme auff die Preusche grenntz, aber dreymalhundert tausennt gulden Ungerisch, und nach 15° wochen im heimziehen auch dreymal hundert tausennt gulden Ungerisch, vor ein solche freuntschafft aber zu ewigen zeitten der eron zu Behmen vier tausent gulden Ungerisch; unnd fortme die cron von Behmen solde ir pattron sein, unnd Gyrsiko solte haben® vor seine muhe unnd arbeit mit dises volcks beschreibung achtzig tausent gulden Reinisch, unnd damit der konig von Polen den Preussen nit hulffe, vierzig tausennt gulden Ungerisch, seinen anndern gerechtigkeiten one schaden. Disz dem marggraffen was unmuglich dauchte, unnd er es eylennden gen Preussen schrib. Darauff der homeister antwurt mit der weyss: wen seine zigl golt weren, er das landt@ muste reumen; seine gnade solt wissenn, es ein wirdiges capitel nit wolt angehn. Sonder wolt jemanndt in Preussen komen auf freyen soldt nach kriegszweise zu dienen, sie mochten kommen. Der furst von Sagen,* hertzog Ru- dolpfus wart auch von b, Heinrich Reusz, herr von Plaw, umb volck angelanngt, unnd er es auch versamelte, aber langsam mit versetzung seiner gutter. 20 1b5BEC fehlt AC. derAC.
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Tract. XVI. Cap. VIU. 8 3. 4. 191 & 3. Wie der konig von Polen wie ein gutt nachbar zwischen dem -orden unnd den b. handlen wolte. Wiewol der Polen viel waren, die dem konig rietten, unnd man solte die Preussen annemen, damit die eron von Polen irem schaden nachqueme, ir von den b. vor zeitten gethann, so wolt sich doch gleich Casimirus der konig seiner ehre bewaren. Darumb er schickte zum homeister etliche bottschafft, damit er zu im queme, unnd sie wolten verschaffen, damit eynigkeit zwischen den b. und den Preussen wurde, ein iglich teil seinem rechten ohn schadenn. Sonnder gott woll die b. unnd die Preussen straffen. Der homeister wardt abgewanndt von den seynen, und er nit zoge zum konig, des er doch im willen war; wann sie sprachen, man im wurde vergeben, ader so die Polenn was zum synne brechten, sie wurden* darvor wellen gelt haben, und des ein ubrig- *fol. 441b. heit®, wie die Behmen sich vermessen hetten. Unnd man hett vil wort auf den konig, der eine disz, der annder das sagte. So war die ge- meine scheldung, unnd der konig were der verretter vatter, welchs im auch im brieffe vom homeister vorquam, unnd sich beruhmete eins ewigen fridens, mit seinem bruder Wladislaw angegangen, und solcher worte viel, die den konig bewegten und sein reich, damit er dem ho- meister aufsagte alle gute zuversehung, bisz unnd also lanng das Ich unnd mein reich werden umb unser ehr® und gethan schaden vergnu- get. Unnd quam, wie nit gar lang darnach der homeister were gernne zum konig gezogenn, sonnder der konig wolte in nit annemen. Da*° erst der homeister erschrack und sein capitel. $ 4. Was newe zeittung mit lugen kan zu synne bringen under wanckelmuttigen mennern. Den b. war jach“, unnd ir homeister mit den seinen mochten wissen, wie alle ding sich erlauffen hetten bey dem keyser. Man schickte eylennde botschafft in diser sach zum*homeister, unnd die botten zu eim erschrecklichen den Preussen sagten, wie man solte 300 man entheupten, etliche vom adel, etliche von ratleutten, etliche? ausz den gemeinen in den stetten. Sos het bevolen der kayser, die stetie zu dorffen zu machen, und wie dan alle artickel lautten, davon oben gesagt: ist: worden capitulo IV., unnd disz auch vor ein warheit die a) und dessen überflüssig B. b)’dise ohrung A. co) Wan da A. d) gach O.,D. b. verlangte zu wissen B. e) b. d. k. fehlt A. f) etliche fehlt A. g) nnd es A. *fo}, 442a.
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192 Tract. XVI. Cap. VII. 8 5. von hoffe sagten. Darumb es war ein aufrur im gantzen lannde, unnd die stette schickten ausz ire elugesten mit voller macht zu thun und zulassen auf die tagfart gen Thorn, 1454 Purificacionis, die vom homeister unnd vom lannde da war hingelegt, den spruch des kaysers anzuhoren, unnd sich befleissen solten, damit sie es also machten, das sie bey iren gerechtigkeiten blieben. Die Preussen quamen, die b. nit, wenn b. Heinrich Reusz mit Francisco dem bischoff, ir sendebott, war nit komen, unnd ohn in wolten sie nichts thun, unnd die b. stalten sich zumal ernst. Der Preussen sendebotten iren mitbruder sagten gar getreulich allen hanundel und es mit schrifften beweiseten unnd *fol, 442b. sprachen: wir entgegen thun vortan mit den *b., was wir wollen®, wann unns stehet kein recht auf erden zu hoffen. Darumb sie es_ einsz wurden und wolten den b.> alle eintrechtigelich aufsagen eidt und. gutter, und wie alle verpflichtung mochte sein, unnd das ander teil vom adel unnd stetten solten zum konig ziehen, der gleich zu der zeit zu Petterkaw ein landtag in seiner crone hette') inn welchem er sich mit wille aller seiner herren, Sbigneum den bischoff von Crackaw auszge- nommen, verwillete, verschrib und vereinte mit den Preussen, und die Preussen mit den Polen, fortme ihn® vor iren hern zu halten und sie vor sein volck, und nit zu vergeben; unnd solcher versicherung viel. $ 5. Von einer sonderlichen offenbarung uber die b. in disem handel vom einsiedel.?) Zu den gezeiten, alsz sich die Prensen verbunden hetten mit wust und willen des hern homeisters, und die b. sich so ganntz dar- wider satzten, und ausz eim gemeinen rath heren und furssten sich® &) wir mogen nun forttan mit den b. thnn, wie wir konnen B. b) den b. fehlt A. ce) ihn fehlt A. d) als sie die A. e) sie sich A. 1) €. hat hier eingeschoben: Ex diaeta ibat Cracoviam, ubi celebravit suas nuptias et in vigilia Cathedrae Petri Pruteni sunt suscepti et privilegiati. Ue- danenses omnia, que fuerunt illius commendariae, retinent et solvunt regi annua- tim quatuor millia florenorum Hungarieorum et, dum eos visitaret, per mensem expensas, casu quo non visitaret, trecentas marcas et edificant regale pallatium; sic Elvingenses 400 florenos Hungaricos et 100 marcas; sic Thoronenses 2000 florenos Hungaricos et 100 marcas. Aehnliche, doch in den Zahlen abweichende Angaben bei Mechovius IV, 60. 2) 85 fehlt in C, Hir volgette eynes clausseners, an Pilattus sehe wonent, offenbarunge wieder die b. Habs aussen gelassen, bemerkt der Abschreiber,
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Tract. XVI, Cap. VIII 8 5, 193 schickten mit krieg, den Preussen iren bundt zu brechen und sie ge- hor*same knecht zumachen, so war disz bey vielen ein wunder, wie *fol. 443a, der homeister mit seinem convent so verplindt waren, und sie ir eigen vorterbnis® in der befarung® nit merkten und es bey in beschlossen. Es anders nit ware, dann got wolt den orden mit den seinen besuchen. So war im hause zu Coblentz b. Gregor Leynniger, ein Chorher, b. Werner von Ritmanszwald®, ritterbruder, unnd dise sich besprachen, sie wolten urlaub nemen, zu iren freunden zu ziehen. Sonnder sie wolten zum b. Gich, am Pilatussee wonende in einer elausen, ziehen und in bitten umb ein underweisung, was dem ordeh widerfaren wurded; wan diser hette vielen gesagt durch ein geist der weissagung, was in wider- faren wurde, unnd er het das geschray, wie er solt warhafftig seine. Unnd sie quamen in weltlichem habit, sonnder er sie kente unnd sie strafte umb iren frefel. In welchem sies waren beherzt und im die sachen ires ordenns vorlegten unnd in baten umb gottes willen umb ein underweisung, welche sie wolten iren b. gen Preussen schicken, und solcher worte viel". Auf seine zeit der einsidler teth*, warumb *fol. 443b. er war gebetten, und erlangt ein antwurt unnd den b. gab ein solch antwurt, wie es im offenbar!) wartl. In Preussen ist itzundt got nit, sonnder es ist voller boser geist, unnd sie alle gnug zu thun habenn unnd sein mit der Behmischen gansz inz lanndt gepflogen, unnd jo sie mer der gannsz federn haben ausgepflogt, jo me sie von ir gefurt werden. Die gansz ist der irthumb und ketzerey der Behmen, in welchem itzundt eur b. ein wolgefallen darin haben; sie wissen aber nit, und ichk sy damit ver- suche, sunder ich hab nit gehorth', unnd sie weren gefunden getrew. Allir geistligheit ist in vornemendt® hoffart des geitzes, des unflats, der gewalt unnd ungerechtigkeit mit verschmehung meines" gehorsams und der saerament gewendet°. Spricht got: wie kan ich sie leiden, so all ir ding wider mich ist, und sy mein armen drucken und durch un- gedult zur hellen schicken. Was soll ich viel sagenr® Eur b. von mir in Preussen sein gesatzt, den glauben zu erwecken; itzunt* sie in *fol. 444a. durch ire ketzerey gantz verterben. So vil ich in hab zugefugt umbs a) verbinthnus A. b) bestatung des bundes B. c) Eidttmanswalde B. d) w.d. 0. w. w. fht A oJ w.erh.d.g. wiee. . w.s. fehlt B. f) tröste A. g) Sie aber w.b. B. hu... w. v. fehlt B. i) Auf eine zeitt thett der einsiedier anf bitten der b. eine andachtt umb ihrer sachen halben, da erlangtt ehr ein anttwortt und zeygtte den b. an, wie es ihm offenbarett war, sagende B. k) das sie got damit B. 1) es ist nie gehort 3. m) ist foller h. B. n) gottes B. 0) gew. fehlt B. pP) volgen, und A. 1) Was dem Einsiedel vom Piatus offenbart sein; sollte, fand S. Gr. in den rerelationes 5. Brigitiae, einem seiner Zeit viel gelesenen Buche, das er auch mehrfach erwähnt, z, B. oben Cap. V1.$ 3. Tr. XV, Cap. 1.8 4. 8. Grunan II. 18
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*fol. 444b. *fol. 44da. 194 Tract. XVI. Cap. VIE. $ 5. glaubens willen in meiner gnade, so vil wil ich in abeziehenn umb* meiner gerechtigkeit willen. Ir zene sollen ausgeschlagen werdenn, welches die mechtige schlosser sein®, die sollen zubrochen werden; ir rechte handt sol in abgehawen werden, unnd sie solche gewalt unnd herligkeit nymme werden gebrauchen, wie bisher; ir rechter fuss sol in ausz dem gelenncke geruckt werden, wan sie sollen diener werden irer feinde, unnd sie sollen also im diennste leben. Durch vorbit irer patron Marien werden sie sich erkennen.') Mein ist die welt. Ich mag° sie zu bern wider machen, sonnder wie Pharao sie werden verstockt sein; in welchem sie ein newes werden anfanngen und sich schemen irer patron Marien, welche sie eim anndern weibe gleichformig werden predigen. Alle andacht, ere, lob unnd zuversehen® sie werden verdampnen; vor irem namen werden sie sich entsetzen, gleich . wie eures ordens stifiter vor eim beruchtigen weibesnamen®; des* ordenseleid sie sich schemen werden, den gehorsam und selig brauch meyner eristlichen kirchenn nach‘ Turckischer weise zureissen, binwegk thuns und ganntz vernichten werden. In solchem ich in ir lingke seitte plagen wil, damit sie zu beth ligen sollen unnd sthenen® uber ire totlich unnd unverwindtliche kranckheit. Disz ist das urtel uber sie. Dise meinung die zwene b. schriben in Preussen zue einer war- nung. Aber! niemandt sich daraus besserte, dann allein der homeister b. Conradus(!). Sonnder die annder hetten volle arbeit mit fluchen unnd mit schelten auf die Preussen, unnd sprachen, die hundtsbuben, pfaff unnd monnch, es hetten erdacht, damit man sie teuschtek umb gelt und gut zu iren faulen tagen. Unnd verstockten so sich selbst in neid und hoffart, in unglauben und schmehung christlicher kirchen- satzung. Und ein igelicher hett sein haupt, und waren unsinnig unnd wuttig nach irem neuen glauben und wolten alle welt totten. Unnd etlich sprachen: ich wolt gernne* des teuffels sein, das! die Preussen gantz verderbt weren; der annder sprach”: ich auch, so wir nur den Behmischen glauben alle eintrechtig hetten; der eine so, und der annder so sagte. a) in A. b) sein fehlt A. c) man A. d) und zuvorsicht zu ihr B. e) vor irem n. gleich wie ein st. v. e. b. w. sich entsetzen werden A. f) des gehorsams u. 8. b. m. cr. k. idoch A. g) feblt A. h) seinen A. i) und A. k) teyse A. 1) wenn nur B. m) die ander und A. 1) Ideo veniet eis tempus, quo confringentur dentes eorum, manus dextra mutilabitur et subnervabitur dexter pes eorum, ut videant et se ipsos cognoscant. Revel. S. Brig. ib. II. cap. 19.
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Der 17, tractat sagt, wie das lanndt von Preussen mit hilff der Polen sich aufflenette in freiheit wider die wuettung, graw- samigkeit, hochmut und ungerechtigkeit der b. Teutsches hauses und mit in zwelff jar kriegeten, unnd die b, verloren, wan sie die Polen diennsthafftig machten; und sein nur* die namhafftigen handlungen beschriben, durch welche eine vor- anderung des parts geschach, wie dann obene zu vernemenn? ist, Capitel L $ 1. Wie die Preussen dem homeister unnd seim orden auffsagten eidt und gutter. Im jar 1454 auf Blasii wart versigelt der entsagebrieff von landen und stetten dem homeister und seinem orden in Preussen, und laut in seinen geschrifftlichen synnent) also. Dem erwirdigen unnd geistlichen herrn* homeister Tentsches *fol. 445b, hauses, br. Ludowico von Erlichhausen. Unnsern diennst nach gelegenheit der zeit. Erwirdiger herr homeister, angesehen unsere getrawen diennst, die wir bisz hieher eurm orden je unverruglich® gehalten haben, mit welchen wir doch nie umb euch und die ewern dannck verdiennt haben, sonnder je me unnd me gewalt und ungerechtigkeit in brechung® unser privilegien unnd eur brieff und sigil, und habet gestannden nach unnserm leben ° und gutter, besonnderlich juncker Gabriel von Baysen, des rat unnd wort wir in unsernn notten genossen haben, da man unns rechtlosz liesz von ewerm .anhannge, hapt gesucht zu totten, und ir unns ver- botten, in unnsern sachen bey dem halse, bebstliche heiligkeit, der unser freuntlicher herre ist, zubesuchen unnd im nit haben mocht clagen a) auch A. b) vernenn A., abzunemen B., wie dann eto. fehlt U. co) vorruglich A. d) betrachtung A. 1) Der Wortlaut kann bei Runau und Schütz verglichen werden; der Vergleich würde zeigen, wie der Autor eine Urkunde „dem Sinne nach‘ wiedergiebt, 18*
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*fo]. 4468. *fol. 446b. 196 Tract. XVII. Cap. I. 82. unnser nott, sunder in auszerdachten ursachen von euch und den ewern unnsz seit gestanden nach unnserm besten; umb des willen wir alle eintrechtigelich im namen des ganntzen lanndes wir euch zum ersten auff*sagen all unnser lehenguetter, eydt unnd pflichtung, wie denne ein solchs sich geburt zu thun, und darneben euch unnd den ewern alsz unnsern fyndenn offentlich entsagen, ewern ubermutt, blutver- giessung, wuttung, gewalt unnd unrechtigkeit mit dem besten, das wir haben, zu straffen an dem besten, das ir hapt. Unnd in crafft diser entsagung zu offentlicher veindtschaft wir widerrueflen all unser verschreibung, von unns euch und den ewern je geschehn, unnd uns vor ewer feinde sollet achten. Gegeben zue Thorn am montag nach liecht- messen im jar der mentschlichen geburt Cristo 1454 unnder dem sigil des Hannsen von Bayses® und der stat Thorn, der wir itzundt ge- brauchen in disem hanndel zu eim gezeugnusz. So warb undenan geschriben: Hanns von Baysen, Gabriel von Baysen, rath unnd gemeine zu Thorn, rath vom Elbingk, rat von Danntzke, rat vom Colme, ratt von Konsberg, im namen irer gemeinen und anhangenden steten, eur feinde. 8 2. Wie sich die Preussen anliessen mit irem newen kriegen, und ‘wie die zeit war. *AufDorothee wart dem homeister der entsagbrieff in einem weissen steckel auff Marienburg uberantwurt durch ein edelmann, der erblosz ‘im lannde was, unnd er es umbsonnst tette, und disz behielt im sein leben vor den b. Sobaldt die Preussen entsagt hetten, sie eilten heim tag unnd nacht unnd ire stette vor den schlossern bewaretten. Die b. quamen zum homeister unnd rathfragten, wie zu thunde; alles were genug, sonnder da were nit volck zur wehre. Der eine disz sagte, der ander das, unnd waren gleich wie wirbelsuchtig® unnd beschlossen, man solte nur Marienburg bemannen, es gienng umb die ander, wie es wolte.e. Unnd quam, wie in vier wochen die Preussen einnamen 41 schlosser der b., und man satte darauf? menner, vond welchen sich der eine basz hielt, wenn der ander. Viel waren, die mit der zeit den b. wider eingaben dieselbigen schlosser, dem lannde und den Polen zu vorfale; etlich auch die b. gewannen, sunder wol 12 gebrochen wurden, alles in sechs wochen; von dem wil ich auch sagenn. Unnd a) ber H. v. Baysen. b) wir A. ce) wurbelfluchtig A. d) und A. und w. — die mit d. z. fehlt C. e) unfal C.
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Tract, XVII, Cap. 83.4. 197 der orden behielt nurn diese blossenn *schlosser: Marienburg, Stumb, *fol. 447a, Vischhausen, Mimmel, Schacken, Rangnit unnd. die Tilse; die andern. wurden von® den Preussen erlauffen, sowol vom adel, alsz von den stetten. 8 3. Pawern schatzung. So war diser Wintter mechtig kalt, unnd, war theur, wann ein scheffel korn galt 226 £%, der weitze 30 /, die gerste 12 /£, der haber 4 £, wann es war gewesen ein sommer und vorjar one regen. Die pawren pliben auff den dorffern unnd sich erloszten zum, ersten mit branndtgelte, 1 fr. von der hube, unnd sich so retten ein etliche! zeit; idoch ausz Polen quamen in Preussen in die 8000° leste, unnd diss wart den Preussenn umb ir gelt verkauft, die last umb 11 #, unnd wart jo me, jo theur, wan den gebawren wart mit der zeit ab- gefretztf durch das kriegsvolcks, wie danne der leutte recht ist. Newe zeittung. Vil rumor wart im lannde. Der eine war gut Polnisch, der annder gut Ordenisch®. Der eine sprach: der konig von Polen kompt mit 60000 man; der ander sprach: der kayser mit allen cburfursten sein auff mit hundert tausend man; etliche ziehen auf Crackau, *etliche ziehen auff Posenaw, etliche kommen vor Danntzke, *fol. 447. unnd mit solchen zeittungen brachten sie! viel jar zu unnd machten sich selbst wemuttig. 8 4. Wie die Preussen die schlosser brachen, unnd wie sie sich gen die bruder hieltenn. Die Preussen brachen viel schlosser, viele sie auch auszbrannten, damit der veindt sich nicht solt hineinlegen. Der b. keinen sie tottep, sonnder sie alle zum homeister schickten; die alten unnd die kranneken sie versorgeten, bisz unnd* es denselbigen b. gefiel. Die von Thornne. Am tag Dorothea die von Thornn ir schlosz angienngen unnd es erstigen, wan der compter, b. Kalb, mit 8 b. war auff Papaw geflogen. Die Thornner namen vom schlosz, was in gefiel, und den thurm unden loszhackten, unnd er fiel und schlug a) v. d. Pr. fehlt C. b) 26 B. C. e) Firding B. d) lange O. e) 4000 B. f) ihr satte, setzt C. hinzu. g) konigs volck A. h) Ordisch A. i)s. fehlt A. k)b. u. solange C., b. so lange B.
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*fo]. 4483. *fo]. 448b. *fo]. 4498, 198 Tract XVDO. Cap. I. 8 4. die beste gebeude ein; mit dem anndern teil sie es in allem machten, wie sie es dar erdachten, unnd sie weitter einnamen Birgelaw, Golba, Reden, Graudentz, Strassburg, Curnick*, Engelsburg, Roghausen, Pa- paw, Wentzelaw, Frideck, unnd sie so hin bemannten®. *Die Elbinger brachenn ir schlosz also. Sie gienngen an das schlosz zum ersten mit vermanunge; wen ir compter in seim weckziehenn es befahl seinem vetter, auch Heinrich Reuss von Plaw genant; disem solten die b. gehorsam sein. Von disem die Elbinger forderten das schlosz; und er sich zur wehre satzte unnd warf? feurpfeil in die statt. Von welchem*® die gemeine auff unnd under- hacken den renth thurm® unnd mit buchsen darein schossen. Von disem er® erschrack unnd gab das schlosz mit seinen guttern, und die b. abetedigeten sich, unnd man gab den b. gleit ins closter der monn- che predicatorum. Unnd man nam vom schlosz, was da war, unnd es auszbrannten unnd umbhuben auff die grundt bisz auff den korne- hof. Von disem sie bauweten ein coloster‘) in die ehre sanct Bri- gitten, die etwan da leibhaftig geherbergt hette, unnd da ir geoffenbart war worden, wie die b. das lanndt von Preussen wurden verhomutten unnd sie knecht wurden werdenn. Demut der bruder. *Alss die b. inns closter zu den monn- chen quamen, der hauszcompter zum prior sprach: wirdiger vatter prior, die b. von Jherusalem bitten die b. von Bethlehem umb herberge umb die liebe gottes. Unnd er 'sie auffnam mit weinenden augen. Unnd war ein wunder, das diser bauszcompter da so diemuttig war geworden, sintdenı vor 14 tagen er das closter verschufit auszubornnen da- rumb, das sie ein burger verhielten im geleite, der ein stalleknecht in notwere verlehmet hette. Die b. den anndern tag sie auff Marien- burg furtten. Die Braunsberger. Die vom Braunsberg zogen ausz unnd erlieffen das schlosz Balga und furten heim, was in gefiel; die mauren etliche sie umbhauten, das ander sie ausbranten, unnd quam zu irem verderbnus, das sie da liessen ein stucke steen. Sie namen von dannen 200% seiten speck, die sie im jahre 1520 wol musten bezalen, als dann, wil got, wiert gesagt werdenn. Die von Welaw *solten brechen Labiau, darzu in helffen &) Curwyck A. b) n. es so hin benantte A. c) machte sich d.g. a.B. d)rentthurm B, C. e) b. Heinrich Beuss B. f) bepfull B. g) sie fehlt A. h) 300 B. C. 1) Das Kloster wurde vom Könige gestiftet und detirl. Die Stftungsurkunde datirt vom Tage der Kreuzerhöhung 1458 und aus dem Feldlager vor Marienburg,
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Traot. XVIL Cap. L$ 4. 199 solten die von Allenburg. Sonnder sie waren zu lannge, unnd ein edel- man, Albrecht Sparnickel!), mit hilff der liszken es bemannte dem orden zu gutt. Die von Konsberg auss der stat Kneiphoff brachen unnd auszbrannten das mechtige schlosz Brandennborg unnd namen davon, was in beliebete, unnd es am meisten teil umbhubenn. Die ausz dem Lobenich von Konsberg zogen ausz unnd wolten verstoren das schlosz Tapiaw, unnd sie wurden auf dem wege anderes syones und kerten umb, unnd es wart auch von eim b. bemannet. Die von Konnsberg ausz der Altenstatt gienngen ir schlosz an und umbwurffen eine maur von 300* elen lanng mit vier thurmen unnd lieffen in die kirche uf den rechten stock, darausz Zu nemen, was da war. So ist in der kirche ein marienbildt, sitzende auf einem stule, und hat auf der schosz ein kindlein Jhesus und hat auf irem haupt ein berlin bertle® *ader crone nach der weise, wie es die jungk- *fol. 449b. frawen im lannde tragen. So war da ein burgerin, die Simon Wy- 'mansche® genannt, unnd dise hette bey ir ein jungkfraw zur tochter, ein schones mentsch; vor dise die mutter das porlin bertle kauffte unnd der tochter es aufsatzte unnd sprach: Czindet nur an die edled Maria®), mein tochter sol vortan eur Maria sein, wan sie schonner ist, unnd solcher worte me. Von stund an .die jungkfraw erlanngte die fallende suchte unnd sie hette schlag uber schlag bisz in die 21 stunden unnd so starb. Von disem die Konsberger horten auf zu brechen unnd dem bischoff von Samlanndt das schlosz durch brieff überantwurtenn, sonnder er sach es ein weyle an, wann er in nit vertrawte zue der zeitt. Die vonn Dantzke. Die von Danntzke quomen von Thorne heim unnd sagten iren gemeinen, wie alle ding gefaren weren, unnd wie man entsagt hette. Irer vielen es wol gefiel, vielen auch nit, sonn- derlich dem fremden kaufliınan, und da geschahen viel reden, unnd wurden partheyisch und* machten ein anhanng, damit sie auszschickten *fol. 450 den abbt ausz der Oliva, den abbt von Pelplin unnd den prior ausz dem Carthaus unnd die elugesten under in. Unnd dise quamen zum homeister auf Marienburg unnd begerten seine gnade. So fragt er sie, ob es auch des rats und der ganntzen gemeine wille wer. Sie sprachen nein, sonnder wenn sie wussten, und man sie wolte lassenn 8) 400 C. b) perien bortlein B. C. c) So las auch Hennenberger fol. 171, Nytmansche A. Teichmansche B. d) alte C. e) suche A. seuche B. 1) D. A, von Sparneck. 2) Das Bild war noch zu Grunau’s Zeit vorhanden, vgl, Faber, Pr. Archiv I, 68.
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*fol. 450b. *fol, 45la. 200 Traet. XVII. Cap. Il. 8 1. bey iren rechten und nit auf sie causiren umb des itzigen handels willen, sie wolten mit dem rath wol umbkomen, die gemein sie wol wolten auff ire seitte bringen. Der homeister nam auff guten ratt und fandt, er solte sich irer nit underwinden. Wenn so auch die anndern stette thun wurden, solt sich denne der homeister gen sie verschreiben, das man nit gedechte zu halten, unnd solt man es in denne brechen, so wer es dem orden ein nachrede unnd mit den Preussen aus* ubel erger wurde, Und man sie liesz heimziehenn und gab in zum antwurt: es were angehaben, es muste geendet sein. So bald die heimquamen, sie es den anndermn abetrugen, und brachen ir schlosz in funff tagen auf die grundt. So war da ein alt verlebt b., unnd diser sprach zu in: brecht nur wegk disenn* hurenkaten unnd lat nichts steen, aber kindes kinndt wiert es beweinen. Capitel LI. 8 1. Wie der konig von Polen die Preussen auffnam und sich mit in vorschreib. Alsz die Preussen dem orden entsagt hetten, im selbigen tag sie zogen ausz unnd quamen gen Crackaw zum konig Casimiro und im da anweisenude ire auffsag unnd entsagung, in batten, er solt sie aufnemen in die einigkeit seines reichs zu ewigen tagen, sintıem® sie von anbegin zu seinem reich gehorten und durch vergebung von im komen weren, und der wortte me, unnd er sie bey iren privilegien wolte lassen unnd rechtenn. Der konig sich berieth und sagte in zu, was sie begerten, sonnder die ritterbannek er in nit bestetten wolte, es were denne, und er annderst underweiszt wurde, unnd in da gelobete, sie nymmer zu ubergeben, noch zu verlassen und sy zu beschutzen unnd zu beschurmen vor den b. unnd irem anhanng. Und die Preussen, die da waren, im namen, die sie gesanth *hetten, im schwuren alsz irem hern und erben, unnd disz wart alles verbriefft unnd versigelt. In disem quamen die zeittungen,° wie die schlosz zu Thorn, zu Birgelaw, zu Engelsburg, zu Grebin, zu Dantzke, zum Elbing, zur Balga, zu Brandenborg weren auszgebranndt und verwuestet durch brechen. Da erst die Polen ein getrawen satzten auff die Preussen, unnd sie wolten ir dienner sein. a) es A. fehlt B.C. b) dieweil B. c) zeittung 0. fehlt A.
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Tract,. XVOL. Cap. IE. $ 2. 3. 201 $ 2. Wie die Danszker und Pommereller die stat und schlos Marienburg belegtenn!). Sobald unnd es dem lande wart kunth gethann, unnd der konig von Polen sie het angenommen, sie sich versameltenn die von Danntzke und von Pommerellen, unnd am montag zu Fasznacht sie beranten Marienburg, stat unnd schlosz, unnd lagen da mit sechs tausennt mann unnd tetten ir bestes. Sonnder die b. waren da behertzt unnd sich irer erwertenn. Da aber die Pommereller sagen, wie sie nichts konnten geschaffen, wurden sie es einsz, sie wolten da ligen unnd mit hunger unnd feur die stat zwingen. In solchem ligen die Pommereller ohn versorge ire tage zubrachten. Von disem es quam, wie am mon- tag nach Mitfasten* die b. mit den burgern ausz der stat fielen unnd *fol. 451b. funden die ane were und erschlugen ir zwetausennt und 300 fienngen sie, die andern entlieffen. Da wurden getunden der Danntzker buchsen, damit man mauren fellet, 14. Von stundan der homeister liesz wider einnemen das grosse unnd kleine Werder und liesz im schwerenn. Von disem die gemeine von Danntzke unnd ir anlage, die Pommereller, auf ire hauptleute gar unleidlich waren, wann in warheit sie es ver- narreten. Unnd man die gefanngne erloszte, umb die hauptleut wolt niemandt fragen; darumb wolte fortan der homeister niemanndt geben zu losen one die hauptleut, unnd quam, wie 12 hauptleut und rotmeister musten im gefengknus sterben mit 75 mann; wenn einen ohn den andern mocht man nicht haben. Vonn disem die Pommereller und die Dantzker sich verheiten* auff den orden und gedachten sich zu rechenn im widerzurennen®. $ 3. Von eim reiehstag zu Regenspurg ein teil umb diser sachen.?) In disem jar 1454 auff Georgii war ein reichstag zu Regenspurg im Bayrlandt beruffen umb der Tureken und der b.* in Preussen *fol. 452a. willen; wann der Turck hett Constantinopolim, unnd die b. in Preussen lieden not von den iren®. Zu welcher tagfart wart vom babste Calixto III. (!) geschickt der cardinal Niclaus tituli s. Pettri ad vin- eula, unnd die curfurssten waren alle da, uund nichts beschlossen auff den Tureken, dieweil er auch die schismatieos angriffe. So tratt vor a) vorherten A. B. b) rynnen A. berennen B. C. c) von iren leutten ein krieg A., von den iren ein krieg B. 1) Nach Lindau, Ss. r. Pr, IV, 507. 2) Nach Aeneas Sylvius, Ss. r, Pr, IV, 226.
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*fol. 452b. *fol. 4538, 202 Traet. XVII. Cap, I. $ 3. der lanndtmeister in Teutschen lannden unnd clagte uber die un- getrewen Preussen, wie sie seinen orden ubergeben hetten unnd sich zum Polen eincorporiert unnd itzunt ein krieg mit in fuerten, unnd bat ire irlauchtigkeit, unnd man solt in disem ein gut mittel finden. So war dahin gesanth vom reiche von Polen, umb zu erbitten hilff wider den Turcken, einer* mit namen Johannes Luttico!), ein redner und doctor, unnd diser wart vorgelassen unnd® den diennst und bevell seins konigs anbracht. Nach disem der cardinal verschuff, und der lantmeister solte anclagen Preussen und Polen wie vor, unnd das er auch teth. Darauff antwurt Luttico unnd sprach: irlauchte furssten, ir.solt wissen, wie das lanndt von Preussen sich hat wider *gegeben zu seinem erbhern, von dem es so lannge die gewalt der b. Teutsches hauses mit unrecht gehaltenn hat, und disz ausz sonnderlicher schickung gottes, der da will, unnd kein gewalt ewig sey°, seyne auszgenomen. So ist meine vermanung, unnd ir nichts mit gwalt ubet umb solches. Wan gedenckt, und wir bey unns haben gebunden hunde?), unnd so wir sehen, wie gewalt wil gehn vor recht, wir thun, wie wir mogen, unnd solcher wortte me. Darauff in zornne sprach der lanndtmeister: menlein, was magstu sagen? Mein wirdiger orden in Preussen mit seinem blutte erworben hat von den unglau- bigen, unnd darumb es unnser ist. Wir haben in verganngnen jaren mit deinem konige ein ewigen frieden gemacht. Wie redlich er in eim solchen die Preussen annimpt, steet abzunemen. Darauf sprach Luttico: von dem, wem Preussen angehort, unnd von irem blutvergiessen, ist hie nicht zu richten, wen die irlauchten furssten darumb nit alhie sein, und wie ir den ewigen friden gehalten habt, wiert man auch wol sagen zu seiner zeit, so du es begerst. *Im abeweichen diser beder der cardinal unnd legatt schalt die b. recht und verschuff, man solte in volck zu lassenn gehn umb ir gelt. In disem quamen dem ordenn 800 Behmen auf Marienburg, unnd die churfurssten nach beger der b. bevolen marggraff Albrecht, und er solte hanndein in irem namen mit verrichtung, mit kriege, wie es nott thet, vor die b. umb ir gelt, damit sie zu dem iren quemen. a) diser was genannt A, B. C. b) w. v. u. diese Worte sind in den Hdsohr. an falsche Stelle gerathen. c) bosteho B. fehlt A. 1) Joh. Lutkonis. Diug. II, 144. 2) Dies Gleichniss gehört S. Gr. allein zu. -
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Tract,. XVOL Cap. IH. $ 1. 2. 203 Capitel I. $ 1. Wie der konig von Polen Preussen einnam durch huldung der Preussen. Casimirus der konig von Polen in disem jar auff Pfingstenn quam in Preussen unnd zum Elbing, unnd er liesz im huldigen wie irem erbhern vom gantzen lannde; wen da quomen hin alle stette, unnd er in da erlobte schilling und pfennig zu muntzen 10 jar lanng, und dem lannde da seine privilegien confirmierte unnd rechte, alsz er von den wart volkomlich underricht, die ritterbanck auszgenomen; wann sie war vom babste unnd vom kayser verurteiltt und auch von in selber aufgesagt. Nach disem der konig sich wider in Polen machte* unnd liesz im lannde 8000 man und Pretborium von Conitz- pole!) zum hauptmanne. Diser das volck verteilte, wie es nott war. $ 2. Marienburg wart belegt. Auff Petri unnd Pauli die Polen, die Danntzker mit den von Pommerellen, zogen vor Mariennburg in die 9000* starck, wen das ganntze lanndt das ubrige volck hinschickte, unnd sie wurden viel mal von den b. angesprenngt, sonnder sie stets sich irer erwertten, unnd sie der stat Marienburg grossen schaden tetten unnd sie gleichwol nit kunden gewynnen und lagen darvor bisz auf Exaltacionis crucis. Im tage nach disem sie abezogen ausz diser ursach. Es quam ein sterben unnder sie, unnd ir vile verginngen plotzlich, welchs viele bedeutten®, wie es ein plage were von gotte, unnd° sie gedachten den orden ganntz zuverderben. Unnd alsz nu viel tot waren, viele auch heim? waren gezogenn, die da plieben, wurden ungedultig und korreten® auf die andern. Die Polen fluchten den Preussen, wie sie sie liessen in notten in der belegerung.* In disem die Preussen in antwurtten, sie musten ein herrn haben, es were der konig ader der homeister, einer in so vil gebe als der annder; wolt der konig Preussen haben, er solt selber kommen unnd sturmen; das sie solten leib und leben ver- liesen, niemannd weiszt, ob in auch immer darumb gedanckt wurde. Von disen wortten die Polen sich forchten vor den Preussen, unnd in der nacht, in welcher ein grosser nebel war, sie zogenn wegk, unnd „&) 10000 C. b) legten aus B. c) das B. C, d) auch die heim A. e) murreten wider d. =. 0. 1) Przedbor von Koniecpole ist in unsern Quellen nicht genannt, *fol. 453b. *fol, 454a,
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*fol, 454b, *fo], Abba. 204 Traet, XVIL Cap. DI. 83. da die Danntzker unnd ander disz sagen, sie brachen auch auf und uber die fehre Schonnberg sie die buchssen zum ersten uberflosseten mit etlichen mennern. Im morgen umb 10 uhr, alsz der nebel vergienng, unnd die b. vom schlose sagen, wie sie wegk waren, sie eylten in mit den Behmen nach unnd erschlugen ir vil an der fehren unnd ir auch viel fienngen unnd auch ire gefanngne erloseten. $ 3. Wie der konig vor der Conitz geschlagen wart von den b. unnd muste weichenn. Die stat Conitz wart umbkert und sie dem orden trew zusagten, so ersie konte beschirmen. Der homeister den Conitzern* viel gelobte ; wann es leit wie ein pfort zum lannde an der Newen marcke, unnd durch sie er mochte ein volck erlangen. Disz auch wol wuste der konig von Poleu, und nach Nativitatis Marie in disem jar er quam mit 12000 man unnd wolte die stat Conitz bemannen unnd verhindern den einzug b. Heinrici Reusz, herr von Plaw, compter vom Elbing, wann er quam mit 10000 Behmen, Merhern, Lausitzern und Schlesingern, Ma- rienburg zuerlosen und Stumb zugewinnen, den Rempschel von Krixen erlanngt hette. Iım ziehen vor die Conitz die Polen one ordnung und forchte zogen ausz, sonderlich® die bey dem konig warenn. Disz sach hertzog Rudolphus vom Sagen, der feldthauptman, und b. Heinrich Reusz, die in der Dramborgischen» heyde lagen, unnd machten ire spitzen, unnd die Polen worden es gewar und im nu zu hauffe, unnd die b. quamen und schlugen sich mit in ausz aller macht, in welchem schlagen b. Heinrich Reasz mit 3000 reisigen durchdrang und wart in die stat gelassen. Die Polen namen die flucht zum walde; welchen der konig nach und ruffte sy wider,* in welchem hertzog Rudolphus in umbgab mit eim hauffen. Als disz die Polen sahenn, sie quamen im zu hilffe, unnd mit aller nott sie in kaum mochten wegbringen. Der fursst Rudolphus da pleib mit 3000 mannen unnd der Polen in die 5000. Scherlentzky, des konigs marschalck, wart gefanngen unnd Lucas, der starost von Poszna, Jan von Jenen; des konigs cantzler!), der den daumring der versiglung furte des konigs, wart auch gefangen mit dem signet. Von. disem schlaen Polen wart batrubt, Preussen wanckelmutig, unnd die b. behertzt, und in zog volck. zu. Den 8) @. fehlt A, C. b) Bramborgischen A. 1) Unterkanzler. Lindau p. 54. Er hiess Peter von Szekoczin. Diug. II, 150.
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Tract. XVII, Cap. III. $ 4. 205 furssten Rudolpfum unnd Bernhardum* freyherrn vom Sohonberg!) mit ‘62 reittern sie begruben auf geweihete erde in die kirchen; die an- dern pliben hin unnd her ligen. Unnd b. Heinrich zog nach Marien- burg, sonndern alsz er horte, wie es frey were, er verzog und erquickte das volck. 8 4. Wie der orden ire stet wider einnamen und nu meinten sich zu rechen an iren feinden mit gewalt. Sobald die b. von der Conitz zogen und sich* mit heres macht am tage Mathei vor Dirschaw die stat legten, die zu sturmen, so tratten die gemeine vor die’hauptleut, die burger von Danntzke waren: sie so wol tetten unnd sich bedechten, wann ir diennstvolck wer wenig, unnd sie heiten nit pulver unnd auch nit speise; wer-es rath, unnd sie sich solten lassen verderben unnd ermorden, so sie sich doch auff gnade mochten geben? Unnd disz die hauptleut ansahen, wie es auch die warheit war; darumb sie bald mit den b. gethedingt, unnd sie zogen heim gen Dantzke. Unnd den burgern hat man gonst zugesagt, unnd namen Dirschaw wider eynn mit freuden. Sobald disz vor die burger von der Mewa quam, sie erschracken ; so waren etliche da unnd schriben b. Heinrich, und sie in in der nacht einliessen, unnd mit der zeit gab sich auch der, der auff dem schlosz war. Von dannen sie zogen vor den Stumb, darauff Rempschel von Krixen war, und er sich nit, getrawte zu erweren und sich auch vor der stat forchte unnd sich mit* den seinen abtedinngte. Von dannen sie quamen vor das schlosz Preuschmarckt, unnd es konnte sich auch nit halten unnd sich gab auff gnade. Wann so war hauptman Jorg vom Berge, ein rathher vom Braunsberg, ein man unerfaren in - solchen notten. . Darnach sie nomen ein etliche mit gewalt, etliche mit verretterey: Osterrode, Salfeldt, Tentsch Eylaw, Rosennberg, Newmarckt, Marien- werder, Risennborg, Schonnberg, Bischoffwerder, Gartzen, Lessen. Und dise alle bemanneten sie und theten vil schaden auf die Preussen und Polen. Und quaın in der zeit, dasb ein dienstvolck mit dem andern einsz wart, wo sie ein stat vornamen, waren sie dienstleut der b. und die stat den b. angehorte, die stat muste sich von in lesen im namen, das sie Polen waren. Des konigs volck dergleichen a), Hardum A. b) wie A. c) dennoch B. 1) B. v. Schönberg wurde nicht getödtet, sondern gefangen. Vol. Cap. VIII.8 2. *fol. 455b. *fol. 4568.
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*fol, 456b. *fol, 457a, 206 Tract. XVII. Cap. IH. $ 5. 6. tetten. Die arme leuth auf den dorffern dergleichen mit dem branndt- gelt betrogenn wurden unnd musten offte ihrem eigenen* diennstvolck brandtschatzung thun, und war vor ein hofflichs gerechennt vonn in?). $ 5. Wie der konig die stat Lessen belegte und ander vorstorete im lanndt. Auff Martini in disem jar quam der konig von Polen in Preus- sen unnd brachte mit im 60000 man?) unnd besatzte seine schlosser. *So waren der b. volck vom Bischoffswerder ausz unnd mechtigen schaden thetten uf Culmerlanndt; disen der konig nach unnd jagte etlich in Gartzen und erlieff mit in die statt unnd sie erschlug; die stat er plunderte unnd sie auszbranntte, dergleichen auch tett er Bischoffswerder unnd sie zu nichte machte. So war ein haufe umb Strasburg, unnd mit disen der konig sich schlug, unnd sie namen den wegk und ranten in die stat Lessen, unnd sie da berannte der konig, unnd irer waren 800 pferdtb, unnd sie erlitten manchen grossen sturm. So waren die reisiger in der statt, die machten dem volcke frot°, wie der konig Tattern?) hette, und die fressen die leutte, darumb sie solten fristen mit in, wolten sie nit gefressen werden. Darumb sie ehrlich die stat so mechtigen verbolwercktenn, das der konig noch mit stur- men, noch mit schiessen in etwas kunde anhabenn, darumb der konig zog von dannen unnd muste in Polen weren, unnd die zogen auch wegkt). $ 6. Von eim verretter unnd seinem brennen, das er thett wider gemeine verwillung der krieger. *Den Danntzker zu diser zeit diennte ein graff Johannes von Hogenstein genannt in der meinung, unnd er die stat von Danntzke dem homeister mochte verratten. Sonder die burger wurden vor im a) einem A. b) die berante der konig und that m. gr. st. B. c) freude C. 1) Bier ergänzt Grunau den dürftigen Auszug aus Lindau durch die Notiz über Dirschau p. 56. Ss. r. Pr. IV. 512. 2) Lindau sagt: wol mit 60000 Reisigen ohne das Fussvolk und den Wagentross. 8) Die Tattern bringt Grunau aus eignen Erinnerungen bei, vgl. Anm. 69. zu Balıh, Gans, S, 300. .. #%) Dass es der Kälte und Futtermangels wegen geschah, lüsst Grunau aus, Vgl. Lindau, (€. c. mit d. Hochmeisterchron, Ss. r. Pr. III, 685.
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Tract. XVIL Cap. IV. $1. 207 gewarnett von seinem* schreiber, der eins burgers tochter liebete, welcher er es alles sagte, und sie es iren brudern vermeldete. Die Dantzker hetten ein auge auf in. So quam es, sindt dem mal er 400 pierde in irem dienst; het unnd 600 fuszknecht, die Danntzker im befulen, er solte auszreitten auf die, die von der b. folck auff die futterung ritten, und er es thet, unnd sie zu hauffe quamen vor der Bernstat. Unnd diser graff wol 62 pferdt den b. unnd irem volck thet unnd auch wol 100 man unnd quam wider unnd sprach, er hette sie in der schlacht verlorenn; sonnder die Danntzker wusten es wol anders. So war es gleich zu der zeit», unnd man solte soldt gebenn, unnd die Danntzker im gaben seinen soldt, wie im geburtte; so wolt der graff den schaden gericht haben nach lauff des krieges, unnd sie wolten im nichts geben unnd stelleten im under augen seine knecht, die es im sagten, wie er die pferd unnd die menner den b, het gethann. Darauff sprach der graff: disz wil ich mich verantwurten vor unserm gnedigen *herren konig. Unnd zog so wegk mit etlichen unnd quam *fol. 457», zum homeister und sich beclagte, wie er nit het kunth erlanngen sein vornemen, unnd der homeister satzte in auff Dirschaw. Unnd diser den Danntzkern gar verreterliche wart, wan er erschlug iren besten kriegsman in der pastey bey Praust, genannt Johann vom Walde, mit 40 mennern, unnd diser hub auch zum ersten an und brannte alle dorffer wegk, die da waren auf der stat freiheit, unnd thet also@ seim adel gnug. Capitel IV. 8 1. Wie sich die thumherrn von der Frawenburg mit iren guettern gaben ins ordens beschirmung. Die thumherrn von der Frawenburg, nemlich doctor Arnoldus cantor unnd landtbrobst!) mit den seinen, sagen, wie die stette im bischtumb iren herrn nit wolten auffnemen, sonnder sie bey dem lannde pleiben wolten. Im jar 1455 am tag Epiphanie sie mit dem homeister einen vertrag?) machten, unnd er solte einnemen des capitels a) 8. eygenen B. C. b) zu der zeitt fehlt A. 0) vorderblich B. CO. d) also fehlt A. C. 1) Der Cantor Arneld Venrade uurde im April zu Mehlsack gefangen genommen ; der Domprobst Arnold von Datteln war nicht Landprobst zu Allenstein. Wen meinte nun Grunau? 2) Der Vertrag datirt vom Freitage vor Bartholomei, vgl, Ss. r. Warm. I, 143, Plastwich ib. 37. und 111. giebt den Tag Divisionis Apostolorwn als Datum der Uebergabe von Allenstein an. .
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*fol, 4582. 208 Tract. XVII. Cap. IV. & 2. guetter und zur herberge gebrauchen, sonnder die thumherren solten gleichwol die herrlichkeit gebrauchen, unnd hetten sie was uberigs, das wolten* sie mit im teilenn. Unnd disz solt sein bisz zum fride- ‘machen, und der homeister disz mit in verbriefite unnd versigelte. *fol. 458b. So liessen die thumherrn auff Allenstein b. Wilhelm von Helffenstein mit 100 pferden unnd Jorgen von Schliffen mit 100 trabannten ein. Allenstein stat unnd schlosz war wol versorgt mit getreide in die 10 jar lanng; disz die b. namen unnd anderswo sich bespeisetenn unnd den burgern grossen gewalt anlegten. Arme leuth es den thum- herrn elagten, und die thumherrn dem homeister. Der homeister antwurt, sie solten sich der verschreibung halten. Dieb. es erfuren. Die thumhern sie mit prugeln schlugen und nomen unnd bunden sie unnd sie gefangen hiel- ten ein jar unnd sprachen, sie hetten wolt die Polen einlassen. Nach dem jare man schickte sie gen Konsberg unnd man sie da ganntz schlim und wie ubelteiter verhielte vor iren gutten willen. B. Hein- rich Reusz, her von Plaw, in crafft der vorigen verschreibung!) nam ein Melsack, Ressel, Wartenberg, Bischoffstein, Heilsberg, Seeburg, und Guttstat; hielt dem lannde zu gute Hans von Lusyein?) mit 700 Behmen ; die andern stette hetten die Polen innen fur den konig. $ 2. *Wie der homeister von den Dantzkern geschlagen wart, unnd mercklich sehr. Am tag Fabiani?) quam der homeister in eigner personn, b. Ni- clas Postir, der- compter von Danntzke, b. Hartfuest*, der waltmeister, graff Hanns von Hogenstein und der graff von Holdrungen? mit 1400 pferden unnd stachen den Danntzkern die Rodaune ausz, damit sie kein wasser solten haben zu der mule. Von dannen sie zogen umb den Bischoffsberg und wolten errennen im auffthun die Junge- stat. Da waren viel gebeude von ziegel und ein weiszmonncheeloster, wol bewart, in welchem sich meinte der homeister zu verschantzen, wen es lag vor der stat Danntzke sechs pfluggewennde. Disz :alles die Danntzker wol wusten unnd zogen mit irem dienstvolck ausz un- a) Harttfnesz B., Hartfurst A., Harfust C. b) Moldrungen B. 1) Vgl. Ss. r. Pr. IV, 146. zu cap. 60 der (Gesch, w. e. Bundes. 2) Ein Hans von I.., der um 1455 lebte, ist nicht bekannt, wohl aber ein Zeit- genosse Grunau’s, der ermländische Landesvoigt, nachmalige Woiwode von Culm, H. v. L. 3) Montag vor Antoni, vgl. Lindau p. 56, Ss. r. Pr. IV, 512.
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Tract. XVII. Cap. IV. 8 3.7.81. 209 der den Hagelsberg und traffen sich mit einander und sich schlugen in die 4 stundt, damit der homeister verlor 8 b. unnd 600 man, die Danntzker verloren 1000 man, der merer teil ertreten wart im tieffen schnee. Unnd der homeister nam die flucht auf dem dritten pferde unnd quam weg mit wenig* gesunden mennern. Darumb von stund an *fol. 459. man gebot den gutten leutten in der Jungestat unnd den weissen monnchen, sie solten abebrechen die heuser, ader sie wolten es abe- brechen*. Viel es tetten, viel auch do auff iren frommen und schaden dapliben ; dise nach vielem vermanen der Rechtenstat Danntzigk wurden von in angelegt unnd auszgebrandt und verstort auff die grundt, und sie musten bawen in die A!testat ir wonung. & 3. Wie der b. soldener wolten gelt haben, und sie es nit hetten. Dorothee in disem jar war ein soldttag, unnd das ist, unnd die b. solten gelt dem diennstvolek geben unnd sie sagten, wie sie es nit hetten. Darauff sprachen die graffen: unnd was ist das gesagt? Uund ir unns im aufnemen hapt angesagt, man wolt unns fueren auf Marien- burg vor ein thurm, da wir mit eysenhuettenn golt solten weg- tragenn, unnd wie ist es nu? Ir hapt nicht, gelt und wolt kriegen ? Unnd werlich recht die Preussen sagen, unnder vielen eurn zusagen ist nitt ein war wort. Und ir dorfft nit gedencken, unnd wir das unser entperen wollen, *unnd solcher wortte unnd drohung viel. Der homeister mit seinen b. sich ubel forchten, unnd sie es zu rath wurden und in all ir lanndt unnd stette in Preussen verschriben, unnd dise [verschreibung] lautte also: Folgt der Schadenbrief vom Tage Dorothee [6. Febr.]| 1455 in nicht correcierer Gestalt, als er bei Schütz, 8. 213 f., und in den Geschlechts- nachrichten der v, Schlieben, Beil. 34. gedruckt ist. Capitel V. 8 1. *Wie sie die nott lernte, und sie diss brauchten, aber wenig gluckeb. Dem homeister wart gesagt, das die stette und schlosser im Culmerlanndt sich gernne zum orden woltenn geben, wenn sie nur a) sie abebrennen B. b) Wie das ordensfolck Boldau und Frauenburg ausbrante B. — Wie der hoem. etzliche stette einnahm und zurstorette aber mit wenig gluck ©. 14 8. Granan IT. *fo1. 4596. *fol, 462a.
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*fol. 462b. 210 Tract. XVII. Cap. V. $ 2. mit ehrn von den Polen weren. Auff ein solchen losenn wan am tag Appolonie, damit sein volok den solt verdiennte, er zog ins Colmer- landt unnd sturmte Soldaw unnd brannte duıch feurpfeile die ganntze stat ausz, unnd die auff dem schlosse sich abetedingten. Alsz nun der homeister da lag, so wart im gesagt, wie der konig mit grossem vo!ck wer zu Thorn einkomen, darumb er bemannete Soldaw und zog heim.!) So® teilte sich das heer, und b. Heinrich Reusz, herr von Plaw, branntte ausz die Frawenburg. Da waren der thumherrn heuser wie furstenhove. Unnd war disz die ursach. B. Wilhelm von Helffenstein und Jorg von Schlifen, damit sie ein entschuldigung funden der ge- fenngknus der thumbherren, die dem orden zum besten® Allenstein stat unnd schlosz hetten verlegen, sie schribenn, wie sie hetten die Polen wolt einlassenn unnd die b. erschlagenn*. Das annder teil sich versamelt zum Preuschmarckt und zogen uber den Drausen, wann *es ein fest eysz noch was, unnd quamen mit 700 pferden umb die uhr 9 zum Elbinge! und zuntten die speicher an unnd sie verbranten mit dem dorffe dabey, Grubenhein® genannt, und hielten im hinderhalt in den holtzhauffen. So war es in der lieben Fasznacht, in welcher iref trabannten truncken waren, unnd sie ausz unnd sich mit den b. schlugen unnd sie brachten in die flucht; viele sie fingen unnd viele sie auch erschlugen, wen sie waren also erfrorenn, das ir viele das auszgezogene schwert nit konden halten, unnd man sie im morgen auflas ausz dem schnee. Die EI- binger verloren elff trabantenn in diseme. 8 2. Wie man Thorn wolte verraten dem homelster, und von seinem ungluck. In der ersten fastwochen zog der homeister ausz mit seinem ganntzen heere vor Thorn; wenn in Thorn hetten sich etliche be- sprochen, sie wolten bey nachtzeitten durch die Newstat in einlassen. Unnd er quam, sonnder disz war verspeet durch eine starcke wache. Im morgen es quam ausz, welche die hauptleutte diser verretterey waren, unnd man fandt ein rathman und einen scheppent, unnd dise a) Nachdem B. U. b) z. b. fehlt B. c) sie erschl. sollen A. Das sie sio erschl. solten U. d) 2. E. fehlt A. C. e) Grubenhagen B. f) der Elbinger B. g)i.d. fehlt B. ©. Mao. B. hat zwelf tr. h) u. einen sch. — man, fehlt A. 1) Die Nachrichten über Soldau und die folgenden über Frauenburg und Elbing sind anderswo nur andeutungsweise vorhanden, ı
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Tract. XVII. Cap. V.$ 3, >11 enthenpte man, *unnd einen burger, disen man vierteilte. Alsz der *fol. 463a. homeister nu sach, wie der anschlag verstort war, brante* er alles wegk, was in der vorstat war, unnd zog vor den Culm und den sturmette unnd verlor darvor in die 100° pferdt unnd must weichen. Von dannen er zog vor Graudenntz unnd sturmbte und nichts gewann. Von dannen er quam vor den Reden!) unnd da sturmte das stetle unnd es gewan. Sonnder alsz es in der ruhe war umb mitternacht, man warff feur ein vom schlosz, unnd von grossem winde es brannte in die grundt. Unnd die seinen zu fusz mit not wegkquamen; das ire in do verbranntte, unnd zogen wider auf Marienburg. $ 3. Wie der orden die statt Konsberg widererlangte, und von Iren streitten. Am sonntag vor Palmen in disem jare zu Konsberg in der Alten- statt disz geschach, das ein burger von eim burgermeister, umb etz- lichs geldes willen zugeben,?) waıt mit wortten auszgericht. Diser es zu hertzen nam unnd gedachte® sich zu rechen; Andres Brunaw, der geburt ein Pommerenig, war er genant. Diser damit er seinem neide gnug thett und so er viel claffen? konntte, wan er etwan burgermeister war gewesen und mit vor dem *kayser in der ersten verclagung, sonn- *fol. 463b. der in seiner vollen weise er sagte, was heimlich im ratte gehanndelt war, und disz vil [ergerung! machte‘, unnd darumb er von seiner stelle gestossen wart. Umb disz willen mit der zeit er machte ein pact mit etlichen gemeinen burgern, unnd dise die andern anredten, sie wolten den orden wider aufnemen und wurden wol erlanngen ver- gebung aller sachen in freuntschafft, die sie im thetten‘. Und es quam, wie am montag vor Palmen die gemeine den ratt vom rathausz abetrib unnd in ein newen rath machten und disen Andres Brunaw wider zum burgermeister. Disz nam sich die stat Kniphoff an, legten sich wider die Altestadt auf, machten® die thore zu unnd wurffen die brucken ahe und huben an zu schieszen unnd feur zu werffen, eine stat in die a) brante — was fehlt A. b) 500 A. co) g. fehlt A. d) kloffens ©. e) u. d. v. m. fehlt B. nd... i.t. fehlt B. g) n. aufn. dawider d. A., die th. 2. A. C. 1) Den Anlauf von Rheden setzt Lindau p. 56—357 vor den von Culm und lässt die Angriffe auf Thorn und Graudenz folgen. 2) Als man sagte, umb der zceise willen. Lindau, Ss. r. Pr. IV, 515. oe 1*
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212 Traet. XVII. Cap. 7.83. annder'),. Die Altestat rufften den adel unnd die freien mit dem bischoff von Samlanndt, unnd sie quamen in die 700 man, und die Altestat sich also bemannete.e Von stundan man schreib dem ho- meister, wolte er sie lassen bey iren privilegien unnd wolt in ver- zeihen iren hanndel mit dem lande, sie wolten in aufnemen vor iren *fol. 464a.herrn. Unnd wie sie* es begertten, also er sich verschreib gen sie mit willen. Der homeister schickte nach Konsberg b. Heinrich Reusz, her von Plaw, mit zwetausent mann. Diser verbrante umb den Braunsberg, was da war, und zog gen Melsack?), da sich die thum- herren mit iren gutten leutten ergaben auf cristlich beschirmen. Unnd am sonntag nach Ostern er berannte den Kneiphoff unnd in belegte auff dem Haberberge, unnd die zu im hinausz unnd schlugen im abe 300* reisige; 60 sie fienngen, die andern eutrannten. Unnd disz schlaen werte von 12 bisz in die nacht. Der Konsperger pliben 15 tott. Der bischoff von Samlanndt disz verschrack, und er schickte schiffe® in der nacht gen Haberstro unnd nam auff Adolphum°, den graffen von Gleichen®), mit 1100 man“, unnd dise quamen gegen uber auf Samlanndt, und im morgen sie gen Konnsberg in die Altestat Titten unnd stat unnd schlosz einnamen. Im selbigen tag sich gab dem orden die statt Lobenicht, wann es war in nit moglich, unnd sie sich halten solten vor dem schlosse unnd Altestat. Unnd darnach *fol. 464b.b. Heinrich Reusz mit dem voleke sich wolte mit den *Kneiphoffern verschreiben, wie sie wolten; sie soltenn sich gebenn. Disz wolten sie nicht angeen, unnd man gienng mit in an ein sturmen in den dritten tag lanng, und die b. verloren gut unnd vil volck und machten mit dem Kneiphoff ein beyfriden. In welchem beyfride am letzten tag quamen in® von Danntzke 5 barsen mit 300 man unnd gewer unnd auch 20 bote mit speise, unnd die segelten die mechtige kette entzwe, damit die beume im Pregel ubergestrackt waren, das sie nit solten auf- komen. Den andern tag sie namen den Altenstetter ein erafleel? mit schweren guttern, das war komen ausz Engellandt und halb Andres Brunaw zugehorte..e Unnd zogen auff Samlanndt unnd holten ein mechtig rob und branten etliche dorffer ausz, in welchen die paurn sich vermessen hetten, sie zue schlagen, unnd quamen heim. a) 200 B. C. b) schriffte A. ce) Rudolphum A. d) 1200 B. ce) den Konigsbergern B. f) crawell B. oropffel A. 1) Dies und die folgende Erzählung hauptsüchlich nach Lindau, I. c. S. 516. 2) Pol. oben S, 208. und Ss. r, Pr. III, 692. 8) Nicht Adolf, sondern Hans v. Gl., den Pfleger zu Jochntedt, HM-Chronik Ss. r. Pr. III, 692. >
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Traet, XVII. Cap. V. 54. 5. 213 $ 4. Von einem wunderlichen streitten, und wie sich der Kneiphoff ergab dem orden.') Alsz nu mit den Kneiphoffern freuntlich antragen den b. nichts halff, sie giengen sie an mit ernst. Die b. machten ausz der Alten- stat uber das wasser Pregel eine *brucke von bordingenn, damit man *fol, 465a. zugleich mochte zu sturmen laufen. So war bei diser brucken® ein mechtiger weiohselkan, darauff war ein mechtiges blockhausz gebaut, - auf der anndern seitte dergleichen auch eins. So war ein kreyerb von 100 lasten angerichtet mit einer brucken, die stundt im schiffe; unnd so man das schiff wolte an die mauer bringen, liesse man die brucke fallen, unnd auff der bruckenn solten einlauffen tausennt man. Disz alles des nachtes in der Altenstatt wart gemacht, unnd in einem morgen das schiff mit seinen instrumenten an die mauer brachten unnd wolten die brucke niderwerfen, So waren da die Kneiphoffer unnd satzten maste von schuttenschiffen under*, unnd die brucke kuntte auf die mauer nit fallen unnd so halb stundt und halb lag, und die von der maner worffen unnd schossen in das schiff, wann das volok da im hauffen stundt, und wurden so verwunt, das das blut zu den spegatten ausrann® unnd den Pregel roth ferbte. Die schiff mit der lannge brucke und mit den blookheusern gienngen auch an, aber die vonn der mauer warffen und schossen, das grosse hauffen der todten® auf dem bolwerk* lagenn. So quam seitling ein mit jageboten Henningf*fol, 465b, German?) mit den Dantzkern unnd da ein blockhaus versennekten und das annder gewonnen mit allen buchsen. Unnd disz mit irem sturmen werete ein tag unnd eine nacht, unnd die b. da verloren mit der Altenstat. In disem schlaen verlor der ordenn sein pannier, und zwo tausent der besten mennert. 8 5. Von einer seer rodlichen that der Kneiphover gen den Dantzkern. Nach disem dennoch gleichwol zwelf wochen lanng war stetter streit zwischen den beden stetten, und konnden den Kneipboff nit ge- wynnen. Die b. meinten das grosse gut der Danntzker, das darinne war; wen hert vor dem wintter waren ausz Littauen gebracht mech- e) kirchen A. b) kreer A. co) m. n. schutten die schiff unter C. d) ausluff A. eo) d. t. fehlt C. f) Heinrich A. g) u. z. t. d. b. m. fehlt A. 1) Die folgende Darstellung ist ausführlicher, als die Lindau's. 2) Vgl. Lindau I. c. S. 516. Schütz fol. 221.
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*fol. 4668. *fol. 466b. 214 Traet. XVH. Cap. V. 8 6, tig schwere gutter, die gen Danntzke solten, unnd die waren da zu getrawer hanndt gethann zu bewaren; und dise man gernne gehapt hette. So nu die Kueiphover sich, so lannge zeit so ritterlichen ge- wert heiten und sie numme pulver hetten unnd auch ansahen, man wurde sie nit uberheben solcher sturme me, und in alwege hilff zu schicken vom lannde wurde sie verfilen®, und mocht zur zeit gescheen, [sie) da{mit] muesten gelassen werden, *derhalben sie® beschlossen, sie wolten sich dem orden unndergeben bisz zu ausztrag der sachen mit dem konige. Und sie es brachten vor den b. Heinrich Beusz, unnd er wolt es nit angeen, sondern wolte darzue der Danntzker guetter haben. Darauf sprach die statt: so wollen wir noch ein jar mit euch kempffen. Aber der graf von Gleichen unnd der bischofl von Samlanndt schriben dem homeister, unnd er gab in acht wochen, in welchen sie mochten sicher alle guetter der Danntzker verschaffen bisz fur Danntzke',, Unnd disz alles geschach, unnd der homeister nam den Kneiphoff ein bisz zu ausztrag der sachen. In disem schar- mutzeln pliben tot von des ordenns teil 2092 man unnd die redlichsten vom Kneiphoff 248 man. 8 6. Wie die Polen mit den Preussen wurden geschlagen unnd sie auch die brueder schlugen. Under disem sturmen zog her Rempschell von Krixen mit 1200 mann und wolte gewinnen die Preusche Eylaw und lag da bisz in die zehnde wochen. So bald b. Heinrich Reusz, her von Plaw, den Kneiphoff hette, er ausz unnd uberfiel die vor der Preuschen* Eylaw unnd erschlug ir bey 600 mann. Herr Rempschel entquam davon zu fusz?). So lagen vor dem schlosz Rein 600° Polen, Masuren, die sich da vergraben hetten, und waren dise, die Jorgensborg und Johannsborg?) hetten auszgebrannt. Auff welche quam b. Heinrich Reusz unnd im a) ihne zo vil werden C. b) und oe A. O. c) 700 B. 1) Die Danziger Kaufleute mussten ihre Waaren freien, indem sie die Söldner bezahlten, welche sie zum Schutz derselben in den Kneiphef gelegt hatten. Vertrag vom 19, Juli im Stadtarchiv zu Königsberg. 2) Zusatz in C’: und ein polnischer her aus Masow, dor auch geschlagen wartt; und der orden behielt das feldt. Vgl. Schütz fol. 219. 3) Zwei heuser in der wildniez. Zindau I. c. 5. 518.
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Traet. XVII. Cap. VI. 8 1. 215 morgen im nebel auff sie fiel unnd sie schlug. Damit er verlor 200 (!) reisige unnd er muste entrennen. Der von Polen pliben nit 20° lebenndig unnd reumeten das leger!). Brader Heinrich Reusz im aber versamelt 900 reisiger unnd quam vor Schippenbeihel unnd wolte sie errennen, und sie im da ab- schossen 100 pferdt und. 20 fingen. Er quam vor Fridlanndt unnd erranntte die stat, sonnder man schoss das schossgatier vor; da man hette so vil, als man wolte, unnd erschlug im 200 pferdt. Er quam gen Konsberg und auf Assumpeionis Marie mit den sturmschiffen von Konsberg er zog vor Welaw den Pregel auff unnd quam mit 600 man? zu lande. Und er wolte die stat sturmen unnd sturmte, bisz er verlor die schiff alle durch feureinwerffen. Und sie ausz* der stat, unnd im abschlugen 36 reisiger und fuszgennger® 18, *fol. 467a. unnd er mit denn andern entrannte?). Sint disem die diennstleut sahen, wie sie der homeister auff die fleischbannck opfferte, sie maneten iren solt, sintdem $. Jorgen lanng verganngen war. Unnd da war nit gelt, unnd man bat sie umb Marien willen, sie solten gedult haben. Da sprach einer: so schennde euch der teufel. Wir hetten gemeint, und wir diennten fursten umb gelt; so horen wir nun, unpnd wir diennen betlern umb worte. Hie wiert nichts ausz. Gelt her unnd kein annders. Capitel VI. $ 1. Von funff tagfarten Inn disem jar gehalten auff versonung des kriogs. Dem homeister gienng zu hertzen, unnd sie iren soldenern lanndt unnd leutt umb iren solt unnd schaden versatzt hetten, und itzunt die zeit me dan ausz were,” unnd das gelt solte gefallen, und *fol. 467b. doch nichts da war. Sie gienngen unnd es mit marggraff Albrechten von Brandenburg machten, sintdem ime vom reiche der hanndel der @) eiff A. p) 500 A. c) fingen B. C. 1) Note in C: Altsteter chronik sagt, der orden hab das feldt behalten. Dies sagt Lindau I. c. S. 518. . 2) A. erzählt die Wehlauer Affaire vor der Friedland betreffenden. Lindau setzt sie „etliche Zeit“ nach der Unterwerfung Königsbergs und lässt die Anläufe auf Fried- land und Schippenbeil, dann den Ueberfall von Rhein folgen.
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216 Tract. XVII, Cap. VL 82. b. zwischen den Preussen unnd in mit den Polen wer befolen, das er queme unnd ein gestalt machte, wen sie sich erbotten durch legaten mit den Preussen zu hanndlen, wie es were gelassen bey dem kayser; unnd sonnderlich er solte eylen, ehe dann sie ire eigne dienstleutt verkaufften. Darumb der marggraff schreib zum konig umb ein bey- fride, im one schadenn, auf 24 wochen, die sache zu hanndlen, unnd wart im zugeschriben(!). So waren im vergonnt funff tagfartenn in diser zeit, die benumet war, unnd er quam auff Bromherg an Preussen, zu welcher er verruffte die heuptleut der diennstleutte des ordens unnd mit in hanndelte, das sie dienst zusagten dem orden aufl vorige ver- sohreibunge noch ein jar lanng, und zogen so wegk von im. Die annder war vor dem konig Casimiro, unnd da wart nichts beschlossen. "fol, 4688. Die dritte war zu* Mewa, unnd da wart auch nichts beschlossen. Die vierte war zur Newburg, unnd begert da ein entlich antwurt. Die fanffte zu dem Penntzka* im dorff, und da nam der marggraff ein antwurt, damit er obn® muttwillen heim zog. Zu wissen, das gieng alles auff vorteil zu, unnd man die tagfarten verzog, ob man was er- lanngen mochte durch die b. von stetten unnd schlossern, sonnder ander leut da auch sinne gebrauchtenn. 8 2. Frag, rede unnd antwurt in der vierten tagfartt der b. und der Preussen vor eim marggraffen im namen des reichs. Auff disen tagfarten furte der marggraff von Brandenburg durch doctorem Albertum Blumenstein sein wort und die Preussen durch Johannem Pfeilsdorff ir antwurt, unnd der marggraff sasz da wie ein versuner und mitler im namen der churfursten des Romischen reichs. Dise wortte geschahen vor dem konig Casimiro uber die Preussen in der meynung, wie sie mit iren_vorigen herren hetten verretterlich ge- *fo]. A68b, handelt, sie auch mit der zeit mit den Polen wurden handlen,* unnd damit auch der konig mit den seynenn mochte wissen, was sie gethann hetten, unnd sie sich der Preussen hetten underwunden. Sonnder die Polen verstunden nit Teutsch, unnd die Preussen in antwurt gaben. Doctor Albertus: die Preussen im jar 1440 haben ein bundt gemacht, von in genannt „gott zue lob, iren herren zum besten und dem ganntzen lande zu Preussen zum fromen“, und disem allen wide- rig wiert gefunden in der heuttigen handlung under in. Zum ersten, a) Pontzka O., Piozke B. b) mit B. Vielleicht schrieb Grunau „one unwillen“.
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Tract. XVII. Cap. VL 8 2, 217 gott in keinem bluttvorgiessen und ermorden der mentschen nit wiert gelobet, wie dan in Preussen geschicht. Zum anndern, ire herren sein. mit irem bundt gebessert, das sie heute nit ein eigenen steckel in Preussen haben. Zum dritten, dasz lanndt ist ires bundes gebessert, das es heutte halb wuste ist, und gleich wie die Preussen mit iren alten herren gehanndelt haben under der gestalt, die ein gutte ge- stalt hette, also auch vorsehlich, sie mit der zeit den Polen thun werden. Antwurt Pfeilsdorff: die Preussen haben must ansehen die *uncristliche gewalt unnd die verretterey der b., wen sie ire zusage *fol. 469a. und verschreibung mit frevel nit wolten halten. Welcher von den Preussen darwider rette, kunt man in nicht totten offentlich, man hat in zu gaste gebetten in gestalt der freuntschafft, unnd sie so ein theil verseufft, ein theil vergeben, ein theil auch sonnst gemordt, und solch unschuldig blut zus rechen man heute hanndelt in Preussen. Das aber got in dem ermorden der bosen wirt geeret, man see an, wie got spricht zu Moysi, alsz er liesz 24000 man!) erschlagen, da sie hetten ein gulden kalb vor gott angebetet. Wart da got geeret durch den todt der lesterer und ubertreter des willen gottes, so wirdt er heut im handel der Preussen auch nit geunert, unnd man die auchet* zu ver- wenigen®, die in gottes unnd oristlicher trew werden gefunden lesterer. Auff das ander, so unsere alte herren sich also gebessert haben, unnd sie keinen eigenen steckel® nit haben, ist ausz unnserm bunde nicht, wie man es besehen kan, sonnder ausz irem ubermuth, wan sie wolten das mit gewalt haben, das sie mit rechte nit kunden besitzenn. Auff das dritte, wie das lanndt wuste” sey, ist von unns nit, sonnder von *fol. 469b. den b., die ir brantgelt namen und doch gleichwol brannten. Ist es aber durch die verganngne pestilentz wuste worden, wer mag wider got, in des hennden wir sein. Versehlich es auch ist, unnd die Polen mit der zeit auch leutte mit vernunfft haben, die die Preussen uber ein solches vornemen plagen werden. Und sich die Preussen mit disem lange getrost haben, unnd die Polen sich gen sie werden halten, wie sich die Preussen gen die Polen, unnd immer me ein erbher je gonstiger eim undertbann ist, und widerumb, wan ein eingedrungener tirann. Doctor: ein erwirdiger orden hat mit der cron von Polen ein ewigen fride gemacht; wider disen haben gethann die Polen und sich Preussen underwunden wider ehre. Pfeilsdorff: diser fride wart von den b. vermaledeit unnd widerruefft, und sie sprachen, er wer mit des convents willen nit ge- a) nieht ©. b) verwniger A., vorritiger B., weniger C. c) st. in Pronsson B. 1) Exodus, 32, 28: circiter tria millia,
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*fol. 47Va. *fol, 470b. *fol. 471a. 218 Traet. XVII Cap. VT.$ 2 than; hetten das zum zeichen, die namen der b. im brieffe nit weren, wie an andern craffthafftigen brieffen des ordens. *Unnd auch mit einer solchen vortelhafftigen auszrede sie unns das erlobnus des hern ho- meisters zum bunde wolten untuchtig machen, unnd darumb die comp- tores disen ewigen friden mit willen brachen. Und wie die b. wieder ihren ewigen frieden* mit dem heiden Swydrigaylo auff die Polen haben gehanndelt, lasz ich die berrn Polen davon sagenn. Doctor: unnd die Preussen dis. grosz achten, und sie mit er- lobung des herrn homeisters den bundt gemacht haben. Sie beweisen aber nit, warumb der homeister nit hab versamelt sein ganntz capitel, sonnder wie dieblich im nu er euch vorwilliget hat euer begeren, unnd ir in auch nit habt lassen seumen. Pfeilsdorff: die ursach, und der homeister nit kunde komen in sein capitel mit seinen b., war ir grosse uneinigkeit und ungehorsam, wan niemanndt auf in gab und sein verschaffen, und er auch nit sicher war in seinem leben. Unnd damit sie was der vernunfft ge- brauchen mochten, er seumete mit unns nit und verschuff den bundt zu machen. Sobald sie das hortten, wie Pilatus unnd Herodes sie wurden freunde, und Cristus in den armen* Preussen muste leidenn. Doctor: so denne die uneinigkeit der b. euer verbindnus ge- sachet hat, sintdem sie nun eintrechtig sein und gehorsam, der bundt soll abegeen, so er auch nit auff ewige zeit gebenn ist. Pfeilsdorff: das sie gehorsam sein, mogen sie unns dancken. Damit wir aber nit wollen umb iren willen den bundt lassen fallen, wiewol er unns nit ewig verschriben ist; unns ursach genug ist, und wir wissen, wie unns die b. zu ewigen zeitten nit gut werden, noch gonnstig, und es pleib also, wie es kan. Doctor: nemet zu hertzen ir Preussen, und unser heiligste vatter der babst euren bundt hat verbotten zu halten unnd in hat ge- todt ganntz und gar. Ausz dem merckt, alles was ir thut wider sein erkentnus, das ist euch nit ehrlich, sonnder schentlich zu hanndlen vor allen cristen. Pfeilsdorff: *hette der babst das gefulet, was unns hat ge- drungen, er hette sich basz bedacht und den bundt nit getottet; sonn- der von grossem ansehen der b. gab er grosse bullen wider leut, den da bey leib und gut verbotten war, in sein gericht zu appellieren, unnd darumb wider sein erkenntnus musten, wie ausz todes not, hanndlen. Er mag aus dem antragen der b. unser privilegien getot habenn, unns aber hat er nit getott. a) mit willen — frieden fehlt A. b) gesucht A.
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Traet. XVII. Cap, VI. 8 2. 219 Doctor: der babst wirt mit unwarheit von euch gescholten, so er zu euch seinen legatten gesandt hat, die sache zu verhoren. Pfeilsdorfi: diser legat quam wie ein gemietter tagelohner und er in seiner audienntz unns wolte verurteilen, unnd so wir doch eine appellacion hatten eingelegt vor unnsern und seinen richter, wir im nichts gestenndig sein in seiner legacio auf das mal. Doctor: disz wirt erkannt ein schendliche vorsichtigkeit von den Preussen, unnd sie umb dreyer vergengelicher sachen willen* one sunde haben erdacht drey bose ding, die ewig wider got sein und recht der mentschen. Pfeilsdorff: nu, welche sindt die drey ding, so schendlich erdacht ) vonn den Preussen ? Doctor: den schilt hette der adel verloren, sechs mal hundert tau- sennt gulden die lanndtschafft, die den bundt gemacht hetten, den halsz, unnd alle mitanhennger eigne knechtschafft, wie mit rechte, gewonnen. Pfeilsdorff: was ein wirdiger adel mit rechte thutt, ist seinem schilte nit zu nahende, das sie mogen beweisen, wie recht ist; die landtschafft ir gelt zu geben umb erlaubte sache, ist noch nit erkannt; und den halsz zu nemen, ist nit rath zu dulden. Wollen die b. eigene knecht haben, sie mogen sie gewinnen in den, die keinen herren haben; in Preussen sein die nit. . So fur hervor b. Heinrich Reusz, herr von Plaw: so wollen wir euch zu knechten gewinnen, unnd eur gut unnser sol sein; mit dem leibe wir thun, was wir wollen. So fur einer von den Preussen her- vor unnd sprach: verlasz dich darauf *unnd beweine es nit zum letsten mit dir in geheim. Doctor: man sehe der Preussen Iugenhafftigkeit an. Alsz sie horten, wie der herr von Plaw mit grossem volck queme, sie giengen zum homeister unnd erboten sich*, sie wolten thun, wie er wolte, man solte das volek nit ins lanndt furen. Unnd disz auch geschach, sonn- der die Preussen pliben wie solange. Pfeilsdorff: unnd disz ist bewerlich, wie von hundert jaren her die b. lugen vor die beste tugent geacht habenn, also auch itzunt, unnd pleiben wie solannge. Doctor: und die Preussen heilose leut mussen sein unnd sich in keinen weg lassenn furen, damit das ermorden der kinder unnd ar- mer lentt aufhore. Und der gottesdinst vergeet, unnd in nit zu hertzen geet, noch gedenncken. ae... fehlt A. C. b) erfriere B. C. 1) Vgl. oben S, 189. die kaiserliche Sentenz. *fol. 47Jb, *fo]. 4722.
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*fol. 472b. *fol. 473a. 220 Tract. XVII, Cap, VI. $ 3. Pfeilsdorff: beilose leutt "sein der itzige homeister, b. Heinrich Reusz mit andern comptoribus me unnd der bischoff von Heilsberg, Franoiscus, die da mitsigelten in bunde* unnd hindennach es wider- kamen. Unnd dise geben antwurt uber die kinder, arme leutt unnd gottesdiennst, wen sie mit willen sindt darnach gegangen. Damit man hortte aufl zu redenn. $ 3. Von der tagfart zu Nauenburg und irem handel mit wortten alleine.‘) Der marggraff erlanngte, unnd die Preussen mochten mit im tagen zur Mewa auf gut bedenncken, unnd er gab es zu, unnd sie waren da auf! Vincula Petri. Unnd man viel mit den Preussen hanndelte von in- verschreiben*-unnd-verburgen, die b. solten sie lassen bey iren rechten, unnd solcher dinge tausennt vil. Die Preussen wolten nindert darann, unnd der marggraff erlangte vom konig, unnd er sohiokte, seinen rath auf Assumpeionis Marie gen der Nauenburg®. Unnd sie quamen in eine tagfart, unnd der marggraff bat den rat des konigs also: Der marggraff: wir bitten, und ko. maj. von Polen wolte seine sache setzen auff das urtel unnd erkenntnus unsers heiligsten vaters, des babsts, unnd auf kay. maj. und auf *Wladislaum, konig von Behmen, damit, was die sprechenn, es so pleibe in ewigkeit. Die Polen: dise drey personen zu einannder zu bringen, ist schwer unnd gleich wie unmuglich ; darumb verwilligen wir unns nit, sonnder auf das nechste concilium wir es setzen zu erkennen unnd°® dieweile das in Preussen gebrauchen wollen, was wir innen haben. Unnd disz wolten die b. nit angeen von anhaltung b. Heinrichs Reusz. Der marggraff: so bitt ein wirdiger orden, im umb ein gelt zu verkeuffen alle gerechtigkeit und einspruch, den die cron von ‚Polen sich vermiszt uber Preussen zuhaben, unnd sie ganntz reume unnd vorzeihe®. Die Polen: das sey fern von uns, unnd wir wolten in den todt die einwonner zu Preussen verkeuffen dem orden, so wir wissen, und manch hundert musste sterben vor in. Sie seint auch vor noch zugesprochen gelt schuldig, sie haben es nit wolt geben; viel weniger wurden sie disz geben®. &) und in verschrieben A.C. b) Nawburgk C. Newburg A. c) aber wir wollen B. d) ihnen gantz Preussen einreumen und sich allerley gerechtigkeitt vorzeihen B. e) w. e. g. fehlt A. B. 1) Vol. die Brambecksche Chronik, Ss. r. Pr. IV, 438 S.
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Traet. XVIE Cap. VO. $ 1. 221 Der Marggraff: *so bit wir mit den, die unns gesandt haben, *fol. 473b. unnd ko. maj. von Polen wolt anseen, wie die b. in Preussen sein ein orden unser lieben frawen und von den Masurenn in Preussen ge- satzt, damit sie stritten gen die ungleubigen; und sie fortan in einem solchen pliben unverhindert, er* die Preussen nit sterekte auff: die b. unnd er wartte seiner Polen; und geschee im etwas daruber, er dorffte es nymanndt clagen. Die Polenn: die cron von Polen weis eg wol, wie sie sein ein unnser lieben frawen ordenn, unnd wie sie sein von den Masuren in Preussen gesatzt, auf die ungleubigen zu streitten. Sonnder sie in 200 jaren nichts umbs glaubens willen gethbann haben unnd stets, so wir in Polen anstosz von den ungleubigen gehapt haben, sie unge- warneter sachen in Polen sein gezogenn unnd unns me schaden gethan, wen die heiden. Sie haben itzundt nit ungleubige zu nachparn, sie dorfien auch nit me streiten, unnd 80 sie nit gehalten haben ire stiff- tung, wir von in nemen Preussen, als von undannckbarn. Unnd wil sich irer yemand annemen, wir zwene hunde loszlassen*, unnd wird darober *fol. 474a. jemandt was geschehen, er dorfite es auch niemandt clagen. Der marggraff bat vleisslich, man wolte sich auff dise wort basz bedenncken unnd im auff Bartholomei im dorff zu Pentzkab, ein meyle von Neuburg, ein besser antwurt geben. Und der tag quam, und man gab im dieselbige antwurt. Und er begerte ein annder tagfart auf Bromberg, unnd sie wart im abegeschlagen, wan sie merckten sein vorteil. Dan in seinen tagen quamen zu den b. gute soldner, wiewol anch viele auf dem wege erwurgt wurden'). - Capitel VII. $ 1. Wie die Preussen und Polen mit den b. stortzten in streit vorm Rein dem schlosse. Im jare 1456 alsz man handelte (!), und doch gleichwol ein igelich teil seinen vorteil suchte, disz geschach, und die Preussen unnd Polen a) so wolte sein Ma. die P. n. stercken B b) Pantzka B. Pentza (. schnüt über die Belagerung von Lessen (l. c. S. 519) abgeschrieben ist. Die Stärke des polnischen Heeres wird hier auf „hundert tausend“ (nicht j°, wie der Text der Ss,r. Pr. hat) angegeben, und die Einschliessung von Graudenz „bis an den Donners- tag (nicht Dienstag) nach Omnium annetorum‘‘ hinnusgerückt,
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*[ol. 474b, *fo], 4758. 222 Tract. XVIT. Cap. VIL 8 2. das schlosz Rein, an der Masuren grenntzen, belegten mit 2100 man* und es hart sturmeten, und war nu bisz auf das einnemen gethanb. So quam der herr von Blanckenstein mit 1700 man zu rosse unnd zu fusz. Diser wolt im ein namen machen und sprengete in die wagenburg und schlug one *vernunfft unnder sie, unnd werte bisz in die acht stundt, unnd zum letsten er nam die flucht, unnd der seinen pliben elff hundert man!) zu rosse und zu fusse, der Preussen und Polen 600; unnd die andern gar sehr verwundt. Umb welches willen sie musten auch wegk und zogen abe vom Rein, und das schlos plib da ungewonnen von des konigs volcke®. Reden wart erstigenn. Nach disem sandte der homeister b. Heinricum Reusz mit 2000 man, und dise erstigen in der nacht mit verwillunge etlicher burger, die da wachten‘, die stat Reden unnd gienngen an zu sturmen das schlosz; und in solchem sturmen die b. verloren 150 guter man. Die ander in irem unglucke zornig waren unnd namen, was in der stat war, und branten die stat alles ausz unnd triben das volck ausz, welchs auf dem wege iren verretern hennde unnd fusse abhieben und liessen sie also erhungern. Dirschaw wart erlauffen. Nach disem- die von Danntzke erlieffen die *stat Dirschaw, zu welcher zeit der homeister lag im dorffe Stobelaw mit 400 pferden unnd nam zinsse von den dorffern; und den Danntzkern wart disz kunth gethann. Sie zu im mit 200 rossen und 400 trabannten; sonnder er entquam. Unnd an der Weisgel gein Gotlanndt® sie da funden 150 reisigerf; mit den sich schlugenn die Danntzker, wan die trabanten umb tiefes wegs willen nit konden so bald volgen. Im schlahen der b. volck naın die flucht, unnd die Danntzker behielten 40 reisiger?) und den liebesten man des homeisters in seinem ratte, genanntt juncker Schlegel. 8 2. Von eigen nutz der von Danntzke und gemeinen schadenn. Nach disem es die Danntzker einsz wurdenn, unnd sie erfulleten das tieff, das ausz dem habe in die see ist. Zu wissen von disem, wie von gote zu einem gemeinen nutze des ganntzen lanndes zu Preussen ein eingang von 15 elen tieff war ausz der see mitten in das hab, an a) 1110 m. A. b) getaget A. C. oJ v.d.k. v. fehlt B. d)d.d. w. fehlt C. e) Quttland C. Q) 20 r. B. 71) 100 m. Lindau 1. e. 8. 519, 2) ibid. 8. 590: 46 r.
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Tract. XVII. Cap. VILS 3. 223 welchem die stette Kousberg, Braunsberg, Frawenburg, Tolekemueth unnd Elbingk ligen, und dise iren kauffmanschatz zu der see schickten und *auffuamen. Damit aber ein solcher handel ganntz unnd gar gen *fol. 475b. Danntzke queme, sie dasz tieff mit mechtigen und vilen kasten er- fulleten, damit nit drey elen tieff wasser plib; wenn die kasten ver- triben bald mit saunde, unnd es noch heute so ist. Die ursach von in war, sie hetten gespurt, wie der konig von Denmarck den Kons- bergern unnd den b., iren feinden, grosse schiffe mit volck schickte. Von dannen sie zogen mit 40 boten gehn Brandenburg unnd branten ins lanndt drey meilen lanng und breit; vile reiche scholtzen sie mittenamen. Disz wolt rechen der herr von Blanckenstein. Er quam Marie, Magdalene in den wald, genannt die Wicke, vor Tolckemueth und hielt da mit eim hauffen. So zogen 50 reisiger unnd namen das viehe, das man wolte eintreiben; und die burger ausz, unnd die finde gaben die flucht nach dem dorff Newkirche, und die burger in getrost nach. In dem komen die ander unnd errennen die stat* und namen, was man ausztrug, wan sie zuntten sie bald an unnd hiessen ausz- tragen unnd so *alles auszbranntten. Unnd die da waren auszgelauffen, wurden ein teil erschlagen, ein teil sich auch verlieff. Im selbigen tage waren auszgefaren 58b schiffe, keuttel genannt, und fischeten, auf welchen waren in die 300 man. Alsz dise den flamm sahen, sie qua- men heim und funden die stat verstort unnd alles volck weggetribenn, unnd war nott auf arme leutte. Dise fischerknecbt mit iren schipperen mit hilffe der Danntzker in 100 botten quamen auff Samlandt, Dominici, unnd sie alles verbran- ten, was am strannde des meres wonte 7 meil lang, und luden von guttern die bote alle vol und quamen heim unnd.es getreulich teilten. $ 3. Wie Marienburg verkaufft wart von der b. soldener dem konig von Polen umb gelt. In dieser zeit der b. soldener wolten ir verdiennten sold haben, und man in antwurte stoltz, sie heiten verschriben stette, sie itzundt nit gelt hetten. Von disem die soldener schriben zum konig, der zu der zeit zu Thorn lag, unnd machten ein beyfride auf 1° wochen unnd fol, 4i6a, bcotten im an* zu kauffen umb bereit gelt alle ire verschribne stett *fol. 476b. a) errent der hinderbalt die stadt D. b)«8 A. 0) 12 B. CO, 1) Vgl. Meckelturg zu B. Gunz 8. 391. und S. 330.
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2924 Traet. XVII. Cap, VII. 8 4. unnd schlosser. Und Casimirus der konig mit den seınen nam es an, und sie hetten einen tag zu Graudentz umb des kauffs willen, und der b. soldener waren zu theuer. So wart auf Assumpeionis Marie wider ein tagefartt mit in gehalten*, und sie es einsz wurden in solcher weise, wie der brieff ausweist. Folgt ein Auszug aus dem den Söldnern des Ordens von den polnischen Räthen vorgelegten Vertragsbriefe nach dem Wortlaut, den S. Grunau in Danziger Chroniken fand. Da Th. Hirsch die Urkunde zu Lindau (Ss. r. Pr. IV, S. 522—528.) vollständig hat abdrucken lassen, so liegt um so weniger Grund vor, diesen Auszug mitzutheilen, als derselbe nicht frei von absichtlichen und zufälligen Auslassungen, Fehlern in den Namen und Zahlen, und selbst Missverstündnissen istl), *fol. 4808. Dise stuck alle wurden verbriefft und versigelt und beschworen mit eydes wortten®) zu Thorn am andern tag nach Assumpoionis Marie im jare 1456. $ 4. Wie man von? beden parten gelt versamelte und die b. quamen, ehedan der konig mit den Preussen. Der homeister wuste eigentliche, wie von Johannis baptiste an die soldener dreweten, irer verschreibung gnug zu thun. Darumb er zum ersten zog auff Konsberg unnd schickte eilennde durch Liffllanndt in Teutsche lannde zu dem lanndtmeister unnd zu seinen comptoribus ‘unnd in vorlegte, was zu besorgen were, Darumb die in Teutschen lannden vom orden tetten alsz die frommen unnd namen ire silberin pulpeta@ unnd leuchter der altarie, die silberin bilde, pacem®, creutze, kelche, becher, schalen, kopffe, kannen, becken, fasse, schusseln unnd a) abermals gehandelt C. b) von fehlt A., auff C. c) eigen A., eigendt B. d) pulpita B., pulpitia C. e) paton A. 1) Eine authentische Abschrift dieses Brieffs scheint nicht erhalten. Mir liegt eine sorgsame Copie des 16. Jahrhunderts in einer Abschrift der HM-Chronik (Cod. K. 2. Töppens, s. Ss. III, 523.) p. 66 1. vor; ausserdem C’opien in der Tiedemannschen Chr., Jol. 276 f., die Voigt. Gesch. VIII, 501. benutzt, und in L. Klerr’s Chr. (1571) fol. 228 P. Alle entstammen den Ferberchroniken und stimmen mit dem Druck: meistens überein. Sie lassen auch (s. Hirsch I, c. Anm. 1. 8.528.) den Schadenbrieff von 1455 und dann den ebenfalls I. c. S, 528$—531, mitgetheilten Revers der Ordenssöldner folgen. 2) Hier sagt Grunau, was er nicht weiss. Hirsch hat auf die erheblichen Wider- sprüche des Haupihriefs yegen den Revers hingewiesen. Danach erhellt, dass keiner von beiden vollzogen worden sein kann, ÜUeberdies steht fest, dass die wichtigsten Artikel beider Briefe nicht ausgeführt wurden, Vgl. S. 226.
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Traot. XVII. Cap. VII. S 4, 225 teller unnd was da war, das man von noti* entperen konnte, unnd *fol. 480b. schlug es zu hauffe. Unnd durch Lubeck es quam auf Michaelis gen Riga. Unnd die von Riga auch das ire darzu legten unnd es schickten gen Konsberg am tag Thome apostoli. Unnd der homeister schlug scotter(!) daraus zu 15 *, unnd waren nit sechsb wertt,‘) und itzunt man sie nennt die keulenschilling, wann sie eine grosse keule haben im creutze, unnd war ir meinung, die Polen mit keulen ausz Preussen zu treibenn. Itzunt dieselbige muntz gilt sechs heller. Die furssten unnd herrn im reiche sowol, als auch die freunde der heuptleute uber der b. soldener° schriben disen mit iren freunden, sie solten umb gottes willen ein solchen kauff widerrueffen, wen es wurde allen iren geschlechten eine tadelung? sein. Sie wolten in gut sein, ein erwirdiger orden wurde sie bezalenn. Disz namen sie za hertzenn, unnd graff Adolphus in etlicher namen schrib dem kouig den kauff abe ohne der Behmen wust. Der konig versamelte gelt unnd versatzte den kirchen unnd clostern dorffer, hove, teiche und molen vor ire kelch unnd silberwerck, und schlug ein monntze, die man itzunt nent die *Thornner. Wann sie haben auf der einen seitte *fol. 481a. drey thurme, welchs ist der statt wappen von Marienburg. Ir um- schrifft laut: moneta nova comitatus Prussie?), unnd galten da, wie itzundt, drey #. Die Preussen versamelten gelt, unnd alle diennst- botten musten geben vier f ein iglicher, die pauren nach achtung® ires vermugens, und gaben es gernne, wann sie meinten, es wurde gutt werden. Item so borgete man golt, silber®, wie es war, unnd in verschriben jar jerlich davon zu zinssen, in unnd den iren; und man es thet, bisz sie entpfienngen die heuptsumma. Die stette auch ausz elostern unnd kirchen namen silber unnd, was sielfunden; sonnder sie in nichts versatzten und haben auch nichts widergegeben bisz auf heuttigen tag. $ 5. Wie die Behmen und ire rotte gleichwol Marienburg verkaufftenn umb geldt. Die bezalung geschach nit uber soldt den soldener der b. Darumb die Schlesinger, Merhern, Lausitzer und Meichszner sich warffen a) hellero O. b) 7 B. ©. c) sowol — soldener fehlt A. ©. d) ruttelung A., entadelung 0. e) schatzang C. f) man legt aufl A. CO. 8) golt, gelt und silber und A. B. 1) Vgl. Vossberg Pr. Müntzen u, Siegel, S. 172. 2) m. ducatus Pr. vgl. Vossberg, Müntzen der Pr, Städte $. 33. S. Grunan II. 16
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226 Tract. XVII Cap. VII. $ 5. *fol. 481b. zum grafen von Troningen *und zu Ulrich Czirwonika, die Marienburg hielten: wie sie es wurden machen, sie es wolten verwillen, damit sie bezalt wurdenn. Darumb auf ein newes sie mit dem konige ein kauff machten umb Marienburg unnd Dirschaw, das sie newlich zuvornne darch Hinrichen Radefelt errant!) hatten, Und die summa geldes war zwemal hundert tausenntb Ungerische gulden und neunzig hundert gul- den auf pfingstenn nechstzukomende von beden teilen zu geweren, unnd wart auch gewert. Und das sein ire namen. Folgen die sehr verstümmelten Namen aus dem zu Lindau abgedruckten Re- verse vom 15. August1456 (Ss. IV, 528—529.), dıe hier den Schein erwecken, als hätte 5. Grunau die folgends erwähnte Urkunde vor sich gehabt. *fol, 482b. *Dise sich verschriben in namen irer mitgesellen alsz heuptleut unnd rotmeister am tag Martini?) mit dem konig, im versatzten unnd verschriben stett unnd schlosser zu uberantwurten ohn alles gefer auf pfingsten nechstzukomende. Unpd die zeit quam, unnd der homeister ritt auf Marienburgk, unnd sie liessen in ein mit 30 pferden; darumb am pfingstabendt?) quamen die Polen unnd Danntzker und zalten auff das gelt in ausehen des homeisters.. Unnd die Behmen gaben den Polen die schlussel zum schlosse und die Behmen zogen abe am montag in Pfingsten, unnd der homeister zog auch abe und weynetet) den ganntzen weg bisz gen Dirschaw. Von dannen must er auch am abendt Corporis Christi, alsz die Behmen Dirschaw den Danntzkern uberantwurten. Unnd dem homeister wart nachgestalt, sonnder er entquam, durch ein paurn mit eim kane gefurt uber das habe, nach Konsberg. Capitel VII. *fol, 4832. $ 1. *Von eim auffrur zu Dantzke wider den ratt von burgern, die gutt ordenisch waren.’) Im jar 1456 die woche vor Michaelis wart ein aufflauff von den gemeinen zu Dantzke wider iren rath ausz solcher ursach. Es war in a) hinter machten ist eingeschoben: unnd bey ohren nit wider zu komen A.C. b) 2010000, 1) Ebenso falsch, wie die S. 222, erzählte Einnahme der Stadt durch die Danziger, 2) Vgl. die Erörterungen Ss. IV, 522. 535. bzw. 174. 3) 1457. S. Grunau greift der Erzählung vor und muss Cap. IX. $ 2, S. 2,34. darauf zurückkommen. 4) Ein auch bei Dlugoss Il, 207. vorkommender Zug. 6) Diese Erzählung stimmt zumeilen wörtlich mit dem Bericht aus der Lade des Schustergewerke, vgl, Ss. IV. 642 ff, doch folgt sie im Ganzen Lindau.
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Tract. XVIL. Cap. VIII. $ 4. 227 Danntzke ein wolhabennder burger, Merten Kogge genant; diser etwan in kauffmanshandeln des comptors factor gewest war. Neben der b. handel er sein nit vergasz. Diser war reich unnd seer wolberedt auch* wolgehort von eim gemeinen mann. Zu diser zeit alsz man nun gelt versamelte, vielleicht mit ungestumigkeit, Marienburg unnd die andern stett zu kauffen, der gemein man von Danntzke ginng wimmernde, ob nun fride nach disem wurde. Der eine disen trost, der annder den andern gab. So war da der obgenante Merten Kogge, der durch brieffe des homeisters seiner b. hertz wol wuszte, unnd er offentlich sagte: wir haben geforcht ungerechtigkeit und darumb die b. vertriben; itzundt hept an unnser verderbnus unnd wir es gernne leiden. Unnd so er vil klaffens kundteb, er in verzelte alle zukunfftige ding, die der stat Dantzig mochten widerfarenn, und solcher worte *viel. Unnd die gemeine *fol. 483b. fiel im bey, und gaben im recht, unnd er sprach: wolt got, unnd die ganntze gemein mir es beful, ich wolt es unuserm rat wol sagen, und sie mit unnserm verderbnus wollen lanndtshern sein. Und es sich - begab umb sachen willen, wie man am monntag vor Michaelis die gemeine verbotte, unnd die gemein disen Mertten Kogge ire sach befolen zu reden. Unnd sie quamen vor den ratt, unnd ehe dann der rat etwas sagte, Merten Kogge hub an unnd sprach: ir hern des rats, ein arme gemeine diser guten stat Danntzke wolt wissen von Rudloff Feltstette, dem rathern, und von Rinwolt® Wrigen, dem scheppen, und von Jacob Hassert, dem kauffmann, die nun bey dem Polnischen konig sein gewest, ob sie die stat versatzt haben von Danntzked, damit sie den soldenern soldt und schaden bezalen, den von Stargart, Mowe, Neuburg. Auff disz Rudolff unnd Reinwalt® sich vermassen bey iren helssern, unnd es were nit auff ein solches versigelt, wiewol man es begert hette. So wart auch gefragt Jacob, der von der gemeine wegen da war gewesen, unnd solt bekennen und sprach: in vielen stucken hat man verwillet *unnd versigelt, welche in nit zunahennde weren, *fol. 484a. wenn immer ein underthan musz thun, wie sein herre wil. Das wort im Kogge auslegte, wie man ins vorige genant gelt versigelt hette, unnd darumb er sprach: Jacob, ein gemein hat dich auff ir bestes zum konige geschickt, unnd man ausz deim vorbringen merckt, wie du sie versatzt hast. Darum ich dich itzundt bestricke, wie ein ubel- tetter alhie auf! dem rathaus zu pleiben, bisz du gut thust, wie da nit auff schaden versigelt sey. Und disz geschach also. Den andern tag am morgen etliche von der gemein quamen zu Koggen unnd wolten im sagen ir vornemen unnd funden in, wie er a) geeret, aber A, b) cleflig wiert A., den beschwetz war B. c) EinwoltB.C. d) fohltB. e) Ewaldt C. 15*
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228 Traet. XVI. Cap. VII. $ 1. anzog seine eltiste cleider. Und sie in darumb fragten. Er sprach: unnser rat vor zwe® jarn unns gelobete, wir solten vertreiben unnsere hern des ordens und wir solten in mechtigem gut zunemen. Ich bin ein wolhabendt man gewesen, so hab ich mich under den Polen also gebessert, das ich meine alte cleider musz hervorbringen, sol ich nit nacket gehn, unnd solcher *fol, 484b. worte viel. Unnd sich da ein *rott zu hauff warff unnd disen Koggen mechtig machten, sie wolten thun, wie er in sagen wurde. Unnd gienngen da umb 10° uhr vor den Konig- Artzthoffl, und der rat must da auch komen. So zalte der Kogge dem ratte vor 22 artickel, in welchen sie ungetreulich gehandelt hettenn auff die gemein wider iren eydt; und disz sich der rath frowlich verantwurt, damit ir viele von der gemeine content waren. Alsz dis Kogge merckte, er sprach: herr Herman ‘ Stargarth, herr Wilm Jordann, her Johan Meydeburg unnd her Jochim von der Becke, gebt euch der gutiten gemein gefangen. Unnd sie es umb glimpfs willen tetten unnd sich gnugsamlich verburgeten und gienngen so heim. Unnd Koggen wort was gottes wort, und seiner rotte fielen vile bey vor einen man. Am andern tag darnach es quamen wider auff dieselbige stelle der ratt und gemein, unnd sich der rat verantwurt mit gezeuge auff das allerhochste den gantzen tag. Sonndern Koggen rotte war nit content, und die herrn wurden verburget, nit ausz iren heusern zu gehn *fol. 4853. unnd mitt* niemannde zu reden, und giengen so wegk. Den freitag unnd sonabendt nach disem quam Kogge mit seiner rotte und fragten den rat, ob sie sich gedechten zuverrichten mit der gemein. Sie sprachen: ja, sovil es leidlich unnd erlich ist. Kogge sprach: es wird alles verricht sein, werdet ir den homeister wider auffnemen. Darauff sprach ein rath: das gebe gott nit, unnd wir thun wolten wider ver- schreibung mit’ dem reiche von Polen. Nach disen wortten Kogge mit etlichen gienng heim. Die aber da pliben von der gemein, sahen an ehre® unnd sich mit kurtzen berietten unnd satzten ein neuen rat. Herr Reinholt Niderhoff und Merten Cremon solten burgermeister sein; so namen sie die scheppen, und sie sollten rathern sein, unnd von den kauffleuten, die sollen scheppen sein; nıit welchen die hanndt- wercker unnd die anndern alle sich verschwuren, unnd alle zwitracht, von Koggen erweckt, solt todt sein unnd sie wolten den konig vor iren hern erkennen, unnd man solt vortan eym ersamen rate gehorsam sein bey vorlust gutes unnd des halses, und bey derselbigen peen solte *fol. 485b. keine versamlung noch anhang *zu machen gescheen. Unnd sie disz alles beschwuren unnd schrigen es abe in der sechsten stunde des abents und giengen so heim. )3B.C. WIN.C. c)s. a. e. fehlt BR.
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Traet, XVII Cap. VIIL $ 1. 229 Unnd es geschach am tag Franeisci nach disem, das aber die ganntze gemein auff dem rathaus war unnd da insonnderheit* dem rat schworen, den hern konig von Polen vor iren erbhern zuhalten. Da sie auch erliessen, zu ewigen zeitten nymme zugedencken alles, was ubels vom alten rat gehanndelt were wider die stat. Nach welchem der alte rat stund auff und sich vorzige aller gerechtigkeit, in zu- komende ires vorigen stanndts halben, und, was in widerfaren were, niemandt zum ergsten zu gedennceken weder durch sie, noch die ihrigen. Item sie auch da satzten zu eim rathern Merten Kogge unnd im befulen Pautzke zu regieren zum besten der statt von Danntzke und des herrn konigs von Polen. Und er darauf schwur auf das ereutz Christi. *Item sie auch da satzten, und niemandt solt brieff auffnemen *fol. 4862. unnd schicken one des rats wille bey verlust des guts unnd halses. Von disem zancke die b. unnd ir volek wurden hochlich erfrewet, unnd sie wetten, in kurtzen tagen sy Dantzke wurden habenn, unnd sparten kein schreiben unnd viel verheischen zu Mertten Kogge unnd seiner rotten, und sie auch dem homeister trost und sicherheit zu- sagten, im die stat zu uberantwurten in kurtzen. & 2. Wie man Thornn wolt verratten und wie man die ubeltetter hanndelte umb des willenn.') Dem Adolpho, graffen von Gleichen, thet es berawenn, unnd er dem konig von Polen hatte den kauff aufgesagt. Er mit geleite quam gen Thorn mit den, die noch einsz Preussen und die b. wolten verkauffen, und sie boten ausz ihren kauffenschatz. Und man es dem konig von Polen schreib, der da zu Calisch lag; sonder der konig wolt nichts mit in handlen umb irer unbestendigkeit willen. In diser zeit der graff unnd seine gesel- schafft mit herrn Bernbart von Zinnenberg, der auf die zeit des konigs sein bestrickter war *unnd auch mit ihn wegkzoch zum homeister, stifften *fol. 486b. mit vilen burgern der statt Thorn, unnd man solt in unnd dem orden die statt verratten.e Unnd sie es einsz wurden unnd sich verschwuren mit 200 burgern. Alsz disz nun fest war, so solten die lanndtver- " a) noch einmal insonderheyt C. 1) Vgl. Lindau 1. ve, 8,534, Gesch. w. e, BD. 1. c, S, 181. S. Grunau's Nach- richten sind durchweg selbstständig.
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230 Tract, XVII. Cap. VII. $ 5. keuffer weg. Und es begab sich, wie der graff Adolphus von der kirche quam unnd wil aufsitzen und reiten, so begegnet im Sigmundt von Czirebitzyna® unnad in gesegnet mit andern vielen. Zue disen sprach der graff: ir herren wisset, wir reitten dahin one erhorung, wenn der konig von Polen mit den seinen verschmehet unnser antragen; so wisset, ich will disen meinen guldenen ring verloren haben, wirt nitb ein wirdiger orden inwendig 12 wochen dise stat haben und das ganntze lanndt; unnd der worte vil. Darauff sprach Musigke®, der Thornner auszreitter: gnediger herr, ich setze meins geule an eur, unnd ir wert hauptman sein uber Culmerlandt inwendig vier wochenn. . Ja, sprach der graff, edler Musigka, es wirt sein, sonnder ich wil mich nit so weitt plosz geben. Musigka war ein Behme, unnd er mit *fo], 4878.25 stoltzer geule dem konig *diennte von Polen, unnd der in liesz umb auszzureitten zu Thorn, unnd diser wuste die wanckelmuttigkeit der burger; darumb wart er vom orden durch disen graffen gemittet, vorreterey zu ordnen. Unnd er es auch getrewlich thett, sonnder dem lohne er entgieng mit behendigkeit. Die burger zu seiner zeit machten einen aufflauff wider herr Ga- briel von Baysen, Colmischen woywoden, wann er fienng etliche burger, und er entquam in ausz der stat. Disz den burgern gefiel unnd sie am andern tag lieflen auf das rathausz, unnd in ein statknecht alle schlussel verrieth, unnd sie brachen auff die zeiszcamer und teilten under den eydtgeschwornen das gelt und schickten nach dem homeister, unnd er sie versicherte, zu komen. Den rat und iren anhanng sie be- strickten, nit ausz iren heusern zugehn, unnd war grosz frevel in der stat von in. Unnd es geschach am freitag nach? Michaelis unnd der homeister *fol. 487b, liesz in sagen, wie *er umb abendszeit gewisz wolt bey in sein. Sint dem verjagen Gabriels von Baysenn er versamelte 800 pferdt und er wuste, wie der homeister wurde einziehen, unnd seine monierung, und 80° er sich auch stalte unnd wuste, von wannen er wurde einkomen. So quam es, und der homeister wart verhindert im einzoge und quam nit. In seine stelle auf den abendt umb glock 6 quam Gabriel von Baysen mit des konigs volcke. Im einlassen er berante alle gassen und bemannete die thore; noch wusten es die verreter nit, wer sie waren. Unnd Gabriel von Baysen liesz den rath vor sich bringen auff dass rathausz mit allen den, die dem konig beystunden, unnd sich beweisete unnd mit irem willen er fienng die nacht uber 150° man unnd die wegisten burger, die es mit dem homeister hielten; viele entlieffen a) Czrebitzina B. Zarbicyna C. b) fehlt A. B, c) Musica A. B. d).n. fehlt ©. o)e. fehlt A.,ao0.s.a. st. fchlt B. f) 200 B.
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Traet, XVIE Cap. VIIL & 5. 231 und sich vorseuffeten in der Weissel und sonnst wegk quamen. Am sonabendt umb 8 uhr hieb man ab vor dem rathhausz 72 menner, 46 man sonst heimlich erstach im fanngen; die andern, die am wenigsten schult hetten, man ausz der stat weisete, wie sie gienngen *unnd stun- *fol. 488. den. Unnd Gabriel von Baysen ausz unnd wolt den homeister ent- pfangen, sonnder er war underricht von disem unnd zog zurucke.') $3. Wie die Dantzker branten und wurden gefangen und erschlagen.®) Am tag Simonis unnd Jude Heinrich von Staden unnd Michel Ertman alsz hauptleut zogen von Danntzke mit jachtenn unnd botten inn die 800 man starck, unnd sie legten in der nacht an zwischen Vischhausen’ und Lochstetten am weldtchen Rosenpusch genannt, under welchem sie lagen, unnd niemandt sie merekte. Zue irer zeit sie heraus unnd erlieffen das stetlein Vischhausen und funden da viel geflohete kasten von den baurn von Samlanndt, welche sie namen und plunderten. Mit disen unnd andern gutern me sie erfulleten ire schiffe unnd hetten ein guten windt heim und pliben da noch die nacht. Im morgen die zwene heuptleut igelicher nam 300* man und brannten umb Vischhausen 106? dorffer wegk. In disem quamen die von Konsberg unnd erschlugen in eim dorff 58 Danntzker *unnd fienn- *fo). 488b. gen Heinrich von Staden mit 130 mann. Im anndern dorffe sie ir auch viele erschlugen unnd auch viele verloren unnd fienngen Michel Ertman mit 125 mann, den anndern die verbranten pauren® nach. Von den, die zu lannde waren, nymandt wegkquam, entweder er wart? -- gefangen ader erschlagen. Alsz disz die in den schiffen vernamenn, sie eyleten wegk, unnd quamen reich gen Danntzke, die gefangnen musten es wol bezalen. a) 200 B.C. b) CVI B. 1% A. C. Es wäre schwer gewesen, sie aufzuzählen. c) fehlt A. de. w. fehlen A. C. 1) Die Verwüstungen des Ordens, Abbrennung der Alockerau uw s. w. werden überyangen, vgl, Cap. X. 8 2. S. 241. 2) Vgl. Lindau I, e..S. 536, noch kürtzer Gesch, w. e. B. I, c. S. 183.
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232 Traet, XVIL Cap. 1X. 81. Capitel IX. 8 1. Von einem newen rumor zu Danntzke unnd von seinem ende. Im jar 1457 am tag der heiligen drey konig der rat zu Danntzke mit wissen unnd willen der gemein satzten 40 gutter menner ausz den handtwerkern unnd namen auch etliche von kauffleulten unnd disen mitgaben, sie solten helffen bedenncken, was der stat Dantzke gutt unnd bose mochte sein, und sonderlich sie solten acht haben, wer brieffe nemen ader geben wurde. Unnd disz in bestete herr Hanns *f0], 4892, von Baysen, gubernator.‘) So war da Mertten Kogge, *amptman auff Pautzke alsz ein ratmann von Danntzke, zu disem nun quamen seine rotte unnd batten in, er wolte articulos setzen, die einer stat nutzlich weren. Unnd er es thet, und on wust unnd willen des rats unnd der gemeinen er sandte Jorgen Wise unnd Nickel Lichtenau zu herr Hannsen von Baysen, gubernator, der da zum Elbing war, unnd batten in, er solte in bestetten vor ein statwilkore dise stucke.?) ‘ 1. Siot dem mal ir rat were von* 24 mennern, und nu vorthan alle jarb ein neuer rat wurde erkoren, 18 solten erkiesen die kauffleut under in, sechs solten die hanndtwerker auch under in erkiesen. 2. Unnd dise, so ein gemein am meisten teill in abesagte, nymme ratberren zu sein, sie solten nymme sein. 3. Ein igelicher burgermeister solt haben vor seine arbeit vom rathausz 200 % unnd solt nichts handeln in kaufschlagen; ein rat- manne auch 100 %, unnd solt auch nichts handeln in kauffenschatz. 4. Unnd igeliche zeche solt haben ir° eigen sigil unnd. ge- schwornne schreiber; und sie mochten unnder in hanndlen, wa es in gefiel, nymanndt solt dawider sein. *ful, 489b. 5. So ein burger gebreche, so solt man im ver*gonnen, 7? appella- tiones: die erste vor den rat, unnd konnte er da nit losz werdenn, so solt er die annder auff sechs kauffleut haben, die dritte vor die 40 gutte menner, die vierte vor den burggraffen, die funfite vor den gubernator des landes, die sechste vor das ganntze lanndt, die siebennde vor den hern konig; unnd so in das meiste theill schuldig ader un- schuldig erkennte, dem solt man volgen. 6. Unnd welche personen, fraw ader mann, dise artickel lestern wurden, so man in auch ein solches mit zwen personen überzeugen kan, man soll in darvor straffen anf seim bestenn. Der gubernator a) es zath were in A. b) jar jerlichen O.; A. hat beides. c) zwe A. d) InA. e) dasist A. f) nach A. O. 1) Vereinigung und Bestätigung theilt Lindau I, c. S. 539 7. mit. 2) Ein Auszug in der Anm. zu Lindau, I, c. S, 540,
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Tract. XVII. Cap. IX. $ 1. 233 nam sich diser antrage wunder uber die unbestendigkeit der Danntzker. Er disen gute wort gab, wie es ein gutt vornemen were, sonnder itzundt kunde er nit die artickel bestetten, wan er muste plutzlich wegk. So wolt er doch in kurtzen zu Dirschaw sein, und da solten sie zu im kommen. Und sie zogen so wegk, unnd von stund an der gubernator schrib es dem rath zu Danntzke, was vor in komen were. Darumb am tag Valentini *der rat die scheppen und die 40 gutte menner umb *fol, 490a. 7 uhr waren auff dem rathausz unnd sie verwilleten, man solte den botten diser sachen ir recht thun. Unnd man sandte in botten, unnd nach fragen, von wenme solchs keme*, sie bekannten, wie es Merten Kogge hette geticht, unnd man schlug in die kopff abe, und man sandte nach Mertten Koggen, unnd sie brachten in umb 3 uhr, in welcher stundt man im auch sein heupt abehib. Da disz seine rotte horte, etliche entlieffen zu den, die itzunt waren bey dem marggraffen von Brandenburg unnd im weise sagten, wie man Danntzke solt erlanngen. Vor disen auch der konig von Polen sie in der stat warnete, damit sie sich huteten. Etliche wur- den auch heimlich umbgebracht. So baldt die 50 bey dem marggraffen waren, horten, wie es gefaren war, sig wolten heim; sonnder man schickt in entgegen und liesse in sagen, sie weren:in der acht!); unnd musten also im elende sterben. $ 2. Wie die Dantzker Iren abgesatzten rat widerumb auffnamen. Am dinstag zu Fasznacht ein mechtiger *kauffman unnd burger *fol. 490b. entpfieng brieffe vom orden unnd er sie nit uberantwurtte dem rate. Man schlug im abe sein haupt, unnd er hiesz mit namen Girlach Ochweller. Am Aschermitwoch darnach ratt unnd ganntze gemeine von Danntzke waren der Hansa gehorsam. Wenn die Hansa hett in ge- botten, sie solten den abgesatzten rath wider in seine statt setzen, und sie disz auch tetten. Unnd da auch wart 'verwillet bey verlust aller guetter: die noch in der stat weren ordenisch, solten mit dem, das sie tragen konten, vor sonnenschein auszgeen; wurdt jemandt darnach ordenisch gefunden, es kost im leib und lebenn. a)v.w.s. k. fehlt A. B. 1) Den Achtbrief (vom 25, Febr. 14,57) theilt Lindau I, ce. $. 543 mit.
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*fol, 4928. *fol. 492b. 234 Tract. XVII. Cap. IX. $ 2. Item man solte dem bern konig von Polen helffen mit leib unnd gut in disem krieg wider den orden. Item unnd man mit nichte solt wider in die stat nemen, die von Koggen rotte in der acht weren. Item unnd ein lanng jar solte sein 100 jar unnd ein tag, nach welcher zeit die kinder der vertribenen Koggen rotte in Danntzke *mochten komen zu wonen, wart da gesatzt unnd verwilkort von in allen. Am sonntag Letare hertzog Hans vom Sagen, der war im wynnter komen zum orden unnd sovil wachs, flachsz, hoppen unnd annder war geraubt hette, damit er in disen tagen brachte zwe schiff, igelichs von 100 lasten, unnd wolt sie schicken in Eugelanndt im zu gutte zu verkaufen. Sonnder dise schiff im nomen die Dantzker!) und fiengen im seine beste menner, und die schiff gen Danntzke furten. Am tag Philippi unnd Jacobi nach disem quam konig Casimirus von Polen mit 3000* reisiger gen Danntzke, unnd die Danntzker schwuren im alsz irem hern; von dannen er zog, unnd im schwuren die von der Lauenburg und von Putzke in der Ol'vab, unnd sie befal der konig den Danntzkern. Vor der Himmelfart Christi quamen aus Engelanndt zwe mechtige kauffleuth?), die in der acht waren von Koggen rotte, Hanns Weinrich unnd Michel Schmid genannt, mit grossem gute, welches* in nam die statt, und hieben in?) die heupter ab, wann sie waren wider ihre® wilkor kommen. Am abenndt Ascensionis die Polen nach Marienburg kamen‘, das gelt den Behmen zu geben. Wenn stets die b. spotten der Behmen, der konig vermochte nit ein solch gelt. Die b. es dem homeister auch riettenn, er solte auff Marienburg ziehen, und die Behmen weren nit so kuhn, das schlosz den Polen zu geben; sie wurden sich ja vor im scheuen. Unnd die Polen erlich in gaben des konigs gelt in ansehen desz homeisters, unnd Ulrich Czirwynka® den Polen gab die schlussel und die register zum schlosz, unnd die Behmen zogen abe am monntag nach Pfingsten, unnd der homeister mit in nach Dirschaw.t) Die Folienzahl 491 ist übersprungen. a) 2000 A. b) und Oliva B, fehlt C. co) wider ihre fchlt A. d) k. fehlt A., zogen C. e) Czirwonika N. 1) Vor dem Haberstro vyl. Lindau I, c, S. 544. 2) Vol. Lindau I, c. S. 545. 3) Schipper H. Weinrich kommt unten Cap. X.8 5. S. 2dd vor, vgl. Lindau 7, ce. S. 597. 4) Vol. oben S, 226.
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Tract, XVII, Cap. IX, 8 3. 235 Am donnerstag in Pfingsten des morgens umb 6 uhr Casimi- rus der konig quam auff Marienburg'), und am selbigen tag umb 12 uhr die stat schwur dem konig auf dem sal vor des homeisters gemach. 8 3. *Wie der orden geschlagen wart zu wasser von den *fol. 493, Eibingern und Braunsbergern.?) Der homeister wuste, wie das schlosz zur Mewa not hatte ann speise unnd gewere, darumb?) er belud sieben mechtige* weisselkan mit allem, was im not war, unnd mit gutem volck zu der were, unnd sie solten ubers hab die Weichssell auf. Und die Elbinger unnd Braunsberger am tage Jacobi es innen wurden unnd verlegten im den weg bey dem tiffee Unnd die weisselkan hetten einen guten ostenwindt unnd schlugen unnd schossen sich mit den Elbingern gantzer drey meilen also farennde; zum letzten so gewannen die EI- b.nger die kane und die Braunsberger mit in und furten sie an lanndt auf die neringe und teilten die beutte. B. Flach, der compter von der Balga, mit hilff der Heiligenbeiler quam in schiffe zum Rosenberg unnd viel adels mit im, unnd kamen den kanen zu hilff; sonnder ehe sie quamen, die kanen lagen in der grundt. So hett Hanns Brandenhoff ° vom Elbingk eine barse, mit welcher er an eine schute der b. rannteb, das sie barst unnd da vergienng mit 40 gewapenter edelleuth. Die ander schutten sie fienngen und 4 b. mit *3V) gutier menner. B. Flach *fol. 493b. z0g wegk im espinge mit gemach unnd ungemach, unnd von disem der homeister wart mechtig seer geschwecht unnd beraubt®. Mewa wart berannt. Nach disem ad vineula Petri die Danntzker zwe tausent zu fusz unnd der Polen 300 reisiger beranten die Mewa, stat und schlosz; von der anndern seitte der Weissel quamen 800 reisiger unnd 2004 trabanten Polen; auff der Weissel quamen grosse weisselkan mit blockheusern, unnd damit sturmeten sie die stat. Sonnder sie hielten sich ritterlich bisz in s. Matheustag, in welchem tage die Polen ungedultig waren, wenn der konig in nicht solt gab, unnd zogen so wegk one des konigs wille; so musten die Danntzker auch abeziehen von der Mewa. a) grosse Littausche B. C. b) riemeto C., rudelte B. c) betrubt B. C. d) 2000 A. B. C. 1) „Mittwoch umbe die glocke eins.“ ZLinduu I, ec. S, 5dö. 346. 2) 8 3u.4 erzählen der Reihe nach die Abschnitte Lindau’s 1. c. 8.546—549 wieder. 3) Die Absicht, Mewe zu verproviantiren, kennt L. nicht,
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236 Traet. XVII. Cap. IX. 3 3. Der Dantzker streit zu wasser!). Am abendt Assumpeionis Marie quamen drey krafel mit mechtigem gutt ausz Engellandt(!) und Barbarien(!!), die gehorteh den Danntzkern zu. In dem einen war schipper Gostraw*, der ander Heinicke Jacke, im dritten Bartzsch Be- *fol. 4948. nyn®?) und dise quamen mit vollem nordewyndt ausz dem Sunde* ge- lauffen nach Danntzke. So quamen dise ihn® an bordt, 16 schiffe und grosse holeke, und schrien sie an, von wannen sie quemen unnd wohin. Sie sprachen: ausz Barbarien durch Engellanndt, und wolten in Preussen gen Danntzke zu hausz. So schrig man sie an, sie soltenn streichen‘, das ist, sie solten sich gefanngen geben. Sie sprachen: weme? man in antwurt: vor dem konige von Dennemarck unnd dem meister von Lifflanndt. Die Danntzker sprachen: dem konig vonn Dennemarck wir haben seinen zol im Sunde geben, unnd darumb ist es erlogen; dem meister von Lifflanndt wir nichts pflege sein; darumb wir nit streichen. Nach disen wortten erhub sich ein schiessen. So hetten die von Lifflanndt ein seer schon unnd wolbesigelt schiff, in welchem das groste pannier war, unnd disz sich dem Bartzsch Benyn an den bordt legte unnd mit im schlug 10 meilen lanng. Und got es gab von eim schosse hindenein bey dem rudel, unnd es sich erfullete, mit 150 ritter- messiger menner, unnd ir heuptman war b. Wolff Spunran®(!?), compter von Goldingen, mit 15 b. seines ordenns, unnd gienng zu grunde. *fol, 494b, Item sie fingen eins mit 140 menner vom adel, der *heuptman war b. Dierigk vonn Lebusz), voigt von Sonnenberg, und die anndern sie ubergaben. Die Danntzker quamen auf ire rede ader habungef, unnd die ander 14 schiff der Leifflennder volgten in nach und auff der rede sich mit in schlugen von mitternacht bisz auff den morgen umb 8 uhr, unnd die b.s verloren alle schiffe unnd menner, auszgenomen eins, das tribe der sturm ans lanndt, und da fingen sie innen funff b. unnd zwelff menner. a) Gosruo B,, Guszraw A. b) Bortz Benyn B., Bartz Bernyn A. c) feblt A. C. d) strigken_C. e) Spanram B.C. f) hafen B., habeninge U. g) Lifflender C. 1) Eine von Runuu, Tiedemann u. A, zusätzlich auch bei Lindau I. c. 547 erzählte Begebenheit in erstaunlicher Weise verdreht, 2) Lenyn bei Lindau, Leuin bei Runau. 3) D. von der Lage. Bunge u. Toll, Brieflade, Rey. 8, 226. Unten, Traecı, XVIII, Cap. 9. 8 I. weiss Grunau diesen Namen richtig zu geben.
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Traet, XVII. Cap. IX. & 4. 237 $ 4. Wie die Preussen und die Polen gebrannt und geschlagen wurden vonn den brudern. In disem jar am tag s. Bernhardi brante ausz die statt Schippenpeil von eygnem feur am meisten teile. Sobaldt disz b. Heinrich Reusz horte, er berannte die stat unnd lag darvor. Sie sturmeten teglich bisz auff den tag des heiligen Creutzes Erhebung, in welchem Otto Machwitz mit 1200(!) man unnd speise vor die statt kam. Alsz disz die b. hortten, sie auf und wegk, unnd Otto speisete die stat und sie mit 200 man versorgte unnd zog nach Bartenstein. So muste Otto durch einen waldt, in welchem b. Heinrich lag mit 2000 paurn. (!) *Von disem Otto nichts wuste unnd zog one ordnung *fol, 495. unnd sorge. Indem uberfielen in die b. unnd schlugen im abe 200 man!) unnd fienngen herr Mattis Tolck, ritter, unnd herr Otto Machwitz mit 400* reisiger entrannt. Alsz?) disz quam vor den ho- meister unnd auch hortte, wie vil der paurn waren pliben, er sprach: behutt gott vortme vor eim solchen geheget. Marienburg. Vor Michael den dinstag in disem jare wart verratten dom homeister die stat Marienburg im morgen zwischen drey und viere also. Herr Bernt von Czinnenberg war zum schelme gemacht vom konig; wan er war des konigs gefanngner, ausz welchem er im entran, alsz er die verretterey zu Thorn gestifft hette under den burgern. Damit er nun ehre einlegte umb Marien willen, er hanndelte mit Bartolome Blumen, der ein burgermeister war zue Marienburg, und der burgermeister es mit Volmer® und etlichen seinen companen machten, das man dem homeister zuschrib, er solte kommen auf be- stimpten tag, sie wolten im die stat zufromen. Disz wart also befolen her Berunt, unnd *man gab im 600 reisiger, unnd er quam und wart *fol. 495b. eingelassen, unnd im nu er rante vor das schlosz, unnd es war zu. So kerte er widerumb in die stat unnd ermortte alle Polen vom diennstvolck, und er nam gefanngen Puschkarsy?, den heuptman der draben, unnd bemannte die stat wider das schloss. Im selbigen tage er gieng an, zu sturmen (!) mit pauern das schlosz; sonnder die Polen weiseten sie ab, das man ir viel muste heimfuren. Newteich. Am tag Michaelis, alsz nun herr Bernt sach, unnd er dem schlosz nichts kunde thun, er zog mit 600 reisiger und 300 trabanten durch den Noyt°, wann er gantz klein war, unnd nam ein Newteich und das gantze Werder. In dem tage, alsz Marienburg a) 100 B. C. b) geege A. B., gefege C. oc) Wolmer B, volwort A.d) Burchkarsy A. e) Nogatt B. 7) 250 Lindau, 2) Zusatz Grunau’s,
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*fol, 496a. *fol. 496b, 238 Traet. XVII. Cap. IX. 84. die stat so war eingenommen, war zu Dirschau Lubschitzki mit 800 reisiger und wolte vor die Mewa. Sonnder alsz er hortte, wie es mit Marienburg gefaren war, er zog uber die Weissel und wolte nach Marienburg. Im uberkomen quamen im entgegen viele panern mit beladen wagen unnd im sagten, wie zu Gnoya* im dorfi eine meile von da wer herr Bernt und futterte.e *Darumb er machte ein wagenburg an die Weissel, damit das tieffe wasser hinder im war unnd von fornne die wagen mit eim auigeworffen walle.. Herr Bernt mit den seinen disz hortte. Er auf und quam mit all seim volck unnd mit gewalt sturmte die wagenburg, unnd die Polen sich werten unnd in zwier abschlugen; zum dritten er ganntz grausamlich sturmete, und die Polen sich mit macht wereten. So wiert her Berndt sein gaul erstochen, unnd die seinen in vor todt hinwegk furten. In disem sturmen er verlor 231®(!) reisiger unnd 400(!) traben, pauern, wie sie waren. Dise fandt man zwischen Gnoia unnd der wagenburg, die anndern quamen mit dem krancken hern Berndt gen Newenteich. Die Polen werenn gern nachgeeylt, sonnder sie waren zu kranck unnd schickten nach den Danntzkern. Und sy quamen am andern tage und zogen gein Newenteich unnd alle von den verwunten sie erschlugen.') So wart in gesagt, wie her Berndt wer uber die Weissel gezogen zwischen klein unnd grosz Montaw, und sie da hin?) unnd begriffen die dritte fere, unnd die vergienng mit 30 reisiger. Sonnst die andere, die noch im grossen Werder waren bey der Weissel, sie erschlugen, reissiger unnd, wie sie waren, in die 200. Her Bernt quam weg mit 80 reisiger. 8 5. *Wie die statt Culm verratten wart. Nach disem herr Bernt von Czinnenberg machte mit Hanns Matzkaw, burgermeister zum Culme, unnd er im zusagte, die stat zu uberantwurten dem orden zu gut. Unnd in der nacht Severini er quam mit 2000 (?) man unnd wart eingelassen. Alsz er nun abe nam, ein solche stat konte der orden mit volck nit versorgen, darumb er liesz nemen, was da war. Alsz nu Hanns Matzkaw sagte, man hette im das nit gelobet, man verschuff, in mit funff ratherrn man vier- a) gnoyno ©. b) 271 C. 236 B. ® 1) Zusetz Grunau’s, 2; B.v. 7. kam ungehindert über,
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Traet. XIL Cap. IX. $ 5. 239 teilte. Unnd also namen die ein ende, die die ersten waren, alsz* Preussen vom orden tratt!).. Darnach man gieng in clester unnd kirchen unnd nam, was da war, wie heimlich es auch war vermauert. Ein mirackel. In der stat Culm leit ein closter predicatorum geweihet in der ehre s. Petri et Pauli. Dise monnch umb metten zeit sahen ein volck unnd sie schrien: feinde, feinde, und auch schlugen zue sturme, wie in denne befolen war. Es kundt aber nit krafft habenn, wann der burgermeister war selber da. In solchem beful herr Bernt, man solte *die monnch alle erwurgen, unnd disz *fol, 497a. wart in gesagt; darumb ein igelicher nam, was er begriff, unnd liessen sicb uber die statmaur, wann esb leit hert an der maur. Unnd der monnche waren 18, unnd sie quamen an die Weissel; da funden sie zween kane, in igelichem ein unbekannten man, und die sprachen: tretet ein, da komen sie. Unnd sie eyleten. Und alsz sie quamen mitten auf den strom der Weissel, die in der statt° quamen gerannt und den monnchen flucheten, sie wolten jn nacheylen unnd sie er- totten. Da sprachen die zwene menner im kane: da sey wir vor, 8. Peter unnd s. Paul. Und sie quamen zu lannde, unnd der prior in dancket, und sie sprachen: dancket dem herrn Jhesu und saget, wie euch seine apostel gefurt haben. Mit dem sie verschwunden. Und her Bernt hielt sich zum Culm mit den seinen gantz ungeburlich. Hensa hilft dem orden®). An sanct Mertins tag in disem jar schickten die von Lubeck, die von Hamburg mit andern hense- steiten dem homeister 14 schiff, kreyer? genannt, mit speisz, volck unnd, was in von noten were, unnd sie quamen, wie die Danntz-' ° ker vorm tiefe lagen, unnd sie *wichen in unnd lieffen nach der *fol, 497b, Mimmell. Disen dye Danntzker nach und namen sie alle unnd verbran- ten da eine basteye° mit buchsen, von welchem dem orden ein mech- tiger schaden geschach; wann durch die fart man quam aufl Memel, wen man wolte, unnd die 14 kreyer quamen gen Danntzke mit allem irem. a) unnd A. aus O. b) das clostır B, CO, ce) i. d. =. fehlt A. foinde B. d) kreyher B, e) postey B. C. 1) Zindau 1. c. 8. 549. 2) Lindau I. ec. S. 550,
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240 Traet. XII. Cap. X. $ 1. Capitel X. 8 1. Wie die Polen die b. schlugen vor der Schwetza unnd anderswo auch.) Im jare 1458 am tag Silvestri wurden geschickt 300 Polen, reisiger, auf die Schwetza. Dise wurden angesagt den b. auff der Mewa, unnd dise namen 100 reisiger, pauern und burger 200,(?) und wolten die Polen schlaen. Sonder die Polen waren vorsichtig und sich teilten unnd erschlugen die Teutschen alle bisz auf zwen* burger, und 7 pauern. Sie fienngen 4 b. unnd 30 edelleut mit namen (folgen *fo], 4983. deren 22) *und, wie die ander hiessen®). Dise alle man furte auff die Swetza unnd sie sich umb merglich gelt losen musten. Der homeister wart darumb bitter. Die Polen es nit achten, sonder sie erloseten ire gefanngene mit disen, und darzu 15000 mark newer scotter?). Marienburg. Am tage Fabiani nach disem quam herr Bernt von Czinnenberg mit 1000 reisiger unnd 1000 pauern und bemante die stat Marienburg, wen die Polen vom schlosz im teglichen hertziren hetten weg gebracht in die 1000 man. Von Marienburg er zog ins grosse unnd kleine Werder unnd alle dorfer wegbrannte, die nit brantgelt hatten zu geben. Nach disem er zog in der nacht bey der Jungkfer uber das habe nach Konsberg (}), in welcher nacht von mech- tiger kelte im erfroren 71 junger edelleut, und die andern es ir tage nit vorwonnen, unnd quam so zum homeister. *fol, 4986, In der anndern Fastwoche die b. in der stat *Marienburg, ausz nott gedrungen, wolten sturmen die mole, die die Polen innehetten, und sich darin vergraben, unnd sich Jorge Roder unnd Tile vonn Thunnen, bede ritter, mit 70 reisiger unnd 100 trabannten daran machten. Auff der mule war ein ritter Goninsky mit gutem volck, unnd sich wereten, unnd der b. volck sturtzte und sturben vom ge- schosz. Indem die vom schlosse® ausz, unnd der b. volck disz sach annd die flucht namen zum Noyte® zu, der noch mit eysz stundt, aber es war falsch eis. Da meinte Tile von Thunen uberzukommen und im eylen einbrach unnd ertrannk mit 20(!) reisiger. Herr Jorge a) 3B.C. b) muhle B. co) Nogott B. 1) Nach Lindau I. c. S. 550-552. 2) Es kam auch auf die Genannten nicht an. Denn unter den 22 Namen, welche keine Quelle giebt, hat Grunau 11 Verkäufer der Marienburg! 3) Die nicht geschlagen waren! Vgl. S. 225. und Vossberg I,c. S. 172.
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Traot. XVII. Cap. X. $ 2.° 241 Roder mit 18(!) pferden® wart gefanngen. Im einfuren er ersticht ein Polen, umb welches willen er mit den anndern wart erschlagenn.!) Von allem volcke 15b in die stat quamen von der mole. $ 2. Wie die Preussen geschlagen wurden und sie auch wider schaden tetten.?) In der Palmwoche nach disem die vom Colme, der b. volck, quamen vor Thorn und branten in der nacht wegk die Mockeraw?) und die vorstat umb s. Lorenntz und die vorstat umb S. Jorgen, und sich gaben zu den *zum Newenmarkt unnd Lessen und zogen auff Dobrin *fol. 499a. unnd furten wegk viel viehes unnd alle dorffer sie wegkbrannten unnd quamen heim mit grossem schalle unnd jubiliren. Der Danntzker flusse auf der Weissel angefochten. Nach Ostern, alsz die wasser grosz waren, giennge abe von Thorn ein flusse weisselkan*) 85 mit getreide und speise gen Dantzke. Dise wurden angefochten vom Colm. Sonnder es war nichts; sie quamen vor die Mewa unnd da sie musten streitten. Nach wenig schlagenn Andres Rogendorff, ein burger von Thorn, sich gab gefangen. Alsz man disen zu lannde furtte, quamen mit jageboten die Danntzker und die El- binger, unnd mit schweren schlegen sie retten die anndern. Von dem einen weisselkan die Mewa wart seer getrost mit kornne. Elbinger und Braunsberger schlachtung. Alsz die EI- binger ausz der Weissel ins hab quamen unnd heim wolten, so quamen in entgegen die vom Braunsberg; sie in sagten, wie in der Balga im tieffen etliche schuten weren mit volcke, und in den schutten auch merglich gelt were. Unnd sie wurden *es einsz, unnd zu in, unnd schlugen *fol. 499b, sich mit in unnd ertrennckten mit dem schissen sechs schiff, in welchen das gutt war. So waren in den anndern b. des ordenns, unnd die sprungen ins wasser und sich erseufften unnd wolten ehe so sterben, dan der verretter gefanngne zu sein. In disem man 100 (!) edelleut ausz Eiffland fieng unnd die Elbinger 50, die Braunsz- berger auch 50 (!) behielten. a) reisigern B. C. b) 18 C. 1) Zusatz Grunau's. 2) Nach Lindau I. c. S. 552—553. 3) Die Mockerau unırde schon 1456 von dem nbzichenden Ordenstolk ahgebramnt. Vgl. Wernicke, Gesch. der St. Thorn, Bd. I. S. 239. 4) Lindau: acht, nicht 85. 8. Gronau II.
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*fol. 5008. *fol. 500b. 242 Tract. XVII. Cap. X. 8 3. Welaw wart belegt. Zu Pfingsten nach disem her ‚Blancken- stein unnd b. Reusz, her von Plaw, mit aller macht, die sy kunden auff- bringen, belegten zu wasser unnd zu lanndt Welau, die stat, unnd lagen darvor vier wochen, unnd mechtigen schaden tetten mit schiessen. Auf einen tag die burger ausz und erschlugen 300 man unnd das ganntze heer in die flucht brachten unnd namen, was da war, unnd sich bespeisseten, wen inwendig vier wochen viele von dem armuth waren erhungert in der stat. Marienburg bespeissung. Das verlauffne volck von Welaw und sonst, *wa er was wuste, der homeister nam und zog mit nach Marienburg mit 1200 reisiger uund 2000 trabanten'), Und er brachte speissung der stat und gezeug, das schlosz zu sturmen, unnd lag die nacht im dorf Wildenberg. Disz wuste Gonintzky, der auf der mole war, unnd sprenngte den homeister in der nacht an und bracht in in die flucht und nam im alle speissung und quam heim. Der homeister mit vielen entrannte. 8 3. Von einer tagfart in Schweden umb der bruder wilten.?) Der hertzog von Holstein sich in disem vorjar beflis, unnd er die hansa zu hauff brechte auff Trinitatis gen Stockholm inn Schweden, damit er die Preussen mit dem homeister und den konig Christer- num mit den Danntzkern vereinigte, der in entsagt hatte umb des homeisters willen. Zu diser tagfart wurden geleit die Dantzker, und es quam hin Reynolt Niderhoff, burgermeister zu Danntzke, mit voller macht des konigs von Polen, unnd man gieng die Preussen an mit gute, und sie solten widerumb aufnemen den wirdigen orden, unnd viel guttigkeit und fromigkeit *der personen des ordenns erzelten. Darwider Reynolt Niderhoff auch ir beschwernus unnd der b. laster sagte unnd sprach, es konnde nicht gesein. Nach disem man die Preussen mit wortten ubel hanndelte wider cristlich geleit, darumb Christernus, der konig von Dennemarck, Schweden und Norweden den dinstag darnach sich erzornte und sprach: sint dem ir Preussen nit wider under* den homeister wolt, so entsage ich euch und al ewer bei- lage mit meinen drey konigreichen. Im antwurt Reinholt Niderhof a) fehlt A, wiederumb anther 0. 1) 600 r. 400 tr. Lindau. 2) Lindau I. ec. S. 553 I.
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Traet. XVIL Cap. X. 84.5. 243 und sprach in namen der Preussen: so entsage ich euch und euren drey konigreichen mit all eur beilage. Unnd gieng so in die herberge und im selbigen tag heimzog. 8 4. Tagfart der hanse mit den Preussen.') Die Lubecker liessen nit abe, sonnder sie erlanngten vom konig von Polen ein tag gen Danntzke, zu handlen mit im unnd dem orden, und da quam ir bischoff Arnoldus und her Claus von Bonnaw, ritter in Schweden, her Mangnus von Grehen, ritter ausz Dennemark, und her Werner von Perssberg, ritter ausz Holstein, und sie quamen auf Johannis baptista in disem jare gen Danntzke und giengen *an ein *fol. 501a. hanndlung. Unnd die fremden gesandten* warenn stoltz, und die Preussen und Polen noch stoltzer, unnd das eine teil in disz, das annder in jehnes nit vorjahete, sonnder® in seinen fromen wolte, und entlich es wart nichts daraus. Und die 'geste baten, man solte sie zam homeister lassen, unnd man furte sie gen Vischhausen, unnd da quam hin der homeister unnd der herr von Blanckenstein und viele ritter, unnd nichts beschlossen, und sie quamen wider gehn Danntzke und schwigen stille. Sonnder die hern von Danntzke, Johann Lunen- berg, burgermeister, und Heinrich Westphal, ratman von Lubeck, bey- fride machten mit den Danntzkern und konig Cristerno, wen bischoff Kessel hatt im ganntz Schweden abgewonnen?), unnd der fride solt sten ein jar von Bartholomei nechst zukomen, under welcher zeit man solte die hansa zuhauffe brinngen umb frides willen. & 5. Wie gleichwol igclich tell sein bestes verschuf in disem handel.?) In disem hanndel am tag Johannis der b. volck in der Conitz mit 42 reisiger quamen unnd wolten Garrentzin, das schone dorff der Cartheuser, puchen. Disz wurden die *koler inne, unnd wie es Vor- *fol. 501b. a) die br. A. C. b) das ander nit, sonnder A. 1) Lindau I. ce. S. 555. 2) Ein missrathener Zusatz, Der Aufstand des Bischofs Kettil Karlsson fällt in das Jahr 1464. 3) Lindau I. c. S. 356-597, 16*
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*fol. 5028. 244 Tract. XVII. Cap. X. 8 5. lassen was, sie es den pauern ansagten, und die pauern auff unnd er- schlugen sie alle bisz auf achte, die der bropst von Suckau tet retten, sy vorbergende. Papaw das schloss gewannen die Polen. Am tag aller Apostel quam konig Casimirus von Polen in die 20 tausent [man] und 600 Tattern stargk, die sturmeten das schlosz Papaw, unnd verlor dar- vor 1100* man. (P). Jdoch er es gewan unnd fieng 100 (!) reisiger, die ander er erschlug, unnd Papaw wart verstort. Mit dem volok zog der konig und belegerte die stat Marienburg. In disem belegern der stat geschach grosser schade, wann der konig hat mit im gut geschosz. Alsz nu der konig vorruckte, so war da!) herr Bernt von Czinnenberg. Diser sprengte etlich Polen an, unnd die wurden sein ubermenner, unnd im 40 reisiger und 30 trabanten erschlugen unnd finngen?) den hauszcompter von der Parnaw mit 4 b. und 62 man Leifflennder(!). Herr Bernt entrannte den Tattern mit aller noth auf den Stumb. Am tag’, Assumpeionis Marie die vom Culm und von der Mewa im morgen namen ein *mit hilffe etlicher einwonner die statt Newburg, und disz vorschlieff? Heinrich von Stadenn, ratman der stat Danntzke. Dantzker namen schiffe. Am tag der Geburt Marie quam den b. zu hilff aus Denmargk ein holck, den man genomen hatte Hanns Weinrich von Dantzke;‘) im schiffe den b. zu gute waren 200 man?) unnd sonnst auch silber vom landtmeister in gesanndt ausz Teutsch- landen. An disz quamen die Danntzker mit barsen und pyncken® unnd schlugen sich tag und nacht vor dem tieffen so lanng, das die Danntz- ker wolten weichen. Indem sich die im grossen schiff gaben, unnd die Danntzker hinein unnd sie da funden 61 possknechte,? die in ent- laufen waren, die sie da balde entheupten, unnd fingen 80 und ein monch predicatorum und 8 knaben. Ausz dem schiff sie nomen, was da war, und liessen es versennken vor dem tieffe alda. a) 600 B. b) vorschuff A. c) schnigken C. d) 56 bosknecht B. 1) Vor Lessen, 2) Auf der Stuhmischen leide. 3) Mittwoch nachher. 4) Vol. oben S. 234. 5) Wol 70 Personen. Seeräuber, nicht „den br. zu gute“, Lindau.
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Tract. XVII. Cap. X. & 6. 245 8 6. Wie der konig von Polen ein boyfriede einglenng mit dem orden.‘) Alsz nu der konig von Poln die stat Marienburg wol hette ver- sucht, und es auff deme* stunt, unnd sie wolten sich geben, so quam *fol. 502b. im die bottschafft, wie im die Tattern eindrungen. Darumb?) der konig verwillete auf ein beyfride, welchen zu machenn er von herr Giszgra, dem Ungerischen hern?), war vor vil mal hochlich vermanet. Und ein solch beyfride vom konige und vom homeister wart versigelt und hub sich an am selbigen tag s. Dionisii im undergeen der sonne und solte weren bisz zu aufgeen der sonne an dem tag der heiligen Margretten nechst zukomende, und disz waren seine artikel: Alle gefanngne sollen frey sein bisz zu ausztrag des ganntzen Kriegs; wer aber jemandt unbekannt, der verschribe sich und setze burgen. Das gelt vor die gefanngne soll nicht ehe gefallen, dann so der krieg ganntz verricht ist. Herr Giszgra soll besitzen die stat Marienburg bisz auf ganntze verrichtung des kriegs unnd soll nyemandt beysten, unnd im verrichten, wem die stat zugesprochenn wirt, dem sol sie her Giszgra uberant- wurten. Ob sich ein stat oder schlosz in diesem beyfride vom orden zum *konig, oder vom konig zum homeister wolte gebenn, keiner sol *fol. 503a. es annemen. Inwenndig dises beyfrides kein teill soll pasteien bawen unnd auch nichts brechenn von manren. Welch teill stette oder dorffer innehat, die sollen in lassen huldigen, unnd die burger, die nit wollen, die soll man mit gewalt zwinngen. Ein teil mag mit dem andern handeln one zolle unnd new schleussegelt mit der underscheidt, unnd eine stat von der ander gleit neme. Die gebaurn sollen wider seen ire ecker und zinssen den, under welchen sie gelegen sein. Auff Mitfasten nechst zukomen sollen sitzen 8 menner vons konigs seitte, 8 vons homeisters seitte, uber welche soll her Giszgra die stimme haben, unnd sie sollen sitzen zum Culme unnd sollen richten alle gebrechen des lanndes, und sie sollen handeln auff ein ewigen friden mit dem konig unnd mit dem orden, und s0 sie zwespeltig 1) Nach Lindau, I. c. 5. 558 P. 2) Die Motivirung gehört Grunau. 3) Gesch. w, e, B., Ss. r. Pr. IV, 192.
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*fol. 503b, *fol. 504a. 246 Traet. XVIEL Cap. X. 87. werenn, so erwelen wir Albrecht den fursten von Österreich, und was er erkennen wirt, disem one wider*rede wir wollen stehen. Und so zwischen dem diennstvolcke ein hader erstunde, unnd eim teil ein schade geschee, soll disem beyfriden one schaden sein. Und der spruch des furssten von Österreich soll zwischen Ge- orgii unnd Margretien nechstzukomen gescheen unnd nit lenger ver- zogen werden. Unnd disz von beden teilen so zuhaltenn wart verschriben unnd verbriefft. $ 7. Wie der beifride wart gehalten unnd wie man auszoge fandt in vielen sachen. Der konig zog eylenndt ausz Preussen unnd mit ganntz wenig volck die schlosser besatzte. Des ordens volck auch mit iren hern rechneten, unnd man gab in, was man hette. Viele zogen wegk, aber viele quamen wider; wen auff ein solches war der beyfride gemacht vom homeister. Und der lanndtmeister ausz Teutschenn lannden 5000 trabannten in disem beyfride in Preussen schickte auf sein gelt, und werlich er seine heuser gantz verarmete. Her Gysgra, so bald der konig wegkquam, *er auch wegkzog, unnd es nie geschach, man hette zum Culme gesessen im gerichte ; unnd also im namen, [das) die diennstleut under einander zweleuftig waren, sie den Preussen auf den dorffern alle nott unnd plage anlegten, und sich etliche von den Preussen mit grossem gelde musten losen. Unnd het der konig disen beyfriden nicht anganngen, der homeister het mussen das lanndt meiden, unnd im wer nit zu helffen gewesen, wie dann brieffe, von im zum landtmeister in Teutschen lannden ge- schriben, beweyseten, die man erlanngte. In disem beyfride umb Martini kamen 40 reisiger!) im namen, das sie suchten die reisiger vor der Newburg, unnd sie pucheten das- reiche dorff Rostoy?) und fingen ein seer reichen scholtzen mit 4 alten und reichen pauern, sie zu schetzen, und sie wolten fueren nach der Mewa. Disz wusten die pauern von Praust, von Langenaw und von Cappellaw°®) unnd in verborgen; und alsz der b. volek sach, wie sie 1) Bey 40 Trabanten und 4 Reisiger. Zindau. 2) Rostow, Lindau, 3) Czippelow, Lindau,
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Tract. XV. Cap. XL. $ 1. 247 abermannt waren, sie totten die gefanngen und gaben den lauff. Die pauern in nach unnd sie *alle erschlugen bisz auff drei, die in die Mewa *fol. 504b, mit aller nott wurden gelassen. Capitel XI. $ 1. Von stettem sturmen mit einander des schlosses und der stat zu Marienburg. Der tag quam, und die Polen quamen in Österreich vor den fursten, wie es denne versigelt war, den spruch aufzunemen. Unnd der furst war unmuttig und sprach, alle teuffel hetten sie zu einander gebracht ane seine ansprechung; die solten sie auch von einannder brivgen. Und sie zogen so wegk. Von den b. war niemanndt da, wan herr Giszgra, und er zog gen Ungern und nie wider in Preusser- lant quam. Und die Polen hetten mit den Tattern fride aufgenomen auff ein zeit. Der konig quam (!) Der konig von Polen sach, wie er betrogen wear. Er schickte Visitacionis Marie eylents volck auff Marienburg, das schlosz zu bemannen; wen im war versichert, unnd etliche Polen wolten scheloken. Und es quam, wie am andern tag nach Margretten?) Die b.* gienngen an ein sturmen *am sperlingsthor, ein annder hauff *fol. 505a. vor das annder thor, unnd sich den gantzen tag ausz vor dem schlosse da schlugenn, unnd pliben in 500 tot, und umb tieffer wunden sie musten von einander. Unnd solch hertziren geschach vil. Marienburg wolt man speisen. Der homeister hette mit korne beladen funf weisselkan?) zu Konsberg, in etlichen 30, 40% lest, unnd die quamen auf in der nacht, 3 am Tugenort, 2 den Noyt® auf Ma- rienburg. Dise sahen die Polen kommen, unnd sie herausz, namen auf hartte schlege uber den kanen, dennoch die Polen behielten das korone; die aber auf den kanen waren, sie alle ertrencten. Löbe warteingenomen. Amtag s. Martini?) nam der homeister die Löbe ein, wan sie hatten nit ein hern; und es war meohtig kom- a) burger B. b) iglichen 30 leste B. O. co) Nogott B. ©. 1) Um Vinc. Petri und Exalt. Crucis, Lindau I. c. S. 564. 2) Zwene, Lindau 1. c. S. 562. 3, Nohent bey Margarethe, Gesch. ıo. e. B., Ss. r. Pr. IV, 200.
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*fol. 505b. *fol, 506a. 248 Tract. XVII. Cap. XI, 8 2, mer darinne, wann die b. vom Newmarkte und Osterrode in anlegten allen verdriesz. Idoch ergaben sie sich® mit der underscheidt, wem sie wurden zugesprochen, desz wolten sie sein, so man ein bestenndigen fride wurde angeen. Unnd disz wart in verbrieffet. 8 2. *Wie der orden unnderlag von den Preussen unnd Polen In diser zeitt. In der zeit des beyfrides, wiewol man nichts offentlichs handelte, damit man den friden breche, so hat b. Heinrich Reusz, her von Plaw, heimlich uberali versucht, das feuer der verretterey anzulegen und zu erwecken. Darumb am tag der heiligen Magdalenen, alsz der beyfriede ausz war, quam er mit 20 b. und 800 man vor den Morung; wen wol 10 burger hetten im zugesagt, die stat zu uberantwurtenn. Unnd er quam am tag Magdalene, und die wolten im gernne einge- holffen haben, sonnder sie waren ubermannt von den andern burgern. Und sie erschlugen zwischen zween pasteien 6 b. grosses adels, die da waren komen ausz Teutschen lannden, und pliben auch tot in die 300° man. Von disem schry b. Heinrich Reusz: O ir fleischhunde, wie schentlich hapt ir unser b. unnd gut volck verratten, und nannte ir zwen von den verrettern. Und er zog ahe unnd brante abe die ganntze vorstat und in verderbte ire hoppengarten. Im selbigen tage namen die von Morungen *ire verretter unnd sie in vier stucke hieben.*) Danntzker wurden gejagt.?) Vor Dominiei in disem jar die Danntzker zogen ausz mit 1500 mannen und wolten brechen das schlosz Kischau. Sonnder von disem. wusten die b. auff der Mewa und sie es hemannten, und alsz die Danntzker quamen, die b. sich be- weiseten, unnd die Danntzker wichen in der nacht.) Im abeweichen die b. quamen auff sie unnd erschlugen Bartholome Kleven, den haupt- man, mit 47 menner, und die andern quamen unnd verstorten Subo- witz und Grobyn, die schlosser, unnd quamen heim. a) e. m. 5. fehlt A. O. b) 700 C. 1) Sie entliefen, Jindau I. c. S. 562.) 2) Lindau I. ec. S. 562. 3) Nachdem sie etwa eine Woche lang vor Kischau gelegen hatten.
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Tract, XVII.Cap, XI. 2. 249 Bartenstein sich erwerte.‘) Den tag nach der geburt Marie b. Heinrich Reusz nam alles volck und frische b. unnd quam vor Barten- stein und wolt es errennen unnd verlor da in der Alle, dem wasser, 160 man unnd wich abe. Schippenpeil sich rette. Erquam den andern tag darnach vor Schippenpeil unnd sie sturmbte und erlangte ein thor. Unnd alsz sein volck am dicksten am tbor stunden und hieben, die ausz der stat brachen auf die steinbrucke und *erwurffen 80 menner. Von der *fol. 506b. annder seitte er wolte in disem sturmen und quam mit 200 man auf die Allenbruck unnd bricht mit ein und verlor da sein pferdt, drey b. unnd 25 man, unnd er muste wegk. Fridlannd wart angefochten. Nach disem er muste weg und quam vor die stat Fridlannt unnd ging sie ahn mit eim sturme und gewan die mole vor der stat. Unnd die burger?) herausz unnd schlugen im®) abe 97 reisiger unnd fingen Jorgen von Schlifent) und den heuptman von Ressel. In der stat?) war heuptman Fritz Mach- witz, und er sturmpte die mole unnd sie gewan und da inne erstach 47 gutter menner. Unnd b. Heinrich muste wegk unnd liesz da im gefengknus drey b. unnd 38 edelleut; und sie wurden wol geloset. Passenheim man versuchte.) Auf Michaelis etliche von der stat Passenheim schriben b. Heinrich Reusz, er solte komen; sie wolten sich dem orden ergeben, wann die Polen tetten in viel ungemach. *Und er quam starck. So war ein solchs den Polen vermeldet, unnd *fol. 507a. sie sich auch versamelten starck unnd traffen?) mit einannder unnd schlugen sich den halben tag, unnd es pliben da todt in die 300 man von beden teilen. Und die b. musten weichen unnd liessen da ge- fanngen Jorgen von Löben, den heuptman von Warttenberg, mit 26 reisiger.°) Und die b. mit irem volcke quamen bey nacht in die 1) Die folgenden Abschnitte haben keinen anderen Anhalt, als die Notiz I,indaus l.e. S, 564: Item umb Nativitatis Marie fingen die von Bartenstein, von Schippen- beil und von Friediant her Jorgen von Schliffen, dem heuptman von der Pr. Ilow, ab 97 reisiger mit gutten pferden und harnisch, domitte waren rottmeisters, und umbe dieselbe zeit aus do fingk Fritzsche Machovicz den ubirsten heuptman von Resel selb - 16 der reisiger. 2) Nicht die Bürger von Friedland, sondern die polnischen Söldner in der Stadt, 3) Nicht dem von Plauen, der gar nicht zugegen war, sondern dem vun Schliefen. 4) Nicht ihn, sondern seine Rottmeister und Reisigen. 5) In Rössel?! 6) Lindau 1, c. 7) Das Treffen ist ein Zusatz. 8) 24, Lindau.
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*fol. 507b. *fol. 508a. 2350 Tract. XVIL Cap. XI. $ 3. stat Allennstein unnd waren mude. Umb die mitternacht die stat wart brennen von eygnem feur und brannte ganntz ausz bisz auf die kirche. Unnd dem volcke der b. da verbrannten alle ire pferdt, har- nisch, das ir viel nur im hembde sich in die kirche retteten, ihrer viell® sich auch unverwindtlich verbrannten. Von disem wart ein auff- ruhr auff b. Heinrich Reusz, sonnder im wart wegkgeholfien. $ 3. Von eim wasserschlaen, da die Danntzker gewonnen von den von der Mowa.!) Auf Omnium sanetorum die von Danntzke schickten 121 weissel- kan mit gewandt, hering und saltz geladen, und dise solten gen Thorn. Auf einem weisselkan hetten sie von holtz ein blockhausz oder pasteye *gemacht, vol mit gutten buchsen, bey disem waren 27 (!) espingeb mit gutem volck und vielen buchsen. Unnd sie quamen bey den Zannter, da funden sie, die ir harreten von beden seitten der Weissel, unnd gienng an ein erschrecklich schlaen, uund ir viele sturtzten. Die kane lagen vor ancker, wenn die Weissel war mit bomen vermacht, unnd so lanng musten sich die Danntzker weren, bisz alles volck der b. verloffen war. Unnd sie hieben die bome losz, unnd sie aufschuben die kane unnd quamen vor die Nawenburg, da hetten die b. die burger unnd die pauern auffgewirkt® unnd stunden in dreyen kanen mit feuer- kaulen. Sobald die Danntzker dise sahen, sie liessen ein heuptbuchse ab, und trifft, unnd niemanndt wuste, wie der Newburger kan brennen wart, und verbrannte In disem die espinge zu ine zu; wer nit ver- brannte oder im ausspringen vertrannck oder nit wart erschlagen, den fieng man‘. Die anndern erschracken und zu lande eyleten; ir vile wurden erschlagen. Und die Dantzker auff unnd branten alle speicher unnd scheunen unnd, was vor der stat war, wegk *und quamen gen Thornn. Lawenborg. Sonabenndt nach disem die von der Lawenborg woltenn sich dem orden ergeben. Unnd disz wurden innen die Danntz- ker unnd auff mit 1000 man und traffen mit Ulrich von Meuxsellen«(?) unnd in erschlugen, unnd die andern entranten, die da soltenn ein- nemen die Lawenborg. Die Danntzker aber die Lawenborg besatzten. a) nur im — viel fehlt A. b) einspenig A. o) auffgewurgt A., aufgewiegelt B. d) d f. m. fehlt A. 6) Meixsellen B., Marzsollon C. 1) Lindau I. c. S. 564565.
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Tract. XVII, Cap. XJ. $ 4. dl Stargart solt man gewinnen, Im selbigen tag die von der Mowa machten ausz viel pauern, die solten holtz ladenn unnd solten es furen gen Stargartund solten auf den brucken unnd in den thoren haltenn, damit man nit schliessen konte; sie wolten bald da sein. Einer von den pauern hett ein bruder da innen, unnd diser im begegnete. Der pauer sprach: bruder, dein harnisch an! es wirt balde nott thun. Im nu die stat auff, unnd steen im geschicke, unnd die wagen mit dem holtz sie von den gassen zogen, damit sie nicht mochten die gassen berennen, und stunden da unnd sich mit 'in schlugen in die sechs stundt; unnd wichen ausz der stat.* Dirscohaw wolten sie haben. Von dannen sie quamen und wolten auff* die nacht Dirsohaw einnemen;; zue welchem in helffen wolten *fol. 508b. zwen burger, Lasarus unnd Jorg Cramer!) genannt, sonnder die stat wart es inne, unnd sie die verretter vierteilten?) unnd hinngen die stuck an den weg, da die b. komen solten; unnd sie auch quamen und das worzeichen funden. Hanns Schuhmacher. Im Advent die b. umb Melhausen fingen ein burger vom Elbing, Hanns Schuhmacher, und im furen er schlecht? sich losz und erlost seite geselschafft, und nemen die ge- fanngen, die.sie zum ersten hetten gefanngen. Unnd sint disem diser Hanns Schuhmacher wider die b. und die iren grosz gluck hatte, unnd er sich nit anders behalfl°, nur unnd er sie fienng, unnd sie sich musten losen. 8 4. Beyfride. Der new bischoff von Heilsberg, her Paulus Legenndorfl, am tag Thome apostoli es zum synne brachte,?) unnd er versigelte ein bey- fride auff acht wochenn, und ein igelicher mochte zuziehenn zu den seinen. In solchem die von Bartenstein, Schippenpeil, Fridlanndt und sonnst annder mer furtten ire war gen Danntzke, und sie nomen wider *gowanndt, wurtze, saltz, hering, unnd furen heim. So wolte sie kein *fol. 509a. dinstvolck ansprenngen, wiewol es in von den b. geheissen wart; so a) Als die von der Mewa kamen, schlugen sich div burger mit ihu sechs stunden lang, und musten wieder aus der stet weichen B, b) schlicht B, schnidt C. co) befliss O, 1) Und ein kremer und sust ein ander, Lindau. 2) Wurden uffgesaczt, Lindau. 8) Nicht der Bischof, vgl. Lindau I, c, S. 565.
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"fol, 509b. 252 Tract. XVIL Cap. XI. $1. sprenngte sie an der homeister mit b. Heinrich Reusz und nomen in, was sie hetten. Darvor in der selbigen wochen sie fiengen den compter vom Rein(?) mit 20 pferden, unnd branntenn im ausz Dompnow und furen nach annderm gute nach Danntzke. Der compter muste sich lesen mit den seinen vor 3000 mark, unnd so quamen sie irem schaden nach. In disem jar war ein ungleublicher harter* winter,‘) wann man mit schlitten zu zween pferden von Danntzke gen Hele fur, dergleichen auch ausz Schweden in Lifflanndt. Und vom tage an, alsz die see oder das mer so bestundt von kelte, man sach nie ein wasser offen im ganntzen mer bisz in den anndern tag Gertrudis. Capitel XU. $ 1. Von dem wolgestrafften frevel der Thorner vor dem Lessen.> Im jar 1460 die diennstleut hielten den gemachten beyfride, wie die redlichen, *unnd sie ire herrn boszwicht schalten, das sie iren brieff des beyfridenns nit hielten. Am monntag®) zu Mitfasten des ordenns diennstvolck im Lessen wolten die Thorner ein wenig casteyen. Sie wustenn, wie die Thornner ein verkuntschaffter bey in in der stat hielten von den burgern. Sie gaben vor, wie sie alle ausz wolten auff ein beutte auff Dobrin, unnd ritten ausz. Im selbigen der kuntschaffter auf ein pferdt unnd quam gen Thorn unnd es ansagte, wie sie auf eine beutte weren geritten. Unnd das dinstvolek, sobald der gen Thorn rantte, im abennde kerten widerumb in die stat. Unnd die Thorner quamen mit 800 trabanten und 200 reisiger Polen, unnd sie quamen im morgen, unnd man liesz sie einsteigen. Unnd alsz es gnug war, der b. volck auf unnd schlug do on alle barmherzigkeit uber 300 tot. Die Polen®) erharreten der anndern unnd sie mit not heimbrachten. a) fehlt A. b) Das dienstfolck scheldt die b. vor bosewicht B. 1) Aus Lindau, 1. c. S,.566. 2) Umbtrent mitfasten. Lindau. 3) Flohen und liessen die Thorner im Stiche, Lindau,
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Traet. XVII. Cap. XD. $ 2 253 8 2. Marienburg wart gewonnen.') In disem montag?) die von Danntzke, die vom Elbingk unnd new volck vom konige "sich legtenn vor die stat Marienborg unnd *fol. 510a. machten darvor vier* pasteyen unnd die stat mechtig vergruben, damit niemandt ausz mochte kommen. Unnd lagen darvor bis ad Vincula Petri. Die von der Mewa quamen mit acht weisselkan und brachten volck, geschosz unnd speise, das gnug auff lannge zeit; sonnder alsz sie in der nacht in die stat woltenn, die im heer sich mit in schlugen und in miteinander namen, was sie brachten. Nach welchem grosz hunger in der stat war. Die Preussen mit den Polen horten sagen, wie der homeister queme mit 1000 man und 800 reisiger und brechten der stat notturftigkeit. Sie schickten sich, in zu entpfahen, unnd er quam am dinstag zu Ostern, unnd sie mit im traffen am molteiche, unnd er sich mit in schlug von mittag bisz in die nacht unnd verlor, unnd die seinen in verliessen. Ein teil rannte auf Marienwerder, ein teill auff Preuschmarckt, unnd er quam mit nott auf den Stumb gerant. So must man under dem homeister ein scheffel haber kauffen umb drey fierding unnd ein arn vol hew umb ein fierdung. Und man gab dem volcke nit gelt, darumb *der homeister in nit vertrawete, *fol. 510b. unnd sie im auch mit unwillen dieneten. Die Preusen wolten® es ein ennde machen mit Marienburg. Sie schrien ausz ein freye beute, so man die stat an der trenncke uber dem Noyte® undergrube,. Unnd das heer gienng es an; wann es war leichtlich zu enden, sint dem es ein loser sanndtberg ist, unnd die statmauer auf groszen schwibbogen steet. Disz wart in versichert von eim jungelein, der eins burgers son in Marienburg war unnd diennte eim Danrtzker. Von disem die ge- meine auf unnd sich ergaben, unnd man liesz das heer ein, unnd da schwuren der ganntze rat, scheppen unnd gemein, wie niemanndt umb die verretterey gewuszt hette, damit die stat vom konige wer komen, dann der bargermeister Blume unnd sein compan. Darumb so Blome noch lebete, die gemein in nam unnd in vier stucken liesz hawen, wie einem verretter angehort. In der stat war heuptman her Augstin Trotscheler, ritter, und diser sich mit 14 edelleuten gab dem konige. Da waren auch drey b. mit 8 knechten‘, unnd dise sich nit wolten unnder den *konig erbitten; darumb man legte sie gefenngelich ein, *fol. 511a, unnd auch da sturben, " a) viel, Lindau. b) D. Pr. w. fehlt A. c) Nogott B, ı) selb 8 iren dinern, Zindam. 1) Zindau I. c. S. 566 — 567.569. 2, Freitag ver Aitfasten, Lindau.
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254 Tract. XV. Cap. XII. 8 8. 4. 8 3. Wie die Masuren benommen wurden von den b. zwischen anndern. ') Im grossen wasser nach Ostern in diser belegerung quam ein flusse weisselkan von Thorn mit kornne, mit erbiszen unnd lebendigem viehe, und es solte gen Danntzke. So waren da 6°) weisselkan von Plotzka, unnd die geselleten sich zu den Preussen, unnd quamen ab- gerinnet* mit krafft bisz under Neuburg unnd lagen die nacht im strome vor ancker. Im morgen die Preussen auf, und die Masuren nit wolten, wan ire schiffknecht haben ire stunden, in welchen sie faren, essen unnd schlaffen. Und so ein nebel war auf dem wasser, die Preussen lieffen vor der Mewa im morgen abe. Unnd es pliben drei weisselkan hinder den Masuren, unnd dise nach irer monierung stunden auf, und dise namen die von der Mewa und funden in die 4000 marck wert in disen schiffen. $ 4. Dantzker namen den b. schiffe.°) *fol. 51h. Auf Margarete quam ausz Leifflanndt(!) ein *schiff mit 120 men- nern. Ir heuptmann war b. Dusman(!) hauszcompter von der Pernaw, und neben in ein burgermeister(!) von Konsberg, und dise brachten gelt und golt, versamelt von den b. ausz Teutschen lannden und Liff- land, unnd in die 600 mark lottichs silbers, dem homeister zu gutte vor seine soldner, die aber dreuworte furtten, wen in drey jarn die nichts entpfanngen hetten dan schlege. So war ein schipper von Dantzke, Simon Lobelaw genant, und diser nam die barse, Lughopp® genant, mit 70 menner und buchsen gnug, unnd vor das tieff,‘) und findet das schiff vor eim nordewyndt vor angker liegen und geet es an und scheust sich mit im bisz an den dritten tag, und der hausz- compter sich ertrennkte.. Die anndern nam er gefanngen, der waren 81 man, und das schiff mit allem gute er furte gen Danntzke und es beutete. a) die Weisel: abgerantt B., abgeruhmet A. b) Lighof B., Lyckuff Lindan. 1) Zindau 1. c, S. 569. 2) 60 Lindau, der aber von Ploczke und Masuren nichts schreibt. 3) Lindau I. c. 8. 569. mit erdichteten Umständen. 4) Bornholm, Lindau.
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Treet. XVII. Cap. XII. $ 5.6. 255 $ 5. Welaw sich ergab dem orden.') Nach Margarete der homeister zog vor Welaw unnd sie feste be- legte zu wasser unnd zu lanndt, und lagen darvor bisz *in den tag *fol. 512a. Lamperti, in welchem die burger ausz unnd schlugen in 200 man abe und namen in die groste buchse. Sonnder der homeister ruckte wider vor, wann er wuste, wie sie nit speise in der statt hetten; unnd die stat nam disz zue hertzen unnd, wie sie auch nit hilff erlanngten. Unnd sie ergaben sich, und der homeister zog ein. Im selbigen tag quamen vom Elbing unnd Braunsberg dreytausennt (!) man mit speiszung auf ein jar vor die stat und funden den homeister darinne; und gie wolten wider heim, so eylete er in nach unnd schlug unnd wart auch wider geschlagen, und quamen mit der speisung wider auf ire stelle. 8. 6. Wie die Danntzker geschlagen wurden und gefangen von den soldener der bruder®) Am tag der Enthauptung Johannis?) nach disem quam b. Johan, der graf von Gleichen, Fritze von Rabeneg, heuptman von der Mewa, und Caspar Nostewitz, heuptman von der Conitz, mit 3000*) pferden und quamen in das dorff Praust. Die pauern hetten von irer kirchen gemacht ein pasteye, *von welcher sie sich mit den feinden schossenn, *fol. 512b. unnd es pliben todt 30 pauern. Disz geschrey quam gen Danntzke, und die burger ausz ohne ordnung, da 10, da 8, 7, me, weniger, wie es quam, und sie meinten, die anndern solten nacheylen. So hielten 1500 reisiger auf dem buchwaldt, der da leit uber s. Albrechts kirche, unnd sagen dise ‘von ferne kommen. Da nu die Danntzker quamen, da es in wolgefiel, die b. sprenngten sie an und erschlugen 140°) unnd fiengen ir 170,%) under welchen?) waren Conradt von Dolen, Hanns Brandenborg, Petter Furste, Jorg von Cleven, die etwan rat- hern waren gewesen zu Konsberg in der Altenstat,?) sonnder alsz man wider aufnam den homeister, dise zogen gen Danntzke mit alle 1) Vgl. Lindau I. c. 5. 570. 2) Lindau I. c. S. 570-571. 3) Sonnabend Felicis et Adaucti, Linden. 4) Wol mit 1000 r., Zinduu, 5) 40, Lindau, 6) Wol 300, Lindau. T) Nämlich: erschlagenen. 8) i.d, Altenstat — alle dem iren. Zusurz,
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256 Tract. XVII. Cap. XII. $ 6. dem iren. Die gefangne sie furten gen Schonegk unnd in in die 14000 mark abschatzten, unnd sie auch die Rodaune den Dantzkern benomen. Unnd es wart grosz clagen in der stat umb die iren, die gefangen waren; dan“ man sich besorgte, man wurde sie tottenb. Lauenborg.‘) Die vorgenannten heuptleut mit irem volck quamen *fol, 513a. vor die Lauenborg am *tag Lamperti?) unnd lagen darvor vier wochen?) unnd tetten manchen guten sturmb und kunden es nit gewynnen unnd zogen abe unnd plundertenn den Pautzker winckel und zogen heim. Unnd bald nach disem quam hertzog Erich von Wolgast mit 150 rei- siger, und er begerte, man solt in in die stat mit den seinen lassen. So war da heuptman ein rather von Danntzke, Jochin von der Becke genannt, unnd diser sich mit dem ratte unnd der stat beriette, was zu thunde. Unnd sie schickten im boten, er solte mit 50 reisiger ein- ziehen. Und er quam unnd in ansagte, er wolte selber versorgen die stat Lauenburgk unnd das schlosz Buthau, das im der konig von Polen hette verschriben, s0 er sein anhanng sein wurd. Von disem die Danntzker auch wol wusten, unnd die stat verwillete in den fursten. Nach disem er liesz sein volck einziehenn unnd schickte nach der b. volck; und sie quamen, unnd in hertzog Erich die stat Lauenburg unnd das schlosz Buttaw eingab. So tratten die Danntzker vor unnd batten den fursten, er solte die stat, im verschrieben“, nit geben ires *fo]. 513b. hern *konigs feinden. Er sprach: ir solt mit den ewern® sicher heim- ziehen; ich will ewerm konig woll antwurt geben uber disz. Und sie quamen heim. Die b. gaben dem fursten wider seiner edelleut 88 umbsunst, die sie im abgefangen hetten bei Polnaw. Wormdit solt verraten sein.*) Mathei?) die stat Wormdit wart verratten, unnd die vom Holandt und die von der Libstat warden ein- a) d. fehlt A. b) vor_dem totten A., das sie mochten getodtett werden B. c) v. fehlt C, im verschreiben A., ihn vorschreiben B. d) dem eurn A. dem eurigen B. 1) Lindau I, c. S. 571--572. 2) Donnerstag nach L., Lindau. 8) Bis auf Donnerstag Dionysii, Zindau, also nur drei Wochen, 4) Lindau I. ce. S. 572-573. 5) Freitag auf den sonnabent furM. (79.September), Lindau. In prineipio m. Sep- tembris, Plastwich p. 35. Am Freitag vor Nativit, Marie (5. Septbr.) schlossen die unbe- zahlten Söldner des Bundes auf Holland, Liebstadt und Wormdit einen Beifrieden mit dem Orden, worüber Originalurkunde mit noch I1 von 20 Siegeln im DOArchiv, abgedr! bei Kotzebue IV, 3066-372. Die Söldner, Polen und Böhmen, mussten also die von Anfang un bündische Stadt, welche dennoch den neuen Bischof Paul eingelassen hatte, kurz zwor ein- genommen haben,
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Tract. XVH. Cap. XI. $ 7. 257 gelassen, und dise tetten wie die fromen und nomen den burgern, was sie hetten, und die Polen (!) sie gefangen weck furten und verliessen (!) die stat. Die burger, die beym konig stunden, in der Passerie sie verseufften. 8 7. Wie man viel verrettery stiffte, und wie sie auch gebusset wartt. Nach Mathei alsz Fritze von Robenegk nit daheim war, stat unnd schloss Mewa!) solte verratten sein worden, unnd es quamen die von Marienburg unnd die von Stargart, und die zogbruck an der stat wort uffgezogen. Alsz die Polen disz sahen, sie an die mole und die mit sturmen gewannen, und fiengen b. Sebaldum *von Czedewitz?) *fol. 514a. mit 30 knechten unnd furten sie auff Marienburg ins gefengknus. Braunsberger wurden geschlagen’). Nach disem war einer bey dem orden, der wolte seinen schaden rechen an den Brauns- berger und Elbinger, und er quam zu disen und in frot* machte, wie die Heiligenbeiler sie begerten. Unnd dise auf, unnd zogen vor den Heiligenbeil. So hetten die b. ein hinderhalt im strauche, unnd es geschach, wie man die stat auftet, gleich als wolte man sie einlassen. Und die b. sie entpfingen mit schlegen. Dise sich zur were setzten unnd erschlugen b. Heinrich von Steinberg den hauszcompter von der Balge, unnd her Kokeritz*), den ritter. Und die Elbinger mit den Braunsberger namen die flucht, unnd inen vorbogte® der hinderhalt, unnd sie mechtig schlugen, das ir wenig heim quamen. Den verretter erschlug her Kokeritz schwesterson. Oliva wolt man ubergeben®), DBurchardi wolt man das eloster Oliva ein meil von Danntzke dem orden verratten. Sonnder es wart gemeldett *unnd her Gothart unnd herr Schengk®) nomen es *fol. 514b. heimlich ein mit 7CO reissiger”) im namen des konigs. Und die b. quomen da auf bestimpte zeit und von disenn nichts wusten. Unnd &) frudt B. freude C. b) So las auch Hennenberger p. 157. Schonberg A. c) vorbeugette C. 1) Lindau, 1. c. S. 573. 9) schlugen 5 zcu tode und ouch einen creuczhern. L. 3) Lindau I. ce. S. 573—574. 4) Nur diesen nennt die Quelle bei Namen. 5) Lindau I. c. S. 574, 6) Scehrancke Z, 7) 600 x. und 150 fusknechte L. 8. Gronau OL 17
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*fol, 514 (2) a. *fol, 514 (2) b. 258 Tract. XVIL Cap. XIL $ 7. die Polen heraus unnd schlugen sich mit in!) funff stund lanng, unnd die b. gaben die flucht, und es pliben da tot von beden parten in die 500 man reisiger. Pautzke verraten wart?). Am tage Hedwigis sechs burger zu Pautzke umb 4 uhr verriten den von der Lauenburg ire stat Putzke. Unnd die Dantzker waren darinne und schlieffen, mit welchen die b. ungleich fochten, und die Danntzker fielen in ire bote und quomen wegk, unnd liessen da 60 reisige pferdt und 100 (!) man tot. Die auf dem schlosse sich abtedingten und quamen heim denselbigen tag. Sie vierteilten die verretter, wen sie in gelobet hetten, und sie solten nit ein man verliesen, und sie verlosen drey b. grosses adels, alsz b. Junther von Finichaus, b. Wernhart von Westerburg unnd b. Wolfigang von Sarawb mit 22 knechten?). Und auszplunderten die gantze stat. Polen wurden geschlagen (!)*). *eSimonis unnd Jude die Polen ausz der Oliva wolten umb Lauenburg unnd Putzke ein beutte holen. Sie zogen ausz mit 300 reisiger unnd 300 draben. Disz wuste Fritz von Robenegk, der b. hauptman auff Pawtzke, unnd er mit 400 reisiger mit in traf, unnd sie sich schlugen auff eim weissen sannde von mittag an bisz an den abenndt, und die Polen behielten das veldt. Von den b. pliben 183 reisiger, unnd ber Baltzer von Tusten?) mit 38 reisiger wart gefangen; die Polen verloren 96 reisiger und 100 draben®). Unnd die Polen pochten die dorffer unnd brachten beute gnug, mit schlahen wol bezalt. Bartenstein sich gab. In disem Bartenstein die stat sich dem orden wider ergab, wann sie hetten nymme speise, und viel burger waren in gestorben im herbste. Marienwerder gewonnen. In der nacht Martini, alsz ein mechtiger sturmwindt war, Puszkarse, der nur des gefangaus der b. losz war, erstig die stat Marienwerder und nam, was da war, unnd begerte huldunge, und die burger *in versamlung lieffen auf die thum- kirche. Alsz er sach, wie sie in betrogen heiten, er zündet die stat an unnd sie ganntz verbrannte in die grundt, unnd warlich viel menschen verbrannten. a) von ete. B. Himhaw C. b) Faraw C. c) Dies Blatt, beim Numeriren übersprungen, hat von späterer Hand die Zahl 514a. erhalten. 1) Zusatz Grunau’s, 2) Lindau I, c. S. 574. 3) Dieser Satz samm! den Namen fehlt in Grunau’s Quelle. 4) Lindau I. ce. S. 574—575. 5) der her von Tusche (oder Tuste), Balthasar von "Donen u. a. Lindau, 6) Die Zahlen hat Lindau nicht.
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Tract. XVII. Cap. XI. $ 8. 259 Schwetza. In der nacht Clementis wart hern Bernt von Czinnen- berg der beste stock!) am schlosse Schwetza verraten unnd im und den seinen wart eingeholfen durchs scheiszhaus?). Disz wolten die Polen unnd Preussen, die den anndern stock inne hetten, im morgen wider ersturmen, sonnder sie wurden daruber erschlagen. Da plib todt her Johann vom Los burgermeister und Karrenmacher ein scheppe von Thorn. So wusten die Polen nit besser, sonnder sie branten das thor unnd die brucke ein zwischen beiden stocken, unnd im dritten tag quam Puszkarse’) mit seinem volecke und sie sturmpten den stock. Her Bernt sach, wie er sich nit halten konnte; er tedingt sich abe mit den seinen, mit der underscheid®), und er muste vierteylen lassen die verretter; unnd er es auch "tet unnd zog wider gein Culme mit wenig *fol. 515a. freudenn. 8 8. Von eim wunderlichen anschlag, wie man Dantzke solte ver- ratten habenn’). Am tag der heiligen Cathrinen nach disem quam heim zu den seinen ein schuster von Danntzke mit namen Nicles Gunter, der auch mit anndern bey s. Albrecht gefanngen war, unnd sprach, wie er ent- lauffen were, vor dem gefengknus. Unnd sein tage er wart erkannt ein gut from man, man eg im gelobet. Diser ein fart* zu Schonegk von Fritze von Robenegk wart angeret, er solte sich lesen, oder er muste sterben. Er sprach: ich hab es nit, ir mugt mit mir thun was ir wolt. Hore, sprach Fritze, wiltu Marien ein dienst thun, wen du weist wol, wie die iren recht zum lannde haben, und wilst® verschaffen, unnd ich mit den meinen ein nacht mochte eingelassen werden, ich wolte dich mit guttern versorgen, und der worte viel. Diser schuster wart fro, ausz meinung got weisz, und sprach: gnediger *herr, *fol. 515b. unnd ich Marien konte diennen, wer mir ein freude, unnd ich hab auch in meiner zeche unnd quartier, die gut ordenisch sein, damit a) im gefengnia B. b) wollest A. C., feblt B. 1) der rechte stock. Gesch. w. e. B, 1. c. S. 205. 2) cloaca oder heimlich gemach, sagt Lindau. 3) Nach Diugosz Il, 278 vielmehr Peter Dunin, der nicht stürmte, sondern das Ordensvolck aushungerte. 4) Zusatz Grumaws, 5) Lindau L c. 8. 575—577. 178
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260 Trast. XVII. Cap. XD. 8 8. ich ein solchs gar wol zum synne konde bringen. Sonnder mit weme thet ich euch dan botschaft in disem handel? Er wart fro, her Fritze, unnd sprach: dich werden in eim solchen der prior in der Carthause und der Cartheusermonch zu Quadendorff wol underrichten. Mit disen halt es; wann sie sein auch gut ordenisch. Und mit solchen reden und vil verheischen Niclas Gonnter wart losz gegeben, unnd die anndern tetten, wie sie gar zornig darumb weren. Alsz nun Gunter daheim war gewest 14 tag, da sanndt im her Fritze ein brieff durch ein Cart- heusermonch, der ein laybruder war, unnd die uberschrifft des briefs laut also: An Nicles Gonnter schuster zue Danntzke, der zu Schonegk das gebraten hun asz. Der monch mit dem brief! quam zu disem und fragte in, ob er auch konnte lesen. Der schuster sprach nein. *fol. 5168. Da sprach der monch: her Fritz *tet mir ein brief, unnd ich solt in euch lesen; ir wist wol, was ir im zugesagt hapt. Unnd der monch im den brief lasz unnd wolt in verbornen. Disz wolt Gunter nit unnd sprach: in diser sache ich hab meine gutte freunde, welchen ich auch den brieff musz weisen. Uund also den Cartheuser uberrette. Nieles Gonnter nam den brief? und ging zum rate und in es ansagte, wie es gefaren wer. Und der rath in lobete, unnd satzten im einen tag, auff welche nacht es solte gescheen. Und der rat sich auch schickte. Nieles Gunter nam ein pferdt ausz dem stathoff und ritt in die Carthaus. Da er her Fritze fand unnd im ansagte, wie er es mit seiner companey wer eins geworden, auf die nacht in einzulassen; wann er und sein quartier wurden denne im hohen thor wachen. Und wurd er denne nit komen, so wolt er vortan unschuldig sein, und sein zu- sag eim wirdigen orden nit gehalten wurde. Unnd Fritze sagte ja unnd *fol. 516b. sich hoch erbot gen Guntter und *seiner rotte. Herr Fritz dise gute mere dem prior sagt. Darauff sprach der prior: mein scheffer kompt, itzundt von Danntzke, disen wir wollen fragen, was er guttes gehort hat in der statt. Unnd sie liessen den scheffer komen, unnd er sagte, wie er hette gesehen die buchsen auff den lanngen markt stellen, unnd wie ınan die steinbrucke auffbreche unnd man die steine in die heusser brechte, unnd wie da vil draben weren einkomen, unnd solcher warnung*® vil. Fritze unnd der prior namen Gunter vor unnd es im vorhielten und fragten, was es bedeutte. Er sprach: got weisz, unnd ich kein wissen umb das habe, wan ich bin gestern umb 3 uhr auszgeritten. Ein solchs hab ich nit gemerckt. Und man fragte den scheffer, wan er e3 hette gesehenn, dasz die Danntzker sich so schickten, gesternn am abent, ader heuttee Er sprach: heute erst. Unnd disz half Gunttern; her Fritze liesz in reitten unnd im mit namen beful, wie zu a) meinung A.
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Traet. XVII. Cap. XII. $ 8. 261 thun. Dise Carthaus leit von Danntzke vier meile, und sich da ver- samelten die vom orden. Alsz nu Gunter wegk ritt, so sihet in der Carthausermonch, der da war auff Quadendorff *hofimeister, welcher in *fol. 517a. selbiger nacht des einreittens die speicher solt anlegen. Unnd diser waste nichts vom hanndel mit Guntern, unnd er quam zu her Fritzen unnd zum prior und sprach: werd ich auch verraten werden? Wan ich sach ein Danntzker auff eim pferd reiten, das war ausz dem stathoff. Von stundan herr Fritz liesz Guntern nacheylen; sonder er war wegk. Her Fritz wart bekomert unnd sich forchte; darumb der prior sich erbot, er wolte faren in Danntzke unnd wolt sich wol umbseen, und wolt es in bald lassen wissen. Und vatter Merten Schnelle und sein scheffer, David Roger genannt, beide priester und bede Danntzker kinder, aber von den, die vertriben waren‘), quamen umb drey uhr in die stat. Unnd sie sahen, wie sich geschickt hetten die von Danntzke, unnd von stundan einer rante zurucke unnd Fritzen warnete. Disz wart alles gemerckt, unnd Gunter dem rathe heti angesagt von den Cartheusern, was er wuste. Darumb von stund an der rath fieng den prior unnd seinen scheffer unnd sie mit quale fragten umb dise sach, Unnd sie es uberlengst alles bekanten, *unnd wie man auch die *fol. 517b. speicher wurde bornen. Unnd sie ausz und funden den conversum* unnd brachten in zum prior unnd scheffer und lasen im da den psalter. Die Danntzker harreten mit grossen freuden; sonnder niemandt quam von den b.?) Beute holen’). Die Polen wolten umbsonnst nit komen sein; sie ausz unnd zwischen Lauenburg unnd Pautzke sie wegnamen unnd brannten, was sie funden. So quamen sie in ein enge loch im dorff Kniffen genannt, unnd da sie Fritze mit aller macht umblegte unnd vermeinte, sie zu schlagen. Und die Polen sahen, wie sie nit kunden weichen; die reisiger stigen abe unnd mit dem draben eine spitze machten unnd sich da mit her Fritzenn schlugen; unnd die Polen behielten den sieg. Da pliben von beden teilen 358° man unnd 61 ge- fanngne edellent. Die Polen ausz der Oliva ausz und branten unnder disem alle dorffer unnd hoffe, die zu der Carthaus gehorten. Auf ein ander zeit a) fehlt A. b) 357 B. 0. 1) Vertriebene? ,M. Snelle, der och ein einzcogelingk der stat D. was.“ Lindau. Nach Diugosz II, 279 war M. 8. nationo Gdanensis und D. Ruger natione Thorunensia. 2) Der Schlussbericht Lindaws ist fortgelassen. 3) Lindau I. c. S. 578.
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962 Tract. XVII. Cap. XI. 8 1. *fol, 518a. sie wolten die Carthausz *vorstorenn; unnd Fritze sie mechtig schlug unnd wol dreymal, unnd die Polen verloren umb der Carthaus willen wol 800 man!). Capitel XI. 8 1. Wie man ein schedlichen beifride den b. vergonnte, welcher sio sehr sterckte. Im jar 1461 von Thome apostolı bis auff Purificacionis Marie war ein unseliger beyfride gemacht auf antragen des homeisters?) durch antrib herr Pauli von Legendorfi, des newen bischoffs von Heilsberg. Die Preussen, wie narren, dem homeister vergonntenn allen seinen willen mit bespeisung und bewarung des seinen. Und er ir darzue lachete, unnd man verretereye umb des bischofls willen vil anlegte. Diser bischof hatt erleubnus vom konige, und er mochte sein bischtumb einnemen, so im jemandts reumen wolte“, unnd er auch keinem part solt beystanndt thun. Guttstat schlugen die Polen?). Am tag Blasii die burger von der Gutstat sich mit iren Polaken schlugen und sie vertribenn, wan sie mechtigb ubermuettig waren und arme leuth beschedigtenn. Alsz sie nun die geloset hetten, sie namen auff Paulum den bischoff, *fol. 518b. der ir herr sonnst *von rechte war, unnd im huldigten unnd sich hieltenn“. Fridlanndt. Schippenbeil. In der Fasznacht die von Fridland, Schippenbeil, Rastennburg, des konigs leutte, quamen mit den von der Preuschen Eylaw, Bartennstein, Dompnaw unnd Cezintten in ein schlaen auff der futterung, unnd sich schlugen so ganntz muede, dasz ein igliche rotte fusz vor fusz heim gieng, unnd da pliben von beden teilen 2894 guter man im tode. Heilsberg wart gekaufft.e Am tag Dorothee Paulus der bischoff muste geben den soldener des konigs vor Heilsberg zu reumen 8000 Ungerische gulden, unnd wa golt gebrach, 1'/, mk. 2 soot preusche muntze darvor zulegen, a) so ihme niemandt r. w. O. b) sehr B. C. c) u. 8. h. fehlt B. C, d) 279 B.C. 1) Diese Unternehmungen gegen das Kloster Carthaus sind sonst nirgends erzählt. 2) Die Verhandlungen über diesen Beifrieden auf der Tagfahrt zu Elbing bei Schütz fol. 294 9. Vgl. Lindau I, ce. S. 578: ‚in einem beyfride’. 3) Lindau I. c. 8.579. Gesch. w. e, B. S. 206.
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Tract. XVIL Cap. XII. 8 2. 263 Danntzke. In der andern Fastwoche?) quomen 4000 der b. sol- dener unnd umb Danntzke alles wegkbrannten, unnd die Danntzker sahen zu unnd nit ausz torsten, wann es in auch verbotten wart, alsz ir heuptman zum gubernatori zog, und die b. hetten iren willen®). Danntzke Junge statt?). *Auff der Junge stat vor Danntzke, *fol. 519. die nun gebrochen war, plib ein closter steen Carmelitarum, in welchem kirmesz war am ersten sonntag nach ostern. Zu diser kirmesz gienngen etliche burger ausz der Altennstat, unnd Fritze quam und fieng da 14 hanndtwereksleutt, mehe waren auch nit da Mit dem quamen die ausz der stat, und vor in floch herr Fritze und nam die gefangene mit wegk. Jdoch die Danntzker fienngen juncker‘) Wilhelm von der Mitensteinbach®, mit welchem sie die 14 loseten, unnd die monnch musten umbhauen das closter, was vor war gepliben. $ 2. Wie die Preussen underlagen und verloren vor den bruder. Johannis Baptisted) zog vonn Dantzke her Herman Stargart, burgermeister, zum konige mit 30 pferden, unnd alsz er quam in das dorf (!) Ossa®), bey Graudenntz, da wart er verraten, unnd die von Marienwerder fiengen in, unnd seine geselschafft von im lieff, unnd man nam im da balde 5000 mark in Polnischer muntz, unnd furten in auf die Mewa unnd er sich leste mit 90006 mk. Sonnder im tage alsz sie das gelt entpfiengen, auff den abendt er starb, alsz man in ausz dem gefengknus nam, und [er] quam in die luft”). *Morung wart gewonnen. [Am tage Viti und Modesti®)] *fol. 519b. b. Heinrich Reusz von Plaw berante Morungk mit 1200° man, in a) Miltensteinbach B. C. b) 900 B. und Lindau, 1900 0. c) 1600 C. 1) Freytag fur Reminiscere setzt C, aus Lindau hinzu, 2) und nahmen einen grossen raub an vihe und gutteren. Zusatz in C, aus Lindau, 3) Lindau I. c. S. 580. 4) Etwa Wilhelm von Steinheim, früher Pferdemarschalk zu Leske? Vol. S, 264. Anm, 3. Seine Auslösung beireffend, Schütz fol. 290. 5) Dinstag vor J. B. Lindau. Pol. Schütz I. c. 6) und do sie bey die Osse, ein meile disseit Graudenez quomen. Lindau. 7) wartt begraben in S. Jorgens capelle fur der Mewe ©. (nach Lindau.) Vgl. die Note 1 daselbst, S, 581. 8) B. C, statt Dinstag nach V. u. M. aus Lindau, I. c. S. 581.
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264 Traet. XVIL Cap. XII. $ 2. welcher zu der zeit war Stybor von Baysen!) mit 800* reisiger, unnd lag darvor bisz auf Simonis unnd Jude. In diser zeit die Polen sich getrost mit dem b. Heinrich schlugen, sie mochten in aber nit wegk- bringen, und so in nyemant zu rette® quam, unnd sie nymme speise hetten, er sich mit den seinen abtedingte und mit den burgern, die da wolten, und man liesz sie ziehenn, unnd die b. namen es ein. Danntzker. Visitacionis Marie?) quam von Amsterdam ein holck mit 250° guter drabanten, die dem orden geschickt waren von den b. im Niderlanndt mit gelde unnd speise, des gnug. Disz schiff giengen die Dantzker an, und es mit vilem blute und toten gewannen. In welchem sie funden vertribene burger?) von Danntzke, Wilm vom Steine, Simon Henning. In diser reise‘) sie auch 13 schiff den Hol- lendern nomen und furten sie heim. Unnd die burger musten sterben im gefengknus, die ander sich losten. *fol. 5208. Casimirus der konig quam. *Bartholomei?) quam der konig von Polenn mit 8000 man auff Pomerellen, unnd zu im quam der herre von Kukaw°) mit 5000 trabannten. Unnd sie gewonnen die stat Conitz (!), Fridiannd und Hamerstein (!), von welchem der homeister ein grossen trost verlor. Unnd der konig lag auf Schluchau (!) unnd harrete nach annderm wetter. Es war zumal ein nasz wetter”). Braunsberger?). Auf Crucis Joen Stalskj’) umb etlicher sachen wille, die stat antretende unnd den bischof Paulum, mit her@ Fuchse, dem burgermeister, zum konig zogen. Unnd die burger in Braunszberg waren lannge zeit verbittert auff die Polen umb beschedigung willen. Unnd sie es mit den paurn im Hockerland einsz wurden, unnd sie quomen unnd schlugen auff die Polen und ir wol 30 (!) toten und 29 (!) in die Passerie wurffen, und die andern entlieffen. Unnd sie a) 700 B. C. b) hulfe B. C. c) 300 B. d) 51 A. fehlt B. 1) St. v B. son (Johann). Lindau. 2) Freitag nach Joh. Bapt. 1461. Zindau l.c. 8.581. Vgl. Schütz fol. 290. Das Schiff war 14.59 hergekommen. 3) Wilhelm von Stein (vielmehr Steinheim, s. Gesch. w. e. B. I, c, S. 163 ff) war ein Ordensherr, früher Pferdemarschalk zu Leske. S. Ilenning, der Führer des Schiffes, war aus der Jungstadt nach Holland ausgewandert. 4) Freitag nach Dominici, Lindau I. c. S. 582. 5) Mittwoch vor B. Lindau. 6) Die herren von Krakau, Lindau. 7) Ueber den Abzug des Königs aus dem Lager vor Conitz, nach kaum vier- wöchentlicher Anwesenheit im Lande, schweigt S. Grunau. 8) Lindau sehr dürftig ausgezogen. C. ergänzt einiges aus der Quelle, 9) 1. überall Scalski = vom Skal.
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Traet. XVII. Cap. XUL 8 3, 265 auch absatzten den alten rath, der es mit dem konige hielt, unnd satzten ein newen, der es mit dem bischoff hielt; von stund an man bekente den bischoff vor iren herrn. Disz der homeister horte!). Er in schrib, sie solten in aufnemen, er wolt es immer *umb sie verdiennen. *fol. 520b. Sonnder sie gaben im ein paurisch antwurt; idoch sie gabenn sich®) auf königlich erkenntnus?). Fridlandt wart verraten. In der Quatemper Crucis der pfarrer zu Fridlanndt und ein burgermeister mit etlichen iren gefattern in der nacht dem homeister die stat verrieten, unnd es wurden da gefanngen 300 reisiger, Teutsche dienstleut, 240 traben Polnisch wurden erschlagenn®). Unnd disz der homeister dem pfarrer nit zu thun ge- lobt het, unnd alsz der pfarrer disz sich gegen dem homeister beclagte, wie er damit irregularis wer worden und dorfte nymme mesz halten, da sprach der homeister: ich darff eins pfarrers und nicht eins ver- retters in meiner stat, und ir solt mir auch nymme mesz lesen. Und liesz in erseuffenn. Schippenbeilsich ergab. Nach disem sich auch gab Schippen- beil in die gnade der b., wann der konig in nit geschickt het hilff, wie man sie vertrostete, und sie waren mitten under iren finden?). $ 3. Wie sich die Polen wolten *rechen an den Braunsbergern und *fol. 521a. sie schlege erlangten von in. [Auf] Francisci Joen Stalski versamelte in die 4000 (!) Polen unnd wolte vor den Braunsberg. Die pauern im Hockerlanndt sich in die stat gaben, unnd die Polen ruckten vor mit wenigem voleke und machten zwe* binderhalt. Alsz die pauern sahen so wenig Polen, wider den willen der burger sie drungen ausz der stat, unnd die Polen wichen a) einen B., zur A. 1) Zusatz Grunau’s. 2) dem bischofe seizt B. hinzu. 3) C schaltet hier die ausgelassene Erzählung von dem Viehraube der Pautzker Söldner zwischen den Zeilen ein. 4) Und schlugen ir vil tot und fingen ouch viel und krigten mer dann 300 gutter pferde. Es lagen nicht Deutsche, sondern Böhmen in F. Lindau I, c. 5. 563. Was folgt, ist Erfindung. 5) Rastenburg ergab sich auch domals, entmimmt C. aus der höchst lückenhaft ausgezogenen (Quelle.
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*fol. 521b, *fol, 522. 266 Tract. XVII. Cap. XIU. $ 3, nach der Passerie dem dorffe, und die pauern in nach. In solchem quam der eine hinderhalt der Polen unnd verlegte den weg den paurn unnd also von hindene unnd von fornen sie schlugen und totten 600 (1) paurn, unnd ir wol 140* zu Pittelkaw in der kirchen verbranten. Und mit solcher weise wart das Hockerlant wuste, unnd so namen die paurn ein ende, die vil spuchs® in disem krieg getriben hetten auff Teutsche und Polen!). Danntzke?). Am tag Hedwigis wurden die von Dantzke ver- sichert, wie in warheit auf! die nacht die Altestat solt hern Fritzen verratten werden. Darumb sich versamelt die ganntze stat vor dem konigk-Artushof, unnd sie fienngen Claus Westfall, den *heuptman der trabannten, unnd diser bekante auff Peter Franoken, unnd diser bekannte auff den underschreiber, Michell Heylemann, unnd diser auf Hancke Woye, unnd diser auf Caspar schrotter, und diser auff Matz Herman. Und diser quam wunderlich wegk, die anndern wurden ent- heupt umb iO uhr in der nacht. Lessen wart gewonnen. Nach?) Allerheiligen tag quamen 1000 traben unnd dise solten auf Marienburg, unnd es nott teth, unnd in wart verspeet, wie der adel von den b. zum Lessen ein wiertschafit hetten. Unnd die Polen, alsz sie nit ferne davon solten ziehen, sie es einsz wurden und zogen in der nacht vor den Lessen unnd funden, wie niemand wachete. Sie erstigen die stat und quamen alle ein unnd erlieffen die heuser unnd funden der b. volck im truncken schlaffen. Viele sie erstachenn, unnd 400 reisiger und die beste menner sie fienngen und sie zum konig schickten; unnd die traben funden, so vil, das sie reiche reisiger des konigs wurden. . Strassburg vorburge‘). In der nacht Martini die b. erstigen die *vorburg am schlosse Strasburg, und fortan in wart geholffen in die stat. Im morgen dise sturmeten das schlosz, und die Polen sich werten. In quamen zu hilff die von Thorn, unnd die b. mit gewalt abtriben, wiewol der Polen me pliben, denn der Teutschenn. Da plib tot b. Gothart Schrangk°), der Teutschen heuptman, und Czyeffyeskj°®), der Polen heuptman, unnd die Polen gaben den verrettern ir lohn. a) 160 B. b) ungluck C. c) Czyeffiofsky B. C. 1) Nur der Schluss ist aus Lindau I, c. 584 entnommen. 2) Lindau I. c. S. 584 f. 3) Vgl. unten in der Nacht. So auch Lindau I. c. S. 586. Die Einzelnheiten gehören Grunau. 4) Lindau, 1. c. 5. 586. 5) Kein Ordensbruder, sondern ein Söldner der Liga. Lindau. 6) Syffysch, Zifisch, Lindau.
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Tract. XVII. Cap. XII. 8 4. 267 Braunsberger'). In der nacht s. Andree Jaen Stalskj, der Braunsberger feind, brachte in die stat 40 menner uber die maur, und die solten im offnen das thor. So waren da der Elbinger fusz- knechte unnd dise lagenn zur herberge am thore; und die Polenn bulderten® mit dem auffthun, und dise es erhorten unnd machten ein geschrey. Unnd die stat quam auf mit fackeln unnd dise erschlugen. Da blib der groste Pole, mit namen Nassal°?) genannt, und der Elbinger hauptman uber die trabanten, mit namen Steffanke®®), $ 4. Von eim sonderlichen unglück den b. durch feur [zugefügt) im streitten der Danntzker'). *Joen Stalski zog wegk*t). Unnd es war nit gefroren, darumb im tag Andree (?) quamen der Thornner 120 weisselkan’) mit grossen *fol. 522b. guettern. So hetten die von der Mewa gemacht zwe weisselkan, auff itzlichs ein pasteye vol mit buchsen, und nomen der Danntzker war. So hetten die Dantzker auch gemacht zwo pasteye auf ire schiffe unnd hetten gemacht® drey marsen, disz waren weren®) auf den masten, ausz welchen man warff mit steinen, und sie traffen. Nach lanngen schiessen von beden teilen der b. einer kan mit seiner pasteye gieng zu grunde. So hetten die in der andern pasteye so mechtig geschossen mit un- wissenheit, das kein pulver me war; darumb, die in diser waren, sich berieten und [sie] wolten sich geben. So wiert das pulver in der einen pasteye der Danntzker bornen, darumb, die im schiffe waren, ausz und quamen in die annderno. Der kan mit der bornenden pasteye liff von im selber, vom strome gedrungen, auf der b. pasteye und sie entzunte, unnd da mit einander ertruncken. In disem die Danntzker mit iren schiffen faren wegk unnd quamen heim, *Stargartt wart verratten’) Im morgen Concepcionis umb 4 uhr herr Fritze von Robenegk wart in die stat; Stargart gelassen *fol. 523a. a) bullerten B. poldertten C, b) getroste B. ©. c) Gessal A. d) Steffeke B. CO, ce) auf don masten B. i 1) Lindau I. c, S. 586. 2) Peter Noszal, der Söldnerhauptmann auf Wormdit, vgl, Anm. 5. S. 256. Homo crudelissimus et iniquus, Plastwich p. 124. 3) Do sollen die frawen und megde das beste gethon haben, setzt C. aus Lindau hinzu. 4) Dieser Satz gehört noch zu $ 3. 5) ein flosse. Zindau. 6) Missverständniss, 7) Lindau I. ec. S. 587.
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*fol, 523b. *fol. 5248, 268 Tract. XVO. Cap. XIV. $ 1. von etlichen burgern, unnd forderlich mit willen etlicher drabanten von Danntzke. In der stat war Heinrich!) von Baysen, Stibor von Baysen son, unnd diser wart gefanngen mit vielem reisigen gezeug. Unnd Fritz nam alles was in der stat war, unnd wolten die burger essen unnd trincken haben, sie musten es von im keuffen, unnd damit er jo noch das vergrabene gelt erlanngte, sie musten auf ein newes von im keuffen ire heuser, ader er drote sie auszzubornnen. Als wider disz die vorretter retten, man in sagte, der kayser hette auf solch verretter eine busse gesatzi. Der Danntzker drabannten er einsatzte, und ir viel verhungerte. Heinrich!) von Baysen sich leszte mit 1"/, tausent* gulden Ungerisch. Die man mit im fienng, gab man stuck umb stuck vor die, die im Lessen waren gefanngen. Und plib also. Capitel XIV. $ 1. Von eim nachtschlahen der Danntzker mit den brudern. *Im jare i462 am tag?) der Heiligendreykonig zogenn die Danntzker ausz, 400 reisiger unnd 600 trabannten®), wan sie wusten eigen, unnd man wolt in die Radaune, das ist ir mulwasser, ganntz unnd ewig verterben. Und alsz sie quamen ins dorff Praust, da war es abenndt, und die trabanten wolten nit furder, darımb die reisiger ritten nach Subowitz unnd quamen durch den waldt. So seen sie von ferne durch leuchtung des schnees ein volck hertrabennt, unnd sie ruckten in den walt unnd sich schickten. So waren vor dem waldt auf dem raumen viel gruben unnd kleine thale, die waren vol schnee getriben unnd war dem felde gleich. Unnd sie waren vou der Mewa 300 reisiger‘). Im einziehen des walts, so sprengten sie die Danntzker an; jm ansprengen der eine da, der annder dort lag, wan es war mechtig kalt, und sie ein solches nit sorg hetten. Die Danntzker kunden sie sehen, die von der Mewa kunden sie aber nit sehen. Dar- umb der b. volck eylete auf das raume, da die gruben vol schnee lagen, und sich daselbst ertreteten® 246 (!) reisiger, und mit aller noth einer auff die Mewa *quam von in. Die Danntzker namen, was in gefiel von den in den gruben, unnd ritten heim. &) 2000 C. b) ertratten B, 1) Johann, vgl. S. 264. 2) Freitag nach Epiph. Lindau 1, c. S, 587. 3) wol 200 trabanten. Lindau. 4) 80 reisige von Stargart, Lindau.
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Traot. XVII. Cap. XIV. $ 2.3. 269 $ 2. Eines herrn volck sich selber schlug von Stargartt. In diser nacht solten der b. volck auch einen anschlag thun, unnd der eine war ehe auf, ehe denn der annder. Unnd es guam, wie das erste teil im schnee durch ein walt irreritt unnd seitling auf die anndern quamen; so meinte nu iglich teil, das annder teil were seiner feinde volek, die Danntzker; schlugen und schossen auf einander, bisz es morgen wart unnd einer dem anndern gefenngknus zusagte, da sie ersten erkannten, wie sie ein herzeichen® hetten. Von 261 reisiger quamen heim 96 lame unnd verderbte pferde. Da sprach herr Fritz von Robenegk: es kome wit gelicke was da wil, disz ist mir ein vorspuch® unnd nit clein. $ 3. Danntzker wurden geschlagen‘). Im tag Dorothee zogen ausz von Dantzke 160 (!) reisiger unnd 200 trabanten und nahmen? umb Pawtzke ein mechtige rob unnd wolten in wegkfueren. So wart disz inne herr Fritze von Robenegk und dringt® die *reisiger, damit sie auff ein see musten weichen; so *fol. 524b, kunden sich ire pferd darauf nit behelffen, unnd so wurden gefanngen 65 reisiger, unnd 36 erschlagen. Die Danntzker drabannten quamen heim und sie von disem nichts wustenn. Strasburg?). Die b. hetten belegt Strasburg. Dise wolten die Polen abetreiben, so quamen von Thorn 1200 reisiger, unnd 1000 tra- banten. So namen sie auf dem wege?) herr Bernt von Czinnenberg 160 pferdt und 40 wagen mit pulver und buchsenkaulen. (!) Sonnder die b. sich wol hetten verrangt‘, damit man in nichts thun kunde, unnd sie musten wieder wegk. Alsz disz die auf dem schlosz sahen, und nyme speis hetten, sie haben sich abgedingt. a) von St. fehlt B. Der b. volck schlugen sich selbest unther einander ©. b) keinh.h. C., kein harz h. A. 0) ungluck C, d) fehlt A. holetten C. e) bringt A. trebt ©. f) vorschanzt B. » die Polen B. 1) Lindau I. c. S. 588. 2) Lindau I. c. 8, 589. ‚Freitag vor Invocarit’ (5. März). 3) Im Februar, u. a. ©. S. 588.
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*fol. 5253. *fol. 525b. 270 Tract. XVII. Cap. XIV. $ 4.5. $ 4. Von einer tagfart zu Gross Glogaw in der Schlesie umb des homeisters wille gehalten'). Auff pfingstenn?) in disem jar zu Glogaw wart vom kayser unnd vom konig zu Behmen mit den Polen unnd Preussen umb frides willen ein tag gehaltenn. In koniges namen war da Sbigneus, *der ertzbischoff von Gnysa, unnd im nomen der Preussen Reynoldt Niderhoff burger- meister, Jochim von der Becke ratman, Jerg Buck scheppe, unnd Hanns Lindaw, alle von Danntzke. In diser tagfart wart voreyniget* Casimirus der konig von Polen unnd Georgius der konig von Behmen. Von des homeisters halben, umb des willen und von seinem antragen sie erdacht wart, war® nymanndt da, sonnder ein brieff da quam, in welchem sich der homeister erclagte, unnd er het nit seinen rat mocht zu hauff bringen, damit er mochte was beschliessen, sonnder er begerte ein jar beyfride, (!) in welchem er mit den seinen ratschlagen wolte. Die Polen wurden gefragt, ob es ir wille were, unnd man ein jar bey- fride machte. Die Polen sprachen: nit ein monden; die Preussen sprachen: nit ein tag solten sie beyfriden haben, wann sie halten in alsz bösewichte. $ 5. Casimirus der konig quam?). Visitacionis Marie‘) quam der konig von Polen gen Thorn mit 13000 mannen, sein heuptleut waren Jaen Czruwonck® unnd Jaen Vy- mansky@ und dise°) zogen im Colmerlannd umb unnd *alles, was der b. war, stet: unnd schloszer auszgenomen, sie verbranten, erschlugen unnd verterbten. Pommerellen wart verderbt. Am tag Aller Aposteln herr Fritze von Robenegk mit den von Pommerellen verderbten auch, was dem konig gehorte, unnd legte sich vor Dirschaw zu lannde und zu wasser in die 8000 (!) man unnd die stat hart sturmte, unnd sie sich a) vergonnt A. b) fehlt A. e) Czirwonky B. Zyrwonck C. soll heissen Carnkowski. d) Ry- manssky B. Wymmonssky O. soli heissen Wyhenanski, 1) Zindau 1. c. 5. 589. 2) Auf Sophien tag (15. Mai). 3) Lindau I. c. S. 590. 4) Sontag naclı Visitat. Mar. (4. Juli). 5) nicht diese, vgl. die Quelle,
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Tract. XVII. Cap. XIV. 8 5. 6. 271 darinne werten; wenn auch die weiber und die megde manlich tetten, wen in lag auf dem hertzen, was man den vonn Stargart gethann hette, und sie das sorgten). Frawenburg wart belegt‘), In disem tage der homeister sich legte vor die Frawenburg den thumb, und lag darvor bisz Assump- ‚tionis Marie unnd mechtig sturmpte, sonnder er nichts gewann. Und im andern tag?) nach Assumpeionis, das er under Vymannskj in ab- schlug, unnd verlor in die 300 man, und entquam uber die baude vor der Frawenborg. Des homeisters volck wolte gelt haben, und da nit war, warmit zu bezalen; und *man aber zum konig schickte umb ein kauff, *fol. 526a. sonnder der konig sie ubel abweisete von im, unnd sie quomen nymme. Elbinger branten Fischhausen. Dieweil die Polen sich mit dem homeister schlugen, die Elbinger quamen mit schife zu lannde und erlieffen Fischhausenn unnd plunderten die stat. Sie in die kirche unnd schutten das sacrament auff den altar unnd namen wegk die monstranoia. Disz got also straffte, und die es gethan hetten, wurden vom sturme mit irer barsen an strandt getriben, und der homeister sie fienng, und sie liesz redern, unnd nam was sie hetten, der 40 waren, mit der monstranz. Braunsberger wurden beranth‘). Bartholomei Joen Stalskj mit wenig folck® aber berannte den Braunsberg unnd machte ein hinderhalt unnd lag darvor drey wochen; unnd er sach, wie er sie nit mochte haben?, er verderbte und verbrante alle dorffer, die darzu ge- horten, und zoch nach Notangen. Disz sahen die Braunsberger, unnd im nach unnd wolten in schlaen; sonnder sein verloren hauff quam auff sie und fing 13 von den, die da hetten *den anlaufl auff die seinen *fol. 526b. gemacht, und sonst 38 wurden erschlagen, und den gefanngnen er gnade beweisete, dasz sie krieppel ir tag plibenn. 8 6. Wie herr Fritze von Robenegk erstochen wart mit den seinen’), Got wolte stillen den man, der allen seinen trost auff verretterey setzte. Die von Dantzke nach Nativitatis Marie zogen ausz in den a) fehlt A. b) gewinnen B. C. 1) vgl. XI, 4. S. 268. 2) Lindau 1. ce. S. 591. 3) Die Belagerung wurde aufyehoben, als P. Dunin zum Entsatz heranrückte, 4) Lindau 1. c. 8. 592. 5) Lindau I, c. S. 592-591.
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272 Tract. XVII. Cap. XIV. $ 6. Putzker winckel, alsz Joen Stalski, Johan Meydenburg, der junger, burgermeister, Mathias Heyn, ratıman, T’eter Donyntzki, heuptman auf Dantzke der draben, Schrengk, heuptman zu Dirschaw, herr Paul von Salendorff,® ritter, her Paul von Wusen® ritter und Banierfürer, 600 reisiger Teutsch, 400 reisiger Polnisch, 800 trabanten, und der vierdte burger ausz Dantzke. Der heuptman war Nickel Seefelt, unnd zogen im geschicke vom dorff Striesz°, und im zoge die Polen alles verbranten und quamen ein meil vom closter Sarnowitz in ein dorff, genannt Schwetzetzin?), und sich da vergruben in ein wagenburg und lagen da die nacht. Im morgen am tag Lamperti quamen auch im *fol. 5278. geschicke der b. volck gezogenn, *herr Fritze von Robenegk, herr Caspar Nostewitz, Caspar von Wermersdorff, Fritze Hogenest? mit 1000 pferden®, 214 trabannten, mit den kolern vor dem walde. Sie wordenn die Dantzker ansichtig unnd im nu ir wagenburg schlossenn. Unnd es gienng an ein schlaen, und sich schlugen bisz umb hohen mittag, und her Fritz von Robenegk quam under der Dantzker dra- bannten, und da in erschlug mit einer pollexen Michel Sefeldt. Nach disem der b. volck nam die flucht und liessen da 800 reisiger und 1100 trabannten, und des konigs teil pliben 600 reisiger unnd 1468 tra- bannten. Die andern? waren so verwunt, dasz sie gen Dantzke musten eylen zum artzte und kunden nit weitter. Im ausziehen man fandt herr Fritzen von Robenegk unnd man furt in ins oloster der Jungk- frauen! unnd in da begrub. Und disz schlaen den ordenn dahink brachte, dasz sie schriben zum babste‘), unnd er wolte legatum schicken, unnd sie wolten mit den Preussen die sachen vertragenn. *fol. 527b. Masaw wolt man uberfallen?). *Under diser zeit man fiel in die Masaw an drey enden‘), sonnder die b. nur schlege darvon brachten, wann es war ir quartal zubezalen mit dem blutte. Danntzke. Michaelis die zu Dantzke wurden fertig, unnd ausz unnd pucheten umb Lawenburg, Beytaw, Bern unnd Schonegk, und quamen insz dorff Praust und da prasseten, unnd zogen auf die New- burg, Mewa unnd Stargart, und in moechtigen schaden tetten. Sie a) Solendorff A. 1b) Unsenn B. Vusen C. Vusten A. c) Sitritz A. d) Hohenest B. Lagenechst A. e) 200 reysigern und 1000 drabantten C. f) un. d. in erschlugen m. iren p., M.S. A. 8) 166 B. h) und A. i) zu Sernowitz B. k) fehlt A. 1) Lindau: Scwetzin, heute Schwetzin. 2) Zusatz Grunaws. 3) Lindau I. ce. S, 595. 4) Diugoss II, 301.
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Tract, XVII. Cap. XIV. 8 7. 273 fienngen den heuptman vom Schlosse Mossek* mit 100 reisiger und 100 trabannten?). j Schlochaw. Diss mit Jergen von Domeraw horten sagen, wie der heuptman von Schluchau, Pzrstig Zeyleffkie wolte dem ho- meister sein vertrawet gut verkauffen, wie dann die stet Hamerstein und Fridland von im verraten wurden. Und sie nomen war, das man auf das schloss hew und stro furtte, und sie legten sich ins stro und hew, unnd alsz sie quomen ins schlos, sie sprungen ausz, unnd im ersten den *verretter erstochen mit 34 knechtenn, unnd war, was *fol. 528a. dise angriffen, das in wol vortgienng?). 8 7. Wie Goluba das schlos erstigen wart und wie die Polen reich wurden. Von diser rotte?) quamen die ermste auf Culmerlanndt, wann auff Pommerellen war nichts zuvorn. Unnd sie wurden es einsz, unnd mit synheitd in der nacht des heiligenn Andree sie stigen in das schlosz‘) Caluba unnd funden da herr Bernharts von Czinnenberg 200 pferde zu seinem sattel unnd sonnst kriegsgezeug genug; von welchem die b. unnd herr Bernt zu mechtigem schaden quamen, und die Polen reich wurden. Wolt es der konig haben, Ulrich Tzyrwonka musst in) geben 8000 gulden Ungerisch®. Wormdit sich werte mit macht‘). Den tag vor dem tag des abents der geburt Jhesu Christi?) ein auszgetribner burger von Wormdith, diser hat ein vernemen mit vielen burgern, und sie han- delten, die stat zu verraten dem bischoffe zu Heilsbergk durch die baderpforte. Das wusten etliche unnd es ansagten Sacky® dem heupt- a) Möseck C. Woseck A. b) Diese B. c) Pzrisyk Zcykleffsky B. Przestigk Zey- bleffeky C. d) fehlt B. mit bescheydenheyt ©. e) 7000 B.C. f) pferde A. g) Sagky O. Lindau: Herr Sack. 1) Der leizte Sats scheint nur auf einer Notiz Lindaus I, c. 5.596 zu beruhen, wonach den Strassburger Söldnern um Andreae 60 M. und 80 gesattelte Pferde ye- nommen wurden. 92) Die Erzählung ist sowohl Lindau (S. 596) als Diugosz (I/, 314) gegenüber vollkommen unverständlich. 3) Lindas I. c. 8. 595: des landes soldener, 4)er. 5) Nicht das Schloss, sondern die Stadt wurde vom Schlosse aus genommen und zwar durch Czerwonka. Diugosz. Il, 299. 6) Lindau I. c. S. 597. 7) Lindau: Donnerstag des nachts uf den freitag vor dem Christabende. 8. Grunan II. 18
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*fol. 528b. *fol. 529a. 274 Tract. XVII. Cap. XIV. $ 8. Cap. XV. 8 1. man *Jes konigs, unnd er schrib Jaen Stalsky, dem!) der da innen hett Hollandt, unnd er quam spat im abennde, damit es wenig wusten. Unnd das Zeichen der verretterey war ein buchsenschus. So hat in der nacht, in der vorigen meinung, der bischoff gesannt von seimm adel, scholtzen unnd paurn 81* (!) pferdt, unnd dise steen stille. Und alsz nu die Polen geschickt waren, sie liessen ab eine buchse. Unnd die® uber den gefroren statgraben unnd wolten ein, unnd die Polen auff sie, unnd erschlugen 47 (!) menner, die annder entrannten. Der burger hiess Richtsternne, unnd diesen mit sampt seiner gesel- schafft die Polen liessen enthaupten. $ 8. Polen und Teutschen Schlacht*. Am newjarstag Ulrich Tzirwonka wart auszgeheischen von her Bernt von Czinnenberg, wer er ehren wert, er solt umb Goluba, das im verschrieben were, und umb seine Tosz ein stynde? schlaen mit im thun. Und Ulrich schlug an?) mit seinen Polen. So hette her Bernt das volck von Strasburg, und zogen zu hauffe, und teilten das newjar, dasz vons ordens volek pliben 100 trabannten, 64 reisiger *unnd SO wurden gefanngen. Von den Polen pliben 216. Capitel XV. $ 1. Von uncristlicher grimmigkeit der b. auff' die Polen und Preussen. In disem jare 1463, den ganntzen Winter durch, was kein rhue von beden partten, sonnder sie aufeinander, und war nit ein schlosz oder stat, das die b. nicht anfochten, unnd lagen uberall unden. Und sie auch ein zog in die Masaw tetten, und wurden mechtig seer geschlagen. a) 71.0. b) des bischofs folck B. c) C. beginnt hier das Capitel XV. -d) ein stunde lang ein schlan m. i. halten B. ein schlacht auf einen stunde m. i. t. C. 1) Schalski und dem kauptmann von Holland, . 2) Czerwonka fing den Strassburgern Leute und Pferdaab; eine Schlacht fandnicht statt,
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Tract. XVII. Cap. XV. $ 2, 275 $ 2. Polen tagefarten umb Preussen‘). In disem jar Purificacionis Marie war ein gemeine tagfart zu Pitterkaw* vom konige mit den seinen in Polen. In welche tagfart sebickte Pius II., der babst, Marcum, den ertzbischoff von Aretyn?), zu eim Legaten, ein Frieden zwischen in unnd dem orden zumachen. Unnd der konig es verwillete seinem rechten ohn schaden. So bat der legat, man solte im helffen zum homeister, und ein stelle setzen, da er mit den Preussen mochte pleiben im spruche. Unnd im wart geholffen zum homeister, unnd mit den Preussen *zu reden wart zum Elbingk *fol. 529. gesatzt. Und sich da zum legaten die Preussen funden auff Mitfasten, und die suma aller rede war, unnd® der homeister den legaten mitte®, vor in zu sein. Disz die Preussen wusten unnd im ein antwurt gaben: Die b. betten wolt kriegen, die Preussen wolten in krieg pflegen. Der legat wolt ein tag auf [Philippi und] Jacoby zu Briske halten, es wolt aber nit der konig unnd zog in Littaw. So quam der legat in Polen unnd bat, man solt in zu Crackan so lanng verhalten, bisz der konig quam. Unnd die Polen nit wolten, sonder er solte anderstwo ligen unnd harren. Disz dem legaten verschmehete, dass man im nit vertrauete, und hat nur sorge, sein anschlag mochte im felen. Er sprach, er wolt zu Presiaw in der Schlesie des konigs harren, unnd die Polen es verwilleten, sonnder der legat zog zurück heim gen Rom unnd dem babste ansagte die legacion. Wasser nott und schaden: Im tag Letare brach ausz der tham am wasser Noyte gem Dorff Halberstatt®) im grossen Werder und ertrankte wol 4 schonne Dorffer. *Danntzker conspiratio*). Visitationis Marie zu Danntzke +f,1, 530.. dise burger Gregor Burck, Merten Kesemargkt, Tewes korsener under iren bandtwerckern machten ein solche verbindung, dasz sie am tag Margarethe, so der rath wurde mit den namhafftigen kauffleuten in der kirchen sein, sie wolten sie uberlauffen und sie erschlagen und teilen ire guter. Disz meldete Burchart! Reusse, unnd der rat liesz fangen die hauptlent unnd sie bald liessen abhauen, unnd sie be- kannten auff der stat licenciatum Conradum Grische®, wie er den an- a) Peterkau B. C. b) das B. c) mictten C. uberkauft hette B, d) Bernhart A. % der Grisseschen son I. m 1) Linduu I. ce, S. 599 #. 2) Ueber diesen Fehler in den Handschriften Lindau's s. I. ec. Anm. 4. (Gemeint ist der Erzbischof von Kreta, Hieronymus, 3) Halbstedt, vgl. Ser. r. Pr. IV. 598. Anm, 2. 4) Lindau I. c, 8, 601 f 18*
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*fo]. 530b. *fo], 5318. 276 Tract. XVIL Cap. XV. 8 3, fang erdacht het. Und man satzt in ein mit vielen andern, und auch ir viele lieffen zum homeister, wen disz war ir meinung, sie wolten im die stat verraten unnd geben. 8 3. Wie die Mewa stat und schlos gewonnen wart von den Preussen mit gebung'). Jacobi die Preussen unnd die Polen ruckten vor die Mewa und sie belegten und lagen darvor 23 wochen, und ins neuen jars tag die b. sich abetedingten, wan sie keine *speisz unnd hilff hetten. Unnd sie quomen zum homeister unnd im brachten ein new jar heim®., Von eim schlaen im habe?) Nach der geburt Marie, die- weil man noch vor der Mewa lag, der homeister auff mit 1500 man, unnd het 435 jagebote und 7 mechtige weichselkan vol mil speiszung, unnd er wolte retten die Mewa, und furt mit im wol 300 schiffbuchsen, wolche im neulich von der hansa waren gesannt. Die Danntzker disz wusten und am Kesemarck sie die Weichsel verpfelten, dergleichen auch gen Furstenwerder, und mitten in der Weichsel uber der ver- pfelung sie legten zwe weichselkan, auf igclicher sie hetten eine mech- tige pasteye mit 24 buchsen, der igelichs vier kamer hetten, unnd am uber auf igelicher seite der Weissel buchsen und 70 man, und sein harreten. Unnd sobald der homeister in die Weissel quam, er brante wegk alles, das er fant, sonderlich die vischer zu Jangkendorff er mechtig peinigte umb altes hasses willen; so schickte er uber die *Weissel bey der Newburg 700 reisiger, wan sie war ganntz clein, und dise solten die im lager in angst halten. So quam her Bernt von Czinnenberg mit 500 reisiger und allen paurn 1000 [an] der zal, und dise sich vor Stargart legten; so het der homeister auch 80 reisiger im schiffe und die verbranten Printzlaw° und Paszwalg, die mechtigen dorffer und seewerder. Wider dise quam nyemandt; wider die von Stargart zogen die von Dirschaw und machten ein wagsuburg zu Kar- thekaw@ im monchhofe; wider die andern Jaen Stalski ein halt machte, unnd sie hielten auf einander und niemant wolte anheben. So zogen der b. volck von Stargart und namen ein das Grosse werder und a) so hinB.C. b) 44 B. c) Prontziaw B. PentzlauQ. d) Cathekaw B.C. Oxatbakaw L. 1) Zindau 1. ce. S. 6083. 2) Lindau I, ec. S. 003-605. en Er 17.07 7 War) Eye
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Traet. XVII. Cap. XV.S 4, 277 Stobelawisch werder. So quam der voigt von Marienburg, und diser ruffte die paurn an, und sie droten in zuerschlahen, wurde er nit weichen; wann die pauren alle waren gut ordensch, wen sie meinten, der homeister wurde nu alle Polen erschlaen. Dem homeister waren alle ding gesagt, und es mit den seinen fant, wie er es nit wurde enden, was er ime vor hette genomen. *Er kerte umbe unnd lag die *fol. 531b. nacht zu seinem ungluck zu Tuggen* und Cammosen. Die Elbinger es wusten, wie der homeister in der Weissel lag; sie quamen am abent Crucis mit 25 barsen und 15 snigken® mit gutem folck und geschoss unnd sich legerten vor die Weisse] ins habe, wan sie hetten kuntschafft, und der homeister wolte heim. So war ein starcker oste windt, dass der homeister nit kunde seglen. Und er horte, wie volck vor- handen were. So wolt er sich in der Weissel nit lassen angreiffen und qnuam ins baeb und hub sich mit den Elbingern an zu schlaen, und sich den ganntzen tag schlugen, und der strom und der windt in die weisselkan auf den sandt trib. In disem tage die Elbinger im zer- schossen funf barsen mit 160 menner und 4° sie fiengen mit 56 menner, : unnd umb der nacht willen sie musten vor ancker liegen, In der nacht quamen noch die Dantzker mit iren boten; unnd im morgen von hindene die Danntzker, von fornen die Elbinger schossen auf den ho- meister und behielten alle seine schiffe und fingen 3509 man und b. Heintzschel® compter *von der Mymmel mit 40 edelleutten, unnd sie *fol. 5323. teilten die beute. Die Danntzker nomen die buchsen, 100 man und 38 burger von Konsberg, die andern furten die Elbinger beim. In der nacht b. Flach compter zur Balga nam dem homeister 100 man in 4 boten? und snicken, unnd im finstern unnd sturmen sie quamen wegk nit grosem leide. Dis horten die von Stargart und sie eyleten heim. So waren versamelt 30© pauren ausz dem Stobelawschen werder, unnd die solt der homeister auff dem heupt in die schiff nemen, und dise quamen auff das heupt, und sie wurden von den von Marienburg überfallen unnd erschlagen am meisten teil. $ 4. Wie man den homeister jagete und die seine niderlegte'). Auff Michaelis war kirmesz zu sanct Albrecht auf Samlanndt. Zu diser kirmesz fur mit denn Elbinger Jaen Stalski, und liessen ire a) Tucken B. Tiggen C. Tienort und Czemoise L. b) fingken A. singken B. co) 3B.C. d) 400 B. e) Gentzill B. Hentzschel C. Hetezel L. f) 3 b. B.C. g) 300 B. C. 1) Lindau I. c. S. 606.
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*fol, 532b. 278 Tract. XVII. Cap. XV. 85. schiffe steenzu Kamstegall im Dorf. Und sie giengen die nacht zu fussse 250* man. Im morgen frue der homeister mit Niolas dem bischoff und 7® mechtiger comptores *ausz Lifllandt (?) quamen ge- faren zum ablasz. Im abesitzen, alsz sie wolten in die kirche gehn, die Elbinger quamen unnd fiengen alle welt, sonnder der homeister in zu fusz entquam auf das schlosz Vischhausen. Sie wusten es aber nit, unnd sie nomen des homeisters wagen, unnd was sie funden, unnd furen heim mit freudenn. 8 5. Hollant wart verratten dem orden‘). In der nacht Simonis und Jude wart die stat Hollant dem orden verraten, sonder des konigs volck behielt das schlosz, das statthor under dem schlosse unnd die mole und worffen feur in die stat, und sie bornet, und im bornnen die vom schlosz abe und erschlaen freundt, ‚feindt, wen sie ergriffen. In welchem romor des ordens‘volck machte *fol. 5338. sich wegk, unnd man suchte die verreter unnd gab ins lohn. Allenstein erstigen wart. Am sonntag vorm tag der geburt Cristi auf die nacht wart erstigen von den *Polen die stat Allenstein?). So lanngten die canonici von der Frawenburg den homeister umb hilffe an. Unnd er verschuff mit seinen heuptleuten, und man solte vor Allenstein?) ziehen, sonder hie wolt niemant an. Der b. soldener giengen zuhauffe und betrachten die ungnade, die sie hetten, wan sie wurden mechtig erschlagen; unnd der homeister sehe an ir gutwillig- keit, und sie kein solt entpfienngen; und er sie zu vil in die notschantz setzte, und also, sint dan die soldener sich mit worten zalen liessen, sie den krieg verzogen, unnd dieweile sie dann mer® schuldig waren, forne an die spitz satzten; unnd wurden es eins unnd hieschen verdienten solt. Und es wart mit in aber gestalt, so, damit nyemant wolte ein pferdt satlen umb der b. will. Unnd wie die b. sich berumeten, ire soldener, hetten die wollen auszziehen, sie hetten ganntz Preussen wolt erlangen dorch verretherey: disz mocht so sein oder nitd, wan sie "konnen viel pochens. a) 300 B.C. b) 6 B. C. 0) welchen man am meisten sch. wero B. den sie am meisten sch. weren C. d) aber nit, A. 1) Lindau I. c. S. 607. 2) Lindau I. c. hat nur das Factum; alles übrige gehört Grunau, 3) Neuenburg ; vgl, Voigt 8, 649.
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Tract. XVII. Cap. XVL 8 1. 2. Mu Capitel XVL $ 1. Wie man Mewe stat und schloss einnam vons konigs wegen'). *]Im jare 1464 an des newen jars tag herr Joan Koschtzieletzki *fol. 533b heuptman von Marienburg, Joan von Schonnen* burgermeister, Bern- hart Pawest® ratman, Joan Schefeke und etliche von der gemeine der stat Danntzke quamen und namen ein stat und schlos zur Mewa. Auf der Mewa waren b. Ulrich von Eisenhofen, groszcompter zu der zeit, b. Heinrich von Richtenberg, etwan vischmeister auf Putzke, b. Conrat Pfersfelder etwan hauszcompter zu Danntzke, junker Stenzel von Dhonen, juncker Michel von Weissenbach, juncker Fritz Hogenest, juncker Steffen Schenck, und dise alle mit 30 pferden und mit den iren hetten abgedingt, [sie] frey zu lassen. Und sie gleichwol es bestalt hetten, wie man es in wider mochte verraten. Darumb so quam es, und 17 burger wurden am sonntag nach Fassnacht eingesatzt, die man begriff, und sie wolten die stat verratten. Und dise sich loszten mit 2000 marck vom tode. 8 2. *Elbingk ein tagfart. *fol. 53ta. Am sonntag Oculi man hielt ein tagfart zum Elbing?), in wolcher sich vereinte der bischoff von Heilsberg Paulus mit dem homeister, unnd der homeister im erliesz allen zuspruch zu im, unnd da sich auch derselbige bischaff mit dem konige begerte zu vereinigen, und begerte 14 tag sich zu bedenken, und er solte dieweile fride mit den seinen haben. Und es quam, wie auf Judica zum Elbing®) sich der bischof mit seynem capitel und stetten verschwuren und incorporierten und wurden auch da verburgt, damit, so sie etwas hetten von speisung®, sie es nit solten dem orden ader seinen leuten verkeuffen, von inn mochten sie aber wol keuffen? und bezalen. Auff diser tagfart wart gehanndelt uber den schaden, den in hetten gethan die Braunsberger, den Jan Stalski, da obenen davon gesagt ist worden, und da wurden erkoren, die sache hinzulegen mit bezalung der schaden, Shigneus® der a) Schouwen B. Schauen L. b) Brovest A. co) spaltung A. d) des Konige folck B. e) Sbicinus A. 1) Lindau ec. 8. 608. 2) Bartenstein; vgl. Plastwich 1. c. S. 130. 3) Lindau I. ec. S. 609.
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280 Tract. XVII. Cap. XV. $ 3, *fol. 534b. bischoff *von Crackaw, Joan Koschtzieletzky heuptman auf Marienburg, Otto Machwitz, Niclas Pfeilsdorf, Joan Meideborg, der burgermeister von Dantzke, unnd dise es freuntlich verrichten‘), damit Joan Stalski gnug geschach, und die Braunsberger sicher vor im waren. 8 3. Wie die Danntzker Pawtzke belegten unnd es gewonnen mit abtedungen?). Im tage Georgi die Danntzker zogen zu schiffe ausz unnd be- legten Pautzke stat unnd schlosz unnd lagen darvor in die 22. woche und verloren darvor manchen stoltzen man, und der b. volck sich abetedingte mit den iren, und man solte der kirche nichts thun unnd auch nichts den burgern. Und disz wart so gehaltenn. Hensa. Nach Georgi quamen die von Lubeck unnd Wiszmar im namen der hensen unnd wolten fride machen. Disen der homeister antwurtet, der kayser und nit stulwucherer* solte seine sach zum *fol, 5853, guten ende bringen, der teuffel het in *botten gesannt; unnd dise antwurten: disz ist unnser danck, unnd wir euch haben mitgeteilt unnser armut. Und zogen so heim. Elbinger auff Samelant?). Im vierten sonntag nach Ostern‘) die Eibinger mit iren 25 barsen furen gen Fischhausenn und berobten das ganntze gebiete von Germayen® und erlanngeten viel. So waren zum Heiligenbeil 200 Leifflender. Von disen 100 in die keytel zum Rosenberge tratten unnd furen den Elbinger entgegen, unnd Branden- : hoff, der Elbinger heuptman, segilte die Keutelschiff alle in den grundt und quomen so heim. Die bruder wurden gesohlagen®). Under wolcher zeit die von Stargart, von Lawenborg, versamelten 140 reisiger unnd wolten bey dem Tauchel in Polen fallen und da bornen. Sonder die Polen disz wuszten und liessen sie einziehen, damit sie quemen zwischen *fol. 535b. ein see und ein gesumpe, da war ja wesen®. Alsz sie da waren, *die Polen von hinden unnd von forne, unnd sich da schlugen, und sie a) stuelrenber C. b) Girmayn B. Gyrmanen C. 0) was wiesewacha B. 1) verrichten sollten. 2) Lindau I. c. S. 610. 3) Lindau I. ce. S. 611. 4\ 22. April, Das Datum und einige Einzelnheiten hat allein Grunau, 5) Lindau I. c. S, 611.
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Tract. XVII. Cap. XVL 8 4. 281 alle behielten; das meiste teil blib auf der wise stecken, zu den lieffen die Polen unnd sie erschlugen; der Polen auch gar viele da pliben gemordet. Nach disem der homeister begerte mit den Preussen zu tagen. Unnd es wart im zugesagt. $ 4. Von einer tagfart zu Torn, durch den Leifflender erlangt“, mit den Preussen zureden‘). In Pfingsten?) in disem jare der lanndtmeister ausz Lifflandt er- langte, das der konig von Polen und die Preussen einen tag hielten, wenn er vermasz sich, alle ding zuverrichten, und der tag war zu Thorn. So quam auch hin der bischoff von Lubeck unnd drey ritter ausz Denmarck?) und sonst viel hern, unnd sie wol anhuben zu bandlen. Und der konig und die Preussen liessen sich finden, und wart gemacht, der konig solt Marienburg halten unnd *Thorn unnd Danntzke. So *fol. 536a. war da gesant vom homeister, der es auch gerne hette gut gesehen, b. Erasmus Gebesatel, unnd diser wart gefragt, ob er hette volle macht von seim homeister, zu thun unnd zu lassen. Er sprach neyn. So wolten die Polen wegk, sonnder die hern erlangten noch zwelff tag. In disem schickte der homeister b. Heinrich Reusz, herr von Plaw, unnd diser quam unnd sprach zu allen herren: wir wissen es euch kein danck, unnd ir® hie seith, das ir unns das unser wollete abteilen. Da setz wir die neyge daran; wir sein im willen,'nit ein steckel den Polen zulassen, wie redlich sie in auch gewonnen haben. Auff disz sich die hern verwunderten vom landtmeister ausz Leifflanndt, unnd er umb sonnst die hern gemuet hette. Unnd es geschach ausz Zufall, wie etwan eim mechtigen herrn war widerfaren, unnd man b. Heinrich Reusz mit seiche ubergosz®) von obenn, alsz er mit etlichen burgern an der hauszmauer stundt, unnd er auff, und mit zorne dreuete? das zu rechen, und zog so wegk. Jdoch die hern vermochten die Polen *unnd die *fol. 536b. Preussen, und sie harretenn noch 14 tag, unnd der homeister schickte den groszeompter, unnd diser fragte, sintdem sie dem orden fur* die Polen abteilten, was solt dem homeister pleiben. Die Polen und a)e. wordenA. b)ibrDanzkerB. c)wollen A. d)tretteA. e)und A.den 0. von den Polen B. 1) Lindau I, c. S. 612. 613. 2) Nicht richtig. 3) Die Thorner erzeigten ihm „mancherley behonunge“, sagt Lindau 5. 619. Pol. Steinhaupts Erzählung bei Pole, Ss, r. Pr. V, 246.
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*fol. 5378. *fol. 6876. 282 Tract, XVII. Cap. XVL 85, Preussen sprachen: alles was uber dem fliesz der Passerie ist, unnd nit me. Darauf sprach der groszcompter: unnd wir wollen gantz Preussen haben, oder wir wollen“ darumb thun, was kriegs recht ist, unnd solt kein paur im lanndt pleiben. Unnd die Polen und Preussen sprachen: wir wollen es warten, unnd solt kein bartmouch gleichd gemalt im lanndt pleiben. Unnd die sentbotten sich bearbeiten, unnd sich der groszcompter erbott, man solt dem ordenn lassen, was er itzunt hette, unnd solt im geben und einreumen die Mewa, Dirschaw, Schlu- chaw und Marienburg, unnd sie wolten in zehen jarn dem konig wider sein gelt geben, was im koste Marienburg. Die Polen ant- worten°: das ist landtkundig, und ir eur tag nie habt gehalten eur wort; in disem ir es viel weniger halten wurt. Und sagten *es im abe, unnd stunden auff. So versuchten die herrn, unnd man die sache setzte auff herrn unnd fursten Teutscher lande zum erkenntnus, unnd disz wolten die Polen nit. Unnd man begerte funff jar beyfride; die Preussen wolten nit funff tag zusagenn, unnd zogen so heim. 8 5. Wie die Polen mit den Elbinger sighafftig waren wider die b.'). Den tag nach Visitacionis Marie Jaen Stalski mit den Elbinger mit schiffen quamen vor die Altstat Konsberg unnd branten wegk alle ire speicher und vorstat und namen wegk in die 1004 mark wert leimeth° von der bleiche und zogen heim, und niemandt in etwas thet. Neuburg. Nach Jacobi die Polen und Preussen beranten die Newburg, und die b. heraus, unnd schlugen sich mit in, sonnder die Preussen wurden ir uberman und ir wol 80 behielten und umlegten die Neuburg. Der homeister schiekte hilffe der stat, sonnder sie wart zurucke geschlagen. Im abendt Allerheiligen?) die Newburg *gab sich under den konig, in wolcbem tage auch quam b. Heinrich Reusz und fandt die stat eingenomen, unnd er zoge heim. «) daran setzen was wir haben und C. b) halt A. c) auch warten A. d) 700 B. C. o)lieinwandt B. C. 1) Lindau I. c. S. 614. 2) Geschah erst Lichtmesse 1465. Lindau I. c. 5. 618,
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Tract. XVIL Cap. XV1.8 6. 283 8 6. Bischoff von Hellsberg?). Am tag Allerheiligen Paulus der bischoff von Heilsberg hielt tag zum Elbing und sich da mit dem lande verschrib und mit dem konig, und er da entsagte insonderheit' umb entpfangen schaden dem ho- meister. Und man gab im 2000 pferde?), der heuptman Woytzech Wirtzeschki®s; unnd dise den homeister auf Nathangen und auf den grenntzen mechtig drangten, damit auch die cleinen stete dem ho- meister sagten; wurde er nit fride machen, sie konten es nyme aussteen. Friedebegerung°). Darumb b. Heinrich von Plaw schrib dem gubernator, herr Stibor vom Baysen, unnd er wolt im ein tag setzen mit den Preussen, wie er wolt; sie wolten umb ein friede handlen. Mit disem stillete er die hinderlennder von Nathangen. *Der gu-*fol. 538a. bernator wolt im nichts zusagen, wen er wuste wol, wie stets in tagenn er pflag verretterey zu stifften; idoch er liesz im sagen, er wolt in ein antwurt lassen wissen. Thorn man wolt ersteigen“). In disem wintter durch ver- retterey man schon heit leittern angeworffen an die Rechtestat-maur Thorn, und man solt einsteigen; und der waren in funf enden, unnd man wart es inne, unnd die gaben die flucht. Disen anschlag machte her Bernt von Czinnenberg?). Elbinger wurden gebrant. Bruder Hinrich Reusz versamelt auff Moring 600 reisiger und kompt in der nacht uber den Trausen geritten (!) vor den Elbing unnd harret bisz man die stat wurde offnen, und er lag zwischen den gartheusern. So het er einen verspeher unnd diser im finstern nebel, so baldt man auftet die Newstat, ausz dem thor, und sie auf und quamen gerannt. So war da ein diennstmagdt, und die wolt in den garten gehn; sie zum ersten den schlag mit dem schlosse *schib®) unnd schreit: feinde, feinde. In disem die wache, die *fol. 638b. bey dem feur sasz, hervor unnd ziehen die zogbrucke. Die magdt wart im schreien mit einem pfeil erschossen. B. Heinrich sach, wie man es wuste, er zog anderstwo hin. &) Wyetzeschky B. C. ihr h. war W. W. B. 1) Lindau I. c. S. 615 f 2) Der König sollte ihm 200 Reisige senden. 3) Lindau I. c. S. 616. 4) Lindau I. c. S. 617. 6) Zusatz Grunau's, 6) den schlagkbom zcuschlug, Lindau I. c. S. 617.
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284 Tract, XVII. Cap. XVII. $ 1. 2. Capitel XVII. $ 1. Von böser bezalung vor gute freuntschafft mit den brudern gethann'). Im jare 1465 am tag Thome von Kantelberge b. Heinrich wolte erlauffen die stat Newburg?), und er wart verstort. So nam er sein volck unnd zog ins Stobelauische werder zu den pauren, gut ordensch, wan sie den gantzen krieg wurden gefunden so getrew dem konig®, wenn die Polen zu Dirschaw umb ein ochsen 6 mk. boten, sie in lieber den b. umbsonst gaben, und solcher stucke vil. Zu® disen quam b. Heinrich, und sie entpfiengen in alsz iren gnedigen hern; und alsz er nun sach sein zeit, er nam die pauren aller gefanngen und liesz sie blundern und bornen, was da war, und zog gen Stargart. So war es ein mechtiger wintter und der pauren wol 300 todt froren im Schnee. *fol. 589. Disem nachfolgeten *die von Danntzke, von Marienburg, unnd im namen all sein gerobtes gut unnd fiengen im abe 267 reisiger. Und quam, wie die b., das diennstvolck, die stette des homeisters zeter uber diesen bluthundt b. Heinricum schrien; wen durch in, sie weren komen unnd quemen tag bey tag umb leib unnd gut. Unnd es ge- schaen viele worte auff die bruder. $ 2. Beyfride mit einander. Unnd der homeister mit b. Heinrico Reusz mit schwerheit er- lanngten vom tage Benedict bisz auff Philippi unnd Jacobi beyfride unnd ein tagfart, unnd die wart gesatzt ins dorff Cobelgrube auf der Nering. So quamen die stet under dem orden unnd baten hochlich umb gots willen, man solte ein fride machen, unnd der worte vil. In ant- wurt b. Heinrich Reusz: ir heyllosen Preussen mit eur verretterey, ir habt es so weit gebracht, unnd eur hern muessen thun, was ir wolt. Alle die teuffel nemen es euch abe an leib unnd seele, unnd® es sein zwen selige churfursten mit zweintzig tausent man auf dem einzoge vor unns; und ir nur ein wenig kundet dulden, die diebischen Polen wolt wir wol lernen kriegen. Unnd die stete musten so wegk gehn. a) dem homeister O, b) in A. c) wisset os sein B. C. 1) Zindau 1, c. 8. 619. 2) Die von den Polen belagert wurde, Lindau I, c. S. 618.
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Traet. XVII. Cap. XVIL 8 3. 285 Die b. alle sie trotten vor den *homeister unnd sprachen: gnediger* *fol. 539b. herr, wir bitten, ir wolt ansehen die straffe gotes uber unns in disem kriegen, wen uberall der unfal unns trifft; so erkennen wir unnsern armen underthan geschicht gewalt. Indem und;sie sich erelagenn, wie sie nymme mogen kriegen, die ursach man mit augen siehet, und so man sie trosten solte, man sie lestert und honet; was solchs thut, ist unns wol zufunden komen. B. Heinrich Reusz es im anfanng storeteb, und wir unser sachen mit den Preussen nit angiengen mit bannen, wann er meinte, wir, so wir furstengenoss weren®, wir soltenn spannen. Man hat im bisher gefolgt, und wir haben gespannen unnd verschossen, was wir haben; unnd volgt man im weitter, in warheit, wir verliesen den bogen nach den pfeilen. Und der wortte vil.. Vom kommen der furssten mocht er wol wissen zu schweigen, so er es und die Preussen wol anderst wissen. Mit solchen worten der homeister wart bewegt und seinen b. zusagte, auff fride zugedenken. Von disem allem wusst *nit b. Heinrich Reusz, und der homeister sagte es den Konsbergern *fol. 540a. an, unnd sie solten mit dem lannde tagen unnd horen ir begern one zusage. & 3. Von der ersten tagfart, da Preussen mit Preussen handelten in sachen. Zu der Cobelgrube auf der Nering quam her Stibor von Baysen, gubernator, mit den Elbinger, Danntzkern, unnd was zum Konig ge- hort, so quamen auch da hin dief vonn Konsberg mit irem anhange, aber kein b. mit, unnd sprachen also: Lieben hern und gonstige nachper, wir euch dancken, unnd ir euch umb beger willen hieher verdiemutiget hapt, und wir vor vilen jarn ein solches gernne gesehen hetten, sonnder die bosheit der zeit hat es nit wollen gestatten, damit wir auf fride hetten mocht gedenncken. So bit wir euch, ist eur meinung, unnd ir ein wyrdigen orden wolt ganntz vertreiben, ader nit. So ir in wolt vertreiben, sehet in eure gewissen, wann es geschicht umb der gutter willen, in wolchen unnd mit wolchen ir kein gluck wert haben, und ir erlanget denn schentlichen namen, unnd man euch verreter *nennen wirt eurer *fol, 5406. hern. So ir in aber nit wolt vertreiben, hapt ir was wider in, be- kommet# es auf den heiligen vatter den babst unnd last komen legaten und also die sachen verhoren unnd sie verrichten. So bit wir euch a) wirdiger 0. b) sturtste A. ce) und wir, so vor f. waren A. d) vil fehlt A. e) an A. f) fehlt A. g) bekummet O. bekennet B. .
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*fol. 641a. *fol. 541b. 286 Tract. XVII. Cap. XVII. 8 3, ernstlich, und ir wolt vermanen euren hern konig und ansehen, was das ertrich in Preussen von blutte rot ist, damit er in ein vertrag gehe* und fride wolte machen unnd dem orden widergeben, was er inne hat. Unnd wir euch gut darvor sein, unnser herr homeister wirt es mildiglich vergessen, was ir wider in gethan habt in eurem abefallen, wie er es denne anndern bat beweist, die in eim solchen auch schuldig waren neben euch in vergangen jaren. Auff disz antragen her Stibor von Baysen mit dem willen der konigelichen stette er in antwurt also: Lieben gute freundt, unnd es euch angenem ist unser gutwillig- keit, wir uns bedancken, und ir wiszt, wie wir alle zeit sein gestendig gewesen bern und fursten in disen *geleuffen, die auch mit vernunft gehandelt haben; unnd wo man uns hin umb fride zumachen willen gefordert hat, im lande unnd ausz dem lannde, wir sein gestanden ; dabey ir mogt wissen, wie wir gutes synnes sein gewest. Aufl eur frage der vertreibung, wiszt, und es in unnser herz nie komen ist, und man den orden solt vertreiben, sonnder in gehorsam zu machen dem hern konige, alsz irem grundhern, damit sie in erkennen, ausz wolchem sie unnd wir mochten in sachen standthaftig werden. Von des namens wegen der verretterey, ir es selber wol wisset, zu der zeit, da wir nit ein stuck brot von eurem hern mochten haben, das unns doch durch arbeit blutsaur ward, wir musten ire verretter sein, alsz wir es nit wolten geben. Und itzunt sy vil weniger ein solchen namen unns erlassev, wa wir wider sie gethan haben. Die milde gnade eurs homeisters sey ferne von unns. So ir auch wol wisset: haben wir einen menschen gehabt zum homeister ader compter, ader wie denne amacht genennet sein, nach im sein komen zehn bose geiste. *Wir haben unns etwan erbotten, unnser sache solte der babst richten. Disz schlugen abe eure her:en, itzunt wirt es auch von unns abgeschlagenn, mit euch sie zu erhoren. Das dass ertreich rott ist von menschenblut, dannck habeb der homeister unnd db. Heinrich Reusz, die disz suchten“, und nit unser herr konig, der die seinen muste be- schurmen vor iren blutseuftigen? herzen. In got wir getrawen, unnd itzundt auf erden ein kindt ist, das wirt es erleben, und ir dem orden ein teil danken wert vor seine gnade mit weinenden augen. Der bruder volck: Sintemal ir sagt, unnd ir wolt, das der orden solt erkennen eurn konig vor ein grundhern, wolt ir im auch wider zue fugen ganntz Preussen? Stibor sprach: nichts me, wen Samlandt sol der orden haben. a) fehlt A. b) ab A. c) schaffen C. fiuchten A. d) bluttssfftigen A. bluttgierigen C-
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Tract. XVIL Cap. XVIL 8 4. 287 Die Konsberger sprachen: auf ein solchs zubedennoken wir be- gern drey jar beifride. Stibor mit des konigs volok antwurtte: *wir wollen nit drey *fol. 5428. tage mit euch an ein beyfride gehn, wann wir wissen, wie die eurn frid halten. Die Konnsberger sprachen: nu liebe bern merckt, wenn eg gerne unnser herr homeister wolte angeen, so kann er es nit thun ane den lanndmeister von Teutschen lannden und Leifland und ire capitel. Stibor sprach: es ist etwan verantwurt worden, wie es eine betriegerey sey, so der homeister auf seine seite was vergonnen wil, er thut es ane der andern rat unnd wille, und ist cereftig; was im aber nit mite ist, das scheubt er auf sein capitel, unnd wir nichts achten sein capitel. Unnd wolten so wegk geen. Da boten die Konsberger, sie wolten zu wille sein, auf Laurentii nechstzukomen ein ander tagfart auf derselbigen stelle zuhalten; sie verhoffien sich, ein gut antwort zu bringen. Stibor das mit den an- dern willete. $ 4. Wie b. Heinrich Reuss ein anschlag stiffte unnd wart geschlagenn'). Margarethe die Masuren sich zu Thorne *mit 22 (!) weisselkan *fol. 542b. versamelten und hetten geladen von korn, weisse, haber, erbsen und lebendigem vihe* in die 7000® mark wert. B. Heinrich Reusz wuste dis; von Moringk, Osterode unnd Marienwerder versamelt 300 reisiger unnd 300 paurn drabanten, und legten sich zwischen Marienwerder unnd Graudenz in den wald an die Weisse. Unnd die quamen. Wolche noch wenig schossen sich gaben, und b. Heinrich Reusz liesz alles aufladen und harreten nach den wagen. So wart den Polen auf Marienburg disz verspehet, unnd sie quamen 400 starck. So wart b. Heinrich Reusz mit den reisigen gewarnt unnd er nam die flucht Und® die Polen quamen, und fiengen die paurn und satzten sie in die verbranten dorffer ins Werder und nomen alles, was da war, teilten es auf Dirschau, Mewa, Neuburg, und wa es not thet, mit freunden. Dirschau wart angelauffen®). Im tag s. Peters kettenfeier die von Stargart quamen in eim hertzieren vor Dirschaw und rennten a) visch A. b) 6000 B. 'c) wie A. 1) Lindau I c. 5. 622. 2) Lindau I, ce. S. 623.
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288 Traet, XVII. Cap, XVII. $ 5. *fol. 6438. bisz an die schlege. *Unnd die geharnischt, gehorsam dem heuptman, herausz, unnd schlugen sich mit in. Unnd die von Stargart nomen die flucht unnd legten sich in eine grund, nit ferne von der stat, und die vonn Dirschau legten abe den harnisch, wann sie meinten, die feinde weren wegk. Im mittage die von Stargart quamen gerannt unnd igk- licher reisiger, der 200 waren, bet ein drabannten hinder sich, unnd quamen gerannt eylende. Die Dirschauer one harnisch hinausz, unnd wurden ir!) wol 100 (!) erschlagen und 93 (!) gefanngen. Die stat kunden sie nit erlauffen, wann die burger hetten die zogbrucke auf- gezogen. Nonnenbeschemer?). Nach Dominiei sich aufwarff ein haufe buben zuhaufle, den man solt schuldig war, in die 1200 reisiger unnd drabannten?). In Preussen war nyme zue nemen auch nymme zu ver- dienen; auch horten sie, wie man mit ernst darzu thet, unnd es fride wurde. Sie quamen unnd blunderten das Carthaus und zogen gen *fol. 543b. Sarnowitz unnd Suckau in die *nonnencloster unnd namen, was da war, unnd die nonnen beschempten in irer jungkferschafft, damit auch etz- liche schwannger wurden. Unnd so durch Pommern wegzogen‘). 8 5. Von der andern tagfart umb frides willen der Preussen mit den b. von Lifflandt. Laurentii quam, unnd die Preussen waren im dorf Cobelgrub, und da quamen hin zween comptores ausz Lifflandt°) unnd die Kons- berger. Da fiengen an die Konsberger und sprachen: Liebe hern, am nechsten auff diser stell wir euch entplost haben unnser herz unnd auch ein grosses zugesagt, wie euch denn der recesz lernet. Damit ir aber mogt erkennen unnsers hern homeisters frome herz, unnd er wil thun, was wir unns vermessen haben am nehesten, disz worzeichen er mit ung hat gesannt dise zween b., und die sollen es auch zusagen und darneben horen, was itzt eur meinung ist. Die stette des konigs sich berieten und in antwurt gaben also: *fol. 5448. Der recess uns lernet, wie wir euch gedanckt haben vor die *milte 1) Nämlich der Dirschauer, s. Dlugoss. II, 350. 2) Lindau I. c. S. 623. 3) An 60 Ausläufer aus Dirschau, Mewe u. s. w. nicht Ordenssöldner. L 4) Zusatz Grunaws, 5) Erst auf der dritten Tagfahrt waren Lifländer anwesend.
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Tract. XVII. Cap. XVIL 8 5. 289 guade eurs homeisters, unnd so auch itzundt thun. Wir begeren irer nit, unnd unser meinung ist, und wir den konig von Polen vor ein herrn halten wollen. Unnd disz wir euch melden, und es sol thun sur homeister mit seinen underthanen, darvor sol er haben gantz Samlandt zu eim besitz und zu eim enthalten. Darauf antwurt der eine compter ausz Lifflanndt: Ir Preussen wie unverstendige leute eins begert, das wider vernunfft ist, und unser her homeister, der da ist ein freyer furst Teutscher nacion, solt eim hern dienen, der da ist Wendischer nacion, welche das blut der menschen wie nichts achten. Umb wolchs willen sie auch die schlimsten sein auf erden. Juncker Cristoff von Cristlauden* auff disz antwurt und sprach: Bruder Unvornunft, hore. Ich deinen hern achte wie etwan die kinder von Israhel, die im got zu eim sonderlichen volck erwelt hatte, unnd niemanndt ir herre [war], wan *got selbst; da sie aber von gotte iren *fol. 544b. gehorsam zogen, die unbeschniten Philister ire hern wurden, und sie musten ihn dienen. Von der Wendischen nacion aber wisse, so sie so wol Cristen ist, wie die Teutsche, unnd noch heutigen tag me thut umbs glaubens willen, wann fie Teutschen, mag billig sie hochgeehret werden. Solt sie aber untuchtig sein, darumb und sie blut vergiessen vor nicht achten, so muest ir b. mit eurm homeister auf erden die schlimsten sein, wann ir verretterlich und dieblich den eurn durch mordt ir leben habt genomen. Was aber unnser here thut, das thut er offentlich umb der gerechtigkeit willen, die seinen zu beschurmen. Der compter sprach: So mein her homeister ein furst ist und seine comptores wie grafen sein, wie solten sie hoff und statum halten von eim so cleinen fleckb landes? und was haben dan seine hern bi- schoff? unnd wie mag er wegk geben, das wir im besitz haben unnd ir nit? darumb last horen, unnd *wir sollen thun umb das, das ir im *fol. 545a. besitz habt. Die Preussen sprachen: Da eur homeister wie ein furst und seine comptores wie grafen wolten hoff unnd statum fueren, da solten sie es mit iren underthannen gehalten haben, unnd sie in gedienet hetten zu eim solehen. Sonnder sie haben es verhomuet. Die hern bischoffe mit iren capiteln sollen ire guter behalten zu iren kirchen wie vor unverhindert. Haben wir itzunt nit Samlannt im besitz, das ertreich ist unnsers konigs, die einwoner wollen wir auch in kurtzen haben. Und wollenn weiter, unnd man soll in den ordenn cleidenn menner der geburt und des lebenns erbar, die in Preussen geboren sein, unnd ir solt sie auch zu den emptern, wie die anndern, setzen, unnd sollen a) Cristauden B. Christanden C. b) volck A. \ S. Gronau li. 19
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*fol, 54hb. *fol, 5468. 290 Tract. XVII. Cap. XVII. 8 6. alle dienen dem hern konig unnd sollen haben das landt von der Passarien an bisz zum ende an Littaw und Sameiten. Unnd ob euch wol dunkt, und wir es nit haben im besitz, wir wissen rat, und wir es in kurtzen haben wollen. Auff disz die b. sich erzurnten *unnd sprachen zu den Kons- pergern: Redet ir mit in umb ein andern tag, wir wissen nichts zu- reden auff ir beger. Unnd die Konsberger mit not sie erlangten zu eim endlichen beschlusz ein andern tag. Und die stete nit wolten, sonnder her Stibor von Baysen unnd der adel uberboten sy, unnd man in satzte auff Egidii nechstzukomen zur Cobbelgrub. $ 6. Wie der b. volck in Pommern zog und da geschlagen wart mit macht'). Es ist oben gesagt, unnd in Preussen war nit me zunemen, unnd ınan auch nit sold gab; darumb der b. volck wolten irem gunstigen hern, b. Heinrich Reusz, ein willen thun. Die von Conitz, von Frid- lant, von Hamerstein, von Schonegk, von Butaw?), von Lawenborg nach (l) Lorencii sich versamelten in die 800 (!) pferdt unnd zogen durch die Newemarck in Pommern. Und sie vil robeten unnd leute fingen und wolten so zurucke. Disz wart kunt gethann den von Stolpe, *von Schiffelbeyn, vom Collenberg® unnd von Kesselin. Unnd sie sich versamelten unnd mit disen traffen vor dem stetle Schlaw unnd sich ein gantzen tag schlugen. Der b. soldener hetten gutten rob und sie in nit wolten lassen unnd sie auch nit wol wegk mochten komen, unnd darumb sie musten sich weren; und quam, wie sie da verlorenn 166 (!) man unnd 85 gefanngen; die aundern entrannten gen Preussen. Mewa°). Umb Bartholomei die arme leut in der Mewa wurden schlim gehalten von den Polen, wen zum ersten durch sy stat unnd schlosz verratten wart dem homeister, von wolchem dem lanndt mech- tiger schaden geschach. Und alsz man es wider gewann, etliche burger es wolten wider verraten, sonnder dise wurden gegriffen unnd sie er- loszten ir leben mit gelt. Dise selbigen und annder me, alsz sie sachen, wie sie so ganntz veracht wurden, sie gedachten sich zu rechen &) Kalenberg B. 1) Lindau lc. S. 623. 2) von S. von B. Zusatz, 3) Lindau I. ec. 8. 624.
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Tract. XVII. Cap. XVII. $ 7. 291 unnd liessen b. Heinrich ansagen, und er solte kommen denne und denne, sie wolten im einhelffen. *Unnd disz gieng au b. Heinrich *fol. 546b. Reusz unnd quam mit 40 reisiger und 160 trabannten unnd brachten leittern an unnd stigen ein ir 20. Den Dantzkern disz auch war ver- raten, und sie quamen auch heimlich unnd funden dise einsteigen ; und sie hetten nur® eine leitter, unnd die auch seer kurtz; welche sie umbwurffen und schlugen auch der b. trabanten unnd ir wol 80 fiengen. DB. Kocherdorff') sie erschlugen mit 38°; die in’ der stat waren, die gaben sich auch gefanngen und sich loszten. S 7. Von der dritten tagfart Preussen mit Preussen und mit dem homeister umb friden. - Egidii quam, unnd die Preussen waren da und auch die be So war da her Stibor von Baysen, gubernator des landts zu Preussen, unnd der hat mit im zwen doctores der rechten, und Otto Machwitz, Niclas Pfeilsdorff unnd die stette; vons ordens wegen waren da der compter von Golding, landtmarschalck in Lifland *unnd b. Seiffridus *fol. 547a. Flach, der compter von der Balge, mit den Konsbergern unnd bischoff Paulus vonn Heilsberg wie ein mitler. Unnd der von Lifflant furte das wort?): Ir Preussen, am nechsten tage ir habt vermeldet, unnd man solte kleiden eur tuchtige einzoglinge in den orden, und unser herr homeister solt eurs konigs diener sein mit den seinen; so habt ir uns erboten, das landt von der Passerien einzugeben bisz an Littaw und Samayten. So hat sich unser her homeister gediemuetiget umb gottes willen und umb seiner underthan willen, und der konig sol haben ganz Colmerlandt, Michlawerlandt, und wir wollen frey sein, nit zukleiden die euren und auch dem konige nit zu dienen und umb unser gelt Marienburg zu losen. Die Preussen sprachen: Marienburg wiert euch nit; Culmerlandt hat unserm hern konig herr Bernt von Czinnenberg umb sein solt und schaden aufgetragen?) und ist heute konigisch; Michlauerlandt *er- *fol. 547b. lanngen wir auch alle tage. a) leten auch A. b) 28 O. c) zur Kobelgrube B. d) sein und nit A. 1) Söldnerhauptmann Kunzdorf L. 2) Rede und Geyenrede sind hier ebensowohl freie Dichtung, wie in den Berichten über die früheren Tagfahrten. 3) Nur die Schlösser, die er besetzt hielt.
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*fol. 6482. *fol. 548b, 292 Traet. XVII. Cap. XVII. 8. Da sprachen die bruder: so geben wir euch ganz Poinmerellen, unnd damit wir mogen in 10 jare losen Marienburg und wir von eur kinder kleidung unnd dem dienst eurs konigs frey mogen sein; uber das, unnd wir kein gelt ausz dem lande wollen schicken one eur wust unnd wille. Die Preussen antwurten: Pommerellen ist auch unsers herrn, unnd es hat kein noth in dem. In disem wart viel gehandelt, und kein teil wolte nachgeben. Zum letzten sprach der marschalek: Nu hort unser letzte meinung. Got zu Lobe und Marien zu ehrn, armen leutten zum troste, so sagt unnser her homeister den konig von Polen und euch schadlosz, sonn- derlich euch vergibt alle missethat, und begert umb ein moglichen tribut jarjerlich gantz Preussen; unnd wir wollen so des konigs diener sein und kein gelt one eurn wust wegkfuren unnd eur kynder kleiden, unnd wen diser homeister stirbt, so sol einer ausz Preussen *sein, noch des tode wider ein auslender, und also in allen ammachten. Die Preussen antwurten: Umb einen tribut wert ir unserm hern konig nit dienen, wann ir halt kein warheit nit. Sonder ir solt sein diener sein und in bekennen vor eurn hern, auf des erdtreich ir wonet, ader es sey schade, und man ein pferdt hat. Und schiden so von einannder. $ 8. Wie Stargart beleget unnd gesturmet und gewonnen wart von den Polen'). Den tag nach der geburt Marie schickte der konig Jasintzky*, den heuptmann, mit her Schortz® und mit her Schanck® alls unnd alls 200 reisiger Polen, 200 trabannten Teutsch unnd 200 trabanten Behmen?). Und sie quamen und belegten Stargart von einer seite, alsz die Polen lagen sonnderlich in einer pasteie, die Teutschen mit her Schortz in der andern sonderlich, die Behmen in der dritten?) auch sonderlich. Die heuptleut des konigs waren truncken leut unnd ritten gern gen Tirschau spatzieren, und disz die b. in Stargart wol sachen. *Darumb mit 30 pferden ausz an dem ende, da die stat nit belegt war, und ritten, a) Jaszinszky B. Jasnitzssky CO. b) Schotz A.C. ce) Schamky B. Schanitzky C. Schanyki A. 1) Zindeu I. c. 8. 025--627. 2) Angaben abweichend, 3) Unrichtig.
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Tract. XVO. Cap. XVO. $ 9, Cap. XV. 8 1. 293 damit sie disen heuptleuten entgegenkomen, auf halben weg gen Dirschaw. Unnd die heuptleut des nit achten; sie meinten, es weren die iren. Und die b. schlugen auf sie und sie auch fingen unnd schickten sie gen Conitz. Das volck blib gleichwol vor Stargart ligen. So quam der bomeister unnd b. Heinrich Reusz!) mit 800 reisigern und 1000 trabanten unnd wolten in Stargart; darwider war des konigs volck unnd sich mit in schlugen. So hetten die in der Teutschen pasteyenn die schiffbuchsen von Danntzke, mit wolchen sie dem ho- meister totten 35* reisiger unnd in die 200 trabanten; unnd er wegk mit gewalt. Nach 13 tagen er quam wider gen Stargart und sturmete der Polen bastey. Unnd sie wusten es und sie auch buchsen hetten und im niderlegten 300 trabannten und 170 reisiger. Und musten so wogk mit unwillen gnug. & 9. Danntzker bolwerck?). Am tag Elisabeth die nacht darnach war *ein solcher norde *fol. 549a. sturm, und der wyndt unnd die wogen schlugen ausz dem grund das gantze bolwerck der Dantzker vor der Mundeb, und die Weichsel war so grosz, damit sie umbwarf alles gebeude bey sanct Barbaren; unnd das bolwerck koste wider zu bauen 3000 mk. So wurden in disem sturme zerstossen schiffe der Schweden in die 35000 mk. wert on das gut?). Capitel XVII. $ 1. Von unverstendigen paurn°, die nit golt hetten gesehen‘). In dem jar 1466 am tag Conversionis Pauli der lanntmeister ausz Lifllandt zu erstreckung des kriegs schickte 600 reisiger unnd 33000 zulden?) Reinisch dem hbomeister durch die Mymmel. Unnd a) 135 B. O. bj) fchlt A. c) Leuten C. 1) War zu Königsberg. 2) Lindau I. c. S. 626 . 3) Zusatz Grunau's. 4) Lindau 1. c. 8. 628. 5) vil gute R. g.
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*fol. 549b. *fol. 5508. 294 Tract. XVII. Cap. XVII. 8 2. 3. die Leiflender zogen onn ordnung nach mitternacht durch ein waldt, in wolchem vor vier stunden 1500 Samayten waren kommen. Unnd so es kalt war, und mit winde unnd schnee die Lifflender waren um- geben, die Samayten mit iren ausgefulten keulen legten die in 5 stunden darnider, wann es war mechtig schnee, in wolchem die geulen nichts taugten, unnd die *menner waren erfroren. Die Samayten nomeg das gelt, unnd sie es nicht kanten unnd gaben einen gulden Reinisch umb drey groschen Polnisch irem starosten unnd belacheten, wie sie in betrogen hetten. $ 2. Elbinger brandt'). Den ersten montag in der Fasten war es noch grosz winter, und die Elbinger hetten widerbaut ein teil ire speicher, in wolchen arme leut ir vieh hetten. So quam b. Heinrich Reusz vom Preuschmarck uber den see Drausen und verbrantte die speicher mit allem, was darin war. Stargarter gerichte mit verretern?). Im dritten sonntag in der Fasten entliefen etliche Teutsche knecht ausz dem here, das vor Stargart lag, in die stat und in ansagten, wie sie leichtlich die Polen mochten abschlagen. Unnd die b. darinne es schriben b. Heinrich Reusz; und er quam von forne, und die ausz Stargart von hinden sturmpten die pasteyen. Sonder des konigs volck war es kunt gethan, und sie sich darauf geschickt hetten *mit den schiffbuchsen. Und der b. volek musten wegk, denn die Teutschen in ir buchsen nemen wolten ; sie da pliben in die 300 tot. Unnd sie weichten abe, und die Sargarter nomen die verretter unnd sie vierteilten zu lohne, $ 3. Fridlant wart verstöret*°). In disen selbigen tagen der homeister hat etwan angelegt ein suma geldes zugeben ausz allen steten die, sie noch hetten. So hetten es arme leutte nit, wan die soldener der b. hetten nit gelt, und sie 8) $ 8 fehlt B. 1) Zindau I. ec. S. 628. 2) Lindau I. ec. 8. 628 9. 3) Lindau I. c. S. 629,
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Traet. XVII. Cap. XVII 8 4. 5. 295 wolten gleichwol vol sein. Arme leut in stetien musten vorstrecken, was sie hetten, und ir getreide ein teil von wildenn schweine, ein teil vom voleke in wart abgefretzet. Darumb sie sagten, sie es nit kunden geben. Unnd das wort furte der burgermeister von Fridlandt, der in etwan mit dem pfarrer die stat Fridlandt, dem orden zu gutte, verrathen het, unnd im namen aller stette dem homeister absagte, gelt zu geben, es were denne fride. Der homeister liesz sie ziehenn unnd samelte alle sein dienstvolck unnd schickte sie gen Fridlandt. Unnd sie zogen, wie die iren, ein unnd, da es in gut dunkte, die statt sie *plunderten, *fol. 550b. namen da, was da war, und zunten sie an unnd sie in die grundt branten gantz und gar. Unnd werlich, disz dem homeister schier zu grossem unfal komen were, het er solt lenger kriegen; unnd man auch fortme niemandt von den seinen wolt einlassen, und sprachen, sie wolten sich selber irer feinde erweren, das beste sie konnden*, $ 4. Wasserschaden? '). Zu Palmen brach das eysz auf der Weichsel unnd gieng so starek, damit es bey Sattkaw den tam wegkbrach, unnd umb Danntzke alles Klapholtz, wagennschos der kauffleut wegkfurte in die 13000 mk. werte. So brach der tam am Noyt ausz gein dorf Halberstat?) unnd da die kirch und dorff umbwarff, unnd niemannt kundte retten. $ 5. Wie Melsack erstigen wart vons konigs folcke?). [n der stat Melsack waren schleflerige dienstleut; disz die Polen wusten, und sy liessen vier wagen mit Dantzker bier gen Heilsberg von? Braunsberg gehn. Dise namen die b. in Melsack, und am mit- woche *zu Ostern sie hetten eine scharpfle colation mit den iren, auff *fol. 55la. wolche nacht Jaen Stalski mit den Elbinger hette ware kuntschafft. Unnd sie erstigenn die stat unnd brachten darein 200 reisiger und 300 draben. Unnd es niemandt innen wart, und es war ein starker a) k. vorin A. b) $ 4 fehlt B. c) 3000 mk. w. C. d) und A. e) montagk C. 1) Zindau 1. c. S. 629. 2, Halbstadt, 292. S. 529, Lindau sagt nur: ein gancz dorff an die kirche. 3) Lindau I. c. 5, 629 7.
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296 Tract. XVII, Cap. XVIO. $ 6. 7. norde sturm, unnd sie bemanneten alle gassen und trommeten aull unnd fingen 4 b. auff den bettenn auf dem schlosse und 80° reisiger and 100 drabanten in der stat, unnd dieselbigen abeschetzeten in der suma umb 2000 mk. Disz wolte rechen der homeister und b. Heinrich Reusz unnd versamelten den adel und Preusch freyen von Samlannt in die 800 starck, und nam auch sonst sein dienstvolek, unnd quamen auch in der nacht vor Melsack. Disz wuste Jaen Stalski, und er ver- teilte seine Polen in der burger heusser mit gutem gewer unnd liesz einsteigen 200 man’); auff dise die Polen einfuelen unnd sie erschlugen, damit nit ein man wegkquam. Unnd der homeister disz horte, er zog weogk. $ 6. Stargart wart gewonnen?). Im dinstag zu Pfingsten die Dantzker mit 200 man belegten die *fo]. 551b. stat Stargart von der seitte, die vor nit belegt war. Und die *b. disz sahenn, unnd sie in der nacht auss der stat, unnd quamen wegk gen Sampter unnd wolten da von der kirche eine pasteye machenn, sonn- der sie wurden darvon verjagt. $ 7. Elbinger solten verraten sein?). Nach Visitacionis wart dem homeister ein trost gesagt, und so er queme mit eim volcke vor den Elbing, man wurde in einlassen. Darumb er mit b. Heinrich quamen, sonnder die Elbinger stunden in der wache. Unnd er disz merckte, er ertratteb alles getraidt umb den Elbing. Unnd so auch tet vor Hollandt, vor Wormdit, vor Gutstat, vor Heilsberg und sich legte vor Melsack, unnd es sturmpte. Under disem die Danntzker, die Elbinger und die Braunsberger mit 120 (!) boten zogen auff Samlanndt und verderbten mit brannde das gebiette Fischhausen, Girmaw, Bobeten unnd die Sudawen‘). So bald disz der a) 50 B. b) liess zurtreten B. 1) also vil sie gut dauchte, Z. 2) Lindau I. c. S. 630. 3) Lindau 1. c. 5. 630 f. 4) etliche Kruge. L.
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Tract. XVII. Cap. XVII. 8 8. 9. 297 homeister horte, er hette sorge vor Konsberg und ubergab Melsack und quam eilendt und wolte weren, sonder die feinde waren wegk. Conitz® belegt wartt?). *Am tag Jacobi die Polen belegeten *fol. 5524. die Conitz und lagen darvor bisz Mathei, damit auch kein brott in der statt war, wann die Polen hetten es mechtig verpasteyet, unnd die - b. in Conitz sich versamelten, unnd quamen ausz und wolten wegk. Die Polen schlugen auff sie im tage Crucis, unnd die b. musten wider in die stat, unnd Casper Nostwitzb gab die stat den Polen unnd thedingte sich abe. $ 8. Wie Schluchaw gewonnen wart von eim Pommerelken‘ und wider verlor?). Am tag Marte dem orden zu gutte Citzefitz, ein ritter ausz Pommeren, mit sonderlicher listigkeit quam ins schlosz Schluchau unnd fant den heuptman Jergen von der Dameraw im bette unnd! in gefengklich einsatzte unnd naın sein pferdt unnd eylende nach seiner geselschafft rannte. Indem Jergen von der Dameraw knechte quamen von der jagt unnd funden, wie das schlosz frembde hette. Sie quamen eylende getrabt, unnd wie Citzefitz diener sie aufliessen, im namen, wie sie ire geselschafft weren, dise fielen uber die Citzefitzer unnd sie er- schlugen unnd namen ausz dem gefengknus Jergen *von der Dame- *fol. 552b. raw. Alsz juncker Citzefitz quam mit guttem volcke, man schosz im unnder augen, unnd er musto weichen. 8 9. Tagefart?). Laureneii wart ein tagefart gehaltenn von beger des homeisters, und da quam herr Nicolas Schlotterkop, bischoff von Samlanndt, unnd sich zum burgen gab, wie der homeister sich und? alle das seine in Preussen dem konige von Polen underwarff und begerte seine gnade. Man gab im ein antwurt, er solte sich mit seinem homeister basz be- dencken unnd komen auf Nativitatis Marie in -die tagfart gein Colmen- a) Dieser Absatz fehlt B. b) Nostitz C. c) Pomerenick B. d) under sich alle A. 1) Lindau I. c. S. 632. 634 IP. 2) Lindau 1. c. $. 632. 3) Lindau I. c. S. 633. 655 I.
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*fol. 553a. *ful. 553b. 298 Tract. XVII Cap. XIX. $ 1. see, und was er begerte, da ein gut antwurt zu geben. Und er quam, unnd wardt im angezeigt®, der homeister mit seinem teile solt 3 wo- chen!) cristlich geleit haben unnd solt ligen zum Colmen, und von dannen man solte botte[n] ab und zu schicken. Unnd der homeister quam, und man hielt im sein geleit vor in und alle die seinen; sonn- der den, die in der Conitz waren, man wolt kein gleit zusagen, wie wol sie es hochlich begerten. Darumb Casper Nostwitz zog auf Bey- taw unnd wart es mit den von der Lawenburg zu *ratte, sie wolten dem fursten von Wolgast Erico ansagen, wolt er Lauenburg und Beytaw, welche im der konig in gutem vertrawen im zum besten het eingegeben, unnd er wider ehre dem orden het gereumet wider den konig, wolt er sie wider habenn, er solt im schieken 68 (!) tausent? gulden, ader sie wolten es dem konig von Polen ehren. Unnd es wart gehandelt durch den hern Citzefitz und sie nomen vor Beytaw und Lauenburg 8 tausennt gulden und zogen also in Lausacia, ir heimet, mit wenig freuden, unnd hertzog Erich es besatzte. Capitel X. $ 1. Wie man den ewigen fride mit dem konige, mit dem homeister und Preussen machete. Auf Michaelis (!) der konig von Polen und die seinen mit dem herrn legato quamen gen Thorn unnd da handelten mit botschafft ab unnd zu von Thorn gen Culme, nach notturfit, unnd alsz nun alle ding geordnet waren, der legat schickte nach dem homeister unnd den seinen. Und an einem sonnabendt (!) nach Galli umb vesper zeit der homeister quam, unnd etliche *Schlesier, die da waren, umb zuerfaren, wie es plibe, im entgegen ritten und in entphingen unnd furten in in die herberge. Im morgen, war s. Lucas tag und auch sonntag (!), umb 6 Uhr der legat gieng auff das kompenhaus?), das ist der konig Artz- hoff, unnd quam auch hin der konig mit seinen hern. Da quam auch hin der homeister mit seinen b., da waren auch die Preussen wie unnderthan. So waren da vier hauffen?). a) w. i. a. fehlt A. b) 60000 U. 1) & w. Lindau. 2) Lindau I. c. S. 637. 3) Das Folgende Vorstellung Grunaw's. KFinige Personen-Namen liessen sich der Friedens-Urkunde entnehmen, die andern nirgendwoher,
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Tract. XVII. Cap XIX. 8 1. 299 Im ersten und obene an sasz konig Casimirus von Polen mit Casimiro, Boleslavo, Conrado, Janusio, fursten von der Masaw, mit Heinrico fursten von der Stolpe, mit Stephano, woywoda aus der Wal- lachia, unnd der adel von Polen. Der ander hauff war zu der rechten hand: des konigs, unnd da sasz Rudolphus, bischoff zu Lavafnt], volkomener legat des babsts Paulus des II., Paulus, bischof zu Heilsberg, Vincencius Kyelbatza®, bischoff zum Colmsee, Paulus von Glowyna, techent zu Ladisla'), Pettrus von Pyerwi?), thumprobst zue Crackau, Jacobus von *Scharadeck, *fol. 554a. canonicus von Gnysen°), Johannes Dlugosti*), alle doctores. Bey disen stundenn herr Bernt von Czinnenberg, etwan ein getrewer diener des homeisters, mit dem adel, der ein theilb des konigs gefangne waren, ein theil versatzte stett und schlosser vom homeister innen hatte, und die stet unnd botschafften ausz der Schlesie mit den offenbaren schreibern. Der dritte hauff war zur lincken hanndt des konigs, unnd da sasz der homeister mit dem landtmarschalck von Lifflandt, mit b. Hein- rieh Reusz, herr von Plaw, b, Wilhelm von Eppingenn, compter auf Osterode, b. Ulrich von Konsberg. auf der Teusch Eylaw, b. Veit von Gyech, compter auff Brandenburg, b. Johann von der Nawe, compter auff Labiaw°), b. Seiffridus Flach, compter auff der Balge, b. Jerg von Remungen, compter auff dem Rein, b. Ulrich von Ottenburg, compter®) auff der Licke, b. Steffan von Strasburg (!), hauszcompter auff Kons- berg, b. Ulrich von Salendorff (!), b. Wilhelm Gyer (!) pfleger auf Lo[fk]stetten. Hinder disen stundt der adel von Samlanndt, Hanns von Glentzstein (}), Hanns Stortzing (!)‘, Baltzer *Schertwitz, Hanns *fol. 554b. decke (!)°, Nieles Sperlingk, unnd wie denne die andere alle hieszen, Das vierte part stundt dem konige gehn uber, unnd ein gang zwischen in war. An der seitte des legaten stunden die Elbinger, Thorner, Colmener, Dantzker, Marienburger, Braunsberger, Heilsberger, unnd aus allen stetten, die der konig innen hette. An der seitte als der homeister sasz, stunden Casper Matterne, Paske Gyerf, Barttel Knauske, Jerg Godeke, Tewes Thoring, Nikel Grebyn, Nickles Kykol, a) fehlt A. B. b) zeit A. c) Glantzstein B. C. d) Sterginck C. e) Locke B, Laccke C. f} Goer B. C. B 1) Paulus de G. decan. Cracov. Orig. 2) P. de Pnyewi, preposit. Wladislav. Orig. 3) Schadek, preposit. Premisl, Orig. 4) J. Diugosch canon, Cracov. Orig, 6) Hans Narbe, Komthur zu Ragnit. 6) Pfleger.
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*fol. 5558. *fol. 566b. 300 Tract. XVII. Cap. XIX. 8 2. Jungker Hogendorf, Heinricus Herndorf*, Hanns Tolck, Nickel Laschaw, Hanns Dirwen®, Tewes Lette®, Hanns Pressendorf, Michel Hartmann?, Oschwalt Sperwer, Ludwig Eppir, Marx Federaw, Thomas Bertyn®, Jorg Portegal, Engelhart Koppe, Merten Pocarbe, Sigmund Ferber, Jacob Quant, Hertwig Dameraw, Hans Vymet, Brosie Brabant, Philip Weichsell, Hanns Seliger, Michel Hundertmarck, Thewes Kolhaser, Hanns Bandyn, Jungker Delaw*, Nickel Mittelhoffi, Merten Rokotek, Hanns Wynborner, Peter Tyrberg, Thomas Lienhart!, Nicles Lang- wagen, alle burgermeister ader ratman ader gesanndte *botten der stett Lobenich, Altestat und Kneiphoff zu Konnsbarg, Welaw, Allen- burg, Fridlanndt, Schippenbeil, Rastenburg, Neidenburg, Bartenstein, Passenheim unnd anderstwa, die noch der ordenn het im besitz, der viele sich geben hatten dem orden bis zu austrag der sach. $ 2. Von dem ausspruch des frides und zuteillung der stet und guter. Alsz nu alle sassen unnd stunden, wie sich es gehort, da hub der herr legat an in Lattein unnd sagt die ursach seiner zuekunfft unnd liesz seine bulle lesen offenntlich, unnd des legaten wort wurden vertolmetschet in Teutsch unnd in Polnisch offenntlich. Nachdem unnd die bulle gelesen war, da fragte der legat den hern konig, ob er wolt mit dem homeister in friden gehn unnd halten die artickel des ewigen fridenns von im gesatzt. Der konig sprach ja, er wolte es thun. Darnach so fragte er den homeister auch mitt solchen worten. Er sprach auch ja. So nam der legat den geschribenen friden unnd gab in Vincencio Kyelbaza, bischof zum Colmensee, unnd der in las zu Latein, *unnd wann er ein artickel het gelesen, so las doctor Straten- bach" (!) auff Teutsch denselbigen artickel von wort zu wort. Unnd das sein seine artickel nach der teilung der lande in Preussen. So wart dem konig zugeteilt das gantze Colmische landt mit allen stetten, schlossern, dorffern, hoven, lehengut, freyen, wassern, seen, unnd wie die gueter mit iren herligkeiten mochten genannt sein. Item Strasburg und das gantz Michlawische lanndt mit allen guttern, freyen, eigen, wie sie sein, unnd ire herligkeit. Item Danntzke unnd gantz Pommerellen mit allen stetten, schlossern, lehenguttern, unnd wie sie mochten genannt sein, in a) Joronimus Derendorf B. J. Hoendorff C. b) Dyrwon B. co) Thewes Lutto B. d)Hor- man B. C. e) Berthom B. f) fehlt B. Tymen O0. g) Kolhanse B. Kotthanse O. Die nächsten 4 fehlen B. h) Debau C. i) Mitteldorfl C. %) Matzs Pokette U. 1) fehlt B. m) Schratenbach B, C.
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Tract. XVII Cap. XIX, $ 3. 301 dorffern, wisen, welden, die Nering bis an die grentze des dorffs Scheyte mit der underscheid, und der konig sowol alsz der homeister soll auff der Nering keine pasteye ader were bawen, unnd die gantz Nering soll dem konig frey sein zu jagen, aber nit dem homeister. Item die werder von Stobelaw, Liechtenaw unnd Scharpaw mit allen wasser darzu und welden. *Item das schlosz Marienburg mit dem Cleinen werder, mit allen *fol. 5568. hoven, vorwercken, mit dem ganntzen see Drawsen mit der under- scheid, und die dorffer Aldehofi, Clempin, Culenborn, Hogendorff, mogen dem orden vischen zu gute vor iren tisch unnd nit zu verkeuffen. Item die stat Elbing, Alt unnd New, mit aller weise, wie sie vor ein compter gehalten hat, mit den welden, wassern, dorfern Pelonen, Misleuten, Bartkeimm, Camersdorf, Wiglitz, Preuschemarck, grosz und klein Stabaye, Schonemor, Pomerendorf unnd Wolffsdorff mit aller zugehorung. Item Cristborg stat unnd schlosz mit aller zugehorung, mit der underscheid, unnd man das schlosz in den grundt breche, sonnst alle gueter bis an das fliesz Syrge genannt, und das halbe dorff, Alte- statt genannt, und die ander guter alle bisz an die grenntze des bischoffs von Risenberg unnd seiner kirche von Pommezan. Item stat unnd schlosz Stumb mit allen dorffern, lehen- guttern, welden, wassern, unnd wie sie alle mochten genant sein, bis, an die grentzen des bischoffs von Risenberg und seiner kirche vom Marien werder. *Item so auch die grentzung der stat Graudentz unnd ander *fol. 556b, stett unnd schlosser im Colmischen lannde, soll gen bis an die grentzen des bischoffs von Risenberg unnd seines capitels von Marien- werder ader von Pommezan. $ 3. Was der homeister thun soll, und von seiner ehrung vom konig. So soll der homeister dem konig schweren unnd in bekennen vor seinen uberhern unnd stifter in Preussen, unnd er und seine nachkomling sollen lehen von im entpfahen unnd im zu hoffe reitten unnd im helfen in seinen rechten streiten nach vermogenheit; unnd alles, was itzundt der homeister in Preussen hat ader vermochte mit der zeit auswendig des landes gewynnen, soll alles des konigs sein und seiner rechten nachkomlingen unnd seiner crone zu ewigen zeitten.
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*fol. 5578. *fol. 557b, *fol. 6588. 302 Traet. XVII. Cap, XIX. & 4. Item so soll der homeister unnd seine rechte nachkomling der nechste zur lineken handt im rate sein der cron von Polen, unnd bey im der groszcompter und der *marschalck, unnd man sie vor fursten des Polnischen reichs halten, wyrdigen unnd fordern soll. Item so soll der homeister und seine b., dise und ire nachkom- linge, kein verbuntnusz machen one wust und willen des hern konigs ader seines reichs und auch niemandt hulfe thun in kriegsgescheflten. Item das bischtumb zum Colmensee, so wol mit der personen des bischoffs als mit seinen thumherren, sollen dem konig gehorsau sein und dem ertzbischof von Gmnysen underworffen, wie vorlanngst gewesen ist, Item das bischtumb von Pomezan ader Risenborg sol behalten zu seinen lebtagen Vincencius Kielbaza, secretarius ko. maj., one scha- den der kirche, wie ein administrator. Nach seim tode unnd fortan mag es sein ein person Teutsches ordens, sonnder er sol dem konig schweren, wie seinem patron, wann seine kirche unnd ire guetter sein des konigs. Item das bischtumb von Warmia ader Heilsberg, so wol der bischoff, als die canonici mit allen guettern, die sie gehabt haben *vor dem kriege, mit iren greutzen unnd freiheiten sollen des konigs sein und im dienen als eim patron und stifter. $ 4. Was vor landt dem homeister wart zugesprochen vom konig aus gnade. Der homeister unnd seine b. in Preussen, nit aus gerechtigkeit, sonder aus koniglicher miltigkeit unnd belenung, sollen haben die Nering vom dorff Scheitte bis an das tieff unnd fortan, mit der under- scheid, unnd er keine feste ader were bawe auf das tiefl, unnd auch nit zol ader ander beschwerung darauf setze, sonnder ein jederman sol es frey sein. Item er soll haben geistlich und weltlich das ganntze bischtumb von Samlandt, alle drey stette zu Konsberg mit allen stetten, schlossern, dorffern, lehngutter, unnd wie alle guter mochten genant sein. Item so sollen sie haben die stette Welaw, Allenburg, Ger- dawen, Dringfort, Fridland, Schippenbeil, Czinten, Dompnaw, Creuts- burg, Bartenstein, Rastenburg, Neydenburg, Passenheim und Heiligen- beil, *unnd wie denne alle stet unnd schlosser heiszen, die im stifft
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Traet. XVII. Cap. XIX. $ 5. 303 zu Warmia ligen unnd nit der kirchen gutter vorm krieg sein gewesen, im besitz unnd gebrauch. Item im bischtumb Pomezan Hollandt und sein gebiette, aus- genomen, was der stat Elbing ist zugeteilt, Preuschmarck, Salfeldt, Moring, Teutsch-Ylaw, Liebemule, Libstat, Hogenstein, Osterrode, Ilgenborg, Soldaw unnd alles, was sonnst an das Colmische bischtumb stosset* unnd der kirchen gutter von Warmis unnd Pomezan, soll ir sein, mit allem was darinne ist von guttern unnd herligkeit, so es vor nit anderstwohin geteilt were. Unnd in crafit des eides sollen die b. mit den stetten unnd leutten des konigs handlen ohne forteil unnd eintragen keines dinges, und so auch der konig wider thun soll mit den seinen. Item alle artickel, die in disem ewigen fride gesatzt sein, sol der homeister und die seinen itzt beschweren unnd fortan des ho- meisters nachkomling alle, one ausrede und forteil zuhalten, und be- kennen, was man in zuteilt, aus® gnade des konigs geschicht, und nit aus irem verdienst. $ 5. *Was umbs beste willen dem lande zu Preuszen wart fol. 558b. geordent. So soll der homeister den stetten und underthan, dem konige zugeteilet, erlassen alle eyde, verschreibung und verpflichtung, wen sie mochte gescheen sein vor dem kriege unnd im kriege von geistlichen ader weltlichen personen, und widerumb der konig auch den, die dem homeister sein zugeteilt worden, soll erlassen. Item alle schaden, wie sie geschehen sein ein teil dem andern von iren helffern ader gunstigern, so auch feindtschafft, zwitracht, lesterung, unnd wie es mochte genant sein, sollen alle vergeben und vergessen sein, und nymmer aufzuheben und zugedencken. Item alles was itzunt in disem fride gesetzt wiert, zugelassen, verbotten unnd gebotten wiert, vergeben und verlassen wirt, ader wie es denne mag genannt werden, soll ohne alles vorteil vor ein recht gehalten werden. Item das baeb, nach oll® von Ostern bisz auf *Michaeli mogen *fol. 65%. vischen bederley volck, mit der underscheid, unnd im grunen Dorn- stag soll man umbsunst brieffe aufs jar auszgeben, den tag alleine, die von alters disz durch ein privilegium haben gehabt oder noch a) fehlt A. b) auch aus A. c) nal B. oelen C,
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*fol. 5596. *fol. 5608. 304 Tract. XVII. Cap. XIX. 8 5. mochten von konigen erlangen; unnd igelich brieff sol versigelt seiu mit dem sigil des amptes der heuptmanschafft von Marienburg unnd auch mit des homeisters durch den, der in der sache von im dahin gesatzt wiert. Item die briesterschafit, wie sie namen haben, in iren benefizien, sein sie under dem konig, wollen sie darauff pleiben, das mogen sie thun, wollen sie aber resigniern ader permutieren, das mogen sie auch thun, unnd so auch unnder dem homeister. Item alle gefanngen, bestrickte, one geltgebung unnd schatzunge sollen ganntz frey sein. Item alle kauffleut, so wol die einwoner alsz die frembden, aus was landt sie kommen zu wasser, zu lande, wie es sey, *one alle zolle ader zeisse ader sonst new ungelt sie mogen ir gult und gutter frey furen, dem pfalzol® one schadenn, der vor lang ist gewesen, umb das bolwerck zu haltenn. Item die kauffleut dorffen ire gutter nindert niderlegenn, als? zu Konsberg, so sie aus Littaw komen, unnd so sie auch nit in ander stette horen. Sonst® ein igelicher das seine mag furen, wa sie wollen unnd wolgefelt. Item wurde ein schipper ader furman verschulden, damit man in strafen solte, man es erdenke, und er werde gestrafft, damit dem kauffman seine gutter nicht beschediget werden unnd sie im nit verseumet. Item in den orden soll der homeister kleiden unbefleckte menner irer ehre, so sie es begerten, die einzogeling des lanndes zu Preuszen, so sie sein Teutscher art, unnd man sie zum homeister mag erkiesen, so sie tuchtig sein. Item so jemandt von den, die inns *konigs teil wonen, wurden umb schult willen angeklagt von eim, der unnder dem homeister wer gesessen, eim solchen man nichts thun soll one bewust des heuptmans des konigs unnd so auch widerumb des ordenns volck. Item in wolchen stette und teile einer gebricht, in dem teile er soll bussen, wie die sache ist nach erkentnus des rechten. Item die gebaur unnd burger, in diesem krieg verstrewet, sollen wider ziehen in ire stette und dorffer, da sie vor dem krieg innen gewonet haben. Item were jemandt in einem teile der? dem andern teile schaden tethe mit bornen ader berauben, oder wurde schlosz und stat erlauffen, so er es teth in seinem namen auch alleine, der fride sol damit nicht gebrochen sein; sonnder das teil, dem schaden gescheen ist, sol dem a) pfuntzol U. b) auch A. nur C. c) sonnder A. C. d) In einem t. were j. un A.
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Tract. XV. Cap. XIX. $ 6. 305 ubeltheter nachstellen, unnd wolch teil in nit wurde geben, das soll gemerekt sein alsz brecher des fridenns; und die ubelthetter sol man richten auff dem teil, da sie gebrochen haben. *Item queme es, wie ein schlosz ader stat unnder den: konig *fol. 560b. wolte sich zum homeister geben, bey verlust der ehre man soll es nit aufnemen, unnd so auch der konig. Item die stette unnd freyen, die itzunt dem konige ader dem homeister zugeteilt sein, sollen pleiben bey allen iren privilegien unnd frevheiten unnd nichts entgelten, das sie gehandelt haben in disem kriege, weder dem konig, ader dem homeister. Item alle die von iren guttern im krieg entloffen seindt*, die mogen wider kommen und nenıen das ire, und sollen schaden unnd busz losz sein. Item alle die in der acht® sein, sie sein wo° sie sein, sie mogen frey heim komen, unnd es in alles vergeben und vergessen soll sein. Wolten sie aber nit pleiben, sie mogen das ire in zum bestenn ver- schaffen, wie es in gefellig. $ 6. Wie alle ding beschlossen wurden und geendet, aber eins mit vorteil. *Damit alle ding eine bestettung in gottes gebenedeiung haben, *fol. 561a. so sollen bede teile vor sich unnd ire nachkomlinge schweren disen friden in seinen artickeln, ohn“ alle vorteil zuhalten, und keiner noch durch sich ader durch ander, was standts er sey, sol bearbeiten zu brechen ader darwider zu thun in keynerley weise. Item so sol der konig halb, und der homeister halb dem hern legato die zerung auszrichten unnd den seinen, die den friden haben gemacht. Item so soll der homeister auszrichtenn zu bebstlicher heiligkeit botschafft umb bestettung dises fridens; damit mag auch der konig auf sein gelt jemannd schicken, die da sehen die rechtfertigkeit an. Item die stette ader schlosser, die itzundt des konigs volek innen hat, unnd sie sein dem homeister zugeteilt, und widerumb des ordens volck, sollen sie ohne schaden auf Johannis baptiste gereumet haben nun nechst zukomende one alle arge list. *So wurden dise punct und artickel alle gemacht in weise und *fol. 561b. form eines instruments unnd versigelt mit dem sigillee desz hern a) a. d.,die ire g.i.k. verloffen haben A. b) oucht A. o) wie A. d) beschweren umb A. ed. s. fehlt A S. Granau Il. 20
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*fol, 662. *fol. 562b. 306 Tract. XVII, Cap. XIX. 8 6. legati, des konigs und des homeisters unnd beschriben durch drey offenbar schreiber zu eim gezeugnus der warheit. Nach dısem allen!) zum ersten der konig anrurte die heiligen evangelia, und er wolt es halten, wie es gesatzt were vom herrn legato. Darnach stund auff der homeister unnd kniete sich nider vor dem konig unnd schwur: Ich b. Ludwig von Erlichhausen, homeister Teutsches hauses des ordeus sancte Marie, furst unnd rat der cron von Polenn, schwere, unnd ich von disen stunden an und vortan wil gehorsam unnd getrew sein dir® allerdurchleuchtigisten herrn Casimiro konige zu Polen unnd deinen rechten nachkomlingen, konigen zu Polen, stettes deines und ires beste wil trachten, bedencken unnd raten, ire heimligkeit, wie sie mir vertrawt wiert, zu irem schaden niemanndt wil *offenbaren, den itzt gemachten ewigen fride mit aller seiner eigenschafft und capiteln one arge list unnd vorteil wil halten, Disz alls mir got helff, und seine heiligen. Amen. Nach disem der konig stundt auff unnd umbfieng den homeister in seyne arımen® unnd satzte in zu seiner linken handt. Darnach tratten die b. alle vor mit iren unterthan und sie alle auch schwuren. Darnach schwur Bernt von Cziunenberg, wen er het vor seinen soldt, den im der orden schuldig war, das schlosz Althausz, stat unnd schlosz Straszburg vom konige in rerschreibung. Nach disem der konig stund auff unnd furte bey der lingken hand den homeister, unnd giengen alle in die kirche unnser lieben frawen der graw monnch, unnd der legat sang die messe vom heiligen geist, darnach tedeum laudamus in allen kirchen mit lautten aller glocken, dieweil man es sang. Nach disem der konig lud zu gast den homeister und seine b. und waren frolich den gantzen sontag, und man nie aufhorte mit buchsen zu schiszen tag und nacht. *In disem quam Jodocus® der bischoff von Ozeli, unnd disen vermochte der homeister, unnd er zog auf seine zerung gen Rom umb bestettigung willen, unnd Johannes von Osterog ritter, unnd doctor Sandowigusd, probst von Clodaw, doctor Anthonius von Ferlio®, An- dreas Capparellisf, [Doctor Fabian Hanco] von Breslaw canonicus, Bartholomeus Kielbaza von Gnisen canonicus?), vons konigs wegen a) des A. b) fehlt B. an den arn A. c) Johannes A, d) Sandiwoy. e) Forli. f) de Caffarellis. 1) Weiter folgt Grunau dem Lindau I. c. S. 637. 2) Die Namen der Procuratoren wuren aus der Friedensurkunde zu entnehmen.
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Traet. XVII. Cap. XX, 81.2. 307 zogen mit im. Sonnder Paulus der bobst ausz beger des kaysers nit wolte bestetten disen fride, wan der homeister unnd sein orden war darzu genottiget. Uund so hanngt die sache noch. Capitel XX 8 1. Von uppigen leutten unnd wie es sich ergieng nach disem zum Eibing*. Im montag nach Lucie, alsz nu alle ding geendet unnd bestalt waren®, der homeister rit mit etlichen nach Osterrode, und b. Heinrich Reusz herr von Plaw, etwau compter vom Elbing, quam auff ein nacht- lager in die stat Elbivg. So quam viel volck vor seine herberge ge- lauffen, *die wolten iren alten compter seen, wan sie hetten gehort, *fol. 5632. unnd er mit seinem spannen?) solt ein auge vorloren?) haben. Unnd er gieng ° in die hauszthur sieen unnd sprach: Seet mich an, ir ungetreue unnser lieben frawen, albie stee ich, mannchem gutteın hertzen zu einer heimlichen freude unnd manchem boszwicht zu einem stachel, unnd sie unns nit kunt haben vertreiben. So glaub ich, unnd Cristus wiert komen in sein gerichte, unnd da wiert Hans von Baysen und Gabriel von Baysen das veldtpannier der verretter fueren. Und die burger machten ein auflauff, und mit aller nott Paulus der bischoff und der ratt es stilleten, unnd er muste ausz der stat. $ 2. Wie Preussen begnadt wart®. Purificaeionis im jare 1467 man hielt zu Thorn eine gemeine tagfart unnd da der konig den stetten Dantzke, Elbing unnd Thorn die zugeteilten stette unnd schlosser beful zu regieren (!), unnd sie im jarjerlich ein tribut (!) solten geben unnd von allem ein rechen- schafft uud bezalenn von den zinssen den, die ir *gelt hetten geligen, *fol. 563b. Marienburg zu kauffen. Item unnd in gab, sie solten muntzen 10 jar lang schilling und kleins pfennig, so lang unnd es nit wurde widerruft vom konige. a) Wie die burger zum Elbinge auf b. Heinrich Rouss ein auflauf machten B. Was nach diesem zum Elbing geschach C. b) fehlt A. B. c) Tagfartt zu Thoren C. 1) Vol. S. 285. 2) Ferber-Chronik Ss. r. Pr. IV. 444.
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*fol. 564a. 308 Traet. XVU. Cap. XX, 8 3, Item er gab dem lande!) ein bannier unnd schilt, ein schwartzen adler, der hat umb den halsz ein. guldin crone, ausz wolcher ein rechter geharnischter arm* mit eim bloszen schwert ausgeet. Item er schrib zum kayser Friderico III umb bestettung, unnd Preuszen ein grafschaft were, sonnder der kayser wolt es nit annemen. 8 3. Die suma des schadens?). In disem kriege in Preussen, der da werte one 15 wochen 12 jar, sein erschlagen und gestorben, nur beschriben dienstvolcksb des konigs von Polen, wie es ausz iren registern gezogen wart, *in die 85000, die ausgenomen, die auf frey stelen waren mitgelauffen. Der homeister hat uberall den gautzen krieg aus mit aller hilff in die 71000 man, von den 2800 heimzogen® vom dienste Und als "man fride machte, da hat er nur 1700 man alle seines dienstvolks. *fol, 664b, Die andern waren im erschlagen unnd gestorben, die pauren ausge- nomen, die der homeister zu kriegstrabanten hat gemacht, mit wolchen das land wueste wart. Die Dantzker hatten 15000 man, von den sie behielten 161 one ire burger und paurn, die sie verloren, die suma 2000 one 284 one die verlempten. “ Die Elbinger vor ire stat hetten 1800 man one burger unnd paurn, von den pliben tot 1186. Die Thornner drey tausent man one burger unnd paurn, davon pliben 711° lebendig. Sonnst? ausz allen kleinen steten und von *den paurn, die umb der were willen erschlagen wurden, zu hauffe gerechennt, waren in die 90000 man. Kostunges. So kost es von gelde dem konige in die sechs unnd neuntzig mal hundert tausennt? gulden Ungerisch. Dem orden in die siben und funftzig mal hundert tausent‘ one, was sie noch schuldig pliben und gutter musten verschreiben. ea) mann A. C. b) auch b. d. dos kriegs A. c) fehlt A. d) fehlt C. Aber Runau berechnet ganz ebenso 2000— 281982. ©) 709 B, O. f) Dieser Ahsatz fehlt C. g) Summa des geläts zu disem krigo C. In B. fehlt dieser Absatz ganz. h) 960000 C. i) 570000 C. 1) Grunau beschreibt das Siegel, das der (rubernator des polnischen Preussens seit 1454 führte. 9) Von Runau aufyenommen.
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Tract. XVII. Cap. XX. $ 4. 509 Den Danntzker es stundt in die sibenmalhundert tausennt marck Preusch, darzu hettenn sie 223* mk. löttig silber, das sie dem orden zu schiffe nomen. Den Elbinger 85000 marck und 30 mk. löttig silber zum kauff auf Marienburg. " Den Thornner hundert tausent ein und neuntzig tausent mk. alles unnd alles. Den kleinen stetten alles und alles in die funff mal hundert *tausent mk. one ire erbzinse der herschaftt. *fol. b6da. Merck! So waren in Preussen vor dem krieg ein und zweintzig tausent dorffer, ein edlen hoff mit 14 huben unnd gertner vor ein klein dorff zu rechnen. Im fridemachen pliben 30135 unverbrandt. Der wuesten kirchen waren 1019. $ 4. Von elm truncken monche und follen pfaffen, wie sle stritten ums ordens und koniges willen. In disem jare auff Nathangen in eim dorffe war ein kindelbier, in wolchem waren die pauren und ir pfarrer. So quam auch ein terminir@- monch dahin, unnd dise nach grossen truncken quamen zu scharpfer® schrifft, in wolcher der monch bewerte, unnd der homeister were gerecht in seinen sachen, und die Preussen unnd Polen hetten im sein landt abgestolen, unnd sie weren im banne. Darwider sprach der pfarrer, der homeister mit seinen b. weren buben und auslendische hurenkinder, und solcher worte mechtig vil. Umb wolcher willen *der *fol. 56öb. monnch dem pfarrer in die haar felt und in zeucht, der pfaff dem monnch ein ohr? aberisz, unnd gute leutte brachten sie von einannder. Der pfaff sich forchte vor dem homeister und lieff zum konige unnd in der suplicacion verzalte, wie er umb seinet willen were komen zum roffens unnd umb seine pfarre; er wolt im darumb geben ein thumerey zur Frawenburg. Er liesz im dancken unnd sagen, so alle thume in der eristenheit sein weren, so wer es nit gnug damit, ein igklich, der umb seinet willen hett not gelitten, mochte ein beneficium haben. Der monch quam zum homeister unnd im sagte, wie es gefaren wäre, unnd weisete im das ohr und bat in umb die pfarr seines lesterers, unnd der dinge vil. Dem homeister war es lecherlich und sprach: a) 2023 A. Runau 828. b) 3018 B. co) 19 B. d) termoner A. e) tieffer B. C. f) om A e) in verantworttung des koniges gntten nahnıen were zum reuffen komen B. umb seinet willen ere zum schlahen komen C. umbs seine were k. x. r. A.
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*fol. 5663. *fol. 566b. 310 Tract. XVII. Cap. XX. 8 5. wir dancken euch unnd wolten gernne eur bitte erhoren, sonnder die rechte es verbieten, unnd kein monnch, sonderlich mit eim ohre, soll pfarrer sein. Und gieng so weg von im. Jungkfraw schlege in notten®, *Auff Pomezan wonete ein ritter, Remschl von Krixen genannt, unnd diser liesz nach im eine alte fraw und eine tochter von 24 jaren, eine jungkfraw. Unud alsz es nun fride war worden, die leutte zogen wider auff ire gutter. So fur dise fraw mit irer tochter am tag Assumpeionis Marie im morgen zur kirche durch ein waldt. Dise hetten von geschmeide in golt unnd silber in die 300 mk. wert umb sich, nach Preuscher weise. Der knecht, der den wagen furte, wolt ein bewt erlangen unnd steig abe unnd heut auf die alte fraw, unnd die jungkfraw sich mit dem legt in schlaen unnd uberwyndt den knecht und in zwang mit harten schlegen, und er muste aufsitzen unud treiben, und sie in auf das pferdt bandt. Und alsz sie nun quamen ins dorfi, man griff in an unnd stusz in mit der Zeit auf ein rad Idoch mutter unnd tochter auch sturben in 14 tagen von den wunden, in gehauenn. $ 5. Von einer rechten busse wider zu keren fremhd gut seinem hern'). In disem jare quam heim ein schipper von Dantzke, der den gantzen krieg nie *war heim kommen, und fant, wie seine fromme fraw in den wochen lag. Nach vielem fragen, mit unvernunfft sie bekannte, wie sie gedrungen ausz armut het muszt eim priester ver- setzen ir gut geschmeide, unnd® sodanne zu geben nyme gnug war, umb gelt vorstrecken sie war mit demselbigen priester zue eim solchen kommen lange zeit. Und nannte in unnd bat iren man, es solt im ja nichts schaden am leben, wan het er nicht gethan, sie het must den krieg uber erhungern. Unnd ir der man es°® gelobte. Unnd der schipper gieng zum selbigen priester unnd im beichte, wie er frembdt gut hette in seinem hause. Unnd nach vielen worten der priester beful im, er solt es im bringen das freınbde gut, wann der schipper hat gesagt, wie es grosz geld wert were. Darumb der e) Dieser Abschnitt fehlt B. Ein morder wiert von einer jungkfrawen bezwungen, NB. virago C. b) dieweill aber des schossens und zeyscns niemer gnug were gewesen, derhalben were sie umb gelt vorstreckung B. c) auch A. 1) Hennenderger, Erderung 8. 476 f.
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Traet,. XVIL Cap. XX.8 6. 311 schipper seiner frawen beful, unnd sie solte das kindt baden und wol wyndelen, wen so unnd so wolt er im than. Unnd sie es auch teth. Da nam es der schipper under den mantel und fant, wie der priester geste hette. So wolt der priester auch nit gemerckt sein unnd *spricht zum schipper: Ja, bringt ir mir jenes? Er sprach: Herr ja, *fol. 567a. allhie ist es. Und der priester beful im, er solte es iım auf sein bette legenn. Und der schipper das teth und gieng wegk. Nit lang dar- nach das kind hub an zu weinen, unnd der priester merckte, wie er betrogen war. Er sagte seinen gesten in trunckner weise die gantze historia unnd erliesz der frawen ire schuldt unnd ir das kind wider teth zu erneren. 8 6. Bruder wurden erschlagen umb lesterungk. In disem jar wolten in Teutschlandt reiten b. Herman von Salten unnd b. Friderich von Carlestein® mit 6 knechten. Unnd sie lagen eine nacht eine meile disbalb Lawenburg nach Danntzke. So waren im krug paurn, unnd die gedachten ir ungluck vom verrichten krieg und auch gedachten, wie sich itzunt die hantwercker unnd dienst- boten alsz mit beschererey° wolten erneren unnd nit warheit hielten. Da sprach der wiert: Ich bin auch ein man, der vor dem krieg die welt gebaut hat. Woarlich, wolt ich was haben, ich muste eim iderman gerecht werden. Darauff antwurt b. Friderich im schimpfe: Mein her wiert, wag seit ir des handtwercks, *unnd ir habt die welt gebaut? *fol. 567b, Der wiert sprach: Ich bin ein meurer gewest. B. Friderich sprach: Bistu ein meurer unnd hast die welt gebaut, so hastu sie gedackt wie ein verretter. Wir haben in deinem baw geritten unnd sein nie dreuge geworden, wann es hat fur unnd fur geregnet. Von disen worten quamen me wortte. Unnd die knechte sprachen: Schaut, ir pauren, es sein ereutzherren und kommen vom homeister. Die pauren sprachen: Deste lieber sie unns sein, wen wir haben uns noch nie an in gerochen umb ires krieges willen. Und auff, und sie schlugen zu tode. Von disem wart nichts me. a) gensz A. b) Carlechstein B. ec) nurn mit besoheyssorey C. beschirerei B.
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* fol. 5684. *fol, 568b. 312 Tract. XVIL, Cap. XX. 8 7. 8 7. Von seer guter Zeit in Preussen nach dem langen krigen und verderben'). Der fride, sobald er verkundiget, er mit freuden von jeder man wart angenomen unnd die burger hulffen den pauren, unnd sie noch seeten frisch korn ausz Polen gekommen, und got gab ein warm wetter bis auf Catherine, unnd man den samen in die erde brachte. Und wart ein mechtiger winter. Auf den somer* wuchsz so vil, damit ınan ein scheffel korn umb 6 £# *kauffte, den weitzen umb ein halben ver- ding, die gerste 4 scoter, den haber umb 3 £, die erbsen umb 11 2. Und war alles so schon getreide, wie es erlesen were. Sonnder der wilden schweine, beren, elende, hirsch, wolff und luchse, mit hasenb waren unglaublich vie. Unnd man het nit hunde, darumb die her- schafft gab frey, wer was fangen konte, dem solte es vergonnt sein. Unnd die burger mit den pauren erdachten wunderliche weise unnd fiengen das wilt mechtig auf. Und quam, wie in 4 jaren rinderfleisch mechtig angenem war, und das wiltbret gantz verdrossen. Die kelber wurden aufgezogen, unnd die eyr zum fleisch® behalten. Unund war, welch paur zwo khue hett, der hette me milchspeise, dann vor von zehen, wann es war gutte unnd viele weide. Item man kauffte ein schock bressen um 2 scoter, ein fure mit allerley und kostlichen vischen um 1 firdung, ein lachs von zwe elen umb 21° £, ein fasz oll vor 3'/, mk., I schock neunogen! umb 2 £ 1 schock flickfisch umb 2 scot, 1 ton dorsch umb 8 scot. Wann es war alles uberflüssig, unnd die herrschaft *gaben frey zins iren under- than drey, vier, funff jar, darnach es not thet. Sonnder das gesinde war gantz theur. a) 8. d. 8. fchlt A. und C. b) fuchse und hasen B, C. c) mit vleisz A. d) prossem A. e) 11 A. f) neunogken A. 1) Von Runau benutzt.
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Be nr ge En ne er nn ee ‘Der 18. tractat sagt vom stannde des lanndes zu Preussen, *o1.568b. alsz es nun von den Polen erobert wart unnd die b. mit denn Preussen der cron von Polen musten diennen als underthann, Capitel I. $ 1. Wie b. Heinrich Reuss herr von Plaw homeister wart." Im jare 1468 am tag Jeorgil) die comptores ausz Preussen mit dem lanndtmarschalck von Lifflanndt kamen auff Konnsberg in ir capitel, und nach vieler ungedult sie verwilleten, und ir general- meister solt sein etwann compter vom Elbing und ir veltheuptman zue irem verderbtnus bruder Heinricus. 5. Reuss herr von Plaw. Diser wart der 29. general- ader homeister Teutsches hauses des ordenns sancte Marie des spitals von Jherusalem, unnd war der ermeste homeister in Preussen; wann das landt durch den zwelf- jerigen krieg war *verwustet, unnd das boste® die Polen hetten; *fol.569a. was im aber unnd seim orden wart zugeteilt, war was guttes darinn, das nomen die soldener an irem verpflichten sold. Er aber unnd seine b. lebeten auff gottes gnade, unnd wa man ausz den steten was zeissen konnte, ader wa jemandt auff dorffer gelt lig, das het man. In disem capitel er machte zum groszcompter b. Erasmus Gebesatel, zum marschalck b. Kilian von Konsberg, zum spitler b. Heinricum von Richtenberg, etwan vischmeister auf Putzke°, a) Von b. Heinrico V dem 29. hoom. i. Pr, ©. b) b. von dem lande B. c) Purtzka A, Pantzkaw C. 1) Vielmehr am 17. Octob. 1469 (feria tertia ante festum beati Luce ewan- geliste) vgl. Voigt IX, 22. Anm. 1. Bis dahin war Heinrich Reuss v, Plauen nur Statthalter,
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*fol. 569b *fol. 5708. 314 Tract. XVIIL Cap. 1.8 1. trappierer unnd treseler gienngen da abe, sonder b. Eraszmus von Totnaw wart gesatzt zum rentmeister, b. Mertte Truchsesz von Wetz- hausenn und b. N. Reissennsteiner* waren seine compans.') Verlangen nach jomer. In diser zeit der konig von Polen Casimirus het ein mercklichen anstos vom Tircken umb Kamenetz; sonder got half den Polen, unnd sie den Tircken ver- jagten?). In disem der homeister b. Heinrich Reusz sich mercken liesz, wie es im hertzlich leid war, unnd es ein ewiger fride war, wann itzunt *wer die zeit, alsz im dauchte, unnd er bey Preussen wider kommen mechte, und darumb er es mit den seinen satzte auf? erlauffen die stette Elbing, Danntzke, Thorn unnd annder me. Sonnder das wart offenbar durch ein conventsbruder, in der meinung, wen ein solchs so geschehe, die Polen eine rechte sache hetten, sie alle zue totten unnd ganntz Preussen zu nemen. Unwilligen dienst des homeisters. Der homeister mit unwillen auf seiner arme leutt auszrichtung er zog zum konig Casimiro von Polen unnd im im tage Jacobi?) schwur vor sich unnd die seinen alsz irem herrn; unnd er quam heim und er lebte 11 wochen und starb am schlag im tagt), als er war geboren ge- wesen. Diser homeister in der andern woche seins amptes er war plutzlich° krank, und wie man? sagte, von lauter bosheitt, unnd im sein syn verlautet war. So quam zu im sein caplan, ein b. seines ordens, und in vermannte zur rouwe, wen durch seine eigensinnig- keit, und wie man im denne seinen handel mochte nennen?, er seiner mitbruder leben verkurtzt *hette, seinen orden umb das seine gebracht hette, er unzeglich gotsdiennst verstert, unnd viel un- schuldige umb leib und gut gekomen weren; und solcher sache im &) Reihensteiner B. b) auf zu o. A. c) sturtzlich A. d) u, nyemandt A. e) nomen A. 1) Grosskomihur wurde vielmehr Heinrich v. Richtendberg, OMarschall Ulrich v. Kinsberg, OSpütler Veit v. Gich, OTrappier Siegfried Flach v, Schwarzburg; ein Tressier wird nicht mehr genannt, Compan war Bedichen v. Born. 2) Von einem Einfall der Türken in Ungarn und ihrer Vertreibung mit Hilfe polnischer Reiter im Jahre 1463 erzählt Diugosz II, 323. Auch erwähnt er S.32Ta, dass König Kasimir die Stadt Kamyeniecz in Podolien gegen etwaige Angriffe der Türken befestigen liess. Grunaus ullgemein gehaltener Angabe scheint Thatsächliches nicht zu Grunde zu liegen. 3) Die Huldigung fand in Petrikau am I. December 1469 statt. Diugosz IJ, 453. 4) Am 2. Januar 1470 su Mohruugen. Voigt IX, 27. Anm, 2.
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Tract. XVII. Cap. L$ 2. 315 viel vorzelte‘, damit in got nit verthumette. Darauf sprach der homeister: lieber b., unnd ich mich zu disem allem bekenne, idoch hab ich was gethann, so ist es von mir ja nit gescheen, damit ein solchs daraus entspriesse; so ist es ja immer mentschlich, unnd ein iglich seine gerechtigkeit suchet, wie er kann unnd mag; in welcher ich auch mich bemuhet habe. So es denne unb ist ge- schlagen, so hatt es got alleine gethann, der seine worte uber unns gereth ein glauben unnd stannd hat gemacht. Zu eim solchen hat mich und die annder got gebraucht wie seine instrumenta des zorons, wie etwan® Nabuchadonasor, den konig von Babilonia. Auf den antrag, unnd er mich verthumen solte, ich antwurt, und ich es nit will glauben, das er es thun wiert, unnd darumb mir wiert ge- scheen nach meinem glauben, sonnder ein 400 jar im fegfeur die musz ich dulden, wan ich glaub, und got straff, was in übermut begangen ist, *auch in jhenner welt. Uund disz blib also, unnd er *fol. &70b. wart gesunth zu der zeit und thet sein pflicht, wie gesagt ist. Alsz er aber todt war, so gonnstig waren im seine b., dasz° nyemant noch rat noch tatt wolt darzu gebenn, damit man sein bilde het gemalet auf sein grab nach des ordenns weisse, idoch mit der zeit der homeister b. Mertte Truchsz es satzte umb nachred und ergernus halben. $ 2. Wie der hausscompter von der Balge, 2! monnch vom Elbing vorseuffte und sich so zu rechen vormeinde’°. In den gezeiten dises homeisters und disz geschach, und es quamen zwen monnche vom Elbing, wolchs nun dem konig gehorte, in das Czintische gebiet gefaren, wolchs dem homeister gehorte; unnd sie nach ires ordens stifftung wolten da von guten leutten das almusz erbitten. So funden sie in einem hoffe den hauszcompter von der Balge, b. Wernerum Teicherwitz®. Zue disem quomen die monnche unnd bitten das almusen umb Marie ehere; so fragte sie der hausz- compter, von wannen sie weren, unnd sie beweiseten ire brieff, wie sie vom Elbing weren, wolchen von altem erlobnus der erwierdigste *fol. 571a. homeister umb ein jerlich anniversariumt das gebiette der compterey a) derer ehr sich solte lassen leidt sein, schiebt B ein. b) etwa A. c) seor g. w.i.s.b. damit A. d)S A. o)v. E. unnd sich so. . A., v. E. etc. fehlt B., v. E verseuffen liss vormeinde sich also zu rechnen, C. f) welche . .. gehorten A. g) Tocherwitz B. h) Lücke A. annovertium B.
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*fol, 571b. *fo]. 572. 316 Tract. XVII. Cap. 1.$ 2. zur Balge wer erlaubt zu ersuchen unnd da das almosz zu nemen, wer in es geben wurde; in solcher meinung sie weren dahin komen. Disen antwurt der hauszcompter: so ir seit im lande unser verretter gesessen, wie kompt ir one geleitin meins ordens lanndt? Die monnche sprachen: es ist unns auch nit verbotten, unnd so denne alle sachen der zwitracht verricht sein, allenthalben wir unns nit versehenn hetten, und uns geleit zu nemen von* notten wer gewesen; unnd baten gnade, damit sie mochten heim ziehen, sie wolten ohne gleit nit komen. Der hauszcompter sprach: unnd ich weisz, was man got gelobet, das sol man halten; so hab ich es got gelobet, die ersten, die ich wurde begreiffen, es wer pfaff ader monnch, unnd wie sie alle weren, ich wolte sie erseuffen, diec weren ausz dem teile des konigs; unnd darumb schicket euch, unnd ich will meinem ge- lubtnus gnug thun. Die monch sprachen: ein solchs geluptnus ist uncristlich, wenn got hat gebotten, den unschuldigen sol man nit beschedigen; dabey gedenckt, gnediger herre, unnd wir monche euch unnd eurn b. ein guten willen beweiseten mit essen unnd mit trincken im tage, alsz ir* vom schlosse giennget; lat uns das geniessen unnd gonnet unns unnser leben. Der hauszcompter sprach: und auf mein sterben, das ist war, und ir verretterisch monnche besser getrencke het, dann wir auff dem schlosse; und ir? unns guten willen beweiszt, disz tath ir alsz eurn hern, den ir es schuldig wart zu thun, dabey wil ich gleichwol meim geluptnus gnug thun. Und liesz sie fueren ins dorff bey einen tieffen bornnen und sprach: vor die collacion des alten biers, mir und den meinen geschanckt, ich wil euch wasser- crafft geben, darumb das ir seit ausz dem lannde meines ordens ver- retter. Die monnch batten umb Marien willen, er solt sie nit totten. Er sprach: Maria hin, Maria her, sie hat uns geholffen, das wir fursstengnos7. betler sein geworden. Und alsz sein knecht sie nit wolten angreiffen, er sie in den bornne stiesz, zu in iren wagen- knecht, unnd sie da ertrennckte. Wie redlich diser fursstengenosz hat gehanndelt in seinem gelubnus umb Marien willen, ein vernunfftiger mag es abnemen. a) nit von A. b) und die A, c) fehlt A. d) fehlt A. C,
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Tract. XVII. Cap. 1.8 3, 317 $ 3. Von eim matheso, der im durch den teuffel jungkfrawen liesz des nachtes hollen nach willenn. Zu den gezeiten dises homeisters in Preussen disz geschach, unnd ein schulmeister war in eim besonndern stetlein; diser ein nigromanticus® war, wolchem der bosse geist vor seine getrewen diennst alle nacht ein frawennbilde in sein bett brachte, die er nur nante. So war ein gut man in derselbigen stat burgermeister, der mit gotte und ehre eine manbar tochter hatte. Dise im auch ebenn machte der schulmeister unnd liesz sie im hollen nacht bey nacht; unnd es war der dhyrne zu vil unnd clagte es dem vatter, wie sie alle tag wurde weggefurf und seer gebraucht in der ehesache, und sie besorgte sich, es mechte ir in der jungkferschafft mit der zeit schaden. Der vatter von disem erschrack unnd wolt es versuchen und legte die tochter zwischen sich und die mutter. Alsz die stunde *fol. 572b. quam, sie wart im ausz dem arme weggenomen. Im morgen er sie wider sicht, so fragte er sie, wie ir wol deuchte, wa sie wurde hin- gefuert; sie sprach: es ist nit fernne von der kirchen. So gab der vatter der tochter ein cleyen?!) zwierne in die hanndt, unnd dies solt sy lassen fallen, ehe dann sie wurde ins fennster gefuert, unnd sie im so teth. Und der vatter im morgen, als er umb den kirchhoff ging,° fandt an der maur under des schulmeisters fennster das zwirne- cleye, er hub es auff unnd trugs mit schmertzen heim. Auf die nacht darnach die tochter wart im aber genommen von seinem bette. So stundt er auf und nimpt die wache an, und giengen gleich zu der schulen unnd funden den schulmeister siesse schlaffen mit der magdt, und sie huben sie auff; die magdt sie im hembdt heimfurten, den schulmeister sie einsatzten, dem knaben, der den schlissel het unnd sie in die kamer liesz, der burgermeister ein beltz kauffte, wen es war mechtig wiutter. So erlangte der burgermeister urlaub umb‘ einen hennger unnd wolt den schulmeister lassen bornen; unnd alsz *fol. 073. man in brachte zum feur, so war da die maigt mit iren eltern; unnd der schulmeister solte auf seine letste himelfahrt sagen, wie es wider iren willen war gescheen, und er es sagte. So erbott sich der schulmeister, man solt es im vergonnen, het er ir frommes hertz geschmehet, durch die ehe er wolte sie ehren; und man wolte nit. So batt er die magdt umb gottes willen, sie solt es im vergeben, 8) fehlt A. b) kleuen B. kleulein C. c) unnd A. d) unnd A. 1) Kleien, Kleuen. d, h, Knäuel,
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*fol, 573b. *fol. 574a. 318 Tract. XVII. Cap. I. $ 1. und sie es tett. So bat er sie, sie wolte im ein wortzeichen der vergebung in sein handt geben, so het sie ein cleyen* seyde auch im beutel unnd disz mit urlaub der eltern im reichte. So wart? ime die eine hanndt frey, unnd er greifft das cleyen® unnd wirft es in die lufft, unnd mit unbekannten wortten er umbgriff die maigdt, unnd fliegen alle bede zu allen teuffeln; unnd niemanndt kunt wissen wa sie weren hinkommen. b) Capitel I. $ 1. Wie’ ein son seinen vatter ubel underricht durch die glossemata der rechtenn. Alsz b. Heinrich Reusz her von Plaw homeister gestorben war, unnd disz geschach, und eim guten manne in Preussen, der ein gertner vor der stat war, quam sein son heim *vom studio zu Bononia unnd war doctor in beden rechtenn; wen von anbegynn, da er ein knabe war, er war gelernig, umb des willen der vatter von seinem armut im halff, damit [er] auszquam und zu Bononia sich ein weyle enthielt. Und quam in den diennst eins mechtigen manns; und alsz diser regennt wart, er seinen fammularen in doctorem promovierte, und der regent auch starb und disem seine buecher beschitte, wolche viel wert waren umb der correcturen willen im drucke, das da ganntz new war. Und diser quam heim zu seinem vatter in der meynung, in zu dernören in seinen schwachen tagen, unnd wonte bey im im gartheuslein und teilte mit im, was er hette. Und der doctor war vleissig im lesen und vor und vor über den buechern sasz und lasz; und die buecher waren zumal schon auszgericht mit eim groben text und cleiner schrifft der glosen mit cleinen rotten buchstaben. So sasz ein fart’ der vatter bey dem sohne und in fragte, ob auch mit recht disz were, unnd dem ho- meister were das seine genomen, unnd ander es gebrauchten. Der *son dem vatter disz freuntlich aufflesette und sprach: lieber vatter, disz von anbegynn ist gefunden durch ein recht urtel von gotte, und die ungerechtigkeit, die da wiert von den herrn iren underthan gethan, von got wiert gestrafft, indem unnd’ ire lannde andere be- a) klouen B. klüllein C. b) fat A. c) $1 fehlt B. d) beschiede C, e) mal C. f) und den A,
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Tract. XVIU. Cap. I. $ 1. 319 sitzen und sie zu knechte werden. So wist ir es basz dann ich, unnd der homeister unnd seine gebiettere zue zeitten einem armen manne nach gonst auf den anndern ein urtel sprechen unnd die rechte wanten, wie sie wolten; wiewol arme leutte disz so miessen lassen gescheen, so war doch got in dem nit zufride und die felscher der gerechtigkeit gedacht zu straffen; und solcher rede me, und seinen vatter seer wol treste. So fragte in der vatter, was doch in seinen buechern bedeutte die grobe schrifft unnd die cleine mit den rotten buchstaben. Der son im antwurt: die grobe schrifft ist der text des rechtens unnd die warheit nach der gerechtigkeit, die vor alle ding sol gehn; die cleine schrifft ist die bescheisserey, wie man das ver- mischen kan, damit es auffgeschoben wiert, und wie man ein eintzog in die &erechtigkeit *finden soll; unnd kompt wie viel mall, wie *fol. 574b. einer, der* gerecht ist, unrecht wiert; die rotten buchstaben bedeuten die wortter des rechtenns, auff wolche man kan ein bescheisserey finden. Von disem der vatter gieng weck stilschweigen[d]. Nit gar lang der doctor, sein son, gienng auch in die stat zu der collacio; so nam der vatter eine schere unnd gehet über die buecher seines sons, unnd wa er fant cleine schrifft, die schnit er alle weck. Nach disem der son quam heim unnd fant das hausz bestreet mit den zerschnitnen buechern unnd wart zornig und fragte, wer es gethann hette. Im antwurt der vatter: lieber son, und ich hab es gethann ausz diser ursach: ich arm man von meinem armuth es euch ver- legt habe, was ich gehapt habe, und ir solt die warheit und die gerechtigkeit lernnen; sonder wie ich bin von euch underricht, ein wenig vom text der gerechtigkeit sonder viel glose und bescheisserey in eurenn buechern wiert gefunden, unnd so dan me bescheisserey in Preussen ist, wenn *es gut ist; damit aber nit me von frembdes *fol. 575a. ins lanndt queme, ich hab sie ausz eurn buechern geschnitten; haben die creutzhern ir lanndt verloren umb bescheusserey willen, die sie im recht gefunden haben, unnd es gote möglich ist, und ich mochte meinen guten gartten umb bescheisserey willen auch verlieren. Darauf der son sprach: dannck habt, lieber vatter, ir habt mir recht gethann, wen het ich? recht underweiset, so wer mir recht gescheen. Und die auszgeschnittne bescheisserey wart getragen in viele heuser, und wart gelobet unnd belacht. Von disem es kommen ist, hab ich sorge, und noch heut in Preussen ist me glosse wen gerechtigkeit in urtteln. a) fehlt A. db) i. euch C.
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320 Tract. XVII. Cap. Il. 8 2. $ 2. Von eim besondern privilegio den Danntzkern zu ehren allein. Alsz nu die von Danntzke quomen in fride, sie disz satzten, ausz wes crafft hab ich nie kunth erfaren: so es war in solempnita- tibus unnd der diaconus zur honiesse das evangelium het gelesen, er es von stund an brochte dem ratte zue kussen, wie man eym *fol. 575b.konige gewonlich *ist zu thun, und darnach* es der burgermeister *fo1. 578. unnd darnach die herrn alle das gelesen evangelium kissen. Von disem sie wurden in anndern landen verlacht, und man es in zu hoffart auszlegte, sint dem und sie ein solchs gebrauchten, das auch? eim konige zugehorte, der das evangelium hette beschworen zu beschirmen unnd zu becrefftigen; idoch sie es hielten wie vor“. Vom pfundtzoll@, Casimirus, konig von Polen, hielt in eigner person auf Marienburg eine tagfahrt und da ordinirte viele stucke den Preussen zu gutte, under wolchem war von dem zol zu Danntzke von den guettern in die schiffe, von wolchen gefiel zwernley zol, alsz der eine pfalzol, der war davon, zu haltenn die munde mit irem pollwerck in die see, und war etwan vier skott gewest, und er satzt funff schilling; der annder war der pfundtzol, do man? etwan het must geben von igclichem schiffpfundt kauffmansgutt, das man weggab ader furtte, 2 skott; so satzte er, vonn *igelicher marck 1 schilling zu geben, sovil alsz die guetter gestunden; unnd disenn pfundtzol solt man einlegen; unnd das lannd wurde zum konige in einen gemeinen lanndttag gefordert, so solten sie von disem zerung nemen. Idoch mit der zeit der pfundtzoll plib den Dantzkern, unnd sie davon contribuirten® dem konig. Capitel UL $ 1. Wie bruder Heinrich Richtenberger homeister wart und von seim ernsten regieren. Im jare 1469 am tag Dorothee der jungfrauen unnd mertterin!) die b. ausz Preussen quamen auf Konnsberg unnd erwoltenn zum 30. generalmeister der b. des spitals zu Jherusalem des ordenns a) u.d. fehlt A, Der Schluss des Satzes von thun an fehlt BB b) num C. c) idoch etc, fehlt B. d) Der folgende Abschnitt fehlt BB e) der A. f) fol. 576 und 6577 sind tibersprungen. g) fehlt A, 1) Vielmehr am S, Michaelstage (29. Sept.) 1470. Voigt IX, 34. Anm. 8.
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Tract. XVIT. Cap. U. $ 1. 321 sancte Marie Teutsches hausses bruder Heinricum. 6. von Richten- berg, etwan vischmeister auff Pawtzke, da aber obrister spitler zu Konnsbergk,l) unnd er regierte ins siebennde jar. Vonn stund an er sich schickte? nach Ostern, zog zum herr konig Casimiro und im schwur nach dem lautte des ewigen fridens,?) und alle ding in disem schworen giengen loblich? zu, auszgenomen das sein volck übel zusag und in den besten gezeug liessen von den rossen *stelen. Unnd er *fol. 578b. gquam heim unnd mit der zeit wart ptisicus° unnd daran starb. Wie er Tehodoricum, den bischoff vonn Samlandt seins ordens, liesz erhungern,?) findestu im tractat 9.4) Und quam, wie man meinte, der homeister wer plitzlich gesunth worden, so fannt man es, wie er plitzlich war gestorben. Und disz waren sein letzte wortte: auff, den harnisch her, die geyle sattelt, die pfaffen haben mich vor gottes gericht geladen, ob ich mich erworen konnte.5) Die b. seines ordenns in Preussen mit wenig wheclagen in begruben in den chor der thumkirche Konnsberg, unnd sie waren leichtes synnes, das sie ein solchen scharpfen? meister hetten verloren. Wan er war ein ge- rechter man, unnd jemandt quam und im uber seine b. clagte, er sie mit scharpfen wortten straffte, das es die ancleger anhorten; unnd het jemanndt von den b. zu vil gelt genomen, er must es dem ancleger da von stund an geben oder muste gehn in der b. zucht- hausz. Darumb geben im lose leutte den namen Leertasche; wen wolten sie nit inns gefengknus gehn, sie musten ein igclichen *schul- *fol. 579a. diger von stund an bezalen. Und Preussen unnder im nam seer zu und wart wider bebawet. $ 2. Wie sich viele b., die da embter hetten, versorgten und mit gelde entlauffen wolten. Zu seiner zeit waren etliche unnd viel comptores, den disz im hertzen ein stachel war, unnd sie eim armen man musten wider- geben, was sie zu unrecht abgeschatzt hetten von im, unnd der a) als ehr nur zum hohemeister bestetiget sch. e. s. BB b) lioblich A. c) tisitus A,, tisius B. d) schaffen A. 1) Er war Grosscomthur. Voigt IX, 29. 2) Nicht nach Ostern, sondern am 20. Nov. 1470. Voigt IX, 36. 3) Vgl. Aelt. HMchr. Ss. r. Pr. III, 707. 4) B. I, S. 396. 6) Vol. Voigt IX, 95. Anm. 1. Simon Grunau II. 2
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322 Tract. XVID. Cap. IH 8 2. homeister offenntlich in dem gerichte den b. ansagte, wurden sie den underthanen gewalt unnd unrecht thun, sie sollen es mit irem besten bezalenn. Von disem und anderm ansagen viele comptores sich zu hauffe schlugen unnd versamelten grosz gellt unnd es schlugen in fesser mit dem oll zu Angelburg*!) gefanngen, den man sonst in Teutschlannde viel fueret. Von disem wuste der homeister?; unnd so tet b. N. Liechtenhein und alsz ein nechster rat und compter zu Balga dem homeister auszrette, unnd er solt es nit gleuben; idoch das wortzeichen in Pommern wart gefunden, alsz die reutter die fasz auffhieben. Darumb der homeister versamelte alle seine *fol. 6579b. comptores im namen einer tagfart” zu gutte des lanndes unnd fragte einen igclichen insonnderheit umb das geflehnete? gut in Teutsch- lannden, und sie es leugneten. So liesz er b. Liechtenhein mit 5 comptores und 8 pflegern einsetzen, unnd sie bekannten, wo? alle ding weren. Unnd der homeister liesz in das unnd alles, was sie hetten, nemen unnd freyete viel dorffer auf Samland unnd Nathanngen von den soldenern, die in versatzt waren nach dem grossen krieg an irem soldt, unnd fort me die schlosser durch hauszcompter selber regierte. Die gefanngne er ausliesz; unnd wer da wolt ein convents- bruder sein, der mochte, wer nit wolte, zog weck, idoch ir 3 auf Tapiaw er‘ das kurtze brot gab. Bey den comptoribus er fanth mechtig viel goldt unnd silber kuche, wiewol viel weck war.?) Von gutter zeitt. Zu seiner zeit er gab ein Ungerischen gulden umb 7 firdung Preuscher muntz, den Reinisch gulden umb 5 firdung, den Davider gulden 1 mark, den postulator?) 20 skot, die marck lettich silber 8 mark muntze, die last korn 7 mark, die last *fol. 580a, weitze 11 mark, die last gerste 8 mark, die last haber 31/9 mark, die last grobsaltz 12 mark, die last clein saltz 15 mark, die last oll 30 mark, die last dorsch 5 mark, das schock pressem umb 6 schilling, ein schockt flackvisch 6 schilling'; wurtze unnd wein, gewannd und erbssen war theur. a) Argenburg BB b) d.h. fehlt A. B. c) landtages B. d) geflohete B. e) wie A. f) fehlt A. g) AB. b) 60 A. sechszig B. C. i) ürdung A. C. schott B. 1) D. i. Angerburg, das Sitz eines Fischmeisters war. Ueber den Aalfang in Angerburg s. Henneberger, Erkl. d. Landt. S. 23. 2) Ueber den Landtag und das Ordenscapitel vom Jahre 1470 wnd die dort ge- machten Vorschläge zu Ersparnissen in den Conventen, sowie über die Finanzverwaltung des HM.s s. Voigt IX, 37. Ebenda S. 80 über Conrad vu. Lichtenhein, Comth. zu | Pr. Holland. Grunaus Bericht ist völlig entstellt. 3) Ueber die Postulatgulden s, Grautoff, Hist. Schr. 3, 160,
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mn: Tract. XVIN. Cap. II. $ 3. 323 $ 3. Von dem sprichwort ambt gibt kappen im lanndt.” Diser homeister im anfanng war seer arm, wann die besten unnd unverderbtenn guter waren den soldenern versatzt; so ver- mochte der homeister den gemeinen vonventzbrudern nicht zu geben volkommne notturfft an cleidern, so musten etliche so gehn mit ge- flickten cleidern. Unnder disen war einer was ungedultig, mit namen b. Mattis von Beybelen®, unnd er muste mit eim zerrissen manntel gehn unnd doch viel mal er dem hauszcompter” sein armut ansagte, unnd er in stets zum homeister! weisete, sonder es wolte nichts hernach folgen. So erdacht er im ein solch mittel: er schickte an den homeister seine freunde unnd liesz bitten umb cleider, sonnder man schwig stille; so nam er unnd zoch seinen lechertenn manntel *fol. 580b. an unnd viel mal gienng unnd stundt vor seim® homeister, unnd machte ein werb‘ mit im zu reden unnd stets das zerriszne vor- wannte, sonder man wolte es nit seen. Zum letzten zur zeit, alsz der homeister frembde unnd erliche gest hette, diser b. nam einen schonen kranntz unnd im aufsetzte® unnd gienng auf die schlosbruck, da der homeister mit den gesten sasz, unnd liesz sich beschawen. $o bald in der homeister sach, er wart zornig unnd sprach: wilkom fasznacht, ist das des ordenns weyse, unnd man krentze tragen soll? Er sprach: gnediger herr homeister, es sey got gelobet, unnd ir seit sehende geworden; solanng hapt ir mich mit meinem zerrissenen® manntel nit kunth sehen, die edle blumlein in meinem krentzle haben euch sehent gemacht; ich bitt, eur gnaden wolt auch ansehen mein zerrissen mantel. Vor wolchen auch die geste batten, und man gab im das ampt', er solt entpfangen die zinszkese von den *fol. 581a. schaffen“, unnd dise er nam unnd dise in ein sidendig wasser legte unnd in so das fette auszog, wolch er samelte unnd es in die Schlesie schickte den tuchmachern zu kauffe; wen sie musten fet haben, so sie die wolle wolten grempeln. Unnd in kurtzen tagen er kauffte im gute cleider und, was im not war. So man in fragte, wie er bey gelt queme, so er doch seine eingezalte kesz gewertte, er sprach: ambt gibt kappen; unnd niemant me kunth im etwas anhaben von antwurt!. a)i.]. fehlt B. C, b) Beylebon B. Beybolen C. c) hobomeister B. d) hauscomptor B, e) dmB.C. f)gewerb B, geschefft ©. 9) D.b.n.unndim.e.s.kr.a. A. h) reissenon A. i) C. bemerkt dazu am Rande: nemlich spottweyse. k) schefforn ©. 1) kundt ein ander antwort von 'hm haben B, 21°
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324 Tract. XVOIL Cap. ID. 8 4. $ 4. Von” eim himlischen sendebotten und seiner teuschereyen. Der krieg hette buben und miessiggenger gemacht und, die 'gewonnt waren des eigenwillens unnd me verzerten, dan sie konden erwerben. Von disen einer wuste ein simpel fraw in einer statt under dem homeister gelegen, und dise alles glaubte, was man ir sagte, und war seer reich und wart genant Ertmuth Stollische”. Diser war ir man gestorben und nam den hern schulmeister, und "fol. 581b. diser sie nith hielt wie ir voriger man. Darumb *sie gienng alle tag auff sein grab im mittag unnd im da clagte ire nott und, wie sie nit verhaltenn wurde wie vor, so sie doch mit seinem® gutte einen armen bachanten zum juncker gemacht hette; sie bet in als iren lieben mann, er wolt ir doch bey got ein trost erwerben. Dise rede ein bube vilmal gehort hette unnd wuste die eigenschaft der frawen. Darumb in eim tage er zog im an ein weissen kittel und gienng von der schule auff die seitte der kirchen, da die fraw Ertmut kniet, unnd er gienng und sach in denn himel und ver- seufftzte hertzlichen seer. Disz die fraw wunder nam und in fragte: so, mein bruderlein, was bedeut eur verseuffzen und auffseen zum himel? Er sprach: o liebe fraw, solt ich nit verseufftzen, wan ich itzunt kom von dem frolichen angesicht gottes, und ich das entperen soll ein kurtze zeit, ist mir ein jamer; unnd sprach: liebe frawe, weiset mich doch, wa wonett fraw Ertmuth Stollin? wan ir lieber man *fol. 5828. hat got vermocht, und [er] durch mich ir sagen soll, *wie ir beger erhort ist worden, unnd sie soll in kurtzen erfrewet werden, so sie das thun wiert, wie ir man begert. Und die dolle fraw wiert fro und sprach: o du seliger himlischer botte, unnd ich bin fraw Ertmutl, und wie geet es meim lieben manne? Er hub an unnd sagte der frawe an ein ertichte botschafft, wie ir man bey got were unnd het erlanngt, sie solt auch von disem jamer in kurtzen tagen zu im komen, und solcher worte viel. So fragte die fraw, was ir lieber man im himel vorhette Er sprach: Er genueszt der heiligenn, die er im leben hat gewurdiget, unnd die bitten in zu gaste und sein frolich mit im; sonnder er gemeinlich den tag mit sanct Peter im brette spilet und er entsee? sich itzunt seines armuts, wann er auch die badekappe anhette, mit wolcher er begraben wart; und sein armut seer auszbreite mit wortten. Unnd sie sprach: unnd mein man ein solch leben fuert, ich glaube, gleichwie ich es selber sehe, wann disz war seine zeitzubringung; des morgens er gienng in die &) $ 4 fehlt B. b) Ermutt Stolsche C, c) ihrom C. d).u. 8. fehlt A. 0) entsiehett U.
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Tract. XVII. Cap. IV. $ 1. 325 kirche und erete? etliche heiligen und *den ganntzen tag im bret spilete; *fol. 582b. und so dann sanet Petter sein apostel war, er mit im nun® frolich ist. Wiewol er tot ist, so ist er mir doch in meiner liebe nit ge- storben; darumb er sol kein not haben, ich wil im etwas schicken. Unnd gehet in ir hausz unnd gibt disem 80 Reynisch gulden, ringe, silberin becher unnd eine mardern schaube, unnd die beste hembde unnd spricht: disz bringt meinem lieben Stollen, unnd wann es im ; nott thun wiert, er schicke zu mir, er soll me haben, ich wil in nit lassen, wann er mir ein lieber mann war und auch sein soll, so _ ich zu got komme, und der wortte vi. Unnd sie im schanckte eine marck unnd wolt im essen geben, sonder er wolt nit seumen, dan man schlusse den bimel bald zu; unnd solt er verschlosen werden, die ° teuffel mochten im nemen, was er hette, unnd eylette so weck. Er j war mit noth ausz der stat kom weck, unnd ir newer man quam gerittenn, unnd sie [in] entpfienng, und im alles verzelte, was ir der himlische botte gesagt hete. *Unnd er vernam dals] lattein unnd *fol. 583a. sprach: warlich ich musz im nach, ich will eurm Stollen ein gutte nacht zu entpieten. Und im nacheylete alleine und in uberquam und meintte, er wolt in bynden, und der bube war sein uberman und in lam schlug und nam im das pferdt darzu; und den man ein bawersman“ in die stat furtte. Alsz aber die fraw wolt wyssen, ; wie er so lam wer worden, [sprach er]: und ich eurm Stollen das ‘ pferdt schickte, und so die heiligen spacieren ritten, er auch neben in ein rosz hette; und ich sach ein streit von eim bossen geiste mit eim mentschen unnd ich erschrack, und es mir quam in das bein. Und mit der zeit disz wart offenbar, und man es wol be- lachete von iderman; unnd wart ein sprichwort: wie einer, hie lebet, ‘ also auch dorth, das weis” fraw Ertmutt. Capitel IV. 51. Wie sich der pfaffenkrieg verursachte im lande zu Preussen unnd wertte nit lang. Im jare 1471 umb Maria Magdalena starb herr Paulus Logen- dorf, bischoff zu Heilsberg,?) dem da vergab Weygell Letzelth, des *fol. 583b. a) ehrett C. b) nur A. c) man A. d) sprach er fehlt A, Ü. eo) was A. 1) /m Folgenden hat Grunau die Danziger Chronik vom Pfuffenkriege (Ss. r. Pr. IV, 679.) benutzt und durch seine Erfindungen erweitert, 2) Er starb am 23. Juli 1467. Eichhorn, Erml. Zeitschrift I, 148.
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*fol. 584a. 396 Tract. XVIIL Cap. IV. $ 1. homeister trommetter, wen er ein hasz auff den bischoff trug, idoch one wust unnd wille seines herren.!) Die capitulares von der Fra- wenburg waren verstrewet, wan der thumb stund wueste, unnd die thumhern konnden nirgenth zusammen komen. In dem beful Casi- mirus, der konig von Polen, Vincecio Kielbasa,* bischoff zum Colm- see unnd administrator zu Pommezan, er solte das bischtumb von Heilsberg einnemen und es versorgen, bisz er es annders ordinieren wurde. Und disz er auch teth; so macht er sich freuntlich mit etlichen thumhern, die im lande waren, unnd in darzu hulff, damit sie quomen auf Frawenburg und hetten canonicam electionem, wen Kielbasz inen zu diser behilfflich war in dem und er meinte, man solt in umb der gutten freuntschaft zum bischoff auf Heilsberg er- wölen. Sonnder die thumbhern erwolten eintrechtigelich Nicolaum von Thingen,° 2) iren mitcapitularem, der zu der zeit scriptor brevium apostolicorum! war zu Rom bey Paulo II, unnd er erlangte sacram und wart geweiht über Warmia und es lang verzog, das er nit quam in seine kirche; die ursach war ein schwere nottliche kranckheit. Vincencius sach, wie ernit mocht haben das bischtumb, er die thum- herrn und? stet des bischtumbs verfolgete, vile im gefengknus sturben, vile mit grossem gelt musten sich lesen, vile auch entlieffen;3) und entlich bewegt wider sich das ganntze bischtumb, unnd im schlecht absagten sein regiment und zogen zum konige. Unnd der konig Casimirus schrib Vincencio dem bischoff, er solte Heilsberg reymen unnd er solt es den Danntzkern und dem lanndt von Preussen reumen. Und disz er auch teth, und die Danntzker mit willen des lanndes satzten auf Heilsberg Michel Ertman, ein rathern von Dantzke, zue eim verweser der gutter). Vincencius het das bischtumb inne zwe jar lanng, unnd alle paure und stett verschwuren sich mit einannder a) Kelbassa B. Kielbatzo C. b) wen — war fehlt B. c) Tungen B. Thungen C. d) sc. br. a. fehlt A. o)t. burger u. st, C, t. u. dio burger in den st. B. 1) Vgl. B. I, 357. Anm. 5, Voigt IX, $. Anm. 3. u. Chr. Falks Elb. Preuss. Chron. S. 23. 2) Er wurde am 10. August 1467 gewählt. Diugoss II, 410. S. Voigt IX, 8. u. Eichhorn, Ermi. Zs. 1, 149 f. Vgl. dazu Hirsch, Ss. r. Pr. IV, 6179. Anm. 1. 3) Die unter Bischof Vincenz erlittenen Gewaltihätigkeiten erwähnen die ermländi- schen Städte in einem Schreiben an die am 9. Juni 1473 zu Graudenz versammelten preuss. Stände, das der Bischof Nicolaus abschriftlich dem HM. mittheill. D.O.ärchie. 4; Vgl. Ss. r. Pr. IV, 682. Anm. I u. 2. Grunaus Erzählung ist vällig entstellt.
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Tract. XVII. Cap. IV. $ 2. 327 wider in, wurde er nitt wollen reumen, sie wolten in erschlaen, mit den seinen, wann er übete mit in Moschkowitterische gewalt unnd nit Polnische. $ 2. Wie Nicolaus und Opporofsky quamen und sich bede rumeten, *tol. 584b. wie in das bischtumb herette. Im jare 1473, so bald konig Casimirus horte, unnd die Preussen wider Vincencium waren, er durch vorbitte seiner herren, investirte Stanislaum Opporofsky!) wie ein pattron der kirche von Warmia an iren privilegien one schaden. Mit wolcher investur er durch botten vom babst begerte sacram unnd benedictionem*, sonder darwider war Nicolaen procurator. Idoch Opporofsken® botte, damit er sein gelobt gelt erlanngte, er liesz im machen falsche bullen und brachte sie seinem herrn. Und er meinte, sie weren recht, und quam auff Ostern?) in Preussen und sich beweisete dem heuptman auff Marien- burg und den stetten, wie er nun bischoff® were, sie solten im helffen zum bischtumb und possession.“ Sonnder disz befrembte den heuptman und die Preussen alle, das er kein koniglich mandat hette; auff das er antwurt, wie der konig zu Kyoff were, und die sache‘ in übereylte. In dem so quam Nicolaus von Tüngen, der erwölte bischoff, unnd seine brieff der erwol*lung unnd bestettigung weysete *fol. 58a. mit gutem gezeug wyrdiger menner; disem von stund an vielen bey landt und leuth des bischtumbs.”° Die Preussen aber in satzten ein tagfart gem Elbing auf Johanns?) in disem jare, unnd da wolten sie wissen koniglich antwurt. Der tag quamı, und Opporofski seine brieff weisete, und im beyfiel der adel alle alsz einem, der vom patron des bischtumb[s] presentiert wer unnd die sacra vom babst hette. Darauff sprach Nicolaus: unnd ich es bekenne, wie der konig patronus ist, und sein brieff laut: der kirchen privilegien on schaden; a) b. fehlt A. b) Opprorofsksken A. c) zur Warmia B, d) passion A. e) Warmia B. 1) Andreas Opporowski trat als Prätendent des Bisthums seit Anfang 1472 auf, wurde aber vom Könige von Polen erst im Frühjahr 1473 als Bischof anerkannt. Ss. r. Pr. IV, 680. Anm. 5. 2) Am Tage Philippi und Jacobi (1. Mai) nach der Danziger Chronik vom Pfaffenkriege Ss. r. Pr. IV, 681. 3) Ueber den Tag zu Elbing s. Schütz fol. 350.
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328 Tract. XVII. Cap. IV. $ 3. so dann die kirche von Warmia ire freye electio hat und nie ver- * dient zu verliesen, so ist die meinung des hern konigs, und ich in crafft der erwolung sol bischoff sein; von wegen bebstlicher confir- macion ich? rede, das sie? falsch sey; damit ich disz bewere, ich wil mein gelt zur zerung unnd meine bebstliche brief legen‘, man ver- schaffe mir frome menner, die ziehen gen Rom und lassen die briff? suchen in iren registern; wer da wierth recht gefunden, der pleibe *fol, 585b. bischoff, unnd dise sach soll geendet werden in zwe jarn.!) Das wolt Opporofsky nit angeen, sonnder alle seine sache auf den konig schob. Alsz aber die Preussen alle horten, wie sich Nicolaus erbott, sic fulen im bey unnd nomen sein gelt unnd brieffe unnd schickten sie gen Rom, unnd man fanndt, wie Opporofski brieff falsch waren. Unnd die Preussen sich erbotten gen Nicolaum, so er wurde gefun- den recht, sie wolte[n] im helffen gen kon. maj., er solte auch die- weile sich keiner stat ader schlosz underwynden. Unnd er es auch gelobte, unnd die sache so stundt.?) $ 3. Wie Opporoffsky mit krieg wolt das bischtumb einnemen unnd wart geschlagenn. Im jar 14743) auff die faste® Opporofiski erlanngte beystanndt vom adel in die 3000 man, der heuptleut waren her Schrangkif, ein Behme, und her Schortz, ein Merher, rittert); unnd sie quomen und branten® im bischtumb von Heilsberg. Wider sy sich die stette und dorffer desz bischtumbs versamelten unnd schlugen in alle rotten abe und fiengen die heuptleuth vor Bischoffstein; und sie *fol. 5868. gelobten, sich dem bischoff zu gestellen.5) Die Preussen in diser a) ich fehlt A. C. b) des Opporowssken B. c) auf logen B. d) copia der b.B. o)n.d. f. fehlt B. f) und in A. g) SchronykiA. Schranky B, Schranutzky C. h) in der fasten, fügt B. hinzu. 1) Fgl. Ss. r. Pr. IV, 681. Anm. 1. 2) Gr.’s Angaben sind nur eine Ausschmückung des kurzen Berichtes der Chronik vom Pfaffenkriege. Ss. r. Pr. IV, 681. 3) Die im Folgenden erzühlte Begebenheit gehört in das Jahr 1472. Ss. r. Pr. IV, 682. Anm. 1. 4) Die Namen kennt Gr. aus der Chronik vom Pfaffenkriege, Ss.r. Pr. IP, 682. Die Angabe ihrer Herkunft stammt von ihm, Vgl, die folgende Anm, 5) Pol. Ss. r. Pr. IV, 682. Anm. 1 und 4. Noch am 1. Mai 1473 ver- bürgten sich die preuss. Stände in Elbing, dem Bischof Nicolaus die Gefangenen auf
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Traot. XVII. Cap. IV. 8 3. 329 sachen ein tag hielten zum Elbingk auf* Urbani unnd dem Opporoffski fride gebotten, und er in angieng angesehen, unnd im sein volck erschlagen wart unnd die heuptleut gefanngen. Auf Michel? Nico- laus ruffte durch brieff die bestrickte ader die gefanngnen, unnd sie solten sich stellen;') unnd sie sprachen, sie wolten sich gestellen dem bischoff, den in der babst wurde nennen, sie hetten sich nit Nicolao gefanngen gegeben; es were” noch nit erkannt, und er bischoff zu Heilsberg were, wiewol die einwonner desselbigen bischtumbs sie? bestrickt hetten, und solcher worte me So het der Nicolaus ein reytter bey im, Herritter® genannt, und diser sprach: her bischoff, unnd ir seit verraten unnd verlassen von eurnn besten freunden, unnd der worte mechtig vil; darumb gedennckt, was zu thun sey; halten dir nit glauben rittermessige menner, viellweniger’ die stete von Preussen, die von untrew verdechtig sein. Unnd machte es so, damit der bischof Niclaus an etliche gutte burger von Heilszberg heimlich schrib, ob sie im zum schlosz kunden helffen, und niemandt wolt es *angehn. Idoch unnd es sich begab, das der bischoff ein guten *fol. 586b. trost erlanngte, unnd er sich mit seim Herritter. unnd andern me vercleitten® unnd quam im sontag zur vesper?) von der Gutstat vor Heilszberg, in wolcher stunde Michel Ertman! gefatter in der stat stundt, und sein gesinde mit den burgern in der statt frolich waren. Niclaus gienng auf das schlosz unnd mit kurtze er sich etlichen offenbarte, und schlossen zue. Alsz nu Michel Ertman quam, man lieszz im danncken und gab im das seine und liesz in heim reitten,3) wan der rechte wiert wer heim komen, er wolte basz zusehen. Alsz disz Michel Ertman denn stetten* ansagte, sie den bischof mechtig unbillichtenn, und er sein wort nit gehalten hette, unnd sagten im a) a. fehlt A. am tage C, db) Auf fehlt A. Michaelis B.e am tage M, Ü. c) war A, & fehlt A. e) Hollritter B. C. N) v. fehlt A. g) Hellritter B.C. h} schieckten B, i) vorweser des schlosses B. k) in Preussen B, und Preussen C, Bartholomaei (24. Aug.) zu gestellen. Ihre Namen sind folgende: Albrecht v. Thy- mynyetez, Mattis Tolk, Mertin v. Lusziane, Schortez, Przeczlaffl, Slowak, Schrangk, Nosz Comorszky, Jorge Hoffeman, Caspar Rothane, Hannsz Skolim, Merten Schilling, Schirwe, Niclus Schimmelaw. 2. 0. 4. 1) Auf der Tagfahrt zu Elbing Michaelis 1472 sollten sich die Gefangenen stellen. Schütz fol. 343. Diese Angabe hat die Chronik vom Pfaffenkriege nicht. 2) Am 10. Febr. 1474 nahm Bischof Nicolaus Heilsberg wieder ein, vgl. Ss. r. Pr. IV, 683. 3) Ss. r. P.IV.a.a. 0.
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*fol, 587a, *fol. 587b, 330 Tract. XVII. Cap. 5. 8 1. auf alles guten zu verseen zu im. Von disem er wart bewegt, und er sich mit dem orden muste freunden zu seinem unglucke unnd der seinen.!) Capitel V. $ 1. Von eim homeister, der sich mit dem bischoff verbant, dem konig nit zue schweren.* *Im jar 1475 Jeorgi?2) quamen die b. zu hauffe auff Konnsberg unnd erwolten in zu eim 31. generalmeister der® b. des spitals zu Jherusalem des ordens sanncte Marie Teutsches hausses denn compter von Österrode, Martinum Trugses. Diser regierte ins 13. jar mit vielen leiden Er ein verbintnus angienng mit Nicolao, dem bischoff von Heilsberg, dem itzunt sein ganntz landt geschworen hette, unnd es eins wurden, sie wolten dem konige von Polen mit nichte schworen; unnd der homeister wolt Preussen wider kriegen. Darzu sie in erwolten Mathiam, konig in Ungern, vor ein beschutz- herrn unnd sich mechtig zur wore staltenn.3) Officialen. Sein groszcompter war Eraszmus Reissensteiner, sein marschalck b. Philip von Angelen, compans b. Simon von Leistenborg und b. Michel Zeywinger,! waren4) Und die b. leichtes synnes waren und sie wolten kriegen auf Polen, und solten sie auch den kez° unnd brott follen! verliesen, es were in ehrlicher im streit zu sterben, dan den Polen zu diennen. Und sich mit dem homeister *mechtig verhorten? unnd sie disz hielten, got unnd alle welt wurde in beystandt thun; unnd gewisz die astronimi sagten, sie wurden es in disem jar wider gewynnen; unnd man auch nit anderss wuste in Teutschen lannden, wan es krieg solt sein in Preussen. Sonnder da war nit gelt, darumb ir viel, die umb Marien willen dem orden helffen woltenb, satleten abe. Des konigs teil disz alles wuste, unnd so denne nu die brief von Rom waren komen, wie Niclaus recht a) Von Martino Truchsass dem 31. hoemeis'ter in Prousson C. b) den A C. c) i. leiden 13 j.m.v.A. d) Zoewinger C. e)kornB. f}vollich G. g) verherteten B, vorhartten C. h) wurden A. 1) Auch hierbei hat Gr.’s Phantasie den kurzen Bericht seiner Quelle wieder ergänzt, 2) Mart. Truchsess wurde zum HM, gewählt am 4, Aug. 1477. Das Jahr 1475 hat Gr. aus der Danz, Chron. vom Pfaffenkriege, 3) Ss. r. Pr. IV, 683. 4) Die Namen sind sämmtlich falsch,
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Tract. XVII. Cap. V. 8 2. 331 unnd warhafftig bischoff wer zue Heilsberg, Johannes von Baysen unnd die stette alle ersuchten den bischoff, und er solte dem konig von Polen schweren. Er sprach: ich hab ein kayser, der ein patron ist meiner kirche, und weisz von keinem konig nit zu sagen; und solche honrede seer vil. Dergleichen sie auch zum homeister zogen und in vermaneten, er solte nach laut des ewigen fridens dem konig schweren; unnd er in gab gleich wie der bischoff ein antwurt und noch spottischer rede auf die Polen. In disen geleufften Casimirus der konig furte *ein mergcelichen krieg mit dem woywoden der *fol. 5883. Walacheyen“. Und die Preussen hielten ein tagfart und es beschlossen, sie wolten homeister und bischoff vertreiben, wurden sie im halben jar dem konig von Polen nit ir gebur thun; unnd sie nomen es an, und man sich von beden partheyen mergelich schickte zum ver- derbnus. $ 2. Wie sich der homeister beflis umb hilff wider Preussen und? Polen. Im jare 1476 der homeister sich mit dem bischoff verschwur,° kunth er in beschirmen, er der seine sein wult unnd im geben zu diennste, was under im wer. Auf ein solches der homeister gebot dem lantmeister von Lifflanndt, er solte auszrichten 3000 man und auf ein jar sie versolden, wan er wolte sich freyen von den Polen. Und sie im antwurten, im verganngen kriege sie heten geben me, wan sie pflichtig weren gewesen; itzunt, so in niemant nettigte zum krieg, sie wolten stille sitzen, und sie alle tage sich versehen der Moschkowiter, *das sie auff Leifflannnt ziehen wurden. Unnd disz *fol. 588b, fiel in den bornnen. Soldener. Item er schrib unnd gebot dem lanndtmeister in Teutschenn landen, er solt im volck aufbringen, so vil und er konte, unnd schicken in Preussen, er wolte mit den Polen kriegen. Und dise im auch absagten: im vergangen krieg sie hetten all ir gut eintzweder? verschmeltzt, verkaufft ader versatzt, und nyemant in ein pfennig wider botte, itzunt, solten sie etwas anfahen®, sie muesten zu betler werden. Und da wart auch nichts ausz, damit man volck erlanngtel). Item der bischoff hette noch Romische ducaten, unnd a) Wallachier C. 1b) Pr. u. fehlt C. c) und der bischof dem homeister zusagte B. d) eintz- wer A. 0) ansehen A. 1) Die Angaben über die Hülfsgesuche des HM.s hat nur Gr.
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*fol. 5598. *fol. 589b. 332 Tract. XVII Cap. V.8 2. der in die 7000 dem homeister teth unnd er auch darzu legte, und schickten sie hertzog Hannsen vom Sagen, des bruder war hertzog Rudolff vom Sagen, der vor der Conitz plib; unnd er solte Behmen aufnemen und durch die Neuemarck in Preussen ziehen. Und disz er teth!) unnd in versamelte 4000 Behmen one* Poghausen??) und Schlesier unnd wolte ziehen. So schickte er zue marg*graff Hanns von Branndenburg umb gleit durch die Marck zu ziehen, die da sein war: wolt er es im nit geben, so wolte er das gleit mit bringen. Der marggraff nam zu hertzen, wie im die Newemarck nit anhorte, sonnder dem orden in Preussen, wen es war im ver- schriben an seine zerung umbs ordens willen gethann; und sint dem mal hertzog Hanns vom Sagen im verganngnen jar“ mit dem marggraff umb Frannckfort, Crossen, Drossen unnd ander gueter me gekriegt hette) unnd die sachen auch gestutzet er im nit wolte vertrauen, und er sprach: angeseen, der hertzog vom Sagen meinem landt feindt ist, ich im kein gleit geben kan, unnd darumb, wil er was mitbringen, wir mussen warten; und gebot auf. Alsz dis die Schlesinger und Behmen horten, sie rieten, man solt vor fride machen zwischen den furssten unnd denne ziehen; unnd die sach verzog sich lanng, unnd das volck musten von einander, und so war das gelt auch verloren mit dem, das hertzog Hanns *auch darzu gelegt hette. Disz dem konig von Polen kunth wart gethann, er machte ein mitfride® mit dem Walachen und forderte homeister unnd bischoff zu thun ire pflicht, unnd sie berufften sich auf den kayser unnd den konig von Ungern alsz auf ire beschutzherrn. Der konig an dise schrib, ob es also were, und man wolt im nit antwurtten, unnd er sich ruste auf Preussen, unnd die sache sich verzog ein weile.t) a) one fehlt B. 4000 man alle C. b) Pighausen B. Pickhausen C. c)i.v.j. fehlt B, d) ge- sturtzet. A, 0) beyfrido B. nottfrieden C. 1) Vgl. Danziger Chr. vom Pfaffenkriege Ss. IV, 684 und dazu Anm. I. Ueber den Plan des Hans von Sagan, dem Orden 1478 zu llülfe zu kommen, s. noch Voigt IX, 109 und Ss. rer. Siles. X, 125. n. 83. 2) Poghausen ist wohl Verstümmelung eines Namens; vielleicht sind die Lausitzer gemeint. Vol. $ 3, S. 333. 3) Es ist der Krieg des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg und seines Sohnes, des Markgrafen Johann, gegen Hans v. Sayan und König BMatihias von Unyarn um die Glogausche Erbschaft 1477—1d79 gemeint, 4) Die Chr. vom Pfaffenkriege a, a. 0, S. 684 berichtet nur, duss der König
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Traet. XVII. Cap. V,8 3. 333 $ 3. Wie zum andern mal hertzog Hans? sich schickte mit volck auff Preussen, und wart aber nichts darausz. Im jar 1477 am tage Epiphanieb hertzogk Hanns von Sagen und marggraff Hans von Brandenburg machten einen standthafften friden mit einander, unnd man wolt in lassen durch die Newemarck one schadenn, und disz war so verbriefet. So wolt hertzog Hanns seim geluptnus gnugthun und er versatzte marggraff Wilhelm von Meissen Sagen!) unnd was darzu gehortte, und versamelte 3000 raisiger *von Schlesingern unnd Lausitzern, unnd liessen dem hertzog von *fol. 590a. Pommern sagen, sie wolten geleith haben ader wolten es mit brannde mitbringen.?2) Der furst von Pommern wart geschickt und nam ir war; so schickte der konig Casimirus auch 2000 raisiger umb die Conitz unnd 6000 traben®. In disem das volck bey hertzog Hannsen iren solt wolten gewisz verschriben haben,?) und sie wolten auf die bartmonnche in Preussen nit sehen unnd sie kenten ir solden? wol, unnd es geschach viel bewegerung; in disem kurtzlich man sagte in an, wer da wolte in Preussen ziehen® auf sein gluck, der mochte es thun. Der furst wolt sich an Glogaw machen, und so wart aber nichts ausz disem versamlen, und Sagen ist noch heut weck und nit geloszt von jemannde. Lannttag. Alsz Casimirus der konig nun merckte, wie es sein solte, er verschuff auf Palmarum ein landtag zum Braunsberg unnd da durch die botschafften liesz ermanen bischoff und homeister zum gehorsam. Unnd sie sprachen, sie wolten ehe *in irem blut ver- *fol. 590b, seuffen, ehe dann sie den Polen wolten diennen,?) und solcher worte vil. Die botten sprachen: so wolt ir ja eur arme leutt nit gut unnd leib gonnen. Der homeister sprach: und all underthann sein nit so gut alsz ein haar des hern; ich wil mich an die Polen setzen mich selbst, unnd ich mich nit wil erbarmen über meine pawren, a) Hans fehlt A, tb) epiphaniorum A, c)drabanther C, d)s. fehlt A. vorsolden B. e) fehlt A, an Danzig und die preuss. Stände geschrieben habe, und dass deren Vermittelungsversuche olme Erfolg geblieben seien. 1) Sagan hatte Herzog Hans bereits 1472 an den Kurfürsten Ernst und den Herzog Albrecht von Sachsen verkauft, Catul. abb. Sagan, Ss. r. Siles, I 365. Auch Herzog Wilhehn war zugleich mitbelehnt worden. Ss. r. Siles. X, 99. n. 40. 2) Danz. Chr. vom Pfaffenkr. a. a. O0, 5. 684. 3) Die Danz. Chr. weiss davon nichts. 4) Vogl. Danz. Chr. a. a. O, S. 684. Die angebliche Aeusserung des HM.s hat auch Schütz 364. Der Lundtag in Braunsberg ist wohl Erfindung Gr.'s.
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*fol, 591a. 334 Tract. XVIIL Cap. V1.8$ 1. mir wirt helffen ein seliger konig von Ungern unnd das gantze Romische reich, unnd disz bin ich sicher. Nach disem tag der ho- meister hielt ein tag mit seynen underthann und den adel brachte auff seine seitte, die stet im aber ansagten, umb seines übermuts willen sie wolten sich nit verderben lassenn, er solte gedencken, und sie weren dem konig geschworen, und er sie nit verursacht hette, mit im ein krieg anzufahen, unnd sie auch nit des vermugens weren; sie wolten sonnst bey im und seim orden thun gehn feinden, die sich zu in nottigten, alsz getrewe’dienner. Und man in sagte, sie solten sich vier wochen basz *bedenncken, unnd* man es teth, und blib also ansteen.l) Merck. In disem starb herr Bernth von \ Czinnenberg,?) der vom konige het erlangt Straszburg unnd Althaus mit iren zuge- horungen; so erlanngt er es auch, wie sein leiblich bruder zu seinem lebtage die guetter auch solte behalten. So bald herr Bernth todt wer, der bruder schrib an den homeister, wolt er haben seins bru- dern guetter, er solte kommen und sie einnemen. Unnd dem ho- meister wart disz gefunden in seinem vornemen unnd schickte von stund an 600 man und liesz sie einnemen und die seinen trösten, er het nu Preussen ganntz hinweck. Capitel VI. $ 1. Wie es nach disem an ein offenbaren krieg gienng auf den bischoff allein. In disem jar und sobald der homeister die® guetter het einge- nomen, der‘ bischoff von der Coya alsz seinem gleichen am tag Lamperti° entsagte Nicolao, dem bischof von Heilsberg.?2) Der konig a) und sie nahmen es an B, b) des h. Berentz von Zinnenberg B. c) Laurenti B. a. t. 1. fehlt C. 1) Nach der Danziger Chr. v. Pfaffenkr. a. a. 0. S. 685 sind nicht die Städte, sondern die „hofeleute“ im Niederlande mit dem HM. unzufrieden, Vun einem Stände- tage, von dem Gr. spricht, weiss die Chronik nichts, 2) Danz. Chr. vom Pfuffenkriege a, a. O. 5. 685, deren Bericht Gr. wieder ausschmückt, 8) Danz. Chr. v. Pfaßenkr. a. a. O. p. 685.
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Tract XVID. Cap. VLS2. 335 ausz vorbitte der Teutschen heusser im reiche wolt dem *homeister *fol. 591b. nit entsagen lassen, wan sie hetten im gelobet, er solt im seinen eydt thun, oder er solte ir homeister nit sein in irem ordenn.) Unnd es quam ein Polnischer fursst genannt Bilyan*?) mit 7000 man; und alsz er quam vor Marienwerder, er begerte, man solte in vor lassen ziehen, er in gelobte vor allen schaden; sonnder die auf Marienwerder wolten in ein namen machen unnd sie es im versagten. Darumb er quam und sturmete Marienwerder unnd ge- wan stat unnd schlosz unnd es auszbrannte,) idoch die thumkirche er nit konth gewynnen, wen da waren auf die burger und das beste volck mit den guttern. Von dannen er zoch auff Wartenborg, Gut- stat, Seburg, Rissell unnd uberall wart abgeschlagen, sonder die von Wormdit?) liessen in eyn unnd sich im ergaben, Melsack mit fewer- pfeil[en] er ausbrante ganntz und gar, die Frauenburg er inne hette®) und seine pferdt in der thumkirche stallete und sich vor den Brauns- berg legte unnd sie sturmmete, *sonnder got unnd sanct Andrest in *fol. 592a. hulff, unnd sie ir viele erschlugen. Die andern zogen unnd legten sich vor Heilsberg und sturmten stat unnd schlos, sie kunden es aber nit gewynnen. Unnd zum letsten der bischoff begerte zu tagen mit dem konig, unnd der konig liesz es geschehen, wenn er sach wol, unnd man im kein hilffe tet, wie er sich versehenn hette. $ 2. Wie der homeister die seinen versamelte unnd wolt den bischoff retten. In disem jar unnd gezeiten der homeister versamelt all seine mannschafft und fant in die 15000 man. Dise lagen umb den Heiligenbeihel unnd ritten ins ordenns lanndt auf die futterey, und a) Bilioryn C. b) u. s. A, fehlt C. 1) Hiervon weiss Gr.’s Quelle nichts. 2) Johann Byali und Johann Zieliezinski waren nach Dlugoss II, 572 die An- führer des polnischen Heeres. Ihre Namen erwähnt die Danz. Chronik vom Pfaffen- kriege nicht, 3) Nach der Danz. Chr. vom Pfaffenkriege schossen die Bürger vom Dom aus die Stadt in Brand. Ss. r. Pr. IV, 685. 4) Daunz, Chr. v. Pfaffenkr. a. a. O. 5) Ebenda S. 686.
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*fol. 592b. *fol. 593a. 336 Traet. XVII. Cap. VL 83. tetten uncristlichen schadenn, wan sie musten auf ir eigen zerung ziehen, unnd war under dem volck ein mechtig ungedult, warumb man sie also beschwerete, und denn b. dreworte sagten. Disz quam vor den homeister, und von den b. er wart vermanet, er solte sich anders bedencken. Und es geschach, den adel er auf die schlosser satzte, die burger und paur er heim liesz* ziehen *in aller tausennt teuffel namen. Mit 200 man er zoch zum bischoff!) und wolt mit im reden; sonnder das lattein war dem bischoff gelesen, wann der homeister wolt vor sich stat unnd schlosz Heilsbergb bemannen, in umb sicherheit willen wolt gen Konsberg schicken.?2) Darumb der bischoff wolt im nit red steen dann durch schriffte, wen er lege am feurigen febris.° Maryenwerder. Den sonntag nach Michaelis?) die burger, unnd wie sie weren auf der thumkirch zu Marienwerder, in der nacht quomen vor Marienburg unnd triben ausz dem rosgartten 200 pferdt. Die vom schlosz Marienburg in nach und nomen in die pferdt wider, und sint dem mal sie Vincencio Kielbaza, irem administrator, nit wolten geben seine bischofflichen zinsser, er baute plockheuser vor die thumbkirche unnd sie mit der zeit zwang, und sie sich geben musten; und werlich er sie nach disem gantz unbarmhertzig regierte mit den seinen. $ 3. Wie des ordens volck begertte *zu tagen mit des konigs volck umb vertragung der sachen. Der homeister sach, wie sich seiner nyemanndt annam, er es mit den seinen durchtreb, damit sie ein tag begertten; unnd er wart in gelegt gem Elbingk auf den tag Ursule,®) und da lanndt und stette des bischtumbs unnd des homeisters sich verwilleten zu diennen dem konig von Polen, man solt in ein anndern tag setzen, in wolchem a) anheim A, b) H. fehlt A. c) vorigen fehres A. hitzigen fieber C. 1) Die Danz. Chr, a. a. 0. S. 685 spricht von 150 Pferden. 2) Dass Bischof Nicolaus das belagerte Heilsberg verliess und sich nach Königs- berg flüchtete, sagt Dlugoss II, 578 und Schütz fol. 366. 3) Sonntag nach Mathaei (27. Sept.) nach der Danz, Chr. v. Pfaffenkriege Ss. r. Pr. IV, 685, deren kurzen Bericht Grunau ausmalı, 4) Die Danz. Chr. 8, 685 giebt denselben Tag, bezeichnet ihn aber als Elftausend- Jungfrauentag, (21. Octbr.)
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Tract. XVIH. Cap. VL 83. 337 sie komen mochten und sich verschriben. Unnd wiewol sie es auf vorteil tetten, dennoch gleichwol der tag war in gesatzt gen Thorn unnd war auff Nicolay, und der fride wart in gehalten nach irem beger. Der tag quam, nyemanndt vons bischoffs wegen war da, noch von des homeisters wegen.!) Die Polen huben wider an zu bornnen und zu morden, und man griff auch den orden an, die da wonten auf den grentzen des bischtumbs alsz umb Bartenstein, Neydenburg, Passenheim?), und des bischoffs und homeisters volck begerten ein tag zum Elbing. Und er wart in gesatzt auf Epiphanie, und sie quomen unnd sich *entschuldigten mit vielen lugnen, wie *fol. 593b. man sie versichert hette, und der konig von Ungern solte die sach entscheidenn zu Olmütz in Merhern, darumb sie weren nit gestannden zu Thorn. Darauff antwurt des konigs teil): und ist das nit ein wunder, und ir so kynndisch seit unnd ir mit lugenen uns meint zu toren, unnd in kurtz euch sey fride zugesagt bisz auf liechtmesz nechst zuzukomen, und dise zeit euch bedenckt und thut mit eurm herrn unnserm erlauchten konig eur pflicht, ader [wir] wollen es mit euch bisz auff den letzten man setzen; unnd zogen so weck. Liechtmes quam, unnd nyemandt vom ordenn unnd dem bischof ein wort seiner meinung liesz mercken,#) darumb man entsagte dem homeister unnd beschrib 10000 man. Dise entsagung der homeister den seinen vorlegte unnd sie fragte, ob sie im wolten beystanndt thun, unnd sie im antwurten, sie hetten kein wissen umb das an- heben, sie wusten im kein hilff anzusagen; das er sich wolte in pfaffensachen stecken *unnd so ein namen mit irem blute machen, *fol. 594a. ir synn unnd will nit wer; sie in beiten, er thet dem konig von Polen nach laut des ewigen fridenns.”5) In disem der homeister wart zornig und rannte vor Heilsberg unnd schlug die Polen unnd gewan in abe ein pasteye mit 30 mennern®) unnd 20 buchsen, in von den stetten Danntzig [und] Elbing gelihen; und die ander Polen auff unnd erschlugen im seer gute b. unnd edelmenner. Er beriet sich mit &) seine pflicht B. C. 1) Danz. Chr. v. Pfaffenkr. a. a, 0. 8. 686. 2) Zusatz Gr.’s 3) Danz. Chr. v. Pfaffenkr. a. a. O0. S. 686. 4) Ebendort. 5) Hiervon weiss Gr.s Quelle nichts. 6) Nach der Danz, Chr. a. a, O. nimmt die Besatzung von Heilsberg die Ver- schanzung der Polen, Simon Grunau II, 22
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338 Traet. XVII Cap. VI. 81, dem bischoffe, unnd es wart gewegeth,‘ sie hetten kein hilff, unnd in ir volck wurt abgeschlagen, sie musten dennoch gleichwol darann, wen den Polen queme alle tag me volck zu; und es beschlossen unnd sich verschwuren zu schworen, aber nit wie der konig wolte, sonnder wie sie wolten, und der orden sollt behalten Strasburg unnd Althaus. Umb des willen unnd sie gaben fridesburgen, auf Johannis ausz- zuziehen und dem konig zu schweren, und die Polen reymeten das bischtumb und sich legten umb Marienburg und waren den pauren seer schedliche geste in iren guettern. Capitel VII “fol 594b. $ 1. *Wie die hadermacher zum konig zogen und im schwuren nach verterbtem lande. Im jare 1479 auff Johannis quam der homeister unnd der bischoff Niclaus gem Elbing mit geleit unnd wolten zum konig. So zoch der homeister in schwartz Lindisch®,l) der bischoff in rot Lindisch, des kunigs stette in braun Lindisch gecleit unnd funden den konig zu Peterkau. Der konig in versamlung der seinen hielt disz beiden ir untrew® vor, und sie boten gnade. So war dem homeister vor- gestalt der eidt, den er schworen solte, und er wolt es nit thun, sonnder er wolt Strasburg und Althaus behalten? und schworen nach seiner tichtung; disz wolt der konig nit angehn. Dem bischof wart der eydt vorgestimpt und er in ohne widerrede knieende nach- sprach, und der konig im vergab seine miszbrauchung unnd machte mit im concordata. Alsz disz der homeister sach, er schray: o Judas, was hastu nur gethann?). Und alsz die concordata mit dem *fol. 5953. bischof gemacht, *er zog eylennde heim, wen der homeister in viel- mal suchte offentlich zu erstechen unnd wolt auch nit schworen, wan er sich noch auf den konig von Ungern verliesz. So quam in a) gewegerth A, bewogen ©. b) Lundisch B.C. c) h.d. beiden v. er antwurt A. d} haben A. 1) Danz, Chr.v. Pfaflr. Ss. r. Pr. a.a. O, Lindisch ist das im späteren Mittelalter viel gehandelte Londoner Tuch. 2) Vgl. Danz, Chr. a. a. O. p. 687, deren Bericht Gr. wieder mit seiner Phan- tasie bereichert.
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Tract. XVIH. Cap. VII. 8 2 339 die Polnische Neustat!) ein botschafft mit 300° pferden vom konig von Ungern; under anderm antragen disz eine war, und seine kon. maj. nit dorste gedenncken, und er ein pferdt umb des homeisters von Preussen wegen satlen wolte. Da erst erschrack der homeister unnd die seinen unnd mechtig botten, der konig aber sie nit wolte hören und liesz sie im ymmer nachziehen, und sie dieweile ver- zerten rosz und gewhor. Und mit aller nott die Ungerische bot- schafft nach vielem bestossen erwarb vom Casimiro dem konig, und er aufneme den eydt; und da muste sich der homeister verschreiben, wie die Polen wolten, und quam heim mit boser gedult und war all sein tag ein wunderlich mentsch auf die seinen, das sie im nit hetten wolt beystandt thun, und im selber fluchete und den bischoff Nicolaum verretter” nente. $ 2. *Wie da lautten die concordaten mit dem bischoff von fol. 596b. Heilsperg unnd dem konige. Die?) kirche von Warmia das ist das bischtumb vonn Heils- berg mit seinen bischofen und capitulares von diser zeyt und fort- me sollen den hern konig und sein reich von Polen vor iren hern pattron und stiflter erkennen unnd beschutzer wissen zu ewigen zeitten. Ein igelicher zukunfftiger bischoff von Heilsberg soll inwendig 12° wochen, so er hatt erlanngt vom babste confirmacionn, dem heuptman auf Marienburg®) ein eydt der underthenigkeit im namen des konigs schworen, unnd da sollen bey sein die Thornner, Elbin- ger unnd Danntzker, und den eydt in schrifften lassen. Forderlich er soll schworen, damit er in kein verbunthnus mit Jemanndt soll gehn one sonderliche erleubnus des hern konig vonn a) 400, B. C. b) verretterte A, B.C. co) 16 A. 1) Die Verhandlungen fanden statt in Neustadt Korczin. Vgl. Diugoss II, 583 und Danz, Chr. v. Pfaffkr. a. a. O. 2) Gr. hat die Urkunde des Bischofs Nicolaus vom 15. Juli 1479 (Dogiel IV, 182-184) vorgelegen; er theilt deren wesentlichste Bestimmungen mit. 3) Gr. missversteht die Urkunde. Nicht dem Hauptmann v, Marienburg soll der Bischof eventuell schwören, sondern einem vom König bezeichneten Bischofe in Gegenwart des Hauptmanns, 22°
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*fol. 5968. *fol. 596b. 340 Tract. XVII Cap. VII. $& 3, Polen. Unnd so es queme, wie ein bischoff von *Heilsberg wer ver- gessen seiner ehre unnd wolte thun wider die pflicht und wolte hann- deln wider das reich von Polen, eim solchen sein unnderthann nit sollen helffen unnd durch disen vertrag erlediget [sein] ires eydes in dem. Alle thumbhern und voigte sollen zum ersten dem herrn konig schworen unnd darnach alle 10 jar* dem heuptmann auff Mariennburg.}) Wiewol sie ein sonnderlichs privilegium haben, unnd sie mogen ein bischof erwellen auch allein von irem mittel, so sollen sie doch ein solchen erwollen, der da ist in gonnst des konigs. Der bischoff unnd sein capitel sein schuldig, dem konig zu helffen in seinen streiten nach vermugen, so die feinthschafft in Preussen sein wurde?), unnd des konigs volck sollen offen sein ire stet unnd schlosser zu irer nothwore. Unnd es queme, wie die underthan des bischtumbs wurden beschwert in einer sache, wie sie were, der beschwerte solte frey macht haben, sich auff den hern konig zu beruffen, one wust und wille *des bischoffs ader des capitels; unnd der die sache verleuszt, der richte dem andern seinen schadenn. Dise stuck alle beschwur und verbrieffte bischoff Nicolaus unnd sein capitel unnd zogen heim und hetten ein wust unnd ver- derbt lanndt zu lone vom kriegen. $ 3. Von eim bosen handel der soldner, die von ungedult quam der Preuszen, und eim hosz vornemen des koniges. Bylyayn?® unnd sein volck solten ausz Preuszen; es war in aber nit gar eben, wenn sie funden, wie ire eltern unnd vorfaren im grossen krieg waren sehr reich gewordenn, itzunt aber sie nichts hetten, darumb im Colmischen lannde sie sich aufs roben gaben und a) a. j. B. b) Bilian des koniges heuptman B. Bylialyn C. 1} Gr. verwirrt hier die Bestimmungen der Urkunde, Die Prälaten sollen nach derselben binnen Monatsfrist den Eid in die Hände des Bischofs und des Capitels ab- legen; die Vasallen schwören von zehn zu zehn Jahren in die Hände königlicher Com- missare, . 2) Der Bischof verpflichtet sich zu Hilfeleistung, falls der HM. nicht schwören oder den König bekriegen würde. Dogiel IV, 184. nv
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Tract. XVII. Cap. VI. 83, 341 werlich mechtigen schaden tetten, gleichwie es feinde weren. Von disem die Thornner und das bischtumb Colmensee den grosten schaden nomen und ir mechtig viele umbbrachten und auch viel von den heuptleuten und sprachen offentlich: *es wiert nit ehe gut*fol. 597a. in Preussen, wen man nu alle Polen erhennckte am galgen und man sich wider zum creutz gebe, mit wolchem man mag dem diabolo widerstehen; und man wolt sagen, wie etlich noch me gereth hetten. Und die Polen disz vor den konig brachten unnd die sach hoch anzogen. Der konig Casimirus im jar 1480 Epiphanie auf iren jar- marckt quam mit 4000 raisiger gen Thorn und hielt rat mit den seinen, was er mit den Thornnern solt angeen umb solcher sachen, wie sie weren angetragen. Die Polen rieten unnd baten, man solte sie plundern und sie in die Polnische stet und flecken versetzen unnd in Thorn Polen zu einwonner machen, unnd solches boses rats viel. So war da Gastioldus, ein mechtiger bayor ausz Littaw, diser sprach: herr konig, wierstu disz thun, so wierstu dir ein un- getraw volck machen in alle deinem reich; wen du bist einzogenn wie ein freunth und du die sachen nie bewert hast aufgenomen?; unnd so disz plindern geschehe, man erst spreche, unnd die Polen diebe weren, und denne die Preussen rechtlich das cereutz suchen» wurden. *Ob du wol die Thornner verseiztest, du hast damit nit *fol. 597b. alle Preussen vertriben. Du weist es wol, unnd solche sachen haben die Preussen gezwungen mit den b. zu streiten, und sie dich auf- nomen; und sie von dir mit eim solchen wurden uberfallen, es steet zu besorgen, sie dir machen zu schafen immer me. Es ist nattur- . lich, unnd ein igclicher umb das seine redet, das im zu unrecht ge- nomen wiert; es sollen sich billich deine ritterschafft lassen an irem solde genugen und unschuldigen nicht das ire nemen; unnd solcher worte mechtig viel. Unnd der konig stalte seinen syn ab von den Thornnern. Pestilencia® In disem jar in der fasten, alss der konig noch zu Thorn war, und viel volck ab und zu zog, die pestilencia quam ihn Thorn wider die nattur des landts und fortan in das ganntze lanndt, und wart ein seer mechtiges sterben unnd war nit ein hausz im lannde, in welchem nit zwe tote waren, und werte bisz auff den wynnter, welches das landt vollen verwusten teth. au.d.d.s.nb.h.a. fehlt B. b) suchen fehlt A. c) i. m. wird von A.B,C. zum folgenden Satze gezogen. d) In A. folgt anf die Ueberschrift Pestilencia der $ 4, erst darauf der obige Abschnitt. Die Ueberschrift zeigt, dass dereolbe vor $ 4 gehört, wo er auch in C. steht.
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*fol. 598a, *fol. 5986. 342 Tract. XVIH. Cap. VIL 8 4. $ 4.” Wie ein armer gesell sich vorburgtte, sein weib nurn mit gutten wortten zu straffen, und hilts. In disem jar im lannde zu Preussen in einer stat wonte eine seer reiche witwe, unnd die eine tochter hette schon und lieblich, wolche sie mannchem gutem geselle versagte, angesehen und er nit sich wolt verburgen, das er sie nit wolt übel handlen, sonnder sie gebrech,® wie mentschlich ist, er sie mit guten worten strafte. Von eim solchen vorsagen die mutter *wart zue wortte gesatzt mit der tochter, von wolchem mutter unnd tochter die leutte übel handleten in schelden unnd fluchen, und quam so weit, damit bose leutt die mutter nannten: fraw roffeteufflin®, unnd die jungkfraw: cratzeteufflin. Von disem zunamen die bede unsinnig? wurden, sint dem mal sie von gutem geschlecht unnd reich waren. Die iren retten ein armen gesellen an, der auch von guten freunden war unnd® das seine ver- schlemet hette; und diser umbs gutten willen die jungfraw freyete unnd sich verborgte, zu straffen mit guten worten. Nach der wiert- schafft eins dem andern sein gebrechen, die doch alles mentschlich waren, vorhielt, der man torst aber nichts sagen, und er het sich verburget, nit zu fluchen die fraw. Die mutter erlanngte auch ein freyer, unnd damit sie des’ herrn gebot hielte, sie nam ein mann unnd dem edem® unnd der tochter das ire gab; und sie wichen ausz dem hause. Alsz sie nun abgesonndert waren, der geselle sich zue zeitten versach und thet wider seine verburgung, und die cratzeteuffe- lin zu zeiten? das har, zu zeiten braun und blaw beweisete, von *wolchem die burgen sich ernst gegen im staltenn, unnd es wart ja verrichtet. Der geselle het seiner muter bruder in der stat, der war. ein priester unnd magister unnd prediger. Zu disem er quam und im clagte, wie in seiner frawen die mentschliche gebrechlicheit zu grosz wurde, unnd er umb verburgung willen nit torste artzney pflegen. Der prediger sprach: lieber ohme, mir ist leidt dein unfal, ich es wol von anfang sorge hette ein solchs; so mustu ja die burgen nit betrieben, unnd mein rat ist, und du in diser sach pfaff wurdest. Dem geselle disz frembde war und fragte, wie ein solches mochte gescheen, und der prediger im alle ding verzelte und underweisete und gienng von im weck unnd im ein tag auszersahe, in wolchem er sein ampt mechte anfahen. Unnd es sich wol schickte, a) 5 4 fehlt B, b) sie was vorschuldet C. c) ruffteuffelin GC. d) sehr zornig C. e)d.a, v. g.&.w. u fehlt C. NDder A. C, g) eydam ©. h) beszweylon C.
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Tract. XVDLL Cap. VIL $ 4. 343 wie einmal im sonntag die fraw cratzeteufflin, sein weib, umb 8 uhr noch auf dem bette lag unnd schlief. So quam der gesel ausz der kirche heim und gibt der magt 1 scoter, sie solte in die kirche gen und solt *liechtlein aufstecken unnd solt dabey pleiben, *fol. 59a. bisz sie verbrannt weren, wen er het also gelobet. Die magt es glaupt und ginng hin. So nam der geselle ein reibtop vol mit botter unnd in ins feur satzte unnd sie* bald zugienng?; die putter er gosz in ein messigkessel unnd zog ein weisse badekappe an unnd nanı umb den halsz ein roten windelbandt wie ein stol und ein cleinen sprenngel in die hanndt und also in die camer trat. Unnd sobaldt in sein weib siehet, sie sprach: so teuffel, bistu pfaff worden? Der man sprach: adjutorium nostrum in nomine domini, und wirfft das oberbette vom weibe und fint sie nacket ligen und sie mit der lingken hanth vest hielt unnd mit dem sprengel in die siedende butter tunckte und sie besprengete singende: Asperges me domine. Zum ersten die frau fluchte unnd in ubel hanndelte; der man vor und vor sang: Asperges, unnd was darzu gehorte, Die fraw merckte, wie sich der man nichts annam ires fluchenns, sie viel in fuge unnd sprach: danck hapt, lieber man, thut mit mir, was ir wolt, ich hab es umb euch unnd got wol verdient; *solche unnd viel annder die- *fol. 599b. muttige worte die fraw furte. In dem der gesang Asperges war ausz, unnd der man nam sie in den arm, damit die haut daran plib cleben, und sie kuste auff den mundt und sprach: Pax tecum, unnd gienng so weck; me er nichts tet noch sagte. In dem quam die mutter und die magt von der kirche und funden, wie man geweihet het, unnd die mutter es den burgen clagte, sonnder es wart erkannt, und er sie mit guten worten gehandelt hette, unnd plib also. So weisz ich nit, wie es auszquam, und der prediger solt es den gesellen gelernet haben, darumb fraw roffeteufflin® dem prediger die gantze stat zu feinde machte und im vil schmabeit und lugene zutrachtet. Von disem aber wegen einer schentlichen weise! der prediger sich einmal in seiner predig beclagte, wie man im grossen gewalt teth unnd in beluge, unnd sprach: und so es denne so were, und ich ein armen gesellen het gelerneth, wie er ein hure solt from machen, ich im solchen seer cristlich gehanndelt hette. Und quam in diser clage und entschuldigung, [und er] das erschrecklich wort aller fromen alsz°: hure hure nannte. In disem ein ersamer *fol. 6008. a) er A. b) und lies sie zergehen C. c) ruffeteuffelin C. d) aber w. keiner sch.w. A. e) das er vil ınal das (allen fromen mennern) erschrecklich C,
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344 Tract. XVII Cap. VOL $1 rat nam den prediger vor und in straffte uber seine unbescheidene wortte vor den jungfrawen in der predig gethann, da er vielmal: hure, hure het gesagt. Alsz aber der prediger wolt wissen, wie er solche personen solte nennen, sie sprachen, er solte sie bose heut” nennen. Und der prediger verordnete? seine sache, wie er wuste; und in eim gar loblichen feyrtage er sprach in der predigt: liebes volck, unnd ich mich gegen eur lieb beclagt habe, wie mich eine fraw böslich zur rede setzet, in wolchem clagen ich vielmal das bitter wort: hure, hure genant hab; so hat mich ein ersam rath umb der wort willen gestraft unnd mir entplost, so ich die meyne, die mich also berichtiget hat, ich sol sie nenne ein bose hauth; o werlich, uud disz ist war, o sicher, und disz ist bewerlich, und fraw roffe- teufllin,° mein widersacher, ist ein bose haut, wiewol itzunt 40 jar lanng sie von rothern, kauffleuten, creutzhern und pfaffen geger- bet ist; demnach gleichwol der teuffel, wiewol er ein tausentkunstiger *fol. 600. ist, so kunth er ihm doch nit ein*par schuch ausz der bosen haut schneiden. Unnd mit solchen worten er gieng vom predigstul unnd fur ausz der stat in sichere stelle. Unnd disz quam ausz disem Asperges me. . Capitel VID. $ 1. Wie es nit rath Ist, und man ein dieb vom galgen abbittet. - Im jare 1481 zu Danntzke ein jungling war von reichen eltern, diser sein grosz gut in kurtzen tagen verzerte und sich be- ludt mit einer peccatend, genant der guldin esel. Von® diser, wie *fol, G0la.man sagte, er wer angehaltenn, und er eim ratman einbrach *unnd ein mercklich gelt nam; unnd die wache in nam unnd in wie ein dieb einsatztenn. So wust man wol, und er nit besser wurde, man liesz in beichten unnd berichten unnd man wolt in lassen henngen. So war zu den grauen monchen ein gardyan, ein verhaltner man, ein tauffpade des vatters dises diebs, unnd er bat ein ersamen rath von Danntzke umb disen jungling umb seines vattern willen, er wolt in versuchen, wen junglinge weren wol umbzubringen,f er wolt in mit der zeit in den orden cleiden. Der rat war schwer zu disem, idoch angesehen unnd der gardian guter leut kindt war, sie es im a) leut A. b) verantwortte C, c) ruffeteuffelin C, d) sünden C. e)und A. f) umbzukeren B.
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Tract. XVIN. Cap. VIIL $ 2. 345 nit wolten versagen und sprachen: vatter gardian, so diser dieb mit der zeit ein schaden tetb, an wem solt wir in suchen? Er sprach: der schade gehe an mir ausz. Unnd der rath gab im denn dieb, und er wart ganntz gutwillig im closter, und man gwan zu im ein guten geist, der gardian im all sein gut vertrawete. So weisz ich, wie er einmal nit wol gehandelt hette mit dem gulden esel, unnd es quam vor den gardian, und diser in strafte *unnd sprach: gehe *fol. 601b. in galgen und beisz* diebe abe. Disz wort im nahe gienng, idoch auf arges er sich rawlich stalte, und es wart mit der zeit vergessen, und er gewann den vorigen glauben. Und es quam, wie in kurtzen tagen der gardian von Dantzke custos wart über die closter seins ordens in Preussen, unnd er muste gehn Thorn ziehen; und so die grau monch nit waren reformirt, vile kauffleut im gelt tetten etlichen burgern von Thorn vor korn, in die 3000 mark an gutem Ungerischem golde. Disz alles der dieb wol wuste. In einem mor- gen frue der gardian seinen compan voraus liesz gehn und er auf dem wagen sasz, unnd sein treiber war der vorgemelte dieb. Alsz nu der gardian unnd sein knecht ausz dem thor faren an der Ra- daune auff nit fere von der stat, der rosztreiber liesz die geisel mutwillig fallen und steigt abe und hinder dem wagen sie aufhept. So zeigt? er von scheide ein Janng messer, tilitz genant, unnd dem gardian das heupt mit von einander spalt, alsz er sasz unnd lasz im buch, *unnd nimpt das gelt unnd das sattelpferdt und quam gen *fol. 6028, der Lawenburg, unnd da er harrete nach seinem gulden esel. Das geschichte quam ausz, wan der gulden esel es selber sagte, unnd man zog hin und in da wie ein morder forderte,° unnd disz waren seine letste wort: wolt gott, und ich alle die so het gemordt, die mich? vom galgen erlosztenn. $ 2° Von eim, der da rubricken über die gebet zu viel vertraute, und seinem ende zum ergsten.‘ In disem jar unnd auch disz geschach, unnd ein man, alsz man sagt: mit dem Donat vor den ars geschlagen, ausz was geiste a) SoA.B.C. b) zeugt BC. c) furten A. d) inA. e)$2% fehlt B, f) Wie ihm eyner ein gebett ausserkohren hatte, das er nit todtlichen sundigen kundte C.
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*fol. 602b. *foL 603n, 346 Tract. XVIU. Cap. VIU. 82. niemant weisz, und er het im ein betlein auszerkoren und disz feste glaubte, wer es alle tag spreche, der kunde nit tottlich synndigen, und man in auch nit kunde fanngen, wunden, in das feur, das wasser nit kundte totten, und solcher narheit vil. Unnd furderlich er disz hielt, und er unsichtlich” were und 30 tag vor seim ende er die engel wurde ansprechen, und sie im sein ende wurden offen- baren. In solcher torheit er seine tage zubrachte, unnd im *ent- gienng sein narung, und wart so arm, damit er anndern leutten das ire nam. Die burger aber unnd alles volck in seiner stat in kann- ten und mit im ein leiden hetten, wann er nur nam, was im noth thette; unnd wiewol man im nachlieff unnd in schlug unnd es im wider nam, so schwig er doch stets stille, wan er globete, wurde er reden, so wurde er sichtigk werden. Und in disem er genosz seiner frommigkeit, wen sie in erkannten wie ein andechtigen man. Idoch es war zu vil, unnd man het in heissen weck zieen in ein ander lanndt, unnd er es auch teth. So quam er in ein annder stat und erlanngte herberg bey einer armen witwe, unnd die sach seine an- dacht an und simplicheit unnd im vorreichte, dieweil sie was hette. So gienng er mit der zeit ausz und nam was theures in der mey- nungk, das er mit der frawen ein weile zu zeren hette, unnd die fraw sich forchte unnd es offenbarte, und man in griff unnd furte in an den galgen. Alsz er nu sach, wie es sein solte, er ver- seufftzet *unnd sprach: ach gott, unnd ich habe hort sagen, unnd wer der schrifft volget, der solte nit übel faren, sonnder ich bin in disem betrogen. Darauf der hennger sprach, wie er wer durch die schrifft betrogen. Der man hub an unnd es im alles verzalte, wie in seinem betbiechlein mit rotter schrifft weren solche und solche genaden beschriben dem, der da wurde die gebet sprechen mit an- dacht, und im alles verzalte. Darauf sprach der hennger: hettestu auch gethann, wie da stet geschriben, so werestu wol gefaren; sonnder es stund da nit, und du soltest stelen, unnd darumb die schrifft übel verstannden; dir® ist ein ursach, und du bist zu dem galgen gegangen und nit gefaren; unnd im sein recht teth. 2) unsinnig. A, b) dis C.
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Tract. XVII. Cap. VII. 83, 847 8 3. Wie eine katze vile geste totte im schloffe in einem kruge zu Rossitten. In disem jar im wintter ein solches wart gefunden auf Sam- landt. Im wege, als man zeucht in Lifflannt, leit ein lischke* Rossitten genannt, da war ein krug, in wolchem *viel wannderleut *foL 603b. pflegen zu ligen umb bequemigkeit willen der strassen; und es quam in disem wintter, der da seer gut war umb zu ziehen, und viel menner in der nacht plutzlich sturben, und niemandt wuste wovon. Von disem der krieger wart vorgenomen, ob er vielleicht das bier vergifft hette, und man kunth nit darauff komen. So musten da zuzien Leifflendische kauffleuth, unnd die machten ein wache under in auff dise sache unnd sie mit nichten truncken. So quamen auch die Samaiten, unnd dise sich auf die streu legtenn unnd schlieffen; die Leifflender wacheten mit vielen liechten. So war eine grosse mechtige stube mit dhelen unden belegt, mitinne war ein grosse stutze, die denn halcken hielt, der war halb gebrochen; under wolchen stutzen ein loch war, in wolchem eine mechtige krotte lag, zu wolcher quam mautzende eine katze im hausse und sie lecte eine lange weile, nach wolchem sie gieng aufs stro, da die Samaiten schlieffen, vor ir *angesicht unnd stundt da eine weile, sich mit irem adenı *fol. 604a. erlustigende; darnach wie praustende sie speute® in unnder ir augen und gienng von eim zum andern. Im morgen man fanth die Sa- meiten todt, unnd dise kaufflleut es dem pfleger ansagten, wie es gefaren were. Unnd man brach denn baum weck unnd man fant die krotte unnd man liesz die katze darzu, unnd sie leckte, unnd ınan nam einen gefanngnen, den man solte tetten, und disen folseffte“; unnd er schlief, und im schlaff man satzte im die katze vor den mundt, und sie teth in aller weise, wie in der nacht were geschehen; unnd man fant in tot. Von disem erst die warheit war erkanth, unnd der pfleger die katze unnd die krotte in eine thonne liesz tbun unnd zinth den krug an und in verbrannte mit der katze und krote. a) flecken B, b) w. sie speyonde 8. sp. A. c) der wardt foll geseufet B.
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*fol. 604b. *fol. 6058. 348 Tract XVII. Cap. X. 81. Capitel IX. $ 1. Wie und warumb man die b. in Lifflant bin? mit deus laudem und sie mit lischten verschos. In disen dreyen jarn es war seer ein gute zeit in Preussen, unnd man nichts besonders het in Preussen, auch” das man mit *dem vielen banne umbgienng unnd in allen kirchen, die pfarren waren, mit liechten verschos, mit glocken verleutte, mit deus laudem verfluchete die b. von Lifflant, wenn sie iren pattron unnd stiffter, den ertzbischoff von Riga, im gefenngknus haben getotte. Unnd es warl zuganngen in form und weisse, wie babst Sixtus der 4.° in seiner bulle verzelt, unnd die executio wol 12 jar lanng verhaltenn wart umb forchte willen, idoch sie muste ausz und laut in iren artickeln kurtzlich alsot): Annfang. Sixtus bischofl, ein knecht der dienner gottes, zue eim ewigen gezeugnus diser dinnge. Unserm amacht ist disz ein sorgfeltigheit, damit alle kirchen unnd cristine personen in iren rechten ersorgt werden und gehanthapt wider schnede, schalckhafftige unnd trewlose menner, die sich berumen cristlichs namens, geist- liches cleides, und sie doch mit den wercken gleich sein den un- glaubigen Turcken von wegen irer undanckbarkeit auf ire patron und stiffter, *in? wolche sie strefflich ire schnede hennden geworffen haben, ire personen zu morden unnd ire gueter weckzubringen unnd zu partheien, unnd haben sich nicht gescheuet vor dem angesicht unsers gottes. Und sint dem mal sie mit guettern der kirchen be- lenet sein, so gedencken wir solche ubelthetter andern zu eim spiegel mit dem schwerte geistlichs gerichtes zu straffen, unnd wurden sie in disem verstucket, sie ganntz wollen ausztilgen, damit man mag wissen, unnd unns liebet die ehere gottes unnd die gerechtigkeit. Antragen. Vor unns ist gebracht unnd bewert, wie recht ist, wie etwann ein ertzbischoff von Lifflannt, Albertus genannt, in sein lant, da und itzunt Lifllant geheissen, zu im habe genomen geistliche a) Cap. 9 fehlt C,, dariiber bemorkt Henneberger: Das 9, capittel war von der bulla Sixti IV. des bapsts wieder den orden in Lifflandt, und wie er sie bannete umb tyranney willen wieder den bischoff von Riga getrieben; habs nicht wollen aussschreyben. 3 jahr gut zeyt in Preussen. db) bannete B. (bin Prast, v. bannen). c) allein B. d) w. fehlt A, c) der 3. A, was wol nur ein Schreibfehler ist, da C, richtig den Papst als don 4. bezeichnet, am 14 B. f) an B. 1) Gr. giebt im Folgenden ungenaue, entsiellle und durch eigene Erfindungen be- reicherte Auszüge aus der Bulle des Papsies Sixtus IV, vom 19. August 1479, Dogiel, cod. dipl. V, 146 P.
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” Tract. XVII. Cap. IX. $ 1. 349 menner und ritterbruder des ordenns sancte Marie Teutschs hauses . unnd in gegeben das dritte teill von Lifflanndt unnd was sie in zuekunfftigen tagen von den ungleubigen wurden gewynnen. Von disen guettern nach ires ordens stattuten sollen [sie] lebenn und, so es not teth, wider die ungleubigen *die streitte fueren. Unnd *fol. 605b. disz so lange jar ist gehalten wordenn von beden parten. Antragenn. Darnach ist worden Fromoldus ertzbischof. Zwischen disem unnd seim capitel von Riga in eym teile und dem lantmeister der b. Teutsches hauses, seinen streitmennern, des andern teils ist worden ein zwitracht von wegen der stat Riga, wem sie anhorete, wolchem teile sie were benumet im zu- schreiben; unnd igcelich teil meinte, und sie im gehorte, und es mit schrifften meinten zu bezeugen. Von solcher zwitracht wart appelliert vor unsern vorfarn, Innocencium 6., und er die sache beful Francisco, . «ardinal® sancti Marci, zu verhoren; unnd nach gnugsamlichen ver- horen er fant, wie die stat von Riga dem ertzbischoff unnd seim ‚ apitel gehorete. Darumb Innocencius Fromoldum, den ertzbischoff, und sein capitel uber die stat Riga confirmierte zu ewigen tagen, unnd dem lantmeister und seinem orden ein stilschweigen gebot in diser sache zu *ewigen tagen, ein solchs nit zu gedenncken. Nach *fol. 606a. disem starb Fromoldus, und wiert eintrechtig erwolt zu eim ertz- bischoff der kirche von Riga Heningus und bestet. Diser die stat von Riga wolt einnemen unnd die burger zu schworen vermanete wie seiner kirche unterthan. Disem der lantmeister mit seinen b.> vorquam unnd mit vorteil die stat bemannete mit wust und ver- hengnus etlicher rathern und burger und die gemein so zwang, und sie im unnd seinem orden musten huldigen wie irem oberhern. Disz elagte der ertzbischoff Heningus Martino 5. in gott verstorben, unserm vorfarn, und er durch schriffte gebot dem lanntmeister, die stat Riga dem ertzbischoff und seim capitel one widerrede zu uber- antwurten wie das seine. So wart der lantmeister und seine b. so hinderlistig, dieweil die sach bey Martino wart gehanndelt, unnd sie der stat Riga ingemein unnd insonnderheit viele und grosse frei- heiten gaben und verschriben, er mit seinen b., und sich verschwuren die zu halten, alle dieweil sie dem lantmeister geschwornne wurden sein; so sie aber dem ertzbischoff unnd seim capitel schworen, *da *fol. 606b. erst solten die privilegia nichts sein. Von disem es quam, da die schrifften quamen von Martino°, und der lantmeister die sach auff a) Fr. dardurch s. M. A. b) brieffen A. c) quamen Mathiae A.
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*fol. 6078, *fol. 607b. 350 Tract. XVII. Cap. IX. $ 1. die stat Riga schob zu thun, wie sie wolten; die stat es nit ihun wolte und suchten hervor viel mittel der entschuldigung, und muste so pleiben. So wart mit der zeit vom capitel zue Riga eintrechtig erwolt zu eim ertzbischoff Silvester. Mit disem der landtmeister unnd seine b. ein vertrag machten umb die sententz Innocencü 6. und Martiny 5., damit er auf die nyme wolte sachen, idoch der gerechtigkeit der kirchen one schaden. Silvester ausz veterlichem hertzen vermeynte den lantmeister und seine b. bey den worten zu halten und nit bey den cleidern; umb guttes gelimpfs unnd bequemigheit willen er die zwe sententz zurrisz unbefragt sein capitel und die stat, die itzunt .. sich erkante und gutwillig war, den Silvestrem aufzunemen vor iren hern. Sobald die sententz vernichtet weren, der landtmeister der stat, die nu versamelt war nach dem lauth *der composicion, dem ertzbischoff zu schworen, liesz ansagen bey verlurst leibs und guts zu lannde und zu wasser, die einwonner der stat Riga dem ertz- bischoff nit solten schworen. Da erst Silvester erkante, was leutte in schaffscleidern mit iren freuntlichen worten gemeint hetten. Wolch verreterlich hertz und alle sache der b. von Lifflant [er] unns vor- brachte? durch seine procuratores unnd ein erkentnus unnd urtel begerennde [war] von uns, wolchs wir in nit kunden versagen, unnd die sache befulen unserm lieben bruder Oliverio, cardinal unnd bischoff zu Albana®’, zu verhoren von beden teilen. Und er verschuff, den lanndtmeister Bernhardum und 6 seiner b. vor in zu laden und die sache zu verhoren. Inwendig diser zeit, unnd die ladung auf dem wege war, die kinder des evangelischen ehebruchs, Bernhart landt- meister und seine mitgebiettiger, alsz b. Conrat Hartenrot,!) landt- marschalck, b. Dittrich® von der Lagen?) auf Welin, b. Johan Fridach?) auf Revel, b. Gerhart Melkenrodet) auf Goldingen, b. Gerwin Bolder- see!5) auf Aschenrode, b. Thomas *vonn Gotlanndt®) auf Duneborg, a) u, v. der bischof von Riga B. b) Altena A. c) Digrigk A. d) Boldelsche B. 1) Conrad von Hertzenrode, Landmarschall. 2) Dietrich v. d. Lage, C. zu Fellin, 3) Johann Freitag v. Loringhoven, C, zu Raval. 4) Gerhard v. Mellingrode, C. zu Goldingen. 6) Gerwin v, Bilderschein, C. zu Ascheraden, 6) Fehlt in der Bulle bei Dogiel V, 148, wo Gerwin v. Bilderschein auch als Comthur von Dimaburg genannt wird, “-
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Tract. XVII. Cap. IX. 8 1. 351 b. Johann von Salebach!) auf Gerwen,* b. Gilbrecht Lappe?) auff Kerhausen» b. Wimar auf Delwich,3) b. Tristannt° von Dalenborcht) auff Sonnenborg, b. Wymor von Furstenberg®) auff Marienborg und sonnst vil ander comptores und pfleger und verweser, alle b. Teut- sches hauses, mit iren lehenleutten unnd underthann nach iren wortten den bann wolten rechtlich verdienen, und sie auf ein kriegs- weise zogen unnd alle guetter des ertzbischoffs und seines capitels verbranten, bestolen und vernichtten, vile personen in disen guettern wonende sie totten, geistlich unnd weltlich. Sie haben gantz ver- stort Schwaneborg, das mechtige schlos, gebaut an die grenntzen der unglaubigen von den guettern und personen der kirchen von Riga. Darnach sie zogen vor Dockenhausz,6) das schlosz der kirche von Riga, auf wolchem war Silvester mit seinen capitolares und den cleinoten® der kirchen von Riga. Das schlosz sie sturmpten unnd gewonnen, die cleynoth sy partheyetenn *unnd capitulares sie hin *fol. 608. unnd her auf die schlosser versatztenn, den Silvestrem sie auff Wennden im gefenngnus hotten,?) Heinricum, ein edlen bannerhern unnd voigt der kirchen Riga,d) sie vierteilten, die annder gute leuth® sie ermorten unnd grosz triumphirten von disen. Antragenn. So war zur zeit bischoff zu Revel einer, Simon* genannt, des landtmeisters vatter bruder son.) Disen sie machten zu einem ertzbischoff unnd im zueigneten, was sie wolten, von dem andern er sie quittierte. Damit aber Simon, der eingestossene ertz- bischoft von Riga, guetter hette, er einnam alle gueter des thum- brobstes von Riga, Gregorii Hollanndt, unnd des capitels prediger, a) Gertwenn A. b) Kroghausen A. c) Cristannt A. d) Tockenhusz B. e) kleinoldien B. f} ins gef. legtten B. g) g. lehnleuth B. h) S. einer A. 1) Johann v. Selbach, Vogt zu Jerwen. 2) Engelbrecht (Evert) Lappe von der Rur, Vogt zu Karkus. 3) Wennemar v. Delwich, Vogt zu Selburg, 4) Fehlt in der Bulle bei Dogiel V, 148. 6) Wennemar von Fürstenberg, C, zu Marienburg, 6) Kokenhusen, 7) Dass Erzbischof Silvester in Wenden gefangen gehalten worden, setzt Gr. hin- zu; ebensowenig steht in der Bulle, dass er im Gefängniss ermordet worden sei. Gr. folgt hier der späteren Tradition, vgl, A. v. Richter, Geschichte der dem russ. Kaiser- thum einverleibten Östseeprovinzen. Th. I, B. II, 62. 8) Ueber Heinrich Homperg s. Richter a. a. O. 60. 9) „Secundum carnem germanus“ nennt ihn die Bulle a. a. O. Als seinen Vetter bezeichnet ihn der Landmeister selbst, Ind. corp. histor.-diplom. Livoniae Nr. 2076.
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*fol. 608b. *fol. 6098. 352 Tract. XVII. Cap. IX. $ 1. genannt Degenhart Hilleboldt, die sie hetten von irem vetterlichen anfal; wen sie waren bey unns in des Silvesters sache.l) Weitter Simon, der so gemachto ertzbischoff, unnd Bernhardus, der lanndt- meister, satzten zu thumherren und anndern emptern der geistligheit untuchtige menner, und sie regierten nach unflat zu spote christlichs rechtes, Und was sie mer kunden erdenncken, sie es alles *tettenn unnd waren unverschembdt. Peenn. Wir aber ein solches, wie Silvester, der ertzbischoff von Riga, von den verrettern im gefenngnus getot sey, unnd aller seiner sachen zu hertzen haben genomen, und von ratte unnser ge- liebten b. und cardinalen der heiligen Romischen kirchen willen so haben wir gesetzt unnd geweicht zu eim ertzbischoff der kirche zu Riga unsern geliebten b. Steffan?), cardinal sancti Petri ad vin- cula3), im verleihende allen eigenthum, zu regieren der selbigen kirchen guetter, geistlich und weltlich, unnd im mitte geben den processum und sententz der obgenanten sachen von der b. in Liff- lanndt bosheit, damit sy unnd die iren sich nit dorfiten freyen, und sie nichts von unns in irem übelhandlen haben peinlichs gesehenn ader gehort. In wolcher sententz wir ausz gutem ratte mit gutem gewissen durch dise unser bulle die ungetrewe menner, Bernhardum - den lanndtmeister von Lifflannt, Simonem den bischoff von Revel und itzt eiugestossen *ertzbischoff* von Riga, mit allen verwillern unnd verhegern diser wuettung, wesz stanndts sie sein, unnd wie hoch sie mochten privilegiert sein, nach dem rechten gesatzt im concilio zu Claromont und zu Wien,?4) wir sie thun in den ban und sie verdampt unnd vermaledeiet verkundigen, von wolchem sie niemandt sol entledigen den der vicarius Jhesu. Alle die, die in a) bischof A. b) unnd wie A, 1) Die Bulle nennt nur Degenhard Hillebold (Hikebold) „archiepiscopi et capi- tli — in Romana curia procuratorem causam praedictam prosequentem.‘* Dogiel V, 149. 2) Von der Ernennung eines Nachfolgers des Erzbischofs 8, sieht in der päpat- lichen Bulle kein Wort, Grunau schiebt ihr diese Stelle unter. Sie kennt den Ers- bischof nur als Gefangenen und fordert seine Freilassung, obwohl derselbe bei ihrer Aus- stellung bereits befreit und inzwischen auch gestorben war, 3) Silvesters Nachfolger, Stephan Grube, war Bischof von Troja, nicht Cardinal, vgl. Tell: Est- und Livländ. Brieflade III, 189. 4) Es ist die Kirchenversammlung zu Clermont 1095 und das Conecil zu Vienne 1311-1812 gemeint.
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Tract. XVII. Cap. IX. 8 2. 353 disem handel der verwuttung sein, sein sie geistlich, wir inen alle ire privilegien niderlegen, seint sie beneficiati, wir inen alle ire beneficia nemen, wie sie mochten genannt sein, sint sie weltlich und haben lehenguter von der kirche Riga, sie sollen der berobet sein, unnd ire kinder darzu untuchtig sollen sein und noch geistlichs noch weltlichs beneficium von derselbigen kirchen Riga mogen haben. Das ganntze landt Lifflandt wir dem interdicto underwerffen, Bern- hardum den lanndtmeister mit allen seinen amptbrudern, die in diser sache sein, wir absotzen von allen iren ampten, alle lannde wir in absprechen unnd nemen, wolche sie von belehnung crist- licher herrn *haben, unnd sie irer ersten herrschafft zuteilen unnd *fol. 609b. widergeben, alle vertragung, verwillung, begnadung der kirchen von Riga den b. Teutsches hauses, den stetten, den schlossern, den dorffern, den lehenleuten,® so in disem hanndel sein, wir vernichten unnd zubrechen, [und] vortme als verretter unwierdig sollen sein zu ge- brauchen. Die beschliessung. Unnd es geschee, unnd die vorgenanten in Lifllannt ein newen schaden wurden thun umb des willen, und sie die gefangne nit wurden freyen, die eingenomenen beneficia nit wurden reumen und, was zurbrochen were, nit wurden widerbauen, die genomenen cleinotter nit wurden wider zeugen, sie Steffanum vor iren hirten der seelen unnd bischoff nit wurden aufnemen, wir sie in der crafft des almechtigen gottes mit Dathan unnd Abiron, mit Juda Iscariot, dem verretter Jhesu, vergleichen,’ unnd dem teuffel am leibe zu straffen sie zeitlichen bevelen, unnd wa ein Leifflender *kompt in alle welt, drey tag nach im man soll in der- *fol. 610. selbigen stellen interdict halten. $ 2. Wie es mit disem cardinal Steffano plib in der sachen. Steffanus der cardinal mit geleite des kaysers unnd mit geleth des homeisters er quam in Lifflanndt, unnd mit im erbar botschafft vom kayser Friderico dem 3. Sonnder die b. in Lifflanndt wolten in keinen weg, damit sie Steffanum hetten aufgenomen, alsz sie sahen und merckten, wie sie solten alle ding widerkoren, unnd sich a) lehenguttern B. b) wir sie v. A. Simon Granau II, 23
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*fol. 610b. *fol, 61la. 354 Tract. XVIIL Cap. IX. 83. erbotten umb diser sachen den letzten man zu setzen,® und sie offent- lichen sagten, unnd, so da nit weren brieff und botschaften des hern homeisters, den gemietten bottschafften des kaysers unnd dem cardinal Steffano sie wolten die Dune zu trinken geben; unnd satzten in ein zeit, in wolcher sie solten sich zu schiffe ausz dem lanndt® machen. Unnd es geschach, wie zu Dhunemunde dem cardinal durch bestellung des eingestossenen ertzbischoff von Riga, Simonis, wart vergeben, und er starb auf *see.!) In der stunde seines todes er zuffte die gutte leuth, die mit im waren komen, vor sich unnd in danncete vor iren vleis und sprach: so werlich unnd ich in diser stundt sterben werde, so werlich ich der Leifflender seel gemeint habe unnd nit ir gut, wiewol sie mich damit beschuldiget haben zu unrechte; damit aber alle welt moge erkennen, und got den zu wille ist, die umb der warheit unnd gerechtigkeit leiden, so lade ich heut vor gottes gericht, und neme euch zu gezeuge, den landtmeister Bern- hardum, Simonen den bischoff und alle die b. in Lifflant, die in der sache der kirche von Riga sein ratgeber und treiber gewesen, unnd assingniere in 30 tage zu der busse vor die erste vermanung, 30 tage vor die ander, dreissig tage vor die dritte, damit sie mir und sanct Petro dem apostel, als eim patron der kirche von Riga, autwurt geben und recht leidenn in meiner und in der kirche sachen. Und so starb. $ 3.° Von dem ersten gottesgerichte in diser sachenn. Die im schiffe waren, disz kunth machtenn in ganntz Lifflanndt; viel es nomen zu hertzen *unnd hielten interdietum, darwider war Simon unnd der lanntmeister unnd viele von den monnchen und pfaffen ertrenckten, die da hielte interdictum. Und quam, wie Simon der bischoff die banne brach, unnd alsz er eim eberschweine ent- gegen lieff, er von im mitten von einander wart gehauen?) Im in a) esand.1.m.z.s. B. b) aus Lieflandtt B. c) $ 3 fehlt in B. 1) Ueber den Tod des Erzbischofs Stephan und die darüber verbreiteien Fabeln, denen sich die Grunausche zugesellt, s. Richter a, a. O. 191, Nr. 76. 2) Bischaf Simon starb am 22. October 1492 nach längerer Krankheit, Ind. corp, kist.-dipl. Livon. Nr. 2305 u. 2307. Am 15. October schrieb der livländische Meister an den H3M.: De allirerwerdigiste inn godt vader unnd here bisschopp to
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Tract. XVIIL Cap. IX. 8 3. 355 kurtzen nachfolgten viele lehenleut, unnd zum letsten der lantmeister Bernhardus. Disz horten viel der b. unnd des adels, und sie machten sich auf unnd umb irer sunde willen sie zogen zum heiligen Sanct Jacob, idoch sie nie hin quamen, sonnder dorftigelich? vergiengen, got weiszs wie. Unnd es quam, wie ein compter auf dem schlosse Pernaw, b. Herman von der Porrel) genannt, diser hette bey im vile erbar leutt, und alle gut Weschphalisch (also nant man die ver- folger der geistlichen, die ander, die es mit dem cardinal hielten, Welsch); im essen unnd trincken mangfaltig die geistlicheit da wart gelestert. So waren etlich da unnd sprachen: ir hern, es mag sein, wie im wel, von der ladunng wegen, die capiten sein dahin, alsz Simon der bischoff und der *lanntmeister Bernhardus und sonnst viel *fol. 611b. gutter companns. So war der compter zornig unnd stund auff unnd gienng abe vom schlosse auff ein sprachhausz? und da sprach er zu seinen gesten: ich scheisse in den babst unnd in alle sein priester- schaft, unnd wiert in Lifflanndt nit ehe gut, man hennge dann alle pfaffen unnd monnch, der teuffel unnd nit got hat sie erdacht, den layen das ir abzustelen; und solcher wortte viel me. In solchem quamen siben unbekennte menner geritten, unnd dise bunden ire pferdt nit an; disen von stunden an der compter nach Leifflendischer weise und seine geste den wilkom zu trincken verschoffen. Da huben die teuffel an unnd sprachen: compter unnd ir 6 edelleute (unnd nannten sie mit namen), von gotte wir sein hergeschickt, und ir sollet itzt in gottes gerichte antwurt geben nach dem lautt der ladung Steffani des cardinal. Unnd mit solchen und andern worten, ein igclich teuffel einen erwuschte und furte.e Der compter schrey: umb gottes willen ein priester her, damit *ich moge erclagen meine *fol. 6120. sunde. Unnd die teuffel sprachen: neyn, ir mochtet sie bescheissen, unnd disz ein schmaheit wer. Unnd sie auff die gaylen® wurffen und durch die lufft furten mit eim grausamen zettergeschrey. Unnd die disz ansahen und hortten, haben es andern geoffenbart. Von disen und andern erschrecklichen historien die Leiffllennder nomen a) dorstigelich A. b) So A. c) galgen A. Revall unnd pawestlicke legatt inn groter kranckhet unnd onmacht bevallen licht syne sprake entgangen unnd mith dem hilligen sacramente berichtet unnd ver- waret, also dath to vermodende steit, he der kranckhet nicht genesen werth. D. 0. Archiv. 1) Der Name ist erfunden, 23°
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*fol. 612b. 356 Traet. XVIO. Cap. X. 8 1. es zu hertzenn, wie man sie in aller welt byen unnd verfluchte, unnd sie den b. ansagten, sie solten sy freyen. Von wolchem die b. wolten unverhapt sein, unnd es erstundt ein krieg under in, unnd die b. musten es mit der kirche verrichten. Capitel X. $ 1. Von einer gemeinen tagfart der Polen unnd Preussen zue Thorn. Im jare 1485 Purificacionis Marie!) das ist am tag zur liecht- meszen, Casimirus, konig zu Polenn, quam mit seinem reiche* gehn Thorn in Preussen unnd hielt da ein tagfart, in wolcher er begerte eine hilff auff den Turcken, der itzunt mit dem Wallachen im wer eingebrochen. So sagte im der homeister Martinus zu 500 *raisiger, unnd die Preussen?) von der thonne bier ein firdung,’ von der thonne meth 8 scoter, vom fasz wein 1 mark unnd von igclichem scheffel getraide 1 schilling, der inn kauffte, 1 schilling, der in ver- kauffte; unnd disz solt ein jar steen. Der homeister mit der zeit mit seim volck quam gen Neidenburg, und sein volck unwillig war zum zoge. Von disem der konig wart underricht, und er liesz in heim ziehen, wan die Polen waren in die 2 mal hundert tausennt‘“ starck, und die Turcken quamen nit. Privilegia. In diser tagfart dye Preussen legten vor iren konig ire privilegia, und der konig sie liesz überseen und in confir- mierte, was im gefiel, und in auch me gab nach erkenntnus der seinen, und die Preussen waren content.?) Item in diser tagfart wart auch declariert der ewige fride in den artikeln, darin man ein bekommernus hette. a) reichsrethen B. D) schott B, c) i. d. hundert mal t. A. 1) Die Danziger Chrowik vom Pfaffenkriege Ss. r. Pr. IV, 687, der Gr. das Folgende entnommen hat, giebt das richtige Datum: Sonntag nach Mürfasten (13. März) an. 2) Die Angabe über eine von den preuss. Stünden 1485 bewilligte Steuer, die die Danz. Chr, v. Pfaffenkr. nicht hat, ist falschh Die Steuer wurde erst 1490 bewilligt, s. Schütz 381. 3) Dans. Chr. v. Pfaffenkr. Ss. r. Pr. IV, 688.
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Tract. XVIH. Cap. X. 8 2. 357 Item auch in diser tagfart bischof Niclaus von Heilsberg mit seinem capitel unnd lanndtschaft* *sich dem konig incorporierten zu *lol. 613a. ewigen tagen unnd seinem reiche unnd sich da verschriben mit ein- ander.!) Thornner niderlage. Item in diser tagfart die Thorner er- langten ein privilegium, unnd alle wagen, die ins konigreich von Polen quemen und sie nach Danntzke wolten, sie weren ausz Ungern, Behmen, Merhern und Schlesien, sie solten ire ware zu Thorn nider- legen unnd da kauffen, was in von notten were?) Disz erlanngten sie mit unwillen, wan der konig Casimirus het sich newlich mit den Unngern und Behmen verschriben, die iren in seim reich nit zu dranngen umb newen zol und umb newe niderlage, darumb die staroszten, die Polen, nit macht daran legten unnd lieszen gute leuth ziehen, wa sie wussten.° S 2. Wie die Thorner schaden litten umb ihrer niderlag willenn. In disem die Thorner das ander jar darnach 1486 auff und funden wol 16 wagen Niernberger, Behmen und, wie sie waren, und sie zugen nach dem Nackil. Disz war *zu der zeit die rechte *fol. 613b. strasz nach Danntzke in Preussen. Nackil hette in versatzung zu der zeit vom ertzbischoff von Gnysen Stasku?® Jawrowitzky, und diser het itzunt von den wagen den zol genomen. So nu die wagen gienngen nach dem Tauchel, die Thornner überfielen sie unnd nit wie geleitzleutli sonnder wie rober sie anfielenn, unnd die kauffleut bey den wagen sich worten, unnd quam, wie die Thornner tot schlugen und wurden auch wider erschlagen. Stasku mit den Nacklern auff und der von Thorn wol 20 man unnd burger fienngen, idoch die Thorener die wagen heim furten. Von disem quam mit der zeit vil romor;! die kauffleut forderten me, dann sie verloren hetten; darumb die stat auff die 70000 gulden wart angeclagt, unnd dio kauffleut sich an in zu totte reutterten unnd rechten. Dannoch a) lanndtschaft fehlt A. b) d. polnischen st, B., fehlt ©. c) wollten B. d) der C. e) Staska A Di jumer B. C, g) die zu todten alın ihn sich bogerten zu rechen mitt rauterey B. sich an ihren zu todteu reutterten und rechten. 0, 1) Die Angabe fehlt in Gr.s Quelle und entbehrt anderweitiger Bestätigung. 2) Vgl. Danz, Chr. v. Pfaffenkr. a. a. O.
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*fol. 614a, *fol. 614b. 358 Tract. XVIIL Cap. X. $ 3. gleichwol manch gut man das seine, leib unnd' gut, verlor, und” die da burger waren zue Thorn, uberall sie underlogen. Mit der zeit die Unnger, Behmen, Schlesinger unnd, wie sie waren, *den weg hetten® auf Franckfort an die Ader, auf Stettin in Pommern und quamen also auff Stolpe, Lauenburg gen Dantzke.!) So merckten disz die Pommerische hofleut unnd satzten ein schweren zol auf, damit heute in disem tag in 1523° man ausz igclichem siehlen? ein pferd nimpt und, was auf dem wagen ist, damit die Danntzker ja nit sollen reich werden. $ 3. Von eim erschrecklichenn wetter über Danntzke. So war in disem jar 14862) im achten® tag Visitacionis Marie zu Danntzke so ein erschrecklich wetter funf stunden lang in der nacht, damit man nit anderst meinte, wen Dantzke solte sein ver- gangen. Zeugwierdige leutte disz bewerten, wie sie gesehen habenn feurige schwerter in der luft. Item die stymmen der teuffel da wurden gehort: lasz gen, es sein die unnsern; ein ander schry: ich kan nit umb der geweichten hunde willen; wen man in allen kirchen sang prosen und responsoria. In vielen kirchen man das sacrament auf den altar satzte, vor wolchem die leutte lagen unnd grynen, *ınnd die glocken alle wurden geleuttet, damit auch etliche zur- sprungen, etliche entzunten sich in den wellen. Und alsz nu viel unnd grosz gelubtnus war gescheen, unnd es vor unnd vor hette geplitzet, gleich wie ein schmid ein glieent eyse ausz der esse nimpt und das abewurfit, so auch der plitz in die statt fiel mit donner; got sich erbarmte, und es quam ein mechtiger regen, alsz man sagt, wie man mit eimern gosse. Im anheben des regenns man hat ge- sehen feurige kaulen auf dem Hagelsberg laufen unnd man stymmen horte: weck, immer weck, es kompt unnser helle daher. So mechtig war der regen, damit man wagen, thonnen, beyschleg unnd solches dinges viel fanth auf einander getriben an den thoren an der Motlaw; a) und fehlt A. C. d) loruten B. C, c) 1526 B. d) zole A. seelon C. co) achten fehlt C. f) Purificacionis A. 1) Vgl. Danz. Chr. v. Pfaffenkr. a. a. O. 5. 688 und Schütz 374. 2) Von dem Unwetter erzählen Jacob Lubbe, Ss. r. Pr. IV, 719, und Wein- reich, ebenda S, 745, zum Jahre 1482.
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Tract. XVII. Cap. XI. 81. 359 und man auch da an der schleise des molteichs wol 11 totte kynder fanth unnd, wie man es fanth, getot von harmeide*, die noch jungk- frawen wolten sein, unnd man etliche begriff und sie ertrennckte. *Gutt Danntzker bier Item man auch fannt, alsz man *fol. G15a. nu wolt wissen, warumb ein solch ungnad von gotte were erhorth, und viele bierschencker, die die hurenkaten hielten, so zu Danntzke genant“, in den thonnen, doraus sie das bier zappen umb gelt, hetten angehangen etliche finger, etliche zeen, etliche das gescheffte von denen‘, die da waren gehangen unschuldig, damit sie viel bier mochten verschenncken; unnd war, wer vonn disem bier nit kunde trincken, dem dauchte, unnd er nit sath were. Und wart auch ge- funden, wie in disen hurenkaten viel heimlich im schlaffe und foller weise ermordt wurdenn; unnd man bracht ir viel in diser sache umb zum tode. Von disem wetter quam diser spruch ins lanndt, unnd eins dem andere wunschte: das dich der dhonner erschlag und hollisch feuer verbornne; man°® anthwort darauff: darvor sein mir die geweichte hunde. Capitel XI S 1. Wie ein gotforchtsamer man homeister wart und von seim ende,’ *Im jare 1487 zue Pfingsten!) es quamen die b. Teutsches *fol. 615b. hauses, unnd sie in irer versamlung erwolten zu dem 32. general- meister der b. des spitals von Jherusalem des ordens sancte Marie Tentsches hauses den gotforchtsamen?) man b. Johannem 1. von Tyeffen. Disen auch vile nannten umb seines sprichworts willen: Got vom himell, ein recht guettiger unnd andechtiger man seins lebenns, unnd von anbegin, und er in den orden gecleit war, er a) hahrmeisde BR. haer Mayıden C. b) Dieser Abschnitt bis anf den letzten Satz folet in B. hinter $ 1 des Capitels XL c) se zu D. genant fehlt B, d) dreien A. e)} man febit A. N) Von db. Johann v. Tıtien dem 32, bocmeister in Preussen. C. 1) Johann v. Tiefen wurde am 1. Sept. 1489 gewählt, Voigt IX, 172 Anm. 3. Die Danz. Chr. v. Pfaffenkr. giebt als Wahltag Exaltatio Crucis (14. Sept.) an. 2) „Er hatte das gerücht, das er ein frommer was.“ Danz. Chr.v. Pfaffenkr. Ss. r. Pr. IV, 689. Vyl. auch die Schilderung, die Paul Pole von ihm entwirft. Ss. r Pr. V, 205.f.
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*fol. 6168. *fo], 616b. 360 Tract. XVIU. Cap. XI 1. sich beflisz, unnd er die statuta seines ordens hielt. Er auf keinem bette nit schlieff, kein leynen hembde trug!) sweigen und die fast- tage nach vermogen hielt; monchen unnd sonnst der geistligheit er ein vater war, wiewol cr in nichts gab, idoch er sie furderte unnd in guetlich anthwurt gab, also auch allem volek freuntlich war; darumb er wart von aller welt in Preussen geliebet. Sein volck torfften nit zeissen ader schossen bey im, auch da er zum konig Casimiro zoch *unnd im huldigte, alsz von der hube '/2 marck; unnd da er in kriegsweise dem konige Johann Alberto auff den Walachen zu hulff zoch, da gab man von der marck wert 3 pfennig. Und der konig von Polen Johann Albertus in forderte nach seinem eyde, unnd er im zu hilff* rite mit seinem volck auf den Walach und er im versamelte 400 raissige pferdt, auch 100° vor den speisz- wagenn?) unnd zog nach der Reussen Lemberg. Die seinen im rietten, er solt schonen sein alter unnd solt ein andern dahin schicken. Er sprach: der wenigste von den meinen besser ist, wen ich bin; solten sie iren leib wagenn, ich billich neben in; und zog so weck. Unnd alzs er quam in Reislant gen der Lemberg, er erlanngte die rotte we unnd wart ployreticus° unnd starb im 21. tage seiner kranckheit.?) Mit disem starb auch aller fride, gluck unnd wolfart der Preussen viele unnd viel jar; unnd wart so todt heimgefuert und begraben in den thumb zue Konszberg, unnd werlich mit weeclagen des gantzen lanndts. Officialen. Sein groszcompter wart b. Wilhelm, graff von Eisenberg®), sein marschalck b. N. von Reisensteind), *sein obrister spitler b. Philip von Angelen?®), seine compans b. Melcher Kotwitz und b. Merte von Lusenstein?), sein treseler b. Merte von Polen.) a) hof B. C. b) 1W fehlt A. c) ployreticus B. pleuriticus ©. d) Jagulen A. 1) Fol. Schütz 380, 381. 2) Liborius Nuker giebt die Stärke auf 400 Reisige und Wagenpferde an. Ss. r. Pr. V, 291. Vyl. Voigt IX, 223 Anm, 2. 3) Johann v. Tiefen erkrunkte am 5. August 1497 an der Ruhr und sturb am 25. August, s. Libor, Nukers Tagebuch Ss. r. Pr. V, 299 und 308. 4) Wilhelm Graf zu Eisenberg wurde erst 1493 (frosscomthur, 5) Erasmus von Reizenstein war OMarschull 1486 — 1399, 6) OSpitler war Melchior Köchler v, Schwansdorf (1490—1507). 7) Compane waren Jordan v. Bergroth, Ecke v. Reisach, Werner v. Drachen- Jels, Hans v. Gabelenz, Hans v. Kotwitz, 8) Ein Tressler wird seit 1455 nicht mehr genannt. Voigt, Namenscodex S. 13.
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Tract. XVIUL Cap. XL 8 2. 361 2.” Von eim cristlichen erkentnus des homeisters,?’ vor sich und die seinen zu merken.’ Im jare 1491, alsz b. Johannes der homeister seine schlosser nach des ordens weise visitierte, so quam er auf sein schlosz Bran- denburg, da man newlich reumende! hette gefunden ein mechtig teil heiltumb von den 10000° rittern mit seiner bewerung, wie es war- hafftig were; wen er wuste auch wol von disem, wie man es etwan gehapt hette. Sonnder im grossen krieg in der versterung des schlosses es wart da beworfien, und man es da fanth in.disem jar, wolches dem homeister war lieb unnd im bedochte ein ehrung zu thun und verschuff mit seim treseler, man solte eine silberin monnsterantz darzu lassen machen von 6 marck lottich. B. Merte von Polen suchte im tresill unnd er nit über eine marck fant unnd er cs seinem herrn ansagte. Auff disz der homeister sprach: wir danncken dier, *guetiger her Jhesu, vor deine straffung; und solcher worte vill, die *fol. 617a. er alle mit andacht rette. Darauff sprach der treseler: o got, wie hat es ein gestalt, unnd wir etwan in Preussen heten ein solch reichtum unnd itzunt so arm sein. Auf disz wort im antwurt der homeister ausz eim cristlichen hertzen: die schrifft, die nattur und die erfarenheit mit der vernunfft uns disz lernen und mitbringen, wie umb ungehorsamigheit halben alle ding, die da sichtig sein, mussen komen in iren ersten graden, dorausz sie entsprossen sein nach irer substanntz, wie es dan die experiencia teglich mitte bringet. Und so wir mit unnsern vorfarn in unserm orden sein unnd wer- den gefunden ungehorsam, wen wir die gebotte gottes unnd unsers ordenns regel und stattuta nit halten, unnd wie wir cristlicher kir- chen regenten gehorsam sein, ist am tage, wen wir alle gernne thun, was unns geliebet, so fordert das die gottes gerechtigkeit, unnd wir zum ersten grad® unnd standen wider komen. Die ersten von unns sein gewesen frembdeling des landes zue Ackers, so von almusz guter leut haben erlangt *gelt, mit wolchem sie in vor die kranncken *fol. 617b, ein garten kaufften, unnd haben auch nit me eigens gehapt daselbst, und doch umb ir geistlicheit sie wurden herlich versorget, unnd je me sie in andacht und in gottesdiennst zunamen, je me sie von herrn unnd fursten begabt wurden, bisz unnd also lanng sie er- langten guter, konigen gleich, in disem® lannde, in wolchen sie un- recht pflegeten zu thun iren underthan und nachpaurn. Umb wol- a)$2 fohlt Be b) e. d.h. fehlt A. c) vor sich ete. fehlt C. d) es abgereumet hatt. C. e) 1000 C. N) zu wolchem dem h. w, lieber A. g) in unnserı grad A. h) Deutschen C.
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*fo]. 618a. *fol. 618b, 362 Tract. XVII. Cap. XL $ 3. cher wille von gotte und nit von den mentschen es geschach, unnd wir das unser haben verloren und sein dienner geworden; wen gottes wort ein vortganng hat.l) Und wir sollen also leben und unns er- kennen, wen unns unser eigenwil, übermuth, ungehorsam gehn got, seiner kirche und unsern underthan hat zu disem gebracht und noch bringenn wiert, damit man noch gotte danncken wiert, unnd wir noch ein freyen gartten haben mogen. Und er disz gereth hette, er korte sich umb und hertzlich verseufftze unnd gienng weck. $ 3. *Von eim sonderlichen buben, den man nante: den got von Resel. Im disem jar es sich begab, unnd zwen buben zu Marienburg sich verschelcket hetten unnd die stat musten meydenn; so waren sie bede gelert, das ist, es waren bachanten® von der schulen; der eine hiess Kirsten unnd seer ein visierlicher schalck auff spuche unnd buberey, der annder Petrus wart genannt. Diser® nom das hinderlanndt ein unnd machte 12° opostel unnd gienng in die dorffer und predigte under dem gemeinen volck, got weisz durch was offenbarung, und viel ding, das verborgen, sagte und auch zu- kunftige ding sagte unnd viel spuchs auf den dorffern machte. Er in seinem dinge die obrigkeit gebot zu verhalten, die kirchen zu besuchen, almusz zu geben und solcher ding me; idoch er im viel gelt versamelte. Kirsten seine apostel nannten Cristum, unnd wa sie quamen, er hielt sich ernst unnd diemuetig rette; er den paurn das vih segnete und den paurn vom zuekunfltigen regen sagte; er ein kranckheit verkundigte und die benam, ob es die imagination! ader der glaube machte, got weisz. Immer *bey seinem losen leben er viel ding zuewegen brachte, das viele zu eim wunder- werck auslegten; und auch kluge menner, als pfaffen unnd monnche, so sie zue im komen auf erfarung, er sie meldete, wer sie weren. a) bekannte A. bh) C bezieht die folgenden Sätze nur auf eine der genannten Per- sonen, A und B auf beide; letztere sprechen aber im \..itorhin pur von einer, ohne anzudeuton, wer gemeint ist. c) 14 A. d) o.0.d,i. fehlt A, dafür: die... . 1) Aehnliche Gedanken legt Paul Pole dem HM. in den Mund, Ss, r. Pr. 9, 208.
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Tract. XVIIL Cap. XI. 8 4. 363 Die burger von Ressel im bischtumb von Heilsberg wurffen auf disen ein gonnst, damit sie globeten von im etwas grosses ausz disem, wen im lieffen nach lose buben; der eine die fallende seiche hette, der ander Jam war, unnd solcher schalckkranckheit vil; und wenn sie vor in quomen, er sprach: im namen des himelischen vatters, euch geschehe, alsz ir gleubt; unnd sie darnach sich stalten gesundt. Darumb solcher leut viel waren in Ressel, die gesundt zu machen, sie in baten, er solte zu in komen, unnd er quam mit elff aposteln, unnd der caplan inn der pfarkirche wart Judas der zwelffte; und diser im sagte alles, was er wuste von der beichte von den burgern. Alsz er nu eingiong, man laute alle glocken unnd die ganntze stat wie ins heiligen leichnams tage mit *fanen, mit kertzen im ent-*fol. 6192. gegen gieng. Im einfueren uber den ring er blib vor eim egkhaus steen und sprach: heist die gute leuth ausz dem hause genn, wann es wiert niderfallen. Und weisz {der teuffel, wie es zugienng, es fiell nach disen worten nider.* Und er quam in die kirche unnd er thet da eine predigt. Niemanndt er nannte, sonnder all ir bube- rey er offnete, von wolchem er gewann grossen anhanng, und sie im mechtig gelt gaben vor ire sunde, wen er hette sie gerurth; sie hietten sich aber nit, wie? es Judas der apostel° gesagt hette. Idoch er nit war über die drey tag und zog gen Rastennburg unnd be- hielt den namen: der got von Ressel. Der homeister, b. Johans von Tieffen, liesz in fanngen mit seinen aposteln, unnd funden bey im in die 5000 marck geldes, unnd er liesz den hencker über sie, unnd sie im all ir ding beichteten, unnd man spin® Cristum auf ein leitter und satzte in vor die thumbkirch in eim kaltenn tage unnd in mit wasser begossen unnd liessen in also befriessen. Darnach *man weisete in zu der stat ausz, und er quam auff Pome- *fol. 619b. rellen zue einem edelmanne, Hector Machwitz genant, unnd disem er 400 Ungerische gulden stal, umb wolcher willen er muste henngen. Seine letste wortte waren: sagt den burgern von Ressel, also ist ir got zu himel gefaren. Nach im man brachte auch seine apostel umb. Von vielen betruglichen historien wer zu schreiben, die er mit den seinen tet; sonnder es gab nit ein verbesserung, also das man nur narren erkante, die im zue fielen unnd anhienngen. a) nit lang darnach B.C. b) das B. c) d. caplan C. d)spinne B. spien C. e) B. schaltet am Rande ein: zu Konigsberg,
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*fol. 6208. *fol 6206. 364 Tract. XVIU. Cap. XI. &1. Capitel XII. $ 1. Vom ende und geschlechte Casimiri Jageldi, konigs zu Polen. Im jar 1492 in der fastel) zu Gartten ader Grotna in Under- littaw ist gestorbenn konig Casimirus von Polen, seer ein alt man, der seine tage nie wein, methe ader bier hett getruncken, sonnder nur gesotten wasser mit zucker. Unnd er liesz eine lebendige konigin mit zehen?) *kinder lebenndig. Die konigin war fraw Eli- sabet,. des konigs Ladisla schwester, den die Behmen erwirgten, kayser Albrechtenn tochter. Unnd disz waren ire kinnder: Wladislaw, der erste son; diser wart nach Jeorgio Podybrait konig zu Behmen und nach dem tode Mathie konig zu Unngern, unnd diser pam Johanna, fursstinn von Arelia'®?), unnd het mit ir Anna, die nam Ferdinanndus, ertzhertzog zu Österreich, unnd Ludwicum. Diser wart nach im konig zu Behmen unnd Unngern und er nam Fer- dinannden schwester.) Der annder son hiesz Casimirus den sein vatter satzte® zu eim groszfurssten über Littaw, unnd er war stets kranckh am steine,5) Der vatter im liesz ausz Welschlannden ertzte holen, damit sie in gesunt machten; unnd dise nach Turckischer weisz im rieften, er solt alle nacht ein frisch medlein im vermischen, unnd disz mocht ein lossung bringen; und er sprach: ehe unnd ich wil sterben, ehe ich das thue wider das gebot meines gottes; und starb auch im selbigen tage. Der dritte war genannt Albertus, unnd er nach dem tode seines vattern war konig zu Polen, und sie *in nannten Johannem Albertum, und diser het kein weib unnd starh in Preussen zu Thorn.6) Der vierte hies Alexander. Diser noch im leben seines vattern wart groszfursst in Littaw; und damit er seinem reiche mochte fride schaffenn, er mit willen seiner ratte nam a) Aurelia B.C. b) C, und er wart tedt wan sein vatter in satzte A. 1) Kasimir starb am 7. Juni 1492 in Troki, Pistorius, Polon. rer. ser. Ill, 153. Schütz 395. " 2) Grunau zählt II Kinder auf. 3) Wladistaus von Böhmen und Ungarn wur in zweiter Ehe vermählt mit Anna von Foir, Tochter des (srafen Gaston v. Candale. 4) Er vermählte sich 1521 mit Maria, Tochter Philipps I, von Spanien, Schwester Carls V und Ferdinands ].; er fiel 1326 bei Moahaez, 5) Moritur ex phthisi 1443 sine uxore; sanctissimus adolescens. Pistor. Polom. rer. ser. III, 153. 6) Johann Albert starb am 17. Juni 1501.
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Tract. XVII. Cap. XD. 8 1. 365 Isuam!) des Moschkowitters tochter zum gemahel mit der underscheit, und die kynnder sulten nach Latteinischer* weise getauft werden. Unnd es quam, wie sie nie ein lebenndig kindt hete, sonder wol zwe totte. Der funffte war Fridericus, unnd diser im leben seines vattern wart bischoff zu Crackaw und ertzbischoff zu Gnysen unnd cardinal. Der sechste son hiesz Sigiszmundus; diser, als ehr furst war zu Grosz Glogaw in der Schlesie, er wart konig zu Polen nach dem tode seines brudern Alexandri unnd er nam Barbaram, die greffin von Cilien’?), und dise im gebur zwe techter3), und sie muete sich zu tode, unnd sie kein son hette. Nach diser er nam zu einem gemahel Bonam, des furssten tochter von Barisz“%) ausz dem konig- reich Neaplis, und dise im gebur zum ersten den son Sigiszmundum Augustum. *Filie. Die erste tochter Casimiri, Annad) mit namen, nam? *fol. 621a. hertzog Jerg von Burgbawsenn’, und sie gebur irem furssten 7* tochter unnd wart ganntz unwert gehalten darumb.6) Die ander Sophia wart genannt, unnd dise nam der marggraf von Anspach, Fridericus, unnd dise gebur irem herrn Johannem, der mit der zeit die konigin von Aragona nam,?) Casimirum, Albertum, der da ho- meister in Preussen wart, und er mit den ungleubigen ein anschlag zu verderbnus der eron von Polen machte, sonnder got [es] auf sein verderbtnus wante, wie denne wiert gesagt werden, Johannem Alber- tum, Wilhelmum, Gunbertum unnd Fridericum und Jeorgum, den Wadislaws in Unngern het versorgt; unnd eine tochter nam hertzog a) Littawischer €. b) Tilien B. ce) Larris B. C. di) nam fehlt A. e) Birckhanson C. f} vier B. 1) Alerander war vermählt mit Ilelenı, Tochter des Czaren Iwan Wasiliewitsch, wurde König von Polen nach dem Tode seines Bruders Johann Albert, starb 1500. 2) Barbara wur die Tochter Stephans Zapolia, Grafen von Zips und Weiwoden von Siebenbürgen. 3) Hedwig, spätere (remahlin des Kurfürsten Joachims II. von Brandenburg, und Anna, = 4) Bona Sforza, Tochter des llerzugs Johunn Galenzzo von Bluiland und der sabella von Arragonien, Köniyin von Neupel. 5) Ausimirs älteste Tochter wur Uedwiy, vermählt mit Herzog Georg dem Reichen von Buiern, während Anna vermählt war mit Herzog Boyuslaus X. von Pommern, 6) Die Nachricht ist unbegründet, Der Ehe entstammten cin Sohn und zwei Tochter, 7) Markgraf Johann, vermählt 1519 mit Germaine de Foir, Wittwe des Königs Ferdinand I]. des Kutholischen von Spanien,
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366 Tract. XVII. Cap. XO. 82. *fol. 621b, *fol. 6228. N. von Teschen!); die annder nam hertzog Friderich von der Lignitz, der ir mutter schwester vor gehapt hette.?) Die dritte Barbara hiesz, unnd die nam* marggraff Jergen von Meissen, unnd die hette auch viel kinder mit im von furssten und furstinen. Die vierte Hedwig?) hiesz, unnd dise nam Boguslaw, der fursst von Pomern, unnd sie *m gebar Uasimirum, der einsmals frolich war unnd springt mit gleichen fuessen auf eine dreppe und stortzte rickhling unnd bricht im den halsz, und Jeorgum, die furssten, unnd sonnst wol 3 tochter.4) Die funffte Elisabeth hiesz, unnd dise nam hertzog Friderich von Lignitz, und sie gebur ein tochter unnd starb mit dem kindt in den wochen. $ 2. Wie die gschotter in Preussen zu groschenn wurden gesatzt. In disem jar® war in Preussen“ ein kurtze, aber eine scharpfle pestilenntz, unnd sie nam unzelich vil! volck weck. Ceysa. In disem jar im Advent? der newe konig von Polen, Johannes Albertus, quam ihn Preussen und liesz im schweren®) und begerte eine hilff auf seine feinde, und sie gaben im von der thonne bier 1 firdung’ zeisse, vom scheffel getraidt 1 schilling, der es kauffte unnd der es verkauffte, und stunt ein jar lanngk. Groschen. So war es itzunt im lannde vil jar *ein wunder gewest, wie es queme, und die gschoter, eine muntze so genant, verschwunden, unnd man ir nit® sach; so wart es offenbar mit eim solchen. Die lanndtschaft trat zuvorn den konig unnd batten, seit dem mal sie eines reichs mit den Polen weren, sie kon. maj. betten, a)nam — und dise nam, fehlt BR. b) B bemerkt am Rande: Anne 11%, C hat die Jahreszahl in don Text mit aufgonommen. c) i. Pr. fehlt A. d) ahnmutz A. e)i. A. fehlt B. f) schott B. g) wonig B. 1) Anna, vermählt mit Herzog Wenzel II]. von Teschen. 2) Grunau zählt nur 10 Kinder des Markgrafen Friedrich von Anspach auf, während er aus seiner Ehe mit Sophia von Polen deren 18 hatte. 3) S. oben $. 365 Anm. 5. 4) Boguslaus X. hatte aus seiner Ehe mit Anna von Polen 5 Söhne, darunter Casimir, gestorben 1518, und 3 Töchter, 5) Die Huldigung der preuss. Stünde fand im Herbst 1494 und im Frühjahr 1495 statt, vgl. Weinreichs Danz. Chr., Ss. r. Pr, IV, 796, und Chr. Beyers Danz. Chr., Ss. r. Pr. V, 445.
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Traet. XVIIO. Cap. XL. 82. 367 und er wolt in auch ein groschen setzen, alsz nemlich die gschoter, die" auch? 15 heller golten, unnd sie vortan, wie in Polen, ire groschen um® 18 heller gulten unnd sie auch fortme von gschotter groschen machen mechten. Unnd der konig Johannes Albertus es verwillete. Gschoter die muntz ist ein gelt von den homeistern in Preussen geschlagen, unnd solten haben 10 marck muntze 1 marck lottich. Mit disem auffsatz es quemen die groschen wider und wurden so gemein, das man nit kunte das wechsel haben; unnd es pleibt noch heut also, und 1 groschen ist 18 irer pfening in Preussen. In disem setzen man fant ein man, der gewan 24000 marck an den groschen, idoch wenig freude er davon hette. *Von geringen schillingen. Der homeister b. Johannes *fol. 622b. von angebin seiner b. er satzte einen erfarnen muntzmeister, b. Leonardus von Kerenbergk? genannt, unnd diser solt muntzherr sein; und er schlug schilling, dergleichen? in der geringheit nie ist gewesen im lanndt zu Preussen; wen 21 marck derselbigen schilling hetten 19 lotf silber. Und? man wolte sie verbieten, und war ein fel daran, unnd man nit annder hette, wen umb diser willen die ander wurden verschmeltzt. Unnd sint also gestalt: an eim igclichen ende der creutz sie ein lilie haben mit der umbschrifft und schilte nach des ordens weise.l) Die Polen wurden geschlagen. Der konig von Polen, Johannes Albertus, muste sich rechen am Walachen unnd er machte ein herfart, zu wolcher auch quam der bomeister Johannes.?2) Und die Polen wurden geschlagen, wen der konig hette warhafftige bot- schafft, wie er mechte den woywoden begreiffen, unnd er bot auf sein heer, sonnder sie wolten nit ziehen, sie hetten *denn den solt, *fol. 623a. unnd pliben in die hundert tausennt" persornen vor eim walde ligen, der! gar viel weiber waren. In der nacht der Wallach quam unnd gab in den solt, damit sie aller tot plibenk. Der konigk mit a) die — gulten fehlt B. b) num C. c) und A. d) Garrenberg B. Karrenberg C. e: d. fehlt A. f) 19 mark lotts C, g) Und — daran fehlt BB h) 0000 C. i)daA K)B. fügt hier die von A. und C. zam vorhergohendon Satzo gesogenen Wurte hinzu: darunder viell weiber waren. 1) Ueber die Schillinge zur Zeit Johanns von Tiefen s. Vossberg, Gesch, d. pr. Münzen, S. 188. 2) Es ist der oben S. 360 erwähnte Zug gegen die Türken und den Weiwoden von der Wallachei im Jahre 1497 gemeint,
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368 Tract. XVII. Cap. XI. 83. 400 raisiger war zwo meilenn darvon, unnd wie in der Wallach teth, sie im hetten mocht thun, hetten sie des soldes ein wenig vergessen. Da verlor der konig all sein buchsen, grosz unnd clein, in die 500, die groste war vonn 131 cenntner.!) $ 3.” Von einem seer bosen mentschen zu Danntzke und seinem handel. In disen jar wonnte zu Dantzke ein fleischer, der geburt ein Schlesinger, Hans Briger?2) mit namen genant. Diser het ein seer wolgefallen unnd ein hertzlich verlangen nach dem spiele, heimlich zu bornen und zu morden. Diser zum ersten anhebenn, alsz er alt war 18® jar, er ermorte seinen leiblichen vatter im stalle, alsz er im abentlı den pferden hey vortrug, und quam gen Danntzke unnd *fol. 623b.da ein fleischer wart unnd mit der zeit eine witwe seines *hanndt- wercks nam, uund er verspilt, was sie hette; unnd sie darumb nach frawen weisse zornig war, umb wolchs willen er sie mit einem kissen erwirgte ader erstickte und nam eine junge. Disz sein brauch war, wann er in die dorffer nach kelber oder anderm viech fur, wa er mochte unnd es° raum hette, wen er fant, er in morte; unnd werte lange zeit, und man fant viele ermortee Und nit umb geldes willen er es teth, sonder ausz wollust. Er nam im vor und welte die stat Danntzke in vielen enden anlegen mit feuer, damit er sehe, so das volck in des heiligen leichnams .tage in der pro- cession were, wie sie lauffen wurden, unnd wie die pfaffen und monche mit dem sacrament wurden thun; und disz wolt got nit, und [er] etsatzt sich der meyde3) Damit er ime aber ein frolichs hertz machte, er rette mit der zeit einen knaben an, der sein lantz- man war und diente bey eim kauffman, der im seer geschlagen het a) $3 fehlt B. b) zehen ©. c) das A. 1) Den Zug schildert ausführlicher Cromer, de origine et reb, gest. Polonor., bei Pistorius, Polon. rer, scr. 1], 817, der aber nichts von den Details Gr.s hat. 2) Ueber Iluns Briger und seine Verbrechen vgl. 2. J. 1494 Christoph Beyers Danz. Chr, Ss. r. Pr. V, 444, 445, und Caspar Weinreichs Danz. Chr, Ss. r. Pr. IV, 794. 3) D. h. er schreckte zurück der Mägde wegen, die in den Häusern geblieben waren.
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Tract. XVII, Cap. XII. 83. 369 umb begriffner dieberey, und sie sahen auf zeit“ unnd giengen vor den theerhofi?, *in wolchem uber die 20000 gulden wert theer lag, *fol. 624a. anhorennde den kauffleuten von Danntzke. Sie rissen ein brett ausz, unnd der Hanns Briger halff dem knaben ein, unnd er in beyne ader knochen dasz feuer legte unnd stig wider ausz, unnd gienngen mit einander in die stat. Auf die nacht Agnettis!) umb 10 uhr das feuer gieng auf unnd brante den hoff mit allem theere!. So stunden dabey in der Motlaw die grossen schiff feste befroren, in wolchen vil zu retten; man gab vor ein schiff zu retten 100 marck me meniger, darnach es dem kauffman im schrecken inns maul quam, und wurden gerettet. So stunden bey dem theerhoff funff speicher, die alle vol waren mit gepacten guettern, damit, so das wasser offen wurde sein, man sie bald in die schiff brechte, unnd sie mit dem ersten in Engellandt quemen. In dise quam das feur, unnd verbranten mit allen guettern. Die kauffleut schrien ausz 2000 marck zu retten vor igelichen speicher, und man lieff eylende zu, und es verbrannten da uber *die 300 man, die da wolten retten; wen die *fol. 624b. speicher am meisten teile [waren gefüllt] mit wachs, flachs, hoppen, speck und fellen vonn mardern, zobelln, unnd wie dann solche theure fell heissen. Unnd wie man berechnete den schaden, war es in die sibenzigk hundert mal tausennt marck; und es plib stille, wer es gethann hette, wiewol man viel darumb thet, und wurden viel darumb verdacht. Der kauffman aber, der den knaben bey im hette, vormuttet sich auff ihn, und? sein hertz im schwer war, tınd dorste es doch nit sagen, wenn er beforchte sich, man wurde im zu leib unnd gutte greiffen; er thet, wie er kunte, und des knabens geloszte.e Nach disem zu ostern ein bierschenckerin wart verlobet eynem manne,?) sonnder sie wolte nit wirtschafft machen, bisz sie eine raise hette ganngen gehm heiligen blute gen Wilsenagk, die sie von irem vorigen manne het im todtbette genomen. Das hausz unnd ir armuth und ir tochterlein von 12 jarn sie dem breithgam beful; unnd er schannckte bier unnd *het viele gest. So war der breutgam *fol. 625a. und die brauth im geruchte, unnd sie solten reich sein, unnd war a) ihn ein zeit aus ©. b) thorhoff A. c) Agnettis fehlt A. d) thore A. e) thorhoff A. N w. g. Canjectur. g) vormuttet — und fehlt A. 1) Vielmehr in der Nacht zu St. Agathen (5. Febr.) nach Beyer und Weinreich a.a.0. 2) Hennig Sachse war sein Nume nach Beyer und Weinreich a. a. O. Simon Grunau H. 24
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*fol. 625b. 370 Tract. XVIIL Cap. XD. 83, was damet; und disz wuste Hanns Brieger unnd im vornam, das gelt zu erlanngen, unnd tet also. Am sonntag in der creitzwoche auf den abent quam Hanns Briger zu disem breitgam zu bier, unnd so er dann viel bier sauffen kunth, er ftrannck die geste alle vol, unnd gienngen alle heim bisz auff ein becker”; disem hette der breitgam herrberg zugesagt; mit disem Hanns Briger sas und tranck. Umb 9 uhr in die nacht der breutgam war muede unnd sich legte, und das medlein trug bier auff unnd wiert auch entschlaffen auff eim casten. Disz alles merckte Hanns Brieger unnd hub ein hader mit dem becker an unnd stiesz in zum hausz ausz unnd schleust zu unnd sich ein weile auf die bancke legte. Alsz er aber nu merckte, wie alle ding stille war, er gieng zum medlein unnd im schlaff mit eim fleischmesser die gurgel verschnit unnd gieng zum breitgam unnd im auch so teth im schlaf? unnd teth die kasten auf und nam da 300 marck und gieng weck unnd schlosz *die thur feste zu. Im morgen umb 6 uhr zu seinem ungluck er gienng zu den hern, den er schuldig war, und sie bezalte mit gutem Unge- rischem golt. Umb 7, umb 8 und 9 uhr das volck quam und wolt bier haben und funden das hausz geschlossen, unnd man sich von stund an besorgte, wie sie weren ermorth; unnd man sagte es dem underscholtzen an, und er quam, und man brach die thuren auft unnd fant die ermorten ligen. Von disem es wart ein grosz geschrey, “unnd eins das ander fragte, wen man hette nechten sehen ausz *fol. 6262. und eingehen; und einer so unnd der annder so redt, unnd viel- mal Hanns Briger wart genannt. In dem Hanns Brigers weib vor- geet und horte iren man nennen und nit den grundt wuste und quam eylendt heim unnd sprach: o lieber Hanns, es ist eyn mordt ge- schehen, unnd das volck stundt heyffig vor der thurn unnd euch nanten, ir wert auch gestern da zu bier gewest; wiszt ir euch schuldig, umb leiden gots macht euch weck. So wirt er grimigk und zeucht *das mortmesser ausz und wirfft es nach dem weibe, und sie entspringt und lieff weck, unnd das messer zurbrach im einspicken in einer rynnen, die vor dem hause lag. Ein ersamer rath liesz schliessen die stat und erforschte, wolche da zu bier weren gewesen, unnd zum letsten es quam, wie der becker und Hans Briger die letsten weren gewesen; unnd man suchte den becker und man in fanth, unnd er auch sagte, wie es im ergangen hette. Man liesz in halten und hielt rat auff Hanns Briger, unnd a) poyker C,
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Tract. XVII. Cap. XII 83. 371 hub der eine her an unnd sprach: die sache mag sein, wie sie wolt, eins sag ich, unnd mir ist Hanns Briger schuldig gewesen 50 marck gelihen gelt, unnd ich in vielmal hab gemant, unnd er mir stets hat geschworen, wie er es nit hette; aber heut morgen er quam frue® umb 6 uhr unnd mir gab 25 gulden Ungerisch, unnd seer alte gulden. Von disem an sie beschlossen, unnd man solt in setzen und frogen. Es geschach alles, sonnder er fluchte uund sagte, wie man im gewalt thette, und sie solten wissen, wurden sie es im nit gut thun, er hette zwen frische bruder, *er wolt es an *fol. 626b. ihn rechen. Von stund an man schickte nach den brudern unnd man sie? fienng; sie wusten aber nit davon, unnd Hanns Briger, ir bruder, wart gefanngen. Unnd der eine sprach von stund an: herre got, unnd ich es dem Hanse wol sagte, er solte in nit morden. Seine meinung wart von einem morde, den sie hetten gethann am stillen freitag bey dem dorf Collen genannt; und man sie in Dantzke furte.e So war hennger zu Danntzke meister Lammert‘, ein beruffner heunger, unnd diser in peinigte ein ganntze nacht unnd kunde im nichts abehaben, und man erschrack; idoch meister Lammert durch eine geripge aber wunderliche peynigung in gewan, unnd er all sein leben bekante vom morden und bornnen. Unnd mit der zeit man furte in ausz und man in wol gernne gebraten hett, sonnder er war zu schwach; unnd man in auszschleppte und seinen brudern die heupter abschlug, unnd man in vermannte zu reu? und leid, er alles stille schwieg. Alsz man in nu vornam, er sprach: o ich unseliger mentsch, hette ich doch meinen synnen nachgefolgt. *Er wart gefragt, in wolchem; er sprach: alsz ich *fol. 627a. heim quam vom morde desz breuttigams, ich hets im synne, und ich wolt mein weib unnd kindt erstochen haben; sonnder der teuffel es verhinderte. Von disem der hennger liesz in niderwerfen, unnd seine knechte in mechtig mit dem rade stiessen und marterten von unden auf und drey stund lanng in richten, und also unselig starb nach mentschenn erkentnus. a) far C. b) in A. c) Lammanert A. d) rbuA. 24*
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*fol. 627b. 372 Tract. XVIII. Cap. XII. $ 1. Capitel XIIL $ 1. Von besonnderm schatzsuchen in Preussen in disem jare. In disem jar b. Johannes der homeister hielt seine b. in eim geistlichen leben und wolt seinen armen leyten von in keine gewalt lassen gescheen. So hette er einen mit namen b. Veit von Kochen- borg genannt auff Labiau, unnd diser es mit einer maigt, eins paurn tochter, heimlich hielt, und? sie hanndt und handt gaben, sie wolten lebendig und tot bey einander pleiben, und liefen heimlich weck. Disen mit ernst lieszz suchen der homeister unnd auch? die maigdt fannt, und sie war grosz schwannger. B. Veit wart auf Marienborg *von den Polen verhalten, wenn er gab vor, unnd er het gefunden in seins ordens register, wie da golt lege begraben; und die Polen wurden fro und im darzu hulffen unnd das schlosz unden und oben mechtig durchgruben unnd nichts funden. So gienng der boszwicht in sanct Annae grufft, da die homeister liegen, und da under iren leichnam suchte und er sie etlich ganntz ausz dem grab nam unnd in die guldin ring abzoch!). Die Polen merckten, wie er nit bestunde mit seinem suchen, sie nomen in und im wie eim ver- retter eine krone branten an die stierne und liessen in zur staupe schlaen unnd in so vom schlosse weiseten, unnd wo er hin quam, weisz got. Vom 13. schilling. Unnder disem homeister disz geschach ‘ zu Konszberg in der cristnacht, und 12 gesellen von der schule *fol. 628a. ir armutt dem teuffell clagten, unnd in wart gelernnt, wie sie den 13. schillig solten zelen; unnd nach irem unglauben sie musten alle Johannes heissen, wen auch? die mochte der teuffel *nit nemen, so er den 13. schilling brechte, von wolchem sie hielten, wer in hette, dem gebreche kein gelt, er mochte prassen, wie er wolte. Darunıb dise gienngen auff den Glappenberg?) vor die Alte- stat Konnszberg unnd hieben ein gestossen? creutz in die erde unnd machten ire conjurationes!’ mechtig hoch, unnd er solt in sagen, a) damit A b) nur D.C. c) wo fehlt A. d)murn.C. e fehlt B. geschlossen C. f) fehlt A, 1) Auch Weinreich, Ss. r. Pr. IV, 796, bezeugt, duss im Jahre 1494 auf Ver- anlassung eines entlaufenen Ordensbruders die Hochmeistergruft nach Schätzen durch- sucht worden ist. Vgl. auch die Mitheilung Aleckelburgs N. Preuss. Prov. Blätter, 2. Folge, III, 276. 2) Ueber den Glappenberg s. Ss. r. Pr. I, 118 Anm. 1 und Grunau I, 246.
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Tract. XVII. Cap. XII 3 1. 373 wa heimlich schetze weren, unnd ob der orden auch das lanndt von Preussen wurde wider haben, unnd er in den 13. schilling solte geben. In disem beschworen sie mannchen spuckh des teuffels sahen, unnd mit in stets in unbekannter sprach rette. Wol nach 3 stunden 4 von in sturtzten unnd pliben tot, vier entlieffen unnd sich ge- lobten zu sanct Jacob und dise alle ding sagten, 4 wurden rasennde unnd überal nichts erlangten und in kurtzer zeit sie vergienngen, und® niemandt den 13. schilling jo mochte haben von im. Von den Cukulen. In diesem jare die monnche czum Colme, die Kukulen!) genannt, die man dahin hat genomen von Schwolle und Dewenter, alsz die solten eine schule halten in den siben freyen *kunsten vor die Preuschischen kynnder?), sie bauten ein hausz und *fol. 628b. funden wol in die 2000 marck Preusch muntz; unnd sie hetten von disem das geschray, wie sie kunden verborgen schetzer suchen unnd auch finden, sonnder die alle sie ausz dem lande schickten; und eins war so wor, wie das annder. Idoch ir studenten gaben sich vor die ausz, unnd sie hetten die kunst von etlichen bekommen, und durch die wunschelruten und die spiegel sie kunden sie finden. Die wunschelrutten waren also: es waren von dreyerley holtze zweige, darüber etliche messen waren gehalten; unnd sie meinten, wen man dieselbigen rutten vor sich furte, so man queme, wa gelt lege, da beugete sich die rutte von sich selber. Item der spiegel muste auch von eim priester getaufft sein, der Johannes hiesse und ein sontagskindt were, unnd wen ein sontagskindt darein sehe, er solt sehen, was auff aller welt geschehe, unnd was verborgen were in der erde eine meyle brait unnd lanng umb in; aber er muste gar ein jungkfraw sein und muste *seine tage nie einem frawenbilde daran *lol. 629a. griffen habenn, und solcher narheit vil. Cristborg. Von solchen teufflischen studenten quamen vier auf das wuste schloss Christborg, gelt unnd schetzer zu suchen, wen von anbegin das schlos diesz geschray hette, und da waren merckliche schetzer begraben. Und der teuffel sie blendete, im spiegel sie sahen, mit der wunschelrutte sie suchten und funden eine steile in der abezog der gosse, die ausz der kuche nach dem secret lieff; in diser a) und — im fehlt B. 1) Es sind dieselben, die Gr. oben, Bd. I, 227, Lolhardir nennt, Lollharden, Brüder vom gemeinen Leben. Cucullen werden sie genannt von einer capuzenähnlichen Kopfbedeckung, cuculla. 2) Vgl. oben Bd. 1, 287 und Töppen Ss. r. Pr. II, 516 Anm.
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374 Traet. XVII. Cap. XII. 82. sie gruben unnd hetten bilde und solch geweicht ding viel. So war dis ir supersticio, und, was sie sahen, sie meinten, es wer teuffelisch gespuck nur, der sie wolte verhindern, unnd sie musten alle stille schweigen; insonderheit ein igelicher ein stolam, und der war ge- weicht, am halse hette und gruben vor unnd vor. Das war gemeldet den burgern in der stat, unnd sie hinauff und funden bilde unnd stola, die in ire kirche gehorten, und man fienng die schatzgreber, und Niclas von Baysen liesz sie bornnen zu lone. *fol. 629b.$ 2. Von einer unseligen brauth*messe in Preussen zu der zeit. In diesem jar in einer stat in Preussen wonte ein jungkfraw, an wolcher man zweiffelte, unnd sie jungkfraw were, ausz etlichen zeichen der bulerey genomen, idoch die” ding sie ganntz heimlich hielt. Mit der zeit sie war braut und wart zugelegt. In wolcher nacht die bachanten von der schulen und die gesellenn ausz der glockeney sich in der sachen der braut bekomerten, ob sie auch jungfer were getrewet. Von den von der schulen einer war, der disz wol wuste, unnd er sprach zu den glockners: ir seit schelcke über schelcke; es gilt eine thonne bier, ir kunth es nit innen wer- den. Wenn die bachanten ein experiment meinten zu machen unnd wolten ein kraut in die erde graben, wolche maidt nit jungfer wer getraut, so sie darüber gieng, so muste sie husten. Diser, der das experiment kunde, schlug mit den glockners auf umb ein thonne bier. In der nacht den glockners geraw der kauff und sich clagten. So war einer under in, ein subdiaconus, und diser sprach: last mich fol. 6303. raten, wir wollen *unnsern vleis thun. Im morgenn desz brauttags diser subdiaconus gieng zur braut, wenn sie sich wol kannten, unnd ir beut gluck unnd heil zum newenn stannde unnd sprach: liebe braut, unnd sagt mir, sol man von unser lieben frawe ader von sanct Johannes evangelisten die brautmesse singen. Sie im antwurte: wie fragt ir also, ist nit eine messe so gut alsz die annder? Er sprach: ja, sonder es hat ein annder gestalt umb die brautmesse; des megt ir abnemen, wan man das evangelium auf der braut heupt legt nach der messe, und disz ist ein erfarnus, wie auch das evangelium Cristi 8) $ 2 fehlt B. b) der A. ihr C,
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Tract. XVII. Cap. XIH. 82 375 sagt, wenn man ein brautmesse singt von unnser lieben frawen, ist die braut jungfer gewesen, da man sie trawte, sie erlannget glick unnd heil; ist sie aber nit jungfer gewest, man singt von sanct Jo- hanes dem jungferlichen apostel; sunst, singt man von unser lieben frauen, got sie straffte, und die braut vergieng inwendig eim jar in laster und schannden; und solcher worte etliche me, Die braut sprach: lieber her glockner, haben wir doch *newlich gehapt unnser *fol. 630b. lieben frawen tag, in wolchem wir viel von ir haben horenn singen; ich mein tag den jungkferlichen apostel in meiner jungferschafft hab geliebt, darumb zu lob unnd ehern dem heiligen Johann so singt die brautmesse darvor, dass er meinen jungferlichen stand hat zum seligen ende gebracht; es mag mit dem evangelio Cristi sein, wie im wil, ich rede nit darwider, sonnder die unnd die (und nannte etliche burgerin)” die waren werlich nit jungfern, alsz sie getreyet wurden, die ich eigen und warhaftig wuste, unnd werlich es sint itzunt reiche ratfrawen; idoch es sey euch heimlich vertrawt, unnd singt die messe gantz loblich; ich wil bestellen, man sol euch gantz gnug geben. Unnd schieden so von ein annder ihn andacht sancti Johannis. Mort® von disem quam. Der her glockner quam zu den seinen, und sy gienngen zu den bachanten, und sagten“ ir gutduncken, und der bachante von der schulen, der die braut von fusz auff wol kante, gab gewonnen und sprach: der subdiaconus hat gewonnen. Und die bachanten legten zu hauffe und gewerten mit der zeit die thonne bier unnd sie es nanten das hurenbier. Die sache wart laut in der statt, und der braut brueder wol 3 mit andern wol 6 quamen zu disem bier und huben an, *sich umb die verretterey zu schlagen. *fol. 6322. Zum ersten der subdiaconus plib tot mit vier gesellen unnd 5 ba- chanten, der braut bruder alle drey mit anndern vier auch tot pliben auff dem kirchhoff, unnd die andern giengen heim mit vielen wun- den. Sindt disem man wol schon die brautmesse singt, sonder man nyme die braut fragt, wavon sie sein soll ihr zu cehre. a) Die Klaminer ist im Cod. nicht angedeutet. b) Dieser Abschnitt ist in A, hinter & 3 gekommen. c) fragten A.
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*fol. 631a, *fol. 631b. 376 Traet. XVII Cap. XIII $38. $ 3. Von sonderlicher hoffart in Preussen und irem ende. In diser zeit nam die hoffart seer überhandt in Preussen, unnd menner unnd frawen, jung unnd alt, trugen spitzen an iren schuen, etliche fingers lanng, etliche spannen lanng, etliche halbe eln lanng, darnach sie wolten *geseen sein, unnd hiessen schnabelschuch. Die frawen an iren korcken® und treppen® sie auch trugen unnd triben grosz wolgefallen damit, und quam, wen man tantzen wolt®, viel fielen über die schnebel an iren eigen schuhen. Unnd auch die raisiger solch spitzen an iren stiffeln furten, unnd wart seer wol geachtet vor ein zierliche tracht. Unnd es quam, wie zu Marien- burg des heuptmans son wart besessen, und alsz man den bosen geist bannt! vor dem Maryenbildt uff dem thore, der teuffel sprach: ich wil gernne ausz, auch? ich bitte, und ich mag in die spitzen der schuch faren, damit ich moge meinen willen haben. Von disem eylende ein igclicher seine spitzen abeschnit, unnd vergienngen ganutz und gar. So war ein ander hoffart: die meuner trugen jopen ader wams mit silbern malgenn, das waren hefitel) von silber, obenen umb den halsz einer hbanndt breith alle zugleich, item an den ermeln der jopen ja funff par runde knepffel von silber, item ein eingeschnitten rock, der hette hindene auf dem rucken 15 silberne knepfel bisz auff den gurttel, und war seer eine burgerliche tracht; unnd er *muste arm sein, der es nitt hette. Die frawen trugen enge recke und hetten ermel daran, preisen genannt, an wolchen sie ja bisz an elnbogen silbern und ubergulte knepfel (rugen, und man die preisen mit einem sennckel mochte anbinden; unnd der rock wart gemein- lich halb roth unnd halb braun in der farb. Item so auch musten jungkfrawen und frauen ein zopschnur haben, ja von eim pfundt seide, von den vier heuptfarben, bisz auf die erde lanng und undene mit golt bewunden. a) kurcken A. b) trıppen A. c) wıl A, tanzte B.C. d) bracht A. ce) sondern B. num C. 1) Vgl. Ba. I, 612.
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Tract. XVIO. Cap. XIV $ 1. 377 Capitel XIV. $1. Von eim sturme unnd windt und seinem schaden in disem jar. Im tage Epiphaniel) und 4 tage darnach in disem jar war ein sturm und windt von dem norden, in wolchem sturm die Neringe, das ist das lanndt, das da scheidet das frisch hab unnd die see, brach ausz, unnd wart da ein new tieff von 3 fadenn?), wiewol es unbestenndig plib umb eintreibung des sanndes; idoch den von Kons- berg war es etlich jar seer ein gut tieff, und ist eine meile von dem erfilten unnd alten tieff neher der stat; sonnder gantz sorgelich* darein zu kommen. Item da auch zerrisz das bolwerk am tieffe der von Danntzke, und die steine fiellen zu *grunde® unnd betriben mit sande, wolchs *fol. 632b. wider zu bawen und zu pflugen koste 4260 marck an unkost}). Item zum Elbing zerbrach ir bolwerckh, unnd die steine fielen zu grunde und betriben auch mit sande, und man° tat mit vleisz, unnd sie ligen noch da und haben das tief! verschlempt. Und daselbst hat man gefunden steine, die die woge und der windt 38 schritte an das lanndt geworffen hette, und waren steine zu 40 centner schwer, wie denne noch einer da leith zum gedechtnus, von disem sturm zu sagen. Item das tieff in der Passerie vor dem Braunsberg®) ganntz vergieng, damit man mit treugem fusz ubergienng, idoch der strom mit der zeit ein anders machte, aber dem vorigen ungleich. Item die heiden und welden? mechtig verfiellen, also das man in 10 jarn nit kunde reimen die wege von viel menge der beume im ganntzen lannde. Item die wesserung wart so grosz, damit viele molen weck triben am wasser Alle, *Drewanntz, Frischinck unnd Passerige, und *fol. 633a. a) unsicher B. b) in die Weissel BB c) man wendete violl darauf, kunde sie aber nicht gewinnen, sondern liegen B. d) hede wellen A heyden wolde C. 1) Vielmehr in der Nacht von Freitag auf Sonnabend vor Lamperti (15/16. Sept.) 1497, vgl. Chr. Beyers Danz. Chron., Ss. r. Pr. V, 447 und P. Poles Pr, Chron, Ss. r. Pr. P, 210. 2) Ueber dus Pillauer Tief s. Töppen in den NPPBI., 2. F., Bd. I, 1853, 5. 88. Im Jahre 1509 bauten es die drei Städte Königsberg aus. 3) Chr. Beyers Danz. Chr. a. a. 0, 4) Gemeint ist das alte Balgasche Tief. Vgl. Töppen a. a, O. S. 85.
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378 Tract. XVII. Cap. XIV. dieselbigen fliesser auch auszrissen unnd erfilten und weck triben dorffer, unnd der viele, unnd quam alles ins hab, und die kinder und alte mentschen umbtriben so tot. Item viele kirchen unnd hoffe und gibell an den heusern in den stetten es nider wurff, ein etlich 100 im ganntzen lannde. Sonnderlich es nam einen ganntzen glockthurm mit funff messigen glocken, die groste von 16 cenntner war, und so gantz unnd unver- sert ein eylunge des wynndts in furte 25 menlicher schrit auf ein ander stelle, unnd da in hinsatzte, wen er von holtzwerck und mit brettern beschlagenn gebaut war. Sonnst gemeinlich alle spitzen der thurme wurden abgeworffen, und vil ir tage nie wider gebaut. Und werlich, hette es noch vier tage so hefftig gestannden, es were nit cin hausz gepliben; idoch die heusser mechtig zerbrochen waren, und man kunth es beweren, wie kein schlosz, stat, closter, dorf, hoff war, in wolchem nit in gemein unnd sonnderheit ein mergcelich *fol. 633b. schade geschach, forderlich an den *giebeln und techern. Unnd werlich, es war eine bedeuttung vor viele eynes zukunfftigen unglucks”. a) von vielen zum unglück A. vieles zukunftigen unglucks B. von vielen e. zu. 0. — In € ist hier dem 18. Tractat unter der Ueborschrift: „Aus Cristoff von Kumheims otc.“ der Anfang der unter Hans v. Tieffen erlassenen Landesordanng von Hennobergers Hand beigefügt. Dieselbe ist abgedruckt bei Baczko, Gesch. Pr. 1V, 166.
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*Der 19. tractat sagt, wie die b, iren eydt der holdigung unnd *toı. 633». verpflichtung am konig haben gebrochen unnd sich gaben auf rechten, darnach auff kriegen. Capitel I. 8 1. Von? eim marggraffen zue eim homeister erwolt. Im jare 1498, alsz b. Johan von Tieffen homeister von der Reuschen Lemberg tot war heimgebracht unnd erlich bestat, b. Wil- heim von Eisenburg groszcompter versamelte auf Konsberg die b. und mit in hanndelte, wie lange under in bewegt war, so man mochte haben ein furssten ausz dem reiche, umb deswillen vielleicht sich die andern furssten des ordens wurden annemen und im zum lande hulffen. Viele da waren unnd sie es widerrietten, sonnder sie in zu eim homeister begerten; disz wolt er aber nit annemen.l) Viel auch da waren, die ein fursten begerten, unnd disem viel bey der groszcompter und schickte *b. N. Spis mit anndern in botschafft *fol. 634a. zu hertzog Jergen von Sachsen. Darumb er in zusagte seinen bru- der Friderich; unnd sie inn da erwoltenn. Fridericum, den marggraffen von Meissen, unnd er wart der 33. generalmeister des spitals vonn Jherusalem des ordenns sancte Marie Teut- sches hauses?2) Unnd er quam in disem jar in Preussen durch a) Von Friderico marggraffen von Meissen ‚dem 33, hoomeister in Preussen C. 1) Dass diese Nachricht auf guter Ueberlieferung beruht, zeigt Voigt IX, 240 Ann, 1. 2) Die Verhandlungen wegen Uebernahme des Meisteramts seitens des Herzogs Friedrich von Sachsen und die Sendung des Comthurs von Coblenz, Werner Spiess v. Bullisheim, an Herzog Albrecht von Sachsen halten noch zu Lebzeiten Johanns von Tiefen stattgefunden.
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380 Tract. XIX Cap. 1.81. Danntzkel) mit seim brudern Jerge gen® Konnsberg unnd liesz, sich da cleiden in den orden und regierte ins 14. jar. Im jare 1507 nach langem und vielem anhalten der b., damit er kriegen solte, er helt eine tagfart zur Mimmel?) mit dem lanntmeister aus Lifflant; unnd dise tagfart das beschlos, unnd er solt selber ins reich umb volck. So war doch sein sinne nicht zum kriege, und zoch ausz dem lande, unnd seine b. im zueigeneten Rochelitzb das schlosz, auf wolcbem er lag zwe gantze jar krannck; wen man sagte, im wer vergeben, unnd er blutte ein fart ausz der nase 3 tag lanng unnd starb; und man in begrub in Meissen in den thumb bey seinem vatter im jar 1510 am dritten tag nach Lucie.) *fol. 634b. *Coadjutor“. In seiner kranckheit er wart gemacht coadiutor seins vattern brudern son Ernesti, bischoffs zu Maidenburg®). Alsz er zue Rochlitz lag, so fragte ehr: wu ist der ader der? man im antwurte, sie weren gen Preussen gezogenn; unnd er sprach mit. seufzen: o got, alle welt gen Preussen zeugt, ich auch alleine hier musz sterben; o got, du weist disz, unnd ich umb frides willen Preussen habe gereumet, damit ich nit jamer sehe. Officialenn. Sein groszcompter war b. Simon von Drahn, sein marschalck b. Wilhelm von Eisenbergk, graff, sein compan b. Nicles Spisz5), sonnst alle anmachtsleutte er liesz, aber wen einer abgienng, da stackte er einen Meisner ein nach voriger Preusser weisse und übung®). In andern sachen sein person antrettende er war ein loblich fursst, sonnder in hetten ganntz eigen gemacht seine rette und amptleut. a) von A, auffC. b) Rochelwitz A.B,. c) Dor Abschnitt Coadjutor fehlt B. d) parteischer B. C. 1) Vgl. Chr. Beyer a. a. 1498, Ss. r. Pr. V, 448. 2) Vol. Voigt IX, 334. 3) HM. Friedrich starb am Sonnabend nach Lucie (14. Dec.) 1510 und wurde & Tage später beerdigt. Voigt IX, 395. 4) Friedrichs Wahl zum Coadjutor fand bereits 1504 statt. 5) Compane waren Hans v. Kottwitz, Nicolaus v. Pflug, Heinrich v. Milutz, Wilhelm v. Schauenburg und Matz von Dieben. 6) Der Orden beschuldigte den Bischof Lucas von Ermland, dass er eine solche Aleinung im Lande hatte verbreiten lassen, wie sie hier auch Gr. ausspricht. Vol. Voigt IX, 354.
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Tract. XIX, Cap. I. 8 2. 381 $ 2. Von seim regiment im lande, wie es die frembden wolten gehabt haben. Zu seiner zeit war bischoff auff Heilsberg *Lucas”, unnd diser *fol. 635. fulte, wie des homeisters rette durch iren hern im und seinem gne- digsten hern konig in vielen stucken zu nahennde weren unnd auch sich schickten auff krieg unnd suchten ursach zum krieg. Diser bischoff mit dem homeister tagte und sagte im: erlauchster fursst, eur rethe euer gnaden vorfüren, damit ir verachtet kon. maj. von Polen, der doch eur patron ist, unnd sie sagen euch, wie der orden gantz Preussen hab gehapt, unnd es noch heut ewer ist; werlich neyn, mein her konig ist her über Preussen, unnd ir sein dienner; unnd solcher worte vil. Der homeister es gutwillig anhorte unnd schwig stille. So het der homeister ein cantzler, [der] Paulus!) wart genant, seer ein gelerter doctor, und diser sich mit dem bischoff Lucas be- kannth machte unnd mit im viel handelte der worte halben, die ge- reth waren, und Lucas verweisete Paulo schriffte von seinem grundeb; und Paulus sprach: der orden annder schriffte hat, disen gar un- gleich, nach den wir unserm hern ratten; idoch in kurtz die warheit wiert vorhannden sein, und wir mussen bas schriffte sehenn. *Nam der geistlichen“. Weitter Paulus Lucam! fragte, *fol. 635b. wie es queme, unnd er seinem hern homeister nit gebe in seinen schrifften den furstlichen tittel, sonnder im schribe, wie eim igelichen obersten in allen orden ist gewonnheit zu schreiben. Lucas sprach: wer da geistlich sein will, der musz sich wertlich dings nit unnder- wynden; so der herre homeister hie im landt der herre ist, so ist er her wie ein homeister, unnd nit wie ein marggraff von Meissen, unnd so schrib ich im wie eim obersten seines ordens in der geist- licheit. Ein from hertz. Dise worte wurden im angesagt, und es horten etzliche von den seinen, die sprachen: erlauchster fursst, schickt im ein compter oder drey auf den halsz, die im seine arme leuth zwacken, er wiert euch wol wye eim furssten schreiben. Und a) L. von Allen. B. b) gn. A. c) Nach der geistlicheitt B. d) den bischof B. 1) Paul v. Watt war Kanzler des HM.s bis 1503, dann erwählter Bischof von Samland, gestorben 1505. Ueber seine und des HM.s Beziehungen zu Bischof Lucas s. Thiel in der Erml. Zs. 1,410 ff. An Gr.s Erzählung ist natürlich kein wahres Wort; richtig ist nur, dass IM, und Bischof vielfach in Unterhandlungen stunden.
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*fol. 6368, *fol. 636b. 382 Traet. XIX. Cap. 1.8 3. der homeister anntwurtet: nein, unnd es soll nit geschehenn; wen wir es erkennen, wie es so musz sein; wir haben seinen armen leutten keine freude gemacht, wir in auch kein betrubnus wollen machen; wier haben gut recht an disem, *unns soll wol unnd whe geschehen; und solcher wortte viel, sonnder sie gefielen den seynen nit. $ 3. Wie der homeister mit den seinen in ergernus quam. B. Friderich homeister machte im ein bosen namen, wen er satzte vier" edelmenner, sein spilgenosz, zu regennten!), die solten alle sachen urbaren, wen angeschen wie er ein junger und unerfarner gesell were, und wie er ein guetig man war; wen er war erzogen im thumb zue Coln, da er thumbherr und sacrista war. Damit sie die Preussen forchtsam machten, so must niemant vor seine guetig- keit komen, unnd die regenten musten die Preussen regieren in virga ferrea. Disz den Preussen bannge thet, unnd sie ire sachen nach voriger weisse nit mochten selber vorbringen, und begunde seer wunderlich zuzugehn, wie denne verzalt wiert werden. Item er mit den seinen nach Meissnischer weise, da man es thun mag, essenn milchspeise das ganntze jar unnd eyr in den fasttagen, wie sie woren. Von fluchen. *Item er. hielt grossen hoff, und die brachten ins lanndt grawsame fluche unnd scheltwortte, unnd es da jung und alt in Preussen lernten auff heuttigen tag. Bosz exempell. Von disem milchspeisse essen und fluchen es quam in ein gebrauch, und die Preussen es heutte auch vor ein recht haben?), wiewol viele sagen: unnd es kan unns nit wol gehn fortme in Preussen, so wir nit got vor augen haben in disen sachen; Unnd werlich durch dise rette got. Unnd wie es den Preussen er- ganngen hat, man mag es abnemen ausz den geschichten der ge- schribnen hanndlung in diser cronica im 20. und 21. tractate. a) drey C. 1) Die Einsetzung der Regenten erfolgte erst, als der IIM. im Jahre 1507 Preussen verliess, 2) Vgl. unten Tract, 20 Cap. II.$ 8.
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Tract. XIX. Cap. L $ 4. 383 $ 4. Wie cluge leutt auch thörlich thun In iren handlungen auf ander. Disz wart nu wie ein evangelium, und durch disen homeister der orden solt Preussen wider erlanngen, wen dis” der b. aller meinung war, die da suchten iren nutz. Darumb er hielt ein heimlichen rath über dise sache, unnd da die seinen viel und vil wegeten® *unnd es funden, sie musten mit bieberey unnd verretterey das *fol. 637, lannt peinigen, ob sie so gedrungen zu im gutwillig wurden fallen. Idoch ein solchs gefiel dem homeister gantz nit, idoch man gab nichts auf in; so bat er,man solt es auf ein recht setzen, zu Rom unnd im reiche es zu handlen; und seine rette es verwilleten mit der un- derscheidt, so sie nichts konnen mit rechte auszrichten, er ein krieg anschluge. Ein getichte lugne, Zum ersten des ordenns volk, ausz was eingebung, got weisz es! sagten und beschwuren, wie sie in (len welden hetten sehen umbreiten? Casimirum, den konig von Polen, im feure, unnd diser schreye: lieber son Albrecht, ker wider Marien lanndt dem orden, sonst kan ich nymermer selig werden; und solcher worte viel. Unnd werte lanng. Ein behennde lugne. Etliche von den seinen mit munde und schriffte disz beschwuren, wie das ganntze reich sich verschworen hetten, umbs homeisters willen Preussen umbzukoren, wurden sie sich nit dem homeister undergeben; und des vil. *Vonn kriegs gewher. Soman auch buchsen gosz, harnisch *fol. 637b. kaufte, spiesz, hellebartenn vorschuff unnd sich hofflich zierte in herschauen und herwagen, in allem, was auff blutvergiessen taugt, das annder mit verretterey, unnd man hub also an. Wiewol es der homeister het verbotten, idoch etzliche b. auff den schlossern ver- hielten diebe und ubeltetter aufs konigs volck, unnd die entsagen des konigs volcke und nomen und den stetten mechtigen schaden tetten, unnd bey in sie gelet? wurden. Der konig mit den Preussen umb ein solchs dem homeister schriben und sich beclagten der hanndlung wider den ewigen fride. Der homeister verschuff, unnd man solt diebuben nemen, wa man sie funde, nach laut des ewigenn frides. Die regennten schriben heimlich, man solt niemant ausz iren gerichten geben, sonder konte man sie da uberzeugen, man solte sie da richten; unnd wart also practiciert. Fieng man jemanndts a) dis fehlt A, b) wegerten A. bewogen ©. c) unnd es A. d) rennen B, umbrennen O. e) geherberget B
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*fol. 638a. *fol. 638b. 384 Traet. XIX. Cap. I.8 5. von den reuttern ins homeisters lanndt, man wolt in nit lassen peinigen, und man kunde auch niemants *haben, der sie richten wollte, unnd sassen lanng; unnd alsz niemannt war, der sie forderte, sie quomen ausz; fienng man jemants ins konigs lannde, unnd sie bekannten auff edelleut unnd b. unnder dem homeister, sie musten komen zu den gefanngnen, und dise in sagten under ir augen, wie sie mit in hetten geritten und helffen stelen; so sprachen die under den orden: unnd disz ist nit, unnd ich kann es beweisen, wie ich in botschafft bin gewesen meins erlauchsten furssten, unnd es sey” weit fell, unnd mir solt ein dieb mein ehr abschneiden; unnd der wortte vil, unnd quam so weck. Bald nach disem vons ho- meisters regenten quam ein brieff, unnd sie begerten, man solt die übelthetter in ir painigung geben; gleich wie sie in hetten gemartert auf ir wolgefallen, also sie in auch woltenn marttern auf ir gut- duncken; und geschahen solcher wechselreden viel, unnd buben halff man über, unnd gienngen wie fromme. 8 5. Wie man gelt versamelte vonn den Preussen. Die regennten waren witzige menner, sie *sahen grosz reich- tumb in Preussen; sie wurden es mit dem homeister einsz, unnd er bath die obersten vom adel unnd von den stetten zu gaste unnd durch bethweisse eine gemeine zeisse begerte vom lannde, ein jar zu bezalen viel gefundene schult; unnd man sagte es im zu unnd man hub auff 95000 mark, unnd die auch ir beutel vol fulleten die mit dem gelde umbgiengen!). Ceysa”. Zum andern mal man bat und gebott, sie solten zeissen?); das lanndt wider hochlich vermanete, damit sie nichts gaben; zum letsten man uberquam den adel, unnd sie sagten es zu, und da gefielen 94000° marck und achthalb hundert marckt. a) sey fehlt A. b) C. lässt hier den folgenden mit Coysa überschriebenen Abschnitt folgen und bringt den obigen an dessen Stelle. c) 48000 A. d) 94 tausend und S00 marck R. A750 mC. 1) Im Jahre 1501 wurde die erste Zeise auf ein Jahr ausgeschrieben. Voigt IX, 289. 2) Im Jahre 1506. Voigt IX, 328,
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Tract. XIX. Cap. I. 8 1. 385 Ceysa. Zum dritten mal sagte man dem lanndt an ein zeisse, wen der herr homeister were geladen vor den kayser und sein reich, der kayser wolt im selber das landt von Preussen in seine handt schlaen, unnd er solt es heimebringen; und die Preussen meinten, es solte so sein, und gaben zeisse.!) *Theurung. So hat man gelt gewechselt, und das mechtig *fol. 639a. theur, den Ungerischen gulden 21/2 marck, den Reinischen gulden 7 firdung, den Davitsgulden 1'/2 marck, unnd ist noch heut in diser theurung von disem auftkauffen. Capitel D. $ 1. Von anfang, ursachen und mitel der laidigen reitterey im lande zu Preussen. Es quam auf in disen tagen ein unlobliches unnd ein gefunden ding vor die, den da stelen unnd nemen ehre dauchte sein, unnd geschach also. Des konigs volck in iren stetten hetten burggraffen; diser war einer von den burgermeistern, diser in namen kon. ma). verrichte viele sachen. Unnd es quam, wie etliche sachen von dison wurden vor den konig appelliert; gefiel es im, er liesz es zugehn; war es sache, und der burggraff gonnst unnd vorbette auf das annder teil hette, damit sie nit auf grosz uncost quemen, er sprach: ir solt also unnd also thun, ich bin euch konigs gnug. Etliche es liessen dabey, etliche durch roben auff der strasse es tetten rechen.* Sie *fol, 639b. ritten in die Schlesie, in Lausitzen, und wa sie horten die bestenn reutter, sie haben sie in Preussen gefurt unnd haben in gelernet wege unnd stege. Und die reuter erlanngten viel von den kauff- leutten, sie annder me einfurten und im namen der, die da clagtenn, man hette sie rechtlosz gelassen, sie nomen, morten, vertempten, verbranten die Preussen, und nam mechtig uberhanndt. In welden, strassen, dorfern, stetten des ordens sie wurden verhalten one wust des homeisters, aber mit verhengung etlicher amptbruder und der regennten. Ein schentliches. Ein ander bose weise war, wen etliche mit iren sachen vor ein rat quamen, der rat in beful, sie solten ire 1) 1508 wurde die dritte Zeise ebenfalls auf einJahr ausgeschrieben. Voiyt IX, 362. Simon Grunau I. 235
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386 Tract. XIX. Cap. I. 8 2. sachen auff gutte leuth bekomen und sich verrichten; weiter wolt der rat mit in nit zu thun haben. So waren viele, die da nit irer sachen einsz worden und entlieffen von iren weibern unnd kindern *fol, 6404, und guettern und quamen zu den reuttern; disen sie ir sache* vor- legten unnd dem rate und irem widerpart entsagten, unnd quam mit der zeit, wie drescher, paurnknecht und solch schlim volk ent- sagtenn und schaden tetten auf die iren one barmhertzigheit. Von reutterischen Polen. Die Polnische panin* im Culmer- lannde sahen, wie die frembden reutter reich wurden, sie huben auch an und suchten in sachen unnd tetten iren handel mit nemen gnug. So was man auf und sie fienng; sonder ander schriben vor sie zunı konige. Der konig aber verschuff, man solte sie richten. Alsz sie es horten, mit willen unnd gehorsam |sie] giengen in den tot, und wart von den Polen ein wenig besser. $ 2. Von Gregor” Materne, seiner reutterey und seinem ende gar dorfftigelichenn.!) Eins burgers son von Danntzke, mit namen Gregor Maternc, wart in Engellandt von eim kauffman verlemet in der lingken handt, *fol. 640b. uber wolchs im da niemant* wolt recht helffen. Uber etliche jare, der den schadenn het gethann, yuam gen Dantzke! in Preussen; Gregor Matterne in anlangte umb auffrichtung seines schadens, darauf er im gab spot zur antwurt. Gregor Matterne gienng zum rath und begerte hilff, sonnder man sich nit daran korte. Nach langen umbleuffen vonn eim burgermeister zum andern im wart ein stilschweigen gebotten bey verlust des lebenns. So schickte sich Gregor Matternne unnd finth seinen widersacher vor dem Konigartzt- hoff steen; nach? kurtzen worten mit im in da verlembte an beden bennden und quam in die Oliva, ausz wolcher er begerte gleit auff verrichtung der sachen, sonder man wolt esim nit geben. Der ver- lemte kaufman vor und vor sein recht thediongte unnd erlanngte a) peum A. 1) $2fehlt B. c) Gregar A.; so auch im Folgenden. d) g.D. fehlt C. eo) mit A. 1) Ueber die Händel des Gregor und Simon Matern s. Weinreich, Ss.r, Pr. IV, 798, Chr. Beyer, Ss. r. Pr. V, 446, Chr. Falk, Preuss. Geschichisschreiber des ÄVI, u. XVII, Jahrh. IV, 37, und Hirsch in den N. Pr. Pr. B. 1854 V, 86 f. — Grunaus Bericht ist entstellt und lückenhaft,
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Tract. XIX. Cap. D. 8 2. 387 Gregor Maternes guter. Gregor zoch zum konig Alberto und sich erclagte; der konig schrib in die tagfart auff Mariennburg® den Danntzkern, sie solten es mit im verrichten; sonnder* dio Danntzker *fol. 641a. nit wolten, den er solt zu in komen. So fiel Gregor auff ein knie vor den burgermeister von Danntzke, der sein pate war, unnd bit in umb Marien willen, er solt in aufnemen zu gnade, damit er ein lannges betriebnus hinderstellig plibe. Der burgermeister sprach: du bist ein man, haue hin, thue, was du kanst. Nach disem er zug ausz unnd uberquam reitter unnd er durch sie den Danntzkern in Preussen, in Polen,’ in Schlesien, in Meissen, in Lausitz, in der Marcke, in Pommern und, wa kauffleut waren, unzeglichen schaden thet. So fienng er her Jerg Mannt unnd herr Jergen Buck,!) die burgermeister, alsz sie vom konig heim zogen, sonnder 400 fleischer sie im abschlugen; er fieng her Merten Rabenwalt‘?) unnd disen hinder Gerdawenn in Preussen gefangen hielt, und er im auch ent- quam.3) Diser Gregor Matterne mit seiner lotterey den Danntzkern mer schaden theth, denn so ein fursst mit eim herschilde cin jar vor der stat gelegen, wen nyrgendt sie waren sicher. Verretterey. Der rat sich beforchte vor eim auflauff® von *fol. 641b. den burgern; sie ein solchs erdachten. Auf Crossen®) in Schlesier- lant sasz ein starost ausz Polen, Anndres vom Sampter?) genannt; bey disem herrn hette Gregor! Matterne seine beste herberge. Disen die Danntzker mit viel tausennt gulden überkaufften, und cr es ver- hienng, damit Sartoff ein jude vor seiner camer mit bilff eines auszreitters von Dantzke ihn? erwurgte) Disz nam sich sein b. Simon Matterne mit der zeit an unnd auch mechtigen schaden teth. Disen auch die Danntzker zu Posznaw durch ein goltschmid uber- quamen?) unnd im sein recht tetten, wie ich denne auch von ime sagen werde tractat 20 diser cronick.®) a)M. und A. b)i P, fehlt ©, c) Reborwalt A. d) Jerg A, eo) ihn fehlt A, 1) Am 20. Mai 1495. 2) Am 22. Mai 1499, 3) Hirsch a. a. 0. S. 101. 4) Die Danziger Chronik des Chr, Beyer, Ss. r. P, V, 450 nennt den Ort gleich- falls Crossen. Hirsch a, a. O. S. 103. Anmk. vermuthet, dass es Kosten gewesen ist, 5) Siehe über Andreas v. Zantor Hirsch a, a. O, S. 103 Anmk, 6) Er endete 1502 am Galgen. Hirsch a, a. 0. S. 104. 7) Hirsch a. a. O. S. 136. 8) Vgl. Tr. XX c, 118 7 unten IT 429. 20°
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388 Tract. XIX. Cap. IL. 8 3, S 3. Wie der homeister mit all seim gelde heimlich ausz Preussen zoch in Meissen. Im jar 1504 nach ostern er hielt ein entliche tagfart mit den lantmeister in Liffllannt zu der Mymel,!) und da beschlossen, er solt sich in eigener person ins reich machen und solt ein volck zu wegen *fol. G42a. bringen und Preussen gewynnen, wen angesehen und *der konig Alexannder von Polen hette im eine zeit gesatzt, in wolcher er im huldigen solt, vor wolcher zeit der konig starb, unnd sein b. Sigisz- mundus nacb im wart, unnd diser den homeister auch vermante zu schworen. So machte sich der homeister ausz Preussen mit mechti- gem gelde und quam nit wider. Regennten. Zu eim vitztumb ader verweser des landts zu Preussen er satzte b. Wilhelm graff von Eisenberg, marschalck des ordenns;?) unnd disz horten alle ubeltetter gernne, wan er ir gnediger herr war unnd vatter; und sie fienngen* an ein ursach zu suchen, unnd wart alles gelobet. Ursach. So nam man dio stat vom Elbing vor, in wolcher war ein burger, unnd diser hete ausz des ordens lanndt gutte leutte bey im, den er eine ehrung teth nach Preusser weisse mit fielem trincken. Sie truncken alle ausz einer kanne, thonne und becher unnd sich legten von trunckenheit. So het sich einer übersoffen, *fol. 642b. damit er kranck wart, er zog heim und clagte es seim hern* unnd spricht, wie man im vergeben habe von dem unnd dem zum Elbing. Baldt man schrib gem Elbing, man solt im ein abtrag machen, unnd sie solch wort betedingten;? unnd der wart gesunth wordenn,° sonst er het must ein silberin mann geben. Vom selbigen. Die stat vom Elbing ein andern anstosz hette in diser zeit. Sie wurden gefangen und benomen, unnd sie doch von keiner feindtschafft wusten; unnd den das ire wart genomen, sie sagten, sie hetten ein edelman gesehen, Hanns Hilde- brant genannt, der under dem orden sasz. Von solchem Hildebrant’) a) gienngen. b) betondigt. A. c) Sio bot. s. w. den ohr war g. w. B. u. die sach wort ge- handelt so lang, bis d, w. g. w. c, 1) Die Tagfahrt fand am 20. Mürz 1507 statt. Ueber die Verhandlungen vgl. Voigt IX, 334. 2) Neben Wilhelm v. Eisenderg ernannte der HM. noch die Bischöfe Hiod von Pomesanien, Günther von Samland und den Grosscomthur Simon v,. Drahe zu Regenten, Voigt IX, 837. 3) Ueber Hildebrand Bärwalds. Hirscha.a.O.p. 122. undunten Tract. XX c. IV81.
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Tract. XIX. Cap. I. $ 1. 389 auf? unnd teth viel schaden und stifite auch verretterey in der stat mit etlichen burgern, die denne gegriffen und gefierteilt wurden. Nach vielem schaden und fangen der burger die Elbinger sich mit im verrichten und gaben gelt, damit sie mochten fride haben; und solcher sachen mechtig vil man übete in discem jamer. Capitel II. $ 1. Wie” sich die sache der Polen und b. durch viel botschafftenn* zu einer tagfart endete. *fol. 643a. Alexander, konig von Polen, hub es an im jare 1505 (Sigisz- mundus es erfullete), sante zum babst Julio 2. seine botschafft noch eristlicher weisse unnd erzeigte im seine underthenigkeit und bat die benedeiung® seiner privilegien und im sonnderlich verzelte die sache der b. von Preussen, und wie sie im huldung pflichtig weren, dise nit allein sie nit wolten thun, sonnder auch auf in sie sich schickten mit kriegs weisse zu setzen und itzundt in irem lannde sie verhielten alle übeltetter, und solcher meinung viel; unnd im schickte die auszgeschribne artickel des ewigen fridenns und bat der eine bestettigung ausz cristlicher gewalt. Ein° gesatzte tagfart. Der babst sich beriet nach Romi- scher weisse unnd schrib dem homeister also:!) Lieber son Friderich, über dich ist clag komen von wegen unsers geliebten sones Alexanldler, konigs zu Polen, und seines reichs, wie du dich setzest wider den ewigen fride, gemacht und verwillet von deinen vorfarn, und im nit huldigen wollest und uber das dich befleissest krieg zu fieren, das unns erschreckt vonn* eim geistlichen manne zu horen. So ist disz *fol. 613b. unser ernste vermanung, und du thust nach laut der verschribnen artickel deiner vorfarn, der ehere, gutter unnd herligheit du ge- brauchst; so du aber ein solches wurdest verschmehen unnd du weitter ein aufrhur wurdest machen, es solle gescheen, unnd wir a) Wie der konig von Toten uber den hohomeister vor dem balıste klagte. B, 1b) gebeno- deiang B. C. c) Des babstes schreiben an den holemoister, B. 1) Das Schreiben des Papstes vom 11. Mai 1505, dessen Inhalt Gr. sehr ent- stellt mittheilt, s. in deutscher Uebersetzung bei Schütz fol. 408.
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390 Tract. XIX. Cap. III. 82. umb deines ungehorsams willen den Polen wurden bestetten ire zu- gesprochene urtell, damit man solte inne werden die barmhertzigkeit unnd gerechtigheit des anmachtes s. Petri. $ 2. Wie sich der kayser Maximilianus der sachen annam und schrib dem babst. Von stund an der homeister auf Rochelitz® dise brieff schickte ı Maximiliano dem kayser, alsz er ein reichstag hielt mit den chur- furssten zu Collen, unnd er solte dem babst schreiben, unnd liesz den kayser underweisen, wie der Teutsche orden bey Preussenn komen were, also Fridericus der 2. ein kayser het dem orden eine guldene verschreibung geben über Preussen, die heiden weren, und der orden mit beystand Teutscher nacion Preussen habe gewonnen, *fol. 644a, mit wolcher hilff* sie iren kindern ein hospital haben gebaut, unnd dise das lanndt von Preussen haben zu ehrn angericht nach aller monierung Teutscher nacion. Diss hat zornn gethann den Polen, unnd sie haben aufgebracht ein mechtiges volck von unglaubigenn mennern unnd durch ein uncristliches vorteil ein streit vom orden gewonnen unnd erschlugen denn homeister über Preussenn mit den bosten b. Sint der zeit sich die Polen herrn über Preussen ge- rumet haben. So dann itzundt unnser ohme Friderich, homeister in Preussen, von furssten Teutscher nacion frey geboren sey, eim herrn Wenndischer nacion zu diennen im unmugelich ist, so were gebetten seine heiligkeit umb ein gut mittel, damit die dienner Marie ir landt wider hetten. Die churfurssten alle auch in solicher meynung schriben unnd der ganntz adell, unnd sprachen, sie wolten die b. ausz Preussen ohnvertriben haben, es mochte sich enden, wie es wolte” mit in. Von solchen meinungen es wurden brief! zum babste unnd zu allen cardinalen gesandt.!) a) Rochelwitz A. b) sulte A. 1) Das Schreiben des Kaisers an die Cardinäle d. d, Köln 4. August 1505, das . Gr, vorgelegen haben muss, und das er im Auszuge mittheilt, s. Schütz 409-410.
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Tract. XIX. Cap. III. $ 3. ’ 391 $ 3. Antwurtt unnd schrifft des babsts auf das hoch antragen der Teutschen. *Der babst dem kayser, seinen churfurssten unnd dem ganntzen *fol. 64H4b. adel also antwurtte:!) Geliebten sonne, angesehen eur antragen wier ein solch rescript® schicken. Wir seint auf erden ein richter der menntschen in stat Jhesu, eim idtwedern nach vermogen recht zu pflegen; unnd ir euch berumet, unnd es von euch wie” ungeburlich ist, damit ein freyer Teutscher fursste eim Wenndischen? konig diennen solte, so sehen wir nit an Teutsche noch Wenndische art‘, sonder den handel, den sie umb got! treiben. Disz wer im tage, und er den Polen gonnstig were; wen sie vor unnd vor mit den Turken, Tatteren, Moschkowitern, Reussen unnd Walachen stritten umbs glaubens willen und woren sich musten, die Teutschen aber auch? ir eigen unnd cristenblut vergissen ; disen er nit mitten? were. Damit aber ein gutt mittel gefunden wurde, sie solten mit den Polen ein tagfart halten, er wolt ein legaten schicken, und da sie mochten vorbringen von uncristlichem vorteil des streittes unnd, was sie wider die eron* von Polen hetten. Unnd disz wart ange- *fol. 645a. nomen?), unnd die legaten unnd mitler unnd stelle genannt und tagfart gesatzt. Die! ausz Lifflannt quomen mer starckh wann synn- reich unnd mit grossem pochen mit den Preussen, und sie wolten die Polen mit ursachen tempfen. Item in gantz Preussen war das ge schrey, unnd dem orden were Preussen aufgetragen, unnd solcher ursachen unnd lugen viel. Capitel IV. $ 1. Von der tagfart zu Possnaw umb das lant zu Preussen. Im jar 1508 im herbste?) man zog von beden parten zu tay- fart. Vom babste wart gesannth der apt von Fulda und der thumb- a) ErA. b) recopt A. reschriffi C. ce) wie ein A, d) Windischen B. eo) Wind. B., so B. auch im folgenden. H gutC. g) nurB. ij geneygt: C., mitt denen w. o.n. . ji) Der Schluss des $ fehlt B, 1) Der Brief ist von Gr. erdichtet und hat nur den Zweck, m den Verhand- lungen des Jahres 1505 zu der Tagfahrt von Posen im J. 1510 überzuleiten. 2) Die Anregung zur Tagfahrt von Posen i. J. 1510 ging nicht vom Papste, sondern vom Kaiser aus; vgl. Schütz 431. 3) Die Verhandlungen begannen am 5. Jui 1510. Schütz 432.
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"fol 64h. *fol, 6468. 392 Traet. XIX. Cap. IV. $ 1. Ju probst von Maidennburg, vom kayser der graff von Mansfelt und der graff vom Salmen!). So war da der konig von Polen unnd seiner rethe etliche, item die clugsten b. waren da, unnd was sie retten, das hette grundt von schne geballet, und zogen es grosz an. Des ordens beste freunde weren da, unnd sie alle durch einen erfarnen doctorem retten, wie sie von den b. weren underweist, also2): *Hochgeborener konig, und ir groszmechtigen herrn von Polen, wir zum ersten danncken euer gnaden, unnd ir euch hapt gutwillig- finden lassen zu diser seligen tagfahrt zu hanndlen, was ehr und glimpf antritt. Unnd damit euer gnaden nit lanng verzogen wurden, so ist disz unnser antragen im namen eins wyrdigen ordens Teutsches hausz. Disz ist lantkundig, und es bucher auszweisen, wie ein Teutscher orden durch hilff Teutscher nacion das lanndt Preussen habe bezwungen, unnd die einwoner vom unglauben zum glauben Cristihaben muessen tretten, in wolchem der b. viel erschlagen seint worden umbs glaubens willen. Zu eim solchen hat sie kais. maj. Fridericus ll. in Preussen versatzt unpd in es mit einer gulden bulle verbriefft und zu eigen verschriben. Itzunt aber im tage ist, unnd ir das beste in Preussen habet, und noch über das wolt, und ein wyrdiger orden, der das ander theil hat, solt eur dionner sein. Und so es were von euch verstanndenn, *ein solchs zu thun ausz crafft des ewigen fridenns, disz were nichts; wen noch von bebstlicher heiligkeit noch von kais. maj. es were erkannt, das der Teutsche adel der frey were, Wendischer nacion solt ein dienner sein. Aller diser fride were nichts, wen [er durch?) ein schlechtent bischoff one wust und willen des ordens unnd seiner lanndtcomptores, aus forchte unnd zu meiden weitter verderbtnus, wer gesatzt unnd bestet worden.?) b) a) d. in B. übergoschrieben, o. d. fehlt A. C, b) schlechter A. C. 1) Grunaus Angaben über die Gesandten sind irrig. Als Vertreter des Papstes war designirt der Legat Achilles de Grossis; der Kaiser hatte deputirt Hartmann, Coudjutor des Stiftes Fulda, Graf Ernst v. Mansfeld und den Ritter Dietrich v. Witz- leben; Voigt IX, 382. 2) S. den Recess von der Tagfahrt, Ss. r. Pr. V, 271 f.; was Gr. über die Verhandlungen mittheilt, ist eigene Erfindung, 3) Die Worte beziehen sich auf den Bischof Nicolaus von Samland, dem Ur. oben 11,297 eine besondere Betheiligung am Friedensschlusse zugeschrieben hat,
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Traet. XIX. Cap. IV. 8 2. 393 So begeren wir zu wissen, wio ir seit bey das landt zu Preussen komen. Habt ir es mit dem schwert von eim wyrdigen orden ge- wonnen, wir sagen euch ein streit und schlagen an, es widerzu- gewynnen; habt ir es gekaufft, wir wollen es euch auff ein tag be- zalen; habt ir es von donacion, disz beweist; habt ir es mit verretterey, und disz wir globen, eingenomen, trett es abe oder vergonnet auch verrettern ihr spiel zu gebrauchen‘. Teutscher nacion meinung wer, ir spital frey zu habenn, damit ir edlen kynder nach wyrden mochten verhalten werdenn in iren statutten?. Unnd so unnser bette unnd vermanung wurden von euch ver- achtet, wir mit unsern *heuptern musten trachten alsz die, den es*fol. 646). wee tette, ein solch verschmenus, und sie weitter nit verschmehet wurden, $ 2. Antwurt der cron von Polen auff die angetragne artickel der Teutschenn. Nach eim vernunfftigen bereden der konig unnd seino rette gaben ein solch antwurt: Und wir bebstlicher heiligkeit unnd auf beger kais. maj. in eim solchen unnd auch in grosserm wolten zu willen sein als gutte cristen. Und es buecher auszweisen, unnd der b. keiner sey erschlagen worden forderlich umbs glaubens Jhesu willen, wen die seligen furssten der eron Polen mit hilffe anudechtiger leutt Teutscher nacion in einem schlaen durch die creutzfart gewonnen haben das landt von Preusen“, nit den b. zu gutte, sonndern zu einem gemeinen nutz der cristenheit. Umb vorbet aber derselbigen furssten die b. umb ein tribut der Romischen kirchen mit willen der Polen wurden in Preussen gesatzt, und esin gehorsam war. Unnd es quam, *was sie *fol. 647a, den newen cristen in Preussen heten zugesagt, sie der keins hielten; in disem die Preussen sie vertriben und erschlugen. Kayser Friderich der 2. het sein tage nie ein stecken eigens gehapt in Preussen unnd darumb zu vorfal der Polen? nichts hat kunthı weckgeben, und über das er da im banne war, und solcher leut donacion nichts becrefftiget wider unns unnd unnser eigenthum. Und wir Preussen haben und wollen, die b. unns diennen solten, wie frey unnd hoch sie geboren sein, ist war, unnd [wir] disz a) vder— gebrauchen follt A, b) stetten A. stande B AJd.l.v. Tr. fehlt A.C. d) P. fehlt A.
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*fol, 647b. *fol. 648a 394 Tract. XIX. Cap. IV. 8 2, durch ire undannckbarkeit und ungehorsam unnd durch ein krieg eingenommen haben. Het ein cron von Polen gehort ader gewust solch uncristliche auslegung der gewalt der Romischen kirchen, gleichwie ir gewalt grosser im cardinal wenn im bischoffe, unnd nit in gehorsam were, sie hette Marien nit angesehen und die b. mit furstlichem ausz- komen begabet®, sonnder sie es so weit het gebracht, damit itzunt ir nam ausz Preussen ver*gessen were. Sie ist gestannden in der zeit der einfaltigheit uund nicht der newen betrieglichheit der hern und furssten. Und es nit verwillet haben bebstliche heiligkeit unnd kais. maj. und die landtcomptores, ist irer unwarheit schult; wen der homeister mit seinem convent es verwillet vor sich unnd die seinen, und sie wolten verwillung und bestettigung vom babst erlanngen; so dan niemandt trostlich sein soll, unwahrheit cs pleibt, unnd wir unns beruffen auf den ewigen fride. Und wir haben Preussen mit dem schwert gewonnen unnd des synnes sein, mit dem schwert zu behalten; unnd” euch die Tattern und Turcken so nahent legen und anfechten wie unns, ir wurdet es wol vergessen, streit auszzubieten. Preussen kost den Polen gelt unnd blutb, sie wolten aber darmit kein wechsel setzen und dorfften ir gelt nit. Sie Preussen hetten von nattur der eigen- schafft unnd in bestet wie ein angeborn gut der erbnam. *Von keiner verretterey sie nit wusten, unnd sie auch keine wolten statten mit willen, wen es in verschmelich were. Des spitals halben unnd disz wer war, die Polen den Teutschen ein weile ein spital vergonnt haben, sonnder bey dem selbigen almosz die b. übermutig geworden sein, umb wolches® willen nit die Polen, sonnder got sie gediemuttiget hat; das sie muessen erkennen. Wolt die Teutsche nacion ire kynder im spital versorgen nach ehrn statuten, sie mogen das thun an der Polen schaden. Auff disz die Teutschon nomen ein bedacht, auff den andern tag antwurt zu geben. a) anschlegung A. b) begabet het A Oo wann BC, HYwd.iy.n. fchltC. e) welcher At.
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Tract. XIX. Cap. IV. 83. = = o $ 3. Frage und antwurt, ein schedlich hanntfest und, wie es beschlossen wart. Sie quamen vor, unnd einer von den besten freunden der b. fragte, sint dem die Polen sich beherten* und Preussen vertretten, so teth man eine frage, was den sein? solte, die ir leib und leben auf Preussen gesatzt habenn, stett unnd schlosser* sie darinne gebaut habenn, ob es nichts solte sein. Die Polen nach eim kurtzen bedencken antwurten: cristlich zu glauben disz were, unnd, die ir leben in Preussen umb gottes willen verloren hetten, nichts begerten, wen sie von got mer entpfanngen hetten, dan verdiennt; idoch sie solten sie gestellen, unnd was da recht were, man solt sie conten- tieren. Vom bawen der stet unnd der schlesser in Preussen war disz antwurt: unnd die arbeit hetten die Littaw unnd Samayten gethann, die zu der cron von Polen gehorten, unnd ir arbeit nie gelont were worden, darumb billich ire herrn gebrauchten die schlesser und stette. So ist disz die suma aller reden, unnd die b. werden thun wie underthenige nachper, unnd man sol sie verhalten. Ir homeister darff nit pochenn, er hatt der cron von Polen entragen ein ver- pflichten eydt, wan® es nit me dan kriegen auf sich hette, es solte denn seinen wol vergolten sein. *fol. 6486, *Damit aber eur frome hertzen mogen wissenn, was recht die b. *fol. 649a. im lannde zu Preussen haben, hort an ire schriffte unnd sehet ire sigill. Unnd man gab einen pergamenen brieff zu lesen, und diser laut also:l) Wir b. Weinrich von Kniprode, homeister der b. des spitals von Jherusalem des ordenns sancte Marie Teutsches hauses, durch dise hanndtvest vor jederman, die sie sehen ader horen lesen, be- kennen, wie von unserm gantzen capitel verwillet ist, und Alberlein! von Nebraw° mit allen seinen erben, die menner sein werden, sollen sitzen zu Maidenburgischem rechten in dem ampte der scholtzerey, unnd im die freiheit geben, wein, mette, allerley bier zu schenncken, saltz, wurtze, wachs und gewanndt zu verkaufen, rot zu sigeln, freye a) vorharteten B. lehertten ©. b) sein fehlt A. C. c) unnd A. d) Aberlein B. Eberlein C. e) Nebaw A, 1) Die Verschreibung für Nebrau ist von Gr. für seine Zwecke frei erfunden. Das Dorf gehörte zum Gebiete des Bischofs von Pomesanien, der HM. konnte also keine Urkunde über dasselbe ausstellen. Eine Handfeste v. 5. Febr. 1396 für Nebrau wird erwähnt Ss. r. Pr. V, 428.
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"fol. 649b. *fol. 6508. 396 Tract. XIX. Cap. IV. $ 4. vischerey ein meile im Noyte* unnd die cleinen gerichte; vor wolche begnadung er jar jerlich der thumbkirche zu Marienwerder soll geben ein pfundt wachs und unnserm orden zu gutte sol halten ein geulen und, was vor harnisch unud gewohr zuhort.* Disz im gehalten soll werden zu ewigen zeitten von unnserm orden; unnd so mit der zeit die Polen Preussen wie das ir wurden besitzen, es soll im feste und unverruglich sein. Geben auff dem hausz Mariennburg, im jar der seligkeit 1361 am montag nach Johannis baptista. Disz auch gezeugen unser geliebten b. Jochim von Schledorff, b. Anthonius Nymtz® unnser compan° unnd herr Vasolt secretarius. Disen brief man liess umbegehn, unnd ein igclich herr sach des ordens sigil und sich verwunderten. In kurtzem beraten? sie nemen urlaub, unnd es solte pleiben in den termin, wie es were gewest bisz an den tag, und zogen so heim; und aller anuschlag unnd kost viel in den bornnen mit allem vleisz. $ 4.° Von grymen leutten und iren anschlegen zu diser zeit. Im jare 15101) die von Lubeck furten den schweren krieg mit den Hollendern, und der Hollender schiff quamen umb 100 gen Danntzke auf den Dominik. Disz wurden* die von Lubeck innen unnd schickten in wol zehen jagten! nach unnd funden sie am tag Laurenti? vor Danntzke und sich mit ihn schlugen, etliche schiff sie ertrennckten, etliche verbrannten, etliche sie weckfierten. So waren da Schlender und Englische, und dise sich mit in schlugen und in entquomenS viel aber der Lubeckor sturben von disem schlagen im hospital zue Danntzke. Mit eim solchenn die Danntzker ire geste beschoneten" unnd auch sie nit wustenn der Lubecker zukunfft in solchen sachen, Ratt auff krieg. Die b. in Preussen schriben irem homeister, er solte vermogen herrn unnd furssten umb volck, wen man die stette“so muhr gemacht hette durch die reutter, damit sie gutwillig a) Nogott B. b) Nympitz B. Nimpsch C. ce) caplan C. dj beredon A. 0) $4 fehlt B. N) Jagten fehlt A. g) sie ihn die flucht trieben C. h} beschirmeten Ü. 1) Vielmehr 1511. Ueber den dänisch-lübischen Krieg und den Angriff der Lübecker auf die holländischen Schiffe bei Rixhöft s. Beyer Ss. r. Pr. VW, 460. 2) Am Montag nach Laurentii (11. Aug.) s. Beyers Chr. a. a. O.
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Tract. XIX. Cap. V,8 1. 397 weren, den homeister aufzunemen. Die furssten von Sachsen zogen zu hauffe, disem ein gestalt zu geben. So war alda auch hertzog Friderich von Wittennberg,'!) diser sprach: unnserm hern vetter Friderich wir es wol geloben, sonnder wir wolten es basz erfaren. Und man schickte in Preussen unnd liesz erfaren, ob es so were, und* sie funden, wie die Preussen sagten: der homeister wer ein *fol. 650b. from man, sonder seine b., die barthmonnche, weren erlose schelcke, unnd got solt in helfen, sie wolten sie zu allen teuffeln mit den reuttern ausz dem lannde jagen. Unnd die botten quamen heim und es sagten, und die fursten sich der lugen und verretterey der b. verwunterten. Der homeister da blieb unnd starb im selbigen jar. Winnd und sturm. So war in disem jar am tag Ewfemie ein erschrecklicher sturm ausz dem nordenwinde, unnd diser mechtige gibel umbwarff unnd er ein newe tieff risz ins ordens lanndt, 3 fadenn tieff, Locstetten wertz.?2) Und disz nam von jar zu jar abe damit auch kreger schwerlich da kunden geen, unnd war zum ersten den Konsbergern ein trost, und darnach ein verterbung ihrer statfart." Capitel V. $ 1. Von den Meihsnischen statuten, die der homeister hinder im liesz, Preussen zu regierenn. *In dem alsz der homeister Fridericus wolt ausz Preussen *fol. 651a. ziehen, damit er einen guten abschied machte, er von eingebung und seiner regenten satzung seinenn armen leutten dise statuten machte unnd peen darauff satzte:?) Wir verbietten alle kauffe und verkauffe in heiligen tagen, die man feyren soll nach gehorsam der cristlichen kirchen, speisz unnd tranck zur notturfit auszgenomen. Aber brantenwein und sonst a) Wirttenberg C. b) zufartt C, 1) Gr. scheint den Kurfürsten Friedrich d, Weisen von Sachsen zu meinen. 2) Gr. wiederholt hier mit geringer Veränderung beim Jahre 1510, was er rich- tiger bereits Tr. XVIII c, 15 $1 zum Jahre 1497 erzählt hat. Von einem heftigen Sturme berichtet Chr. Beyer, Ss. r. Pr. V,458, zum Jahre 1509. 3) Die Landesordnung des HM.’s Friedrich von Sachsen ist abgedruckt in den Wöchentlichen Königsbergischen Frag- und Anzeigungs-Nachrichten 1751 Nr.38 f. Gr. gibt einen entstellten und verstümmelten Text.
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398 Traet. XIX, Cap. V. 81. annder collacion under der messen wir verbieten, die peen bey ver- lurst aller gutter; und auch vor der mesz niemanndt faren soll one noth. 2, Alle gulten® ader bruederschafft sollen in keiner loblichen feir nit begangen werden mit queserey, alsz zu pfingsten, zu weih- nachten, auf Johanns und dergleich, sonder darnach in wercktagen sie mogen sie halten, unnd sol auch? weren 3 tag. Die darwider thun, in den stetten bussen 3 gute mark, auf den dorffern 3 geringe mark von igclicher personn. *fol. 6510, Kein versammlung der burger* soll gescheen am heiligen tage 3. vor der mesz one sonderliche ursache. 4. In feyrtagen soll man mit nichte ein gericht sitzen, es sey wie grosz die sache wolte. [411 Kein wiert soll leiden doppelspiel in seinem hause; peen 10 gute mark, in karten unnd bretspil nit uber 1/2 mark“; unnd es me geschehe, stunde in straff nach der spiler gelegennheit. 6. Sint dann ausz wiertschafften und kindelbier ein verderbnus und armut sich gebiert, so wollen wir, unnd der adel sol geste biten auff 12 schisseln, der burger auf 6, die scholtissen auff 4, der gepur auf 3,2 und der quosz sich anheben am abend der threuung und weren ein ganntzen tag allein. Zum kindelbier sollen sein die paten unnd der frawen 4 nechste freundt mit der solemnitet des kirchen- ganngs und der opferung ohn schadenn. Die pen stet zu dem re- gierer, unnd doch nit soll sein uber 10 mark. 7. Wa es ist eine gewonnheit, und man scheppen cost gibt, so sol man ein fasz bier geben und zwen schincken; wa man es *fol. 6522. aber nit gibt,* mann sol es nit auffbringen ; peen 10 gute mark. 8. Die hanndtwercker sollen nymmer dan viermal im jar gesprech halten, unnd da sollen zwen rathern bey sein; unnd geschehe es annders, 1 gute mark peen von igelichem. 9. So soll kein hanndtwercksgesell monntag halten mit biertrinken; der wiert, bei? dem sie trincken, 1 mark, der handwercksgesell 1 fir- dung, der meister, so es nit-clagt, 1 mark peen. 10. Ein itzlicher hanndtwercksgesell soll unnder eim viertel jar nit ziehen von seinem meister, der meister aber mag im urlob geben, wen er will; 30 gute schilling pen. a) gilden B.C. b)nurC,. oJ 1lOgr. A. dd. g.a. 3 fehlt B. e) zu A.
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Traet. XIX. Cap. V.$ 1. 399 Auff einer volkomen meile von den stetten soll kein handt- 11. wercksman wonen ader arbeiten auf dorffern ader hofen?, es sey denn, [und] er dem handtwerck gnugthut, und es ir wille sey. Ein rath in den stetten soll darauf mercken, damit die hanndt- 12. wercker gute leut bewaren und in setzen, wie sie ire ware geben sollen ; peen® verlurst der falschen guetter. Ein igelich burger soll haben ein blechbarnisch, ein pantzer, 13. ein eysinhutb, ein koller von eysen, ein armbrost, eine hellebarth *unnd ein handtbuchsz; pen verlurst des burgerrechts. *fol. 652b. Niemanndt sol fortme ein burger sein, sonnder er setze burgen, 14. und er seinnem burgerlichen eyde wolle genugthun, unnd es be- schwere anstat des kreutzes Cristi. Niemandt noch in stetten noch in dorffern versamlung sol 15. halten ader verbintnus machen wider ein rath ader denn orden; pen soll sein verlurst aller guetter. Nimmer ein rath in den stetten soll die ganntze gemein ver- 16, botten, sonnder und es ja grosse nott thut, so sollen sie die eltsten burger beschicken; pen zu biessen vom rath, was übels darausz queme und mochte enistehn. Die burger unnder sich sollen keine kauffmanswar setzen, wie 17. zu kauffen, sonder der rat mit wust der herschaft; pen verlurst der stat, jar unnd tag. Alle fischerey sollen gehalten werden nach dem lautte einer 18, igclichen stat wilkor, wie von alters gewest ist. Ein igclicher paur des sein sol, da er sich *zum ersten setzt, 19. wiewol im anderstwo mochten ansterben ligennde grundt; idoch "fol, 653. die herschaft mag disem gnad thun. Es sol auch fortme kein schultes ader ackersman kauffschlagen, 20, sonder seines ackers wartten; pen verlurst der gutter. Unnd wa sich hin vermieth ein dienstbotte, da soll er pleiben ; 21. und wan er nymme diennen wil, er soll 8 wuchen zuvor! seiner herschafft es ansagenn, und auch seine herschafft im nit sol urlaub geben one redlich ursach; pen 1 gute mark. Wen knecht ader maigt in die ehe wolt tretten, disz soll kein 22. herrschaft verhindern, sonnder sie durch sich ader durch annder irn hern angeneme sollen auszdiennen; pen verlurst des lohnes. Die gebaur sollen niemanndts mietten und im lassen eindingen, 28, getraide zu sehenn; peen 2 gute mark der herschafft. Unnd gehet a) hoben A. b) den A. c) fehlt A. d) zuvor feblt A.
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400 Traet. XIX. Cap. V.8 1. ein knecht wahin und nit kompt auff gesatzte zeit wieder, pen 1/,» mark, unnd es sein herr verschweiget, 1 mark. 24. Mit nichten man soll leiden lediggennger. Der scholtz in *fol. 653b. stetten und dorffern soll* es ansagen bey pen 3 gutter mark; findet man in aber darüber, man soll in der herschafft überantwurten; sein pen sol sein ein jar in fessern zu gehn. 25. Kein Poll, Littaw, Samaitt ader Kaur sollen gewhor tragen ader feurgezeug, man soll sie vor warnen; pen steet zum richter nach gelegenheit der personn. 26. Kein meister sol aufnemen ein handtwercksgesellen, der von seinem vorigen meister in zwitracht gescheiden ist; pen 3° gute mark. 27. Die priester, die mit eim layen etwas sachen haben von schult, ader wie es denne were, die sollen es clagen dem nehesten richter des leyens; der lay soll ime gerecht werden; und es der loye nit teth, so mag der priester zu seinem rechte? tretten. 28. Die scholtzen sollen ire paurn darzu halten, und sie inwendig vier wochen dem her pfarrer seinen tetzem geben; und so sie nit wolten, man sol sie auszpfennden und es dem pfarrer geben, und pleibt es im 4 wochen, er mag es verthun in sein nutz. 29. *Der wuste huben annimpt, sol zinssen 6 jar von der hube RER drey Preusche pfennig unnd dem pfarrer geben halben tetzem; wie lanng cs freyhuben sein, das steet zum hern. 30. Die kirchenstiefvetter? sollen jerlich rechenschafft geben dem lehnherrn unnd dem pfarren; pen 10 mark. 3l. Die herrschafft sey beschwert, damit die Unteutschen recht underweist werden im glauben unnd sie zur kirchen werden gehalten. 32. Alle zeuberer, lesterer, gotsschennder in beden geschlechten sollen gestraft werden offenntlich; pen 20 mark. 33. Alle cleider, die man umbfuert, sol kein gut man kauffen; pen 30 gute mark und bey verlust der ware. 34. Alle beschediger und totschleger sol man nit vorbalten, sonnder noch forderung man sol in recht thun unnd mit nichte gelt von in nemen; pen 20 gute mark. 35. Alle jar 8 tag nach Martini man sol das bier setzen nach thewe- rung der gersten und hoppen. 36. *Kein vischer wintter und sommer soll auf eine halbe meyle *ol, G54tb, alm.A. b)4A. c) richter A, d) kirchenvetter A,
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Tract XIX. Cap. V. 81. 401 nit mogen fischen ader secke setzen von“ dem tieffe, sonnder es soll eim idermann frey sein; peen 100 mark.» Ein igelich nach erkenntnus des richters sol halten rechtigheit, 37. und jemannts in dem entgiennge, man soll im nachfolgen und in setzen auf erkentnus, Niemant sol aufnemen einen frembden paurn, er habe dann ein 38. beweisz von seinem vorigen hern, von dem er gescheiden ist; pen 20 gute mark. Sich ein igclicher vorsehe mit seiner rede, wolchem teil er 39. beylege, und [er] nit jemants schennde unnd auch niemant zu hoch lobe; pen leib und gut. Unnd man sol auch keinen betler leiden, der sich mag erneren 40. in seiner arbeit. Und jemannt wolt ausz unsern lannden auf ander lannde mitl. roben, morden, bornnen schaden thun, sollen dieselbigen® nit gelitten werden, sonder die herschafft solten solchen thun nach laut des ewigen fridens; *pen leib unnd gutt. *fol, 6558. In den wochenmerckten, im winter bisz auff 10 uhr, im sommer 42. bisz auf 6 uhr, soll eine fane auszgestackt werden, in wolcher zeit niemants froembdes kaufen soll, wen die unsern; nach einnemung des fanens dem frembden es frey sein soll. Es sollen sein in einer idern stat wracker‘, weger unnd messer; 43, dise nach irem geschworn eyde sie sollen einem gerecht sein alsz dem andern, dem frembden alsz dem einwonner; pen 30 gute marck. Unnd man hoppen verkauffen wil, den sol man bey scheffel 44. verkauffen one forteil; wiert es aber mit vorteil gescheen, es sol in nit helffen. Alle keuffe, die in trunckner weisz gescheen, sollen nichts sein, 45. wen trunckne menner haben wenig vernunfft von dem? iren. Niemanndt sol pferdt ader khue vertestamenten, wen man viech 46. musz beim hoff haben, und wer es sache, und jemant viel viech hette, disz mochten die herrschafften vortestamenten. *Alle Samayten, Littaw, Reussen unnd Masuren sollen faren die alte strassen; peen verlurst der guetter. Jar jerlich man soll einmal zu hauff komen unnd da richten 48. die übertrettung diser artickel; pen zu gefallen. A. *fol. G55b. a) von fehlt A. C. b) 50 mark B. c).d. fehlt A. d) wr, fehlt A, e) vor den A. Simon Grunau I. 26
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402 Tract. XIX. Cap. V.$ 2. $ 2. Von eim teufflischen gespeugnus® und schaden zu Dantzke”. In disem jar“ am abent Simonis und Judel) die nacht zuvorn, wie denne die speicherwechter und, die an der Motlau und dem Kogzgenthor wonnten, beschwuren, das man in der nacht zuvorn hette gehort thrumme! schlaen und juchzen und spotlich lachen, gleichwie man thut, wen man dantzet unnd nach dem dantze ein gelechter macht, unnd ‚man auch horte sprüngen auf der brucke, die man Koggenbrucke® nennet, und es geschack auf den morgen darnach, ausz was ursach ich nit waisz, und das Koggenthor war lennger geschlossen den annder tage, unnd sich viel volck versamelte am thor, die da wolten in die speicher, auf die garten unnd sonst, *fol. 6562. wa* sie zu thun hetten, unnd alsz man auf thet, so dranng das volck mit gewalt auf die brucke, die da ist über die Motlau zwischen der stat unnd den speichern, in wolcher brucke mitte sein zwe zug- brucken von 4 clafftern, durch wolche gienngen die krafel und holke, so man sie gebauet hat. Der bruckwarter zog die zugbruck auf, unnd sie wolt nit bald nidergeen. Alsz sie nu wol halb nider! was ganngen, das volck lieff mit hauffen auff die brucken, unnd die bruck gieng schnelle nider, unnd sich mit der andern zogbruck, an wolche sie sich solte stutzen, nit kunde umb eylentz willen fassen, sie slug nider unnd ful mit 56 personen in die Motlaw, wolche alle ertruncken, wen einsz das annder understies im wasser; sonnderlich viele steine an der zogbrucke waren, und die fielen auf die im wasser und sie erschlugen. Die allerschlimsten auch® auszquamen, und der rat liesz die totten ausfischen, unnd sie funden kauffleut, *fül. G56b.monnche, frawen, ein maidlein mit eim kindt in dem arme. *Da auch vertranck des konigs vonn Denmarck sein factor, umb wolchs willen der konig denn Danntzkern viel zutrachte, sint dem mal sie grossen pfundtzol nemen unnd die leute nit bewarten. a) gospuch BB b) Von eynem schaden zu Dantzko ©. c)J. j. 1510 B. d) drommen B. ec) kopigbr. A. fJ) auf A. DM nur. 1) Dieselbe Zeitangabe hat Christ. Beyer, Ss. r. Pr. V, 465, und B. Stegmann, ehenda S. 503, welche beide von dem Unglück erzählen. Gr’s Bericht ist ausführlicher.
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Tract. XIX. Cap. VL 81. 403 Capitel VI. $ 1.° Von einer waidelinne und irem warsagen auff zu komennde ding. In diser zeit, alsz b. Fridericus, marggraff zu Meissen, homeister in Preussen war, es gescheen viel rede unnd wette sowol ausz- wenndig dem lannde, alsz im lannde: da die cron von Polen nyt mit gutte dem orden Preussen widergebe, so muste sie’ es durch ein gewaltigen kriegk entperen, wen der kayser und alle furssten wurden im beystannd thun; unnd in solchem sie sich trosten. Die Polen sahen es an unnd es lacheten, und es dauchte gut nerrisch sein, so sie wol wusten, und zu kriegen gelt unnd volck gehort, wolchs alle tag den Teuschen furssten selbst noth ist, unnd in nichts me hernach volgt nach *dem tode des homeisters, dann das gelt ist *fol. 657a. weck; unnd solcher trostrede vil. So aber jemanndt von adel ausz Preussen quam unnd den homeister vermochte fragende vom krieg, er antwurt: unnd disz got weisz, ich kein krieg fueren will. Disz wort aber man im auslegte, unnd er es redete, wann er wolte, und“ die Polen und Preussen sich nit schicken solten. So begab es sich zu der zeit, unnd ein geschray gieng ausz von einer waidlerinne, der man schult gab, unnd sie kunde warsagen. Darumb ir viele ausz ganntz Preussen quemen zu ir unnd sie fragten umb disz unnd das, unnd sie allen guten bescheidt gab. Von solchem wurden bewegt vom adel unnd stetten sowol under dem konig, alsz under dem orden, und sie quamen zu ir unnd sie hochlich, ein igelich part insonnderheit, vermaneten und begerten in zu sagenn, was zukunfftiges, insonnderheit ob es noch so were, und man sagte, das? konig Casimirus also umberitte unnd schrige, mann solte dem* orden das lanndt*fol. 657b. widergeben, unnd ob sie auch sich eins kriegsz dorfiten forchtenn, wie denne itzunt die rede gienng, unnd die Teutschen furssten wurden sich des ordens annemen, unnd wie es doch mit dem lanndt mit der zeit wurde ein gestalt habenn; unnd solcher sachen viel. Sie bat ein zeit sich zu befragen mit iren geliebtenn, sie .wolt in ein gut ant- wurt gebenn. Die zeit die quam, unnd sie vom konig unnd seim geschrey also antwurte, unnd es were ein erdichte rede; wann so der konig den streit mit recht gefurt het, unnd wer was mit rechte thut, der thut es mit gotte, warumb solt er dann von got zu eim solchen verurtelt sein? es ist doch alle ding nit zu rein mit dem orden, wie es wol scheinet. Solt aber der konig in verdamnus sein, ®)$1fchlt Bu. C. In CC steht: Von eyner woydlerin, ibrem warsagen und prophezeiung, was lugen und narrerey nicht wirdig ausszuschreyben db) sie fehlt A. c) und fehlt A. d) des A, 26*
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*fol. 6588. *fol. 6586. *fol, 659a. 404 Tract. XIX. Cap. VL $1. so ist der teuffel so vorteilhafftig, unnd er in nit leth umbreitten, er mocht sich entlich bekeren; damit sie aber also pleiben, er let nyemanndt viele umbreitten. Es will noch wol ein* weile pleiben, damit sich ein teil vor dem andern forchte; wenn so es wiert zum ende kommen, der” teil, dem es pleiben wiert, sich in seinem über- nemen selber wiert zerbrechen. Vom krieg sorgt auf itzigen konige unnd homeister nit; wenig von den, die itzunt regieren in allen stennden, es werden erleben. Umb drey schilling jar unnd sie worden seen Preussen durch krieg verheret, und es wiert niemanndt davon gebessert sein; mit falscheit alle ding werden? zugeen, und darauff die Preussen bawen werden, es in, wie sie, zergehn wiert, unnd sie werden so arm werden, also sie nach gottes geburt nit gewesen sein, unnd ir unglick dem gestirne zuschreiben werden, sie in den grundt zu verderben. In disem unnd sich ein newer glaube erheben wiert ausz frembden, disem alle clugen beyfallen werden unnd seer hart wider alle regenten streben; der geistlicheit der newe glaube umb weiber zu nemen wiert beyfallen, unnd der dritte pfaff und monch wiert von disem vergifftigen laster nit* frey sein. Dise, damit sie mogen weiber habenn, gotte meineydig, irem obersten ungehorsam werden sein; damit sie mogen got ein diennst thun, sie werden verleugnen die heiligenn sacrament unnd, was vor 1400 jarn gotlich ist gewest. Mit disen viele, die es solten steuren, es werden ansehen, und under ein gemein volck wiert kommen, unnd alles, was etwan und itzunt ist ein tugennt gewesen, wiert vor ein laster geachtet werden. Ein frawenspil das cristlichste sein wiert: die ehe mit dem munde?, aber nit mit dem werke geloben wirt, der zwo meide bey der frawen haben mag. Die schlimsten werden sein mede, die werden versagen. In disem wiert sich entzunden ein feur und wiert uber die geistlichen rochen, damit steine werden brechen, die man in mochte nachwerfien, wa man sie sehen wiert auf den gassen. Den andern durch grosse und wunderlich plag der glaub ausz irem hertzen wiert gerodet werden. Nach diser zeit sich *werden beweisen vorige jar des glickes unnd fride partes mit part, und denne got wiert wider daheime sein, unnd die seinen hochlich umb bestanndt geehret werdenn. Mit disem unnd anderm bescheid sie zogen heim unnd belachten die waidlerin mit irem warsagen und sprachen: es gehe umb monnch und pfaffen, wie es wol, uund nur wir mogen fride haben. Unnd wart von disem ein sprichwort im a) dom A. b) wiert A. c) zu fehlt A, d) manno A.
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Tract. XIX. Cap. VI. 82. 405 lannde: man wurde nach vier schilling jaren die geistlichen steinen. Ja, sprechen die pfaffen, mit den steinen, dio schonne frawen [und] jungfrawen im bosem tragen. Unnd ir sprechen war”: vier schilling jar sein nit ewig, man wiert es inne werden? was waydeleien konnen.“ Sint der zeit unnd von diser waideleyen quam disz ins lanndt, das man solchem volcke seer gelobte unnd man sie ratfragte, wie grosz die sach war; aber die in volgtenn, auf dem meisten wurden betrogen. 8 2. Von eim seer rechten gerichte gottes, und wie man die gerichte nit spotten soll.? *In diser zeit unnd disz geschach, wie ein seer behennder dieb *fol. 650%. gefanngen wart, unnd war der, der eim ein pferdt stal°, er were wie fursichtig’ er wolte. Diser also war begrifen. Es war ein dorfl- pfarrer, der ein schones pferdt hette, wolchs er dem vischmeister auff Angerborg verkaufft hette, sonnder nit gewert. Disem priester der dieb das pferdt hett gewettet zue stelen unnd darnach auffzu- horenn. Und der dieb im viel weisenn erdachte, sonder der priester war im zu listig und vorsichtig. Der dieb im ein solchs erdacht, und legte an cleider eines seer armen bettlers unnd gienng auff krucken, unnd als der priester in die stat war gerittenn, unnd da er mit vielen mennern sasz, dieser dieb in gestalt so lam und arm nam das almusz, unnd da es im gefiel, er gienng vorausz unnd satzte sich under einenbornnenbaum,der auffreyem velde stundt,unnd warffbede krucken oben auff den baum. Nit gar lanng darnach quam der priester gc- ritten alleine unnd wol getruncken unnd *findet denn Jdieb in ge- *fol. 660a. stalt eines bettlers unnder dem baum unnd reth in ahn, sprechennde: bruder, es gehet nach der nacht, unnd der wolffe sint viel, ibr must euch aufmachen unnd zu leitten gehn. Der dieb in gestalt des bettlers hub an schelklich zu weynnen und sprach: wyrdiger herr, wa soll ich hin? es waren itzunt buben hie, unnd die mir meine krucken auff den baum wurffen. Der priester sich erbarmte unnd stig abe und gibt dem diebe den zaum vom pferde, es zu haltenn, unnd zeuch ein gutten Lindischen reittrock ausz unnd steigt auff den baum unnd wolt dio krucken herabgewynnen. In dem der a) war fehlt A. b) worden fohlt A. c) komen A, d) Von einom bohenden diebo, und wie man ote, B, wie fehlt A. e) stillet A. F) unschuldig A.
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*fol. 660b. *fol. 661a. fol. 6640. 406 Tract. XIX. Cap. VI. $ 2, bettler springt auf das pferdt unnd rennet zu waldt ein unnd die bettlercleider weck warff unnd zog des pfarrers rock an, und der pfarrer gienng zu fusz heim. Die im begegneten, in fragten, wie er zu fusz so giennge, unnd er es in sagte. Disz quam ausz, unnd der pfleger überal bestalte auf den dieb, und man in erwuschte und thet im sein recht am galgen. Disz war lanndtkundig, unnd wen man vor *das gericht über ritt, man der behennden schalckheit lachte. Unnd cs quam, wie auff ein zeit ein edelman mit andern vorüber- rieth, unnd er zumal spottisch war. In voller weise er disen ge- richten dieb anschrey sprechennde: o du behennder unnd cluger dieb, du must werlich viel wissen, ich bitt dich auf den nechsteu dornnstag zu gaste zu eim knobloch, damit ich auch von dir moye behenndigkeit lernen; unnd solcher wortte me. Unnd sprach: bringe deine compans mitte. Und disz wart wol belachet von den anndern, die mit ihm rieten; der eine disz, der ander das sagte, unnd war der ganntze weg nur ein gelechter von den historien, wie diebo im letsten gesatzt* und gestorben weren. Der dornnstag quam, unnd dieser edelman im morgen lanng lag unnd schlieff; seine fraw von diser gastladung nichts wuste; und umb neune am saiger” die diebe quamen, ein igelicher mit seiner gestalt unnd keten vom galgen unnd die fraw grüsseten; sonnder wie freuntlich sie in dannckte, ist abzunemen. Und die gehangenen sprachen: *liebe fraw, erschrecket nit, uns hatt eur juncker am verganngen montag zue gast gebetten, auff ein solches wir seint komen nach seinem bogehr. Die fraw sprach: esist im werlich kein ernst gewesen, unnd er euch zu gast gebetten hat, sonder in seiner trunckenheit vielleicht er ein ehrwort hat gethann. Die gehanngnen spiachen, er hat es mit dem munde gereth, unnd darnach wir unns halten; weckt in auf unnd sagt cs im an, das wir hie sein. Die fraw gienng zum junckern in die camer unnd mit hertzlichem weynen sy sprach: ich es lannge wol besorgt habe, unnd eur folheit und spotterey wurde einmal geschendet werden; stehet auff unnd entpfahet eur geste, die gehanngnen. Unnd im alles verzelte, was da geredt war in der stube. Der edelman merckte, wie in got heimsuchte, er stund auf unnd seine geste ent- pfienng unnd liesz in vorsetzen, was da war, unnd alles, was er in vorlegte, unnd sic es aururten, cs verschwant. Unnder dem essen der edelman sprach zum gerichten pferdtdieb: und es wirt deiner behendigkeit *viell gelachet in deinem handel mit stelen der pferde. a) gesagt A, B. b) tage C.
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Tract. XIX. Cap VL. 82. 407 Er sprach: es ist mir aber itzunt nit lecherlich; unnd ir lachet, mir mein betriebnus meret. Der edelman: unnd cs® ein wunder war, sint dem du ein grober man werest anzusehen, unnd solche hinder- list in dir war. Er sprach: Unnd so der sathanas sihet, und ein mensch sich schicket auff gottes gebot zu brechen, er es vermag, listlich ein solchen zu machen, sint dem mal unnd disz die warheit gesagt hat, wie die kinder diser welt witziger sein in iren gescheff- ten, dann die kinder des liechtes. Der edelman: wie hat es ein synn umbs fegfeur, von dem vil zweifeln, sint dem mal man es nit findet clerlich in der heiligen schrifft, unnd es sein solte. Er sprach: es ist wol clerlich gnug in der schrifft, aber spitzsinnige leuth, der synon auf eitel ehre ist, es nit wollen versteen, sintdem kein herr ist, der nit eine stelle hat, da er die seinen nit zum verterbnus, sonnder zur besserung straff. Der edelman: es musz mir ein *seltzams gericht sein umb disz. Er sprach: es ist wie ein batstube, *fol. 662a. einer ausz, hundert ein. Unnd solcher unnd mancherley fragen me der edelman tet, und die stund mit dem essen war umb, und die gcehangnen im dannckten vor guten willen unnd sprachen: so bitten wir euch ausz dem heimlichen gerichte gottes zu gaste an das holtz, da wir umb unser missethat willen von der welt sein getottet worden, unnd da ir mit unns solt aufnemen das gerichte zeitlicher schmaheit, und disz sol sein heut uber vier wochen; und schiden so von im. Der edelman vor disem erschrack, idoch er sich selber trostet, unnd er niemant was genomen hette, und also mit vielen in diser sache redete; der eine disz, der annder das sagte, unnd man fanth, wio der benumpte tag war der tag allerlieben heiligen, in wolchem umb loblichheit der feyr man nit richtet. Von diesem er wart be- wegt unnd es in den winth schlug, idoch er plieb daheim unnd alle tag geste umb gezeugnusz willen bey im hette, damit, so etwas geschehe, er sich mocht erbitten seiner unschult, wann cs weren itzund *in Preussen reutter, das sein strassennreuber, alsz Gregor fol. 662b. Mattern unnd dergleichen. So war einer under in von den reuttern, der erstochen hette b. Eberhardum von Empten, hauszcompter auff dem Rein,” darumb der compter het urlaub, wa er in ader seine compans anqueme, man solt in ir recht thun ohne alle audieneia. Unnd es quam, wie got wolt, unnd dem® compter wart verspehet, wie der reutter unnd morder vorhannden were, unnd sich aufmachten und in ansichtig wurden unnd im nachrenten. In wolchem rennen a)osim A. bJ)a.d.R. fehlt C. c) der A.
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*fol. 663a. 408 Tract. XIX. Cap. VI. 83. diser edelman auch quam gerannt, wen umb traurigkeit willen er von heim geritten war, und quam in disz trupel;* unnd alsz in dauchte, pferdt unnd cleidung wer des reuters, sie in ansprenngten im tage aller heiligen, unnd er sich worete und erstach einen jungen edelman, dos compters freundt. Umb wolches willen sie den fiengen und in nu vor die stat Lauenborg® furtenn; unnd damit der totte da wurd gerochenn, mann gab gelt eim Littaw, und er den vilmal *genanten“ edelman mit eim strang auffurtte. Unnd der edelman da sagt von gottes heimlich gerichtenn, unnd wie es offenbart im were worden von solchem tote; unnd der wortte vi. Unnd die anndern meinten, er wolte es nur zu einer auszrede sagen unnd schrien, man solt nur abstossen, ehe dann sich seiner ander leuth annemen, unnd man hatt in da zu seinen gesten gestossen, wie es im war . angesagt von in, *fol. 663h $ 3. Wie her Geitzbauch armen leuten den vischfang verbott, in von alter zugelassen zue irem tische. Unnd dieweile der homeister b. Friderich ausz Preussen war, geschahe os, wie ein pfleger von Passenheim°, den die underthan nanten her Geitzbauch von wegen seiner schinderey, wann er wolt schlechtausz dem ordenn das landt widergewynnen, und schlug zu hauflo gelt unnd es umb harnisch gehn Nurmberg schickte, idoch wart alles verloren. Im gebiete Passennheim, da er pfleger war, war ein see,’ in wolchem die umbligenden dorffer von altem zulassen mochten vischen vor iren tisch, aber nit zu verkaufen; und es got gab, wie in disem sche viel visch waren. *Der pfleger es neydete unnd den paurn verbot bey grosser peen, nit zu fischen, wen? sein behelff war, unnd sie ire ecker nit bauten unnd auch frembden die vische mitteilten, unnd also seine fischer im nit kunden den zinsz geben. Die paurn sich verantwurten, man solte sie lassen bey dem, das in got unnd ire vorige herrschaflt vergonnt hette, seine fischer heten allweg ir geburlich zins wol gegebenn, da sie so viel gaben, unnd es gotlich zu nemen stundt; itzunt man hat es erhohet, damit es unmöglich ist zu geben. Der pfleger wart zormig unnd in mit a) tribell B. trippel C. b) Lunchburg RB. U. 0) genanten fehlt A. denselbigen C. d) auff- hing C. 0) geschaho — Passonheim fehlt A. f) C. bemerkt am Rande: der Lelisken gonannt, alüi Kostnich. g) wen wie A.
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Tract. XIX. Cap. VL. 83. 409 dem galgen drocte, wurden sie vischen. Im abescheidenn die pauren es berieten und es beschlossen, sie wolten vischen, sint dem der homeister nit im lannd were, er wurde sie nitt wurgen darumb; wen disz wer gar ein gotlichs ding, ins ordens teil gehaltenn wie ein recht, unnd die amptsb. dorsten nyemannt lassen totten ohne” des homeisters eigen zugeben. Auf disz sie sich wugen® und vischeten nach dem laut irer handtfest; unnd der pfleger wiert disz innen und *legt sie fanngen, unnd die paurn sich weretenn unnd sie einen *fol. 66-a. erschlugen von den, die sie fanngen solten. Umb deszwillen der pfleger sie straffte umb die besten pferde unnd ochsen; unnd damit sie den halsz behielten, sie musten sich verzeihen irer gerechtigkeit uber die vischerey. Von disem tag an der pfleger mit allen seinen garnen nit vermochte einen visch zu fangen, er thet, wie er wolt. Disz er nit gottes straff, sonnder der waideley zueschribe, unnd die weiber solten die garnne unnd visch bezobert habenn, unnd sie ein- satzte unnd durch den hennger liesz fragen unnd doch nichts fanth. So war zu Konnsberg ein Frannck, genant Gablatus, einer von den erfarnen schreibern, unnd diser kunte im wasser gehn und leben; unnd umb ein geringes er spranng ausz eim kan mitten in den sce unnd war da umb drey stundt; unnd man liesz ein vile garnne und zogen nach vischer weyse unnd nichts finngen. Nachdem Gablatus quam ausz dem wasser aufs lanndt unnd sprach, es weren im see unzeglich *viel vische, sonnder sie sich meisterlich kunden vor allen *fol. 664b. garnnen huetten, unnd sagte” alle gelegenheit, wie die vische wider ire nattur gleich wie vernunftigelich retten. Idoch der pfleger wuste, wie es ein loser man were; er gedacht, wie er mit gelde wer uber- kaufft, unnd schlug es in den windt, wan er meintte es anderst inne zu werden. Von disem seo sein anmıpt hette die beste rennte, und die gienngen im abe, darumb er wolte rat schaffen unnd liesz sich überreden, wie eine waidlerine were, die kunde es benemen, was annder bezobert hetten; unnd got weisz, wie er sich auch darein gab unnd sie ratfraget. Unnd sie ime sagte, es were von got umb der ungerechtigkeit willen, die er armen leutten gethann hette, die doch denselbigen vischfanng mit gotte und mit rechte hetten, unnd wurde anderst nit gebuesset und gebessert, den er mit allen vischen im see muste sterben, darnach wurde der see wider werden, wie vor. Von disem der pfleger wart entsatzt und auch meinte, *sie *fol. 665a. wer überkaufft, und mit vilen fluchen er rith von dannen. In kurtzen a) in A. b) vorliessen B, C. c) sehe A.
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410 Tract. XIX. Cap. VII. $1. tagen es sich begab, unnd diser pfleger rieth auf die jagt, unnd im jagen im quam vor ein grausamer beer, vor wolchem sich des pflegers pferdt erschreckte und nimpt den lauff, unnd der pfleger es hielt, unnd der zigel zerrisz, unnd lauft vor unnd vor mit dem pfleger in denn vilmal genannten sce, und also ertruncken bede. Im anndern tage fanndt man, wie alle visch tot waren und schwumen auf dem wasser, unnd im gantzen jar nie ein visch darin gespurt war, soraer nach der zeit er gienng wider ann unnd hette vische, wie vor. Capitel VIL“ $ 1. Von einer seltzamen belonung eins orenbleser uber arme leutte. Im ersten jar des homeisters b, Fridericus, marggraff zue Meissen, starb b. Wilhelm von Teissenfeldt? auf Konnsberg, seer ein alter man, nemlich, wie man wolte, von 113 jaren. Diser liesz nach im ein *fol. 665b. solch gedechtnus. In der zeit, alsz er ein junger *b. war, man in satzte auf das fischampt oder vischschefferey zur Scharpfaw. So war zu der zeit wenig geniesz des stierfanngs, damit er mit aller nott kom sein eingesatzton visch auf Marienburg kunte geben. So verbot er den vischerknechten beim galgen, und sie solten keinen visch von den stuern vor sich zur kiche hauen, er wolt es mit in wol eins werden umb ir gebhur. Dann disz war von anbegin bey diser vischerey ein recht, unnd sie nomen von den mittelvischenn und kocheten und bricten vor sich, was in liebete; quam jemannt mit einem guten legel” bier, sie im gaben ein guten stierbratten. Einsmals dio vischer wusten, wie man sie mit guten und vilen leglen biers wurden besuchen, sie nomen ein heuptvisch, das ist ein stier von funff elen, unnd der koch der vischer das meiste darzu ricth, unnd man es thun solte, damit man bier mochte haben. Unnd der koch hub zu unnd kochete und briet nach irer weise unnd das bier *ful. G66R.aufnam und *gute stuck auszteilte. B. Wilhelm disz alles wol wuste unnd doch sich nit mercken liesz. Der koch, alsz im dauchte, getrewe seim hern war, unnd alsz er nu die fisch gen der Scharpfau brachte, a) Capitel VIL fehlt B. b) Tossenfeld, C. c) lechel C.
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Tract. XIX. Cap. VII $ 1. - 4ll er es seinem hern sagte, wie in die vischerknecht hetten gezwungen, ein heuptvisch zu teilen, und sagte viel von der ungetreuigkeit der vischerknecht unnd sich wie ein engel gottes schon machete; sonnder der herr wuste es besser, wie der koch in der buden lag, dieweil die vischerknecht vischeten, unnd soft in’s bier ausz und auch hett angehalten ein solches zuthun. Und so auch denne er zu der zeit nit so bald kunth annder voleck haben, unnd der stirganng wil ge- wartet sein, er es liesz in den windt faren, woraus er wol wuste, wie in die vischerknechte uber die vische, die sie fienngen, in irer arbeit sie zu essen kein recht lassen einsetzen. Er hette gedult bisz nach dem ausfischen des stiers; unnd er nun den knechten ir lon geben solte, er sie fragte, ob sie auch seine gebot hetten ge- halten von kochen der vischen; sie antwurten, sie hetten* sich ge-*fol. 666». braucht ires rechtenn der vischerey unnd hetten gessen von irem teile und vom selbigen auch mitgeteilt, die sie ehreten mit bier, wen der mundt des trettenden ochsen soll nit gebunden sein. Ja, sprach b. Wilhelm, sint dem und ich es euch verbotten habe und mich er- botten, darvor ein gleiches zu geben, warumb habt irs nit gehaltenn ? Die vischerknecht sprachen: eur verbieten ist wider got unnd ver- nunfft und unser recht gewesen, darumb wir es nit mochten halten, und unser freiheit euch zu verkeuffen, wer von unns ein unbillichs, unnd got unns nit das dritteil hat zugefuegt; unnd mit disen unnd anndern worten vil die vischerknecht sich entledigten von anclagung des diebstals. So war zu der zeit b. Wilhelm ein guter Hussit unnd wenig auf recht unnd unrecht gab; er het wol gernne vil darumb gethann, sonnder man hielt wenig von den b., unnd man suchet zu in, wa man kunde; so scheuete er sich auch vor disen vischerknechten unnd vor irem *zutrachtenn, wen es war, wie ir gesinde im lannde *fol. 6672. an iren hoffen unnd sonnst offenen gutern mechtig schaden tetten mit brannde; er must es mit disem auch verdulden. Idoch, unnd er sie schelten? mechte, er entdeckt den koch unnd in fragte, wer den den fisch gerissen hette und gekocht. Er sprach: ich hab in gerissen und gekocht; b. Wilhelm sprach: hasstu auch davon gessen? Der koch antwurt: ich wolt mich des diebstals wider meinen hern nit teilhafftig machen unnd wolt mich auch nit lassen gen die vischer- knecht mercken; von der suppen ass ich,® aber nit von den vischen. Im antwurt der b. Wilhelm: das dich der schittel® schennde, unnd du sprichest nur, unnd sie hetten dich zum vischreissen und kochen a) zu schelken C. b) ass ich fehlt A. c) schutter C.
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*fol. 611la. 412 Tract. XIX. Cap. VII. $1. gezwunngenn; unnd da sagte alle seine worte, die der koch im hette gesagt von den vischerknechten unnd irem auszteilen. Sie alle sprachen, der koch wer launge bey hoffe gewesen und in solchem befell alweg die vischerknecht regiert, unnd* er es je hat froth gemacht, unnd er het wolt getreulich handlen, und so er so vil het davon geraten, alsz darzu, *es were nymmer gescheen, und sie? den fisch hetten gerissen. Da gab b. Wilhelın das urtel, wolten die fischer- knecht den suppenschmecker lassen henngen, er wolt es in erlassen, unnd sie schon hetten gebrochen; wolten sie nit, so solt er sie henngen. Die vischerknecht merckten unnd horten, wie sie der koch gem hern hette angegeben, sie griffen in an und in nun ann ein poppel hingen, die da stundt hart am graben vor der feste Scharpfau. Unnd wart ein spruchwort so im lannde: wie der gehangen wart, der suppe schmeckte Und die den fisch gessen hetten, gienngen irer weg darvon.‘ a) unnd — handlen fohlt GC. b) sie fehlt A. c) Hier schliosson die Handschriften A und O.
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*Dor* XX. tractat sagett von der reitzung zum kriege von wegen *fol. 2250. der b. auf den konig Sigismundum und sein folck® in Preusen mitt allem vormogen, Capitel I. $ 1. Von einem hohem., der da wollte Preusen gantz oder nichts haben. Im jahr 1511 b, Wilhelm grafe von Eisenberge, der das landtt regirte und auch marschalck war, vorsamlete auf Konigsberg am tage der heiligen drey konige seine b. und sprach:l) lieben heren, gott hatt uns durch den unschuldigen todt unsers erleuchsten fursten unsern anschlag vorstorett, nichts desto weniger° weis ich ein bessern, so wir wurden margrafe Albrechtt, den jungen und loblichen fursten von Anssbach, erwelen, den der istt des koniges von Polen schwester sohn,?2) sein bruder und geschlechtt gross befreundett; ich vorhoffe, das durch ihn ein ding geschen wirdtt, das kein hohem. nichtt hatt konnen ersinnen. Viel alte b. waren dawieder und sprachen: es istt kein rahtt, das wir uns auf der fursten im reiche hulfe vorlassen und wolten auf krieg gedencken; den mitt briefen sagett man? unns viell zu, sondern mitt gelde hatt es muhe; so haben wir es auch a) Für die Tractatse XX—XXI liegen nur die Has. B u. B’ vor. Die Foliirung am Rando bezieht sich auf B. b) seines folckos B, c) weniger B. d) m. übergeschr. B. 1) Der Marschall Wilhelm von Eisenberg war Ende 1510 und Anfang 1511 in Deutschland ; die Landesverwaltung leitete der Bischof von Pomesanien, Hiob v. Dobeneck, Die Tagfahrt fand am 31. Dec. 1510 zu Heiligenbeil statt; auf Albrecht von Branden- burg lenkte der Bischof von Pomesanien das Augenmerk der Versammlung. Voigt IX, 397. 398. Anm. 1. 899 9. S. auch Faber Pr. Archiv II, 3 f. 2) Albrechts Mutter Sophie war eine Schwester des Polenkönigs.
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*fol, 2256. 414 Tract. XX. Cap. L 81. nichtt, man istt es noch ein teill schuldig von dem, das man hatt den vorigen heren mitt 400 mahn ins landtt gebrachtt; wen man uns gleich zehen tausentt mahn ins landtt schieckte,” damitt were es nichtt gewonnen, den der konig von Polen mehr vormagk. Wen wir den das folck vorloren hetten, so wurden wir auch daneben das landtt vorlieren, den so wir mitt dem folck nichts ausrichteten, wurde dasselbe, wie vor geschen, unser eigen vorderben und das landtt einnehmen. Unser bogehr istt, ihr woltt unser herr sein. Besser ein wenig und mitt friede, dan viell mitt ungewissheitt. *Auf das sprach der marschalck: das geschichtt nichtt; so nimtt mich wunder euer vorzagten hertzen. Bedencktt ihr nichtt, das ander leute auch sinne haben? Folgett nur, wir wollen haben den loblichen fursten Albrechtt; ehr mitt uns und wir mitt ihm wollen dem woll rathen, das wir uns der meinung und dem zorn der Polen enttsetzen mogen. Nach diesem woldte es anders nichtt sein, sondern vorwilligeten alle in Albertum, margrafen von Ansbach. Ehr war acolitus und thumher zu Collen,!) war aber in eigener person bey dem keyser Maximiliano, mitt welchem ehr vor Padoa gewesen, daselbst kriegen und sturmen gelernett, wiewoll sie nichts gewonnen?) Albertus war ein jungling bey 24 jahren,3) schwach von leibe, aber schr sihnreich, dennoch alles mit hinderlistt und forteill. Dieser furst hette die gnade, das sein kleinstes wordtt von den seinen nichtt vorschwiegen blieb, den ehr war trotz- und frey- muttig, niemandtt war ihm so hoch, ehr vorgrief sich mitt ihm. Daher kam es, dass die seinigen sein wortt offenbarten, gleichwie ihm zu einem furstlichen preiss und majestatt, der sich vor niemandtt scheuete. Ihr laugnete aber gahr viellmahl sein wortt und machtte es zu nichtte. Als die von Collen horeten, das ehr in Preusen hohem. war, sprachen sie: gnade gott dem armen folck, das diesen fursten erneren soll. Das wardtt davon genomen: den margraf Albrechtt, wo chr mochtte mitt seinem gesinde in kurtzweill buberey stiefiten, liessen sie es nichtt, dadurch die armen leute ungeduldig waren; kundten sie ihn nichtt mehr thun, so gaben sie ihn iho ein zunahmen oder hielten ihn ihr Deutsch vor. Durch solche reitzung &) vorher ein Wort ausgestr. B. 1) Fol. Balthasar Guns (Königsb. Chroniken her, v, Meckelburg) S. 290 u. A.6. 2) Nach Balthasar Gans a, a. O, nahm Albrecht nur an der Belagerung von Ioveredo (1506) Theil. S. dazu Beckelburg S. 291 Annık. 12. 3) Geboren am 17, Mat 1490, also noch nicht 21 Jahre alt. Voigt IX, 406.
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-Tract. XX. Cap. 1.8 1. 415 und wildigkeitt erlangete ehr mitt seinem gesinde den nahmen: der krigesfurst; den es muste alles auf frey knechtisch zugehen, und das almoss vorzerte s. Peter. *Dieser Albertus kam mitt der zeitt *fol. 226. durch sein freyes gemutt zu boser gewonheitt, in welcher ehr seiner sehlen, seinem orden, dem lande von Preusen, der Marke, den Deutschen heusern und einer gemeine ein vorterbnis war, davon ich in dieser cronika schreiben werde im 21. und 22, tractatt. Gott woltt ihm ein gnediges gerichtte geben.!) Zum ersten ehr vorachtt in seinem regimentt, wie konig Ro- 1. boam, den rahtt seiner fromen ordensb., die da wusten umb Preusen zu rathen; ehr vorfolgete sie, wen sie ihu bathen, das ehr nichtt kriegen solte. Derhalben sturben ihrer viell von muhe, viell zogen auch wegk. Ehr nahm weldtliche zu ihm, mitt denen handelte ehr seine sachen, und iho mehr sie getrunken hetten, iho mehr sie sich gewonnen gaben auf die Polen und Preusen. O gott, wie viell fromer menner, priester und munche liess ehr heimlich umbbringen, wen sie’ nur vor ihm wurden beklagett, das sie wieder ihn geredett heiten! Ehr wardtt seinen armen leutten ein teufell mitt schatzungen 2. und bussen, auch nichts auf sie achtte Im kriege baht ihn ein edelmahn, er solte ihm 100 pferde geben, ehr wolte ein haufen Polen schlagen, den sie hetten ihm seine arme pauren vorbrandtt; ehr antt- wortt: gott schende alle pauren, mochte ich nur die stedte und schlosser retten. OÖ wie viell sahe chr sterben vor hunger! Wen man ihn anredett, das ehr solte friede machen, sprach ehr: es vor- hungere, wer da will; umb heiloser pauren willen werde ich kein diener der unfletigen Polen. Niemandtt es glauben wirdtt, welche ein haufen buben sich 3. nur in seinem lande vorsamleten; man gab einem iglichen rechtt und thett ihm hulfe, so er auf das konigliche teill morden wolte und brennen. Was *die lugener und neue zeitung brenger vor ihm *fol. 226b. und seinem rahtt gelobeten, das wardtt vor das evangelium gehalten. Seine rethe sprachen zu denen, welche auf des koniges teill wolten a) s. übergeschr. B. 1) Der Charakteristik Albrechts sicht man das Gehüässige sofort an. Der OMar- schall urtheili bald nach geschehener Wahl am 16. März: das man es mit der wal des homeysters wol troffen het und das 8. gn. yn seyn iungen iaren mitleyp, vor- nunft, tugent und allen, das eyn menschen zeirt, wol geschickt; got geb lang, das man got vor ihn bit. Fol. 1511 im D. 0. A.
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416 Tract. XX. Cap. 1.8 2. morden, stelen und brennen: warumb thutt ihr nicht schaden auf sie, ihr habett einen freyen fursten zum beschutzheren am hohem. 4. In allen seinen sachen war ehr eigensinnig; wie ihm ein ding einkam, so gieng ehr es ungefragett an. Enttfing ehr schaden, so musten es die seinen zum besten wenden; wer es nichtt thett, der mustt ein vorrether sein; und wolte mitt nichtte von iemandtt under- richtt sein. Wen ihn iemandts fragte, warumb er das oder ihenes tbett, anttwortt ehr, auf das® ehr mochte erkennen, wie ehr geschiecktt were. In seinem unfall war ehr ein ungeduldiger mensch, selbsrechig und alles mitt dem tode, in allen sachen woltt ehr der vornemeste sein. Von allen diesen stucken werde ich gedencken, sie beweren mitt den historien und geschichtten, von ihm geschen in seinem re- gimentt, wie es heute landtkundig ist. a $ 2. Wie ehr gekleidet wardt und dem keiser und seinem reiche schwure. B. Wilhelmus grafe von Eisenberg, marschalck und landtvor- weser in Preusen, kam in eigener person mitt grosem gelde zu mar- grafen Friedrich von Anssbach, bahtt ihn umb zulass, das ehr seinen sohn Albertum mochte under das kreutz brengen!). Albertus war mitt dem keyser Maximiliano vor Padoa gewesen, und kamen nu ihn Deutschlandt.?2) Der landttm. von Deutschlandtt?) und der marschalck von Preusen kamen zu Alberto), legten ihm die sache vor, auf a) d. übergeschr. B. 1) Nachdem durch Bischof Hiob v. Pomesanien mit dem Markgrafen Friedrich von Anspach noch zu Lebzeiten Friedrichs von Sachsen über den Eintritt Albrechts in den Orden verhandelt war, erhielten nach des HM.'s Tode der OMarschall Wilhelm v. Eisen- berg, der OSpitiler Nicolaus v. Pflug und der Kanzler Dietrich v. Weterde Vollmacht, die Verhandlungen fortzusetzen. B. Gans 292. Veigt IX, 400. 2) Dass dies nicht richtig, zeigt B. Gans 291. Albrecht war nach der Rück- kehr aus Italien nach Ungarn gegangen und hatte dori die Güter seines Bruders Georg verwaltet. 3) Der Deutschmeister Adelmann von Adelmannsfelden war bei den Verhandlungen nicht anwesend, Voigt IX, 409. 4) Die Berathungen der Bevollmächtigten des Ordens mit Albrecht wurden unter Vermittelung des Herzogs Georg von Sachsen in Chemnitz geführt. Voigt IX, 404.
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Tract. XX. Cap. I. 8 2. 417 welche ehr ein gutten bedacht nahm, brachte es vor den keiser. *Der marschalck underrichtt Albertum in allen sachen des ordens, des landes zu Preusen und der Polen mitt ihrem ewigen friede. Nach langem bodencken vorwilligte ehr zum orden und zum anı- machtt der hohemeisterey!). Sie kamen mitt grosen schalle gen Margentheim? in Franckenlandtt, welche stadtt des Deutschen ordens istt. Da nahm ehr an sich das kreutz und den weisen mantell des ordens Mariae?2) Darnach uberanttwortt ihm der marschalck das scrutinium seiner erwehlung, nach welchem wardtt ehr von allen seinen ordensb. als ihr generallmeister enttfangen und gegrussett. Ehr war der 34. hohem. seines ordens. Sie giengen zu rathe, wie sie von dem eide der Polen kemen, rahttschlagten woll achtt tage, endttlich es also beschlossen, sie wolten gantz Preusen dem heiligen Romischen reiche underwerfen, der hohen. solte dem keyser davor schweren, und durch solche weise wurde das gantze reich wie ihr gliedtmass sich seiner annehmen, dem hohem. Preusen vorschaffen und sie von den Polen erlosen. Das gefiell ihn allen woll. Nach dem zog der marschalck in Preusen?), der neue hohem, mitt dem landttm. von Deutschlande kamen zum keiser, legten ihm die sache vor und bathen, ehr wolte sie in so einem aufnehmen. Der keyser sich bedachte und es vorwilligte, idoch ob iemandts besser rechtt hette, ihm ohne schaden seiner gerechttigkeitt. Margraf Albertus, hohem. von Preusen, schwur ihm und seinem reiche wie ein gliedt- mass seines reiches, eigenete ihm Preusen zu umb beschirmung wieder die Polen®). Nachdem zogen sie mitt dem keyser gen Trier5), suchten und funden auch den unzurteilten rock Jhesu Christi. a) Margenthum B. b) Nach a. ist in B: und ausgestrichen. 1) Dass Albrecht anfänglich keine Neigung hatte, in den Orden zu treten, berichtet auck B. Gans a. a. O0. 292. 2) Albrecht wurde am 13. Febr. 1511 zu Zschillen in Sachsen in den Orden aufgenommen, B. Gans a. a. 0.293 u. die Urkunden bei Voigt IX, 404. 3) Der OMarschall Wilhelm v. Eisenberg trat die Reise nach Preussen mit dem IIM. zusammen an. Ss. r. Pr. V, 319. 4) Der HM. hatte mit dem Kaiser im Anfange des Jahres 1512 eine Zusammen- kunft in Nürnberg, bei welcher der Deutschmeister jedoch nicht zugegen war. Albrecht bat um Schutz gegen Polen; von einem Eidschwur ist keine Rede, Voigt IX, 422, 5) Im Frühjahr 1512 ist Albrecht beim Kaiser auf dem Reichstag zu Trier. Voigt 1X, 426. Simon Grunau II, Eu *fol. 227a.
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*fol. 2275. 1512. *fol. 228a. 418 Tract. XX. Cap. I. 8 1. $ 3. *Wie der hohem, Albertus wardt in Preusen gebrachtt. Casemirus, des hohem, bruder, ruste sich auf der Preusen geldt, kam zum konige von Polen, bahtt umb geleihtt, das ehr mochte seinen bruder den hohem. durch Polen in Preusen brengen!),. Die Polen rietthen dem konige, ehr solte den hohem. nichtt einlassen, ehr thett ihm den vor den eidtt. Der konig wolte nicht daran, sondern sprach: ehr istt meiner schwester sohn, ich getraue ihm, ehr wirdtt sich woll lassen underrichtten. Ehr schreib ihm geleidtt zu und bepfull, das man ihn durch Polen mitt den seinen solte frey halten. Ehr kam auf Martini gen Thorn?); die Preusen theten ihm alle ehre, und ehr machte sich gegen des koniges folck gahr gesellig, auf das ehr mochte wissen, wie sie geschiecktt weren, und ihre heimlicheit erfaren. Sonderlich liess ehr sich von ihn exponiren die weis[slagung Reinhardi, wie ehr ihm jahr 1520 und 1521 solte muhe und nohtt haben, aber 1522 sollt ehr ganz Preusen haben. Umb dieses willen ehr die wahrsagerin fragte, die sagte ihm dergleichen, Ehr und die seinen hielten darauf, ruhmeten sich vieles dinges. Jdoch in kurtzen tagen voriagte ehr alle seine underweiser in den vorge- nannten stucken und nahm das landtt ein. So giengen die reden, der konig Sigismundus wurde den hohem., seiner schwester sohn, zum neuen jahre mitt Preusen vorehren. Capitel I. $ 1. Wie ehr nach buchsen zu giessen stundt. Der hohem. Albertus hette zum marschalck b. Wilhelm grafe von Eisenberg®), zum groscompter b.? Jorge Trugses von *Wetz- a) b. üborgeschr. B, 1) Casimir reiste mit dem HM. zusammen bis Posen und ging von hier zum Reichs- tage nach Petrikau, um mit dem Könige von Polen über die Beilegung der Streitigkeiten zwischen diesem und dem HM, zu verhandeln. Ss. r. Pr. V, 323. Schon am 4. August hatte der König den Geleitsbrief zum Durchzug durch Polen ausgestellt. Acta Tomiciana II, 121 n. CXIX. 2) Am 11. Now. 1512. Ss. r. Pr. V, 328. 3) Bis 3. Febr. 1514. Voigt, Namens-Codex S. 9.
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Tract. XX. Cap. I. 8 1. 419 hausen!), compan b. Simon von der Aha?), mitt den zog ehr umb und nahm das landtt ein, gab sich auf hofhalten, torniren?), stechen und sonstt auf viell hoffweise; so thett ehr als ein junger mahn von 24 jahren seinem dinge gnug. In dem bogerte ehr von seinem lande eine zeyse, die wardtt ihm gegeben; die summa der zeysa allein zu Konigsbergk war 19 tausentt marck. Von der ersten zeysa bezalette man die zerung, in Preusen gethan im einziehen mitt seinem bruder Casemiro. Das erste jahr war noch nichtt aus, da satzte ehr die ander zeysa, die armen leuto musten sie geben. Zu dieser zeitt liess ihn die krone von Polen fordern, das ehr seinen eidtt thett nach lautt des ewigen friedes. Darauf anttwortt der hohem., solchen eydtt zu thun were ehr mitt den seinen noch unbedachtt und ungeschiecktt; damitt zog die bottschaftt wegk. Der adell mitt den stedten under dem hohem. stunden vor einen mahn. In dem bogerte ehr die dritte zeysa; da tratt der adell vor, sagten, wie sie nihmer kundtten zeysen und brachtten ihre artikell herfur. Der hohem. merckte, was hieraus werden wolte, ehr* fandtt ein mittell, gutt vor ihn: ebr brachte den adell auf seine seite, da sagte der adell den stedten auf ihr vorbundttnis, vor einen mahn zu stehen; damitt sagten die stedte die dritte zeysa zu. Nach dem satzte ehr, man solte geben von einer lastt korn ein 3 m., von der lastt haber 1l/g m. Davon gefiell ein unzehlich geldtt, welch geldtt chr auf krieges gerethe anlegte.t) a) Dahinter ehr ausgestr. B. 1) Vom 8. Juni 1514 bis 8. März 1517. Voigt a. a. 0, S. &. 2) Simon von Drahe erscheint als Compun unter Martin Truchsess von 1481 bis 1484, Voigt a, a. O. 110, 114, dagegen unter den HM.'n Friedrich u. Albrecht uls Gross- comthur von 1499 bis 3. Febr. 1514 Voigt a.a. 0. 8.7. 3) HAM. Albrecht veranstaltete im Jahre 1518 das erste Turnier in Preussen, von den wir zuverlässige Kenntniss haben. Voigt IX, 528 und Töppen Ss. r. Pr. V,327 Anm. 1. 4) Die Angaben Grunaus über die Steuerforderungen des HM.s hier und im Folgenden sind sehr enistellt, auch die Darstellung bei Voigt IX, 467, 472-4783 ist nicht genau, Die erste Steuerverhandlung erfolgte auf dem Landtage zu Heiligenbeil am 3. April 1513. Aber erst 1514 auf dem zweiten ILandiage zu Heiliyenbeil trat der HM. mit der Forderung einer Tranksteuer (2 Pfenn. vom Stof Wein, I Pf. vom Stof Bier u. Meth) und eines Ausfuhrzolles vor die Stände, erhielt jedoch an deren Stelle nur eine Grund- und Vermögenssteuer (4 Scot vom Hause und 2 Pfenn. von der Mark in den Städten, auf dem Lande dus sogenannte Nachtgeld vom Vieh, 2 Schill. von der Nacht) 27°
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*fyl. 228b. 420 Tract. XX. Cap. II. 82. S 2. Von seinem geschoss und buchsenzeuge. Ehr liesz buchsen giessen, gross und klein, in der zall 236 ohne die handttbuchsen. Ehr goss eine, die muste *haben 120 pfundtt pulwer, die nante ehr die scharfe Metze; ehr goss noch eine, die musto haben 100 pfundtt, die nante ehr die bose Gritte; also gab ehr allen seinen buchsen nahmen, und waren alle mitt eiser[n]en kolben woll vorsorgett. Wen ehr sie liess giessen oder boschiessen, so war stettes so ein lermblasen, das alle Preusen zulieffen, den es war ein frembdes. Ehr hette 50 morser, feur zu werffen, derer ieder kaule 20 marck koste, derer sehr viell waren. Ehr hette zu den buchsen 800 lastt pulwer, die lastt 12 thonnen, eine ist so viell als ein viertell vom scheffell. So getrauete ehr einer buchsen nichtt, ehr hette sie den mitt 10 pfundtt pulvers uberladen, oder darnach die buchsen waren. Ehr hette Il tausend spaten, 11 tausend hacken- spiesz, hellebarten, handttbuchsen und harnisch zu fusz und zu rosz mitt aller zubehorung vor 21 tausentt mahn. Ehr bauete mechtig das schloss Balga, umbschutte es, hette da alle wege sein bestes geschoss und alle gewehr;l) den er getrauete den Konigsbergern nichtt. Als ehr sich so ruste, do liess ehr auch eine brucke machen, die soltto man uber grosse strome werfen, die koste 3 tausent marck, und nichts [war]* bowerliches. In dieser zeitt forderte chr geldtt von seinem lande; auf das a) w. fehlt B. bewilligt, Obwohl er sich hiervon wenig Nutzen versprach, nahm er dieselbe doch an, in der Erwartung und mit dem Vorbehalt, dass, wenn die Erträge nicht genügten, die Stände sich zu einer neuen Bewilligung bereit finden lassen würden. Noch bevor die Steuer überall zur Erhebung gekommen war, überzeugte er sich, dass der Ertrag seinen Be- dürfnissen nicht entspräche. Auf dem Landiage zu Königsberg im Jahre 1515 verlangte er daher statt jener Vermögenssteuer, deren eingegangene Beträge zurückgezahlt werden sollten, die Zeise auf ein Jahr, Die Stände, insbesondere die drei Städte Königsberg widerstrebten (vgl, unten S. 422 Anm, I), der HM. musste sich daher mit der bereits be- willigten Steuer begnügen. 1516 erneuerte er jedoch seine Forderung und erhielt nun die Zeise zunächst auf ein Jahr bewilligt; 1517 und 1518 wurde sie je auf ein Jahr ver- längert. Nach dem Anschlage von 1516 sollte vom Scheffel Mulz 3 Schilling, von der Tonne Weizenbier 5, von der Tonne Afeth 20 Schilling, in den Mühlen vom Bade 3 Firdung gezahlt werden. Fol. 1513-1518 im D. O. A. 1) Dass das Geschütz in Balga untergebracht wurde, berichtet Freiberg (Königs- berger Chroniken her. v, Meckelburg) S, 6. Ueber die Zahl der Weschütze s, Voigt IX, 471 Ann, 1.
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Tract. XX. Cap. IL $ 2 421 ehr es mochte haben, bahtt ehr den ganzen adell zur collation. Die rahttheren und der adell sagten es im zu, die stedte wolten sich ausreden. Da fragte ehr sie, ob sie auch wusten, was die scharfe Metze und die bose Gritte mochten thun. Uber langstt sprach ehr: ihr habett meinem vorfaren 3 schatzunge gegeben, und hatt nichts gethan,* so ich doch zu eurenı beschirm habe solchen zeug geschafft, *fol. 224. und ihr weigertt euch geldtt zu geben. Der adell fiell ihm bey, die burger mustens geben. In dieser zeitt musten sie ihre gutter schetzen, von der marck wardtt® geben 3 schl., und war eine grosso sunıma geldes, Darnach vorsamlete ehr die stedte und bogerte zeysa, von ihn also lange zu geben, bis das ehr aus dem keme, da ehr ihn were, denn ihm were vor ihm und vor sie geldtt von nothen. Wieder das geschahen viell auszuge, ehr aber gab viell drauworte samptt dem adell, die ihm beylagen. So fragten die stedte, wie lange ein solche zeysa stehen solte. Ehr anttwortt: zum wenigsten funf iahr. Die stedte sprachen, ob ehr wolte ein krieg anfangen; den sie es aus vielen dingen merckten. Ehr anttworit: ich bin euer here, und ihr meine pauren, ich darf euch nichtt sagen, was ich beschlossen habe, gchett hin und vorschaftt geldtt. Nichtt lange nach dem schrieb man schriefte in die kleinen stedte, sie hartt bedrauende. Die armen leute sagten es durch briefe zu ohne der Konigsberger wissen. Nach dem nahm ehr die Konigsberger vor, hielt ihn vor, wie sie von an- begin wieder den orden gehandeltt hetten, und machte das viell. Nach langem und stolzem reden des hohem. sprachen die Konigs- berger: istt ettwas geschen, so sein unser vorfaren dazu vorursachtt, idoch istt das meiste cuerem orden zu gutte gekomen; haben sie den ubell gethan, so vergebe es ihn gott. Aber itzundtt horen wir, das es euer fursttlichen guaden nichtt angeneme scy; so bitten wir noch und bogeren zu wissen umb unser geldtt, ob ihr woltt ein krieg furen *oder nichtt. Der hohem. sprach: mitt willen wolte ehr #tul. 229b. niemandtt ein krieg ansagen, wen ihm aber jemandtt zu wolte, so wolte ehr sich wehren neben ihn. Die Konigsberger sprachen, ob ehr auch iemandts wolte ursach zum kriege geben; ehr sprach, ein thor konne mehr fragen, den zehen weise anttwortten. Da vor- willigeten sie sich funf iahr zeyse zu geben, sindttdem chr keinen krieg furen woltte, aber sie gedachtten dabey auch, kein ander geldtt a) werdtt B.
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*fol. 230a. 422 Tract, XX. Cap. I. 83. zu geben. Die armen rethe wurden werlich ubel ausgerichtt, das man ihn auch honlich nachschrie.!) $ 3. Von seinen rethen und ihrer belonung. Von anfange waren des hohem. rahttgeber diese: b. Junter von Bennaw, bischof auf Samelandtt,2) b. Job von Tobeneck, bischof auf Riesenburg,3) b. Simon von der Aha, groscompter,#) und b. Wilhelm graf von Eisenberg, marschalck.5) Mitt diesen ehr viellmahl rahtt- schlagte, wie ehr mochte bey gantz Preusen komen. Sein sihn war, ehr wolte ein krieg anfangen; sie bedachten aber, wor geldt und folck zu bekomen were, und wiesie es wolten angreifen. Sie funden, das sie mitt wenigem kosten in kurtzer zeitt durch einen kleinen kriegk gantz Preusen gewinnen wolten. Sie wolten dem konige von Polen den Turcken, den Tather und den Moscowiter zugleich auf den hals brengen, weil auch die gemeine in Preusen boss Polnisch were umb eigen nutzes willen der rethe; wardtt derwegen beschlossen, man soltte mitt dem Moscowitter freundtschaftt machen, forderlich aber mitt dem konige aus Dennemarck.6) *Sonderlich riehtt der marschalck, man solte vorhalten alle die, so da sachen hetten mitt den stedten und prelaten, under dem konige in Preusen gesessen, und also die stedto bozwingen. Sindtt 1} Auf dem Landtage zu Königsberg 1515 kam es über die Zeiseforderung des HBl’s unter den Städten zu keinem Einverständniss. Der HM. liess daher die kleinen Städte einzeln über ihre Geneigtheit zur Bewilligung befragen. Der grössere Theil soll hierauf geantwortet haben, sie seien bereit zu bewilligen, was Königsberg bewilligen würde. In Folge dessen verhandelte der HM. mit den drei Städten, die jedoch Anstand nahmen, ohne ihre Mitstände die Forderung des HM.'s zu erfüllen, so dass letzterer drohte, ohne weitere Befragung in allen Mühlen 1 Schüling vom Scheffel Getreide zu erheben, Trotz- dem wurde die Zeise, wie oben bemerkt, erst 1516 bewilligt. Fol, 1515 im D.O.A. Es scheint, dass diese Thatsachen den Angaben Gr.’s zu Grunde liegen, 2) Günther von Bimau war Bischof von Samland 1505—1518. 3) Tliob v, Dobeneck, Bischof von Pomesanien 1501-1521. 4) S, oben S. 419 Anm, 2, 5) S. oben S, 418 Anm. 3. 6) Der Gedanke eines Bundes gegen den König von Polen, dem auch der Gross- ‚fürst von Moskau und der König von Dänemark beitreten sollten, ging von Kaiser Mari- miltan aus. Voigt IX, 451, 452, und Fiedler, die Allianz zwischen Kaiser Maximilian 1, und Vusilji lvanovie, Sitzungsb. der Kais, Akad, d. Wiss. zu Wien B, XLIIT, 154.
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Tract. XX. Cap. I. 8 3, 423 dan ihr konig itzundtt mitt den Tatern ein streidtt hette, wurden die stedte in Preusen ihn vor ein beschutzheren aufnehmen, in welchem ehr mitt willen bey die stedte in Preusen keme. Das ge- fiel dem hohem. sehr woll, ehr geleihtett alle schelcke, die nur kamen, und werete 4 gantzer iahr, das auch zum letzten ein burger aus des koniges stedten nichtt dorfte vor die stadtt gehen. Wen sie es klagten, gab man ihn zur anttwortt, hetten sie doch einen konig, warumb beschutzt ehr sie nichtt; wolten sie den hohem. vor ein heren annemen, so solten sie fordan sicher sein.) Das wolten sie nichtt angehen, derhalben wurden viell dreuer und reuter. Wo iemandts zum hohem. kam und ihm anzeigte, das ehr da so eine sache hette, von stunden an schreib ehr den von des koniges folck, denen es angieng, das sie sich solten mitt ihm vortragen. Eittliche theten es, aber wen? sie einen kaum enttrichtt hetten, so war der ander da und entisagte umb sachen, die ihren megden waren an- gangen, sie solten sich mitt ihm® enttrichtten. Gieng aber die sacho eine ganze stadtt an, so liess man sie reufen, wie sie wolten; wo sie aber ein burger allein angieng, wen ihm gleichs unrechtt ge- schahe, so musst ehr sich dennoch mitt dem reuter vortragen. Kam chr zum hohem., beklagte sich seiner unschuldtt auf den reuter, so beklagte ihn der hohem. in mittleiden und sprach: ein ralıtt und gemeine kundten und mochten dies woll wandeln, wo sie euch anders guttes gonnen.?2) Durch solches wurden viell burger *bose *fol. 230b. konigisch und gutt hohemeistersch., Ehr thet Absalon, koniges Dawidts sohn, viell nach, und die Preusen waren ihm des meisten teiles gunstig. a) w. übergeschr B. b) ihn B, 1) Dass in Polen die Meinung verbreitet war, der HM. unterstütze dus Raub- wesen, um die Preussen im Küntgstheil zum Abfall von Polen und zum Wiederanschluss an den Orden zu bringen, zeigt die Instruction des Königs für die Gesandtschaft an den HM, im Jahre 1517, Acta Tomic. IV, 135 n. ©. L. XXIV. 2) Gr. misst in seiner tendenziösen Weise alle Schuld un den damaligen gewalt- thätigen Zuständen in Preussen dem HM. zu. Wie aber z, B. der Bischof von Ermland dumals über gewaltsume Selbsthülfe dachte, zeigt dessen Erklärung auf dem Flbinger Landiage ‚von 1507 bei Hirsch, Danzig zu den Zeiten Gregor u, Simon Maternes, N. P. Pr. Bi, II Folge 1854, B. V, 40 Anm.
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*[ol. 231a. 424 Tract, XX. Cap. I. 8 4. $ 4. Wie ehr seinen rahtt abesatzte und bussete sie umb geldt. Bischof Job wardtt zum konige geschiecktt, liess ihn bitten, ehr wolte die sache mitt dem lande von Preusen auf heren und fursten geben, aber Job erlangete hierauf ein kurtz anttwortt, das wieder sie war. Der konig bepful ihm, ehr solte noch zwo b. seines ordens zu ihm nehmen, dem hohen. sagen, das ehr die buben nichtt vorhieltte und bedacht were, der kron von Polen seinen eidtt zu thun nach vorpflichtung seines ordens und vorfaren. Uber das be- pfull der konig, wo iemandtt were, der don seinen were zu unrechtt gewesen, der solte vor ihn komen, wurde ihm den nichtt rechts verholfen, so mochte ehr den thun, was ihm geliebte. Ehr schanckte dem bischof fursttliche gaben, derwegen wor Job nur hin kan, lobete ehr den konig, welch loben gahr balde vor seinen hohem. kam. Als Job gen Konigsberg kam, dem hohen. des koniges antt- wortt zu sagen, nahm er zu ihm grafe Wilhelm von Eisenborg und b. Simon von der Aha, sagten ihm ihr bopfel ahn, sie meinten, sie wolten gahr woll thun, das er gewarnett wurde. Aber ehr zog den Job vor ein vorrether an, als hette ehr dem konige sein hertz oflen- barett. Derhalben legte chr im eine buss auf, das ehr niemer solte in seinen rahtt komen, solte das schloss in Meisen vorkeufen, welches ehr mitt dem Preuschen geldt bezalett hette, und vor geldtt kupfer gen Konigsberg vorschaften.) Das muste also geschen. Zu wissen, *wie das Job von armen geschlechtt war; aber als ihn der hohen:. b. Friedericus auf Riesenburg zum bischofe satzte, kaufte ehr von gelde seiner kirchen in Meisen ein schloss mit seinen guttern umb 21 tausentt gulden Reinisch, das muste ehr wieder vorkaufen, und die Focker gaben kupfer daran. Dem marschalck nahm er Preuschemarcktt, Hollandtt, Morung, Liebenmoelle und alles, was zu den stedten gehorett, hiess ihn gen Konigsberg auf die muhle ziehen.?) Der marschalck war boreidtt, nimtt urlob und zeuhett mit 20 reisigern aus dem lande. Die von Marienburg und Dantzick theten ihm ehre, zu denen sprach chr: I) Was der yehässigen Darstellung zu Grunde liegt, war nicht zu ermitteln. Be- kannt ist, dass Bischof Hiob von Pomesanien fortdauernd entscheidenden Einfluss auf den jungen HM. hatte. Er unterhandelte in dessen Auftrage im Jahre 1512 mehrfach mü dem Könige von Polen. 2) Der HM. verlieh 1513 dem Bischof Iliob unter Anerkennung seiner Verdienste das Gebiet Pr, Mark mit den Kammerämtern Liebemühl, Di. Eilau und Dolistädt. Voigt IX, 458.
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Tract. XX. Cap. D. $ 5. 425 ich habe dem margrafen meine ohre aufgetragen, vormeinte, ich solte es geniessen, aber ich muss mir anderswo ruhe schaffen; schieckett ihr euch, den es istt ein krieg vorhanden. Das nahmen sie zu hertzen. Als ehr zum Deutschen landtm. kanı, erlangete ehr das hauss zu Ruffach im Elsass und jehrlichen 200 gulden Reinisch zu vorzehren.t) Mitt der zeitt wardtt ehr mitt dem hohem. wieder freundtt, furte ihm das folck zu in Preusen vor Dantzick. Da liess ehr ein scheis und zoge wieder heim mitt schanden. B. Simon von der Aha muste ein conventsb. sein, vorkurtzte ihm auch durch vorfolgung sein leben. Ehr war ein mahn, der hette mogen ein konigk sein von weisheitt, gerechtigkeitt und fromig- keitt, wie man es mitt seinen leuten bewehren kan.?) B. Junther bischof von Samelandtt vornahm dies latein: er schieckte in Meisen ein gross geldtt, gutter zu keufen zu seinen tagen. Aber der hohem. eylete ihm nach, nahm das geldtt. Der bischof nahm ursach, zog aus Preusen und kam nie wieder. Ehr wardtt gefragett, warumb ehr seine kirche ubergebe und zoge so wegk; ehr sprach: behutt gott, das ich solte in einem lande sein, da der here des morgens thutt, was ibm die nachtt traumett.?) $ 5. *Von einem neuen rathe und einem zuge auf Samaiten. Der hohen. hette sorge, die comptores mochtten ihn abesetzen, wie es woll billig gewesen were, derhalben satzte ehr alle comptores 1) Der OlMarschall Wilhelm v. Eisenberg bat 1514 wegen zunehmender Kränk- lichkeit um die Erlaubniss, sein Leben im Hause Ruffach im Elsass beschliessen zu dürfen. Albrecht verwandte sich darauf bei dem Landcomthur vom Elsass und dem Deutschmeister, dass jenem das Haus gegeben würde; auch setzte er ihm eine jährliche Rente von 200 Gulden Iheinisch aus, Schreib. des HM.’s an den DM,, den Landcomth. und den Comih. von Holzkirchen. Fol. 1514 im D.0.A. Voigt IX, 457. 2) Der Grosscomthur Simon von Drahe bat im August 1513 um Entlassung aus seinem Amte, nachdem er bereits früher über Krankheit geklagt hatte. Voiyt IX, 456. Albrecht gewährte sie und verlich iim 1515 dus Dorf Rada im Gebiet Balya. Fol. 1515 im D.O.A. 3) Bischof Günther erhielt 1516 die Erlaubniss, in seine Heimat ziehen zu dürfen. Er starb 1518 in Merseburg. Ueber Gr.s Angaben s. Voigt IX, 41 Anm. U und Gebser, Gesch. d. Domkirche zu Königsberg S. 240 Anm, *fol. 231h.
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*fol, 2328. 426 Traet. XX, Cap. 11.8 5. abe, zwey ausgenomen, den von der Mimell und den von Österrode,t) sonstt waren uberall nur pfleger, die musten dem hohem. alles, was sie einnahmen geben, und der hohem. gab ihn ein genantes.2) Der hohem. satzte regenten, welche waren auch seine rethe, als Hans von Schonberg, Dittrich von Schliefen, Dittrich von Schonberg und Hans von Schonberg der junge.?) Diese drey waren leibliche bruder. So war ein sprichwortt: wor sie das kalb hin bunden, da mustt es bleiben. Gott war es bekantt, wie sie regirten, und wie sie ein ende nahmen, den sie waren weldttlich. Auf dieser rahtt vorsamlete der hohem. 4 tausentt mahn mit 9 buchsen, wolte mit dem Samaytischen starosten grentzen. Das kam daher. Die Samayten und des hohem. pauren umb Rangnitta kamen mitt einander zu feindttschaftt, die Samayten brandten des hohem. pauren ctzliche dorffer abe. Das wardtt dem hohem geklagett, der schreib dem starosten, ehr solte ihm vor den schaden gnug- thun, oder ehr wolte es rechen. Der starost schrieb ihm wieder: es were von den Samayten auf Samaytischer erden geschen, den die abgebrandten dorfer weren in den guttern der Samaiten und nichtt der Preusen. Von stunde an bohtt man eine herefartt aus auf Sa- mayten. Der hohem. wolte mit ihm grentzen. Auf solches vor- samleten sich die Samaiten hinder ein gesumpf, welches man vor eine harte wiese ansahe. Der hohem. kundte keinen schantzmeister ausschiecken, sie wurden alle vorloren. Der hohem. eilete zu den Samayten, vorsenckte zwo schlangen und das ander geschutz kundte ehr nichtt gebrauchen. Die mitt *den geulen ertrenckten sich selbest in ihrem hertzieren im gesumpfe. Mustt also nach vielen verlorenen mennern wieder heim. Ehr war zornig, das chr gutt folck ohne schlachtung vorloren hette.t) 1) Auch in Rhein war noch bis 1524 ein Comthur; Balga und Brandenburg wurden 1499, Ragnit 1512 zur Kanmer des HBM.s gezogen und fortan durch Ilaus- comthure verwaltet. 2) Das Verhälmiss war unter den letzten Hochmeistern eher cin wmgekehrtes, die Ordensbeamten zahlten an den HM, bestimmte, oft durch Verträge jesigesetzie Summen, Deputate, und verwalteten im übrigen ihre Gebiete wie eigene Herrschaften. 3) Der ältere Ilans von Schönberg starb 1514. Nach seinem Tode 209 der HAI, den jüngeren Hans von Schönberg in seine Dienste (1515); auch dessen Bruder Dietrich, sowie Dietrich von Schlieben traten 1515 als Rüthe in den Dienst des HM.s Fol. 1515 u 1516 im D.0.A. Yoigt IX, 479 Anm, 3, 4) Die fortwährenden Zwistigkeiten an der Grenze zwischen dem Orden und dem
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Tract. XX, Cap. U. 8 5, 427 Als ehr heim kam, fing ehr an, die kirche des heiligen Chri- stopfori zu bauen, endete es ihn kurtzem. Sie wurde” da mitt gutter leute hulfe gestieftett, horas zu singen von priestern und conventua- libus?. Es war eine sonderliche andachtt und leihtt zunechst an der capellen des heiligen kreutzes uber dem Lebenichtt und dem schloss. Istt geschen im jahr 1515 auf Epipfaniae.!) a) So wurden B. b) coralibus B., conv. Conjectur. Hauptmann von Samaiten, Stanislaus Janowitz, drohlen in der Mitte des Jahres 1516 zu kriegerischen Verwickelungen zu führen. Veranlassung gab das Dorf Coadjuten, dessen Besitz von früher her streitig war. In der letzten Zeit hatten es der Orden und der Hauptmann gemeinsam besessen und die Erträge aus demselben unter sich getheilt. Ende des Jahres 1515 bemächtigte sich indessen der Hauptmann allein des ganzen Dorfes. Der HM. war nicht gewillt, diese Beeinträchtigung seiner Rechte zu dulden, erhob vielmehr Anspruch auf alleinigen Besitz. Da die mit dem Hauptmunn geführten Verhandlungen kein Ergebniss hatten, wandte er sich am 20. Juni 1516 an König Sigismund und schickte sich gleichzeitig an, ohne das Ergebniss seiner Beschwerde abzu- warten, Coadjuten in seine Gewali zu dringen. Er erliess ein Aufgebot an die Ordens- gebietiger und Amtleute und erschien Anfang Juli 1516 mit einigem Gefolge in Ragnit. Von hier zog er an die Grenze und nahm den Einwohnern des stritligen Dorfes den Huldigungseid ab, den diese auch ohne Widerstand leisteten. Da eben damals der Gross- fürst von Moskau mit einem Angriff auf Polen drohte, so glaubte der König, beide handelten ım Einverständniss, und hatte deshalb die Ordensgrenze mit Truppen besetzen lassen. Dass es zu einem Zusammenstoss gekommen ist, wie Gr. angiebt, wird sonst nirgends erwähnt. Dem HM. war es nur um den Besitz Coadjutens zu thun. Nachdem er sich denselben gesichert hatte, unterhandelte er weiter mit dem König, und eine Be- sichtigung der Grenze durch gemeinsame Commissare wurde verabredet. Am 24. Ja- nuar 1517 traten diese zusammen, vermochten sich aber nicht zu einigen, Mehrfuch wurde dann noch im Laufe des Jahres 1517 und in der Folge verhandelt, doch blieb das Dorf endgiltig beim Ordenslande. Diese Thatsachen, den Fol. 1516 u. 1517 im D.O A. und den Act. Tom. Tom. IV entnommen, liegen der obigen Erzählung Gr's zu Grunde. 1) Die St. Christophs Capelle bei der Kirche zum heiligen Kreuz war vom IIAf, Friedrich v. Sachsen errichtet. IIM. Albrecht bestätigte ihre Gründung durch Urkunde vom 3. Febr. 1514. Faber, die Ilaupt- und Residenzstadt Königsberg S. 99 u. Perl- bach, Quellen- Beiträge z. Gesch. der Stadt Königsberg S. 89.
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428 Traet. XX. Cap. I. 8 6. $ 6. Wie der hohem. under ihm die zauberei stillete. In diesem iahr nahm sich der hohem. die weise des koniges an, indem das ehr die zauberey stiellete, die gar gemein war. Es sturben redliche menner, geschahen auch sonstt wunderliche dinge mit forteill des bosen geistes, aber man kundte nichtt ihnne werden, von wo oder wan es keme. Indem begab es sich, das cin ehe- brecher mitt einer ehebrecherin an einer heimlichen stelle waren; dahin kamen drey weiber, den man es nichtt vortrauete, die hetten hunde bey sich. Die eine fragte die andern, ob sie das wasser des vorgehens vorsuchtt hetten; die sprachen: nein. Da goss sie des wassers auss und liess den hundtt daruber gehen, der sturtzte da- hin und starb. Die ander sprach: ich will es morgen vor die thure des rattstules giessen, darumb das sie dem hohem. haben zugesagtt, so lange zeitt zeysa zu geben; wer weis, wie es sich bogibtt, das ich auch bey den hohem. kom, (nante auch andere, die dem hohem. *fol. 232b. gemein weren) *ich will es ihn auch thun. Sie bobielten an einer heimlichen stelle das wasser und giengen wegk. Der ehebrecher kam auch ungesehen wegk, ehr gieng zum hohem., sagte ihm, was ehr gesehen und gcehortt hette. Der hohem, schieckte ihn mitt zwen drabantten nach dem wasser, ehr liess es an sonderliche stelle giessen. Als die hunde daruber kamen, sturtzten sie und blieben todtt. Man fing zu den 3 weibern, die man mitt dem wasser ge- schen hette, noch 5, sie alle vorbrante, die andern kamen wegk. Das wasser kundten nur die 8 machen, das man zu ihn ins feur [goss]’. Nichtt lange darnach brante man auch zum Elbinge 3 weiber, die hetten ein wechsen!) kindtt gebraten, das es geschrien hette. Die eine war eine kramerin und war einer andern kramerin feindtt, der hette sie es gedrauett und vor 3 kinder getodtett. Von solchem braten blieb sie mitt dem vierden auch todtt. Sie woltt auch den ganzen rahtt todten. Sie war eine fraue, die an gelde liegen hette 1700 marck. Was sie aber thett, das geschahe alles aus neidtt. a) Die Klammer ist in B. nicht angedeutet. b) g. Conj. 1) wechsen = wachsen = erwachsen?
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Tract, XX, Cap. I. $ 7. 429 $ 7. Von dem ende gutter reuter und von bohendigkeit auf sie. Wiewoll die reuterey auf die von Dantzick durch die ermor- dung und fahung der diebe schon langstt gestiellett war, idoch durch den schemlichen todtt des Greger* Maternen berumete man sich, Dantzke gahr auszuleschen. Von diesem istt zu wissen, wie Greger Marterne, von dem oben istt gesagtt!), der hette einen bruder mitt nahmen Simon Materne, ein truncken mensch, der hette vom konige Sigis"'mundo in seinem konigreich geleihte, ehr solte seine sache auf*fol. 233. gutte leute bekennen, den ehr wolte rechen, das die Dantzker geldtt gaben, das ihr feindtt Greger Materne ermordett wardtt.2) In solchem geleihte thett Simon Materne mitt seinen knechtten auf die Dantzker vor und vor schaden, wie man es auch boweren kundte. Derhalben gab konig Sigismundus zulass, in zu fangen. Den Danzkern gebrach kein geldtt, sie uberkauften einen goldttschmiedt zu Posenau, der vorhieltt den Simon in seinem hause, ehr gab ihn an), die Posenauer fingen ihn nach bofell koniglicher ma.; die Dantzker holeten ihn, legten ihm ein gehelen rock an, satzten ihn ruckling auf ein pferdtt, furten ihn also durch die stadtt in das gefengnis des henckers. Sie liessen ihn so manigfaltig marteren, das ehr ihm gefengnis starb. Da setz[te] man ihn auf ein rahtt, machten ein galgen auf das rahtt, legten ihm ein strang umb den hals, zogen ihn also an den galgen, das ehr halb an dem galgen hieng und halb auf dem rade saszt). Ehr hette bostaltt, man solte die speicher vor Dantzke wegk brennen, aber der knechtt wardt ergrieffen und auf dem markte gebraten). a) Simon B. 1) B. II, 386. 2) Matern erhielt mehrfach freies Geleit, so 1504 von König Alexander, 1508 und 1513 von den preussischen Ständen. Hirsch, Danzig z. Zeit der Maternes, N. P. Pr. Bi, 1854 V, 112, 120, 128. 3) So berichtet auch Freiberg a. a. O. S. 3. Die Danziger halten einen Preis auf Materns Kopf gesetzt. Kestner, Zs. des wesipreuss. Geschichtsvereins II, 89. 4) Gr.'s Bericht über den Ausgang des Simon Matern enthält einige sonst nicht bekannte Einzelheiten, denen in Anbetracht der ungenauen Angaben über den Tod des Matern keine hohe Glaubwürdigkeit beizumessen sein wird, Denn nach Beyers Daunz. Chr, erhüngte sich derselbe in seinem Gefängniss im Ankerschmiedeihurm zu Danziy. (17. April 1516). Sein Leichnam wurde aufs Rad gelegt. Ss. r. Pr. V, 476. 5) Der Brand auf der Speicherinsel hatte am 31. Mui 1515 stattgefunden. Der Brandstifter wurde am 16. Januar 1516 auf dem Markte in Danzig verbrannt. Beyer aa. 0. 8. 471.
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430 Tract. XX, Cap, D.$ 8. Der Simon Materne liess hinder sich 3 haufen knechtte, die namen sich sein abn und vorwandelten ihre namen. Als wan ein haufe auf die von Dantzke schaden thett, so hiessen sie Jorgen, theten sie auf die von Breslau schaden, so nanten sie sich Christof, raubeten sie auf Gorlitz, so hiessen sie Hans; und dis sein ihre nahmen : Bose- hans, Guttehans, Schnarhans, Strohans, Maulhans, Grutzhans, Semel- hans, Milchhans, Hellhans und Kollhans; die ander partey hiess *fol. 233b. schwartze Cristof, *weisse Cristof, lange Cristof, from Cristof, lahm Cristof, reich Cristof, toricht Cristof, Munchcristof, frey Cristof und schnell Cristof; die dritte partey hiesz Dachjorg, Magttjorg, Kindtt- jorge, Knechttjorge, reich Jorge, arm Jorge, Tischerjorg, Windtjorge, Hansjorge und frolich Jorge und, wie alle ihre knechte getauftt waren, von welchen viell an dem galgen vorgangen sein hin und her. Sie liessen mitt nichte ettwas in Preusen gehen, nur was dem hohem. gehortte. Sonstt namen sie, was ihn geliebte, und das ubrige vorbrandten. $ 8. Von spottrede und wahre rede in Preusen. In diesem jahr war ihm lande zu Preusen von gemeiner rede ein sprichwortt: drey ding sein gnug in Preusen, zeysa, reuterey und ablass, und so uberflussig als ihn keinem lande. Davon istt zu wissen, das vom jahr 1501 hub sich an zeysa und schoss zu geben, istt alwege gewachsen und zugenomen und istt nu 1521 am hochsten, wie davon gesagt und noch gesagtt wirdtt werden. Die reuterey war so gemein, das auch die megde enttsagten, so woll auch die frauen, wen sie von den mennern wurden ihm ehebruch gefunden ; es geschahe durch sie viell laster, den sie wusten vorhaltung und sterckung in den sachen, wie gesagtt, auch gesagtt wirdtt werden ihn diesem tractatt. Vom ablass ist zu wissen: als der babstt Julius das münster s. Petri zu Rohm bauen wolte, schieckte ehr aus jubileum, das sein gnadenreiche jahre; ehr liess kasten setzen, umb das geldtt zum baue s. Peters munster vorgab ehr pein und schuldtt, erlaubete in fastagen milchspeise zu essen, das vor in Preusen nie gehortt war, denen, so da wurden zu dem baue geldtt in den kasten legen. Da- *fol. 234a, durch wardt *ein gebrauch, das in Preusen ohne underscheidtt milch-
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Tract. XX. Cap. 11. 8 9. 431 speise gegessen wirdtt und fastt wie vor ein rechtt gehalten, wiewoll es nur den erlaubtt war, die briefe daruber nahmen und geldtt gaben.!) So war ein groe munch der Berndiner mitt nahmen Jo- hannes Babtista?) des babstes comissarius, der underwandt sich umb geldes willen vieler sachen auf die gnade, also das treffentliche sunde als incestum einer andern kleinen sunde vorgleichett wardtt. Auch erlangten heren und fursten vom babstt Leone X., das sie mochtten das geldt zu sich nehmen umb ein genantes davon zu geben. Es gieng mitt dem jubileum wunderlich zu, und stundtt nach einander vom jahr Christi 1514 bis auf 1521. Der hohem. sie noch ein teill erhube; wiewoll sie ins konigs landtt stundtt, woltt sie doch der hohem. nie aufnehmen, den ehr sagte: haben die meinen was ubrig, ich will es ihn woll selber abeschetzen; thett es auch treulich.3) $ 9. Von einem getreuen biehrtrincker in Preusen. Es dunckt mich billig sein, das ich diese historia in diese cronnika setze, den es duncktt einem ihn Preusen eine ehre sein, wen sein compan sprichtt: ehr trinckt sein biehr unvorzoftt wie ein gutt gesell. So war in diesem 1512. jahr zu Thorn ein priester von guttem geschlechtte, der wardtt mitt einem burger zu Thorn eins, das ehr ein jahr durch wolte sein tischgast sein; vor das essen soltt ehr ihm das jahr geben 15 marck und fur das. biehr uber essens allein 50 marck, die collationes soltt er sonderlich bezalen. Der priester kaum vor ein schilling auf die malzeitt asz und tranck dabey des morgens so woll als des abents zehen stof biehr, so ehr allein war, die collation zalett ehr sonderlich, und wardt* niemer truncken. *fol, 234b, Sein wirdt sahe, das der gutte priester so ein gutter biehrtrincker wahr, ehr schenckte ihm speise und tranck einos viertell jahres und liess ihn zu seinen freuuden ziehen, ehr vermochte in ein iahr nichtt mitt hundertt marck zu halten. Mitt diesem bewerten die biehr- schuler, das das biehr niemer bas schmecktt, den so einer ein stoff mitt dem trunck austrincktt. 1) Vgl. Chr. Beyers Danz. Chr., Ss. r. Pr. V, 476. 2) Der Franziskanermönch Johannes Baptista hielt sich seit 1517 als Ablass- händler in Danzig auf. Hirsch, Oberpfarrk, z. St. Marien 226. Anm. 2. 3) Ueber den Ablasshandel im Ordenslande s, Voigt IX, 519.
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*fol, 235a. 432 Tract XX. Cap. D. 8 10. S 10. Von einem biuttgierigen bischofe zu Dantzke. In diesem iahr kam Mathias, der bischof von der Coya, in Preusen umb Zopkau, mitt ettlichen edelleuten zu grentzen.!) Die- weill den Dantzke der geistlicheitt nach in sein bischtum gehorett, kam ehr gen Dantzke, bahtt den rahtt, sie wolten ihm gutte menner vorleyhen, die bey dem grentzen wern. Der adel boweisete seine gerechttigkeitt, dawieder war des bischofs floder, das istt ein scheffer uber die dorffer; ehr hies den edelman ein hurenkindtt und vorreter, schlug ihn auch ins angesichtt. Der edelman sprach: fioder, kom nichtt wieder. Der floder schlug ihn zum andern, auch zum dritten mahl; nach dem nimt der floder sein schwerdtt, will dem edelman zu, aber der edelman enttkam und rante dem floder ein eberspies ins leib, das ehr starb; die andern zogen alle heim. Auf die nacht schieckte der bischof sein folck aus, die vorbrenten des edelmans hoff, ihn mitt weib und kindtt auch mit vielen gutten leutten, die da schlieffen. Als ehr heim kam, berumete ehr sich, wie ehr die Preusen casteyett hette.?2) So musten die Reinholtsbruder?) zu Dantzke ihm auch peen geben bey 1200 marck werdtt, darumb das sie ein unnutzen priester, der ein Schott war,) hetten aus der kirchen ge- stossen, als ehr ihn verkundiget, das sie in des babstes* bahnne weren unmb der sachen eines burgers mitt nahmen Bartell Hake, der die Danzker lange ihm bahn hielte darumb, das® ehr seinem schwieher sein weib* vorbielt, welche des Haken tochter war, ehr woltt nichtt, das sie mehr solte zu ihm gehen, nahm ihm auch, was ehr mitt der frauen hette erlangett.5) a) übergeschr. B. 1) Der Grund für die Ankunft des Bischofs Mathias Drzewitzky lag in den am End. des Paragraphen erwähnten Danziger Verhältnissen. 2) Gr.s Bericht stimmt in der Hauptsache überein mit der Darstellung Beyers, Ss. r. Pr. V, 480. 3) Vol, Hirsch, Oberpfarrkirche zu St, Marien 8, 239 Anm, 1. 4) Henrich Gorm, geistlicher Notar und schottischer Capellın, ebenda S. 238. 5) Gr. irrt in den Namen; Bartel Hake war der Schwiegersohn, der Stiefvater seiner Frau, der ihm Frau und Kind vorenthiell, war Sewalt Becherer, Stegmanns Chr. vom Aufruhr 1525, Ss. r. Pr. V, 548. Hirsch a. a. O, S. 238— 241. .—
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Tract. XX. Cap. I. $ 11. 433 $ 11. Wie der hohem. auf des koniges kostung gebeten wardt, aber ehr kam nichtt. Im jahr 1515 auf Dorothea hette der konig von Polen zu Crakau wirdttschaftt mitt frauen Barbara, des grafe Steffans tochter von Zilien aus Ungern.!) In diese wirdttschaftt wardtt auch ge- laden der hohem. Albertus als des koniges schwestersohn, aber ehr kam nichtt, den ehr besorgte sich, die Polen mochtten ihm sein ge- schmuck bostelen, wie ettwan seinem forfaren geschen war, sondern schieckte Job, den bischof von Riesenburg, hin nach fursttlicher weise.?2) In solcher freuden gab man einem iglichen fursten und prelaten audientia; so brachte Job, der bischof von Riesenburg, vor, wie die selige kron von Polen wenig oder nichts von Preusen hette, derwegen wuste ehr eine weise, das sie folkomenen nutz von Preusen hette, wen sie den hohem. zum gubernator machten, ihm gantz Preusen bepfulen, von ihm ein gewissen tributt nehmen, und wen dieser hohem. sturbe, solte der konig ein andern setzen; er solte eben wie andere starosten in Polen dem konige zu hofe ziehen und geldtt geben; solches solte vorsichertt werden, wie hoch es der konig bo- gerte. Den weldttlichen rethen des koniges dies gahr woll gefiell, sondern den bischofen nichtt; das machte bischof Lucas von Heils- berg, der sprach also: so viell ichs* vornehme, will der hohem. ein *fol. 235b. fuss in Marienburg setzen ohne alle muhe und kost, daneben das landtt mitt den seinen bosetzen und den tributt und alle huldigung vorsagen. Sie reden es nichtt umb fromen willen der krone von Polen, der sie umb enttfangen schaden nie holdtt geworden sein, sondern umb ires fromen willen. Das der hohem. solte vom konige gesatz[t] werden, istt ihn unmuglich zu leiden, sindttdem sie eine freye erwehlung haben; so wurden es doch heren und fursten umb irer kinder willen anders machen. Von ihrem,zu hofe ziehen behutt gott Poler landtt, den es wurde ihn zum vorterbnis sein, gleich wie es war zu den zeiten Casemiri Il, seligen koniges zu Polen, das ehr vor ihn nichts bohieltt, den alle ihre kraftt beweiseten sie auf Polen. Vom geldtt geben, sein sie doch noch zugesprochen geldes under Wladislao Jagello, konig zu Polen, schuldig hundertt tausentt 1) S. oben S. 365. Die Vermählung fand im Jahre 1512 statt. 2) Der Name des HM.'s, welcher 1512 noch in Deutschland weilte, fehlt in dem Verzeichniss der zur Vermählung geladenen 'Fürsten, Acta Tomic, II, 11 n. XIV. Dagegen war Bischof Hiob von Pomesanien zugegen. Acta Tom. II, 1.1. Simon Grunan II. ° 28
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*fol. 236. 434 Tract. XX. Cap. IT. $ 1. gulden Ungrisch; als man sie manete, vorbrandten sie die gantze Coya. Aufihre vorsicherung sage ich: sie haben niemals den kleinesten brief mitt dem grosten gehalten, ehr sey bestatt, wie hoch ehr wolte. Ob sie gleichs mitt ihrem blutt eine versicherung schrieben, so ist in doch nichtt zu glauben, den sie hallens nichtt. Wens geschehe, das die kron von Polen sich in dies furen liess und vormeinten, sie hetten freunde zu helfern und unterthan, so wurden sie haben feinde, boschediger und heren, wie vor. Ob die kron itzundtt schon wenig hatt aus Preusen, so hatt sie doch vor- hin das meiste bekomen, als man Marienburg kaufte Auch gibtt Preusen der kron von Polen kein schaden. Auf solches wurden die cronika und register gelesen, und es so funden. Der konig gab dem bischofe Job selbstt ein anttwortt also: *m gnugete an dem teill Preusen, so ehr hette, so well auch des wenigen, das sie ihm geben; der hohem. were vorhin sein untler- than, ehr wuste kein neues mitt ihm anzugehen. Dieses rathes das bischtumb von Heilsberg woll genoss; den hette bischof Lucas nichtt gethan, so were es sicherlich geschen, wie es bischof Job vorbrachtte.l) Capitel III $ 1. Wie der hohem. durch den landttm. in Leiflandtt mit dem Moscowitter ein bundtt machte. Gott weis, welcher bose geistt es dem hohem. samptt seinen weldttlichen rethen eingab, das sie hulfe bey dem unglaubigen Mos- cowitter suchten; den sie wusten, das der Moscowitter vorhieltt ein 1) Zei den Verhandlungen, welche Markgraf Casimir von Brandenburg mit dem Könige von Polen zu Petrikau 1512 im Interesse des HM.s führte, machte er vor einem zur Untersuchung der Streitfrıgen niedergesetzien Ausschusse, dem auch der Bischof Fabian von Ermland angehörte, am 21. November den Vorschlug, der König möge dıe im Thorner Frieden abgetretenen Länder gegen eine Geldentschädigung dem Orden zurück- geben, welche dieser als Lehn empfangen, und von denen er einen jührlichen Tribut an den König zuhlen solle. Am 22. November kam Casimir auf den Vorschlag nochmals zurück, forderte aber nur die Rückgabe des Landes diesseits der Weichsel mit Elting und Martienburg. Die Polen liessen sich indessen begreiflicherweise auf keine Verhandlung hierüber ein. Bericht im Fol, 1513 des D.0.4. Vogl. Voigt IX, 4938, 439. Es scheint, dass Gr. von diesen Vorgängen oberflächlich Kenntniss hat.
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Tract. XX. Cap. I. 81. 435 feindtt des koniges, mitt nahmen Michaell Hallinsskyl). Der nahm des koniges Alexanders gemahel, welche war eine leibliche schwester des Moscowitters, den ehr vormeinte, ehr wolte mitt der frauen Littauen behalten?), aber ehr wardtt daraus getrieben. Der Mosco- witter gab diesem 30 tausentt mahn, damitt solte ehr in Littauen rucken. So wardtt an diesen Hallinsky gebrachtt, das der hohem. in Preusen auch mitt dem konige anfangen wolte; des wardtt ehr fro und gedachtt es gegen den fursten in der Moscaw, brachtte es so weitt, das ihm der landttm. in Lieflandt ein wegk gunnete. Der hohem. schieckte seine rethe zum Moscowitter, der Moscowitter wieder zum hohem., und wurden enttfangen wie fursten des reichs?). Solche jacht werete 4 gantze jahr, vorbunden sich zugleich anzustehen. In dem wurden knechtte, buchsen, schutzen und buchsengiesser vom hohem. dem Moscowitter gesandtt auf den konig. Aber gott wendete alle ding zum besten, das Michaell Hallinssky ein schlacht vorlohr und wolte sich ins koniges gnade ergeben, aber der Moscowitter er- wuschte ihn und liess ihn vorhungern®). In dem *enttlief des Mos- *fol. 236b. cowitters bruder von dem Moscowitter, kam zum konige, gab ihm alle briefe und anschlag des hohem. und sagte allen handell des des hohem. und Moscowitters.5) Von dem Thater auf das konigreich 1) Michael Glinski hatte aus Polen fliehen müssen und hielt sich seit 1508 am Hofe des Grossfürsien Wassilji von Moskau auf. Karamsin, Gesch. d. russischen Reiches VII, 11. Ueber ihn und seine Pläne s. Warnka, De ducis Michaelis Glinski rebellione, Diss. inaug. Berol. 186%. Die Namensform „Helinskeus“ hat auch Decius bei Pistorius, Pol. r. ser. II, 302. 2) Die Angabe ist falsch, Helena, die Gemahlin König Alexanders von Polen und Schwester Wassiljis, vermählte sich nicht wieder, sondern starb 1513 als Wittwe. Nach Strykowski soll Glinski daran gedacht haben, durch Vermählung mit Anastasia, Witwe des Simon Olelkowitsch, Fürsten von Kiew, Ansprüche auf dieses Grossfürsten- thum zu gewinnen und dasselbe wiederherzustellen. Karamsin VII, 12. 3) Der IM. sandte 1517 Dietrich von Schönberg zum Abschluss des längst ge- planten Bündnisses nach Moskau, der darauf in Begleitung eines russischen Unterhändlers zurückkehrte. Karamsin VII, 66. 4) Michael Glinski versuchte, nachdem er 1514 dem Grossfürsten zur Einnahme von Smolensk verholfen und in seiner Hoffnung auf die Erlangung der Herrschaft über die Stadt getäuscht worden war, zum König von Polen zurückzukehren, wurde jedoch hierbei ergriffen und von Wiessilji ins Gefüngniss geworfen, aus dem er erst 1.527 be- freit wurd. An dem Ausgange der für die Russen unglücklichen Schlacht bei Orszu im Jahre 1514 trägt er keine Schuld, da er schon vorher verhaftet worden war, Herber- stein bei Pistorius, Pol. r. ser, I, 153 und Karamsin VII, 54. 5) Ein Bruder des Grossfürsten Wassilji, Simeon, versuchte 1511 nach Littauen 28*
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436 Tract. XX. Cap. TI. 82. zu Polen werde ich auch in diesem tractatt gedencken, Der hohem. vortroste die seinen vor dem kriege, das ihm der Moscowitter wurde schicken 12 tausentt mahn und 6 thonnen goldes. Da es nohtt thett, war von den Moscowittern keiner daheim. $ 2. Von dem ersten ungluck dieses bundes. Balde nach dem vorbundtnus des hohem. mitt dem Moscowitter machte sich Michaell Hallinsky mitt den Deutschen buchsenmeistern und 70 tausentt mahn auf*, zog ihn Hochlittauen ; wieder ihn kam Constantinus, der feldttheupttman des koniges, sich im tage der geburtt Marie 1515 schlugen den gantzen tagk; alle buchsen des Mosco- witters waren nass, den sie hetten durch ein wasser geeilett und wolten die Littauen® heimlich erschleichen. Idoch gott half Constan- tino, das ehr die Moscowitter biss aufs heuptt erlegte; viell sie fingen, die andern ertruncken ihm wasser!) Nach dem legte sich Constan- tinus vor die stadt Polotzka, dem Moscowitter zugehorig, dar ver- riethen ihn die Littauschen baihoren; den als die Littauschen bai- ohren sahen, das ehr vom Moscowitter uberzogen wardtt, gaben sie sich zum Moscowitter und schlugen auf die Polen. Die Polen musten sich wehren und schlugen sich mitt morde der ihrigen durch, aber Constantinus wardtt gefangen und wegk gefurtt, dennoch wieder mitt 100 Moscowitterschen baiohren und mitt 200 Littauschen erlosett wardtt.2) Nach der zeitt aber hette ehr gross gluck auf die unglanbigen, sie viell mahl schlug, wie auch gedachtt wirdt werden. a) a. üborgoschr. B. b) Moscowitter ansgestr. L. vorb, B, zu entfliehen, wurde jedoch bei der Ausführuug seines Planes ergriffen und von Wassiyji begnadigt. Kuramsin VII, 39. 1) Die Schlacht bei Orsza am Dniepr am Tage Mariae Geburt (8. Septbr. 1514) verlor nicht Michael Glinski, sondern der russische Fürst Bulgakow und der Bojur Tscheljädin gegen den polnischen Feldherrn Constantin von Oxtrog. 2) Constantin von Ostrog belagerte 1314 nicht Polock, sondern Smolensk. Seine Gefangenschaft fällt in dus Jahr 1500, nach seiner Niederkıge an der Wedroscha, Ka- ramsin VI, 237.
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Tract. XX. Cap. DI. 8 3. 437 8 3. Von einer tagefartt dreyer konige. *Im jahr 1516 kamen in Österreich under Wien zusamen *fol. 237a. Ludowicus, der junge konig von Ungern, Wadislaus, sein vater, konig zu Ungern und Bohemen, Sigismundus, sein bruder, konig zu Polen, und der keiser Maximilianus. Diese handelten umb nutzes willen ihrer reiche. Vor diesem lagen die konige von Ungern und Polen 13 wochen zu Bresburg und beschlossen, was man thun solte.l) Zu dieser tagefart kam auch Mathias Lang, cardinall und ertzbischof von Saltzburg,?2) mitt ihm b. Wendelin von Cle, b. Jorge von Elzen und sonstt viell heren im nahmen des hohem. in Preusen und seines ordens,3) die bathen den keyser Maximilianum, ehr wolte ein gutter mittler sein, das der konig von Polen dem hohem. den eidtt erliesse, den ehr ihm aus krafft des ewigen friedes pflichtig were, sonderlich dieweill ehr sein geschworener were, auch das ihm der konig Preusen folgen liess, oder es ihm jho umb ein tributt gebe. So schickte der keyser den cardinall Mathiam zum konige gen Bresburg, handelte mit ihm in dieser sachen, sagte, wie der hohem. dem keyser und seinem reiche Preusen aufgetragen hette und ihm geschworen, derhalben solte ehr Preusen reumen. Darauf der konig anttwortt: ich will es erkennen lassen, ob es billig sey, das jemandts ettwas wegk gebe, das nichtt sein istt, und zu vorfall einem ein eidtt thu ohne des willen, dem ehr ein eidtt pflichtig istt; und legte der konig dem cardinall die sache vor. Nach ettzlichen tagen in dieses handels boredung kam es dahin, das der konig die sache gab in die handt des keysers, der solte seiner gerechttigkeitt ohne schaden ein spruch thun uber Preusen, das wardtt von beiden teilen vorbriefett4) Die konige und heren kamen zu Wien zu- 1) Am 24. März 1515 laungte König Sigismund in Pressburg an; die Begegnung mit dem Kaiser hatte erst am 16. Juli statt. X, Liske, der Congress zu Wien im Jahre 1515, Forschungen zur Deutschen Geschichte VII, 486 u, 488. 2) Mathaeus Lung, Curdinal und Bischof von Gurk, war 1515 Coadjutor von Salzburg. 3) Die Ordensgesandien Georg von Elz, Comthur zu Osterode, Hans Gabelenz, Voigt zu Soldau, Heinrich von Miltitz, Pfleger zu Neidenburg, und Georg von Polenz, Licentiat der Rechte, die vom HM. zu den Verhandlungen in Lübeck gesandt waren, trafen, uls dieser Tag nicht zu Stande kum, in Augsburg mit dem Kaiser zusammen und erhielten hier den Auftrag sich zum Cardinal Mathaeus nach Pressburg zu begeben, Fol. 1515. Beim Abschluss der Verträge waren sie nicht zugegen. Act. Tom. III, 416. 4) Den von Sigismund und dem Cardinal vereinbarten Vertragsentwurf s. Act, Tom. III, 407, n. DL. Gr.'s Angaben hierüber sind ganz irrig.
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438 Tract. XR. Cap. IL. $ 4. *fol. 237b.sammen, da *legten sie es dem keyser vor; so fandtt ehr, das die sache schwer were, das ehr dem Deutschen adell solte abliegen, die bey dem hohem. stunden. Ehr schob es auf funf jahr auf, in dem wolte ehr sich borathen und ein urteill fellen. Ehr gebohtt auch beiden parten innerhalb der zeitt den ewigen friede unvorruglich zu halten. Das wardtt also vorbriefett!). Inwendig der funf jahren aber starb der keyser. Wie aber der hohen. den friede hielt, wirdtt ihm zu kleiner ehre balde gesagtt werden. 5 4. Wie der hohem. wolte thumher und probstt zur Frauenburg werden. Dieweill der keiser noch lebete, bedachtte ehr mitt den seinen die sache manigfaltig, funden aber den konig von Polen allentt- halben gerechtt. Derhalben wardtt dem hohem. geschrieben, ehr mochtte thun, wie ehr wuste; es keme uber lang oder kurz, so muste: chr den Polen gerechtt werden. Darauf rahttschlagte ehr mitt seinen prassers; sie erfunden, wie man mochte ein fuss ins bischtumb Heilssberg setzen und die reuter mehren, auf das die Preusen, Reusen und Moscowitter auf den konig anhielten. Das erste gewan ein solche gestaldtt. Dittrich von Schonberg hette einen leiblichen bruder zu Florentz, ein munch predicatorum im kloster S. Marci?); als dan Leo X., der babst, ein Florentiner war, liebete ehr diesen munch und thett viell umb seinentt willen. So war in diesem jahr ein burgerssohn von Dantzick, ein mechtiger beneficiatt, mitt nah- men Christof von Suchten, sehr kranck. Under anderen vielen be- neficien hette der die probsteye zur Frauenburg, ehr war pfahr zum Braunssberg und zu Dantzke zu S. Johannis, diese waren allein in 1) Gr.’s Bericht über den Vertrag vom 22, Juli 1515 ist ungenau. Der Kaiser erkannte die Verhältnisse, wie sie durch den ’horner Frieden 1466 geschaffen waren, an, verpflichtete sich, dem Orden keine Hülfe gegen Polen zu leisten, und den HN. an dem der Krone Polen schuldigen Lehenseide nicht zu hindern. Zwistigkeiten, die sich im Laufe der nächsten 5 Jahre erheben würden, sollten freundschaftlich oder durch ein Schiedsgericht beigelegt werden, Act, Tom. III, 410. Vgl. X, Liske a, a. O, S.537—- 338. 2) Nicolaus von Schönberg, aus dem Hause Roth-Schönberg, trat 1497 in das St. Mareus- Kloster zu Florenz, wurde Prior desselben, Ordensprovincial in Jerusalem und 1520 Erzbischof von Capua, unter Papst Paul III, Cardinal. Gauhens, Adels- lexikon, I, 1611 und Val, König: Geneal. Adels-Historie II, 887. |
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Tract. XX. Cap. IT. 8 5. 439 *Preusen!). Der hohem. erlangete durch den munch dieses Cristopfori *fol. 238a. beneficia in Preusen, sie zu guberniren wie ein patron, idoch hette chr von einem Polen instantias. Die probstey bohielt der Pole, von der pfar zu Dantzke ehr auch mitt recht gedrungen wardtt, aber umb die pfar zum Braunssberg war es sehr wilde?). Mitt der zeitt gab ehr die einem sehr losen priester, welcher auf arme priester viell jhamer gestiefftett hette, den die reuter das ihre uncristlich ab- marterten. Dieser lass viell mordttmessen uber den konig, ehr con- secrirte buchsen, spiess, helbarten, pulwer, kaulen und alles, was zum kriege gehortt, idoch mitt der zeitt gab ihm der hohem. das lohn davor; also gieng ihm der anschlag auch zurucke, den ehr wardtt mit rechtt in seinen beneficien aus dem satell gehaben. $ 5. Der hohem. wolte vom Moscowitter geldtt leihen. Nach diesem wardtt Didttrich von Schonberg als der klugeste durch Lieflandtt in die Moscau gesandtt3), der vorneuete den bundtt zwischen dem hohem. und dem Moscowitter, tractirett da den an- grief auf den konig. Auf das solches aber mochte gewiss sein, schieckte der Moscowitter seiner frauen bruder zum hohem. Dittrich von Schonberg kam vor 3 tagen, brachtt mitt ihm vor 1000 gulden silberen muntze und sonstt von andern frembden muntzen mehr, gab sie ihn die muntz und liess ein wortt ausgehen: der Mosco- 1) Christoph von Suchten, Dompropst in Frauendurg 1513—1319. Erml., Zs. 11], 318. Er erhielt eine Pfarre in der Diöcese Lesslau. Theiner, Mon. Pol. 11,349. Als Pfarrer zu St. Johann in Danzig nennen ihn Hirsch, Oberpfarrkirche z. St. Marien, S. 245 und Schnuse, Gesch. der evang. Kirche in Danzig. S.7. S, auch Tr. XXI[c. 183. 2) Gr.’s Bericht liegen einige wahre Thatsachen zu Grunde. Nach dem Tode des Dompropstes Christoph von Suchten 1319 wünschte der HM, die Propstei in Frauen- burg zwar nicht für sich, sondern für einen seiner Diener zu erhalten, ‘um im Capitel einen Anhänger zu haben. Der Domherr Johann Sculteti, der ihm früher diesen Rath ertheilt hatte, sollte jetzt mitverhindern helfen, dass ein Fremder die Würde erhielte- Gleichzeitig forderte der HM. die beiden Sollicitatoren des Ordens in Rom, Johann Christmann und Nickel Planck, auf, eine bezügliche Bulle vom Papste zu erwirken und sich hierbei der Hülfe des Nicolaus von Schönberg zu bedienen. Schreiben des HM.s an J. Sculteti und die Sollicitatoren, beide vom 26. Juli 1519, im Fol, 1519. 3) Dietrich v. Schönberg ging zweimal, 1517 und 1518, zum Grossfürsien. ’oigt IX, 535, 537.
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*fo]. 238b, 1516°. *fol. 239a 440 Tract. XX. Cap. IV. $ 1. witter hette dem hohem. dieselbe geschiecktt zu einer prufe; wurde sie ihm dienen, ehr wolte ihm eine lastt leyhen zu bezalen, wen ehr gantz Preusen hette. Als des Moscowitters gesandte kam, nahm man ihn auf wie ein fursten; man stach, rante und prassete mitt guttem wein, und wurden da stucke gebrauchett, davon *der Mos- cowitter sprach: wen in meinem glauben iemandts ein solches thett, der were alle sein lebetage unehrlich, ehr wer auch, wer ehr wolte. Der hohem. mitt seinen prassers samptt dem Moscowitter es be- schlossen, umb welchen tag sie wolten den konig angehen, der Mos- cowitter in Littauen, der hohem. in Preusen, so vorhofte man den Thater auch in Polen. Der hohem. fragte den Moscowitter, ab ehr sich zu seinem heren mochte freundttschafft vorsehen, das ehr ihm zehen tausent marck lottich silber vorliehe, zu bezalen auf tagk und stunde bey fursttlichen treuen. Ja, sprach der Moscowitter, nach unsern sitten wir es woll leihen, sondern auf gewissen pfandt, sonder- lich dieweill ihr mitt meinem heren in vorbundttnus seit, nichtt allein zehen, sondern er®) leihett euch woll hundertt tausentt. Der hohem. fragte, was ehr vor ein pfandtt wolte;, der Moscowitter sprach: schlosser, landtt und leute, sonderlich in Lieflandtt. Diese meinung wardtt dem landttm. in Lietlandtt geschrieben, der schrieb zurucke: donner schla hohem., mordttkeile Moscowitter, gott schende den rahtt”des hohem. in Preusen, das sie vorwilligen, geldtt zu nemen von unsern feinden auf schlosser, die mitt cristenblutt wieder sie gebauett sein. So wardtt von diesem leihen auch nichts. Der Moscowitter kam heim, sagte, wie ihm befolen war, auch wie es mitt dem geldttleihen hette ein gestaltt gehabtt!). Capitel IV." $ 1. Wie man nichtt mehr heimlich, sondern offentlich reuterey, brennen und morden vorhing. Dis gantze iahr durch, auch darnach vorhielte man in des ordens landtt ubeltheter und ettliche gleich wie dazu drang, das sie von faulen hosen sachen machten auf des *koniges folck, die damitt a) auch B. b) Cap, UI. B. c) am Rande B, 1) Ueber die Beziehungen des HM.s zum Grossfürsten s. Voigt a. a, O, und Karamsin VII, 64 f. Gr.’s Bericht ist mit eigenen Erfindungen stark versetzt.
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Tract. XX. Cap. IV. 8 1. 441 zu reitzen, das sie dem hohem. ersten enttsagten. Erstlich wardtt ein arm edelman, mitt nahmen Hildebrandtt, auf die stadtt Elbing gehetzt.!) Die ursach war, Baltzer Wartenburg,?2) Matz Polen?) und Nicles Tolckemittt) solten gesagtt haben, wie Hillebrandtt nichtt ein reuber were, sondern Simon Materne were in der reuberey mar- schalck. Umb dieser worte willen b. Wilhelm grafe von Eisenberg, miarschalck, diesen Hans Hillebrandtt vortratt5) und enttsagte der stadtt von Elbing, daneben auch dem capittel zur Frauenburg; den ettliche thumheren solten gesagtt haben, Hans Hilbrandt* were einem edelman vom® kahren gefallen, da ehr mistt ausfurte. Derhalben fing Hans Hillebrandt zwo thumheren und schatzte sie auf 1400 marck.6) Ehr fing auch den Baltzer Wartenburg vom Elbinge, aber ehr ihm enttkam;?7) ehr liess dem Matz Polen und Nicles Tolckemitt alles nehmen, was sie furten. Ehr erlangete solchen nahmen, das des ordens folck sprach: dieser wirdt allein machen, das gantz Preusen wirdtt vom konige abfallen. Die Elbinger erklagten sich bey dem marschalck, des getreue[r] diener Hans Hillebrandtt war. Ehr antt- wortt, die stadt Elbing solte sich mitt ihm vortragen, ehe den grosser schade enttstunde®) In dem kamen die rahttheren vom Elbinge under den windtt, wie juncker Andres von der Lahmenhandt und’ einer mitt nahmen Trespe,?) der auf Hollandt sass, drey meill davon, a) H. am Rande B. b) wero ausgostr. vor v. B, c) übergeschr. B. 1) Ueber Hildebrand Bärwald, nicht Hans Hildebrand, wie ihn (ir. nennt, s. Falk, her. von Töppen, Pr. Geschichtsschreibter IV, 36 und 40, und Schütz 415 und 416. Die Fehde gegen Elbing und Danzig fällt in das Jahr 1509. Hirsch, N. P. Pr. Bi. 1854. B. V, 122. 2) S. Töppen zu Falk a. a. O. S. 41, Anm, I und Tr. XX, c. VIII, 8 9. 3) Ueber Mathis Pole ». unten Tr. XX, c. VII, 6. 4) Ueber Niclas Tolkemit s. unten & 2. 6) Wilhelm von Eisenberg wehrte sich 1511 lebhaft gegen den vom, Bischof von Ermland ausgebreiteten Verdacht, als beherberge er im Ordenslande Simon Matern und Hildebrand Bärwald, Seine Vertheidigungsschrift im D.O A. Voigt IX, 414, 415 9. und Hirsch a. a. O. 5. 123 Anm, 6) Die Gefangennahme zweier Frauenburger Domherrn durch Hildebrand Bärwald wird bestätigt durch die Instruction des Domherrn J. Sculteti zur Verhandlung mit dem HM. in Sachen Bärwalds. Fol. 1513 im D.O.A. Hirsch a. a.,O. S. 124. 7) Ein ausführlicher Bericht hierüber bei Falk a.a. 0. S. 41, der die Gefungen- nahme ins Jahr 1509 setzt. 8) Dasselbe berichtet auch Schütz 416. 9) Der Rath von Elbing schrieb 1512 dem Grosscomthur, dass er einen Bürger Trispe gefangen genommen, der freiwillig einige mit Hildebrand Bürwald ausgeführte Händel eingestanden und die übrigen Theilnehmer angegeben habe. Fol. 1512.
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442 Tract. XX. Cap. IV. 8 2, die wolten die stadtt Elbing vorrathen, den es waren vier hundertt mabn vorhanden. Diese vorrether fing man und thett ihn ihr rechtt. Nach dem fing Hans Hillebrandt den burgemeister und sonstt andere mehr vom Elbing und vorstrieckte sie. Da vorrichtt sich Hans Hil- brandt mitt der stadtt Elbing und wardtt von ihn hoflich vorhalten.!) *fol. 239b. Mitt der zeitt *aber bezalete chr cs dem orden, den ehr gab im Franckenkricge ohne nohtt stadtt und schloss Hohenstein den Polen auf. S 2. Zum andern mahll auf den bischof. Der bischof Fabianus von Heilsberg erlangete auf sein landtt reitter oder morder aus dieser ursach. Nicles Tolckemitt, von dem vor gesagtt, war ettwan ein burger zu Konigsberg gewesen, aber ehr nahm urlob und zog under den konig gen Elbing, den der hohen. und seine b. mitt andern vom adell waren ihm aus der masen viell schuldig, und wen ehr sie manete, so muste ehr ihr vorretber sein. Ehr war ein reicher kramer, fur von einer stadtt in die ander, so wardtt ehr von Hans Hillbrandts knechten be- nommen als einer vom Elbinge, die ihre feinde waren, wie oben ge- dachtt istt. Mitt der zeitt ergrief ehr dieselbigen knechte, ehr wolte ihn die schande nichtt thun, das ehr sie wolt hengen lassen, sondern liess sie entheupten. Des nahm sich von anhaltung ein Pomerenick an, .mitt nahmen Hipolitus Wedell, und sprach, dise zwo menner weren seine nehesten freunde, und enttsagten aufs neue. Nach langem’ nachspuren fandtt er den Nicles Tolckemitt underwegen, als ehr von Wormditt gen Braunssberg fuhr, hieb ihm beide hende abe, stach ihm viell wunden in den leib, vormeinte, ehr wer todtt, nahm alles, was da war, bey 700 marck bereitt geldtt, und reihtt so wegk. Den Nieles Tolckenitt funden die pauren, brachten ihn gen Worm- ditt, und kam noch wieder auf. Auf solches machtt sich der burz- grafe von Melsack auf, findett die reuter das geldtt zehlen, fehett den Hipolitum erschlichtt cttliche, nimtt ihn, was sie gestolen hetten, und furte die® gefangenen gen Heilsberg; der burgrafe hiess pfal a) len B, 1) Der Vertrag mit Eibing füllt in das Jahr 1510, die Beendigung der Fehde überhaupt in das Jahr 1512. Hirsch a. a, O. S. 124 Ann,
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Tract. XX. Cap. IV. & 443 Christof.!) Umb des willen enttsagte man dem bischofe und seinem eapitell. Sie fingen und brandten wegk *viell schone dorfier, und *fol. 240a. werete lenger den ein iahr?2) Man zog zum hohem., legte es ihm vor sprechende, ehr solte umb Marien willen solches nichtt vorhegen. Ehr anttwortt: sie vorsehen sich treue zu mir, derhalben kan ich sie nichtt lassen; idoch lassett ihn loss und gebett ihm das seine wieder, so soll cs besser werden. Das geschahe, aber Hippolitus war der luftt ungewontt, ehr starb den andern tagk nach seiner ausslassung. Alles, was man stall, das wardtt zu Konigsberg vor- zehrett und vorschlemmett, wen man nichtt mehr hette, so riehtt* man wieder aus. 8 3. Wie der hohem. auch auf sich und die seine reuter erlangete. Auf Hollandtt wonete ein pfleger, der muste seinen heren viell geweren und hette wenig aufzuheben, derhalben machte ehr sich mitt vier knechten auf die strasen, beraubeten zwo Dantzker kauf- leute, nahmen ihn von pfeffer, saffran und seiden gewandtt 13 tau- sentt marck werdtt, nanto sich Cristof Pusch, ein Schlesiger, Ma- ternen gesinde. Die bey den guttern waren, bekannten, wer diese wehren, und sagten es dem hohem. an, das es ihn bey Hollandtt von seinem landtvorweser geschen were. Der hohem. liess die pauren umb Hollandtt nach dem gutt graben und funden, wie der sachen so war. Idoch der vorgenante Cristof Pusch und die kauf- leute vorbotte man vor’) den hohem., in rechtts zu vorhelfen. Cristof a) richtt B. b) übergeschrieben B, “ 1) Die Beraubung und Verstümmelung des Elbinger Bürgers Nicolaus Tolkemit wird durch Schütz 452 und durch einen Brief des Bischofs Fabian an den Grosscomthur vom 5. Juli 1516 im D.O.A. bestätigt. Die Räuber wurden von Burggrafen von Mel- sack Michel Pfaff im Ordenslande im Gebiete des Caspar von Hohendorf eingeholt und einer davon gefangen. Der Name desselben wird weder bei Schütz noch im Briefe des Bischofs genannt. Aus einem Zeugniss des Rathes von Mehlsuck vom 6. Juli 1516 im D.O,A. erführt man, dass Hippolyth Wedel, welcher uber dem robe Butenhal vom Elbinge yon kurtz vorschienen tagen geschehen yreyleth und gefangen ist wurden, auf Befragung durch den Burygrafen Michel Pfaff freiwillig die Namen seiner Helfers- heifer bekannt habe. Wahrscheinlich ist dusselbe Ereigniss gemeint, und nur der Nume des Elbinger Bürgers anders angegeben. 2) Die Fehde der Spiessgesellen des Hippolyth v. Wedel gegen den Bischof von Ermland wurde Martini 1517 beendet. Ledebur, Neues Archiv III, 176.
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*fol. 240b. 444 Tract. XX. Cap. IV. 83. Pusch wardt auf Hollandtt gesatz, in dem kamen die kaufleute. Als beide parte vor den hohem. kamen, da wurden die Dantzker gefragett, ob das der ubeltheter were, der ihn das ihre genomen hett, den ehr wer von ihn genantt und boschuldigett. Die kaufleute sprachen: nein, sie hetten ihn ihre tage nicht gesehen. Darauf nahm *Cristof Pusch gezeugnis, und der hohem. gieng vor zorn wegk. Auf den abendtt wardtt Cristof Pusch angeredtt, er solte auf die Dantzker feindtt werden, den sie hetten ihn durch ihre briefe be- schuldigett. Cristof sprach: nein, ich thu es nicht, den ich weis von ihn nichts, sondern man strafe den vorrether und bosewichtt, der armen leuten das ihre nimtt im namen eines andern, der keinen wissen davon hatt.l) Eine meile von Hollandtt wonete ein edelman, mitt nahmen Friedrich Weisshun ; diesem diente Christof Pusch?). In dem starb der edellman, liess sein weib mitt einer tochtter, einem schonen jungfreulein, zu erben hinder sich. Nach dem tode des edelmans verlobte sich Cristof Pusch mitt dem selbigen jungfreulein (mitt wissen ihrer mutter) zu der ehe.) Als ehr aber beruchtigett wardtt, berattfragte sich die alte, ob sie auch schuldig were, einem solchen 1) Pfleger von Holland war 1514 Michael von Drahe, 1516 Bernhard von Castelalter, 1517 Melchiorvon Kettich. Pusch, aus einer schlesischen Familie stammend, befand sich 1514 in der Gefangenschaft des Statthalters von Holland; der HM, wünschte damals zu wissen, waser landtart Christof Pusch, auch wie jung und alt er sei. Fol. 1514. Ueber die Gründe der Gefangenschaft erfährt man aus einem Schreiben Pusch’s an den Rath von Danzig vom 12. Juni 1516 im D.O.A. Darnach war er vom HM, eingezogen worden, weil ihn die Danziger Bürger Hans Nimptsch und Hans Schachtmann beschuldigten, sie beraubt zu haben. Pusch forderte für dieses ihm geschehene Unrecht binnen acht Tagen eine Entschädigung. Der Rath wandte sich am 16. Juni an den HM. und fügte eine Erklärung der beiden Bürger bei, nach der sie nicht Christoph Pusch, sondern „Christoph, einen Schlesier‘‘ des Raubes beschuldigt hätten. Bei seiner Freilassung, die zwischen 1514 und 1516 erfolgt sein muss, hatte Pusch dem IIM. das Versprechen abgegeben, sich auf geschehene Aufforderung sofort wieder zu stellen. Diese T’hatsachen liegen der Erzählung Gr’s zu Grunde. 2) Der Rath von Danzig schreibt am 16. Juni 1516 an den HM., er habe ein Schreiben erhalten von Christoph Pusch „der sich bey der erbar fraw Elisabet, etwan Albrecht Withoens (Weisskuns) nochgelossener witwen uff eynem hofe, genannt kleyne Marwitze, bey dem dorfe Hirszfeld eyne moyle weges von Hollandt im dienste sall enthalten.“ D.O.A. 3) Gr. irrt; nicht die Tochter des Albrecht Weisshun begehrte Pusch zur Ehe, sondern Ursula, die Tochter Friedrichs von Lewald, wie sich aus mehreren Schreiben des HM.s an den Bischof von Riesenburg ergiebt. Fol. 1516 und 1517. S. die folgende Anmerkung.
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Tract. XX. Cap. IV. $ 3. 445 beruchtigen, wie Pusch were, ihr tochter zu geben. Man sagte: nein, sie dorfte es nichtt thun, sie mochte sie frey einem andern zusagen. Das thett die fraue und schiecktt die tochter wegk. Cristof Pusch wolte sein medlein haben; man antwortt ihm, ehr were ein schelm. Pusch sprach: bey den nahmen kom ich un- schuldig, das will ich mitt der stadt Dantzke boweren. Cristof Pusch ludtt ihn eille die frau mitt ihrer tochter vor den bischof von Riesenburg, aber der bischof Job weisete sie an den hohem. Sie gestunden, und der grosscomptor Jorgen Trugses von Wetz- hausen sprach ein urteill wieder Pusch.!) Auf das berufte sich Christof Pusch auf konigliche majestatt,?) derhalben zog man den Pusch vor ein vorrether an und suchten ihn zu todten, aber ehr kam zu wasser wegk, er entsagte dem hohem. thett ihm mechtigen schaden mitt brennen woll drey iahr lang, machte ihn mitt seinem folck gahr blode. Der frauen samptt ihres beystandts gutter ehr *mitt*fol, 211a. feur vorterbte, und man kundte nie finden, wor ehr seine herberge hette. Wiewoll der hohem. viell reuter vorhieltt”, so woltt doch nie- mandtt diesen suchen; es ging sehr wunderlich zu, man sahe ge- meinlich alle nachtt feur von den reutern angelegt. Der hohem. gab den stedten des koniges schuldtt, das sie ihn vorhielten, aber trotz gesagtt, das sie es gethan hetten, den der konig hette es ihn herttlich verbothen; derhalben liessen sie des hohem. vorkundtt- schafter aus und ein reithen und sich umbsehen nach Cristof Pusch, aber ehr wardtt nirgendtt gespurett. Dies brennen des Cristof Pusches wehrete bis in den kriegk.3) Es geschahe in seinem nahmen a) v. übergeschrieben B; 1) Die von Gr. mitgetheilten Einzelheiten entziehen sich der Controle, doch zeigen einige Schreiben des HM.’s, dass Pusch bei seiner Bewerbung auf Hindernisse stiess, die von der Familie des Mädchens ausgingen, und die der Orden als gerecht anerkannt haben muss. So schreibt der HM., dass der Grund zu Pusch's Absage an ihn gelegen habe in der gefenglichen bostrickung, dorinne wir ihn zu Holland gehabt und der hinderung, so ihme der jungfrau Friedrich Lewalds tochter halben begegnet, welches ihm vast seyn gelympf und gutes geruchte bereichern soll. Fol. 1516. 2) Hiervon ist sonst nichts bekannt. 3) Der HM, citirte Christoph Pusch am 12. März 1517 vor den Hauscomthur nach Königsberg. Da sein Aufenthaltsort nicht ermittelt werden konnte, befahl der HM. am 18. März, ihn durch ein offenes, an die Kirchtküren von Elbing, Marienburg, Danzig und Dirschau geschlagenes Schreiben vorladen zu lassen. Fol. 1517. Pusch kündigte hierauf Fehde an und begann sofort im Gebiet Holland zu wüsten,; so liess er das Dorf Rapendorf anstecken (Schreiben des Pflegers von Holland vom 14. Jmi). Der HM.
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Acta 1517* *fol. 241b. 446 Tract. XX. Cap. IV. 8 4. viell boses von nehmen, morden, brennen auf den hohem. So sassen der Preusen feinde auch nichtt still, wie den nach den geschichten wirdtt gesagtt werden. $ 4. Von sehr behertzten und trotzmuttigen reutern. Der hohen. hette zwar zumahl trotzmuttige reuter, sie sich drey jahr lang mechtiges dinges vormasen zu thun. Es wonete ein Preusch frey umb Hollandtt, der vormass sich, die stadtt Elbing mitt feur, so chr aus des burgemeisters hauss nehmen wolte, ausbrennen. Ehr thett ihm also. Dieser Preusche frey hette einen nahen freundtt zum Elbing wonen, der war ein rahttman, zu dem kam des hohem. arme malın, bahtt umb herberge. Der rahttman nahm ihn auf, be- wiess ihm alle ehre. Auf den abendtt gieng ehr mitt dem raht- heren in den junckerschiessgarten, da gab ehr grose truncke aus und wardtt woll gefullett, iedoch ehr nichtt so truncken war, wie chr sich stellete. Ehr hiess die heren ihn ihrem anhoren vorrether, balde sagte ehr, ehr wolte Elbing ausbrennen, und solcher worte ehr viell vor und vor plauderte, und sprach: thutt darumb, was ihr woltt, ich wil euch *vorbrennen, den ihr habett unser lieben frauen mantell zurriessen. Es wardtt vom hohem, bestallt, wurden sie ihn in foller weise setzen lassen und in todten, sie wolten ein silbern mahn aus ihm schmeltzen. Im garten waren ratheren, junckern und ander folck mehr, die sprachen, man solte den bosewichtt einnehmen und setzen. Der burgemeister sprach: nein, es ist ein truncken mahn. Sein freundtt, der rahthere, schemptt sich sein, ehr gieng mitt ihm heim. In der nachtt, als die munche leuten, stehett ehr auf, fragte, ob ehr zum heren, seinem freunde, heimlich komen kundte. Der knechtt sprach: nein, den der herr lege woll durch drey vor- schlossene thuren. In dem enttschlief ehr wieder bies auf drey, da gehett ehr auf die Hunell!), da die fleischauer mitt vielem futter wohnen vor ihr viche, siehett ihm eine stelle aus, laufft vor des Am Rande B. BR“. liess auf ihn fahnden und wandte sich auch an den Kurfürsten von Brandenburg und an mehrere schlesische Fürsten mit der Bitte, Pusch gefangen zu nehmen, falls er sich zeigen sollte. Ein Vermittelungsversuch, den der Hauptmann von Marienburg machte, scheint keinen Erfolg gehabt zu haben. Noch 1519 dauert die Fehde fort, .1) Hummel ist der durch Elbing fliessende Hommelkanal, in dessen Nähe die Fleischerstrasse liegt. Töppen, Elbinger Antiquitäten J, 18 und 19.
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Tract. XX. Cap. IV.8 4, 447 burgemeisters hauss und wolte feur nehmen, gleich wie ehr vor ein krancken menschen wolte ein trunck der artzeney wermen. Aber es war kein feur ihm hause. Sintemahl aber es der sonnabentt nach ostern war, kamen die paursleute zu marckte, da hette man zum burgemeister feur aufgethan. Als ehr aber auf allen gassen sahe folck gehen, muste ehr es einstellen. Ehr nahm sein pferdtt aus seines vettern hause, riehtt in den spitallhoff, zundete den an und thett auf 1800 marck schaden, den darin war die schoneste studte. Im anzunden vorscheuett sich sein ross, reisst loss und lauftt wegk. Nach dem lauftt ehr uber feldtt in ein dorf, Gronau genantt, da findtt ehr ein pauren vor seinem hause stehen, zu dem sprichtt ehr: paur, breng feur, ich muss anstecken und brennen. Der paur sprach: du mustt nichtt brennen; ehr anttwortt: ich will das dorf abbrennen. Solches kiefelen werete lang; so sprach der paur: kom mitt mir zum *schultzen und sage die ursach. Sie giengen *fol. 242a. zum schultzen; der schultz nahm ihn umb des feuers halben ge- fangen. Als die Elbinger solches erfuhren, kamen sie gen Gronau, der schultz gab ihn den gefangenen. Als ehr aus dem hause kam, siehett ehr sich umb und ruftt: woll her, lieben gesellen, woll her. Die Elbinger sahen sich umb, wurden niemandts gewahr, sie nahmen ihn gen Eibing, riessen ihn mitt zangen und vorbranten ihn. Ehr wardtt gefragett, wem ehr zu Gronau angeschrien hette, er antt- wortt: gott weis es, ich sahe den hohem. mitt hundertt reisigen im dorfe halten, darumb schrie ich; aber was ich gesuchtt habe, das habe ich gefunden. $ 5. Von einem geliebten reuter und einem armen mahn. In dieser zeitt wonete in des koniges landtt ein alter mahn von 67 jahren, der nahm ihm ein virginall von 21 jahren. Als der alte burger in der wachtt gieng, kam ihr alter bule zu ihr und in liebe und freundttschaftt bey ihr schlief. Des alten mannes sohne das sahe, kam zum vater ins wachstublein, sagte ihm ahn, das ehr gar ein schedlichen gast hette bey seinem weibe. So vormochte der alte mahn die wachte, das sie mitt ihm gieng. Als sie ins hauss kamen, sprach der alte mahn: lieben freunde, der und der ist bey meinem weibe (ehr nante ihn), nemett ihn auf ein rechtt gefangen. Das horte hur und bube; die wache brach das gemach auf und
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448 Trac. XX. Cap. IV. $ 5. fingen sie. Aber ihm furen enttlief der bube der wache. Ehr kam gen Konigsberg zu einem, der ein rahtt des hohem. war, legte ihm die sache vor sprechende, ehr wolte seine und der fromen frauen ehre vorteidingen mitt seinem halse. Der rahtt sprach: ihr heilloser *fol 242b. tropfen, dorftt ihr nur was anfangen, *ihr werdett woll geleihtet, es sein ihr mehr, die bey uns sicher sein. Der bube nahm reuter an sich, legte ihn seine sache vor; die sprachen, es were ein gottlich vornehmen, den ein iglicher soll seine ehre voranttworten. Ehr enttsagte der ganzen stadt, oder sie solten den alten mahn dazu halten, das ehr ihm ein abtrag thett vor die vorleumdung seiner ehren und zerung. Zum warzeichen seiner feindttschaftt brandte ehr ihn 4 scheunen foller getreide abe. Der rahtt und gemein nahmen den alten mahn vor, sagten ihm, das ehr nichtt gerne horte; ehr enttschuldigte sich, aber es mochte nichtt helfen. Man schrieb den reutern geleitte zu, darauf sie kamen. So tratt dieser bube vor den rahtt und sprach: wollweise und erenttfeste adeliche reuter, ich klage euch uber den hohemutt, mir geschen von diesem alten mahn; und vorzaltt die sache. Darnach sprach der rahtt: istt dem also, ihr gutten burger” dieser armen stadt? Der alte sprach: ja, ich wolte ihn lassen setzen, den ehr gieng zu meinem weibe des nachtes. Da sprach der reuter vater, der mitt dem buben komen war: habett ihr ihn auch gefunden in wahrer thatt der unehren mitt eurem weibe? Nein, sprach ehr, sondern ist vormuttlich, das ehr umb brauchung willen des ehebruchs bey ihr gelegen ist. Da fragett der reuter vater den buben, ob dem so were; ehr anttwortt: gott ist mein zeug, das ich ihn liebe und freundttschaftt mitt ihrem willen zu ihr komen bin, so istt diesem alten mahn nichtt auf ein pfennig werdts schaden geschen. Ein ehrbar rahtt sich boriehtt, fragte die reuter, was zu thun were, das sie mochten ihre freundtt- schaftt haben. Die reuter forderten 100 marck, darauf suchte der *fol. 2433. rahtt viell auszuge, das ehr *nichts geben dorfte. Aber die reuter furten viell drauworte; es kam so weitt, das der alte mahn muste geben 80 m. Als die reuter das geldtt hatten, da muste der alte mahn burge setzen, das ehr seine fromene fraue sein tage nichtt wolte ein hure heisen; uber solches kundte der alte mahn schwer- lich burgen bekomen. Damitt wardtt die sache gestiellett. a) burgen B.
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Tract. XX. Cap. IV. $ 6. 449 8 6. Wie auch weiber reuter waren, aber nichtt lang. In einem dorf unter dem hohem. wonete ein paur mitt seinem weibe, beyde rechtte wolfe und lose leute, die ihre narung alle vor- soffen. Bey einem andern dorfe wonete ein reicher molner auf dem strauche allein. Dieser kam in den krug, da der paur mitt seinem weibe ihnne prassete. Der moller weisete erbegeldtt, das ehr ge- holett hette, bey 46 marck. Dem moller schmeckte das biehr woll, also das ehr sich trunken tranck. In dem wardtt des Christof Pusches gedachtt, wie man ihn denselben tagk gesehen hette. Auf die nachtt gieng der trunken paur mitt seinem weibe heim, be- riethen sich, wie sie" den moller wolten strafen; so zoge die fraue ihres mannes kurtzen rock an, der forne offen war, nimtt eine lange hoppenstange vor ein spies, und stehen im strauche. Der moller komt in der finsteren nachtt gegangen, die zwey sprengen ihn an, reden hohedeutsch, sprechende: du bosewichtt, gib geldtt ber, ich bin Cristof Pusch. Im erschrecken schlechtt der moller umb sich, trieftt den pauren, das ehr sturtztt, das weib aber sich mitt dem moller range. In dem greiftt der moller ungeferlich und will, als ihm dauchte, den reuter bey den hosen fassen und in niederwerfen. In solchem greifen erwuschtt ehr fleisch *und hare von fraulicher*fol. 2430. heimlicher stelle, reistt eine gantze “andt foll wegk und gehett heim. Die molnerin stecktt ein lichtt auf, da legte der molner auf, was ehr in der handtt hette, fragte sein weib, was das were. Die mol- nerin es besahe und sprach: werlich, lieber mahn, es ist eine halbe kinderforme, die die frauen zwischen den beinen tragen, wie komtt ihr dabey? Der moller sagte ihr, wie es ihm in Cristof Pusch nahmen ergangen. Nach dem enttlieffen diese reuter aus ihrem hofe. Solche heimliche reuberey geschahen viell vom adell und pauren, von knechtten und droschern ihm nahmen derer, die enttsagett hetten. Es wurden auch sachen, die vor 42 jahren entscheiden waren, vor- neuertt, noch mochtt es nichtt helfen. a) s. übergeschr. B. 29 Simon Grunaa IL
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*fol. 244a, 450 Tract. XX. Cap. IV. 8 7. 8 7. Von sehr vorlassenen mennern und ihrem handel”, In dieser zeitt sassen etzliche burger zu Konigsberg beim biehr, wurden gedenckefnjtt der kleidung ihrer heren des Deutschen ordens. In dem fragte einer umb kurzweill, ob auch einem hohem. geburte, das chr des ordens kleidtt vorwandeln mochte, sintemahl man es nichtt funde in andern geisttlichen personen. So fertt ein furwitziger und strich- gelarter herfur und sprichtt: ich will es euch woll sagen; nehmett war, alles, was under dem himell istt, hatt sich mercklich vorwan- deltt; unser her, der hohem., mitt den seinen sich auch mitt ihrer kleidung vorwandeln. Der babst, der sie bostatt hatt, gab ihn ein zeichen des kreutzes nach dem kreutze, das Christus der her ge- tragen hatt, das trugen sie, dieweill sie ihn armutt waren und den krancken dienten. So balde sie aber in Christen landen zu guttern kamen, mochten sie das *kreutz Christi nimer tragen, sondern nahmen an sich das krentz des fromen schechers und trugen es mitt ge- dultt. So balde aber sie uber Preusen heren wurden, trugen sie das kreutz des lottersch, des lincken schechers; gleichs wie der mitt nehmen, toben abschetzen zu seinem vorterbnis kam, so folgen auch unser heren ihm in allen dingen nach, und hoffe, sie werden ‚Kurtzlich zu allen teufeln getrieben werden. Des zu einem ge- zeugnis, das cs sey des diebes und das betrubnis armer leute kreutz merktt, wen unser heren wolten eine schalckheitt thun, so vorborgen sie das kreutz, auf das man sie nichtt kennen sollte. Der vorigen und ersten hohem. artt war, das sie kurtze gewehre furten, mit denen sie vielen unglaubigen und Tatern ein erschrecken waren. Itzundtt heltt der hohem. mitt dem blutt armer leute drabanten mitt grosen langen helbarten, mitt welchen ehr zu sich zeuchtt alle buben aus gantz Preusen, die nur wollen schaden thun; seine trabanten tragen auch lange spiesse, mitt welchen ehr hatt verstossen die gutten alten b. seines ordens, die ihm guttes gerathen haben. Unsere heren, wen sie reuthen, fuhren viell krancksfedern auf den hutten!); diese bedeuten, das sie gern wolten hoch gen himell auf fliehen, aber ihr neidtt, hoffartt, unflatt und wuttung sie noch hie beheltt, armen leuten zum fegefeur und ihnen zur hellen. Die vorigen heren trugen a) ihros handels B. 1) Dass HM. Albrecht nach der Sitte der Zeit gern Federn trug, zeigt ein Brief an Wolf von Schönberg aus dem Jahre 1519, worin er schreibt: Und nachdem wir iczunt sere schwanger nach hübschen federn, verschen wir uns, ir werd zu solchem radt finden, damit wir der geburt ledig werden. Ful. 1579,
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Tract. XX. Cap. V. 81. 451 ehrliche lange berthe, die itzigen kurtz vorschnietten, zu einem zeichen, das sie kurtzes sinnes sein, und was sie reden, geloben, verschreiben und vorschweren, ist kurtz ab alles erlogen. Und schetzte also auf solche weise allo ihr leben. Die es anborten, er- schracken, sie giengen zusamen, sagten es an, aber ehr enttkanı, und der *hohem. woltt die alle spiessen lassen, die es gehortt hetten *fol. 244b. und ihn nichtt balde gefangen genomen. Tdoch sie wurden erbethen und musten gross geldtt geben. Capitel V*. $ 1. Von der kleidung der b. Deutsches hauses. Die vorige schatzung kam aus einem solchen leben der b. Bey dem regimentt des hohem. b. Friederici sahe man durch die finger, aber zur zeitt des hohem. Alberti wardtt es wie ein rechtt gehalten das die b. mercklichen ihre kleidung der geistlicheitt verwandelten. Von anfange trugen die b. Deutsches hauses behrte so lang, als sie wachsen kundten, ohne oberbarhit!); zu dieser zeitt liessen sio sich die berthe abschneiden und trugen gahr kurtze hahr daran, wie ein finger dick istt, und liessen sich oben boscheren, das der bahrtt nur gleich dem kihn war. Sie trugen ein har auf ihrem heupte bies an die ohren, itzundtt aber tragen sie es bis mitten an den halss.?) Sio trugen hosen und jopen, wie es geisttlichen gehortt3), itzundtt sein ihre hosen und jopen gekarnauett, das istt zurschnietten. Sie trugen ein schwartzen gewanden rock, denselben begurtett und zum a) IV. B, in B’ fehlt die Capitelzeichnung. 1) Die Ordensregel bestimmte: an den berten und an den granen (Knebelbärten) sal man ouch nemen war, das do icht czu wenig sey adir obirmasze.' /lennig, die Statuten des Deutschen Ordens. 8.53. Conrad v. Erlichshausen verordnete 1442: Wir setezen ouch das — — — di leyen iro berte lassen wachsen. Hennig a. a. 0, 8. 150. 2) Nach den Gesetzen Winrichs sollten die Brüder das Haar vorn‘ lang und hinten kurz tragen. Hennig, S. 134. 3) Die Bestimmmgen der Regel und der Gesetze über die Kleidung der Ordens- trüder bei Vossberg, Geschichte der preuss. Münzen S. 11. Vgl. dazu De Wal, Recherches I, 28, Voigt VI, 496—498 und Raumer, histor. Taschenbuch I, 210, wo Voigt die kostbare Tracht des Jlochmeisters um 1400 schildert. 29°
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*fo]. 2458. 452 Tract XX. Cap. V. 81. hochsten mitt leinwandtt gefuttertt; itzundtt gehen sie mitt grosen weiten rocken und nichtt begurtett, sie setzen die hende auf die hosen und den rock von einander thun, auf das der latz gross lang und dann mitt tuchern aussgefullett von den jungfrauen mag ge- schen werden. Ihre rocke sein von gulden stucken, von zammett, tamasken, attlass, scharlack, und wie den alle theure tucher genantt werden, gefuttertt mit seyden, zabeln, mardern, olsen, hermelen und fochsen, theur gnug, darnach die b. empter haben und ihre unter- thane schinden konnen. Die alten trugen ein weises herisvelum,l) vorne offen, mitt einem *schwartzen kreutze, wen sie in der kirchen, im capitell und refectorio waren. Das tragen sie noch zum zeichen des ersten hauses, das" under einem velum, das ist ein segell von einem grosen schief, war, und ist schr ein ehrlich kleidtt. Sonstt wo sie giengen, trugen sie weise mentell von gewandtt, die waren überall zu, allein auf dem rechtten arm offen, forn ein schwartz kreutz gleich der brustt. Itzundtt tragen sie ein weisen mantell forn gahr offen, auf das man ihn den gefulleten sack sehen kan, an den seiten locher, da sie die arme durch stossen, auf dem mantell gegen den lincken arm ein schwartz kreutz, und die mentell sein biss mitten zu den schinbeinen, wie sichs die lenge gehortt. Die alten trugen keine messer, auch keinen beutell?) bey ihnen; itzundtt tragen sie so lange henckermesser, das auch ihrer ein teill sie nichtt konnen ausziehen; forne auf dem sack hengtt eine watzka®) mitt silber beschlagen, darin haben sie allerley muntze und ringelein von guldem osomuntt, das istt wie goldtt, die man hubschen jungfrauen schencktt zum zeichen, ihr diener zu sein. Auf ihren fingern sein wapfenring von golde 18 gulden schwer, sonst auch viell andere ringe mitt edelen" gesteinen, in alles 50 gulden werdtt mehr weniger, darnach ehr den seinen unbarmhertzig istt. An seinem halss auf bloser hautt, so ehr arm istt, ein ketelein von golde vor 24 gulden, an dem hangett ein heiligethumb, das heistt: wer es bey ihm tregtt, den haben schone frauen lieb und mogen ihm nichtt vorsagen, warumb ehr sie bittett. Hatt ehr aber ein gross amptt und istt von a) üborgeschr. B. 1) Ueber das Velum s. De Wal a. a. 0. I, 287. 2) In den Gesetzen Heinrich Dusemers werden die Taschen in den Kleidern der Brüder verboten. Zfennig S. 130. 3) Warzka vom mAd, wätsac, poln. wacka, Tusche, Beutel.
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Traet. XX. Cap. V.8 2. 453 heren geschlechtt, dieser, als ehr es vormag, tregtt ehr offentlich eine kethe vor 500 gulden mehr weniger, darnach ehr das geldtt nichtt vorspielett hatt. Die alten trugen kugeln!) von schwartzem gewande umb ihr hauptt und hals; sie war *nichtt wie eine munchskugell, *fol. 245b. sonder wie sie ein einsiedeler tregett, das ist umb die schultern gantz rundft geschnietten, auch vor dem angesichtt rundtt mitt einem ubersturtz. Als sie Preusen erlangeten, legten sie die kugeln auf die lincke schulter?) und giengen mitt blosem heupte; itzundtt haben sie die kugeln gahr abgelegtt, das man" sie selten siehett tragen, allein? die priester, sondern sie tragen berehtt mitt mardern gefuttertt, oder sonstt grose, zerschniettene, knechttische berehtt; hinden und forn haben sie ein weis tuchlein hengen, einer ehlen lang, und drey finger bredtt, darauf ein schwartz zammetten kreutz genehett, 21/2 finger bredtt, das man das weisse nur eine wenig sihett, dennoch tragen sie die forne selten offenttlich. Ihre schu sein, wie sie froye krigesknechtt tragen und prassers angehortt. Wen die alten riethen, so furten sie ein schwerdtt, einen kurzen weisen mantell, auf der rechten seiten offen, und eine reuterskugell mitt einem hutt; itzundtt aber furen sie einen langen dreyecker3) oder renneschwerdtt am gurtell, ihm satellbaum hangett ein langes messor, die scheiden mitt silber beschlagen. Ehr hatt ein wolfspeltz an und ein hutt mitt krancksfedern, welchs zum ersten aufbrachtt ritter Kaprey, meines heren keisers nahr. Auf ihren rossen ist allerley rittergezeug und solcher weldttlicher ding viell, umb welches willen man sie deschri- birtt, wie gesagtt istt. $ 2. Ursachen, warumb sie den bardt abschneiden. In einer stadtt under dem hohem. war ein burger mitt seinem gefatter in einer collation. Unter vielen worten gedachten sic den grosen drang von ihren heren, und das sie nirgentt sicher auszichen a) übergeschr, B. b) üherg., gleichs aussestr, B, 1) Äugel, kogel, eine Art Capuze. Nach den Gesetzen des IHIM.s Meinrich Dusemer sollten sie nicht zu weit, noch zu dung sein. Ilennig a. a, O, S. 130; vyl, Vossherg S. 13. 2) S. Vossberg a. a. O. und De Wal, Recherches I, 286, 287. 3) Ueber die Dreiecker s. Töppen zu Friedwald, Preuss. Geschichtsschreiber IV, 42, Anm. I.
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*fol. 264a. *fol. 2466. 454 Traect. XX. Cap. V.8 3. mochten. In dem sprach der eine: ich *weis nichtt, wozu uns unser comptor alhie anf dem schlosse nutz wirdtt. Der ander: sprach: unser comptor were gutt zum maler, das ehr aus seinem ziegenbartt pensell machte. Sein gefatter sagte es an, derhalben muste der arme mahn mitt 40 marck den hals losen. Wer es dem hohem. angesagtt, es were grober worden. Zu dieser zeitt riehtt ein fogtt des ordens mitt 4 knechtten durch des koniges landtt, kame in ein stadtt zur herberge, darin war eine sehr hubsche diensttmagtt, der geburtt vom dorfe, mitt der hette der fogtt viell worte. So sprach die magtt: ja ich schiess euch woll in das maull; und lief nach solchen worten wogk. So sassen da burger ihm hause, die trunken methe, von denen sprach einer zum andern: schau, welche ein unvorschamte kobell istt das gegen den heren. Der ander sprach: ich habe woll gewustt, das die kreutz- heren ein langen bardtt umbs maull trugen, sondern ihr* forteill damitt habe ich nitt gewusstt, den nu. Der ander sprach: was istt das vor ein fortoill? Ehr anttwortt: wen es geschehe, das eine arme diensttmagtt mitt unvernunftt einem kreutzheren ins maull schiesse, so hette ehr sicher ein grosen forteill, das ehr mitt dem langen barte den dreck aus dem maull wuschte, damitt kundte ehr ein rein tuch behalten. Das horten seine diener und es mitt lachtten. Jdoch wardtt der stadtt hierumb enttsagett, und die burger, die solcher un- ehre hetten gelachtt, musten geben 300 marck, damitt wardtt es vorrichtt. Also wardtt alle ihr ding vorspottett, den umb vorhaltung der reuter war ihn niemandts gutt ihm lande. $ 3. Von einem rechten richter im lande zu Preusen. *Einem b. Deutsches hauscs, welcher war ein pfleger auf einem schloss, samptt allen seinen mittbrudern in Preusen ihamerte cs, das der hohem. seinen prassers folgete und die reuterey vorhieltt. Jn seinem gebitte theten die reuter grosen schaden ettlichen kaufleutten, under dem konige gesessen, derhalben schieckte der pfleger aus und liess die reuter fangen. Das kam vor den hohem., der schreib dem pfleger, ehr solte die gutten reuter ausslassen, das zum ersten, zum a) übergeschr, B.
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Tract, XX, Cap, V.$ 4. 455 andern und dritten. Der pfleger liess sio aus; so balde sie aber frey wurden, kamen andere ahn, die klagten auch uber sie. Die reuter sprachen, sie hetten es wie gutte reuter gethan; der ‚pfleger sprach: so soll man euch wie schelcke darumb hengen; das geschahe auch inwendig 4 stunden. Solches klagten die reuter kleglichen dem hohem., welche umb sciner gnaden willen da weren, nehmen den leuten auf der strasen das ihrige, auf das sie geschwechtt wurden, wieder ihn ein krieg zu furen; solte man sie derwegen hengen, wie der pfleger gethan hette, so wurden ihr wenig bleiben. Der hohen. schieckte nach seinem b., dem pfleger, und sprach: b., wie komtt es, das du nichtt tustt, wie wir dir geschrieben, das du soltt die ge- fangenen reuter auslassen. Ehr anttwortt: erlauchtter furstt, ich habe sie aus dem gefengnis gelassen, wie mir geschrieben istt, das wardtt auch bezeugett; aber im selbigen tage kamen andere, die anklagten, die reuter es auch frey bekanten. Sintemal mir den fursttliche gnade bepfule, ich solte einem iglichen rechts vorhelfen, das habo ich gethan und sie hencken lassen. Der hohem. sprach: b., gehe hin und sey nichtt mehr pfleger; ein schalck, und nichtt ein gutt reuter, komie in dein gerichtt. $ 4. *Von einer hinderlistt, itzundt ein anschlag genant. ‘Jm jahr 1517 nach omnium sanetorum!) zog der hohem, Al- bertus aus Preusen gen Berlihn zu margrafe Jochim von Branden- burg. Ehr liess zu Dantzick herberge bestellen; darauf sich die Dantzker schieckten, ihn ehrlichen zu vorehren;?) ehr aber zog vor der stadtt uber und herzirte, besahe auch gar eben die stadtt, wie ehr sie beschantzen mochte. Das wardt den Dantzkern vorspehett, die boriethen sich ihm den tross zu benehmen; sie in auch be- nahmen, den sie baueten mechtige walle und graben, von welchen 1) Auch Freiberg giebt den 2. November als Tug des Aufbruches des HM.’s un. Königsb. Chron, her, v. Meckelburg S. 15. Am Abend Martini (10. Nov.) 1517 langte er bei Danzig an. Beyer, Ss. r. Pr. V, 486. 2) Dass die Danziger Vorbereitungen getroffen hatten, den HM. zu bewirthen, bestätigt Beyer a, =. O. *fol. 247a.
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*fol. 247b. 456 Tract. XX. Cap. V. 85. auch wirdtt gedachtt werden!) Auf die nachtt blieb ehr in dem munchekloster Oliva. Die seinen gaben vor, wie zum Berlin alle churfursten des reichs weren, die hetten dem hohem. eilendtts bethen geschiecktt, auf das sie ihm Preusen zuschlugen. Es war aber nichts daran, den margrafe Jochim war nur allein da. Margrafe Jochim bedorfte geldtt, das liess ehr dem hohem. wissen. Der hohem. schreib ihm, wolte ehr ihm die Neue Marcke vorsetzen, so wolt ehr geldtt vorschaffen. Darauf ihm margrafe Jochim antiworte, ehr solte mitt gelde zu ihm komen, wo es gesein kundte, so wolten sie darumb eins werden. Als der hohem. kam, trug ehr die ursach seines ankomens ahn; margrafe Jochim aber hette mitt den seinen gerahttschlagett, die wiederriethen es ihm, den die Neue Marcke wero ettwan des hohem. in Preusen gewesen; wurde der orden die Neumarcke nu wieder erlangen, so wurde sie nicemer gen Branden- burg komen, so kundtte ehr“ dadurch ein folck in Preusen auf dio Polen brengen, den niemandtt wuste, was solche nochbar theten. Dadurch fiell dies in den brun; sie errietten es werlich zu ihrem gluck. So erlangete dennoch der hohem. diesen trostt, das ihm margrafe *Jochim vorgunnete, ein folck durch sein landtt zu furen; das hieltt ehr auch, von welchem wirdtt auch gesagett werden. Damitt kam der hohem. heim ohne pfeiffen.?) $ 5. Von einem vorretherlichen botriegen mit lugen. Zu Passenheim wardtt eine jungfrau durch einen des ordens schwanger. In der zeitt der geburtt gieng es ihr schr ubell, der- halben sprachen die frauen: das ist darumb, das du nichtt wiltt sagen, wer dich geschwengertt hatt. O zeter, sprach sie, es hatt ge- than unser pfleger, und nante ihn. Die frauen sprachen: wie istt das geschen? Sie anttwortt: ehr langete mich viellmahl umb das a) üborgeschr B. 1) Beyer a.a. O. berichtet, dass der HM. auf der Rückreise von Berlin incognito Danzig berührt habe, und dass, als am folgenden Tage sein Gefolge an der Stadt vor- überzog, aus Misstrauen gegen dasselbe Geschütze an den Thoren aufgefahren wurden. 2) Ueber die Verhandlungen wegen der Neumark, die Gr. entstellt mittheilt, siche Beyer a. a. O, und Voigt IX, 522.
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Tract. XX. Cap. V.$ 6. 457 spiell der liebe ahn, ich es ihm aber stetes vorsagte, den ehr were ein geisttlich mahn, mitt welchem were es grose sunde. Da antt- wortt ehr: ia, es istt war, geistlich bin ich, geistlich sein auch alle munche und pfaffen, aber mein orden hatt dennoch vom babstt und vom stull zu Rohm das privilegium, das wir uns mogen mitt jung- frauen erlustigen, den wir sein alle wie fursten; auf das man uns wie fursten vorhalten solde, tragen wir offenttlich das kreutz. Auff diese worte bin ich ihm zu willen worden, den es dauchtt mich eine ehre sein, das mich ein furstt liebete. Er gelobete mir auch, ehr wolte mir nichtt die kamer ruhren, darein die kinder legen, aber ehr hatt mir vorgelogen, wie ihr es den sehett. Dessen nahm sich der pfahr an, wolte wieder solch ein privilegium predigen; ehr thett es auch und sprach, solche jungfrauenschender wehren nichtt fursten, sondern vorrether. Umb solcher worte willen nahm man ihm aus gnaden, was ehr hette, und jagte ihn wegk. Nach dem riehtt dieser furstt im Franckenkriege einesmahles mitt seinem privilegium zum hohem., da kamen ihn die Polen ahn; auf *das sie ihn nichtt fingen, *fol. 248a. sprengete ehr ihn follem gerethe mitt seinem ross in einon sche und sich ertrenckte. $ 6. Von einem andern botrieger eines armen kindes. In diesem 1517. iahr war ein boshaftiger priester in einer stadtt, der wolte gerne seine unlustt mitt einem frommen, armen kinde brauchen, das ehr viellmahl beichtt gehorett hette, dadurch ehr erkante, das es ein subtiell mensch were. Ehr gieng es an mitt worten, mitt gaben lange zeitt auf allerley weise, wie ehr es er- dencken kundte; das medelein sich aber stetes enttsetzte. In dem gedencken die burger (daselbstt bey dem bihr sitzende) des coneilio zu Rohm, under denen sprichtt einer von den burgern: ich hoffe, es wirdtt geschen, das die pfaffen werden eigen weiber haben, das sie sich nichtt werden dorffen mitt so viell huren iagen. Das wardtt von den gegenwertigen bestatt und gelobett. Das medlein horte dies alles ahn und glaubete es. Als nach dem der priester wieder zu ihr kam, sprach sie: ia, ihr sagett, wie ihr mich lieb habett, aber ihr habett mir nichtt wollen sagen, das ihr mitt der zeitt werdett
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*fo]. 2486. 458 Tract. XX. Cap. VL $ 1. oheliche frauen nehmen. Der priester gedachte: hure,* dich heistt gott reden; und sprach: was soltt ich viell sagen, ich habe es ge- merckett. Die jungfrau sprach: o mein her, wen ihr mich woltt nehmen, ich wolte thun wie eine frome frauo. Der priester sprach: nein, du weistt, das priester sich mitt niemandtt mussen schelden und fluchen; derhalben muss ich vorhin eine vorsuchen, ob sie mir auch will gehorsam sein, und ich also ein jungfrau nehme, die gutt- willig gegen mich istt, so werlich mir gott helfe. Aber du bist mir stetes ungehorsam gewesen, wen ich dich vorsuchen wolte, und dich eigenwillig gefunden, und war wunder, das *ich nichtt fluchte, das die erde zuriessen were. Das medlein sprach: mein her, istt vor was geschen, das istt mein unwissenheitt gewesen; woltt ihr mich zur ehe nehmen, so vorsuchtt mich nu; werde ich euch den nichtt folgen, so sagett es mir dennach. Sie wurden der sachen eins, vorsuchten sich ein gantz iahr lang, bis der priester auch eine andere zulegte. Die erste, welche noch vor magtt gieng, luhtt den priester vor den bischof, klagte ihn an von wegen des gelobnis zu der ehe, beruhmete sich, sie wohre ihm so gehorsam gewesen, als under hundertt jungfrauen eine sein mochte, so woltt ehr nu wieder eine andere vorsuchen. Der bischof erschrack, fragte die priesterin gahr aus, sie es alles sagte. Derhalben wardtt der priester in die brautt- 'kamer gefurtt, darin chr auch mitt der zeitt starb, und die priesterin muste ihr hauptt vor schanden decken. Capitel VL" $S 1. Von einer neuen weise und zwackung auf des koniges folck. Im iahr 1518, als der hohem. sich gentzlich vorgenomen ein krieg zu furen, da wurden ihm aus dem reiche die besten hauptt- leute geschiecktt, als Jorgen von Angern, Sigmundtt von Siechten, Mauritius Knebell,!) und wie den die andern hiessen. Durch dieser rahtt brachte der hohem. vor den babstt, das ein landtt von seinem a) haro B. B‘, h. Conj. b) V B, dio Capıtelbezoichnung feblt in B’, 1) Georg Anger und Moritz Knebel kamen erst 1520 aus Dänemark dem HM. zu Hüfe. B. Gans S. 297.
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‚Tract. XX. Cap. 71.81. 459 orden abgefallen were, das wolte ehr bostreiten, aber es kundte nichtt geschen ohne durchzugk eines bischofes landtt; wurde ehr ihm den durchzug vorsagen, so mustt ehr es gewinnen, dadurch wurden sie den boschedigett werden. Derhalben bahtt ehr ihn, ehr wolt ihn® dasselbe landtt einzunehmen vorgunnen, ehr wolte sein protector sein. Das vorwilligte der babstt Leo X. Den zulass brachtte ihm ein munch pre*dicatorum, mitt nahmen Nicolaus *fol. 249a, Schonbergkl), der Schonberger bruder, die den hohem. so vorherteten. Auf solchen zulass nahm der hohem. mitt der zeitt den Braunssberg und andere stedte ein, ehr liess sich schweren, wie einem gesatzten schutzheren vom babste. Concilium. So hatt sich auch in diesem iahr geendett das coneilium zu Rohm;?) so wardtt von dem nichts, das man dem orden solte Preusen zusprechen, wiewoll es durch Johannem Blancken- feldtt, bischof von Refell) vor eine warheitt ausgeben war; den ehr war in dem concilio des hohem. orator in dieser sachen. Als des hohem. folck vornahmen, das ehr sich mitt heupttleuten ver- sorgte, war gross klagen unter ihn. Der hohem. trostete sie schreibende, sie solten ein gutten muhtt haben, den ehr kundte sie woll schutzen, seine sachen weren mitt den abgefallenen Preusen, und nichtt mitt dem konige von Polen; sie solten sich nichtt furchten vor seinen wiederparten; den Preusen bluttett das hertz, wen sie scine hauptleute sahen etc. Zu handeln und zu keuffen einer vom andern. Die reuter hetten in Preusen nichtt mehr zu nehmen, den des koniges folck® brachtte® ihr thun zu wasser. So vorbohtt der hohem. mitt rahtt seiner prasser bey vorlustt der gutter, ohne seinen oder der seinen wissen? weder klein und gross mit des koniges folck zu vor- a) e.w.i, überg. B. b) überg. B. c) brauchtte B. B’, d) w. bey vorlustt der gutter B. 1) Nicolaus von Schönberg kam 1518 nach Preussen, um mit dem HM. wegen des vom Papste geplanten Feldzuges gegen die Türken und wegen Beilegung des Sitreites mit Polen zu verhandeln. Eine von ihm überbrachte Bulle legte beiden Parteien einen fünfjährigen Waffenstillstand auf. Voigt IX, 334, 548. 2) Das fünfte Lateranconcil, berufen 1512 von Popst Julius II, wurde 1517 von Teo X. aufgelöst. 3) Johann Blankenfeld, Caplan des IM.s und Ordensprocurator in Rom, war Bischof von Reval 1514--1524, seit 1518 zugleich Bischof von Dorpat. Toll, Brief- lade III, 325.
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460 Tract. XX. Cap. V.8$ 1. keuffen oder zu handeln!) Das kam sonderlich von wegen der stadtt Heiligenbeill. Wen die pauren umb die stadtt her wonende ettwas zu marckte furten, so musten sie es halb vortrincken am ge- salzen biehr, die ander helfte musten sie vorborgen. So geschahe es, das die pauren nichtt heiten zinss, noch zeyse zu geben; der- halben fragte sie b. Nicles von Bach,?2) wor sie das ihrige mitt fromen vorkeuffen kundten; sie’sprachen: zum Braunssberge. Darumb *fol, 249b,. liess ehr sie das ihrige *dahin furen. Die vom Heiligenbeill klagten es dem hohem. So wuste der hohem., wie ehr ein ursach zu den Braunssbergern funde. Derhalben manete ehr sie umb 500 seiten speck und andere gutter, so sie im grosen kriege hetten von der Balga genomen. Sie anttworten ihm, das were ihm kriege geschen und ihm ewigen friede vorrichtt; wen sie alle ihre seue solten wurgen, brechtten sie nichtt so viell speck zusamen; ehr solte ihr gunstiger nachbar sein. Auf dieses vorbohtt ehr zum andern mahl, ins koniges landtt nichts zu furen: ehr satzte seine drabanten in den krug zum Einsiedell, 1/2 fiertell meill weges vom Braunssberge, die schlugen arme leute lahm, nahmen ihn das ihrige, welche des hohem. gebohtt nichtt hielten, wiewoll arme leute gross ungeltt geben musten und kundten es doch nindertt vorkeuffen, und war unrechtt uber unrechtt.3) Nach dem geschahe es, das under dem orden kein korn war, und kundten es auch nicht haben von denen, die under dem konige woneten, da doch gnug war; und ihn des ordens landtt in vielen dorfiern solch hunger war; das man von gedorreten und zurstossenen eichenbletern brodtt buche; auch war sonstt viell kumers und wehe.?) Furten sie ihre wahre in die stedte under dem orden, so bogerte es 1) Der IIM. verbot durch Ausschreiben vom 12. Juli, erneuert am 12. No- vember 1518 und zu Anfang 1519 die Getreideausfuhr. Voigt IX, 539, 547, 532. Bereits am 24. Juni hatte der König von Polen ein allgemeines Verbot des Handels mit dem Ordenslande erlassen, das er mit einem ähnlichen Verbote des HM.s motivirt. Schütz 459. Es wird das gegen den Bischof von Ermiand gerichtete Verbot vom 20. Juli 1517 gemeint sein, Voigt IX, 508. In den Act. Tomic. IV, 149 n. CLXXXT. wird das Verbot vom 24. Juni 1518 fälschlich in das Jahr 1517 gesetzt, 2) Nicolaus von Bach, Grosscomthur 1518—1521. 3) Freiberg S. 16 erzählt, dass 1517 die Bauern, welche wider das zwor er- wähnte Verbot vom 20. Juli 1517 in Braunsberg Waaren verkauften, gestraft worden seien. 4) Die Ernte des Jahres 1518 fiel ungünstig aus; denn der HM. konnte die Ausfuhrverbote in den oben erwähnten Ausschreiben mit Getreidemangel motiviren. Im Gebiet Ragnit liess er 20 Last Roggen zur Saat an arme Leute vertheilen. Schreiben an den Hauscomthur von Ragnit im Fol, 1518.
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Tract. XX. Cap. V.8 2. 461 niemandtt, den sie kundten es nichtt an werden. Derhalben zogen ettliche vons ordens folck gen Konigsberg zum hohem., gaben ihm geldtt, das sie heimlich handeln mochtten, ehr es in gestadte. In solchem wurden ihn in zwo weiselkabhnen genomen 81 lastt korn, einem andern 4 tausentt schock wagenschos; das korn und holtz kam von Dantzke.!) Der hohem. sprach, ehr hette ihn erlaubtt, ihre gutter zu vorkeufen und nichtt die gutter ihrer vorrether auf- zunehmen. Das wardtt ihm vom gemeinem folck zur grosen ge- rechttigkeitt zugeteiltt, aber nichtt von klugen. Der groscomptor von der Balga nahm einem fleischauer vom *Elbinge (der doch des *fol. 250a. ordens groser freundtt war, hette ihn mitt all seinem gutt geholfen, das sie Preusen bekomen mochten) zehen schone ochsen, die ehr mitt willen des hausscomptors von Konigsberg zu Wehlau gekauftt. Als der fleischauer ihm das boweiss zeigete sprechende, ehr hette es mitt zulass gethan, der comptor sprach: ich nehme sie nur darumb, das du viel gekauftt hastt, und sie in meinem gebihtt den wegk tief machen; du soltt sie anderswo getrieben haben, da gutt weg istt. Der fleischauer klagte es heren und dem” fursten, aber sie blieben weg; den seine gunstige heren hetten es gethan.?) S 2. Von einer herefardt auf die Zieganen. In diesem jahr kamen die armen diebe aus der Masau, die man Zieganen nennett, die sagten nach ihrer gewonheitt den pauren wahr, das sie nichtt viell geldtt hetten und weren mitt heimlicher feindttschaftt” beladen, auch solcher thorheitt viell, stolen daneben a) übergeschr. B. b) am Rande B. 1) Zwei Weichselkähne und etlich Holz, dem Danziger Bürger 'Michael Dicken- busch gehörig, sollte der Hauscomthur von Ragnit bis auf weiteren Befehl anhalten, wenn sie sein Gebiet passirten. Schreiben des IIM. vom 21. März und 25. April 1518 im Fol. 1518. J 2) Im Gebiet Brandenburg war einem Elbinger Bürger ein Transport Ochsen an- gehalten und nach Balga gebracht worden. Weil indessen die Elbinger den Ordens- unterthanen trotz des königlichen Verbotes Handel erlaubten, so befahl der HM. auf die Beschwerde des Elbinger Rathes dem Statthalter von Brandenburg, die Ochsen freizugeben und für etwa schon abhanden gekommene Schadenersatz zu leisten. Schreiben des HM.s an den Rath zu Elbing und un den Statthalter vom I. August 1518 im Fol. 1518.
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*fol. 250b. 462 Tract. XX. Cap. VI. 83.4. gutt ding und die pauren sehr betrogen. Das wardtt dem hohem. angesagtt, ehr liess ihn sagen, sie solten sich aus seinem lande machen; sie anttwortten, keyser Maximilianus hette ihn erlaubett, alle cristen und Deutsch lande durchzuziehen, damitt [sie] bussen die sunde ihrer eltern, die Marianı mitt dem kindelein Jhesu nichtt wolten herbergen, und solcher lugen viell. Sie stalen vor und vor im lande umbherziehende, ihrer waren in alles 350 personen. Der hohem. kam mitt hundertt mahn, sprengete sie an, erwurgten schwangere weiber mitt unschuldigen kindern und schiecktt die uberigen wieder in die Masau. Das istt eine thatt so hin und hin von redlichen mennern. $ 3. Wie konig Sigismundus zum andern mahl wirdttschafft hette. *Im jahr 1518 nach ostern nalın konig Sigismundus von Polen freulein Bonam, des fursten tochter von Barris aus dem konigreich Neapolis zu einem gemahell.!) Zu dieser wirdttschaftt kamen viell fursten und heren, die geladen wurden; Casemirus, margraf von Ansbach, des hohem. bruder, der vornemste war, den ehr war des koniges schwestersohn. Sintemahl in solchen wirdttschaften ein iglich furstt eine bitte hatt, derwegen bahtt ehr samptt seiner an- lage, das konig Sigismundus wolte die sachen mitt dem hohem. gantz" und gahr auf erkennttnis der heren und fursten geben, geistt- lich weldttlich. Darauf anttwortt der konig, ehr hette ein eidtt ge- schworen, sein reich zu vormehren und nichtt zu mindern: wir haben ein landtt von Preusen, so mitt dem schwerdtt gewonnen ist, wissen darumb nichts zu urteilen. Istt es aber wegen des eides- schweren des hohem. in Preusen, das wollen wir lassen erkennen. Davon wardtt auf die zeitt nichtts mehr.2) a) vor g, volk ausgestr. B. 1) S. oben B. II, 365, Ann. d. 2) Fyl. Voigt IX, 540,
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Tract. XX. Cap. VI. 8 4. 463 S$ 4. Neue jahmer. Nach diesem fing der hohem. ein neues an, voreinigte sich mitt konig Hans Kersten von Dennemarck, der wolde Schweden in 6 wochen bostreiten; dazu schieckte ihm der hohem. buchsen und” carthaunen,!) schlangen und haufnitzen mitt eiseren kolben, feur- kaulen? und pulwer gnug, ein schief von 100 lasten gantz foll be- laden, in der meinung, wen der konig aus Dennemarck Schweden hette, so soltt ehr ihm sein fulck in Preusen schiecken. Aber der konig von Dennemarck vorlohr all sein folck und geschutz in Schweden. $ 5. Wie der Tater, auch ein conspiratt wieder den konig, nieder gelegtt wardtt. In diesem jahr, wie es des hohem. rahtt? hette bestaltt und der Moscowitter ausgerichtt, suchtte der Tather hinder Camenentz ur- sach *auf den konig zu Polen, den ehr meinte, die andern wurden *fol. 251a. auch zugleich anheben. Aber dem principall und sachentreiber war sein folck in Schweden ermordett, muste derwegen stiell sitzen. Von der ursach des Tatern istt zu wissen, wie ettwan die kron von Polen umb eines bessern willen sich vorwilligte, dem Tather hinder Camenetz 15 tausentt gulden zu geben in muntze, gewandtt und alles, was geldtts werdtt war und ihm geliebte, auf das er stiell sesse?2). So forderte der Tather sein zugesagtes geldtt, die Polen gaben ihm goldtt, muntz und gewandtt, wie vor. Das wolten sie nichtt annehmen, sondern wolten haben 1 tausentt gewogene gulden. Der konig von Polen samptt den seinen merckten, wor das her keme; sie sagten dem Tather, woltte ehr nehmen, wie ihm so viell ihar gegeben were, so soltt ehrs aufnehmen und gutt freundtt sein, wolte ehr nichtt, so mochte ehr heim ziehen. Der Thater kam heim a) von B. b) feurkolben B. B’. c) überg. B. 1) Vgl. Voigt 1X, 533. 2) Um Polen vor den Einfällen der Tataren zu schützen, zahle König Sigis- mund dem Chan Mendligirey seit 1511 jährlich 150000 Gulden. Vapovius in der Ausgabe des M. Cromer, Cöin 1589, S. 547. Noch 1517 wurde die. Summe gezahlt. Act. Tomic. IV, 164.
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464 Tract. XX. Cap. VL. $ 6. ohne geldtt; derhalben machte ehr mitt dem Moscowitter eine neue vorbundtnis, das sie auf einen tagk den konigk in Polen wolten an- fallen, der Thater in Polen, der Moscowitter in Littauen. Der Thater schieckte sich auf Polen, aber ihm gebrachen pferde; so wuste ehr woll, das die Wallachen seine nachbaren alle ihre pferde in den welden hetten, derhalben schieckte ehr sein folck aus, die pferde zu nehmen; das wardtt dem Wallachen, der es mitt dem konige hiellt vorspehett, umbringten die Tathern auf der dieberei und sich schlu- gen. Die andern Tatern lagen am wasser Nepper, wolten die ret- then und ranten zu, so fugte es gott, das der fluss so gross wardtt, das ihr viell von den Tatern ertruncken, wie sich der Thater auch selbstt beklagett, als ehr mitt dem konige friede machttel). *fol, 251b. $ 6. Wie der dritte conspirat nieder gelegtt wardtt. In dieser zeitt der kleine Thater hinder Kiof, wie es der Mos- cowitter bestaltt hette, wolte in Hochlittauen, so muste ehr vor Kiof uber. Kiof war ettwan eine mechtige stadtt, umb welche bey zwo meilen liegen grose wuste pallacia, in welchen die Littauen lagen. Ein halb viertell meill weges vor der stadt istt ein groser waldtt, in welchem auch Littauen lagen und hetten mitt sich quartirschlan- gen nichtt wenig. In der stadtt Kiof war Constantinus, des koniges von Polen feldttheuptman, von dem wuste allein der Thater. Der Thater vormeinte sich mitt ihm zu schlan, den der Thater hette 15 tausentt mahn und Constantinus 3 tausentt. Constantinus kam aus der stadtt, die Thatern zogen unter den zurissenen pallatien zu haufe. In dem traffen die mitt den buchsen auf sie, die Thater nahmen die fluchtt under dem walde uber, die Littauen uber sie und traffen, die Tatern wendeten sich plutzlich und kamen dem Constantino unter augen, den ehr hette ihn den durchzug durch das wasser vorrant; derhalben musten sie in die tieffe, wo sie entfrinnen wolten. Die Littauen schlugen von hinden zu, die Thatern aber eileten durchs wasser, also das einer den andern ertrenckte. Endtt- lich kam Constantinus uber das wasser, erschlug die wenigen Tather 1) Von einem missglückten Einfall der Tataren in die Moldau im Jahre 1515 erzählt auch Vaporius a. a. O. 571.
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Tract. XX. Cap. VI. 87. 465 so uber kamen. Also nahm dieser Thater sein lohn.l) Man fandtt ihn im wasser todtt. Der Moscowitter lag 7 meilen von diesem schlan, wuste aber nichts darumb, sondern ihm vorlangte, wie der Thater seine zukunft so lange vorzogen hette. $S 7. Wie der Moscowitter, der virde conspiratt, gelegett wardtt. Wolusch, der grosfurstt in der Moscau, wolte sein wordtt *halten, ehr kam mitt 40 tausentt mahr?); so war Gonstaldus, ein *fol. 252a. Littauscher baiohr, mitt 8 tausentt Littauen, Constantinus?) mit 10 tausentt, alle mitt buchsen, dazu drey Deutsche buchsenmeister zur noturftt. Die Moscowitter legten sich vor eine stadtt des koniges, Pollotzka genantt, in welcher haupttman war Iwan, ein Littauscher baiohr, hette bey ihm 7 tausentt mahn Der gedachte: soltu hie bleiben, so wurden sie dich aushungern; derhalben wardtt ehr mitt den seinen eines, zogen in der nachtt abe, funden die Moscowitter schlafen und bey ihn viell futter, ihn viell haufen gesamlett, und bey dem lager war ein tieffes fliess. Die von der stadtt zundetten® die haufen an und liessen 3 buchsen under die rosse gehen; die rosse wurden lauffen uber die, so da schlieffen; die auf, die von der stadtt auf sie und schlugen, die Moscowitter, vom feur vor- blendett und erchrocken, lieffien dem wasser zu und ersoffen. In dem so wirdit es tagk, und viell Moscowitter waren das wasser auf wegk gekomen, die kamen zu ihrem heren, der lag mitt grosem folck eine meile davon. In dem kamen auch Constantinus und Gonstaldus mitt ihrem folck, die sahen, was da geschen ware, hore- ten® auch, das der grosfurstt vorhanden war, sie machtten sich auf mitt wenigem folck (den die anderen waren vorwundett) und kamen nichtt fehr von der stellen, da der Moscowitter lag, das war in einem gesumpff, in welches die Littauen nichtt wolten; sie drungen sich zusamen und hetten 14 buchsen mitt sich. Der Moscowitter sahe ein kleinen haufen, ehr bepfull den seinen, das sie aus solten. Als a» zundenten B. b) horete B. 1) Vapovius a. a. Q. erwähnt eines Sieges des Constantin von Ostrog über die Tataren im Jahre 1518. 2) Vgl. Vapovius a, a. O,, wonach die übertriebenen Zuhlenaugaben Gr.'s zu be- richtigen sind, 3) Neben Gastold war Führer der Polen Johann Boratinski. Vapovius a. a. O,. Simon Grunau II. [0
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*fol. 252b. 466 Tract. XX. Cap. VIL 8 1. nu der gewaltige haufe der Moscowitter vorhanden war, teilten sich die Littauen, die buchsenmeister waren gutt, sie liessen eine buchse nach der andern abe und traffen meisterlich, das sie in die luftt *stoben und gaben die fluchtt. Der grosfurstt zog mitt den ubrigen heim. Die Littauen waren gantz mude und hungerig, idoch mehr geitzig auf die todten auszuziehen, das die heupttleutt nichtt nach- zogen und also ihr gluck vorsaumeten.!) Da fandtt man* buchsen mitt des Deutschen ordens schielde; wie ehr dabey komen, wirdtt noch woll ein mahl offenbahr. Und der Moscowitter machte mitt den Littauen friede, aber vor dem friede bofliess sich der Mosco- witter mitt dem hohem., wie sie* sich mochten rechen; einer thett dem andern grose ehre und zusage, aber es wardt nichts daraus, den gott war in dem vor die armen Polen und Preusen. Capitel VL’ $ 1. Von einem bosen iahr und von dem vordriessen der Preusen. Das 1519. iahr war den Preusen ein boss jahr, den es ist ein fluch: das dich ein boss iahr bostehe, das sie wehrlich hetten. Der hohem. nach dem niederlegen seiner conspiraten erst wutende wardtt, das man mitt kraftt reuterey trieb. Daneben war es sehr teur, und kein handell war, auch starb viell folck an der hauptt- seuche. So wunschten die Preusen, das es nur balde krieg wurde, das man doch sehe, wie es mitt dem orden werden wurde. Idoch wetteten des hohem. folck, das ihr here den konig vortreiben wurde, den diesc heren stunden vor einen mahn, der konig aus Denne- marck, der grosfurstt aus der Moscau, der landttm. aus Lieflandtt, der margrafe von Brandenburg, der hertzog von Braunsschweich, der landttm. in Deutschlandtt, margrafe Casemirus von Anssbach, sein bruder, und das gantze Romische reich aus der ursach, den keiser Maximilian war gestorben und hette zum feldttheupttman ge- a) überg. B. b) VI B, in B’ fehlt die Capitelbezoichnung, 1) So wenig auch der ausführlickere Bericht des Gr. mit dem des Vapovius im einzelnen übereinstimmt, so haben beide doch einige gemeinsame Züge, so den für die Kussen unerwarteten Angriff der Russen vor Polock und die Plünderung des russischen Lagers nach dem Siege,
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Tract. XX. Cap. VI. 8 2. 467 *machtt Casemirum, den margrafen von Anssbach, des hohem. bruder, *fol. 253a. mitt dem wurde das gantze reich. komen und Preusen sturmen. Idoch der margrafe Casemirus das nie gedachtt, den in der wirdt- schaftt des koniges Sigismundi von wegen groses geschenckes, ihm vom reich Polen geschen, schwur ehr, das ehr sein tage wieder die kron Polen nichtt handeln woltel) Von solchem geschahen ins hohem. landtt viell worte In dem wardtt das vorbitten der hande- lung und die reuterey mitt gowaldtt gebrauchtt, und kam so weitt, wen iemandts, der under dem konige wonete, eine sache hette auf des hohem. folck, dem enttsagten die reuter und zu Konigsberg hetten sie ihren kalender mit freuden. $ 2. Wie der konig von Polen umb dieses willen eine tagefartt hieltt. Auf purificationis Mariae in diesem iahr der konig von Polen samptt seinem reiche wegerten dies, wes sich die Preusen beklagten, und wardtt da alles vorzaltt.?2) Dawieder waren vonn Job, bischofe ’ zu Riesenburg, und dem hohem. briefe erdichtt, das konigliche ma- iestatt den Preusen nichtt glauben solte, den sie weren vorrether und wolten gerne zwitrachtt machen.) So wardt in derselbigen tage- fartt uber die Preusen erkantt, das man des koniges folck auch vor- bitten solte, mitt des hohem. folck zu handeln,*) aber ehe* die vor- bittung gesche, solte man ein bottschaftt zum bohem. schiecken und horen von ihm sein anttwortt uber diese klage.. Aber der hohem. gab ihn solch anttwortt, das man nichtt vorstehen kundte, was seine meinung were;5) und wardt ihm lande ihe mebr und mehr erger. Der hohem. eilete mitt briefen, geldtt und bothen, das man ihm in Preusen geldtt schieckte, ehr war ihn solchem mildtt seines geldes. a) überg. B. 1) Markgraf Casimir rieh dem HM. 1518 dringend zu einem Ausgleich mit Polen. Voigt IX, 540. - 2) Der Reichstag wurde zu Petrikau am 2. Februar 1519 gehalten. Ueber die Verhandlungen, die den Streit mit dem HM. betrafen, s. Schütz 460 und Vapovius a. a. 0, 372. 8) Wohl eine Erfindung Gr.'s. 4) Das Handelsverbot des Könige von Polen datirt schon vom 24. Juni 1518. S. oben 5. 460, Anm. 1. 5) Hiervon ist sonst nichts bekannt.
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*ful. 253b. "fol, 254a. 468 Tract. XX. Cap, VII. $ 3, Die haupttleutte hette ehr *schon bey sich, aber ihm gebrach das gesellig. Der konig aber stundt im beyfriede der 5 jahre vom keyser gesatzt.” $ 3. Von einem gutten rahtt. Des hohem. leibliche b. wurden angelangett, das sie folck in Preusen schieckten; da war aber gutter will, aber klein vormogen. Idoch stelleten sie es zu meisten ein durch ermanung der Deutschen heuser im heiligen reiche; den sie woll merckten, wurde in Preusen krieg, so wurden sie mussen das folck besolden, wie vorhin geschen; und sinttemahl ihr bruder der hohem. iung were, ehr es nichtt ver- stunde, was kriog auf sich hette. Auf solches schieckten die mar- grafen von Anssbach ihrem bruder, dem hohem., ehrliche bottschaftt, die sagten ihm 7 gantze stunden nach einander, was krieg auf sich hette. Auf solche vorklerung sprach der hohem. also: mich nimtt wunder, das mich meine bruder so vornichten und so vorzagtt? an mir werden, ich will kriegen, es gehe uber lang oder kurtz, solte ich auch erstochen werden. Die geste sahen sein wesen; auf das“ sie sich aber ein gnedigen heren machtten, sprachen sie: sindt dem“ ihr iho kriegen woltt, so muste ihr es mitt dem konige von Denne- marck halten, die vorbittung auf des koniges folck vorneuern und uber die reuter feste halten; den sie hetten gemercktt, das ehr da- durch die Preusen sich eben wolte® machen; undergeben sie sich ihm nichtt gantz und gahr, so wurden sie ihn doch gewiss vor ein beschutzheren halten. Das thett der hohem. mitt fleiss. $ 4. Von einem vordriess auf die stadtt Elbing. Vor andern stedten in Preusen hette der hohem. auf seine weise gerne boschirmett die stadtt Elbing, derhalben wolte ehr sie in diesem iahr mitt der reuterey vorsuchen. Die pauren unter dem bischof von Heilsberg furen hauffeweise durch den *Elbing uber den Nogott; ihrer viell brachen mitt dem eise ein und ertruncken. Die Elbinger kamen diesem vor, sie mächtten vor diesen wegk ein schlag, das sie musten uber die fehre faren; sie liessen den strom a) gesatz B. b) nach v. ist machen ausgestr. B. c) übergeschr. B, — Un sn eemneniiii Tememn ame
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Tract. XX. Cap. VIL $ 5. 469 eysen und hielten ihre fehre, namen einen pfennig mehr fehrlohn, auf das die armen leute sicher fahren mochtten. So dauchte des bischofes pauren, das dies ein neidischer aufsatz auf sie wehre, der- halben forderten sie offenttlich die reuter und gaben die burger vom Elbinge aus. Wunder. Es war ein burger in Elbing, der hette nie ein eigen stein in der stadtt gehabtt, der hette ein sohn, der war ein gutter prasser, und der vater war ein gutter speyer. Umb groser schuldtt halben wardtt der vater aussgepfendett, in dem starb ehr auch. Nach dem tratt der sohn aus und sprach, man hette ihm sein veterlich gutt genomen darumb, das sie gutt hohemeistersch gewesen weren. Es kam zum handell und wardtt angezeigtt, das sein vater nichtts eigens gehabtt hettee Da sprach der sohn: mein vater hatt mehr zinss aus dem hause gegeben, den es werdtt istt; das teiltten ihm die reuter auch zu. Der thett nachmals grosen schaden auf die Elbinger. Von Marx Hesken und anderen feinden mehr auf die stadtt Elbing werde ich auch sagen.!) $ 5. Von einer kurtzen vormanung der klugen und vom rahtt der nahrren. Es kamen abermahl getreue bottschaften zum hohem. und riehtten ihm zum friede, den ehr nichtt wurde mogen einem konige widerstehen. Da borumte sich der hohem. alles seines krieges- guttes und liess es sie sehen, ehr liess feurkaulen werfen aus einer buchsen, die war 14 spannen lang, auch liess chr die buchsen mitt schrodtt geladen abegehen. Dessen sich die *geste vorwunderten. *fol, 254). Dennoch sprach einer: erlauchter furst, es istt zu besorgen, das gott nichtt mitt euch, noch mitt euren landttsknechtten sein wirdtt, den ihr suchtt nichtt anders den euch zu rechen, und euer kriegosgutt mochten andere euch zum schaden gebrauchen. In dem kam scin nahr Martino gelauften, siehett die buchsen und die heren dabey stehen, der sprach: putz flarren, margrafe Albrechtt, was bodeutt diese muser? Der hohem. mitt ihm schertzende sprach: ich will ein krieg fuhren. Der nahr sprach: warumb wiltu ein krieg fuhren ? Der hohem.: auf das ich moge friede haben und gehorsahm. Der 1) $. unten S. 475.
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*fol. 2558, 4709 Tract. XX. Cap. VID. 81. nahr: was geschicht den im kriege? Der hohem.: man nimtt wegk und brennett abe, was man findett, man erschlegtt auch, wer sich wehrett, darnach machtt man den friede.e Der nahr sprach: o ich bin ein nahr, aber du ein viell groserer; habe izundt friede, so bo- helstu landt und leute, und wirdtt niemandtt erschlagen, den ein here ohne landtt und leute istt wie ein nahr ohne kappe. Auf diese worte gieng ein ieder davon, und dem hohem. lagen die worte ihm sinne, ehr wolte wissen, wehre sie dem nahrren hette einge- geben; aber es bleib nahrrenrede.l) Capitel VIIL” 8 1. Wie man I2 tausent mahn vorsoldett, das sie in Preusen solten. Dieweill keiser Maximilianus lebete, wolte ehr nichtt vorgon- nen, ein folck aufzunehmen und es wieder die kron Polen zu fuhren, sonderlich als ehr wolte uber den orden ein sententz sprechen. So balde aber der keiser todtt war, und Casemirus margrafe von Anss- bach des Romischen reichs feldtheupttman war, vorsamlete ehr in demselbigen iahr 12 tausentt mahn?), gab ihn auf zwo monatt soldtt, den es waren da mit gelde b. Quiriac von Schlig?) und b. Simon Schenck4) Das folck aufnehmen geschahe so stiell, das die Polen und Preusen nichtt gewarnett wurden. Durch welcher fursten landtt aber die knechtte ziehen solten, die wolten ihn den durchzug nichtt gestaten, sie stelleten den® burge vor schaden. Sie wusten auch a) VII B., in B‘ fehlt die Capitelbezeichnung, b) überg. B. 1) Die Erzählung giebt ein Beispiel, in welcher Weise Gr. allgemein verbreitete Schwänke ‚zu localisiren und auf bestimmte Personen zu übertragen weiss, Eine auf- Jallend übereinstimmende Version derselben finde man in dem zuerst 1522 erschienenen Volksbuche: Schimpf und Ernst von Johannes Pauli, herausg. v. Oesterley, Bd. LXXXV der Bibliothek des litter. Vereins zu Stuttgart, S. 38. 2) Casimir versagie vielmehr im Jahre 1519 die vom HM. erbetene Hilfe. Voigt IX, 570. 3) Quirin Schlick, Graf v. Passau, Comthur zu Osterode 1518—1525. 4) Rüdiger Schenk, Spitelmeister in Holland seit 1518, wurde 1519 mehrfach im Auftrage des HM.'s nach Deutschland gesandi, Mit dem Anwerben von Söldnern im Reich waren insbesondere Wilhelm von Eisenberg und Wolf von Schönberg beschäftigt. Voigt IX, 367, 571. EEE
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Tract. XX. Cap. VII. $ 2. 471 woll, in welchem rechtten der konig mitt dem hohem. stundtt, und ehr wolte den konig ungewarnter sachen uberziehen; derohalben wardtt der margrafe Casemirus mude, den das folck lag in seinem lande mitt wenig fromen, dieweil b. Jorge von Elsen mitt b. Schlig und b. Simon Schenck umbrietten und vormaneten umb ein sicheren durchzug. Sie kamen wieder, sagten es den heupttleuten ahn, das sie nur zu 10, zu 15, zu 20 ziehen solten, nichtt rauben, auch den Polen noch Preusen schaden thun, sondern der hohem. wurde sie biss® zu seiner zeitt auf die schlosser setzen. Das wolten die knechtte nichtt angehen, angesehen das sie von den Preusen im einziehen mochtten aufgelesen werden. So woltte auch kein furst uber ein tausentt zugleich durch sein landtt lassen. B. Jorge von Eisen zog wieder aus, wolte von den fursten zulass erlangen, das sie mochtten mitt dem gantzen haufen ziehen, und gab briefe vor schaden.!) In dem nahmen die zwo monatt ein ende, nach den woltt niemandtt ohne geldtt ziehen; so war auch nichtt mehr geldt vorhanden. In dem sich die wegziehenden vorloren. Den Preusen wardtt es kundtt gethan, das man auf ihr vorterbnis trachtte, derhalben zogen sie in dieser zeitt gen Marienburg?) in eine tagefartt und vorschwuren sich, ehrlichen bey dem konige zu sterben; ihn lieffen knechtte zu und sie rusteten sich mitt aller machtt zur wehre. $ 2. Von zwytracht und einigkeitt der gemeine in Preusen. Der rahtt in den stedten war gutt konigsch, aber die gemeine bose herrisch, und nindertt mehr den zu Dantzke. Die *ursach war *fol. 255b. die grose schatzung des gemeinen mannes und hatt gewerett lange zeitt. Zum ersten so stundit die zeysa in Dantzke 14 iahr nach ein- a) üborg. B. 1) Ueber die Schwierigkeiten, die der Kurfürst Joachim v. Brandenburg wegen des Durchzuges der Söldner machte, s. Voigt IX, 567. Auch der Kurfürst und der Herzog von Sachsen wollten den Durchzug nicht gestatten. Der Herzog Boguslav von Stettin verlangte, dass die Söldner keinen Schaden in seinem Lande verursachen sollten. ‚Schreiben vom 16. December 1519 im D.O.A. Vogl. auch Schütz 460. 2) Ueber die Tagfahrt zu Marienburg am 18. Januar 1519 s. Schütz 460.
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*fol. 256a. 472 Tract. XX. Cap. VII. $ 2, ander. Der rahtt klagte, es gienge bey der stadtt viell auf. Die zeysa brachtt iehrlich 13 tausentt marck Preusch.!) Fenster. Darnach fenstergeldtt, das istt, die da gewandtt, lein- wandtt und dergleichen feill haben und dasselbige, was sie vor- kaufen wollen, auf die fenster ihn ihre heuser legen zu beschauen, solche gaben das iahr 3 marck.2) Bornstein. Die bornsteindreher, die nur die paternoster im fenster haben hengen zu einem zeichen ihres handttwercks, und sol- cher handtwercker mehr, das jahr 9 firding. Höker. Die höker mitt opfell, birnen, nussen und solcher nascherey viell, so die mitt hering, kesen, und wie den alle höker sein, gaben das jahr 7 marck. Dreckgeldtt. Zu wissen, umb vieles folckes willen istt Dantzke sehr eine dreckigte stadtt, und wirdtt nichtt ausgefurtt. So wurden die heren zu rathe, gaben ettlichen vorstedtern das iahr 200 marck, die musten den kohtt ausfuren. Man gieng umbher und massen mitt einem strick die heuser umb und umb; von einer ieder ehlen muste der wirdtt ein schilling dreckgeldtt geben.3) Solche und an- dere aufsetze mehr machte eine gemeine schellig, das man sich auch ein boses besorgte. Derhalben nahmen sie vom konige ein heuptt- man auf, mit nahmen Nickel Sturtz, und hielten ihm 4 tausent knechtt,#) damit schweig der gemeine mahn. Warnung. Sie horten auch, das aus Deutschlandtt geschrie- ben war, wie sich die knechte berumten, kemen sie in Dantzick, so solte niemandtt bleiben, der zur wehre thuchte. Da sagte die ge- *meine dem rathe zu, ihn beystandtt zu thun, hielten es auch wie frome burger. 1) Von der im Jahre 1515 dem Könige von Polen auf ein Jahr bewilligten Zeise lieferten die Danziger nach Abzug einiger Auslagen noch 14811 Murk ab. Beyer, Ss. r. Pr. V, 484. 2) Das Fenstergeld wurde durch den? Artikelbrief von 1525 abgeschafft. Hirsch, Oberpfarrk, v. St. Marien Beil, X, S. 31. 3) Die Einrichtung wurde 1511 getroffen, scheint aber nicht lange bestanden zu haben. Beyer, a. a. 0, S. 462. 4) Nach Schütz 460 schickte der König den Danzigern 600 deutsche Söldner unter dem Hauptmann Nickel Schurtz.
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Tract. XX. Cap. VIII. 8 3. 473 $ 3. Von einem unchristtlichen morden fromer leute im geleidte. In diesem jahr auf trinitatis, als zum Allenstein in der thum- heren von der Frauenburg landtt jahrmarcktt war, zogen die burger von Elbing und Marienburg mitt haufen hin. So zoge auch mitt Baltzer Wartenburg,!) ein rahttherr vom Elbing, und Matz Pole,2) ein kaufman von da, mitt gewandtt, und was sie sonstt mehr het- ten. Auf die erste nachtt kamen sie gen Hollandtt, da gieng her Balzer Wartenburg auf das schloss zu dem pfleger, dem ehr viell- mahl in seinem hause guttes gethan hette, und ehr sampt seinen forfaren ihm woll in die 2 tausentt marck schuldig waren für ge- wandt, wein, wurtz und biehr; den wen der hohem. solte dahin konen, und man ein gutten poyeis auf Hollandt haben wolte, so schieckte man zu Baltzer Wartenburg, der schieckte es hin auf bor- gen; war es nichtt zum Elbing, so schieckte ehr gen Dantzke dar- nach. Umb solcher guttwilligkeitt halben vorsahe sich her Warten- burg guttes zu diesem kreutzheren und sprach: gnediger her, lastt mich geniessen meiner guttwilligkeitt und sagett mir, mag ich auch vor den reutern sicher gen Allenstein ziehen? .Ehr sprach: ja, zeug, ich gebe dir sicher geleidtt. Als man es ihm aber nachmals vor- hieltt, sprach ehr: ich habe ihn auf der hinreise geleihtett und vor- sichertt, nichtt auf der wiederfardtt. Auf das wordtt kam h. Baltzer mitt seiner companey im frieden gen Allenstein und schaften ihren fromen. Im heimziehen auf den grentzen des bischtumbs und des hohem. landtt sprengete man sie ahn. *Die namhafften under den *fol. 256, reutern waren Marx Heske, eines burgers sohn vom Elbiuge, Cuntz Rechtenberg mitt 30 andern schelcken. Im ersten schoss blicb todtt ein burger von Marienburg, mitt nahmen Titze.e Da schrie man, die Elbinger solten zusamen auf ein haufen, das geschahe. Da schrie Marx Heske und Cuntz Rechtenberg auf Friedrich Ribbe, der reuter vater: herzu, ihr ehrenhafte reuter, erschlagett die vorretteri- schen Elbinger, die schender unser lieben frauen etc. Auf solches ranten sie zu. Die Elbinger gaben sich hinder die wagen und traffen meisterlich, nahmen Friedrich Ribbe und Nicles Sperlein mitt 18 knechtten durch ihre handttbuchssen wegk. Marx Hesken pferdtt wardtt das maull mitt der nasen wegk gehauen, da tratten die reuter abe. So war h. Baltzer Wartenburg erschrocken und 1) Ueber B. Wartenberg s. oben S. 441. 2) Ueber Matz Pole, ebendort und unten S. 447, Anm. 1.
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*fol. 257a. 474 Tract, XX. Cap. VIII. 8 4. gab sich im wiederansprengen gefangen mitt der underscheidtt, sic zu losen. Also nahm man ihn, Matz Polen und Albrechtt, h. Baltzer sohn, gefangen und sonst von dem gutt, was ihn gefiell, und furteı sie wegk. Dem hohem. kam die bottschaftt, wie man einen raths heren von Elbinge hette. Ehr bepfull, das man ihn peinigte, au das ehr mochtte wissen, was man auf den orden beschlossen hette aber ehr wolte nichts sagen. So waren da die freunde des Fried rich Rippen, die zeigten dem Marx Hesken und Cuntz Rechtenber; an, wurden sie von den gefangenen geldtt nehmen und sie los lassen, so wollen sie ihn absagen. Derhalben furte man sie 17 tag nach ihrer gefengniss in der nachtt in das dorff Wiglitz,!) das de Elbingern zugehortt, da hiebe Marx Heske dem h. Baltzer Warten burg hende und fusse abe, Cuntz Rechtenberg hiebe dem Matz Poleı auch hende und fusse abe. Ehe man sie hiebe, h. Baltzer bohtı vor sein leben 1500 marck und Matz Pole 800 marck. Marx un« Cuntz sprachen: ia das geldtt were uns woll gutt, aber wir moger izundt nichtt thun, was wir wollen. Als ihn hende und fusse ab gehauen waren, sprach h. Baltzer: o gott, mochte ich doch einen priester meine *sunde anklagen. Darauf sprach Marx Heske: dı gottesvorrether, wiltu nu deine schalckheitt beichten, ich will dic] davon enttbinden, das du es nichtt mehr thun soltt; nimtt seineı dreyecker, stichtt ihn durchs hertz; dem Matz Polen thett es Cunt: Rechtenberg auch im genanten dorf vor dem kruge. Die paureı musten es ansehen und vorkundigen ihren heren, das man ihn aucl so thun wolte.2) $ 4. Wie sich die Elbinger umb dieser sachen halben bemuheten, und was man ihn vor antwortt gab. Die Elbinger liessen die corper holen und sie begruben, e gieng ihn nahe. So hetten sie dem h. Baltzer gesagtt, ehr solte da 1) Das Dorf Wecklitz bei Elbing. 2) Die That des Marx Heske erzählen auch Fak $. 36 zum Jahre 1519, de als Genossen Heskes den Hildebrand Bärwald nennt, und Friedwald, Wahrhaftige Ge schichte herausg, v, Töppen, Preuss, Geschichisschreiber IV, 151. Eine Bestätigung er halten die Angaben der Chronisten durch ein Schreiben des Rathes von Elbing an de HM. vom 25. Juni 1519 im D,O.A., wonach Rechenberg und Fleske einen Rathmann einen Bürger und Mathes Pole überfallen, letzteren tödtlich verwundet weggeführt, ferne. einen erstochen, einen erschossenund mehrere andere beraubt hätten, Vgl. unten 8.477, Ann. 1
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Tract, XX. Cap. VII. 8 5. 475 heime bleiben und den kreutzheren nichtt vortrauen, sie weren ihm viell schuldig, sie wurden dahin trachtten, das sie es ihm auf ein mahl gahr bezalten. Ehr sprach: nein, sie wurden ihn seiner gutt- willigkeit gegen sie geniessen lassen. Die Elbinger schieckten ihren rahtt zum hohem., sich beklagten, wie ehr in seinem lande solcher ubeltheter viell vorhielte wieder den lautt® des ewigen friedes, und bathen zu solchen bosewichtten ein rechtt. Darauf sprach der hohem. lachende: das sein nur vorkothen, es soll kurtzlieh besser werden, man soll abtrinnige so iucken; ziehett heim, man soll euch kurtz- lich wissen lassen, was ihr thun soltt. Nichtt gahr lang damach kam gen Elbing b. Nicles von Baach groscomptor, der war auf kriegisch aussgerichtt und sprach zum rahtt also: mein allergnedig- ster h. hohem. lesst euch sagen, das ihr von ihm bogerett habett, ehr solte euch auss seinem lande euer ubeltheter geben, fragett da- neben, ob ihr ihm auch wollt seine ubeltheter aus euer stadt geben, das ich sie fortt mitt wegk furen mochte. Darauf sprach der rahtt, sie hetten ihm die ubeltheter genantt und den handell bowertt, wurden sie iemandts nennen und missbrauchung bowehren, sie wolten sie nach seinem willen strafen. Der groscomptor sprach: nein, ich will niemandtt nennen, sondern gc*spannen und gefangen *fol. 257b. wegkfuren. Das wolten die Elbinger nicht angehen; derwegen muste es so bleiben. Albrechtt Wartenburg blieb noch gefangen;') wie wunderlich ehr loss kam, sein leben besserte, und wie getreulich ehr bey dem hohen. fuhr, werde ich zu seiner zeitt auch gedencken. $ 5. Aus was ursach Marx Heske diesen unchristtlichen mordtt thette. Marx Heske war eines burgers sohn vom Elbinge, sehr ein wilder und ungehorsamer sohn. Dieser samptt andern junckern riethen mitt einem falcken und hunden aus, zu hetzen. In dem fiellen ihre hunde auf ein paurrudden und ihn zuriessen; der rudde war dem pauren lieb, ehr schlug die stadtthunde lahm; indem kamen a) lahutt B. 1) Nach Falk a. a. 0. S. 36 war Albrecht Wartenberg freigelassen worden, und die That an seinem Vater sowie un Maiz Pole erfolgt, weil er mit Einlösung gegebener Versprechen zögerte,
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*fol. 258a. 476 Tract, XX, Cap. VII. 8 6. die Elbinger gerandtt, schlugen den pauren, das ehr fur todtt liegen blieb, und ranten heim. Dem pauren wardtt geholfen, ehr klagte es seinen heren zum Elbinge, sie holfen im zu rechte, busseten die burgersohne umb geldtt; sie erlegten alle ihre busse ohne den Marx Heske, der wolte nichtt geben, sondern tratt aus. So wardtt der paur von der stadtt geldtt contentirtt. Marx Hesken vater hette ein kruger zum Preuschemarktt, eine meile vom Eibinge, mitt biehr vorlegett, das ehr ihm 300 marck schuWig war; das arrestirten die Elbinger von wegen des Marx ungehorsans. Da kam Marx Heske zum hohem., klagte, das man ihm sein veterlich gutt genomen, ehr erlangete geleihtt sich zu rechen, brachtt also die stadtt Elbing zu grosom schaden. Sein knechtt war ein barbir, der hette ein viertell aal gestolen, derhalben machtt man ihn auf dem handtwerck zum schelm; derwegen entsagte ehr den Elbingern, hette auch andere solche knechtte mehr, die dem hencker viell gebeichtt hetten. Was vor vielen jahren vorrichtt und vorgessen war, das wardtt damals wieder neue. Die riethen mitt Hesken auf die stadtt Elbing, und man nante den Heske mitt seiner rohtte die vorrether.!) $ 6. *Was ursach Cuntz Rechtenberg auf Matz Polen hette. Matz Pole war zu Konigsberg gewesen, den ehr pflag die fischer mitt gelde zu vorlegen, davor“ nahm er gesaltzen fisch. Als ehr kam bey den Heiligenbeill, wardtt ehr angesprengtt und ihm von den reutern das seine genomen, man wolte ihn auch todten, oder [er] solto schweren, das chr niemandtt davon sagen wolte, wo es geschen were. Als Matz Pole gen Elbing kam, wardtt ehr umb schuldtt gemahnctt; ehr sprach: mir isti das meine genomen, habtt gedultt mitt mir. So wolten die heren vom Elbinge wissen, wer und von weme es geschen. Matz Pole muste es sagen. Die rahtt- heren fragten ihn gahr eigentlich; ehr sprach: die reuter nanten einen juncker Cuntz von Rechtenberg: seidtt auf, wir wollen reithen. Das schrieben die Elbinger dem hohem. Cuntz Rechtenberg war a) daran B, davor Cunjectur, 1) Ueber die hier erwähnten Ereignisse ist sonst nichts bekannt. Aus mehreren ‚Schreiben des IMs aus dem Jahre 1514 im Fol. 1514 erfährt man nur, dass damals Marx Heske einen Streit mit dem Rathe von Elbing hatte, in Folge dessen er von dort weggezogen war und sich im Ordensgebiete aufhielt. Der Hatk wollte ihn gerichtlich be- langen und suchte duzu die Hilfe des HM.s nach, -
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Tract. XX. Cap. VIIL $ 6. 417 des hohem. drabantt, groses adels aus der Schlesiege; der laugnete es, ehr brachte Marx Hesken mitt 12 fromen reutern vor; die ge- stunden es, aber Cuntz were nichtt mitt gewesen. Derwegen wardtt ehr auf Matz Polen und die Elbinger feindtt, thett mitt Hesken schaden, der hohem. gab ihm auch zulass.!) In dem hiebe ehr dem Matz Polen hende und fusse abe und ermordete ihn, wie oben ge- sagett istt. Reime. Durch dieses uncristliche? morden fiehlen viell vom adell und burger von des hohem. gunstt abe, und wurden reihme gemachtt, welche zu Konigsberg offenttlich angeschlagen wurden dem hohen, zu hohne, also lautende:2) Es istt itzundtt erkandtt und vor ihn vielen iahren: Was guttes man den kreutzheren thutt, istt vorloren. Sie zu loben, ehren, beisthen und ihn zu borgen, Hatt manchen gutten mahn gebrachtt in sorgen. 5. Vielen sie schuldig waren etzlich tausentt marck, Wen sie maneten, den erstt man auf sie wardtt arg. Den die vordamten reutter mitt dieben sie vortratten, In dem sie viell erbahr leute wieder gott liessen todten. Vielen nahmen sie ihr gutt auf ein schweres» pfandtt; 10. So es jemandtts sagett, ehr muss vorliehren fuss und handtt; O gott, ich glaube, das du ein gerechtter richter bistt Und du solche vorreter strafen wirstt in kurtzer friestt. a) uncristliches B. b) schwerer B. 1) Aus einigen Schreiben des HM.'s in’ den Fol. 1518 u. 1519 und aus einem Schreiben des Rathes von Elbing vom 10, April 1519 im D.O.A. ergiebt sich, dass Mathis Pole, Bürger zu Elbing, den Rudolph Rechberger beschuldigte, ihn zwischen Heiligenbeil und Braunsberg beraubt zu haben. Rechberger wurde hierauf vom HM. drei Monate festgehalten, als aber niemand aus Eibing zur Anklage erschien, wieder freige- lassen; er bat darauf den IIM, um eine Fürschrift un den Rath zu Elbing, um Pole wegen der Beschuldigung zu belangen, erhielt dieselbe auch, weil der HB, sich von seiner Unschuld überzeugte. Erst nach der Freilassung Rechbergers kam Pole zum HM,, ohne aber, wie leizierer schreibt, etwas zu unternehmen, Da andererseits Rechberger in Elbing keine Genugthuung erhielt, rüchte er sich durch Ermordung der Elbinger Bürger und kündigte zugleich der Stadt 1519 Fehde an. Die Elbinger verlangten dann ihre Gegner auf Ordensgebiet verfolgen zu dürfen, was der HM. aber versagte, 2) Die Verse hat Töppen, Altpr. Monatsschr. IX, 300, mitgetheilt. *fol. 258b.
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478 Tract. XX. Cap. R. 81. Capitel IX.” $ 1. Wie die reuter auf des hohem. folck kamen. In diesem iahr nahm ein edell Masur eine jungfrau, derer vor- mundtt war bischof Job von Riesenburg; ehr manete der jung- frauen gutter, der bischof aber kundte sie ihm nichtt alle? geben; nach vielen worten enttsagte ihm der Masur. So machten die reuter in dem nahmen des Masuren briefe, wie sie auf dem schlosse Bratt- chen!) gegeben weren; derhalben machte sich bischof Job mitt sei- nen buchsen aus, wolte das schloss sturmen, sondern ehr wardtt anders sinnes und zog zurucke. So hette bischof Job ettwan lassen reuterknaben fangen, derhalben die reuter, so der hohem. vorhieltt, brandtten ihm im nahmen der Polen 4 dorfer abe; ihm austragen nahmen sie, was ihn gefiel, und kamen heimlich gen Konigsberg. Dem hohem. wardtt es angezeigett, iedoch ehr es stiellete und vor- meinte, einen andern hasen durch sie zu erkauffen. In solchem grieffen sie auch auf Natangen seine edelleute an in dem nahmen, wie es Pusch oder der Masur were, das es auch under dem hohem. so unsicher war, als es war ins koniges landtt in Preusen. Der- halben schomete sich der hohem. und liess viell reuter heimlich umbbringen, aber man wardtt es dennoch ihnne, wie auch alle sein rahtt vorspehett wardtt. *fo], 259a. $ 2. *Eine erschreckliche historia. Aus vielen landen waren ihn Preusen reuter, die sich anderswo vorstolen hetten, die raubeten und brandten ihm nahmen der feinde so woll auf den hohem. als auf den konig in Preusen. Under diesen waren zwo Pomerenicke, einer war genantt Mandufell,?2) der ander Nikeldemus. Dieser wardtt vom hohem. heimlich getodtett, ehr trieb nach dem tode viell spuchs, das man ihn auch im.tage offenttlich rennen sahe, zundete auch etzliche hofe an, da ehr seine niederlage hette gehabtt, und machte es ganz unheimlich. Das kam vor wir- a) VII B, in B’ fehlt die Capitolbez. b) aller B, 1) Das Schloss Brathean, 2) Unter den Genossen des Simon Matern befanden sich Kurt und Henning Mar- teufel. Beyer, Ss. r, Pr. V, 471.
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Tract. XX. Cap. IX. 8 3, 4719 digen reuter, da sprach sein compan Mandufell: es istt kein wunder, das solches geschichtt, und in gott so schendett; den ich habe funf- zehen iahr* in vielen landen mitt ihm zusamen gerietten im handell der reuterey, so habe ich in allwege vorzagtt gefunden, sich leichtt- lich erbitten liess und liess den leuten das ihrige. Nach solchem waren die reuter wie iagtthunde auf arme leute. So war es den Konigsbergern ein rum, welche sprachen: vormogen lose buben die stedte des koniges zu zwacken, das sie thun mussen, was die reuter wollen, viellmehr wirdtt sie ein landttsfurstt, als der hohem., in seinen gehorsam brengen und wirdtt in kurtzen iharen gantz Preusen ohne muhe haben. & 3. Wie der hohem. durch den konig von Polen ersuchtt wardtt. Nach vielen bottschaften, vom konige zum hohem. geschiecktt, derer ettliche ihn vormanten aufzuhoren, ettliche hetten ihn geladen gen Peterkau ins gerichtt des reiches von Polen, aber ehr alles vor- schmehete. So kam in diesem jahr Johannes, der ertzbischoff von Gniesen, besuchte den hohem. mitt dieser frage:!) *Warumb ehr der kron Polen nichtt seine pflichte thette des *fol. 259b. eides nach dem lautt des ewigen friedes. Wie es keme, das ehr 2, die reuter vorhieltte, welche des koniges folck so boschedigen. Warumb ehr den handell vorbothen hette den seinen mitt ihren 3, nachbaren, den Preusen, Ob es auch wahr were, das ehr aus Deutsch- 4 landtt mitt folck vorsorgett were. Ob ehr gedachte die stucke zu voranttworten und sich zu bessern. Der hohem. sich mitt seinen prassers boriehtt, gab in der kurtz ein solch anttwortt: das evan- gelium sagett, das es unmoglich sey, zweyen heren zugleich zu dienen. Sindt dem ich ein geborener reichsfurstt des keysers bin, ihm auch geschworen habe, so kan ich dem konige nichtt schweren und so zwen heren dienen. So gebe ich auch wenig auf den ewi- ma > a) überg. B, 1) Der Erzbischof von Gnesen, Johannes Laski, wollte 1518 die St. Adalberts- Kapelle im Samlande besuchen und wurde hierzu vom HM. eingeladen, Der Besuch fällt in den December 1518 oder Januar 1519, wie sich aus mehreren Schreiben des HM.s im Fol. 1518 und 1519 ergiebt. Von einer politischen Mission des Erzbischofs ist nichts bekannt. Was Gr. hiervon mittheilt, ist eigene Erfindung.
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*fol. 2608. 480 Traet. XX. Cap, X. 8 4. gen friede, den ihr Polen habett ihn in eurem lande gesatztt und . euch zum wolgefallen gemachtt. Die reuter sein zu ihm komen, ihre sachen ihm vorgezaltt, ich habe vor sie geschrieben, man" wolte ihn gerechtt werden, es istt aber nichtt erfolgett. So dan der kunig von Polen und die Preusen niemandts wolden rechts pflegen, so thun arme gesellen, was sie konnen; ehr wolte sie nichtt heisen aus seinem lande ziehen, den ehr wolte sich und den seinen nichtt feindttschafftt und ungunst umb stoltzer leute willen machen. So . hiess ehr es ihn nichtt, ehr werete es ihn auch nichtt. Ich mitt den meinen besorgte mich zukunftiger teurung, habe es vorbothen auf die gutter, so zur speise dienen, die Preusen aber haben es zu . milde angenomen. Das ich mich umb folck sehr annehmen solte, das thu ich nicht; es sein andere, die sich umb meinenttwillen in dem? bemuhen; wo es wirdtt nohttthun, so wurde ihm woll folck ge- *schieckt werden. ‚Ehr merckte woll, kundten ihm die Preusen was beybrengen, sie es gerne theten, auf das sie ihrem konige Preusen uberanttworteten, damit ihren beutell fulleten und gewaldtt ubeten. . Bin ich dem konige von Polen oder den Preusen zu unrechtt wor- den, sie klagen mich ahn vor meinem richter, ich will ihn antt- wortt geben, und wie sich die zeitt vorlaufftt, und es das. glucke brengtt, so will ichs mitt fleiss bessern. Mitt solchem boscheidtt ohne ehreerbittung zoge der ertzbischof wieder zu seinem konige.!) Da fingen die Polen an zu tagen und wolten den hohem. gehorsam machen, idoch sie sich ersten mitt dem Tather vortrugen. $ 4. Wie der hohem. geldtt vorsamlete und golt fandtt. So balde der ertzbischof weg war, liess der hohem. ausschreien, das zu Konigsberg eine freye niederlage were.?2) Die Preusen mein- a) überg. B. b) der B. dem Conj, 1) Der Inhalt dieser angeblichen Verhandlungen ist wohl durch Vermitelung einer anderen Quelle, vielleicht der Melmannschen Chronik, ziemlich genau in die Chronik des Caspar Schütz f. 458—459 übergegangen, der sie in den Anfang des Jahres 1518 bald nach den Krakauer Reichstag verlegt, den Namen eines Unterhändlers jedoch nicht nennt, Aus Schütz entnahm sie Voigt IX, 540. Sie sind indessen, wie erwähnt, Er- Jindungen Gr.'s. 2) Das Edict des HM.s vom Tage Stephani 1519 (26. Dee. 1518) bei Schütz 459 und Freiberg a. a, 0. S. 21.
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Tract. XX. Cap. IX. $ 5. 481 ten, der ertzbischof hette es ven des koniges wegen erlangett, das nu alle ding gestiellett were. Auf solches kamen schieffe dahin von Dantzick, Elbing, Braunsberg, aus Littauen und Samaiten. Die Littauen musten das ihrige vorwerfen, den Preusen nahm ehr schieff und gutt. Als sie aber vor in kamen und anzeigten, das ehr hette lassen eine freye niederlage ausruffen, anttwortt ehr: es istt wahr, aber fur die frembden, und nichtt vor die Preusen, den man soltt den Preusen luftt und erde vorbitten, darumb das sie nichtt gottes, noch des koniges gebohtt halten. Vom goldtt finden. Die seligen Berndiner munch von Cauen, welche sprechen, das sie arm sein als die aposteln Christi, schieckten in zwo stucken wachs 1800 gulden Ungrisch den munchen gen der *Lauenburg. Sintemahl zu der zeitt alles, was in gantz *fol. 260b. Preusen gestolen wardtt, man zu Konigsberg fandtt, und auch die* niederlage zu Konigsbergk war, wug man dasselbe wachs, wardtt aber schwerer befunden, als solche stucke pflegen zu sein. Da schlug man das wachs von einander und fandtt das goldtt. Der hohem. nam es wegk, der meinung, das die munche kaufmansgutt vorfelscht hetten. Der hohem. aus angebung der seinen wigerte® seine landtt- schafften, fandtt 24 stedte, derer viell wahren halb wustt, ettzliche des dritten teiles, der schlosser waren 25, und so vorsorgett ohne Balga, das ihn nichts gebrach, allein was ihn von nothen war, dorfier 1509, freyhofe 425, pfardorfer 500 ohne 12, da nichtt priester bey woneten 300 ohne 18. Diese kirchen wurden anno 1525 und 26 alle be- raubett, viell fielen auch ein, den der hohem. und all sein volck wurden ketzer oder Lutteraner. $ 5. Von behendigkeit, aber ohne bohelf. Der hohem. hieltt mitt den seinen ein ernstes gespreche, den im war gewiss vorkundttschaftt, das die Polen und Preusen seiner nahrheitt nichtt wolten glauben stellen, das man solte folck ins landtt brengen. Nach vielem wegern der sachen wardtt beschlossen: sintemahl Preusen im worte istt, das es ein reich landtt istt, so a) überg. B. b) nach w. der ausgestr. B. Simon Grunau I, 31
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*fol. 261a. 4823 Tract, XX. Cap. IX. 85. schreibe man b. Willhelm grafe von Eisenburgl) und b. Jorg von Elzen?), das sie sich bofleissen, das mau mochte folck haben, und ihn alles, was in Preusen istt, zum freyen raube gebee. Auf solches vorsamleten sich in der Marck umb Lenyn, dem feldttklosterb, verlorne buben in die 18 tausentt,3) da sagte man ihn an, das sie solten Preusen haben, ausgenomen ettliche gassen, kirchen und *kloster, den diese wolte der hohem. vor sich behalten. Die knechte machten gemeine und sprachen: die Deutschen bardttmunche haben uns mitt lugen betrogen und her gebrachtt, itzundit ziehen sie das beste heraus; es istt zu besorgen, brengen sie uns ins landtt, sie halten uns nicht haberstro. Derhalben wolten sie auf zwo monatt soldtt voraus haben, davon b. Wilhelm und b. Jorge erschracken, den sie hetten den hohem, vorsichertt, das ihm zu gutte folck vor- handen were. Derwegen zogen die beyden ordensb. zu den fursten, wolten solchen soldtt leyhen, aber sie erlangeten nichts. Einer von den fursten sprach: es ist ein unseliger rahtt, das ihr ein krieg an- hebett auf anderer heren beutell. Damitt zogen sie wegk. Margrafe Jochim, in des landtt sie lagen, muste ihn eine reuterzerung geben, etzliche tausentt gulden®), dazu muste ehr den schaden leiden, das gie seinen pauren nahmen; den umb hulfe seiner vettern vorwilligte ehr, das sich die knechte in seinem lande samlen mochten) Die fursten von Pomern gaben 8 tausentt gulden reuterzerung, auf das sie ihr landtt nichtt puchtten, wie sie die Marcke hetten ge- puchtett. Als sie da 16 wochen gelegen hetten, lieff ein teill zurucke, das ander teill zum fursten von Braunssweich, die theten als vor- a) in z. f.r. geben B. b)d. f. überg. B. c) das B, B'. 1) S. oben S. 470. Anm. 4. 2) Der OMarschall Georg von Elis warb gleichfalls Söldner an. Voigt IX, 562. 3) Die Angabe ist übertrieben. Nach einem Schreiben des Kurfürsten von Branden- burg war die Zahl der von Wilhelm von Eisenberg geworbenen Söldner nur 6000; sie standen an der Grenze der Mark, ein Theil überschritt sie und konnte nur durch Gewalt- androhung zum Verlassen des Landes bewogen werden. Voigt IX, 567. Im Jahre 1520, nach Ausbruch des Krieges war in Polen das Gerücht verbreitet, 18000 Mann ständen in der Mark zur Unterstützung des HM,.'s. Act. Tomie. V, 183 n. CLXXXVI]. Vielleicht erklärt sich aus einer Verwechselung hiermit Gr.’s Angabe. 4) Der Kurfürst war bereit, Soldzahlungen zu leisten. Voigt a. a. O. WieGr., berichtet auch Stegemann, dass der Kurfürst durck Geldzuhlungen den Abzug der Söldner erkauft habe. Ss. r. Pr. V, 505. 5) S. oben Anm. 3.
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Tract. XX. Cap. X. 81. 483 rether, das dritte teill lief zum fursten von Lunenburg, das vierte teil kam zum fursten von Gellern, der hohem. bleib mitt seinen prassers sitzen.l) Capitel X} & 1. Wie man sich in Preusen auf einander schiekte. Der hohem. liess nichtt abe, sondern ehr vorsamlete ihm speise, ehr nahm vom reichen pauren 30 marck, gab ihn briefe und siegell, das sie nichts mehr zum kriege thun dorften, das *hieltt ehr ihn *fol. 261b. drey wochen lang. Ehr nahm von iglichem erbe ein ochsen, von iglicher huben ein scheffel korn, und iglicher stadtt wardtt gesatz, das sie musten biehr geben; die Konigsberger gaben 95 lastt. Ehr liess hakenbuchsen von Nurnberg brengen vor 4 tausentt marck. Diese musten die stedte under sich vorteilen und bezalen, darnach die stadtt im vormogen war, als Hollandtt gab 118 marck.2) Dantzke. Die von Dantzke fingen an ihre stadtt zu be- waren durch vorgrabung und basteyen, das auch, wen ichs schreiben wolte, mir es niemandtt gleuben wurde’, wie es moglich were, in diesem jahre, auf Johannis Babtistae anzufangen biss auf Ursulae, solchen bau zu follenden den alles umb die stadt her, was zur wehre taug, wardtt gebauett. Sie hetten die zeit alle tage 4 tausent per- sonen, welche grubenerde furten und sonst andere arbeitt mitt fleiss theten.?) Sie liessen alle buchsen zurschlan und gossen neue. Auch schieckte man sich in allen stedten zur wehre, den bisher hielten die Preusen von dem kriegen des hohem. nur ein schertz, aber als sie horten, das sich 18 tausentt man vorsamlett hetten, gedachtten sie sich zu wehren. a) IX B., in B’ fehlt die Capitelbez. b) wolte ausg. B. 1) S. Voigt IX, 567 Anm, 1, und S. 571—572. 2) Voigt IX, 568. Die Angabe über Holland ist merkwürdig genau. Die Stadt erhiell 20 Hakenbüchsen, jede zum Preise von 6 M. Schreiben des HM.’s an den Rath im Fol. 1519. 3) Ueber die Arbeiten zur Befestigung Danzigs, die schon 1517 begannen und 1519 beendet wurden, s. Stegemann, Ss.r. Pr. V,504—505, und Beyer, ebenda S. 491. Die Anzahl der Arbeiter ohne die Bürger giebt Schütz 460 auf 700 an, a1*
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fol, 2628. 484 Tract. XX. Cap. X. 8 2. So waren sie auch belogen, das sie es mitt dem hohem. hielter daher, das sie sich so lange zeitt her nichtt zur wehre geschicki hetten. So hetten die Preusen auch viell verwettett, das der hohem und der konig nichtt kriegen wurden, angesehen die armutt de: hohem., das ehr nichtt hette soldtt zu geben, und der konig von der unglaubigen zu viell anstoss hette, sondern sie furchtten sich voı dem, das der konig ihm wurde Preusen umb ein tributt lassen; da: sagten alle *kluge menner. Das machte die Preusen wirbelsüchtig aber es wardtt von des hohem. und seiner anlage auslegung nichts $ 2. Von rechter belohnung uber lose handelunge. Der hohem. liess in diesem jahr die pauren mitt ihren herfartt- wagen so da hin, so da her komen, dadurch musten sie ihre arbeit! vorsaumen und musten balde mehr geldtt geben; von solchen manig- faltigen beschwerungen waren die burger in den kleinen stedter ungeduldig. Von denen kam einer gen Konigsberg, der wardti nach starken truncken redeselig, sagte von allem handell, den deı hohem. trieb, wie ehr ein blutthundtt und ein vorzagter chrisi were, den ehr hette in so viell iharen nichtt gottes leichnam ge- nomen, und sagte solcher schandtfleckung viell. Die burger vor Konigsberg sprachen zu ihm: gutter mahn, trinckett euer biehr unc schweigett von solchem, den wir mogen solche lesterung auf unsert fursten nichtt dulden. Ehr anttwortt in unmuhtt: das schiele huren- kindtt, der hohem., thutt bey uns wie ein bosewichtt, ehr hatt zum ersten viell vorsprochen, aber itzundtt sey wir von ihm bis in der todtt vorrathen. Balde nach dem wardtt ehr von des hohem. dra- banten gefangen, den es wurden ihr viell gehalten, die nur umbheı giengen und merckten auf die burger. Als ehr nuchtern wardtt fragte ihn der hohem. umb seine lesterung, solches ehr alles be- kantt. Der hohem, sprach: es sey darumb, wie es wolle, so bin ich dennoch kein hurenkindtt. Auf solche gestendigkeitt brandte man ihm ein? kreutze, auch wardtt ihm andern zum exempell die zung aus dem halse geriessen, dadurch starb ehr. a) überg. B.
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Tract. XX. Cap. X. 8 3. 485 $ 3. Hulffrede. So kam in diesem jahr ein geschrey von den drabanten des hohem. aus, als sie von des koniges folck gefragett wurden, *wie*fol. 262b. es mitt den zubrochenen schlossern bleiben wurde, ob man sie auch wurde mussen wieder bauen. Darauf sprachen die drabanten: nein, den es sein in den stedten schone kloster, die wurde man zu klo- stern nichtt behalten, sondern sie vor schlosser gebrauchen. Solches wardtt lauttbahr; die munche aber gunneten ihm solches nichtt, son- dern theten mitt ihrem gebehtt so viell, das ihm gott wenig gluck gab. So muste der drabant solche worte mitt dem halsse bezalen. Die burger sprachen darauf: will ehr den geistlichen das ihre neh- men, so trostt uns gott mitt dem unseren. Capitel XL” $ 1. Wie sie von beiden parten ein wenig folck hetten und sich umb mehr bofliessen. Es stossen ettliche sehestedte an das sandttmehr, welches istt das mehr, daran stossett das landtt von Preusen, Leiflandt, Schweden, Dennemarck, Pomern und solche lande mehr. Diese stedte, die zu- samen im bunde sein, heistt. die Hensa, die mussen in etzlichen puncten einander beystehen. Sindtt dem Konigsberg auch ihn der Hensa istt, schieckten ihn die von Dantzick ein bothen, vormaneten sie in anfechtungen zur einigkeitt und hulfe, den es keme bott- schaftt, das man sie bolegeren wolde. Darauff anttworteten die Konigsberger: es were ein vorbundtiniss der stedte von der Hensa, .das einer mitt dem andern frey handeln mochte, das istt uns von den Dantzkern vorboten, derhalben sey wir auch nichtt schuldig, ihr bogehr zu erhoren, in dem das sie von uns hulfe bogeren, so sie unser furstt bolegeren wirdtt; so bogeren wir auch von ihn hulfe, wen uns ihr konig bolegeren wirdtt. Mitt solchen worten wurden sie abgeweisett, und wardtt nichts daraus. Gutter fleiss. *Der hohem. schieckte ein mahl uber das *fol. 263a, ander nach folck, so in Lieflandtt, so in Schweden, so in Deutsch- a) In B’ fehlt die Capitelbez.
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486 Tract XX. Cap. XL. 8 2, landtt!); es kamen ihm, die so den fursten von Braunssweich hetten vorlassen,?) aber ehr hette kein hertz zu ihn. Das folck, welches von beyden teilen war in Preusen komen, ubete grose gewaldtt mitt ihrer heren underthanen in morden, stelen und in aller uneinigkeitt. Des hohem. soldeners, wor sie* ein burger vornahmen, der wieder die zeysa zu geben redete, den erhieben sie, machtten dadurch dem folck solch ein grauen, das es fastt nichtt zu gleuben war, und gieng ihn alles vor genossen aus. Die Polen vorsorgte man mitt speck, erbsen und milchspeise von den dorffern, dennoch zogen sie aus und nahmen, was sie funden. Derhalben brachtten die pauren ihrer viell heimlich umb, sonderlich waren die Polen den pauren teuffell, welche den munchen zugehorten. Die marterten und peinigten sie aufs aller euserste, den sie waren mitt ihren heren boss konigsch. Derhalben lohnete man ihn mitt vorterben. $ 2. Von einem unfursttlichen wordtt zu dieser zeitt. Es war under dem hohem. ein burger gesessen, der sprach aus unmuhtt: sindtt dem das die hungerigen und diebischen Franken sein in Preusen gekomen, hatt gott und alle gerechttigkeitt weichen mussen, den sie thun ein ding, es sey gott gleichs lieb oder leidtt; im gerichtt sein sie ankleger, zcugen und richter. Man fing ihn und bracht ihn vor den hohem., ehr wardtt nach dem keiserlichen rechtte angezogen vor ein lesterer der maiestatt, vorschuf ihn der- wegen zu todten. So tratt ein alter ordensb. vor den hohem., wel- cher lange zeitt dieses burgers comptor gewesen war, bahtt vor ihn und sprach, das der orden niemals ein getreuern mahn gehabtt *fol. 263b, hette, den ehr were *allewege unvordrossen gewesen sein geldtt zu geben, chr hette diesmahl solche worte ohne allen forsatz geredett. Darauf sprach der hohem.: umb eurentt willen fristt ich ihm sein leben, aber nehmett ihm, was ehr hatt; ich furchtte, uber ein Jahr wirdtt ehr sein geldtt nicht dorffen vorzeisen, auch weder knechtt a) io überg. B. 1) Ueber die Anwerbungen von Söldnern s. Voigt IX, 570-572. 2) Gr. bezieht sich auf die Niederlage der Herzöge von Wolfenbüttel und Calenberg bei Soltau in Jahre 1519, Ranke, Deutsche Geschichte I, 388 (2. Ayfl.).
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Pract. XX. Cap. XI. 8 3. 487 noch magtt haben werde. Auss groser furbitte muste der burger geben 1100 marck Preusch und dorfte nichtt: mehr von den Fran- cken sagen. $ 3. Von einem unredlichen handell in vordackter buberei. Der hohem. aus rahtt seiner prasser wolte in diesem ihare, das alle gutter, die man aus Lieflandtt brechtte, solte man zu Konigs- berg nach Venedischer weise beschauen. In dem kamen kaufleute vom landttm. aus Lieflandtt, die mitt ihm von ihrem handell ge- rechnett hetten; ettliche waren aus Engelandtt, ettliche von Lubeck, ettliche von Nurnberg. Dieweill es den zu wasser nichtt sicher wahre, wolten sie mitt geleidte durch Preusen, sie hetten 300 zimmer zabeln und sonstt von kosttlichem fellwergk von 70 tausentt gulden, das musten sie zu Konigsberg aus kraftt des neuen rechttes weisen. Die zabeln kamen dem konige von Engelandtt zu. Solches kam vor die erentfeste reuter, sie zogen voraus auf den wegk. Der hohem. gab den kaufleuten auf vorschrieftt des landttm. aus Lief- landtt geleidtsmenner, welche sie vorgleiteten bis hinder den Braunss- berg; da sprengten die reuter mitt vordecktem angesichtt die kauf- leute ahn, die geleidttsmenner nahmen die fluchtt, die reuter aber nahmen, was da war, und furten es gen Konigsbergk, aber es wardtt ungleich geteilet. Des hohem. prasser bohieltten es alles und sich damitt kleidetten. Das thett *den reutern wehe, fluchtten sprechende: *fol. 264a. schende gottes machtt den schilenden bahrttmunch und hohem., wir haben unser halser daran gesatztt, und ehr mitt den seinen tragen das gutt, und sie hetten das nachsehen. Die Konigsberger aber profeceyeten sich selber, das sie es woll wurden mussen be- zalen.l) 1) Gr.’s Angaben, die in den Zahlen stark übertrieben sind, werden sonst bestätigt durch einen Brief des Rathes zu Danzig an den Bischof vom Ermlande vom 2. Novem- der 1519 und ein Schreiben des Johann Johannson, Factor des Königs von England, an den HM. vom 3. November, beide im D.O.A4. Darnach wurde Johann Johannson, der in Liefland 11 Zimmer Zobelpelze, darunter 9 für den König von England, im Werthe von 6300 Mark Rigaisch, gekauft hatte, trotz Geleites und Passbriefe von Königsbergern, die ihm nachgezogen waren, in der Nähe von Braunsberg angefallen und seiner Waaren, Kleinodien und Kleider beraubt,
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488 Tract. XX, Cap. XI. 8 5. S 4. Von einem spottlichen vornemen ihn ungewonnenen sachen. Zu dieser zeitt wolte der hohem. die Preusen erschrecken; ehr liess 4 nachrichtterschwerter machen, mitt welchen wolte ehr die rahtsheren, under dem konige gesessen, die ihn nichtt wolten ein- lassen, abhauen; sie waren sehr schon und scharf wie ein scher- messer; ehr liess sie iederman lange zeitt beschauen bey dem mei- ster, der sie gemachtt hette. Solches schrieben die burger von Konigsberg ihren gutten freunden ins koniges teill, sie solten ihre gutter gen Konigsberg flohen und, wo sie nur ihts kundten, auch selber komen, den es were unmenschlich, das sie mochtten ihres er- lauchtten fursten zorn enttgehen. Die burger von des koniges teill schrieben den Konigsbergern wieder, bedancktten sich ihrer ver- manung, aber ettwas dahin zu flohen were nichtt rahtt, den es wurde bey ihn vorrathen werden. $ie riethen ihn, die Konigsber- ger solten sich selber vorsorgen, den gott wurde sie umb ihres heren willen, der alle buben vorhielte, nichtt ungestrafett lassen. Die Konigsberger schrieben wieder: gott hin, gott her, das gantze reich istt auf und wollen Preusen gewinnen und Polen vorstoren, davon hetten sie briefe, und were ihn hertzlich leidtt, das sie so solten ermordett werden; den sie wusten, das sie der konig nichtt wurde mogen beschutzen, so achttet man 10 Polen einem Deutschen gleich, und die Polen dennoch vorliehren. *fol. 264b.$ 5. *Von einem goftlichen anttwortt auf ein unbilliches vornehmen. Der rahtt von Thorn wardtt vorsichertt, wie Sigismundus, konig von Polen, wurde zu ihn komen. Auf das sie aber mochten geldtt machen, nahmen sie die gemeine vor, forderten von 100 marken eine, und das von allen guttern, auf das sie ihren heren konig desto bass ehren mochten. Die gemeine boriehtt sich und gaben durch redliche menner ein solch anttwortt: von anbeginne were die ge- meine von ihn underdrucktt gewesen, so mitt geldtt geben, so mitt auswuchern, so mitt unkostt reuter zu enttscheiden und solcher sachen viell. Sintemahl den unser h. konig komen will und bey uns wonen, so wollen wir ihm unser nohtt und gedrengnis klagen und darnach, als wir erhortt werden, dennoch zusamen legen und
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Tract. XX. Cap. XIL 81. 489 ihn» ehren, wie billig istt. Ihr vormogett ihn in gesatzter zeitt von den renten der schlosser woll haltten. Auf solch anttwortt der ge- meine der rahtt sich boriehtt und der gemeine also sagten: es istt zu Thorne ehemals geschen, das man ubermuttige, unsinnige und eigenwillige burger hette lassen vorkurtzen am besten, das sie hetten; weill es kein neues, so mochte es auch heute noch geschen. Darauf die gemeine sich boriehtt und sprachen, man solte meyneyder, und nichtt arme underdruckte burger vorkurtzen. Der rahtt fragte, ob sie ihm rathe meineyder weren. Die gemeine sprach: merckett, wer ihr seidtt; ihr habett ein eidtt geschworen dem armen burger so folkomelich zu helfen, als dem reichen. So ziehett ihr aber itzundt dem gemeinen mahnne mitt wucher das brodtt aus dem maull, den ihr allezeitt woltt den vorzug haben, und vor euch niemandit mag zum wagen komen. Der gemeine mahn mus es von euch teur gnug keuffen; ihr machtt euer heuser *zu speicher und von uns gleich woll folle wachtt und schoss fordertt. Was sollen wir sagen vom saltz, hering und frembden biehre, so es offenttlich istt, wie ihr wieder euern eidtt thutt. Auch wurffen sie ihn vor, wie sie gerichtte sessen, und wie man ihr urteill keuffen muste. Zum letzten sprach der rahtt: sey wir anders frome geboren, so wollen wir es lassen richtten. Die gemeine sprach: sey wir an- ders frome geboren, so wollen wir es beweren, das es wahr istt, und wir euch nur das wenigste vorzaltt haben. Damitt schieden sie von einander, aber es wardtt nichts daraus. Capitel XI. 8 1. Wie konig Sigismundus in Preusen kam und einen tagk hielte. Am freitage nach Catarinae in diesem jhare kam der konig Sigismundus in Preusen gen Thorn,l) fandtt die Preusen und Polen in einer tagefartt vorsamlett, zu welcher auch der hohem. durch a) überg. B, b) fehlt B’. 1) Die Angabe, dass Sigismund am Freitag nach Catharina (2, December) in Ihorn anlangte, ist genau; vgl. Act. Tomic, V, 119 Schütz 461, Auch ein Bericht aus Thorn d.d. Freitag nach Andreae (2. December) im D.O.A. meldet, dass der Könıg „heute‘‘ angekommen sei. Hiernach ist Töppen zu Falk S, 44 Anm. 3 zu berichtigen. *fol. 2658.
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*fol. 265b. 490 Tract. XX, Cap. XD. $ 1. ehrliche bottschaftt beruffen wardtt, aber ehr kam nichtt.!) Als man zu rathe gieng, wurden aufs neue alle sachen vorzaltt, die man wieder den hohem. hette, sintemahl man auch bezeugen kundte, das ehr wie ein ubeltheter wieder die kron von Polen gehandelt hette. Die kron von Polen hette in zwo tagefarten erkantt, das man kriegen solte, so woltt nu konigliche ma. von den Preusen wissen, was man thun solte, das man in Preusen friede machtte. Auf das beriehtt man sich achti tage lang.?) Furchtt. Das erfuhr der hohem., ebr gebohtt, wo man ein Polen ergrieffe, den solte man vierteilen. Die pauren solten *hre gutter auf die schlosser fuhren, die dorffer vorbrennen, auf das die Polen kein futter funden, idoch umb der kurzen zeitt halben es nichtt geschahe, sondern die pauren behielten ihr ding *zu hause, und die Polen sehr viel! funden, auch mehr silber in ettlicher pau- ren hofe in Preusen, den bey vielen edlen heren in Polen zin. Der tagk kam, in welchem die Polen und Preusen solten ein antt- wortt geben; so wahren 56 stimmen, die vorwilligten, den hohemutt und ungehorsam des hohem. mit kriege zu strafen.3) Des bischofes von Heilsberg wordtt wardt dasmahl nichtt gehortt, den man bieltt ihn vordechtig; do hiess man erstt folck in Preusen zu ziehen zum kriegen. Balde nach dem beschloss das reich von Polen, dem hohem. und den seinen zu enttsagen, daneben alle heren und ritter aus der Schlesige, aus Bohemen und aus Merheren im enttsagten, welche in des koniges besoldung waren. Die briefe kamen dem hohem. am abendtt S. Thomae apostoli auf Konigsberg.#) 1) Auch Stegemann, Ss. r. Pr. V, 505, Falk S. 44 und Schütz 461 haben die Nachricht, dass der König den HM. nach Thorn berief. Auffällig ist,‘ dass in den Briefen aus jener Zeit nirgends hiervon die Rede ist. Schreiben, wie das des Königs an die Reichsräthe Acta Tom, V, 113 n. CIX, oder die Instruction an die polnischen Lundtage, ebenda 8,115 n. C’X, in denen die Motive zur Berufung eines Reichstags mit- getheilt werden, erwähnen die Berufung des H31’s nicht. 2) Schon am dritten Tage nach der Ankunft des Königs, am 5. December, fand die entscheidende Berathung statt. Kesiner, Zs. des Westpreuss. Geschichtsvereins II], 13. 3) Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. Act. Tom. V, 121 n. CXII. Die Zahl 56 scheint Gr. der Zahl der Absagebriefe zu entnehmen, deren es nach‘ Freiberg S. 27 im ganzen 56 gegeben haben soll. 4) Nicht am Abende, sondern am Tage Thomae (21. Decemb.) langien die‘ Absage- briefe beim HM. an. Freiberg S. 27, B. Gans, 5. 301, Zerer bei Meckelburg, Königsberger Chroniken, S. 367. Andere Angaben haben die Danziger und Elbinger Chroniken. Vogl. Töppen zu Falk S. 45 Anm, 2,
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Tract. XX. Cap. XII. $ 2. 491 8 2. Ein nerrisch anttwortt von einem klugen fursten. Die enttsagung wardtt den Konigsbergern vorhalten, iedoch so war es bey ihn landttkundig, das der konig mitt den seinen be- schlossen hette, auf den hohem. zu kriegen. Sie bathen den hohem., ehr solte ihn doch mitteilen, was man thun wolte, ob man ihn auch enttsagett hette. Der hohem. sprach: wen unser hembde wuste, was wir ihm sihnne haben, ich wolte es ausziehen und zu stucken hauen, viell weniger ınogett ihr wissen, was ich thun will; es wirdtt euch woll vor die tkure komen, seidtt nur geschiecktt, kundtt ihr was thun. Die Konigsberger sprachen: euer fursttliche gnade soll gedencken, das es unmuglich sey, das landtt mitt landtsknechtten zu gewinnen, den gott istt nichtt mitt ihn; *so sein sie auch untreue *fol. 2668. leute, so man ihn nichtt geldtt gibtt; und vorzelten ihm allen ge- brechen an seinem hofe. Darauf sprach der hohem.: dies isst mein anschlag, das ich mitt vorretern gewinnen will; mein fromes hertz bey sich boheltt, was geschen soll; gehett ihr hin und suchett euer weiber gehle suchtt herfur (das war der frauen uberguldt geschmeide), mehr stehett euch auf diesmahl nichtt mittzuteilen. Ehr sass auf und rante gen der Mimell zu,!) den da lag des Moscowitters ober- ster baiohr. Dieser wolte wissen, was der konig in Preusen handeln wurde. Der hohem. brachtt ihm selbst personlich die bottschaftt, wie es krieg mitt ihm were. Der Moscowitter solte nur ihn Littauen fallen, ehr wolte dem konige in Preusen gnug zu schaffen geben. Diese zeitt uber, dieweill der hohem. aus war, handelten seine prassers mitt etzlichen gottesvorgessem, wie man den Braunssberg vor- rathen solte; und wie es der hohem. mitt den Braunssbergern bogerte, so geschahe es auch. Aber der Moscowitter hielte mitt den Lit- tauen friede. $ 3. Wie gahr zu gerechtt zu sein einen ihn nohtt bringtt. In diesem iahre es sich begab, das ein kaufman aus dem lande des hohem., welcher sich zur Wilna eine sonderliche capelle und ein bogrebnis darinne gebauett hette, der kam zu Dantzick mitt seinen schuldenern zu rechenen. In der zeitt kam ein kaufgesell von Nurn- berg auch gen Dantzke in die herberge, da dieser kaufman von der 1) Die Angabe ist unrichtig.
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*fol. 266b. "fol. 267. 492 Traet. XX. Cap. XIL 8 3, Wilna in war; sie lagen beyde in einer kamer. So gebrach dem Wilnischen kaufman geldtt; den dieweill ehr zu der *zeitt des hohem. undersass war, hielten ihn seine schuldener zu Dantzke auf, den es wolte krieg werden; ehr prassete und lebete linde. Als ehr gahr kein geldtt mehr hette, kam ehr seinem mittgesellen uber sein geldtt, ehr nahm ihm, so viell ihm gedauchtte, das chr ein weile ein aus- komen hette; und zu seinem vorderbnis war es frembde muntze in goldtt und silber, welches chr wechseln muste. Der kaufman von Nurnberg wardtt der muntze gewahr, ehr erschrack, gieng heim und suchtte sein geldtt, aber es wahr halb wegk, ehr gieng seinen schlaf- compan mitt gutten worten an, so auch seinen wirdtt. Als es dem Wülnischen kaufman von seinem wirdtt wardtt vorgehalten, gieng ehr balde zum schulzen, begerte ein rechtt uber seinen compan, das ehr mochte mitt dem galgen gestrafett werden, den ehr hette ihm dieberey gezieben. Von stunden an fing man den von Nurnberg, aber ehr wardtt vorburgett auf zehen tausentt marck, und bogerte ein elende* gerichtt und scheppenbanck, die wardtt auf sein bogeren gehalten. Der kaufman von Nurnberg bogerte, das der von der Wilna solte bozeugen, von wem ehr das frembde geldtt bekomen hette, das solte man ihn durch pein fragen, wor ehr es genomen hette. Die schep- pen urteilten, man solte ihn durch pein fragen, den es wurde dem Nurnberger zu lange wehren, so sich der ander gen der Wilna oder an den hohem. beruftte, den man hette ihm woll ein gezeugnis ge- funden. Man zog ihn ein mahl uber, da bekantt ehr, wie ehr es genomen hette; aber auf das ehr mochte bey ehren bleiben, wolte ehr sich dessen enttledigen und den Nurnberger hengen lassen. Nach *dem bokenttnis gab man ihm das heilige sacramentt, furte ihn aus und hieng in an den galgen. a) eilende B‘,
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*Der XXI. tractat sagett vom kriege, genant der Franckenkrieg; *ro1.267a. den Francken ihn riethen, furten und lange zeitt ihn hertzlich bogerten, aber ihnen zu kleinem fromen, mm $ 1.” *Von dem gemeinen stande des landes im anfang des *fol.267b. Franckenkrieges. Im jahr 1519 am tage S. Johannis evangelistae!) hub sich der Franckenkrieg ahn; den so nanten ihn die b. darumb: den alle, die ihn trieben, furten und erdachtt hetten, waren Francken, sich auch mitt einander vorschwuren, ihn ritterlich zu enden?). Derhalben wurden dem hohem. zum neuen jahre solche lobliche versen oder reime angeschlagen: O edler Franck, hoch von tugentt geborn, Habe imer danck, den gott hatt dich auserkorn, Darumb dich niemandt gnugsam kan preisen. Dein sihn deinem® folck thutt ein ernst boweisen, 5. Wen du adelichen an den enttsagten feinden dein Gibstt majestatt fromiglich in vordientem schein. Zu diesem seligen anhebenden neuen jahr Und dich gott mitt gnade belehnett hatt, das ist wahr. Dein trostt, Maria, reckett aus ihre milde gnade handtt, 10. Sie dir will helfen in kurtz ohne blutt zu Preuser landtt3). Derhalben wardtt ehr im lande von allen der Franckenkrieg ge- nantt. So war das jahr ein durftiger winter, den es war sehr viell a) In diesem Tractat fehlt die Capitelbezeichnung auch in B. b) deine, das e auaradirt ”, dein B’, deinem Conj. 1) Eine willkürliche Tagesangabe Gr.s. 2) Die Bexeichnung ‚Frankenkrieg‘ ist erst durch Gr. in Aufnahme ge- kommen; andere gleichzeitige Quellen kennen sie nicht. 3) Die Verse theill Tüppen, Veolksthümliche Dichtungen, Altpr. Mtsschr. IX, 303 nach B’ mit. 92
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494 Tract. XXI. 8 2. schne, das man vor schne nichtt kundte in die welde komen. Man kundte nichtt fischen, den under dem tieffen schne war falsch eiss, derwegen waren die fische teur. Das korn war teuer von wegen der pauren geitz, die es auf teurung hielten; es galtt zu Dantzick 16 schill., zum Elbing 20, zu Konigsberg 301), zu Thorn 10 schill. Der weitzen galtt die last 40 marck, die gerste 17 marck mehr weniger, *fol.268a. darnach das rumor" ihm lande war; ein viertell *putter ein halbe marck, eine kuhe mitt einem kalbe 2 schott, ein pferdtt 3 gl., und alles viehe war beute. Das war in den stedten, zu welchen das here mochtte komen. $ 2. Von weltlichen heren im lande. In welcher zeitt Sigismundus konig uber Polen, Littauen, Preusen und Reusen war; sein ander gemahell hiess Bona, die war zu der zeitt schwanger und gebahr einen sohn, der wardt genantt Sigis- mundus Augustus?), Sein feldttheupttman war Nicolaus Sdawro- nitzky, woywoda von Sandomir, sonstt im gemeinem nahmen genantt Firley). Es war margraf Albrechtt aus Francken von Anssbach in Preusen hohem., sein groscomptor b. Nicles von Baacht), sein mar- schalck b. Jorge von Elzen®), auf Osterrode b. Quirian Schlig comptor®), auf Mimell b. Erich furst von Braunssweich comptor war”), sonst waren auf allen schlossern nur pfleger; b. Simon von Heideck des hohem. compan®). Auf Marienburg Stanislaus Koszieletzky heupttman?), auf Cristtburg und Stargartt war Achatius Zehmel0), auf dem Reden Hans von Losiein!!), auf Graudentz Johannes Sokolewsky, auf Strass- a) rumer B. 1) Nach einem Mandat des IIM!s vom 20, Januar 1519 sollte der Prers des Kornes 30 Schillinge, der der Gerste 20 Schill. für den Schejfel betragen. Fol. 15319 im D, O. 4. 2) Sigismund August, geb. am I. August 1520, 3) Nieolaus Dambrowitihy gen. Firley; s. unten 8, 500, Anm. 4. 4) S, oben S. 460, Anm. 2. 5) Georg e. klts, OMarschall 1515 —1522. 6) Guirin Sehliel, Comthur zu Osterode 1518— 1523. 7) Erich Herzog von Braunschweig, Comthur zu Memel 1519-1525. 8) Friedrich Ilerr zu Heideck, ORumpan 1514—1521. 9) Stanisiaus er. Koseielce, Wotworde ron Inowraclaw, Hauptmann v. Marien- burg, Stuhm, Tuchel und Bromberg 1520, A. Tom. V, 143, n. CXXXTL. 10) Achatius 7, Zehmen, lauplmann v. Stargard; Falks Elbingisch- Preussische Chronik, her. r. Töppen, 8. 66. 11) Johann ron Losainen, 1520 Wotwode von Culm und Rheden, A. Ton:. V, 137, n. CXXPVII, 378 n. COCKXCIR,
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Tract, XXI. 83. 495 burg Nicolaus Selinssky, auf Goluba juncker Terwitz, auf Neueburg jungker Spott, auf der Mewa Jorgen von Baysen!), auf Dirschau Ebertt Ferber von Dantzick2), auf dem Brattchen juncker Wielki- nofsky3). Luben hette der bischof von Chulmen ein. Zu Thorn waren burgemeister Hans Liesemann, N. Friedewaldtt, N. Soyse, Con- radtt Hittfeldt*), zum Elbing Heinrich Fehrman, Hans vom Lohe, Jacob Abschwange°), zu Konigsberg im Kneiphofe Lorentz Plate, Merten Roseler, in der Altestadtt Nickell Pflayen, Nickell Bendell, im Liebenich N. Willer, N. Bueckau®), zum *Braunssberg Philip *fol. 268b. Teschner, Lorentz Hasse, Simon Winnepfennig, Paull Eckertt”), zu Dantzke Ebertt Ferber, Pfilip Bischof, Heinrich Wyse, Greger BrandttS). Auf Gerdawen juncker Dittrich von Schliefen erbhere war. $ 3. Von den geistlichen heren und prelaten. Zu welcher zeitt war Johannes Konopatzky bischof zu Chulme- sehe?) und hette nur funf thumheren, Job von Taubeneck bischof zu l) Georg x. Baisen, Woiwode von Marienburg und Ilanptnann von Meive 1519; A. Tom. V, 91 n. XCH. 2) Ferber erhielt die Starostei Dirschau 1315, Zy. d. Westpr. Geschichts- vrreens, Dleft II, &4. 3) Sbigneus Wielkinowski, Hauptmann ron Brattean 1518; Fol, 1513 im D. O. 4. 4) Johann Liesemann, Bürgermeister ron Thorn 1501-1519; Wernicke, Gesch Thorns, I, 345. Nieolaus Friedewald, Bürgermeister 1502 — 1524, cbenda. Nicolaus Sewse und Conrad Hitfeld als Bürgermeister erwähnt ebenda, I, 301. 5) Ueber Heinrich Fehrmann und Hans Loe s. Toppen zu Falk, 106, über Jacob v. Alecwangen ebenda, 16. 6) In Königsberg-Kueiphof war 1519 Bürgermeister Lorentz Plate und Martin Röseler, in der Altstadt Nicolaus Pflawmn und Erasmus Becker, tm Löbe- nicht Nieolaus Willer. Ein Nickel Bendel kommt als Bürger von Königsberg mehrfach vor. 7) Philipp Tesehner beyeynel in den Bürgerlisten von Braunsberg zuerst 1507, im Verzeichniss der Rathsmitglieder seit 1517, hier auch die uebrigen ron Gr. genannten, Lorenz Hasse, Simon Winnepfennig, Paul Efferdt. Verx. der Kathsmitglieder im Rathsarchiv zu Braunsberg A. 6. Henneberyer nennt nehen Tesehner und Hasse nur noch Schönwicse als Bürgermeister, der ebenfalls 1517 in den Rath kam. Vgl, Töppen zu Falk, 46, Aum, 2, Nach Freiberg, 49, ist Ph. Teschner Bürgermeister-Kompan. 8) Eberhard Ferber wurde 1510, Gregor Brandt 1513, Jleinrich Wise 1514 und Philipp Bischof 1517 zum Bürgermeister von Danzig erwähltz; Ze. d. Westpr. Ge’s, Heft IL 68. Christoph Beyers Chronik, Ss. r. Pr. V, 482. 9) Johannes Konopacki, Bischof von Culm 15US—1330. 92*
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496 Tract. XXI. 8 3. Marienwerder, ein b. Deutsches ordens'), ehr hette sechs thumheren seines ordens; b. Jeorgius von Polentz bischof auf Samelandtt2), der war des ordens samptt seinen tbumheren, an der zall funf; Fabianus von Lusiein, bischof zu Heilsberg?), sein suffraganus war Johannes Simbaliensis, ein munch $. Augustini@), sein thumprobstt zur Frauen- burg war der hohem. Zu wissen von diesem: der bohem. b. Al- brechtt, aus was meinung kan man nichtt wissen, erlangete durch einen munch Praedicatorum, Nicolaus von Schonbergk, vom babst Leone X. alle beneficia, die Cristof von Sichten hette gehabtt. Der- selbe Cristopferus war thumprobstt zur Frauenburg, thumher zu Breslau, tbumher zu Derbtt in Lieflandtt, pfarher zu S. Jo- hannes zu Dantzke und pfarher zum Braunssberg. Idoch der hobem hette instantias von allen diesen beneficien von einem Polen und war so des nahmens nur thumprobstt zur Frauenburg?). Custos war Mauritius Ferber®), archidiaconus Johanneg Schulteti doctor”), Baltasar Stockfisch8), Albertus Bischof?), Nicolaus Koppernick doctor!0), Johannes Crapitiust!), Heinricus Schnellenberg!?), Tidemannus Giesel), *fol. 269a. Leonardus *Niederhof!4), Alexander Schultetil5), Johannes Zimmer- 1) Hioh vr. Doheneck, Bischof ron Pomesanien 1501-1521, 2) Georg v. Polenx, Bischof ron Samland 1519-1525. 8) Fabian v. Lusian, Bischof vom Ernland 1512 - 1529. 4) Ueber Johannes Simbaliensis, Weihbischof r. ermland, s. Ernt. 78. 8, 140. 5) S. oben Bd. IT, 439, Anm.1u.2. Nach Christoph v. Suchten war Dom- propst Paul Plothorwsii 1319-1547 5 Ermt. 75. 8, 819. Vol. auch L. Proie, Nicolaus Copernicus in seinen Dextehungen zu dem Herzoge Albrecht von Preussen, Thorn, 1855, 8.8 Anm. 6) Morix Ferber, Domeustos 1516—1523, Erml. Zs. #, 598. 7) Johannes Seulteti, Archidiacon 1502—1526, ebenda 3, 59. 8) Balthasar Stochfisch, Doncherr 1493-1519. 58. rer. Warm. I, 242, Am. 134. 9) Albert Bischof, Domherr 1491—1529, Ss. rer. Warm, I, 236, Anm. 93. 10) Nicolaus Koppernik, Domkerr 1495 (1497)— 1589. 11) Johannes Krapitz, Domherr 1506 -1526. Ss, rer. Warm. I, 242, Anm. 127. 12) Heinrich Schnellenberg, Domherr schon 1512, Erml. Ze. I, 182. 13) Tidemann Giese, Domherr seit 1508, Domeustos 1523—1555, später Bischof ron Culm und vom Ermlande, Erm. Zs. 3, 537, 538 und 6, 41. 14) T’eber Leonhard Niederhof 8. Erm. Zs. 3, 358. 15) War sonst nicht nach:uweisen, doch soll die Angabe über ihn richtig sein; egl, L. Prowe a. a. 0.
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Tract. XXL. 8 4. 497 manl), Eberhardus Ferber?), Valentinus Grabau?), Johannes Ferber}), Laurentius Hasse#), diese waren alle thumheren. Zu welcher zeitt alle kloster foll munche waren, aber ubell vorsorgett, Preusen auch des dritten teiles wuste war. In welcher zeitt der hohem. nur 42 ritterb. seines ordens hetteö), priesterb. nur 19 mitt allen pfarhern und chorheren. $ 4. Des hohem. Alberti unlobliche andachtt zu Maria. Der hohem. Albertus liess sich vornohmen, wie Maria sein trostt wehre, derhalben liess ehr auf seiner muntzen ein titell machen: salva nos, o domina®). Idoch war seine meinung nichtt rechtt, den ehr liess sich pronoseiren, in welchem ihm wardtt gesagett, das in diesem 1520. jahr wolte ihm Maria zum lande Preusen helfen. Da- rauf sprach ehr: so woltt ich doch davor nichtt bey gott sein,* sondern lieber Preusen bostreiten. So traten vor ettliche freunde der Berndinermunche, die sagten dem hohem. an, das die Berndiner gesagtt hetten, wolte ehr wieder seine feinde gluck haben, so soltt ehr festt glauben articulum preservationem conceptionis Mariae und extirpiren alle munche Predicatorum, so wurde es ihm woll gehen’), Auf solches liess ehr den munchen zum Eibinge vorbitten sein landtt bey vorlustt ihres lebens. In solchen vorbitten kamen gen Konigs- a) überg. B. 1) Johannes Zimmermann als Domherr sonst erst bekannt seit 1521, Domeantor 1527—1539, Domenstos 1539-525 Erml. Ze. 3, 339, 598. 2) War sonst nicht nachzuweisen, doch soll die Nachricht richtig sein; rgl. L. Prowe a. a. O. 3) Johannes Ferber, Domherr seit 1516, Domdechant 1522—1530; Ss, rer. Warm. I, 248, Anm. 47. Erml. Zs. 8, 358. 4 Soll Simon lasse gehrissen. haben; vgl. Prowe a. a. O. 5) Im Jahre 1525 sind noch 54 Ritterbrüäder in Preussen, deren Namen eine Hds. des Centralordensarchirs in Wien auf:ählt. Ss. r. Pruss. V, 370, Anm. 3. (Friedrich v. Heideek wird darin doppelt aufneführt, auch die beiden Bischöfe von Rirsenburg und Samland milgereehnet, welche in der Summe der 54 fehlen.} 6) Auf der Rückseite der Münzen des IIm.s findet sich in der That die Umschrift: Salva nos domina. Tossbery, 196 ff. 7) Die Worte beziehen sich auf die im Mittelalter vielfach erürterte Frage von der unbefleckten Empfüngniss der Maria, welche von den Franziskanern und den Drncdietinern rerfochten, von den Dominikanern aber bestritten wurde,
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*f01.269b. 498 Tract. XXI. 85. berg zwo munch Predicatorum, von Breslau gen Riga zum studio gesandtt; diese kamen vor die kuche des hohem., bogerten ein essen umb Marien willen. Balde wurden sie geschlagen und ihn schuldtt gegeben, sie weren gekomen und *wolten dem hohem. giftt geben. Auf solches wurden sie gereckett, aber sie waren unschuldig. Idoch umb Marien willen sturben sie auf der Balga im gefengnis, von welchem die Berndiner zu Konigsberg ihren hohem. hoch lobeten, das ehr ein loblicher richtter wehre. $ 5. Von einem bosen munche und seinem ende. Wiewoll der hohem. den munchen feindtt war aus ursach, wie ge- sagtt istt, so vorhieltt ehr doch einen munch foll aller schalckheitt. Dieser umb seiner missethatt willen hette seines ordens strafe lange erlietten; ihm auskomen kam ehr gen Rohm, da erlangete ehr, das sein orden nichtt mehr mitt ihm zu thun hette. Mitt solchem urlob kam ehr in Preusen, machte sich an den hoff des hohem. Der vormass sich, das ehr die stadtt Elbing mitt gutte dem orden uberantworten wolte. Dem hohem. samptt seinen® b. war solches lieb, derwegen sie den munch gross vorhielten. Der munch kam zum Eibinge und war ein gutter schlemmer, idoch in frolichem wesen ehr den rahtt vor- rether nante, das sie dem konige die stadtt zu gutte hielten, so sie doch der orden gebauett hette. Ehr wuste so viell: wurden sie sich nichtt geben, so wurde gewaldtt komen, das es das kindtt in mutter- leibe boweinen wurde. Solche worte und andere kamen vor den raht; die schieckten ihren munchen bothen, sie vormaneten, sie sollen den munch strafen umb solche worte und lesterung willen. Die munche sprachen: wen man ihn uberanttworte, so wolten sie ihm ein solches vorbitten. Der rahtt liessihn fangen und ihn im kloster einschmieden. *fol. 2702. Als das der hohem. mitt den *seinen horeten, gebohtt ehr, wor man ein munch vom Elbinge ergrief, dem solte man hende und fusse abhauen. Sie umb dieses munches willen viell schrieben und theten. So beruftt man eine tagefartt, da kamen zusamen der hohem., Fabianus, bischof von Heilsberg, und die stadtt Elbing. Der munch wardtt ausgelassen und zoge zum hohem. Nichtt lange darnach hette der munch ettwas vom hohem. geredett, das ehr lunaticus wehre, darumb furte man ihn auf die Balga ins gefengnis, da starb ehr inwendig 8 wochen. Also nahm ehr ein unseliges ende. a) überz. B.
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Tract. XXT. 8 6. 499 $ 6. Von munchen und ihrem vorfolgen. In diesem 1520. jahr am tage Epipfanie kamen munche vom Heiligenbeill aus des ordens landtt gen Elbing; der eine war ein Westtpfeling und sehr milde, den ehr bei gutten leuten in einem freien prassen vorspielte mitt den landtsknechten die kappe und, was ehr hette,. Nach dem mubete ehr sich, tranck andern zu follen zu; in dem wirdt ehr redeselig und heistt seine collatiengesellen schelcke, hurenkinder, Polnische diebe, Preusche vorrether und wolte kurtzlich seine hende im blutt der Elbinger waschen. Dieweill es den offenbahr krieg war, wurden seine worte manigfaltig geweigertt, man fandtt ihre untugentt; darumb nahm man ihn, was sie hetten, und gebohtt, man solte sie ertrencken, aber sie wurden umb anderer willen abgebeten. Diese munche kamen zum hohem., sagten ihr schonestes, das sie die gemeine zum Elbinge vormanett hetten, das sie sich ihm ergeben, den ein solches zu thun war ihn mittgegeben; *aber die burger hetten sie darumb benomen und wollen todten. *fol. 270b. Der hohem. das glaubete, derhalben ehr zu Konigsberg den munchen vom Elbinge pferde und wagen nahm, auch alles, was sie hetten, und suchte sie [zu] todten, den sie ihm ettwan auch vorsagett hetten die bottschaftt, vorretterei zu stiefften; jedoch sie ihm enttkamen. Dieser hohem. Albertus nach aussagung seines nachrichters hette in funf jahren hundertt pfafien und munche heimlich lassen umb- brengen, welche wieder ihn gewesen waren!). $ 7. Von den heupttieuten dieses krieges von beiden teilen. Der hohem. war ein wunderlicher mahn, sehr unbostendig in seinem vornehmen; derhalben war er selber heupttman, thorschliesser, glockner zur kirchen und dergleichen. Seine schlosser waren mitt speise sehr ubel versorgett, aber mitt buchsen und, was dazu gehortt, woll besatztt, sonderlich Hollandtt, stadtt und schloss; den da waren 350 buchsen und gewaltiges geschoss von cartaunen und* schlangen, das liess ebr darumb hinfuren, den ehr wolte die stadtt Elbing sturmen?), Doch der wegk wardtt ihm benomen, den die Polen a) übergeschr. B. 1) Es bedarf kaum der Bemerkung, dass dies eine der yehässigen Lügen Gr.s ist, 2) Die Ausrüstung des Schlosses in Holland hebt auch Zerer, Ss. r. Pr. V, 831, hervor.
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*fol.271a. 500 Traut. XXI. 8 7. belegten ihm. Hollandtt zu balde Auf Hollandtt war heupttman Dittrich von Schliefen, des hohem. necheste rahtt!), b. Steffen Werners- dorf pfleger?), b. Simon Scheuck spietteler®), bei ihn achtt hundertt buchsenschutzen so gutt, ala sie mochten im reiche sein, 400 mahn in der stadtt. Von den dorfern und burgern waren 700 mahn, ihr hbaupttman war Jorgen Meltzer, der burgemeister daselbst. Der oberste feldttheuptman des koniges war Firleyt), nach ihm Nicolaus Solintzky5), nach dem Achatius Zehme®), nach dem Stanislaus Kostky®), *nach ibm Jahn Galschofsky?), nach ihm Michel Brogwein®), ein rabtsherr von Elbing, nach ihm N. Stortz?). Uber die Merhern waren Cristof Pusch!0) und Hans Hillebrandtt ausreuter, sie brandten fuss vor fuss, was dem orden angehorte. Hilbrandtt es dem hohem. und seinem orden auch woll bezalte, das ehr ihm hette geholfen und geherbergett, als ehr der Elbinger und des capittels von der Frauen- burg feindtt war, in welchem der hohem, viell mahl gahr lieblichen lachttell),. Wen man ihm sagte, wie man des koniges folck gebrandtt und gefangen hette, sprach ehr: danck hab, mein menlein, du wirstt gutt werden dem orden. Dem hohem. dauchte es unmoglich sein, das sich die Preuson umb des jahmers willen, den ehr ihn liess thun, ihm nichtt ergeben solten; ehr trostete die seinen stetes, wie das der konig wurde durch die finger sehen und die Preusen vor ihm nichtt boschirmen, aber ehr sie boslichen betrug. 1) Dietrich ron Schlieben befehligte in Holland; Voigt IX, 579, 2) Ein Stephan v. Herbelstadt wird als Pfleger von Holland genannt im Fol. 1519 im D. O0. A. 3) S. oben 8. 470, Anm. 4. 4) Nicolaus Dambrowitziy, genannt Firley, war oberster Feldherr des pol- nischen Heeres. Voigt IX, 580. „Capitaueus exereituum generalis‘ A, Tum. 7, 136 n. CXXVI. 5) Ob Zeratinski? Vogl. A. Tom. V, 230 n. CCXXH. 6) Achatius ve. Zehmen und Nieolaus Kostka werden als polnische Anführer genannt in dem Verzeichniss polnischer Hauptleute, A. Tom. V, 129 - 13] n. CNXIL. D) Wohl Andreas Galezewski, A. Tom, V, 208 n. CCH. 8) Ueber M. Brachwagen s. Töppen, Ss. r. Pr. V, 340, Anm. I, und Falk, 47, 9) Nicolaus Stores wird in dem erwähnten Verzeichniss, A. Tom. V, 130, ebenfalls genannt. ' 10) Dass Chr. Pusch am Kriege sich betheiligte, xeigt Voigt IX, 580. 11) Fol. oben S. 441.
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Tract. XXL 88. 501 $ 8. Von einer fursttlichen collatio. In diesem jahr hieltt der hohem, auf ein anschlag zu Konigs- berg ein fursttlich collation mitt fursten und heren seines rathes in gegenwertigkeitt seines abgottes, des Moscowitters. So geschach da gross beruhmen, puchen und sauffen. In dem wardtt einem rahtt des hohem. ein stoff biehr mitt einem trunck zugetruncken: ein bosewichtt, der nichtt bescheiden thette. Der rahtt wardtt unmuttig und sprach: solch saufen hatt eine saue erdachtt. Man sagett, auch so listt man es, wie das die vorigen Deutschen b. haben das landtt mit huren vorspillertt, und ihr furtt itzundtt ein krieg mitt dem konige von Polen; werdett ihr das landtt und den streidtt mitt grosem saufen gewinnen? das glaube ich nichtt. Wen ich ein b. des ordens were, so getrauete ich mitt sauffen nichtt eine rube zu* gewinnen. Einer *under ihnen sprach darauf: es istt ein regell im *fol.271b. rechtte: durch welches jemandtts sundigett, dadurch soll ehr auch bussen; das man derwegen sagett: meines ordens b. haben es mitt weibern vorspillertt, mag es mir geburen, so will ich es mitt weibern wieder erarbeiten. Auss diesen worten kam heimlicher neidtt. So erachtt man des hohem. rahtt vor ein vorrether. Das war zu dieser zeitt ein jahmer: wer nichtt so reden thette und schaldte, wie der hohem., der muste balde ein vorreter sein, wie gross freundtt ehr ihm auch war. In einem andern hause sassen edelleute, des hohem. diener; unter denen hub einer eine kahnne auf und sprach: ich trinke dir zehen Polen zu. Der ander antwortt: ich thue dir auf 20 boscheidtt, Von solchen truncken kanıen sie in warmen stuben zu worte, das ein iglicher sich vormass, hundertt zu bostehen, und pucheten sprechende: wen es gleichs Polen schneiete und Bohemen regnete, so wirdtt dennoch der hohen. in allem gutt gnug sein; was sein es anders, den Poelchen mitt basten schuen und seuwekeulen? Darauf sprach die wirlinne des hauses: man sagett, die Polen haben schon 7 stedte des ordens ihnne, warumb liegett ihr hie und lastt die eurigen vorderben, so doch einer von euch hundertt Polen will bostehen? Da sprach ein «drabantt: lastt die Polen rumoren, wir wollen nu auf und Dantzke gewinnen; so will ich bei des burge- meisters frauen schlaffen, und ehr wirdtt mussen dazu leuchten, so wollen wir sie bozwingen. a) überg. B.
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*fol. 2728. *fol. 272b. 502 Tract. XXI. 8 9. $ 9. Von andechtigen priestern im lande. In diesem jahr, als der hohem. den Braunssberg vorreterlich hette eingenomen, wie nachmals wirdtt gesagtt werden, *da erschrack alle weldtt, ausgenomen viell der weldttlichen priester, denen war es eine freude. Sie machtten in ihrer collation ein spiell, wie der hohem. vor Dantzke keme, und die Dantzker ihm koiende schwuren, und solcher geschwencke viell. Die stedte vorschuffen, das man am Montage, Mittwoch und Freitage in den klostern und kirchen mitt der letanei gieng; auch solte man in den predigen von der kantzel vor konigliche ma. bitten. Die munche waren guttwillig, die theten es; aber ettliche priester sprachen: wir wollen es kurtzlich erleben, das der hohem. wirdtt Preusen haben und alsden die munche vor ihre vorbitt spiessen lassen. Wen jho die priester musten in der procession mittgehen, so lachtten sie es. Der priester spott und wortt wardtt von vielen burgern, die nichtt grosse vornunftt hetten, gewegertt. Brandte der hohem. eine stadtt aus, mordte, nahm, fing und puchete, das war alles woll gethan. Die Polen aber, wen die gleichs in der kirchen weineten, so sprachen dennoch ettliche priester, sie weren darumb da, das sie wolten stelen. In der stadt Elbing waren edle frauen, derer heren und ehe- liche menner vor Hollandtt lagen, so mitt 300, so mitt 200 folcks; von denen machtten sie reime und liessen sie dieselbige anhoren. Es war zu besorgen, hette es lange sollen anstehen, so were jahmer daraus komen. Darumb ein ehrsamer rahtt von Dantzke mitt willen ihres heren officialen luden die priester vor sich, wolten, sie solten konigliche[r] ma. schweren, das wolten ihrer viell nichtt thun; der- halben gab man ihn urlob, sie solten sich vorsorgen, wor sie mochten, und solten die stadtt meiden. *Ettliche aber, die noch truncken waren, flucheten, die liessen die officiales einsetzen; viell ibr auch schwuren. Also theten alle stedte koniglicher ma. underthan. Es waren nichtt alle priester so muttwillig, sondern die vor hunger aus Schwaben, Franken und anderswo enttlauffen waren, und kamen lausige bachanten in Preusen, die erlangeten gutte beneficia, davon sie sich kleideten, das man nichtt wuste, ob es burgemeister oder priester waren etc.
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Traet. XXI. 8 10. 503 $ 10. Wie der hohem. den Braunssberg einnahm und seine freunde belohnete. An 8. Thomas tagk giengen die von Braunssbergk zu rahtt, sintemahl es in Preusen nu woltt krieg werden, und sie des koniges folck weren, wie man thun solte, das ihre stadtt unvorterbtt bliebe, Ihrer viell riethen, man solte landtsknechtt oder Polen annehmen und also die stadt beschutzen; ihrer viell waren dawieder und sprachen, es were kein rahtt, das sie Polen annehmen, den es were ein unge- neme, hoffertig und diebisch folck. Wurde ihn jemandts zu wollen, das wurde der hohem. mitt seinem gewaltigen geschoss thun, darumb soltt man es mitt ihm halten, ihm ein freien durchzug lassen, ehr wurde sie woll beschutzen. Dawieder waren andere und sprachen: wen man das thett, so wurde es unser vorderbnis sein; den der hohem. ist von natur botrieglich und heltt nichtt sein wortt. Sein durchzug wurde uns zum vorderbnis komen; den solches wurden die Polen an uns wollen rechen, dadurch wir den gahr vorterbtt wurden; uber das wurden wir vorrether des gantzen landes,. Darumb gebe es uns, wie es *wolle, wir wollen bei unserm heren konige *fol. 273a. von Polen bleiben; thun sie uns schaden, das istt an uhser speise, der hohem. aber der nimtt leib und gutt. Diese worte brachten den gutten mahn mitt der zeitt umb sein leben. Vom hohem. das blieb also anstehen; jedoch der hohem. alle ding wuste. Ehr liess 300 pferde vorsamlen!), gab vor, das ehr zum konige wolte; ehr kam am neujahrsabendtt?) geu Heiligebeill in die stadtt und bleib da nachtt?Ö). Auf den morgen kam ehr umb 8 uhr vor den Braunss- berg), niemandt war ihm thor, den Philip Teschner, der burgemeister 1) Nach Stegmann, Ss r. Pr. V, 506, hatte der IIM. nur 200 Reiter und elliche zu Fuss, ebenso nach B, Gans bei Meckelluerg, Königsb. Chr., 8. 295 u. 302, nach Freiberg bei Merkelburg a. a. O, 8. 28, nur 1650 Pferde, nach Zerer, Ss.r. Pr. V, 331, ebenfalls 160 Pferde nd noch nicht 30 Fussyünger, nach Beler, fol. 15, jedoeh 250 Pferde (Meelelburg a. a. 0. 8. 28, Anm. 29). Sehütz, fol. 261, sprieht ron 2—300 Pferden, Beim König ron Polen war das Gerücht ron 150 Reitern verbreitet. A. Tom. V, HI mn. COXXXHL 133 n. CXNXTI. 2) 1519, Deeember 31. Die Angabe ist richtig. Nach Freiberg, 28, erfolgte das Ausrücken aus Königsberg um 4 Uhr, nach Beler um 5 Uhr; vgl. Meckelburg xu Freiberg, 23, Anm. 33. 8) Die ron B. Gans benutzte Chronik erzählt, dass der HM. und sein Gefolge die Nacht hindurch marschierte. B. Gans, 302. Gans selbst berichtet, dass in Heiligenbeil Rath gehalten worden ist. 4) Nach Freiberg, 28, ist der IM. am 1. Jormar 1520 Morgens um 7 Uhr im Einsiedel, nach Steymann, Ss. r. Pruss. V, 506, um 9 Uhr vor Braunsberg, nach Gans, 302, und Zerer, Ss. r. Pr. V, 331, un 8 Uhr.
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504 Tract. XXI. 8 10, (der diese kaule trieb), der vorsichertte siel). Darumb als sie mitt der procession umb den kirchof giengen, da kaım der hohem. einge- zogen?), ehr zog auf den ring und liess austrometen, rante selbst 1) Nach Freiberg, 28, fand der IIM. das Thor geöffnet; beim Einrückere setein Wächter erschlugen worden. Nach Gans, 302, war der Erschlagene ein Raths- herr, der die Brücke aufsichen wollte. Die obige Erzählung, nach welcher der Bürger- meister Teselmer die Stadt dem TIM in die Jände gespielt, wird man als un- ylanlneärdig rerwerfen müssen, Ausser Grunau nennt allein Schütz, AG. den Bürgermeister einen Verräther. Da er aber seine Angaben theibreise der Melmann- schen Chronäsentiehnt, diese unsern Gr.brnuf:t, solst sehn Zeugnissnichl uinrerdächtig, wenn er sich auch daneben auf Aussagen alter Leite beruft, Vgl. Töppen, Ss. r.Pr. T, Person zu besehndldigen, allgemein nur ron Verrätherei und folgert sie aus dem Umstande, dass bei der Ankunft des HM!s das Stadtthor geöffnet, und die Stadt unbewncht war. Die Ferber-Chronik, Ss. r. Pr. V, 531, Falk, 46, Freiberg, 28, D. Gans, 296 u, 302, die Chronik des Beler, sowie dessen Lied ron der Ein- r 506, em. I. Steymann, Ss.r. Pr. 7, 506, spricht, ohne eine einzelne nahme Braunsbergs bei Meekelbarg, Königsberger Chroniken, 29, Anm, 37, und Zerer, Ss. r, Pr. V, 331, wissen nichts davon, dass Verrath im Spiele war, sondern führen die Einnahme auf Teberrumprlung zurück. In der Umgebung des köniys ron Polen tauchte zwar die Vermuthung einer Verrätherei auf, doch wusste man nichts sicheres, sondern schloss darauf nur aus dem Umstande, dass der IIM. die Einwohner schonte, A. Tom. TV, II n. CNNXHL, H12 n. CNNXXIT, Eine andere Vermrthung, die man hier hatte, war, dass die Stadt durch die Sorglosigkeit der Stadthäupter oder die Verrätherei der Bürger gefallen sei, A. Tom, V, 113 n. CXXXVIT, Polnische Geschichtsschreiber, wie Vaparius, nehmen eine List des HMs an und schieben die Scelndd für den Verlust der Stadt auf Bischof Fabian, der sie olme Besatwung gelassen habe. Ss. r. Poloni- carum II, 164. Dass ein Etnverständniss des IMs mit dem Bürgermeister oder einem Theil des Bates nicht anzunehmen ist, geht aus der Angabe des B. Gans a a, O. hervor, nach welcher der IIM. (ieschül. auf seinem Zuge mit- führte, also auf ernstlichen Widerstand gefasst war. Ferner widerspricht dem auch die Thatsache, dass der IIM, sehr bald nach der Einnahme der Stadt 12 Pathsherren, darunter Teschner, gefangen nehmen und nach Königsberg schaffen liess, weil er men musstraute, Freiberg, 33. Beler, ebenda Anm.60, Friedrich nr. Heideek wurde angewiesen, die Keller der Braunsberger zu überwachen, weil num erfahren hatte, dass ste heimlich Volk in denselben verbergen wollten. Schreiben des HMs rom 8, Jauuar Fol, 1520 im D. O0. A. Bis gegen Palmen- sonntag bliehen die Rathsherren in Königsberg gefangen: allein schon in der Worhbe nach Ostern wurden drei von Umen, darunter Tesehner, nach Königsberg surückbernfen und von neuem gefangen yesetit. Es ist schwerlich anzunehmen, dass der JIM. so mit dem Bürgermeister verfahren wäre, wenn er ihm die Ein- nahme von Braunsberg zu verdanken gehabt hätte, 2) Nach allen übrigen Quellen waren die Bürger in der Kirche versammelt, zogen also nicht, wie Gr. erzählt, in einer Procession um die Kirche.
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Tract. XXI. $ 11. 505 vor die kirche und hiesch den rahtt und gemeine vor sich. Als sie so- versamlett waren, musten sie ihm auch folgen vor das schloss, das war feste geschlossen, $ 11. Von getreuen® und ungetreuen ampttleuten. Auf dem schloss war der fogtt des bischtumbs von Ermelandt® des bischofs Fabiani schwager, der seine leibliche schwester hette, mitt namen” Fabian von Maulen, des hohem. unterthan; den der bischof erkante ihn vor den getreuesten. Der burggrafe auf dem schloss war ein priester mitt nahmen h. Peter, der war zu der zeitt in der kirchen. Als der hohem. vor das schlossthor kam, da ruftt ehr: thue auf, Fabeke; Fabeke, thue auf, thue auf; den Fabeke hette von diesen gesten ein wissenl). Derhalben war ehr balde *da, bahtt *tyi. 273b. gnade und thatt auf. Nach dem wolte der hohem., die stadtt solte ihm schweren. Viell rathsheren satzten sich dawieder und sprachen, sie hetten der kirchen geschworen, sie kundten ihm nichtt schweren. Darauf sprach der hohem.: ich habe bebstliche erlaubnis und vor- stendttnis mitt eurem heren bischofe, das ich das bischtumb mag einnemen, zu beschutzen die kirche von Warmia vor den Polen bis zu austrage der sachen, darumb mustt ihr schweren oder sterben. Ettliche bathen, man solte sie lassen ihre wege ziehen; aber das kundte auch nichtt geschen. So tratten vor Fabian von Maulen und Philip Teschner, burgemeister, und sagten, wie ettwan ihr her, der bischof, dem hohem. auf der Balga hette zugesagtt: wurde es krieg, wie der hohem. drauete, so muste ehr mitt den seinen thun wie arme leute, welche bogerten unvorderbtt zu sein. Der hohem. aber sich berumete, wie ehr solchen zulass einzunehmen mitt der zeitt wolte mitt schrieften boweisen. Uber das ehr ihn gott und Marien, seinen einigen trostt, zu pfande satzte, man sollte ihn nichtt ein har brechen oder ein heller werdts nehmen. Nach solchen und viell andern worten tratten sie zu und ihm schwuren?). Das sein die a) geirewe B. b) Ermelandts B. c) überg. B. 1) Fabian v. Maulen erschien nach Freiberg, 29, erst nach dreimaliger Aufforderung. 2) Den Eidschwur erwähnen fast alle Quellen, die Zusicherungen des HIM.s noch besonders Freiberg, 28, und Beler in dem Liede auf die Einnahme Brauus- berys, ebenda 29, Anm. 37.
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*fol. 27da. 506 Tract. XXI. $ 12. Braunsberger, die ihm jahr 14881) im pfaffenkriege 7 tausentt Polen vor der* stadtt erschlugen?), und bose leute sie nu also betrugen. Fabian von Maulen gab seinem schwager, dem bischofe, den lohn ; den ehr war ettwan arm gewesen® und der bischof half ihm mitt grosen guttern umb® der schwester willen. Philip Teschner war der geburtt ein hurenkindtt, von dem bischofe Luca, als ehr zu Thorn magister war, und von einer fromen jungfrauen. Der bischof stoss in ihn grosse gutter, ihm *gebende eines reichen mannes tochter, eine jungfrau, derer vater hiess Czaner etc. 8 12. Von des hohem. magnificentia in seinem einnehmen. Nach diesem schweren gab man dem h. Peter, dem burggrafen, urlob und seinen soldtt; da wardtt zum burggrafen gesatztt b. Bar- toldtt von Alttmanshofen®) und hundertt burger von Konigsberg, die stadt zu bewarent), den man vortrauete den Braunsbergern nichtt5). Am achten tage Steffani kam zu Konigsberg ein boht eingerantt mitt einem blosen schwerdtt, der schrie auf allen gassen: iderman sei kundtt gethan, das fursttliche durchlauchtigkeitt durch fursttlichen sturm die stadt Braunssberg gewonnen hatt. Von stunden an lautett man alle glocken in gantz Konigsberg bis in die nachtt; ihnen dauchtt, ihr here hette nu gantz Preusen. Sie sungen: Te deum laudamus, und giengen auf den andern tagk mitt dem hochwirdigen sacramenttß). Idoch ihr viell mit vornunftt sprachen: wir freuen uns itzundt zum neuen jahre; aber es* istt zu besorgen, das uns eine be- a) überg. B. b) und B. 1) Vielmehr 1178. 2) IVyl. oben II 335, 3) Berthold v. Altmannshofen war Pfleger in Ortelsburg. Nach einem Schreiben des IIM’s rom Sonnabend n. Reminiscere im Fol. 1520 scheint es, als ob Altmannshofen in der That in Braunsberg gewesen ist, wenigstens im Mär:. Zum Befehlshaber der Stadt machie der UM, Friedrich v. IHeideek, Freiberg. 33. Voryt IX, 577. 4) Nach Freiberg, 30, stellten die drei Städte Königsberg zur Besatzung von Braunsberg 500 Mann, Von 300 unter Peter vr, Dohna spricht Fall, 48; nach B. Gans, 302, waren es 150 Königsberger. 5) Vol. S. 504, Anm. 1. 6) Freiberg, 28, berichtet hiermit übereinstimmend, dass die Nachricht ron der Einnahme Braunsberys in der Nacht vom 1. zum 2. Januar in Köniysbery eintraf und mit Glockenyelänt sowie mit einem Tedeum begrüsst wurde.
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Tract. XXI. $ 18. 507 trubte Fasttnacht und Ostern hernach folgen werden. Es war von diesem vorreterlichen einnehmen ins ordens landtt groser frolockung, den wen die cristenheitt den Turcken niederlegett hette. Von stunden an liess der hohem. eine umbgehende wehre auf den mauren machen, furte sein bestes geschoss, woll 43 stuck, in den Braunss- berg, auch so viell pulwer, das man ein jahr lang alle tage hundertt schoss thun kundte. Alle reuter, sein bestes folck muste gen Braunsberg, in die 700'), den ehr gab vor, ehr wolte Elbing sturmen, der nur funf meilen davon leichtt, und sagte, das ehr* alle stunde sich vorhofte 6 tausentt mahn aus Lieflandtt; aber es war nichts daran. $ 13. *Wie der hohem. sein hertz bowiese und sein gelobnis hielte. *fo1.274b. Der hohem. hette solchen anschlag gemachtt: ehr gab vor, ehr wolte zum konige ziehen; wurden ihn aber die Braunssberger nichtt einlassen oder wurden ihn ubermogen, so wolte ehr sagen, die Braunsberger hetten ihm seine meinung vorhindertt. So war auch sein meinung, das ehr den bischof Fabianum mitt etzlichen thum- heren gern gehabtt bette. So war ihm vorkundttschaft, das der bischof Fabianus auf den neuejahrsabendtt? wurde zum Braunss- berge sein; aber zu seinem grosen gluck war es tief schne, derhalben blieb ehr zum Elbinge. Am neuejahrstage machtt ehr sich frue auf und wil gen Braunssberg, aber der holem. kam ihm zuvor, wie gesagtt istt, und der bischof kerete umb2). Pfilip Teschner und Fabian von Maulen enttschuldigten sich gegen den bischof schreibende, wie sie der hohem. in gestaldtt der freundttschaft betrogen hette. Darauf wardtt ihn wieder geschrieben, sie wurden in kurtzen tagen innen werden, wie sie gehandeltt hetten. Der hohem. vorbohtt erstt- lich, das kein burger mit dem andern heimlich reden solte, noch in collationen zusamenkomen. Sie musten alle ihr gewehr auf a) überg. B. b) tagk ausgestr. B. 1) $. oben S. 506, Anm. 4. Für die Befestigung Braunsbergs durch den JIM. s. auch den Brief Tomickis an den Bischof von Krakau, A. Tom. V, 170 rn. CLXVI. 2) Fall, 47, berichtet dasselbe, Den Schneesturm in der Nenjahrsnacht hebt auch B. Gans, 296, hervor.
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*fol. 275a. 508 Traet. XXL 8 14. das schloss brengen!), und sprach, er wolte sie woll beschutzen?). In der stadt waren viell kasten und dahin geflohetes gutt, ehr lies alle kasten, laden und tische vorsiegeln und sprach, es mochte jemandts nachschlussell haben, ehr wolte es vorsorgen. In ein iglich hauss satzte ehr von seinem folck zwo oder drei personen, darnach der wirdtt reich war; der wirdtt muste ihn gnug geben. Wen den ein armer mahn seinen fleiss gethan* hette, so nanten ihn dennoch die geste ein vorrether; murrete ehr, so satzte man ihn ein sprechende, ehr hette den hohem. gescholdten. Daraus kam es, das inwendig $ tagen etzliche uber die mauren fielen und schrien zeter uber ihre geste und neue heren, $ 14. Von seinem handell mitt den burgern. Es war ein sprichwortt im lande: wen der hohem. jemandts sehe, der nichtt schielete, wie ehr, der muste ein vorrether sein.* Ehr vortrauete den Braunssbergern nichtt, derhalben liess ehr ihrer hundertt schwartz kleiden mitt braunen hutten, darauf weise hanen- federn, die schieckte ehr mitt 100 Natangen und 100 reisiger aus, das sie die stadtt Liebemohle von den Polen erlosen solten. Aber die Polen machtten sich auf, erschlugen diese biss auf drey menner und 7 reisige). Zum andern mahl nahm ehr abermahl hundertt, satzte sie auf Hollandtt; die vorhungerten, erfroren und wurden mitt andern armen leuten erschlagen®). So wardtt es bestaltt, das briefe geschrieben und gesandtt wurden zu ihren frauen gen Braunssberg, a) überg. B. 1) Die Ablieferung der Waffen, nicht aufs Schloss, erwähnt auch Tomiekt in einem Driefp an Tucas r. Gorka, A. Tom. TV. 111 m. ONNNIT. 9) Vyl. Freiberg, 28, und das Lied Belers, ebenda, 29, Anm. 37, 3) Von einem Siege der Polen über Truppen des UM!s zwischen Liebsmichl, das am 13. Januar von ersteren erobert wurde, und Osterode spricht Schätz, 461: sondern aufs Rathaus ryl. Voigt IN, 578. 4) Was an dieser Nachricht wahres ist, lässt sieh aus den gleichreitigen Geschiehtsehreibern nieht feststellen. Wenn Tomicht an Gorka schreibt, der HM. habe die 50 angrschensten Bürger von Braunsberg als Oeisseln für die Treue der Stelt nach Holland abführen lassen, so scheint hier wohl nur eine Verwerhs- lung mit der von Gr. später und auch von anderen erwähnten Weyfiihrana der Brannsberger Rathsherrn nach Königsberg vorzuliegen. A. Tom. V, 144 mn. CNNATZ
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Tract. XXI. & 15. 509 ihn damitt kundt‘ gethan, das ihre menner zur Liebeniohli und Deutsche Eilau einen gutten muhtt hetten, da sie doch todtt waren, welches die frauen auch woll wusten; den ihnen ihre menner er- schienen waren sprechende: o jahmer, jahmer und jahmer. Das geschahe vielen frauen; wen sie es aber sagten, so wolte man sie vorseuffen. Und wardt gehalten: so viell menner man aus Braunss- berg nahm, so viel satzte man von Konigsbergk wieder ein. Indem begab es sich, das des hohem. drabanten grose gewaltt in der stadtt ubeten. Derhalben klagte es der rahtt dem hohem, «ber die drabanten beschuldigten den rahtt, *das sie mehr schlussell *fol. 275b. zu thoren hetten. Solches wardtt befunden: der alte burggrafe h. Peter samptt dem raht hetten der thumheren fogtt von Melsack geschrieben, das man solte Polen vor die stadtt brengen, sie wolten ihn aufthun. Derhalben nahm man von stunden an- den rahtt gefangen, einen ausgenomen, der war ihm jahr kranckheitt halben nie aus dem hause komen; man bandtt zwo und zwo zusamen und furte sie gen Konigsberg. Man satzte ein neuen raht. Der burgemeister als der klugeste, da ehr dem hohem. schweren solte, sprach ehr: ich weiser here, h. N., burgemeister dieser nu gewonnenen fursttlichen stadtt, schwere ein eidtt, das ich gerne thun will, was mich mein erlauchter furstt heisst als seinem diener; dieses gelobe ich ihm bei meiner sehlen. Diese regirten die stadtt, man sagett, das sie alle schieleten, so viell ihr waren!). $ 15. Wie ehr die priester und munche ausstrieb. Dem hohem war vorspehett, wie die priester von der Frauen-. burg und von den dorffern in der kirchen zum Braunssberg geldtt 1) Dass die Stimmung in Braunsberg dem HM. keineswegs günstig war, letztzrer sogar ein geheimes Einverständniss der Bürger mit seinen Gegnern be- fürchtete, aus diesem Grunde die Rathsherrn gefangen nehmen und nach Königsberg bringen liess, ergiebt sich aus seinem Briefe an Friedrich ron Heideck vom 8. Januar 1520, worin er demselben aufträgt, die Braunsberger, von Knechten wohl bewacht, ihm zuxusenden und die Keller in der Stadt untersuchen zu lassen, da er erfahren habe, dass die Braunsberger heimlich Volk darin ver- bergen wollten. Fol. 1520 im D. O. A; vyl. Voigt IX, 583. Die Gefangen- nahme der 12 Rathsherrn erwähnt P. Tomicki in einem Briefe an den Bischof von Krakau, A. Tom. V, 170 n. CLXVI, auch Freiberg, 33, und Beler, ebenda, Anm. 60. Von einer Absetzung des alten Rathes und Einsetzung eines neuen spricht Falk, 46. 33
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*fol. 2768. 510 Traet. XXI. 8 16. vorgraben hetten, so nahm er alle schlussell zur kirchen, vorbohtt in allen kirchen weder den todten, noch in festagen zu leuten; ehr war selbstt glockner und wolte mitt nichte, das man solte pro pace leuten. So waren in der stadtt priester ettliche stadttkinder, die daselbstt ihre beneficia hetten, auch ettliche vicarien von der Frauen- burgk, so woll auch viell pfahrs von den“ dorfiern; von diesen sagten ettliche, das es nichtt streflich were, das ehr sich der klock- nerei underwunde, ettliche beklagten ihre gefangene bruder, ihr ermordten schweger, ihre vorfurten freunde. Das kam vor den hohem., ehr liess den h. Peter, gewesenen burggrafen,* mitt seiner kochin zusamen bienden und so mitt allen priestern zum heren bischofe treiben. Auf das aber Braunssberg dennoch ein pfar hette, nahm ehr aus dem ewigen gefengnis ein sehr fromen priester, h. Lorentz, genantt der herttzog von Geldern, der hette woll 3 jahre mitt den reutern geriethen, gestolen, gemordett und gebrandtt, der- halben ihn der bischof zu ewigem gefengnis sentencirett kette. Diesem uberanttworte der hohem. aus seiner bebsttlichen gewaldtt die pfahr, den man sagte, das h. Lorentz auch sehr schielete; idoch der hohem. hette das opfer aus der erden in der kirchen schon erhaben. Der hohem. hette von anbegin ein gutt hertz zu den munchen,. Im kloster zum Braunssberg waren groe munche, die schieckte ehr die helfte gen Konigsberg, und die helfte der Berndiener von Konigs- berg schieckte ehr gen Braunssberg. Wardtt also in dem ein kluger furstt geachtt; den das babstt Julius II mitt aller vormaledeiung nichtt thun kundte, die Berndiner mitt den Martinianer[n] zu voreinigen, das thett dieser hohem. gahr geringlich!). Ehr war den seinen in allen stenden ein ernster und gefurchter here in allen sachen. a) überg. B. 1) Die Worte beziehen sich wohl auf die im Franziskanerorden herrschenden Richtungen der Obserranten nnd Nichtoberserranten. Um die Einführung der Obserranz hatte sich im Anfang des 15. Jahrhunderts Bernhardinus ron Siena wesentliche Verdienste erworben; nach ihm scheint Gr. die Anhänger seiner Richtung Bernhardiner zu nennen, während diese Beseichnung in der Kirchen- geschichte sonst bekanntlich auf den vom h. Bernhard gestifteten Cistereienserorden, also auf eine besondere Richtung des Benedietinerordens, angewandt wird, Eine Vereinigung der Obserranten und Nichtobserranten suchte Papst Martin V. im Jahre 1310 durch die sogenannten eonstitutiones Martinianae herbeizuführen, ohne indessen Erfoly zu haben. Nach ihm wird Gr. die Geyner der Obserranı Martinianer benennen. Die Gegensätze beider Iichtungen dauerten fort, bis Leo X, im Jahre 1517 ihre endgiltige Trennung vollzog.
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Tract. XXI. 8 16. 17. 51l $ 16. Von bohendem vornehmen des hohem. mitt den geisttlichen. Der hohem. wolte seine magnificentz weiter ausbreiten, ehr schrieb dem h. bischofe eine enttschuldigung von wegen der ein- nemung des Braunssbergs, das ehr es hette gethan aus bebsttlicher vorwilligung, keiserlicher gewaldtt und eigener gerechtigkeitt, seine kirche zu boschutzen; ehr solte vorschaffen, das ehr mitt seinen thumheren von der Frauenburg mochtte eine boredung haben. Das vorschaftte Fabianus, der bischof von Heilsberg, umb freundttschaftt halben. So war b. Simon h. von Heideck!) *des hohem. compan *fol. 276. zam Braunssberg; dahin kamen zu ihm zwo thumheren, die redtte ehr also ahn: mein allergnedigster furstt lestt euch sagen, wie ihn bebsttliche heiligkeitt habe gemachtt zum schutzheren euer kirchen; darumb bogerett ehr und will es haben, das ihr ihm wie unterthan schweren soltt. Das zu bowehren, will sein furstl. durchla. in aus- tragung der sachen die briefe weisen. Darauf sprachen die capittu- lares: ihrer weren nur zwo vom capitell auf dem thum, sie kundten solches vor sich nichtt thun, sie wolten ihren brudern schreiben; was die riethen, das wolten sie thun. Damitt zogen sie wegk und kamen nie wieder. Über sechs tage schieckte der hohem. sein folck hin, liess nehmen alles, was in der priester heuser wahr, darnach zundete ehr sie ahn und brandte sie wegk, also auch das stedtlein Frauenburg, die muhle und, was da wahr, ausgenomen der Antho- niter hoff; den sie hetten dem hohem. geschworen?). Die thumheren hetten sich verspillertt, ettliche waren zum Eilbinge, ettliche zu Dantzke, ettliche auf Allenstein, und harreten nach gluck. $ 17. Von fursttlichem soldtbessern. Als die thumheren von der Frauenburg in octava Johannis evangelistae zu Fabiano, dem h. bischofe, gen Elbing kamen, langeten sie die stadt Elbing an, das sie ihn wolten folck auf den thum schiecken. Sie sandten ihn funfzig landtsknechtt, 1) Nicht Simon, sondern Friedrich von Heideck, 2) Die Verbrennung Frauenburgs bestätigen Freiberg, 31, und Falk, 48, die der Curien der Domherrn auch Beler bei Freiberg, a. a. O., Anm. 47. Lets- terer giebt als Tag der Zerstörung den 23. Januar an. Ein xweiter Angriff auf die Stadt erfolgte im März, der indessen nicht, wie Voigt IN, 586 angieht, miiss- Zang. Wenigstens schreibt der IIM. am 27. März dem Czaren, er habe Frauen- burg durch Brand geschädigt, weil ihn ron dort Schaden zugefügt sei. Schreiben des HM. im D. O0. A. 33*
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*fol. 2778. 512 Traet. XXL S 8. aber sie kamen den dritten tagk wieder, klagten, wie keine wehre auf dem thum were, so woll auch kein buchsen, noch pulwer, was sie da thun solten. So gieng Michaell Bragwein zu dem capitell, beklagte sich der unachttsamkeitt: es hette jho ein jeder das jhar funf hundertt marck zins und hetten nichts bei der kirchen gethan oder sich *mitt gewehre vorsorgett. So wardtt in der eill beschlossen, man solte die knechte auf ihren soldtt wieder auf den thum schiecken. Das geschahe, idoch kurtzlich darnach satzte man auf den thum hundertt reisige und hundertt fussgenger Polen!). In der zeitt, als die knechte wieder gen Elbing lieffen, vorstolen sich drei von ihnen, kamen zum hohem. gen Konigsberg, bothen ihm dienstt ahn. Der hohem. fragte sie, wie es umb sie were; sie anttworten, sie hetten so lange bei den Elbingern gedienett, die geben nur die woche eine marcke, so wehren sie darumb zu ihm komen vorhoffende, ihn den soldtt zu vorbessern. Der hoheni. ruftt den nachrichter und sprach: nihm sie wegk, schlag ihnen den grindtt wegk, den vorretern ich also den soldtt bessere. Und wurden also umb besserung willen des soldes getodtett?). $ 18. Von christtlicher warnung und billigkeitt. Die heren vom Elbinge haben ‚von anbegin mitt ihren burgern mitt freundttschaftt umbgangen, sonderlich die gunstt zum orden ge- tragen haben. In den tagen, als der hohem. zum Braunssberg noch ein engell war, dauchtte es zum Elbinge vielen gerathen sein, das man sich ergebe; den in den collationes rietthen es die priester sprechende: so der lobliche furstt der hohem. komt und lestt nur eine buchse abgehen, so fellett eine gantze gasse umb. Weiter sprachen ettliche priester: wen ich ein burger were, umb gutter tage willen der heren wurde ich mich nichtt vorterben lassen, es were mir gleichs so viell, wer mein herr were. Von diesen worten wurden 1) Die Besetzung des Domes durch Elbinyer Kriegsrolk, dessen Abruy aus Furcht vor den in Braunsberg liegenden Truppen des HM.s und ihre Rückkehr nach Frauenburg beim Eintreffen von Verstärkung, sowie die Besetsung Her Stadt durch Polen erwähnt Falk, 49. Ein besonderes Verdienst hierbei misst auch der König ron Polen dem Hauptmann der Elhinger, Michael Brackwagen. bei. A. Tom. V, 163—164 n. CLX, 2) Eine ähnliche Erzählung ron einer Fahnenflucht elbingischer Söldner, doeh mit anderen Verlanf, hat Falk, 49.
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Tract. XX1. 8 19. 53 ettliche burger* bowegtt, redeten worte, die nichtt zu loben stunden. Derhalben nahmen die heren von Elbing ihre gemeine vor, vorzalten ihn alle ursach, die der* her konig zu dem hohem. hette. So waren *fol. 277b. viell in der stadtt, die dem orden beistunden. Darumb wem do deuchtt (sprachen sie), das der hohem. gerechtt sei, der mochte nehmen, was ehr tragen kundte, und ziehen zu ihm; will es gott, nach dem kriege soll man ihn von dem ihriegen, was da bliebe, anttwortt geben; damitt wurden sie gestiellett. Idoch geschahen von den, die dem orden beistunden, grose lugen, so von folck komen; den der hohem. liess in dem tieffe eisen bis an die Balga und sprach, ihm kemen zehen tausentt mahn, so doch in seinen nahmen niemandt auf hundertt meilen vorhanden war. Dennoch musten die pauren aus der thumerei eisen. Nachmals brandte ehr sie vor ihr arbeitt zu lohne abe. In der zeitt tratt Peter von Dohnen, pater latronum, vor und sprach: erlauchter furstt, gebett mir hundertt pferde, ich will die Polen boschleichen, den sie haben mir meine dorffer gebrandt. Der hohem. sprach: die pflage erstoss die pauren, mocht ich nur die stedte und schlosser behalten. Das war ein furstlich wortt. Zuvor, da ehr geldtt bedorfte zu prassen, schwur ehr, ehr wolte sie boschirmen; den ehr stetes sprach: was wollen doch die Polen in bastenschuen thun, sie solten ehe wissen ein pferdtt zu stelen, den ein spiess zu furen. $ 19. Von der lesterung des hohem. auf den konig. Der hohem. wolte sein folck stercken, derhalben liess ehr solch ein brief anschlan: Es sollen wissen alle unsere getreue underthan, wie das der konig von Polen auf erlangung unserer abgefallenen Preusen habe auf uns geschiecktt heiden, Turcken, Thatern und Bohemen, welche sein? alle wie unglaubige hunde; sie unehren mitt ihren huren die kirchen, die* heilige tauffe sie mitt unlustt boschmeissen, das *fol. 278a. hochwirdige sacramentt Jhesu sie mit fussen tretten, jungfrauen sie beschemen und darnach todten, alte leutte sie ins feuer werffen, die kinder sie fressen und haben geschworen, das sie von euch niemandts wollen leben lassen.!) Derhalben seidtt umb unsers glaubens willen a) 0. b. Zmal in B, b) überg. R. i) Die Grausamkeiten der Polen, unter denen sich auch heidnische Ta- taren befanden, heben sämmtliche hochmeisterliche Quellen herror. B. Gans, 296, Zerer, Ss. r. Pr. V, 330. 331, Freiberg, 27. Schreiben des HM.'s an den Crar vom 27. März 1520.
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514 Tract. XXI. $ 20. getrostt, unser bruder Casemir hatt uns mitt 18 tausentt mahn trostt zugesagttl). Auch wissett: die in den stedten sein angenomen, die haben wieder ihre briefe gethan, wie gesagtt istt; darumb vortrauett ihn nicht?2). Mitt solchen lugen speisete man sie; aber die aus den stedten, welche die Polen gewonnen hetten, sprachen zu allen sachen: nein. Den man es auch nichtt eıfandtt; den das gantze her war Bohemen, Mehren, Lausitzer, Meisener und Polen mitt ettlichen hus- saren aus Ungern. Auf das aber der hohem. sein folck furchttsahım machte, liess ehr holtz gen Braunssberg furen, vorschuf ein galgen auf” dem ringe zu bauen, daran zu hencken alle, die wieder ihren eidtt thun wurden. $ 20. Wie der konig urlob zu streiten erlangete. Im jahr 1515, als keiser Maximilianus zu Bressburg war und bei ihm Wladislaus, konig von Ungern, Ludowicus sein sohn, konig zu Bohemen, und Sigismundus, konig zu Polen, da wardtt durch ‚heren und fursten angetragen der b. halben Deutsches ordens, das sie Preusen forderten, oder sie wolten es mitt machtt bokriegen. Dawieder war der konig Sigismundus, liess in der kurtze vorzelen alle sachen und gerechtigkeitt der kron Polen zu Preusen und offen- baren den bundtt des hohem. mitt dem Moscowitter auf sein reich. So funden fursten und heren eine weise, das sie die sache funf jahr *fol. 27Sb. lang stutzten, und *welch teill dem andern zu nahe wurde sein mitt reisung oder mitt schadenthun durch sich oder die seinen, der solte die sache und sein partt vorloren haben. Wie aber der hohem. solches gehalten, istt ihm vorgangenen tractatt gesagtt?). Derhalben so balde Carolus V. zum keiser erwehlett war, schickte konig Sigismundus zu ihm und babst Leone X. mitt allen artickeln der ungetreuen handelung des hohem. und erlangete also urlob zu kriegen. Derhalben a) davor zu ausg. B, 1) Dass in Polen eine Zeit lang die Meinung verbreitel war, die Zahl der dem HM. aus Deutschland xuxichenden Streitkräfte betrage 18000, zeigt der Brief des Königs von Polen, A. Tom. V, 183 n. CLXXXVJI. Tomicki berichtet, der HM, habe allenthalben bekannt machen lassen, sein Bruder Casimir sei mil 14000 Landsk:nechten und 4000 Reüern in Grosspolen eingefallen. Ebenda, 174 n. CLXXI. 2) Das Schreiben des HMs isi eine Erfindung Gr.s. 3) S. oben S. 438, Anm. 1.
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Tract. XXI. 8 2l. 515 schreib der keiser ins reich, das sie keinem teill mitt hulfe solten beifallen, sondern sie lassen sich mitt einander vorsuchen, angesehen wie die tempellheren nindertt so viell gethan hetten, wie diese, und weren doch vortrieben worden!). Auf das man aber dem Moscowitter vorkeme, lag Constantinus mitt 12 tausentt Littauen zur Wilna. Die Samaiten waren auch geschieckt, hareten allein auf des koniges schreiben und gebohtt. $ 21. Von der niederlage des koniges von Dennemarcke. So balde der konig von Dennemarck horte, wie die Polen waren in Preusen auf den hohem. gerucktt, liess ehr tausentt knechtte in die schieffe treten, schieckte die dem hohem. gen Preusen, aber die Schweden ihn vorbogeten, sie enttweder fingen oder erschlugen. Der hohem. liess under der zeitt ettliche hundertt mahn eisen, liess eine fartt machen von der Balga biss ins tieff an dem tage Dorotheae, aber niemandtt wolte komen?). Nach diesem wurden durch Dittrich von Schonberg angeben, der in Deutschlandtt war, briefe in Preusen angeschlagen, wie der babstt und der keiser gebothen dem konige, friede zu halten; idoch so wardtt dawieder appellie[r]tt, die klage zu underweisen. *Des haders sich undernahm ein ritter aus Pomern mit willen *fol. 279a. seines fursten; ehr kam in bottschaftt weise in Preusen, vormass sich, den hohem. in demutt zu brengen. Als aber am tage Mariae der hohem. sein vorbrengen horete, sprach ehr: ehe dan ich mich mitt dem konige von Polen wolde freunden, ehe woltt ich ein schwerdtt an meine brustt setzen, damitt an die wandtt lauffen und mir mein freies hertze ablauffen, ob ehr gleichs noch eins meiner mutter bruder were; solte auch in Preusen nichtt ein stein auf dem andern bleiben, so will mich dennoch an meinen ubelthetern rechen. In der zeitt, als ehr von seinem folck geldtt nahm, vorsicherte ehr sie, das sie wurden keinen kriegk haben; als sie nu aber sein begihr zu kriegen horeten, fluchten sie ihm und wunschten ihm alles ubell. So wardtt 1) Dass der Inhalt des angeblichen Schreibens Karls V. ron Gr, erfunden ist, bedarf keiner Versicherung. Ueber das Schreiben des Kaisers an den HM. bei Dogiel IV, 205, s. Voigt IX,565, Anm. 1. 2) Schreiben aus dem Anfang des Jahres 1520 beweisen, dass der HM, Hilfe vom König von Dünemark erwartete, dass er sie aber nicht erhiell. Erst im April und im Juni langten Söldner aus Dänemark in Memel an, Freiberg, 42; rgl. Voigt IX, 604.
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*fol. 279b. 516 Traot. XXL $ 21. ehr so wilde, das man nichtt wuste, ob ehr so frolich frei oder wolge- mutt war, oder so lunatisch; den diese seuche hing ihm anl), in welcher ehr zu zeiten allein, zu zeiten mitt zwo oder drei knechtten umbrante. Auch brandte ehr das schloss Czesten selbstt aus, auf das sich die Polen nichtt solten darein lagern?). Ebr nahm Melsack, der thumheren stadtt, ein; ehr furte von da allein 200 schlitten mit getreide (so man’ von den dorfern hette dahin geflohett) gen Braunssberg?). In diesem vorbohte des koniges heere des hohem, neue muntze, als seine neuen groschen®), und gebote, man solte die pölchen, das istt die Polnische muntzes), zu 12 ds. nehmen. Das war die ursach: der hohem. hette vor einem jahr lassen muntz machen auf groschen- schlag von silber so hin; auf das man sie aber kante, liess ehr darauf machen ein eingebogenen schildtt auf beiden seiten®). Diese muntze wolten die b. *ahn ihren zinss nichtt nehmen, darumb scheueten sich auch die andern stedte; sie wardtt vorboten, aber sie stundtt nichtt lange, den man nahm grosen schaden davon, als sie so ge- mein war. Dem hohem. war geweisagett, das ehr dies jahr wurde eine traurige fasttnachtt haben, aber ehr war nie frolicher und unsinniger gewesen, als in dieser fasttnachtt. Ehr liess ihm guldene sterne auf sein berehtt machen; aber die seinen desto mehr blutt weineten und sich an ihrem fursten sehr ergerten und merckten, wie ehr sie mutt- willig zu solchem kriegeswesen brechte. 1) Auch in polnischen Kreisen war das Märchen verbreitet, der HM. sei wahnsinnig; vgl. A. Tom. V, 112 n. CVIIT. 2) In einem Schreiben vom 11. März an Dietrich v. Schönberg erwähnt den HM, dass wnter anderen Städten auch Sehesten „poswickisch“ abgefallen sei, D. 0. A.; vgl. Voigt IX, 589. 3) Nach Freiberg, 33, wurde von dem in . die Stadt geflüchteten Gute den Eigenthümern nichts genommen. Vogl. auch S. 523-525. 4) Dass dies richtig ist, beweist das Ediet des Königs vom 14. Februar, 4A. Tom. V, 162-163 n. CLIX. 6) Ueber die "sogenannten Pölchen d. h. die nach dem Schweidnitzer Münxmeister Paul Monau benannten Groschen s. Grünhagen, Geschichte Schle- siens, L 383. 6) Ueber die unter HM. Albrecht 1520 geschlagenen Münzen s. Vossberg, S. 199.
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Tract. XXI. & 22. 517 & 22. Von dem unvorwindttlichen schadenthun der Polen. Dieweill Preusen stehen wirdtt, mag der schade nichtt vor- wonnen werden, der in diesem kriege geschahe. Es istt zu wissen, wie das der konig zum ersten aufnahm 4 tausentt edele Polnische heren, diesen liess ehr soldtt geben auf so viell pferde, als sie an- sagten. So nahmen sie mitt ihre drescher, gerttner und pauren, funden in Preusen schone und viell pferde, auf welche satzten sie ihre mitt- gebrachte knechtte, gaben ihn ein scherflein in die handtt und machten ihn so reisige gnug. So war gantz Preusen foll Polnischer knechte und betteler, die alle kamen ins here; die heren nahmen sie auf, gaben einem iglichen den tagk ein groschen und alles, was sie raubeten, das musten sie ihrem heren brengen, ausgenomen das eiserwerck. Derhalben wor sie in ein haus kamen, nahmen sie alles, auch die negell aus den wenden, brandten alles wegk, was sie funden; das viehe sie zum teill assen, ein teill vorkauften, ein teill und das beste sie aus dem lande trieben!), Sie sturmten und gewonnen stadtt und schloss Soldau?), von guttem aufgeben nahmen sie ein Gilgen- burg. Sie zogen vor *Osterrode und Hohenstein, die ergaben sich *fol. 2808. ohne sturmen®). Juncker Hillebrandt der heupttman, den ettwan die b. vorhalten hetten, da ehr auf die stadt Elbing raubete, der brandte und nahm gefangen h. Andream Cletz und Johannem Kappitzt). Sie nahmen durch ergebung ein *Deutsche Eilau, Liebemohle, Sale- feldtt, Rosenbergd), Morung, schloss und stadtt, den daselbstt auch Hans Schonewiese reuterheupttman ware), sie erranten mitt hinder- a) überg. B. 1) Ueber die Grausamkeiten und Verheerungen der Polen in Preussen sind die preussischen Quellen einig. S. Freiberg 27, 34. Gans, 296, Newe geticht Ss. r. Pr. V, 342. B. Stegmann, Ss.r. Pr. V, 506. Auch die Polen geben es zu. 4A. Tom. V,167 n. CLXV. 2) Anderweitige Belege bei Töppen zu Falk, 48, Anm. 5. . 3) Die freiwillige Uebergabe von Gilgenburg, Hohenstein und D. Eilau be- zeugen Freiberg, 30, und B. Gans, 302. Vgl. Töppen a. a. O., dazu A. Tom. V, 143 n. CXXX VI. 4) Nach Beler wurde ein Ordensbruder Melchior Petsch auf dem Schlosse in Soldau gefangen genommen. Freiberg, 30, Anm. 42. b) S, Töppen a, a. O., dazu Falk, 54, A. Tom. V, 167 n. CLXV und Va- povius in Ss. r. Polonicarum, II, 164. 6) Nach Zerer, Ss. r. Pr. V, 331, Gans, 302, und Beler hielt Wurgel Dro- honitzky das Schloss in Morungen besetzt. Die Stadt Morungen fiel erst nach rorhergegangener Belagerung. Freiberg, 30, Zerer vermuthet Verrätherei, Ss. r. Pr. V,331, ebenso das Newe geticht, Ss. r. Pr. V, 342.
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518 Tract. XXI. $ 2. list das feste schloss Schonenberg, welches dem thum zu Marien- werder anhorte, und nabmen den thumprobstt gefangen, b. Nicles Schonborn!), [auch] nahmen sie ein Liebestadtt?). Das sein alles* stedte. Die armen leute sich ergaben, den der Polen waren zu viell, und sie niemandtt von ihren heren boschutzte. Am sonnabentt nach Fabiani und Sebastiani ranten sie vor Hollandtt?). Welche stedte sich gaben, den thett man nichts; sonst alle hofe und dorfer man in den grundtt brandte. Der hohem. wolte die Polen bei Hollandtt schlan, aber sie wurden sein oberher, sie erschlugen ihm 60 reisiger und hundertt fussgenger, den sie waren in grimiger kelte erfroren, das sie nichtt® rechtt kundten eine handtt ruren‘)., Auf einer andern stelle sie in einem hause 40 reisiger, die vor ihnen geflohen waren, vorbrandten. a) aller B. b) überg. B. 1) Nach dem Chronicon breve des pomesanischen Domherrn üble der Dom- propst Nicolaus Schönborn, ein geborner Thorner, Verrath, indem er das Schloss Schönberg ohne Noth an die Polen auslieferte, Ss. r. Pr. V,435. C. Schütz, 462, entschuldigt die Uebergabe damit, dass Schönborn keine Unterstützung erhielt. 2) A. Tom. V,167 n. CLXV. Vapovius a. a. O. 3) S. Töppen au Falk, 49, Anm. 2. Gr’s Angabe ist schwerlich genau. 4) Die Berichte über die Ereignisse bei Ankunft der Polen vor Holland lauten sehr widersprechend. Die polnischen Quellen und Falk behaupten, der HM. sei in H. persönlich anwesend gewesen. Nach Briefen des Königs von Polen. und. des polnischen Kanzlers Tomicki hat er versucht, sich mit seinen geringen Streit- kräften dem polnischen Heere entgegenzuwerfen, ist aber in die Stadt zurückge- schlagen worden. A. Tom. V, 177 n. CLXXVI, 179 n. CLXXX. Vaporius weiss au berichten, dass er beim Anzuge des polnischen Heeres die Flucht ergriff, Ss. r. Polonie. II, 165. Falk, 49, berichtet ähnlich, fügt indessen hinzu, dass er von den Polen verfolgt, aber von ünen durch ein Mühlenfliess gelrennt gewesen sei. Die hochmeisterlichen Quellen wissen von einer Anwesenheit Albrechts nichts. B. Gans, 303, erzählt nur, dass er die Absicht gehabt hat, die Polen bei Holland anzugreifen, dass er sich jedoch wegen ihrer Ueberzahl zurückxog. Beler be- hauptet wohl mit Unrecht, dass er sie ron der Stadi vertrieben habe. Die übrigen preussischen Schriftsteller ermangeln genauerer Angaben. So viel scheint sich zu ergeben, dass der HM. vor Holland gewesen ist, aber wegen der Ueberzahl der Polen nichts auszurichten rermochte und sich in Folge dessen nach Königsberg zurückgexogen hat. Gr.'s Bericht stimmt am meisten mit den erwähnten Briefen überein. Auch seine Nachricht über die Kälte um diese Zeit findet Bestätigung in einem Briefe. A. Tom. V, 165 n. CLXI.
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Traet. XXI. 8 28. 519 $ 23. Was sie vor Hollandtt in der belagerung theten. Als die Polen Hollandtt, stadtt und schloss, berandtt hetten, umbgaben sie es mitt dreien parten. Man furte davor buchsen von Dantzke, carthaunen und schlangen, aber sie theten keinen fromen, den sie zursprungen!). Die frauen in der stadtt waren zumahl an- dechtig zur heiligen frauen s. Annen; alle steine, die in die stadtt geschossen wurden, die *opferten sie mıtt weinenden augen. Zu *fol.280b. Konigsberg gieng man mitt dem hochwirdigen sacramentt und bathe gott, ehr wolte sich erbarmen uber unschuldige leute, sie erledigen von den grausamen Polen; die Deutschen vorsprachen sie. Derhalben wem sie ubermochten. den erschlugen sie; aber gott behutt sie sich- tiglich, das sie Hollandtt nichts theten. Die Polen ranten aus, raubeten sehr viell, das sie ganze wagen foll geschmeide floheten. Die knechte, die* vor hanenfedern auf den hutten furten, die bestackten ihre hutte mit silbern leffeln und riethen so aus dem lande. In der kirchen zu Marienfelde funden sie 12 hutte foll geldtt an groschen und horngulden?). Sie berau- beten die kirchen und nahmen, was sie funden, die pfeiffen aus den orgellen, die eiser, da die lichte in stecken, nahmen, sie, das theten alles die drescher und ihre knechte, die ettwan den pauren gedienett hetten. Sie wurden bogrieffen und beklagett; ettliche man spiessete, ett- liche vorbrandte, ettliche entthaupte. Die Polen wolten in einer nachtt Hollandtt ersteigen, die burger waren heimlich auf der mauren, sie liessen sie anziehen und schossen mitt den buchsen 40 Polen; ettliche sturben, jedoch viell wurden gesundtt. Vor Hollandtt waren Deutt- sche knechte von Dantzke und Elbing®) und 800 Bohemen, diese bathen urlob, das sie es mitt feur mochten gewinnen; aber das wolten die Polen nichtt gestadten, den sie wolten die beute nichtt vorlieren, sondern wolten harren, biss der konig wolte seine maur- feller schiecken, auch wolten sie nichtt folck vorlieren. a) überg. B. 1) Dass 4 Danziger Geschütze xersprangen, berichtet auch Zerer, Ss. r. Pr. V, 331. Nach Falk, 50, sandte Danzig nur 2 Büchsen. 2) Beler erzählt, dass die Polen Marienfelde bei Holland ausbrannten. Freiberg, 31, Anm. 46. 3) S. Falk, 49.
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*fol.281a. *fol. 281b. 520 Tract. XXI. $ 24. $ 24. Wie die Polen auss der stadtt verspott wurden. *B. Simon Schenckl), juncker Dittrich von Schliefen, juncker Peter von Donen, juncker Merten Grusing?) sagten den burgern ahn, wie dem hohem. weren 14 tausentt mahn komen, ehr wolte komen und sie retthen. Die burger wurden fro, hiengen in spottweise eine bradttwurstt uber die maure schreiende, wie man ein hundtt ruftt: zu, zu, zu, zu. Eittliche hingen ein blau niederkleidtt aus, und solche spotterei viell brauchten. So war under dem schlosse ein spittellhoff, foll mitt schonem viehe, besser dan 2 tausentt marck werdtt. Den auf dem schlosse dauchte, das umb der buchsen halben niemandtt mochte dahin? komen; den es war nichtt mehr, den ein wagenwegk, dazwischen. Die Pulen machen sich in einer nachtt auf und nahmen alles viehe wegk; die vom schlosse schossen mitt hakenbuchsen 3 gantze stunde nach einander auf sie, und wurden nichtt mehr, den zehen, verwundtt. Desgleichen geschahe es auch vor dem schlosse Preuschemarcktt®). Die Bohemen sampt den Deutschen wurden unmuttig, den die Polen nahmen des stelens wahr und wolten nichtt schirmen helfen machen. Balde kam ein brief vom hohem., der lauht also: wo ihr zeitt aus were, und wolten zu ihm ziehen, so wolte ehr ihn geben zwiefachtigen soldtt. Wiewoll sie es nichtt annahmen, jedoch machte es lotterhaftige hertzen. Es war unmenschlich, wie die Polen todten und stalen, sie schoneten niemandtts. Wem sie ubermochten, den erschlugen sie, umb des willen ihn niemandt holtt war; und die Preusen sich gemeinlich zur wehre satzten, brachten also der Polen mechtig viel umb, derwegen es dem konige noch so viell koste, *das ehr muste Bohemen und Deutsche aufnehmen. Wer am meisten brennen und morden kundtte, der war der beste. Als sie aber in 700 dorfern alles futter vorbrandtt hetten, liedten sie mitt ihren pferden grosen hunger, sahen woll in drei wochen kein hewe, also musten sie auch von andern dingen mehr, was ihn nohtt war, enttbehren). a) d. überg. B. 1) Vrelmehr Rüdiger Schenk; vgl. oben S. 470, Anm. 4. 2) Philipp Greusing war Führer von ÖOrdenssöldnern in P. Holland. Foigt IX, 591. 3) Falk, 53, berichtet gleichfalls, dass den Bewohnern von Pr. Mark das Vieh ron den Polen genommen wurde. 4) S. oben $. 513, Anm. 1, und 517, Anm. 1.
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Tract. XXI 8 26. 521 Was soll ich von ihrer dieberei sagen! Sie liessen nichtt ein nagel in den heusern, so auch auf den brunschwengeln, sie liessen kein glassfenster, wie klein es auch war, es muste mitt. Bei Marien- burg, Lamehandtt und Elbing zogen sie die diebe im galgen nackett aus. Furte ihn ein becker brodtt ins lager und gab ihn ein wecke vor zwo pfennige, sie stalen ihm hergegen ein pferdtt vor zehen marck. So geschahe es allen, die ihn zufurten. Sie furten aus dem lande die allerschonesten kinder von knaben und jungfreulein, die musten ihre diener sein. Und furwar auf das mahl machte Preusen Polen reich; es ist unglaublich, wie mercklich gutt sie im lande funden. $ 25. Von rechter strafe gottes auf beide parte. Wen gott jemandts strafen will, so schiecktt es sich wunderbar- lich, wie es in diesem kriege erkantt istt. Dem hohem. bedunckte, das ihm die gantze christenheitt wurde beifallen, aber als es ihm nohtt thatt, kandtt ihn niemandtt. Sein abgott Volliskol), der Mosco- wittersche furst, der ihm so viell hette zugesagtt, wardtt also gestrafft und vorhindert. In diesem 1520. jahr auf weinachten wardtt ehr sehr kranck, das man nichtt anders vormeinte, ehr wurde sterben. Auf das aber nach seinem tode nichtt ein auf*ruhr wurde, bepfull *fol.282a. ehr das regimentt seinem bruder mitt vorwilligung der heren. Dieser hette die reichsstende bei einander und lostt ihm schweren. Nach- dem wirdtt der krancke gesundtt, da will ehr seine berligkeitt wieder angehen. So woltt ihm sein bruder nach rahtt der heren nichtt weichen und sprach: bruder, wir sein von einem vater und mutter: derbalben haben wir gleich rechtt zum lande. Dich haben die heren zum fursten erweblett, itzundtt haben sie mich auch erwehlett; da- rumb so lang du regirett hastt, will ich auch regiren. So freundttlich du mir gewesen bistt, will ich dir auch sein. Das gieng Volisko, dem alten fursten, nahe, muste doch bose gedultt haben. Also enttfiell dem hohem. sein trostt, zusage und groses puchen. Der neue Mos- cowitter machte mitt dem konige friede, offenbarte ihm alle anschlege des hohem., darumb zog das folck aus Samaiten und Littauen in Preusen, die anschlege des hohem. zu vortreiben?). 1) Oben S. 465 nennt Gr. ihn Wolusch. Gemeint ist Wassıli. 2) Ein Anlass zu dieser albernen Erfindung Gr.'s konnte nicht ermittelt werden.
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522 Traet. XXL $ 25. Bischof Job von Riesenburg wardtt von ehrbaren leuten gebeten, ehr solte sich gegen seinen gefattern demuttigen, auf das ehr entt- gehen mochte der* gewaltt des koniges. Ehr anttwortt: davor sei mir 40 tausentt mahn, die das gantze Romische reich herein schiecktt, derer einer tuchtiger ist, den drei Polen. Uns helfen unser starcke schlosser und erweletes geschoss, das wir sicher sein, weill der konig und sein landtt nichtt geschoss hatt. Ob die Polen gleichs die dorfer vorderben, das ist ein wiedergelten. Darauf sprachen die ehr- *fol. 282b. baren leute samptt der stadtt Riesenburg: her bischof, *her bischof, euer puchen und hoffartt wirdtt euch botriegen. Darauf sprach der bischof: der gaule gehett und. muss gehen. Indem das der gaull so gieng, bohieltt der bischof nichtt eine muhle noch dorf mehr, allein noch eine zeitt lang? Riesenburg, stadtt und schloss; und aus dem reiche kam niemandtt!., Am tage Gertrudis beschoss man Marienwerder, stadtt und schloss, so heftig, das der thum balde ein- gefallen were?). Die thumkirche istt mitt der thumheren wonung wie ein mechtiges schloss, das ettwan 8 tausentt mahn nichtt ge- winnen kundten3). Zu dieser zeitt war Marienwerder mitt folck und buchsen woll bewarett. So kamen die Polnischen buchsen, derer 4 schossen steine oder kaulen, ein igliche von 31/2 centtner eisen“. Auch waren da sechs schlangen, die trieben eine meile weitt und machten gleichwoll ein loch in die mauren, auch ein morser 11/s ehle weitt, 200 zimerleute, die nur die schirm und brucken machtten, die buchsen zu bewaren und 3 tausentt reisiger zu beschutzen. Sie schossen Marienwerder, das man die schosse mitt dem winde uber a) die B. b) über ausg. B. c) eiser B. 1) Ueber den Schaden, den die Polen im Bisthum Pomesanien anrichleten, s. Freiberg, 27. 2) Nach Voiyt IX, 587, erschien das polnische Heer am 12. März ror Marienwerder und beschoss es swei Tage lang; vgl. 8. 523, Anm. I. Die verschiedenen Angaben über den Tag der Eroberung Marienwerders hat Tüppen zu Falk, 51, Anm. 1 zusammengestellt. Nachzutragen ist die Angabe in dem Briefe Sigismunds an Lawas v. Gorka, A. Tom, V, 184 n. CLXXXVII, wonach die Einnahme der Stadt auf einen Freitag fiel, also den 16. März. 3) Die starke Befestigung des Domes von Marienwerder hebt auch Tomicki herror. A. Tom. V, 185 n. CLXXXIX. Eine Schilderung der. Domkirche und des Domschlosses hat Töppen, Geschichte der Stadt Marienwerder, 160 ff.
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Tract. XXI. 8 26. 523 7 grosse meilen horetel). Sie gewonnen Marienwerder mitt gewaltt; aber die priesterheren mitt dem adell schieckten sie gefangen zum konige?), besatzten es, und der gaull gieng. 8 86. Wie die Polen zu Melsack geschlagen wurden. Das here vor Hollandtt muste sich am montage nach Invocavit umb groses wassers halben?) teilen; darumb zogen mitt dem feldtt- heupttman 6 tausentt auf Natangen®), sie vorbrandien alle dorffer, die den edelleuten angehorten, welche ettwan im lande *so geraubett *fol. 283a. und gerietten hetten, sie vorbrandten dem Tettaw* Preusche Eilau9), Kreutzburg und die vorstadtt Zinten®), sie bra[c]hten mechttige gutter von dannen. Die Polen erschlugen viell pauren, wurden auch viell Polen heimlich erschlagen”). Sie kamen vor Melsack und bogerten, man solte ihnen aufthun. Sie sprachen, der hohem, were ihr here, und nichtt der konig; sie schossen mit den buchsen, die ihn der hohem. geliehen? hette, heraus. Man gebohtt, die stadtt uberheuptt zu gewinnen und die menner alle zu wurgen. Man gewahn sie und wolte sie todten, aber Achatius Zehme, der Deutschen heuptman, er- losett die menner vom tode; sie schwuren ihren thumheren von der Frauenburg wieder vor dem sacramentt. Das here® aber zog weiter auf Natangen, liess den burgern in der stadtt das regimentt auf vor- a) Pettau B. b) geliehett B. c) überg. B. 1) Die Schwere der Geschütze und ihre Wirkung hebt König Sigismund selbst hervor. Zugleich erwähnt er, dass die Beschiessung nur einen Tag gedauert hat. A. Tom. V, 181, 182, n. CLXXXII. Vol. auch Canoniei Pomes. breve chronicon de 1520, Ss. r. Pr. V, 436, Vapovius, Ss. r. Polon. II, 165, und B. Stegmann, Ss. r. Pruss. V, 506. Voigt IX, 587. 9) Die Abführung der Besatzung nach Thorn zum Könige bestätigen Beler bei Freiberg, 38, Anm. 92 und Vaporius, a. a. O. 3) Exercitus vero, qui obsidebat Hollandum, jam inde discessit re infecta propter nimias aquas ec. A, Tom. V, 184 n. CLXXXVII. 4) Freiberg, 34, giebt die Zahl der Polen auf 4000 an, Zerer, Ss. r. Pr. V, 332 und B. Gans, 304, auf 3000. 5) Die Stadt Eilau wurde von den Polen ausgebrannt, das Schloss hielt sich indessen. Freiberg und Gans, a. a. O. 6) Zinten wurde gleichfalls belagert, in der Umgegend arg uebrandschatzt. Freiberg und Gans, a. a. 0. 7) Verluste der Polen erwähnt auch Gans, a. a. 0.
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*fol, 283b. 524 Traot. XXI. 8 26. trauen. So war in der stadtt ein pfahr, der riehtt ihn, sie solten den hohem. wieder aufnehmen. Sie folgeten ihm, brachten die buchsen, die ihn geliehen waren, gen Braunssberg. Indem kamen die Polen, erwurgeten 7 rahtsheren und den pfahrhern und brachtten sie heimlich wegk, sie legten hinein 200 draben oder tragwegk-Polen, die zogen aus und ubeten do erstt grose grausamkeitt, sie schoneten auch nichtt des leichnams Jhesu, den sie wolten wahr machen, das man ihn vorhin hette angelogen. Auch waren sie umb der Melsacker ab- fallung halben den Deutschen mechtig feindtt, schoneten niemandtt, sondern ubeten allen gewaldtt. Der adell kam zum hohem., bathen, das sie sich mochten ahn ihn rechen; ehr es ihn vorgunte. Sie vor- samleten tausentt pferde, ihrer heupttman war b. Simon von Heydeck. Sie kamen vor Melsack, machtten mitt einer carthaunen ein wegk in die stadtt, kamen hinein; die Polen wehreten sich, aber des hohem. folck gewahn und erschlugen alle Polen; ihrer zwo rohttmeister nahmen sie gefangen. So war dies ein wunder, das *von des ordens seiten vorloren wurden die grosten strauchdiebe, die der orden hette, welche allen jhamer gestieftt hetten. Melsack bleib gleich wie wuste, den sie furchtten sich vor den Polen.!) 1) In den Hauptzügen schildert Or. die Schicksale der Stadt Melsack nich! ungenau. Auch von den Einzelheiten seines Berichtes sind einige sonst bezeugt; ral. Töppen zu Zerer, Ss. r. Pr. V, 332, Anm. 4, wo nur die Datirungen zu berieh- tigen sind, Die ron Gr. früher, S.516, erwähnte erste Eroberung der Stadt durch Friedrich r. Heidech fällt nicht, wie Beler angiebt, auf Montag vor Valentin: (13. Febr.), sondern auf einen früheren Tag, da der HM. am 13. an Heideck br- reits schreibt, er habe vernommen, wie es mit der Besetzung von Melsack xztehe. und dass daselbst Mangel herrsche; Heideck solle den Einwohnern sagen, sir möchten sich treu zeigen, da er sie in seinen Schulz genommen. Fol. 1520 im D.0,4. Die Stadt fiel, wie Gr. oben mittheilt, nachdem sie Widerstand geleistet, in polnische Hände. Freiberg, 34 und 65. Töppen a. a. O. Nach Freiberg soli es in der ersten Fastenwoche geschehen sein (22.—29, Febr.). Die Aufreizung der Bürger durch einen Pfarrer erwähnt Gr. allein, die Wegführung der Büchsen nach Braunsberg, die Rückkehr der Polen und die Enthauptung einiger Raths- herren bereugt auch Stegmann, Ss. r. Pr. V, 506. Die Zahl der polnischen Truppen, die Melsack besetzt hielten, giebt Or. auf 200 an, Tomicki spricht ron 400, die der polnische Heerführer Firley in die Stadt gelegt, von denen aber der grössere Theil entfernt gewesen sei, als der Angriff der Ordenssöldner erfalgte. A. Tom. V, 186. An anderer Stelle schreibt er, dass 200 böhmische Fussknecht: bei Melsack geschlagen wurden; ebenda 8. 155 m. CLXXXIX. Der HM, hast: am 10. März die Nachricht, dass 400 Polen bei Melsack ständen. Fol. 1520 im
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Tract, XXI. $ 27, SU [Se] $S 27. Von ewigem schadenthun im fande. Die Dantzker buchsen waren nichts werdtt, den sie waren mitt den giessen vorwarlosett, das das pulwer hinden aussprang, und barstenl). So war ein burger zum Elbinge mitt nahmen Hans Conitz, cin orgellmacher, der schmeltzte den carthaunen von Dantzick die pulwerkamer von neuer materia ahn, boscheustt sie in einer stunde mitt drei schussen und sie damitt gewertte. Das wardtt dem konige gesagtt, ehr aber woltte es mitt seinem gantzen rahtt nichtt glauben, den ibn und anderen mehr dauchte, wie die* Preusen nur ochsen wehren und solche kunst nichtt hetten, wardtt auch von menniglich woll belachtt. Der feldttheupttwann Firley wolte Hollandtt sturmen, auf das ehr desto ehe vor Konigsberg keme und den krieg endete. Sein adell aber wolte nichtt und sprachen: solten wir den krieg so balde enden, so hette wir nichtt die schue errietten. Sie waren schr nach- lessig, lagen umb den Elbing, liessen sich gnug zufuhren. Zu ihrem grosen gluck war der hohem. todttlichen kranck?), den ehr hette die fallende seuche gekriegett von dem wehe, das ihm sein landtt so vorterbtt wardtt, und ihm niemandtt zu hulfe kam. Die a) überg. B. b) milt ausg. B. D.0.A. Freiberg, 36. Die Grausamkeiten der Polen in der Stadt und um dieselbe bexengt der Bischof und das Capitel von Ermland in einem Schreiben an den Kinig. A. Tom. V, 209. Dass der Adel den IIM. gebeten habe, Rache zu üben, arte Cr. berichtet, entbehrt anderweitiger Destätryung. Jiehtig ist, dass der IM, am 19. Mär: an Friedrich von Hrideck den Auftrag ertherlte, die Polen in Melsack anzugreifen. Die Zahl der Ordensstreitkräfte giebt Freiberg, 35, auf 1200 an. Der Angriff fand nach demselben am 14. März statt, nach einem Briefe des IIMs an den Cvaren dagegen erst am 15. Mürx. Schreiben ». 27, Märs im D.O. A. Den Verlust zireier Rottmeister bezeugt der König von Polen selbst A. Tom. V, 186; zul. auch V, 2532 n. CCLVII, wo von einem bei Melsack Gefangenen, mit Namen Saboy, die Iede ist. Teber die Verluste des Ordens und die Dehandlung der Stadt s. Freiberg, 36. NVyl. auch den Drief des UM’s au Wulf vr. Schönberg bei Faber, Pr. Archiv, IL 78, dessen Datum ohne Zweifel von Faber fulsch angegeben ist. ” 1) S. oben S. 519. 2) Auch dieser Nachricht liegt richtiges zu Grunde. Der Secretär des IIM.s, Christoph Gattenhofer, schreibt am 22. Februar an Dietrich von Schönberg von scinem Uerrn: „dan sein fürstl, gn. etwas schwerlich krangk gewesen, doch widerunb zu besserung geschickt.“ Am 11. März therlte der IIM demselben mit, Gott habe ihn seit IUg Monat mit Krankheit gestraft, dorh sei er jetzt besser; und am 5. April schreibt er Ähm: als er von Melsack abyeroyen, habe in ein Jitziges Ficher ergriffen, er sei so schwach gewesen, dass er yeglaucht habe zu sterben; (ott habe geholfen, „aber im haupt sein wir noch was ungeschickt.“ D. 0,4. 34
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*f01.284. a. 526 Traet. XXI. $ 28. seinen guneten und wunschten es ihm, den ehr hette ihn vorhin ihr geldtt abgeschetz[t], vielen ihr kauffmansgutt genomen und hette diesen krieg nichtt bedurftt, sondern sein? boser will ihn machtte. So sie sich gegen ihn erklagten, sprach ehr: ich bin ein fromer furst, ihr soltt keine schande, noch schaden an mir baben; ich will euch keinen krieg machen. *Aus solcher ursach wunschten sie ihm das fallende ubelll). Als sie abgebrandtt waren, es ihn auch bestundt. Der bischof von Samelandtt ordenirte, das man gott fleissig umb gnade bahtt. So wardtt es im lande erkantt, das durch das gebete gott ihn und die seinen wunderbarlich behutt, mehr den sie sich selber. Die bottschaftt kam in Preusen, wie hertzog Friedrich von Sachsen, marggrafe Jochim von Brandenburg, Albertus sein bruder, der bischof von Meintz, und der bischof von Funfkirchen zum konige kemen und wolten friede machen?). Indem fahren die Dantzker aus, erfullen das tieff, durch welches die Konigsberger mitt den grosen schieffen in kauffmansweise siegeln®). Das darumb: alle schieffe, die in Preusen wollen, mussen durch Dennemarck; so gebohtt der konig von Dennemarck nach bogehr des hohem., alle, die da wolten ihn Preusen siegeln, die solten gen Konigsberg, und nichtt gen Dantzke. Die gen Dantzke furen, nahnı ehr leib und gutt; aber die ein boweisz hetten, das sie von Konigsberg kemen, behielten das ihrigef). $ 28. Von untrew, so des hohem. folck den armen leuten thette. Die armen unterthan des hohem. musten bei leib und gutt das ihrige auf die schlosser flohen, Als aber die b. den ernstt der Polen sahen, theten sie die kasten der armen leute auf, nahmen das beste heraus, auch was den kirchen angehorte, und sprachen: sollen 1) Yyl. oben 8. 516, 2) Die Friedensverhandlungen fanden erst im Mai durch die Bevollmäch- tiyten der genannten Fürsten statt. Voigt IX, 596. Nachricht ron dem beabsichtigten Schritt hatte der IIM. bereits Anfang Aprü. Schreiben des HM.'s an Wolf v. Schönberg o. D. im D. 0. A. Vgl, S, 538, 539, 8) Die Versenkung des Tiefs fand am 17. März statt. Freiberg, 36, und Beler, ebenda, 37, Anm. 9. 4) In der Instruchion vom 12. März, die der HM. seinem Gesandten Heinrich v. Döberitz mitgab, trug er diesem auf, den König von Dänemark zu bitten, Danziger Schiffe im Sande aniuhalten. D. O. A.
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Tract. XXI. 8 29. 527 es Polnische diebe nehmen, so mehr nehmen es Deutsche heren; und gelobeten dem folck, sie wolten es woll bewaren. Die armen leute sprachen: ersttlich nahm uns der hohem. das geldtt, vorsatzte uns gott und alle seine heiligen, das wir keinen *krieg wurden haben; itzundtt nimtt ehr uns alles, was wir haben, und den hals sollen wir selbestt erwehren, Die bosewichtt, die den leuten das ihrige genomen, hende und fusse ihn abgehauen, umb des willen wir in diese nohtt ge- komen sein, die liegen zu Konigsberg, und niemandts vor uns streitett. Vom Braunssberge furte man 15 schlitten mitt solchem gutte. Damitt wardtt des hohem. gelobnis gehalten, als er sprach: were ehr ein fromer furstt, so solten die‘) Braunssberger nichtt auf einen pfennig schaden nehmen, das ihm die stadtt vorrathen were. Aber der b. folck sprachen: alle hohem. habens nie so weitt gebrachtt, als dieser lobliche furstt Albrechtt, unser allerguedigster her; den das gantze reich istt auf, mitt folck vor ihn zu streiten. Auch hatt ihm der Moscowitter alle sein geldtt gelobett vorzustrecken!), und wo der konigk von Polen einen ritter auf hatt, so wirdt unser lob- liche furstt, der hohem., dagegen drei grafen wieder ihn haben. Die Polen furen das geldtt aus Preusen, aber wir wollen es erfullen, das man mitt groschen, derer einer zwo Reinische gulden geldtt, soll offenttlich zum pflocklein schiessen. Ob es gleichs Polen regnete, so woll wir ihn gutt gnug sein. Solche und dergleichen worte machtten sie viell puchende®), und die armen leute gleubten es. Aus des ordens landtt schreib ein gutt freundtt dem andern ins koniges teill, ehr solte das seine bewaren, den das gantze reich were auf. So war es doch alles mitt einander von den b. erlogen. $ 29. Von dem vorreterischen woywoden aus der Wallachei. *Zelembett, der woywoda in der Wallachei, liess zwen sohne, der eine war von seiner ehelichen furstinne, der ander von seiner huren. Dieser war freundttlich und from, darumb nahm ilın das Jandtt zum heren auf; den sein bruder, der rechte erbe, war zumahl ein bosewichtt, der stundtt seinem bruder, dem banckertt, nach seinem leben. Darum nahm sich das landtt“ seiner ahn und suchtten das a) Vor die ist in B das ausgestrichen. b) puchenden B. c) überg. B. 1) Die Verhandlungen des HM.s mit dem Grussfürsten betreffen in der ersten Tälfte des Jahres 1520 fust ausschliesslich nur die Gewährung von Geld- mitleln seitens des lelsteren. Vol. Voiyt IX, 594, 605, 610. 34* *fol.234b. *fol. 285a.
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528 Tract. XXI $ 29. ehekindtt, der ein bube war, bei allen heren zu todten; aber ehr enttkam und gab sich in boschirmung Sigismundi, des koniges von Polen. Der sagte ihm zu jahrjerlichen 600 gulden soldt und freiete ihm mitt der zeitt eine reiche starostinne mitt vielen guttern. Aber ehr brachte ihr alles zu, was sie hette, und fieng an vorreterei zu stiefften. Sigismundus, der konig von Polen, schieckte ihn im jahr 1515 mitt briefen, da viell angelegen war, zu Ladislao, konige zu Ungern, seinem bruder. So hette aber der Wallach sorge, der konig von Polen und der konig von Ungern wurden ihn seinem feinde, dem Wallachen, uberanttworten; derhalben ehr sich bedachtt und kam zum hohem. Alberto in Preusen, erbohtt ihm hulfe von seines brudern wegen, und wie ehr ihm wolte Marienburg uberanttworten. Das gefiell dem hohem. alles woll, aber seinen b. nichtt; idoch wardtt ehr bei dem hohem. vorhalten. In dem thatt der Cristof Pusch dem orden grosen schaden; da machte sich der hohem. mitt allen seinen reutern, die den leuten hende und fusse abhieben, aus und hielten in den streuchern, aber sie mochtten den Pusch nichtt fangen. *fol.285b. So erbohtt sich dieser*vorlaufene Wallache, wolte man ihm ein geschenck thun, so wolte ehr den Pusch uberanttworten. Von stunden an bohtt ibm der hohem. 200 Ungrisch gulden, wo ehr ihn ihm wurde lebendig brengen; wurde ehr ihn aber todtt brengen, so soltt ehr haben 100; wurde ehr ihm aber Marienburg uberanttworten, so solte ehr die besten schlosser im lande haben. Auf solches wardtt ehr Job, dem bischofe von Riesenburg, gesandtt; aber ehr ihm nichts vortrauete, derhalben satzie ehr ihn auf das schlos Preuschemarcktt, von da kundtt ehr nichts enden. Auf eine zeitt, als das hoff- gesinde mitt dem heupitmann von Marienburg auf der jagtt war, enttrentt ehr mitt den seinigen und kam auf Marienburg. Der heupttmann aber schieckte ihn auf das schloss Stuhm, von dannen zog ehr im kriege mit dem haufen in Melsack, da kam ehr mitt Pusch in ein haus. Dieser Wallach und vorrether wolte sein geldtt vordienen, schieckte alle seine gesinde wegk. Cristof Pusch schlief in der stuben auf der bancke, und der Wallach in der kamer. Balde stundtt ehr auf, kam in die stube und sprach: Cristof, bistu noch des hohem. feindtt, wie vor, so trinck mir eines zu. Im trincken stoss ehr ihm die kan vor den mundtt und erwuschtt ihn bei dem halse. Pusch auf und stichtt ihm mitt einem pantzkerdegen die arme durch. Der Wallach fiell nieder auf die knie und bahtt umb gnade, darauf wardtt Pusch gutt freundtt mitt ihm. Balde erwuschtt der Wallach ein spiess, lauf auf den Pusch und will ihn erstechen, aber Pusch
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Tract. XXI. $ 30. 529 ihm enttspringtt, erwuschtt ein messer, heuett dem Wallach den*spiess*fol. 286a. vor den henden abe und heuett 14 wunden in den leib. Im sturtzen sprichtt der Wallach: so werde ich mein geldtt nichtt vordienen. Pusch meinte, ehr were todt; derhalben zog ehr umb der Polen willen zum konige umb geleidtt. Den Wallach furte man vor todtt gen Heilsberg zum artzte, 8 30. Von dem ende der bolegerung des schlosses und der stadtt Hollandtt. Am tage Priscae kamen die Polen vor Hollandtt gerantt, be- legten es mitt drei heeren, schossen hinein mitt gantzen schlangen, sie kundten es aber nichtt gewinnen. Man brachte davor cartaunen von Dantzke, die zursprungen samptt den schlangen und todten den buchsenmeister!). Desgleichen den in der stadtt auch ein schlangen- buchse zursprang, die warf drei viertell weges, und war wenig gluck auf beiden seiten. Darumb die heren ihm lager beschlossen, man solte nach dem rechtten geschutze des koniges schiecken; den das mechtige geschutz kundte im schne nichtt gebrauchtt werden, den es zu drei ehlen schne war”, darumb muste man harren. So war auch die ursach, das Risenburg und Preuschmarcktt noch nichtt ge- wonnen war. In dem bogerte bischof Job, der den geulen hette gehende gemachtt, von dem konige gnade, davon wirdtt sonderlich gesagtt werden?). So kam auch gewissere bottschaftt, das dem hohem. ein folck keme durch die Marke; das zu enttfangen sie da lagen, aber niemandtt kam. So woltt man* auch Hollandtt unzurbrochen haben, den Mischkowfsky®) hette es vom konige erbethen. *So war der furstt aus der Masau umb Rastenburg und Passen-*fol. 286b. heim, mitt dem solten die vor Hollandtt vor Konigsbergk komen, aber die Masuren waren noch nichtt fertig. In demselben bolegern kam die bottschaft vom hohem., so die Polen redliche leute wehren, so solten sie auf mittfasten ein feldttschlachtt mitt ihm halten. Die Polen sagten es* ihm zu, sondern des hohem. folck thett es auf vorteill, bis Dittrich von Schonberg? aus Dennemarck keme®). Als a) überg. B. b) Schomborn B. 1) Vgl. oben S. 519, 2) 8. 532-533. 3) Gemeint ist wohl Nicolaus v. Dambrowitz; vgl. Voigt IX, 580. 4) Dietrich v. Schönberg war hauptsächlich in Deutschland für den HM. thätig, scheint jedoch im Frühjahr 1520 auch einmal in Dänemark gewcsen zu sein.
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*fol. 2870. 530 Traet. XXL 8 30. mittfasten kam, war von ihn niemandtt da; den der adell gieng vor den hohem. und sprachen: was wollen wir thun? unser sein zu wenig; indem das wir die Polen schlagen, mussen wir auch stur- tzen. So hatt der konig allewege mehr folck, da wir nindertt haben, uns duncktt gerathen, das wir Konigsberg schutzen. Dabei muste es auch bleiben. Der adell gieng in Konigsberg, pucheten, das sie die Polen gahr erwurgen wolten. Die burger waren von hunger ungeduldig, den ein scheffell korn galtt eine marck und 8 schott. Sie sprachen: ihr bosewichtt, stelett nu den Polen das ihre, haltett nu im strauch wie diebe und hauett den leuten hende und fusse abe; gaben ihn solcher worte viell, aber sie wolten nichtt aus. So wardtt in dieser zeitt* der konig durch schriefte gebethen, ehr wolte aufhoren schaden zu thun, den Albertus, der ertzbischof von Meintz, sein bruder Jochim, der margrafe von Brandenburg, und hertzog Friederich von Sachsen wolten zu ihm komen, den hohem. vormogen, das ehr dem lande und dem konige *solte gerecht werden. Der konig es vorwilligte, aber es wardtt mitt der zeitt nichts daraus, den niemandts kam; den die schriefte waren mitt forteill ausgebrachtt'). In dieser zeitt vorsamleten sich die ab- gebrandten pauren aus dem lande, die da woneten umb Elbing, im bischtumb und in der thumheren landtt, die wolten die Polen er- schlan, brachten ihr auch sehr viell wegk. Davon wardtt geschrieben und briefe gemachtt, aber viell grausamer, den es war. Derhalben sich der feldttheupttman Firley selber furchte und sprach: was sollen wir thun? wir sein vorraten bis in den todt. Am dingstage zu ostern kam des koniges grausame geschutz vor Hollandtt, so woll auch das gantze heere. Die umb den Elbing lagen, gaben ihren wirten das lobn und brandten sie heimlich abe, so doch die hubener mitt samptt dem rahtt dem Firley hetten biehr, ochsen, haber, pfeffer und geldt vorehrett, auf das sie nichtt brennen solten; solches ehr in auch gelobette. Aber die seinen es wie ungetreue hunde nichtt hielten. Nach grosem und manigfaltigem schiessen der Polen auf Hollandtt wolte man es am sontage nach ostern sturmen. Da er- a) überg. B. 1) Die Behauptung ist rollständig unrichtig, Am 2. Ostertage (9. April) trafen die Gesandten der deutschen Fürsten beim Könige ein und begannen die Unterhandlungen wegen Beilegung der Feindscligkeiten. A. Tom. V. 207, n. CC. Foiyt IX, 596. Uebrigens erzählt Gr. selbst später, S. 538-540, ron den Ver- handlungen der Gesandten der deutschen Fürsten mit dem Könige.
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Tract. XXL $ 31. 531 kante juncker Grusinck mit 500 mahn, wie sie vorloren waren, er- gaben sich’). Man vorstrieckte sie, das sie sich konigliche[r] majes. gen Thorn gestellen solten. Idoch sie es nichtt theten, den sie sprachen: der hohem. hette es ihn vorbothen. Derhalben wardtt juncker Grusing mitt der zeitt von den Polen ergrieffen, da woltt ehr sich ersttlich in ritterlich gefengnis geben, aber die Polen wolten nichtt, sondern furten ihn auf Marienburg, marterten ihn da zu tode, Also nahm des hohem. nechester rahtt ein ende?). $ 31. *Wie ungetreuen mennern ihr handel belohnett wardt. *fol. 2876. Zu dieser zeitt dieses jhares wurden die besten rahttgeber des hohem. vorloren, nemlich juncker Dittrich von Schonberg, der den gaulen hette gehende gemachtt, und sein bruder, juncker Hans von Schonberg, der stetes zum friede riehtt. Juncker Dittrich kam in einer jagten gen Rostock und solte dem hohem. knechtte aufnehmen; aber ehr war auf einen abendtt frolich und vorspielette sehr viell geldtt, treib derwegen hin und her umb und dorfte nichtt in Preusen, den ehr sprach: ich vortraue gott und meinem hohem. nichtt in meinem handell?. Das muste sein bruder juncker Hans 1) Ueber den Tag der Ucbergabe von Pr. Holland, den. Gr. unrichtig be- zcichnet, 3. Töppen zu Falk, 52, Anm, I, wo noch nachzutragen ist die Angabe bei Vapovius, Ss. r. Polonie. II, 166, der den 30. April nennt, und ein Brief Tomickis, der einen Sonntag als Tag der Uebergabe angiebt, was dann auf den 29. April xw deuten ist, A. Tom. V, 217 n. CCXIL Merkwürdigerweise fehlen bei Or. alle Einzelheiten über die letxten Ereignisse ror Holland. 2) Auch hier wird in bekannter Weise wieder wahres und falsches vermischt. Die Besatzung von Holland wurde beim Abxuge verpflichtet, sich dem Könige in Thorn zu stellen. Da der HM. aber dagegen war, weil das Leben der Gefangenen bei den Polen nicht sicher sein sollte, so stellte sich der grösste Theil der Ge- fangenen seinem Worte zuwider nicht. Unter ihnen befand sich auch Philipp Greusing, der später ron den Polen abermals gefangen genommen wurde. Dass er dann im Gefängniss au Tode gemartert worden ist, berichtet einzig Gr. und nach ihm Schütz, 463, wohl durch Vermittelung der Melmannschen Chronik. B. Gans, 305, und Falk, 56, wissen nur, dass er im Gefüngniss gestorben ist, Vgl. über die Gefangnen- Angelegenheit Meckelburg, Künigsb. Chroniken, 280. 3) Dass die Stimmung in Preussen gegen Dietrich von Schönberg äusserst erregt war, zeigen mehrere Schriftstücke aus jener Zeit. So schreibi Georg Klingenbeck an ihn am 16. April 1520, dass ihm (Schönberg) der Tod ron vielen, besonders vom Adel oft geschworen werde; manche Leute liessen verlauten, sie
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532 Tract. XXL. 8 31. viellmahl horen, und sintemahl ehr zum besten riehtt, sagten ihrer viel, ehr truge den mantell auf beiden schuldern und nehme geldtt von dem konige. Endttlich wardtt ehr vorloren!), Der adell und die stedte sich boriethen und kamen mitt zulass vor den hohem. und vor seine landttafell auf Konigsberg. Sie vor- manten ihn hochlich mit seuffzenden worten bei dem leiden Jhesu, chr wolte friede schaffen, sie besorgten sich, das sie sich vor den Polen nichtt kundten erhalten. Auf solch christlich antragen wardtt der hohem. zornig und sprach: mitt dem vorretterlichen bitten und drauen habett ihr meinen wirdigen orden zum spott gemachtt, das sie im grosen kriege* sich musten den Polen Windischer nacion underwerfen, so sie doch hetten mogen heren sein. Er zalte ihn alles, was ehr wuste, und sprach: gehett hin, soltt ihr gleichs alle vorhungern und erschlagen werden, so will ich kriegen biss auf den letzten mahn; ihr seidtt meine knechte, und ich euer her, Ihr solt thun, was ich will, und ich darf nichtt thun, was ibr woltt. Was vor betrubnis in den hertzen der armen leute davon wardtt, mag ein jeder abnehmen?). Nach diesem kamen alle abgebrandte pauren zum hohem., ehr machte aus ihnen landtsknechte. Ihr weiber und kinder blieben zu *fol. 2553. *Konigsberg. Auf das sie aber mochtten auf der gassen liegen, gaben sie nachtt und tagk ein schilling. Mitt den pauren ehr zum ersten den Braunssberg nebens den krugen zwischen Konigsherg bemante; derer heupttman war juncker Peter von Dohnen. Job, der h. bischof von Riesenburg, sahe, wie ehr von den Polen ubermannett war, und der hullem. ihm keine hulfe thett; auch alle sein kriegesgetzeug samptt den grosen und vielen buchsen waren ihm nichts nutz. Ehr sattelde seinen gaulen, den ehr zum kriege a) überg. B. wollten seine Rüstung bekommen, „Summa man will euch erben, ce und ihr go- storben seit.“ Jlans von Schönberg warnt den Bruder, olme lebendiges Gieleit Ins Land zu kommen, D. O. A. Vyl, aueh Napiersky, Index corporis historieo-diplo- maliei Lironiae, Nr. 2808, Uehrigens stand der HM, noch mehrere Jahre mit Dietrich v. S. br Beziehungen, Ueber Ictteren s. auch das Urtheil des Gregorizes Spiess, Ss. r. Pr. V, 331. 1) Ueber Hans v. Schönberg „ein anheber diszer kriege" wu scin Ver- schwinden aus Preussen s. Freiberg, 89. 2) Ausführlich berichtet Freiberg, 46, über Verhandlungen des Adds wnd der drei Stüdte Königsberg mit dem UM, am 1, Mai 1520.
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Tract. XXI. 8 31. 533 hette gehende gemachtt, und schwur am tage Kreutzerfindung zu Thorn dem Sigismundo, konige von Polen, mitt dem boscheidtt, das ehr von seinem kriegesgezeuge dem konige zu gutte auf seinen orden nichts schiecken dorfte; indem wardtt Preuschmarcktt mitt einge- zogen. Ehr war dem konige forttmehr ein getreuer mahn, wie es erfunden wardtt, durch ihn solte der hohem. seine briefe in Deutschlandtt schiecken, ehr trieb es mitt juncker Vaseltt, das sich Deutsche Eylau und Liebemohll wieder zum hohem. gaben). Die burger klagten, das ihn die Polen grose gewaldtt thetten. So sparten ' es werlich die Preuschen landtsknechtt auch nichtt; sie machten den armen leuten, wor sie lagen, mitt nehmen jho so viell vordriess, als die Polen. Wie gutt konigsch der bischof Job war, stehett abzuneh- men. Als ehr horte, das 15 tausentt mahn vor Dantzick zogen, sprach ehr: bisher bin ich gewesen wie ein mahn, der alle das seine vorspielett hatt und legett sich vor jhamer schlaffen; als ihm aber jemandtt ein geldtt vorstreckett, so thutt ehr sich mitt hohem bogihr ergetzen. So hoffe ich, in kurtzen tagen durch die hulfe edler fursten meine vorlorene cehre gegen meinen orden ritterlich wiederzuer- langen. Wiewoll *Sigismundus, der konig von Polen, solches wol) *fol. 258b. wuste, so hette ehr doch gedultt mitt seiner thorheitt, den ehr war ein vater der geistlichen?). Wiewoll es in vielen stucken von beiden teilen ehrsam gnug zugieng, so war doch das ein ungleiches mitt den gefangenen: wen der hohem. von des koniges fulck durch ergebung jemandts gefangen nahm, so woll Bohemen als Polen, die vorhieltt ehr gahr schendttlich und liess sie wunderlichen toilten, ettliche hencken, ettliche erseuften, und der todte viell ehr ihn liess anthun. Wen aber der konig mitt den seinen (des hohem. folck in ritterlichem streidtt gefangen nahm, die wurden gar ehrlich bostriecktt und gehalten; aber sie hielten sich wie schelme, derhalben ehr liess bei 300 in Deutschlandtt vor dem adell untuchtig machen, die nante man die Preuschen schelmen?). 1) S, unten 8. SH. 2) Ueber die Unterwerfung des Bischofs Ifiob von Pomesanien und die Bedingungen derselben s. Voigt IN, 59. 3) Die Zahl ist übertrieben, Die Urkunde, durch welche die Namen der- jeniyen gefangenen Ordensbräder und Adligen bekannt gegeben wurden, die sich dem Könige in Thorn ihrem Worte zuwider nicht stellten, führt deren nur Sl an und erwähnt ausserdem summarisch noch 150 Landskneehte, Meckelburg, Königsb. Chroniken, 281-253. 4A. Tom, V, 318-321 n. CCONLIL Vogl. 5.536, Ann. 1.
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*fo1.289a. 534 Tract. XXI. 8 32. Den Bohemen und Polen thett ihres koniges guttigkeit zorn; ibrer viell zogen aus seinem dienst heim, auf das sie nichtt in des hohem. bostrickung kemen. Die pauren berumbten sich, wie sie viell Polen heimlich hetten umbgebrachtt. Es war woll was daran, aber nichtt so viell, als sie sich rumeten. Derhalben wurden ihn die Polen sehr gefehr, und war grose gnade, wen sie ihn nahmen, was sie hetten, und sie leben liessen. Jdoch wurden ihrer getodtett umb des boruhmens halben in foller weise, den ihr Polnischen drescher und gesinde sie vorriethen. $ 32. Wie Braunssberg von den Polen bolegtt wardtt. Nach einnehmung der stadtt und schloss Hollandtt lagerten sich Firley und sein coadjutor Zarambal) mitt allem folck vor den Braunss- berg der meinung, die zu sturmen?). Sie lagen davor 3 wochen), aber die aus der stadtt sich ritterlich *wereten; den der hohem. hette sehr gutt geschutz darin. Jdoch wurden die Polen mitt der zeitt anders zu rathe, zogen vor Konigsberg und bolegten da den hohem. Dieweill Braunssberg bolegett war, hette der hohem. gutt und viell viehe zwischen der stadtt und dem dorfe Passaria woll bewarett, auf welchen ortt ehr gutte schutzen mitt hakenbuchsen gestaltt hette, das zu bewaren. Die hussaren das vorspeheten, sich an ein ort zu den schutzen machten, trieben das viehe wegk. Wiewoll sehr ge- schossen wardtt, so wardtt doch niemandtt boleidigett, sondern einem kalbe der rechte fuss. Nach dem schiessen brachen 120 mahn aus der stadtt und giengen die hussaren ahn; so wurden der Braunss- berger 40 mahn erschlagen und der husser eilfet). In der zeitt, als die Polen vor Braunssberg lagen, lag der bohem. auf der Balga sehr kranck an der heupttseuched). Indem 1) Zaremba von Calinarwa, einer der Führer des polnischen Heeres. Gans, 312. 2) Ueber die Zeit der Belagerung s. Töppen zu Falk, 54, Anm. 2, 3) Das polnische Heer lag damals nur 8 Tage vor Braunsberg. Zerer, Ss. r. Pr. V, 334. Gens 305. A. Tom. V, 254 n. CCLX. 4) Das Wegtreiben des Viches erwähnt auch Zerer, a. a. O., und nach ihm Gans, 308. Dass die Besatzung ron Braunsberg den Polen das Vich wieder ahjagte, rerschweigt Gr, Die Verluste der Polen giebt Zerer auf 23 Todte wm! 22 Gefangene an. 5) Der HM. befand sich, wie Freiberg ergiebt, um diese Zeit in Küntgsberg.
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Tract. XXI. $ 33. 535 b. N. von Heideck, b. Nickell von Baach und juncker Dittrich von Schliefen!) mitt den Lieflendischen reisigern zwagten das here der meinung, das sie ihn wurden nacheilen, und die aus der stadtt den kennen ihn die buchsen vornagelen*; aber die Polen blieben bei den buchsen, und die hussaren jagten sich mitt der b, folck. Nachdem kam der hohem. auf, vorsamlete 5 tausentt mahn, wolte damitt auf die Polen sprengen, die Polen aber brandten die neustadtt und die muhle vor Braunssberg aus und zogen alle vor Konigsberg?). $ 33. Vom ungluck ubriger vormessenheit. Unter dieser zeitt kamen 800 hussaren, Thatern und Polen vor Bartenstein gerandtt. In DBartenstein waren die Lieflender *und *fol.289b. sonstt des hohem. folck in einer frolichen wirdttschaftt). Von den Polen sich 300 mahn boweiseten und theten, wie sie ilın wolten die kuhe nehmen, die andern Polen hetten sich in einem pusch vor- borgen. Des hohem. folck war muttigk, ihrer zog 300 aus der stadtt den Polen zu. In solchem machten sich die vorborgene Polen herfur, vorranten ihn den wegk zur stadtt und schlugen sich mitt einander funf stunden langt). Von des hohem. folck blieben 200, und der adell wardtt bostricktt; aber ihre heupttleute wurden von den Polen gefangen und zum konige gen Thorn geschiecktt. Dies sein ihre namen: b. Jorge N.,hausscomptor von Riga und der Lieflender heuptt- man, h. Bott von Eilenburg, h. Wentt, sein bruder, b. Wolf von Raden, comptor von Barbitzen in Lieflandtt, Herman von Lieffen, h. Barlitz, ritter, Hans Heine, Hans Vogell, Heinrich Trachenfeldtt, Ernst Wolfskostt, Otto von der Trencke, Hans Gunsska, Baltzer a) vornagelten B, Bl, 1) Friedrich v. Heideek führte den Oberbefehl in der Stadt; auch befand sich Dietrich von Schlieben dort. Voigt IX, 517. 2) Ueber die Belagerung ron Braunsberg s. Voigt IX, 593 u. 599, dazu Töppen a. a. O. Die Verbrennung der Neustadt erwähnt auch Freiberg, 61, Gans, 305, Zerer, 334, Stegmann, 507, und ein Brief des Königs ron Polen, A. Tom. V, 241, n. CCXLI. Von einem Angriff des HM.!s rerlautet sonst nichts, 3) Dass in Bartenstein Liefländer lagen, sayt auch Freiberg, 32, 42. 4) Eine genauere, doch im ganzen übereinstimmende Schilderung des Ueber- falls der Ordenstruppen bei Bartenstein findet sich bei Freiberg, 42—43, dessen Zahlenangaben aber wahrscheinlicher lauten, als die Gr.'s., ferner bei Zerer, 333, und Gans, 305.
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*fol. 290a. 536 Tracet. XXI. 8 34. Komlick, h. Hillebrandtt!). Bei hundertt nahmen die flucht in einen waldtt und kamen davon; die Polen theten, was sie wolten. In denselben achtt tagen vorsamleten sich die von Haussburgk, Ortelsburg und Rein, wolten die Masuren, so auf der grentzen lagen, schlahn und das viehe bei ihn nehmen; aber die Masuren gewonnen, erschlugen 103 reisiger mitt 151 paurlandttsknechtten?). Der konig von Dennemarck bostrickte die schipper der Hol- lander, die solten mitt folck und speise gen Konigsbeig laufen; den das tieff war vom vorsencken der Dantzker wieder frei geworden, davon oben gesagtt ist?) Aber alle *schieffe, welcher waren 17, nahmen die Dantzker samptt dem gutt, ausgenomen eines kam gen Konigsbergk‘). $ 34. Wie die Polen Konigsberg bolegten. Den Polen wardtt vorspehett, wie der hohem. mitt allem dem, was ehr hette, uber wasser in Dennemarck wolte?), diesem wolten 1) Die Namen der Gefangenen sind bekannt aus dem 8.533, Anm. 3 erwähnten Scheltbriefe des Königs. Es sin folgende: Georg ve. Heuten, Hauscomthur zu Riya, Ru- dulf v. Ratten, Compan zu Goldingen, Basilius v. Retten (Rettchen), Hermann Nayel, Hans r, Königseck, Otto r. d. Trenek, Johann Heyne, Hermann r. Lingen, Eber- hard Breckerfeld, Hompert v. Elen, Andreas Manstein, Hans Ecke, Wolf v. Schimn- berg, Balthasar Körbler (Rombler). Meckelburg, Künigsberger Chroniken, 252, A. Tom. V, 320, Die ron Gr. genannten Botho und Went r. Eulenburg wurden später bei anderer Gelegenheit gefangen genommen. Falk, 56. Voigt IX, 594. 2) Johannisburg und das Gebiet von Rhein war nach Freiberg, 31, den Polen bei ihrem ersten Anıuge, wohl noch im Januar, in die Hände gefallen, Johannisbury wurde in der zweiten Hälfte des Juli xurückerobert, wobei nach Freiberg 100, nach Zerer 200 Polen fielen, 60 Gefangene gemacht wurden und eine Anzahl Vieh in die Hände der Ordenstruppen gerieth. Dieletzteren wandten sich hierauf in die Masau und brannten 2 Städte, sowie viele Dürfer nieder. Freiberg, 100, Zerer, 336. Nach einem Briefe Tomickis hätte zur Zeit der Be- lagerung Hullands eine Srehaar von 1000 Reitern des HM.'s Pyss (Johannisburnj anyeyriffen, wäre aber mit Verlust von 300 Todten und vielen Gefangenen zurück- geschlagen worden, Andere Gnellen wissen davon nichts. A. Tom. V, 2/6 n. CCK. Welches ron diesen Ereignissen der Grunauschen Erzählung zu Grunde liegt, ist nicht zu ermitteln. 3) S. oben S. 526; ryl. auch Voryt IX, 588. 4) Freiberg, 44, berichtet von drei holländischen. Schiffen, von denen zıcei mit Ballast durchs Tief nach Königsberg kamen, das dritte, mit Salz beladen, vor dem Tief leichtern sollte, dabei am 28. Aprü von Danziger Schiffen über- rascht und mit zwei Leichterschiffen und einem nach Königsberg zurückkehrenden Bording nach Danzig aufgebracht wurde. 5) Davon weiss keine andere Quelle etwas.
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Tract. XXI. 8 34. 537 sie vorkommen, ranten mitt 7 tausentt pferden und 10 tausentt draben (das sein fussgenger) vor Konigsbergkl). Konigsberg istt eine mechtige stadtt, hatt ein schones schloss oben ihr, in welcher auch unerschrocken folck war; sie liessen die Polen absateln. Konigs- berg leihtt zwischen dem schifreichen wasser, Pregell genannt, und einem gesumpfe. Es war zu der zeitt weitt und breitt mitt grosem wasser beflossen, so regnete es auch vor und vor?); derhalben kundten die Polen an die stadtt kein schantz oder schirm machen, und sie die nur an der vierden seiten hetten bolegett, auch so fern davon, das sie ihn mitt schiessen nichtt gross schaden thun kundten, dergleichen auch die aus der stadtt den Polen. In diesem belegern sich der hohem. nur furchte vor hunger und vorderbnis Samelandts, wen sie weren uber das wasser komen. In der stadtt war sehr viell armutts, das von Natangen dahin geflohett war; das korn galdtt der scheffell 3 firding. Aber allem jhamer vorzukomen der hohem. dies erdachte: ehr schrieb den heupttleuten, das sie ettliche heren wolten zu ihm schiecken, mitt ihn zu handeln auf den wegk des friedes. Da wurden gesandt Deutsche und Polen, unvordachte menner. Als die zu Konigsberg ins schloss kamen, so gehett ein diener des hohem. dem einen heren enttgegen und entpfehett ihn. Da sprach der her zu diesem diener: so, so, mein landts*mahn,*ful. 290b. was guttes trostes in unserm handell? Ehr sprach: dich werden solches lernen die angeschriebene reime auf dem schloss. Dem heren lagen diese worte im sinne; als sie aber zum hohem. giengen, nach vielem umbstehen funden sie reime geschrieben, wie folgett: Es istt vorsehen und istt geschen; Sollt es mehr* geschen, soltt nichtt werden vorsehen. Der hohem. redete mitt den heren so viell, das sie ihm vier wochen friede zusagten®), inwendig der zeitt wolte ehr in eigener person zum konige ziehen und mitt ihm friede machen nach er- kenttnis der sendttbothen, die umb der sachen willen hinkomen waren?, Nach dem liess der hohem. sein gezeltt ausfuren, under welches ehr alle Polnische heren zu gaste ludtt, machtte ihn ein a) nicht B’. bi am Rande B. 1) Um Pfingsten (27. Mai); vgl. Töppen zu Falk, 54, Anm. 2. 2) Dass kurz vorher, während der Belagerung von Braunsherg, nnaufhörliehe Tegengüsse niedergegangen waren, zeigt ein Brief Tomickis, A. Tom, V, 254 n, CCLX, 3) Der König von Polen bewilligtenur einen vierzehntägigen Wajfenstillstand.
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*fol.291a. 538 Tract. XXI. 8 35, fursttliches mahl und sahe dabei alle ihre geschiecklicheitt, sinte- mahl der konig von Dennemarck ihm geschrieben, ehr wolte ihm gewiss, so balde ehr nur gantz Schweden ihnne hette, funf tausentt landtsknechtte schiecken. Aber der hohem. gab dem schreiben nichtt stadtt, den ehr war viellmahll vorhin in solchem betrogen, sondern ehr reisete gen Thorn zum konige und zu den gesandtten. Der konig hieltt ihm allen seinen handell vor; darauf anttwortt der hohem.: ehr were wie ein junger mahn durch seine rethe vorfurett; was aber konigliche ma. mitt einen Deutschen rathe erkennete, nach dem wolte er es bussen. So stundtt dieser rahtt mitt den Deutschen heren eilf tage ahnl), In der zeitt, als die Palen vor Konigsberg in friede lagen, war es in ihrem lager sehr teur: eine thonne biehr 7 m., ein scheffell korn I m., haber '/, m. Aber nach 14 tagen furte man ihn alles dinges tausentt gnug zu. S 35. Wie der hohem. seine worte unehrete und vorschmehete den rahtt seiner gutten gunner, * Auf den montag nach Jubilate in diesem jahr liess konig Sigismundus die heren und fursten, die in bottschaftt umb friedes willen aus Deutschen landen und Ungern waren dahin komen, vor sich komen; den in gantz Deutschlandtt war der konig durch un- warhafte briefe angeben samptt den seinen uncristtlicher, unadelicher und ungerechter sachen. Derhalben bofliess sich der landttm. auss Deutschlandtt bei heren und fursten, das sie seinem wirdigen orden friede vorschaftten. In solcher meinung kam ein legatt vom babstt Leone X., der bischof von Colletz?) aus Ungern, vom margrafen Jochim von Brandenburg 2 doctores, vom bischofe von Maydenburg 2 doctores, vom pfaltzgrafen am Rein ein ritter, vom fursten von Sachsen ein bannerhere und zwo regenten des reiches (den kaiser 1) Gr. greift auch hier wieder einzelne Vorgänge aus der Belagerung ron Königsberg und den Frielensrerhandlungen heraus und bereichert sie durch eigene Erfindungen, 'eber die wirklichen Vorgünge, die Verhandlungen der Stände unter sich, mit dem IIM. und mit den polnischen Heerführern, über die Unter- redung des HM.’s nit letzteren auf dem Haberberge am 5. Juni, über seine Reise nach Thorn zum Könige in der Zeit vom 12. Juni bis zum 2. Juli, sorcie über die dorligen Verhandlungen unterrichten besonders Freiberg, 73-95, Gans. 305-328, Schütz, 163 5 egl. Voigt IX, 608. 2) Gemeint ist der Bischof Zacharias von Garda.
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Traet. XXI. 8 35. 539 Carolus V. war noch nichtt aus Hispanien komen) und hertzog Fried- rich von Lignitz!). Diese alle eintrechtiglich trugen durch den le- gaten koniglich. ma. ahn, wie ehr mitt gewaldtt dem Deutschen hause ihr landtt, von den heiden und unglaubigen gewonnen, vorhieltte und umb keiner redlichen ursach demselben orden ein uncristtlichen streidtt gebe. So were aller heren bogehr, das er mitt wiederkerung des landes friede machte. Auf solche antragen sich der konig bo- riehtt und gab ihn auf den funften tagk ein solch anttwortt: ehr hette es zu Posenau vor boweisett, wie rechtt were, ehr bosesse in Preusen nur das seinige, derhalben [ehr] itzundtt nichts erneueren wolte. Auf das, das* ehr den orden mitt streite notigte, sagett ehr, das ehr es itz thun musse; den hette ehr es vorsaumett, so were ihm ein ander vorkomen. So sie zu ihm weren gekomen als richter beider parte, so woltt ehr ihn die sache vorzelen, den solten sie sagen, ob ehr uncristtlich handelte. Umb gottes willen und umb ihrent willen ein friede zu machen, *were ehr willig, aber seiner gerechtigkeitt ohne*fol. 291b. schaden. Der legatt sagte dem hohem. die meinung des babstes und gebohtt ihm, den friede anzugehen; ehr es auch vorwilligte. Der konig mit den bottschaften satzten nichts anders, den das der hohem. den friede, so der orden mit Casemiro, des koniges vater, vor- willigett, halten solte und den boschweren, in welches alle heren des koniges willigeten. Aber die sache vorzog sich biss in den eilften tagk, den ehr thett es auf forteill, ob ihm folck zukeme und sprach: ich muss mich woll bedencken?). Auf den angesetzten tagk in welchem der hohem. hette zugesagtt zu schweren, kam ihm im a) überg. B. 1) Ueber die Fürsten, die in Sachen des IIM.s Gesandte an den König schickten, s. Voigt IX, 596 und A. Tom. V, 219. Der Kurfürst ron der Pfalz be- fand sich nicht darunter. Die Bevollmächtigten, deren im ganzen acht erschienen, und xu denen noch Herxoy Friedrich von Lieynitz in eigener Person kam, langten am 9. Aprü in Thorn an und begannen die Unterhandlungen am folgenden Tage. A. Tom. V, 207 n. CC. Vaporius, Ss. r. Polonie. II, 166. Ueber die Verhand- lungen s. A, Tom. V, 191, 207, 215, 219 f. Was Gr. darüber mittheilt, sind nur leere Folgerungen, die er aus den bekannten Thatsachen zog. 2) Gr. wirft, wie man sieht, die Unterhandlungen der fürstlichen Gesandten und die persünlichen Verhandlungen des HM.'s mit dem Könige zusammen, während die ersteren im April, die letzteren Ende Juni stattfanden. Die Ge- sandien waren bereils Ende Mai von Thorn wieder abgereist. Voiyt IX, 595. Der päpstliche Legat hielt sich allerdings beim Könige noch auf und betheiligte sich nach Gans, 326, an den Unterhandlungen mit dem HM. Was Gr. über letztere mittheilt, ist nur leeres Gerede,
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*fol. 2928. 540 Tract. XXI. 8 36. aufschliessen der stadtt ein brief, das ihm ein schon folck ge- komen were. Auf solches schieckte ehr zum konige, lestt ihm dancken vor seinen gutten willen, dabei anzeigende, ehr dorfte nichtt schweren, den sein orden hette ihm geschrieben, ehr solte nichtt schweren. Nach dem sass ehr balde aufl). So tratt des babstes legatt vor, protestirte, wie der hohem. were ein vorachtter cristtlicher gerechtig- keitt. Die Polen samptt den bottschaften riethen dem konige, ehr solte den hohem. bebalten, auf das ehr seinem ungezwungenen ge- lobnis gnugthett. Nein, sprach der konig, wir wollen ihm halten unser zugesagtes geleidtt, es gehe uns, wie es wolle. Der hohem. reisete gen Konigsbergk, und die gesandter zogen ihre wege. $ 36. Was die Polen umb dieser vorachtung willen den Preusen theten. Von wegen groses wassers, auch weill die Polen sonstt vor- nahmen, das sie Konigsberg nichtt eroberen kundten, zogen sie abe; ein teill, nemlich die Deutschen Tathern?) samptt ihrer *geselschaft, brandten am alten Pregell wegk alles, was da war; ein teill zog vor Zinten und sturmeten es, ein teill zogk vor Brandenburg, es sturme- ten, und die k. samptt dem adell ergaben sich und zogen zum konige. Die Polen nahmen wegk, was sie funden, und brandtten das schloss in den grundtt?). Von dannen zogen sie vor die Balga, aber sie kundten nichts ausrichten, den Balga war gleich wie unuberwindttlich von gelegen- heitt, von baue, von geschutz und von guttem folck*). Sie kamen zum Heiligenbeile, da funden sie gutt geschutz, pulwer und speise, 1) Der HM. hatte sich zum IHuldiqungseide bereit erklärt, nahm sein Ver- sprechen aber zurück, als er die Nachricht vom Eintreffen von 2000 Mann Hülfsrölkern aus Dänemark erhielt. A. Tom. V, 266 N. CCLXXY. Voigt IX, 003.604. 2) Teber die Bereichnung „deutsche Tataren“ s. 8. 5419, Anm. 2. 3) Der Abiug des polnischen Heeres erfolgte nach Freiberg, 93, am 1, nach Zerer, 336, und Gans, 325, am 2, Juli, Die Verwüstwungen um Könies- berg, die Verbrennung der Stadt Zinten und des Schlosses zu Brandenburg be- stätigt Freiberg, 93 u. 94. Letztere beiden Orte waren bereits auf dem Marsche der Polen gegen Königsberg genonmen worden. Schon bei dieser (ieleyenheit hatte sieh die Besatzung des Schlosses xu Brandenburg ergeben und sich rer- pfliehten müssen, in Thorn dem Könige sich su stellen, Gans, 305. Voigt IX, 60L, 4) Zerer, 356, und Gans, 329, haben dieselbe Nachricht,
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Traet. XXI. $ 37. 541 das der hohem. wolte in den Braunssbergk fuhren, das nahmen sie alles wegk]). Auf dem habe hette der hohem. 20 bordingschmacken samptt andern schieffen, in welchen waren pulwer, eisern gelodtt und haken- buchsen. Mitt den schlugen sich die Dantzker schieffe, die das hab bewarten, sie auch gewonnen, viell der schiepper sie fingen. Aber es kam feuer ins pulwer, vorbrandte folck und schieff, auch der knechte soldtt in Braunssberg mitt allem, was da war?). Das teill, so vor Zinten lag, wardtt von 600 reisigern in der futterei angesprengtt. Die Polen hetten es auch fast vorloren, son- dern die Deutschen Tatern kamen und legten die Konigsberger aufs heuptt danieder. n Dem hohem. thett sein schaden wehe, ehr zogk aus, suchte die zurstreueten Polen, aber sie waren ihm zu mechtig, schlugen ihm gutt folck abe, vorjagten ihm sein bestes folck, ihn seibstt sprengeten sie biss in Konigsberg. $S 37. Wie Braunssberg in diesem jahr zum andern mahl bolegit wardtt. *Des koniges rahtt dauchte, das es der heupttleute schuldtt wer, *fol. 292b. das man mitt so viell folks nichts ausrichtte;, den man sahe an das alter Firley und die schwacheit Sarambe. Derhalben sie der konig enttsatzte und machte zum obersten feldtheupttman den Janussky, gab ihm zum regierer N. Kossezeletzky?). Diese belagerten zum andern mahl Braunssbergk, lagen so lang davor, biss das here mitt b. Wilhelm grafen von Eisenberg, marschalck in Preusen, kam vor Dantzke. In dem Polnischen here vor Braunssberg war kein krieg, sondern ein jahrmarcktt und turniren; sie theten kein schiessen, noch sturmen, gott und die heupttleute mogen wissen, warumb. Die in der stadtt waren gutte leute, sie theten wie die fromen. Zum Braunssberge istt ein hoher und starker pfarthurn, von welchem 1) Heiligenbeil hatten die Polen bereits am 22. Mai erobert. Zerer, 334 Freiberg, 64, Dass sie auf dem Rückwege von Künigsberg dort einen Transport ron Lebensmitteln und Munition wegnahmen, erwähnen andere Quellen nicht. 2) Andere Quellen wissen davon nichts. 3) Diese Angabe ist von Gr, einfach erfunden. Nuch Vaporius, Ss. r. Pulonie. II, 171, erhielt Firley den Befehl, Brauusbery von neuem su belayern. 35
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*fol. 2938. 542 Traet. XXL 8 38. kundte man alles ersehen, was die Polen vorhetten, und wie sie ohne alle ordenunge zurstreuett lagen. Darumb lieften sie aus der stadtt, drungen zu des koniges buchsen, erstachen zehen Bohemische heren und viell Polen und wolten die buchsen in die stadtt furen, aber die Deutschen Tatern kamen, erschlugen viell der Braunssberger und freieten also die buchsen. Nichtt gar lange* darnach die landtts- knecht aus Braunssberg uberfiellen die Polen, da sie es keine sorge hetten, erschlugen zwo Bohemische heupttleute mitt 60 knechtten. Auf welche kamen die Polen gerantt, erstachen 42 von den Braunss- bergschen knechtten. Nach dem dorften sie nichtt mehr auslauffen, sondern sie mechticklichen schossen, aber nichtt mercklichen schaden theten. Es warditt von des hohem. folck borechnett, das uber eilf tausentt marck an pulwer und kaulen aus dem Brauussberg vor- schossen wardtt’). $S 38. *Von den Deutschen Tatern. Das waren die Deutschen Tatern, welche vor dem kriege dem hohem. enttsagett hetten, als Cristof Pusch, Oswaldtt Pochs und solcher mehr, denen der hohem. grosen ubermuhtt bowiesen hette, derhalben sie ihm vor dem kriege enttsagett hetten. Diese mitt samptt den Tatern und hussaren sahen, das die Polen nachlessig waren und nichts endeten; den sie sprachen: solten wir Preusen in einem jahre gewinnen, so hetten wir nichtt die kostt und unser rustung errietten.. Denen wolten die Deutschen Tatern mitt ihrer gesel- schaftt nichtt beiwohnen, sondern sie rietten vor und vor aus und erlangeten grose beuthe. Furnemlich eines mahles, als der hohem. die stadtt Guttstadtt geplundertt hette und wolte den raub gen Konigs- a) ]. uberg. B. a 1) Das polnische Heer langte am 7. Juli vor Braunsberg an. Von Unord- nung in demselben weiss nur Gr. au berichten, Unrichtig ist auch dessen Behaup- tung, dass die Hauptleute eine Beschiessung der Stadi unterliessen. Sie warfen vielmehr bald nach ihrer Ankunft am 8. und 9. Juli Schanzen auf und beschossen am 10. 11. und 12. Juli die Stadt. Die Besatzung machte am 14, Juli einen Ausfall gegen die Schanzen, wobei zei bühmitsche Hauptleute, Suttkau oder Sueleck und Waibersintzki (Warwrsönieer?) fielen, und die Polen ausserdem durch das Gesrhütz der Belayerten 120 Mann, ferner 13 Fähnlein und 5 Hakenbüchsen terloren; doch gelang es, (die Ordenstruppen in die Stadt zurückicerfen. Zerer, 336, Gans, 329, 330, Falk, 57. Ein neuer Ausfall fand nach Zerer, 337, am 22, Juli statt,
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Traet. XXI. $ 39. 543 berg schiecken, erlangeten die Deutschen Tatern die wagen, schlugen die paurlandtsknechtte davon und es alles nahmen‘). Das tlonnen- saltz vorkauften sie zu Heilsbergk; in einer thonne fandtt der kauf- man 300 Englische nobell. Diese Tatern peinigten den hohem. mehr, den das gantze here. Derhalben schreib ehr ihn sichere vorgebung aller missethatt, gelobete ihn, vor ein schilling, so ihn genomen, ein groschen zu geben. Aber sie getraueten ihm nichtt, den sie wusten woll, das der hohem. in freundttschaftt zu halten ein unbostendiger man war). $ 39. Wie menner lobliches standes wieder ihre ehre handelten. In diesem jahre und in solchem jahmer, was des holıem, adell mitt ihren grosen buchsen nichtt erschiessen kundten, das giengen sie mitt briefen an. Ettlich schrieben ins koniges stedte *zu denen, *fol. 293b. welche sie wusten dem orden gunstig sein, also: die zeitt istt itzundt hie, das man freundttschaftt in nohten erkennen soll; ihr leidett von den unfletigen Polen nobtt, so wol auch ein wirdiger orden, der Polen uncristtlicher handelung halben; darumb mogett ihr itzundtt eines anfangen, dadurch ihr und euer kinder forttmehr mogett heren sein. Erfindett eine weise, das euer stedte dem erlauchten fursten, unserm gnedigen heren hohem., erofnett wurden; dadurch wurdett ihr von dem unflatt der Polen befreiett, und der schade des wirdigen ordens erge[n]tzett. Umb solches willen were fursttlicher gnaden nichts zu schwer anzugehen. Diese briefe kamen den burgern nichtt, sondern sie wurden vor dem rathe gelesen. Sie hetten mitt den 1) Siehe S. 568. 2) Der Ausdruck „deulsche Talaren“ ist eine von Gr. erfundene Bexeich- nung für die preussischen Parteigänger des Königs ron Polen, in dessen Heere bekanntlich auch echte Tataren dienten. Der Vergleichungspunkt lag für Gr. in der Raubsucht und Grausamkeit dieser Parteigänger, die nach seiner Meinung der der echten Totaren nicht nachstand. C. Schütz erklärt zwar Ün seiner preussischen Chronik, fol. 4rä, dass die deutschen Tataren deutsche Reuter in tatarischer Kleidung waren, und ihm folgend hat Meckelburg zu Gans, 800, Anm. 69, die naive Behauptung aufgestellt, der Küniy von Polen habe eine eigene Truppenabthellung, mit tatarıschen Mänteln ausgestattet, gebildet, und eben dies seien die „deutschen Tataren“ gewesen. Allein ganz abgeschen davon, dass nur Gr. und die von ihm abhängigen Quellen, wie die Melmannsche Chronik und damit C. Schütz, die Bexeichnung kennen, würde der sonst so geschnwätzige Gr. wohl diese Erklärung der Bezeichnung oben gegeben haben, wenn die Sache sich wirklich so rerhielte, wie Schätz und Meckelburg sie sich denken, Bor
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544 Tract. XXI. 8 39. burgern bose gedultt; das waren alte menner, den noch gedochtte, das gantz Preusen were des ordens gewesen. Wen man“ dieselben fragte, wie es in jener zeitt gestanden were in Preusen, so antt- worten sie: wie itz knaben von dreizehen jahren erfaren mogen. Des hohem. folck von Braunssberg, derer heupttman war Peter von Dohnen!) und landttvorrether Marx Heske vom Elbinge, die theten einen ritterlichen anschlag, uberkauften einen freien landtsknechtt, das ehr die neuestadtt zum Elbinge mitt feur anlegen solte; den daselbstt lag gahr fein folck, alles reisiger zeug von Polen, Bohemen und Deuttsche, in die funf hundertt. Als dieser landttsknechtt gen Eibing in die neustadtt kam, sattzte er sich zu biehr. In deu trincken man den handell balde vornahm, und nahmen den landtts- knechtt gefangen. Ehr bekante willig seine missethatt sagende, wes ursach chr da were; man fandtt das wahrzeichen bei ikm. Auf (das die Deutschen nichtt vor ihn bethen, schlug man ihm balde das heuptt abe. *fol. 294. *Die burger von der Deutschen Eylau und von der Liebemohil lidten merckliche und unleidliche gewaldtt von den Polen. Nie- mandtt glaubett, welche wutung sie den armen leuten, die sie* ge- wonnen hetten, an ihrem leibe, gutt und ehren thetten. Die armen leute klagten es dem feldtheupttman und dem konige sie alles schrieben. Jho mehr dem kriegsfolck geschrieben wardtt, das sie armen leuten nichtt soltten schaden thun, jho erger es wardtt. Der- halben fragten sie Job, den h. bischof, umb gutten rahtt. Ehr dorfte ihn nichts rathen, den ehr war des koniges gefangener mahn. Auf das ehr abor seinem orden einen getreuen dienstt thette, schrieb ehr juncker Vaseltt, dem heupttman auf Preuschemarcktt, wie ehr thun solte. So geschahe es mitt hulfe der einwoner, als die Polen auf der beute rietten, wardtt juncker Vaseltt eingelassen, und erschlugen alle Polen, so da waren?). a) überg. B. a 1) Dass Peter vr, Dohna in Braunsbery lag. zeigt die Erzählung ron seiner Unterrelung mit seinem Vetter Baltser v. Dohna bei Falk, 57. Gr!s Bericht ron dem Ansehlage gegen Elbing entbehrt begreiflicherweise jeder anderen Bestätigung. 2) Die Thatsache, dass der Comthur von Osterode, Quirin Schlieh, und Paul Fasolt, Hauptmann zu Pr, Mark, die Städte Dt. Eilau und Iachemäll, erstere am 30. September, letztere am 8. Norember, erstiegen und dem Orden wiedereroberten, wohel die darin befindlichen Polen erschlagen wurden, tst auch sonst beylauhigt. Freiberg, 133, Falk, 62. Eine Betheiligung des Bischofs ran Pormesanien erwähnen andere Quellen indessen nicht,
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Tract,. XXI. 8 40. 545 $ 40. Ven bezalung der soldener und geringer muntz, auch wie das vorsamlett wardtt. Sigismundus, der konig von Polen, gab seinem folck ihren soldtt, wiewoll ettliche zurbrochene topfe und, die den mantell auf beiden seitten nehen, andere bezalung vordienett hetten. Die zahlung ge- schahe mitt guttem golde und Polnischem geldee Man rufte aus, ein pelchen (das ist ein halber Polnischer groschen) zu nelımen vor zwo schilling, das istt 12 pfennige; es war eine muntze in der wirde wie kreutzer, derhalben galden die kreutzer auch neben ihn. Die Polnische muntze hette auf der einen seiten ein adler, auf der an- dern seiten eine krone mitt der umbschriefft ihrer *heren. Dabei gab man auch goldtt, neue in Ungern geschlagen, welches hatt auf der einen seitten ein Marien-bildtt mitt dem kinde, auf der andern seiten ein geharnschten konig mitt der umbschrieftt ihres heren, und galdtt sieben firding. Der hohem. schlug ersten in diesem kriege groschen, welche gering gnug waren; sie hetten vor 7 pfennige silber und vor 1 pfennig kopfer. Sie galten drei schilling, sie hetten die umb- schrieftt, wie die andern gutten groschen, sondern auf der einen seiten hetten sie ein grosen adler, in der brustt war der schildtt von Brandenburg, uber dem adler in der schrieftt war ein klein schildtt mitt einem kreutze. Auf der andern seiten war des ordens wapfen, wie es ein hohem. fuhrett, sondern uber dem schilde waren zwo runde puncta, das man sie dennoch kennete!l). Zum andern mahll schlug ehr eine muntze in groschen weise, die hette vor 3 pfennige silber und vor 3 ds. kopfer mitt der arbeitt; diese hette keine umbschrieftt, der schieldtt auf der einen seiten war, wie ihn ein jeder hohem. furen soll, und auf der andern seiten ein schildtt mitt einem kreutz. Zu dieser muntz kamen alle pfannen und fischkessell und, was von kupfer war?). Zum dritten mahl schlug ehr vor seine diensttleute groschen oder blaffertt, die hetten vor 1 g. silber und 2 g. kopfer, derer 8 galten ein reutergulden, die hetten seinen titell und wapfen, mitt 1) Gemeint sind die 1320 geschlagenen sogenannten Tippelgroschen, die von Gr, richtig beschriehen werden. Vossherg, Gesch. d. Preuss. Münzen und Siegel, 5.202 m. 1232, und die Abbildung. Taf. XI. 1239. Ueber die damals geschlagenen Münzen rgl. auch Freiberg, 134, und Guns, 3H, 2) Auch diese Angabe ist richtig; es sind die Groschen-Klippen ron 1520, die Vossberg, a. a. O., beschreibt. *fol. 294b.
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*fol, 2958. *fol. 2950. 546 Tract. XXI. 8 41. denen soldete ehr abe. Die soldener bezalten den armen leuten da- mitt das ihrige. Aber ins koniges landtt waren sie bei der peen vorbothen!). $ 41. *Von einem handell, nichtt fastt zu dulden und doch zu enttschulden. In den geleuften dieses jahres teilte der hohem. mitt gott; den alles, was aus den abgebrandten kirchen geflohett war an silber- werck, auch wo sonstt was war an pontificalia®, kreutzer, humeralien und dergleichen, das nahm ehr wegk und sprach: es istt doch vor- loren, so mehr nehme ich es und boschutze die armen leute damitt. Aber gott vorzeihe es ihm, wie sie von ihm beschutzt und getrostt wurden?). Es kamen zum hohem. menner hohes adels, seine gutte gunner. Als die mitt ihm umbrietten, funden sie am wege liegen arme vorschmachtte leute, menner und frauen so woll auch kinder, derer ein teill schon todtt waren, ein teill auch in der zeitt sturben, den sie hetten in vier wochen keine ander speise gesehen, den grass. Dies und sonstt anders mehr bowegte die geste, das sie zum hohem. sprachen: o erleuchtter furstt, dieser todtt der armen leute wirdtt euch im gerichtte gottes euer junges leben bonehmes. Darauf ehr anttwortt: wir haben solcher viell; soltt wir uns umb ihrentt willen, der wir ein freier furstt des heiligen Romischen reiches geboren sein, den Polen zum diener machen, welche vorworfene Winden sein, istt bei uns unerlich und ein unseliger rahtt. Darauf sprach einer von den heren: man dienett dem konige von Polen wie einem cristtlichen heren, der umb der christenheitt halben wieder die unglaubigen viell thutt. So aber ein tadell in der geburtt der Windischer nation were, so solte ehr gedencken, das seine mutter des koniges von Polen schwester were. *Das muste ehr leiden, den es waren seine lieben geste, die chr zu sich beruffen hette. a) paciticalia B. B.1 1) Gemeint sind wohl die Achtgroschen ron 1521; vgl. Vossberg, a. a. O. n. 1241. 2) Bei Ausbruch des Krieyes liess der HM. die Kirchenkleinodien in den Kirchspielen_ von Samland un! Natangen besichtigen, inrentarisiren und nach Kinigsberg an den Bischof von Samland abliefern. um sie nicht in die Hund der Feinde fallen zu lassen. Fol. 1520 im D. O0, A. Später wurden sie rer- münzst,. Faber, Pr. Archte IL, 73, Vogt IX, 574. Vossberg, 199. Vgl, Freiberg, 84.
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Traet. XXI. S 41. 547 Der hohem. nahm alle glocken aus den vorbrandten kirch- dorfiern und goss buchsen darausl). Das wardtt ihm undersagett, darauf ehr sprach: ich muste lange und viell leuten lassen, ehe die Polen aus dem lande zogen, und ich meines ordens landtt gewonne. Aber mitt buchsen kan ich sie vorjagen und das landtt gewinnen. Auf das sprach seiner gutien freunde einer: keiser Friedrich mitt dem rothen bahrte hette gross gluck im streidtt; aber da ehr aus den kirchen die glocken nahm, machtte daraus wurfkaulen, die stadtt Parma zu sturmen, vorlohr ehr ehre und gutt, auch im selben Jahre das leben?), Der hohem. legte auf seine arme leute eine schatzung, nemlich die dritte silberne spange, den dritten silbern knopf und von allem, was von silber und goldtt war, das dritte teill3). Darnach musten sie von. allen ihren guttern von 100 marck werdtes 2 marck [geben], man hett es im gebrauch, oder nichtt; das istt: hatt ein mahn ein schieff, das 100 marck werdtt war, ehr ge- brauchtt es, oder nichtt, so mustt ehr dennoch 2 m. davon geben; und so mitt allen guttern®). Darnach muste man heupttschoss, reutergeldtt, zeise, brandtt- geldtt geben, von iglichem heupte ein groschen, dabei gleichwoll ihren follkomenen zins, ob es gleichs krieg war. Als die Polen vor Braunssbergk lagen, kamen dem hohem, funf tausentt mahn, derhalben bohtt ehr den Polen zum *andern mahl ein feldttschlan ahn vor dem Heiligenbeill; aber die Polen merckten sein forteill, das ehr ihn thun wolte, wie vor Hollandtt. Sie enttbothen ihm, ehr solte vor Braunssberg komen, da wurde ehr finden, was ehr suchte; aber ehr kam nichttS), 1) Dass dies in Künigsberg mit zersprungenen, wicht gebrauchten Glocken vom Schlosse vorgekommen ist, zeigt Freiberg, 97. 2) Gr. denkt an Kaiser Friedrich IL. der bekanntlich I248 Parma be- layerte und 1250 starb. Merkwürdig ist hier sehom die Verwechselung Friedrichs 1, Barbarossa mit Friedrich I, 3) Die Angabe ist anderweitig nicht bezeugt nnd beruht wohl auf einer Erfindung oder Verdrehung Gr's. Der BesitW von Gold- und Silbergeschmetde wurde in Küniysberg allerdiugs besteuert nach der ron den Städten dem ITM, bc- illigten Steuer. S. die folgende Anmerkung. 4) S. die Verhandlungen über die vom IM. in den drei Städten Königsberg geforderte Vermögenssteuer nach dem ron (ir. riehtiq angegebenen Procentsatse bei Freiberg, 1085-112, (Gans, 31-937. 5) Das polnische Heer gab die Belagerung von Braunsberg um Michaelis 1520 auf, sei es in Folge der schlechten Witterung, wie Falk, 60, und Gr. (s. *fol. 296a.
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548 Tract. XXI. & 42. 8 42. Wie der hohem. friede bogerte mitt den worten, aber nichtt mitt dem hertzen. Dem hohem. wurden abermahll abgeschlagen 70 gutte edelleute und die besten reisiger, auch wardtt Wolf von Reitenberg gefangen!); es gieng ihm nahe. Als ehr aber volnam, das sein gluck zumahl klein und wenig war, erdachte ehr, wie ehr seinen unfall stehende machtte. Ehr schrieb dem h. bischofe Job von Riesenburg (der ihm heimlich viell Latein gesandtt hette, den dieweill ehr dem konige .geschworen, vertrauete man ihm ettwas), das mitt ihm komen solte Hans von Rechenberg und Achatius Czeme, den ehr wolte mitt ihn boschliessen, ein ewigen friede zu machen?). Als sie kamen, vorhieltt ehr sie etzliche tage, das sie nichtt zu ihm kamen. In welcher zeitt kam dem hohem. bottschaftt, und das gahr gewiss, wie der konig were eilendts gen Krakau gezogen. Aber das war nichtt, sondern ehr zog gen Wangerwitz ins feldttkloster des willens, sich mitt den unten 8. 549) berichten, oder, was wahrscheinlicher ist, in Folge der Nachricht, dass der Orden Ilülfe erhielt, wie Zerer, 337, und Gans, 338, angeben. Die 2000 Mann Hülfsvölker aus Dänemark bezw. Schweden langten beim HM. erst nach dem Abzuge der Polen in Preussen am 6. und 20. October an. Vgl. Freiberg, 117, 122, Zerer, 338, Gans, 338, 342. Die Hülfe aus Deutsch- land traf noch später in Preussen ein. Daraus ist ersichtlich, was es mit dem oben von Gr. erwähnten Anerbieten einer Schlacht vor Heiligenbeil seitens des IMs auf sich hat. 1) Wann und wo dies geschehen sein soll, bleibt ganz unklar, auch ist ein Wolf von Reitenhery unbekannt. Vielleicht ist eine Verstümmelung des Namens anzunehmen und an den Statthalter von Brandenburg, Kraft von ‚Festenberg, zu denken, der sick am 25. Mai den Polen ergeben musste und als Gefanyener dem Könige in Thorn sich stellen sollte. Die zeitliche und ursäch- liche Verbindung, in die Gr. diese Thatsache bringt, wäre dann allerdings eine völlig verkehrte, aber bei der Eigenthümlichkeit unseres Schriftstellers keine besonders auffallende. 2) Zwischen dem UM. einer- und dem Bischof von Tomesanien, sowie dem im polnischen leere dienenden schlesischen Ritter Hans v. Rechenberg andrerseits wurde schon seit Mitte Juli über die Ilerstellung des Friedens ergehnisslos verhandelt. Voigt IX, 609. Eine neue Anregung erhielten diese Unterhandlungen, als der König von Polen Mitte September auf die Nachricht, dass dem Orden Ililfsrölker aus Deutschland zuzögen, den Bischof und Rechen- berg beauftragte, sich persönlich zum UM. zu begeben. Die Sache verhielt sich also gerade umgekehrt, als Gr. sie darstellt: nicht der IIM, sondern der König veranlasste die neuen Unterkandlungen. Von einer Betheiligung des Acha: r. Zehmen ist sonst keine Rede. Was Gr. ferner über Inhalt und Verlauf der- selben mittheilt, ist nur Gerede, Ueber die Verhandlungen s. Gans, 339.
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Travt. XXT. 8 42. 549 zu schlan, die in Preusen wolten!), Zum andern, wie das here vor Braunssberg plutzlich aufgebrochen und wegk gezogen were, das war also: den es war ein stetiger regen, davon es sehr kottig wardtt, das die geulen uber die hufe im kohtt stehen musten, davon daselbst uber 1100 pferde sturben; so war es dem folck auch sehr peinlich?). Auch kam ihm schreiben, das 25 tausentt mahn kemen?), die *vor *ful.296b Dantzick wolten, derhalben solten sie Elbing, Marienburg und die werder bemannen; darumb zogen sie so plutzlich vom Braunss- berge abe. Zum dritten, das ihm keme b. Wilhelm grafe von Eisen- berg und Wolfgang grafe zu Schauenburg mitt 16 tausentt mahn, die hetten schon die Conitz ein‘). Davon enttbrandte dem hohem. sein hertz, vorschuf die heren vor sich zu komen und sprach: wor istt nu euer konig, und wor sein seine unfletige Polen? Die heren anttworteten: wir wissen anders nichtt, den das konigl. ma. zu Thorn sei, und sein folck vor dem Braunssberge. Darauf der hohem. lachende sprach: euer konig mitt den seinen furchtt sich vor den unsern, die uns vom heiligen Romischen reiche geschiecktt sein, auch schon inne haben Conitz, Nauburg, Schwetza, Stargardtt und Dirschaud). Die heren schwuren bei guttem gewissen, das sie nichts davon erfaren hetten. Ja, sprach der hohem., ihr wollett es vor schande nichtt wissen; sitzett hie, ich will mich auf mein schreiben berathen. Der hohem. nahm zu sich b. Erich furstt von Braunsswick, b. Nicles von Baach, grosscomptor6), b. Simon von Drahe und Wilhelm, seinen bruder, bedachtt sich kurtzlich und kam wieder zu den heren und sprach, ehr were vor dieser zeitt des sin- nes gewesen, das ehr wolte friede gemachtt haben; sintemahl aber gott ihm ein gluck boscherett hette, wolte ehr fordttan kriegen und allen hohn an den Polen und Preusen rechen. Damit hies ehr sie wegk ziehen. 1) Der König berief am 14. Sepfember den polnischen Heerbann zur Fertheidigung des Landes gegen die anrückenden Deutschen für den 29. Sep- tember nach Wongrowiüz. 4. Tom. V, 323 n. CCUXLV. Er selbst beyab sich am 5. October dorthin. Vapovius, Ss. r. Polonie. IL, 175. Später verlegte er sein Hauptquartier nach Bromberg. 4A. Tom. V, 327 n. CCCLVH. 2) S. oben S. 547, Anm. 4, dazu Stegmann, Ss. r. Pr. V, 309. 3) Vgl. unten S. 555, Anm. 1. 4) (ir. macht verkehrterweise aus dem einen Hilfsheere zwei. Anführer der Söldner waren Wolf x. Schönberg wa Graf Wilhelm von Eisenberg. 5) S. unten 8. 337 — 558, 6) Der Grosscomthur Nieolaus con Bach befand sich damals in Deutsch- land. Zerer, 338.
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*fol. 2978. 550 Tract. XXI. 8 43. $ 43. Wie der hohem. dem bischofe von Heilsberg enttsagete. Sobalde die heren wegk waren, schreib der hohem. dem *h. bischofe Fabiano auf Heilsberg ein solche enttsagung: wirdiger h. bischof, wir haben uns allewege freundttschaftt zu euch vorsehen, ia welcher wir meineten, ihr soltt euch erkennen; es istt aber alles umbsonstt. Darumb erfordertt es euer undanckbarkeitt, das wir euer bischtumb vorterben mussen, den ihr vorhaltt unsere feinde, die unfletigen Polen; dabei wissett, das uns das heilige Romische reich geschiecktt hatt 25 tausentt mahn, die haben gewonnen Conitz, Schweza, Nauburg, Stargartt und Dirschau, die ziehen itzundtt vor Dantzick. So wirdtt es nichtt mehr zwischen euch* und mir sein kitz, kax, kax, oder blo enten (das war des bischofs sprichwortt), sondern ihr werdett haben* weise gense mitt eherenen schnebeln, die auch die mauren werden umb und in den grundtt sturtzen. Mitt diesem sei euch und den euren nach krieges rechtt abgesagtt, zu bedencken auf 14 tagel). Der bischof Fabianus thett wie ein ge- treuer des koniges, ehr schieckte Janussky, des koniges feldtheuptt- man, bothen, der kam mitt 1500 mahn, alle getroste heren?2). Der hohem. kam vor Heilsbergk mitt 7 tausentt mahn samptt seinem besten geschutz?), sturmeten es 7 wochen lang*), den der bischoff a) überg. B. 1) Der Inhalt des Schreibens ist natürlich erfunden. Richtig ist aber, dass ein Briefwechsel des HM!s mit Bischof Fabian von Ermland vor dem Einrücken des ersteren in das Bisthum stattgefunden hat, und dass Albrecht noch aus dem Lager vor Heilsberg an den Bischof schrieb. Ueber den Inkalt s. Voigt IX, 612—613. 2) Die Zahl der Besatzungstruppen giebt Gans, 343, auf 2000, Frei- berg, 136, auf 1000 Mann an. Dieselbe Zahl hat auch die polnische Ueberlieferung bei Vapovius, a. a. ©. 177. Als ihren Anführer nennt letzterer den Jacobus Senciqnovius. Dass Hauptleute und Mannschaften von besonderer Tüchtigkeit waren, hebt Stegmann, Ss. r. Pr. V, 509, hervor. 3) Die Zahl der Belagerer ist olme Zweifel viel zu hoch angegeben. stimmt aber mit den Angaben des Vaporius ziemlich überein. Nach Freiberg, 121, nahm der IM. aus Braunsberg 700 Landsknechte mit sich und zug die in den benachbarten Städten, wie Bartenstein, Rastenburg und Schippenbeil, liegenden Söldner herbei, deren Zahl nicht yenan angegeben wird. Später Kamen noch die aus Schweden ron Siegmund von Sichau herbeigeführten 1600 Lands- knechte dazu. Freiberg, 121, 122. Die Ansrüstung mit Geschützen erwähnt besonders noch Steygmann, a. a. 0. 4) (ir. unterlässt es, (lie Zeit der Belagerung näher zu bestimmen, nnd übergeht, dass eigentlich zwei Belagerungen stattgefunden haben. Denn schen am 17. August hatte der IIM. einen Angriff auf lleilsberg gemacht, war aber,
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Tract. XXI. $ 43. 551 mitt seinen heren war darin!). Die knechte ruften die buchsenmeister an: machett uns locher, das unser drei zugleich mogen eingehen. So geschahe es, das thurme und mauren zu bodem giengen?), aber die burger es des nachttes von inwendig wieder vorstopten. So wardtt gerechnett, das der hohem. inwendig den 7 wochen an eisern kaulen, pulwer und feuerkaulen, derer eine 12 marck kostett, vorschoss in die 15 tausent *marck werdtt, kundte doch keinen schaden thun?), *fol.297b. das honete ihm. Zudem wurden ihm 1600 mahn abgeschlagen, den die knechtte wolten keine schantze machen, sondern wolten selbst schantzen sein vor dem geschutz; so musten es die pauren thun®). Darumb ordenirte der hohem., das man auf den morgen solte an ein frei sturmen gehen. Das wusten die in der stadtt, derhalben sie sich ritterlichen schieckten; alle heren stackten ihr bannier aus und nahmen sein wahr. Als die knechte sturmen solten, traten sie vor, forderten ihren lang vordienten soldtt, sonderlich auch sturmsoldtt und schrien: geldtt, geldtt, geldtt her, oder nichts gethan und abgezogen. Das daurete den gantzen tagk5). Der hohem. brauchtte viell mittel, das ehr die knechtte an den sturm brechtte, aber sie wolten nur den vordienten soldtt haben. Sie tratten zusamen, liessen ihm ein wortt zu enttbietten, davon erschrack ehr. So kam ihm und den seinen in der nachtt ein grauen an, den es war ein gewalttiger windtt, in welchem sie vormeinten, das sie alle vorgehen wurden, machtten sich derwegen eilendtt auf, liessen da die handttbuchsen, hel- barden, spiesse, harnisch, wagen und solchs dinges viell, die kessel bei als derselbe misslang, Ende August abgezogen. Gans, 332, Freiberg, 105. Er kehrte dann Mitte October zurück und begann am 19. die Belagerung von neuem. Sie währte bis zum Ende des November. Töppen zu Falk, 61, Anm. 1. Voigt IX, 61%—623. Nur auf diese letztere Belagerung ist die von Gr. an- gegebene Zeitdauer von 7 Wochen zu beziehen, die freilich auch so ungenan bleibt. Stegmann, a. a. O., giebt richtig 6 Wochen an, während die Ferber- Chronik, Ss. r. Pr. V, 533, von mehr als fünf Wochen spricht. 1) Dass sich der Bischof in der Stadt befand. wird durch Vapovius, 180, bestätigt. 2) Vgl. Gans, 343, Freiberg, 136, Vaporius, 177, Stegmann, 509. 3) Die starke Beschiessung der Stadt wird allseitig bestätigt. Ueber die Zahl der abgefeuerten (reschosse vgl. die Angabe der Ferber-Chronik, Ss. r. Pr. V, 333. Im übrigen ist die Schilderung der Belagerung bei (Gr. sehr ober- nlöchlich und arm an Einzelheiten. 4) Freiberg, 137, erwähnt, dass der ILM. bei der Belayerung viel Volk, Landsknechte und Bauern, verlor. 5) Vgl. über diesen wahr geschilderten Auftritt Zerer, 338, Gans. 333, und Freiberg, 136.
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552 Tract NT. 8 44. den feuer und die gezeltt mitt essen und trincken; sie kamen gen Konigsberg mitt wenig freuden!). Hertzog Friedrich, furstt von Lignitz, des koniges, auch des hohem. schwager, vormeinte in dieser sachen friede zu machen?), komt in Preusen gen Elbing, schieckte zum hohem. umb ein sicheren zu- triett, den ehr ihm schwerlich vorgunnete®). Dennoch schreib ehr ihm, *fol. 298. wolte ehr sehen ein kreen*nestt vorstoren, so sollt ehr zu ihm vor Heilsberg komen. Der hertzog kam), aber nichts aussrichtte und zog so wegk. Das kreennestt blieb auf das mahl durch gottes und Marien gnade gantz. $ 44. Von dem folck, so das jahr in Prousen kam. In diesem jahr in der fasten vorgunte Casemirus, marggrafe zu Anssbach, des hohem. bruder, das man vorsamlete 800 Francksche reisiger, sehr woll geschiecktt, dem hohem. zu gutte. Das rustegeldtt und den ersten soldtt richten die Deutschen‘ heuser aus sampft ihrem landttm. Sie vorsamleten sich zu Beyersdorf und solten dem hohen. in Preusen schweren, aber sie bogerten vorsicherung, wor sie solten ihren soldtt bekomen, darauf ihn niemandts anttworte. Sie bedachten sich und zogen wieder heim; damitt wardtt ein gross geldtt vorloren5). Ihr heupttman war Franciscus von Sickingen®, den dies war der boruffeste heupttman, den ehr hette die bettler- a) D. uberg.; ausgestr, ersten B, b) Seckingen B. 1) Ueber die thatsächlichen Gründe für Aufhebung der Belagerung vun Hleilsberg s. Voigt IX. 623, und Freiberg, 137. 2) Ueber die Verhandlungen des Herzogs Friedrich von Liegnitz, deren Veranlassung und Scheitern s. Voigt IX, 622, dazu auch A. Tom. V, 325 n. CCCLIX, Vapovius, 175. 5) Der Herzog schrieb allerdings von Elbing aus am 21, October an den UM. Voiyt. a. a. O., Anm. 3. 4) Er traf in Königsberg am 24. October ein, der HA, der damals vor Heilsberg lag. am 25. ebendort. Zerer, 33%, Gans, 343, Freiberg. 123. 5) In Gr's Erzählung mischt sich auch hier wieder wahres mit halb- wahrem und Jalschem, Richtig ist, dass schon seit längerer Zeit durch Dietrich und Wolf won Schönberg, sowie durch den Grafen Wilhelm ve. Eisenberg in Deutschland Verhandlungen wegen Werbung von Süldnern mit Bittern und Fürsten geführt wurden, und dass das Haupthinderniss, die Soldtruppen in Be- wegung zu setzen, die Geldnoth des Ordens war. Wenn Gr. zu berichten weiss, dass es ®&00 fränkische Reisige waren. die sich zur Fastenzeit mit Zulass des Markgrafen Casiwir versammelten, so ist dies wieder eine seiner bekannten Fabeleien. Grade Casimir war nichts weniger als geneigt, seinem Bruder
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Tract. XXI. 8 45. 553 munch, prediger genantt, gestiellett!). Diese disputirten und rechten umb des glaubens halben mitt einem treffenlichen gelarten doctori, genantt Johannes Reichlen. Dieser vortratt die Juden, wie sie rechtt theten, glosirte ihn ihre schrieftt, dadurch sie weiter vorhertett wurden. Als aber Reichlen die sache vorlokr, bannete man ihn, wie rechtt istt. Dieser Franciscus nahm sich der sachen an, enttsagte den munchen, sie auszuschneiden, zu brennen und zu boschedigen wie es keme, den sie trieben seinen meister ohne ursach umb. Da legten sich gutte heren darein, das die munche musten geben 400 gulden, das *nahm Franciscus, liess Reichlen im bahnne baden, wie *tol. 238b. ehr kundte. Das stuck machte ihn schr namhaftigk?). $ 45. Wie die margrafen von Brandenburg das beste theten. B. Wilhelm graff zu Eisenberg, ' marschalck in Preusen, vor- mochtte nach diesem unfall Jochim, den fursten zu Brandenburg, und [den] bischof zu Halberstadtt, das sie vorwilligten in® ihrem lande ein folck anzunehmen und durch ihr landtt auf den konig von Polen in Preusen zu furen. Derhalben von ostern an biss b) überg. B. IHülfe zu verschaffen. Voiyt IX, 570. Ein Theil der Söldner lagerte Ende 1519 in der Mark Brandenburg und im Braunschweigischen. Voigt IX, 567, Mit rheinischen Rittern wurde Ende November dieses Jahres verhandelt. Ein Theil der schon versammelten Söldner verlief sich noch 1519, da der Zug nach Preussen wegen Mangels an Geld nicht zu Stande kam. ‚Dringend forderte der HM. vom Deutschmeister Geldunterstützung, doch hielt dieser lange damit zurück und gewährte sie erst Mitte 1520, als der HM. versprochen hatte, die deutschen Häuser des Ordens bei etwaigen Forderungen der Söldner wegen rückständigen Soldes schadlos zu halten. Voigt IX, 615, 616. Vogl. auch den Bericht des Gregor Spiess, Ss. r. Pr. V, 353, 354. 1) Franz v. Sickingen war bereits 1518 in die Dienste des Ordens ye- treten und seitdem bemüht, Söldner anzuwerben und deren Einrernehmen mit dem HM, zu fördern. Als der Zug 1520 zu Stande kam, betheiligte er sich indessen nicht an demselben, sondern sandte seinen Sohn Hans nach Preussen. S. Voiyt, Franz v. Sickingen und der deutsche Orden, in den Beiträgen zur Kunde Preussens UI. H. 5. Münch, Fr. v. Sickingens T'haten, Pläne, Freunde und Ausgang I, 140 ff. 2) Ohne Lügen und boshafte Unterstellungen vermag Gr. nun einmal nicht zu erzählen. Dass Reuchlin gebannt wurde, ist bekanntlich ebenso erfunden, wie dass Sickingen 400 (rulden von den Dominikanern in Cöln nahm und darum Reuchlin fallen liess. Gr. hatte von diesen Dingen wohl überhaupt Kenntnis, weil sie seinen eigenen Orden betrafen.
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"fol. 2998. 554 Traet. XXI. $ 45. Francisci vorsamleten sich umb das feldttkloster Lenin 15 tausentt knechttel); dieselben knechtte bezalten ein* teill die helfte ihrer zehrung, aber gegen einen es zehen mitt gewaldtt nahmen. Als in der Marcke alles vorzehrett war, musten sie umb hungers halben gen Franckfurtt an die Oder, da ubeten sie grose gewaldt, den man gab ihn keinen soldtt; dennoch wolten sie alle tage schlam- pampen. Derwegen wurden dem bischofe von Lebusz die Carteuser vorterbett, auch viell burger von Lebusz, die sich des weines nere- ten. Wen sie einem iglichen haupttman nichtt nach seinem bogehr gaben, vorhiebe man ihn die weinreben mitt den trauben, und solcher gewaldtt viell ubeten. Wen ihn gesagtt wardtt, man hette sie darumb dahin gefurtt, das sie solten auf Polen futterung holen, sie anttworten aber, man gebe ihn keinen soldtt. So vorzog es sich jho lenger, jho erger. Letzlich kamen zusamen 25 tausentt mabn, derer aller heupttman war b. Wilhelm? graff von Eisenberg und Wolfgang grafe von Schauenburg?). Wen man“ sie fragte, wer sie weren, und wo sie hin wolten, sprachen sie: der unfletige konig von Polen und die vorreterische Preusen hetten unser lieben frauen mantell zurriessen, sie wolten ihn wieder gantz machen; davon wurden sie alle genantt die Preuschen *schneiderknaben. Am tage Francisci kamen zusamen 25 tausentt mahn. Die heuptleute wolten, sie solten dem Deutschen orden schweren auf sechs monatt, aber die knechtte wolten geldt. Man hette angeschrieben ein kurisser auf 50 gulden, ein spiessgaulen auf 16 gulden, einem gantzen krieges- knecht den monatt 4 gulden, den halben 2 gulden. Die vor- schreibung war gross und keine bezalung; derhalben zogen balde von Franckfurtt 5 tausentt zurucke, die sprachen, sie wolten bettleren, nicht dienen. Den b. Heinrich von Mollen pflag zu sprechen: ihr fromen landtsknechtt, habett geduldt umb Marien willen, Jhesus wirdtt euer zahler sein. Ihrer 20 tausentt schwuren und nahmen auf den kreutzpfennig® ihrer bezalung, den man gelobete ihn, vor Dantzick a) eine B. b) Wilhem B. ce) überz. B. d) kr. überg. B. X pf. B'. 1) Dass einzelne Söldnerhaufen an Lelmin vorübergezogen sein werden. ist wohl möglich, wenn auch die übrigen gleichzeitigen Schriftsteller nichts davon melden. Falsch ist es aber, dass sich 15400 Mann dort gesammelt haben. Vielmehr war Frankfurt a. d, Oder der Sammelplatz. Ebenso falsch. ist die Zeitangabe. Erst im August und September setzten sich die Söldner in Be- wegung. Voigt XI, 616. Zs. d. Westpr. @v’s ITI, 18. 2) Vielmehr Wolf v. Schönberg.
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Tract. XXI. 8 46. 55h fursttlich zu bezalen. Nach diesem ihrer sehr viell entlieffen, auch sich unter einander bei tausenten ermordten. $ 46. Wie das folck auf schaden ausszoge. Die haupttleute hielten mosterung, sie funden 16 tausentt per- sonen von Kriegsfolck, caplan und huren: tausentt reisiger, 120 ku- risser, 8 tausentt gantze soldener, 9 tausentt gemeine knechttel). Von buchsen hetten sie eine cartaune auf das alte monihr, funf gantze schlangen, 8 feldttgeschutz, die hetten alle” der margrafen wapfen. Das folck hette ein jeder kreutze auf den kleidern?), ihnen vom bischofe von Meideburg angenehett. Sie kamen vor Meseritz an die erste stadtt des koniges. Das’ folck wardtt genantt das Deutsche heer. Sie waren alle guttwillig, Marien mantell wieder gantz zu machen, den sie Albertus, der bischof von Meideburg, durch briefe ihres soldes vorsichertt hette. Man war ihn allen? schuldig auf den tagk 250 tausentt gulden Reinisch. Vor Meseritz hielten sie und trugen den burgern friede an, aber die® in der stadt waren *geschlagen. Auf dem schloss waren 70 Polen, der vornemste ein *fol. 299). groe munch, und ein altt weib kochin. Den Deutschen war vor- spehett, wie das auf dem schloss kein geschutz were, aber der munch hette es vorborgen. Die Polen liessen den Deutschen sagen, sie wolten sich wehren. Die Deutschen hetten schwere gaulen, sie hetten den tagk in stetigem regen uber 6 meilen gereisett, sie funden, wie Meseritz wuste war; derhalben wolten sie sich da ins treuge lagern und zogen ein. Die Polen wurffen feur in die stadt, vor- meinten also den reisigen zeug zu vorbrennen, aber die Polen sich zu sehr ubereileten, den der Deutschen war noch niemandtt abge- sessen; darumb drungen sie mechtig vorm feur aus. In solchem gedrengnis scheusstt der groe munch mitt drei hauffenitzen vom a) aller B. b) aller B. c) waren geschlagen so ausgestr, B, 1) Die Zusammenzählung giebt 18120 Mann, während Gr. gedankenlos 16,000 als Gesammtzahl angiebt. Auch diese Zahl ist noch zu hoch gegriffen. Zwar war auf polnischer Seite anfänglich das Gerücht von mehr als 20000 Mann verbreitet, während man später 12000 schätzte A. Tom. V, 323 n. CCCXLY, und 337 n. CCCLVII. Die meisten deutschen Schriftsteller sprechen jedoch zur von 13000 Mann, womit ein Brief des Kurfürsten von Brandenburg über- einstimmt. Vgl. Voigt IX, 616, 619. 2) Die Angabe bestätigt Stegmann, 512, bezüglich der Fussknechte, ebenso ein Ciedicht des Dantiseus, A. Tom. T, 347.
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556 Tract. XXL 8 47. schloss, erscheustt das mahl und auf den morgen 500 mahn. Der- halben machten die Deutschen ein blockhauss, schossen mitt der cartaune das* schlossthor danieder, da lieffen die knechtte ein. Im einlauffen thett der munch noch einen schuss mitt hagellschrodtt, damitt machtte ehr viell knechte untuchtig, idoch bohielten die Deutschen das schloss. Man fragte nach dem buchsenmeister, und der munch wardtt gemeldet. Indem warff ein altt weib einen redlichen fenrich zu tode mitt einem ziegell von der maure. Nach- dem bunden die knechtte den munch an ein ende eines strieckes und das alte weib an das ander ende und hiengen sie so uber die maure. Die andern Polen waren in der nachtt auf dem wasser enttkomen. Auf dem schlosse war nichts, sie vorbrandten es mitt allem in den grundtt!). S 47. Von einem Deutschen anschlage. Nach diesem giengen die heren zusamen, boriethen sich, wie man ihm thun solte, auf das der konig nichtt ein ruhm an ihm bo- *fo]. 3000. gienge;* den sie wusten, wie ehr zu Wangeritz lege und wolte ihn den wegk in Preusen auf die Konitz vorlegen. Sie wurden es eins, zogen vor den Zander, schieckten von dannen enttsagebriefe gen Posenau?); sie waren doch nichtt des sinnes, dahin sich zu bogeben, Als der konig das erfuhr, schieckte ehr von sich ein folck, die Po- senauer zu beschutzen. Indem machtt sich das Deutsche folck balde auf, gaben sich seidtling auf die Jincke handtt gen der Conitz iu Preusen®). Saramba mitt andern Polen understunden sich, im walde a) blockhauss nusgestr. B. 1) Die Einzelheiten der Eroberung der Stadt und des Schlosses Aeserit: sind aus den übrigen Schriftstellern nicht zu erweisen. Aus denselben ergieht sich nur, dass das Schloss eine geringe Besatzung hatte, dass die Stadt beim Anzuge der Deutschen von den Polen in Brand gesteckt wurde, wobei die ersteren Verluste erlitten, dass das Schloss von 40 grossen Geschützen beschossen und hierauf erstürmt wurde, und dass alle Polen bis auf 2 Ilauptleute niedergemacht wurden. Zerer, 338, Gans, 340, Vaporius, Ss. r. Polonic. II, 176. Stegmann. 309, 510. Ueber die Zeit s. Töppen zu Falk, 64, Anm. 1. Voigt IX, 619. 2) S, den Absagebrief des Wolf v. Schönberg bei Schütz, 474, und die Aufnahme desselben seitens des Königs bei Vaporius, 176. Ein Ort der Aus- stellung ist nicht genannt. 3) Richtig ist, dass der König einen Anyrif auf Posen befürchtete und Truppen dorthin sandte, was die Söldner veranlasste, ihren Weg durch West- preussen zu nelmmen. Vaporius, 176. Kestner in der Ze. d. Westpr. Ge’s III, 18.
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Tract. XXI. $ 48. 557 den kurisser zeug anzugehen, den ehr zogk umb der schweren gaulen halben in sonderheitt. Aber Saramba wardtt vorrathen, die Deutschen kamen ihm vor, wolten ihn im lager boringen, idoch die Polen entt- kamen. Sie vorloren aber sonstt, was sie hetten; das nahmen die Deutschen mitt freuden und prasseten!), $ 48. Von frommen und schadenthun der Deutschen. Auf das dasselbe Deutsche here mehr freunde machtte, war ibn gebothen, das sie nichtt brennen solten; und wer sein gutt losen wolte, das solten sie aufnelımen. Darumb nahmen sie ins here, was ihn nottig war, und kamen vor die Conitz. In der Conitz war so zu achtten niemandts von des koniges folck, die stadtt kundte sich nichtt 4 tage halten, das hetten sie dem konige vorhin gesagett. Sie gaben sich mitt der underscheidtt, das sie mochten mitt gelde ihre gutter losen, das vorwilligten die heupttleute. Die burger gaben ihn in einer summa 700 marck und liessen sie ein). Zu der Conitz gaben sie dem folcke soldit, jedem knechtte ein gulden, vorsprachen ihn zu Dantzick genugsam zu zalen, den der hohem. wurde da sein. Die knechtte nahmen in der Conitz von essen und trincken und furen gen Stargartt. Auf Stargartt wonete juncker Achatius Czeme, *ein ritter, aber ehr war nichtt daheim. Sie kamen vor die *fol.300b. stadtt und forderten sie; die burger sich boriethen und wolten sich wehren, den in der stadtt war die fraue des ritters, die bathe es. Dawieder war ihr pfar, der riehtt getreulich, man solte sich ihn ergeben, den es were nichtt muglich (sagte ehr), das sie sich* solten wehren; ehr gelobete ihn, wo sie die Deutschen aufnehmen, wolte ehr ihn erwerben vorsicherung ihrer gutter. Ehr uberredte kurtzlich seine scheflein und vorriehtt seinen heren, der ihn von der bachanterei erzogen hette, trug ihn die stadtt mitt vorsicherung ihrer gutter auf, sagte ihn, wor der schatz seines heren heimlich vorhalten were. Sie nahmen die stadtt ein und erhuben den schatz; a) überg. B. 1) Von unaufhörlichen Beunruhigungen des Marsches der Söldner weiss Vaporius, a.%. O., zu berichten. Derselbe erzählt auch, dass Johannes Zaremba, Woiwode von Kalisch, 150 gepanzerte Reiter und 60 Fussimechte theils nieder- machte, theils gefangen nahm, und dass bei Kammin die polnische Carallerie einen verunglückten Angrif auf die der Söldner machte, auf welch letzteres Ereigniss sich wohl die obigen Angaben Gr’s beziehen. Vyl. Guns, 341. 2) Konitz war ohne polnische Besatzung, ergab sich darum freiwillig am 29. October und lieferte den Söldnern sowohl Geld, wie auch Lebensmittel, Steymann, 510. Falk, 66 u. Aum. 1. Vaporius, 178, 36
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*fol.301a. 558 Tract. XXI. $ 48. aber der pfar war potens in praelio. Die ritterinne gab sich ge- fangen und bahtt umb ihre ehre. B. Wilhelm von Eisenberg sprach: sage an, freulein, wor istt dein mahn, der vorrether? ehr muss heute gespiessett werden, den ehr hatt lassen die kirchen ausbrennen, kinder erwurgen, die heilige sacramentt vorunehren, und der worte viell. Dieweill du dich aber ergeben hast, soll dir geschen, warumb du gebeten. Sie muste mitt ihren jungfrauen in eines burgers hauss, man gab ihr zu einem vorwahrer h. Luttwaldt, des grafen von Schauenburg schwestersohn, und ihr wardtt gehalten, was man ihr ge- lobett hette. Aber den hoff des ritters brante man in den grundtt, wiewoll die fraue davor bohtt zu geben 400 gulden Reinisch!). Von dannen zogen sie zu Dirschau ohne alle wiederrede ein; den es dauchtte den burgern ehrlicher zu sein under einem fursten, den under einem burger; den Ebertt Ferber von Dantzke war ihr her?2). In der stadtt waren *edelleute von Pomerellen, die solten die stadtt bewaren. So traten ettliche vor den b. Wilhelm von Eisenberg mitt gefalten henden und sprachen: biss gott wilkom, o wirdiger orden, wie lang istt nach dir geharett, erlose uns jho von der feyebanne diaboled). Sie schwuren alle. Es war da wenig zu nehmen, es muste dennoch alles mitt?). 1) Falk, 66, hat einige Nachrichten, welche zeigen, dass der Gr.schen Erzählung wenigstens einige richtige Thatsachen zu Grunde liegen. Darnach war Stargard ohne polnische Besatzung; auf dem Schlosse befand sich die Frau des Ritters Achaz von Zehmen mit nur wenig Volk. Die Bürger er- kannten, dass sie sich gegen die feindliche T’ebermacht nicht würden halten können und ergaben sich daher freiwillig. Auch das Schloss wurde übergeben, und einer der Hauptleute der Söldner bei der Frau des Ritters zurückgelassen. Alle übrigen Einzelheiten Gr.s entbehren anderweitiger Beglaubigung. Ueber die Zeit der Uebergabe (28. October) s. Töppen zu Falk, a. a. O. 2) Vgl. oben S. 495, Anm. 2. 3) Feyebanne, riaban, fiaban ist ein bei den Polen damals übliches Schimpfwort, das schon Bd. I, 373, und auch in anderen preussischen (Quellen jener Zeit vorkommt; vgl. Liborius Naker, Ss. r. Pr. V, 294, und das Gedicht auf den Krieg von 1520, Ss. r. Pr. 7, 344. Nach einer gütigen Mittheilung des Herrn Dr. A. Prochaska in Lemberg ist es abzuleiten aus dem polnischen Zeitwort jebat, früher iabad oder ieban (Part. Präteriti Pass. iebany) = cam- mercium habere cum aliqua, und der Präposition w oder wy, die den Begrifi ‚gänzlich, von Grund aus‘, enthält. Feyebanne ist nur eine verderbte Form für wyjebany; diabole steht für diabel. Feyebanne diabole würde also etwa be- deuten: prostitutissimus diabolus. 4) Dirschau, das für eine Belagerung ebensowenig, wie die übrigen Städte, vorbereitet war, ergab sich am 4. November gleichfalls freiwillig. Falk, 66, 67.
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Tract. XXI. 8 49. 559 $ 49. Wie sie mitt machtt vor Dantzke zogen. Zu Konigsberg war von diesem zuge gross jubiliren, sie gaben ihren gnedigsten fursten gahr gewonnen, den Dantzke were durch ein sturm sein. Sie zogen in der ordenung vor Dantzik: 25 in einem gliede samptt ihrem gezeug und buchsen, lagerten sich auf den Bischofsberg und sahen in Dantzke. Das geschahe am dings- tage nach Allerheiligen, den es war ein schoner herbstt. Im selbigen abende enttsagten sie der stadtt, und were ihre meinung, das sie die s. Mertens-ganss mitt ihn essen wolten. Der burgemeister nahm die bottschaftt freundttlich auf, ehrete den botben und sprach: sein sie umb der ganss willen zu uns gekomen, so mussen sie aus einem hungerigen* lande sein. So war die enttsagung ge- schrieben wie eine vormanung zu den kaufleuten und zu der gemeine; den die rede ware, das sich die gemeine umb der heren willen nichtt wolte vorterben lassen!l), Aber man hette der ge- meine und den kaufleuten schon solch ein latein geben, dadurch sie der sachen eins wurden, lieffen den tagk vor der bolegerung aus, brandten ihre eigene gutter in die funfmahlhunderttausentt marck werdts abe an wagenschoss, klapholz, heuser und, was sonstt war?). a) hungrigem B. 1) Die Aufforderung zur Uebergabe wurde noch am 6. November münd- lich durch einen Herold an die Stadt gerichtet und am 7. schriftlich wiederholt. Kestner, Zs. d. Westpr. Gv’s III, 20. Das am 6. November ausgestellte be- zügliche Schreiben des Wilhelm Grafen zu Eisenberg und des Wolf von Schön- berg an die Stadt s. bei Schütz, 473. Dasselbe scheint Gr. bekannt gewesen zu sein, wenigstens deutet darauf das von ihm richtig angegebene Datum des Kintreffens der Söldner (Dienstag nach Allerheiligen), sowie die Bemerkung, es sei darin die Mahnung ausgesprochen gewesen, dass sich die Gemeinde um der Herrn willen nicht verderben lassen möge. Der entsprechende Satz des Schreibens lautet: Wir wollen uns auch versehen, ihr werdet euch umb einer entzlichen Personen willen in keinem wege verderben zu lassen begeben u. 8. w. — Die Erwähnung der Martinsgans und die daran geknüpfte Anekdote ist Gr’s Er- findung und durch ihn in andere Chroniken übergegangen. Vgl. Kestner, a. a. 0. 3. 21, Anm. 2. Zur Kennzeichnung seiner Geschichtschreibung dient es, dass er Vorgänge, die zu seiner Zeit noch in jedermanns Erinnerung sein mussten, in so humoristischer Weise darstellt. 2) Die Nachricht, abgesehen von der nicht zu controlirenden Werth- angabe, ist richtig. Stegmann, Ss. r. Pr. V, 310. Ferber-Chronik, ebenda, 531. Freiberg, 127. (fans, 341. Kestner, a. a. O0. S. 19. 36
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560 Tract. XXL $ 50. "ol. 301b. Die Alttstedter waren baufellig, darumb legte man zu *ihn die Polen, so ihn der konig geschiecktt hettel), Am donnerstage nach der bolegerung fiengen sie an zu schiessen vom berge. Sie zur- schossen mitt den grosen buchsen funf bradtspiess in der kuchen zu den groen munchen?), Sie theten mitt ihrem schiessen vor Dantzick nichtt auf hundertt marck schaden, ausgenomen das eiu mahn todtt blieb auf der gassen von einem ziegell, der von einer zinnen am giebell geschossen wardtt?).. Aber die aus der stadtt schossen unmenschlich sehr, und gewiss damit sie ihrer gahr viell umbbrachten, wie auch die knechtte nachmals selber sagten, das [sie] vorm Karrenthor mitt dreien schossen nach einander 500 mahn, die in einem gespreche stunden, wegnahmen?). $ 50. Wie sie von Dantzick abzogen. Am freitage nach dem bolegeren den letzten schoss schossen die Dantzker ungefehr in des heres groste buchsen, das sie zur- sprang?). In diesem tage wardtt der reisige zeug mitt den fuss- gengers uneins der ursachen halben: umb Dantzke, auf Pomerellen wardtt von den pauren alle ding vorkauft, auf das es ihn die Polen nichtt nehmen, sintemahl aber dies jahr von wegen* stetigem regen viell getreide im felde vorfaulete, wardtt es sehr teur. So zog der reisige zeug mitt den wagen stetes voraus und nahmen, was ihn gefiell;- wen den die fussgenger kamen, funden sie die ledige stelle. Wolte ein knechtt ein brodtt haben, so muste ehr es vom reisiger, a) wegem B. 1) Der König von Polen hatte böhmische Söldner gesandt. Kestner, a.a. 0,8. 19. 2) Die Beschiessung des Minoritenklosters erwähnen Stegmann, 510, Falk, 68, Schütz, 474. 3) Die geringe Wirkung der Beschiessung bestätigen die Ferber-Chronik. a.a. 0, 531, und Stegmann, 511, nach denen kein Mensch getroffen worden sein soll. 4) Dass die Danziger das feindliche Feuer lebhaft und mit Erfolg er- widerten, zeigen die Jerber-Chronik, a. a. 0, und Stegmann, 511. Das oben erwähnte Ereiyniss vor dem Karrenthor wird anderweitig nicht bestätigt. 5) Alle anderen (Quellen erwähnen, dass der beste Büchsenmeister der deutschen Söldner erschossen wurde. Ferber-Chronik, 531. Schütz, 47#, hal zwar die obige Angabe, enmahm sie aber mittelbar Gr.
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Traot. XXI. $ 50. 561 die nu becker waren geworden, vor ein groschen keufen, so es doch nichtt ein schilling werdtt war. Solches gaben die reisiger den knechten an ihren soldtt und sie also auswucherten, das sie mehr schuldig waren, den sie *mitt allem solde vordienten. Derhalben *fol. 302. wardtt im lager gross rumor, und die reisiger furchtten sich sehr vor den knechten, es zogen ihrer viell den reisigern zu trotze abel). So giengen die fenriche und andere in diesem freitage umb abendts-. zeitt zu rahte, was man thun solte. Diese vorsamlung sahe man vom pfarthurn; sie stalten auf dem Karrenthor die buchsen auf sie und traffen, als die knechte selber sprachen, funfhundertt mahn?). In der zukomenden nachtt kam ihn bottschaftt, wie der konig mitt 80 tausendtt mahn keme. Dadurch kam ibn eine sonderliche von gott angesandte furchtt und erschreckung, das die knechtte die lerm- tromme drei stunde lang liessen umbgehend). Als die reisiger solches horeten, meineten sie, das es ihn wurde gelten, wichen der- wegen in das feldttkloster Oliwa, die knechte, ein teill gen Serno- witz, ein teill gen Sukau in die kloster, die heupttleute mitt 2 tau- sentt knechten und 400 reisiger kurisser nahmen den Pautzker wiockell ein). Die Polen aus Dantzick schlugen und fingen ihrer viell von den letzten im abzuge. Als der grafe in der Oliwa lag, kamen dahin die burgemeister von Pautzka und schwuren dem hohem., bathen, man wolte die stadtt bei ihren rechtten lassen, so woll ihn auch ihre gutter nichtt booschedigen, das schwuren sie ihn bei ihrem adell. Sie zogen gen Pautzka, nahmen ein stadtt und schloss und vorzereten alles. 1) Richtig ist, dass Geld und Lebensmittel den Söldnern ausblieben, und dass viele darum fahnenflüchtig wurden. Kestner, a. a. O, 8. 22. Steg- mann, 512. 2) S. S. 560, Anm. 3. 3) Nicht die Botschaft, dass der König mit 80,000 Mann anrücke, sondern die Ankunft von 1200 polnischen Huülfstruppen, deren Zahl freilich stark übertrieben wurde, erschreckte die Söldner und veranlasste ihren Abzug am 10. November. Ferber-Chronik, 532. Stegmann, 511. Es ist auffallend, dass Gr. den Namen des Führers der Hülfstruppen, Nicolaus Sturz, nicht nennt. 4) Wenn auch Zarnowitz und Zuckau von anderen (Quellen nicht aus- drücklich genannt werden, so bestätigen diese doch den Rückzug der Söldner auf Oliva und in den Putziger Winkel und ihre erheblichen Verluste. S. das von Schütz, 475, angeführte Schreiben der Hauptleute an den HM. vom 11. No- vember und Gans, 342.
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*fol. 302b. 562 Tract. XXI. $ 51. Darnach nahmen sie alles, was da war; was nichts nutz war, das liessen siel). & 51. Wie der konig an diesem folck seine fromigkeit bowiese. Der frome und edle konig von Polen Sigismundus machte ihm ein unsterblichen nahmen mitt diesem folck. Als dies *folck abzog und sich so wunderlichen zurteilten, schlugen sich 100 reisiger und 250 knechte zusamen, schieckten zum konige, der zu der zeitt auf Bromberg war, ihn also ansprechende: arme vorrathene, vorfurte krigsknechte erbitten konigl. ma. dienstt an oder bogeren ein christt- lich geleidtt durch sein reich, dabei ihm gelobende, ihr tage auf ihn oder die seine nichtt zu ziehen. Auf solches hieltt der konig ein rahtt. Ihm wardt gerathen, ehr solte sie lassen wurgen, aber der konig sprach: nein, sie haben sich zu mir treue vorsehen, treue will ich ihn leisten. Ehr sagte den bothen, die Deutschen weren red- liche leute, aber ihrer viell in diesem kriege bei ihm nichtt redlich gehandeltt hetten. Zu vormeiden groseren unfahl, bogerte ehr ihren dienstt nichtt zu der zeitt, idoch sagte ehr ihn zu ein christtlich geleidtt; ehr vorschuf den reisigern aufs pferdtt 4 gulden und einem knechte einen gulden zu geben. Sie zogen durch Gross Glogau und sagten ein solches von dem konige. Der kurisser zeug schieckte auch zum konige, ehr gab ihn auch geleidt und geleidts- leute auf Schieffelbein in Pomern, die kamen auch woll wegk, aber mitt wenig ehren?). B. Wilhelm grafe von Eisenberg und Wolfgang von Schauenburg, die haupttleute, nahmen mitt 200 reisigern, 2 tau- sendtt knechten mitt samptt dem geschutze den Pautzker winckell ein, da erschossen ihn die Tater in einem nachtlager 500 knechte, und die gezelten vorbrandten, da es zumahl ein peinlich wetter war’). 1) Ferber-Chronik, 532. Stegmann, 511. Schütz, 475. 2) Die A. Tom. V, 337—338 n. CCCLVII, erwähnen, dass die (re- fangenen vom Könige menschlich behandelt, mit Wegzehrung und Kleidern ver- sehen wurden, Führer erhielten und nach Deutschland zurückgesandt wurden. Nach Falk, 69-70, mussten sich die in den wiedereroberten Städten, Dirschau, Stargard und Konitz, gefangenen Knechte (Hauptleute?) in Thorn dem Könige stellen und wurden von hier aus durch Schlesien in ihre Jleimat entlassen. Dass sich König Sigismund um diese Zeit auch in Bromberg aufhielt, zeigen die A. Tom., a. a. O., S. 338. 3) Vaporvius, Ss. r. Polonie. II, 179, berichtet, dass die polnischen Reiter. welche die durch Pommern zurückweichenden Söldner verfolgten, in einem (re- Secht 600, in einem anderen 900 Mann niedermachten.
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Tract. XXI. 8 52. 563 So machten sich etzliche umb die Cartaus, wolten sich des- selben ortes ergetzen, sondern da und anderswo sich” die *Caschuben!) *fol. 303a. und Polen erhuben, hingen ibr viell hundertt an die beume?), den die gesellen waren sehr vorschmachtt und vorhungertt. Kamen sie in Pomern, da erwurgete man sie bei kleinen haufen, den sie hetten umb ungeldtt geprachertt; kamen sie in die Marke, da blieben sie heufig, So wardtt von ihn selbstt geschworen, das ihrer nichtt uber 51/3 tausentt were davon komen, und der wenig gesundtt?). & 52. Wie der hohem. von seinen getreuen underricht wardtt. B. Wilhelm und der grafe von Schauenborg schrieben dem hohem. also: Wir b. Wilhelm graf von Eisenborg und wir Wolf- gang grafe von Schauenborg enttbitten dir, allergnedigster her, unsern gutten willen. So thun wir kundtt, das wir Dantzke haben uber- geben und bohalten uns in Pautzka, nichtt das wir mitt ungestumig- keitt oder mitt gewaldit abgeschlagen sein, sondern von unserm folck wunderlich verlassen. So haben wir noch 2 tausentt knechte, die schwerlich das geschutz bewaren mogen. Die reisiger waren und sein noch unmuttig, den sie haben ihren soldtt nichtt gehabtt, den du ihn vorschrieben hettest vor Dantzke zu zalen. Wir haben die, so noch bei uns sein, vorsohnett auf achtt tage; komtt den deine? gnade nichtt, so mussen wir in schanden und geferligkeitt wegkziehen. Die Deutschen heuser, so itzundtt fastt deiner gnade halben vorarmett, die wurdestu weiter in spott und nohtt brengen. Uns befrembdett weiter, das deine gnade wolte sicher auf Omnium sanctorum vor Dantzke liegen; so istt uns von dir nie bottschaftt gethan. Fursttliche gnade kome doch einmahl und vorsuche, ob sie das folck mit worten halten konne. Damitt wollen wir unser ehre bewartt haben‘). a) sio B. db) deiner B. 1) Vgl. Falk, 68—69, und Schütz, 475. 2) Plerique ex his incurvati arboribusque innixi. A. Tom., a. a. O. 3) Nach Schütz, 475, soll kaum der vierte Theilnach Deutschland zurück- gekehrt sein, wenn anders diese Nachricht nicht durch Vermittelung Melmanns auf Gr. zurückzuführen ist. Vgl. über die Verluste auch Vapovius, a. a. O., 5. 180. 4) Den wahren Wortlaut des Schreibens der Hauptleute an den HM. vom Freitag n. Martini (16. November) s. bei Schütz, 475, der hierbei erzählt, dass der Brief von den Danzigern aufgefangen worden ist. Der Gr.sche Text ist ent-
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564 Traet. XXI. $ 58. *fol. 303b. *Nach achtt tagen niemanditt kam, und die heupitleute zogen ohne pfeiffen heim. Wolten sie aber ohne mordtt heim komen, musten sie den knechtten vor ihren soldtt gutt sagen. Derhalben vorsatzte der grafe von Schauenburg seine gutter und zalte den knechtten. Dieser und andere reisiger enttsagten Alberto, dem ertzbischof von Meideburg; den ehr war ibn vor ihren soldt mitt schrieften samptt den Deutschen heusern gutt geworden, derwegen maneten sie das ihre. Dawider sprach der bischof: sie hetten dem Deutschen orden auf sechs monatt geschworen und solches nichtt gehalten, sondern ohne mordtt das landtt von Preusen gereumett; derhalben beduncktt ihm, das man vorretern und schelmen nichtts schuldig sei. Davon kam gross jahmer, das auch nichtt notig istt, solches in dies buch zu schreiben!). $ 53. Wie man der stadtt Dantzke das vorziehen woll gunnete. Als das Deutsche here, wie gesagtt istt, vorhanden und mitt listt in Preusen komen war, da forderte der konig alle krigsmenner auss Gross-Polen gen Wangerwitz?), sie solten unvorzuglich komen, den ehr wolte selbestt ins feldtt, die Deutschen zu bostreiten. Die Polen kamen und gaben ihm solchen rahtt sprechende: gnediger konig. das Deutsche here istt zur wehre woll geschiecktt, dadurch wir vor ihn sturtzen musten. Sondern, konigliche ma., mercke auf die Dantzker, wo sie so treue sein, als sie sich erbitten, so sein sie woll so mechtig, das sie des Deutschen heres bolegerung ein jahr lang konnen ausstehen; under dem mag man dem Deutschen here stege und wege vorlegen, das sie nichtt konnen auf die futterung *fol.304a. reithen, so werden sie mussen *hungers halben abziehen. Der konig Sigismundus den rahtt lobete und vorwilligte). Es wurden auch stellt; immerhin verdient es Beachtung, dass Gr. bei der Schilderung von Danziger Kreignissen erkundliches Material benutzt hat. Uebrigens scheint das Schreiben doch an seine Adresse gelangt zu sein, denn es findet sich auch im D. U. 4. Voigt IX, 624, Anm. 1. 1) Die Söldner erhoben nach ihrer Rückkehr hauptsächlich Forderungen an die deutschen Balleien des Ordens. Voigt IX, 635. 2) Die Angabe ist richtig; 8. den Aufgebotsbrief des Königs vom 14. Sep- tember 1320, A. Tom. V, 323 n. CUCKLYV. . 3) Thatsache ist, dass der König leichtbewaffnete Truppen absandte. welche die Söldner in der Weise belästigen sollten, die Gr. hier die Polen vor- schlagen lässt, qui quaqua versum incederent Germani victualia et commeatum ‚eis pereiperent incenderentque. A. Tom. V, 337 n. CCCLVI.
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Traot. XX1. 8. 54. 565 ihrer viell ermordett, ehe sie abzogen. So balde sie wegk waren, nahmen die Polen Conitz!) und Stargartt?) ein, die Dirschauer er- gaben sich den Dantzkern. Da ubeten ersttlich die Polen gerechttig- keitt uber die pauren, welche hetten uber ihre thore kreutze ge- machtt, peinigten sie unıb alles, was sie hetten, allein das sie nichtt brandten. Vor Dirschau vorbrandten sie die vorstadit mitt allen scheunen, sie lagen uber der Weisel und schossen mitt freuden in die stadtt?). Menniglich gunnete es Dantzick, das sie belagertt wurden. Die Preusen darumb, das sie schieffe auf der sehe hetten, damitt sie von dem konige aus Dennemarcke dem hohem. ein folck uber das ander liessen zufuren, dadurch sich der krieg zum teill vorzoget). Die Polen gunneten es ihn darumb: der konig bahtt sie umb eine mugliche steure, darauf sie ihm zusagten von jederm biehr ein jahr lang zwo marck zu geben, da sie doch ohne schaden hetten vor- mochtt ihm etzliche tausentt vorzustrecken®). Die Schlesieger und Meisener darumb: wen sie gesaltzen hechtte von ihn kauften, funden sie schleien darunder, vormeinetten derwegen, sie hetten die hechtte vorfelschett. Sie wusten aber nichtt, das, wo nichtt schleien wurden darunder gesaltzen, so verfaulete der hechtt. Also hette jede* nation ein tadell und vordriess auf die Dantzker. 8 54. Wie der konig von Dennemarck mitt den Schweden handelte. *Hans Kersten, der konig von Dennemarcke, des hohem. einiger *fol. 304b. freundtt, thett allen seinen vormogen, das Preusen bostrietten wurde, a) jeder B. 1) Am 29. November. Stegmann, 512. Freiberg, 129. 2) Am 6. December nach Stegmann, 512; nach dem 8. December, wie Freiberg, 129, angiebt. 3) Die Danziger sandten Volk und Geschütz zur Belagerung von Dirschau, das sich nach kurzer Belagerung am 27. oder 28. November ergeben musste. Ferber-Chronik, 532, Stegmann, 512. Falk, 69, behauptet, dass sich Dirschau erst nach 14 Tagen den Polen ergab. 4) Vorwürfe wegen schlechter Bewachung der See sind aus Anlass der Ankunft der vom Könige von Dänemark nach Preussen gesandten Söldner den Danzigern vom Könige gemacht worden. Kestner, Zs. d. Westpr. Gv.s II], 16—17. 5) Die Bierziese wurde bereits 1517 erhoben. Beyer, Ss. r. Pr. V, 484. Die Leistungen der Stadt Danzig erwähnt Kestner, a. a. O., 8. 14, 17 u. 26. Dass die Polen eine sehr hohe Meinung von dem Reichthum Danzigs hatten, lehrt die Aeusserung Ferbers, die Kestner S. 14 anführt. Vogl. übrigens auch unten $ 88. .
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566 Tract. XXI. 8 B4. derbalben liess chr bei vorlustt leibes und guttes keinen nach Dantzick siegelen!). Dieser konig hette lang mitt den Schweden gekriegett, aber in diesem herbstte* sie sich ihm ergaben. Nach seinem bogehr auf christtliches zusagen kamen alle edelleute und bischofe aus Schweden zu ihm gen Stockholm, auf das sie ihn zum konige uber Schweden kroneten. Der konig berufte ein freien hoff in turnieren und frolichem leben und biess den gantzen adell bo- schreiben. Auf den achtten tagk machtte ehr seine ordenung, liess den gantzen adell von Schweden, die ehr hette zu gaste gebeten, fahen und liess ihn die heupte abschlan. Nach dem nahm ehr zwo bischofe des landes vor, hieltte ihn vor, was’ sie in hulf und rahts- weise wieder ihn getban hetten, Die bischofe anttworten: erlauchter konig, wir haben mitt unserem vorstorbenen heren gethan, wie rechtt istt, und wir schuldig gewesen sein; solches sein wir mitt dir itzundt auch gesonnen zu thun, den auf solche meinung sein wir zu dir ge- komen. Der konig anttwortt: euer worte hore ich woll, aber euer hertz vornehme ich bass; den ihr achtett, sindttdem ich christtliche zusage gebrochen habe, das ich daran vorreterlich gehandeltt. Aber ich muste euch vorreter mitt vorreterei uberkomen und mich also an euch rechen. Derwegen liess ehr sie entthaupten, aller getodter heren leichnahm auf einen haufen werfen und liess sie so unbe- *fol. 3058. graben *drei tage liegen. Auf den dritten tagk nahm ehr den leib Steinonis?2) (den h. Steino war sein wiedersacher gewesen in dem, das er Schweden beschutzte), warf ihn auf die enthauptten, darauf pulwer, pech, stro, holtz und allerlei, was brennen wolde, und sie also vorbrandte?). Diese konigliche magnificentz schrieb ehr balde seinem gutten freunde, dem hohem., ihn vormanende, das ehr den Preusen auch so thett. Der hohem. mitt etlichen der seinen achtten es vof ein adelich stuck, und ihn vorlangte, das sie den Preusen auch s9 thun mochtten. Als die Preusen solches vornahmen, wurden sie ersttlich eines, sich zu wehren und mitt nichtte dem botrieg- lichen schreiben zu vorwilligen, das ehr thett ins koniges teill zu ettlichen burgern, die nichtt ihm, sondern seinem orden umb Marien willen vorwandtt waren. a) beste ausg. B, 1) Davon ist sonst nichts bekannt. 2) Gemeint ist der am d. Februar 1520 gestorbene schwedische Reichs- verweser Sten Sture. 3) S. die ausführliche Schilderung dieser in Danzig besonderes Aufsehen erregenden Ereignisse bei Stegmann, 517 f.
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Tract. XXI. $ 55. 567 $ 55. Von eim Polnischen tage umb Preusen willen. Es hetten viell all ihr gutt vorwettett, das der hohem. sich zu des koniges gehorsam demuttigen wurde, dieweill ihm sein folck so schemlich vorscheuchtertt war, aber ehr wardtt viell stoltzer. Als der konig vornahm, das Tadaskolssky der Boheme war von ihm zum hohem. gefallen!), und das ander here umb nohtt des futters war heimgezogen, da wardtt kurtzlich beschlossen, das der konig selbst wolte ins feldtt ziehen und geben einem iglichen reisiger die woche 6 gulden, den draben einen gulden; das wardtt also vor- willigett. Auf das *schieckte man in Ungern und Bohemen umb *fol.305b. folck?). Indem wardtt dem konige stiell zu halten gebothen von* dem keiser Carolo V. und von dem babstt Leoni X., ebenso auch dem hohem.?). Der konig hieltte es, aber der hohem. wardtt ein‘ Lutterista, gab derwegen nichtts auf den babstt oder seine schrieftt, sondern ehr vorsamlete ein folck, kam damitt vor Resell, uberfiell in einer nachtt die Tatern, so vor der stadtt lagen, erschlugen 80 von ihnen. Auf den morgen fiellen die in der stadtt aus, erschlugen dem hohem. in die 300 reisiger). Im ausziehen der todten fandtt man uber 15 weibsbilder, den ehr mehrete den haufen, wie ehr a) vom B. 1) Die Person, wie die I’hat des Böhmen ist unbekannt, auch lasst sich ein ähnlicher Vorfall aus anderen Quellen nicht erweisen. 2) Auf einem Reichstage zu Bromberg Anfangs December war die Fort- selzung des Krieges gegen den IIM. und die Vereinigung aller polnischen Streit- kräfte beschlossen. A. Tom. V, 338. Voigt IX, 626. Dass der König per- sönlich zu Felde ziehen sollte, ist wohl Gr.scher Zusatz, doch ist richtig, dass eine Ergänzung des Heeres vorgenommen wurde. A. Tom. V, 354 n. CCCLXXI. 3) Sowohl Karl V. wie Papst Leo X. mahnten König und HM. zum Frieden; s. das Schreiben Karls Y. an den König vom 28. (26.?) Juni 1520, A. Tom. V, 274 n. CCLXXXVII (Voigt IX, 606), und das des Papstes an denselben vom 15. Juli, ebenda S. 280 n. CCXCVIL, sowie dessen Schreiben an den HM. vom 26. December, ebenda S. 350 n. CCCLXVIIZ und das Schreiben Karls an denselben, o. D. 8. 275 n. CCLXXXVI, 4) Der nächtliche Ueberfall der Tataren in der Vorstadt von Rössel erfolgte nach Gans, 334, und Freiberg, 107, am 24. August. Die Zahl der dabei gefallenen Tataren giebt Freiberg auf 300, Gans und das Lied auf den Krieg von 1520, Ss. r. Pr. V, 345, auf 600 an; vgl. auch Voigt IX, 618. Der Ausfall der Besatzung von Rössel und die Verluste des HM.s sind wieder eine kecke Erfindung Gr.'s. Falk, 59, berichtet ausdrücklich, dass sich die Polen in Rössel trotz ihrer grossen Anzahl nicht aus der Stadt rührten. Vapovius, 173, weiss von dem Ueberfall nichts, sondern erzählt nur, dass der HM. wegen der starken polnischen Besatzung die Stadt nicht erobern konnte.
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568 Tract. XXI. & 55. kunte, ‚und wardtt sehr gesterkett und getrostt, die seinen in den todtt zu furen, es war ihn gleichs lieb oder leidtt. Nachdem zog ehr vor die Guitstadtt!), den ebr wuste, das ın der stadtt seine freunde waren‘; das merckten viell gutter menner, schlugen sich ritterlichen mitt ihm. So war da ein priester, der erschoss seinen besten rahtt, her Sigemundtt von Sichen, samptt 121 mahn, und zogen abe, hertzierten von ferne, auf das die burger in ihren stellen blieben. Indem liessen ihn seine freunde im andern thor ein?), ehr ermordte, was ihm vorkam, nahm aus dem tbum bei 300 marck lotich silbers, sein folck nahm auch den burgern, was ihn eben war, und schieckten es gen Konigsberg?). Diese wagen sprengete Christof Pusch, der Deutsche Tater an, erlangete ihrer eilf, davon hette ehr *fol. 3068. mitt den seinen eine gutte beute?). Von diesem wuchs *dem hohem. der muhtt, und gedachte seinen nahmen weiter auszubreiten. Ehr wuste, das ehr zu Wormditt gonner hette, ehr machtte sich davor, a) überg. B. 1) Guttstadt wurde nach Freiberg, 130, am 15. November gesturmt. Es kann also keine Rede davon sein, dass diese Unternehmung, wie Gr. andeutet, dem Ueberfall bei Rössel unmittelbar gefolgt ist. 2) Freiberg, a.a. O., und Falk, 61, erzählen, dass die Söldner des HM.s die Mauern durch ein Fenster in einem Thurme erstiegen, in dem ein Priester wohnte; Falk erwähnt mehrere Thaten dieses Priester. Dass aber ein Priester den Söldnerführer Sigmund v. Sichau !erschossen, weiss keine andere Quelle ausser Gr., während doch die meisten die Verwundung desselben berichten. Nach Gans, 342, starb er erst nach 8 Tagen. Sein Leichnam wurde im Dome zu Königsberg beigesetzt. Freiberg, 131. Gebser u. Hagen, Dom zu Königs- berg II, 215. Den Verlust der Ordenssöldner giebt Freiberg auf 50, Zerer, 338, auf 72, ähnlich auch Gans, 342, an, so dass Gr. darnach wieder stark übertreibt. In Danzig muss das Gerücht verbreitet gewesen sein, dass bei der Eroberung der Stadt Verrätherei im Spiele gewesen ist; denn, wie Gr., so be- hauptet dies auch Stegmann, 512, während doch alle anderen Quellen, von denen namentlich Freiberg und Falk, 61--62, ausführlich berichten, nichts daron wissen. Freiberg gesteht nur, dass die Eroberung leicht war. Von der polnischen Besatzung, die 200 Mann zählte, wurde fast alles niedergemacht. 3) Die Plünderung des Domes erwähnt nur Stegmann, 512, keine andere Quelle; wohl aber stimmen alle darin überein, dass viel Hab und Gut, das zahlreich in der Stadt angehäuft war, geraubt wurde. 4) Diese That des Christoph Pusch, die Gr. bereits oben S. 542-543 erzählt hat, ist in anderen Quellen nicht überliefert. Was Schütz, 475, hierüber mittheilt, ist auf Gr. zurückzuführen.
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Traet. XXI. $ 55. 569 aber sie schlugen ihn in sturmweise zweimahl abel). So tratt der burgemeister N. Garsaw vor den Polnischen heupttman, mitt dem redete ehr so viell, das ehr den burgern ansagte, ehr wolte sich ergeben, den ehr hette nichtt mehr gelodtt in die buchsen, Darauf sagten die burger: so wollen wir die kannen, schusseln und teller vorschmelzen, gelode giessen und uns damit wehren?). Da sprach der Garsaw: hatt euch nu der teufell so guttwillig gemachtt, vor den pfaffen zu streiten, so ihr ihm doch vorhin in allen sachen un- willig warett? Der Poll wardtt mitt Garsauen kurtzlich zu rathe, und giengen zum essen; dieweill kam der hohem. ein und thett in, was rechtt war. Der Pole genoss des Garsauen vorbitt, und man gab ihm mitt den seinen sicher geleidtt wegkzuziehen®). Dieser frome Garsaw schieckte einen knaben, der zumahl vormessen war, gen Elbing, der solte sagen, wie der hohem. Heilsberg gewonnen hette, aber die heren von Elbing wusten es woll besser; derhalben 1) Der HM. langte am 16. November vor Worwmditt an. Freiberg, 132, Zerer, 338, und Vapovius, 174, bestätigen, dass der erste Angriff des HM.s auf Wormditt misslang. Freiberg giebt als Grund an, dass die Stelle, an der angegriffen wurde, ungeeignet war. Vapovius weist das Verdienst der Ver- theidigung dem polnischen Hauptmann zu. 2) Eine aufjallende Bestätigung erhält diese Nachricht durch Vapovius, a. a. O., der zu berichten weiss, dass die Frauen der Stadt die silbernen Zier- rathen ihrer Gewänder zur Anfertigung von Kugeln anboten. 3) Diejenigen (Quellen, welche die Uebergabe der Stadt Wornditt näher erzählen, weisen die Verantwortung dafür allein dem polnischen Hauptmann Radwankowski zu. Yon den polnischen oder auf polnischer Seite stehenden Ge- schichtschreibern behaupten Vapovius, a. a. O. und der Verfasser der mittleren Chronik von Oliva, Ss. r. Pr. V, 641, derselbe sei vom HM. durch Geld be- stochen worden. Schütz, 472, berichtet, dass er aus Furcht gehandelt habe, ähnlich Falk, 65. Von den ÖOrdens-Chroniken spricht Freiberg, 132, davon, dass die Stadt nicht glaubte sich halten zu können, eine Nachricht, die bestätigt wird durch ein dringendes Hülfegesuch des Rathes der Stadt an den Rath zu Eibing vom 18. November 1520. D. O. A.; vgl. Voigt IX, 622, Anm. 1. Gr. allein schiebt die ganze Schuld an der Uebergabe, ähnlich wie früher bei Brauns- berg, auf den Bürgermeister, der in heimlichem Einverständniss mit den HM. gestanden haben soll, und lässt den Hauptmann mehr in den Hintergrund treten, während derselbe doch später nach dem Bericht von Falk und Schütz für ehrlos von den Polen erklärt worden ist. (Die Gerichtsverhandlung und das Urtheil über ihn s. A. Tom. VI, 12 n. VI) Dieser Umstand macht den Bericht Gr.’s durchaus verdächtig, ganz abgesehen von den Einzelheiten, die derselbe berichtet, und die wohl seiner eigenen Phantasie entstammen. — Die Uebergabe der Stadt erfolgte nach Freiberg, 132, Zerer 338, Gans, 344, am 24, November, nicht im August, wie irrthümlich Vapovius angiebt.
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*fol. 306b. 570 Tract. XXI. 8 56. vorschufen, sie, das der hencker diesem jungen am prangen ein stadttschilling gabe. 8 56. Wie man auf den orden reime machte. Der h, bischof von Riesenburg hette sich dem konige ergeben und ibm bei cristtlichen treuen geschworen. Wie ehr es aber hieltt, das bezeugen seine briefe, und sagten seine bottschaftten vom adell. Derhalben machtte man von ihm und seinem orden solche reime!): *Wie in dem glauben der [her]* sein kreutz selber zum tode trug, Welches dem bosen geistt sein ubermutt erschlug, Diesem folgeten ettwan frome ritter nach in aller dehmutt; Darumb aus gnaden ihn wuchs und zunahm ehre und gutt, Welch ding itz von den ihren mitt dem lincken schecher vorkartt ist. Alle ihr sihn, vornehmen? und geisttlicheitt zu lestern, siehett man zu dieser fristt, Zu‘ thoben, wuthen und stehen mitt falscheitt nach menschen blutt. Wer ubel handeltt und zu solchen komtt, der istt wollgemutt. Diese? wieder gott und rechtt auf christen schaden stercken Und meinen, ihren uncristtlichen handell solte jha® niemandtt mercken. Sie schweren ein eidtt, gehorsam zu haltten weitt und breitt; So sie rurett der lotterstern aus ubermutt, es wirdtt in leidtt, Sie sprechen: gott habe lobe, das du solches Reinhardo hastt! offenbartt?), Das wir in diesem jhare sollen unser landtt einnehmen zu dieser fartt. Darumb fuhren wir mitt der edlen fursten hulf in Preusen ein krieg, In welchen der unfletigen Polen tausentt sollen sterben an einem strick®. Da die kreutziger der menschen armer leute blutt haben gefressen Und sie aus gnade in friede eines loblichen koniges sein gesessen, Gott und der ehren sie wenig achten, Manch from kindtt sie zu nichtte', zum weisen und bettler machen Mitt hurerei, prassen, turnieren, schantzen, rauben, brennen und dergleichen. Ists eristtlich gethan, so hulf uns jho, o here, ins himmelreiche. a) fehlt B. B’. Con). von Tüppen. b) fehlt bei Töppen. c) zu Töppen. 4d)ihn Töppen. e) Dieser B. f} rein har do lat B' u. Töppen. g) Töppen vermutbet hier mit Recht das Fehlon einiger Verse. h) miste B'. Töppen. 1) Die Verse hat Töppen, Altpr. Monatsschrift IX, 301, nach B’ ab- drucken lassen. 2) Die Worte enthalten eine Anspielung auf die angebliche Prophezeihung des Reinhardus, von der Gr. früher, S, 418, gesprochen hat.
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Traet. XXI. $ 57. 58. 571 Diese spruch sein ungelartt in den worten, gemacht von den, den der jhamer unfall gebrachtt hatt, und in ihnen erfullett wardtt. Sie schrieben die mehr mitt bluttigen threnen, den mitt schwartzer tinten, den der gekreutzten hohmutt wardtt gross. $ 57. Von redlicher krigsmenner handell, Im Braunssberg waren unerschrockene kriegsknechtte, die for- derten vom hohem. ihren soldtt; ehr vorzog sie lang, den der tresler, juncker Lehretasch, war todttkranck. Derwegen *waren die *fol. 307a, landtsknechtte sehr ungeduldig, sie schrieben Hans von Rechenberg fragende, ob sie mochtten vom konige ihren vordienten soldtt haben. Ehr schreib ihn zurucke: ja, dazu ein sicher geleidtt und eine reuterzehrung. Diese bottschaftt war den knechtten angeneme, und es vorwilligten. Das erfuhr juncker Peter von Dohnen, ihr stadtheupttmann, vorsunete sie, das sie ihren soldtt inwendig 8 tagen haben solten. Ehr schrieb dem hohem., der schieckte andere knechtte hin und liess die zu sich fordern. Als aber die neuen knechtte kamen, enttsagten ihn die, so in der stadtt waren, und schossen” auf sie, gleichswie sie ihre feinde, die Polen, waren. Derhalben zogen sie wieder gen Konigsberg. Die knechtte in Braunsberg erhieben geflohete kasten und nahmen, was ihn gefiell. Der hohem. schieckte balde geldtt, seine neue falsche muntze, und bezalte ihnen nach gnade. Die knechtte waren es content, den arme leute musten es woll nehmen. Der hohem. schreib Hans von Rechenberg, danckte ihm der Burgundischen ubellthatt, das ehr ihm seine diensttknechtte mitt gelde hette wollen uberkeufen. Der Rechenberger anttworte schreibende, es were ein marggrafisch stuck, das ehr knechtte mitt worten speisete und sie letzlich ohne geldtt auf die fleischbanck opfertel). Mitt diesen und vielen anderen unseligen historien endete sich dis 1520. jahr. 8 58, Die Tatern hihten dem konige ein folck an. Im jahr Christi 1521, als der krieg noch stundtt,” wolte der konig von Polen den burgern zu Thorn ihren jahrmarktt nichtt a) entsagten ausgestr. B. 1) Die übrigen Chroniken erwähnen diese Vorgänge nicht; doch ist so viel jedenfallsrichtig, dass unter den Süldnern in Braunsberg starke Unzufrieden- heit herrschte. Voigt IX, 627. Ein Friedrich v. Rechberg hatte nach der Be- endigung des Krieges den Plan, die Sölder in den Dienst des Königs von Frankreich zu nehmen. Voigt XI, 636.
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*fol, 3075, 572 Tract. XXI. 8 58. vorstoren, welcher istt auf Epipfanie; ehr zog mitt allem seinem folck gen Briske, da war ehr vier *wochen!). Dahin kamen die Tatern, die erbothen sich, dem konige mitt 50 tausentt mahn zu dienen, aber auf einem haufen zu ziehen?). Das wolte der frome konig nichtt angehen, sondern danckte ihn, den ehr hofte in gott, christen mitt christen zu bestreiten. Ehr gab ihn gahr ehrliche gaben und liess sie ziehen, Das thett den Polen zorn, und sich ihrer viell vormassen, den Tatern das ihrige zu nehmen, spreugten sie derwegen an; aber die Tatern woll wusten, das die Polen gerne nehmen, derhalben legten sie ihren schatz in eine reine thonne, stiessen die in ein fass, das foll menschendreck war. Als aber die Polen das fass mitt dem dreck funden, liessen sie es liegen und rietten wegk. Die ursach, warumb die Tatern dem konige von Polen 50 tausentt mahn anbothen, istt diese. Es wardtt in aller weldtt mitt warheitt bezeugett, das sich der konig erbohtt nach er- kennttnis unvordachtiger fursten: were ehr dem hohem. und seinem orden unrechtt, so wolte ehr nach der fursten erkennttnis gnugthun, dennoch seine gerechtigkeitt ihm auch daneben zu stercken. So wardtt auch gesagtt, die stedte in Preusen weren vom konige ab- gefallen, die wolten sie erwurgen und vorstoren. Auch wolte mar- grafe Jochim und sein bruder Albertus, der bischof von Meideburg, dem hohem. folck zuschiecken., Aber der konig befurchtte sich, das die Tatern den christen wurden ungnade thun, darumb wolte ehr es nichtt angehen. Die vornemeste ursach, warumb die Tatern dem konige dies zu dienste thun wolten, war: der konig hette mitt ihn ein anschlag gemachtt, den Moscowitter zu vortreiben, aber dieser krieg vorhindertt es, 1) Einer der Thorner Märkte wurde auf Epiphanias abgehalten. Wernicke, Geschichte Thorns I, 340. Die Rücksicht auf den Thorner Jahrmarkt dürfte indessen wohl schwerlich beim Könige von Polen für die Wahl seines Aufenthaltsortes maassgebend gewesen sein. Sigismund hatte schon am 1. October 1520 Thorn verlassen und langte am 5. October in Wongrowitz an, um den dorthin be- rufenen Reichstag abzuhalten. Yapovius, 175. Yon hier begab er sich beim Anzuge der deutschen Söldner nach Bromberg, wo am 4. December eine grössere Berathung abgehalten wurde. A. Tom. V, 337 n. CCCLVII. Später ging er nach Brzesc mit einigen seiner Räthe und kehrte dann gegen den 23. Januar 1521nach Thorn zurück. Vaporius, 181. A. Tom. V, 338, 360 n. CCCLXXTF II. 2) Davon ist anderweitig nichts bekannt.
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Traet. XXI. 8 59. 60. 573 $ 59. *Von einem uncristtlichen vornehmen. Dem hohem. wurden abgefangen Merten Greysing!), Nickell von Diensttbach, h. Diebrandtt von Froschem. Die wurden gefragett, wie es eine meinung hette, das der hohem. so vorstocktt were und sich nichtt demuttigte gegen den h. konigk. Merten Greysing sprach: ich bin allezeitt sein geliebter gewesen, so sage ich solches aus seinem munde: ehr achtte gottes himmellreich nichts, wolte gerne die ewige vordamnis haben, wen ehr sich nur nach hertzen bogiehr an den Polen und Preusen rechen mochtte, auf das man nach hun- dertt jahren sagte: das haben die freimuttigen margrafen von Anss- bach und Brandenburg gethan. Als der konig zum Briske lag, wurden ihrer viell gefunden, welche hetten geldtt genomen, das sie* wolten cristten vorraten und vorkeufen. In dieser rotte waren Polnische freiheren; den stelen, brennen, morden, nehmen und vor- raten nirgendtt mehr, den in Preusen, gelden wolde. Sie erdachten ein grosen jahmer und nahmen geldtt, den fromen konig Sigismun- dum zu todten und heimlich zu ermorden; den das wardtt von den anlegern des ordens hochlich bogerett. Idoch gott den fromen konig bewarte, sintemahl ehr seine sache samptt den Preusen auf die heren der cristtenheit ergabe zu erkennen: wurden sie dem orden unge- rechtt sein, so wolten sie ihm gerechtt werden; were aber der orden ihm und seinem reich ungerechtt, so solten sie ihm auch gerechtt werden. Aber die arbitri waren Deutsche, und der konig Windischer nation; so wolte man auch nichtt umb nachrede wieder geisttliche *fol. 3082. leute sein. *Derhalben geschahe den bosewichtten von den Tatern, *fol. 308b. wie ihn angehorte. Ich sage es mitt guttem gewissen, das niemandtt mehr vor den heren konig bathe, als die Tatern; den sie sprachen mitt weinenden augen: proszmi szwoim bogem dia krola nassego?). 8 60. Von teurung und kranckheitt in dieser zeitt. In diesem jahr zu dieser unseligen zeitt war es in Preusen sehr theur?); den die pauren waren erschlagen und vorbrandt, auch a) überg. B. 1) Ueber Philipp Greusing s. oben S. 520, Anm. 2. Die beiden anderen Numen sind wohl Gr.’sche Erfindung. 2) D. h. wir bitten Gott für unseren König. 3) Die Theuerung bestätigen Zerer, 339, und Gans, 346. 37
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*fol. 309a. 574 Tract. XXI. 8 61. war das gantze jahr ein stetiger regen mitt: grosen sturmwinden. Derwegen galtt das korn zu Dantzke 16 schil, zu Thorn 12 schil, zum Elbinge 20 schil,, zu Konigsberg die lastt 28 m., und das gahr willig. In den andern stedttlein, welche umb ungestumigkeitt der Polen waren zum hohen. gefallen, war es so teur, obgleichs Jjemandts geldtt hette, mochtte ehr es doch nichtt bekomen; daher kame es, das die armen leute eichenbletter mitt grass assen. Dennoch war das ihre groste nohtt, das sie nichtt saltz hettenl). Die gerste galtt zu Dantzke 22 schil,, zu Marienburg 18 schil., zum Elbinge 20, zu Konigsberg die lastt 40 m.; es war gnug gewachsen, aber sie wardit mitt den gaulen vorfuttertt; ein fuder heue vor die rosse des fursten, zu ihm gesandtt, vor 6 m., den es war vorsessen. Haber war un- glöbig* teuer. Ein pfundt wachs 16 schil.. 1 thon hering 4 m, 1 last beiderlei® saltz 8 m.?), 1 thon putter 12 m., den io Schweden war krieg. Fleisch war nichtt zu teur, auch nichtt zu wolfeill; fisch waren gahr wenig, *den es war kein winter, und war nie achtt tage lang eiss und schne. So waren stetes grose sturm und mechtige regen, dadurch war gross wasser. Dennoch musten die armen leute, die nur nichtt vorbrandtt waren, ob sie gleichs sonstt das ihrige vorloren hetten, ihren zinss geben. Kranckheitt des hauptes war gahr gemein, so woll auch febres pestilentiales, daran ibr viell kranck lagen, auch viell sturben, so woll auch viell Polnische heren. In diesem jahr galtt ein Ungrisch gulden 11 fird., der Reinische 7 fird., der horngulden 3 fird., der Dawidter 5 fird. So schlugen die Dantzker pelchen under des koniges zeichen, das stuck zu 12 ds, wie dan zu der zeitt” alle pelchen 2 schil. galten?). $ 61. Was jachzornige leute thun mogen. Es war in Preusen ein sprichwortt: man hutte sich vor truncken pauren. Es begab sich, das im dorfe Zwawernick®), gelegen in der Dantzker .herligkeitt, funden sich auf einen abentt 22 Polnische reisiger a) ungläbig B. b) Ob Layens.? c) zu_der zeitt ausg. B. 1) Auch Freiberg, 163, erwähnt den Mangel an Salz und erklärt ihn dadurch. dass in Folge der kriegerischen Ereignisse in der Nord- und Ostsee Salzschifje in die preussischen Ilüfen nicht einlaufen konnten, 2) Nach Freiberg, a. a. O., galt die Last Sulz in Königsberg 190— 120 Mk. (©) 3) Nach Vossberg, Münzen und Siegel der preuss. Städte Danzig, kibing. Thorn, S. 26, hat Dunzig erst 1524 und 1525 Schillinge prägen lassen. 4) Ein Ort dieses Namens ist nicht behannt.
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Tract. XXI. 8 62. 575 und 6 kaufleute, die wolten auf Epipfanie gen Thorn auf den jahr- marckt reisen in diesem 1521. jahr. Als die Polen dahin kamen, wolten sie wirtt und wirtin sein und die kaufleute vor und vor vorreterten, auch alles, was” sie den kaufleuten zu vordriess thun kundten, das theten sie. Solches werete in die drei stunden. Die kaufleute bathen sie und gaben ihn biehr gnug, aber die Polen viell heslicher theten, biss das die Polen den kaufleuten wolten ins maull greifen. Die kaufleute auf, erschlan zwei edle *panen, und die *fol. 309b. andern ranten aus dem kruge, auf welche kamen die pauren, er- schlugen sie alle biss auf drei. Die kaufleute kamen wegk und man erfuhr nichtt, wer sie waren gewestt, auch bogerte man es nichtt zu wissen, Die pauren solten es bezalen, aber niemandtt war daheim. In diesem paurtantz blieb ein sehr namhaftiger Pole, der viell mahl redlich gefochtten hette. Aber ehr hette solche opinion ins koniges here gestieftt, das sie es alle davor hielten: wen ein priester eine buchse angrief, so geschahe aus der forttmehr kein gutt schoss. Das wardtt auch von des hohem. buchsenmeister con- firmirett. $ 62. Wie zum dritten mahl fursten kamen. Auf Purificationis Mariael!) in diesem jahr kamen zum konige gen Thorn ein bischof vom babstt Leoni gesandtt?), auch ein bischof, gesandtt vom keiser Carolo V.3), margrafe Jorge, des hohem. leibliche bruder, gesandtt von Ludowico, dem konige aus Ungarn und Bo- hemer, hertzog Friedrich von Lignitz, des hohem, schwagert), h. Lewe von Liebensteind), ein bannierher, gesandtt von der krone von Bohemen, mitt andern mercklichen heren der meinung, das sie in a) überg. B. 1) Die Unterhandlungen begannen schon am 28. Januar 1521. A. Tom. V, 361n. CCCLXXX. Vgl, auch Töppen zu Falk, 71, Anm. 1. 2) Der Bischof Zacharias von Garda hielt sich schon seit längerer Zeit als päpstlicher Legat am Hofe des Künigs auf. 3) Die Gesandten Karls V. waren Georg Freiherr v. Rogendorf und Mellen- Durg und Sebastian Sperantius, Dompropst zu Brixen. A. Tom. V, 374 n. CCCXCVL. 4) Auch Herzog Friedrich von Liegniütz war Berollmächtigter des Königs Ludrig von Ungarn und Böhmen. 6) Der Name kommt sonst nicht vor, wohl aber erscheint in der Bei- friedensurkunde als dritter Unterhändler des Königs von Bühmen Ambrosius Sarkan von Alkoschaxa, Freiherr von Onnoldt. A. Tom., a. a. O. Vgl. später S. 601, Anm. 1. 37°
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*fol.310a. *fol.310b. 576 Tract. XXI. 8 62. Preusen solten friede machen!). Derhalben des babsts legatt samptt den anderen bottschaften tratten vor und sprachen zum konige: es bofremdett die heupter der cristtenheitt, das ehr so ein uncristtlichen krigk mitt brennen und zurstoren geisttlicher gutter und mitt er- morden fuhren mochtte, sintemahl ehr doch ein gesalbter cristtlicher konig wolte ge*nannt sein, ehr sich aber vormesse, einen fursten des heiligen Romischen reiches ihm eidttpflichtig zu machen, welcher nach gott und seinem keiser niemandtt schuldig were, unterthan zu sein. : Derhalben geboten ihm die heupter der cristtenheitt, dem orden vor ungleich gleich thun und ein friede angehen; das betten sie auch in ihrem nahmen, weren derwegen da, ein einsehen der sachen zu haben und alle ding in freundttschaftt [zu] setzen. Nach guttem bodencken gab der konig durch einen woywoden ein solch antt- wortt: sintemahl die heupter der cristtenheitt sich bofremden meines rechtten und cristtlichen glaubens oder krieges, das ich burnen und zurstoren lasse mitt ermorden, spricht ehr: istt mir viell frembder, das sie die ihren nichtt underweisen, das sie mein armes konigreich (welches von den unglaubigen stetes angefochten wirdtt, aber viell schedlicher von bosen ungetreuen cristten, als da istt der hohen. in Preusen sanıptt seiner anlage) nichtt boschedigen. Wir vorsehen uns zu gott, das wir gleichwoll ein cristtlicher konig bleiben, ob wir gleich untreue leute strafen. Das wir brennen lassen, istt dies die ursach: man solte die gutter der reuter ab- brennen, die ahne gott und rechtt in der zeitt des friedes unserm armen folck ihre gutter abbrandten. So waren aber der brenner so viell, das auch alle dorffer mitt reuterei beraubett waren, das also der unschuldige auch leiden muste, wie es im kriege zugehett. Das ich habe lassen zurstoren, istt die ursach, das ich wolte bo- nehmen, das sich weiter kein reuter vorhalten solte *auf die meinen, wie den im anfange geschen istt. Ob es aber geisttliche gutter waren, bin ich unbedachtt; den gott were von den -selbigen guttern mehr gelestertt, den geehrett, wie es auch an dem tage istt. Vom morden: wie kan es umbgang haben, so doch auf solches ins feldtt gezogen wirdtt? So habe ich mich vormessen, nichtt ein fursten des heiligen Romischen reiches mir gehorsam zu machen, sondern ein ungetreuen hohem. in Preusen; den Preusen istt mein, wie 1) Der Zieeck der Verhandlungen ist riehtig angegeben ; die dabei gehaltenen Jeden sind natürlich Gr.'sches Machwerk. Ueber die Verhandlungen s. A. Tom. V, 3CIn. CCCLXAX, 362 n. CCCLXXNI.
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Tract. XXI. 8 63. 577 ichs mitt rechtte boweisen will, derhalben die in Preusen mir und meinem reiche eidtpflichtig sein. Das mir die heupter der cristten- heitt friede bitten, das will ich als ein gehorsamer angehen, sondern dennoch also, das mein wiederspenniger in solchem, wie vor, nichtt gesterckett wurde wieder uns. Das wardtt von den fursten ange- nomen und nahmen biss auf mittfasten zeitt, mitt dem hohem. zu handeln!), $ 63. Wie sich die Neuemarcker ergaben. In der zeitt, als die fursten bei dem konige waren, der rahtt und ettzliche aus der gemein von Neuemarcktt im Colmischen lande auss gezwungener grausamigkeitt ihres heren Welckenofsky, der auf dem Brattchen her ware?), schrieben dem hohem. Ehr kam mitt 2 tausent knechtten und 400 reisiger, nahm die stadtt ein, ehr liess die priester, welche wieder ihn waren, ertrencken, ehr furte das beste wegk und liess da 700 knechte?). Die Polen zogen vor Neue- marckt, vorderbten sie in den *grundtt und liessen wenig der *fol. 311a, Deutschen lebendig. Die von der Lebau hetten auch in des hohem. aufnehmen . vorwilligett#), so auch die von Strassburg. Aber man kam diesem vor, den die Polen sahen selber zu. Den Polen war man mordttlich gram, den sie trieben unaus- sprechlichen hohemutt; ihr haupttleute nahmen vom hohem. gaben und strietten auf seinen fromen. So war des koniges here von 4 nationen, Deutsche aus der Schlesiege, Bohemen, Tatern und Polen. Wor sie hin kamen, nahmen sie alles; und auf das andere nichts funden, brandten sie es in den grundtt, daher erfolgete, das sie selber von hunger enttlaufen musten. Sie meinten ihren fromen konig wenig mitt treuen; gott weis es, sie vordienten nichtt ihren 1) Das vorläufige Ergebniss der Verhandlungen war ein Waffenstillstand vom Ende des Februar bis acht Tage vor Ostern. Voiyt IX, 630. 2) S. oben S. 495, Anm. 3. 3) Neumarkt ergab sich am 20. Januar 1521 ‚mit guttem willen unge- notiget.‘ Stegmann, 512. Zerer, 389. Gans, 345. Freiberg, 146. Letxterer be- richtet, dass die Uebergabe nach kurzer Beschiessung stattfand, Von List und Verrätherei spricht auch Vapovius, 181. Im übrigen ist der Bericht Gr.s un- bestätigt. 4) Bei Löbau standen, wie Freiberg, 146, angiebt, 2000 Polen, die dem HM, ein Gefecht anzubieten Miene machten, sich aber in die Stadt zuricksogen, als dieser es annehmen wollte. Von hier xog Albrecht nach Neumarkt, Zerer und Gans, a. a. O.
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578 Tract. XXL. 8 64. 65. soldtt. Als nichtt mehr zu nehmen war, zogen sie aus Preusen und borumeten sich, sie hetten ritterlich darin gebranntt und viell armer leute gemachtt!). $ 64. Von hoflicher zalung und ehrlich wirdtschaften. In der zeitt, als die fursten mitt dem friedemachen umbgiengen, liessen ihre ehrbare leute worte aussgehen, das sich der keiser mitt dem gantzen reiche des ordens wurden annemen, so der konig dem orden nichtt wurde Preusen wiedergeben. Man fragte sie, was nutze dem keiser daraus enttstunde, wen der hohem. Preusen hette; sie anttworten, ehr will es vor ein spitall halten armer fursten und grafen, den der hohem., marschalck, grosscomptor und landtm. sollen die fursten sein, und die grafen sollen die bischofe sein. Von *fol.311b. diesen worten starb *ein alte krancke fraue, genantt Hole-ınehr- nahrren, sie dauckte gott fleissig, das sie solches erlebett hette, das solche menner im orden sein wurden; denn die hetten viell geldtt, sie wurdens armen leuten mitteilen. OÖ gott, es gieng ungleich zu! Der frome konig hieltt die bottschaften mitt unglaubigem gelde auf, derhalben hetten® sie ursach, sich lange zu bodencken. Inwendig der zeitt machtten die ihrigen das gemeine folck unmuttig. Wen es aber vor den konig kam, sprach ehr: es sein Deutsche, sie reden wie Deutsche, sie thun wie Deutsche; behutte mich gott vor dem, was sie mir gonnen, es sein meine geste, ich will an ihnen cristt- liche treue nichtt vorgessen, gott wirdtt es woll richtten. Neue pein. In dieser zeitt, dieweill der her konig friede hielte, wie ihm gebothen war, thett der hohem. sein bestes. So waren viell draben, die grose gewaldt ubeten. Als man sie aber auf der schalckheitt befandtt, nahm [sie] der hencker, stach ihn ein loch durch die nase, zoge dadurch ein henfen strieck, machtte am ende ein knoten, bandtt also zwei oder drei an einander und weisete sie zur stadtt aus. $ 65. Wie man das schloss Hollandt zurbrach. In der ersten fasttwochen dieses jahres nach vielem underhacken und understutzen der maure des schlosses Hollandtt wardtt sie an a) überg. B. 1) Eine gan ähnliche Bemerkung über die Grausamkeit des polnischen Heeres macht Vaporvius, 1850.
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Tract. XXI. & 65. 579 dem besten und stercksten teill angezundett und niedergeworfen von .den von Dantzke, von Elbing und von Thorn!). Derhalben und auch das ein jeder erbe drei firding zu solchem sturm gab, kamen sie gegen den hohem. in grose ungunst; derwegen wardtt ein spruch gemachtt, welcher nachher folgett. *Des hohem. folck beschuldigten *fol. 312. auch juncker Achatius Czeme von Stargartt. Diesem hette des hohen:. folck seine feste abgebrandtt, wiewoll sie die fraue mitt grosem gelde losen wolte?2). Darumb soltte ehr gesagett haben: sie haben mich umb eine feste gebrachtt, ich will sie wieder umb ein schloss brengen. So gab ihm der konig die commissio, das man es brechen solte. Indem vorsamlete der hohem. gen Wormditt alle seine machtt, wolte damitt vor den Elbing, nichtt ihn zu gewinnen, den er wuste woll, das es ihm solches zu enden nichtt muglich war vor stercke, sondern nur darein schiessen und vorsuchen. Ehr bepfull seinen landtsknechtten, sie solten vorrucken; aber sie wolten es nichtt thun, sondern wolten vorher ihren soldtt haben, auch nichtt kupfer und falsche muntze, wie ehr sie bis hieher bezalett hette, sondern sio wolten silber und goldtt haben, gleichwie der konig sein lohn gebe. Aber da war kein geldtt, den der schatzmeister war biss in den todtt vorwundtt?). So solten seine pauren, die ehr zu landtsknechtten gemachtt hette, davor ziehen; idoch dauchte es dem hohem. nichtt rahbtt sein und unmuglich, das ochsen und kelber solten hasen er- laufen. Derhalben zog ehr wieder gen Konigsberg und sprach; wie bekome ich geldtt? So schlug man diesen spruch an, und war in der warheitt in allen stucken bowertt, der lautett alsof): O Hollandtt, Hollandtt, du viell edles hauss, Vor dir leidett manch Poll den letzten strauss. Wie gar durftig bistu in den grundtt gefallen! Ach gott, du bistt gerechtt in deinen gerichtten allen! Sintt du warestt der lotter bodeckter schein, *Auf dich manch reuterschalck nahm sein latein, *fo]. 312b. Zu nehmen, burnen, todten und stumelen gantz. In dir satzte man dreisig Preusen in eine schanze, 1) Die Zerstörung erfolyte Ende Januar oder Anfang Februar 1521. Toppen zu Falk, 63, Anm. 1. Voigt IX, 629, . 2) 8. oben $. 558. 3) Ueber die Unzufriedenheit der Söldner und die Geldrerlegenheit des HM.s um diese Zeit s. Voigt IX, 627—628, Falk, 64. Von der Absicht eines Zuges yegen Elbing, der von den Söldnern verweigert worden, weiss allein Or. 4) Gedruckt bei Töppen, Volksthümliche Dichtungen, Altpr. Mtsschrift IX, 302.
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580 Tract. XXI. 8 66. Der die schanze gewan, ich sage es treulich und sicherlich, Dabei sass der hohem., das glaube sicher mich; Darumb musten brechen und sturtzen deine mauren. O gott, wie warestu eine helle den armen pauren! Du warestt dem konige im lande eine lottergrube, Auf dir boherbergete im geleide ein iglich bube. So liege vorterbett und vordammett im grunde ewiglich! Die engell und arme leute dancken es gott im himelreich. $ 66. Von einem wmcristtlichen vorsicheren. Nach diesem fing man ein solchen schertz an. Der hobem. zog vor Seburgl), mochtte aber nichtts schaffen, den mitt ausbrennen des liscken‘. Darnach brandte ehr umb Allenstein sieben grosse und schone dorfer wegk?) und sprach: die pauren haben besser hofe, den meine arme leute, ich muss ihn thun, wie mir die Polen gethan haben. Das geschahe den armen leuten wieder gott und rechtt, sintdem sie juncker Dittrich von Schliefen hetten brandttgeltt geben und sie sich auch darauf vorliessen nach zusagung juncker Dittrich[s] von Schliefen. Aber es wardtt ihn auf Franckisch gehalten, den juncker Dittrich von Schliefen hielte bei diesem burnen im kuriss, welchen edle menner bein wapfen erkanten. Welcher hofe ab- brandten, die beklagten sich gegen ihn des betrugs und vorreterei. Ehr anttwortt: gehett von mir, ich bin nichtt hie, meine worte wollen richtt mehr binden, ich kan mich selbstt nichtt helfen. *fol. 3138. *Der hohem. liess ein gebohtt ausgehen, die pauren mochtten ihre vorbrandten stellen wieder bebauen, den die Polen weren alle enttlauffen, und sein folck hette Dantzke gewonnen, derhalben bogerte der konig durch die Deutschen fursten ein friede. Das glaubeten die armen pauren, sie nahmen ihre gutter, so sie in die stedte ge- flohett, zogen in die vorbrandten dorfer und furten boltz zum baue. a) So geändert nach der Bolz’schen Abschrift. Biseken B, 1) In Sechurg halte nach Vaporius, 182, um diese Zeit der polnische Hanptımann Sencignovius 200 deutsche Fussknechte tüdten lassen. Söldner aus Quttstadt griffen dann am 14. Februar die Stadi an, wurden aber von der Besatzung des Schlosses abgewiesen. Freiberg, 152. 2) Auch Stegmann, 514, berichtet, dass in den Ostertagen kurs ror Ah- schluss des Beifriedens von dem Ordensrolke 12 Dörfer im Bisthum Ermland niedergebrannt worden sind. Vyl, Voigt IX, 634.
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Tract. XXI. $ 67. 581 Aber die pauren, so dem von Schliefen hetten brandttgeldtt geben, und der hohem. sie doch abgebrandtt hette, die nahmen die Polen zu sich, welche auf Resell, Wartenburg und Heilsberg lagen; die* uberfiellen diese arme leute, nahmen ihn alles, was sie hetten. Die Polen erlangeten eine grosse beuthe, und die pauren sich also ergetzten. Vasoltt, der frome mahn, erdachtte eine schalckheitt. Ehr sagte den gofloheten? burgern zu Christtburg und den pauren in den dorfern auf der hohe, sie solten sich nichtt furchter, sie solten nur kein schaden thun, ehr gelobte ihn bei seinem adell, ehr wolte ihn nichts thun. Auf solches zogen sie von Marienburg, ettliche gen Christtburg, ettliche auf die dorfer. Die Polen lagen nach der fursten bogehr stiell. So kam Vasoltt in der nachtt, nahm auf Christtburg die besten menner und furte sie wegk, ehr brandte auf der hohe drei abe; aber beute fandtt ehr nichtt, den es war noch zu Marienburg. $ 67. Mirakell von einem grosen® wasser in Konigsberg. Dieweill heren und fursten umb des hohem. willen in dieser zeitt zum besten handelten, geschahen grose sturmwinde von den *westen, das *fol. 313b. ist aus dem abende; davon wardtt zu Konigsberg gross wasser, das es in alle keller 2 ehlen und 1'/, viertell uber das zeichen einlieff, und stundtt im thum und auf dem marckte. Zu wissen vom zeichen: im jahr 1451 jistt zu Konigsberg so ein gross wasser gewesen, das man meinte, es solte eine sundtflut sein. So war auf Samelandtt ein betagter mahn, ein Sudau, von dem hielte man viell; den viell ding, die ehr sagte, geschahen mitt der zeitt aber also. Aber b. Lud- wich von Erlichausen, der spittler!), mit andern b. waren dawieder und sprachen, ehr were ein waideler, das istt einer, der aus offen- barung des satans ettwas vorkundigett. Der sprach zu denen, die ihn fragten, was so ein gross wasser bodeuten mochte: es bodeutett eine grose vorwandelung des gantzen landes und unschuldigen todtt armer leute, wen es wirdtt wiederkomen; so den gutter rahtt wirdtt gebrechen, so wirdtt weder goldtt noch geldtt, gunstt und freundtt- schaftt, auch weder her noch knechtt mogen helfen, sondern da wirdtt sein eine gemeine vorderbnis und erschreckliche mordte. Die bothen das merckten, sie zeichneten an einem thorm, wie hoch das wasser a) überg. B. b) getioherten B. c) grosem B. l) Ludwig v. Erlichshausen war 1451 bekanntlich HM.
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*fo].314a. 582 Tract. XX1. 8 68. gestanden. Darumb in dieser zeitt, als das wasser so gross war, bedachtten sie zu Konigsberg die worte, schatzten ihr ungluck und wegerten, das ihr geldttgeben nichts geschafft hette; heren und fursten wurden allein erkantt mitt briefen und worten, ihr knechtte hetten mehr schaden, den fromen, gebrachtt*, uber das stunde ihr vorderbnis erstt vor augen. Soerschrack die gemeine und bahtt umb erhorung. Zu diesem half eine edle frau auf Samelandt, *die durch den bosen geistt dem hohem. heimlichen rahtt sagen wolte, dessen sibilla sie war; aber man gab wenig auf sie alleine. $ 68. Wie Elbing vom hohem. angefochten wardtt. Als der frome konig den fursten zu liebe tagefarte, auf das der hohem. mitt den seinen nichtt vortrieben wurde, hielten sie ihn auf gutt margrefisch auf, Auf das der hohem. aber seinen fromen schafte, machtte ehr ein solchen anschlag auf die vom Elbing. Es war des hohem, sprichwortt: gleichwie man einen keill mitt dem andern aus- treibett, also gewinnett man einen vorreter mitt dem andern. Ein rahtt vom Elbing hielte in diesem jahre krigsknechtte; diese machtten unter sich einen schneider zum schalck, der sein tage nichtt war from geworden, Der kam zum hohem., durch den machtte der hohem. ein solchen anschlag. Der schneider kam gen Elbing in die vorstadt, da war ehr nachts. Man fragte ihn, sintdem das ehr von Konigs- berg keme, was machtte der hohem. mitt seinem grosen geschutz. Ehr anttwortt: so werlich ich ein fromer knechtt bin, so sage ich, das sich der hohem. ehrlichen rustett mitt 2 tausentt mahn, will damitt zum konige ziehen, ihm gehorsam thun und halten. Der- halben hatt ehr sein geschutz lassen aufwinden und dem ubrigen folck urlob geben mitt boser bezalung. Das horeten kluge menner an, wiewoll sie daran zweifelten, jedoch meinten sie, der sachen were also; derhalben hieltt man schlechte huttel), So begab sichs, im donnerstage vor mittfasten?) kamen in der nachtt des hohenı. landtsknechtte in die vorstadtt zum Elbinge, sagten, wie sie weren des koniges folck von der Frauenburg?). Auf das man ihn ein &) gebrauchtt B, 1) Falk, 73 f., erzählt mehrere Vorfälle, durch welche die Elbinger yc- warnt werden mussten, die aber von ümen nicht beachtet wurden. 2, Die Zeitangabe ist genau, 7. Märx. 3) In Elbing hielt man die Ordensvölker in der Thal für die aus Frauen- burg abziehenden Polen. Falk, 74, 78.
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Tract. XXI. 8 69. 583 solches glauhete, so redeten sie boss Deutsch. Ihr war ein hundertt hin und her in der vorstadtt verstreuett *der meinung, ob sie mochten *fol. 314b. die ‚schlege erlaufen, das indem der gewaltige haufe nachkeme und volbringen, was in ihres heren hertze war; jedoch gott fugte es anders. $ 69. Von einem manflichen anschlag und seiner thatt!). Dem hohem. war vorspehett, in welcher stunde, und wie starck die vom Elbinge ihr thorwache hielten, erfuhr auch, wie sie des morgens ersttlich zum brantewein giengen, kaum in der halben stunde nach eroffenung des thores dahin kamen?). Der hohem. hette bei sich burgerkinder und einwoner der stadt Elbing; ettliche hetten sich vorschlagen, ettliche vorstolen, und die sonstt umb unerliche sachen 1) Den ausführlichsten, an Einzelheiten reichsten Bericht über den soye- nannten Elbinger Anfall giebt Chr. Falk’s Elbingisch - Preussische Chronik, S. 73—87; kurx wiederholt ihn dessen Lobspruch der Stadt Elbing, ebenda, Preuss. Geschichtschreiber des XVI. und XVII. Jahrhunderts, Ba. IV, 196. Auch Frei- berg, 155—156, und Stegmann, 513, haben gute Nachrichten, von ersterem der- selben Quelle eninommen, aus der auch Schütz, 476, schöpft. Vaporius, 182, erzählt nur kurz, aber im ganzen nicht unrichtig die Vorfälle. Ein Bericht des Elbinger Rathes hierüber ist in der Preussischen Sammlung I, 587, gedruckt. Gr.s Darstellung, die Töppen zu Falk. 80, Anm. 2, abdrucken liess, giebt kein sehr klares Bild von den Ereignissen, doch merkt man ihr Kenntniss der Oert- lichkeiten an; sie stimmt in manchen Punkten mit den übrigen Berichten überein, dringt auch einige eigene Nachrichten, ist aber im ganzen arm an Einzelheiten. Manche Vorfälle werden gar nicht, oder nur sehr oberflächlich erwähnt, während dieselben ron den übrigen Quellen eingehend ersählt werden, so die Ereignisse vor dem eigentlichen Angriff, der Kampf um die Zugbrücke und am Markenthor. Auch ermangeli Gr. nicht falscher und halbiwahrer Nachrichten. Der Bericht von dem Kampf der Knechte auf der Feste im $ 69 ist zerrissen, wie denn Or. über- haupt kein Meister kunstvoller Anordnung ist. Wenn aber Meckelburg, Kiniysb, Chroniken, 361, behauptet, dass er in seiner Darstellung vier ‚Neue Zeitungen‘ neben einander gestellt hat, so sieht man dazu keinen Grund. Es ist schlechter- dings nicht bemerkbar, wo diese vier neuen Zeitungen, die doch wesentlich dieselben Vorfälle berühren müssten, sich vorfinden. $ 68 enthält die Ereignisse bis zum Angriff auf die Stadt, $ 69 und 70 die fortiaufende Darstellung des Elbinger Anlaufs, sowie des Rückxzuges der Ordensvölker, $ 71 endlich erörtert, wie die Ueberschrift andeutet, die Ursachen xu dem Anschlage, wobei denn Gr. auf die Geldforderungen der Söldner vor dem Elbinger Unternehmen zu sprechen kommt. FWViederholungen finden sich nicht. 2) Vogl. Falk, 78, Freiberg, 154.
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584 Tract. XXI. 8 69. solten gestrafett werden, die enttlieffen und kamen zum hohem, an dem hetten sie* ein gnedigen fursten. Diese wusten die gelegen- heitt und stercke der stadtt. So hatt der Elbing umb sich zwo tieffe graben, dazwischen istt ein fester parchem mitt thurmen und heistt der junckerschiessgarten; dazwischen stehet eine feste mitt dreien thurmen, die war mitt 24 gutter buchsen beladen!). Die kreutzheren vom Elbinge, das sein die vorlaufene vorreter zum hohem. von kaufleuten als Janischh von burgern als Marx Heske, von tuchmachern als Bo[rjcharts sohne?), und viell andere vorreter, diese kamen mitt des hohem. besten knechten, erlieffen das erste thor mitt dem schlage, das ander thor mitt dem schlage, die feste, das sein die 3 thurne mit der zuckbrucken, so woll auch das vierde thor und kamen vor das funfte und letzte, das hetten gutte menner kaum mit aller nohtt zugeschlagen, daran hieben sie mitt freuden. Indem waren ihre schutzen da, die legten ihre rohre in die ritzen *fol. 3158. und schossen nach den burgern, sie trafen *viell, aber nur einer starb davon. Dieweill sie* so hieben und schossen, leuftt ein paur?) auf den thurn, heuett das schossgatter loss, fiell vor das gantze thor, ertodte einen reisiger in follem gerethe, welcher wolte zu fuss der erste in der stadtt sein®). Darnach legten sie feur an und wolten es vorbrennen. Auf der festen waren 30 schutzen, die schossen mitt ihrer geselschaftt auf den Langenmarcktt, auf das niemandtt solte zum thor laufen; so dorfte auch niemandtt vor dem grosen schiessen in die gasse sehen). Die burger waren erschrocken und gantz ungewarnett, niemandtt auf der maur oder thurm war. Indem kam der haufe hernach. Ein teill hetten sich in den heusern hartt an der stadtt graben behalten, aus welchen sie auch sehr schossen; a) überg. B. 1) Ueber die Oertlichkeiten und die Feste s. Töppen, Geschichte der räum- lichen Ausbreitung der Stadt Elbing, in der Zs. d. Westpr. Go’s XXI, 75, und zu Falk, 82, Anm. 2. 2) Falk, 72, nennt allein Michel Borchert, eines Tuchmachers Sohn, 3) Nach Falk, 85, ist es ein Bäckergeselle. 4) Falk, 85, berichtel, dass ein Ordensherr und Führer der Söldner, Schwalbach, durch das herabfallende Schiessgalter von den seinigen getrennt, zwischen (alter und Thor eingeschlossen, aber aus dieser Lage wieder befreit wurde. Derselbe erzählt S, 84 von einem Landsknecht, der durch das nicht roll- ständig geschlossene Thor eingedrungen und von einem städtischen Söldner ge- lödtet wurde. Es scheint, als ob Gr. beide Vorfälle zusammengeworfen hat. 6) Vgl. Falk, 85. Die Zahl der Knechte auf der Feste hat allein Gr,
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Tract. XXI. 8 70. 585 der ander haufe kam den Diebetham!) abe, und lieffen der wehrer teill in den junckerschiessgarten?), den durch den wolten sie das ander thor erlaufen, genantt das Schmiedethor; sie hetten es auch bei einem hahr erlangett, sondern knaben trugen holtz und mistt vor die pforten, dadurch wardtt es gerettett?). Zu diesem hetten sie ein guttes wetter, den es war nebell. In solchem kamen die burger auf die mauren und thurme und schossen sehr, drei stunde langf). Die knechtte von der feste theten den burgern mitt den stadttbuchsen schaden; aber die in der stadtt waren, kamen 'ihn vor. Als die burger auf die mauren kamen, nahmen sie die knechtte im schiess- garten mitt handttbuchsen wegk, derhalben musten die uberigen den schiessgarten reumen, versamleten sich vor das erste thor*, .hieben darein und vormeinten dadurch einzulauffen; aber die burger zogen *eine halbe schlange davor, schossen in den haufen, das sie ein *ful.315b. teill zu drumern giengen®), Da tratten sie abe, reumeten die feste, lieffen in die heuser, vorbergeten sich, wie sie kundten. $ 70. Von dem schaden, den sie theten und ontpfiengen. Die burger wolten zum ersten nichtt schiessen, den sie sahen, wie ibr folck, frauen und kinder, zwischen ihn lieffen. Letzlich er- sahen sie sich das hauss, da man die krancken einfurett, darauf stalten sie das geschutz und traffen, das vom springen der ziegell 18 todtt blieben. Sie schlapten die todten, die sie erlangen mochten, balde in die heuser, brandten 56 heuser wegk, erstachen zwo alte menner und furten etzliche wegk6). Im abziehen ihr aller heupttman, a) überg. B. 1) Ueber den Diebsdamm s. Töppen, Gesch. der räumlichen Ausbreitung der Stadt Elbing, a. a. O. 75, 79—80., 2) Ueber die Lage des Junkerschiessgartens zwischen Markt- und Sehmiede- thor s. Töppen zu Falk, 87, Anm. 2. 3) Nach der Darstellung Falks hat ein eigentlicher Kampf um das Schmiede- thor gar nicht stattgefunden. Er erzählt nur 8. 87, dass einer der Knechte in den Junkergarten nach dem Schmiedethore zu gelaufen, dabei aber erschossen worden sei, wodurch die anderen, die ihm folgen wollten, zur Umkehr veranlasst wurden. Die Aufschüttung von Mist, woron Gr. spricht, fand vielmehr beim Marktthor statt, auf das der Hauptangri/f gemacht wurde. 4) Der Kampf dauerte von 7 Uhr des Morgens bis gegen Mittag. Falk, 78, 87. 5) Sonst nicht überliefert. 6) Von alledem melden die anderen Quellen nichts, Falk, 87, berichtet nur, dass die abziehenden Söldner die Häuser am Thore in Brand steckten in denen viele Verwundete lagen. Vgl. auch Freiberg, 157.
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586 Traet. XXI. 8 7. Mauritius Knebell, der beim keiser Maximiliano der angenemste krigsman war, kam gerantt, bohertzte das folck wieder. Indem scheustt einer vom thurn und nimtt ihn samptt dem fenrich wegk!). Der reisige zeug hieltt von ferne in einem dorf, genantt das Neue gutt?), daselbst assen sie, den sie waren gahr schmachaftig. Indem kam einer gerantt und schrie: auf, auf, wir sein vorraten! Man hatt uns gesagtt, es sein nicht knechte im Elbinge, so istt unser folck halb vorterbett, und die knechte fallen uber die maure und eilen uns zu. So istt her Knebell mitt den besten knechtten auch todtt. Die reisiger machtten sich auf und zundeten an. Da sprach ein paur: o lieben heren, umb Marien willen burnett nichtt. Sie sprachen: nein, wir mussen ein rauch machen, auf das man nichtt sehen magk, *fol.31Ga. wor wir hin ziehen. Sie nahmen 8 grose letterwagen, luden *ihre vorlembten darauf, zogen nach Tolkemitt und namen es ein.) Die erschossene knechtte vorm Elbinge frassen die hunde; idoch aus eristtlicher treue begrub man sie am dritten tage gahr ehrlich in s. Jacob in eine grube®), Under welchen waren zwei, die ettwan zum Elbinge burger gewesen waren, aber sie hetien sich darin vor- schelcktt und furten die andern an. Eittliche knechte fandt man von onmachtt auf dem felde liegen, die furte man in die stadtt Elbing, fragte sie, ob der hohem. were mitt ihn gewesen.) Sie sprachen: nein, aber hetten sie die stadtt erlangett, so were ehr nichtt weitt gewesen. Man fragte, wer sie den anschlag gelerett hette; sie antt- worten: die euren. Sie fragten, was sinnes sie zur stadit weren gewestt; sie sprachen, sie solten getodtett haben alles, was darin lebete, solten weder pfaften, noch munche vorschonen und in den grundtt vorstoren, wie sie dem schloss Hollandtt gethan haben. Aber die stadtt hette gutte engell und heiligen; wen sie* gleichs die halbe a) überg. B. 1) Moritz Knebel, einer der Söldnerhauptleute, wurde nach Falk, 86, Frei- berg, 155, und Stegmann, 513, noch während des Kampfes, nicht erst beim Ab- zuge, am Fusse verwundel. Er wurde nach Königsberg geschafft, starb hier am 1. April und wurde im Dom beerdigt, woselbst sich sein Grab befindet. Gebser und Hagen, Dom zu Königsberg II, 216. 2) Neuegut nö. Elbing. Den oben erzählten Vorfall berichtet nur Gr. 3) Tolkemit war bereits am 7. Märx auf dem Hinwege von den Söldnern genommen worden. Freiberg, 155, Stegmann, 513. 4) Das Begrübniss der Gefallenen fand am Tage nach dem Kampfe statt. Falk, 87, 5) Davon berichte! nur Qr. ®
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Tract. XXI. 8 71. 587 stadtt hetten offen gefunden, kundten sie doch nicht hinein komen, den gott hette sie rechtlich vorblendett. So wer ihn gescher, wie sie vormeinten andern zu thun. Sie wurden auch gefragtt, wor der hohem. sein geschutz hette; sie sprachen: alle teufell haben es durch den westenwindtt im habe vorbalten!), sonstt wolten wir vor 8 tagen sein hie gewesen und alles eingeschossen, sondern gottes marter hatt ibn und uns in diesem kriege gepflagett. Die reisiger theten ein manheitt, nahmen achtt leste weitzen aus der muhle und brandten sie aus, das war die Obermuhle, ein firtell weges von der stadt. Sie hetten viell gefangen, die ihn zu Tolkemitt enttkamen, die sagten, das sie *sich gemustertt hetten und *fol. 316b. gemissett 111 knechte und 18 reisiger ohne die vorwundten?). $ 71. Warumb die knechte diesen anschlag hetten. Es thett dem hohem. mordttlich zorn, das seine knechtte umb vor- haltung willen des soldes ihm vorhin den zogk vor Elbing vorsagten?), derhalben schreib ehr dem heupttman von Rastenburg, genantt Mau- ritius Knebell. Dieser war under neuen treflicher anschleger bei dem keiser Maximiliano der beste. Diese wurden aus Deutschlandtt dem hohem. alle 9 geschiecktt das jahr vor dem kriege. Diesem Knebell vortrauete der hohem., dass ehr muste ein friede angelıen, es were den sache, das ihm ein plutzlich gluck entstunde. So wars ihm auch peinlich, das ehr sich an den Elbingern nichtt boweisen mochte, und achtte es vor den grosten schaden; den aus der stadtt Elbing weren burger bei ihm, so woll auch burgerkinder, die hetten ihm ein anschlag gesagett, dadurch ehr Eibing haben konne; aber die knechte wolten nichtt. So bahtt ehr ihn, ehr wolte es mitt den knechtten boreden. H. Knebell thett es, aber die knechtte wolten nichtt daran, sie sprachen: ehr furchtt ein friede; auf* das ehr uns a) überg. B. 1) Es ist wenigstens soviel richtig, dass der HM. die Kneiphöfer veran- lasste, ein Schiff nach Elbing zu senden, welches auch einige Geschütze bei sich führte, und dass dieses Schiff im Haff von widrigen ‚Winden zurückgehalten wurde, Freiberg, 157. 2) Falk, 87, weiss nur zu melden, dass bei der Musterung in Tolkemit sehr viel Knechte weniger gewesen sind. Die Gesammtzahl der an dem Anlauf betheiligten Söldner giebt Vapovius, 182, auf 2000 an. 3) S. oben S. 579.
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*fol. 3178. 588 Tract. XXI. 8 72. nichtt darf soldtt geben, will ehr uns den vorretern auf ihren an- schlag geben; ehr hatt uns bei fursttlichem adell gelobett, mitt goldtt und silber zu bezalen, aber ehr zaltt uns mit kupfer. Auch sagten sie ihm viell mehr lesterung. H. Knebel sagte es dem hohem. an und riehtt, ehr solte umb gelimpfs willen den knechtten den soldtt geben!). Aufsolches nahm der hohem. 12 tausentt horngulden, die ihm der landttm. aus Lieflandt geschiecktt und geliehen hette?), die schmeltzte ehr mit neuem zusatze, schlug davon Reinische gulden zu 7fird.,* und waren nichtt mehr werdtt den 21 schott Preusch?). Diese muntze hette diese gestaltt: auf der einen seiten war unser lieben frauen bildtt mitt eineın kindttlein im arme; von des bildes gurtell biss auf die schue war ein schildtt mitt einem grosen adeler, der hette in seiner brustt der margrafen angeborene wapfen oder schildtt. Umb das bildtt war die umbschrieftt: adjuva nos o virgo, Tes tua agitur. Auf der andern seiten war ein zweifaltig kreutz, an jederm ende eine lilie mitt den vier schilden der margrafen; darumb war diese umbschrieftt: moneta aurea terrae Prussicaet). Dies goldt gab ehr den knechtten und alles, was im Elbinge war, ausgenomen das rahthauss, pfarkirche und kloster, und die stadtt wolte ehr nach erkennttnis von ihn kaufen. Das giengen sie an, nahmen alle pauren mitt, vormeinten ein preiss zu erlangen und thun nach ihres fursten hertze. Idoch gieng es ihn aus gottlicher barmhertzigkeitt, wie gesagtt ist. Tolkemitt war eingenomen und juncker Peter von Dohnen zu regiren geben wie ein gutt, das sie ohne schwerdtt einnahmen, den es war ein stedttlein foll armer fischer ohne alle festung. $ 72. Wie die stadtt Hollandtt an den mauren geschwechtt wardtt. In dieser zeitt, als man umb friede handelte, wonete in der stadtt Hollandtt ein edelman mitt nahmen juncker Schertzwitz, ein 1) Die Angaben über die Vorgeschichte des Elbinger Anlaufes entbehren der Bestätigung von anderer Seite. 2) Die Nachricht hat, freilich ohne Angabe der Summe, Freiberg, 145. 8) Freiberg, a. a. O., bestätigt auch dies, doch ohne den Unterschied zwischen dem wirklichen und dem Nennwerthe genau anzugeben. . 4) Die Münze ist abgebildet bei Vossberg, Taf. XIIn. 1229, und beschrieben S. 201. Damach enthält @Gr.’s Beschreibung einige Ungenauigkeiten in den Um- schriften; auf der Rückseite best man nämlich: ADIVVA.O .VIRGO. RES TVA.AGITVR, auf der Vorderseite: MO.AV.NO: MA.GNERA.PRVSL
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Tract. XXI. 8 72. 589 gefangener des konigesl). Dieser pflag ettwan bei Hollandtt zu Crossen?) ein hoff zu haben, in welchem hofe manch gutt reuter das latein auf arme kaufleute nahm, wen ehr war ihrer aller vor- kundtschafter *und in solchen sachen ein getreuer diener seines *fol.317b. heren. Dieser, so balde ehr sahe, das Nicolaus Czesky mitt seinem folck, als 500 mahn, Hollandtt reumete und zoge gen Elbing, den ehr hette gewisse zeitung, das des hohem. folck zu wasser und zu lande keme und sich vor Elbing legte. Juncker Schertzwitz mitt seiner geselschaftt hetten balde ihre bothen bei dem hohem., der zu Riesenburg mitt den fursten tagete?): ehr solte komen und Hollandtt einnehmen, den die Bohemen weren alle wegk. Solche bottschaftt kam auch gen Tolkemitt zu juncker Peter von Dohnen. Das wardtt den Bohemen kundtt gethan, sie machten sich in der nachtt gen Hollandtt und wolten die stadtt ausbrennen; aber frome burger erbathen den heupttman Nicolaum, so zundete ehr dennoch alle thurme und wehren der stadttmaur ahn, davon man sich wehren mochtte, auf das der hohem. ein kaltt nestt funde. Juncker Schertz- witz kam zu seinem gluck auf Preuschemarcktt. Juncker Peter von Dohnen hette 200 vorlorene knechte auserwehlett, die solten gen Hollandtt, sie wolten es aber nichtt thun. Des hohem. knechtte theten sich viellmahl vor Elbing boweisen der meinung, das man sie fangen solte; aber die Bohemen kundten nicht mitt ihn reden, die erschlugen sie. Wen aber die Elbingschen knechtte jemandts fingen, fragten sie die gefangene, warumb sie so gerne wolten ge- fangen sein; [da] anttworten sie: was soll wir einem heillosen gekapten fursten dienen, da wenig essen und trincken und kein geldtt ist, sondern alle winckell foll vorreter? Dies istt geschen am sonn- abentt nach Letare. Als der hohem. zu Riesenburg seinen bruder *Jeorgium aus Ungern, seinen schwager, hertzog Friedrich von Lignitz, *fol. 318a, und den heren von Rogendörf mitt worten speisete, da? bepful ehr, man solte sagen, der hohem. wuste umb dies alles nichts, sondern es gesche von seinem ungehorsamen folck ohne seinen willen. Das glaubeten Peter Faulejope. und juncker Nimsgahr, auch sonstt die a) Es fehlt der Nachsatz. Lb) überg. B. 1) Johann Sehertiwitz wird in dem Scheltbriefe des Königs ron Polen, A. Tom. V, 318 n. CCOXLII, als einer der vier Eilelleute genannt, welche sich ihrem Worte gemäss zu Thorn als Gefangene stellten. 2) Crossen ein Dorf w. Pr. Holland. 3) Ueber die Verhandlungen s. später 8. 592,
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590 Tract. XXL 8 73. Preuschen kreutzheren; die waren auf das folck zornig, das sie den loblichen fursten so ein bosen namen machten. Aber die knechte beim hohem, sprachen: wir treiben es zu rechte, den der hohem. handeltt mitt den fursten umb friede seinem gluck ohne schaden!). $ 73. Von boweisung beider parte, dieweil der hohem. mit den fursten zu Riesenburg handelte. Die von Konigsberg kamen mitt 14 schieffen und speiseten Tolkemitt?); sie gaben eine thon biehr vor 3l/3 m.; vor 3 jahren hette man nichtt 8 schott davor geben. Diesen schieffen wardtt gesagtt, das die Dantzker mitt 4 barsen?) zum Stutthofe legen). An denen wolten die Konigsberger ehre erlangen, sie kamen bei Bribernau°) auf die nerung und zundeten es an). Die Dantzker mwachtten sich hin, aber die Konigsberger hetten ein westenwindtt, die lieffen in den Pregell. Die Dantzker kamen vor Tolkemitt, schossen so un- cristtlich von den schieffen, das des hohem. folck muste lerm schlan und die stadtt reumen?). Sie nahmen die besten burger mitt sich, die andern schetzten sie auf 200 marck, zogen wegk und sollen noch wieder komen®). Die burger zu Tolkemitt gaben solch ge- zeugnis von ihn: die Polen sein unersetige leute, aber die Deutschen knechte sein so foll lasters, das ibn gott nichtt helfen kundte, den sie schonten keine persone. *fol, 318b. *Am dingstage zu Palmen liess der hohem. ein krafell aus dem Pregell gehen mitt harnisch, buchsen und hundertt knechten. Das giengen die Dantzker an, gewonnen es ritterlich und furten es 1) Veber das oben erzühlte Ereigniss sind Nachrichten in den anderen Chroniken der Zeit nicht erhalten. 2) Die Verproviantierung des Ordensvolkes in Tolkemi durch Königsberger Schiffe bestätigt Stegmann, 514. 3) Barsen sind in Danzig eine Art kleiner Schiffe. Hirsch, Danziys Handels- und Gewerbegeschichte, 264. 4) Nach Stegmann, a. a. O., hatten die Danziger 2 Barsen im Haff. 5) Prebbernau auf der frischen Nehrung n. Elbing. 6) Schütz, 476, erzählt, dass von Tolkemit aus ein Ausfall nach der Nehrung gemacht wurde, doch beruht dessen Nachrieht möglicherweise auf Or. 7) Stegmann, a. a. O. berichte nur, dass das Ordensvolk in Folge der Beschiessung zu Unterhandlungen genöthigt wurde. 8) Anderweitige Zeugnisse fehlen hierfür.
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Tract. XXI. $ 73. 591 wegkl); das thett dem hohem. aus der masen wehe. Jdoch ehr trostt sich, das es der konig aus Dennemarck an ihn rechen wurde, den ehr hette dem hohem. das schief mitt folck geschiecktt?), und der konig umb das schief und folck wieder geschrieben hette, den die Schweden ihm viell folck erschlugen. So entbohtt der konig dem hohem.: so gult freundtt, wie ehr ihm vor gewesen were und ihm in seinen nothen geholfen, so gross feindtt wolte ehr ihm sein, wo ehr ihm inwendig 14 tagen nichtt das folck schiecken wurde. Den knechtten wardtt solches angesagtt, sie wolten aber ohne ihren vordienten soldtt nirgendtt hin; sondern sie zu bezalen, da war jahmer und nohtt bei. Der knechtte waren funftausentt, vor denen sich der hohem. samptt den seinen mercklich furchtte, Auf das aber das vordiente lohn gefiell, schlug man eine neue muntze. Das stuck galtt zehen groschen®), 3 stuck vor ein gulden Reinisch und hette diese gestaltt. Auf der einen seiten war ein Marien-bildtt in der sonne sitzende, hette under den fussen den mohn, under dem mohn ein kleiner schildtt mitt einem schlechtten kreutz und auf dem rechtten arm ein kindelein, auf dem haupte des bildes in der umbschrieftt ein kleinen schieldtt mitt einem adler; und dieser seiten umbschrieftt lautett also: Albertus dei gratia marchio Branden- burgensis. Auf der andern seiten ein kreutz mitt seinen lillien auf iglicher seiten, mitten in dem kreutz ein grosen schildt mitt einem adler. Dieser seiten umbschrieftt lautt also: Honor magistri iusticiam diligit; das was eine vorfelschung der *beiligen schrieftt. *fol. 319a. Die muntz wardtt geprobirtt, sie war werdt 1/3 firding. In solcher form und lautt wurden auch andere geschlagen, die waren werdit 1) Das Schiff war von den Kneiphöfern ausgerüstet, führte Geschütz bei sich und sollte den Angriff auf Elbing unterstützen; widriger Winde wegen war es genöthigt, bei Brandenburg vor Anker zu gehen. Auf dasselbe stiessen nun am Mittwoch nach Palmsonntag (27. März) die aur Verfolgung der Königsberger Schmacken abgesandten Danziger Schiffe und xwangen es zum Riückzuge nach dem Pregel. Hierbei gerieth es am südlichen Strande des Samlandes bei Pokaiten auf den Sand, wurde heftig von den Danzigern beschossen und musste sich am 28. März den Feinden ergeben, die es am 1. April nach Danzig brachten. Steg- mann, 514. Freiberg, 157. Gans, 346. Ferber-Chronik, 533. Voigt IX, 634. 2) Dass diese Nachricht und folglich auch die Erzählung, die Gr. daran knüpfte, falsch ist, zeigt die vorhergehende Anm. 83) Die Münzen, welche Gr. im folgenden richtig beschreibt, sind die Viertel- thaler- oder Achtyroschen-Klippen von 1521. Vgl. Vossberg, a. a. O., 202 An. 1242. 38°
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*fo]. 319b. 592 Tract. XXI, 8 74. 31/2 schill. Die knechtte nahmen sie und gaben ihn den nahmen pax-pfennige, die so viell silber in sich hetten, als der hohem. geistt- licheitt. $ 74. Wie die gesandten fursten mitt dem hohem. umb den friede handelten. Der frome konig von Polen hette sindtt Conversionis® Pauli bei sich vorhalten des babstes legaten, des keisers sendttbothen, margrafe Jorgen, des hohem. bruder, und hertzog Friederich von Lig- nitzl). Diese kamen gen Thorn zum konige, vormasen sich, den hohem. mitt gutte dem konige gehorsam zu machen. Der h. konig liess sich in allem underweisen, aber sie suchten zum ersten viell wege, dardurch der hohem. loss wurde und ohne schaden aus- gienge. Des keisers sendttbothen, margrafe Jeorge und herzog Friedrich von der Lignitz, erbothen sich, in eigener person mitt dem hohen. zu reden. Am donnerstage vor Letare kamen die fursten gen Marien- burg, den freitag darnach kamen die fursten alle und auch der hohem. gen Riesenburg, alles auf des koniges unkosten?). Der hohem. kam gahr herlich ein; ehr hette an ein kuriss und ein schelenrock, margrafe Wilhelm, sein bruder, ein kuriss und ein schelenrock, hertzog Erich von Braunsschwich, comptor auf der Mimell, der bischof von Samelandtt, h. Jorge von Polentz, ein kuriss und ein schelenrock, b. Nickell von Baach, b. Friederich von Heidecken samptt andern mehr mitt 24 pferden, alle® kuriss mitt *wolferocken, sie hetten 100 pferde und 100 drabanten®). Die gantze nachtt aus a) Conversationis B. D) aller B. 1) Oben S. 575 berichtete Gr., dass die Gesandten auf Mariae Lichtmess zum Könige gekommen wären. Vgl. dort Anm, 1. 2) Die Angabe ist unrichtig, denn am Montag nach Lätare (11. März) reiste der HM. erst von Königsberg ab. Freiberg, 154. Gans, 345. Der Geleits- brief für den IM. rom 28, Februar bei Dogiel IV, 217. Freiberg, a. a. ()., berichtet ferner, ein Schreiber des Königs ron Polen habe verlangt, dass jede Partei ihre Lebensmittel für Volk und Pferde selbst mitbringen sollte, wonach die obs Nachricht Ars zu berichtigen ist. 3; Die Öbengenannten ausser Nieolaus v. Bach und Friedrich v. Heideck sennt auch Gans, 316, als Begleiter des IIM's, ausserdem Georg ron Kunkeim und einen Ilerın r. Kittlitz, beide Vertreter der Iandschaft, und Hans Federau sowie Nirlas Haugeit:, die Vertreter der Städte. Die Zahl der Pferde, mit denen der HM. in Tiesenburg erschien, betrug nach Gans, 345, und Stegmann, 51}, etira 200, nach Freiberg, 154, etwas weniger,
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Tract. XXI. & 74. 593 war singen, springen und eine froliche fastnachtt von des hohem. teill, das sich auch die fursten solcher uppigen freude verwunderten. Sie fragten, warumb ein solches gesche; ihn wardtt geanttwortt: wir haben ein gewonnen spiell, den wir haben vom Moscowitter 12 centtner silber und so viell tausentt mahn, wir wollen uns an den unfletigen Polen rechen. Auf dies puchen wardtt viell geredtt, aber viell mehr gedachtt; idoch es war iu foller weise eine kalbsrede, den es war weder an silber, noch folck nichts. Dennoch wardtt die nachtt in solchem zugebrachtt. Auf den morgen umb zehen uhr nahmen die fursten den hohem. vor, sagten ihm die meinung des keisers, des koniges von Ungern und der kron von Bohemen. Das wardtt vom hohem. und den” seinen vor eine bodreuung geachtt, aus furchtt von den Polen erdichtt. Der hohem. erzalte ihn dio artikell, umb welcher willen ehr nichtt gedachtt, ein friede anzu- gehen, den sein gluck were itz vor der thure. Der erste artikell von grosem gluck des hohem. Er- lauchte fursten, ich habe mich von anbeginne befreundett mitt den gelartesten® Preusen, die haben mich underrichtt und bofestigett, wie ich meines ordens landtt solte wieder baben. Das finden wir klerlich in der weisagung Reinhardi, die lautt also: die Deutschen jovisten, die ritter des kreutzes, werden im jahr 1522 Preusen samptt den anstosenden landen wieder in ihr eigenthum brengen. Derhalben, dieweill dies gahr klerlich istt, wollen wir *dies jahr *fol. 3208. streiten und auf das zukomende jahr gluck und seligkeit aufnehmen; so werden in der zeitt die Polen auch mude werden. Darauff wardtt geanttwort: erlauchter furstt, es istt erkantt worden, das euer Reinhardus sei ein mahn gewesen, der mitt dem teufell hatt umb- gangen, und in seiner schrieftt nieein wahr wordtt gefunden istt. Darumb glaubett ihm nichtt, ihr werdett sicherlich betrogen. Diese gelartesten Preusen, die euch Reinhardi propfeceiung haben aussgelegtt, haben vieleichtt angesehen, das sie euch rathen, auf das sie euer loss werden, darumb ihr dem teufelischen mahn Reinhardo folgen sultett; den sie woll wusten, das es umb solcher vorhoffung willen mitt euch nichtt konne ein gutt ende nehmen. Der ander artikell. So sprach der hohem. weiter: ich habe ein ausserweletes freuelein, from und guttes adels, die sagett mir, ich soll folgen dem kriege, den in einem freitage soll mein gluck erstehen. Ich es auch entpfinde, das sich am freitage ofter mein gluck thutt boweisen. Darauf wardtt geanttwortt: es were eine alte a) der B. db) gelarteiesten B.
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594 Traet. XXI. $ 74. erfarerheitt, das der bose geist durch bose geisttliche gestaltt der weiber seinen willen® volbrachit hatt zwischen redlichen mennern. Ihr sagett, euer gluck hatt sich viell mahl im freitage bowiesen; aber werlich, solcher trostt am sonnabende zu gewarten ist. Dan warsagerin zu gebrauchen, istt nichts anders, den boweisen ein klein vortrauen zu gott und zu menschlicher gerechtigkeitt; den das alles soll nichtt sein. Der hohem. sprach: ich habe ein eidtt geschworen, meinem orden sein landtt wieder [zu] gewinnen; wie soll ich ihm *fol.320b.thun? ich helffe *getreulich dazu mitt folck, gelde und rahtt, des- gleichen auch der konig von Dennemarck, mein erleuchterb vetter von Brandenburg und meine getreue bruder in Deutschlandtt und in Lieflandtt; wie soll ich aber ein friede angehen ohne dieser er- suchung, da ich doch nichtt prufen kan, das es ihr will sei? So jahmertt mir auch mein unuberwindttlicher schade, den mir die Polen gethan. Sie haben mir mein armes folck bestolen und gantz uncristtlich vorbrandtt, und die Preusen mich so hochlich vorafter- redett haben. Duncktt es euch rahttsam sein, das ich, der ich bin ein freier furstt im heiligen reiche geboren, solte mich underwerffen einem konige Windischer nation? Wissett, so wahr ich ein mensch bin, lass ichs nichtt ungerochen und mache mich niemandtt zum knechtte, soltt ich auch immer vortrieben werden. Antwortt auf das vornemen des hohem. Gnediger h, ‘bruder, sprach margrafe Jeorge, es lautett viel anders und istt ein neue latein ausgangen. Ihr euch befragett, wie zu thun, das man von euch ein eidtt hatt aufgenomen, das ihr wollett dem orden sein landtt wieder gewinnen. Dies sagen alle kluge und gottforchttsame menner: gott von himell hatt ettwan euern orden gestraftt und wunderlich, aber nichtt menschlich, ihm seinen hohemutt genomen, das sie der Polen knechte geworden sein. Sintemahl es den von gott istt, und gott es itzundtt nichtt will wiederkeren, wie ihr es mitt augen sehett, so hatt euer eidttschwerung nichts auf sich. Von der hulfe des koniges aus Dennemarke soltt ihr euch forttmehr wenig freuen; dieweill ihm die Schweden gnug zu thun machen, *fol. 321a. vorgistt ehr euer woll. *Von unserm vettern von Brandenburg mogett ihr das latein und seinen lautt wissen, das ihm sein landtt von dem folck, das vor Dantzick euch und ihm zu spott kam, so hoch- lich vorterbtt istt (brandtt ausgenomen), das es ihm ein unvorwindtt- licher schade ist. Auch haben ihm die Bohemen, so ehr® euch mehr hulfe thun wirdtt, offenttlich entsaget. Wen also unserm a) überg. B. D) eleuchter B, c) überg. B.
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Tract. XXI. 8 74. 595 heren vettern von Brandenburg solte schaden zukomen, so duncktt ihm nichtt rahtt sein, euch zu helfen, dieweill ehr siehett, das mitt euch alle ding in den brun feltt. Von der hulfe der b. in Deutsch- landtt folgett nichts, den sie haben umb des folckes willen, das vor Dantzick kam, ihre gutter vorsatztt, und istt des soldes noch unbe- zalett, den man gahr treulich von ihn mahnett; den zu geben und euch zu helfen, wirdtt unmuglich sein, den sie dadurch zu bettlern wurden; darumb bodencktt euch bass. Von denen aus Lieflandtt mag ich nichtt sagen, allein eines: da sie der Moscowitter vor zehen jahren ein wenig schlug, auf das sie raochtten aus ihrer bettlerei komen, gab ihn der babstt Julius II. gnadenbriefe, durch welch geldtt stielleten sie ihren jahmer. Solten sie die zeitt her so reich geworden sein, das sie euch wieder ein konig mogen geldtt vorstrecken, so muss das ablassgeldtt, umb ihrer bettlerei willen in Deutschen landen vorsamlett, aus einem pfennig ein gulden gewuchertt haben; aber das zu glauben will in mich nichtt. Von dem schaden, euch gethan, istt dies mein erkenttnis: die kron von Polen hatt ein boweiss, das der orden in Preusen ihr soll unterthan sein. Sintemabl ihr es aber nichtt habett thun wollen, hatt sie euch nichtt wie ein freien fursten des* Romischen reichs, *fol, 321b. sondern wie ein ungehorsamen hohem. angangen. Von der after- koserei der stedte in Preusen istt dies von ihn ein gutt boscheidtt zu geben: wen os muglich were, das die engell menschen wurden, und man sie also mitt der reuterei ersuchte, so woll auch mitt brennen und vielem handell zu schaden, wie sie es von euch zeugen, so musten sie teufell werden, und ihre bostehett nichtt damitt. Von der underwerffung eines Windischen koniges istt dies mein boscheidtt: man kann es probiren, das ihr mitt den b. euers ordens sunder seidtt. Es sein viell fromer heren und geisttlicher menner gewesen in der zeitt Totile und der Longabarder, den ihr itzundtt seidtt, dennoch umb sonderlicher gerichtte gottes willen haben sie mussen Windischen heren schweren. Ob ein solches auch schon von euch geschehe, were es wie billig und rechtt erkantt, so vorsehe ich mich, das es von euch auch wirdtt mussen geschen. Von dem, das ihr es nichtt mogett ungerochen lassen, dieweill ihr ein mensch seidtt, soltt ihr gleichs vortrieben werden, so istt dies mein latein: ich bin von jugentt auf bei unserm erleuchten vettern Wladislao, einem Windischen konige zu Ungern, erzogen und ehr samptt seinem reich mich zu einem grosen fursten aus armutt
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*fol. 3228. 596 Tract. XXL & 75. erhaben!), so haben sie erkantt in einem gemeinen rattkis, das istt in gemeinem landttage, das ihr der kron von Polen ungerecht seitt: umb solches haben sie mich vorgenomen, dies latein mir mittgeben, ich solte zu euer gnaden ziehen, euch in ihrem nabmen ansagen: wo ihr konigl. ma. von Polen nichtt wurdett unterthan sein, wolten sie mich zuersten wie *ein frembdling aus meinem reiche vortreiben und euch so weitt dringen, das man von euch nichtt wuste zu sagen, noch zu singen. Und werlich, solte ich umb euer hoffartt willen mitt meinen* kindern vortrieben werden, so weiss ich zeben tausentt hussaren, mitt denen ich gegen euch nichtt wie ein bruder, sondern wie ein abgesagter feindtt handeln will; soltt ihr auch gleichs euer tage ein bettler sein, so will ich lieber ein stuck brodtt behalten mitt gunst des koniges. So fiell ihm hertzog Friedrich von der Lignitz ins wortt und sprach: erlauchter schwager, wissett das 1500 reisiger mitt 2tausentt knechtten, auch ein geschutz, desgleichen nie gesehen, die Schlesiege ausrichtten soll, und ich ihr feldtheupttman sein soll, mitt welchen wir sicherlich ein eigensinnigen hohem. in Preusen besuchen mussen, es sei uns gleichs lieb oder leidtt. Der her von Rogendorf, des keisers bottschaft, ihm auch sagte, wie keiserliche ma. nichtt einen knecht woltt mehr lassen ausziehen, den ehr sich teglich vorsehe ein schweren zug auf seine feinde; auch gebothe ihm seine majestatt, der krone von Polen ohne allen vorteill gehorsam zu halten?). $ 75. Wie der hohem. das aufgesagte latein aufnahm. Erbarme es Marien, der lobesamen jungfrauen, das ich so ein ungnedigen bruder habe! Es schende die alle gottes marter, von den es herkomtt. Auf das aber, erlauchter bruder Jorge, den ıneinen von meiner cigonsinnigkeitt nichtt ein vorterbnis keme, so gebe ich alle meine sache in deine handtt; mach es, als wen es dir selber solte. Wisse, das ich nichtt von hertzen friede angehe, sondern a) überg. B. 1) Georg der Fromme, der Bruder des HMs, war 1184 geboren und trat 1506 in den Dienst des Königs Wladislaus von Ungarn, dessen Gunst er sich in besonders hohem Maassc erwarb. 2) Er braucht kaum noch darauf aufmerksam gemacht zu werden, Hass fr, hier, wie überall, wo er Personen in dirceter Rede sprechen lässt, seinen eignen Eingebungen folgt.
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Tract. XXI. 8 76. 597 dir zu gefallen; *den ich gebe ein gewonnen spiell aus der handtt. *fol. 322b. O gott, lass dich es erbarmen, das ich umb armuts willen mein rechtt muss fallen lassen! Der hohem. bogerte durch den fursten von Lignitz, das ehr mochte zu seiner koniglichen ma. komen mitt 200 knechten und 100 pferden. Der konig sprach: nein, ehr istt vorm jahr bei. mir gewesen, da ehrete ich ihn auf Deutsch; aber als ihn der mohn rurte, zog ehr wegk und danckte unserm gutten willen auf gutt Gellerisch!). Nachdem schieckte der hohem. mitt den fursten seine bottschaftt?) zum konige mitt bopfell, sie solten auf der sachen halten, das der hohem. bohielte, was ehr im bischtumb Heilsberg inne hette), und der konig mochte 4 jahr lang gestu'z werden, nach welchen wolten sie rechten, ob ehr dem hohem. konne ein eidtt vor- pflichten, ob ehr gleichs konig zu Polen were, und sonstt ettliche artikell mehr. Sie kamen alle den mittwoch vor Palm gen Thorn und fingen an umb friede zu handeln. Dieser handell liess sich zum ersten ansehen, wie ein gross gluck des hohem., ein vorwustung der Preusen und ein ewiger jahmer den Polen daraus komen wurde. Aber es wardtt gemercktt, das die fursten belachtt wurden, sinte- mahl sie komen weren, die sache zu mittelen; so vorgassen sie aber alle gutthatt des koniges und stunden dem hohem. treulich bei wieder die kron von Polen, das gahr ein wenig gebrach, das es nichtt were in den brun gefallen. Aber der konig war in allen sachen gegen den hohem, zu from?). $ 76. Wie der hohem. ein anzeigung gab zum friede. *Der hohem hielte ubeltheter bei sich, welchen gedauchte, das *fol. 323a. sie den bischof von Heilsberg nichtt gnug beschedigett hetten. Sie wurden fro, das man dem hohem. durch die Dantzker vor dem beifriede hetten seine schieffe genomen; sie wusten im bischtumb noch sechs gutte dorffer unvorterbtt, sie machten sich hin und 1) In keiner der bekannt Quellen liegt eine Bestätigung dieser Nachricht vor. 2) Die (iesandten des HM.s waren Hiob, Bischof ron Pomesanien, Hein- rich v. Miltitz, Pfleger von Neidenburg, Georg v. Kunheim und Hans Federau. Freiberg, 158. Ihre Vollmacht bei Doyiel IV, 218. 3) Der Bischof vom Ermlande verlangte damals seinerseits dringend die Jtiickgabe der vom HM. besetiten Orte. A. Tom. V, 372 n. CCCKXCIP. 4) Ueber die Verhandlungen zu Thorn ist anderweitig näheres nicht bekannt,
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598 Tract, XXI. $ 77. brandten sie in den grundtt!)., Als das vor den bischof kam, schrieb er dem hohem., was ehr sich zu ihm vorsehen solde, das ehr ihm in dem beifriede solchen schaden thett. Der hohem, anttwortt schrei- bende: den Dantzkern war es kein beifriede, da sie mir meine schieffe mitt allem folcke nahmen. Der bischof schrieb wieder: es were ein uncristtliches, das ehr ihm schaden thette im friede darumb, das ihm die Dantzker solches im offenttlichen kriege gethan, es weren nur aus- rede. Der hohem. schrieb wieder: der konig mitt seinen unfletigen Polen hatt friede bogertt, und ihr Preusen puchett noch; wissett: wen ein ding nichtt were, wir wolten euch krieges pflegen, es solte den gottes marter an uns oder an euch vorloren sein. Das ihr euch beruhmett, das ihr geisttlich seitt, und euer gutter der kirchen sein, es ist am tage, wie euer kirchen vorfallen und gantz vorgessen sein, aber euer huren werden desto bass vorsorget. Auf dies latein thutt euch bodencken; wir sehen euer geistlicheitt nichtt an, den ihr mitt den euren itzundtt im geitz den stullreubern gleich worden seitt und alle weldtt betriegett*, $ 77. Von einem andern stucke. *fol. 323b. *Es war landttkundig und gantz offenbahr, wie Hans Garsau, der burgemeister von Wormditt, die stadtt Wormditt vorriett?), derhalben nanten ihn die burger von Heilsberg, Resel, Wartenburg und andere ein vorreter, den ehr die festeste stadtt im gantzen bischtumb, da man nur drei ziegell oben von der zinnen hette geschossen, dem hohem. offenete nach seinem vorigen vorschreiben. Hans Garsau klagte solches seinem erleuchtten fursten, dem hohem. Der hohem. sprach: ich will schreiben, aber den nahmen kan ich dir nichtt bonehmen. Der hohen. schrieb Fabiano, dem bischofe von Heilsberg, ehr wolte mitt seinen unterthanen darein schauen, auf das Hans Garsau nicht wie ein vorreter genantt wurde, den ehr hette sich mussen ergeben; wurde es mehr geschen, so liess ehr gewislich a) betriegon B. 1) Gr. hat früher, S.580, bereits von 7 Dürfern um Allenstein erzählt, dir ton den Ordensrölkern niedergebrann! worden seien. Er spricht oben von sechs anderen. Damit kommt ungefähr die Zahl heraus, von der Stegmann, 5lH, spricht, indem er berichtet, dass in den Ostertagen 12 schöne Dörfer im Bisthum Ermland niedergebrannt wurden. 2) S. oben S. 569,
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‚Tract. XXI. 8 78. 599 ein betrubnis uber ihn gehen. Der bischof schriebe: es hette keine nohtt, Hans Garsauen briefe weiseten es mitt dem wercke aus, wer ehr were, Nachdem fing man solchen anschlag an. Die knechte, so in der Guttstadtt waren, waren zu schelcken gemachtt, den sie hetten dem hohem. viell mahl ein zugk vorsagett; auch wolten sie ihn zur Guttstadt nicht einlassen, sondern wolten voraus ihren soldtt haben!). Darumb, als nu der hohem. wuste, wie der beifriede lautett, vorhieng ehr*. Als die knechte in der Guttstadtt sich wolten redlich machen, kamen ihr 700 mitt leitern gen Heilsberg und wolten bei der muhle die stadtt ersteigen, «ber in der nachtt im angehen wurden sie unter einander uneins, den des bischofs mar*schalck war mitt *fol. 324n. 12 pferden vorhanden, gleichswen ehr von Bartstein keme; der sagte ihn, wie in Heilsberg frisch folck were, die wusten ihren an- schlag. Auf solches wurden die knechte auf ihre kundttschafter un- muttig, so wol auch auf die schantzmeister und fluchten, ob man sie vorraten wolte; die wurffen im zorn die leitern danieder, machten sich auf, brandten dem suffragano umb Kiwitten 8 dorffer wegk, so ehr doch vom hohem. briefe und siegell hette, das man ihm nichts thun solte?). Das geschahe umb Hans Garsauen willen, und die knechte vormeinten, wieder ehre einzulegen, aber gott es vor- binderte. $ 78. Von einem bohelf ohne ehre und fromen. Nach diesem berufte der hohem. seine landttschaftt und die stedte und sprach also: ihr habett uns angelangett, das wir euch solten friede schaffen. Nemett wahr, ihr habett stutzung des gegen- wertigen krieges; mitt unserm willen ist cs nicht geschen, den wir hetten vormochtt, die unfletigen Polen 20 jahr zu felde zu halten a) Es scheint ein Wort zu fehlen. 1) Was Gr. hier nur andeulet, bestätigen andere Quellen, dass nämlich die Söldner nach der Einnahme von Gultstadt dem HM, den Gehorsam auf- kündigten und ihn in die Stadt nicht einlassen wollten, bis sie ihren Sold er- halten hätten. Gans, 343. Freiberg, 145. Falk, 62. Dieselben Söldner griffen dann auf eigene Faust Seeburg an. Vgl. oben $. 580, Anm. 1. 2) Von einem misslungenen Angriff auf Heilsberg, den freilich nicht die Guttstädter Söldner, sondern Friedrich v. Ileideck während der Friedensver- handlungen unternahm, und von einer Plünderung und Brandschatzung des Bis- thums spricht Voigt IX, 634. Ueber das Verhalten der Guttstädter Söldner .s. Voigt IX, 636.
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*fol. 324b. 600 Tract. XXI. 8 79. mitt dem folck und gelde, das uns itzundtt vorhanden stehett von unserm erlauchsten vettern des Romischen reiches. Sondern ange- gesehen, wie es keiserliche ma, nichtt will gestadten, des geschworener ich bin und ein gliedttmass seines heiligen reiches, so sei wir mitt dem underscheidt in ein beifriede gangen, auf das wir nichtt mehr dorffen umb Preusen kriegen; sondern so balde wir zu keiserlicher ma. komen, sollen wir durch seinen ausspruch gantz Preusen ein- nehmen, die unfletigen Polen *mussen uns reumen und unsern schaden aufrichten!). Auf diese meinung giengen in alle seine stedte briefe aus, auch zu seinen ampttleuten, die gaben es vor ein warheitt aus; idoch ‘ sein rahtt es boweinete[n] und sprachen: mitt lugen niemandt oder schwerlich jemandt gedeiett; wolte gott, das dies nur nichtt wahr were, das wir durch loblicher fursten bofleissung mitt aller nohtt kaum die 4 jahr friede erlangen! Idoch des hohem. wortt gieng aus, ehr solte nur komen und gantz Preusen heim brengen. Die rede kam vor den konig Sigismundum, der sprach: meiner schwester sohn istt noch jung, weis noch nichtt, was narren auf sich hatt; ehr weis es woll anders, wen ehr es sagen wolte. Desgleichen sprachen auch die fursten, die mit muhe umb friede handelten. Des* zum gezeugnis, als die Polen waren wegk gezogen, nahm der hohem. Tolkemitt ein, so auch Melsack, Liebestadtt und Riesenburg?); nie- mandtt war dawieder, und die seinen meinten, es were nu ganz Preusen sein. $ 79. Vom lautt des vierjerigen beifriedes. Im dingstage nach Palmen, als die fursten wieder zum konige kamen und hetten des hohem. willen angehortt, da giengen sie an ein tagen: zum ersten Zacharias, des babsts legat a latere und bischof zu Hardya; zum andern war da von des keisers wegen der freiher Jorgen von Rogendorf [und] Mellenborg und sein mittcompan Sobasti- a) Das B, 1) Der HM. machte den Vertretern der Stände am Tage nach seiner Rückkehr von Biesenburg, am 2. April, Mittheilung von den stattgehabten Ver- handlungen. Gans, 346. Was Gr. als Inhalt der Mittheilung angiebt, ist na- türlich gehässige Erfindung. 2) Die Städte Melsack, Liebstadt und Tolkemit brauchten wohl nicht erst besetzt zu werden, weil sie sich bereits in den Händen des Ordens befunden haben werden. Riesenburg behielten, wie es scheint, die Polen. Voigt IX, 037.
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Tract. XXI. $ 80. 601 anus Sperantz, thumher zu Brixen. Von wegen des koniges von Ungern war da margrafe *Jorge, des hohem. bruder, hertzog Friedrich*fol. 325a. von Lignitz, des hohem. schwager, Ambrosius Zarkam, freiher von Ormandt und grafe zu Saladial). Diese sagten ein iglicher, was ihm bepfolen war. Aber des keisers bottschaften handelten nur mitt briefen, auf welchen briefen alzeit war des keisers handttschrieftt: unserm lieben vater Sigismundo, konige zu Polen; den der keiser war in allen articulen underrichtt, die der konig auf die b. und den hohem. hette, wiederumb die der hohem. auf den konig hette. Das theten die regenten von Inssbrug, die vorgangenen somer in Preusen waren und wolten friede machen, aber es gebrach am hohem?).; da- rumb waren auf igliche sache briefe gegeben, diese sie presentirten?). Man langete den konig an, ehr solte die Preusen in ettlicher fursten hende geben. Nein, sprach der konig, ich wolte es nichtt thun, ehe ich so viell folck und geldt darinne vorzerte, so thu ich es itzundt viell weniger. Man bahtt ihn, ehr wolte den hohem. umb ein tributt Preusen regiren lassen, des soltt ehr ihm schweren. Der konig anttwortt: und das soll nichtt sein, den in den b. ist kein trostt noch glaube. Die Polen wurden mitt ihrem konige eins, 4 jahr stiell zu liegen, in der zeitt das landtt wieder [zu] bauen; wurden sie under dem nichtt einig, so funde man nachmals mittell. Die pauren sollen alle ihren halben zins geben und Deutsche knechte mitthen und es den mitt ihm ein ende machen. Zu. diesem vorwilligte der konig und die fursten mitt den Polen, satzten die artikell des beifriedes auf vier jahr. | $ 80. *Von den artikeln des beifriedes. - ‚01. 325b. So wardtt von beiden teilen vorwilliget und erkoren 6 fursten und prelaten, die solten erkennen 3 stuck, welche mochten sie frei 1) $S. oben 8.575. Der Name des zuletzt genannten Unterhändlers lautet im Original der Beifriedensurkunde vom 7. April 1521: Ambrosius Sarkan de Akoshaza liber dominus de Onnod et comes Zaladiensis. - j 2) Gr. denkt an die Unterhandlungen vom April und Juni 1520, an denen Vertreter mehrerer deutscher Reichsfürsten Theil nahmen; vgl. oben S. 338-540. Warum dieselben als Regenten von Innsbruck bezeichnet werden können, bleibt avohl Gr.s Geheimnis. 3) Ueber den Geschäftsverkehr der (iesandten in Thorn verlautet sonst nichts. Was Gr. über die Adressen in den kaiserlichen Schreiben an den König von Polen zu berichten weiss, braucht wohl kaum noch besonders als Erfindung bezeichnet zu werden.
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602 Tract. XXI. 8 80. aussprechen, und man solte es fortmehr zwischen dem konige und dem hohem. vor ein rechtt halten!). I. Zum ersten soll keis. ma. sein bruder Ferdinandus?) und Ludwich, konig zu Ungern und Bohemen, ala bewerer der sententze sein. Auf des koniges teill®) soll sein Thomas, der ertzbischof und cardinall von Gran; sein compan sol sein Jeorgius, bischof von Funf- kirchen. Auf des hohem. teill@) soltt sein Jeorgius, margrafe zu Meissen und Sachsen hertzog, und Mathias Lang, cardinal und ertz- bischof von Saltzburg. Die solten erkennen diese stucke vor aus- gebung der sachen uıteill ewiglich, darauf auch vorschaffen bebstliche bestatigung mitt anhengender buss oder peen°). 1. Zum ersten, ob der hohem. nichtt pflichtig sei, der kron von Polen ein eidtt zu thun aus kraftt des ewigen friedes, von seinem vorfahr ungezwungen und ungedrungen gethan und vor- pflichtett, nichtt angesehen den eidtt, den der h. hohem. Albertus keiser Maximiliano und dem reiche geschworen, der kron von Polen zum vorfall und unersuchtt6). 2. Ob der konig von Polen auch mitt rechte mag behalten, was die seinen mitt krieges gewaldtt im lande zu Preusen von stedten und schlossern haben gewonnen’). 3. Ob der konig von Polen billich dem hohem. solte den schaden vorrichtten, oder der hohem. dem konige?). 1) Die Urkunde über den vierjährigen Waffenstillstand vom Tage Quasi- modogeniti (7. April) 1521 ist abgedruckt bei Dogiel IV, 218, und A. Tom. V, 374 n. CCCXCVIL, die Urkunde der Friedensunterkändler in Uebersetzung auch bei Schütz, 476. Vogl. Voigt IX, 631—633. Gr. hat den Text der Ur- kunde unzweifelhaft gekannt; er theilt den Inhalt derselben aber in seiner Weise "mit, d. h. er verändert willkürlich die Reihenfolge der Bestimmungen, fasst sie zusammen, macht willkürliche Auslassungen sowie eigene Zusätze und bringt Missverständnisse in Folge flüchtigen und oberflächlichen Lesens. 2) Gr. ist ungenau. König Ferdinand tritt nur aushülfsweise für den Fall der Behinderung des Kaisers ein. 3) Zusatz, den Gr. macht. . 4) Gleichfalls Gr.’scher Zusatz. 6) In der Urkunde steht, der Papst werde den Cardinälen auftragen, den Vertrag zu bestätigen und gegen den Bruch desselben kirchliche Strafen kraft päpstlicher Vollmacht anzudrohen. 6) Den letzten Theil des Satzes fügt Gr. wieder hinzu. 7) Auch über die Eroberungen des HM.'s hatten natürlich die Schieds- richter zu befinden, was in Gr.s Worten nicht liegt. 8) Die Bestimmung bezieht sich nur auf denjenigen Schaden, welchen die zu entlassenden Söldner möglicherweise verursachen, wie Gr. unten angiebt.
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Tract. XXI. 8 81. 603 Diese drei stuck sollen die urteilsheren in kostt und zerung *eines iglichen partes!) urteilen, wor es ihn geliebett. Ob es aber *fol. 3263. keme, das einer von den 4 genanlen sturbe, des urteilsmahn ehr ist, der mag einen andern erwehlen?). So soll dieser spruch ge- schen inwendig 4 jahren, wurde es aber nichtt geschen, so soll ein jeder teill sein gJuck brauchen?). II. Auch wardtt gesatz, wie alle feindttschaftt und reuterei, roberei, burnen, benemung und, wie allerlei schadenthun mochte genant sein, zwischen dem hohem. und dem konige und ihrem folck solte gehindert und vorbothen sein, desgleichen auch zwischen dem hohem. und den fursten von der Masau, Stanislao und Janusio. Wo aber solches nichtt gehalten wurde, so sollen die obgenante urteillsprecher ein peen und gnugthuung daruber erkennenf), III. So sollen alle kriegsleute, die man auf den krieg gemittett hatt, inwendig 4 wochen aus dem lande ziehen, sich zu Dantzke an der Munde lassen ubersetzen5), man soll sie in keine stadtt oder schloss lassen, sie sollen allein auf den dorffern liegen; man soll ibn speise zufuren, die sollen sie bezalen mitt der muntz, die vor dem kriege ganghaftig gewesen. Wurde aber im ausziehen ein folck jemandts schaden thun, das sollen die obengesatzte fursten und urtell- sprecher richtten. IV. Alle gefangene und bostrickte sollen loss und frei sein, und niemandts irkeine schatzung geben. Mitt solchen artikeln gieng der friede am mittwoch nach Quasimodogeniti an im jahr 15216), $ 81. Von willigem vorgessen der geistlicheitt. In diesem jahr wardtt der kirchen von Warmia oder Heilsberg gahr vorgessen, und dies waren die ursachen. 1) Gr.scher Zusatz. 2) Vielmehr sollen die Vertreter der Partei mit Zustimmung der letzteren die Ergänzung vornehmen. 3) Diesen Satz fügt Gr. wieder hinzu. 4) Zusatz. 5) Nämlich über die Weichsel nach Pommerellen. 6) Am 10. April 1521.
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604 Tract. XXI. $ 31. *fo]. 326b. 1. *Man gab in schuldtt, das sie ein wildtt leben furten; hette einer funfhundertt marck zu vorzehren, ehr brachte es ungeisttlicher weise wegk, und waren in ihrer zall ein teill nichtt halbpriester. Der konig hielte auf ihren guttern auf sein geldtt soldners, und sie ihm keine vorehrung theten. = 2. Viell under ihnen waren des hohem. grose freunde und hetten mitt ihm viell gehandeltt, so durch bottschaftt, so durch briefe, so in eigener person. Ehr thett es aber darumb, auf das ehr ihre eigeuschaftt wissen mochte, 3. Der bischof Fabianus war dem reiche von Polen vordech- tig, den ehr hette mitt dem hohem, viell vor, und ofter zusamen kamen; sonderlich wolte ehr nichtt, das man dem hohem. solte schaden thun. Es war am tage, wie sich ettliche stedte heiten er- geben, wen die Polen gekomen weren, aber der bischof vorhinderte es. Darumb sprachen die Polen: sintdem sie mehr* mitt ihm, den mitt uns sein, so lassen wir sie die freundttschaft mitt einander die vier jahr uber teilen, damitt mogen sie erkennen, was sie vor heren an uns gehabtt haben!). 4. Auf das der bischof seine stedte wieder erlangete (den Braunssberg, Wormditt, Guttstadtt waren vom bischof gefallen umb vieler zeisa willen; den sie in funf jahren auf das hochste hetten mustt geben 20 m., itzundt musten sie dem hohem. auf das meiste geben 350 m.), so solte ehr practiciren, wie ehr kundte, . das ehr sie mitt vorreterei wieder einneme; wurde aber der hohen. ihm was einnemen, das solte ein argumentt sein, das ehr den friede nichtt hielte und sein gunner ubell forderte.?) Sintdem die kirche a) überg. B. 1) Gr. hält die Urtheilslosigkeit und Leichtgläubigkeit seiner Leser für unbegränzt, wenn er ihnen zumuthet, an ein heimliches Kinverständniss des IIM’s mit Bischof Fabian von Ermland, oder auch nur an eine Begünstigung des ersteren durch den letzteren zu glauben, nachdem er Beispiele von dem feind- lichen Verhalten des IIM’s mehrfach erzählt hat, wie die Eroberung einer Reihe ermländischer Städte, die Belagerung des Bischofs in Heilsberg, die Brand- schatzung des Bisthums durch die Ordensvölker. Dass davon gar keine Rede sein kann, zeigen einerseits der Briefwechsel zwischen beiden vom August 1520, den Voigt IX, 612, erwähnt, andererseits die anerkennenden, von allem AMiss- trauen weit entfernten Worte, die der König von Polen bei Verhandlungen während und nach Abschluss des Wafenstillstandes für das bisherige Verhalten des Bischofs hat, dessen ‚des‘ und ‚constantia' yegen ihn und das Reich er rühmend hervorhebt. A. Tom. V, 372 n. CCCXCIV. 2) 8. 605, Anm. 2.
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Tract. XXI. 8 82. 605 von Warmwia sich vornehmen *lasse, das zunechste der babst ihr her seil), so mochten sie es ihm klagen und mitt dem hohem., der auch geistlich istt, es austragen. Auch wardtt ihn dies zum bo- scheidtt geben: sintdem sie sich beklagten, das sie umb des koniges willen weren zu schaden komen, so solten sie des ausspruchs erwarten, welch teill dem andern den schaden erlegen solte; sie solten das ihrige wieder haben, soltt auch die kron Polen zehen mahl so viell daran setzen. Auf solch antwortt hieltt man friede?), $ 82. Von geniess und fromen aus diesem kriege. Des hohem. geniess und fromen dies war, das ihm die Polen abbrandten 1200 dorfer ohne stedte und schlosser und viell edel- hofe. Die stedte hette ehr so gahr boschnietten, das der reichste nichtt zehen marck hette, wen ehr gieichs solte seinen hals losen, den alle stedte lagen foll kriegsknechtt?). Jo reicher ein burger 1) Achnliche Aeusserungen mögen wohl manchmal gefallen sein. In einem Briefe vom 18. August 1520 erklärt der Bischof dem HM. der ihn auf- gefordert hatte, das Bisthum Ermland dem Orden zu untergeben, es wäre eine Verletzung seiner Ehre, wenn er sich dem Orden unterwerfe und dem Papste seines Stiftes Unterthanen entziehe. Voigt IX, 612. 2) Die in diesem Paragraphen enthaltenen Angaben liessen sich nicht alle prüfen. Wie aber so oft den Nachrichten Gr.s, die auf den ersten Blick unglaubwürdig und leeres Gerede zu sein scheinen, etwas thatsächliches doch zu Grunde liegt, das von ihm nur mit eigenen Zuthaten bereichert und bis zur Un- kenntlichkeit entstellt wird, so scheint es sich auch mit den obigen zu verhalten. Die Acta Tomiciana V, 372-373, enthalten nämlich einige nicht datierte, aber in die Zeit theils vor, theils nach dem Waffenstillstand gehörige Aktenstücke, aus denen sich ergiebt, dass der Bischof vom Ermlande sehr unzufrieden darüber war, dass ein Theil seines Bisthums im Besitz des IIM.s verblieb. Er wandte sich daher an den König von Polen, klagte ihm den grossen Schaden, den das Bisthum während des Krieges erlitten hatte, und suchte von ihm die Freigabe der vom HM. besetzten Schlösser und Orte zu erwirken; er dachte so- gar daran, den HM. auf Herausgabe derselben zu verklagen. Der König be- dauerte den Schaden des Landes, rieth aber von einer Klage ab, mahnte zu vorläufiger Geduld und vertröstete auf den Entscheid der im Waffenstillstande bestimmten Schiedsrichter. Von diesen Vorgängen scheint Gr. Kenntniss er- halten zu haben, die er dann in obiger Weise verwandte. 3) Gans, 345, weiss zu erzählen, das Land sei s0 verwüstet gewesen, dass nur wenige Dörfer unversehrt geblieben, und die Städte unvrermögend yewesen wären, Leistungen aufzubringen. Ueber die Kosten des Krieges s. Faber, Preuss. Archiv II, 69. 9 *fo].327a.
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*fol.327b. 606 Traot. XXL 8 883. boschrien war, jo mehr ehr speisen muste, ihn gnug geben und alles anschreiben. Thett ehr es nichtt, so liessen sie ihn einsetzen; wolte ehr heraus, so muste ehr alle seine geschmeide vorkeufen, geben 100 marck buss und speisen die knechte. Als die knechte wegk solten, gab man ihn klippfennige, falsche muntze. Die knechte, welche solche muntze mitt spielen viell gewonnen hetten, die gaben sie ihren wirten; welche aber vorspielten, zogen wegk und gaben nichts. Die burger kamen vor den hohem,, klagten uber die knechte, aber die knechte fluchten dem hohem, und war gross rumor in den stedtenl), Letzlich durch seinen bopfell schrieb man auf dem rahtthaus an, was die knechte einem iglichen schuldig waren, *und sagten den burgern, sie solten gedult haben, man solte sie bezalen. Der hohem. satzte zeisa und schoss?); die burger, den man schuldig war, wolten an die schuldtt die zeisa und schoss abrechnen. Man sagte ihn, sie solten kurtzab geldtt geben, oder man wurde sie vor vor- reter angreifen, den sie vorliessen ihren heren in nothen; hette der rahtt was eingeschrieben und zu bezalen vorsprochen, sie mochten es von ihn mahnen, der hohem. gedachte ihn nichts zu geben. Da vornabm der rahtt und gemeine, wie sie betrogen waren, und muste so bleiben?). $ 83. Von groser teurung under dem hohem. Im ende des Francken- oder reuterkrieges war es in des 1) Die Söldner wurden in der That theilweise "mit schlechter, geriny- werthiger Münze abgesoldet, die niemand im Lande in Zahlung nehmen wollte. Gans, 8347. Freiberg, 158. 2) Nach Gans, 347, machte der HM. bei den Königsbergern eine Anleihe. 5) Freiberg, der von diesen Vorgängen etwas wissen könnte, meldet nichts hierüber. Dass die Söldner bei den Bürgern Summen schuldeten, deren Wieder- erlangung mit grossen. Schwierigkeiten verknüpft war, berichtet er mehrfach. Auch bestätigt er, dass der Rath von Königsberg sich der Bürger wegen au den HM. wandte. Letzterer befahl den Hauptleuten, die Söldner zur Zahlung anzuhalten, doch wussten diese den Bürgern keinen anderen Rath zu ertheilen, als len Söldnern in diejenigen Städte nachzuziehen, in denen sie lagen; und als die Bürger es thaten, verboten sie die Bezahlung. Der Rath klagte ein solches Verhalten dem HM., der von neuem Abhilfe versprach. Die von einem Theil der liefländischen Ililfstruppen gemachten Schulden bezahlte der IIM. dann selbst; der andere Theil befriedigte mit der verschlechterten Münze die Künigs- beryer Gläubiger. Freiberg, 144-145. 152. 159—60.
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Tract. XXI. $ 84. 607 ordens landtt sehr teur, eine ehle Lundisch tuch 5 marck, ein ehle Ledisch!) 4 m., gemein tuch 1?/, m., ein par schu vor die knechte gross ausgeschnietten 5 firding, und diesem nach alles, was man zur kleidung haben solte. Von essen und trincken: eine lastt korn 88, auch 90 m., der weitzen 118 m.*, die gerste 56, auch 60 m,, darnach es aus Samaiten kam; den der starostt aus Samaiten liess dem hohem. zufuren. Die thon biehr 3'/, m., das tafelbiehr 5 f., schenkbiehr 7 schott, ein schock eier 3 m., ein schweinsheuptt 3 firding, ein kalbesheuptt 14 schott, die 4 fusse 20 schill., ein ochsen vor 15 m. ein kalb vor 2 m., ein pfundtt putter 10 schill, und solches dinges viell, welches auf die ostern alles eigentlich bo- schrieben wardtt, als es friede wardtt?2). Auf des koniges teill war alles gnug?), ausgenomen friesche putter, die galtt ein viertelchen 1 m. Es war auch *fleisch gnug, sondern die fleischauer gaben es sehr *fol.32Sa. teur. Die heren nahmen die besten braten, die armen leute musten es teur gnug bezalen, und der rahtt liess ihn ihren willen. So lietten die handttwercksleute grose nohtt, den alles gesinde waren kriegsleute geworden. So balde es aber friede wardtt, führten die Dantzker so viell gen Konigsberg, das ein lastt korn 20 marck galdtt, die thon biehr 1 marck 10 schott, und es gefiell ihn nicht halb, das man sie so uberfuhrte. $ 84. Von gutter und boser bezalung der kriegsleute. Von einem jungen mahn, als der hohem. war, war dies eine grose beschedenheitt, das ehr alle seine dinge mitt den heupttleuten hielte; denen gab ehr seiner falschen muntze geldes gnug und war in allen anschlegen mitt ihn vornan, machte sie also guttwillig, und die knechte damitt uberredett wurden, das sie halb gutt und halb falsch geldtt nahmen und zogen so aus Preusen, ausgenomen den heupttleuten. Dem wenigsten reuter 18 goldttgulden, dem wenigsten drosser 5 marck, und so allen duppelten soldtt [er] schuldig war a) 1° 18° B. 1) D. h. Leydener Tuch. 2) Gans, 346, hat einige Preisangaben, die zeigen, dass Gr.s Preise un- gefähr richtig sind. Nach seinem Bericht kostete eine Tonne Bier 3 M. 6 Schill, ein Kalb 3 M., ein Ochsenrumpf 18 M. Vgl. auch die Angaben über die Theuerung in Königsberg bei Voigt IX, 636. 3) Auch dies bestätigt Gans, a. a. O. 39%
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*fol. 328b 608 Tract. XXI. 8 85. und blieb. Ach gott, es istt unglaublich, wie sie den hohem. lesterten, fluchten, vorreterten, bosewichten, fleischhundten und sonstt viell schmachheitt nachsagten und schwuren gott ein eidtt, das cs die Deutschen heuser auswendig Preusen woll bezalen wurden mussen, den sie weren auf ihr wortt in Preusen komen!), Ein hundertt von den Niederlendischen knechten, die den armen leuten (wieder des hohem. eidtt) zur Guttstadtt alle das ihrige nabmen, wolten den hohem. nichtt einlassen, wolten auch nicht ohne geldtt auf ein anschlag ziehen, die forderten vor 400 mahn ibren soldtt. Der hohem. brachte sie mitt *behendigkeitt von einander, ehr liess zu 15 zusamen kuppeln und ertrencken. Als die andern das vornahmen, zogen sie einen andern wegk?). Hette der bischof konnen 11 tausentt gulden geben, so hetten sie ihm Guttstadtt uber- antwortt. Diese knechte brachten gross gutt aus Preusen, aber ihrer gahr wenig durch Caschuben in ihre heimatt” kamen. Den sie wurden auf dem wege ermordett, dieweill sie nicht mochten auf einem haufen ziehen. Die knechte, so sich dennoch mitt gewaldtt herdurch schlugen, sagten viell von diesem ermorden. Der adell, so im lande ihm unterthan war und umb seinentt wegen vorterbtt waren, den gab ehr frei holz wieder zu bauen, und hetten sich mitt ihrem reiten ihres dienstes, den sie dem orden pflichtig waren, erlosett. Aber da erkanten sie erstt, was sie gethan hetten, das sie sich von den stedten gesondertt. 8 85. Von der bolehnung des landttm. in Lieflandt. Der landttm. aus Lieflandtt thett in diesem kriege dem hohem. grose hulfe mitt gelde und folck, derhalben der hohem. ihn und seine nachkomlinge mitt dieser gnaden bolehnete. Es istt in Lief- landtt von anbegin ein rechtt gewesen, wen eine stadtt oder lehns- &) heimutt B. 1) Nach Gans, 347, war der HM. den Söldnern für 2 Monate und 8 Tage Sold schuldig und zahlte jedem dafür & Gulden, davon einen Gulden in guter Münze und 7 Gulden in geringwerthigen Klippen, wodurch er bei ihnen heftigen Unwillen hervorrief. 2) Ueber dus Schicksal der meuterischen Söldner berichtet Freiberg, 159, dass ihnen geboten wurde, das Land zu verlassen, dass sie zu Tolkemit nach der Nehrung und bei WVeichselmünde auf das andere Weichselufer übergexetzt wurden, und dass, wenn man einzelne ergriff, diese ohne alles Recht aufgehängt wurden. Vgl. auch Falk, 89.
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Tract. XXI. $ 85. 609 man schweren solte, so schwuren sie also: wir schweren dir, b. N., hohem. in Preusen, und deiner gantzen landtschaftt, diesem b. N., landttm. in Lieflandtt, treu und holtt zu sein nach deinem willen. In diesem kriege, auf das der hohem. Albertus soldtt hette wieder die Polen, thett ehr eine *bethe an das gantze laudtt Lieflandtt, und *fol. 329a. sie schieckten ihm als ihrem oberheren vom gesinde ein horngulden; die summa traf sich 100 tausentt und 38 tausentt horngulden, aber dies geldtt vorgieng auf der Dangel). Der hohem. bogerte es zum andern mabl, da gaben sie ihm in der summa 20 tausentt horngulden?). Ehr bogerte es zum dritten mahl, aber sie wolten nichts geben. Derhalben der hohem. von Preusen dem landttm. von Lieflandtt anbohtt, dies privilegium zu vorkeuffen, das die Lieflender ihm und zeinen nachkomlingen schweren solten, und nichtt dem hohem., auf das die Lieflender ihm auf ihren soldtt und mitt ihrem folck 4 tau- sentt mahn ein jahr und achtt wochen hielten. Nach dem friede b. Walter von Plettenberg zog umb mitt 2 tausentt pferden, nahm von den Lieflendern die neue holdigung auf anzeigende, der hohem. were ihn zu weitt gesessen, sie hetten ihm auch nichtt geldtt gnug geschiecktt, derwegen musten sie mehr geben). 1) Die Nachricht entbehrt jeder anderweitigen Bestätigung. 2) Richtig ist, dass der HM. mehrfach den Meister von Liefland um Geld ansprach, und dass letzterer einmal eine Summe von 30000 Horngulden an den HM. absandte. Napiersky, Index corporis historico-diplomatici Livoniae, Nr. 2835, 2853; vgl. Freiberg, 148. 3) Das wahre an der Gr.schen Erzählung ist folgendes. Der Meister von Liefland, Walther v. Plettenberg, versprach dem HM, die Zahlung rück- ständiger Geldsummen für den Fall, dass dieser dem Orden in Liefland das Recht zugestände, sich einen eigenen Meister zu setzen, ohne die hochmeisterliche Bestätigung einholen zu dürfen, und dass er in die Abtretung der Oberherrschaft von Esthland, Harrien und Wierland einwilligte. Napiersky, Inder II, 2823. Der HM. ging hierauf ein (Urk. des HM. vom 29. September 1520 in den Monumenta Livoniae antiquae III, n. 37; vgl. Richter, Gesch. der dem russ. Kaiserthum einverleibten Östseeprovinzen II, 245). Die Lockerung des Verhält- nisses des HM.s zum Orden in Liefland ist also nicht vom HM. ausgegangen, wie Gr. angiebt, sondern vom liefländischen Meister. Aus dem Verzicht auf das Bestätigungsrecht macht Gr. ferner einen Verzicht auf die Huldigung in Liefland. Die Gr.sche Darstellung hat in die spätere Litteratur vielfach Aufnahme gefunden. Schütz, 444, der den Vermittler macht, wahrscheinlich der Melmann’schen Chronik folgend, verlegt den Vorgang in das Jahr 1513. Voigt machte keinen Gebrauch von der Darstellung bei Schütz; Heinel, (Gesch. des preuss. Staates und Volkes I, 790, zweifelt sie an; neuerlich wiederholt sie Hase, Herzog Albrecht v. Preussen und sein Hofprediger, S. 7.
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*fol. 329b. 610 Tract. XXL 8 S6. $ 86. Von der belohnung des meisters im reiche. Der landttm. in Deutschen landen funf jahr lang viell thet und streckte alle sein geldtt aus; das ermeste hauss under ihm muste 70 gulden Reinisch geben. Auch brachte ehr zu drei mahlen folck auf, in Preusen zu schiecken, aber es wardtt nichts daraus, wie oben gesagtt istt!). Die Deutschen heuser sich auch gegen etliche umb ihren soldtt vorschrieben. Als sie aber aus Preusen kamen, maneten sie ihren soldtt. Die b. nanten sie Preusche schelme; der- halben teilten sie sich, brandten wegk, was dem Deutschen orden angehorte. *In solches legten sich etzliche churfursten, es vorrichtten, das sie nichtt mehr brennen solten, und die b. Deutsches hauses solten ihn auf gewisse zeitt ihren soldtt und schaden erlegen. Da wurden vorsatz weingarten, dorfer, hofe und flecken, kirchengerethe, auch wardtt geldtt auf zinss genomen, davon bezalte man die reuter mitt bluttigem schweiss; je mehr man zalte, je mehr man schuldig blieb. Diesen geniess hetten die Deutschen heuser von dem Francken- kriege in Preusen?). Margrafe Jochim von Brandenburg dieses krieges auch genoss, den in seinem lande samlete sich zu 3 mahlen das folck, welches in Preusen zog, zum ersten 14 tausentt, zum andern mahl 20 tau- sentt, zum dritten 25 tausentt?). Was fromen sie theten, istt abzu- nehmen, wie es zugehett, wor solch folck zu dreien mahlen 3 monatt leihtt und nichtt geldtt hatt. So thaten ihm die Bohemen ein dienstt, das sie die stedte, welche ihm von der krone von Bohemen vorsatz waren, wieder losen wolten, als Franckfurtt, Crossen*, Schwebissen, Drosen und andere gutter mehr; aber ehr wolte sie nichtt zu losen geben. Auf solches sagten sie ihm ein krieg an. Aber etzliche fursten undernahmen den hader, das ihn der margrafe Jochim muste gerechtt werden, den die Bohemen weren ihm gerne im lande gewesen‘). a) Gossen B B', 1) Vgl. S. 552. 2) Richtig ist an der obigen Erzählung nur so viel, dass die Anführer der deutschen Söldner bei ihrer Heimkehr Forderungen wegen rückständigen Soldes an die deutschen Ilüuser des Ordens erhoben, und dass sich diese nach längerem Sträuben und Verhandeln zur Zahlung ron 100000 Gulden herbeiliessen. Von Brandschatzung der Ordensyiter ist keine Rede. Gregor Spiess, Ss. r. Pr. V, 355—357. Voigt IX, 653—655, 8) S. S. 555, Anm. 1. 4) Die obige Erzählung ist wieder eine der bekannten Gr.schen Erjin-
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Tract. XXI. $ 87. 6ll $ 87. Auf was weise beide parte geldtt bekamen. Die Polen gaben ihrem konige den gantzen Franckenkrieg uber (und war auch nichtt mehr von nothen) der armeste einen Polnischen groschen, und der reichste in gantz Polen 30 schock; die summa war 70 tausentt gulden. *Do musten auch herfur seine 38 tausentt *fol. 3308. Ungrische gulden in goldtt, das wardtt also borechnett von denen, welchen das geldtt bepfolen wart). Der hohem. vorsatzte zum ersten seine dorfer, dieweill sie noch stunden. Die burger oder andere, under ihm gesessen, welche geldtt hetten, musten darauf leihen, den er wuste woll, das sie ikm: die Polen wurden abbrennen. Schwur jemandts, das ehr nichtt geldtt hette, so zog man ihn an vor ein vorreter, den ehr vorliess seinen heren. Auch wurden des hohem. drabanten auf solche gesatz, auf das sie die zu schaden brechten. Viell burger wolten auch gerne das liebe kindtt sein, darumb gaben sie geldtt, sılber und alles ge- schmeide, machten sich ein gnedigen fursten; damitt wuchs der muhtt. Zum andern mahl grieff der hohem. die kirchen an, von diesen ich auch oben gesatz habe?), das waren die kirchen, die seinem orden wie eigen angehorten. Sondern ehr grieff auch grob- lich die kirchen der stedte und dorffer an, so wol auch was in die dungen. Von einem Versuche der Krone Böhmen, Pfandschaften von Branden- burg einzulösen, ist nichts bekannt; am wenigsten konnte es sich um die Städte "rankfurt, Drossen und Schwiebus, das wohl unter dem handschriftlich über- lieferten Schwebissen zu verstehen sein dürfte, handeln. Die ersteren beiden ge- hörten zu den alten brandenburgischen Kurlanden, waren also keine von Böhmen verpfändeten Besitzungen und sind hier ebenso unpassend erwähnt, wie oben S. 332, wo Gr. den Kampf des Kurfürsten Albrecht Achilles mit dem Herzog Hans von Sagan und König Matthias von Ungarn und Böhmen erwähnt. Schwiebus war wohl vorübergehend 1479—1482 brandenburgischer Pfandbesitz gewesen, gehörte aber 1521 zum schlesischen Herzogthum Glogau und gelangte bekanntlich erst 1686 an Kurbrandenburg. Crossen, wie statt des handschrift- lichen Gossen geändert ist (vgl. oben S. 332), war allerdings böhmisches Lehen und seit dem Frieden von Kamenz im Jahre 1482 im brandenburgischen Besitz, auch hatte sich König Matthias die Wiedereinlösung dieser Herrschaft vor- behalten. Dass dieselbe 1521 aber von Böhmen angeregt worden sein soll, ent- behrt jeder anderweitigen Bestätigung. 1) Auf dem Reichstage zu Thorn 1519 wurde zum Zweck des Krieyes gegen den HM. und gegen die Tataren eine allgemeine Steuer von den pal- nischen Ständen bewilligt. Die Sätze dieser Steuer und die Bestimmungen ihrer Erhebung zeigt die Urkunde Siyismunds vom 23. December 1519, A. Tom. V, 123 n. CXX. Was Gr. davon mittheilt, ist ungegründetes Gerede. 2) Vgl. S. 546.
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612 Tract. XXI. 8 87. geflohen ‚war, welche ehr mitt vorreterei hette eingenomen, als zur Guttstadtt aus dem thum nahm ehr* 300 marck lottich silber an monstrantzen, bildern, kelchen und, was an silber da warl), so auch, was von den dorffpfaren dahin gefiohett war, das muste ein jeder wirtt bei seinem halse offenbaren. So war in Braunssberg ein burger, der hette ein kasten mitt kirchengerethe vom dorfe in seinem hause; den offenbarete der gutte mahn nichtt, sondern liess ihn durch die, so ihn gebrachtt hetten, offentlich wegkfuren. Auf solches wardtt chr vorklagtt, ehr muste *fol.330b. derwegen sein *leben mitt 300 marck geldes losen, den ehr hette ubertreten das gebohtt des erlauchten fursten, Die munch von Braunssberg musten geben 150 marck geldes und 8 m. lottich silber, auch alles, was zu ihn gefloben war von kirchengerethe, dessen alles zusamen so viell war, das ehr eine kamer, 12 schu lang und 7 breitt, erfullete. Es war zur Frauenburg bei der kirchen ein vicarius, der hette viell mahl gewettett, der hohem. wurde das landtt gewinnen; der- wegen ehr sein geldtt und, was ehr hette, gen Konigsberg geflohett hette, da war es an einer heimlichen stelle. So gieng der priester zu einem nechesien rahtt des hohem., machte mitt ihm, das ehr dem rahtt solte 30 m. geben, auf das ehr mochte das seine fuhren, wohin ehr wolte. Der priester gab ihm das geldtt, aber der hohem. wardtt es innen, ehr nahm den kasten, und der priester muste entlauffen, den ehr gehorte ins konigesteill. Also thett man allen pfaffen und kirchenguttern. Ich weis, das ihrer viell sein, die solche uncristliche reuberei von solchem loblichen fursten, als vom hohem., nichtt glauben werden. Derhalben habe ich nur gesatz die reuberei, so man mitt einer gantzen stadtt boweren kan. Trotz sei geheisen dem thum zu Konigsberg samptt seinem gantzen bischtumb, das sie dorften sagen, was sio an ihrem geschmeide vorloren haben?) Der hohem. schlug von allen geraubeten kesseln eine muntze und sie wieder vorbohtt, wie oben gesatz istt®). Alles was ehr ritterlichen angrieff, gieng ihm a) überg. B. 1) Vgl. S. 56%, Anm. 8. 2) Dass auch der Bischof von Samland Opfer in diesem Kriege bringen musste, zeigt der Brief des Bischofs Georg von Polentz an den IIM. vom 7. Juli 1520, erwähnt bei Gebser und Hagen, Dom zu Königsberg 1,260. 3) Vgl. S. 516 und S. 535.
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Tract, XXL 8 88. 613 alles zurucke. Aber wen ehr durch *vorreterei ein schilling gewan,*fol. 331. so vorlohr ehr ein groschen. Die vom Elbinge den gantzen krieg ausgaben zum ersten zwo marck zeise, zum andern mahl vom erbe ein horngulden; den der konig hielte in ihrem solde keinen knechtt, sondern sie alle selbstt vorsoldete von Marienburg. Die Thorner gaben sonstt nichts, den die alte zeisa; den sie hetten vordriess gnug von ihren gesten, welche wirte waren, und machten es in den heusern, wie sie wolten. Zu Marienburg ein breuer, der gutte losung seines bieres hette, gab den krieg uber 41 m. mehr, weniger darnach sie braueten!), und ein handttwercksmahn 9 m. mehr weniger, darnach seine narung war, der ermeste* 4 schott, die wachte ausgenomen. $ 88. Practika der von Dantzick geldtsamlen. Die von Dantzke durften geldtt, auf das sie ihre stadtt be- warten, derhalben satzten sie 80 rottmeister, die wurden vom ge- meinen folk genantt ja-heren, den sie waren einfeltig gantze gotzen. Wen dem rathe nur von gelde getreumett hette, satzten sie balde einen schoss> auf, und auf benanten tagk schieckte man auf gleiche quartier vier menner mitt einem bedackten wagen, der° war der hellwagen genantt; in welches hauss sie giengen, muste man ihn genantt geldtt geben, oder sie nahmen so viell, als das geldtt werdtt war. Das geschahe in 15 jahren ofter, dieweill sich der hohem. Albertus zum kriege ruste, Zum ersten satzten sie, das ein hauss solte geben die woche 6 schill., damitt sie den arbeitsleuten lohneten, die den *wall und *fol.331b. die graben machten, den vorhin war kein wall, sondern kleine graben, Das graben und geldtt stundtt zwo jahr, als anno 19 und 20 und 5 monatt auf das 21. jahr. Ein keller, da folck inne wonete, 2 schill., eine bude, die zur mihte stundtt, 4 schilling?). a) erneste B. b) überg. B. c) das B. 1) Die erwähnte Urkunde Sigismunds vom 23. December 1519 verordnete unter anderem auch die Erhebung einer Biersteuer in den polnischen Städten von Pfingsten 1520 an das ganze Jahr hindurch. A. Tom. V, 125. 2) Die Befestigung von Danzig durch Wall und Graben erfolgte in den Jahren 1517—1519. Christoph Beyer, Ss. r. Pr. V, 484. Stegmann, 504. Vgl. Kestner in der Zs. d. Westpr. Gv.s III, 10, Anm. 4. Die erforderlichen Gelder wurden nach Schütz, 460, durch eine Gebäudesteuer aufgebracht, indem der Be- wohner den vierten Pfennig vom Zins der Häuser, Speicher und Keller, der Eigenthümer den achten Pfennig zahlte.
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614 Tract. XXI. 8 88. Zum andern mahl musten sie im Francken- oder reuterkriege geben 9 wochen lang reutergeldtt, damitt sie ihren knechten ab- zalten, der armeste gab 10 schilling, der mittelmessige 3 m., der reichste 9 m. Das geldtt nahm man in 9 wochen nur ein mahl, man wolte es auch nichtt mehr geben. Zum dritten mahl liehe der rahtt gross geldtt auf, in der summa woll 30 tausentt m., von etzlichen zu 1800 m. mehr weniger, darnach sie es kundten bekomen, und geschahe also. Der rahtt schieckte nach einem, der was hette, und sprachen: die wirdige stadtt istt in diesem kriege geldes benotigett; dieweill ihm den gott es vorliehen hette, solte ehr der stadtt 200 marck leihen, solches wolten sie mitt der zeitt wiedergeben. Viell sagten ja, viell sich entschuldigten, viell auffluchten,; solche satzte man ein, die musten noch so viell geben zur busse. Nachdem, wen von denen, so der stadtt geldtt geliehen, jemandts die stadttwillkore brach, das 6 gutte m. botreffende war, dem* muste [sie] die schuldtt erlassen und noch etlich geldtt dazu geben; also wurden sie bezalett. Zum vierden so gieng die zeisa vor und vorl), vom biehr 2 m., vom fass wein 5 m., auch was man noch dem rathe daraus schanckte; und galdtt anno 1521 ein fass biehr 6 m. *fol. 332a. *Zum funften musten sich die burger schatzen?), aber diese schatzung geschahe nach gnade und gunstt der rottmeister auf solche weise. Es sassen drei rahtsheren mitt achtt burgern, liessen einen rottmeister nach dem andern komen und sprachen: der burger in euer rott, vormag der auch so und so viell zu geben, das ihm nichtt zu viell geschehe? nanten also ein geldtt. War der rottmeister sein freundtt, so sprach ehr: nein, ehr vormag es nichtt, es istt ihm zu nahe, den ehr sitz auf grose mihte und hatt grosen schaden genomen; aber so und so viell were ihm nichtt zu nahe. a) der B. 1) Eine Bierziese war in Danzig von Johannis 1517 auf ein Jahr be- ailligt worden. Chr. Beyer, Ss. r. Pr. V, 484. Ob sie, wie (Gr. behauptet, auch in den folgenden Jahren erhoben wurde, war nicht zu ermitteln. 2) Eine Schatzung wurde 1518 von den Bürgern erhoben; sie betruu 1/g%'y vom Vermögen. Beyer, a. a. O., 487. Am Ende des Jahres 1519 wurde ferner als Kriegssteuer für den König eine Steuer auf städtischen Grundbesitz und Kaufmannsgüter bewilligt; auch wurde eine solche in der Mitte des Jahres 1520 von neuem bewilligt, als der König eine zweite allgemeine Kriegssteuer er- hob. Kestner, a. a. Ö., S. 26. 27.
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Tract. XXI. $ 89. 615 Als hette der rahtt gesagtt von zehen marck, der rottmeister sagte aus gunstt von 4 m. Dabei bleib es und wardt also vorschrieben. Wardtt der rottmeister gefragett von einem, der sein feindtt war, 80 sprach ehr: es ist zu vorstehen, das ihm solch ein geldtt nichtt zu viell istt, den die fraue samptt ihren kindern gahr schon thutt mitt ihren geschmeide; ehr thutt auch schon und istt stetes im weinkeller, auch hatt ehr ein eigen hauss und treibett gutten handell, 20 m. solten ihm nichtt zu nahe sein; das wardtt vorschrieben. Nach aller gunstvorschreibung schieckte man den burgern bothen, lass ihn vor, was ein jeder geben solte. Sie klagten, wie sie wolten, so musten sie das geldtt geno- tigett geben, oder wurden umb drei mahl so viell gestrafett. Daher wardtt der gemeine mahn gutt konigsch, aber boss Polnisch und gahr nichtt herisch, so lang biss der gemeine mahn vom konige ein rescriptt erlangete, von welchem im nechsten tractatt gnugsamlich wirdtt gesagtt werden. Die summa *der zeisa im kriege war *fol.332b. 14 tausentt marck, sonstt grabengeldtt und schatzung eines handtt- wercksmannes 70 m., mehr weniger darnach sein handelung und narung war. $ 89. Von einem neuen rechte und bosen artikeln. Der hohem. Albertus brachte auf ein neues rechtt und artikell, und b. Querin Schligk, comptor auf Österrode, war der erste executor. Starb ein mahn im kriege und liess keine kinder, so mochte kein freundtt, wie nahe ehr ihm auch were, erbgutt nehmen; hette er aber eine fraue, so gab man ihr, was sie zum mahne gebrachtt, und ihr der mahn benuhmett hette, das ander nahmen die heren. Wo ehr aber im kriege vom anlauf der feinde auf den orden were erschlagen, so mochten seine freunde erbgutt nehmen. Dem rahtt vom Elbinge jahmerte es, das man sie so uncristlich vorraten wolte von ihren eigenen burgern, sie satzten die weiber der vorreter ein, den sie solten darumb gewustt haben, sonderlich eine. Derselben bunden sie hende und fusse und wurfen sie in den tiefen Elbing. Sie rufte den heiligen s. Jacob und ihre unschuldtt an, da kam sie wieder auf, und der strom trieb sie also gebunden ruckling durch den vorschlossenen baum, und kam bei der Rothen budel) zu lande, 1) Ueber die Lage der Rothen Bude s. Töppen zu Falk, 77, Anm. 1,
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*fol. 333a. 616 Tract. XXL 8 90. 91. woll funf pflug gewende davon, wor man sie eingeworfen hette. Ihr mahn und die andern vorreter entsagten derhalben der stadtt!). 8 90. Wie ein Taterischer heupttman umb unehrung des h. sacra- ments entheuptt wardtt. *Der konig liess einen Taterischen heupttman enthaupten umb dieser sachen willen. Auf weihnachten in diesem jahre kamen die Tatern in ein dorff und wolten viehe holen. So wirdtt ihr ein paur under der messe gewahr und schreiett: feinde, feinde! So hette der priester schon elevirett, ehr entpfehett das h. sacramentt, nimtt den kelch, das corporall mitt vielen kleinen hostien vor die comunicanten, stostt sie in den ermell und lauftt zu pusche zu. Die Tatern eilen ihm nach, erschossen ihn, nahmen den kelch und corporall vormeinende, es were geldtt darein, und rietten gen Resell. In der herberge schutten sie die hostien aus; als sie aber vornahmen, das kein geldtt da war, warfen sie das corporall wieder die erde und speieten es an, aber die priester huben die hostien mitt wirden auf und consumirten sie in der messe, wie rechtt istt. Ein gutt mahn sagte dies den burgern an, sie gruben die erde tief aus und schutten sie ins altar. Das sol so sein. $ 91. Von danckbarkeitt dem hohem. zu thun. Dem hohem. Alberto wardtt von vielem folck in Preusen ge- scholten und gefluchtt, den ehr war allein aus ubermuhtt zu des ordens und landes von Preusen vorterbnis komen. Sondern ange- sehen die vornunftt, derwegen* solten die Preusen billich ein guldenen mahn, wie der hohem. istt, giessen lassen zu einem unvorgessenen cexempell aus dieser ursach: wer hatt die Preusen gelehrett car- a) am Rande B. 1) Dieselbe Erzählung hat, unabhängig von Gr., auch Falk 8I—-I0, nur berichtet er begreiflicherweise nichts davon, dass der Mann der so wundersum geretteten Frau, die nach seiner Darstellung nur einen Fuss hatte und au Krücken ging, der Stadt Elbing abgesagt hatte. Auffallend ist, dass (Gr. dir Geschichte an dieser Stelle bringt, statt sie dem Bericht über den Elbinger An- lauf anzuschliessen.
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Tract. XXI. $ 91. 617 taunen, scherfnitzen, morser, schlangen und solche mordtliche *buchsen giessen, den allein der hohem.? wer hatt ihn gelerett, in *fol. 333b. stedte und schlosser feur zu werffen? wer hatt sie gelerett, brucken uber die grosen wasser zu machen, die man fertig auf den wagen furen magk? wer hatt ihn gelehrett, mitt langen spiessen, scharffen hellebarten und handttbuchsen in der ordenung gehen? wer hatt sie gelehrett, in kuriss reiten, in drabharnisch kempfen? wer hatt sie gelehrett, wie man soll erde vor mauren schutten, darein buchsen mitt quartierschlangen stellen’? wer hatt sie die schieffjachten und, auf denen uncristlich hagellgeschoss, leren fuhren? wer hatt sie gelerett, ihre schossgatter so fertig halten, so woll zu wachen vor seinen anschlegen? wer hatt aus groben filtzen, als pauren, kriegs- folck gemacht? Ehr hatt die Preusen mitt den Polen so sorgfeltig gemachtt und so kriegisch, das sie sich itzundtt vor seinem grosen geschutz und feurkaulen nichts furchten. Die Preusen haben es von ihm gelernett; behutte gott, das es mitt der zeitt den seinen nichtt zum vorterbnis gerathe! Idoch sie furchten sich nur der vorreterei, damitt gewinnett ehr sie; den es werden jo zu viell ubeltheter in seinem lande vorhegett. Welcher die meiste schmeiche- lei und lugen auf des koniges folck zu hofe zu brengen und er- tichten kan, der wirdtt genantt ein getreuer diener seiner herschaftt. Was aber daraus kam, wirdtt gesagett werden in dem folgenden 22. tractatt dieser cronika, a) überg. B,
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*fol. 334a. *fol.334b. *Der 22, tractat sagett vom stande des landes in Preusen, des koniges von Polen Sigismundi und des hohem. Alberti in der zeitt, als sie einen unseligen beifriede 4 jahr lang hetten, welcher beifriede erstt leib, leben, gutt und sehl vor- dampte durch neidtt der genanten einwoner auf einander. $ 1. *Wie sich der hohem. an den Dantzkern thett rechen. O gott, welch jahmer war im lande! den von des hohem. teill war nur pochen, drauen, neidtt und zorn auf des koniges teill; den sie sprachen: des koniges teill hette den fromen konig durch ihre listt bewegett, das ehr sie so in die grundtt vorterbtt hette; sie ge- traueten in gott, nach 4 jahren soltt nichtt ein steckell in Preusen bleiben, den der hohem. wurde es mitt seinen buchsen alles umb- schiessen, wo es sich nichtt ergeben wurde, den das gantze Deutsche reich wolte es rechen. Dawieder sprach des koniges folck: umb solches drauen und puchen halben habett ihr von gott vordienten lohn entpfangen; derhalben setzen wir unser unschuldtt zwischen gottes guttigkeitt und euer hohemutt. Euers hobem. buchsen haben uns wenig geschadett, so getrauen wir in gott, uber 4 jahr werden sie uns weniger schaden. Euer nackerei haben wir vor gelitten, wollen es auch noch leiden, es wirdtt uns zum besten sein. Das ihr euch beklagett, das unser konig zu from istt: ehr hatt sich von andern erbitten lassen euch zum besten und uns weder im anfange des krieges, oder im friede nichtts gefragett. Solche und dergleichen worte geschahen im lande, ein teill war auf das ander vorbittertt, und jederman rache sich, wor ehr nur kundte. So hetten es den der* bischof von Heilsberg, die Dantzker und Elbinger gethan, und a) überg. B.
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Tract. XXIL $ 2. 619 der hohem. Albertus sagte selbestt (wie es sein adell und kriegs- leute, als sie durch Preusen heim zogen und die stedte warneten, anzeigten): gottes marter soll an mir vorloren sein, wo ich der Preusen freundtt werde; ich lass mich an ihnen nichtt ungerochen, die tage ich lebe. *Derwegen hetten sie ein auge auf ihn. Der *fol. 335a. konig zog heim, satzte auf Marienwerder N. Rosenofsky, bepfull ihm, er solte dem hohem. nichtt seinen willen lassen, es koste, was es wolte. Sonderlich solte ehr Job, den bischof von Riesenburg, in achtt haben, den der hette so gehandeltt und wardtt* mitt seinen briefen uberzeugett, das ehr von seinem orden und vom konige zum vorreter wardtt gemachtt. Der konig Sigismundus war willens, ihm das bischtumb von Primissla in der Podolia zu geben, auf das ehr in Preusen nichtt vorreterei stiefte, aber die Polen wolten nichtt, den sie sprachen: ehr wirdtt uns sicherlich gegen den Turcken vorraten. Also brachtt in sein gehender gaule umb gutt und ehre. Ehr starb in der funften woche nach dem gemachten beifriedel), $ 2. Von neuer reuterei auf des koniges folck. Es war wunder, das es gott vorhieng, das die burger zu* Marienburg alle gutt ordensch waren, derhalben kriegten auch ein* teill ihren lohn. Als zu Salefeldtt jahrmarckt war, kamen dahin etzliche kramer von Marienburg, kauften gutt geldtt und fuhren heim. Als sie kamen eine meile von Preuschemarktt ziehende gen Cristtburg, da kamen des hohen. edelleute, die ehr nach dem tode des bischofs Job dahin gesatztt hette, sie hetten sich boschmerett und redeten Polnisch, auf das man sie nichtt kennen solte. Es be- dunckte ihn, das sie den Marienburgern grose gnade theten, das sie ihn nahmen, was sie hetten, und liessen ihn das leben, oder ihn nichtt hende und fusse abhieben. Die heupttleute von Marienburg schrieben es dem hohem., sie wolten wissen, wes sie sich zu diesem handell vorsehen solten; were es sache, das ihm solches leidtt were, so solte ehr das diebenestt Preuschemarktt vorstoren, oder sie wolten ihm mitt solcher mase einmessen. Der hohem. schrieb denen auf a) üborg. B. 1) Die obigen Nachrichten über den Bischof von Pumesanien sind wohl nur gehässige Verleumdungen. Hiob von Dobeneck starb am 25. Mai 1521.
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*fol. 335b. *fol. 3368. 620 Tract. XXI. $ 3. Preuschemarktt; die *antworteten ihm wieder also: sie hetten umb seinentt willen alle ihre gutter vorloren, auch den gantzen krieg ihm zu gefallen gerietten und keinen soldtt gehabtt; es muste sich dennoch itzundtt ernerett sein, wengleichs der galge vor der thure stunde. Nachdem wardtt vom konige in Preusen gesandtt Cristof Pusch, und gab ihm Hersefeldtt, so auch Jorgen Pusch, seinen bruder, und Oswaldtt Poxs (dem der hohem. alle seine erbe nahm und gab es einem andern, mitt nahmen Thomas Schlesieger); die obge- dachten samptt andern gutten capientesbrudern solten ein auge auf die reuterei haben; wurde der hohem. von den seinen, wie vor dem kriege, rauben lassen, so solten sie es an ihm suchen, und in aller mase, wie der hohem- mitt den seinen thun wurde, so solten sie ihm und den seinen wieder thun. $ 3. Wie der hohem. mitt seinen unterthanen eine tagefartt hielte. Der adell suchte mittell, wie ehr sich mitt den stedten, von denen ehr etwan gefallen, voreinen mochte; welcher abfall war dem hohem. zu gefallen geschen, durch welchen der hohem. desto bass von den stedten ihr geldtt bekam!). Der adell vornahm, das ihn ihr abfallen hette 'mordtliche vorterbnis gebrachtt; sie langeten die stedte an, das sie wolten mitt ihn in vorige voreinigung geher. Darauf sprachen die stedte, sie weren des unbodachtt; dessen er- schrack der hohem. Umb derer und anderer ursachen mehr schrieb der hohem. auf Ascensionis domini gen Konigsberg eine tagefartt aus?), in welcher ein iglicher mochte seine nohtt klagen. So kamen alle, die noch under ihm waren, dahin. Der hohem. redete sein wortt selbstt vor ihnen also: lieben getreuen, es istt *landtt- kundig und euch durch bucher und register wissentlich, wie etwan die unterthan meines wirdigen ordens sein von ihm zu den un- fletigen Polen gefallen. Auf das sie mein orden wieder zu gehor- 1) Auf dem Ständetage zu Heiligenbeil im Januar 1516 trennte sich der Adel von der gemeinsamen Sache der Stände und bewirkte dadurch, dass der IIM. seine Steuerforderung durchsetzte. Töppen, Acten der Ständetage Preussen: Y, 796. Vgl. Gr.s Bericht hierüber oben S. 419, 420-—-21. '2) Nicht auf Himmelfahrt, 9. Mai, sondern auf den 13. Mai berief der HAM. einen Ständetag nach Königsberg. Töppen, a. a. O., 654.
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Tract. XXI. 8 3. 621 sam brechte, hatt ehr allerlei mittell gebrauchtt, istt aber alles umbsonst gewesen. So haben die personen meines ordens mich zum hohem. erwehlett und mitt mir den vortrauen in Marien gesatz, das wir es wurden wiedererlangen. Wir haben es vorge- nomen mitt schune* und ernstt, es will aber nindertt eine folkomene gestaltt haben, idoch haben wir aus dem ernstt dies erlangett, das wir sollen zu keiserlicher ma. komen, als zu unserm ober- heren, dessen geschworener wir sein, der will samptt dem gantzen reiche uns wiederumb Preusen zusprechen und vorschaflen, und das uns unser schade soll ausgerichtt werden, dessen sein wir gewiss. Sintemahll ich den umb unser aller nutz aus meinem lande zu keiserlicher ma. vorreisen muss, so istt unser bogehr, das ihr in meinem abwesen wollett wie getreue leute thun und keinerlei vor- bundtnis vor meinem heimkomen angehen. Auch wollett ihr mir zu hunderit rossen und hundertt drabanten einen schoss geben, auf das ich dennoch nach standes gebuhr moge hinauss komen. Unsere regenten, welche werden weldtlich sein, die woltt ihr wie uns horen und wirdigen; und solcher worte mehr ehr eine stunde lang aus- breitte und tapfer redetel). So hette die gantze landtschaftt, vom adell so woli als die von stedten, den burgemeister aus dem Kneiphofe Konigsbergk erwehlett, mitt nabmen Martin Roseler, der solte ihr wortt vor dem hohem. fuhren. Als ehr vortratt, beruftt ehr es, ob es auch ihr aller will were, das ehr solte ihr wortt fuhren. *Darauf schrieen sie alle: ja, *fol. 336b. ja, ja. Da sprach der Martin Roseler, dem hohem. stetes mitt biegung der knie” seinen titell gebende?): 1. Auf das horen und registriren, wie die Preusen weren vom orden abgefallen, dabei stunde auch die ursach, warumb es geschen; das zu vorantworten gieng ihn nichts an. Das der orden viell darumb a) So in B, in B’ eine Lucke, b) überg. B. 1) Die Eröfnungen des HM’s an die Stände betrafen zwei Punkte, seine Reise ins Reich zum Kaiser, derentwegen er ihren Bath hören wollte, und die Verbesserung des Münzwesens. Töppen, Acten der Ständetage Preussens V, 654 f. 2) Dass Martin Röseler auf dem Ständetage von 1521 Wortführer der Stände war, wird sonst nicht berichtet, wohl aber wur er es bei den slän- dischen Verhandlungen im Mai 1520. Gans, 306. Form und Inhalt der obigen Reden sind Gr.sches Machwerk. Die Antwort der Stände, die sich jedes Rathes in Bezug auf die Reise des HMs enthielten und nur wegen der Münze auf Ver- handlungen einliessen, s. bei Töppen, a. a. O., 056 ff. 40
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*fol. 3378. 622 Tract. XXIL. $ 3. gethan, were offenbahr, aber es were stetes mitt unbequemer weise geschen, darumb hette gott auch nichtt gluck geben. 2. Das ihn die personen erwehlett hetten, das were wahr, aber gott sehe ihre meinung an. Der getrauen zu Maria istt loblich, wen dabei gewesen were cristliche haltung in zusagung eines gemeinen nutzes, das ehr ihn im tage der huldigung geschworen. Ehr hette ihn gelobett, keinen krieg zu machen, sie bei ihren rechten zu lassen; aber in der zeitt seiner soneheitt hette ehr wieder den gemachten friede offentliche boschediger des landes vorhalten. Auss ihrer unfuhr weren sie mitt ihm umb leib und gutt gekomen. Woite gott, ihr werdett bei dem sohne nichtt zum ernstt komen, so were manch arme mensch bei brodt geblieben, der itzundtt auss hungers sterben [muss]! Vom gewinne dorfte ehr sich mitt den seinen wenig ruhmen. 3. Es istt von anbegin ein gebrauch gewesen, das der adel mitt den stedten vor einen mahn gestanden, nichtt wieder ihren heren, sondern wieder seine ungerechtigkeitt. Durch wes einfuhren sich der adell itzundtt von den stedten gegeben, wusten sie nichtt. Wiewoll aber der adell eine neue einigkeit mitt den stedten bogerett hette, haben sie *ihn doch nichts ab- noch zugesagett. 4. Sie haben seinen forfahren dazu viell mahl mussen geldtt geben, das ehr durch ein spruch vom keiser Preusen erlangen wolde; aber jo mehr sie gaben, jo mehr der orden vom lande gekomen istt. Sie merckten, das der schweiss armer leute dem orden in diesem handell ein schade istt. Solten sie itzundtt zu diesem spruch geldtt geben, so were es zu bosorgen, das sie gahr umb ihre her- ligkeitt kemen; den die heren und fursten solten nach inhaltt der artikell des gemachten beifriedes urteilen von dem eide zu schweren, und nichtt von dem lande. Auch mag man erkennen, ob sie ihm in vorgangenen jahren nichtt gnugsam gegeben hetten. Die knechte hetten ihre gutte muntze mitt aus dem lande genomen; so were die neue muntze nichts werdtt, sie hetten auch keine ander. Man wolte sie in seinem eigenen lande nichtt nehmen, was solte sie ihm den im frembden lande thun? den sie durch schuldtt, von den knechten gemachtt, und durch die bose muntze schon gahr vorterbett weren. So wollen wir auch nichtt euer weldtliche regenten, den wir sein geschworene des ordens; derhalben wollen wir auch dem orden und, die den orden tragen, gehorsam sein, und sonstt niemandtt. Ehr nennete ein jedern, der sein rahtt gewesen, was iglicher gethan hette, und wie sie den orden mitt treuen gemeinett hetten, erzalte ein
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Tract. XXI. $ 4. 623 gantze stunde viell solcher sachen. Nach solchem fragte ehr den adell, landtschaftt und die stedte, ob das, so ehr geredett, ihr bopfell were. Sie schrieen: ja, ja, es istt noch viell zu wenig geredett. $ 4. Von groser begnadigung der stedte von Konigsberg. Dem hohem. gefiell das latein nichtt, ehr sprach mitt senft- mutigen worten: wir nehmen eur wortt auf als von leuten, *die in armutt und leiden sein. So euch dan die* muntze boschwerlich istt, die ich in meinen nothen geschlagen habe, so gehe sie itzundtt abe, sei gantz untuchtig und vorbothen zu nehmen. Auch gebe ich euch Konigsbergern diese gnade, das ihr mogett under unserem nahmen und wapfen zehen jahr lang muntzen nach dem korn der muntze, die wir vor dem kriege geschlagen haben; ihr soltt dieselbige (wie ihr sie nennett) bose muntze aufkeufen; das stuck, welches geltt 3 schill., dafur gebett einen, das achttgroschen-geltt, dafor gebett 8 schill., also demnach in allen bosen muntzen. Auch stehett es zu euch, ob ihr sie so teuer annehmen woltt. Diese begnadigung war den Konigsbergern nichtt angenehm, den sie es nichtt bogerten; auch galdtt 1 m. lotich silber 12 m. muntze. Da wurden die burger zu Konigsberg erstlich arm, den sie ihre wahre den knechten vor die bose muntze vorkauftt heiten, so vormochten sie auch wenig gutter muntze. Nach der begnadigung liess ehr landtt und stedte heim ziehen, ehr wolte sich weiter auf ihr wortt bedencken und sie darnach underweisen!). Gewaldtt. Dem bischof von Samelandtt underwarf ehr sein gantzes landtt der geistlicheitt nach also, das alle geistliche solten a) überg. B. 1) Der HM. erklärte sich auf dem Landtage am 14. Mai bereit, von den umlaufenden schlechten Münzsorten jährlich für 3000 M. einzuwechseln, und zwar die grossen Klippen um 8 Schillinge, die kleinen um einen Schilling. G'r. verschweigt dies vollständig. Ausserdem gewährte Albrecht im Landtags- ubschied vom 16. Mai den Städten Königsberg auf 10 Jahre das Recht, für sich und für die kleinen Ordensstädte, falls diese darauf eingehen wollten, zu wmünzen und hierbei die schlechten Münzsorten zu verwenden, jedoch auf das Schrot und Korn, auf welches er selbst münzen lies. Wir hören von underer Seite nicht, dass dieses Recht den Städten. Königsberg so unangenehm gewesen ist, wie (Gr. meint. Thatsache ist, dass die Altstadt einige Jahre hin- durch Münzen schlagen liess. Töppen, Acten V, 657. 658. Freiberg, 160. 40° *f01.337b.
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*fol. 338a. *fol. 338b. 624 Tract. XXI. & 6. von ihm investuram entpfangen. Idoch der bischof von Samelandtt wuste woll, wie ehr sich der gerechtigkeitt des bischofs von Heils- berg nichtt durfte underwinden, enthielte sich derwegen dieser begna- digungl). Der hohem. schieckte sich mitt grosen unkosten zum keiser *zu reisen und Preusen heim [zu] brengen; das musten arme unter- thane glauben und reden. Der brief des beifriedes wardtt auch auf solche weise ausgeschrieben von des hohem. folck, und ‚stets ein besondern artikell darein satzten, auf das* der hohem. erfaren solte, wie seine unterthane gerne sein wolfartt sehen, wiewoll ehr es anders wuste. $ 5. Von vorenderung der regierer der burger und gemein zu Dantzke. In diesem jahre, so balde als es friede wardtt, fragte der ge- meine mahn zu Dantzke ihren rahtt, dem sie im kriege geldtt geliehen hetten, woran sie sich erholen solten. Der rahtt ant- wortt ihn, sie wolten sich bodencken, und sie solten uber achtt tage wiederkomen. In der zeitt wurden sie zu rathe, das man auf die stadtt Dantzick eine summa geldes legen solte*, uber 80 tausentt marck botreffende, und also bezalen. Da sagte man dem gemeinen mahn mitt ernstt an, sie solten gedencken, das sie es geben bei groser peen. Auf solches gieng die gemeine zusamen, der eine sagte dies, der ander das. So wurden sie dennoch eines, bathen den rahtf, das? sie ihre guttwilligkeitt wolten ansehen in dem langen und vielen zeisen, schossen und steuergeldtt geben, sie vormochten solch gefordertt geldtt nichtt zu geben. Der rahtt war stolz und wolte die* gemeine forchtsam machen und sprachen: das rahtthauss hatt nichtt geldtt, sie musten es geben. Die gemeine bahtt, das sie ihre nohtt konigliche[r] ma. klagen mochten. Das kundten sie ihn nichtt wehren, sondern vormeinten ihn mitt ihrer bottschaftt vorzukomen. Der *rahtt klagte uber die gemeine, das sie wieder- spennig weren, konigliche[r] ma. zu hulfe geldtt zu geben. Hergegen a) überg. B. 1) Nach dem Tode des Bischofs Hiob von Dobeneck blieb das sehr er- schöpfte Bisthum Pomesanien zunächst unbesetzt, indem das Domcapitel den samländischen Bischof Georg von Polentz als zeitweiligen Verweser auf Ver- anlassung des HM.s, jedenfalls mit Zustimmung desselben, postulierte. Voigt IN, 641. Hierauf bezieht sich wohl die obige Nachricht Gr.s.
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Tract. XXII. 8 5. 625 klagte die gemeine uber den rahtt, das sie von ihm keine gerechtig- keitt haben mochten, sondern wurden von ihn underdrucktt, sie auf das ergeste mitt geldttgeben bolestigten und wolten ihn nichtt vor- gunnen, an konigliche ma. zu appelliren. Der konig und sein rahtt wusten, das der rahtt zu Dantzick nur ihren kasten fulleten, der- halben schieckte ehr gen Dantzick commissarien, nemlich N. Balinsky, schaffer von Marienburg, der horete beider klage., So sprach ehr zu der gemeine: warumb klagett ihr uber viell geldttgeben, so doch unser h. konig den gantzen krieg uber sein geldtt gegeben hati, damitt euer soldeners und dienstfolck besoldett istt?? Davon erschrack die gemeine und sprachen: sie hetten alle woche mussen reuter- geldtt geben, wie dorfte ehr den sprechen, das der konig den saldtt gegeben? Balinsky wolte sein wortt wahr machen, derhalben fuhrte ehr die gemeine vor den rahtt, der rahtt bekante es. Da erhub sich ein schelcken, dieben und vorretern auf den rahtt, das es schande war anzuhoren. Balinsky fiell in die sache, stundtt bei der gemeine und sprach: gehett in ein rahtt und bodenckett euch, wie ihr euer stadtt woll und zum besten mogett vorstehen, uber solches habett ihr konigliche gnade; den wissett, unser h. konig hatt in vielen jahren seinen tributt von euch nichtt bekomen, den euer rahtt klagett, sie haben kein geldtt, ihr wollett auch nichts geben, und die rente der stadtt musten sie auf den vielen tage*farten vorzehren. Thutt wie *fol.339a. getreue und sehett darein, allein das ihr den rahtt nichtt erschlagett, noch absetzett ohne des koniges bopfell. Nachdem zog Balinsky zum konige, ihm solches anzusagen. Nach diesem erlobnis gieng die gemeine zu Dantzke zusamen, erwehleten 24 menner unvorruckter ehren, aus welchen wolten sie 12 in den rahtt haben. Die burgemeister und rahtsheren, die so lange gewesen, solten bleiben, sondern sie solten kein gebrauch dos geldes haben. Sie teilten der Dantzker landtt in sechs teill, auf iglich teill satzten sie vier menner, einen alten und einen neuen rahttheren, und zwei von der gemeine, die regierten das landtt. Uber ein jahr solte man der gemeine rechenschaftt geben, auf das man wuste, wie es umb das geldtt were, ob es zugenomen hette, oder ob man schuldig were. Allerlei ungeldtt bliebe, auf das man die vorige untreu wissen mochte. So galdtt ein gutt trunck biehr 4 schill. in der gemeine, 3 schill. aufs landtt, eine thon biehr umb 4 marck. Die gemeine war wieder keinen so sehr, als wieder Ebertt Ferber, den ehr war dem armen folck ein teuffell. Wen jemandts vor ihn zu gerichtte kam, der sich an den konig be-
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626 Tract. XXI. 8 6. rufte, sprach ehr: du soltt wissen, alhie sitztt der konig, und du soltt so viell geben. Daher wardtt ehr genantt der Dantzker konig. Die gemeinen burger theten ihm solche ehre, das sie sprachen: ich wolte lieber dem hencker mein kindtt geben, den dem Ebertt Ferber, den ehr istt ein dieb und meineider uber alle. Der alte rahtt hette *fo1.339b. keine *machtt uber die burger, sondern der neue. Es stundtt gahr wunderlich, den ein teill sahe gahr eigentlich auf das ander. So viell weiss ich itzundtt von diesem; wo ettwas mehr daraus komen wirdtt, so will ich es auch schreiben). $ 6. Wie gott mitt der pestilentia strafte. Dies gantze jahr durch war im gantzen lande eine gemeine pestilentz?). Sie fing zu Konigsberg an und zog immer gen Polen und Pomern hinauf. Im anfange gieng es uber alte leute, im mittell uber die kinder, im ende an redliche leute, wiewoll sie sich sehr vor boser luftt bewarten. Es gieng sehr uber frauen und jung- frauen, sonderlich zu Konigsberg; den man damals zu sieben jung- frauen in ein grab legte. In dieser pflage sturben viell hundertt gutter und erbe wuste. Wen es in ein geschlecht kam, sie weineten, . wie sie wolten, es blieb wenig davon. Man brauchte allerlei mittell, 1) Der Streit zwischen dem Rath und der Gemeinde von Danzig, der be- reits im Jahre 1520 begann und sich im Laufe des Jahres 1521 zu einem An- grif auf die Stellung des in der Bürgerschaft ungemein verhassten Büryer- meisters Eberhard Ferber gestaltete, ist von Gr. in gewohnter Weise so sehr entstellt und durch Erfindungen bereichert worden, dass es schlechterdings un- möglich ist, in seiner Darstellung den Verlauf der Dinge wiederzuerkennen. Vollkommen unbeglaubigt ist die Anfrage der Gemeinde an den Rath ‚woran sie sich erholen sollte’, die Forderung von 80000 Mark seitens des letzteren, die Klage beim Könige, die Sendung Balinskis, die Wahl von 24 Gemeinde- vertretern, endlich die Eintheilung des Danziger Gebietes in 6 Bezirke und deren Beaufsichtigung. Der Erzählung kann allein die Thatsache zu Grunde liegen, dass der Gemeinde die Geldverwaltung des Rathes verdächtig geworden war, und dass sie, um auf dieselbe Einfluss zu gewinnen, 48 Vertreter wählte, welche vom Rathe Rechenschaftslegung verlangten und Verfügung über die städtischen Gelder beanspruchten. Im einzelnen sei verwiesen auf die Schil- derung der Vorgänge bei Kestner, Eberhard Ferber, Zs. d. Westpr. Grv.s II, 27 fi, und Jlirsch, Oberpfarrkirche von St. Marien, S. 234 f. 2) Voigt IX, 648, erwähnt, dass die Pest im Herbst des Jahres 1521 in Preussen herrschte. Töppen zu Falk, 100, Anm. 1.
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Tract. XXIL 8 7. 627 aber alle purgationes, truncke, aderlassen und wollbewaren, so vor- hin geholfen, half nu alles nichtt, oder jo under hunderten kaum einem. Etliche theten viell und grose gelobniss, man hielte mitt dem hochwirdigen sacramentt processiones, aber dennoch behielte es gott biss zu seiner zeitt in seinen gerichten. Eitzliche sprachen, die seuche were von aussen landes in Preusen komen; andere sprachen, es were ein gemeines nach den kriegen umb des unschuldigen blut- vorgiessens halben; etliche sprachen, es geschehe umb des grosen fluchens halben der kinder; den dieweil die landtsknechte im lande waren, geweneten *sich die kinder zu grosen fluchen: bei gottes *fol. 3408. marter, gottes wunden, das dich der donner, plitz, hellisch Slam und pestilentz erstosse etc. Andere sagten, die luftt were vorgiftt durch das viehe, so man in belegerung der stedte geschlagen hette. Teurung. Auch war es sehr teur. Die gerste war taub, derwegen brauete man biehr von weitzen, korn und haber, wie man wuste, Es istt in Preusen allwege gemerckett, wen das biehr teur istt, so istt alle ding teur. So galtt in diesem jahr zu Dantzick ein stoff geringer wein 3 schill., und ein stoff biehr, das altt und gutt war, 4 schott. Den als es friede wardtt, fuhrten die Dantzker und Elbinger ihr biehr gen Konigsberg, das sie nachmals selbstt wenig hetten, und die Konigsberger spotteten ihrer dazu. $ 7. Wie zu Graudentz eine sonderliche tagefartt war. Im diesem jahr erbathe der hohem, samptt den Preusen von dem konige eine tagefartt auf Jacobi zu Graudeutz zu halten!), Zu dieser tagefartt kam der starostt von Bristt, des koniges folck aus den.stedten, der bischof von Samelandtt und b. Heinrich, der pfleger des bischtumbs Riesenburg?).. Der handell wardtt vom lande ange- tragen, der hohem. solte abtreten Tolkemitt, Liebestadtt und andere mehr, so woll auch die dorffer, so ehr nach dem gemachten friede 1) Tag (25. Juli) und Ort bestätigen ein Zeitgenosse, Verfasser chro- nistischer Aufzeichnungen, bei Freiberg, 165, Anm. 17 (abgedruckt auch bei Töppen, Acten V, 668) und Schütz, 479. 2) Die Anwesenheit des Bischofs von Samland erwähnt der genannte Zeitgenosse, a. a. O. Als zweiten Vertreter des Ordens nennt er Heinrich von Aliltitz, damals noch Pyleger v. Neidenburg. Voigt, Namen-Goder, 96. Welt- licher Verwalter des Bisthums Pomesanien war der damalige Hauscomthur von Königsberg, Michael v. Drahe. Voiyt IX, 641.
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028 Tract. XXI. $ 7. hette eingenomen. Aber die b. wolten darauf kein antwortt geben!). *fol,340b. Zum andern *zeigten die stedte an, das alle, die in des ordens landtt auf das rauben vorhalten wurden, solten vortretten, man wolte ihn nach erkenntnis der sachen gerechtt werden. Auf das legten die b. im nahmen der reuber supplicationes ein, die wolten ihre sache fuhren, wie vor?). Zum dritten bogerte das landtt zu wissen, ob die ihrigen in des ordens landtt mitt kaufen und vorkaufen auch sicher wurden sein, wie vor 12 jahren. Darauf antworten die b.: ja, einem iglichen ohne schaden®). So bogerten auch die b., das landtt solte dem h. konige antragen, das der konig die sache des krieges zwischen ihn heimlich vortragen wolte ohne die genannten fursten, und konigliche ma. wolte dem hohen. Preusen einreumen, so wolte ehr ihm schweren, das ehr ihm in der Moscau oder in Reusen, so viell dagegen wiedergewinnen wolte, auch das man Cristof Pusch und seiner geselschaftt das landtt vorsagen soltet). Des koniges rahtt ihn zum ersten antwortt: sie befurchten sich, konigliche ma. wurde ein solches nichtt angehen, sintemahl ihre eigene freunde solches gesatz hetten; das ander wurde ehr auch nichtt thun, den es were landtkundig und in registern vorschrieben, wie die b. ihr wortt gegen die krone von Polen nie gehalten hetten. Auf das dritte sagten sie, das es ihn nichtt dauchte geraten sein, dieweil die b. auf des koniges folck ubeltheter vorhielten, die keine ursach hetten, auch dazu vor sie supplieirten. Sonstt wurden viell andere sachen gehandeltt, zogen aber unvorrichtt heim. 1) Nach dem Bericht des Zeitgenossen bei Freiberg, a. a. O0, wurde die Auswechselung der eroberten Schlösser, Städte und Flecken von den Ordens- berollmächtigten. beantragt, von den Polen aber abgelehnt. Wohl aber xollten die zu den Schlössern und Lauptstellen gehörigen Güter und Besitzstücke, die durch die Kriegsereignisse von diesen getrennt wurden, gegenseitig Zurück- gegeben werden, und die Auswechselung bis auf kommenden 8. Lorenztag er- folgt sein. 2) (regen das Unwesen der Räuber wurden auf der Tagfahrt sehr ener- sische Maassregeln von beiden Seiten beschlossen, so dass Gr’s Verdächtigung der Ordensgesandten ganz hinfällig wird. Schütz, 479 b. 3) Davon enthält der Recess bei Schütz, 479, nichts. 4) Dieser Antrag trägt den Stempel Gr.'scher Erfindung an sich.
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Traet. XXI. & S. 629 $ 8. *Von einer tagefartt, zu Bartstein gehalten. *fo]. 3412. Auf Bartolomei in diesem jahre wardtt der landtschaftt des ordens vorgunnett, zu Bartstein eine tagefartt und gespreche drei tage lang zu halten!). Da klagte einer dem andern seine nohtt, was ehr von dem torichten kopf des hohem. erlangett hette, den sie weren alle in den grundtt vorterbett und betrogen von dem grosen puchen der b. Antragen. In diese tagefartt kam b. Heinrich von Heideck, bahtt die landttschaftt, sie wolten vorgunnen, das Dittrich von Schom- berg mochte mitt geleide von Lockstedten zu ihn komen und sich vorantworten, den man? gebe ihm schuldtt, das ehr den hohem. in den krieg gefurett habe?). Auch bogerte f. g. eine steur, auf das ehr selbstt mochte zum keiser ziehen und das landtt von Preusen heim brengen?). Regenten. So wolten sie auch ihm und seinen regenten, die ehr setzen wurde, trawe und glauben halten, wie die fromen. Aber die landtschaftt hetto sich bei treue und ehre vorbunden, keine ungerechtigkeitt zu leiden, solte man sie auch alle erwurgen?). Antwortt. In solcher einigkeitt sie also antwort gaben: das sie Dittrich von Schomberge schuldtt geben, das ehr nebens andern den? hohem. zum kriege gefuhrtt hette, das istt wahr; sie geben ihm solches noch auf den heutigen schuldtt. Wolte ehr vor a) überg. B. b) dem B. 1) Nicht an Bartholomaei (24. August), sondern am 18. August wurde die Tagfahrt in Bartenstein abgehalten. 2) Die Anwesenheit des Friedrich v. Heideck ist anderweitig nicht be- zeugt, ebensowenig der Aufenthalt des Dietrich von Schönberg in Lochstedt, wenngleich er damals in Preussen war und eine für ihn ausgefertigte Instruction in Lochstedt ausgestellt ist. Voigt IX, 646, Anm. 3. Richtig ist, dass Schön- berg auf dem Landtage dem Bischof von Samland und einigen Rathsgebietigern eine später auch den Ständen vorgelegte Rechtfertigungsschrift vorlegen liess, in der er sich von dem Verdacht zu reinigen suchte, dass er den letzten Krieg ver- anlasst habe. Töppen, Acten V, 675. 676. 3) Es liegt wohl eine Verwechselung Gr.s vor. Auf dem Landtage von 1521 liess der IIM. mittheilen, dass er die Reise nach Deutschland verschoben habe. Töppen, a. a. O, 669. 670. Erst auf dem Bartensteiner Landtage von 1522 wurde die Forderung einer Geldunterstützung zur Reise erhoben. Töppen, a. a. O., 690. 4) Auch die Frage wegen Einsetzung einer Regentschaft wurde erst auf dem Landtage von 1522 angeregt.
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*fol. 341b. *fol. 3428, 630 Tract. XXII. $ 8. sie komen, auf klage antwortt geben und vom uberzeugen rechtt leiden, das weren sie zufrieden!). Steur. Das sie aber solten steur geben, das der hohem. zum keiser *zoge und den spruch uber das landtt Preusen annehme, das hetten sie nichtt, gedachtten auch nichts zu geben; den man hette sie mitt solcben lugen und vorblendung vorhin auch in alles ungluck gefuhrtt, und were in ihren worten allewege nur unwahrheitt gefunden. Sie sich ofter beruhmeten, das ihn der keiser, so auch das reich dies und das folck schieckte, auch wie ihn der Mosco- witter so viell thonnen silber und folck schieckte, und solcher worte mehr, mitt welchen ehr sie in den todtt gebrachtt hette, den es were nichtt in dem wenigsten wahrheitt gewesen. Regenten. Das sie aber seinen regenten solten gehorsam sein, darauf solten sie wissen: wurde ehr als ein hohem. bei ihn bleiben, so wolten sie bei seinem orden thun, wie getreue leute. Das ehr aber ein furstlich regimentt wolte setzen, sagten sie, das sie keines fursten geschworene wolten sein, sondern eines hohem., und dem regimentt seines capitels, dem wolten sie nach gebuhr beistandtt thun. Die furstliche regenten haben uns geschunden, und sie haben es mitt allerlei dieben, mordern, raubern und vorretern gehalten, uns aber alle gerechtigkeitt vorsagett. Wo sie im lande mehr solche ubeltheter vorhalten wurden, wie vor, so wollen wir es rechen mitt dem besten, das wir haben. Ernstt. Der bothe des hohem. sprach auf das erste: wo ihr Dittrich von Schomberg nichtt wollett geleidtt geben, auf das ehr sich vorantworte, so wirdtt ihm mein erlauchster furstt ein gezeugniss der redlicheitt geben; ehr wirdtt uber euch *briefe anschlan und euer untugentt entdecken, so wirdtt ihn mein gnediger furstt euch zu spott geleidten. Ernstt. Darauf antwortt die landttschaftt: es istt muglich, das Dittrich vom Schomberge in seinem vorreterlicken sinne etwas schreiben mag*, aber mitt unwahrheitt. So wollen wir aus cristtlicher a) überg. B. 1) Die Stände beantragten vielmehr Mittheilung einer Abschrift der Rechtfertigungsschrift Schönbergs, Anberaumung einer neuen Tagfahrt zur Verhandlung über ihn und Verpflichtung desselben, nicht ausser Landes :u ziehen, sondern sich den Ständen zu stellen. Seine Vertheidigungsschrift ge- nügte ihnen nicht.
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Tract. XXIL 8 9. 631 achtt wieder ihn und seine vortreter die scheinende wahrheitt schreiben, und so ihn f. g. uns zu spott geleitett, da mogen wir nichtt wieder, sondern wor wir ihn ergreiffen, wollen wir ihn er- hauen, obgleichs drei fursten oben ihm stunden. In dieser tagefartt sich die landttschaftt hartt vorschwur bei einander zu stehen, den- noch dem orden daneben sein gebuhr zu thun, und zogen so von- einander. $ 9. Von neuen muntzen, neuen geistlichen und von durstigen monnern zu wasser. Nachdem schieckte der hohem. seinen leiblichen bruder, mar- grafen Wilhelmum, heim, welchen ehr in Preusen 4 jahr mitt grosem hofe gehalten hette; den man sagte, wen der hohem. wurde mitt tode abgehen, so solte ehr hohem. sein. Aber als der hohem. den ernstt der landtschaftt vernahm, schieckte ehr ihn mitt Dittrich Schomberge heimlich aus dem landel). Ehr ratschlagte mitt ihm, wie ehr sich an den Preusen rechen mochte und mitt fuge aus dem lande keme. Zum ersten gieng die reuterei auf die stadtt Elbing wieder an. Idoch sie mochten nirgendtt hausen, den die landttschaftt under dem orden vorfolgete sie. Lolharder. Under diesem nahmen die Dantzker die geist- lichen personen auss Hollandtt, die Lolharder genantt, auf und gaben ihn ein hauss ein. Sie gaben vor, das sie wolten den krancken *dienen. Sie waren erstlich sehr angenehme, aber es schlug ein *fol.342b. ungluck zu. Sintdem in der zeitt die erschreckliche pestilentz war, und die krancken, so* ihn bepfolen, sturben, da wurden sie von leichtfertigen mennern vorlachtt; den die Dantzker hetten an- geordenett, das die nonnen solten die frauen und kinder warten, und die Lolbruder die menner?). Schwere zeisa. In diesem jahr liess der hohem. zusamen fuhren” alles kirchengerethe von golde und silber, das ihm und seinen b. vor dem kriege vortrauett war; das nahm ehr aus den stedten, a) überg. B. 1) Dietrich v. Schönberg befand sich im November nicht mehr in Preussen. Der HM. hatte ihn mit Aufträgen an den Kurfürsten von Brandenburg betraut. Voigt IX, 646. 2) Hirsch, St. Marien in Danzig, $. 253, nimmt die Nachricht Gr.s von einem zeitweiligen Aufenthalt der Lolharden in Danzig auf.
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*fol. 3433, 632 Traet. XXIL 8 ®. die sich ihm ergeben hetten. Ehr gab den armen pauren vor, chr wolte es ihren armen kirchen zu gutte behalten, aber ehr hielte es niemer. Das vorgulte liess er rein schaben, das silber in kuchen schmeltzen und ein teill ehr vormuntzte. Neue muntze. Sein unterthane beklagten sich des schadens der klipping, die ehr falsch schlan hette lassen, seine knechte damitt abzusolden. Auf das chr sie aber stiellete, liess ehr ihn ansagen: were jemandts, der vor hundertt marck klipping hette, der solte sie in die muntze brengen und dazu seines silbers funf marck lottich legen, so solte man ihm hundertt marck ganghaftiger groschen geweren. Arme leute theten es, setzten damitt follendtt ihre armutt daran; etlichen gab man groschen, wie gesagtt istt, etlichen bezalte man das silber, die marck lottich vor 11 m. kupfermuntze, damitt musten sie contentt sein!). Die gestaldtt der groschen, die ehr damals schlug, war also: sie haben auf beiden seiten lange kreutze, in jederm kreutz ein schildit mitt dem adler; der eine adler istt der margrafen, der ander der *hohemeisterei, die umbschrieftt istt wie an den vorigen?). So weiss, als sie zum ersten waren, so schwartz wurden sie vom kupfer nach einem halben jahre und wurden im rischen gantz gemein im lande, Moscau. In diesem jahre wurfen sich etliche gutte gesellen zusamen und nahmen etzliche zu sich. Sie siegelten mitt jageschieffen durch ein fliess, Nielus genanntt, zwischen Schweden und Lieflandtt gelegen, kamen 70 meilen in die Moscau, uberfiellen ein stedtlein, in dem funden sie 80 tausentt gulden werdts. Sie nahmen die gutter, beluden ihre schieffe, vorbrandten die gantze stadtt und kamen wieder gen Dautzick; sie teilten da den furstlichen raub, aber ihrer viell hetten grose muhe, ehe sie es vorprasten. 1) Durch Ausschreiben an die Aemter wurde 1521 bekannt gemacht, das die schlechte Klippmünze mit einem Verzeichniss der Summen und der Eiger- thümer an den Hauscomthur von Königsberg eingeliefert werden sollte, der sie der Münze übergeben würde behufs Ummünzung. Sie sollte dann gegen Min neueren Schlages nach dem vom HM. bewilligten Verhältnisssatze ausgeiwechsel: werden, und wenn es nicht möglich wäre, gleich aus dem ersten Schlau die ganze Summe umzuwechseln, so sollten die Summen mit der Zeit ‚durch zu- thun unsers silbers’ erstattet werden. Töppen, Acten V, 667—668. 2) Die Beschreibung der nach dem Kriege geschlagenen Groschen ist im ganzen genau; vgl. Vossberg, 204.
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Traet. XXI. $ 10. 633 8 10. Von neuem vorbitten im lande, ein telll auf das ander. In diesem jahr wardtt uber Preusen erfullet, das gott etwan den Juden durch seine propfeten drauete, da ehr sprach: werdett ihr mein gesetz vorachten und mich zu zorn reitzen, so will ich euch strafen mit teurung; werdett ihr der nichtt achten, so will ich euch strafen mitt pestilentz; werdet ihr der auch nichtt achtten, so will ich euch strafen mitt kriegk. Wo ihr euch aber in diesen strafen nichtt erkennen werdett, so will ich sie alle drei zugleich uber euch schiecken und euch durch solche von der erden nehmen. So waren diese drei stucke in Preusen wehrlich gahr gemein in dem ersten jahr des beifriedes, und gieng also zu. Die gerste war in gemein nichts werdtt; wen man von einer lastt brauete, so bekame man schwerlich sechs thonnen trincken davon; dennoch muste man solche gerste bezalen die last vor 25 ml). Auf Samelandtt aber war zimliche gerste, die vorbohtt der hohem. bei hoher buss *ins koniges*fol. 3431. landtt nichtt zu fuhren?), darumb vorbohtt des koniges folck wieder bei vorlustt der gutter, kein getreide ins ordens landtt zu fuhren. Solches wardtt auch gehalten, und kam von geitzigen leuten viell betriegerei. Auf das man dennoch biehr hette, nahmen sie ein teill der bosen gersten, haber und weitzen zusamen und das zusamen braueten. Es wardtt gutt biehr, sondern das es keinen schaum hielte. Auf der Coya war gerste gnug, aber die von Tborn hielten sie auf nach Jautt ihrer privilegien, das man allda drei tage marcktt halten solte). Die Dantzker und Elbinger bothen den Polen vor die lastt gerste 33 marck, wo sie die ihn gewehren wolten, da sie woneten. Derhalben hielten die Polen zu Tborn die gerste* auf 36 m. die lastt, und die Thorner bothen ihn nur 18 m. und hielten feste darauf; sie vormeinten die gerste* auf ihren fromen zu keufen, aber die Polen wolten auch gewinnen. So vormassen sich bose buben, die brucke abzubrennen, aber es wardtt vorhindertt. Als die Thorner vornahmen, das sie mitt den Polen nicht mochten eines werden, wolten sie, das nach inhaltt ihrer privilegia die Polen ihre gerste* aus ihren schieffen in der Thorner schieffe schutten solten und so ins landtt fuhren; das wolten die Polen auch nichtt angehen, a) garste B. 1) Im Ordenslande sollte die Last (erste nach der Landesordnung vom 19. November 1521 nur 20 Mark gelten. Töppen, Acten V, 677. 2) Die Ausfuhr vun Getreide war verboten. Töppen, Acten V, 678. 3) Thorn besass bekanntlich Stapelrechte.
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*fol. 344a. *fol. 344b. 634 Tract. XXI. & ıı. derhalben sie lange da lagen. Der gemeine mahn zu Dantzke gieng zu dem rahtt, der so lange regierett hette und ibn solches klagten. Sie antworten: haltt ihr uns doch vordechtig und habett andere uber uns gesatz, lasstt euch die hulfe und rahtt geben. Das sagten sie darumb: den die neuen regenten waren alle vor dem tode ge flogen, und war von ihn niemandtt daheim, musten so ohne* alle hulfe von dem alten rahtt auch abziehen. Den neuen regenten wardtt gesagtt, wor die Polen mitt der gerste lagen. Sie fuhren gen Brom- berg; von *dannen fuhrte man so viell gerste gen Dantzick, als man haben kundte. Wem es die Thorner gunnten, dem liessen sie seine schieffe durch, andern aber nichts; davon kamen sie mitt dem capitell zu Plotzka zu hader, so woll auch mitt dem zu Wiladisla; den diesen gehorte die meiste gerste, von welchem nachher wirdtt gesagett werden. $ 11. Von der strafe des unfriedes samptt der teurung. In dieser strafe der teurung war es auch unsicher in Preusen. Wen ein burger aus den stedten des koniges ins ordens landtt kan, es war kaufmann oder kramer, so ertichte man ursach auf sie. Et- lichen gab man schuldtt, sie hetten klein gewichtt, andern, das sie zu kurtze ehlen hetten, andere wurden boschuldigett umb ertrencktt gewandtt, etliche umb gemengten pfeffer, andere umb gefelschten safran, und solcher sachen viell; derhalben nahmen sie ihn die wahren, oder musten die mitt grosem gelde losen. Indem nahmen etliche aus des koniges teill in des ordens landtt weiber, den besatzte man ihre gutter umb schuldtt und umb schandttfleckung. Kamen un- schuldige burger in ihre stedte, man grief sie an und ersuchtt an ihn, was ihre zufluchtigen verloren hetten. Und geschahe also: eines burgers sohn zum Elbinge nahm daselbstt eine reiche wittwe mitt drei kindern, die teilte mitt den kindern, als gott woll weiss; sie hette ein kindtt mitt ihm und starb. Alles gutt war noch im hause; die freunde der gelassenen stiefkinder ersuchten den stiefvater, das ehr den kindern solte gerechtt werden und geben ihn ihr veterlich erbgutt, aber ehr vorzog es. Ehr legte underdem eine hure zu, die eines priesters kochin war, die stall ihm funf silberen gurtell, das beste stundtt hundertt marck, das geringste 40 m. auch ein pater, das kostt mitt seinem ge*schmuck hundertt marck. a) übergeschr, B.
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Tract. XXI. 8. 11. 635 dazu 8 silberne leffell, derer jeder stundtt achtt m., und solch ge- schmeide von spangen, knoflein und geldtt eine ganze lade foll. Zu der selbigen zeitt war der wittwer vom Elbivge zu Konigsberg und freiete sich da eine jungfraue. Sein stiefsohn war in einem andern hause zur herberge, ehr kam ungefehrlich vor das hauss seines stief- vaters, siehett hinein und vornimt, das das gefesse weg ware, ehr sagte es den nochbern an. Nichtt lang darnach kam der stiefvater heim, sahe, wie es gefahren war, ehr gehett auf den marcktt, findett seinen stiefsohn bei vielen gutten mennern stehen, ziehe den stief- sohn offentlich, das ehr ihm hette sein gutt gestolen, derwegen wolte ehr ihn lassen an den galgen hencken. Der stiefsohn nahm ein zeichen und luhtt ihn vor gerichtt. Der stiefvater zum burgemeister klagett seinen stiefsohn vor ein dieb an und bogerett rechtt uber ihn. Der burgemeister sprach: ja. Als man den stiefsohn fandtt, da beruftt ebr sich auf sein rechtt, das ehr hette mitt seinem stiefvater ange- fangen. Sie kamen vor rechtt, da klagte der stiefsohn uber seinen stief- vater, das ehr ihn vor ein dieb hette angeredett, das solte ehr boweisen, wie rechtt istt. Der stiefvater solches vorwilligett, sondern man solte ihn setzen, auf das ehr nichtt entkeme. Der stiefsohn sagte, sein stief- vater were ein leichtfertiger mahn, ehr vortrauete ihm auch nichtt, man solte ihn neben ihn setzen biss zum austrage der sachen. Auf solches appellirte der stiefvater vor den rahtt; da wardtt erkanntt, das der stiefvater solte auf bostimten tagk die dieberei von sich auf seinen stiefsohn brengen, wie rechtt istt, und solten sich vorburgen. Das giengen sie beide an, der stiefvater vorsatzte seinen burgen treue und ehre, das ehr sich stellen wolte. *Under dem wardtt es *fol. 345a. offenbahr, wer es gestolen hette, davon erschrack der stiefvater und entlief gen Konigsbergk. Die burgen wurden angegrieffen, wie rechtt istt, sie zogen und schrieben viell mahl, der stiefvater solte komen und seine burgen losen. Ehr sprach: sie mochten thun, wie sie wolten, ehr gedachte nichtt zu komen; wurden sie ihm aber eine unehre thun, se woltt ehr die sache dem reuter Peypau geben, ehr wurde sie woll casteien. Auf diese ubermuttige rede thett man den stiefvater in die diebeachtt mitt solemnitett des rechtens und besatzte alle sein gutt mitt rechtte, den den stiefkindern war nichts geworden. Von wegen dieses puchens wieder gott, rechtt und mitt gewaldtt besorgten sich die Elbinger auch mitt gutten reutern, ob es keme, das Peypau seine schlimme bestolene sache wurde antasten, so wolte man nichtt warten, wie vor, sondern ihm und den seinen eines umb das ander geben. Indem wardtt der bischof von Heils-
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*fol.345b. 636 Traet. XXU. $ 12. 13. berg gewarnett, das ehr sich solte hutten, man wolte ihm das schloss Heilsberg erobern; darumb bestellte er umb sicherung halben sol- deners, und die sache stundtt also an. $ 12. Von der dritten strafe, der pestilentia. In dieser teurung und unsicherheitt war auch ein erschrocklich sterben, wie oben gesagtt isttl.. Es war nichtt ein hauss, viel weniger ein geschlechtt, das ja zum wenigsten die seinen halb be- grub. Es fing zu Konigsberg an und gieng so immer fordtan. Die heren von Thorn vormassen sich, das sie gott seine strafe vur- bitten wolten, gleichwie sie mitt dem getreide gegen ihre nachbaren im lande zu Preusen theten. Sie vorbothen bei 25 gutte marck ahue erlassung zu nehmen, das niemandtt ihrer burger jemandts aus dem gantze[n] lande zu Preusen herbergen *solte, ehr were ihm so nahe gefreundtt, wie ehr mochte; sondern keme jemandts anders wo- her aus dem sterben geflogen, der muste zum wenigsten 4 wochen auf den gerten der Mockerau liegen?). Darnach besahe man ihm das wasser: war ehr gesundtt, so liess man ihn ein, und boruhmten sich groser vorsichtigkeitt. Als es auf den winter kam, vormeinten sie, das sie sicher weren; aber gott sie damals erstlich besuchte, das alle obersten mitt einander sturben, die vorhin von ihren burgern darumb, das sie die frembden, welche vor dem sterben geflohen, ge- herbergett hetten, 25 gutte marck genomen hetten, nu gern selbstt hundertt gegeben, das sie weren so kreftig gewesen, anderswo vor der schnellen kranckbeitt hin zu fahren, und musten also wieder ihren willen gottes gerichtt erkennen. Mitt solchem jahmer und nassem und weichem” winter endete sich das 1521. jahr. $ 13. Von dem hader, den der konig aus Dennemarck auf Dantzick vorschuf. - Im jahr 1522 erfuhren die Dantzker vor gewiss, das Hans Kersten, der konig von Dennemarck, wolte mitt ibn ein krieg an- a) davor bosen ausg. B. 1) Fol. S. 626--627. 2) Thorn besass schon seit dem 14. Jahrhundert ausserhalb der Stadt ein Siechenhans und errichtete in Zeiten der Test ausserdem noch Pesthäuser. Val. Bender, Gesch. des städtischen Krankenhauses und der öffentlichen. Kranken- anstalten in Thorn. Zs. des Westpr. Gv’s XV, 6—7.
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* Tract. XXI. $ 13. 637 fangenl), aus diesen ursachen: zum ersten umb des hohem. willen, der mitt den Preusen nichts schaffen kundte, und sie sich vorlangstt auf die Preusen voreinett hetten, wiewoll es dem konige grosen schaden brachte, dennoch dem hohem. zu willen und trostt ehr den Dantzkern entsagte. Die ander ursach war diese: als der konig von Denne- marck mitt den Schweden* kriegte, kamen indem der Dantzker mechtige schieffe aus Barbarien, Hispanien, Portugall und Engelandtt mitt grosem gutte, den es waren die besten schieffe der mechtigsten kaufleute. Als die schieffe in den sundtt kamen, da man dem konige von Dennemarck muss ein schweren zoll geben, brachten die schiepper aus den schieffen nach vorschreibung des koniges von Dennemarck ihren zoll; aber man wolte ihn nichtt annehmen, sondern bogerte von ihn nach ordination des koniges noch zwier so vıell. Die schiepper satzten sich dawieder und appellirten vor den konig, aber sie kundten nichtt vorkomen, sondern man weisete sie zu fraue Subroch gen Kopenhagen?). Von dieser Subroch istt zu wissen: vor- dem, ehe der konig von Dennemarck ein ehegemahel nahm, hielte ehr eine hure, das war dieser Subroch tochter, die war ihm eine auser- wehlete, kurtzweilige und guttwillige hure3). Nach der wirtschaftt liess der konig sein gemahell sitzen und mitt seiner vorigen huren spielete. Dessen nahmen sich die rethe an und underweiseten ihn in solchem, aber der konig rahttfragte fraue Subroch, der huren mutter, was zu thun were; sie gab ihm ein solchen rahtt, das der konig seinen rethen den todtt drauete, wo sie ihm mehr davon 1) Gr. kehrt die Verhältnisse um: nicht Christian IL, sondern vor allem das Haupt der Hansa, Lübeck, drängte zum Kriege, wozu die Grewaltthätig- keiten des Königs und seine den Ilandel der Iansestädte bedrohenden Pläne die Veranlassung boten. Ueber die Gründe zum Kriege, über die man bei einem Geschichtschreiber vom Schlage Gr.'s keine Belehrung suchen wird, s. be- sonders Boeszoermeny, Danzigs Theilnahme an dem Ariege der Hanse gegen Christian II. von Dänemark, Progr. der Petri-Schule zu Danzig von 1860, 5.38 f. 2) Die Erhebung des Sundzolles überliess Christian II. in der That der Mutter seiner früheren (Geliebten Düweke, der Amsterdamerin Sigbritt, von Gr. Subroch genannt, die durch willkürliche Erhöhung den Danzigern gerechten Grund zu Klagen bot. Auch Stegmanns Hanseatische Chronik, Ss. r. Pr. P, 523, erwähnt es. Vgl. Boeszoermeny, a. a. O., S. 15. 19. 3) Ueber Düweke und ihre Mutter Sigbritt s. Dahlmann, Geschichte von Dänemark III, 321, 323, über letztere auch das Urtheil Stegmanns, 321. j 4 *f,1.346a.
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*fol. 346b. 638 Tract. XXI. $ 13. sagen wurden!). Nichtt gahr lang nach dem starb die hure, worvon das weiss gott; derwegen fraue Subroch und der konig liessen alle rethe, die ihn von der huren wegen vormanett hetten, todten und sprachen, sie hetten ihr vorgeben?),. Nachdem regierte fraue Subroch das gantze reich von *Dennemarck auch mehr, als die konigin?). Als die schiepper zu ihr kamen, sagten [sie] ihr von neuer boschwernis des zolles, so doch konigliche[r] ma. von Dennemarck briefe und siegell ein solches nichtt ausweiseten; darauf fraue Subroch antwortte: mein her konig istt ein gesalbter konig, daramb darf ehr seine briefe und siegell nichtt halten; so will ich, das ihr den neuen und alten zoll geben soltt. Auf solches giengen die schiepper von Dantzick zu rathe, sie wolten nur den alten und vorschriebenen zoll geben und siegelten mitt guttem winde heim). Das stundtt so drei jahr an, da kamen abermahl 13 Dantzker schieffe mitt grosem gutte in den sundtt, die arrestirte frau Subroch mitt solchem boscheidtt5): man solte dem konige die schiepper, so etwan den neuen zoll vorschmehett, lebendig oder todtt uberant- worten samptt den schieffen und allem gutt derer von Dantzick. Wo diess nichtt geschehe, so woltt ehr ihr feindtt sein und die schieffe mitt allem gutt behalten in recompensam. Den von Dantzick war dies ein unmuglichs zu thun, das sie die schieffe samptt den guttern solten gewehren, und voraus die schiepper, den etliche waren schon todtt. So riethen etliche, man solte schieffe auss- machen und die arrestirten schieffle mitt gewaldtt aus dem sunde 1) Vgl. Dahlmann, a. a. O. III, 323. Bei Gr. ist wieder richtiges mi erfundenem vermischt. Gegen das Verhältniss des Königs zu Düweke nach dessen Vermählung erklärte sich sein Rath, der Erzbischof von Drontheim, Erich Walkendorp, der sich dadurch die Rache der Sigbritt zuzog. 9) Nur der Ritter Torben O:re verlor aus diesem Grunde sein Leben. Stegmann, 521. Dahlmann III, 325—327. 3) Vgl. Stegmann, 520—521. 4) Von einem besonderen Falle, wie ihn sich Gr. hier zurecht gemacht hat und im folgenden noch weiter benutzt, um die Feindschaft zwischen Danzig und König Christian zu erklären, ist sonst nichts bekannt. Gr. hat auch hier nur die alleroberjlächlichste Kenntniss von den wirklichen Vorgängen und erset:t den Mangel durch seine gehässigen Erfindungen. 5) Nach Stegmann, 522, hielt der König 10 Danziger Schiffe mit voller Fracht im Jahre 1521 an. Boeszoermeny, S. 38, spricht von 14 Schiffen.
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Tract. XXI. $ 13. 639 nehmen. Sintdem in der stadtt Dantzick uneinigkeit war, wie oben gesagtt istt, wardtt nichts daraus. Diese zwietrachtt in wahrheitt den konig mutig machte, und fraue Subroch wardtt freidig. In solchem vorliehren und zwietrachtt der Dantzker muste ein schiepper von Dantzick, mitt nahmen *Casper Schilling, groses gutt entberen. Ehr kam in Schweden, fandtt einen bischof und ein edelman, des alten Stenstayer weibes bruder, mitt nahmen Jostt Erich, der wardtt mitt der zeitt konig in Schweden!). Mitt dem vorschuf Schilling, das man dem konig aus Dennemarck entsagte. Sie brachten auf 60 tausentt Daleknechtt?), die nahmen Schweden ein und machten den edelman zu ihrem heren. Die knechte, so von dem konige von Dennemarck da gelassen, die stedte und schlosser zu bewaren, erlangeten keinen soldtt noch speisung. Sie gaben sich zu den Schweden, lerneten [sie] mitt buchsen schiessen, mitt spiessen und helbarten in der ordenung streiten?); derer aller fenrich und haupttman war Caspar Schilling. Sie fiellen in Dennemarck mechtig, brandten, und gieng ihn woll®). In diesem liess fraue Subroch den jungen Stenstayer und seine mutter erwurgen, den sie hetten sich dem konige auf seine vorschreibung gefangen gegeben, welcher war der rechte erbe a) 3. ist mit Rucksicht auf Jdie Mittheilung Stegmauns, Ss. r. Pr. V, 520, ergänzt. 1) Gustav Erichsson, aus dem Hause Wasa, war der Sohn der Schwester des 1520 verstorbenen schwedischen Reichsterwesers Sten Sture; er wurde 1523 König von Schweden. 2) Schwedische Chroniken geben die Zahl der Dalekarlier, die gewiss fortwährenden Schwankungen unterlag, auf 15—20000 an; doch hält Geijer, Geschichte Schwedens II, 23, die Angabe für wenig zuverlässig. Darnach be- urtheile man (rr.’s Zahl. 3) Deutsche Söldner verstärkten in der That das Heer Gustav Wasas. Geijer, a. a. O. II, 28, theilt mit, dass ihm x. B. 60 Landsknechte aus Danzig von einem Stockholmer Bürger zugeführt wurden; nur Gr. weiss, dass solche aus Christians Diensten zu den Schweden übergingen. Dagegen bestätigt auch Steymann, 320, dass die deutschen Landsknechte die schwedischen Bauern in der deutschen Fechtweise unterrichteten. 4) Die Bedeutung, die Gr. den Danziger Jasper (Caspar) Schilling für die Erhebung der Dalekarlier unter Gustav Wasa zuschreibt, ist von ihm voll- ständig übertrieben. Nur so viel ist bekannt, dass Schilling den aufständischen Schweden vielfach Hilfe leistete, namentlich durch Zufuhr von Lebensmitteln und Kriegsbedarf. König Christian verlangte aus diesem Grunde 1522 seine Aus- lieferung von Danzig. Boeszoermeny, a. a. O., 36. 41. 41* *f0].347a.
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640 Tract. XXI1. $ 13. zu der kron Schweden!). Dadurch wurden die Schweden erstlich unsinnig. So zog der konig von Dennemarck zum keiser Carolo V., der war scin schwager; ehr erlangete von ihm die achtt uber Schweden, auch uber alle, die mitt ibn handelten. Diese achtt wardtt den Dantzkern, wie rechtt istt, angesagett?2). Die Dantzker nahmen sich der Schweden an und legten die gutter der Schweden bei sich auf. Der rahtt von Lubeck nabm es auch an, sondern die gemeine nichtt3). Sie siegelten mitt gewaldtt in Schweden, brachten ihn *f0].347b. pulwer und buchsen, auch meister, die ihn buchsen gossen *und schmiedten, den die Schweden gaben geldtt#). Durch solches harreten die Schweden des koniges mitt freuden; darumb sich zu rechen ent- sagte der konig den von Lubeck5), Diese bogerten von den Dantzkern hulfe, die Dantzker sagten ihn hulfe zu, wo sie nur nichtt wolten abfallen, wie vor, und lassen sie im peche stecken, und solten auch wieder den hohem. in Preusen sein. Dies wolten sie nichtt angehen, angesehen das die ersten dieses ordens waren burger von Lubeck gewesen, zogen also zu der zeitt von einander und nichts beschlossene). Das horete fraue Subroch, sie grief zwischen ihre beine auf ihr hureninstrumentt und sprach: danck habe, liebe grue conte, das du hastt beseichtt die gense, das istt die hensa. Sie be- schloss mitt dem konige, die Dantzker schieffe und gutter zu nehmen und damitt den krieg aufSchweden, Lubeck und Dantzick zu fuhren. Solches wardtt den parteischen Dantzkern angesagett. 1) Die Nachricht ist falsch. Christina, die Wittie Sten Stures, liess der Dänenkönig nach dem Stockholmer Blutbade ihrer Güter berauben und w.llte sie allerdings nach Steymann, 520, auch ertränken lassen, begnügte sich aber damit, sie in Dänemark gefangen zu setzen. Vgl. auch Dahlmann, (feschichte Dänemarks III, 348. 2) Christians Reise zu seinem Schwager, Kaiser Karl V., hatte unter anderem auch den Zweck, Iilfe von ihm für die Unterwerfung Lübecks zu er- halten; er erreichte wenigstens so viel, dass den Seestädten der Handel mi! Schweden und die Schifffahrt dertlin verboten wurde. Auch Danzig erhielt das kaiserliche Mandat. Boeszoermeny, S. 38. 3) Der Kaiser nahm auf Vorstellung von Lübeck sein Mandat sogleich wieder zurück, Boeszoermeny, a. a. Ö. 4) Vgl. Steymann, 524. Geijer II, 31. 5) Fisistoben 8.637, Anm. 1, bereits bemerkt, dass Lübeck den Krieg erklärt. 6) @r.s Angaben sind durchweg plumpe, alberne Erfindungen. Zieischen Danzig und Lübeck wurde am 15. März 1522 ein Schutz- und Trutzbündnis abgeschlossen. Bueszoermeny, S. 42.
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Tract. XXI. 8 14. 641 $ 14. Von groser boschwernis armer leute, under dem hohem. gesessen. In diesem jahr, als der hohem. Albertus seinen leiblichen bruder Wilbelmum, margrafen von Ansbach, aus Preusen gefertigett hette, den ehr so viell jahr in grosem hofe auf des ordens kosten hette gehalten, auf das ehr ihm hulfe Preusen bostreiten, so wolte b. Erich von Braunsschwig samptt dem hohem. auch nachzichen; den die seinen sprachen: der keiser und der konig von Ungern hetten ihm geschrieben, ehr solte komen und den Turken bostreiten, derhalben solte ehr gantz Preusen haben!). Diess ein gestaldtt zu machen, dazu dorfte ehr geldtt. *Ehr vorsamlete in diesem jahre *fol. 34a. sein elendes und vorterbtes folck, sagte ihn folgende zeisa an, so lange zu geben, biss ein wirdiger orden vorsorgett wurde und das seine wieder hette, und lautt also?2): von einer thonne grob saltz ..... 2 schil. fass wiltnis hechtt..... Lt f. thon klein saltz....... 4 schott fass wiltnis aall........ L£ thon hechtt........... lfirdung fass baab aell....... .. 4 schott thon hering .......... 4 schott fass flumfisch ........ . 2 schott thon dorsch .......... 4 schott fass zandt......... ... 4 schott thon honig ........... Y, m. fass zerten ..ne....... 1 f. thon methe........... Lf. fass lachs ............ Y, m. thon biehr ........... 4 schott fass stuhr............ 8 schott thon brandttwein...... 1/, m. fass neuenaugen ...... 1 f. lastt flachs ........ ...dm. lastt wedeasche........ 8 schott lastt pech...... SE TUNTENE me Aast Ahern teen 8 schott 1) Richtig ist so viel, dass der IIM. schon 1521 die Absicht hatte, in Sachen seines Ordens nach Deutschland zu ziehen, und dass er auf dem Landtage zu Bartenstein am 9. Januar 1522 mit den Ständen von neuem hier- über verhandelte. Voigt IX, 637. Töppen, Acten V, 690. Auch verfolgte er damals sehr eifrig den Gedanken, mit seinem Orden gegen die Türken zu ziehen. Voigt IX, 642—645. 2) Auf der erwähnten Tayfahrt zu Bartenstein legte der IIM. behufs Er- langung der Geldmittel zur Reise nach Deutschland einen Tarif zu einem Aus- fuhrzoll von Waaren aller Art vor. Die Stände verlangten Abschrift des Ta- rifs zu weiterer Berathung, und auf einer neuen Tayfahrt am 20. Januar 1522 zu Königsberg wurde der Entwurf mit einigen Abänderungen wiederum vor- gelegt, wobei noch eine Mahlsteuer hinzugekommen war. Diesen neuen Entwurf hat Beler in seine Chronik aufgenommen; auszugsweise ist er abgedruckt bei Töppen, Acten V, 699. Eine Abschrift davon muss Gr. gehabt haben, denn die obigen Sätze der Zeise stimmen ziemlich genau mit denen des Entwurfs überein.
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*fol. 348b. 642 Tract. XXI. 8 15. vom 60 rundttfische.... '/;, m. 60 flagfisch........... m. vom 60 streckfus...... 1 m. 60 zandtt .....cn..... 2 m. vom 60 zerten....... . 1/, m. 60 treuge hechtt die m. 1 schil. vom 60 frische hecht .. 1 m. 60 baueholtz die m.... 1 schil. vom 60 dielen von der m. 1 schil. 60 Littausch garn...... lg. vom schiepfundt hoppen !/; m. 1 stein wachs ........ 4 schott vom hundertt wagenschoss 1 f. von der fassung fisch.. !/, m. vom stein henf,....... 1 schil. vom hundertt klapholtz. 8 schott. vom 60 treugen lachs ............. Keeneerereenenuenn !/, m. von allem getreide in der mublen vom scheffel.......... 1 schil. von der ohme Reinisch wein. ..eeeeerersereeeeennnnnnn 1, m. vom Ungerschen und Merschen wein ........cucrconc0. 8 schott vom halben fuder landttwein........ Kurses nennonsnnne af. vom fass Romaney.............. Kereneneneerenenn FE: 55 3 von der pfeiffe bastartt .......ecccrennerenureen ren. LM. vom techer gesaltzen leder............. Keruneunrenene m. *yom techer ungesaltzen leder ........o.rcncersuenenne 1£ vom pack gewandtt nach wurden der tucher........... . 1/, m. vom korb feigen........ Seeeneneennunenuuune une ... 1 schil. vom korb rosienen...cceoceecennenneenerenen screen. 1 schil. vom stein mandelkern von der m. „2... eecreccnuencen .. 1 schil. also vonn iglichem, was man im krahm hat, von der m. 1 schil.; von allerlei specerei in den apoteken und seiden gewandtt, auch von allerlei wahre, da man mitt handeltt, von der m. 1 schil. Dieser zoll und zeisa stundtt biss auf Apolonia des 1523. jahres. Da sagten ihn die stedte auf, nichtt das sie wolten den h. hohem. vorachten, sondern sie hetten es nichtt, vormochten es auch nichtt mehr zu geben!) Dies geschahe, da der hohem. nichtt in Preusen war. $ 15. Wie man die landtschaftt in diese zeisa zu vorwilligen brachte, Auf das der hohem. seine unterthane bowegete, das sie in diese vorterbliche zeisa willigten, langete ehr zum ersten den grosen adeli an, sagte ihn, das ihm gross geldtt von noten were, sint- dem ehr dem keiser umb Preusen dienen solte; derhalben solten sie ihm sagen, ob die genante zeisa einem wirdigen adell zu nalıc 15.5. 645, Anm. 1.
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Tract. XXIL 8 15. 643 were. Under diesen waren etliche, die von ihm unlangst vor vor- reter gescholten waren; auf das die wiederumb einen gnedigen heren hetten, sprachen sie: nein, sondern es were ein gottliches.” Diese furten den andern adell darein, das sie vorwilligten!). Groe munch. Nachdem underweisete man einen groen munch in dem kloster zu Konigsberg, der vormanete in seinen predigen das folck und lobete solchen aufsatz, das ehr seliger were, den almoss geben?). Merten Roseler. In diesem nahm der hohem. den burge- meister Merten Roseler aus dem rahtt der stedte in seinen rahtt, der muste ihm *schweren und die gemeine vorlassen; den dieser Merten *fol. 349a. Roseler muste allewege vor die gemeine das wordtt reden und wandte den bohem. durch sein vorstendiges vorgeben in vielen sachen vom vorterbnis armer burger ab. Sintemahl Merten Roseler arm und viell schuldig war, den diegemeine gab ihm nichts, so gab ihm der hohem. das privilegium, das ihn niemandts mahnen solte, und solte es bezalen, wen ehr es ohne seinen schaden geben kundte, machte ihn im Kneiphofe zum rentmeister und eigenete ihm die gutter zu, welche man nichtt vorzeisen wolte?), Handttwerker. Nachdem nahm man die handttwercker vor und sagte ihn die zeisa mitt ernstt an. Die handttwercker satzten sich mitt entschuldigung ihrer armutt dawieder, beklagten sich, das man ihn ihr vormögen im geschmuck und in der kleidung hette abgelegett. Der hohem. vormerckte, wie niemandtt aus dem grunde redete; ehr erlaubete ihn den schmuck von golde, silber, gewandtt und futter, wie vorhin, da vorwilligten sie in die zeisat). 1) Die Angabe ist vollkommen unbeglaubigt; nur so viel ist richtig, dass sich der Adel zur Zahlung einer Steuer erbot. Ueber die Verhandlungen auf der Tagfahrt zu Königsberg s. Töppen, Acten V, 693—707. 809-811. 2) Die Nachricht ist ebenfalls unbeglaubigt. 3) Auch diese Angaben über Martin Röseler berichtet allein Gr.; richtig ist allerdings, dass der HA. in jeder der drei Städte Königsberg gewisse Per- sonen mit der Einnahme des Zolles beauftragte. Patent des HM.’s vom 3. Februar 1522 bei Töppen, Acten V, 704. 4) Durch die Landesordnung vom 18. November 1521 war den Hand- werkern in den Städten verboten worden, seidene Kleider, sowie Schauben und Barrets von Marderfell zu tragen, ferner denen von Königsberg noch besonders, Handel irgendwelcher Art zu treiben. Während der Tagfahrt vom 20. Ja- nuar 1522 baten die Gemeinden der drei Städte Königsberg um Aufhebung dieser ihnen lästigen Bestimmungen; sie verlangten ausserdem Vertretung bei den Berathungen über wichtige Landesangeleyenheiten und einige Verbesserungen
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*fol, 349b. 644 Tract. XXI. $ 15. Der kaufman. Nach allem dem nahm ehr den kaufman vor sich, sagte ibn diese zeisa an, ehr handeltt lange mitt ihn. Sie entschuldigten sich zum ersten manigfaltig und hielten ihm vor sein wordtt und vorschreibung, ihn gethan in vielem geldttgeben, so woll seine falsche muntze, mitt der ehr sie mercklich vorarmett hette; auch wurde derwegen niemandtt mitt ihn handeln, dadurch den die stedte vorgehen wurden etc. Der hohem, nahm zu hertzen, das niemandtt den grundtt rurte, daehr sich vor forchte. Derhalben antwortt ehr ihn: es weren zweierlei falsche muntze; die klippen hefte er mussen schlan, sonstt hetten die knechte sein gantzes landtt geplundertt, so hette ehr sie auch schon vorboten; die ander waren die groschen, die Phlaym!) *und seine geselschaftt schlugen, die weren wie die seinen, sondern in der brustt des margrefischen allers hetten sie cin A. Sintdem ehr sie mitt seinem willen ge- schlagen hette, solten sie gehen biss auf ostern und darnach niemer; man solte sie Pflaymen wiederbrengen, der soltt sie einwechseln bei vorlustt aller seiner gutter, der solte sie in die furstliche muntzkamer brengen. Was belangende sein zu sagen, darauf sprach ebr: die nohtt zwunge ibn, und gemeiner nutz drunge ihn, das ehr es nichtt halten kundte. Als sie aber nichtt ein bowerlichern schutz hetten, als den, der wer nichts, sie solten nur die zeisa annehmen. Die kaufleute erboten sich, eine schnelle summa geldes zu geben vor die zcisa. Das woltt der hohem. nichtt angehen, den es war nichtt ewig. Die kaufleuto langeten die handttwercker an, das man eine genante zeitt der zeisa machte. Die handttwercker antworten: die kaufleutt hetten nu 15 jahr lang alle zeisa und ungeltt zugesagtt dem hohem, man hatt sie nichtt horen wollen, so soltt es auch itzundtt so bleiben. Da gieng die zeisa am tage Vincentiü martiris an, und kam daraus grose unbequemigkeitt, den das 1 firdings im Minziwesen. Indem nun der HM. die Landesordnung nach ihren Wünschen ebänderte und auch auf ihr sonstiges Deyehren ohne Wissen der Räthe einying. gelang es ihm, die (Gemeinden von den Räthen in Sachen der Steuerforderung und des Zolles zu trennen und dadurch auf letztere einen Druck auszuüben. T’yl. die Landesordnung vom 18. November bei Töppen, Acten V, 679--B80. Beler bei Töppen, a. a. OÖ, 699—700, und das Patent des UM.s von 3. Februar, a. a. (O. 1) Gr. meint den Bürgermeister der Altstadt Königsberg, Nicolaus Pjlaum, der die Münsen, welrhe die drei Städte auf Grund des Privilegiums des HNM.s prägten, ausgab, Man nannte nach ihm im Volke diese Münze ‚Pflaumen- Groschen’. Freiberg, 161. Grunau, oben S. 623, Anm. 1.
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Tract. XXI. 8 16. 645 werdtt war, mustt man vor ] m. vorzeisenl). So waren auch viell ins koniges landtt, welche wolten reich werden, die kauften zu Thorn die lastt korn vor 20 m., zu Konigsberg gaben sie es umb 18, und zeisa dazu. So war es in allem handell, den zu Konigsberg war alle ding gesatz, wie man es kaufen solte. $ 16. Von dem gemeinen ergernis und irtumb eines unseligen munches, Lutter genantt. In diesem jahr erwuchse plutzlich eine sonderliche ketzerei und manigfaltiger irtumb under geistlichem und weldtlichem stande von einem vorlaufenen munche Augustiner ordens, den der furstt Fridericus von Wittenbergk vorhieltt umb *der neuen universitet *fol. 350a. willen, die ehr da gestieftett. Des munches nahmen war doctor 1) Die angeblichen Verhandlungen mit den Kaufleuten entstammen Gr.s /ruchtbarer Phantasie. Allein auch hier finden sich Anklänge an thatsächliche Vorgänge, nur ist das wahre daran kaum noch xwerkennen. Nicht die Kaufleute, sondern die Gemeinden der drei Städte Königsberg, also wesentlich die Handwerker, klagten in ihrem 8.643, Anm. 4erwühnten Gesuch an den HM. über die Im Umlauf befindliche Münze, nämlich über die während des Krieges geschlagenen Klippen- groschen und über die spüter gemünzten (Groschen. Der HM. untersuchte die Klage und fand, dass die von Königsberg geschlagenen Münzen, die Pflaumen- Groschen, minderwerthig seien. Er befahl daher in dem Patent vom 3. Fe- bruar 1522 die Einziehung dieser Groschen und ihre Einwechselung gegen voll- werthige Münze, die bis Ostern erfolgt sein sollte, ferner ordnete er die Bestrafung desjenigen an, der die Schuld an dieser Verschlechterung trüge. Töppen, Acten V, 703. Diese Vorgänge liegen Qr.s Erzählung zu Grunde. Ausserdem ist richtig, dass die Rithe der drei Städte Königsberg nicht jeden Gedanken an Zull und Steuer abwiesen, sondern dem HM. gewisse Sätze bewilligen wollten, die dieser aber ausschlug, woraus bei Gr. geworden ist, der Kaufmann habe dem HM, eine Summe Geldes angeboten. Im übrigen spiegelt sich in Gr.s Bericht die richtige Thatsache freilich nur im allgemeinen wieder, dass der IIM. auf der Königsberger Tagfahrt vom 20. Januar 1522 durch Sonderrerhandlungen seine Absicht zu erreichen suchte. Wenn freilich Gr. berichtet, dass der Zoll- tarif in der von ihm mitgetheilten Gestalt angenommen worden ist und am Taye Vincentii (22. Januar) anying, so hat er wieder läuten, aber nicht anschlagen gehört. Der Zolltarif wurde nicht angenommen, das Ergebniss der Ver- handlungen war vielmehr, dass der Adel eine Steuer von seinen Diensten be- weilligte, die auch Schulsen, Krüger, Freie und nach geringerem Satze auch die Bauern zahlen sollten, dass ferner der IM. dem Lande eine Mahlstener und einen Ein-, Aus- und Durchfuhrzoll auferlegte, der insbesondere den Handel von Königsberg schwer belästigte., Vgl. das Patent vom 3. Februar bei Töppen, Acten V, 809-810. Daron weiss Gr. nichts.
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*fol.350b. 646 Tract. XXI. & 17. Martinus Lutter; seine meinung war, die geistlichen alle abzuwerfen, den ehr lerete, ein iglich furstt were babstt und bischof, und ein iglich cristt were ein priester und munch, ein jeder mochte messe lesen, die weihung were nur umb des geldes willen erdachtt, und solcher sachen viell. Daher kam es, das alle lose leute, die nur ein wenig lesen kundten, das gemeine folck boredeten, das sie dem geistlichen stande gahr gefehr wurden, die priester schlugen, sie heimlich wegk brachten und auf kein predigen achtten, viell weniger auf das bannen, sie in der fasttnachtt offentlich vorspotteten und solches lasters viell ubeten. Den wer nur drucken oder schendtlich schreiben kundte, das gieng im nahmen Lutteri aus, dadurch den gantz Deutschlandtt vorgieftett wardtt. So machten sich wieder ihn Johannes Eggius, Jeoronimus Embser, Johannes Murner'), bruder Jo- hannes Tezell, bruder Franciscus Zeiler, munche und doctores, die disputirten und schrieben wieder ihn, Aber alles, was nichtt im evangelio und im Paulo war, davon hieltt Lutter nicht, er vor- laugnete alle heilige schrieftt, sonderlich vordampte ehr das geistliche rechtt und nante den babstt mitt den seinen den antecristt. $ 17. Von sonderlichem fasttnachtspiell in Preusen. In diesem jahre machte man in des koniges stedten in der heiligen fasttnachtt solche freude. Die Dantzker machten einen munch wie Lutter, sie fuhrten ihm entgegen babstt, bischof, cardinall, pfaffen, munche und solches folckes viell. *Der babst und die seinen brauchten solche stucke im spiell, wie bei den Catholischen ubelich. So balde Lutter das sahe, schrei ehr wieder solchen handell, ob das evange- lisch were. Von diesem geschrei vorsamleten sich ein haufen, die vorbrandten bucher und zeigeten mitt fingern ‚auf den babstt und die seinen, und ein jeder sagte seine reime auf die geistlichen. Da- durch wardtt der spielbabstt zornig, der bannete Lutterum, vorschoss ihn mitt lichten, vorlautte ihn mitt glocken; solches thett ihm auch Lutter hingegen. So war da ein spielkeiser, der nahm sich der geistlichen an und thett Lutterum in die achtt. Auf solches warf Lutter die kappe abe und sich zu losen stradioten gesellete; indem 1) Bekanntlich Thomas Murner. 2 0 0 |
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Tract. XXI. $ 17. 647 kam der teufell und fuhrte ihn wegk. Dies spiell war kunstlich angerichtt, auch sehr lecherlich, aber spottlich auf den babstt!}). Elbinger fasttnachtt. Die vom Elbinge machten ein ander spiell. Sie hetten ein groen munch, hinder dem stunden die teufell, die bliesen ihm ein, wie ehr den ablass und gnadenbrief vorkeufen solde, der rufte vor und vor: legett in den kasten, und solcher lecher- lichen und lesterlichen narheitt viell. Als sie vor das rahtthauss kamen, da gab* der spiell-Lutter das urteill uber den ablassprediger, man solte ihn vorseuffen ; aber ehr entlieff, darumb vortrieben andere den Lutter, und gieng lecherlich zu. Thumheren. In diesem spiell waren auch thumheren, die lieffen umbher und jagten weiber, bothen ihn vor ein nachttlager eine *kursche?) vor 20 m., der ander mehr weniger, darnach es ihm *fol.351a. ins maull kam. Solches kam von einer sonderlichen ungunstt, den. die thumheren von der Frauenburg, wolten der stadtt Elbing ihre herligkeitt abtreten, die sie auf dem habe hetten, und beruhmeten sich vor dem konige der bewerung. Sondern als sie es solten darthun, hetten sie nichtt ein buchstaben; daraus kamen viel unbequeme dinge. Geitz. Zum andern: auf das der dienstt gottes zur Frauen- burg gehalten wurde, eigenete Sigismundus, der konig von Polen, den thumheren zu Frauenburg das comptoramptt von Hollandtt zu biss zu austrage der sache mitt dem hohem., andren den seinen ohne schaden. So hette vor diesem der konig dem Michell Brag- waien, burger vom Elbinge, vor seinen dienstt, im kriege gethan, gegeben Rapendorf, Marienfeldtt und Schonewiese, desgleichen hette ehr auch gegeben dem Cristoff Pusch Hersefeldtt und andere gutter mehr. Die thumheren ermaneten sie mitt ernstt, ihnen die gutter einzureumen, oder sie wolten sie bannen. Darauf antworten sie, sie wolten vor vorretern woll behalten, was ihn konigliche ma. ge- geben hette. Auf solche worte bogerten die thumheren von ihn in a) dahinter ausgestr. man. 1) Vgl. Hirsch, Oberpfarrkirche ron St. Marien, 5. 262. Da das Fast- nachtspiel, wie Gr. selbst erzählt, eine der alten Kirche feindliche Tendenz hatte, so ist wohl kaum richlig, dass es den von ihm erzählten Ausgang gehabt hat, dass also Luther vom Teufel weggeführt worden ist. Vol. übrigens auch die An- gaben des Balthasar Gans über ein Königsberger Fastnachtspiel, das ähnlichen Inhalt gehabt zu haben scheint wie das Danziger, bei Meckelburg, Königsb. Chron., 164, Anm. 15. 2) D. i. ein Pelikleid.
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*fol.351b. *fol. 3528. 648 Tract. XXI. 8 18. der tagefartt eine bowerung; da logte Michell Bragwain der thum- heren und capitels von der Frauenburg briefe und siegell auf, wie sich das capitell dem hohem.* ergabe, samptt allem dem ihren? wieder ihren eidtt [ihn°] zu guttel... einzunehmen wieder die Polen. $ 18. Von der priester zinser in Preusen. *In diesem spiell waren auch viell pfaften, etliche in demu- tigen, etliche in stoltzen geberden, etliche mitt knechten und pferden, andere mitt schonen frauen im wagen. Da war singen, lachen, schemlich greiffen, auch viell welegen und niederlegen der spiel- frauen. Die ursach nahmen sie von solchem, In Preusen sein viell priester, der geringste hatt jo jehrlich 20 m. Preusch. So war dies ein gemein sprichwortt under den leien: hatt in Preusen ein priester jebrlichen 20 m., so lebett ehr priesterlichen, wen ehr es allein hatt. Hatt einer 30 m., so thutt ehr schon und trincktt einem burger gleich und wirdtt arm. Hatt einer 40 m., so will ehr ein mardern schaube und borett haben mitt landtsknechtschen hosen und wirdtt so arm, das ehr im biehrkruge muss brauen lassen, den ehr hatt nichtt geldtt. Hatt einer 50 m., so will ehr eine famula haben, die gibtt ihm 4 ds. zur collation. Hatt einer 60 m., so will ehr halten ein schon pferdtt, dazu ein knaben; die famula mitt dem knaben machen kinder; der her gibtt dem officiall 10 m., dem kinde 10 m., das ander gehett vor die getreuen diensttbothen, und der her bittett sich wor zu gaste. Hatt einer 70 m., so muss ehr haben eine famula, ein pferdtt vor sich und eines vor den knaben, sein gewandtt muss sein auf adelich’, und eine hure; diese muss ihn ausputzen, auf das nichts im hause bleibett. Hatt einer 80, 90 oder 100 m., so legett ehr ein wagen zu, darin fuhrett ehr vordacktt ein frauenzimmer, das in eine botelei woll diente. Hatt einer 200 oder 300 marck, *so bekomtt ehr sicherlich solch eine kamerfraue, welche muss drei merde haben; und also, jo reicher sie sein, jo unseliger leben sie fuhren Sie sein nichtt priester, sie beten nichtt, sie tragen berthe und lange messer, gehen in ihrer kleidung wie die leien. Allein wen sie in capitell oder anderswo presentia und offertoria sollen nehmen, so kleiden sie sich geistlich.. Und solcher rede viell, auf welche sie dies spiell machten. a) d h. am Rande, im Texte ihm BR. b) ihrem B. c) fehlt BBt, in B dem hohem. aus- gestr. d) Nach: gutie scheint zu fehlen: den thum, e) adolisch B.
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Tract. XXIL. $ 19. 649 $ 19. Von einer ausgelogenen tagefartt ins koniges teill, sich zu vorantworten. B. Albertus, der hohem., schieckte in diesem jahr eine bot- schaftt zum konige Sigismundo in Littauen. Ehr bahtt ihn umb ein sicher geleidtt, das ehr mochte aus dem lande ziehen, den ehr wolte sich bofleissen, das die heren zusamen kemen und ein gutt mittell in ihrem handel funden. Was ehr hette gethan wieder die kron von Polen, dazu hette ihn gebrachtt* der babst Leo X. und der keiser Maximilianus, denen hette ehr gefolgeit. SoP gerauete ihm, das ko- nigliche ma. so ein gutt hertz zu den Preusen hette, so sie doch alle seine vorreter weren, sonderlich die Dantzker. Das wolte ehr ihn in eigener person unter augen mitt ihrem brief und siegell bo- weren. Der konig boriehtt sich und liess ihm ein solch autworlt geben: ehr gebe ihm geleidtt, aus Preusen zu ziehen mitt der under- scheidtt, ehr solte denen, welchen ehr vor dem kriege das ihre ge- nomen, vorhin eine gestaltt machen. Auf das ander liess ehr ant- worten: es were nichtt cristlich, sondern schendtlich von einem fursten, das man ”*menner, die schon in gottes gerichte weren, *fol. 352b. so dorfte anliegen. Also were alle sein antragen, das man nichtt ein wortt von ihm durfte wahr achten. Auf das dritte liess ehr ihm antworten: ehr satzte ihm und den Preusen eine gemeine tagefartt gen Graudentz auf Reminiscere nechst zukomende; were ehr ein gutter fromer Deutscher furst, ehr solte es auf die Preusen wahr machen in anhoren der rethe von Polen. Von stunden an gieng der brief, und der tagk fieng an. Die Polen und Preusen waren starck da, aber vom hohem. kam niemandts. Sie schieckten zu ihm und ihn vormaneten, seinen worten gnugzuthun uber die Preusen. Ehr schreib ihn, ehr wuste von keinem vormessen, so vor dem ko- nige geschen; hette sein bothe was angetragen, das mochte ehr aus- stehen!). Die Preusen und Polen damals beschlossen, sintdera der hohem. konigliche muntze bei ihm vorboten, so solte man auch seine a) übergeschr., ausgestr.: gefubrti B. db) Die Hda. beginnt hier eine neue Zeile. 1) Von dem Gr.schen Gerede ist nur so viel richtig, dass der Kimig von Tolen eine Tagfahrt nach Graudenz auf Dienstag nach Keminiscere (18. Märr) berief und hierzu auch den HM. einlud, um einige zwischen ihnen streitige Punkte au erledigen, Lelxterer bat um Ilinausschiebung des Termines, weil die kurse rist bis dahin ihm nicht ermöglichte, Berollmächtigte zu senden, erhielt aber keine Antwort. Gesandte des Ordens waren daher in Graudenz nicht anwesend. Voigt IX, 645—6419. Ueber die Beschlüsse s. die folgende Anmerkung.
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*ful. 353a. 650 Tract. XXIL 8 20. muntze vorbitten, das seine muntze, auf seinen nahmen geschlagen, solte nach zukunftigem Urbani nichts werdtt sein. Sie war auch werlich gahr gering und nahm alle jahre abe. . Auch solte man in scin landtt nichts fuhren, sondern man solte es halten, wie ehr es auf des koniges landtt gesatz hette; wolten sie was haben, sie solten da die zeisa geben und bezalen es mitt altem gelde und golde. Also solten sie auch zu Dantzick und Elbing thun. Das wardtt auch von des koniges folck gehalten, welches des ordens landtt ein grosen abbruch brachtel). $ 20. *Von neuem rechte und feiren in etlichen stedten. In diesem 1522. jahr vor fasttnachtt kamen vom kaiser briefe in Preusen in die stedte, so under dem konige gelegen, in welchen ehr des koniges folck anzog wie die getreuen des heiligen Romischen reiches: sie solten sich auf Oculi lassen zu Nurnberg horen, wie ihr vornehmen und guttwilligkeitt zu dem Romischen reich were, den man befurchtt sich, das es der Tureke besuchen wolte. Auf das aber keiser Carolus V. der lande gunstt hette, satzte chr in seinen briefen vor ein rechtt, das lebendige bruder und vorstorbener bruder kinder solten zu gleicher teilung gehen, den dies hette viell jahmer gemachtt. Die Preusen gaben dem keiser durch bothen und briefe ein solch antwortt: erlauchster keiser, das wir werden angezogen als getraue gliedmassen des heiligen Romischen reiches, so wir doch geschworene der kron von Polen sein und dem Romischen reiche nichtt underworfen.” Auch istt uns woll bewustt die ungunstt der fursten im Romischen reiche, den sie liessen uns in vorgangenen jahren ungewarnter sachen kriegesweise überziehen, dessen wir uns zu ihn nichtt vorschen hetten und gleichwoll es wieder gott und rechtt leiden musten. ° Der hulfe halben wieder den Turcken were ihr demutige ent- schuldigung: was ihr konig erkennen wurde, das nach hartem a) Es fehlt der Nachsatz. 1) In Graudenz wurde in der That die Ordensmünze und die Waaren- ausfichr in das Ordenstand verböten. Gr. hat die beügliche Urkunde des Königs vom 15. Mai (A. Tom. TI, 74 an. LVh unzweifelhaft vorgelegen, da er swarchl den Tag, an dem die Ordensmünze ausser Umlauf gesetxt wurde (S. Urbn, 25. Mai), wie auch die Bestimmung, dass Ordensunterthanen im Köniysthede zur gegen gute Münze und Zahlung eines Ausfuhrrolles Waaren ausfrihren sollten, daraus richtig anführt,
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Tract. XXIL $ 21. 651 kriege vorterbte leute kundten ausrichten, das wolten sie willig angehen.!) Elbinger festt. Die Elbinger wurden in diesem jahr mitt vorwilligung des heren bischofes eines, das sie wolten in gleicher mass, als die Dantzker feiren den sontag nach Martini — *den zu der zeitt gott wunderlich vorschuchtertt 16 tausentt mahn von der stadtt, wie oben gesagtt istt, — also wolten auch die Elbinger den freitagk vor mitfasten mitt der procession und an- dachtt wie in corporis Christi zu ewigen zeiten feiren?) — den in dem tage funden ihre feinde eine oflene stadtt und unvorsorgett; aber gott blendete sie, das sie ihren willen nichtt hetten, den sie hetten sich verschworen, wenig leben zu lassen, wie den oben gesagtt istt, — und nach der messe ein gnugliches almosen armen leuten zu geben. Dies festt wardtt auch auf ewige zeitt mitt ablass be- gabett. $ 21. Von einem milden Lutteristen und vom auszuge des hohem. Alberti. In diesem jahr zog der hohem. aus Preusen.?) So satzte* ehr ein priester seines ordens gen Braunssberg; der war ein milder Lutterista, den ehr hielte nichts von der sehelen des menschen, noch von dem andern leben, sondern das einer thun mochte, was ihm geluste, und gebrauchen seinen willen, das were allein ein selig leben. Von der taufe gab ehr ein gleichnis, das es were mitt einem menschen gleichwie mitt einem hunde foller flohe, den man ins wasser wurfe und die flohe ein weile damitt stiellete; also were es a) übergeschr. }) Der Reichstag war, wie Gr. richtig angiebt, im Jahre 1522 auf Oculi (23. März) nach Nürnberg mit Rücksicht auf die drohende Türkengefahr berufen worden, doch findet man in den bisher veröffentlichten Quellen keine Bestätigung der obigen Erzählung, die schon an sich sehr unwahrscheinlich klingt. Dagegen ist bekannt, dass Danzig Ende 1521 yeyen die Zuständigkeit des Reichskammer- gerichts Widerspruch zu erheben genöthigt und hierbei 1522 vom König van Polen unterstützt wurde. Boeszoermeny, Danzigs Theilnahme an dem Kriege der Hanse gegen Christian IL ron Dünemark, 8, 39. 40, A. Tom. VT, 49 n. XL, 2) In Elbing wurde die Erinnerung an den Angriff der Ordenssüldner am $. März 1521 bis zum Jahre 1772 durch ein stets am 9. März gehaltenes kivch- liches Dankfest gefeiert. Merkelbury, Königsberger Chroniken, 8. 357. 3) Der HM. trat seine Reise nach Deutschland am 10. Aprü 1522 an. Töppen zu Falk, 91, Anm. 1. *f01.353b.
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*fol. 354a. *fo].354b. 652 Tract. XXI. 8 22. auch, wen sich ein mensch taufen liesse. Mitt messelesen, wie so lang geschen, were teuscherei und gotzerei. Derhalben lase ehr allein im sontage das evangelium Deutsch, sang das pater noster auf Hebreisch, consecrirte den leichnam Jesu und ihn nahm von der patene leckende. Daraus folgete, wer nur gern geldtt gabe, der mochte thun und glauben, *was ehr wolte, in den fasttagen das gantze jahr durch essen und trincken, was ihn gelustett; den in der fasten nichtt fleisch essen were nichtt im evangelio geschrieben. Alle schrieftt, wie hoch auch die schreiber weren, were erlogen, allein die evangelia nach Hebreischer vorstendtnis weren wahr. Solches kam ins gantze landtt, das durch die priester, die ihm beifielen, viell hundert sehelen vorfurtt worden. Sintemahl hurerei auch nichtt solte sunde sein, so giengen sie daran wie wilde. $ 22. Wie Heilsberg ausbrandte. Der bischof Fabianus von Heilsberg und sein capitell von der Frauenburg waren seumlich, die ketzerei Lutteri zu strafen und die priester zu stiellen, die dem Luttero beistandtt theten in dem, das ehr ihn riehtt, das sie nichtt dorften die keuscheitt halten. So waren viell stedte in Preusen dem bischofe und seinem capitell nichtt gutt, vormeinten derwegen, den rahtt in den stedten gott zu feinde und den frembden zum spott [zu] machen, dieweill sie in Bohemischen irtumb fiellen und nichts dazu theten. Aber [gott*] den bischof und seine kirche also besuchte. Kurtz vor Palm wardtt ein burger zu Heilsberg mitt seinem knechte uneins in dem stalle bei dem pferdefutteren. Der burger hette ein brennende lichtt in der handtt und wirftt unvorsehens also im zorn das lichtt aufs stro, ergreiftt ein dremell!) und damit auf den knechtt zu, aber ehr entlief ihm. Damitt wardtt das lichtt vor- gessen, das stro wardtt brennend und kam in kinig holtz, Als das feur aufkam, wchete der windtt starck und brennete *mitt gewaldtt. So hette man noch woli gerettett, sondern die burger lieffen umbber und brachten ihre armutt in die keller. Indem sich das feur durch den starcken windtt teilete, brandte in vielen enden und nahm uberhandtt, das man nichts retten kundte. Es vorbrandten viell a) fehlt BB.’ 1) D. i. ein Balken, Riegel.
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Tract. XXI. 8 23. 653 frauen in den wochen, auch alte leute und kinder, den die frauen jagten die kuhe aus, vorgassen damitt der kinder und der ihrigen, das also die stadtt samptt dem rahtthause und thurmen bei der mauren zu kohlen vorbrandten. Allein die pfarkirche, der pfarhof, - etzliche meltzheuser mitt sonstt untuchtigen heuselein im grunde am fliesse der Alla nur blieben!). Solches liedten die Heilsberger umb der unachtsamkeitt ihres bischofes,; den alle weldtt achtett es vor eine pflage gottes, so woll ehr auch selbestt. Nachmals wolte ehr viell wieder die ketzerei thun, aber es war zu lang geharrett, und der irtumb gieng immer fortt. : $ 23. Von andern sonderlichen pflagen gottes. Auss der Lutterischen ketzerei dies wardtt, das man wenig bielte von dem fegefeur. Viell auch glaubten, dieweill gott aus seiner guttigkeitt hette den menschen erschaffen und ihm bedachtt, sein himellreich zu geben, derhalben wurde gott nichtt: zum lugner werden, sondern sein wordtt halten, und were nur teuscherei, das die pfaffen mitt ihren vigilien und messen solten die sehelen von der pein erlosen; und geschahen solcher hohnrede und lesterung viell, darumb gott also strafte. Sintemahl dies jahr die ostern hoch kamen?), und die fasten warm und trucken war, in welchem die pauren die welde und dorfer poserten mitt *feuerbrennen, so nahm’fol. 355a. solch feur uberhandtt, kam in die hofe, die zum teill im kriege waren stehen blieben, ein teill auch wieder gebauett, und so viell an manchen enden mitt menschen, kindern und viehe vorbrandten. Zu wissen die meinung des posern: die pauren in Preusen, umb vieheweide willen brennen sie im vorjahr alle alte kreuter wegk so woll in den welden als in den wiesen, wor es noht thutt; nach welchem posern wechstt gutte weide und grass. So kam dies jahr vom posern ein unuberwindtlicher schade im gantzen lande, und war von fromen hertzen erkandtt, das es umb der lesterung willen ein pflage gottes war. Von milchspeise. So war eine andere lesterung von vielen aus der ketzerei Lutteri genomen, wie das geweihete wasser nichts 1) Die Feuersbrunst in Heilsberg kurz vor Palmen (13. April) bestätigt auch Stegmann, 515. 2) Ostern fiel 1522 auf den 20, April. 42
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654 Traet. XXI. 5 24. were, den gotzerei, von narren erdachtt, als die pfaften sein. Und geschahe, wen es dio frauen heim brachten, so theten* etliche lose companes unehrliche dinge dem weiwasser. Das strafte gott also. Auf dem grosen sehe, genantt der Gensserick!), und in andern wassern mehr fing man im winter viel fisch, gross und schon; son- dern wen man sie handelte, so stuncken sie grausam sehr, das sie niemandtt, weder viehe noch mensch, goniessen kundte, und werete lang. Das viehe, so von den wassern hette getruncken, gab viell milch, davon man viell putter und zwerge?) machte, aber die speise grausam sehr stanck, das sie auch niemandtt geniessen kundte. Man furte sie ins landtt®, und wardtt vorkauftt; won sie aber aufgeschnietten wurden, so gieng ein solcher stanck davon, das es den leuten fastt wie todtlich ware Darumb wurden die armen leute, welche sie vorkauftt hetten, mitt unvornunftt aus den stedten getrieben, den die’ milehspeise wolten auch die thiere nichtt essen. *fol.355b. $ 24. *Von tretzmutigen bosknechten und ihrer handelung. In diesem jahr balde nach ostern, als der konig von Denne- marck den schweren krieg auf die Schweden und gantze hensa furte, und ihm sein folck umb boser bezalung willen entgieng, derwegen richtte ihm der hohem. ein schieff von 150 lasten aus, foll mitt speise pulwer und guttem geschutz von gantzen und halben schlangen, auch sonstt feldtgeschutz gnug, mitt kaulen, von stein gehauen, von eisen, ertz und blei gegossen, auch mitt hakenbuchsen. Solches wardtt von Konigsberg abegeballastt, lage im tieffen, harrete auf den heupttman mitt hundert mahn dem konige von Dennemarck zu gutte. In diesem harren wurffen sich viell bosknechtt zusamen, welche den winter uber zu Dantzick gewesen und gezerett, auf die schieffartt; sintdem aber die schieffe nichtt siegelten, wusten sie keinen handel). Ihrer 18 wurden im spatzieren eins, das sie zu gesellen wolten eine beuthe holen. Sie giengen zu ihrer zeitt uber die nerung und kamen an das tieffe, in welchem das vorgenante schieff lag; sie funden den esping (das istt das kleine schieftlein, damitt man vom schieffe ab und a) am Rande B, b) überg. B. 1) Der Geserich-See im Kr. Mohrungen, s. Saalfeld, 2) Eine noch heute unter dieser Bereichnung bekannte Käscart.
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Tract. XXU. 8 25. 655 zu fehrett!) am lande, funden aber niemandtt dabei, den die knechte waren ferne davon in einem dorfe zu biehr. Die 18 fallen in den esping, kamen damitt zum schieffe und funden die darinne alle schlafende, welche sie ohne barmhertzigkeitt aufwackten und ihr ein teill ins wasser wurfen. Gott gab ihn einen starcken windtt, das sie in einer nachtt in Schweden lieffen, welche sie mitt freuden *auf- *fol. 356a. nahmen. Dies gluck hetten zu der zeitt die armen gesellen, das wardtt ihn woll gegunnett. $ 25. Von einem unleidlichen handell zum Elibinge, und wie gott die Lutteristen pflogete. Alle teufell fuhrten zwei munche von Wittenberg aus dem kloster und ordens Lutteri gen Elbing, den sie solten gen Resell in das kloster. Zu diesen lieffen die ketzerischen pfaffen der stadtt Elbing, auf das sie mochten von Lutters lehre horen. Sie machten in einem hause ein prassen, zu welchem kamen alle, denen fromigkeitt eine beschwernis war, und von einreden der pfaffen sagten die vordampten munche viel. Viell burger, die Lutterisch waren, giengen abe und zu. Auf den abendtt in foller weise gedachten die heillosen pfaffen der munche, welche in der stadtt Elbing woneten, wie sie dem folck predigten, das sie mitt dem gebete des rosenkrantzes solten Mariam, die mutterliche jungfrau, wirdigen, so wurde Maria alle ihre sache fugen. So sprachen die bubischen frembden munche: daran reden eure munche wie ketzer; den Maria istt gewesen eine ubertreterinne ihrer gelubde, den sie gelobete gott jungfreuliche reinigkeitt, daruber nahm sie einen mahn und hette ein kindtt; und solcher erschrock- lichen worte viell, von welchem viell erschracken und giengen wegk. Auch sprachen viell junge narren: woltt ihr den grundtt ansehen, so istt es alles nichtt, wie man uns bisher gelehrett hatt. Viell wurden offentlich unvorschantt, die vorhin nur heimlich Lutterisch waren, und geschahen viell reden. So wirdtt *von anbegin in der *tol. 356b. schrieftt gefunden und gelesen, wie die lesterung und hohnrede, Christo getban, von ihm lange zeitt geduldett istt, aber die lesterung und hohnrede auf Mariam, seine mutter, wurde balde geschendett. Also geschahe es auch mitt den Lutteristen zum Elbinge. 1) Nach Hirsch, Handels- und Gewerbsgrschiehte Danzsigs, S. 264, die grösste Schaluppe eines Kauffartheischiffes. 42*
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656 Tract. XXIL. $ 25. Die pfaffen wurden gantz unmehr, das man auch lieber sache ein hundtt in redlicher burger heuser gehen, den ein priester. Auch wurden ungehortt* viell diensttmegde geschleiertt und waren alle gutt Lutterisch. So geschahen auch viell mordte. Sonderlich ein burger. der war ein groser Lutter, der wolte bei den bildern aus der kirche fische sieden, das kloster anstecken und solcher andachtt viell uben; aber gott fugte es, das ehr mitt einem brodttmesser erstochen wardtt und starb in seinen sunden. Der es thett, war auch Lutterisch; ehr kam ins kloster auf die freiheitt, sondern ehr genoss seiner worte, den ehr hette gesagett, der munche ablass und freiheitt were schalckheitt. Man nahm ihn aus dem kloster und thett ihm sein rechtt. Solcher materien geschahen viell in der stadt. Sonder- lich wardtt ein uncristlicher mordtt von 4 Lutteristen gethan. Es begab sich nach dem kriege, das die stadtt Elbing ein privilegium erlangete, das die Masuren umb die Lomsa und sonstt anderswo mehr solten nach alter ordination ihre wahre ger Elbing fuhren und nichtt weiter; dem waren die Masuren gehorsam und kamen. So begab es sich in diesem 1522. jahr auf Philippi Jacobi auf den Elbingschen jahrmarcktt, das dahin kamen funf Masuren mitt guttem *f01.357a. viehe, sie vorkauften es, und wardtt *ihn von den burgern woll be- zalett. Von dieser bezalung wuste eines rahttmahns sohn, sagte es einem edelmahn, der in koniglichem geleidte lage, und hette ihm 2 dorfer gegeben, der wardtt genantt Oswaldtt, von dem obene in dem 21. tractatt gesagtt isttl), und einem kruckmacher, gutter leute kindtt von Dantzick, aber ein burger zum Elbinge, auch Albrecht Wartenburg, von dem obene in dem 20. tractatt gesagtt istt?), der samptt seinem vater von den reutern gefangen wardtt. Dieser redete die andern an: weill sie gutte collationgesellen weren, wolten sie zu gesellen auf die Masuren warten und eine beute holen. Sie uberkamen die Masuren, todten vier, aber der funfte entran. Dieser mordtt war lange vorschwiegen, wer ihn gethan. Man gab vielen schuldtt, auf diese aber gedachte man nichtt. Der Masur, welcher entrantt war, kam wieder, erkante den Oswaldtt, klagte es etlichen, die hielten es ihm vor, auf welches machtt ehr sich mitt dem ansager wegk. So weiss ich nichtt, wie Albrechtt Wartenburz mitt dem kruckenmacher vorspehett wardti. Als sie beide den tack a) ungehort und B. 1) S. oben 8. 542. 2) 8. oben S. 473—474,
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Tract. XXI. 8 26. 657 uber mitt feuerbuchsen waren umbgangen, und niemandtt wuste worauf, da nahm man sie am morgen von dem bette, und musten einem Lutterischen beichttvater durch marter bokennen ihre hande- lung; sie theten es unwillig, und man hieb ihn aus groser vorbitte die heupter abe. $ 26. Wie sich die Dantzker im kriege auf den konig von Dennemarck hielten. In diesem jahr wardtt der konig von Dennemarck mitt den *von Lubeck uneins umb der Schweden willen. Darumb das die*fol. 357b. von Lubeck mitt den von Dantzick® vor einen mahn stunden, und der konig von Dennemarck den Dantzkern an schieffen und guttern hette genomen in die vier mahl hundertt tausentt marck, so dan umb der Schweden halben sich alles ungemach erhub, und die Dantzker mitt den Schweden stetigen handell trieben, dadurch wurden die Dantzker guttwillig und fiengen neben der hensa ein krieg auf den konig von Dennemarck an). Als man aber solte geldtt aus- geben, da war keines da. Die 40 gutte menner?), die von der ge- meine worden presentirett, die bogerten rechenschaftt vom rathe, wo doch immer ihrgeldtt hin komen were, das wolten sie wissen. Ebertt Ferber, welchen man umb ubriger gewaldttbrauchung halben hiess der Dantzker konig, und man ihm mitt andern schuldtt gab, das sie das geldtt zusamen geteilett hetten, der gab ihn vom ratthauss ein antwortt: ehr wolte rechenschaftt geben nichtt ihn, die da weren bierbrauer, backer, schuster, schneider und andere, sondern konig- liche[r]ma., oder wem ehr es bopfelen wurde. Das muste also bleiben. Woite man geldtt haben, so muste man die gutter schatzen, und wardtt gegeben von tausentt marck werdts 15 m!3). So waren etliche auf der Altestadtt, die vorschwuren sich mitt ihrer gemeine, a) den Schweden ausgestr., d. v. D. übergeschr. B. b) XXV, ein X ausradirt B. 1) Pol. oben S.636—610, wo 8.640, Anm. 6 bereits bemerkt ist, dass am 15. März 1522 ein Schutzs- und Trutzbündniss zwischen Lübeck und Danzig zum Kampfe gegen Dänemark abgeschlossen. wurde. 2) Die Gemeinderertretung ron Danzig, die damals so entscheidend auftrat, bestand nicht aus AO, sondern aus 48 Mitgliedern. 3) Ueber diese Steuer war nichts zu ermitteln, Vielleicht liegt nur eine Verwechselung mit der in früheren Jahren erhobenen Steuer auf stüdtischen Grundbesitx und Kaufmannsgüter — 5 Mark vom Tausend — vor; tgl. oben S. 611, Anm. 2.
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*fol. 3588. *fol. 358b. 658 Tract. XXI. $ 26. zu diesem kriege nichts zu geben, bei grosem pfande. Indem forderten die 40 gutte mienner die von der Altestadtt, sonderlich welche sich vorschworen *hetten, nichts zu geben. Diese gaben ohne wiederrede, die andern alle wolten es nichtt goben und sprachen: ihre gemeine were, umb solchen krieg zu fuhren, nichtt begrussett, derhalben gedachten sie auch nichts zu geben; wurde man sie weiter darumb notigen, so wolten sie ein anders thun. Man thete nach- fragen, wie sie bei solchen frewell kenen. Da erfandtt man, wie die andern sie hetten angeredett, die schatzung nichtt zu geben. Dieselbigen hetten ein vornehmen mitt dem hohem., der solte ein folck vorsamlen, wor ehr kundte, und komen heimlich, sie wolten die gemeine aus ihrer stadtt dem rahtt aus der Altenstadtt wieder- spennig machen, so wurde der rahtt ein solches nichtt leiden, sondern wurde die Altestadtt mitt ernstt angehen; indem solte er komen, sie wolten ihm aufthun. Das wusten die 40 gutte menner und liessen es geschen, schwiegen stielle, theten, wie sie es nichtt wusten; idoch hetten sie ein auge auf sie und schwiegen vom geldttgeben biss zu seiner zeitt!). Die Dantzker richten aus zehen auserwehlte schieffe mitt 2 tausentt mahn. Die kosten auszurichten ohne alles altt ding 30 tausentt marck. Der schieffe heupttman war Ebertt Ferber, wan man wuste woll, das ehr gutt Denisch war?); ihm zu trutze muste ehr mitt, ehr zog auch. Ein schieff mitt 200 mahn und 20 burgern siegelte sich an einer steinklippen zu grunde?). Als sie 4 wochen waren ausgewesen, kamen sie wiedert), und die sache blieb so viell erger. Der konig von Dennemarck bohielte seinen willen; niemandts muste gen Dantzick, *sondern gen Konigsberg liess ehr sie siegeln umb des hohem. willen. Vor diesem schlimen heimkomen, das sie nichts ausgerichtt hetten, blieb Ebertt Ferber in voriger ungunstt bei der gemeine’). Wem es geluste, der nante ihn ein dieb und ein vorreter; ehr muste es leiden, kam auch so weitt, 1) An dieser Erzählung ist auch kein wahres Wort. 2) Eine vollständig aus der Luft yeyriffene Verdächtigung Ferbers. Dem Bürgermeister waren übrigens noch drei Rathsherren beigegeben. Stegmann, 525, Ferber-Chronik, Ss. r. Pr. V, 534. 3) Eins der Danziger Kriegsschiffe gerieth am 29, August 1522 bei Born- holm in der That auf ein Riff und versank, doch nur 25 Mann, darunter der Fihrer des Schiffes, Bartholomaeus Schacht, ertranken. Siegmann, 523. 4) Die Unternehmung währte in der That nicht viel länger, als vier Wochen, ron Ende August bis zum 3. October, 5) S. Kestner in der Zs. d. Westpr. Ges II, 39.
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Tract. XXII. 8 27. 659 das ehr wardtt aus der stadtt vortrieben samptt seinem bruder und tochterman, auch beraubett aller ehren, davon ich zu seiner zeitt sagen werdel), auf das man wissen magk, wie gott die strafett, die in der ketzerei Lutteri ein uncristliches leben fuhrten; den sie es hernach selbest bekanten, wie sie gott schendete. S 27. Von sonderlichem vorsitzen der dinge, davon sich der gemeine mahn in Preusen ernehren thutt. In diesem jahr war fastt alles teur, was man bedorfte; den von der sche wardtt umb des krieges willen zwischen den Dehnen und Schweden nichts zugefuhrtt. Man kaufte eine thon hering umb 12 m., 1 tbon klein salz 5 m, 1 tlon grob saltz 5 m., 1 thon putter 11 m. und so mitt allem dinge. Zu lande wardtt nichts in Preusen gefuhrtt, den die weine waren erfroren. Darumb trunck man ein stof bastartt umb 16 schott, ein stof Romanie umb 6 g., ein stof Krosner umb 4 schott, methe war wollfeill, den stof umb 2 schill. Es war im lande allerlei getreide gesehett und gieng schon auf; als es schossen solte, sahe jederman seine lustt daran und sprachen: gott wirdtt uns gnug geben. So geschahe es aus sonderlicher strafe gottes, das der weitzen *so hin gerihtt, der haber *fol. 359. woll und das korn ubell, was davon wardtt; wen man es buche, wolte es nichtt gahr werden, es wardtt lose wie treber und der” scheffell galtt 24 schill. Die gerste sich plutzlich vorwandelte und wuchs haber daraus; in dem reiffen fiell ehr aus, man fandtt under hundertt nichtt funf gerstenkorner, gleichwoll galtt die lastt 18 m. Das biehr, so davon gebrauen, wardtt gahr susse, das auch viell menschen kranck davon wurden. Wen man auss Polen nichtt hette getreide bekomen, so hetten ihrer viell auss Preusen entlaufen mussen oder gahr vorterben, den die Polen fuhrten gnug zu von getreide und viche, liessen es sich auch woll bezalen, die lastt gerste unb 20 m., das korn umb 18. Sie nahmen davor gutte muntze, alte schillinge, und kauften den Ungrischen gulden umb 3 m. In des ordens landtt war alle ding noch so teur; den umb des zolles willen fuhrte man ihn nichtt zu, und die armen leute wurden mitt a) überg. B. 1) S. unten $ 33, 8, 668 ff.
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660 Tract. XXIT. 5 28. vielen angsten gnug geplagett; den ihr hohem. lage zu Nurnberg, die Preusen aber musten geldtt gnug geben. In diesem jahre waren zumahl wenig fische. Meuse. Es waren zu dieser zeitt unaussprechlich viell meuse, die vorzereten und vorterbten es, wor noch etwas von getreide ware. Die solche geste hetten, sagten, das sie das halbe getreide zurschrodten. Es waren rothe meuse mitt schwartzen striechen die lenge des ruckens. $ 28. Wie man auf ein neues des koniges teill begunte zu zwacken. Acta 1523. Im jabr 1523 auf Johannis Evangeliste kam vom keiser Carolo V. *fol.359b. ein reitender bothe gen Thorn, Dantzick *und Elbing, vormanete sie bei der achtt, das sie dem keiser solten eine mugliche steur geben, den krieg mitt dem konige von Franckreich zu enden, den ehr funde sie dem reiche eingeleibett zu den zeiten des keisers Maximiliani durch auftragung des hohem. b. Alberti, margrafen von Ansbach. Sie boweiseten dem bothen ehre und sprachen, der konig von Polen were ihr berr, und nichtt der hohem., derwegen were sein donation nichts. Das trieb alles der hohem. Albertus, dieweill ehr zu Nurn- berg lage. Ehr solicitirte heren und fursten, das sie mitt den Polen handelten, auf das ehr nur das mochte haben, was ehr im reuter- oder Franckenkriege im jahr 1520 vorloren hette, wo ehr jo den Preusen nichtt mehr zutreiben kundte, das ehr sie nur zum wenig- sten in des keisers achtt brechte und ihn dadurch ihre handelung in frembden landen gelegett wurde. Aber die Polen vortraten die ihren, den ihnen war auch geldtt von nothen auf die feinde christ- licher kirchen. Mitt dem handell des hohem. satzte der bothe den Preusen einen tag zum spruch!). Truncken mundtt. Zum Elbinge bowiese man dem bothen ehre. So wardti ehr in einer trunckenen collation gefragett, ob ihr feindtt, der hohem., schier wurde mitt hehres kraftt komen, wie sich die seinen beruhmeten. Ehr sprach: furchtett euch nichtt, wen dem hohem. ein jahr lang schilling aus den lenden wuchsen, so hette ehr* dennoch gnug zu thun, das ehr den vorigen soldtt ausrichtte. Das ehr auf das neue komen solte, da wirdtt nichts aus; sondern a) überg. B. 1) Es bedarf kaum der Bemerkung, dass das hier ersählte Ereigniss eine der bekannten Cr.'schen Fabeln ist,
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Tract. XXII. & 29. 661 ob ihr wurdett gutte reuter *zu gaste haben, das lass ich ungesagett, *fol. 360a. den es istt der weltt lauf, das einer seinem feinde so wehe thutt, wie ehr magk. Die es anhoreten, lachten es ein® teill, viell nahmen es auch zu hertzen, $ 29. Morung. Am tage der Unschuldigen kindlein dieses jahres wolte der burgrafe von Morung, des koniges mahn, gen Salefeldtt zu seiner frauen mutter, der Falkenhainin, reiten; ehr riett mitt einem knechtt durch Wilmsdorfl) (das von rechte dem konige gehorte, sondern die b. auf Preuschemarcktt es mitt forteill besassen); auch hette ehr mitt sich 4 windtthunde und etzliche jagtthunde. Als ehr gen Wilmsdorf kam, da fallen des edelmahns in dem dorfe seine hunde des burgrafen hunde an. Der burgrafe hieltt nichtt fehr von dem hofe des edelmahns und sahe, welche hunde gewinnen wurden. Der edelmahn von Wilmsdorf, under dem hohem. gesessen, wirdtt zornig, scheustt dem burgrafen von Morung ein pfeill am arme in die brustt, das ehr sturtzte, und der knechtt entrante. Indem nimtt der edelmahn von Wilmsdorf mitt etlichen pauren den ver- wundten burgrafen gefangen auf erholung des schadens, dem edel- mahn von Wilmsdorff geschen. Ein solches erfuhr der heupttman auf Morung, ehr schreib b. Sigmundtt Taniell, pfleger auf Preuschemarcktt?2), ob auch solcher handell, so zu Wilmsdorf geschen, ihm bewustt were. So es ihm aber leidtt were, so solte ehr den edelmahn von Wilmsdorff umb solche thatt annehmen. B. Sigemundtt war trutzig und wolte keine briefe annehmen, der heupttman schieckte zum andern und dritten mahl, aber b. Sigmundtt begunte zu puchen sagende: weren die Polen gleichs eisern, sie wolten die gewinnen. Der heupttman forderte den edelmahn im nahmen *koniglicher ma., das ehr solte *fol.360b. seine pflichtt thun als vom gutte, im kriege gewonnen, wie auch sein bruder Ulrich davon geschworen hette, welchen ehr vorjagtt, als ehr vom dienstt aus Pomern were gekomen. Auf das der edel- mahn von Wilmsdorf auf Preuschemarcktt viell drauewortt hette, die Polen zu besuchen. Als aber der heupttman von Morung kein 1) Gr. Wülmsdorf zw. Mohrungen und Saalfeld. 2) Siegmund Daniel war 1520 Karvansherr zu Königsberg, Ss. r. Pr. V, 332, und 1525 Statthalter zu Rhein, ebenda S. 371, Anm.
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*fol. 361a, 662 Tract. XXII. $ 30. antwortt haben kundte, schieckte ehr hin und liess den edelmahn von Wilmsdorf nehmen alle sein gutt, viehe und, was da war, ob ehr so mochte ein antwortt haben. Sa machte sich b. Sigmundtt, pfleger auf Preuschemarkt, mitt vielen anlagen, woll mitt drei hundertt pferden auf, und wollen Morung sturmen, und der Poll harrete ihr mitt freuden. So kam eilendtt ein bothe von den regenten zu Konigsberg anzeigende, das man solte stiell sitzen und die sache vorhoren; derhalben hieltt man umb dieser sachen willen unter ibn einen tagkl). $ 30. Rede und antwortt, ein teill dem andern, - in dieser sachen. Als sie zusamen kamen, klagte juncker Andreas von Wilmes- dorf, wie ihm von den Polen im beifriede alles das seinige ge- nomen were wieder gott und rechtt; ob ehr auch solches solte un- gerochen lassen, darauf bogerte ehr ein erkentnis. Der heupttman von Morung sprach: das ich ein solches genomen habe als einem, den ich nichtt kundte zu rechte brengen, und wie einem ungetreuen mahn seines heren, ......* Darauf sprach juncker Andres, so ehr from were, so solte ehr es ihm gutt thun in beiden stucken. Der heupttman sprach: ich thu es zuersten gutt also: ich habe ein brief geschieckt *dem pfleger auf Preuschemarcktt, zu welches pflegerei sich der von Wilmsdorf berufett, ob man ein wissen hette von dem schaden, meinem burggrafen gethan; so hatt man gepochett und meine briefe nichtt annehmen wollen, so ich doch seine briefe nichtt vorachtt habe. Zum andern habe ich ihn gefunden auf den guttern meines erlauchsten koniges, derwegen ibn gefordertt zum pflicht- thun, ehr aber hatt es vorschmehett; darumb habe ich ihm als einem ungetrauen das seine lassen nehmen. Der heupttman wardtt gc- fragett, wie ehr es kundte boweisen, das das gutt Wilmsdorf seines koniges were, dieweill es der orden im bositz hette. Der heupttman sprach: in dem, das Morung von den Polen im offentlichen kriege gewonnen wardtt, in der einnehmung wardit bogrieffen juncker Ulrich Janichen, der rechte erbe von Wilmsdorf, der gab sich unterthenig mitt allem dem seinen der koniglichen ma., das also Wilmsdorf a) Der Nachsatz scheint zu fehlen. 1) Vorge IX, 661, deutet an, dass in der That Feindseligkeiten zwischen dem Pfleger von Pr. Mark und dem polnischen Hauptmann von Mohrungen vor- gefallen sind,
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Tract. XXII. & 30. 663 meines erlauchsten koniges ist. Als nu der beifriede gemachtt wardtt, zoge Ulrich wie ein vordrossen mahn auf Samelandtt zu seiner schwester. Damitt kam der Andres, sein stiefbruder, der den gantzen krieg uber nie im lande, noch in keinem dienste gewesen, also underwandtt ehr sich Wilmesdorf; dieweill ehr sich den nach- barlich hielte, liess man es so bleiben, wie doch viell ding umb des besten willen geschichtt. So komtt dein bohem. bei den bositz des dorfes durch einen, der sich zu ihm gegeben hatt, wie von frembdes herkomen. So wardtt juncker Andres von Wilmsdorf* gefragett, was ehr zum burgrafen von Morung vor sache hette. Ehr sprach: als ich mich der gutter meines vorlaufenen stiefbruders underwunden habe, so habe ich gehortt, wie mein bruder seine *garne zum wilde *fol. 361b, und fischen den heupttman von Morung geliehen habe. Derhalben habe ich ihm mitt? meinem knechtt, under mir gesessen und bo- weibett, lassen ansagen, das ehr mir die garne solte folgen lassen und der keines vorhalten, oder ich wurde mitt ihm eine Polnische saue jagen. So liess ehr mir sagen, die garne weren ihm geliehen; wen sie der bogerte, der sie ihm geliehen, so wolte ehr sie ihm wieder geben, und keinem andern. So ich was jagen kundte, so solte ich stellen und aufblasen; wurde ich was fangen, woll mir. Zum andern mahl schieckte ich zu ihm, da liess ehr mir dieselbigen worte sagen. Als ich zum dritten mahl schieckte, do liess ehr mir den knechtt einsetzen. In diesem kam ehr mir, und ich nahm ihn umb der garne halben gefangen. Darauf antwortt der burgrafe: ich bekenne mich zu diesem, das ich den knechtt habe angenomen als ein unterthan meiner frauen vater und mutter, der vor dem kriege seines vaters erbe, under meiner frauen eltern gesessen, geerbett hatt; ob ehr sich nu anderswo habe boweibett und gesassett, istt meinem rechten ohne schaden. So frage ich nu, ob ich auch pflichtig bin, ein solches zu dulden und zu stehen seiner bostrickung, dieweill ehr mich vorreterlich gewundett hatt und und bostrieckt, so ehr doch selbstt in bostrieckung meines gnedigsten heren koniges istt umb dieberei willen, auf ihn gutt gethan noch vor dem kriege, als elır den galgen furchte und zog anderswohin. Davon geschahen grausam viell puchrede, kundten nichtt eins werden, sondern zogen so wegk. Wer was hette, der bohieltt es. a) Morung ausgestr. W. darüber B. b) überg. B.
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*fol. 3028. *fol. 362b. 664 Traut. XXII. 8 31. 1 $ 31. Von loblichem fasttnachttspiell nach Lutterischer weise. Den armen Preusen geschahe sehr wehe an leib und sehle, das frembde heillose leute‘, so umb gottes willen in dem *brodte der Preusen erzogen, sie ihn in servitia geholfen, damitt man® auch die einzugling nichtt vorsorgen wolte, auf das man sagen solte, das die Preusen den auslendern gunstig weren, sonderlich den gelarten. Diese erlangeten briefe, wie Martinus Lutter vom geistlichen stande gepredigett hette, das alle gekapte personen, sonderlich die auf seine ketzerei predigten, ein teufelsgespenstt weren; sie vorhielten allein die freiheitt des evangelii, auf das die cristen nichtt theten, was ibn geliebte; sagte dabei, wie eine kube hette ein kalb geboren, das hette ein groe kappen angehabtt, und anderer solcher schmach- und hohnrede viell. Sie stedte solten frei auf sein einrathen die munche nach Turkischer weise in den pflug spannen, dadurch den das vor- loren brodtt wurde mussen entlauffen und lernen kinder machen, auf das das wuste landtt besatz wurde, und die nonnen im hur- hause weiben, den sie wusten bass ein kindtt allein zu geberen, den ein spalter“ zu beten. Solcher lesterung schrieb man ihn viell von Wittenberg. Den diese vorlorene pfaffen nichts anders studirten, den wie sie die munche, die ihre freie schalckheitt entblosten, mochten zu schande spott und schaden brengen. Diese briefe gaben sie ihren gemeinen und collatienbrudern zu lesen und weiseten ihn. wie sie von den munchen und nonnen solten ein fasttnachttspiell machen. Diesen fiellen bei alle, denen mitt solchem woll war. Auf das sie aber nichtt parteisch gefunden wurden, vorbrandten sie den Lutter; den sie horten, das es der konig von Polen mitt ernste stiellen wolte. Darumb *wolten sie ein gedechtnis machen, suchten sachen, etliche munche zu verleumbden, den sie hetten gesagtt, gott wurde die Lutteristen schenden; sondern gott die munch behutt. Das fasttnachttspiell gieng nach angebung der Lutterischen pfaffen also an. Es giengen funf par munche vor dem pfluge, und nonnen mitt kleinen kindern folgeten nach; auf diese man sang und reimete, und machte es gahr loblichen. So war einer bestaltt, der war mitt viell schalksreden gewiegett, der solte Lutterisch! aut die munche und nonnen thun. Da schrien die Lutterischen pfaffen auf das folck, man solte stiell sein und horen die vorreterei der munche. Da schwieg man, da bahtt der spiellprediger im anfange mitt vielen hohnreden, man solte ein ave Maria sprechen, damitt ehr a, Es fehlt das Zeitwori, b) überg. B. c) So dio Hds. d) Lutteri B.
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Tract. XXIL 8 31. 665 die wahrheitt woll reden kundte, und sprachl): o gott dieser heiliger fasttnachtt, du weistt, wie das evangelium Lutteri sagett; ob ehr gleichs selbst ein munch istt und tregett die kappe, so bubett, schel- ckett und vorretertt ehr doch alle die, welche kappen tragen; warumb, das weiss sein bose hertz. Durch seine lehr aber sein zu schelten munche und nonnen, so sie nur umb fauler tage halben die kappen und kappitzen haben angenomen; idoch istt es in freier wilkure eines jedern, ihn zu solchen tagen zu helfen. Zu ihren zinsern dorfen sie kein recht gebrauchen, sondern jederm zu willen saufen; wer das nichtt kan oder will®, der muss hohn-, spott-, fluch- rede horen allzu viel. O gott Abraham, o gott Isaac, o hoher gott von Jacob, was *sage ich von unsern pfaflen! den sie unsere *fol. 363a. bachanten sein, in einem geschmietzten kittell aussen landes vor- diebett. Sie singen am sonntagk ein freien kreutzgesang, auf das sie im viertelljahr tragen ein hasucke vom besten gewandtt. In kurtzen jahren wirdtt ehr gefirnitz, und komtt wieder her Ludwich, ehr listt eine messe; es were ihm besser, ehr hutete das viehe. Durch gutter leute schweiss und blutt vorsamlen sie sich ein geldtt; so mans so balde nichtt gibtt, ehr bannett, donnertt und schiltt. Die zinser ehr einem armen burger auf freundtliche bitte und wucher thutt leihen; uber das muss ehr ihn ein jahr lang fretzen, des ehr sich viell mahl thutt bospeien. So istt es jo zu ein vor- reterlich ding: seinem gelde ohne schaden supponirt ehr sich sein weib oder jo sein kindtt. OÖ gott, du es weistt, das es jo die bitter wahrheitt sei, das unsere pfaffen uns leien vorraten, [die] hatt Lutter gemachtt frei. Gott fuge es umb die marter sein*, das sie im jahr alle mussen ertrenckett sein etc. In diesem predigen vorloren sich die pfaffen, wie etwan die Juden, da sie wolten die ebrecherin steinigen. Mitt solchem war das spiell aus. Der prediger beschwur es, das ehr nach seinem vorsatz, ohne niemandts anhalten, solches geredett heit. So wardtt anderswo ein sprichwortt, wen man sahe ein pfaffen aus eines burgers hause gehen: schau der pfaf hatt seinen zinss gebrauchtt, und solcher meinung viell. Idoch umb ernstt willen satzte man den spiellprediger ein; ihrer viell vormeinten, das ehr viell leiden solte, aber die obrigkeit half ihm aus ohne pein. a) überg. B. 1) In der nachfolgenden Rede klingen vereinzelte Reime an.
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*fol. 3635. *fol. 3648. 666 Tract. XXI. 8 32. $ 32. *Wie sich die Polen mitt den unglaubigen friedten und gedachten Preusen zu erhalten. In diesem jahre war zu Crakau auf Conversionis* Pauli anzu- heben eine tagefartt und daurete biss auf Letare, welche tagefartt dem konige kostett 26 tausentt schock Polnisch nur in der schan- ekungl). Es waren da botschaften vom babstt Adriano VI. Dieser bostetigte ihm das jubileum Leoni[s] X., damitt ehr mochte die schlosser an den grentzen der unglaubigen bessern?). Von diesem jubileo war entstanden alle ketzerei und aufruhr in gantz Deutsch- landtt und in umbliegenden lendern. Die Preusen hetten vor diesem von dem jubileo und seinem comissario die fasttnachtt gespielett mitt hohn und schenden, nu aber mitt allen glocken leutende und lob- licher procession sie die in die kirche fuhrten. Es war den Preusen ja woll eine schande, sonderlich den Lutterischen pfaffen; den sie hetten viell mahl gesagtt, sie wolten comissarien und jubileun vor- saufen, und itzundtt musten sie das jubileum so schon aufnehmen. Die peen war 500 Ungerisch gulden, der dawieder ‚reden wurde; wurde ehr es schenden, so soltt ehr wie ein ketzer das leben lassen. Es war dem konige nichtt umb das geldtt zu thun, sondern dieweill ehr die ketzerei Lutteri vorboten hette, wolte ehr der Preusen hertz erkennen; so fandtt ehr sie, als man sagte. Ehr sale es an, den es war nichtt rechtt friede mitt dem hohem.; so waren es auch nur lose leute, die den mutwillen ubeten. *Sintemahl ehr wuste, wie die rethe in den stedten uneins waren und armen leuten nach gunstt rechtt hulfen, wartete ehr, welcher teill klagen wurde. Aber in diesem harren stundtt es von Lutters lehr und eigen willen schr wunderlich. Viell von den rethen weder? gott noch rechtt achtten. auch nichtt cristliche gebuhr theten, sondern sie lebeten, das man in andern stedten sagte: solten sie viell vorwetten, so wuste mau a Conversationis B. b) wieder B. 1) Der polnische Reichstag war für den 21. Januar 1523 nach Petrikau berufen, wurde aber der dort herrschenden Pest weyen auf den 2. Februar nach Krakau rerleyt. A. Tom. VI, 191 und 205 n. CLXXXV ff. 2) Leo X. hatte in der That dem König von Polen ein Jubiläum beiwrllis. dessen Erträge zur Wielerherstellung der gegen die Türken und Tataren er- richteten Grensburgen verwandt werden sollten. Ehe dasselbe beyann, starb der Papst, und der König wandte sich an dessen Nachfolger Adrian VI. weyen Ir- stätigung dieser Vergünstigung. Dieser aber «wollte das Jubiläum nur auf sechs Monate gewähren, wogegen Sigismund sich sträubte. A. Tom. VI 135 n. CXXVIL 136, n. OXXIX. 11. n. CXXXIV. 207 n. CLXXXIX.
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Tract. XXII. $ 32. 667 nichtt, ob die in Preusen glaubeten, das nach diesem leben ein ander leben were etc. Tater. Auch war da der Tater botschaftt, mitt welchen der konig ein friede angieng; sie solten auch nichtt wieder die sein, mitt welchen die kron von Polen mitt der zeitt ein vorbundtnis eingehen wurde, idoch dem Tater ohne schaden?). Moscaw. Die Moscowitter waren auch da, die machten auch einen friede mitt dem konige, und umb die gefangene Moscowiter zu Wilna in Littauen ein tagk zu halten, ob man wolte contentt sein, das man die eingenomene schlosser und stedte zu den zeiten Alexandri und Sigismundi von dem Moscowiter im lande zu Lit- tauen wiedernehme* gegen die bajohren, kongos, und wie sie waren, (den der meiste und groste adell des Moscowiters war vor drei jahren von den Littauen gefangen), oder ob sie mehr dagegen thun solten. Umb solcher ursach halben machte der Moscowiter mitt dem konige von Polen ein friede, den der gefangenen freunde sehr hartt in den fursten drengeten?). Turcke. *Es war auch da des Turckschen keiser botschaftt *fol. 364b. und vom konige von Ungern. Die Turcken wolten friede angehen, aber die Ungern waren dawieder, es were den, das sie die einge- nomene schlosser wieder einreumeten. Davon hette der Tur[ck]sche wascha keinen bopfell, derwegen bleib es also. Der Turck wolte weder auf Polen, Wallachei, noch Ungern, ehr solte auch nichtt auf sie, kundte ehr die schlosser wiedererlangen in der massen, wie sie die bekomen, das wolten sie contentt sein. Nach diesem erbieten wardtt von keiserlicher ma. legation angetragen: wolten die Turcken mitt der christen lande ein standthaftigen friede halten, so solte man ihn auch friede halten. In solches der wascha nichtt a) nehmen B. 1) Von der Anwesenheit ciner Tatarenbotschaft in Krakau ist keine Rede. Allerdings kam das Verhältniss zu den Tataren auf dem Reichstage zur Sprache, Der Künig, der noch immer an sie ein Jahrgeld zahlte, um dadurch den Frieden zu sichern, berieth, wie nach Auflösung dieses Vertraysrerhällnisses das Reich gegen ihre Einfälle sichergestellt werden könnte, und verfügte hauptsächlich mit Fiicksicht auf sie eine allgemeine Kriegsbereitschaft. A. Tom. VI, 262 n. CCXNXIV, 263 n. CCXXV. 2) Es wurde damals mit dem russischen Grossfürsten ein fünfjühriger Waffenstillstand abgeschlossen, und eine Botschaft ran 500 Reitern kam nach Krakau, um ihm xu bestätigen. A..Tom. VI, 204, 243.
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*fol. 3658. 668 Tract. XXI. 8 33. willigen wolte, sondern man solte ein schrieftlich antwortt von seinem keiser haben!). Vom reiche. So waren auch botschaften von Ferdinando, dem regenten des reiches im nahmen keiserlicher ma., und der b. Deutsches hauses aus Preusen. Diese bathen den konig, das ehr den spruch solte setzen auf personen des Romischen reiches in der sachen zwischen ihm und dem hohem. in Preusen, auf das die kron Polen von vorsamlung der fursten nichtt auf unkostung keme. Der konig autwortt, ehr wolte sein wordtt nichtt wiederkeren; hette ehr geldtt und unkostt auf den krieg gewagtt, so woltt ehr es auch nichtt sparen darauf, das lobliche fursten seines reiches gerechtigkeitt erkennen uber das landtt zu Preusen. Damitt zogen sie wegk?). Pomern. Auch war da hertzog Jorg von Pomern des koniges schwestersohn im nahmen seines vatern Boguslao und *seiner lande. Ehr gab sich in beschutzung der kron von Polen, man nahm ihn auf mitt dem boscheide, so ehr wurde thun nach dem ratlıe der Polen. $ 33. Wie gott einen treffentliichen mahn von Dantzick strafte. In dieser tagefartt wardtt mitt grosem geprenge des adeis vor- gebrachtt die sache von wegen Ebertt Ferbers, des vorjagten und ehrlos gemachten burgemeister von Dantzick, wie ihm gewaldtt und unrechtt geschen von einer gantzen gemein der stadtt Dantzick; dar- 1) Es ist in jenen Tagen viel ron einem Frieden oder einem Waffenstili- stand mit den Türken die Rede gewesen, den freilich nicht die letsteren nach- suchten, wie Gr. meint, sondern an den der Künig von Polen dachte, und zu dem er seinem Neffen, dem Künig Ludwig von Ungarn, rielh angesichts des Um- standes, dass die christlichen Fürsten des Abendlandes unter sich uneins waren, und man auf üÖhre Ililfe schwer rechnen konnte. A. Tom. VI, 248. 251. 265 n. CCXNXIX. Der König ron Ungarn lehnte es freilich ab, hierauf einzugchen. 4A. Tom. VI, 268-269 n. CCXXXNIL. Von der Anwesenheit einer türkischen Gesandtschaft in Krakau ist nichts bekannt. 2) Eine Gesandtschaft des Erzherzogs Ferdinand erschien allerdings in Krakau; neben mehreren anderen Angelegenheiten mahnte sie der König an die endgiltige Beileygung der Streitigkeiten mit dem IM. Sigismund erklärte sich dazu auch bereit und erwiderte, dass er bereits Boten in dieser Sache an den Kaiser und die Schiedsrichter abgesandt habe. A. Tom. Vh, 235 n. CCYI.
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Tract. XXI. $ 33. 669 uber bogerten sie von koniglicher ma. ein urteilll). Der Polnische und Preusche adell waren umb Ferbers gerechten sachen willen auf seiner seiten und trieben die sache. Dawieder waren von wegen der gemein von Dantzick 2 ratthern, 4 von den kaufleuten, 4 von den handttwerckern, die vorantworten sich?). Die sache war dies. Von anbegin istt dies geschlechtt von Lubeck®) eines von den mit- tellmesigen, das hatt man zu Dantzick woll vorhalten, auch woll regierett biss auf diesen Ebertt. In Dantzick wonete ein burger mitt nahmen Reinholtt Feldttstedtt‘. Diesem liess Alexander, der konig von Polen, aus vorbitte des bischofs Lucas von Heilsberg die stadtt Dirschau umb ein geldtt zustehen. So geschahe es, das Ebertt Ferber im nahmen der gantzen stadtt von Dantzick wie ein burgemeister wardtt geschiecktt zu dem konige Sigismundo, als ehr solte gen Wien zum keiser Maximiliano, Wladislao, konige von Ungarn, und Ludowico, konige zu Bohemen, ziehen und mitt dem orden teidingen umb Preusen; in welcher reise der Ebertt Ferber vorzerte 3 tausentt gulden Reinisch, erlangete derwegen vor seine *muhe, das ihm der konig Sigismundus Dirschau zuschriebe, *fol. 365b. so ehr Feldttstedten mit geldttgeben wurde contentiren‘). So war in Preusen ein rechtt: welcher auf der gemeine geldtt und gutt zum konige zoge und losete vor sein geldtt von einem burger oder der stadtt die vorsatzten gutter ein, der solte vor ein vorgesser seiner ehren gehalten werden; das sahe Ebertt. Ferber nichtt an, sondern gab Reinholtt Feldttstedten nach koniglicher comission sein geldtt. Da nanten sich des Eberts kinder heren von Dirschau, Feldttstedtt aber und sein anhang nante ihn ein vorgesser seiner ehren von Dirschau, und stundtt so lange zeitt. In der zeitt der Ebertt Ferber als ein vorstendiger mahn underbrachtt den rahtt von Dantzick, das a) vorher Hittfeldtt ausg. B. 1) Ueber den Streit und den Process des Bürgermeisters Eberhard Ferber mit der Stadt Danzig sei auf den mehrfach erwähnten, aus den Danziger Archi- ralien gearbeitelen Aufsatz Kesitners in der Zs. d. Westpr. Ges II u. III, bes. III, 24 ff., verwiesen. Er macht jedes weitere Eingehen auf die Grunausche Dar- stellung überflüssig. Dort finde man auch nüheres über die im obigen Para- graphen genannten Personen. 2) Vertreter Danzigs in Krakau waren ausser dem Bürgermeister Matthis I,aange 2 Rathsherren und 4 Mitglieder aus dem Collegium der 48. Kestner, a. a. 0. II, 45. 3) Die Ferbers stammten aus Calear am Niederrhein. Kestner II, 20. 4) Die Nachricht ist richtig: vgl. Kestner, a. a. O. II, 81—85. 48
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*fol, 3668. 670 Tract. XXII. $ 33. man muste thun, was Ebertt wolte. Einem gemeinen* mahnne sprach ehr urteill nach gunstt. Wen jemandts sich befandtt, das ihm ge- waldtt geschahe, und sich vor konigliche ma. berufte, so sprach ehr: alhie istt der konig, — und zeigete auf sich selbst, — ihr soltt thun, wie ich gesagett habe, oder gehett ins gefengniss. Auch hieltt ehr das Stobelausche werder und gab dem rahtthause ein genantes davon; ehr liess vorgehen graben und fliesser, den die pauren gaben ihm geldtt und kauften sich vom grabenreumen abe, beschatze auch die pauren in andern dingen mechtig sehr; auch mitt erdichten ursachen ehr einen, der seine narung hette, strafte, auf das ehr nur geldtt bekaml). Item man muste in den rahtt erwehlen nur, wen? ehr wolte: wen sie gleichs arm waren, als sie nur seine ja-heren waren, so wurden sie im *jabr vom ratthause reich. Er teilte ihn die kleinen pfennige und schillinge mitte, die groschen bohieltt ehr allein und bewarte die gulden; ehr wardtt auch so reich, das das dritte teill der heuser in der stadtt sein war?). Aber Reinholtt Feldttstedten wolte ehr nichtt im rathe haben?), den das war ein mahn von ehren, geldtt und sinnen reich. Wen man dem konige solte seinen tributt geben, klagte ehr, es were nichtt da, wardtt derwegen aufgeschoben. Ehr vormass sich vor dem konige, wieder den hohem. mitt schieffen, buchsen, geldtt und folck viell zu thun‘); als es aber zum trefien kam, flohete ehr das beste gen Lubeck5), und waren im gantzen kriege die allerschlimsten. Im kriege kam Reinboltt Feldttstedtt wieder seinen willen in den rahtt6) und thett wie ein fromer; den im friedemachen wolte der rahtt ein gross geldtt von der gemeine haben, darumb waren sie unwillig. Man schreib es dem tresler auf Marienburg; der kam und underrichtt sie, wie konigliche ma. den gantzen krieg durch die soldners mitt seinem gelde gehalten hette, a) gemeinem B. b) wem B. t) Ferber hatte 1514 den kleinen Werder vom Rathe gepachtet. Kestner. a. a. 0. II, 69. Als Pächter soll er die Bauern stark bedrückt und ausgesogen haben. Man machte ihm auch den Vorwurf, die Verwaltung des Werders rer- narhlässigt zu haben, namentlich die Dämme haben verfallen lassen. Kestier. a. a. O. III, 29. 2) Ueber Ferbers fürstlichen Reichthum s. Kestner, a. a. O, IL, 68. 3) Reinhold Feldstele sass seit 1517 im Rath. Beyer, Ss. r. Pr. 1, 482. 4) Vyl. Kestner, a. a. O, II, 14. 5) Die Beschuldiguny mag der Hass der Gegner Ferbers erfunden haben. Etwas thatsächliches ist sonst hierüber nicht bekannt. 6) 8. Anm. 3.
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Traet, XXII. $ 33. 671 und der meinung mehr, wie oben gesagett istt!), Damitt zog ehr heim, vormeinete, ehr hette sich woll an ihn gerochen darumb, das der :rahtt durch Eberts angeben ihn nichtt zum woywoden und sie haben wolten. Nach seinem wegziehen wardtt der Hettfeldtt?) gefragett von den 40 mennern umb geldtt der stadtt, darauf sprach ehr: ich will mich gegen euch bewarett haben, das auf dem ratthause kein geldtt istt. Wor alle zeisa, schatzung und *ander ungeldtt istt hinkomen, *fol.366b. da fragett Ebertt Ferber und sein compans umb; ich gedenck, das unser geldtt, damitt wir eine arme gemeine sollen trosten und schutzen, zu Lubeck sei). Diese rede nahme die gemeine zu hertzen, und als es ihn vorguntt wardtt, sich zu vorsamlen, gedachten sie es, erwelileten 8 menner zu den 40%). Hans Nimptts’) fuhrte das wortt, sagten dem Ebertt und dem rahtt an, sie solten der stadtt gutter niemer regieren, sie wolten andere vorordenen, und sie solten wegen ihres regiments rechenschaftt geben, wie die stadtt bei die schuldtt keme, und wor ihr schweiss und blutt an gelde, von ihn gegeben, were hinkomen. Da kam die gantze sache auf Ebertt Feiber, derwegen wiech ehr auf Dirschau und suchte hulf®), idoch seine ‚freunde ihm dies wiederriethen. Da erbohtt ehr sich, nichtt vor schneider, schuster, biehrbrauer* und, wie sie alle heisen, sondern vor koniglicher ma. rechenschaftt [zu] geben. Die gemeine sprach: hastu von koniglicher ma. geldtt entpfangen, so gib ihm davon rechen- schaftt; wir aber wollen wissen, wor du das unser gelassen hastt. Davon geschahen viell worte; so wardtt die sache vor konigliche ma, vorschoben, der erkantt, das Ebertt Ferber und seine compans solten rahttheren sein, aber sie solten kein geldtt von der gemeine vor- a) b. backer B. 1) Vgl, oben S. 625 und 8. 626, Anm. 1. 2) Da ein Hiüfeld in der Bewegung gegen Ferber sonst nicht hervortritl, so denkt Gr. möglicherweise an den Danziger Schüppen Tilemann Hirschfeld, mit dem Ferber einige Jahre früher einen erbitterten ltechtsstreit gehabt halte. 83) Der Verdacht, dass Ferber üffentliche Gelder unterschlagen habe, kann wirklich ausgesprochen worden sein. Kestner III, 33. 4) Die Zahl der Gemeinderertreter schwankte allerdings anfänglieh zwischen 40, 60 und 100 Mitglieder, Kestner, a. a. O, II, 27. Von der Wahl von acht Mitgliedern rerlautet sonst nichts, - 5) Ueber Hans Nimpisch s. Kestner, a. a, O. Er besichtigte den Werder und berichtete ungünstig über Ferbers Verwaltung. Kestner III, 29. 6) Kestner. a. a. O, II, 31. 43°
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*fol. 3678. 672 Tract. XXII. $ 33. waren”; das thett Eberit und den seinen wehel). Nachdem wurden Ebertt und Feldttstedtt freunde, einer bahtt es dem andern abe?). Es mochte aber dem Ebertt nichtt helfen, das ehr mochte regieren, wie vor. Indem sagte die stadtt *Dantzick den Lubeckern hulfe zu wieder ihren feindtt, den konig von Dennemarck, mitt 2 tausentt mahn zu wasser, uber welche wolte die gemeine, das Ebertt Ferber solte heupttman sein; ehr muste es annehmen. Ehr zog gen Lubeck, aber nichts begunte, sondern kam ohne irkeine boschichtung wieder gen Dantzick. Derhalben schreib man ihm vorreterei nach, das ehr were vom konige von Dennemarck uberkauftt worden?), davon wardtt die gemeine zu Dantzick auf den Ebertt Ferber unwillig, hiessen ihn offentlich ein dieb und vorreter der stadtt Dantzick. Indem kamen die knechte, die mitt ihm gewesen waren, und maneten die gemeine umb ihren soldtt und bowerten, wie ihnen Ebertt hette ab- gezogen. Ebertt sprach, ehr hette ihn ihren soldtt gegeben; davon war gross drauen und fluchen®). So wolte man rechenschaftt von ihm haben, die schob ehr auf landtt und stedte; da vorreterten und diebeten sie ihn nach lustt. Ebertt meinte solches zu stiellen, ehr erlangete ein mandatt, das niemandts dem Ebertt vor erkentnis’ der gemeinen tagefartt solte solches nachsagen bei der buss zehen tausentt gulden Ungrisch, alsden solte ehr sich vorantworten®). Diese comissio sagte ehr etlichen seinen companes an und bahtt sie, man wolte sie exequiren, aber sie es ihm getreulich wieder- riethen. Ebertt Ferber wolte seiner ehren gnug thun, ehr machtt es mitt den, die in seinen heusern woneten, das niemandts bei zehen tausenit m. peen solte aus dem hause gehen, so man wurde zu sturn schlahen. Das thett ehr auf ein solches: ehr und sein a) vorbahren B. b) entikenntnis B. 1) Ferber appellierte an den König, verzichtete aber auf die Appellatiom, als eine Versöhnung zwischen ihm und dem Rathe am 23. Mai 1522 erfolgte. Der Kinig nahm indessen dieselbe an, verbot bei Strafe, Ferber und seine Ange- hörigen zu kränken, und verlangte Bestrafung derjenigen, welche die inneren Un- ruhen in Danzig angeregt hätten. Kestner, a. a. O. III, 31—35. 2) In der Rathssitzung vom 23, Mai 1522. Kestner, a. a, O. Ill, 35. 3) Anderwärts rerlautel von dieser Beschuldigung nichts. 4) Auch hiervon weiss man sonst nichts. 5) Gr. rerwirrt wieder die Ereignisse. Das Mandat mit der Strafbestim- mung erging vor dem dünischen Kriege; vgl. Anm. 1. Nach der Rick- kehr aus dem Kriege begannen die Angriffe gegen Ferber trotz der vorhergeyange- nen Versöhnung von neuem und betcogen ihn, nunmehr an den König wiederem zu appellieren und persönlich zu ihn zu reisen. Kestner, a. a. O, IH 40-11.
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Tract. XXIL 8 33. 673 bruder Hillebrandtt und seiner tochter mahn Jacob Rex!) schlugen briefe an die pfarkirche, auf *das sie nichtt überfallen wurden, und *fol. 367b. vormeinete, mitt seinem haufen auf den morgen umb 7 uhr in einem aufraschen in etzliche heuser zu laufen und an denen, die Ebertt am meisten die wahrheitt erzelett hetten, ihren willen zu ge- brauchen; sondern sie wurden gewarnett und sie rich enthielten?). Von stunden an, als die briefe gesehen und gelesen wurden, wolte man sturmen, aber Eberts anschlag wardt entdecktt. So bathen die burgemeister Pfilip Bischof und Gregor Broter?) umb gottes willen, nıan solte es nichtt thun, sondern man wolte der gemeine in einem andern zu willen sein. Als Ebertt sahe, das sein anschlag war zurucke gangen, entrante ehr gen Dirschau. Die gemeine kam durch ein lermschlagen zusamen und entsatzten ihrem privilegium nach den Ebertt wie ein dieb und vorgesser seines vaterlants von seinem burgermeisteramptt, theten ihn samptt seinem bruder Hille- brandtt und seiner tochter mahn Jacob Rex in die achtt; die musten auch zur selbigen stunde aus der stadtt. Die gemein gieng in ihre heuser, ihren frauen gaben [sie], was sie wolten, das ander vorsiegelten sie alles und zogen zum konige. Die gemeine hette alle artikell in sententzweise auf Ebertt Ferber erkantt im gehegden dienge und vom gantzen rahtt nach Meideburgschem rechte vorurteltt gestellett. Der konig unbilligte sehr bei der sachen, sonderlich aber des Ebertt Ferbers, und sprach: es geschiechtt euch Dantzkern nach gottes strafe, den ihr lange zeitt her auf unser schreiben nichtt geachtett; wen wir euch schreiben, gefeltt es euch, ihr thutt es; wo es euch aber nichtt gefeltt, so findett ihr meinem schreiben balde eine glose; darumb werdett ihr billig aus *eigener ursach vorblendett. Wie *fol, 3682. ihr gott und die cristliche kirche vor augen habett, wie auch kurtz- lich die euren wieder das jubileum gehandeltt haben, und wie gross Lutterisch die euren sein, istt am tage. Das euch dies solte zum besten gewandtt werden, das istt wieder gott und rechtt. Das jubi- leum will nichtt euer geldtt, wie es die eurigen ausspeien, sondern das jubileum gibtt ein anzeigen, wie euer hertz gegen euren heren istt. So befindett es sich, das ihr gott und uns mistreue leute seidtt. 1) Jacob Rees. 2) Ueber die Gründe, die Ferber zum Anschlagen der Briefe bewogen, und die Gr. wieder entstellt angiebt, wie über den Zusammenhang der Ereignisse über- haupt. s. Kestner III, 41—43. 3) Neben Bischof war es vielmehr der Bürgermeister Heinrich Wiese, der das aufgeregte Volk zu begütigen versuchte. Kestner III, 43.
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674 Tract. XX11. 8 34. Damitt sei Ebertt befolen, das ehr der stadtt Dautzick in allem ge- rechtt werde, hergegen soll sie ihm auch gerechtt werden. Wo ihr den nichtt woltt oder mogett concordiren, so wollen wir auf Marien- burg komen und es da enden!). 8 34. Von einem uncristlichen reiten eines armen mannes, als ehr seine schuldtt manete. In der fasten dieses jahres wardtt landtt und stedte des gc- meinen nutzes halben in des ordens teill vorsamlett?). So wardtt den stedten angesagtt, das sie solten in die vier tausentt gulden Reinisch schaffen ihrem erlauchsten fursten und hohem., der itzundtt ein jahr lang were im reiche umbgetzogen umb des landes besten willen, und der spruch itzundtt vorbanden were, das der keiser mitt seinen churfursten ihm Preusen gahr zugesprochen hette; auf das ehr aber die sententz mochte auslosen, thett ihm geldtt von nothen. Der adell kundte das nichtt angehen, angesehen das sie im kriege vorterbtt waren. Die stedte aber wusten, wie der hohem. den spruch vorloren hette; den zeugwirdige leute ihn dies schrieben, das von *fol. 368b. fursten erkantt were, der *hohem. solte dem konige schweren; wurde ehr es im jahr nichtt wollen thun, so soltt der konig machtt haben, einen ins hohem. stelle zu setzen, der ihm gleich und rechtt thett}). Derhalben gaben die stedte ein solch antwortt: man hette ihn itzundtt und vorlangstt gekeisertt, gefurstett und gespruchett, dadurch sio geben mussen, was sie gehabtt, So dorften sie itzundtt nirgendtt aus, den dio Schweden hetten ihn entsagett darumb, das ihn der hohem. liess schieff und gutt nehmen, als ihn gutte leute? in ihrem kumer zufuhrten; so fuhrte man ihn nu nichtt zu, den arme leute musten auch die schieffe vorzollen, wen sie gleichs ihre gutter vor- zolten. Und sprachen ferner: wolte ihr furstt bei ihn wohnen, so wolten sio thun wie arme leute; aber in dem rechten wieder den a) überg. B, 1) Ueber den Ausgany des Streites hat Gr. nur Geschwätz. Die thatscch- lichen Vorgänge s. bei Kestner, III, 44 ff. 2) Tecber eine Tagfahrt zu Königsberg am 9. und 10, Februar 1523, weile durch die Weigerung der Städte, die Zeise und den Zoll zu zahlen, reranlasst war. s. Tüppen, Acten V, 721-726. 81. 3) Dass ein solcher Spruch ergangen, ist Gr.'sche Erfindung.
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Tract. XXII. 8 34. 675 konig von Polen weren sie zu arm worden und zu sehr vorterbtt. Auch solten die regenten, auch alle gesatzte renttmeister in den neuen zollen wissen, das sie keinen zoll mehr geben wollen, den sie ihn nichtt vormochten; sie gaben ihn auch nichtt mehr!). Die regenten vornahmen ihren unwillen, sie machten aus, b. Wolfgang her von Heideck, undercompan" des hohem.?), der solte gen Nurn- berg zum hohem. reiten und ihm der Preusen meinung ansagen; das vorwilligte ehr. So war ehr viell schuldig, liess ihn derwegen ein jeder manen, sonderlich sein schuster; dem liess ehr sagen, das ehr ihm solte ein par reittstiefeln machen, so wolte ehr ihm bezalung thun. Der schuster machtt die stiefeln und brachtt sie ihm, da be- fandtt b. Wolfgang, das ihm die stiefeln *nichtt nach willen gemachtt *ful. 369a. weren. Der schuster forderte davor 2 m., ehr aber woltt ihm nichts geben und ihm die arbeitt vorsprach. Darauf antwortt der schuster: gnediger her, so euch die stiefeln nichtt gefallen, will ich sie heim tragen und vorkeufen, wem ich kau;, wollett mir aber daneben geben mein vorlangstt vordienten lohn vor meine wahr und arbeitt. Ja gotts fleisch, sprach b. Wolfgang, will dir balde zalen, will nur vor die stiefeln anziehen. Ehr zoge sie an und gurte neue scharfe sporen umb, sprach zu seinen knechten: werfett diesen gottesvorreter nieder, ich will ihm bezalen. Die knechte wurfen ihn nieder und hielten ihn; so springtt b,. Wolfgang auf den schuster und ihn mordtlich durch den schusterkittell mitt den sporen in den leib hiebe und stach, so lang biss die knechte den schuster vor todtt aus der kamer schlapten. Auf solches liess b. Wolfgang allen seinen schuldigern entbieten, als den schneidern, schmieden, ıiemern, sattlern, weinschenck, kramern, gewandttschneidern, kurschnern (denen allen ebr schuldig war, den ehr war ein hoflicher mahn), sie solten komen, ehr wolte sie mitt solchem reiten bezalen. Sie liessen ihm antworten: also bezalett ein vorreterischer bosewichtt, und nichtt ein geborener here. Die b., welche Lutterisch waren, lobeten dies reiten und sprachen: man hatt dem fleisch [des] bosewichsten, vorreterischen Preusen rechtt gethan, den sie lassen ihren erlauchsten fursten im elendtt. Sie bogerten von Georg, bischof auf Samelandtt, obersten a) undercomptor B, 1) Teber die allgemeine Stimmung der Städte gegen den HM. ist Gr. recht unterrichtet; vgl. hierüber Voigt IX, 658. 666—667. Die Missstimmung ging wirklich so wei, dass sie die fernere Zahlung des Zolles rerweigerten. Voigt, a. a. O., und Töppen, Acten V, 811. 2) Wolf v. Heideck war Obercompan des HM.s.
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*fol.369b. *fol. 3708. 616 Tract. XXL. $ 35. regenten, *das ehr solte die Preusen einnehmen, biss auf die zu- kunftt ihres fursten, die ein solchen Joblichen heren hetten gelestertt. Der bischof liess dies so ruhen, und b. Wolfgang kam zum hohem., beruhmete sich, wie ehr die Preusen hette mitt sporen gerietten. Sclches wardtt wol belachtt. $ 35. Von einem aufruhr zu Thorn zwischen den Lutteristen, und wie die gemeine ein neuen rahtt satzte. In dieser fasten wolte gott auch die Lutterei zu Thorn strafen, vorhieng es, das ein solch auflauf geschahel). Von langen jahren beklagte sich die gemeine der stadtt Thorn, das sie viell unkostt und beschwerniss von ihrem rahtt hetten; auch hetten die rahttheren viell heuser in der stadtt, die sie hetten zu speichern gemachtt, und theten keine gerechtigkeitt davon; sonder was auf solche ge- machte speicher von geldttgeben gieng, das legten sie auf der ge- meine heuser, und so erhoheten. Es war kundtt, wie der konig von Polen im tributtgeben grosse gedultt mitt ihn hette und ihn viell erliess. Sie teilten auch alle gutter der stadtt zum besten under sich, und dem ratthause wardtt nichts davon. Wen aber was zu thun oder zu geben war, da mustt die gemeine daran, das von solchen und andern sachen kam, das sie gutt ordensch und boss Polnisch wurden, den der konig sahe durch die finger. Sintemahl ein rahtt das wuste, und sie auch von gott, noch von der gerechtig- keitt wenig hielten, sondern *nach Luttersch exempell nur allein umb der zeitlichen gunstt halben rechts vorhulfen, so wurden sie auf ihre gemeine vorbittertt darumb, das sie den rahtt im gantzen lande hetten mundttmehr gemachtt?2). So begab es sich, das in dieser fasten in abgehung des eises ein kleiner und geringer schaden an ihrer brucken geschahe, welche zu vorbessern wolte ein rahtt von 1) Zur Berichtigung Gr.’s sei auf den Aufsatz Kesiners: Der Au/stand der Zünfte in Ihorn 1523, in den Beiträgen zur Geschichte der Stadt Thorn. S. 146 ff, verwiesen, welcher auf archicalischen Quellen beruht. Beformatorische Regunyen hatten damals auch ın Thorn bereits Eingang gefunden. Vogl. Kestner. Beiträge S. 222, 2) So viel ist nach Kestner, a. a. O., S. 150—151, richtig, dass die (ve- meinde von Thorn Klagen über die allzu häufige Besteuerung erhob und Miss- trauen in die Geldwirthschaft des Rathes setzte,
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Tract. XXIL. $ 35. 677 der gemeine ein zeisa dazu haben!). Darauf antwortt die gemeine, man hette sie etwan darein gefuhrtt, das sie die brucke gebauett hetten, derhalben hette man ihn zugesagtt, das sie solten frei sein, und solte ihn eine grose besserung sein; solches were alles nichts, den sie alle stunde, wen sie daruber fahren, zoll mussen geben, von welchem sie den schaden bessern solten. Wie sie aber der brucken gebessertt weren, stunde abzunehmen: den der vorhin ein groschen vorzerte, itzundtt nichtt in ein hauss trete. Auf solches fuhr ein burgemeister herfur und sprach mitt stoltzem gemutte: sie solten zu der brucken und zu andern dingen mehr zeisen, oder man wurde mitt ihn vorfaren, wie etwan im grosen kriege ge- schen, da man ein rahtt liess abhauen mitt 72 burgern und schieckte 30 ins elendtt?). Auf solches antwort die gemeine: sie kundten es boweren, wie rechtt istt, das sie sich geburlichen gehalten hetten und nie vordientt, sie zu enthaupten, oder ins elendtt zu stossen. Das sie aber eine arme gemeine bestolen hetten eine lange zeitt und itzundtt sie auch vorraten wolten, das were vor augen; den sie hetten ohne wissen und willen der gemeine eine *pforte geoffnett, *fol. 370b. davon man nichtt anders gedencken kunte, den das sie ihre feinde einlassen wolten; derhalben was ein rahtt gedachte der gemeine zu thun, das solten sie itzundtt zum ersten erleiden. Von stunden an schlossen etzliche die stadtt zu, kamen im harnisch vor das rahtthauss und zalten dem rathe vor ihre handelung, bogerten von ihn rechenschaftt, richten sie ubell aus und nahmen ihn die schlussell?). Sie erkuren 24 menner zu neuen rahtsheren®), sondern viell unter 1) Die hüufigen Besserungen an der Thorner Weichselbrücke verursachten der Stadi viele Ausgaben. Zu Anfang des Jahres 1523 forderte der Hath xweinal neue Steuern, von denen die eine durch die vom König von Polen ausyeschriebene Landessteuer, die andere, wie Gr. richtig angiebt, durch Bauten an der Brücke, welche durch den Eisgang beschädigt war, veranlasst wurde. Kestner, a. a. O., S. 151—152, 2) Die drohende Aeusserung des Bürgermeisters Franz Estken gegen die Gemeinde s. bei Kestner, a. a. O., 8.152. Die Worte, welche Gr. ihm xuschreibt, sind erfunden. Richtig ist aber, dass die Erinnerung an die Iimrichtung von 72 Bürgern durch den Rath im Jahre 1456 (vgl. oben 8.230) die Stimmung der Bürger beeinflusste. 3) Der Auflauf vor dem Rathhause fand am. 10, März 1523 statt. Die Gemeinde forderte unter anderem in der That die Schlüssel der Thore. Kestner, a. a. O., S. 154. 4) Die 24 wurden nicht zu Rathsherren, sondern zu Gemeindevertretern erwählt. Die Wahl erfolyte am I. März. Kestner, S. 145.
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"fol. 371a. 678 Tract. XXIL 8 36. ihn wolten es nichtt annehmen und sprachen: sie wolten vor die gutte stadtt thun, was sie solten, aber das kundten sie nichtt thun umb nachrede willen, das sie das amptt annehmen, und solcher entschuldigung viel. So fiellen etliche rahttheren in fuge und gaben gutte worte, gelobten der gemeine, ein solches solte niemer nohtt haben. Auch wolten sie die gemeine vorsicheren, solches niemer zu gedencken und alle beschwernis abzulegen. Damitt schieden sie im friede von einander). $ 36. Von einem aufruhr in der stadtt Dantzke umb des koniges von Dennsmarck willen. In dieser fasten kamen achtt Hollandische schieffe, mitt wein, feigen und saltz beladen, aus dem sunde und lieffen vor Dantzke uber gen Konigsberg, den sie hetten dem konige aus Dennemarck schweren mussen, das sie die gutter nichtt gen Dantzick zu seinen feinden fuhren wolten. Zu Konigsberg wurden zu der zeiti die gutter bezalett mitt flachs, wagenschoss und pech; korn war da wenig vor- handen, so sie doch umb des willen weren dahin komen. So wolten etliche schiepper ihre gutter nichtt *umb die Konigsber[g]sche wahre geben, sondern wolten damitt gen Dantzke lauffen. So woltt sich Georgius, bischof zu Samelandtt und oberster regentt, mitt frembdem schaden ein willig folck zu zeisen machen; ehr gebohtt den Hol- landern ihrem eide nach, sie solten die gutter nichtt gen Dantzick fuhren. Die schiepper antworten, sie weren durch das schreiben der Konigsberger betrogen, den man hette sie auf korn vorsichertt, auf solches hetten sie geschworen. Auf solchen bopfell musten etliche ihre gutter wie wegkwerfen und vorborgen; sie luden nichts, den etliche kaufleute zu Konigsberg hetten ein vornehmen mitt etlichen kaufleuten zu Dantzick; auf die wurden die Hollander vorsichertt, das sie da wurden ladung haben. Als sie gen Dantzke kamen, wolte es die gemeine nichtt gestaden. So geschahe es, das in der nachtt heimlich in die 20 lastt biehr und andere gutter mehr ge- laden wurden. Weill den die Hollander nichtt schweigen kondten, a) ihren B. 1) Den Ausgang der Bewegung schildert Gr. röllig ungenau. KRichtig ist, dass eine vorläufige Versöhnung zu. stande kam, indem der Rath der Gemeinde einige Zugeständnisse machte. Das Nähere bei Kestner, a. a. O., 155—156,
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Tract. XXI. $ 36. 679 vortraueten sie es jemandts, das biehr solte dem konige von Denne- warck, den etliche seine gutte freunde schieckten es ihm, aber nie- mandts nanten. Auf solches gaben die 48 mahn, die vor die ge- meine solten rathen, alle geladene gutter in der Hollander schieffe frei. Es vorsamleten sich 600° mahn, die schiefften alle gutter aus, ein teill des biehres teilten sie in die hospitalia, ein teil truncken sie aus; dieweill aber die zeitt zu heilig war, legten sie das ubrige in die speicher. Man fragte, wer es so dieblich hette wollen ihrem feinde zuschiecken; so war niemandtt, der es bekantt, und bleib auch so stiell und vorloren. Man wuste woll, wer gutt Denisch war, aber man suchte nichtt weiter nach; es war so gnug. Die Hollander kamen zu fusse heim, den man sahe sie vor vorspeher an. Die kaufleute hetten in *die 12 tausentt marck vorloren. Man *fol.371b. hette grose arbeitt und muhe, biss man so viell lastt biehr kundte austrincken, Konigsberger. So balde die Hollander von Konigsberg lieften, vorsamlete der bischof von Samelandtt, oberster regent, im nahmen des hohem. alle drei stedte Konigsberg, bielte ihn® vor, wie ehr unb ihren willen hette den Hollandern gebotben, das sie musten zu Konigsberg ihr gutt gelosen und mitt nichte gen Dantzke fuhren ; solches solten sie ansehen und auf das neue zeisen in form, wie es der hohem ordinirtt hette; den die fursten weren itzundtt zu Nurnberg vorsamlett und hetten ihm gantz Preusen zugeteilott”. Auf das ehr geldtt hette, die zu ehren, und worzu es ihm sonstt nutz were, solten sie eine zeisa geben. Die Konigsberger wusten es woll anders und sprachen, sie gedachten nichts zu geben; weren die fursten so guttwillig, das sie ibm gantz Preusen® hetten zuge- sagtt, so weren sie auch woll des vormogens, das sie es auf ihre eigen geldtt enden kundten. Ob der hohem. halb oder gantz Preusen hette, so weren sie ebenso reich. Sie wusten woll, das man ihn nichts gebe; sondern das sie dem hohem. ein geldtt geben musten, das were offenbar. Der bischof wardtt zornig und sprach: ihr seidtt heilose, grobe und unvorstendige eselskopfe; gedenckett, ein wirdiger orden wirdtt es euch geniessen lassen, den ihr suchett der alten vorreter schue berfur. Die Konigsberger sprachen: solche leste- rung haben wir vordienett mitt unserm schweis und blutt, das wir unser narung, leib und gutt itzundtt ohne underlass 20 jahr dem orden haben vorgestracktt; wen wir es gleichs *itzundtt auch theten und *fol. 372a. alles geben, dennoch musten wir vor vorreter geachtt werden. a) VIC hundert B. b) überg. B.
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680 Traet. XXIL. $ 37. Ein wirdiger orden mag anzieben seinen alten rock der untreuig- keitt und ungerechtigkeitt, vielleichtt boschertt ihm gott, wie vor, sein lohn; und so man mitt uns so handeln will, so sagen wir itzundt dem orden zu, was wir schuldig* sein, umb das ubrige mag es gehen, wie rechtt isttl), $ 37. Wie man durch ein behendes mittell wolte dem hohem. auf Preusen hulfe thun. Als Erasmus, bischof von Plotzkaw, dem konige von Polen bei dem babstt Adriano VI, seine sache ausgerichtt hette, starb ehr im heimziehen zu Bononia?), Da erlangete des hohem. bruder, Johannes Albertus, der dem babstt dienete, das ihm das bischtumb wardtt zugesagtt, dem reich von Polen seiner gerechtigkeitt ohne schaden. Derhalben schieckte der babstt in diesem 1523. jahr seine boten zum konige, liess ihm durch briefe zu wissen [thun], das ehr Johanni Alberto wolte possessionem geben. Aber der konig wolte das nichtt angehen, sondern schreib ihm also mitt dem selbigen boten: heiliger vater, deine briefe und botschaftt geben zu vor- stehen, wie dir hertzlich were, die christenheitt in einigkeitt zu brengen, auf das man dem gemeinen? feinde der christenheitt wieder- stehen moge. Umb solcher einigkeitt willen deine heiligkeitt das bischtumb Plotzkau hatt vorordenett dem erlauchten margrafen von Brandenburg, Johanni Alberto, auf das ehr ein engell des friedes were zwischen dem hohem. von Preusen und mir, und so geeinigett *fol. 372b.man desto gewaltiger moge den Turcken angehen, *sintdem wir von beiden teilen gewaltig in der wehre sein. Wiewoll ich eine solche vorordenung von meinem unterthenigen bischtumb einer a) sch. 2 mal B. b) gemeinem B. 1) Es haben sowohl am 20. Januar 1523, wie auch auf der Tagfahrt rom 9. Februar Verhandlungen zwischen dem Bischof Georg ron Samland und den drei Städten Königsberg stattgefunden, bei denen harte Worte fielen. Sie befrajen die Zahlung des Zolles und der Zeise seitens der Städte. Töppen, Acten V, 715— 1726. 2) Bischof Erasmus von Plock, der Gesandie des Königs bei der Curie. starb unerwartet im August oder September 1522 in Rom, nicht in Bologna, als der König zur Erledigung wichtiger Geschäfte seiner dringend bedurfte. 4A. Tom. VI, 139—144 n. CXXV—CAXLI.
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Tract. XXL $ 37. 681 frembden person durch ein landttgeruchtt erfahren hette, so kundtt ich es doch nichtt glauben, das ihr ein solches getban hettett, ange- sehen das ihr hett soltt wissen, das meine vorfahren sein stiefter desselben bischtumbs. So sein die bischofe meines reiches unsere obersten und nechesten rethe, in welchem privilegio unser vorfaren sie von mir als ihrem patron begnadigett sein. Sintemahl den nichtt allein konigen, sondern auch einem gemeinen” mahnne nichtt zu- stehett, zu leiden die zurbrechung seiner angeborenen gerechtigkeitt, so hette ich mich auch zu dem stuhl von Rom nichtt vorsehen, das ehr mir und meinem reiche solte ein solchen lastergesang ge- machtt haben, so ehr doch von mir und meinem reiche nichtt zum wenigsten erfunden, das mir mein privilegium und angeborene ge- rechtigkeitt solte gebrochen werden, welche zurbrechung wir umb bebstliche heiligkeitt auch nichtt vordienett haben, und ich noch die meinen nichtt vorschulden wollen. Das der bischof Erasmus istt in meinen dienstt, kostt und zehrung auf der heimreise gestorben, das achte ich, als were ehr in meinem sahle vorschieden. Als aber die einwohner meines reichs erfahren, das sie® einem frembden, sonder- lich einem, der ihn vordechtig were, solten dienen, das dauchte ihn zu hohn und schmach erdachtt sein, so woll auch zu ihrem vor- terbniss und nichtt zur besserung, welches sie mitt vorsamleter handtt vormeinten zu wehren, ich es aber gestiellett, angesehen das es euer veterliche heiligkeitt in *gutter meinung gethan hatt, wie ihr es *fol. 3738. auch selbstt schreibett. Und euer heiligkeitt in solchem zu under- weisen, merckett man, das der hohem. in Preusen nichtt wurde vor- mogen in eigener person zu enden, welches ehr durch mittelung seines bruders thun wurde, wen ehr in meinem reiche bischof were. Das aber einem Deutschen orden mercklich were, das solches zu gemeinem nutz der christenheitt gereichen wurde, wie e. h. schreiben meldett, istt nichtt, sondern man mag es euch woll ansagen, das ihr vornehmen istt, die sache nur zu bomenteln. Auf das ich aber e. h. den grundtt offne zwischen mir und dem hohem. in Preusen, gegen welchen ich mich allezeitt geburlichen gehalten habe: Als der itzige hohem. zu seinem amptt erwehlett war, kam zu mir sein bruder Casemirus, erwarb von mir, das ich ihn liess in Preusen einziehen, gelobete dabei, ehr wurde sein gebuhr thun und mir und meinem reiche der getreueste sein. Wiewoll ich nichtt im willen hette, ihn einzulassen, ehr hette den vorhin, was ehr mir und meinem reiche pflichtig, gethan, wie es von seinen vorfahren nach a) gemeinem B. b) überg. B.
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*fol. 373b. *fol. 3748. 682 Tract. XXII. $ 37. lautt des ewigen friedes istt gehalten worden, so vertrauete ich doch seinen worten und liess ihn einziehen. Als ehr aber das landtt nach bogeren erlangete, wolte ehr seine pflichte nichtt thun, sondern schieckte sich? mitt aller weise und vorbindung meiner feinde zum kriege, suchte wieder mich und mein reich hulfe von den Reusen in der Moscau und von den Tatern, das dio mich auf eine zeitt zugleich solten angreifen. Auch langete ehr *die Preusen manig- faltig an, das sie von mir zu ihm fielen und ein krieg wieder mich fuhrten. Über diese dinge ich ihn mitt schrieftt und botschaftt bruderlich vormanett habe, solches abzustellen, aber alles war vor- loren, und wirdtt damitt mehr vorhertett. Ehr vorordenete, das seine gemachte freundschaften solten zugleich, der eine in Littauen, der ander in Polen, und ehr in Preusen ein einfall thun und die gemeine durch brandtt und mordtt ihm eben machen, Die Deut- schen schieckten ihm ein gross folck, mitt welchem ehr vormeinte die stedte und schlosser zu sturmen. Aber gottes vorhengnis ihm allein gebrach. Alle diese dinge sein mehr, als wahr, und sich selbstt bezeugen. Ob solches von einem christlichen fursten, meiner schwester sohn, oder von einem gekapten mahnne sei wol gehandeltt, das lass ich e. v. h. erkennen. Solche und andere ursachen mehr mich bowegten, das ich ein krieg mitt ihm fuhrte, auf das ich die meinen boschirmete, Ich ihn wehrlich auch nichtt ubereilete, sondern langmutig mitt ihm zu seinem: erkentnis handelte. So war es in meiner machtt, das ich ihn mitt seinen b. hette mogen vortreiben, habe es aber nichtt wollen thun, sondern durch keiserlicher ma. oratores, des erlauchsten koniges von Ungern, unsers brudern sohn, margraf Jorg, des hohem. leiblichen bruder, und Friderich, seinen» schwestermahn, bitte und anhalten habe ich den krieg gestutzett und vorwilligett, die sache erkennen zu lassen durch keiserliche ma., konig von Ungern und andere fursten, geistlich und weldtlich; und das soll an*stehen 4 jalır, in welchem sich itzundtt die zeitt erleuftt. Wie soltt ich aber itzundtt in ein friedemachen gehen? den dadurch wurde ich die loblichen fursten vorschmehen, die es angenomen haben zu underhandeln, so man mir doch von ehegenanten mar- grafen keine zusage gehalten, auch noch auf heutigen tagk der hohem. sich in eigener person bofleissett, das ehr mochte hulfe haben, und offentlich nichts anders bogertt, den krieg, mich auch gegen fursten und heren zu rede setzeit, das ich ihm den geschwo- renen friede habe gebrochen. In solchen und andern dingen sparet a) überg. B. b) seinem B,
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Tract. XXU. $ 37. 683 ehr die wahrbheitt, wie ich den dies alles boweren kan. Ich mich auch keiner besserung vorsehe, wen sein bruder Johannes Albertus bischof und mein nechster rahttgeber were, sondern mehr grimigen zorns vorursachen ;, den was guttes wurde ehr ausrichtten, wen ehr seinen bruder im bischtumb, ihm gelegen wie seine rechte handtt, haben wurde. So ihr. den die margrafen und euern willen mehr achtett, den unser gerechtigkeitt der christlichen kirchen, vor welche wir nichtt aufhoren, blutt und leben in den henden der feinde Christi tagteglichen zu vorlieren, ich besorge mich, das solchem geistlichen stande ein unuberwindtlicher schade entstehen mochte. Von dem nutz, den die b. in Preusen der christlichen kirchen auf die unglaubigen thun, sage ich, das sie ein ortt landes haben, welches mitt christglaubigen reichen, landtt und leuten umbgeben istt. Sie dorfen sich auch nichtt boruhmen, das sie’ mitt unglaubigen streiten, sondern ihr natur und gewonheitt istt, wen ich mitt den unglaubigen handele, das sie meine christliche reiche, landtt und leute, in krieges- weise burnen, vorlehmen, morden und ihnen zueigenen. Solches gebe ich euer heiligkeitt zu erkennen, ob es einem geistlichen hohem. ehrlich und rechtt ist. Und so euer heiligkeitt *vormeinet, den *fol. 374b. krieg damitt zu stiellen, ihr ihn erstt erweckett. Dabei wissett, das ich die gerechtigkeitt meines reiches und der personen will und muss vortreten mitt dem besten, das ich habe, so wehrlich mir gott helfe und Maria. Durch dies schreiben wardtt der babstt bewegtt und revocirte die provisio Johannis: Alberti'). a) überg. B. \ u 1) Die Thatsache, die Gr. oben erwähnt, ist richtig. Nach dem Tode des Bischofs Erasmus von Plock verlich der Papst dessen Bisthum dem Bruder » des HM.’s, dem Markgrafen Johann Albrecht von Brandenburg, während der König von Polen dasselbe, ohne von dem päpstlichen Schritte Kenntniss zu haben, dem Bischof Raphael von Przemisl gegeben hatte. Der Papst theilte seine Verleihung dem Könige in einem Schreiben vom 29. September 1522 mit. A. Tom. VI, 154 n. CLIV. Dieser war im höchsten Maasse erbittert und ent- schlossen, in die Zulassung des Markgrafen niemals zu willigen, da er sehr wohl einsah, welche Schwierigkeiten ihm hieraus in dem noch schwebenden Streite mit dem HM. erwachsen konnten. A. Tom. VI, 145 n. CXLI. Seinem entschie- denen Auftreten gab der Papst endlich nach und bestätigte die Iornennung des Bischofs Raphael. Am 9. Juni 1523 meldete der Cardinal $. Crucis dem Könige aus Rom, dass der Papst bei der Besetzung von Plock nach seinen Wünschen verfahren sei. A. Tom. VI, 294 n. CCLVTI. — Dass die oben mit- getheilten Briefe Gr.sches Machwerk sind, braucht kaum noch bemerkt zu werden, wenn auch gewisse Wendungen und Sätze in echten Schreiben Sigis- munds, welche die Besetzung des Plocker Bisthums betreffen, begegnen.
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*+f01.3758. 684 Tract. XXII. $ 38. $ 38. Wie die Dantzker ein haufen loser und boser leute geloseten auss ihrer stadtt. Die botschaften der stadtt Dantzke, die in Ebertt Ferbers sache bei dem konige gewesen waren, kamen heim nach ostern, sagten dem rathe und der gemeine den ernstt des heren koniges umb ihrer zwietrachtt willen an, auch wie die sache auf die Preusi- sche tagefartt vorschoben worden, da solte man beide parte vor- horen, und wo man kunte, entrichten, wo sie sich binnen der zeitt nichtt wurden einigen!.. Indem kamen konigliche comissarien, zeigen an, das sie dem Ebertt Ferber alle seine bowegliche gutter solten folgen lassen, die andern, als 72 reuche, die ehr in Dantzick hette, solten in der besatzung bleiben biess zu austrage der sachen?). Auf solches machte sich die gemeine auf, wolten des Ebertt Ferbers gutter auf das rahttbauss nelımen, aber der rahtt wiederte es und schieckte zum konige umb ein copia der comission, den sie vor- meinten, die comission were lincks ausgebrachtt, sintemahl sein sohn, Johannes Ferber, pfar zum Elbinge, in der cancelei war. Der- halben protestirten die Dantzker, sie wolten koniglichefr] ma. gerne gehorsam sein, wen sie nur den grundtt wusten, den sie weren auf die Preusische tagefartt vorwiesen®). Von ansagen der botschafte, das der konig ihre Lutterei durchachtett hette, das nahmen ibrer *viell zu hertzen und liessen den irtumb fallen, viel aber sich darin vorharteten. Von diesen istt zu wissen, wie zu Dantzick etliche leute im kaufschlagen vorarmett, etliche waren viell schuldig, viell hetten das ihrige schlim zugebrachtt; auch waren viell schiepper und bosknechte, die nichts zu thun hetten und wolten doch alle tage toll und foll sein, hetten aber nichtt, wovon. Der- halben harreten solche andere an, das man.die kirchen und kloster plundern solte, den Lutter hette gesagtt: es were nur hoffartt der abgotzen, und were seliger, das es ein armer burger hette. Etliche waren dawieder und sprachen: lastt uns erstlich die grosen kauf- leute angreifen, die das bahre geldtt haben, die kirchen und Kloster entlauffen uns nichtt. Wiewoll der buben ein haufen war, dennoch 1) Die Danziger Gesandten kehrten am 12. April zurück. Das Ergebnis ihrer Reise war, dass der König den Streit zwischen der Stadt und Eberhard Ferber durch Commissare entscheiden liess. LKestner, a. a. OÖ. III, 45. 2) Der König verlangte allerdings die Aufhebung der Beschlagnahme der Güter des Eberhard Ferber. Kestner, ebenda. 3) Anderweitig verlautet hiervon nichts.
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Tract. XXIL $. 39. 685 besorgten sie sich vor den andern und funden durch solche vor- reterei ein mittell: sie machten briefe und liessen die fallen, in welchen waren angeschrieben® 14 gutter burger, die auch waren Lutterisch gewestt; diese hette der rahtt aus koniglichem bopfell durch den Polnischen officiall, der in Dantzick war, bepfolen anzu- schreiben, die suolte man heimlich vom leben zum tode brengen. Davon wardtt in der stadtt ein wunderlicher rumor, den die ge- nanten burger wolten vom rahtt die ursach wissen. Der rahtt schwur, sie wusten nirgentt von; da erfuhr man, das es ertichtt ding war, und wardtt auch lautbahr, das man wolte die kaufleute besuchen; derhalben stundtt ein jeder in seinem hause in sorgen. Solchem kam der rahtt also vor. Sintemabl man auf den konig von Dennemarck solte schieffe ausrichten, liessen die *Dantzker auf *fol. 375b. besoldung umb folck ausrufen, dazu sich ansagten diese gantze vor- samlung der Lutterei, sie liefen mitt den schieffen aus, erlangeten vier schieffe, die hetten zweierlei briefe, einen vom konige von Dennemarck, mitt welchem sie entkamen, wen sie von den® Denen angefochten wurden; den andern hetten sie vom Schweden, mitt dem sie sich? befreieten, wen sie von den Schweden besprochen wurden; dadurch trieben sie viell wunders. Aber die Dantzker fingen sie und hielten sie vor vorreter, die Lutterischen kriegs- knechte bekamen gutte beute, das sie zu prassen hetten; damitt wardtt zu Dantzke die furchtt des auflaufs wegkgenomen!), Indem nahm man des koniges mandat zu hertzen von wegen der zwitrachtt und Lutterei; es geschahe nichts offenbahr, dennoch vorschuf der teufell heimlich Lutterische prediger, als Nietack, ein Coschube, doctor Mosantz, ein schuster, und magister Judemundtt, ein maler. Diese liessen sichs saur werden, das sie die Lutterische weise in wirden bohielten und sterckten, idoch sie wenig ausrichten, $ 39. Von einem reichen stadttschreiber zu Thorn und seinem handell. In dieser zeitt war zu Thorn ein armer bachantt, der geburtt ein Meisener, der hielte sich gegen die burgerschaftt freundtlich, a) an überg. B. b) überg. B. 1) Was dem oben erzählten kreigniss zu Grunde liegt, war nicht zu er- mitteln. “
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*fol. 3768. *f01.376b. 686 Tract. XXII. 8 39. dem half die gemeine durch anhaltung eines scheppen zu der stadtt- schreiberei, der wardtt in seinem amptt uberschwenglich reich und stoltz, zudem ein groser Lutteristt und ein heftiger feindtt der munch *und pfaffen, vormass sich auch, so lang zu leben, das man alle geistliche zugleich wurde in die Weisell werfen. Seine ubermutig- keitt machte den meisten teill des rathes unmutig, derwegen gaben sie ihm urlaub; dennoch umb ehre willen machten sie ihn zum scheppen. So vormeinte der abgesatzte stadttschreiber, das man ihn wurde zum rahtsheren erwehlen. Als solches nichtt geschahe, redete ehr etliche burger heimlichen an, das sie solten vom rathe rechen- schaftt fordern, aber sie schwiegen stiell. Einen andern haufen redete ehr an von wegen der pforten in der maure, und das sie nichts zur brucken geben solten. Diese machten ein rumor, wie den oben in diesem tractatt gesagtt isttl). So war ihm aber nichtt gnug an dem, das die gemeine in den rahtt drunge, das sie ihnen solten rechenschaftt geben; wiewoll es dem rahtt schwer war, den- noch sie es thaten und woll bestunden von dem geldttausgeben. Über das wolte die gemeine wissen, wie etliche dorfer, hofe, gerten. sehe und wiesen von der stadtt komen weren, und etliche burger sie vor sich hetten. Zum ersten: der abgesatzte stadttschreiber wer ein armer gesell gewesen, so wolte die gemeine wissen, woher es ihm keme (wie ehr sich in kurtzen tagen beruhmett), das ehr vier hundertt marck ge wisse zinser hette, darauf solte ehr antworten. Ehr sprach: etliche hetten ihm konigliche ma. vorsatz, etliche ein ehrbahr rahtt vor- kauftt. Die gemeine wolte uber solches die vorschreibung sehen. Ehr muste sie holen und uberantworten, ehr wolte sie selber *lesen: darein der rahtt vorwilligte, aber die gemeine war dawieder. Als aber der neue stadttschreiber die briefe nahm und wolte sie lesen. da gieng der abgesatzte stadttschreiber eilendts vom rahtthause uber die brucke der Weisell auf das schloss Diebau, da wardtt ihm ge- leidtt geben. So balde der stadttschreiber die briefe ansahe, sprach ehr: hie istt es vorsehen, die schrieftt istt sein eigen, das doch nicht: sein soll; so istt das pargamen vor boschrieben gewesen, aber aus- geloschtt und wieder boschrieben. Das fandtt man also. Da fragte die gemeine den rahtt, aus was nobhit sie ihm der stadtt gutter vor- satztt hetten. Der rahtt sprach: sie wusten, von keinem vorsetzen: 1) Vgl. oben $ 35.
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Tract. XXI. 8 39. 687 wo aber briefe daruber weren, die hette ein schalck gemachtt und vorsiegeltt. Auf solches liess die gemeine alles fallen und suchten den alten stadttschreiber zu hause; aber ihn wardtt gesagtt, das ehr auf Diebau im geleidte were. Balde machten sich ihrer 200 hinauss, bolegten das schloss und schrieben dem konige alle sachen. Auf solches bepfull der konig, man solte ihn der stadtt geben. Im fuhren sprach einer zu ihm: wie duncktt dich, du hastt dich boruhmett, das [du] woldestt erleben, das man alle geistliche der stadtt Thorn von der brucken werfen solte; getrauest du auch, ein solches zu enden? Darauf ehr antwortt: solche und andere worte mehr haben mich dazu gebrachtt, das wir gott in vielen sachen meine vornunftt genomen; idoch eines ich weis: soll ich sterben umb der felschung der briefe, so sein im rathe, die mitt mussen. Auf dies wortt wusten die *schuldiger, wie ihm zu thun, auf das sie keine briefe *fol. 377a. hetten, sondern sie orbirten die gutter der stadtt zu gutte umb ein schweren zinss, sie auch offenbarten, wie ehr dem konige hette an- geben 40 burger in Thorn, das sich die vorschworen hetten, dem hohem. die stadtt zu uberantworten. Auf solches horte der alte stadttschreiber ersten fluchen, aber es wardtt mitt der zeitt so wunderlich durchgestochen, dass der konig die sache zu sich nahm, bepfull, man solte ihn auslassen, ehr wolte der sachen ein gnugsamer richter sein. Dessenthalben wardtt die* gemeine parteisch: das eine teill sagte, man solte den konig von allen seinen worten under- weisen, das ander teill schub es auf, der rahtt liess ihn aus dem gefengniss, friesteten ihm sein leben, auf das sie auch leben mochten. Es war eine grose vorbitterung auf einander, und stundtt so noch eine zeitt an, eines auf das ander ursach suchendel). a) überg. B. 1) Ueber die Persönlichkeit des Thorner Stadtschreibers Johann Seifried gl. Kestners oben erwähnten Aufsatz in den Beiträgen zur Geschichte der Stadt Thorn, S. 153 f. Gr. schildert die rein dusserlichen Thatsachen im ganzen nicht ungenau. Richtig ist die Entlassung Seifrieds aus dem Amte .eines Stadtschreibers, seine Aufhetzung der (Gemeinde, namentlich durch das Verlangen, dass der Rath Rechenschaft ablege, ferner die an ihn in öffentlicher Rathssitzung gerichtete Aufforderung, sich über seinen Besitz auszuweisen, seine Berufung auf gefälschte königliche Verschreibungen, seine Flucht nach Diebau, die vom König verfügte Auslieferung an die Stadt, endlich seine Freilassung, die freilich nicht vom Könige, sondern von seinen Anhängern in der Stadt ge- Jordert wurde. Die nähere Ausmalung dieser Thatsachen ist Gr’s Werk. 4°
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688 Tract. XXU. 8 40. $ 40. Von wunderlichen Lutterischen munchen und ihrem erneren. In diesem Lutterischen jahr und zwietrachtt in Preusen der gemeine wieder den rahtt umb ubriger gewaldttbrauchung halben schreib der Lutter, das eine gemeine bei ihrer seligkeitt solches nichtt solte leiden, also lautende: welche gemeine und unterthanen ihrem heren und regenten zu viell einreumeten, das sie ubrige gewaltt brauchten, were so viell, als wen sie dem feinde Christi seiner eingebung gestendig weren, und solcher anhetzung viell. So kamen auch Lutters schriefte in Preusen, in welchen wardtt zuge- lassen den munchen und nonnen, die sich fuhleten, das sie kinder bereiten mochten, die solten aus den klostern ziehen und den ehe lichen standtt anfangen, den gott hette von anbegin gebothen: wachsett und vormehrett euch. Von diesen und andern vorreterlichen anschlegen der schrieftt vormasen sich viell geistliche, als Kreutz- *fol. 377b.heren, auch guttes adels, Cistercienses, Predicatores, *Minores, Car- militani, Augustini, Brigittiner, und wie solch genus omnium genantt istt, das sie wuste stedte und dorfer erfullen wolten. Sie vorsorgten sich durch stelen, nahmen aus den klostern silber und ander ge schmeide, viell und gruss gutt. kamen gen Wittenberg und es da vorprasseten!), Von ‘ihrem weibernehmen und kinderziehen wardtt wenig, den sie hetten sich alle wege so gehalten, das kein bieder- mahn ihn sein fromes kindtt geben wolte; brachten sie aber kobeln mitt sich, desto bass mochten sie mitt in die helle reiten. Als nichtt mehr zu prassen war, und sie des reitens uberdrussig, kamen "sie das mehrer teill wieder und wolten bussen. Einer von ihn kam ins Chulmische landtt, lag in der christtnachtt auf einem dorfe [zur] nachtt. Wie ehr es den zu Wittenberg gelartt hette, stall ehr, die weill als das haussfolck in der cristtmesse war, seinem wirte das geldtt und machte sich wegk. Aber es war ein friescher schne gefallen, das man ihm nachspurete und bekame ihn, aber niemandtt wuste, das ehr ein munch war. Als ihn aber der hencker hette auf die letter gefuhrett und angenageltt, da sprach der dieb: o gatt. mochte ich auf eine kleine weile ein priester haben. Der hencker antwortt: istt doch der priester hie gewesen, warumb hastu dein gewissen nichtt gesagtt? Der dieb sprach: ich habe mich geschemett. 1) Zur Verhinderung der Mitnahme der Klosterkleinodien durch ent- weichende Mönche erliess der IM. am 20. März 1524 die Verfügung an di Amtleute, die Kleinodien zu inventarisieren und in eigene Verwahrung zu nehmen. Faber, Archv II, 95. lo u
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Tract. XXII. S 41. 689 Der hencker fragte ihn von vielen sachen, der dieb sagte ihm, das ehr were diaconus gewesen ordinis Praedicatorum und gutt Lutte- risch. Der hencker sprach: biss wolgemutt, gott hatt dich begnadett, das du in deinem ende ein priester bei dir hastt; so lass dir es gesagett sein, ich bin ein priester des ordens Minori und auch gutt Lutterisch, stiess ihn damitt in gottes nabmen abe. Diese rede wardtt *von allen umbstehenden gehortt und woll belachtt, wardtt *fol. 378a. auch befunden, das es wahr ware. Aber es war zu der zeitt nichtt seltzame neue zeittunge solche und viell andere historien von den Lutterschen ketzern. Die geistlichen dorften es nichtt strafen, und die weldtlichen vorhingen, das die geistlichen geschmehett wurden. $ 41. Wie Lutterische* pauren zur Gross Lichtenau!) ein crucifix marterten. Von anbegin istt in Preusen ein sprichwortt gewesen: so man Preusen mitt schelcken losen solte, so mochte man die pauren zur Lichtenau im grosen werder zum gottespfennige geben. In diesem jahr sie es boweiseten, sie wusten, das ihr pfar zutt Lutte- risch war und gerne ein weib gehabtt hette. Ehr hette ein glockner, der war von natur nichtt from, der las den pauren zu pfingsten im getrencke des Lutters schriefte, wie alle kirchen ein hurhauss des teufels weren, und die bilder weren teufelsgespenstt, durch welche die pfaffen und munche den christen die beutell ledig machten. Durch solches wurden die pauren gutt Lutterisch, kamen auf einen morgen in die schule zum brandtewein und truncken sich foll. In diesem sagte der eine dies vom glauben, der ander das von der geistlicheitt; etliche sprachen: so man pfaffen und munchen nichtt geben will, so konnen sie uns dennoch nicht: stocken, noch thurmen, wie die heupttleute thun; wen nur gott ein regen gebe, so wurden geistlich und weldtlich erfreuett. Als wir gott, den kirchen und den munchen gaben, da hetten wir gnug; nu wir nichtt mehr geben, nu haben wir auch nichtt. Etliche pauren und der schulmeister sprachen: unser gott will geschlagen sein wie etwan, sonstt thutt ehr kein gutt, und solcher hohnrede viell. Von diesen *worten giengen ihr viell im zorn wegk, der schulmeister und sechs pauren blieben da, diese *tol. 37Sb. a) Lutterischen B. 1) Gr. Lichtenau ein Dorf im grossen Werder zwischen Neuteich und Dirschau.
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690 Tract. XXIL 8 41. giengen in die kirche, nahmen das crucifix, das man zu ostern nach Preuscher weise uber die ecker umbfuhrett; sie zogen ihm eine kasell an, ob es jo blutten wurde, wie etwan, das sich das blutt in die kasell zuge, trugen es in die schule, machten ruthen und sprachen zu ihm: o Juden konig und christen gotze, wir haben dich mitt golde und teuren farben schmucken lassen, dir brennende lichter geopfertt, mitt grosem lobgesang dich umbgefuhrtt und dich wie eine brautt vorhalten; aber jo mehr wir dich gechrett haben, jo mehr unser getreide vorsessen ist. Du hastt uns lassen teure gerste sehen, aber daraus wilden haber gemiachtt; und sprachen: nu kanstu uns nichtt mehr trotzen, sondern soltt uns sagen, ob du uns wiltt ein regen geben und auch gutt getreide Indem sie redeten, machten sis die ruthen und legten sich abe; als sie kein antwortt horeten. wurfen sie das biltt Christi nieder, huben die kasell auf und schmiessen mitt allen kreften zu, ruften: besser dich, her Juden konig, besser dich, her christen gotze. Sie schmiessen so lang, das sie nichtt mehr athem hetten, vornahmen auch, wie das bildtt von blutt rott wardtt, dennoch schluge es der schulmeister mitt neuen lettersprossen ohne alle barmhertzigkeitt. In diesem steupen und schlan vornahmen die in dem dorfe, das es blutt regnete, auch schlug ein donnerschlag in die schule, zu welcher das gantze dorf lief. Sie vormeinten zu retten, [da] funden sie diese ubeltheter, wie *fol. 3798.sie mitt dem bilde handelten. So waren die bosewichtt *so vor- blendtt, das sie nichts horeten oder sahen; so bepful der schultz von gerichts wegen, sie anzugreifen, und fuhrten sie gefenglich gen Marienburg. Der gefangenen freunde sich bofliessen und uberkauften mitt gelde des bischofs affenzailll), der ein apostata Deutsches ordens war und ehr seinem orden und capitell ihr bestes schloss Marien- werder, als ehr da landttprobstt war, vorriett, als ihm die Bohemen ein bischtumb gelobten?2). Der sagte ihn das leben zu, machte es auch so mitt den heupttleuten, das sie geldtt nahmen und sie aus- liessen. Dieser geitz der unterthan hette den heren konig gahr balde umb sein leben brachtt, wen ihn gott nichtt sonderlich behutt hette, wie ehrs den viell mahl selber sagte. }) D. i. den Official. 2) Gr. denkt wohl an den oben S. 518 genannten pomesanischen Dom- propst Nicolaus Schönborn, der den Polen das Schloss Schönberg auslieferie,
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Tract XXI. 8 42. 691 $ 42. Von sonderlichem guttem fleiss, die sachen der Preusen und Polen belangende. Als Ailbertus, der hohem., vorgangen jahr mitt geleidte aus Preusen durch Polen gen Nurnberg reisete, seine sache mitt den Preusen dem reiche zu erkennen geben[de], kam ehr erstlich in Bo- hemen gen Praga zum konige Ludowico, der war des koniges von Polen mabn in der sachen mitt dem hohem. Ehr sprach den konig von Bobemen samptt den Bohemischen hberen an umb hulf und rahtt auf seine abgefallene Preusen. Nach vielen tagen wardtt ihm vom konige gesagtt, ihm nehme wunder, das ehr von ihm bogehren mochte, ihm Preusen zuzusprechen, sintemahl seine vorfahren es mitt rechtlichen kriegen gewonnen hetten, zu welchem ehr, wen gott den konig von Polen und seinen sohn durch den zeitlichen todtt hinwegk nehme, ein erbe *were. Mitt solchen und vielen *fol. 379b. dergleichen worten sagte ehr ihm abe alle gutte zuversichtt auf ihn. Umb hulfe willen gaben ihm die Bohemen solch ein antwortt: es were sache, das jemandts seiner ehren gahr vorgessen were, der mochte ihm zuziehen, sonstt solte ihm aus dem reiche Bohemen niemandts zuziehen, den ehr wuste von kriegesrechte so viell zu sagen, als sein bartt von fogellfungen; wie ehr im vorgangenen kriege guttes adels richterlich gefangen nahm und vorreterlichen todte, das war bowertt. Mitt solchen und andern worten mehr gieng ehr mitt ungedultt von ihm!). Nachdem kam ehr gen Nurnberg, da waren alle churfursten vorsamlet, die solten alle sachen des Romischen reiches handeln. So kam ehr auch vor und trug seino sache hoch an; dieweill ehr ein geschworener des Romischen reiches were, bogerte elır rabtt und hulf. Darauf bedachtt man sich ein lange zeitt und gaben ihm solch antwortt: es were mehr, den kundtbahr, das ehr sich zum konige von Polen genotigett hette und den ewigen friede ohne nohtt ge- brochen, derhalben solte ehr sich mitt dem heren konige von Polen nach dem lautt des friedes, von den. seinen gemachtt und bogerett, halten, also das der Deutsche orden in Preusen haben solte, was ibm durch den ewigen friede zugeteilett ist. Davor soll der hohem. dem konige pflichtt und dienstt thun, wie es bostimtt istt; wurde elır es nichtt thun, so solte der konig ein andern in seine stelle setzen, der es thun werde. Von der hulfe gaben sie ihm solch ein 1) Ueber die Unterhandlungen des IIM!s in Prag s. Voigt IX, 651.
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692 Tract. XXIE 8 42. antwortt: ehr solte” vor bezalen, was ehr dem adell schuldig were; *fol. 3808. wolte ihm nachden *jemandts dienen, das stunde zu ihm; auch solte ehr dabei wissen: sintemahll der Turck Rodis inne hette und in Ungern wolte, so soltt niemandts bei vorlustt leibes und lebens aus dem reiche anderswo in den krieg ziehen. Mitt solchem boscheide wardtt ehr underweisett!). Dadurch wardtt der adell bo- bertz, arrestirten ihn, das ehr ihn solte gerechtt werden vor ihren soldtt. Derhalben musten die Deutschen heuser im reiche alle ihre clenodia hervor suchen und gutter vorsetzen, das man sie zu der zeitt stiellete?). Indem machte ehr sich ein kurtzweill und spielete sehr, das ehr auch 600 goldttgulden in eine schantze setzte, hieltt auch gross gasttgebott, das ein hasellhuhn zu seinem tisch vor ein goldttgulden bezalett wardtt?). Dies und andere dinge mehr bewegten die b. Deutsches hauses (welche das blutt umb geldtt vorsetzen musten), das sie seinen bruder Casemirum erbathen, ehr wolte ihn underrichten, den mitt der weise wurde ehr den gantzen orden zu nichte machen. Casemiro gieng es nahe, hieltt ihm solches vor, sprechende: h. b. Albrechtt, siehe umb deinentt wegen konnen unsere bruder nirgendtt vorsorgett werden, sintdem du® unserem erlauchsten h. vettern, konige von Polen, wiederspennig bist. Nim wahr: der babsti Leo X. gab unserm einem bruder das bischtumb zu Breslau; umb deinentt willen es der konig von Ungern vorhindertt). Babstt Adrianus VI. gab dem andern das bischtumb zu Plotzkau; a) überg. B. b) Nach du ausgestr. mitt B. 1) Richtig ist so viel, dass der IIM. auf dem Reichstage zu Nürnberg in der Streitfrage mit dem König von Polen nichts zu erreichen vermochte. Voigt IX, 663. Vogl. auch die Darstellung, die der HM. selbst von den Nürn- berger Verhandlungen giebt, bei Töppen, Acten V, 731-732. 2) Wie wenig die deutschen Häuser des Ordens bereit waren, dem IM. Geld zu bewilligen, zeigt Voigt IX, 655. 670 f}. 3) Vgl. hierzu die Bemerkung bei Bock, Leben Albrechts, S. 121. Anm. 4) Dass (fr. zuweilen Kenntniss von entlegenen Vorgängen, freilich stets mangelhafte, hat, beweist die oben mitgetheilte Nachricht von der Bewerhung eines Bruders des HM.s um das Bisthum Breslau und dessen Unterstützung durch den Papst. Die Vorgänge fanden im Jahre 1520 statt, als das Bisthum durch den Tod des Bischofs Johann Thurzo erledigt war. Nur darin irrt (Gr. dass er den Bewerber um das Bisthum Breslau und den um das Bisthum Pluck für zwei verschiedene Personen hält; es war vielmehr in beiden Fällen Mark- graf Johann Albrecht; vgl. oben 8.683, A. 1. J. Heyne, Geschichte des Bis- thums und llochstifts Breslau III, 732—733. Grünhagen, Geschichte Schlesiens I, 379.
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Tract. XXII. 8 42. 693 umb deinentt willen wolten ihn die Masuren nichtt haben. *So bin *fol. 330b. ich von anfang gegen die Polen dein burge geworden, das du dich gegen sie der billigkeitt nach wurdestt gerechtt halten, aber es isti mitt dir alles wieder den strom. Unser bruder sein viell und haben wenig; dazu sein wir umb deinentt halben allenthalben vorachtt, dein orden wirdtt deinenttwegen arm, dein landtt Preusen wirdtt durch deinen unseligen krieg und regimentt vorwustett, noch istt in dir keine demutt, das du dich erkennestt, Auf solche worte der hohem. Albertus zu seinem leiblichen brudor Casemiro sprach: welcher unter meinen leiblichen brudern der Polnischen saue guttes nachredett, der istt mein vorreter. Solten meine bruder alle bett- ler werden, und mein orden gahr vorgehen, auch‘ Preusen gahr wustt werden, so solte ehe gottes marter an mir vorloren sein, ehr ich wolte dem konige von Polen, dem patron aller vorreter, wolte holdtt und treue sein. Nu forsch, ich mercke, wie ihm seine sache faull ankomtt, und ehr sie durch den spruch vorlieren wirdtt, der- balben will ehr mich mitt vorreterei einnehmen. Ich schwere es, o gott, das ich der dinge keines thue, die ihm zu gefallen sein. Von diesen worten wardtt Casemirus zu zorn bowegett, schaldtt den hohem. auch vor ein vorreter; sie kamen so weitt, das sie? ein- ander mitt feusten umb die kopfe schlugen und grieflen zur wehre. Were das gesinde nichtt dazwischen komen, so hetten sie sich ein- ander erwurgettl). Da zog der hohem. in Ungern zu seinem bruder, margrafe Jorge?). *Unter diesen geschiechten waren die botschaften *fol. 381a. des hohem. bei doctor Martin Lutter; ehr schieckte ihm die statuta und regell seines ordens, liess ihn fragen, ob die statuta unter der regell den seinen auch selig weren, sintemal die menschen aus einem kleinen worte des evangelii viell ordinationes gezogen hetten. Darauf antwortt Lutter also: im anfange des Deutschen ordens hielten dio personen das evangelium vor regell und statuta; als aber maulaffen ihren? eigennutz suchende regierten, auf das man nichtt merckte, das sie ihrem wollustt folgeten, machten sie sich statuta, welche itzundtt armer leute hencker so viell halten, wie die evangelia, und a) überg. B. b) ihrem B. 1) Es braucht kaum bemerkt zu werden, dass dieser Vorfall zwischen dem. JIM. und seinem Bruder nur der gehässigen Erfindung unseres Chronisten ent- stammt, und dass anderwärts hierüber nichts verlautet. 2) Der HM. begab sich von dem Nürnberger Reichstage zum König von Ungarn. Töppen, a. a. O., S. 733.
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694 Tract. XXIL. 8 42. der frombste under ihn istt erger, den ein Turck. Wen sie gleichs zehen eide schweren und hundertt briefe geben, halten sie doch keinesl). Sintemahl ehr im reiche nichtt mehr sicher prassen mochte, und man ihm auch nichtt borgen wolte, schieckte ehr in Preussen b. Ericum hertzog von Braunschweich?) und b. Wilhelm grafe von Eisenborg, marschalck und groscomptor, ursacher aller teufelei. Diese sagten dem lande Preusen mitt vielen loblichen worten an, wie der hohem., ihr furstt, ernstlichen bogerte vom rauche 6 m., oder wo ehr selber komen solte, wurde was anders daraus. Sie antworten ihm: das rauchgeldtt geben wir nichtt; komtt ehr selber, so wollen wir thun wie arme leute, ehr istt in seinem vaterlandtt, seine bruder werden ihn woll vorsorgen ohne der Preusen geldtt?). *ful.381b. *In diesen geleuften hielte Sigismundus, konig zu Polen, ein rahtt, wie ihm zu thun, den der Tater wolte ihm zu. Als der rahtt aus war, giengen die heren wegk, und man meinte, der konig wurde bleiben sitzen und die registrata nach gewonheitt anhoren; aber ehr stundtt auch auf und tratt an ein fenster. Indem kam ein lautt wie von einer hakenbuchsen, und scheustt ein gelodtt durch das fenster in die stelle, da der konig gesessen hette, und gieng durch das gesesse. Der konig liess von stunden an das gelodtt aushauen und an* allen hakenbuchsen es® vorsuchen‘, aber es war uberall zu gross. So bohtt der konig zu geben 2 tausentt gulden dem, der ihn von solchem schoss underrichten kundte. Da fandtt man einen studenten, der sagte es ihm alles, wie ihm einer, dem im Preusi- schen kriege schaden geschen, solches lange zeitt bestaltt hette, aber der teufell, der diesen schoss fuhren solte, were stetes vorhindertt worden. Sintemahl ehr aber nu geschen were, so muste in seinem reiche etwas geschen sein, dadurch gott schwerlich erzurnett were. Idoch angesehen das es nichtt seine schuldtt were, hette ihn gott a) überg. B, 1) Ueber die ersten Beziehungen des UM.'s zu Luther s. Voigt IX, 687 ff. Was Gr. mittheilt, ist natürlich entstellt; doch mag ihm einzelnes richtige über diese Beziehungen zu Ühren gekommen sein, wie die Nachricht von der Üeber- sendung der Ordensstatuten an Luther. 2) Erich, Herzog von Braunschweig, war Comthur von Memel; s. unten $ 49. 3) Ueber die Sendung des Grafen Wühelm v. Eisenberg — nur dieser wird genannt — an die preussischen Stände s. Töppen, Acten F, 720 f. Er verlangte allerdings neue Steuern; von einer Rauchsteuer ist indessen keine Rede.
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Tract. XXII. $ 43. 695 behutt. Diesem liess der konig mitt ernstt nachfragen und fandtt es also, wie es ihm der studentt gesagett hette. Das muste zu der zeitt so bleiben. $ 43. Wie der teufell in gestaltt eines vorstorbenen einem munche erschiene. *In diesem Lutterischen jahr starb ein mahn, der vom wucher *fol.382a. und anderm abziehen war sehr reich worden und sein lebetage ein gottloser mensch gewesen. Als nu des Lutters Jehre sehr gemein war, in welcher der reiche nach seinem wahn gegrundett, also das alle gutte wercke vordamlich weren, man solte nur schlechts in Christum glauben, das wurde ihn seligen, darauf sprach der reiche: so hatt mich jo mein geistt rechtt gelartt, das ich in 21 jahren nichtt gebeichtett, noch das sacramentt genomen, kein almoss gegeben kirchen und klostern; bilder und solch geschwenck der sacramentt ich woll gedachte, das sie von pfaffen und munchen umb des geldes willen erdachtt weren. Derhalben liess ehr Juttersch bildtt in sein hauss malen, davor hieltt ehr tagk und nachtt ein brennende kertze vor seine erleuchtung der wahrheit. An ihm sich viell gutte leute ergerten, den ehr war fastt der oberste in der stadtt, idoch gott ihn in kurtzen tagen zu seinem ende berufte. So waren in seiner kranckheitt nach gewonheitt des landes nonnen bei ihm, die ihn warteten, die sagten ihm viell dinge vor von seinem wucher und abziehen, so woll auch von der ketzerei, und was sie sonstt wusten. Darauf sprach ehr: Lutter mich nie gelehrett hatt, das wucher und abziehen sunde istt; es sein nur funde von euch huren, pfaffen und munchen erdachtt umb der testamente willen. Aber die *nonnen *fol. 382b. sagten ihm, so viell sie wusten, ehr solte bussen und wie ein christt die sacramentt nehmen. Darauf ehr zumahl lesterlichen antwortt und sprach: o heiliger Lutter, ich sterbe; wen ich soll, so bezeuge ich mitt dir, das ich hertzlich vorachtt und vorschmehe die Romische kirche und ihre sacramentt, und sage: will gott nichtt ein lugener werden, so muss ehr mich seligen darumb, das ich ihn glaube. Nach- dem vorbohtt ehr feste seinen kindern, das sie nichts vor seine sehle thun solten mitt vigilien, messen oder leuten, und starb also. Jdoch liessen ihm die seine umb nachrede willen leuten und be- gruben ibn. So hette ehr ein leiblichen sohn im kloster nichtt weitt
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*fol. 393a. 696 Tract. XXIL & 43. von der stadtt zu einem munche. Dieser munch thett nach dem gebohtt gottes und seines ordens weise vor seinen vorstorbenen vater zu® bitten, den ehr wante von seiner person und seiner Lutterei das beste vor, ehr vorsahe sich der gnade gottes. Sechs wochen nach seinem tode gieng der sohn eines mahles des morgens bei lichtem tage im kreutzgang und betete eine vigilia vor seinen vater. So nahm sich der teufell die person des vorstorbenen vaters an, begegnete dem sohn in betrubter gestaltt und sprach: mein sohn, hilf mir. Der munch sich ermante und sprach: mein lieber vater, wie mag ich euch helfen, so ihr euch doch im Lutterischen glauben feste darauf vorlassen habett, das euch gott seligen muste ohne pein; des zum warzeichen habett ihr vorbothen, euch die christlichen empter nach zu thun. So vornichtett Lutter uns geistliche mitt unsern emptern gabr; *das auch unser glaube und gutte wercke, wie ibr wolt, vorloren sein. Wie mogen euch den meine gutte wercke vor gott helfen? Der teufell in der person des vaters sprach zum munche: wisse, das der glaube Lutteri in mir das vordamnis vor- bindertt hatt; in dem selbigen glaubeu vorbohtt ich, der pfaffen und munche gutte wercke mir nach zu thun, und thette woll daran, aber ich vorgass, haussarmon almoss zu geben. Das ich aber die sacra- mentt vorschmehete, daran thett ich ubell; das ich die taufe und buss nichtt aussnahm, derwegen werde ich von der seligkeitt vor- halten. Ich habe es aber als ein krancker, seiner vornunftt be- raubett, vorschen, umb welcher menschlicher gebrechlichkeitt hatt mir gott umb seines wortes halben vorguntt, das ich dir erscheinen mochte und sagen meine zukunftige vordamnis, so man mir nichtt helfen wurde; den ich mein gutt das meiste mitt wucher bekomen und den armen kindern, vor die ich vormundtt gewesen, abgezogen habe und also mein reichtumb erlangett. So war gott des sinnes, das ehr mich wolte vordammett haben, aber meines starcken glaubens wegen, das ich mein tage nie habe wollen zum betrignis der geist- lichen helfen, stehett es noch also an biss so lang, das mir von meinem nachgelassenen gutie wurden nachgethan 100° sehlemessen mitt so viell vigilien von den und den priestern — und nante sie mitt nahmen — dazu 12 sehlebade. So mochte ich zu den freuden gottes komen, und meine erben mogen rechtt meine gutter bositzen, und solcher narrenteidunge mehr. Der munch antwortt: lieber vater, sintt doch die messen im Jutterischen glauben gahr vor- nichtett, wie bogertt ihr den messen? Der teufell antwortt: lieber e) überg. B. db) Verbessert aus anscheinend 12.
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Tract. XXI. $ 43. 697 sohn, nein, allein von den, die *ein schwachen glauben haben, als *fol. 383b. ihr munche, die ihr von den menschen gedrungen von einem zum andern. Die messe ist vor sich nichts, die priester aber, so ich ge- nantt, haben ein starken glauben, umb welches willen wirdtt mir geholfen werden. Der munch sprach: so glaube ich auch feste, das ich ohne urlob meines prelaten nichtt mag aus dem kloster gehen und dir dies bostellen, derhalben muss ich urlob nehmen; alsden so kom zu mir und sage mir, worvon die messen sein sollen, so will ich mich bofleissen, dir zu helfen; und schieden so von einander. Der munch solches alles seinem prelaten ansagte. Der prelatt. wuste aus der schrieftt, das ebr muste vordammett sein, derhalben schwieg ehr stiell, den der teufell kan die gedancken des menschen nichtt wissen. Ehr sagte dem munch urlob zu, sondern ehr wolte selbst auch dabei sein und die messen anschreiben. Als die zeitt kam, fandtt der monch, der prelatt und sonstt zwo menner den teufell in gestaltt des munchs vater, schrieben die messen an, die sehr wunderlich waren, sonderliche die eine, die uber hundertt war, in welchem der prelatt ein misduncken hette, derhalben warf ehr dem todten ein geweiheten stolam umb den hals und sprach: im nahmen Jesu, sage mir, wer du bistt, und was dein vorreterlich antragen bedeutt? Ehr sprach: ich bin der teufell in der person des vordammten mannes, der sich in dem Lutterischen glauben und anderen stucken mehr vorfuhrett hatt und istt vorloren, auf das ich mehr mochte erlangen und, die ich itzundtt habe, in ihrem wucher bostetigen. Ich habe mir diese messen und priester erdachtt, die gar Lutterisch sein; wen man den ihnen solches wurde ansagen, so wurden sie sich erheben, als wen sie mitt ihrer geselschaftt *gerechtt *fol. 384. weren, und wurde ausgebreitett durch die vielen vorworrenen messen, die ich erdachtt habe, das man solte glauben, das eine besser were, den die ander, und man mitt gestolenem gutte gott dienen mochte; und also sagte ehr seine meinung gar aus. Nachdem sprach der prelatt: wie lang soll doch diese ketzerische Lutterei wehren? Der teufell antwortt: wer mitt gott im rahtt hette gesessen, der mochte es wissen; aber in wahrheitt, diese ketzerei wirdtt von keinem ding so schwach und kraftloss, als von der geduldtt der geistlichen im lestern, ihn zugemessen. Mitt diesem bokenntnis habe ich meinen unwilligen dienstt ausgerichtt. Damitt vorschwand? ehr. ®) vorschwang B.
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698 Tract. XXIL $ 44. $ 44. Wie einer, der gott fluchte, unsinnig wardtt. In diesem jahr war zu Dantzick gahr ein geringer domnick, den ihn kein mensch geringer gedachte. Es waren wenig, die bo- gerten zu kaufen, aber viell, die da wolten vorkaufen, aber viell mehr, die in Lutterischer weise zusamen liefen, predigten* sich selbstt nach vorstendtnis Lutteri die schrieft. Es waren bisweilen zu 400 personen, mehr auch weniger (darnach es kame, und das wetter ware), bei einander!). Diese vorsamlung war nichtt vornehmlich da- rumb, das sie das evangelium Lutteri horen wolten, sondern raht- schlagten heimlich, wie man die kirchen und der reichen heaser plundern mochte und etliche ermorden, aber der gemeine mahn wolte es nichtt angehen. Unter dem wurden die, auf welche es gieng, gewarnett, derhalben sie sich vorsorgten. Ihr prediger war ein pfaf, ein gahr unvorstendiger schuler; dieser schrie wieder allen *f01.384b. fug in einer sermon umb die *hundertt mahl: die kloster zu hospi- talien gemachtt, und den munchen megde gegeben, kinder zu machen; den es istt nur schalckheitt mitt babstt, cardinall, bischofe, pfaffen, munche, messen und vorbitte, nur umb des geitzes willen erticht ding, und solcher rede viell. In dieser rotte war ein frembder kaufman, der uber 7 tausentt gulden werdts gen Dantzick gebrachtt von kaseln und ander kirchengerehtt mehr, es zu vorkeufen, aber niemandt bogerte es zu keufen. So giengen ein haufen menner, burger, priester und munch vor dem krame uber. Diese redete der kaufman an, ob ihn von seinem krame zum gottesdienstt was diente; sie wolten kaufen, ehr wolte es ihn kaufs geben. So sprichtt einer under ihn: solche wahre wirdtt itzundtt nichtt geachtt, den Lutter sagett, gottes dienst in den messen und, was man in der kirchen thutt, sei nichts. Darauf antwort der kaufman: so gebe gott dem vorreterischen bosewichtt die hellische plage, ehr redett in dem wie ein ketzerischer bube. Da antwortt ihm einer: so ehr in diesem ubell redett, wie redett ehr den in andern stucken, die wieder die christliche kirche sein. Der kaufman sprach: ich balte es sonstt mitt ihm; ehr sagett woll, wie das man nichtt beichten darf, noch bethen, fasten, und der ding viell, sondern man halte allein den glauben, der istt gnug zur seligkeitt; ich boschiesse mich umb alle gutte wercke. Darauf wardtt ihm geantwortt: nein, nichtt so; wen ihr ein knechtt hettett, der euch dienstt zugesagtt, wurde a) pregligten B. 1) Vyl. Hirch, St. Marien, S. 208.
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Tract. XXI. 8 44, 699 ehr euern dienstt nach eurem willen ausrichten, so gebett ihr ihm sein lohn; wo ehr aber* nichtt fromlich gegen euch handeltt, sondern stetes wieder euch istt, *so wurdett ihr ihm nichts geben. Darauf fol. 3x5a. sprach der kaufman: so gebe gott dem Christo (von dem man sagett, das elır uns durch seinen todtt erlosett hatt und uns das himmel- reich zugesagett) hundertt tausentt etc. — und grose fluch thete, wie die freien buben einander fluchen —; hatt er mich erlosett, und ich solte ihm noch dienen und ihm zu liebe abziehen, was mir gelustett, ehr behaltt ihm sein himelreich und habe ihm hundertt tausentt etc, ich will thun, was mir gelustt. Nachdem giengen die leute von ibm, und es wardtt under den kramern ein rumor, die frembden bohielten des lesterers wortt und straften die einwoner, aber niemandtt dorfte es klagen, den es war kein rechtt in Dantzke. Im abentt s. Laurenti[i], der am sontage warl), kam dieser kaufman ins haus seiner zugesagten brautt, da war ehr mitt gutten Lutteristen sehr frolich, die lachten seines knechtischen fluchens auf Christum und legten sich damitt zu bette. In der nachtt wirdtt der kaufman unsinnig, stundtt am morgen frue auf, nimtt ein blosen degen in den ermell und fragte, wor die brautt were. Man sagte ihm, das sie in der fruemesse were. Ehr sprach: danck habe sie, und lief so wegk. Indem bogegnett ihm eine fraue, mitt fleisch aus der leischbanck komende; diese nahm ehr seuberlich in den lincken arm, druckte sie an sich und stiechtt ihr mitt der rechten handtt den degen in die seiten, so tief ehr gehen kundte, davon sie sturtzte und starb. Nachdein lief ehr wie ein unsinniger hundtt umbher, warf dies und das umb und lief zur stadtt hinaus. Die Lutteristen vorloren ibn, und sein gutt kam den kindern der todten frauen zu. Auf das aber solche *strafe nichtt Christo zugeschrieben wurde, *fol. 385b. derwegen setzten sich die capiteine der Lutteristen daruber, als doctor Mosantz, magister Alfantz, doctor Naserotz und baccalarius? Culwitz?), die handelten es, wie das eine schone jungfraue, die den kaufman gerne gehabtt hette, aber ehr ihrer nichtt achte, die hette ihm aus neidtt katzengehirn im wein gegeben, davon were ehr so tobende worden. Das wardtt auch von ihrem teill wie ein evange- lium gehalten. a) Nach: aber ist ausgestrichen : sich. B. b) Baccabarius B. 1) 8. Lorenz fiel auf einen Sonntag im Jahre 1522. 2) Die Namen sind olme Zweifel von Gr. erfunden.
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*fol. 356a. 700 Tract, XXU. & 45. $ 45. Wie man zu Dantzick einem Lutteristen umb aufruhr den kopf abhiehe. Am tage Bernhardi vorsamlete der rahtt die gantze gemeine und rahtschlagten, wie Ebertt Ferber antwortt zu geben, ihrem vorjagten burgemeister, der sie hette geladen auf Marienburg vor Mathiam Thzriwitzkyl), bischof von der Coya, Johannem Conopatzky, bischof zu Chulmesehe?), Johannes Saramba, starostt und sonstt andere heren mehr, die der konig wie visitatores ins landtt gesandtt hette, sachen zu vorhoren; den gott vorhieng, das man in den stedten sehr zweileufig war. Der teufell hetite mitt vielen ihr Lutterisch spiell. So breugtt es die erfarenheitt mitt, welche von gott die liebe, forcktt und ehre ziehen, solche konnen under einander und gegen ihren heren nichtt bostehen. Sintemahl die Dantzker nach koniglichem bopfell mitt Ebertt Ferber nichtt kundten concor- dieren, wardtt es obgedachten heren bepfolen zu entscheiden, so die parte wolten; umb solches wardtt der gantzen stadtt Dantzick ange- sagett, auf genanten tagk auf dem rahtthause zu sein. So war in Dantzick ein balbier, genautt Greger *Matern, der war in der Lutte- rischen sinagoga doctor Nasewitz genantt®), der vormeinte mitt vielem anbang der Lutteristen, welche sich etwan voreinett hetten, ein aufruhr zu macben, den ralıtt za morden, der reichen heuser und die kirchen zu plundern, zu dieser zeitt ihren fromen zu schaffen; liefen derwegen zu haufe und kamen vor das rahtthauss foll zorn und guttes trostes, das sie den tagk wurden reich werden, wie sie sich boruhmeten; so waren ihrer bei 700 mahn. Indem sprichtt der eine burgemeister zum rathe und der gemeine: lieben heren, ich muss heim gehen und essen, den mir istt sehr ubell, ich will balde wiederkomen; der rahtt es ihm vorgunte. Als ehr vom rahtt- hause auf die gasse schreiten will, so fert der barbir herfur, fluchett im nahmen seiner rotten uncristlich mitt bogreifung der wehre: weshalben ehr sie vorschmehett und nichtt vorbottett hette, wie die andern; oder deuchtt euch, das wir nicht burger und gutte christen sein neben euch? Der eine schrie so, der ander anders, die ge- 1) Matthias Drzewicki. 2) Der Bischof von Culm gehörte nicht zu den vom König bestimmten Commissaren; vgl. Kestner, Zs. d. Westpr. Gv’s ILL, S. 46. 3) Gregor Matterne nennt B. Steymann in der Chronik vom Aufruhr, Ss. r. Pr. V, 551, ‚eines tregers son, geboren auf den langen garten bey sant Barbaren vor Dantzke‘.
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Traet. XXI. 8 45. 701 meine rede aber war: schlag todtt, haue ihn zu stucken. Der burge- meister war weiss, ehr sprach mitt gutten worten: lieben freunde, der euch vorfuhrett hatt, soll diese stunde sterben; springtt indem zurucke?, wirftt die rahtthausthure zu, und sie hauen mitt allen kreften darein. Umb dies willen sagte der burgemeister und der rahtt der gemeine allerlei vorbundtniss und 'zuvorsichtt zu; den sie liesson sich beduncken, das es der gemeine antrieb were. Auf solches die gemeine, so auf dem rahtthause war, liefen hinden abe, rusten sich *in den harnisch und liefen auf die freweler. Als *fol. 386b. solches die aufruhrer, die gemeine, vornahme, nahmen sie die fluchtt in die kirchen, aber der captein wardtt gefangen. Da schieckte man von stunde an nach dem hencker, und die gemeine bepfull, man solte ihn abbauen. Als ehr den ernstt sahe, ruftt ehr umb gottes willen umb einen priester, seine sunde zu beichten. Die hencker biegeten ihn nieder, das ehr knien solte, aber ehr sperrete sich und schrie mitt weinenden augen: gunnett mir umb gottes und Marien willen, das ich einem priester beichte, auf das ich durch gnade moge entbunden werden von der Lutterischen ketzerei. Indem traten viell zeugwirdige burger vor, die sprachen, wie ehr in vor- gangenen tagen gesagett hette, ehr schiesse in alle sacramentt der cristlichen kirchen und spundete mitt allen pfaffen und munchen zu, und solte ihm eine gewisse seligkeit sein, wen bei seinem ende kein gottesvorreterischer munch oder pfaf were, und keine himelhure, ein nonne. Da schrie der burgemeister vom ralıtthause: das euch hencker die pflage erstosse, konnett ihr nichtt einem ketzerischen bosewichtt den griendtt abhauen? will ehr nichtt knien, so hauett den ubelltheter zu stucken. Da nimtt ihn der eine hencker also sperrende und schreiende: beichten, beichten, beichten, bei dem hahre, und der ander hiebe ihm den kopf abe. Als man sich nach seiner companei umbsahe, da waren sie alle wegk. Idoch man sie woll wuste, man liess es bostehen bis zur zeitt!). *Als der rahit *fol. 357a. gen Marienburg kam, trugen die gesandten koniglicher ma. mandatt a) zu überg. B. 1) Einiges aus der obigen Erzählung Gr.s bestätigt auch Stegmanns Chronik vom Aufruhr, Ss. r. Pr. V, 551, nämlich dass (Gregor Mattern mit einer bewaffneten Schaar zu einem Angriff vor das Rathhaus zog und in den Kirchen Sturm schlagen lassen wollte, dass der Anschlag yegen den Rath miss- lang, dass der Anstifter hierbei gefangen genommen, ins (Gefängniss geworfen und eine halbe Stunde später geköpft wurde. » Alles nähere berichtet allein Gr. 45
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702 Tract. XXII. $ 46. an, dass man die sache mitt Ferbern solte in der suhne schlichten. Die Dantzker aber nichtt wolten. Da gab man ihn koniglich mandatt, das man ihm seine gutter solte folgen lassen; das wolten sie nichtt thun. Man fragte sie, was die ursach were; sie sprachen: was wir wieder ihn haben, das istt durch rechtt gerichtt, dabei bleibe es. Wiewoll man viell handelte, iedoch wardtt nichts darin aus- gerichtt!). S 46. Was die Lutteristen zu Dantzick wieder ihren bischof ausrichten. Nach der tagefartt am tage Egidii* wardtt Mathias, der bischof von der Coya, zu Dantzick mitt ehren eingeholett?), ehr kam man- chem gutten christen zur freude und allen offentlichen Lutteristen zur furcht. Ehr gieng aufs rahtthauss, sagte der gantzen stadtt ko- niglichen bopfell an, das sie solten in der chatholischen religion einig sein und die Lutterische ketzerei fahren lassen; dieweill sie aber die® sache mitt Ebertt Ferber nichtt wollen lassen vorrichten, so lude ehr sie auf die neheste tagefartt des koniges von Polen bei der buss zehen tausentt gulden®). Auf den andern tagk nahm ehr die geistlichen vor und vorbohtt ihn, Lutterisch zu sein und zu predigen, angesehen die Lutterische ketzerei were eine renovatie allerlei ketzereien, etwan vordantt. Er nahm sonderlich vor den *fol. 387b. pfaffen und *munch von den Carmelitten®), vormanete sie, das sie solch predigen wolten abestellen, oder man wurde ein anders thun. Sie entschuldigten sich mitt worten, und mitt der zeitt sagten sie ihrer sinagoga an, das man ihn das evangelium Christi zu predigen vorbothen hette. So dan die Lutteristen lang zuvor ein bundtt ge machtt hetten, die geistlichen und kloster“ zu plundern, erlangeten a) Egidie B. b) überg. B. c) überg.; ausgestr. geistlichen B. 1) Ueber die Verhandlung zu Marienburg vgl. Kestner, a.a. O, Was Gr. mittheilt, ist vollig verkehrt. 2) Der Bischof langte bereits Ende August 1523 in Danziy an. Hirsch. St. Marien I, 269. 3) Dass der Bischof den Auftrag gehabt, die Danziger vor den Reicls- tag zu laden, ist wohl Gr.sche Erfindung; vielmehr hatte bereits die Commission in Marienburg die Ferber'sche Angelegenheit der Entscheidung des Königs uuf dem nächsten Reichstage vorbehalten. 4) Vgl Bd. I, S. 429.
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Tract. XXI 8 47. 703 sie nu ein haufen, den es lag ihrer“ vielen im kropf, die wieder Ferbern waren, und der bischof war mitt dem Ferber. Diese kamen vor den bischof, gaben ihm viell hohnrede, endtlich ihn fragten, wie ehr bei die gewaldtt komen were, das ehr vorbiethe, das evangelium Christi zu predigen. Der bischof Mathias wuste, wie man ihn und sein folck vormeinte zu berauben; ehr sprach mitt gutten worten: ehr hette nie das evangelium vorbothen, sondern den Lutterschen vorstandtt im evangelio, sintdem es noch nichtt vor rechtt erkantt were. So sie den so gahr auf den Lutter bofliessen weren, so schiebe ehr es auf konigliche ma., der es ihm befolen hette, anzu- tragen. Wie man vormeinte, das ehr noch lang da bleiben solte, zog ehr heimlich wegk. Da wurden die, welche nur halb Lutterisch waren, dadurch erwacktt, das sie vom rathe bogerten, man solte die kirchen und geistlichen plundern und muntz machen auf den konig von Dennemarck. Das wolte der rahtt nichtt angehen, angesehen das es noch nirgendtt geschen were, *und itzundtt viell stedte und heren *fol. 385a. vom Lutter fielen; auch“were es wieder ihren konig. Aber zum meisten sorgten sie, wen populus dies gethan hette, davon sie doch nichts bekemen, wurden sie viell mehr zu ibrer zeitt der reichen heuser angreifen und es under sich teilen, wie viell mahl be- schlossen were. Derhalben blieb es so anstehen. $ 47. Von ungewitter und getreidewachs in diesem jahr. In diesem jahr gieng das getreide schon auf, aber in den pfingsten kam ein frostt, der vorterbte das wintergetreide, also das der weitzen galdtt die last 43 marck, das korn 25 m.; gerste, haber und erbsen war gnug. Die lastt gerste were gekauftt worden vor? 8 m., wen man sie nichtt hette backen dorfen. Viell ertranck auch auf dem felde, den es regnete 12 wochen an einander, das es nichtt funff stunde den tagk uber aufhorte. In Ungern hette es auch grausam geregnett, davon sich das wasser ergoss, das viell sehe und teiche ausriessen, erfullete das kleine und Dantzker werder und er- trenckte etzliche hundertt lastt gerste”. In diesem regen bepfolen die grosen stedte den priestern, man solte mitt der procession gehen und gott vorsuhnen; sie musten gehen, aber ihrer waren viell T.utterisch. Waren wo 30 priester, so waren darunder aufs hochste 7 Romisch. Etliche von den Lutteri- a) ihren B, b) überg. B. c) garste B.
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*fol. 3885. *fo]. 3892. 704 Tract. XXII. $ 48. schen, wen sie in der procession giengen, fluchten sie, das sie die schauben boschlemten; etliche lachten sprechende: unser gott schleftt. wir mussen sehr schreien, das ehr erwachtt. Den der Lutterischen priester ketzerei war dies eine, das sie meinten, was ihm gott zur strafe hette vor*genomen, das kundte ihm niemandtt ausreden, sondern es muste geschen. Als den jemandts, der noch gutt christen war, solches von ihren priestern horte, wurdeu sie ihn sehr ungun- stig, und die herschaftt, so irtumb vorbitten solten, saben es an und sprachen: wen wir nur im friede leben mogen und unser zinser haben, es gehe mitt den pfaffen, wie es will. Damitt kam also in dem gehorsam der Römischen kirchen der frewell unter die leute, das sich in Preusen viell vorschwuren, bei dem Lutter zu sterben, nur der priester leben angesehen. Viell munch liefen aus den klostern, auf das sie nur das gespott nichtt horen dorften. Es gieng so wunderlichen zu, das man es nichtt schreiben darf, den man wurde es nichtt glauben; es war niemandtt, der da werete. Wen bis- weilen ein munch was sagete, so war doch der haufe in ihren* ceollationen dawieder. $ 48. Von einem mechtigen sturm und seinem schaden. Auf Augustini in diesem jahr war ein gewaltiger nordensturm, dadurch dem konige von Dennemarck sechs krafell an Preusen vor- giengen. Das gieng so zu: der konig von Dennemarck war gewichen umb feindtschaftt der Hensa willen; so war derwegen der hertzos aus Holtstein, dem etwan das konigreich Norwegen war zugeteilett!) (den ehr war des koniges aus Dennemarck vatern bruder), ihr hertzos, und sie hetten belagertt die stadtt und schloss Kopenhagen; diewei! den nu Schweden gahr frei war, hette des koniges heuptman, ce- nantt Severin von Norweden?), Gottlandtt inne und lag auf dem mechtigen schloss Wisbu; ehr hette 14 kriegesschieffe, damitt raubete ehr auf dem gantzen sandttmehr *und thett den Lieflendern viell a) Ihrem B. 1) Eine völlig unberechtigte Behauptung Gr.s. Ueber König Christians Abzuy aus Dänemark und die Ausrufung seines Oheims, des Herzogs Friedrich von Holstein, zum Könige s. Dahlmann, Geschichte von Dänemark TIL, 367- - 2:75. und unten S. 709, Anm. 3. 2) Sererin Norby.
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Traet. XX11. 8 49. 705 schaden!). So wurden im grosen sturm 6 schieffe anckerloss und trieben mitt gewaltt nach Preusen; etliche vorgiengen under Same- landtt, etliche unter Heell, etliche an der Nerung mitt 300 mahn, von welchen wurden 30 lebendig und gefenglich gen Dantzick ge- fuhrtt. Diese danckten gott, das sie von dem dienstt des Severinen gekomen weren, den man kundte nichtt gnug sagen, wie ein hinder- listiger mensch ehr war, so woll auch bluttgierig und mistreu. In diesen schieffen waren viell buchsen gewesen, zu welchen des hohem. arme folck hette etwan zeisen mussen; der hohem. liehe sie dem konige von Dennemarcke, und sie so vorgiengen. Viell b. waren dessen auf ihren heren ubell contentt, das das geschutz so wegk ge- fuhrtt wardtt, und selber noch keinen standthaftigen friede in Preusen hetten, war auch nichtt, wovon man andere giessen kundte, jedoch musten sie es dulden. $ 49. Von einer tagefartt und Lutters handelung. Es begaben sich von den Lutterschen in des ordens landtt un- eristliche handelung, umb welches willen die einzogling des landes vorjahmerten, den sie sahen allenthalben mechtige sirafe gottes. Zum ersten kamen viellmunch dahin und legten daselbstt die kappen abe Sintdem der bischof gutt Lutterisch war, liess ehr ihnen weiber treuen vormeinende, sie solten sich mitt arbeitt erneren?). Sie liehen auf und erlogen aufs geldtt und wahr und entliefen. Darumb ein ehrbarer mahn, b. Faustinus Webeler, hauscomptor?), vorbobtt den schneidern, das sie den vorlaufenen munchen aus ihren kappen nichit balde rocke machten, drauete ihn dabei *die *fol. 389b. strafe. So gieng einer von ihn zu b. Erich furstt von Braun- 1) Vgl. Schütz, 489. 2) Die zahlreichen Eheschliessungen zwischen Mönchen und Nonnen und deren häufige Wiederauflösung erwähnt auch Freiberg, 165. 3) Nach Voigt IX, 658, war Adrian v. Waiblingen 1522 Hauscomthur von Königsberg, während Faustin v. Waiblingen um diese Zeit und noch 1524 als Comthur von Rhein vorkommt. Voigt, Namen-Üoderx, 50, und Ss. r. Pr. V, 16. Adrian gehörte zu den sechs Ordensrittern, welche sich nach dem Krakauer Vertrage von 1525 am längsten sträubten, dem Herzog Albrecht zu huldigen. Ss. r. Pr. V, 373. Vgl. übrigens auch das Verhalten des Königsberger Haus- comthurs gegenüber den Beschwerden der Mönche über das papstfeindliche Jastnachtspiel der Königsberger. Meckelburg, Königsberger Chroniken, 164, Anm. 15.
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706 Tract. XXIL, & 49. sswich!) und es ihm klagte. Der furstt sprach: so schende gott alle munche! mach nur wegk, wen ich hohem. were und gantz Preusen hette, so solten mir die munche die pflug ziehen, und die nonnen der seue huten, und solcher furstlichen worte viel. Dadurch wurden die buben gesterkett. Marien lob. Es begab sich am tage Assumptionis Mariae, das ein Lutterischerr munch auf dem schloss zu Konigsberg pre- digte; diesen munch der bischof vorhieltt, den ehr lehrete ihm He- breisch und Grickisch; es war ein groe munch?). Wen er predigte, so zog ehr eine kappe an, sonstt gieng ehr wie ein kaufman, den solches thett auch Lutter zu Wittenbergk3). Dieser munch solte den Konigsbergern nach alter gewonheitt sagen von Marien lob, den die kirche auf dem schloss istt in Marien ehre geweihett. Ehr sprach: es spielen ihr zwei darumb, ob Maria im himell istt. Soltt man das evangelium ansehen, darin funde man gahr wunderliche worte, die lauten so hin. Das man sich viell auf sie trosten wolte, das were ketzerei; hatt sie was, das istt ihr kaum gnug, uns zu helfen, das istt vorloren. Sondern man solte sich auf Christum vorlassen, die lichtt und messen und alles, was man ihr thett, were nur schalck- heitt; und solcher worte viel. Solche meinung, aber nichtt so grob, predigte den selben tagk ein thumher in der Alttstadtt und Kneip- hof Konigsberg®). Davon wardtt in der kirchen ein rumor, und 1) Erich Herzog von Braunschweig, Bruder des Herzogs Ileinrich von Braunschweig, trat 1517 in den Orden, wurde 1519 Comthur zu Memel und gehörte 1520 während der Reise des IIM’s nach Thorn zu den Regenten des Landes. Voigt IX, 503. Namen-Coder, S. 37. Töppen, Acten 7, #46. Ueber ihn s. auch Faber in den Beiträgen zur Kunde Preussens, Bd. IV, S. 381 f. Er gehörte später zu den mit der Säcularisation des Ordensstaates unzufriedenen Ordensrittern und hielt an der alten Kirche fest, während er bei Gr. als entschiedener Anhänger derselben erscheint. Vgl. Voigt IX, 722 Anm. 3. 2) Gr. meint Johann Briesmann, der früher Franziskaner war und, wie auch die Chronik des Beler und Platiner bestätigt, den Bischof Georg von Plentz in der griechischen und hebräischen Sprache unterrichtete. Vgl. Acta Borussica II, 425-432. Polenz, Georg von Polentz, der erste evangelische Bischof, S. 2%, Tschackert, Georg v. Polentz, Bischof von Samland, 8.17. Dass Briesmann am Tage Assumptionis Mariae (15. August) auf dem Schloss gepredigt hat, ist nicht richtig. Er langte erst am 14. September in Königsberg an und hielt seineerste Prestigt am 27. September im Dom. Cosack, Paulus Speratus Leben und Lieder, S. 4. 3) Briesmann trug allerdings noch in Königsberg das Mönchskleid. Cosack, aa. 0,8. 4. 4) Gr. denkt hier wohl an den Königsberger Domherrn Georg Schmidt. der nach der (/hronik des Beler und Plattner fol. 109b und 342a reformatorische Predigten hielt. S. Cosack, a. a. O., S. 36.
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Tract. XXII. 8 49. 07 liefon mitt fluchen wegk. Auf solches liess b. Leo Webeler, born- steinher auf Lockstedten!), dem munche ansagen: so wehrlich Maria aller ehren *werdtt were, so woltt ehr ihn, als ehr ihn nur bekeme, *fol. 3908. vorseuffen. Es wurfen sich in der stadtt viell zusamen, die wolten den munch mitt dreck werfen, aber der bischof liess ihn in der nachtt mitt 12 pferden gen Fischausen fuhren?). Die Romischen b. wurden ubell gehandeltt, den die einzogling waren nichtt Lutterisch, nur in dem, das die heuser der burger sehr boschwerett waren mitt dem wucherzinss der priester. Die frembden aber waren Lutterisch und hielten mitt der speise keinen tagk vor den andern. Auf Crucis war eine tagefartt zu Konigsberg?); man bogerte zehrung vor den hohem., der im reiche ihr bestes gedechte, auf das* ehr mochte Preusen haben. Der adell sagte vom dienste eine marck zu, sofern die stedte auch geben wolten. Da wardtt die ge- meine von Konigsberg gefragett, ob sie wolten geben; sie sprachen: nein, wir haben vorhin gegeben, was wir gehabtt haben, so sein die buchsen, die mitt unserm gelde gemachtt sein, in andern landen, und wir mussen nachsehen®). Uber das wusten sie nichtt, wie sie im glauben gottes sturden, den alle ding im christlichen glauben wandelte sich, auch musten sie leiden, das in ihrem anhoren gottes mutter geschendett wurde etc. Sie auch den bischof vor ein vor- heger solcher lesterer anzogen. Auf solches wardtt ihn sehr ubell geantwortt, sie ihrer hergegen auch nichtt vorgassen. Indem kam ein schreiben vom hohem. an die regenten, darin ehr ihn bei groser strafe vorbohtt, das sie des Lutters lehre mitt nıchte solten leiden, den sie were in viell hundertt stucken wieder die heilige schrieftt und zoge sich nur zu eigenem willen und freiheitt der sunden etc.?). a) uberg. B. 1) Leo v. Waiblingen, Bernsteinmeister zu Lochstedt, war der Bruder der oben genannten Adrian und Faustin v. Waiblingen. Ss. r. Pr. V, 371. 2) Anderweitig nicht beglaubigt. 3) Nicht am Tag der Kreuzerhühung (12. Sept.), sondern am 9. September zuurde eine Tagfahrt der Stände zu Königsberg abgehalten. Töppen, Acten V, 741. 4) Richtig ist, dass auf der erwähnten Tagsatzung der Adel zur Bewilli- gung einer neuen Steuer bereit war, die Städte sie aber verweigerten. Die Be- gründung der Ablehnung ist Gr's Werk; vgl. Töppen, a. a. (0. S. 744. 5) Es ist bekannt, dass der HM. von Deutschland aus zuweilen mässigend auf die allzu stürmischen reformatorischen Reyungen in Preussen einwirkte, yeamentlich wenn von Rom her Beschwerden und Vorwürfe über die Voryänge irı Preussen erfolgten. So verbot er 1523 den Ordensherrn, aus dem Urden
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708 Tract. XXIL $ 50. *fol. 390b. Von dem hiengen die Lutterschen die nasen nieder und zogen *also von einander. Der blindeste unter ihn war bischof Jeorg, ihr her, der liess alles gehen, wie vor, nur das ehr die heiligen tage wieder gebohtt zu feiren. Ihr viell tausentt danckten dem hohem. vor seine briefe; dem waren etliche Lutteristen zuwieder und sprachen: o ihr dollen leute, ehr meinett nichtt euer sehle, sondern ehr meinett euer geldtt, ehr will euch nur locken; darumb hatt ehr geschrieben, was ihr gerne horett, den niemandtt istt so gutt Luttersch, als ehr etc. Diese worte machten wehrlich nichtt ein kleinen neidtt, idoch man sahe das spiell an. $ 50. Von grosem und unnutzem geldttvorzehren der Dantzker in kriegesweise,. Sintemahl die Dantzker mitt in der Hensa sein, richtten sie auf pfingsten dieses jahres 6 crafell und 21 hundertt mahn auf Hans Kersten, den konig von Dennemarck, ausl). Der hette in Schweden nu alles vorloren, was ehr so lang noch darin gehabit hette, derhalben sagte ehr seiner ritterschaftt an, das ehr wolte ein krieg fuhren wieder die von Lubeck, Dantzke, Lieflandtt und sonstt andere mehr, die den von Schweden hetten geholfen; ihm kam folck dazu?). Aber dem adell war es boschwerlich, den sie itzundtt ins zehende jahr kriegen mussen und frembdtt folck vorsolden, durch welches were ihr landtt wustt und arm worden, und were doch nichts ausgerichtt. Das erfuhr der konig, ehr berufte eine gemeine tage- auszutreien und sich zu verehelichen. Voigt IX, 690. Er mahnte von aujf- rührerischen Predigten im April 1524 ab. Voigt IX, 711. Am 8. Ne- vember 1524 richtete er, um sich vor dem päpstlichen Legaten Campeggio zu rechtfertigen, ein Schreiben an den Bischof von Samland, in dem er ihn auf- forderte, nichts gegen den Papst und die römische Kirche vorzunehmen. Taijt IX, 732 und Faber in den Abhandlungen der königl. deutschen Gesellschaft zu Königsberg I, 221-222. Es wäre möglich, dass Gr. hier an diesıs Schreiben denkt. 1) Stegmann und die Ferber-Chronik sprechen von 7 Schiffen, die aus Danzig am 31. Mai 1523 absegelten. Ss. r. Pr. V, 527 und 536. Vgl. auch Schütz, 487. 9) Die zahlreichen wnrichtigen und schiefen Nachrichten, die Gr. über die dänisch-schwedischen Ereignisse hier und im folgenden bringt, sämmtlich zu berichtigen, wäre eine überflüssige Arbeit, da sich schwerlich jemand bei ihm hierüber Aufklärung holen wird. Es sei darum nur allgemein aufmerksam gemacht, dass fast jeder Satz zu Ausstellungen Veranlassung giebt.
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Tract. XXI. $ 50. 709 fartt seiner reiche; etliche kamen, aber der meiste haufe wolte *nichtt komen, den sie wusten woll, das ihr konig weder worte, *fol. 391a. noch briefe hielte, hette auch etwan so vorreterlich den adell in Schweden durch seine schriefte zusamen gebrachtt, liess sie wieder seinen eidtt alle todten, die vorstorbene, wie lang sie auch in der erden gelegen, liess ehr aufgraben und sie alle vorbrennen. Der- halben sprach der adell: es wirdtt uns auch so gehen. Auf solches vorschwuren sie sich, nichtt zu gestehn, den sie waren vorsichertt, man wurde sie todten, So war Kopenhagen und Elsenborgl) mechtig zur wehre gemachtt, dahin hette man geflohett alles gutt des adels im lande. Dies gutt ehr alles nahm, auch aus allen kirchen und klostern und satzte das folck, das ihm gekomen war, hinein; ehr selbstt zog in Sehelandtt zum keiser Carolo V. umb hulfe, sondern ehr war neulich in Hispanien gefaren?), Der konig treib in viell reichen umb umb hulfe wieder seine ungehorsame, aber die sache vorzog sich lang. So balde der konig mitt weib und kindtt wegk war, machte sich der adell auf, holeten den fursten aus Holtstein, des koniges vatern bruder. Diesem fursten von Holtstein wardtt von seinem veterlichen reiche zugeteilett das konigreich Norwegen, Islandtt und Holtstein; aber dieweill ehr nur ein knabe war, wolte man ihm Norwegen und Islandtt nichtt einreumen, ehr muste sich mit Holtstein gnugen lassen®). Der adell fuhrte dessen sohn in Denne- marck, kroneten ihn zum konige uber Dennemarck, Schweden und Norwegen®). Die Schweden sich mitt dem neuen *konige voreinten, *fol. 391b. das sie ihr landtt umb ein tributt selbstt regieren mochten; das vorgunte ehr ihn). Balde nachdem schieckten die Schweden dem 1) Nicht Eisenborg, das wohl Helsingborg wäre, sondern Elboyen, d. h. Malmoe, wurde neben Kopenhagen befestigt. Steymann, Ss. r. Pr. V, 527 und Schütz, 489. Dahlmann, Geschichte Dänemarks IIl, 372. 2) Vgl. Ferber-Chronik, Ss. r. Pr. V, 535. 3) Die Nachricht ist ganz falsch, wie oben 8. 703, Anm. 1. bereits be- merkt. Allerdings wünschte die Mutter des Herzogs Friedrich, die Gemahlin König Christians I. von Dänemark, diesem ihrem zweitgeborenen Sohne ausser den Herzogtümern Schleswig und Holstein einmal Norwegen zu verschaffen; doch gedieh die Sache nicht über den blossen Wunsch hinaus. Friedrich erhielt bei seiner Volljährigkeit die eine Hälfte der Dlerzogthümer. Vogl. Dahlmann, a. a. O. III, 250 und 256. 4) Nicht dessen Sohn, sondern ihn selbst, wie Gr. einige Worte vorher gesagt hat. 5) Bekanntlich wählten die Schweden am 7. Juni 1523 Gustav Wasa zum Könige.
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*fol. 392a. 710 Tract. XXIL 8 51. neuen konige zu hulfe 6 tausentt mahn zu fuss und 2 tausentt zu rossel). Die ganze Hensa gab folck nach anlegung. Sie bolegten Kopenhagen und lagen davor den gantzen sommer, aber nichts ge- wonnen, den in der stadtt waren 4 tausentt landtsknechtt, und war woll bespeisett?2); so kundtt man sie auch nichtt beschantzen, den da istt sehegrundtt und quellwasser. Aber es starb in der stadtt sehr, den der schorbauch?) war sehr gemein. Da wolten sie sich dem neuen konige ergeben, wofern ehrihu vorschreibung geben wolte, das sie mochten behalten, was sie hetten, und sich ihres privilegiums ge- brauchen. Im bodencken der sachen wurden die von Kopenhagen anders sinnes und wiederruften ihr antragen. Indem wardtt es winter, da kundtt man ihn nichts thun. Die Schweden und der adell sich vormassen, sie wolten den von Kopenhagen die strase vor- schliessen, man solte nur die uberigen schieffe heim lassen faren und nur etzliche umb des sundes willen zu* bewaren behalten, da thett man also®). Es kamen 4 Dantzker schieffe heim°), die hetten alles vorzertt in die 48 tausentt marck, das muste durch zeisa und schossgeldtt der Dantzker gefallen; das machte gahr bittere hertzen und wardtt gross armutt in der stadtt. $ 51. Was der vorlaufene konig under diesem bolegen vor ein anschlag anrichtt. Der vorlaufene konig von Dennemarck kam in Hollandtt; *da wardtt sein weib und kinder von Mariam, keiser Maximilianen tochter, aufgenomen; den die konigin aus Dennemarck war hertzogs Philippen von Burgundien tochter, des keisers Caroli V. schwester, sio wardtt zu Brussell von dem ihrigen vorhalten. Der vorlaufene konig in Dennemarck bemuhete sich umb hulf in Schottlandtt und a) uberg. B. 1) Jch finde keine Bestätigung dieser Nachrich. 2) Nach Schütz, 4875, nur 2000 Knechte und 300 Reisige. 3) Schorbauch d. h. ‚Scharbock, Skorbut. Vgl. Stegmann, Ss. r. Pr. Pr, 526, 4) Die Schweden nahmen an de Belagerung überhaupt nicht Theil. 5! Vach Stegmann, Ss. r. Pr. V, 527, und der Ferber-Chronik, ebenda 8.537, kehrten die sieben Danziger, also nicht nur vier, nach Michaelis bezw am 23. October nach Danzig zurück.
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Tract. XXII. $ 51. zu Engelandtt, aber es wardtt ihm abgesagtt!); den der von Engelandtt stundtt dem keiser bei, der von Schottlandtt stundtt dem konige von Franckreich bei; den die zwei fursten fuhrten so schwere kriege gegen einander, als in sechshundertt jahren mochte geschen sein. So. vormochte der keiser die Deutschen fursten durch briefe, das sie gen Collen zusamen kamen, so woll auch der konig von Denne- marck, Der langete die fursten umb hulfe an, aber es wolte nindertt hin, angesehen wie der Turck in Ungern war, und der keiser folck bedurfte; damitt schieden sie von einander?), So vormassen sich margraf Jochim von Brandenburg, des vorlaufenen koniges schwager, und Albertus, der hohem. aus Preusen, wo der konig wolte geldtt geben, so wolten sie ihm ein folck schaffen und vorsamlen, damitt in Holtstein fallen und das einnehmen®). Ehr vorwilligte es und machte den hohem. auss Preusen zum feldttheupttman®) mitt den bodinge: so ibm der hohem. Holtstein und Dennemarck gewonne, wolte ehr ihm zu gutt das folck in Preusen vorsolden, den ehr hette noch zwei jahr beifrieded). Der vorlaufene konig gab geldtt, aber gahr wenig; man solte 16 tausentt mahn vorsamlen. *In des margrafen *fol. 392b. von PBrandenburg* landtt, im kloster Lenein, vorsamlete man a) Brandenburgs B. 1) Vgl. Hirsch zur Ferber-Chronik, 8.535, Anm. 1. Von Verhandlungen Christians mit Schottland ist sonst nirgends die Rede, wohl aber erneuerte der König ein älteres Bündniss mit König lleinrich VIII. von England. Ueber eine schlechte Aufnahme Christians in England berichtet Schütz, 488. 2) Nach einer von Ilirsch, a. a. O., erwähnten Schrift von Allen, De rebus Christiani II. oxulis comm. blieb die Versammlung der Fürsten zu Cöln vom 20. Juli bis Anfang August zusammen. Theilnehmer waren nach Schütz, 490, ausser dem König der HM., die Ilerzöge von Braunschweig und der Kurfürst Joachim von Brandenburg, wohl auch der Herzog v. Mecklenburg. Vol. auch Faber, Die Verbindung des HM.s, Markgrafen Albrecht v. Brandenburg, mit dem Könige von Dänemark, Christiern dem Zweiten, in den Beiträgen zur Kunde Preussens VI, 536. 8) Die Veranlassung dazu waren nicht die yenannten Fürsten, sondern der König; vgl. Hirsch zur Ferber-Chronik, Ss. r. Pr. P, 536, Anm. 2. 4) Schütz, 290, berichtet, dass der König den IIM. zum obersten Feld- hauptmann gemacht habe. Die Ferber-Chronik, die diese Ereignisse ziemlich genau schildert, und deren Verfasser gut unterrichtet ist, weiss davon nichts, nennt ihn nur als Führer eines Haufen knechte und Reisiger. 5) Keine Quelle berichtet von einer solchen Bedingung. Den Inhalt des zwischen dem König und dem HM. geschlossenen Vertrages s. bei @. Waitz, Urkundliche Beiträge zur Geschichte König Christian IL. während seiner Land- flüchtigkeit, Nordalbingische Studien VI, S. 287.
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*fo], 3938. 712 Tract. XXI. 8 51. 6 tausentt mahn, die lagen da 16 wochen mitt halbem soldtt!). Der hohem. solte nach seinem vormessen einziehen, der sprach: sint- dem ich soll zwischen Lubeck und Hamburg ziehen, und sie aus Schweden 4 tausentt Dalekerdels haben, so istt das folck in Holtstein mitt den Diettmarschen boreitt und warten, derwegen getraue ich mitt so wenig folck nichts auszurichten. Der konig antwortt: sinte- mahl ihr euch auch woltt an den Preusen rechen, so vorschaftt auch 6 tausentt mahn, wie ich; ihr seidtt anschlegig, ihr werdett damitt woll was ausrichten. Da brachte man nach Michaelis 14 tausentt mahn zusamen, mitt den wolte man Lubeck bolegen zu lohne, dass sie? dem hohem. im nechstt vorgangenen kriege hetten folek ubergefuhrtt. Ehr kam mitt allem folck durchs furstenthumb von Braunsswick und Mekelburg und nahmen ein das stedtlein Altenschlo, da die von Lubeck ein mechtiges hospitall vor arme leute hetten. So dan da nichts war, musten sie ins furstenthumb Mekelburg und holen futterung. Wiewoll der furstt von Mekel- burg mitt ibn war, so waren doch seine leute wieder sie. Das folck nahm in 14 tagen sehr abe; wen eine rotte oder haufe auf die futterung zog, kamen sie nichtt wieder; den man sagte, sie weren zurucko gelaufen, den es war kaltt. Man gab nichtt soldtt, so fuhrte man ihn auch nichtt zu, sondern die pauren sagten, wie man es auch fandtt, das man ihr *viell auf der futterung erwurgett hette. Da sagte man dem haufen an, das man solte vor Lubeck rucken, aber die knechte wusten allen boscheidtt, das Lubeck feste war, und kein hauss noch dorff vor der stadtt, der waldtt fern, futterung nin- dertt, und wintertagk. Derhalben beschlossen sie in ihrem gespreche, sie weren vorraten, sie wolten nindertt anziehen, man soltt ihn den auf drei monatt follen soldtt geben; wolte man nichtt, so wolten sie, dieweill sie noch auf dem haufen weren, sich durchdringen, wieder ein jedern auf sein soldtt. Auf das antragen nahm man achtt tage ein bedachtt?). 1) Es scheint bei Gr. Regel zu sein, kriegerische Haufen in der Mark Brandenburg um Lehnin sich versammeln zu lassen; vgl. oben S. 554. Die Vereinigung sämmtlicher Haufen sollte um Perleberg und Dömütz erfolgen. Hirsch zur Ferber-Chronik, a. a. 0. 2) Richtig ist an der Girschen Darstellung, dass in Folge des Aushleibens der vom König Christian versprochenen Geldsummen die Fürsten, die theilweise nur mit Mühe ihre Söldnerhaufen bis an die untere Elbe geführt, in Verlesen-
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Tract. XXI. $ 52. 713 $ 52. Von einem sonderlichen anschlage auf die stadtt Wismar. Es waren in Mekelburg zwei fursten; der eine, der das landtt regierte, war dem konige zugethan, der liess sich uberkeufen, das ehr dem vorlaufenen konig die stadtt Wismar einreumen wolte, die auch von der Hensa istt; die soltt ehr so lang einhaben, bis ehr seinen willen mitt seinen feinden schuf; den Gottlandtt wardtt noch vor den konig gehalten von Severino, seinem grossvogtt. So leihtt die insell gleich uber der Wismar, 70 meilen von einander. Weill den die stadtt Wismar an der sehe leihtt, wolte ehr den Preusen und Lieflendern die fartt vorhindern, den der Severin thett den Lieflendern, den von Riga und Rewell unzelich schaden mitt seinem berauben. Das wegen der stadtt *Wismar wardtt vorbriefett, den *fol.393b. der furstt wolte den von Lubeck das ungluck zu wasser und zu lande also zutreiben. So wardtt eine weise gefunden, wie man mitt bohendigkeitt in die stadtt Wismar keme. Der furstt, ihr her, sagte ihn an, sie solten sich in freundtschaftt auf etliche geste schiecken, man wolte auf den genanten tagk mitt ihn umbs geldtt frolich sein. Die stadtt Wismar hutete sich nichtt vor dem* anschlag, sie schrieben es ihm zu. Indem bedachte der junge furstt von Mekelburg, des regenten bruder, was hieraus komen wurde, den es war in dem konige von Dennemarck kein glaube; so solten die knechte mitt willen ihres fursten die stadtt Wismar auf achtt meilen zu schaden ihrer nachbar, der stadtt Lubeck, einhaben, sie wurden keinen soldtt, oder jo wenig erlangen, derwegen wurden sie das landtt vorterben und vieleichtt die fursten selbstt vortreiben. Dies und andere dinge mehr ehr wegerte und schrieb es in die stadtt Wismar, sie solten eigentlich schauen, wen® sie in die stadtt liessen, auch wie sie die geste gelosen wurden. Sie solten wissen: wurden sie mitt frembden ein prass halten, sie wurden es mitt der zeitt boweinen, und solcher vorborgene warnung viel. Die von der Wismar erlangten den brief am abende, als die geste auf den morgen komen solten. Sie schlieffen die nachtt gahr nichts, sondern die wehren und buchsen fertigten, sich vorschwuren, die buchsen luden, stelleten sie auf die gassen und waren woll geschieckt. Umb zehen uhr kam a) den B. b) vom B. a3 heit geriethen, und dass die Söldner den Dienst versagten. Von einem Anschlage des lleeres auf Lübeck weiss auch der Lübecker Superintendent Herm. Donnus in seiner von 1539 datierten Chronik Lübecks, herausgeg. 1634, zum Jahre 1524 zu berichten, desgl. Willebrand, Hansische Chronik, 1748, S. 142.
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714 Tract. XXII. 8 52. *fol.394a. der furstt, *ihr her, mitt 50 pferden eingerietten, und ein viertell meill weges davon da waren funff tausentt knechte, die solten nach- folgen. So sahe ihr furstt alle sachen zum kriege woll geschieckt- Die Wismiarer aber nahmen ihren heren, den fursten, mitt ehrer- biettung auf und* sagten, alle ding were vor die geste fertig, sie solten nur komen; aber der furstt horte die buchsen abgehen, die fenlein der zechen fliehen sahe. Darauf ehr sprach zum rahtt: was bedeutt dies monster von den buchsen, vom schiessen und in der ordenung zu gehen in meiner stadtt? Sie sprachen: erlauchster furstt, euch zu ehren, auf das, wen euer und unser geste komen, sie mogen sehen, wes ihr euch unser trosten mogett. Der furstt sprach: legett es nur abe, wir wollen es ihn woll sagen. Sie ant- worten: nein, erlauchter furstt, deine geste sein noch nichtt sahett, Indem eilen die haufen der funff tausentt von ferne herzu; die auf der mauren die lunten in die handtt. Der furstt schrie, wie ehr wolte, ehr wardtt nichtt gehortt, derwegen hiess ehr ihm das thor aufthun und zoge ungegessen wegk. Ehr sagte den gesten an, wie in der stadtt alle ding woll vorsehen were; darauf zoge man zurucke. Nachdem wardtt es offenbar, wie der junge furstt die Wismarer gewarnett hette; man wolte ihm dancken, aber ehr rante gen der Wismar zu. Sie hielten ihn in stadtt seines bruders vor ihren gnedigen heren!). Der hohem. aus Preusen, ibr feldttheupttman, gab den knechten seine credentze und sich gegen sie vorschrieb, ehr wolte nur zum a) Vor und ist alle ausg. B. 1) Weder im Rathsarchiv zu Wismar, noch im Grossherzoglichen Staats- archiv zu Schwerin sind Nachrichten über die hier von Gr. erzählten Ereiy- nisse vorhanden. Doch sind sie keineswegs wohl ganz erfunden, sondern es scheint ein historischer Kern darin enthalten zu sein. Schröder, Kurtze Be- schreibung der Stadt und IIerrschaft Wismar, 1743, S. 197 berichtet nämlich. dass die Bundesgenossen König Christians eine Ueberrumpelung Wismars brab- sichtigten. Der Güte des Herrn Dr. med. Grull zu Wismar verdanke ich ferner die Kenntniss einer Mittheilung desselben Schröder in seiner ausführlichen Be- schreibung der Stadt und Herrschaft Wismar, die handschriftlich im dortigen Rathsarchiv aufbewahrt wird. Sie lautet S. 834 zum Jahre 1523: Wie & sonsten mit Wismar insonderbeit in diesem Jabr gestanden, ist aus Folgendem, welches aus cinem alten Manuscript, genau zu ersehen: Anno 1523 ward ein ridt angehauen durch etzliche försten im nahmen koniglicker majestet in Dennemarck, und wolden de Wismar ingenahmen hebben, als de markgrave von BrandenLorg, bartig Albrecht van Mecklenburg, de försten van Braunsweig vnd de bischop van Bremen. Hebben jedoch, Gott loff, nichts beschafft.
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Tract. XXIII. & 53. 715 konige von Dennemarck, ehr vorhiesch ihn bei treue und ehren, wieder zu komen und ihn den soldtt zu geben. Der konig war auf Luch bei hertzog Friedrich von Wittenberg; zu diesem kanı der” hohem. und manete ihn!). Aber der konig *nach seiner weise *fol. 394b. laugnete siegell und briefe; sie bogiengen sich ubell mitt einander. Der feldttheupttman kam nie wieder zum gesellich. Derhalben teilten sie sich das landtt zu pochen, der ertzbischof von Medeburg liess von ihnen alle galgen foll hencken?). $ 53. Wie Christof Pusch ein ende nahm. Von allen Preuschen reutern, die vor 6 jahren geraubett, ge- mordett und gebrandtt hetten, war in diesem jahr allein im leben der Christof Pusch, von welchem und seinem schadenthun obene gesagett istt?). Dieser einige dem hohem. und seinem folck mehr im sinne lag, ihn umbzubringen, oder auf ihre seiten zu weisen, oder sich mitt ihm zu entscheiden, den alle sache mitt dem konige. So dan alle reuter durch den todtt von der erden genomen waren, strafte gott diesen letzten also. Am santt Mertens abendtt kam Christof Pusch umb achtt uhr nach seiner herberge gegangen und hette sich woll betruncken. Vor seiner herberge begegnete ihm ein junges knechtlein, genantt Knopf, ein burgerssohn von Dantzick; sie grusten sich zusamen mitt knechtischen worten und sagten einander mitt vielem geleichter von einer frolichen s. Mertens-ganss. Des Knopfes geselschaftt eilete heim und redeten ihn an, ehr solte mittgehen. Indem suchtt Christof Pusch den schlussell zur hausthur seiner herberge aus dem wettschert) und lestt ihn in der follen weise fallen; als der Christof Pusch darnach grieff, stoss ihn der Knopf fortt, zum andern, auch a) überg. B. 1) König Christian hutte sich noch vor dem Tage der verabredeten "ereinigung der Hilfsvölker mit dem IHM. zu dem Kurfürsten Friedrich von Sachsen nach Lochau begeben. Hirsch zur Ferber-Chronik, Ss. r. Pr. V, 537, Anm. 2) Ueber den Ausgang der Unternehmung Christians s. die Ferber- Chronik, a. a. O., und die Bemerkungen Hirschs dazu. 3) S. oben S. 444-446. 4) D.i. Watzka; s. oben S. 452, Anm. 8.
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*fo1.395a. 716 Tract. XXII. 8 54. zum dritten mabl. Inden wirdtt Cristof Pusch grimmig und grieff zum schwerdte und rucktt von leder, aber der Knopf kam ihm zu- vor, vorhauett ibm also bei mohnenschein *die rechte handit und die haupttader gahr entzwei. Die dabei waren, bofliessen sich, sie von einander zu brengen; damitt blieb Christof Pusch allein, ehr lief in der trunckenheitt und grimmigkeitt also vorwundtt in der keite umbher und sich sehr vorblutte; uberlangstt wardtt ehr vorbunden. Als aber niemandts bei ihm war, und ihm schr durste, tranck ehr viell wasser, dadurch erlangete ehr febres eicales, hette es gahr schwerlich; am abendtt der jungfrauen Barbare starb ehr. Der rahtt vom Elbing liess ihn erbarlich begraben. Der Knopf aber sich in der stadtt Elbing, da das geschahe, noch beruhmete und des Pusches spottete. Welche den Christof Pusch und den Knopf kanten, die sagten, das Pusch den Knopf hette mogen mit einer ruthen steupen, aber gott* woltt ihn also strafen. $ 54. Wie die Lutterischen ketzer uberhandtt nahmen. Es war zu vorwundern und ein erschrockliches, wie sintt Assumptionis Marie, als der bischof Mathias so eilendts von Dantzke wegk zog, die ketzerei Lutteri so uberhandtt nahm, und wurden etliche mitt gewaldtt dazu gebrachtt. Erstlich satzen die Lutteristen zu Dantzke durch eigne gewaldtt ohne zulass des rathes den pfaften, der etwan Lutters lehre auf dem Hagelsberge pflag zu predigen, in die pfarkirche zu Unser lieben frauen nach essens zu predigen!); der muste nur predigen, was ihm ein maler, ein Schwabe von Augsburg, meister Michell genannt?), meister Neitag, ein kohler, meister Konig, ein grobschmiedtt3), und sonstt andere mehr angaben. *ful. 395b. Dieweill dieser pfaf von *natur ein nahr und schalck war, sagte ehr a) überg. B. 1) Es ist Jakob Heyge, genannt Finkenblock, gemeint. Stegmanns Chronik vom Aufruhr 1525, Ss. r. Pr. V, 553-554. Hirsch, St. Marien I, 204-265, und Grunau, Bd. I, S. 434. 2) Ueber den Maler Michael, der den lochaltar in der Marierkirh: gemalt hatte, s. Hirsch, a. a. O, S. 262, 442. Ueber seine hervorrag:n.e Stellung in der Danziger Bewegung s. auch die charakterische Aeusserung des Liedes vom Aufruhr 1525 bei llirsch, a. a. 0. Beilagen, S. 46. 3) Ueber Peter König 8. Bd. I, 8. 438, Anm. 1.
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Tract. XXI. 8 54. 717 die grosten stucke des irtumbsl), das auch die Lutteristen selber sprachen, sie vorstunden es nichtt, und schrieben solches ihrem Lutter gen Wittenberg. Ehr antwortt ihn: mit maulaffen und stapellnarren wurden sie nichtt bostehen, sie machten ihm ein unehr, das man under seinem schein solche ketzerei predigte. Dies war eine von des pfaffen ketzerei: ein jeder mensch istt die heilige dreifaltigkeitt; die vornunftt istt der vater, das fleisch istt der sohn, und die sehle istt der heilige geistt. So hielten die Lutteristen ein concilium und beschlossen, das ihr prediger nur 21 artikell predigen solte; an welchen des Lutters [lehre]* henge, die solte ehr in allen seinen sermonen repliciren; wurde ehr mehr sagen, so solte ehr es selber bowehren, Zum andern sie beschlossen, das die schwartzen munche, Pre- dicatores genantt, solten nichtt umb almoss zu den leuten gehen, biss das sie Luttersch wurden, wie die andern kloster; aber sie wolten nichtt daran, dennoch entspeneten sie keine® bruder. Zum dritten beschlossen sie, das man ein kasten in die pfar- kirche setzen solte, darein solte man legen zu enthaltung des pre- digers und zur kleidung der ausgelaufenen munche und nonnen; damitt hette das concilium ein ende. Diesen fielen 40 pfaffen bei, beratfragten sich bei ihnen: kundten sie boschirmett werden, so wolten sie gern weiber nehmen und sich erneren wie andere. Die Lutteristen brachten die sache an den rahtt, aber sie vorschoben die sache auf den konig. Aber es wardtt nichts daraus, sondern wurden nur mutiger. Thorner. Ein solch Dantzker concilium kam gen Thorn an ihren anhang; ”sie graseten den munchen nach, brachten ihr woll*fol. 3963. eilff aus der kappen, den andern sie almoss vorsagten, brachten es auch :so weitt, das ihn edelleute entsagten, den die wolten wieder haben, was ihnen ihre eltern vor 30 jahren vortestamentt hetten. Elbinger. Die vom Elbinge kundten ja nichts auf ihre munche brengen, sondern vorbothen ihren pauren: wen die munche zu ihn komen, solten sie ihn nichts geben, sondern sie solten weiber nehmen; Lutter hette es gebothen. Auf das sie aber die munche a) fehlt BB’. b) feine B. 1) Wiewol das er das hilge evangelium predigete, so wart is doch von im vormenget mit trefflicher lesterunge; die lieben hilgen ime hymmel, dy pre- laten, pfaffen, monnich, nonnen under dem hymmel, keine hatten vrede, unde seyne parteye nam trefflich zeu. Stegmann, a. a. O., Ss. r. Pr. V, 553. 46
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*fol. 396b. 718 Tract, XXI. 8 54. in ein geruchte brechten, gab ein Lutterist vor, ebr hette ein lade mitt gelde vom wagen vorloren, ein munch vom Elbinge were ihm nach gefolgett und die lade aufgehaben; das hetten gesehen drei frauen und vier kinder!),. Aber der munch sich entledigte, und der Lut- teristt wardtt mitt der laden begriffen wie ein ubeltheter. Die pfaffen waren den munchen teufell, sie erdachten die schendtlichsten lugen auf sie. Aber gott vorliehe seine gnade, das die munche in ihren kappen blieben; die gemein des meisten teiles dies ansahen. Die Elbingschen Lutteristen sagten ihrem pfarhern auch an, was ehr predigen solte, ehr thete es auch. Konigsberger. Die von Konigsberg waren alle Lutterisch in die dreitausentt personen, wie ihre register lauten; den ihr bischof Jorg hette selber gepredigett: es were umb Lutter, wie es wolte, dieweill ihn der lobliche furstt von Wittenberg, ihres wirdigen ordens sonderlicher patron, vorhielte, so muste ebr etwas sein, ob ihm gleichs die andern fursten abgefallen weren. Man mochte seine lehre gebrauchen, biss die Deutschen fursten wurden ein concilium halten, in welchem sie *alle* sachen erkennen wurden. B. Erich von Braunsswich, des hohem. vitzthumb, half diesem, das ihm alle b. seines ordens nachfolgten ohne den hausscomptor zu Konigsberg?) und drei alte menner, 2 thumheren und 1 pfleger; sonstt waren sie alle ketzer, und alle ihre sache war nur auf weibnehmen. Zu der zeitt war zu Konigsberg refugium malorum, den alle buben, die zu Wittenberg und anderswo nichtt sein dorften, die kamen gen Ko- nigsberg und hulfen den glauben Lutteri stercken. Der bischof und des hohem. vitzthumb, auf das sie vor gnedige heren gebalten wurden, hielten sie vorlaufene munche, die lasen offentlich die bucher Lutteri, wie man in den schulen thutt. Sie disputirten unter sich und be- schlossen mitt den dorfpfaffen, Lutter were im geistt Elias. Es nahmen damitt munchbe und pfaffen weiber und waren frolich. Ihre Berndienermunch brachten sie umb®), nahmen dennoch die geschiecksten heraus, und war in Konigsberg kein fasttagk noch feirtagk; gleichs- wie man ass am sontage, so ass man auch am freitag. In die kirche ging man nur umb kurtzweile; messe halten war eine vor- a) 2 mal B. 1) Gr. hat im Tractat IX, Bd. I, 8. 376, dieselbe Geschichte bereits erzählt. Dort sind es vier Jäger von Marienburg, die bezeugen, dass der Mönch die Lade gefunden hat. 2) 5. oben S. 706, Anm. 1. 3) S. Ba. I 8. 389.
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Tract. XXI. 8 54. 719 führung, und solcher stucke vielll). So da noch christen waren, die musten vorstolen sein. Man thett under dem orden, was man wolte, es war alles christlich. Auch leugnete man nach diesem leben ein ander leben, und wurden also ketzer aus ketzern. Die munche und fromen priester musten leiden, den die vorlaufene pfaffen und munche trieben es alles. Die herschaftt bepfull ihn auch, das sie es mochten treiben, wie sie wolten. Sonstt im gantzen lande, war einer Lutterisch, so war *der ander christen, sonderlich die retke in den stedten *fol. 397a. und der adell des meisten teiles, auch gaben sie nichts aufgott. Solches kam vor Sigismundum, den konig von Polen, der liess mitt rahtt der seinen ernstliche mandatt ausgehen, das man bei vorlustt leibes und guttes solte Lutters bucher vorbrennen und in keinem wege seiner gedencken?). Den dorfern wardtt es angesagett, aber die stedte es lachten und wolten es nichtt offenbahren, sondern sprachen: der neue babstt hatt den Polen gnade geben, geldtt zu samlen, darumb fallen sie ihm bei. Die Lutteristen wurden dadurch noch harttsinniger, ubeten auf die christen alles, was sie kundten, nur das man die kirchen und kloster nichtt vorstorete. Von Maria, von den heiligen, vom fegefeur, vom vorbitten fromer menschen, von buss sprechen und von gutten wercken dorfte im gantzen lande niemandts gedencken, den die Lutteristen sprachen, es were nichts, sondern vom babstt und seinen pfaffen erdichtt umb des geldes halben. Das die pfaffen und munche sie vorhin umb das geldtt geheiett hetten, derwegen solte man itzundtt nur geldtt legen, auf das man sie vortriebe; und in allen sachen gaben ihn die gottlosen pfaffen rechtt, und kundte nichtt durftiger sein. Ein jeder predigte daheim, sie lasen messe, aber sie weiheten nichtt saltz, noch wasser. Vor Lutters bildtt machten sie altar und branten lichtt davor; das man aber in der kirchen vor dem sacramentt lichte brante, das wardtt abgotterei genantt. Die klugesten Lutteristen vorsamleten sich und rahtschlagten, ob ihre secte auch wehren wurde; der eine sagte dies, der ander das, doch funden sie, das sie durch sterben oder durch kriegen wurden ge*schendett werden, den angesehen *fol. 397b. sie erstlich umb viell handelung willen des babstes, bischofe, thum- heren und der epte dem Lutter beigefallen weren. Es keme nu so weitt, das die hohnrede, die man etwan den geistlichen thete, die zoge man nu auf die heiligen und sacramentt. Ein ander sprach: im 1) Vol. Bd. ], S. 400. 2) Ein Edict gegen die Verbreitung der lutherischen Schriften im polni- nischen Reiche erging in der That; vgl. A. Tom. VI, 289 n. CCXLYM. 46°
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*fol. 398a. 720 Tract. XXII. $ 55. sei, wie ibm wolle, wiewoll wir itzundtt sicher sein vor anstoss, und gott solches nach seiner weise woll wurde lassen hinfaren, so bleibett es doch von den Polen nichtt ungestraft, das wir des koniges mandatt vorschmehen; den sie werden gedencken: gleich- wie wir den gehorsam der Romischen kirchen vorwerfen, so fangen wir itzundtt an ihre mandatt und mitt der zeitt auch sie zu vor- werfen; und geschahen also von diesem viell bewegung. Idoch der meiste haufe sprach: die wahrheit des evangelii wirdtt uns freien, die Polen thun, was sie wollen. $ 55. Von ungewitter, teurung, geschrei, vorfolgung und ende dieses Jahres. Der winter dieses jahres war unbostendig, und alle pracktiken wurden zu lugenern gemachtt. So sie frostt satzten, so regnete es; wen sie schon satzten, so sturmte es; es dauete vor dem neujahr zwir gahr auf. Das viehe wardtt kranck und starb, die menschen erlangeten auch wunderbarliche kranckheiten, und ihrer viell auch ohne die sacramentt sturben. Man fing keine fische; es wardtt auch gestellett, wie man wuste, es wardtt gar nichtt fisch gespurett; der- wegen die fischer sehr vorarmten, den es muste viell auf die garne und gesinde gewendett werden, und sie erlangeten nichtt vor ihr person zu essen. Das korn gaidtt zu Thorn 8 g[ulden], zu Dantzke 10 g., *zum Elbinge 12 und zu Konigsberg 18 g.; den diese machten ihn selber teurung daher, das sie im herbestt dem Severin von Norwegen, der mitt seinem folck Gottlandtt inne hette, dem vorjagten konige zum besten zufuhrten!), gaben ihm eine lastt mehl [vor] 100 marck, 1 fass biebr vor 17 m., ein par schue mitt zwen solen vor ein gulden Reinisch; dadurch wolten’ ihr zwelfe reich werden und vor- terbten woll drei tausentt. Die von Thorn kauften das getreide in Polen auf und vorkauften es mitt grosem wucher ins landtt. Die Dantzker hetten viell korn, das hielten sie auf teurung vor die Hollander, den es galtt da 80 gulden Reinisch; arme leute kundten es nichtt zur nohtt von ihn haben. Die melitzenbreuer hetten viell biehr, aber niemandtt fragte darnach,; den es war kein geldtt under 1) Nicht die Königsberger, sondern der Comthur von Memel, Herzy Erich vun Braunschweig, unterstützte im Auftrage des HM.s heimlich Severin Norby auf Gothland, worüber die Städte Königsberg Klage führten. Faber, Beiträge zur Kunde Preussens IV, 384.
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Tract. XXII. & 56. 721 dem folck, derwegen vorgassen die pauren das biehrtrincken. In welcher armutt sich ihrer viel beklagten, darauf sprachen die Lutteristen: rufett euere gotzen, Marian, Annam und andere an, stecktt ihn lichte auf, fastett und feirett ihn; gehett zu den mastt- schweinen, den pfaffen und munchen, gebett ihn nu geldtt zu ihren wucherbancken, messe zu halten, vorlasstt euch auf ihr vorbihtt, ihr werdett euer vorterbniss finden, was ihr suchett. Solche worte wurden von den vorlaufenen munchen bofestigett, welcher sehr viell ins landtt komen waren. Alles, was man in der kirchen handelte, das richteten sie auf boscheisserei und sagten, es were umb des geldes willen erdachtt, Wardtt derwegen auf die munche, die nichtt Lutterisch wolten sein, solche vorfolgung, das man ihn *alles thett, *fol. 398b. was man nur kundte erdencken, allein das sie die nichtt todten; den das hette ihn ihr Lutter vorbothen, auf das die munche nichtt durch kurtze pein gen himell komen, sondern es wurden viell vor- zogeu und mitt der zeitt auf seine seite fallen; und war ein leben in Preussen, das gott woll weiss, wie etliche in ihrer ketzerei handelten. In diesem kamen,500 reisiger in kriegsrustung in Preusen, 600 knechte auf Schlochau, 400 draben gen Bramberg, und wardtt mehr folck auf Preusen vorsamlett. Niemandtt kundte erfahren, worauf es gieng, wiewoll viell davon geredett wardtt; und niemandtt war so ubell daran, als die armen leute under dem orden, den der hohem. hette das geldtt wegk, ihre buchsen hette Severin auf Gott- landtt, die stedte waren ohne folck und victualia.. Die gebaursleute hetten mitt groser nohtt wieder gebauett. ‚Ins koniges landtt alle schmiede nur spaten und hacken machten, und stundtt in diesem alten jahr also, das man nichtt wuste woraus oder ein. $ 56. Wie einer sein ende nahm, der etwan die reuter vorhielte. Es istt ein bowertes von gott gesatz und von den menschen erfahren, das alle bluttseuffer, die wieder gott und rechtt die menschen gemordett, gestumpertt oder es vorhangen und dazu gerathen haben, die sollen nichtt komen zu ihren halben jahren, das istt: solten sie von natur leben 60 jahr, so wurde sie gott nur zu 30 jahren komen lassen, und dergleichen. Also ergieng es auch einem trotzmutigen comptor von Osterode, der ins zehende jahr viell rauberei und dieberei vorhangen hette; den ehr war einer von denen, die dem
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722 Tract. XXII. 8 56. *fo1.399a. hohem. *riethen, ehr solte nur reuterei vorhengen, auf das die Preusen, so bedrengett, zum orden fielen. In solchem thett ehr sein bestes. Sein comptorlandtt war solch ein landtt: was man in Preusen vorlor, das wardtt da gefunden; die seinen hiessen die waldttrappen. Sie machten zu Osterode wieder alle rechtt ein zoll; wer ihn vorsahe, dem wardtt das seine gahr genomen. Dieser comptor hiess b. Quirin h. von Schlig, ein groser Lutteristt vor gott und der menschen, der nahm ein solch ende: Ein edelmahn, under dem konige wonende, hette sich vor- schelckett, welcher seine gutter hette zwischen Marienburg und Riesenburg, Preuschemarcktt und Christtburg, an des ordens grentzen. Dieser gab sich in beschutzung eines sonderlichen haderers, der Preuschemarcktt inne hieltt, genantt b. Sigmundtt von Donien, der vorhielt ihn. Indem schieckte Stanislaus Kosieletzky, heupttman auf Marienburg, die jeger vom Stuhm auf die grentzen, den sie spurten in frischen schne wildtt; derwegen fuhren sie mitt vier fuder garn aus und stelleten, aber nichtt auf die gutter des vorlaufenen edelmahns, sondern sie liessen da die hunde an ein elendtt. Solches trieben die hunde, biss es zum grosen s@hwartzen mahnne wardtt, welcher fing honisch an zu lachen und vorschwandtt. So wolte der vorlaufene edelmahn das seine mitt friede behalten, derhalben sprengete der edelmahn mitt b. Sigmundtt und sechs pauren die jeger an, als sie stiell hielten und sich des elendts und teufels vor- wunderten, erstachen balde ein edlen Masuren, der dem heupttman *f01.399b.auf Marienburg diente, *fingen einen, nahmen alle garne und fuhrten sie auf Preuschmarcktt, Der todte Masur hette ein bruder, der hette ein weib, der wolte seines weibes vater an dem comptor rechen, den ehr hette ihm umb des ubertreibens halben des zolles, wiewoll ohne des* Masuren bewustt (den ehr hette seinen knechten® bepfolen, sie solten die rechte sirasse treiben), 66 ochsen genomen, den ge- ringsten vor 4 m., und des Masuren weibes vater gefenglich einge- setz, [der] auch im thurn von hunger starb, wiewell der zoll vor nichtt gewesen war. Umb solches entsagte der Masur dem comptor. Sintemahl aber der comptor unerschrocken war und gutte capientes- bruder bei sich hette, vorachtt ehr es; ehr riett gen Neuemarcktt und nahm da 500 m. zinss. Im heimreiten sturtzett* der Masur auf den comptor, und sich woll schlugen; der Masuren waren 1?, und der Deutschen 10. In dem schlau sturzten funf Masuren und funf Deutsche; der comptor war auch hartt vorwundtt, dazu b>- a) desson B. b) uberg. B. c) stutzett B.
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Tract. XXU. $ 57. 723 stricktt, das ehr des gethanen schadens wolte ein abtrag tbun; das geldtt erlangete der Masur. Der comptor kam heim, ebr hette 7 wunden im heupte und 15 im leibe, den ehr hette den harnisch nur ubergehangen und nichtt eingeschraubett. Weill ehr den ein trunecken mensch war‘, tranck ehr vor und vor; dazu war ehr grimmig und fluchte sehr,. das ihm das heuptt inwendig brach und starbl). $ 57. Von einem unseligen loben eines klugen mannes uber Lutters lehre gegen sein junges weib. . *In einer stadtt (der nahmen ich mitt willen vorschweige) war *fol. 4008. in dieser zeitt ein mahn von 71 jabren, ein ehrlicher mahn in allen seinen handelungen; ehr hieltt die stadtt mitt seinem regieren lange zeitt in christlichen sitten. Dieser wardtt durch seinen geistlichen sohn in die Lutterische ketzerei gefuhrtt; ehr wardtt ein heftiger feindtt auf die geistlichen, ehr gab ibn schuldtt, das die christen durch sie weren vorfuhrtt worden darumb, das sie vom fasten, beich- ten und almossgeben viell gesagtt hetten etc. So hette dieser gutte mahn ein schones und junges weib und keine kinder mitt ihr. Diese fragte ihren mahn auf eine zeitt, ob es den gottlich were, was der® heilige Lutter schriebe. Ebr antwortt: viell wahrer und gottlicher, als in tausentt jahren jemandts geschrieben hatt, sonder- lich vom ehestande. Mitt dieser rede zundete ehr eiu feur in dem jungen weibe an. Nachdem muste der mahn in der stadtt geschefte ein fernen wegk ziehen, ehr liess daheim ein junges weib, zwo tochter jungfrauen, die jungste war elder, den die stiefmutter, und ein geistlichen sohn, der war starck und jung. Indem kamen die bucher Lutteri in Preusen, in welchen ehr lehrete nach Abrahams und Jacobs weise: hetten die menner alte oder unfruchtbare eheweiber, so mochten sie zu ihren megden greifen; weren diese unfruchtbar, so mochten sie zu” andern gehen, auf das gott eine sehle wurde; so auch die ehefrauen, welche a) dessen B. b) das B. c) überg. B. 1) Quirin Schlich, Comthur zu Osterode, lebte noch 1525 bei der Sacu- larisation des Ordensstaates und gehörte damals zu jenen sechs Ordensherrn, die sich sträubten, dem Herzog zu huldigen. Ss. r. Pr. V, 373. Was der obigen Erzählung Gr.s zu Grunde liegt, war nicht zu ermitteln.
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1724 Tract, XXIL $ 57. alte oder ungeschieckte menner hetten, auf das gott eine sehle *fol.400b. wurde, mochten sie sich auch mitt jemandtt *vormischen, es were, wer ehr woltt, pfaf, munch und junge gesellen, wie ihrs die lustt mittbrechte, aber nichtt mitt elichen. Dies und viell andere dinge mehr las ihr ihr geistliche sohn vor, welcher ein gehorter winckell- prediger war und es meisterlich glosirte. So kundtt die frau auch lesen, sie fandtt es, wie es der heilige Lutter lehrete. Sie wardtt es mitt ihrem geistlichen sohn umb der kinder willen eins, auf das die weldtt erfullett wurde, und gott arbeitt machten, eine sehle zu schaffen; ehr solte ihr lassen geniessen, das sie ihn hette zum mahnne gemachtt, so ehr doch ein armer bachantt gewesen were, ehr solte es aber heimlich halten, auf das andere frauen nichtt sprechen, sie were die erste gewesen. Der geistliche sohn war ein getroster pfaf, ehr vormass sich gegen sie, in der sachen leib und leben zu lassen und ihr zu willen zu sein nach rahtt des heiligen Lutters. Sie lagen manche liebe nachtt zusamen. Wer von iglichem mahl (in abwesen des gutten mannes) ein kindtt oder ein paur geworden, man hette halb Preusen in den wusten dorfern besatztt, den sie hetten lustt, kraftt, machtt, zeitt und weile dazu. Den jungfrauen wolte dies nichtt gefallen, sie sagten es ihrem geistlichen bruder und der stief- mutter an: wurden sie ihres vatern bette nichtt meiden, so wolten sie sie zu schanden brengen. Der pfaf wardtt zornig und sprach: 80, ihr kobeln, ihr liebett nichtt die stiefmutter und seidtt eigen- *fol. 401a. willig wieder sie, so will ich ihr trostt sein und ihr *freundschaftt thun mehr, den euer zehen. Die stiefmutter danckte dem gutten heren und sprach zu den jungfrauen: seidtt ihr allein die megde, die solches nichtt wissen? der heilige Lutter mir und meinesgleichen, die wir alte und ungeschieckte menner haben, solches erleubett, ich habe es selbstt von euerm vater gehortt. Sie entschuldigte sich mitt vielen worten als eine frome fraue. Die jungfrauen liessen sich daran nichtt genugen, sondern bestalten aus bosem rahtt etz- liche von der wachtt, das man den pfaffen mitt der stiefmutter solte aufheben; sondern der pfaf kam durch ein fenster wegk, und die kleider nahm man in die wachttstuben; auf den morgen machte sich der pfaf wegk. Nichtt lange darnach kam der gutte mahn* heim und horte, wie es geschen war. Den tochtern redete ehr umb des pranges willen ubel zu. Sie sprachen: lieber vater, wir wusten nichtt, das es dein will war, das dein hauss solte ein hurenhauss sein, sonstt wolten wir viell ding haben geschen lassen etc. Sein a) überg. B.
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Tract, XXL. 8 58. 725 weib redete ehr an und sprach: o nerrin, kundtestu nichtt mitt deinesgleichen narren? nu wirdtt man dich eine pfaffische huren nennen. Sie antwortt: was soltt mir meinesgleichen thun? es wer auch das erste, das eine fraue der andern was machte. So mag unser geistliche sohn funf jahr elder sein, als ich, das istt ja nichtt aus dem wege; wie mogen mich auch andere eine pfaffische hure heissen, dieweill es der heilige *Lutter erleubett? So sei es*fol.401b. den, wie ihm will, so kan ich es ja bass vorantworten, und istt cristlicher, das ich ein bekanten dazu genomen habe, den ein frembden. Der gutte mahn sprach: liebe, alle, die in dieser stadtt sein, die folgen dem Lutter nichtt; solche werden dich eine’ pfaffische hure nennen, und was istt den damitt ausgerichtt? Sie antwortt: solte den so viell gutter arbeitt an mir vorloren sein, die der gutte her mitt gantzem fleiss vorbrachtt hatt, so werdett ihr mir euer tage nichts ausrichten; und wen es den jo umb und umb komtt, so istt doch nichtt* mehr, als die arbeitt, vorloren. Wen es euch den so zorn thutt, so kan ich es woll meiden; thutt ihr aber rechtt, das ibr vorhindertt, was der heilige Lutter so getreulich lehrett, wie ihr auch selber gesagtt habett, und gott ehre und freude beraubett, das ihr in eurem hause nichtt eine sehle schaffet? ihr werdett es mussen vorantworten; und weinete daruber bitterlich. Der gutte mahn sahe, was ihm sein Lutter vor ehre gebrachtt hette; ehr tratt es under die fuss, und seine mittburger auch umb seinenttwillen. Der pfaf erlangte umb seiner arbeitt willen geleidte, aber sein benefi- cium wardit ihm genomen, und gutte Lutteristen freieten ihm eine reiche wittwe; ehr nahm sie zur ehe und hette wirdtschaftt. Es folgeten ihm vier andere pfaffen nach und liessen sich weiber trauen; aber man woltt ihn nichtt burgerrechtt geben darumb, das *erkantt *fol. 4022. war, das sie meineider weren. Wo man in diesen wirdtschatten kundte ein bildtt haben, das muste zu feur, die stuben warm zu machen. Der bischof sahe es an. $ 58. Von einer sonderlichen, aber uncristlichen behendigkeitt, Es war vielen redlichen leuten ein gross wunder, das man zu Konigsberg und ins ordens landtt die ketzerei so vorhieltt, auch warumb der hohem. Albertus ein grundtlosen ketzer mit einer vor- a) überg. B.
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*f0].402b. 126 Tract. XXI. $ 58. laufenen nonnen ins landtt schieckte, die ketzerei Lutteri zu predigen. Dazu bepful ehr den Konigsbergern, [das] sie ihm hundertt gulden Reinisch geben und ein* freien tisch, sintemabl doch der hohem. bisher were dawieder gewesen und den seinen die Lutterei bei groser peen vorbothen hettel). Die Konigsberger aber wolten ihrem ketzerischen prediger nichts geben, sondern sprachen: wir mercken, es istt buberei; sie haben die alten prediger vordamtt, das sie geldtt nahmen vom opfer, messe lesen und vor die sehlen zu bitten, so sie es solten umbsonstt gethan haben, sagten sie, so dorften sie itzundtt so viell fordern; derwegen sagten sie es ihrem ketzerprediger abe. So brach von des ordens teill melde aus, das itzundtt etliche mitt dem glauben also handelten, wie vor 6 jahren mitt den reutern. War jemandts, der eine sache hette wieder einen ins koniges teill, wie gering sie auch war, man Tedete sie an, sie solten sich zum orden geben, der hohem. wurde ihn zu dem ihren helfen; dadurch wurden viell dazu *gebrachtt. Itzundtt kam auch das geschrei aus, und war in der wahrheitt also, wie konig Sigismundus und sein reich zu Peterkau in der tagefartt beschlossen hette, das sie den Lutteristen wolten zu leib und gutt greifen?). Vor solchem furchten sich die konigschen, klagten es ihren gutten freunden under dem orden; diese sprachen: so ihr merckett, das die Polen euch ein hahr krommen wollen, so habett ihr ein loblichen fursten, b. Erich von Braunsswich, der hatt noch ein ungerurten schatz, und seine bruder werden ihm folck tausentt gnug schiecken; die stedte, so sich zum wirdigen orden werden geben, sollen woll beschutz werden vor den unfletigen Polen, und iglicher wirdtt mogen frei thun und glauben, wie wir itzundtt thun. Die konigschen nahmen ein trostt, sagten es ihren compans an: wolten sie die Polen nichtt bei ihrem Lutteri- schen glauben lassen, so wusten sie ein andern heren. Die dies horten und geschiecktt waren, sprachen also: so schlag der mordtt den Lutter und seine boschirmer, ehe dan die schecher unser heren werden; dies boweistt Braunssberg, wie furstlich sie glauben. Diese handelung kame vor den konig; dieweill den nu das vierde jahr a) überg. B. 1) Es ist Paul Speratus gemeint, der, bereits verheirathet, vom HM. nach Preussen gesandi wurde und im Schlosse freie Wohnung erhalten sollte. Val. das Schreiben Albrechts an den Bischof Georg von Polentz vom 13. Juni 1521 bei Rhesa, Vita P. Sperati, Königsberger Universitätsprogramm, 1823, S. 15. Cosack, Paulus Speratus, S. 30-31. 218. 2 S. oben S. 719, Anm. 2.
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Tract, XXII. $ 59. 127 des unseligen beifriedes war, in dem der teufell mochte seinen tantz halten, sahen es die Polen an, sahen auch mitt dem glauben durch die finger, welches zu der zeitt viell Lutteristen machte. $ 59. Wie ein bildttsturmer mitt einem crucifix die stuben warm machte. Im jahr 1524 wonete zu Konigsberg ein Hesse, dem thett es heslich zorn, das man ein passio Christi schon andechtig und mitt grosen bildern gestieftt hette und das geldtt nichtt dem hohem. zu seinen kriegessachen vorgestracktt. *So woltt ehr sich an gottes *fol. 403a. marier rechen, ehr nahm am neujahrstage ein bildtt Christi, trug es heimlich bei nachttzeiten in sein hauss, wirftt es in den ofen seiner stuben und sprichtt: bistu der Romischen gott, so thu ein wunderzeichen, alsden will ich was von dir halten; gieng daruber in die stuben und sprach zu seinen gesten: wir wollen ein gutten muhtt haben, Christus wirdtt uns eine warme stube machen. Die geste wusten nichtt, worauf ehr das sagte, dennoch lachten sie es. Indem gieng der ofen zu allen stucken, und das feur brante alles, was es begrief, sonderlich war die stubenthur eitel feur, und die fraue und kinder des lesterers sturben in dem feur. Der sunder und seine geste sahen das bildtt in dem feur unvorsehrett. Sint- dem die stubenfenster hoch waren, und sonstt nirgentt kundten aus- komen, fielen sie auf ihre knie, schrien zu gott umb gnade, theten grose gelobnis. Da gieng das feur von stunden aus, gleichwie ein lichtt ausgeblasen wirdtt, und das bildtt stundtt im. ofen, biss das viell folck zukam, die trugen es wieder an seine stelle. Die Lutteri- sche sinagoga vorschuf die nachtt, das ein boser bube sich horen liess, ehr hette dem bilde ein blechen buchse mitt pulwer an den hals gehencktt, den ehr hette gehortt, das man es vorbrennen wolte. Aber der hausscompter, ein gutter christt, fragte den Hessen, ob ehr es jemandts gesagtt hette, das ehr es vorbrennen wolte. Der sprach: nein; da nahm der hauscomptor den buben vor und bepfull, man solte ihn ertrencken. Der bube bekantt, das ihn die Lutteristen zu solcher lugen erkauftt hetten. So nahm der bischof als ein oberster regentt die sache zu *sich, und man sich mitt geldtt freiete. Nach- *fol. 405b. dem, wen die Lutteristen unter sich in ihrer sinagoga waren, trieben sie den Hessen mitt seinem einhitzen umb. Ehr sprach: hatt je- mandts ein boss weib und 40 m. zu viell, der thu mirs nach, Wen
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*fol. 4048. 128 Tract. XXIL $ 60. man nachmals irgendtswo ein seuberlich bildtt sahe, sprach einer zum andern: siehe, von dem bilde vormochte der bischof von Same- landtt noch woll ein hundertt marck zu schmeltzen. Der ander sprach: das istt so, gott gebe ihm und allen den seinen die hellische marter. dem, das 8 Sie besserten sich wenig dadurch, sondern es bleib bei das pulwer den schaden gethan hette, 60.' Von einem andern, der s. Annen bildtt lesterte. In dieser zeitt waren drei Lieflendtsche kaufleute in Preusen bei einan der, gutte Lutteristen (den Lieflandtt war schon gahr ketze- risch), die vornahmen, das es der bischof so gering achtte und nur das geldtt meinte. Im sei ja, wie ihm will, so istt es ja immer wahr, das man nur das geldtt meinte, es gebe umb die sehle, wie es wolle. In solchen gezeiten kamen die drei kaufleute vor s. Annen capell gerietten (die ein hencker von Dantzick im felde in die ehre 8. Anna von seinem gelde gebauett und schon gesmucktt, und nichtt mitt dem gelde, so ehr mitt henckerei gewonnen; die- selbige capelle stundtt offen) und sahen im reiten hinein. So sprach der eine: Gott gruss euch, s. Anna,* Mitt euern dreien mannen; Hettett ihr den vierden genomen, So wer uns gott benomen!). Durch dich und die tochter dein Wollen die pfaflen, das niemandtt *kan selig sein. Dein bildtt istt woll gezierett, Den pfaffen es das geldtt mehrett; Und so es itzundtt allein an mir lege, So schwere ichs bei wege und stege, So solte dich das feur fressen, Und werestu noch eins so hoch gesessen, a) Die Zeilen in B u. B' nicht abgetheilt. 1) Die Verse enthalten eine Anspielung auf die im 15. und 16. Jahr- hundert viel erörterte Erzählung von einer dreimaligen Verheirathung der h. Anna, der Mutter Marias. Näheres s. bei Stadler und Heim, Vollständiges Heiligen-Lexikon ], 221.
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Tract. XXI. 8 61. 729 und solcher spruch mehr thett. Die andern sprachen: lieber, was machstu? vorsundige dich nichtt; und rietten so wegk. Indem so wendett sich der schender schnell umb, und wie ehr vor die capell gerantt kam, zeuchett ehr von scheiden, als wolte ehr das bildtt hauen. So sturtz ehr nieder und bleib so liegen, die andern ranten nach ihm, aber sie kunten nichtt zu ihm, den die pferde wolten nichtt zu ihm gehen. Sie horten, das ehr geschlagen wardtt, aber sie niemandtt sahen, und der sunder lag da und heulete wie ein hundtt. Indem traten die zwei von ihren pferden abe, giengen in die capell und theten vor ihren stallbruder grose gelobnis und sich zu solchen schlegen vorurteilten, so es nichtt wurde gehalten werden. Nachdem stundtt ehr auf und sprach: o vorgib mir es, heilige mutter s. Anna, das ich wie ein ubeltheter geredett habe. Ehr vorwilligte alles zu halten, was man umb seinentt willen ge- lobett hette, und rietten also wegk in Westfalen. Wen ihn je- mandts bogegnete, der in Preusen wolte und fragte, wie es im lande zugieng, so antworten sie: Lutter ist da* daheim; sondern mitt den heiligen biss zufrieden, wiltu nichtt geschlagen werden, den die wollen gahr nichts leiden. 8 61. Von? einem Lutterischen lehrer zu Konigsberg. *Zu Konigsberg in der Altenstadtt wurfen sich etzliche priester*fol. 404b. zusamen und disputirten mitt den Lutterschen predigern; aber die priester musten unrechtt haben, den niemandit, weder bischof noch regentt, dorften den Lutter strafen, und alle alte bucher musten falsch sein. Der Lutterische prediger daselbstt war ein geldttprediger!), ehr nahm ein vorehrung, das ehr solte auf die regenten, ratheren, kaufleutt und gemeine reden. Ehr war boreitt, vordiente seinen schilling mitt fleiss, machte derwegen mitt der zeitt die regenten, die rethe der stedte und den gemeinen mahn gantz unwertt, gleich- wie die priester. Die rethe nahmen sich des an, boschieckten ihre gemeine, boweiseten ihn mitt schrieften, das ihr prediger ein pfaf were, hette eine nonne zum weibe, were umb dieberei und ketzerei a) üÜberg. B. b) vom B, 1) In der Altstadt war Prediger der im Tractat IX, Bd. I, 409, 413, schon genannte Johannes Amandus, den Gr. an jener Stelle bereits als sehr geldsuchtig bezeichnet hat.
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*fol. 4058. *fo]. 405b. 730 Tract. XXI. 8 61. halben von seinem lehnheren vorjagtt; auch vorschrieben sich itzundtt viell fursten wieder die ketzerei Lutteri; so were ihr rahtt, das man ihn* hiess wegkgehen. Ihrer viell fielen dem rahtt bei, auch viell dem preiliger, vorwilligten derwegen sich auf ein andern tagk zu vorsamlen. In dieser zeitt schien der heiligen drei konige tagk, in welchem wieder wissen des rathes stieg der prediger auf und sprach: es istt euch ein hertzliche freude gewesen, das ich itzundtt in die 20 wochen gesagett habe von pfaffen, munchen, non- nen und solchen abgotzen, so woll auch von bildern und lichten, und was den solcher misbreuche mehr gewesen, habe aber die schinder armer leute nur ein wenig angerurett, als da *sein die re- genten und rethe, die ein eidtt geschworen, das sie armen leuten umbsonstt wollen rechts pflegen, so doch niemandtt mehr underdrucktt und geschunden wirdtt, als die armen handttwercker, und mussen sie dennoch gnedige und ehrsame heren heissen. Mitt worten fing ehr an, ihre sache zu entdecken und offenbaren und beschloss, sie weren nichtt rethe, sondern vorreter, sie weren nichtt heren, son- dern hencker, den sie meinten nichtt den glauben, sondern die gaben, Ehr rechtt eroffenete der buben evangelium, das sich der rahtt, wie etwan die Juden, einer.nach dem andern aus der kirchen vorlur. Indem sagte der prediger: messe were ein gutt ding, aber das ihrer zu viell weren; derhalben solte man ein kasten setzen, darein solte man das geldtt, das man den pfaffen vor die messe gebe, legen, auch was man sonstt umb gottes willen geben wolte, den es solten keine arme bettler sein. So den jo jemandts were, so solte man sie in die gebaueten hospitall nehmen. Auch solte man ablegen die scheppenbancken und vorspracherei, den den christen geburtt nichtt zu rechten. Als man aber je wolte geldtt in gottes ehre wenden, in den kasten, in den kasten, in den kasten soltt mans legen, daraus solten es arme leute nehmen und sich erneren. Den pfaffen und munchen solte man weiber geben; wolten sie den ein christ- lich werck uben, so mochten sie predigen. Mitt solchem vor- meinte ehr es in Konigsberg gutt zu machen. Auf solches sprachen des predigers anhang: wir merken, es istt nur geldtt- und kastensache. Dieser hatt uns vor *den babstt und alle pfaffen gelestertt darumb, das ihr maull auf geldtt war, itzundtt schreiett ehr nur selbstt von geldtteinlegen. Es hatt den nahmen, das es vor arme burger soltt eingelegett werden, aber sie wurden a) überg. B.
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Tract. XXU. 8 61. 731 es am wenigsten geniessen. Ehr hatt es nu von der herschaftt uns uberlesen, balde nimtt ehr von ihn geldtt und wendett das maull auf uns; derwegen fielen ihm viell abe Auf ein ander zeitt sprach ehr, das die scheppenbanck unselig were wieder das evan- gelium und die lehre s. Pauli. Ehr schrie, man solte sie ablegen, den die scheppen hielten eine* sache* oftt viell jahr auf, auf das sie nur ein fett maull davon hetten, und weren nichts anders, den blutt- eilen armer leute. Auf solches fiell der gemeine mahn dem prediger bei, und waren des sinnes, wieder die heren leib und leben bei ihm zu lassen. Ehr underwandtt sich, sachen zu vorrichten, die ein teill lang vorhin vorrichtt waren. Die heren sahen es an und dorften nichts dazu sagen, den gott wolte sie umb der lesterung willen, gegen gott und die seinen von ihn gestadtett und gebrauchett, strafen!). Im thum zu Konigsberg war ein groe munch, ein apostata, vom bischof Jorge zum prediger gesatz, der hette kein weib?); ehr predigte heftig, das Lutters lehre die rechte lebre were. Ehr gab sich aus vor ein doctor und las im thum Lutters neue testamentt nebens andern ketzereien?), sonderlich war ehr Marien gefehr, die vorgleichte ehr mitt vielen handelungen *und entpfengnis andern *fol, 4062. ehelichen frauen. Die thumheren waren geordnete leute und personen Deutsches hauses, die fielen ihm bei und legten abe, das salve regina nach der complett zu singen nach ein- haltung ihrer notell®). Sie liessen auch fallen die fruemesse von a) überg. B. 1) Gr. erwähnte bereits im Tractat IX, Bd. I, 415, die Schmähreden des Amandus gegen den Rath, die Ordensherın und den Bischof, die endlich seine Entfernung veranlassten, und führte dort auch einen egoistischen Grund dafür an, die Vorenthaltung einer Erbschaft, den er hier nicht wiederholt. Die ‚Schmähreden bestätigen auch Freiberg, 164, und Platner bei Bhesa, Vita Johannis Amandi, Königsberger Universitätsprogramm, 1829, S. 8, Anm. 10. Fs ist auffallend, dass Gr. den Namen des Amandus nicht nennt, wie auch im folgenden den Briesmanns nicht. 2) Johannes Briesmann, der in Frankfurt a. Oder Franziskaner war. Er heirathete erst 1525. Vgl. Rhesa, Vita Brismanni, Königsberger Universitäts- programm, 1823, S. 7, Anm. 9 und 8. 19. Gebser, Gesch. d. Domkirche zu Königsberg, S. 294. 8) Briesmann hielt im Dom eregetische Vorlesungen über das neue Testa- ment. Rhesa, a. a. O., S. 12, Anm. 14. 4) Das Salve regina ist eine der marianischen Antiphonen, die nach dem römischen Brevier in der Zeit von Trinitatis bis Advent nach der Complete gesungen wird.
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132 Tract. XXI, $ 61. unser frauen, die man alle tage zwischen sechs und sieben uhr pflage zu singen, von welcher messen sie die besten gutter hetten, etwan vor 267 jahren von dem loblichen fursten von Beyern dazu gekaufttl). Auch schalten sie den titell ihres ordens darumb, das man sie nante: des ordens s. Mariae. Alles, was Marien an- gieng, das schendeten sie und liessen es fallen, damitt sie das ge- meine folck sehr ergerten, und waren thumheren wie andere lotter- buben. Die heren und regenten sahen es an und wusten nichtt, was dabei zu thun were. Die thumheren hetten gerne das kreutz abgelegett und weiber genomen, aber sie scheueten sich vor dem hohem. Alberto, der im reiche war, und waren auf sich selbstt un- gebittig?). Zu Konigsberg im Liebenichtt istt eine pfar, die war mitt allen ihren priestern, rahtt und gemeine nichtt ketzerisch, sondern hielten mitt den Lutteristen manchen harten straus?). Auch war da ein Berndienerkloster mitt sechs priestern, die andern munch waren ausgetreten und lutterten fluchswegk. So istt da auch ein nonnenkloster s. Benedicti ordens, die redete der bischof an, sie solten menner nehmen und die weldtt *fol.406b.mehren. Aber ihm wardtt christlich *von einer jungen nonnen geantwortt, derwegen ehr aufstundtt und wegkgieng. Ehr machte es mitt der mater, welche Luiterisch war, das man solte mannes- folck zu ihn lassen aus- und eingehen, ob sie also damitt mochten bowegett werden; aber gott die seinen bohutt. So wardtt der apostata, der groe munch, zu ihn geschieckt, der soltt ibn vom ehelichen leben predigen; dadurch wurden etzliche 1) Das samländische Domcapitel ist 1285 gestiftet; es ist daher nicht recht ersichtlich, wie 267 Jahre vor dem Jahre 1523, also 1256, ein Fürst von Baiern demselben Güter gekauft hat. 2) Dass die reformatorische Bewegung schon vor der Ankunft Briesmanns Anhänger im Domcapitel hatte, sagt Platner. Rhesa, Vita Brismanni, S. 15. Anın. 19. 3) Die Nachricht scheint nicht ganz aus der Laft gegriffen. Am Oster- dienstage 1524 wurde das Bild der h. Barbara aus einer Seitencapelle der Löbenichtschen Pfarrkirche gebracht und auf den Hochaltar gestellt, um es zu erhalten. Hennig, Gesch, der Löbenichtschen Kirche, 8. 18. Man vergleiche übrigens dazu den Brief des Franziskaner-Guardians Simon Neumeister an den HM. vom Montag nach Corporis Christi (30. Mai) 1524 bei Fuber. Archiv Il, 207 f, in welchem dem Prediger von St. Barbara im Löbenick: der Vorwurf von den Mönchen gemacht wird, die Gemeinde zum Sturm auj das Kloster im Löbenicht aufgehetzt zu haben.
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Tract. XXIL 8 62. 733 zweifelhaftig, aber der meiste haufe warff ihn mitt kurcken, das ehr entlaufen muste. Auch schlugen sich die nonnen mitt den gesellen, die zu ihn kamen, das fortmehr sie zu bethoren niemandtt wolte zu ihn gehen. Durch solche mittell vormeinte der bischof bei ihre gutter zu komen. Dessen nahmen sich ihre freunde vom adell an; dieweill man die nonnen also auslocken wolte, so solte man ihn wiederkehren, was sie dahin gebracht. Davon kam viell jahmer, der bischof vorwiese die nonnen auf die gutter, die ihn der hohem. genomen hette, und wardtt auch endtlich die sache auf ihren fursten, den hohem., vorschoben!). $ 62. Von frolichem fasttnachttspiell in Preusen und anderswor. Im sontage vor Lichttmessen kam der grossfurstt aus der Moscau mitt grosem folcke auf die grentze gegen der Narfe; in seinem her giengen die rede, das ehr in Schweden wolte und den vortriebenen konig wiedereinsetzen. B. Walther von Plettenberg und *seine mittgebieter kamen gen Kirchausen?) in eine tagefartt, *fol. 407a. vorsamleten ein folck und wolten vom Moscowitter wissen, warumb ehr mitt hereskraftt da were, sonderlich weill sie noch friede mitt ihm hetten. Ehr antwortt: ich habe mitt euch nichts, sondern ich will mein landtt Harg-Vierlandtt?) einnehmen, welches mir euer hohem. vor vier jahren vor gutt bahr silber vorsaztt hatt. Die bothen von diesem erschracken, sintemahl die b. aus Lieflandtt dem hohem. im vorgangenen Franckenkriege so viell hulfe mitt gelde und folck gethan, und ehr ohne* ihren bewustt ihr bestes kornlandtt dem Moscowitter vorsatztt hettet), Zu wissen von Harg-Vierlandtt, a) überg. B. 1) In einem Schreiben vom 17. Mai 1524 trug der HM. dem Bischof Georg von Polentz ausdrücklich auf, für den Schutz des Nonnenklosters im Löbenicht zu sorgen, damit ihm nicht vom deutschen Adel der Vorwurf ge- wacht werden könne, darauf zu wenig bedacht gewesen zu sein. Faber, Archiv II, 106. Die gehässige Unwahrheit der (Gr’schen Darstellung leuchtet daher wohl ein. 2) Vielleicht ist an Kokenhusen zu denken. 3) D. h. Harrien und Wierland. 4) Von einer Verpfändung Harriens und Wierlands an den Grossfürsten von Moskau ist keine Rede. Vgl. über die Schicksale der beiden Länder oben S. 609, Anm. 3. 47
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734 Tract. XXIL 8 62, das war etwan ein landtt der obrigkeitt und glauben der Moscau underworfen, aber die b. von Lieflandtt samptt den b. aus Preusen schlugen es dem Moscowitter abe, vor welche hulf man dem hohem. mitt der kugell ein abschneidung gabe davon, wardtt also der b. von Lieflandtt eigenl). Weill dan die b. von Lieflandtt die ‚vorgangen jahre grose kriege gefuhrtt, hetten sie vieleichtt dem *fol. 407b. hohem. wenig gegeben; solchem schaden nachzukomen ehr Harg- Vierlandtt vorsatzte. So balde die b. von Lieflandtt vornahmen, das der Moscowitter umb solcher sachen halben da were, entsatzten sie sich von wegen der untreu ihres hohem. und nahmen ein aufschub auf ein gutten vortrag. Sie besuchten auf solches ihren hohem. und erlangeten ein solch antwortt: die b. von Lieflandtt solten das und ander geldtt mehr geben, und soltt gleichs nichtt ein steckell in Lieflandtt stehen bleiben. Als sie solches horeten, wurden sie eins und wolien warten, wer komen wurde und die steckell hauen. *Auch kamen darumb die b. von Lieflandtt in ungunstt des hobem., ehr wolte ihn b. Erich von Braunsswich zum landttm. geben, aber sie wolten ihn nichtt haben?). Von der Dantzker fasttnachtt. Im donnerstag nach Sep- 'tuagesima nahm der Lutterische prediger Jacob Finckenblock* zur ehe seine alte kobell; ein Lutterischer pfaf sie ihm treuete in Unser lieben frauen kirche. Dabei waren viell Lutteristen, den sie hetten dieselbe gahr eingenomen. Man legte den bosewichtt mitt der kobell zu. Auf solches liess ihm ein ehrsamer rahtt nach der stadtt weise schiecken ein hoppensack von 30 eblen, dabei ansagen: wurde ehr mehr predigen und innerhalb drei tagen sich nichtt aus der stadtt machen, so wolten sie ihn lassen io der Mottlau vorseufen. Man hieltt den tagk der wirdtschaftt mitt grosem jubiliren, und was allerlei gnug; sie stundtt 700 marck, welches die Lutteristen mitt hohen freuden alles ausrichtten. Es waren ihrer wenig zur wirdt- schaftt, die nichtt ein sonderlich bose geruchtt hetten ihrer ehren halben. Wardtt also befunden: so from brautt und breutgam waren, so from waren auch die geste. Die Lutteristen kamen zum burge- meister mitt nahmen Matz Lange; von dem wolten sie wissen, aus a) Lindenblock B., was nur durch Lesefehler des Schreibers entstanden sein kann. 1) Bekanntlich erwarb der Orden Harrien und Wierland, wie ganz Esth- land, durch Kauf von Dänemark im Jahre 1346. 2) Was dem Gr’schen Gerede thatsächliches zu Grunde liegt, war nicht zu ermitteln.
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Tract. XXI. 8 62. 735 was vormessenheitt sie ihrem evangelischen prediger solche unehre mitt dem sacke theten. Ehr antwortt, sie solten auf den nechsten sonnabendtt auf das rahtthauss komen, da wurde man es ihn sagen. Sie kamen alle, die ins burgerrechtt gehoren, ein teill Lutterisch, das ander konigsch, wie man sie den nante. Da *lass ihn der rahtt *fol. 408. koniglich mandatt: wurden sie ihre ketzerei nichtt fahren lassen, so solten sie, wie ehr und alle konige beschlossen hetten, untuchtig sein in aller gebung der briefe und rechtsfellung, wolte ihn alle strasen schliessen und ihnen so veniam* geben. So balde sie vom rahtthause giengen, sagten sie pfaf Jacob Finckenblock® an, das ehr aus sonderlicher gnade und vorbitte mochte mitt seiner pfaffinne nehmen, was sie tragen kundten, den sie solten balde wegk; die obersten Lutteristen weiseten sie zur stadtt aus. Man sagte ihn: wurden sie wiederkomen, so wurde man sie gewiss sacken. In dem ausgehen die pfaffinne heulete, und der prediger Jacob Fincken- block? fluchte und sprach: sie hetten ihn wie vorreter in die ketze- rei vorfuhrett, hetten ihm das auch nichtt gelobett, als sie ihn vor ihren prediger aufwurfen. Sie antworten: hettett ihr eine jungfrau genomen, so hett man euch beistandtt gethan; dieweill ihr aber ein offenbahre hure genomen, kan es nichtt sein, das ihr mitt ehren ohne unser vorkleinerung unsers evangeliums prediger mogett sein. Schieckten ihn also gen Wittenberg auf die hurenschulel), Von der fasttnachtt zum Elbinge. Es war zu dieser zeitt in Preusen so beiharrett, das etliche vormeinten, wen sie nur ein pfaffen, munch oder nonne aus ihrer profession brechten, so hetten sie gott ein bohegliches amptt und opfer gethan. Es wardtt auch hierein dem teufell von beiden teilen gedienett. Indem *kam ein *fol. 408b. groe munch von Braunsberg gen Elbing zu seines vaters brudern sohn, der ein Lutterist war. Zu dem kamen die b. des neuen evan- a) sovoniam B, a0 veniam Boltzische Abschrift im Staatsarchiv zu Königsberg. b) Linden- block B. 1) Ygl. Ba. IL, S. 434-435, wo Gr. dieselben Nachrichten über den Prediger Jacob Hegge bereits erzählt hat. Hirsch, Ss. r. Pr. V, 553, Anm. 3, und Perlbach, zu Grunau 1,435, Anm. 1, bemerken, dass die Erzählung wahr- scheinlich eine Verläumdung Gr.s ist. Freilich ist es auffallend, dass Gr. die Geschichte mehrfach mit besonderem Behagen erzählt (vgl. auch unten $ 72), und dass ausser ihm auch B. Stegmanns Chronik vom Aufruhr, Ss. r. Pr. V, 553, sie erwähnt. 47°
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36 Tract. XXIL 8 62. gelii, truncken erstlich mitt dem munche, darnach sie mitt ihm von allen satzungen der Romischen kirchen disputirten und sprachen: es were vom teufell erdachtt zum vorfall der christlichen freiheitt; brachten es so weitt, das der munch vom biehr und spott bitzig wardtt, zog die kappe aus, warfl sie auf die erde und tratt sie mitt fussen, die andern aber sie wie die hunde boseichten. Underdem schieckte man einem barbir bothen, der schur ihn gahr kahll; sie *fol. 409a. hielten ihn den abendtt mitt der collation freie. Auf den morgen liehe ihm sein freundtt seine kleider und sagte ihm vier wochen zehrung zu. Die kappe kam auf den konig-Artzhoff, dieselbe zogen etzliche, so mitt den junckern zu hofe giengen, an, giengen damitt vor der reichen heuser, bettelten bradttwurste, rehekeulen und der- gleichen und es auf dem junckerhofe vorzehrten; sie jagten mitt der kappen zu habe und fischten. Davon erlangeten die Elbinger ein schendtliche nachrede, die ich umb glimpfs willen fahren lasse. Man sang und reimete von ihrem kappentragen und wurstebettelen. Das kam daher: den vormahls giengen die ehrlichsten burger auf den hof zur collation, aber:damals gieng hin ein jeder, der nur geldtt hette; und wardtt also daselbstt gehandeltt, das man anderswo sagte: wen zum Elbinge auf dem juncker*hofe nur offenbahre weiber weren, so were es in aller form mitt saufen, fluchen, spielen, schenden der jungfrauen, frauen und heren und anderer ehrbarer leute, so auch mitt fartzen, rahren und singen von schemlichen sachen gleichs- wie im ketzerhagen; den da blieb nichts unvorhohnett, was ehrlich war. Das machten alles die losen auslender, das die einwohner in solche nachrede kamen. So war all ihr fasttnachttspiell nur mitt der groen kappen, die muste tagk und nachtt voranstehen, und wardtt ihrer manch bauch foll gelachtt. Nachdem zogen etliche burger vom Elbinge mitt diesem apostata gen der Lobe, von dannen ehr burtig war, die wolten ihm helfen sein veterlich gutt mabnen. Als sie dahin kamen, wurden sie an den bischof Johannem Konopatzky gewiesen, der liess den apostata wie ein vorreter angreifen und setzen. Die burger von Elbing bostrieckte ehr, vor konigliche ma. zu gestehen und vorantworten, das sie ein vorreter in sein landtt fubrten, auf solches solten sie burgen* setzen oder ins gefengniss gehen. Auf solches geschahen viell ernste worte; die burger von Elbing wolten nichtt ins gefengniss gehen, niemandtt wolte auch ihr burge sein, derwegen musten sie sich vorschreiben und zogen so beim mitt wenig ehren. Die groe kappe wardtt einem armen malın a) burger B. >.
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Tract. XXI. $ 62. 737 gegeben, des munches wardtt vorgessen. Aber der Lutteristen sache wardtt vor dem konige angezeigtt, auf seine zeitt zu gedencken. Der Konigsberger fasttnachtt wardtt vorstorett. *Die *fol.409b. von Konigsberg erstlich ihren Lutterischen prediger, der ein vor- triebener pfaf war, in einer collation woll rauften, den sie arguirten mitt ihm, und ibn gebrach schrieftt. Dem andern, der ein groe munch gewesen war, legten sie ein haufen dreck auf den predig- stull, und solcher stuck viell ubeten. So hetten sie ein zumahl kostlich spiell angerichtt, die eine stadtt von den ceremonien nach Lutterischer weise, die ander von den ceremonien nach Romischer weise. Es wardtt so wercklich angerichtt, das auch, wen es were offentlich gespielett worden, so hetten entweder die Lutteri- schen oder die Romischen uberhandtt genomen, und dadurch ein teill auf das auder were erbittertt worden, aber es wardtt also vor- storett. Der hohem. war neulich ins landtt komen, aber ehr war vorborgen und wolte wissen, was die seinen wurden anrichten. So sagte b. Heideck, des hohem. compan, den Konigsbergern an, sie solten zeisa geben, den der h. hobem. hette umb des landes willen gross geldtt geliehen, das muste bezalett sein. Die Konigsberger antworten, sie weren auf geldttgeben unbedachtt, wolten auch ohne der kleinen stedte wissen nichts thun, sagten dabei: wor sein geblieben die grosen wagen mitt dem silberwergk, aus den kirchen genomen, so woll auch ihre geschmeide, ihm vorsatztt, und die zeisa, so ihm gegeben? Sintdem b. Heideck von natur stoltz war, sprach ehr: ach ihr vorreter und bosewichtt, zeihett ihr unserm gnedigen heren und fursten solche dieberei? ihr soltt es ihm gutt thun, wie reohtt istt, oder es soll von euch niemandts bleiben. *Wir haben, was wir *fol. 410a. gesuchtt haben. Da komtt es her, das der vorreterische munch Lutter durch euer ansagen von uns ein schmachbuchlein gemachtt hatt, ihr soltt darumb leiden. Die Konigsberger sprachen: wir sein keine vorreter, noch bosewichtt; das von dem silber konnen wir woll gutt thun. Hatt der vorreterische munch etwas von euch geschrieben, das hatt ehr nichtt von uns, sondern von euern wercken, auch vieleichtt umb ehre willen noch viell ausgelassen. Dieweill es das die handelunge ausweisett, das ihr seine junger seidtt, so istt es billich, das euch der meister so lobett. Das euch aber duncktt, ihr habett gefunden, was ihr gesuchtt, das stehe auf unser bodencken. Damitt schieden sie abe und vorgasen der fasttnachtt.
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738 Tract. XXIT. $ 63. 64. $ 63. Der hohem. kam aus Deutschlandtt wieder in Preusen. Der hohem. zoge in vorgangener zeitt mitt donnern und blitzen wie ein lewe aus Preusen. Ehr kam aber heimlich und fastt wie vorstolen wieder, ehr vorbarg sich wie ein meuselein und anfing, mitt den seinen des koniges teill mitt reuterei zu zwacken, voraus die stadtt Elbing!). Den es entlief vom Elbinge ein burger mitt nahmen Hans Laurin umb schuldtt halben, in die 200 marck botreffende, ehr forderte von ihn 1700 marck, oder wolte entsagen. Wiewoll dieser Hans dem orden im kriege viell hohn und spott thett, als ehr aber auf die Elbinger drauen wolte, wardtt ehr vorhalten. $ 64. Von etzlichen Lutterischen stucken der Konigsberger. *fo]. 410b. Durch vorwilligung des bischofes und seines capitels die *von Konigsberg schaften abe, das man nichtt mehr solte die kinder in der kirche taufen, sondern im hause vor dem bette der mutter, auch nichtt mitt der geweiheten taufe, welches sie nanten ein seue- badtt, sondern mitt schlechtem wasser, auch nichtt durch den priester, sondern ein jeder mochtt es thun ohne cresam und olegung, auch ohne paten und alle renuntiation in der weise, wie es so lang ge- halten?). In den sechs wochen lagen die frauen nach des mannes vorwilligung. Man legte auch abe alles leuten, metten, vesper, messe, singen und dergleichen empter, und das im thum und in der pfar in der Altenstadtt. Die todten legte man ohne leuten und gesang ins grab. Die altar, welche waren gestieft von denen, die noch lebten, wurden umbgeriessen, die bilder und tafeln wurden mitt samptt den pallen und antependia der altar wegkgenomen, die kertzen und bruderschaften gahr abgeschaftt?). Es war auch kein 1) Die Erzählung von der heimlichen Anwesenheit Albrechts in Preussen ist hier, wie am Schluss des vorhergehenden Paragraphen, mit allem, was daran geknüpft ist, eine alberne, sinnlose Erfindung. 2) Gehässige Uebertreibungen Gr.’s Durch ein Edict vom 28. Januar 1524 bestimmte der Bischof Georg von Polentz, dass in den Landessprachen getauft und gepredigt werden sollte. Polenz, Georg v. Polentz, S. 29, Anm. 32. 3) Ueber die Entfernung der Altäre, des überflüssigen Kirchengeräthes und der Heiligenbilder, sowie über Aenderungen im (Gottesdienst in Königsberg s. den Brief Gattenhofers, des Secretärs des HM.s, vom 26. Februar 1523, erwähnt bei Gebser, Dom zu Königsberg, S. 275 Anm., sowie den Brief des Bischofs Georg an den HM. bei Faber, Archiv I, 212.
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Tract. XXII. $ 64. 139 fasten, sondern man speisete allezeitt fleisch. Welcher fleischauer nichtt schlachten wolte, dem legte man das handttwerck; welcher handttwercksgesell nichtt wolte fleisch essen, der muste wandern; welch bandttwercksman nichtt wolte Lutterisch sein, dem vorbohtt man seine narung!). Von beichten. Auch solte man nichtt beichten,; woltt jo jemandts beichten, der mochte es seinem nachbarn thun, die fraue der magtt, und dergleichen. Was fur ein fasttnachtt daraus kame, "fol. 411a. *werde ich auch gedencken. Aber der meiste haufe beichte in ihren hertzen, giengen zum priester und liessen sich entbinden. Die Lutterischen pfaffen tbeten es und solches bostetigten. Die andern nahmen geldtt, den man hette ihn ihre beneficia genomen; dadurch kam es weiter in gebrauch. Von sacramentt nehmen. Ihrer viell vormochten zu ostern die geweiheten priester umb ein geldtt, das sie das sacramentt con- secrirten, und jeder nahm es in seinem hause selbstt mitt seinen henden, etliche es auch selbstt in ihren stuben consecrirten, gaben es ihrem gesinde, weibe und kindern. Der meiste haufe aber nahm es nichtt, sondern beichten, fasten und borichtung gahr vorschmeheten und lesterten sprechende: was solten sie von einem stuck papir sahett werden? In solchen obgedachten stucken folgeten die pfaren auf Samelandtt nach, welche dem bischofe und thumheren angehorten; die aber dem hohem. zukamen, thaten es nichtt, den sie folgeten dem hausscomptor, der war nichtt Lutterisch?). Sintemahl den in Konigsberg viell waren, die dem pfar wiederig waren darumb, das ehr geldtt nahm und richtte einen burger dem andern zu willen auf dem predigestull mitt schendung ubell aus, die wolten nichtt (gott weiss, aus was meinung) Lutterisch sein. Die theten ihre beichte und christliche gebuhr im kloster und hospitall, den es war spitallher der grosscomptor b. Simon von Drahen, *ein gutter christt, *fol. 411b. so woll auch der pfar mit seiner priesterschaftt im Lebenichtt?). Auf dem schloss, zum Heiligenkreutz und in beiden klostern hieltt man es nach christlicher weise. So vormochten die Lutteristen den bischof Jeorgium von Samelandtt, das ehr die munche vornahm, be- pfull ibn, Luttersch lehre zu predigen und zu halten. Sie antworten: ı) Vgl. Ba. I, S. 401. 2) Hauscomthur von Königsberg war Michael v. Drahe, der der neuen Lehre durchaus zuneigte. Polenz, Georg v. Polentz, S. 41. 3) S. oben S. 732, Anm. 3.
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#f0].412a. 140 Tract. XXI. 8 64. Lutter istt ein vordampter ketzer, sie kundten es nichtt thun. Auf solches wolte sie der bischof austreiben, aber sie beriefen sich auf ihren fundatorem, den h. hohem. Der grosscomptor und hauss- comptor, die fielen ihm bei, dadurch bleib es das mahl also. Ehr vorbohtt ibn das beichtthoren und predigen, das hielten sie umb ergerniss halben. Der bischof war aller ubeltheter der Lutteristen in gott gnedigster her und vater. Ehr legte auch abe das salve regina zu singen samptt andern antipfonen von unser lieben frauen, welche man pflag in der fasten von allem gelobniss des gantzen landes in den kirchen zu singen, von dem oben gesagtt istt. Auch sprach ehr: aller gesang von Marien were ein uncristliches, lesterlich und abgottisch ding, vom teufell uns zum vordamniss erdachtt, den sie were ein weib wie ein ander weib. Derhalben machte ehr ein neues gebethe zu singen und zu lesen. Von dem Konigsbergschen pater noster!). Vater unser, wir arme sunder sein nichtt wirdig, uns *deine kinder zu nennen, den von natur sein wir kinder des zo'ns und der vormaledeiung. Aber durch Jesum Christum, deinen einigen sohn, sein wir aus gnaden deine kinder geworden, des haben wir gewisse zeichen, die heilige taufe, entfangen. Darumb sprechen wir zu dir, o vater unser, trostt, hulff und seligkeitt, der du bistt in den himeln; den der himell istt dein stull und das erdttreich istt ein schemell deiner fusse. Du bistt in den himeln, das istt in deinen engelein, in deinen glaubigen, in deinen heiligen, die du erleuchtestt zu deinem erkentniss und an- zundestt in deiner liebe. Geheiligett werde dein nahme. Mach bekantt und erkantt deine gnade und guttigkeitt, deine barmhertzigkeitt und wahrheitt, deine kraftt und allmechtigkeit in aller menschen hertzen; den dies 1) Im Jahre 1523 oder 1524 erschien zu Königsberg als einer der ersten dorligen Drucke ‚Das Vater | unser auszgeleget durch | Matthiam | Bynwalth | Prediger zu Gdantzk |‘. Ein Exemplar hiervon befindet sich auf der Stadt- bibliothek zw Danzig. Die Vergleichung desselben mit der von Gr. oben mit- getheilten Auslegung ergiebt wohl einige Aehnlichkeiten in der äusseren Anordnung und in den Worten, vereinzelte auch in den Gedanken, doch reichen sie nicht aus Jür die Annahme, dass Gr. den Bienwaldschen Druck ausgezogen oder benutzt hat. So wenig er aber die weiter unten folgenden Umdichtungen der alten Kirchengesänge, des Salve regina und Christe qui lux es, erfand. se wenig ist anzunehmen, dass er die Auslegung des Vaterunsers rein erfunden hat. Es wird daher wohl richtig sein, dass in Königsberg eine der seinen ähn- liche, vielleicht mit ihr übereinstimmende Auslegung verbreiet gewesen ist, die auch Dienwald gekannt haben mag.
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Tract. XXI. $ 64. 741 sein deine nahmen. Darumb erofene auch in uns deine heilige er- kentniss durch Jesum Christt, das wir bofinden mogen deine gutte und miltigkeitt, das deine ehre, dein lob und preiss bekantt werde in und under allen menschen, auf das sie dich erkennen. Zukome uns dein reich, das du in uns regierestt durch deine gnade; lass nichtt in uns herschen unser vornunftt, auch nichtt mitt rabtt unsers hertzens, auch nichtt unserp willen, sondern deinen geistt und* deine gnade; lass aufhoren das reich der sunden, das wir mogen sein dein reich, so du uns und in uns regierestt. Dein will geschehe auf erden, wie in dem himell. Ais ehr geschiechtt in den hertzen der wenigen, die mitt him*lischer bogierde *fol. 412b. und gnade begabett sein, also geschehe ehr auch in den irdischen hertzen, die allein zeitlich und irdische dinge suchen und bogeren. Unser teglich brodtt gib uns heute, deinen sohn Jesum Christum und dein heiliges wortt. ‚Gib uns heute‘ das istt: dieweill wir hie leben. Speise dadurch unsere sehle, gib, das es hafte im grunde unsers hertzens, behutt uns vor spreu und menschlicher lehre, sondern dein gottliches wortt, das aus deinem gottlichen munde gehett, gib uns heute und alle wege. Vorgib uns unser schuldtt, alle unser sunde und bosheitt, gross und klein, sie sein uns bekantt oder vorborgen; vorgib sie uns, her, durch deine grundtlose gutte und barmhertzigkeitt, durch deine unwandelbare wahrheitt, durch Christum, wie du vorheischen und zugesagtt hastt. Als wir unsern schuldigern vorgeben. Dieweill wir abeı als gebrechliche nichtt gantz und gahr vorgeben denen, die uns boleidigen, so schaff, o gnediger her und barmhertziger vater, das wir jo gentz- lich und allenthalben vorgeben aus herizengrundtt und denen woll thun, die uns arges thun, von denen guttes sagen und gedencken, die von uns arges reden und gedencken. Und fuhre uns nichtt in vorsuchung, sie sei heimlich oder offenbahr, schnell oder ungestume, schleichende oder sturmende; lass uns, her, nichtt uberwunden werden von anfechtung oder vor- suchung beiderlei feinde, sondern erlose uns von dem ubell, es sei vorgangen, *gegenwertig oder zukunftig. Boeware und erlose uns von *fol. 413a. sunde und schande, behutt uns vor allen lasteren und schandtbaren leben, auch vor heuchlerei und gedichter fromigkeitt. Erlose uns von dem alten Adam und von allen seinen begierden kreftiglich, und was solches dinges mehr istt. Amen. a) überg. B. .
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742 Tract. XXII. $ 65. Dies pater noster geboten sie zu lernen bei ihrer sehlen sehlig- keit. Darauf sprach der meiste haufe: gott schende den bischof und seine prediger; lehren sie doch, man soll bei vorlustt der selig- keitt nichtt halten menschenlehre, auch nichts thun, den glauben; was teufels sein sie den, das sie solche gebete tichten? sie vor- speieten es. Aber mitt nichte dorfte man sich des ave Maria be- kennen; den sie sprachen, es were ein dienstt eines abgottes, also auch das salve regina. 8 65. Wie ein sonderlich salve regina gemachtt wardtt. In der ersten fasttwochen wardtt ein teufelisch rumor in der stadtt Konigsberg darumb, das man nichtt das* salve regina sang; den es waren viell, denen es wissentlich war, das man es in grosen nothen gelobett hette. Derhalben fingen die Lutterschen heupter an, salve zu singen, aber nichtt Marien zu lobe, den sie nanten solches ein uncristlichen gesang, machten derwegen ein anders also'): Biss gegrussett, konig Jesa der barmhertzigkeitt, das leben und die sussigkeitt und unser hofnung, biss gegrussett. Zu dir rufen wir, elende kinder Adams, zu dir seufzen wir senende und weinende in diesem thall der zeher. Eia, darumb, unser vorsprecher, deine barmhertzigen augen zu uns kehre, und deinen gebenedeieten, unsern vater, uns nach diesem elende zeige, o milter, o guttiger, 0 susser Jesu, Die ursache dieses salve war: es waren viell 1) Ueber die Antiphone Salve regina, s. oben S. 731, Anm. 4. Die von Gr. mitgetheilten Worte sind die wörtliche Uebersetzung der alten marianischen Antiphone mit denjenigen Aenderungen, die durch die Beziehung auf Christus bedingt waren. Der Wortlaut derselben. ist folgender: Salve regina, | mater misericordiae, | vita, dulcedo et spes nostra, salve. | Ad te clamamus, erules filiae Evae, | ad te suspiramus gementes et flentes in hac lacrimarum valle. Eia ergo, advocata nostra, | illos misericordes oculos ad nos converte, | et Jesum benedictum fructum ventris tui | nobis post hoc erilium ostende, , + clemens, o pia, o dulcis virgo Maria. — Die Angaben Gr.s über die in Kö- nigsberg verbreitete Verdeutschung dieser Antiphone und des von ihm spa'r erwähnten Hymnus Christe qui hux es, sowie über die Verwendung beider beim Gottesdienst sind durchaus richtig. Sie finden ihre Bestätigung in einem Brieie Christoph Gattenhofers, Secretairs des HM.'s, an letzteren vom 26. Februar 1524. dessen Kenntniss ich Herrn Professor Dr. Tschackert zu Königsberg verdank«. Darin heisst es: „Desgleichen s0 singt man alle nacht in der pfar in der Alten- stadt das teutsch Salve und Christe qui lur, wie e. f. g. hiebey abgeschrieb:n auch zu vernemen hat“. D.O.A. Leider fehlen die Beilagen zu diesem Briefe.
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Tract. XXI. $ 65. 743 *mitt dieser ketzerei boflecktt, welche sageten, Maria were nur *fol.413b. Jungfrau gewesen biss zur entpfengniss, nachmals hette sie ihr ge- lobniss ubertreten und einen sohn gehabtt, s, fratrem domini. Der- wegen wolten viell frauen und jungfrauen, wen man sie umb gottes und Marie ehre willen umb ein almoss bahtt, keines geben, wen man sie aber umb Jesus willen allein bahte, so gaben sie miltig- lich. Es war in dieser zeitt Maria und die heiligen pfaffen gleich wirdig. Als sie je musten salve singen und Christe qui lux es et dies, nach des landes sitten, da machten sie ein Christe auf Deutsch, also lautende: Christe qui lux esl), Christe, du bistt das lichtt und” tagk, Die finsterniss vorjage?. Wir bitten dich, viel heiliger her, Beschutz uns in der nachtt gefehr. Es sei uns in dir unser ruhe, Ein ruhsame nachtt vorleihe uns nu, Das nichtt auf uns falle schwere schlafe, Der feindtt uns nichtt heimlich erlaufe, Das fleisch ihm nichtt weiche durch bogiehr, Noch mach uns zu schulden an° dir. Lass die augen nehmen ihren schlaf, Das hertz doch allezeitt zu dir wache. a) überg. B. db) Hier fehlen 8 Zeilen. c) ein Überg. B. D S. die vorhergehende Anm. Das Christe qui lux es et dies ist ein alter Kirchenhymnus, von dem bereits eine althochdeuische Uebersetzung aus dem 9. Jahrhundert vorhanden ist, und der in den folgenden Jahrhunderten noch öfters übersetzt wurde, auch in die protestantischen Gesangbücher Aufnahme gefunden hat, zuerst in das Erfurter Enchiridion von 1527. Vgl. Kehrein, Katholische Kirchenlieder, Hymnen, Psalmen aus den ältesten deutschen ge- druckten Gesang- und Gebetbüchern, Bd. I, S.16. Der Wortlaut des Hymnus ist folgender: Christe, qui lur es et dies, | Noctis tenebras detegis, | Lu- cisque lumen crederis, | Lumen beatum praedicans. || Precamur, sancte domine, | Defende nos in hac nocte, | Sit nobis in te requies, | Quietam noctem tribue, || Ne gravis somnus irruat, | Nec hostis nos surripiat, | Nec caro illi consentiens | Nos tibi reos statuat. || Oculi somnum capiant, | Cor ad te semper vigilet, | Dextera tua protegat | Famulos, qui te diligunt. |. Defensor noster, adspice, | Insidiantes reprime, | Guberna tuos famulos, | Quos sanguine mercatus es. || Memento nostri, domine, | In gravi isto corpore, | Qui es defensor animae, | Adesto nobis, domine, ||
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744 Tract. XXII. 8 66. Deine rechte handtt stetiglich beware Die deinen, die dich lieben gahr. Her, unser schirmer sich uns an, Des laurers feindtschaftt treib von dan. Schiecke, ordene, regiere die diener dein, Die mitt deinem teurem blutt gekauftt sein. Gedencke an uns, o gott und here, In diesem leibe, der uns beschwerett, Sei der sehlen trostt und schirmer, Biss gegenwertig, lieber here. Gott vater sei die ewigkeitt Und seinem sohne in einigkeitt, Dazu auch dem heiligen geiste von nun an biss in ewigkeitt. Man sang das salve rex und dies Christe achtt tage lang; sie wurden daruber belachtt, das sie wieder ihre ehre menschentandtt *fol.414a. brauchten, liessen es derwegen fallen. *Endtlich kam es dahin, das man nichts betete, weder vater unser noch ave Maria, weder credo noch salve regina, sondern ein jeder thett, was ehr wolte, sprechen allein: ich glaube an gott, das ehr mir alle meine sunde vorgibtt: das war ulle ihre christliche andachtt. $ 66. Von einer grosen tagefartt der Hensa zu Dantzke. Am sontage Letare dieses 1524. jahres wardtt zu Dantzke ein gemeine tagefartt gehalten von der Hensa, dem* neuen konigeb von Dennemarck und fursten von Holtstein samptt den von Pomern und hertzogen von Mekelburg. Diese vorschrieben sich, vor einen mahn zu stehen wieder Hans Kersten, den vortriebenen konig von Denne- marck; und wardtt zugesagtt freie segelation mitt gebung des alten zolles, und andere stuck mehr geschlossen wurden. Lutterschaftt. In welcher tagefartt waren die rethe des rei- ches von Polen, Johannes ertzbischof von Gniesen, Mathias, bischof von der Coya, Lucas, starostt von Posenau; diese kundten sich mitt der Hensa nichtt concordiren, den sie wolten sich nichtt vorschreiben, das sie den Polen wieder den Tater und Moscowitter wolten helfen!). a) des B. b) koniges B, 1) Es ist richtig, dass der Erzbischof Johann von (Grnesen, der Bischef Mathias von Cujavien, der Bischof Johann von Culm und mehrere polnische
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Traot. XXIL. $ 66. 745 So nahm Mathias, der bischof von der Coya und uber Dantzke seine priesterschaftt vor und fandtt sie des meisten teiles vorstockte ketzer, darauf wolte ehr sich bodencken. Aber mitt dem vornehmsten Lutteranischen prediger von: s. Johannes ehr viell handelte uber seine artikell. So sprach der pfaf: ich habe die heilige schrieftt nie ge- hortt, noch gelesen; sintdem ich aber geschworen habe, Luttersch bucher zu *lehren und zu predigen, weiss ich nichtt meines gleichen, *fol. 4148. das schreibe ich der guttigkeitt gottes zu. Ja, sprach der bischof, so deiue lehr und leben in gott ubereinkeme; aber das istt nichtt, wie offenbahr istt, darumb istt sie nichtt von gott. Diese worte gaben andere worte, das der pfaf Mariam, die mutter gottes lesterte. Auf solches vorschloss ihn der bischof auf dem pfarbofe in einer. kamer, mitt ihm auf den andern tagk zu disputiren, und gieng under- dem in die kirche. Indem vorsamleten sich 500 bosknechtt, brachen die thuren des pfarhofes auf, nahmen den ketzer heraus, satzten ihn in voriges amptt, und der bischof mitt den andern heren zogen wegk. Aus welchem die Lutteristen im gantzen lande nahmen ein argumentt, das sie vorschmeheten alles, was ihre bischofe in dieser sachen theten, nanten sie gekronete esels und spareten nichts, in ihrem irtumb auf die prediger zu wagen!). Woiwoden, darunter aber nicht der von (r. genannte Lucas von Posen, Anfang März 1524 in Danzig mit den Abgesandten der Herzöge von Mecklenburg und Pommern über ein Schutzbündniss verhandelten, das in der That auch am Mitwoch nach Laetare (9. März) abgeschlossen wurde, und dessen Spitze sich gegen den HM. und den Kurfürsten von Brandenburg richtete. Die Instruction, die König Sigismund seinen Gesandten mitgab, hält auch dem neugewählten König Friedrich von Dänemark die Theilnahme an dem Bündniss offen und erwähnt die Feindseligkeit des Königs Christian gegen Polen in Folge der dem HAM. während des Krieges geleisteten Unterstützung. Von einer Betheiligung der Hansa an den Berathungen, die Gr. berichtet, verlautet dagegen nichts. Vgl. A. Tom. VIL 8-16 n. VII-X1I 1) Die Gesandten des Königs hatten den Auftrag, gegen die inneren Un- ruhen in Danzig einzuschreiten und die kirchlichen Neuerungen zu beseitigen. A. Tom. VII, 11. Ueber die oben von Gr. erzählten Vorfälle vgl. B. Steg- manns Chronik vom Aufruhr, Ss. r. Pr. V, 555, urelche dieselben ausführlicher und genauer schildert, wie auch (fr. selbst sie im Tractat IX eingehender er- zählt hat. Bd. T, 428-429.
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746 Tract. XXIL $ 67. 68. $ 67. Von geldttkasten zu setzen in Konigsberg. Die groen munche und der pfar im Liebenich, ein magister, die hielten mitt ihrem predigen noch festt nach Romischer weisel); sie hetten aber grose anfechtung, den man wolte gerne die gemeine uneins machen; den die hielten es mitt dem magister und den mun- chen, trosten sich auch ihres hohem., den die gemeine rede war von ihm, das ehr ein gutt christt were. So wusten die Lutteristen woll, das man ihn mitt gelde nichtt kundte vorzurnen; derhalben wurden sie eins, satzten kasten, darein sie legten alle geistliche zinser zu den messen, oder wie sie den waren, dem hohem. zu gutte. Es war zu vorwundern, den im anfang der Lutterei wurden sie eines, *fol. 415a. *das die burger, welche zu den gestieften messen in die zechen musten zinsen, die solten es abrechnen: wie viell ehr zinss gegeben hette, das solte ehr an dem heupttstam kurzen. Itzundtt aber machten sie es, man solte zinsen wie vor, sondern solte in den kasten gelegett werden, Das machte unter den zinssleuten grose ergerniss, zu wel- chen auch der groe munch mitt seinem predigen* halfe; derhalben trieb man es durch den bischof, das der prediger nichtt mehr pre- digen muste und wardtt aus der stadtt getrieben. Do war weder der grosscomptor, noch der hausscomptor gutt cristen, den die liessen den munch wiederholen und ausrufen: wolte jemandtt seine christ- liche gebuhr nach Romischer weise thun, der solte in das spital komen, aber niemandts schaden einbrengen. Die Lutterischen pre- diger mitt ihrem anhange sahen es gahr unwillig an, sie schmiedeten einen rahtt auf die munche und wurden im folck gahr wutende mitt der ketzerei auf die, welche mitt zulassung aller sunde und unflatt nichtt an ihre ketzerei wolten. Viell der b. vom schloss, die neulich waren ins landtt komen?, fielen ihn bei. Auf solches vormeinte der gemeine mahn, das dies wesen des hohem. wille were. $ 68. Von grosem wasser ohne regen und von vielen dieben. In dieser fasten war so grausam gross wasser, das es kein mensch groser wuste, aber das nichtt von regen und schne, sondern stauete von unden auf, vorterbte die ecker sehre, wiewoll an einem ortt mehr, als dem andern. Es geschahe viell aufwartens und ar- a) predigem B, db) überg. B. 1) S. oben S. 732, Anm. 3.
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Tract. XXI. 8 69. 747 beitt bei den themmen, dennoch brach die Weisell beim Schonen- baum!) *aus, vorterbte Prentzlau?) und, was da war. Auch brach *fol. 415b. aus der tham bei der Lahmen handtt, so woll auch der Pregell an vielen enden. Auch die sehe und ander wasser mehr grosen schaden theten‘. Dies wasser stundtt so mitt starkem nordenwindtt in die sechs wochen. Nach dieser wesserung folgete eın gross sterben des viehes, das zwischen ostern und pfingsten in etzlichem hofe kaum das dritte heuptt vom viehe bleib, das auch durch dies viehesterben viell paursleutt in die grundtt vorturben. Armutt und teurung. In dieser wesserung vorloren sich die fisch, also das gahr wenig gefangen wardtt, und fastt wie sichtig- lich vorschwunden, uad war grose teurung. Das korn galdtt zu Thorn 18 schil., zum Elbinge 30 schil,, zu Dantzick 24 schill., zu Konigsberg 10 schott. Aller handel lag gahr todtt, die muntze vor- gieng auch zusichtig. Von den keuteln. Das ordensteill machte ihnen selbstt keutellbriefe, woll 40 uber die zall, als ihn zustehett, nahmen von jederm keutell 5 m,, die vorhin hetten 10 m. gegeben, theten indem des koniges teill ein vorfall, den sie wolten die ihrigen nur umb 10 m. fahren lassen. Weil aber der orden das meiste wasser hette, wolte niemandtt die keutell des koniges teill fuhren. Diebe. So wurden in diesem kummerhaftigen jahre viell diebe, ein teill von groser armutt, viell auch von groser schalck- heitt, den in vielen hertzen war keine furchte gottes. Es schemte sich auch niemandtt, den die heren sahen *es an und sprachen: umb *fol. 4168. ergerniss halben muss man durch die finger sehen. Von solcher ge- duldtt und durch die finger sehen kam es, das von gebrechlichen menschen gehende teufell wurden etc. $ 69. Von einem munchischen osterspiell in der stadit Konigsberg. In diesem jahr am montage zu ostern liefen die Lutteristen zu Konigsberg ins groemunchkloster?), und das ohne wissen und willen der obrigkeitt; den sie wardtt gahr vorachtt, das man auch a) überg. B 1) Schönbaum ein Dorf ö. Danzig, am Danziger Haupt. 2) Prenzlau ein kleines Dorf nö. Schönbaum. 83) Die Zeitangabe, März 28, ist genau; s. das Schreiben des Guardians ‚Simon Neumeister an den HM. bei Faber, Archiv I, 209.
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748 Tract. XXII. 8 69. auf ihr vortreiben und vorterben trachte, ausgenomen den bischof; den mitt seinem willen giengen sie das kloster an, sie wolten die munche austreiben. Aber der Lebenichtt war nicht Lutterisch, die retteten sie. Der bischof wie ein stadtthalter und regentt des hohem. bepfull dem Lebenichtt durch seine prediger, sie solten Lutterisch sein, ehr nahm ihn ihren pfarhern, der sie so lange im glauben* erhalten hette. Im selbigen tage, nemlich am montaget zu ostern, predigten eintrechtiglich der bischof im thum, der apostata und groemunch in der Altstadttl), der vorlaufene Anthoniter im Liebe- nichtt?), das alle geistliche und geregelte personen des teufels weren und des evangeliums, so woll der scheflein Christi vorreter. Wie- woll unsere munche in ihren predigen vormahnen zur liebe Christi, so thun sie es doch nur umb des bauches willen, darumb weren sie mitt ihrem anhang im stande der vordamniss. Derhalben solten sie in vorgebung ihrer sunden ein ende mitt ihn machen, sonstt *fol.416b. keme *die gutte stadtt Konigsberg: mitt ihn in ein standthaftigen glauben?). Auf welches machten sich etzliche hundertt mahn auf, unter denen viell vorlaufene munche waren, den zu Konigsberg hetten sie geleide. Sie fielen ins kloster, zurbrachen die zellen und alles, was da war, die bucher sie zurriessen und teileten das haussgerethe. In der kirchen zurhieben sie bilder, zurbrachen alle fenster, so woll auch die altar in den grundtt und alles, was in der kirchen war, was ihn dauchte gutt sein, das teilten sie under sich; das ander gaben sie ein teill den armen, oder gahr zurnichten. Was von silber und dergleichen in der kirchen war, das vorschwandtt, den ein dieb stall es dem andern. Sintdem das kloster am Pregell gelegen, wolte man die munche hinein werfen; aber die muuche, . derer an der zale 16 waren, waren alle guttwillig zu leiden®). In- dem komptt der grosscomptor und spiettler b. Simon von Draha, der ruftt umb hulfe wieder sie. Die Lutteristen erwuschten ihn und sprachen: so kom auch, du gottes vorreter, du tregestt einen teufell a) i. gl. zweimal B. b) Dingstage B. 1) Johann Briesmann. 2) Johann Amandus, auf dessen Predigt Freiberg, 164, den Klostersturn zurückführt, 3) Aehnlich giebt der Guardian in seinem Schreiben an den HM., a. a. O. den Inhalt der Predigten an. 4) Ueber die begangenen Ausschreitungen vgl. den erwähnten Brief des Guardians, a. a. O., und Freiberg, 164.
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Traet. XXII. $ 69. 749 binden und vorn; du hastt uns auch geschunden und mitt deiner Marien uns umb leib und gutt geheucheltt etc. Aber [der] meiste haufe half ihm wegk, wiewoll es ihn nachmals leidtt war, sie suchten ihn wieder, sondern alles, was vom schlosse war, das lief hinauf und schloss zul). Die munche trieb man mitt gutten knutteln aus, etlichen zog man auch die kappen aus?), legten ihn* Littausche ha- *fol. 417a. sucken an, hiessen sie aufs dorf gehen, das viehe zu huten. Von Jdannen liefen sie im Liebenichtt in die kirche s. Barbare, zum heiligen geistt, so auch ins jungfraukloster, da riessen sie die altar in den grundtt biss auf das hohe altard); dem bilde s. Francisci hieben sie hende und fusse abe und satzten es auf den kake, dar- nach schlepten sie es mitt einem strange vor die stadtt und es vor- brandten®), von dannen in den thum, da theten sie ihm auch so, fortmehr auch in die andern kirchen, und schrieen: hacke umb den wuchertisch, nim und trage aus die geitzbancke etc. Wurden also in diesen ostern mitt wissen und willen ihres bischofs alle altar vorstorett biss auf die hohen altard). Was zum schloss gehorte, die blieben; sondern was war an bokleidung, tafeln, bilder und gemelte, das muste alles wegk biss auf das crucifix Christi, und war der- wegen ein unglaubige freude in der stadtt bei allem folck; dennoch gott wuste vieler hertzen. Der bischof danckte ihn hochlich vor die christliche handelung. So wardtt am sontage nach ostern abgekundigett: die nonnen im jungfraukloster solten friestt haben biss auf pfingsten; welche wolte, die solte innerhalb der zeitt ein mahn nehmen; welche aber nichtt wolte, die solte ins hurehauss ziehen, den die eptissin hette sich mitt doctor Johan Brisman, dem prediger aller wahrheitt, vorlobett®). Auch solte man keinen pfaffen in der stadtt leiden; wolte jemandts . 1) Ueber ein Eingreifen des Iausconthurs Michael v. Drahe, den wohl (Gr. mit dem Grosscomthur Simon v. Drahe meint, berichtet sonst keine andere (Quelle. 2) Vyl. den Brief des Guardians, a. a. O0, S, 210, 3) Davon meldet sonst keine Quelle. 4) Dies bestätigen das Schreiben des (Guardians, a. a. ©. 8. 209, und em Schreiben des Bischofs Georg von Polentz an den HM. bei Faber, Archie I, 212. 5) Vyl. den Brief des Bischofs, a. a. 0, der dies von der Kirche in der Altstadt und vom Dom bestätigt. 6) Gehässige Erfindungen Grs. 48
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*fo], 417b. *fo]. 418a. 750 Tract. XXII. $ 69. da *bleiben, so soltt ehr ein weib nehmen. Eitzliche tbeten es gern, etzliche zogen wegk; aber die da blieben, muste keiner sagen, das ehr ein pfaf were. 1l!mb schmacheitt willen solten im thum zwei pfaffen sein, denen gab man jederm eine rosterige, gasterige nonne, die gemeine gab ihn soldtt, sie musten vorlaufene munche werden oder sein, ob sie gleichs nu* zu priestern geweihett waren; da lag nichts daran, weill sie sich nur erkanten, das sie geirrett hetten. Sie dorften gahr nichts bethen, ein jeder sang eine Deutsche messe gahr kurtz mitt der epistell und evangelium, nachdem erhub ehr das sacramentt und predigte das also alle tage. Darauf wardtt die hohe messe auch Deutsch gesungen, und werete alles andertt- halbe stunde; nachdem mochten sie essen, trincken und thun, was sie wolten. Su wardtt abgekundigett: dieweill der mehrer teill auf dem schloss gutte christen weren und es mit der Romischen kirchen hielten, wurden sie nichtt in die kirche gehen und sich der gantzen stadtt vorgleichen, so solten sie wissen, man wolte ihn thun wie den munchen. Darumb der hausscomptor und andere, die da waren, die trugen etzliche das kleidtt des ordens, etzliche auch nichtt, sie horeten messe und predige des Lutterischen apostels, trutz das die regenten ein zornig wortt dazu gesagtt hetten. Rahttheren danck. Demrathe wardtt vorbothen, die burger zu thurmen, *oder nach ihrem rechte zu rechten; sondern hette jemandts eine sache, so soltt ehr sich mitt seinem wiederpartt in christlicher liebe vortragen; kundte ehr nichtt, so solte ehr zu dem doctor Johan, prediger aller wahrheitt, komen, der solte sie richten und entscheiden nach dem lauhtt des evangelii und der schrieftt s. Pauli. Dieses ertzketzers und vorlaufenen groemunchs wordtt wardtt mehr, den gottes gebohtt, geachtt; den wie ehr sagte, so muste es sein, wiewoll viell seine meinung merckten; sie musten aber bei vorlust des halses nichts sagen. Da war nichtt gott, weder furchtt noch schande, den ehr sprach: es were aus der liebe gottes geschen, man solte nur in den kasten legen etc. Ehr thett ein ernsten bopfell: auf das man von allen ein feinen standthaftigen glauben wuste, so solten sie sich schiecken, das ein jeder zum wenigsten einmahl in der woche solte das sacramentt in beiderlei gestaldtt nehmen; wer den wieder des heiligen Lutteri lehre thun wurde, der solte die stadtt reumen; ob ehr gleichs vur- meinte, ein her zu sein, so soll ihn doch das evangelium von dem seinen vorjagen. a) üborg. B. — m nn ur nem
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Tract. XXII. $ 69. 751 Priestertumb. Alle priester auf Samelandtt solten weiber nehmen und alles in Deutscher sprache in den kirchen handeln. Derwegen wardtt ein aufstehen under den undeutschen Samen und Sudauen, das sie es nichtt vorstunden. Derhalben wardtt es gemachtt, man solte alle ding durch ein dolmetzker vorbrengen. Der dolmetz sang alle ding, auch verba consecrationis, ehr schrie es aus wie der pfarher. Das gantze bisthum von Samelandtt muste Lutterisch sein, den der hohem. war nichtt *bei wege. Sie sagten alle, sie wolten *fol. 418b. leib und leben bei ihrem prediger lassen; aber gott weiss, wie das hertze war, Vormanung. Sie schieckten in die andern stedtlein briefe aus, vormaneten die hochlich, das sie mitt ihren pfaffen und munchen auch so spieleten, wie sie gethan hetten; aber sie wolten nichtt daran, den sie waren noch nichtt mitt so einem neuen geistt be- hafftt). Zu Konigsberg war die schull und druckerei ihres evan- gelions?). Mitten in der thumkirche stundtt die taufe, die war nichtt geweihett, noch gekreseinett, sondern man brachte mitt dem kinde rein wasser dahin, daraus taufte man es ohne alle olegung und firmung; also auch in der pfar und Lebenichtt. So stunden in iglicher dieser genanten kirchen zwo predigstuhle; auf dem einen stundtt ein junge, der lass den Deutschen textt, wie ihn Lutter vordolmetsch bett. Darnach sagte der Lutterische prediger, wie der babstt, bischofe, cardinele, munche und pfaffen mitt ihren universi- teten und scpfisten dagegen gehandeltt hetten, welche ehr alle samptt dem jungfrauenstandtt und allen gutten wercken, von ihn gethan, vordampte. Im thum practicirte man den einen tagk zu sieben uhr die epistell, in der pfar das evangelium, im Lebenichtt die pro- pfeten, und dem folck dauchte, das sie Christum, Paulum und die propfeten selbstt mitt ihn reden horeten?). 1) Die Einführung der evangelischen Lehre stiess in den kleinen Städten mehrfach auf Widerstand. S. Gehser, Dom zu Königsberg I, 285. 2) Ueber die erste Königsberger Druckerei, s. Pisanski, Literairgeschichte ], 122 und (Meckelburg) Gesch. d. Buchdruckereien in Königsberg, 1840, S. 2. 3) Es ist nicht uhne Interesse, an der obigen Schilderung Gr’s das Grauen des am alten Glauben festhängenden Mönches vor der neuen Art des Gottesdienstes zu beohuchten. Auch verdient es Beachtung, wie ausführlich Gr. grade über die Königsberger Vorgänge unterrichtet ist, die von ihm wohl rielfach übertrieben sein mögen, aber doch auch mancherlei richtiges enthalten, 48°
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*fol. 419a. *fol. 419b. 752 Tract. XXI. $ 70. & 70. Wie zu Dantzick auf dem schieffe s. Cristoff solte zum feuer sehen. In diesem jahr in der osterwochen richtten die Dantzker ihre schieffe zu und sie luden der meinung, damitt wegkzu*siegeln. So lagen in der Weisell am bollwerck drei schief! zwischen dem ostt- und sudenkruge; das eine war von 300 lasten, die andern von 250 lasten. Dabei stunden bothe und ein prahm von 60 lasten, alle mitt flachs, wachs und weideasche geladen, welches sie in die grose schieffe laden wolten. In dem grosten schieffe, welches der Cristofell hiess, waren in die 30 bossknechtt, alle Lutteristen und eigenwillige buben. Diese aus vorblendung, dieweill es auf dem lande nass war, satzten einen herdtt ins schieff, darauf sie feur machten, und hiengen daruber ein kessell mitt tehr, die takeln und zeugk zu tehren. Als es sohtt, zogen sie die takels durchs pech und liessen sie im schieffe treugen. So soltt man auch s. Cristofs bildtt ausstreichen und firnitzen, auf das alle ding seuberlich were. Das nahmen etz- liche bossknechtt, bunden ihm ein tagell um das leib, zogen es zu drei mahlen under dem schieffe durch das wasser auf die weise, wie sie einen zu strafen pflegen, satzten es darnach zum feur und sprachen: Cristofell, nu schau zu; soll man dir ein neuen rock an- legen, so verdiene ihn auch, oder der teufell wirdtt dich boscheissen. Lutter heltt von dir nichts, wir aber, seine junger, mochten etwas von dir halten, wo du wirst wunderzeichen thun. Die bossknechte teilten sich, ein teill stieg in die marsen, und ihrer 20 hinunder ins raum; etzliche lose unvorstendige buben blieben bei dem feur und zogen das zeug durch das pech. Indem wardtt das zeug brennen, das feur kam in das schieff vorbrandte das schieff und von wachs, flachs, weideasche, pech und tehr in die hundertt tausentt gulden. Das folck, die *lesterer, auch vorbrandten und fuhren in Lutters paradiese. Von allem folck sprungen sechs in die Weisell, ihrer vier ertruncken, zwei lobeten sich zu s. Jacob, die kamen lebendir zu lande und sagten, wie es geschen were. Sintemahl aber der windtt stark wehete von den nordosten, kam das feuer in die andern schieffe. Das eine gehorte gen Campen und war gahr zu geladen, hette ein in die 80 tausentt gulden werdtt. Von dem kam es in das dritte schieff, an welchem der prahm stundtt; das vorbrandtt auch samptt dem prahm und allem gutt in die 40 tausentt gulden werdtt. Von dem schieffe kam das feur in den westtkrug und vorbranidte den samptt allem gebeude. Die gutter horten alle den Dantzkern zu, welche alle Lutterisch waren, ausgenomen zwei, derer jeder
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Tract. XXTL. $ 11. 753 hette funf tausentt gulden werdts* geschieftt; aber ihre besten gutter waren noch nichtt eingeladen!). 8 71. Wie der ausgetriebene h, Finckenblock gen Wittenberg zum Lutter kam. Als die Dantzker aus ernstlichem bopfell des h. koniges von Polen ihren Lutterischen prediger Jacob Finckenblock vorjagtt hetten darumb, das ehr sich eine hure hette treuen lassen». Diese als eine priesterinne hette das evangelium von ihrem heren und mahnne ge- lernett also, das sie die nachtt vom ostertage auf den montagk wardtt mitt einem frembden mahn im ehebruch aufgehoben und in die hurenkamer gesatztt, aber die Lutteristen loseten sie und machten sie mitt 60 marcken from?). *Als aber h. Finckenblock gen Wittenberg kam), gieng ehr zum Lutter und sprach: heiliger vater, ich bin ein arm mahn und priester, habe in der stadtt Dantzick deinen nahmen, evangelium und lehre mitt allem fleiss ausgebreitett und mich daselbstt vorehelichtt. Uber solches haben sie mich vorjagett, als hette ich uncristlich ge- handeltt, mir daneben angesagett, ich solte zu euch ziehen und das evangelium bass lernen. Derhalben bin ich zu euer heiligkeitt komen bittende, ihr wollett ein buchlein wieder sie machen und mir follkomlich das evangelium lehren. Darauf antwortt Lutter: das du meine lehre in der stadtt Dantzick mitt fleiss ausgebreitett hastt, istt mir woll kundtt; ich weiss dir aber keinen danck davor, den du mich und das evangelium mehr geschendett, den gelobett hastt, in- dem das du nichtt meinen, sondern anderer leute willen geredett hastt, das keinem fromen angehorett. Das du dich ehelich gemachtt, darin hasttu wieder Paulus und meine lehre gethan, da ehr sprichtt: ein priester soll sein ein einiger mahn seiner frauen. So du dan ein gemahell hastt genomen, so sage mir, ob sie auch jungfrau war, oder nichtt. Finckenblock sprach: es war eine fraue, die nie ein a) überg. B. b) Es fehlt der Nachsatz. 1) Die Thatsache des Brandes mehrerer Schiffe und des Westkruges erwähnt auch B. Steymann’s Hanseatische Chronik, Ss. r. Pruss. V, 528, die als Datum den 8. April angiebt, was mit Gr. nicht genau übereinstimmt. 2) Fyl. oben 8. 735, Anm. 1. 3) Vgl. Bad. I, 431 und II, *fol. 4208.
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*fol. 420b. 754 Tract. XXI. $ 72. ehelichen mahn hette gehabtt, und ich sie auch also etliche jahr bei mir hette. Lutter antwortt: nu siehe, du werestt werdtt, das man dich erseuftt hette von wegen deines weibnehmens, den du bistt nichtt einer frauen mahn, sondern ein hanerei. Das ich solte wieder die von Dantzick ein buchlein machen, das thu ich nichtt den ich habe viell *gutter gunner unter ihn. Das ich dich im evangelio solte gelartt machen, das istt uber mein vormogen; den Christus, mein here, hatt viell mirakell gethan, aber nindertt findett man, das ehr habe narren klug gemachtt. Wiltu umb dein geldtt hier bleiben, das stehett zu dir. $ 72. Von einem ernstt des koniges umb der Lutterei willen. In diesem jahr liess der konig von Polen den Schlesiegern die strasen schliessen, mitt den seinen zu handeln. Das geschahe also. Niemandtt aus Polen mochte irkeine gutter in die Schlesiege fuhren; wolten die Schlesieger umb ihr geldt etwas haben, so mochten sie es seibstt aus Polen holen, den es waren in der Schlesiege neue zolle auf die Polen angesteltt!). Als aber der konig horte, das die Schie- sieger in seinem reiche lutterten und die seinen vorgiften, vorbohtt ehr ihn auch bei dem halse Polerlandtt. Davon kam jahmer, nohtt und gross armutt under dem gemeinen mahn, der da handeln solte. Derhalben wurden sie zu rathe und wolten mitt gewaldtt holen, was man ibn nichtt brengen wolte. Aber die stedte vorhoften, es wurde mitt der zeitt anders werden, fragten derwegen den konig umb eine erklerung darauf. Ehr antwortt: legett die Lutterei abe, so soll es vorrichtt sein. Darauf nahmen sie ein bedachtt, aber der mehrer teill wolte Luttersch sein und auch so blieben. Derwegen wardtt nichts daraus?). 1) Ein auf Veranlassung des Reichsrathes erlassenes Edict des Königs Sigismund rom 18. Januar 1524 verbot den polnischen Unterthanen die Ausfiär nach Schlesien und der Mark Brandenburg auf 10 Jahre, gestattete aber in schlesischen und märktschen Kaufleuten, in denjenigen Orten, mit denen sie sei langem in Bexrichung standen, Handel zu treiben. Als Grund giebt das Exit die vielfachen Benachtheiligungen und Belästigungen an, welchen die polnischn Handelsteute in Schlesien und der Mark ausgesetzt waren, insbesondere in Fair der schlechten Schweidnitser Münze. 4A. Tom. VIL 4 n. IL Es scheint, dass dieses Ediet Ar. bekaunt geworden ist, 2) Die Verbindung, in die Gr. die religiösen Fragen zu den Handelsfrauen bringt, ist wohl nur sein Werk, wenngleich es richtig ist, dass die Aushreitung der Reformation in Schlesien den König ron Polen mit Besorgniss erfidtr. A. Tom. VIL 76.
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Tract. XXII. 8 72. 155 Drauung des koniges. *Der konig von Polen den Preusen *fol. 421a. solches auch drauete: wurde jemandts der Preusen in Polen erfunden werden, der da lutterte, es were mitt worten oder mitt wercken, dem solte man sein rechtt thun. Ehr schrieb auch mitt eigener handtt in Preusen also: sintemahl ehr ihn ofter durch seine cantzler geschrieben, das sie die Lutterei dempfen solten, welches sie nichtt gethan, sundern liessen sie tagk bei tagk wachsen, derhalben solten sie wissen, ehr wolte so viell darumb thun, das es ihn solte zu schwer fallen!). Das nahmen die Preusen zu hertzen; weill sie aber wusten, das die vorlocknete pfaflen und vorlaufene munche dieses ein ursach weren, derwegen weisete man sie aus des koniges stedten, auf das andere nichtt vorgiftett wurden. Damitt wardtt das auslaufen der munche gestiellett. Die pfaffen stunden im gerichte der bischofe, die wurden von den Lutteristen vortretten. Vorzweifeln. Von diesen vornehmen Luttern kam einer durch kranckheitt an das todttbette, der thett durch vormanung einer nonnen mitt beichten und sacramentt nehmen wie ein christt. Das wardtt den Lutteristen, seinen gutten compans, angesagtt; die vor- mochten ihren Lutterischen prediger, das ehr zu ihm kam und ihm alle andachtt nach Romischer weise ausredete, und solte daran vor- zweifeln; wie Iuutter lehrett, so mochte ehr selig werden. Der krancke das wortt vorzweifeln nichtt vorstundit; als ihm aber der Lutterisch prediger hette gesagett, ehr *solte beichtt und sacramentt vorachten, *fol. 42ib. welches ehr* von einem ketzerischen Romischen oelgotzen genomen hette, gieng ehr wegk, und die nonne aus bopfell des krancken ihn beleidte. Indem stundtt der krancke auf, nimtt ein starck messer, schneidett sich selber die gorgell abe, stichtt sich sieben wunden ins hertz und fehrtt damitt in das Lutterische paradies; den sie glaubten, das kein mensch vor dem jungsten tage zu gott keme. Die Lutteristen wieder ihres entecrists lehre liessen ihm schon leuten und gruben ihn auf den kirchuf, den sie sprachen, es were in un- sinnigkeit geschen etc. a) uberg. B. 1) Ueber die in den Jahren 1523 und 1524 an Dansiy in Sachen der religiösen Bewegung yerichteten Ediete des Königs, s. Hirsch, St. Marien I, 277, Anm. 2, auch Steygmanns Chronik vom Aufruhr, Ss. r. Pr. V, dt.
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*fol. 422a. *fol. 422b. 756 Tract. XX11. & 73, $ 73. Wie man zu Dantzick die 48 menner wolte abesetzen. In diesem jahr wolte der konig Sigismundus die stadtt Dantzick so woll im glauben, als im stadttregimentt entscheiden und auf vorige christliche weise brengen, sondern sathanas eines mitt dem andern vorhinderte. Ehr schieckte dahin Johannem, ertzbischof von Gniesen, Mathiam, bischof von der Coya, und Johannem, bischof vom Chulmesehe, mitt vielen andern Polnischen heren. In der wochen vor Palm undergiengen sie die Lutterischen pfaffen mitt seuberlichen schrieften und worten. Einen pfaffen von s. Johannes unterweisete man, das ehr ketzerei gepredigett hette, das solte ehr wiederrufen. Das woltt ehr nichtt thun, sondern beruft sich auf die gemeine der stadtt. Darauf antwortt der bischof Mathias: ich bin gekomen, das ich wolte ein gutte *gemeine contentt machen, und du wolstt ein aufruhr darunder machen? Derhalben liess ehr ihn auf dem pfarhofe in eine kamer setzen und sprach: wir wollen uns bodencken. Indem gieng der bischof in die kirche, da schrie der ketzerische pfaff zum fenster aus umb hulfe. Auf solches vor- sarmleten sich in die funf hundertt lose gesellen, die nahmen des bischofs wahr. Als ehr aus der kirche gieng, wurfen sie ihm drei degen nach dem leibe, aber der burgemeister machte es mitt dem bischofe, das der Lutterische pfaf auskam; ehr lutterte eben so sehr, wie vorhin]). Das ander stuck. Der ertzbischof trug den 48 mennern an, welche etwan in einem aufruhr zu regenten der stadtt gesetztt waren, sie solten ihr amptt aufgeben, und die solten regieren un gewaldtt haben, welche konigliche ma. auf solches geschworen hetten, sagte ihn dabei die ungelegenheitt solcher regierung und frewels: sie vorwilligten darein. Als es aber vor den rechten rahtt kam. wolten diese nichtt, sondern wolten vorhin ein abtrag haben vor die vorletzung ihrer ehren, die sie ihn im aufrubr' gethan hetten. Man handelte viell in dieser sachen, aber ein teill wolte dem andern nichtt weichen. So erbohtt sich der alte rahtt, den heren bischofen als gesandten koniglicher ma. rechenschaftt zu tbun; das solten die 48 neue rahtsheren auch thun und vorhoren, welch teill zum red- lichsten gehandeltt hette. Das wolten die von *den 48, so das geldtt einnahmen, nichtt thun; den es war ein geschrei, die 48 amptt- leute solten mitt dem geben zu mildtt gewesen sein, welches auch also war; den niemandtt wolte das seine umbsonstt vorseumen. Auf das aber der ampttleute weniger wurden, nahm man von iglichem 1) @r, erzählt hier den Vorfall zum dritten Male; s. oben 8.145. Anm. I.
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Tract. XXI. 8 74. 757 gebiethe, da vorhin ihrer vier waren, zwei wegk und machten also die miltigkeitt weniger!). Zeisa. Auf das aber geldtt bei der stadtt were, satzten sie eine zeisa an, das ein jeder kaufman von dem gutte, so ehr wegk fuhrte, solte geben von der marck ein schilling, und das die einwohner, die frembden aber von der marck werdts neuen pfennige. Diese zeise wardtt von der gantzen stadtt Dantzick vorwilligett, auf das man die Munde, welche vorschlemmett war, reumen mochte etc2). $ 74. Von einem christlichen handell der stadtt Braunssberg. Als sathanas durch Amandum, den vorlaufenen Antoniter, durch Johannem Brisman, einen* vorlaufenen groemunch, und durch den bischof von Samelandtt gantz Konigsberg Lutterisch gemachtt hette, wolten sie andere stedte auch angehen, auf das sie zu ihrem evangelio komen mochten. In vorschrieftt des bischofs von Same- landtt als ein regentt des hohem. schrieben sie an juncker Peter von Dohnen und an den rahtt der stadtt Braunssberg: sie wolten h. Cristof *Wedeman, der etwan bei ihn im kloster ein groemunch *fol. 423a. und prediger gewesen war, zum prediger annehmen, welcher sich erkantt und die kappe abgelegett hette, der wurde ihn das rechte evangelium lehren, welches ehr vorhin umb heuchelei willen hette vorschweigen mussen; wo sie aber an ihm nichtt ein gnugen hetten, so woltt ehr selbstt zu ihn komen (aber dennoch mitt einem christ- lichen geleidte) und ihn sagen, was das wahrhaftige evangelium were; auf solches solten sie juncker Peter von Dohnen, ihrem burggrafen, ihre meinung sagen. Sintemahl den juncker Peter von Dohnen ein boser chrisit war, der legte dem rahtt solch antragen vor wie ein cristlich ding, durch welches geringlich ihrer sehlen seligkeitt mochte gemehrett werden... Auf solches gab man zu, das b. Cristof das evangelium, weiches Lutter under der banck herfurgezogen, predigen mochte, dorften es aber nichtt lassen ins werck stellen, dieweill der a) einem B. 1) Ueber ein Eingreifen der polnischen Commissare in die inneren poli- fischen Verhältnisse ron Danziy schweigen die übrigen Chroniken, Ein solches ist indessen roraussusetzen, da die den Gesandten mütyegebene Instruetion sie anmwies, die Streitigkeiten soeischen. Rath send Gemeinde beisnlegen und die Gewalt des Rathes wiederherzustellen. A. Tom. VII 1 n. IX. 2) Die Nachricht war nicht nachsupräfen.
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*fol. 423b. *fo]. 4248. 758 Tract. XXIL. 8 74. rahtt in dem nichtt” einig, und die gemeine nichts davon wauste, vorschoben es derwegen an die gemeine. Als nu rahtt und gemeine bei einander war, brachte juncker Peter von Dohnen sein wortt vor und vormanete sie meisterlich zur Lutterei. Darauf liess ihm die gemeine antworten: es were zu vorwundern, das einer das evangelium predigen solte, der es im anfange dessen erkentnis ge- brochen hette; den im abwerfen der kappen hette her Cristoff ein kelch gestolen, welches were wieder gottes gebohtt, derhalben wolten sie sein nichtt. Juncker Peter* ubete viell drauwortt, und sie sein auch nichtt schoneten. Da setzte ehr ihn ein andern tagk an und gieng im zorn hinwegk. Da tratt die gemeine vor den rahtt und sprachen: *ihr seidtt die, so diese gutte stadtt vorraten haben und uns umb leib, ehr und gutt gebrachtt; itzundtt wollett ihr uns auch brengen in euer Lutterei und ketzerei und umb unser sehlen. So sei es euch angesagett: werdett ihr uns nichtt helfen zu unserm erblichen und uns bei unserm glauben lassen, 50 wollen wir es an euch und den eurigen zu leib und gutt suchen. Der rahtt vornahm das latein, derhalben sie sich voreinigten. Als der ander tagk kam, da sagte der rahtt dem juncker Peter an, sie wolten nichtt lattern, ehr aber solte gedencken, wie ihn der h. hohem. hette zugesagett, alle ihre gerechtigkeitt zu halten, wie sie die so lang her gehabtt hetten, under welchem sie den Romischen glauben hetten gehabtt, den wolten sie auch vor allen regenten des hohem. noch behalten. Auf welches warf ihn juncker Peter* vorreterei vor und viell andere dinge, satzte ihn damitt umb ein endtlich jawortt den dritten tagk an und gieng mitt fluchen hinwegk. Da der dritte tagk kam, gaben sie ihm voriges antwort, sagten ihm auch von seinem handell und dieberei, sie wolten schlechtsabe keinen Lutteri- schen prediger, sondern bleiben im gehorsam des ordens und bei dem glauben, wie sie der hohem. hette gelassen; were es ibm nichtt eben, so soltt ebr es ihn samptt den andern regenten ansagen etc. Juncker Peter antwortt: so will ich samptt ihm auf den predigstull steigen und vornehmen, was ihr mir thun mogett. Der rahtt sprach: als einem burggrafen des heren hohem. thun wir euch nichtt, wen ibr euer amptt gebrauchtt; sondern werdett ihr wieder *bopfell des h. hohem. ein prediger werden und einem diebe, ketzer und vor- laufenen munch beistandtt thun, und den geschebe, das man solchen vorfluchten prediger mitt steinen wurfe, indem den ein ungewisser euch treffen mochte, das dorftet ihr alsdan niemandtt zeiben, a) überg. B.
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Tract. XXII. 8 75. 759 Darauf sprach juncker Peter: so bleibett unvorstendige ochsen und schreibett den ehrwirdigen doctoribus Amando und Johanni gen Konigsberg ein antwortt. Die Braunssberger sprachen: wollen sie mitt der nasen in der Passarge krebsen, so mogen sie herkomen; umb predigens willen dorfen sie nichtt komen. Damitt giengen sie von einander!). Nachdem wardtt ein arm mahn mitt solchem schrieftlichen antwortt gen Konigsberg geschiecktt, der wardtt von etzlichen zur collation geladen, in welcher man des Luttersch ge- dachte, und sprachen: es were ein engell und nichtt ein mensch. Darauf antwortt der bothe: ehr mag von den vorstossenen engeln einer sein; von den gutten istt ehr wehrlich nichtt, das weisett seine lehre aus. Indem hauett einer dem bothen den kopf mitten von einander. Man wolte darumb den theter greifen, aber Johannes Brisman gab ihm indem evangelisch geleidte, vorbohtt auch bei dem bahnne ungers heren Jesu Christi und des heiligen evangelii, man solte ihm nichts thun, den es were rechtt uber die, so dem Lutter nichtt wolten glauben und folgen. 8 75. Von den fruchten des Lutterschen evangelio. Bischof Jorge von Samelandtt vorbohtt, das man keinem priester weder zinss, noch tetzem geben solte, sondern sie solten sich ihrer hende arbeitt ernehren; ehr vorbohtt ihn die *messe und alle der- *fol. 424b. gleichen empter, und das so weitt, als ehr zu regieren hette. So waren dennoch viell stedte und kirspiell, welche an die Lutterei nichtt wolten, von denen nahm der bischof geldtt und gab ihn zulass, sich nach Romischer weise zu halten. Diese priester musten nehmen, was man ihn aus guttem willen gabe. Von leichebusse. Einem pfar auf Samelandtt starb seine mutter, die begrub ehr mitt gesang und leuten, bogieng sie auch mitt messen und vigilien nach Romischer weise. Umb dessen willen strafte ihn bischof Jorgius umb ein lastt haber und umb ein gutten ochsen; dennoch sahe ehr gutter leute vorbitte an, sonstt wolte ehr ihn erseufett haben. 1) Die Mittheilungen über diese Braunsberyer Verhandlungen finden in anderen Quellen keine Bestätigung. Nach einer Nachricht bei Hartknoch, hirchengeschichte 1038, die Voigt IX, 719, übernommen, war Peter ve. Dohna, lauptmann zu Braunsbery, die Veranlassung, dass ein Prediger von Königsberg nach Brauns- berg gesandt wurde.
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*fol. 425a. 760 Tract. XXI. 8 75. Busse vor milchspeise Es waren under ihm etzliche dorfer, die assen aus kummer in der fasten milchspeise; das kam vor ihn, ehr nahm sie vor und fragte, ob sie Lutterisch weren; sie sprachen: nein. Der bischof fragte: warumb habett ihr den milchspeise gessen? Sie antworten: es hatt uns armutt dazu ge- brachtt in der schweren arbeitt bei eurem hofe. Ehr sprach: woltt ihr Lutterisch sein, so soll es so bleiben. Sie antworten: nein. Der bischof sprach: so habett ihr wieder euer kirchengesetz gethan; ein jeder gebe mir ein ochsen. Ehr schieckte hin und liess sie nehmen. Vom groscbengeben vor das sacramentt. Die evangeli- schen prediger dorften geldtt. Derhalben gebothen sie bei dem bahnne Christi, das ein jeder zum wenigsten *einmahl in der woche solte das sacramentt nehmen und allmahl ein groschen in den kasten legen. Davon wardtt in Konigsberg grose ergerniss, das man das sacramentt keufen solte, welches sie doch vorhin vordammett hetten; davon war viell dicentes und fluchens. Uncristliche muntz des ordens. B. Pflip, pfleger auf Insterburg, war seinen armen leuten darumb, das sie nichtt lutteren wolten, ein teufell, den es waren Polen!). Ehr rache wehrlich alles an diesen, was die Polen im vorgangenen kriege dem orden gethan hetten. Alles getreide, was sie baueten, das musten sie ihm vor- kaufen, das vorkauftt ehr den Konigsbergern wieder. Dieser erentt- feste Lutter war der erste, der die muntze seines hohem. vorbobtt, auch bei dem galgen sie weder zu nehmen, noch zu geben; den ehr sprach: es were eine muntze der lesterung des allmechtigen gottes, derer umbschrieftt war: salva nos, o domina. Sintdem ibr hohem. seine hofnung zum weibe, und nichtt zu gott gesatztt hette, weren sie vorloren, und ihr furstt were vorfuhrtt. Wie einem crucifix wardtt ein arm abgehauen. Zu Schieppenpell ein burger redete vor einem crucifix viell lesterworte und schendete Christum mitt den seinen, dazu hiebe ehr dem cru- ciix ein arm abe. Da fugte es gott, das ehr nichtt von danven kundte. Nachdem kam dahin b. Achatius Webeler, fogtt vom Rein’), der liess ihn da vorbrennen, so gutt ehr war. 1) Pfleger von Insterburg war Philipp von Creux, über den früher Klar wegen Bedrückung der Bauern geführt worden waren. Ueber ihn s. Töppen, Ss. r. Pr. V, 361. 2) Der Name entstammt wohl der Phantasie (ers. Statthalter ron Rhein ist ein Jahr später, 1525, Siegmund Daniel.
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Tract. XXL. 8 76. 761 Kloster anzugreifen. Der bischof Jeorg als ein regentt nahme aus dem kloster *zu Wehlau, Patollen und Heiligebeill alles, *fol. 425b. was da war, und hiess die munche ausziehen, aber es blieben jo noch etzliche darin und sahen es anl). Von einer sonderlichen weihung. Bischof Jeorge weihete auch zwo leibliche schwestern, derer vormundtt ehr war, das sie beide in einer wochen in die sechs wochen kamen. In ihren kranck- heiten schwengertt ehr auch die dritte schwester, und hette sich die mutter nicht erwehrett, sie hette ein gantz par gehabtt. Es wardtt seiner gnaden zugeschrieben: dieweill ehr nichtt were ehr ehelich worden, vorkurtz ehr ihm sein leben etc, Von pfaffenkinder gestaltt.e. Amandus (den man auch nante Mangus son), der vorlaufene Antoniter, der Konigsberger prediger, der hette von einer ehelichen nonnen, die ehr vorhin entfuhrett hette, in einer nachtt vier kinder, derer leichnam vraren wie menschen, aber die angesichte wie geschnitzte teufell. Das haben gesehen und auch sagten viell Lutterische weiber. Sie sturben alle in einer stunde mitt grosem heulen. Der her priester zeugete sie, hette sich an einem gemelde so vorsehen; das wardtt glaubett. $ 76. Wie offenbartt wardtt, warumb man geldtt in den kasten legte. Iderman bekumerte sich in Preusen, ob der hohem. auch mochtt ein wissenschaftt haben umb die uncristliche handelunge, so der bischof von Samelandtt mitt den apostaten und anderm an- hang zu Konigsberg triebe, welches auch Lutter *selbstt in seinen *fol, 4263. predigen und schrieften vor ketzerisch schaldtt. Den itzundtt lenger, den ein jahr, wardtt von den Lutterischen predigern nichts gemeiner gehandeltt, nur das man solte den babstt mitt seinem anhang vor- werfen, vortreiben munche und pfaffen und das ihrige in den kasten legen, daraus solte man den armen burgern handtreichung thun; 1) Da Bischof Georg die Besorgniss hegte, dass die aus den Klöstern aus- £retenden Mönche die kirchlichen Werthstücke und Kleinodien mitnehmen könnten, befahl er den Amtleuten, sie in eiyener Verwahrung zu behalten. Der Statthalter zon Tapiau liess sich hierbei von den München zu Wehlau hintergehen und erhielt daher den Befehl von neuem, die Kostbarkeiten den München abzunehmen und ihnen keinen werthrollen Kelch für den Gottesdienst zu lassen, Faber, Archiv II, 95-96,
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762 Tract. XXII. 8 76. lobeten auch stets solch einlegen, das auch ofter des evangeliums nichtt gedachtt wardtt. Die dawieder redeten, thett man in Christus bahnne als ehrlose vorreter. Von diesem geldttpredigen sich viell ergerten, den die prediger den babstt samptt seinem anhang darumb vordammett hetten, und itzundtt ubeten sie es selbstt. So kam es umb die pfingsten aus, das offenbahr wardtt, was in den kasten zu legen bodeute. Der hohem. schieckte einen von seinen schreibern in Preusen, der war eines burgers sohn von Konigsberg, der solte dem bischofe mundtlich ansagen, das ehr vorsichtig were mitt dem heimlichen anschlage im nahmen des Lutters, auf das ehr mitt dem orden nichtt gemerkett wurde, den Lutters sache nehme im reiche sehr abe. Sintemahl aber seine sache miti den Polen vor dem keiser und babstt muste gehandeltt werden, und sein anschlag, weicher durch die Lutterei auf geldtt und gutt zu erlangen gerichtt, offen- bahr wurde, so wurde ehr alle sachen vorloren haben. Darauf sprach der bischof: so walten es alle teufell, es istt bei dem besten *fol.426b. vorseumett und offenbahr worden; gieng also im zorn wegk. *Im selben tage wardtt der schreiber von einem seiner gutten freunde zu gaste gebeten; so waren die andern geste alle gutt Luttersch, der schreiber aber nichtt. Derhalben langeten sie ihn an, ehr solte den glauben Lutteri an sich nehmen. Darauf sprach ehr: o ihr elende leute, wie blindtt seitt ibr, das ihr euch also lasstt in aller weldtt hohn und spott fuhren, dazu in beraubung euer gutter und der sehlen seligkeitt. Wissett, unser h. hohem. istt nichtt Lutterisch, ehr weiss aber woll umb diese prediger, welches hatt solche gestaldtt: ehr istt sehr arm und wolte sich gerne rechen, das ihr ihm nichtt *woltt geldtt geben. Derhalben hatt ehr mitt seinem bischofe dies gefunden, das man allen gottesdienstt vorsteren solte, auf das alles. was man von silber und goldtt in den kirchen im gebrauche haette, das solte man ihm behalten, den wehrlich ehr istt der armste. Der- halben istt dies spiell mit munche- und nonnenvorjagen angerichtt. niemmer messe zu halten, leuten, teufen, bruderschaftt zu halten und alles, was auf geldtt leuftt, abzulegn, nichtt das es einem armen mahn bliebe, sondern nur in den kasten. Merckett, so man es aus barmhertzigkeitt thette, so erliess man den jo den armen burgern den zinss, welchen sie auf ihren heusern haben, und ihn zuvor zum gottesdienstt geben musten, den mussen sie itz dennoch geben. Finantzen. Es wirdtt alle tage in den predigen abgekundigett: damitt ihr habett gesundigett, damitt soltt ihr auch bussen, also das
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Tract. XXI. $ 76. 763 ihr euern schmuck, den ihr habett, zu ehren *gebrauchtt, es sein *fol. 427a. silbern stutzen, becher, schusseln, teller, leffell, gurtell, ketten, span- gen, knopfeli und alles, was solch ding istt, das soltt ihr alles in den kasten legen. Euer kleider soltt ihr vorkeufen und alle auf gutt evangelisch ein gemeinen rock tragen, aber das geldtt vor die kleider auch in den kasten legen. Also soltt ihr euer sunde bussen, und anders nichtt, Wor bleibtt nu das wortt euer prediger, welche sprechen: ihr dorftt nichts thun, nur in Christum glauben, das solte vor euer sunde alles vorrichten. Zinse. Weiter soltt ihr vom rahtthause alles geben und ein- legen, was da istt. Nachdeni soltt ihr christlich euer gutter schetzen, davon einlegen; damitt soll man den burgern und armen leuten helfen; was ihnen geliehen, damitt sollen sie handeln und von dem gewinn wieder geben; sie sollen die haupttsumma und auch vom uüberigen einlegen. Nu schauett: hatt Christus, der her, das so ge- ordenett? Sondern Christus sprach: wiltu follkomen sein, so gieb dein gutt armen leuten. Alsihr nu habett eingelegett, so wirdtt der arme margrafe Albrechtt weise und wege finden, dadurch ehr es wegknimtt und euch wie eigenen knechten ein kasten setzen, darin ihr ihm jehrlich werdeti mussen legen, was ehr wirdtt haben wollen, und nichtt, was ihr wollett. Was werdett ihr den thun? ihr habett nichts in der handtt; ehr kan euch mitt euer eigen geisel peitschen. Alsdan wirdtt ehr euch auch gebietten bei dem galgen, die Lutte- rei fahren zu lassen etc. *Wen es den gleichs aus dem kasten *fol. 427b. geliehen wurde, wie den so keine handelung istt, oder es wurde vorloren oder keme sonstt zu nichte, wie thett ehr den ein ander mahl, so es ihm mehr von nothen thutt? Es wurde in zehen jahren auch woll weniger im kasten sein, den ein iglicher wurde haben wollen, so viell ihm von nothen ist. Wo es nichtt geschichtt, so komtt teufelischer neidtt daraus, und nichtt das evangelium Christi. Vorlaufene munche,. So man auch vorgibtt die elendigkeitt euer burger, so istt in guttem bewustt, das alhie sein in die 300 vorlaufene munche und pfaffen, die sich mitt nonnen und huren boweiben. Soltt ihr den helfen, die wissen der hulfe nichtt zu ge- brauchen, und gott gibtt ihn und euch umb ihrentt willen nichtt gluck; den sie sein meineider gottes, sie nehmen ein tausentt mark sechs auf und laufen dahin. Wie will euer kasten zunehmen? Wie soll man dem helfen, der alle das seinige hatt eingelegett? Darumb wirdtt man dieser ungelegenheitt vorkomen, das man euern kasten mitt gutt und geschmeide wirdtt andern bopfelen und des Lutters
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*fol. 428a. 764 Tract. XXI. 8 77. evangelium mitt schlegen austreiben, wie man schon in ander landen anfahett. Von evangelischen kleidern. Von den kleidern, das allen mennern soll ein schniett sein, der rock, das waınbes, die hosen, der borehtt und die schue, so woll auch den frauen nach dehmutt, *wie es evangelischen leuten anstehett, das mochte ich gerne leiden, wen es die hielten, die es lehren, rahten und gebietten, wie Christus, der her, gethan hatt. Aber niemandtt gehett stoltzer, als eine predige- rinne und die ehehuren der vorlaufenen munche und pfaffen. Wor- her vordammen sie ein iglichen, der nichtt zum wenigsten ein mahl in der wochen zum sacramentt gehett, und den in Jesus bahn thun, der nichtt ein groschen gibtt? Istt das nichtt das sacramentt gekauft, so weiss ich nichtt, was botriegen heistt. Lieben Konigsberger, man meinett nur eur gutt, und nichtt euer sehle etc. $ 77. Wie dieser umb solcher offenbarung willen erstochen wardtt. Als diese worte lautbahr wurden, da waren viell, die es glau- beten; auch waren viell dawieder, sonderlich war es den predigern und apostaten erschrocklich, das es offenbarett were, was ihr lutteren im grunde hette. Des erbarmett sich einer und gieng diesen schrei- ber mitt worten an, als ehr bei vielen mennern auf dem marckte stundtt, und sprichtt: sage mir, du heuchler, was hatt man dir vor ein heiss wecke gegeben, das du manchem armen gesellen mitt dei- nen oflenbarungen ein gewinn hastt benomen und die reichen in ihrer hoffartt wieder das evangelium sterckestt? Der schreiber ant- wortt: mein gesell, es istt dir und den deinen nichtt umb das evan- *fol.428b. gelium oder sunde, sondern umb gutter leute geschmeide, *auf Jas du und deinesgleichen gutte tage hastt under dem schein der barmhertzigkeitt. Das evangelium Christi lehrett nicbtt solche bu scheiserei, sondern das ketzerische evangelium: soll sich ein jeder ernehren im schweiss seines angesichts. Wehrlich, mitt gutter leute gutt istt woll zu prassen! Da antwortt der ander und sprach: s: siehestu, schreiber, mich vor ein ketzer an? Der schreiber sprach: ja, so du dem Lutter folgest, so bistu so wenig ein ketzer, als ein mensch. Darauf stich der Lutter dem schreiber ein degen ins leih. das ehr starb. Die, so dabei stunden, giengen wegk. Die b. von schloss samptt dem hausscomptor, wiewoll sie Lutterisch waren, Jen- noch thett es ihn zorn, das man einen vom hofe erstochen het:=.
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Tract. XXU. 8 77. 765 Als sie vornahmen, das die in der stadtt dem theter nichtt nach- stelleten, liessen sie ihn fangen. Dadurch wurden die Lutterischen prediger bowegtt, vormaneten erstlich bei der kraftt des heiligen evangelii, das man den sehr christlichen mahn von den henden der fleischhunde erlosete. Als solches nichtt geschahe, hiessen sie in der andern sermon die rahttheren und scheppen ehrlose bosewichtt. Da man ihn predigte, das sie mochten thun, was sie wolten, und dorften zu keinem dinge vorbunden sein, da gefiell es ihn woll; ‚nu sie aber horen, das man ihn ‚ihre hoffart nehmen will, sein sie neidisch und lassen den vorreterischen kreutzbuben, den cristlichen mahn, *so halten, wie ein ubeltheter, der doch das heilige evange- *fol. 429a. lium hatt vorfochten. Auf einen andern tagk, als der morder noch sass, entdachten die prediger den burgern alle buberei der kreutz- heren, was es fur ein orden were, wie sie ihn hielten, wie schelcklich sie mitt ihn umbgiengen, ihre weiber und tochter zu huren machten, und solcher ding viell; und sprache[n] weiter: ihr habett vortrieben die munche, das sie sein heuchler gewesen; aber die, so sich euer heren nennen, sein vorreter und weren werdtt, das man sie zu stucken hiebe darumb, das es unser rahttheren und scheppen mitt ihn halten, auf das sie desto mehr sunde, hoffartt und faule tage mogen haben von dem schweiss armer burger. Wo den der christ- liche mahn nichtt frei wirdtt, so rufe und bitte ich umb Jesus evangeliums willen: helfett die bosewichtt umbbrengen, so soltt ihr haben ihre gutter und, was ihr bogerett. Auf solches vormochte der rahtt die regenten, das sie den morder los liessen. Aber die vorlaufene munche lobeten das nichtt, den sie mitt anderen losen compans sehr dursten nach dem gutt der burger. Die kreutzheren auf dem schlosse spiennen mitt ihrem” regenten und bischofe zusamen und sprachen: das ehr und der hobem. wolten sie umbs leben brengen und den orden umb das landtt; ehr soltt aber wissen, wurde ehr es nichtt anders machen, so wolten sie an ihm anfangen. Ehr antwortt: habett ihr gerne gehortt, das ihr nichtt fasten, bethen, beichten und dergleichen *dorfett, so horett *fol. 42Y9b. auch nu contraria: idoch ich will es bessern. Darumb bogerte ehr am pfingsttage ein gemeine gebethe, das sie gott wolte erleuchten. a) ibren B. 49
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766 Tract. XXII. 8 78. $ 78. Wie man die kreutzheren von Konigsberg urlaubte. Nach pfingsten®, als der bischof von Samelandtt mitt seinem anhange die munche und priester vorjagett hetten und die nonnen los gegeben, das sie mochten thun, was sie wolten, da liess ehr seines ordens b. durch die prediger heftig schenden, weill den Lutters buchlein, an den orden geschrieben!), gemein war, in dem ehr sie anzog vor wuste b., bei denen man ehr eine junge hure funde, den ein bettbuch. Dieweill den die hurerei vorbothen, so stunde es ihn evangelischer an, das sie eheliche weiber nehmen und teilten ihr landtt, hulfen also nach dem gebohtt gottes die weldtt mehren. Auf dieses hetten ihr viell gerne weiber genomen, aber sie kundten keine bekomen. Darumb ihrer viell, welche schlosser einhetten, be- suchten ein gemeinen mahn, nalımen, was sie funden, und zogen wegk, den man wolte ihn gahr nichtt gehorsam sein. Die etwan es lutterte®, wen sie sahen die munche umbtreiben, die wurden itzundtt, wor sie giengen, (auch wollgeborene heren) mitt einem gutten stein an die seite geworfen aus eines burgers hauss?). Wardtt ehr darumb angefochten, so sprach ehr, chr hette nach *fol. 4302.seinem hunde geworfen. Ihre priesterb. liefen jo so sehr *umb, wie die munch, das man sie auch nirgentt leiden wolte. So istt zu Konigsberg jahrmarcktt den sontag nach der octava Corporis Christi. Auf das auf den jahrmarcktt was neues ins landtt keme, urlobete der bischof so woll die ritterb., als die priesterb.; ein jeder solte sein bestes vorschaffen, den man wolit solch heillos unnutz folck nichtt mehr speisen; ihr aller erlauchter furstt wurde dem konige schweren, das kreutz zu allen teufeln werfen und auf den herbstt wie ein erbher zu Konigsberg ein gemahell nehmen und wirdttschaftt haben. Das schloss bepfull ehr dem hausscomptor mitt sechs knechten. Da war kirch und capitell gahr geschlossen. Ein teill der b., sonder- lich dıe priesterb., trieben elendiglich umb, derer auch viell aposta- tirten, und man etzliche auch mitt gewaldtt dazu notigte. a) Pfinsten B. b) lutterten B, 1) Es ist Liuther's ‚Ermahnung an die Herren deutschen Ordena, falsche Keuschheit zu meiden und zur rechten ehelichen Keuschheit zu greifen’ grwrseint. Walch, Lither's Werke XIX, S. 2157 ff. Vgl. Voigt IX, 6899, Anm. 2, worans sich eryiebt, dass das Schriftehen verbreitet wurde. 2) Dass die Ordensherrn, wenn sie im Ordenskleide auf der Strasse er- schienen, oft der Verhöhnung und dem Spott des Volkes ausgesetzt waren, erg: das Schreiben des HMs an den Bischof ron Samland bei Faber, Archir II. In.
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Tract. XXIL. $ 79. 767 Gensepredige. Von diesem gottlichen handell hetten die prediger den gantzen jabrmarcktt uber gnug zu predigen und sagten: auf das ihr mogett abnehmen, das euer h. hohem. will ins evange- lium treten, vorjagtt ehr die conventsb. ins elendtt. Darumb legtt in den kasten, wie oftt gesagett istt; niemandtt gebe zins den buben aufs rahtihauss, den sie sein diebe. Wen man etliche manete, das sie zinsen solten, sprachen sie, sie hetten es in den kasten gelegett, und es mitt ihres gleichen bezeugten. Man rechencte, das alles geldes, in den kasten gefallen, war in die achtt tausentt marck. Da wolte man 13 vorlaufenen groemunchen ein almoss geben, welche wolten weiber nehmen; aber man fandtt *nichtt zehen marck *fol. 4306. im kasten. Davon wardtt ein teufelischer rumor. Der rahtt forderte die gemeine, sagten ihn ihr amptt auf, den mitt solchem kundten sie eine gutte stadtt nichtt vorsorgen. Auch sagten sie, man wolte ihn nichtt gehorsam leisten. Auf solches schrie der meiste haufe von der gemeine: der rahtt wolte in ihrem ampte bleiben, die prediger mochten das fallende ubell mitt dem kasten haben, sie solten ihre zinse aufs rahtthauss mahnen; wer nichtt wurde gehorsam sein, dem solte man sein rechtt thun. OÖ gott, was unvorschamter worte man do von den predigern horte! Es wardtt alles geduldett, aber nichtt umb Jesus willen. $ 79. Ein munch erschlegtt zu Dantzick ein ketzer. Nachdem zu Dantzick Luttersch lehr gahr im schwang war, die chatolischen in allen kirchen und klostern ausgetrieben, und man Lutters lehre predigte, so blieben dennoch die Dominicaner (welche man die schwartzen munche nennett) bostendig. Denen wardtt viell unglimpfs zugetrieben, so in den predigen, als in andern ortern. Die schwartzen munche aber theten in ihren predigen und lehren den ketzern nach vormogen wiederstandtt, derhalben rotteten sich etzliche ketzer zusamen, suchten ursach und gelegenbeitt, ein auflauf zu machen und die schwartzen munche zu ermorden. Sie vor- mochten einen trotzmutigen gesellen, der gieng in das schwartze- munch-kloster, da sie vesper sungen, findett einen leibruder, den klockner, vorm chor kniende; *ehr zeuchtt von scheiden, schlegtt zu *fol. 431a. und sprichtt: nu soll dich gottes marter schenden. Indem springtt der munch auf, erwuschtt den zuberbaum, damitt man das weihe- wasser tregtt, schlegtt den ketzer auf den kopf, das ehr sturtztt und 49*
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*fol. 431b. 768 Tract. XXIL. 8 80. liegen blieb, als were ehr todtt. So springtt der leibruder zu, will dem ketzer sein messer nehmen, ibn damitt gentzlich zu todten; mitt dem laufen die bruder zu und es vorhindern und schlapten den ketzer vor die kirche auf die gassen. Balde war da ein haufen ketzer, die nahmen ihn wegk. Das blieb also, den es war niemandtt von den ketzern, der sich der sachen apnahme, & 80. Von der Thorner privilegio. Die stadtt Thorn genoss ihres gehorsams in den gehothen des koniges, wiewoll sie dennoch heimlich lutterten. Derwegen ihn der konig die niederlage vorneuete, das man nichts ins landtt fuhren solte; sondern wer was von korn und dergleichen haben wolte, der soltt es von ihn holen!). Derhalben baueten sie speicher, darin sie wahre legten. Sie hielten schlechtsabe mitt rechtt alle weisellkahne auf, die aus Polen kamen, die musten ihre wahre da vorkeufen. So waren dies die ursachen. Die Dantzker, so den Polnischen handell hetten, waren aus der masen sehr vorhartett und sich in keinem wege an koniglicher ma. schreiben karten, hetten in dem lutteren ihren eigen willen dem konige zu trutze und waren nur auf nehmen und morden bedachtt; derwegen liess man ihn von Thorn nichts zu- gehen. Auch hetten die Dantzker diese bose gewonheitt, das sie in Polen *geldtt auf korn liehen, dieweill es noch in der erden war. Wen es den armen leuten vorsass, so wurden sie umb schuldtt halben ausgepfendett. Daraus kam viell jahmer. Dem vorzukomen wardtt gesatz, das man solch geldtt niemer leiben solte, den dadurch wurde armen leuten die wahre nichtt zu gnugen bezalett. Auch theten sie ein anders, Die pauren im grosen Werder hetten vom scheffer zu Marienburg geliehen 160 scheffell getreide, scheffell vor scheffell wieder zu geben. So leihen die Dantzker denselben pauren geldtt auf ihr getreide und fuhren es mitt der zeitt wegk, also das dem scheffer nichts davon wirdtt. Indem kam zeitung, das Jer konig wolte in Preusen komen, da manete der scheffer sein getreide 1) Vol. Bd. I, S. 303, wo Perlbach bereits anmerkt, dass das Thorner Stuy='- recht 1512 und 1518 vom Könige, 1524 von den preussischen Ständen bestütix wurde. Ueher das Thorner Niederlagsrecht s. jetst auch den Aufsatz Kestners ini den Beiträgen sur Geschichte der Stadt Thorn, S. 42—44,
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Tract. XXIL $ 81. 769 - und fandtt, wie man gehandelt hette; darumb bussete ehr die pauren sehr und bepfull, man solte ohne sein wissen nichts gen Dantzick fuhren. Konigsberg. Sintemahl vorbothen war, das man, so lang der beifriede daurete, aus des koniges landtt nichts gen Konigsberg fuhren soltel), dennoch schiefften die Dantzker des nachts durch die Weisell gen Konigsberg, vorkauften es da auf zeitt teur gnug. Wen man sie aber manete, sprachen sie, sie funden es nichtt im evan- gelio, das sie solten gestolen gutt bezalen. Daraus kam viell erger- niss, den die Dantzker kundten es umb angesatzter buss willen nichtt klagen. Umb dieser und anderer sachen mehr, wer was haben wolte, der muste es zu Thorn holen. Dennoch vorgunte man den Dantzkern, das sie alda ihre diener und *liegers haben moclıten, *fol. 43?a. wiewoll die burger zum ersten kauften, und also mitt ihren schieffen ins landtt vorfuhrten etc. & 8l. Von ungewitter und unzeitigem augste. Dies jahr war dem lande Preusen ein betrubtes jahr. Das viehe starb sehr, den es hette nichtt weide; derwegen war die milch- speise teuer, also das man sie nichit haben kundte. Es war unge- wonlich kaldtt und fror alle nachtt biss auf Urbani, darnach regnete es vor und vor, das den gantzen sommer durch nichtt 14 tage warm war. Man kundte kein heue machen, im Werder kundte man vor Bartholomei nichtt eine garbe binden, und im hinderlande das ge- treide stehende vorrotte. Es war gnug gewachsen, aber das man es vor nassom wetter nichtt kundte einbrengen; was gehauen war, das wuchs also liegende durcheinander. Und in aller weise: wie die menschen im glauben waren, so war gott auch mitt ihn. Es waren weder fisch, noch fleisch, biehr und brodtt teur gnug. Nach Bartolomei gab gott seine gnade, das es eine weill schon war; da gebrauchte man der zeitt, wie man kundte. Sie fuhrten ein gutt und boss, so woll das ausgewachsen, durcheinander. Wer es den backete und brauete, der liedtt schaden daran. Wolte man was gutes brauen, so muste man Coyesche garste darunder mischen, so auch mitt dem weitzen und korn; den alle die weile das getreide in Preusen vor- 2) In der Beifriedensurkunde ron 1521 ist von der Fortdauer des im Jahre 1518 erlassenen Verbots der Einfuhr nach dem Ordenslande keine Iiede, aber eben- soweniy von einer Beseitigung desselben.
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*fol. 432b. 770 Tract. XX11. 8 82. sass, war in der Coya und Polen gnug. Davor nahmen sie die beste muntz aus Preusen und vormuntzten die nach ihren korn. Da wurden zu Konigsberg gahr geringe groschen geschlagen. Die *sie probirten, sprachen, das sie nichtt zehen pfennige werdtt weren; die wolten die Polen nichtt nehmen. Dieselben waren mitt zwen adlern; des ordens adler im kreutz hette keinen schwantz!). Vor die alten groschen der vorigen hohem. gab man in der muntze 20 pfennige, die wurden mitt zusatze vormuntzctt?. Die Dantzker schlugen schillinger, die waren viell geringer, den die sie ehemals geschlagen hetten; den die marck silber muste man keufen umb 11 m. 3 fird, den centner kupfer vor 10 m. Sie kauften die alte muntze auch auf3). 5 82. Wie die Schweden und Denen abermahll uneins wurden. In diesem jahr hette Severin von Norwegen, des vorjagten koniges aus Dennemarck feldttheupttmann, Gottlandtt ein; ehr vor- grub und vorpasteiete das schloss. Der hohem. liehe ihm dazu seine buchsen und, was dazu gehorett, ausgenomen funf grose buchsen?). Dei neue konig von Schweden, Josterich), vorteidigte Schweden vor das scine; aber der eingesatzte konig von Dennemarck sagte, es ge- horte ihm zu, derwegen ihn Severin vor einen heren erkante®); der thett ihm auch bulfe mitt folk und speisung, mit welchem folck Severin auf der sehe raubete und viell schaden thett, sonderlich auf Schweden. 1) Auf den Grosehen von 1524 hat der Adler im Ordensschilde auf der Vorderseite der Minze in der That einen auffallend verkürzten Schwanz; s. Voss- berg, Tafel XI, n. 1287, 2) Die Groschen der Jahre 1522—1525 waren nach Freiberg, 208, an Gehalt denen der Jahre 1515—-1519 gleich; sie standen nach dem Urtheil des Münzmeisters Dominik Plato bei Vossberg, a. a. O. 5. 203, an Werth den pul- nischen Groschen sehr nach. 3) Den schr geringen Gehalt der damaligen Danziger Schillinge hat auch Vossberg, Münzen und Siegel der preussischen Städte Danzig, Elbing, Thorn, S. 27, festgestellt. 4) Jtichtig ist, dass der IM, durch den Comthur ron Memel, Erich ron Braunschweig, Severin Norby unterstützen liess. Faber, Beiträge sur Kund Preussens IV, 354, 5) D. h. Gustav Erichsson, 6) Sererin Norby begab sieh erst, als er sich in dem ron den Schweden belagerten Schlosse Wisby nicht mehr halten konnte, unter den Schutz des Kings Friedrich von Dänemark. Geijer, Geschichte Schwedens II, 42.
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Tract. XXIL & 83. 771 Derhalben fielen die Schweden auf Gottlandtt, erranten die stadtt Wisbua und lagen den gantzen sommer vorm schloss, vorschossen an krautt und lohtt davor mehr, als das schloss werdtt war. Den Schweden fuhrten zu die Lubecker, Rostocker, Wismarer und Dantzker, *dem Severin die Lieflender, Denen, Hollander und Konigsberger!l); *fol. 4332. die entpfiongen alle grosen schaden. Die Lubecker nahmen den Hollandern 15 schieffe mitt folck und victualia, welche waren alle gutte kriegsleute und wurden uber bordtt gehauen; den Denen nahmen sie 3 schieffe, mitt den handelten sie auch also; den Lief- lendern nahmen sie viell mehll, den burgern zu Konigsberg 3 schieffe mitt 100 reisigern und des hohem. harnisch, dazu biehr, schu, leihn- wandtt, pulwer, handttbuchsen, hakenbuchsen und solch krieges- gezeug, in die zehn tausentt marck werdtt; und die menschen wurden alle getodtett. Durch solch mittell wurden die Konigsberger und Lieflender daheime behalten, manchem reichen zu kleinen fromen. Auch fielen die Schweden in Lieflandtt umb Sonnenborg und Osell, so auch in Preusen auf Samelandtt, holeten victualia und beuthe, wen sie wolten, und fuhrten es ungeschlagen auf Gottlandtt ins lager?). $ 83. Von der Dantzker siegellation mitt grosem schaden. Die von Dantzick hetten in funf jahren nichtt rechtt gesiegeltt, in diesem jahr aber machten sie sich mitt ihren schieffen aus in Engellandtt und Sehelandtt. Die in Sebelandtt kamen, die liedten schaden, den die einwoner daselbstt wusten, das ihn gnug wurde zu- gefuhrtt werden, befurchten sich aber, das sie damitt ihr guttes goldtt aus dem lande vorlieren wurden, den es war nichtt wahre zu laden. Derhalben mitt dem behelf, das ihr her ein schweren krieg mitt dem konige aus Franckreich fuhrte, schlugen sie ein schr geringe muntz von silber und goldtt. Als die Dantzker *dahin *fol. 433b. kamen, vorkauften sie woll, aber man gab ihn die neue muntze. Wolten sie wieder etwas davor keufen, so woltt man sie nichtt nehmen, oder wardtt gahr gering geachtt. Derhalben setzten sie ihre wahre an gutt goldtt, musten es aber so viell teurer annehmen, 1) Die Städte Königsberg beschwerten sich vielmehr über die Unterstützung, die dem Severin Norby vom Orden zu Theil wurde. Faber, Beiträge IV, 394. Voigt IX, 704. 2) Eine Bestätigung dieser Nachrichten von anderer Seite liegt nicht vor.
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*fol. 4348. 772 Tract. XXI. $ 84. den ducaten umb funf marck Preusch, den Reinischen gulden umb neuen firding, und so in anderm golde. Sie boschedigten die muntz sehr, den sie hetten ein kaufgulden auf ein ortt geringertt. Das werete so lang, dieweill die Dantzker da lagen, die musten mitt solchem schaden, ohne alle ladung, wieder heim fahren. Auf das die Dantzker aber nichtt gahr vorturben, erhoheten sie alles goldtt im lande, das also ein jahmer mitt dem andern under die kauf- leute kam, welche zu lande in Littauen oder Polen handelten, da sie nirgendtt das geldtt so teuer ausbrengen kundten; handelten sich derwegen aus hauss und hoff, musten dazu vom packe 25 m. frachtt geben, das nie erbortt war. $ 84. Von dem dienstt der Lubecker gegen die Dantzker. Die Hollander konnen der Dantzker nichtt entbehren. In diesem jahr kamen woll funfzig Hollandtsche schieffe mitt saltz in den sundtt, wolten damitt gen Dantzick, sie gaben dem konige den zoll, das ehr contentt war. Die Lubecker aber trieben die Hollandt- schen schieffe mitt gewaldtt gen Lubeck und sprachen: were den Dantzkern was von nothen, so solten sie es bei ihn suchen. Die Hollander antworten: wollen wir von Dantzick gutter fuhren, so mussen wir auch wahre hinbrengen; so were es auch noch nichtt er- kant*, das zu Lubeck der stabell oder niederlage sein solte; liefen der- wegen zurucke in den sundtt und schrieben ein solches gen Dantzick. Die Dantzker schreiben den von Lubeck, ob das ihr zusage were, das sic mitt ihn nochbarlich wolten handeln, so sie doch im vor- gangenen kriege mitt ihnen getreulich gehandeitt hetten; wolten sie den also die treue mitt untreue vorgelten, so solten sie gedencken: were der konig von Dennemarck mitt ihrer hulfe vortrieben, die weill ehr den noch mitt zweien sohnen im leben were, kunten sie ihn auch woll mitt ihrer hulf wieder einsetzen, darauf solten sie bedachtt sein. Was es dem gemeinen mahnne zu Lubeck vor ein hertz machte, das mochte gott wissen, weill der rahtt seines lebens nichtt sicher war. Der neue konig von Dennemarck vormeinte, ehr wolte es gutt machen, kaufte alles saltz auf, die lastt vor funfzig gulden* Reinisch, und liess die Hollander mitt ballastt gen Dantzick laufen; da woltt man sie nichtt laden lassen, sondern man gab ihn zur antwortt: wor sie ihre wahre vorkauftt hetten, da solten sie auch laden; damitt musten sie heim siegeln. a) überg. B.
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De Tract. XXIL. 8 85. 86, 87. 773 $ 85. Wie zum ersten Polnisch saltz in Preusen kam. Indem fubrte man Polnisch saltz in Preusen!), welches war klein saltz, von stein gesoten zu Neue Diebau. Man kaufte zu Thorn die thon umb drei marck, zum Elbing umb funf marck, zu Konigsberg umb achtt marck; es war eine thon wie eine traben oder schmale thonne. Sonstt war es in den kleinen stedten sehr teuer, eine metze umb sechs, achtt, auch zehen schilling, darnach es weitt gefuhrtt wartt2). $ 86. *Von einem testamentt des burgemeisters zu Lubeck. *fyl. 434b. Die von Lubeck hetten ein besondern weisen burgemeister; als der sterben solte, fragten ihn seine companes, wie man der gutten stadtt Lubeck in ibrenm vorgehen helfen solte. Ehr antwortt: gedencktt, das die Dantzker euer gnade leben, und nichtt ihr ihrer. Sintdem sie es oftt bewegten, wie sie es mochten forttstellen, das die Hollander und andere von westen nichtt gen Dantzick kemen, sie vormeinten woll, das sie es damitt wolten dahin brengen: weill sie den konig Hans Kersten aus Dennemarck vortrieben, den fursten von Holtstein ins konigreich Dennemarck eingeholfen, wolten sie den hohem. auch einhelfen. Das eine sie endeten, das ander stehett noch an. $ 87. Von einem sonderlichen goldttsuchen. In diesem jahr auf Jacobi starb der frome b. Simon von Draha, grosscomptor und spiettler zu Konigsberg®). Dieser war ein einiger trostt und schutz der glaubigen ins ordens landtt; ehr thett seine beichtt nach dem Romischen gehorsam, aber die sacramentt wolte man ihm nach Romischem cristlichem gebrauch nichtt geben, und so starb. In seinem letzten sprach ehr also: ich dancke dir, guttiger her Jesu, vor deine gnade, das du mir solchen geistt hbastt mitt- 1) Dass Salz in Polen Ausfuhrartikel war, zeigt das Handelsrerbot gegen Schlesien und die Mark Brandenburg vom Januar 1524, ron dem nur das pal- nische Salz ausgenommen ist. A. Tom. VIL 4 n. Il. 2) Ueber die hohen Salzpreise klagen die Stände des Ordenslandes auf der Tagfahrt von Königsberg am 27. Juli 1524. Töppen, Acten V, 7:48. 3) Vorige IX, 662 nennt ihn 1522 einen alten schwachen Qreis; in dem Verzeichniss der Ritterbrüder von 1525, Ss. r. Pr. V, 371, Anm., ist er nicht mehr genannt,
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*fol. 4358. 774 Tract. XXI. & 57. geteilett, das ich nie ein sihn oder wolgefallen an dieser ketzerei des Lutters gehabtt, sondern habe woll erkantt, das gott seinen weitzen sichten wurde So istt es auch geschen, das *du meines ordens personen woll gesichtt hastt; den gutt und bose sein unser in Preusen noch dreizchen. O gott, erbarm dich jo uber unsern Judam! den durch solches istt es dahin komen, das wir unser heuser meiden mussen, von welchen uns gewaltige konige mitt heres kraftt nichtt kundten jagen. Biss gebenedeiett, amen. Es waren zu Konigsberg viell vorlaufene Lutterische munche, die ihren gestolenen: beutell ledig gemachtt hetten, nahmen sich der- wegen vor, schetzer zu suchen, sich und den hohem. reich zu machen. Darumb nahmen ihrer 14 von den gelersten mitt urlaub einen berek an, so gelegen auf dem felde der dorfer Rinau und Comain, und wardtt in gemeiner sprach genantt der Comainische bergkl). Den vor vielem regen war ein stuck des berges eingefallen, da sahe man ein gemaur; derwegen fragten die munche, was ehemals der bersk gewesen were. Ihn wardtt gesagtt, das da etwan ein reicher furstt gewonett hette. Davon nahmen sie ein argumentt, das da vorborgene schetze sein musten. Derwegen kamen diese geldttsuchtigen apostaten an die stedte, da das gemeur war, und es eroffeneten. So kam ein rauch under sie, davon ihrer funf niedersturtzten, gleichwie sie die fallende seuche hetten, die andern, so hinden stunden, schlapten diese wegk und liessen es anstehen. Auf den andern tagk sturben ihrer *fol. 435b. drei, die *andern kamen zu sich; die sagten, wie sie grosso topfe hetten geschen und aufiglichem ein schwartzen hundtt, von derer mundtt were der todtliche stanck gegangen. Von diesem berge und topfen istt zu wissen, das darauf woneten die erben des fursten Samv, welche waren heren uber Samelandtt2). So wardtt dieser bergk alle- zeitt vor heilig gehalten umb vieler eichen willen, so darauf stunden. wie ein paradies gepflantzett, in welchen auch war der abgott Curcho3) und Worsskeytot), und war gantz Samelandtt und Su- dauerlandtt ein einige heilige stelle, da man zu waidelen pflag. 1) Gr. denkt wohl an den Bd. I, S. 70 schon beschriebenen Galtgarlen in der Nähe des Dorfes Cumehnen, nıw, Königsberg, während freilich Rıinau nö. Küniss- berg liegt. Auf den Galigarben passt auch die weitere Schilderung. die tır. oben gieht. 2) Vol. Da. IS. 69, 3) Bd. I, S. 96. a) Ba. I, 8. 79. 95.
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Tract. XXII. & 87. 705 So bedauchte denselben edlen mennern ein vorschmeliches zu sein, das ihre leibe nach dem tode in der erden vorrotten solten; derhalben wurden sie zu rathe (nach dem exempell ihrer ersten heren Widuwiti und Brudeni, die sich selber vorbrandten!), das man sie, wen sie sterben solten, auch vorbrandte, die ascbe in topfe thete und in die berge setzte; des solten sie gewiss sein, so sie da wurden ihr gebete thun und gedencken an den guttwilligen todtt der edlen, derer asche des leibes da in dem berge stundtt, so wolten sie ihren gnedigen gott zur barmhertzigkeitt vormogen. So geschahe es, das viell geschlechtt der edlinge, etzliche gemaurte, etzliche mitt ge- schurtzten dielen daselbstt gruben hetten, in welche sie satzten die topfe mitt der asche, von den leichnamen der ihren *gebrandtt. Dies *fol. 4363. paradies, betthauss und bogrebniss vorstorten die b. Deutsches ordens, und stundtt also wustt. Die gruben mitt den topfen sein noch auf beutigen tagk; kan derwegen woll naturlich sein, sintdem vor- schlossene luftt in dem berge ein ausgang gewan, das sie ein giftt mittbrechte und also die geldttgreber in den todtt vorgifte. Vieleichtt wolte sie der bose geistt also zu sich nehmen und ihn geben den lohn ihrer meineiderei. Die andern liessen nichtt abe, sie gebrauchten exoreismos nichtt nach der weise, wie etwan, sondern sonderlich und nerrisch sie die teufell beschwuren und wolten hinein. Aber der sichs vormass und in die grube wolte, der wardtt ohnmechtig, mustt es derwegen nachlassen. Sie gebrauchten wehrlich wunderliche sachen, sie hetten mitt sich bilder, mitt dem heiligen cerisam bostriechen, sie lasen da messe in der weise der Romischen kirchen, sie sungen die letanei, nahmen das hochwirdige sacramentt, hielten das vor das loch und beschwuren die geiste; solches theten sie viell mahll. Es waren da auch andere zugegen vom adell und burgern, diose sprachen: schau, diese haben uns gepredigett, das cresam, letanei, messe und sacramentt nach Romischer einsetzung gott zu zorn reitzen, und nichtt zur gnade, itzundtt in ihren nothen handeln sie es selber; und sich also dadurch ergerten. Nachdem kamen sie in die gruben ohne schaden, funden sieben grose topfe, die nahmen sie *heraus, *fol 4136b. fuhrten die mitt freuden gen Konigsberg. Man thett sie vor dem bischof und hausscomptor auf, funden sie foller aschen, kleine kohlen, kleine stucke menschenknochen und sonstt kleine brende Auf solches sagten etzliche, das es vieleichtt menschenasche were, wie oben gesagtt istt. Der mehrer teill sprach: es were prestigium, das 1) Ba. I, 8. 79,
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*fol. 437a. 776 Tract. XXI 8 88. 89. istt vorschemerung der augen, den in den topfen wer goldtt; sondern der teufell es ihn nichtt gunte, derhalben ehr es voranderte, So lasen die apostaten messe uber die topfe und viell ding in andachtt theten, das sie vorhin vorlestertt hetten, so mitt der taufe, geweihetem wasser, geweihetem kraute, lichten, fasten und solcher ceremonien tausentt gnug. Sie wolten, das die asche solte zu golde werden, aber es wardtt nichts mehr daraus, dan ein spott. $ 88. Wie zu Dantzick die kloster geplundertt wurden. In diesem munchjahr, den so wardtt es in Preusen genantt!), fielen die Lutterischen burger zu Dantzick mitt zulass des burge- meisters in die kloster, nahmen wegk alle ornaten, geschimeide und klenodia, so noch vorhanden waren?). Als es angieng, da schieckte der burgemeister ins schwartze kloster, liess ihn ansagen, sie solten ihre ornaten und klenodien worein schliessen und auf das rahtthauss brengen, den so und so gieng es zu. Die munche folgeten, schlossens ein und brachten es in des burgemeisters hauss und bepfulen *es ihm. Als die Lutteraner ins schwartze kloster kamen, funden sie es ledig; da fielen sie die munche wie reisende wolfe an, den sie waren ibn sonderlich feindtt darumb, das sie nichtt Lutterisch pre- digen wolten; und fehlete nichtt weitt, das sie die nichtt schlugen. $ 89. Von einem alten ehebrecher zu Thorn. In diesen geleuften woneten zu Thorn zwei burger, nichtt von den geringsten Lutteranern; der eine war ein becker, der ander ein alter wucherer und war viell mahl umb ehebruchs halben s«- bussett, so mitt dem gefengniss, so auch mitt gelde. Dieser war ein mahn von achzig jahren, aber mitt frauen zu schertzen tuchtig, als 1) So bereichnel es Gr. schon Bd. I, 8. 303 und 430. 2 Der Rath sah sich am 31. August genöthigt, die Klöster zur Ablieferun? ihres Süberwerkes und ihrer werthrollen Ornate auf das Ratkhaus zu reranlassn. Es war die Folge der Volksbewegung am Ende August 1524, von der Gr. uns: S, 780 ff. spricht, Vgl. Stegemann’s Chronik vom Aufruhr, Ss. r. Pr. T’, 3 Hirsch, St. Marien I, 278. Gr. bestätigt dies durch die Erzählung der Ereir- nisse im Kloster der schwarzen Mönche.
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Tract. XXI. 8 89. 717 were ehr von dreisig jahren. Der becker hette ein schon weib und war dem wucherer vor korn und weitzen viell schuldig. Umb sol- cher schuldtt halben wardtt der becker von dem alten wucherer sehr gedrungen; dieweill ehr den nichtt hette zu bezalen, wardtt erkantt, man solte ihn auspfenden. In diesem gieng die schone beckerin zu dem alten wucherer und bahtt umb des heiligen evangelium willen, ehr wolte ihr die schuldtt noch ein jahr stunden. Der wucherer sprach: evangelium hin und her, ich habe kein kindtt in eurem hause, das ich mich konne erbarmen. Die beckerin sprach: so es daran fehlett, so will ich euch eines zueigenen. Der wucherer sprach: nein, was mir nichtt saur wirdtt mitt stechen auf der betteziechen, das kan ich nichtt lieb haben; kamen also von worten worte, das die fraue soltt heimgehen und sich schiecken auf ein freundtlichen gast. *Als die fraue heim kam, sagte sie ihrem mahn, was geschen. *fol. 437b. Der mahn sprach: schau, weib, das du also handelstt, was der ehren zustehett. Ehr satzte sich auf ein pferdtt in der weise, als wolte ehr in Polen reiten. Auf den abendtt kam der wucherer zu der beckerin und befandtt, wie das der becker nichtt daheim war. Ehr handelte mitt der frauen, das* sie ibm wolte* vorgunnen, das ehr mochtt in ihrem hause ein kindtt haben, dagegen wolte ehr ihr die schuldtt lenger stunden. Die fraue sagte weder nein, noch ja, son- dern stellete sich freundtlich gegen ihn und hieltt ihn also auf. Als es nu abendtt war, vorlangete dem alten; ehr sprach zur frauen: ich mercke, das ihr im tage nichtt geschiecktt seitt; ich will mich auf euer bette legen, richtt euer thun aus und komtt zu mir etc, Ehr liess seine tasche und schaube in der stube und legte sich auf der frauen bette. Nichtt lang nachdem komtt der becker heim, findett die tasche, schaube und borehtt, wirdtt mitt seinem weibe* (im schein) uneins, ehr will in die kamer und sehen, wer da istt, dem die tasche und schaube zuhorte, aber die fraue woltt ihn nichtt hinein lassen. So leuftt der mahn nach der wache und sagett, ehr will hure und buben lassen einsetzen. Indem lauftt der wucherer aus des beckers hause wegk. Der becker kante die tasche woll, ehr besuchtt sie, fandtt darin an golde in die sechs hundertt marck; den der alte hette ein sonderlichen gefallen zu mancherlei goldtt und weisete es, wen ehr in collationen war. Auf den andern tagk manete der wucherer von dem becker seine tasche und *gelobete ihm die *fol.438a. schuldtt ein jahr zu stunden. Der becker wolte von dem alten wissen, wie seine tasche, die ehr manete, solte in sein hauss gekomen a) überg. B.
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*fol. 438), 778 Tract. XXIL. 8 90. sein. Sie kamen vor gerichtt, da bekam der wucherer anhang, das man dem becker vom galgen sagte. Der becker vornimtt unrechtt, ehr machtt sich wegk, entsagte der stadtt, erlangte etzliche Thorner und sie bostrieckte. Diese zwungen den rahtt und gemeine, das man die sache vorrichte. So wardtt es also vortragen: hette der becker in seiner stuben etwas oder nichts gefunden, das solte so bleiben, sondern die schuldtt solte ehr dem wucherer in drei jalıren bezalen, und der sachen nachmals nichtt mehr zu gedenken. $ 90. Wie auf das neue vorboten wardtt, den Konigsbergern und des ordens folck zuzuführen. In berbstt dieses jahres sagte der scheffer von Marienburg den pauren im grosen Werder an, das sie ihm das getreide, so ehr ihn zur sahett geliehen, wiedergeben solten, den es war viell; sintemall die zeitung war, das der konig wurde in Preusen komen, wolte ehr das schloss vorsorgen. Aber die pauren waren bosewichte uni ungetreue, sie machten es mitt etlichen schieppern vom Elbinge, das sie die gerste in der Tiege* luden, fuhrten sie gen Konigsberz, gaben den scheflell umb 10 groschen, so sie doch ins koniges landtt aufs hochste nur sechs groschen galdtt. Der scheffer schrieb solches gen Elbing und bahtt, man solte solches vorbitten, das das getreide nichtt wurde ins ordens landtt geführt. Die *Elbinger theten es. Indem wardtt den KElbingern vorspehett, das vier schieffe am grosen Werder lagen, die da gerste luden: derhalben machten sich ihrer zwelfe mitt einem jachttbothe aus, funden ihren mittburger ledig im habe liegen, welcher von dem vorbitten nichts wuste; den fingen sie, nahmen ihm bei 200 m. und es unter sich teilten, seine schauben, wambes und borehtt sie vorsoffen und hetten grose freude. Über solches bogerte der be- nomene rechtt. Da wardtt erkantt: dieweill ehr nichtt auf wahrer thatt bofunden, das ehr gerste gen Konigsberg gefuhrtt, sondern willens gewesen, sie gen Elbing zu fuhren, derwegen solte man ihm sein geldtt wiedergeben. Das wolten sie nichtt thun, den sie hetten das geldtt schon gebeutett, fingen an zu drauen sagende, sie samıptt der gemeine wolten vom rahtt und gerichte von ihren emptern rechenschaftt fordern. Man fragte, wer die gemeine were; da warılit befunden, das es die Lutterische gemeine war, in der zahl 3s. welche in vorgangenen tagen umb beute willen ihr kloster sturmen a; Tuge B.
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Tract. XXI. $ 91. 779 wolten. So vorblieb es dennoch, sie solten ihm sein geldtt wieder- geben, aber das wolten etzliche nichtt thun. Derhalben schaldtt sie der benomene burger vor diebe und strasenreuber, so woll auch vor schelcke, ehr wolte es mitt seinem halse von ihn manen. Auf solches wolten die nehmer ein anhang machen, das ihn die stadtt solte anziehen als einen, der der stadtt entsagett hette. Der gemeine mahn sprach: nein, ehr zeihett *uns nichts, den wir *fol. 439a. baben ihm nichts genomen, auch nichts heisen nehmen; so dan euer nur 38 sein, die ihr euch die gemeine der stadtt Eibing nennett, und lassett uns nichts wissen, derwegen habett ihr vor euch was angefangen mitt unserm kloster und mitt unserm mittbarger, ihm das seine nehmende wieder gott und rechtt, so schauett zu, das ihr es vorantwortett. Davon kam ein burgerliche zwietrachtt in der stadtt Elbing. Die regenten des hohem. erfuhren solche vorbitten; sie vorbothen den ihrigen auch, das sie des koniges teill nichts solten zufuhren, auch mitt niemandts handeln bei vorlustt der wahre. Ein jeder kaufmann, gewandttschneider, kramer und dergleichen vom Elbinge oder sonstt aus des koniges landtt, wen sie in des ordens stedte in die jahrmarckte kemen, so solten sie nichts kaufen. Das gieng auf Francisci zum Braunssberg an, das war den handttwerckern und der Lutteranischen gemeine, welche beute hoffeten, nichtt ein kleiner vordriess. Es stundtt also wunderlich in den stedten, den die Lutteraner wolten oben schwemmen. $ 91. Wie die Elbinger zum andern mahli beute holeten. Die Elbingsche Lutterische gemein waren weder des rathes, noch gottes wortt gestendig. So wardtt ihn zwo tage nach dem ersten nehmen vorspehett, wie das in der Jungfrauischen laken!) Konigsberger garstt luden. Sie machten sich aus, funden einen schiepper von Konigsberg mitt *nahmen Mertin Höcker, ein vorlaufener burger vom Elbinge; *fol. 439b. den dieser fuhrte im Franckenkriege anno‘ 1520 vom Elbinge 12 landtsknechte, welche die vom Elbinge umb ihrer ungetreugig- keitt halben geurlaubett hetten und ihn bepfolen, sie solten sich auf die Nerung gen Stutthoff setzen lassen; wurden sie anderswo ziehen, a) überg. B. 1) D. i. die Jungfer'sche Lache w. Elbing am frischen Haff. 2) Stutthof an der sw, Ecke des frischen Haffs.
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*fol. 4408. 780 Traet. XXI. 8 92. so wurde man ihn nach dem halse stehon. Diese landtsknechte miethen gedachten Mertin Höcker, das ehr sie solte zum Stutt- hofe fuhren. Da funden sie funf Polen mitt einem bohtt von Tolcke- mitt, die hetten gross geldtt, in die 1500 gulden Ungrisch, bei sich, damitt wolten sie gen Dantzick, harnisch und gewehr dafor zu kaufen. Als die Polen wolten in die Weisell legen, erbathen die landts- knechtt ihren schiepper Merten, das ehr ihn nacheilete. Die landts- knechte vorseuften die Polen, nahmen ihn, was sie hetten, teilten das goldtt und fuhren gen Braunssberg zum hohem. Umb deswillen muste Merten Höcker den Elbing meiden. Diesen Merten bo- griefen die Elbinger samptt seinen schieffe, darin ehr 3 lastt gerste geladen willens, damitt gen Konigsberg zu siegeln. Sie funden bei ihm tausentt marck, die ihm zu Dantzick gethan waren, das solte ehr” gen Konigsberg einem kaufmahn und burgemeister mitt nahmen Lorentz Platel) uberbrengen. So wolte Merten Höcker nichtt ledig heim fahren, den ehr zu Dantzick keine ladung bekomen, luhtt der- wegen 3 last garste. Die Elbinger brachten ihn gen *Elbing und stalten ihn vor den rahtt. Der rahtt erkante, man solte ihm das geldtt wiedergeben, den es were nichtt sein, sondern schiefl und wahr solten sie behalten. Das wolten sie in keinem wege thun. sondern beruften sich auf die gemeine eines rechten gutten glaubens, das waren die Lutteraner. Aber man wolte umb ihrentwillen nichtt alle burger zum Elbinge bekumeren, blieb derwegen so anstehen. Als Merten Höcker das seine, so ihm genomen, nichtt kundte wıeder haben, und der vorigen sachen halben ihn niemandts besprach, da tratt ehr auf seine fusse und gieng gen Konigsberg, sagte dem Lorentz Platen an, wie es were mitt seinem gelde gefahren, das ein ehrsamer rahtt es ihm gerne wieder zufromen wolte, aber die Lutterische ze- meine wolte nichtt. 8 92. Wie die Lutterische gemeine ihnen ein sonderlichen rahtt satzte. Auf Kreutzerhebung?) boriehtt sich die Lutterische gemeine zu’ Dantzick®, wie ilım zu thun, das man allen boschwer von den a) überg. B. 1) 5. über Lorenz Plate oben. S. 495, Anm. 6, 2) Dus Datum ist unrichtig; die im folgenden erzählten Verhandlung« fanden am 21. oder 25. August statt. Ferber-Chronik, Ss. r. Pr. V, 5385 um Steymann’s Chronik vom Aufruhr, ebenda $. 555.
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Tract. XXIL $ 92. 781 munchen, pfaffen, nonnen und kirchen, forderlich alles, was wieder das heilige und lautere evangelium were, abschafte”. Sie satzten 12 menner; die obersten waren Peter Konig und Hans Nietag!). Diese machten mitt willen des rathes aus dem pfarhofe Unser lieben frauen ihr rahtthauss?). Da tratt zum ersten vor Jorgen Mantt, bahtt, man solte ihm vorgonnen, seine tochter aus s. Birgitten kloster zu nehmer und ihm rahtt geben, wie ehr mochte das seine wieder haben, *was ehr mitt seiner tochter ins kloster gegeben hette. Das *fol.440b. erste sie ihm erlaubeten, das ander ihm bepfulen: ehr solte auf- nehmen allen zinss, den man den nonnen gebe; solches geschahe, Nachdem tratt ein ander vor und* bahtt”, wie ehr sich mitt dem gekauften zinss halten solte, dessen wolten sie ihm underrichtt geben. Darauf urteilten sie, man solte den hauptstam erlegen, aber den ge- gebenen zinss daran kurtzen; die den solchen zinss geben solten, die nahmen es an, aber die ihn nehmen solten, wiewoll sie sonstt alle ding nach dem evangelio richtten, wolten es nichtt annehmen, sondern appellirten an ihr stadttrechtt. Nachdem tratt einer vor, der bahtt, das man wolte dahin trachten, das das evangelium frei gepredigett wurde®). Derhalben satzten sie in alle kirchen Lutterische - prediger, welche vorhin pfafflen waren, zu s. Barbaren Jacob Molert), der hette ein weib, zu s. Catarinen Paul Mathiam, ein vorlaufener munch Carmelitorum), zu s. Johannes Jacob Knade®), zu s. Peter a) überg. B, 1) Die Ferber-Chronik, a. a. O., bestätigt dies. Was die Namen der Führer der Bewegung anbelangt, so nennt Steymann, a.a. O,, 8.556, als obersten den Licentiaten der Rechte Johann Wendland, daneben den Grobschmied Peter Künig, die Chronik des Spalt an Stelle des Wendland den Cordt v. Süchten, Hirsch, St. Marien I, 276. 2) Nach der Ferber-Chronik, a.a. O., musste der Rath dem Volke einen Platz auf dem Pfarrhofe von St. Marien zur Versammlung und Berathung einräumen. 3) Ueber diese Verhandlungen ist anderweitig nichts bekannt. 4) Jacob Möller nennt auch Steygmann, a.a.O., S 556, als Pfarrer v. St. Barbara. 5) Auch Bd. I, S.487-—438, bezeichnet Gr. den Carmelitermönch Mathias als Pfarrer von St. Catharinen, während nach anderen Quellen Jacob Ilegge zum Pfarrer dieser Kirche gemacht wurde, Nach Hirsch, St. Marien I, 278, Anm. ], ist dieser Garmeliter identisch mit dem Mathias Bienwald, dem Herausgeber des deutschen Vaterunsers und Pfarrer zu St. Bartholomaei, während nach Gralath, Versuch einer Geschichte Danzigys I, 505, Anm. i, Peler Zünkau Pfarrer an der letsteren Kirche gewesen ist. Gr. nennt oben den Carmeliter Paul Mathias, was der Annahme von Hirsch, dass damit Mathias Bienwald gemeint sei, zu widersprechen scheint. 6) Vielmehr ein Priester mit Namen Paulus. Hirsch, a. a. O, 8. 276. Nach Gralath I, 505, Anm. i, ist es Paulus Körlin. Ei)
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1782 Tract. XXII. $ 92. Ambrosius Hittfeldtt, und so in andern kirchen mehr. Die kloster waren ohne prediger. Unser lieben frauen kirche hieltt der rechte rahtt umb des koniges willen; darin war prediger ein munch, ge- nantt doctor Alexanderl), der sagte seine meinung nach gutter schrieftt, wiewoll ehr erstlich von ihn aufgeleitett wardtt, nachmals sich aber wieder bedachtt und folgete der christlichen wahrheitt wieder die Lutteraner. So hetten sie unter sich beschlossen, sie *fol.441a. wolten alle sachen handeln und richten nach *dem worte gottes, in welchem ihre seligkeitt stunde; sie vorschwuren sich mitt ein- ander, uber das evangelium zu halten, dem keiser zu geben, was ihm geburtt, und gott, was gott geburtt, menschen und eigen sorge abthun und allein suchen die ehre gottes und die beforderung ihres heren koniges, so woll auch eines ehrbaren rahts der gutten stadtt Dantzick. Wiewoll (sagten sie) die entecristliche gemein mehr istt, den die nachfolger des evangelii, so berufen wir uns dennoch auf das rechtt, mitt welchem konigliche ma. in seinem reiche leidett Juden, Turcken und Tatern, in dem wirdtt ehr uns auch leiden und nichtt mitt gewaldtt fahren, den wir haben dies regimentt mitt willen eines ehrbaren rahts angefangen. Nachdem tratt vor Hans Nytag, der bahtt umb ein statutt uber munch und nonnen in der stadtt Dantzick?). Auf das antragen thett der Lutterische rahtt ein solch bopfell: sie solten niemer predigen, biss das sie gott erleuchte, ob sie gleichs nur umb parteken predigten. So solten sie auch nichtt mehr in die heuser der burger bettlen gehen, biss das sie den wegk der wahrheitt wurden erkennen?). Es sollihnen auch frei sein, beides, munchen und nonnen, zu bleiben und auszuziehen, als sie wolten, ceristlich leben, mochten sie auch in der gutten stadtt Dantzick sich* vorandern und wohnen nach lautt des heiligen evangelii. a) überg. B. 1) Ueber Dr. Alexander s. Ba. I, 8. 431 und 435; rgl. daru Stegmann, a. a. O0, S. 557, und Hirsch I, 271. 2) Die Ferber-Chronik, a. a. O., 8. 538, berichtet, dass an den Rath der Antrag gerichle wurde, ‚wie man ein ordnungk oder weis manck den monchen und ceremonien machen solde nach dem wort Gotis’ ec. Der Name des Antrag- siellers ist freilich anderweitig nicht überliefert. 3) Beides bestätigt Steygqmann, a. a. O., 8. 557.
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Tract XXIT. $ 93. 783 $ 93. Von einer tagefartt und ernstem bopfell uber die gewaldtt- brauchung gegen die geistlichen. Auf Michaelis wardtt zu Graudentz eine tagefartt gehalten, *in *fol. 441b. welcher under andern vielen sachen wurden drei puncta vom adell angebrachtt: zum ersten von wegen der dorffpfaffen, welchen die pauren nichtt mehr opfer und tetzem geben; den die pauren schutzten sich mitt dem: die pfaffen hetten gepredigett, das es mitt predigen, bethen, fasten, messelesen und dergleichen nur der munche faulheitt were; sie dorften nichts thun, nur glauben, das were gnug. Dieweill sie aber zur zeitt nur umb vorbitt willen den pfaffen tetzem geben, und das almoss der munche nichts sein solte, so muste das auch nichts sein, das man den pfaffen gebe. Auch war ein anders und sehr vorreterliches: die pfaffen soffen sich mitt den pauren foll, die hielten ihn heimliche dinge vor; das kam vor den officiall, der strafte die pauren wie beruchtigte. Davon istt im tractatt von der geistlicheittl), Die ander sache war: die munche weren dem rahtt in den stedten zu willen gewesen,. denen sie uberantwortt ihr armutt an golde und silber, dennoch vorhiengen sie, das die Lutterische gemeine sie aus ihren klostern vortriebe, von denen sich mitt anderm losen folck in die 700 vorbunden hetten, solches zu rechen; davon dem lande ein unuberwindtlicher schade entstehen wurde. So were auch zu besorgen, das konigliche ma. nichtt wurde durch die finger sehen, den sie hetten seine briefe gahr vorschmehett und mitt gewaldtt forttfuhren. So war Jahn Balinsky, dem tresler auf Marienburg, bepfolen, ehr solte* vorschaflen, das man auf den dorfern den geist- *fol. 442a. lichen ihr gebuhr nichtt abbreche; wolte jemandts ein almoss thun, oder nichtt, das solte ihm frei sein; was sie wieder die geistlicheitt hetten, das solte vortragen werden, wen konigliche ma. ins landtt keme. Den stedten wardtt gesagtt: wurden sie durch die vorjagten munche reuterei stieften. so solte es an ihn ausgehen. So wardtt ihn auch angesagett der bopfell koniglicher ma., das ehr auf zukomenden! s. Catarina tagk (so fern ihm gott hulfe, das ehr mochte den Turcken, Tatern und Wallachen stiellen) in eigener person zu Thorn wolte ein tagk halten. Da solte geendett werden die sache mitt dem hohem., mit Ebertt Ferber und den Dantzkern, mitt der Lutterei und? allerlei beschwerniss der geistlichen?). a) überg. B. b) zukomende B, 1) S. Ba. I, S. 332. 2) Ein Landtag für Preussen wurde zum 4. December nach Thorn aus- geschrieben. A. Tom. VII, 157 ff.
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734 Tract. XXI. $ 94. Dantzker schillinge. Auch wardtt da vorgebrachtt der Dantzker neue muntze, die schillinger, die wurden probirtt und vier pfennige werdtt befunden. Die Dantzker schoben es auf ihren muntzmeister vor konigliche ma., bei dem feur zu bowehren, das einer sechs pfennige werdtt were; damitt blieb es also!). Goldtt schatzen. Da wardtt auch betrachtt, wie das in allen landen die muntze geringertt wurde, derhalben man das alte guldtt, welches die gewichtt hielte, satzte: den Ungrischen gulden auf 3 m,, den Reinischen auf 2 m, den Dawidter auf 1'/, m., den postulator auf 5 firding, den hundtsgulden auf 1 m., den horngulden auf 20 schott, den lichttgulden auf 3 firding, die nobell mitt der rosen auf 6 m. *fol. 442b. $ 94. *Von besonderer teurung in Preusen, derer man kein achtt hette. Als in diesom jahre das getreide auf dem felde kostlich woll stundtt, vorhofte man sich eines wollfeilen jahres; zudem kam das getreide auch schon ein. Aber als es zum dreschen kam, wardtt kaum das dritte teill so viell befunden, als man sich vorhofte; auch waren so viell meuse, das menniglich fastt zweifelte, das sie ein handttvoll getreide behalten wurden. Man kaufte im herbstt die lastt gerste umb 23 m., den haber umb 15 m. das korn umb 30 marck, den weitzen umb 45 m., die bohnen den scheffel umh 10 schott, den von bohnen, rocken und gerste buch man sehr kost- lich gutt brodtt. Putter. Die putter war sehr teur, die thon 20 m.; den alle schieff, die in Schweden mitt putter, thran, fleisch und anderer speise geladen waren, die vorgiengen auf der sehe durch den sturm. Von saltz. Das saltz war aus der masen teur, die lastt galdtt im herbstt 118 m.; es war nichtt saltz vorhanden, den es vor- giengen 51 schieffe mitt saltz, die in Preusen wolten, von denen niemandts wegk kam. Sondern von einer andern flotten kamen sechs schieffe gen Konigsberg, die beschlossen keines auszulassen, sondern das vor sich und ihre geneine es zu behalten. Die von Konigsberg liessen aus gunstt den Elbingern zustehen 27 lastt saltz, den daselbstt kaufte man den stein umb ein Reini- 2) Unter den Berathungspuneten für den Thorner Landtag befand si. auch die Abschaffung der schlechten Danziger Münze. A. Tom. VIL 160,
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Tract. XXI. 8 49. 785 schen gulden. Das wardtt gewahr der *Merten Höcker, welchem *fol. 443a. kurtz vor diesem von den Elbingern geldtt und gerste genomen war; dieser nahm ein haufen zu sich, folgeten den Elbingschen schieffen nach, nahmen ihn das saltz und teilten es under haussarme leute. Davon wardtt zu Konigsberg ein rumor. Die es geschieftt hetten, wolten es wieder haben, den es solte noch bezalett werden; die es aber vorteilett hetten, fielen dem Merten Höcker bei. Die Elbinger sagten, das hetten sie zu lohn von ihrem nehmen, und stundtt so an im grollen. Die groste nohtt und teurung war zu Konigsberg. Saltz hetten sie ein bohelf, aber des andern gahr wenig, den auf Samelandtt und sonstt umbher kam das sommer- getreide nichtt das zehende teill ein, sondern blieb so auf dem felde stehen und liegen biss auf den tagk Luciae, in welchom es anfieng zu frieren und auch zu wintern*, das also nichtt ein lastt korn uber winter gesehett wardtt. Gott weis es, wie man es mitt den armen leuten umb zinses willen hielte! Der Lutterische bischof Jorge von Samelandtt hette so lang her vorbothen alle feirtage; allein den sontagk, nichtt wie ihn gott heite eingesatz, sondern wie ihn ihr gnediger her hette erlaubett, solten sie feiren, auf das sie dennoch ein tagk hetten, sich foll zu saufen. Aber in diesem ungewitter, wen es schon war, es war sontagk oder montagk, so musten die pauren des bischofs einfuhren und das ihriege nachlassen. Wen sie es klagten, sprach ehr: danckett ihr gott, das ihr den pfaffen nichtt mehr tetzem geben dorftt, so woll auch den *munchen das almosen, sonstt solten sie euch rechtt aus- *fol. 443b. geheucheltt haben. Sie antworten: dieweill wir feirten, den pfaffen ihr gebuhr und den munchen almoss gaben, da gab uns gott gnug; forttmehr mag ehr es mitt uns machen, das wir nur von der erden komen, sonstt fressett ihr samptt euern b. uns lebendig auf etc. Eigen nutz. Solche nohtt (aus welchem geistt, gott weis es!) sahen die Elbinger an, fuhrten ihn heimlich zu alles, was ihn von nothen war, machten sich damitt selbstt teurung; den es wardtt in der wahrheitt befunden, das kompustt, zwiebeln und dergleichen zum® Elbinge woll geldtt galdtt, dennoch schieften sie viell gen Konigsberg. Zum Elbing galdtt ein viertel zwiebeln 1 firding, zu Konigsberg 7 schill.; ein schock kompustt zum Elbinge umb 1° m., zu Konigsberg umb 20 schott, was war frachtt und zehrung, und so mitt andern dingen mehr. Machten damitt solch ding so teur, a) winterto B. b) zu B. c) Die Handschrift halte ursprünglich 2, daraus wurdo 1 geündert.
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*fol. 4448. 786 Tract. XXII. $ 9. das man zum Elbinge ein hauptt kompustt muste keufen umb 9 pfennige, ein viertell zwiebeln umb 8 schott etc, Thorn. Man vormeinte, weill die Thorner dies jahr die nieder- lage wieder aufgerichtt hetten, das das getreide da wurde wollfeill sein; aber es war teur, das korn den scheffell zu 10 schott, den weitzen vor 1/3 m., den man wolte ihn aus Polen nichts zufuhren, aus ursach: 1. Die Polen wolten sich das ihrige nichtt lassen abeteuschen; den wen sie etwas dahin brachten, musten sie es geben, wie die Thorner wolten. 2. *So war auch niemandtt zu Thorn, der balde ein 2 tausentt an golde darlegte, wie die Dantzker. 3. Das man zu Thorn nichtt fandtt, was den Polen eben war. 4. Darumb das sie es ihren feinden den kreutzheren zuschieften und also ihre feinde speiseten. 5. Das sie die stedte vor ketzer schalten, das sie in sachen des glaubens nichtt exequirten konigliche mandatt. 6. So grose sache man den Lutteranern mitt dem konige drauete, so draueten sie wieder mitt dem hohem., und niemandtt fastt wuste, waran ehr war. Sintemahll den die sache mitt dem hobem, solte vorrichtt werden, und die Lutterische ketzerei gestiellett werden, dazu waren die Lutterschen gahr wanckellmutig, den der konig wolte ein folck in Preusen schiecken und seine ungehorsame nichtt stercken. Das stundti so den gantzen herbstt durch, biss es zufror.
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Zur Nachricht. Diese Lieferung enthält die Erzählungen Grunau’s vom Preussi- schen Bunde und Bundeskriege: Tractat XVI und XVII. Die über- grosse Zahl und die Beschaffenheit der auf den ersten drei Seiten mitgetheilten Varianten lassen erkennen, in welchem Maasse Jie Handschriften des Autors, welche für den Herausgeber einzig in Betracht kommen, in diesen Tractaten von einander abweichen, aber auch, wie wenig dem Leser mit einer vollständigen Anführung von Varianten der in demselbem Maasse verdorbenen, ohne Zweifel mehr- fach abgeleiteten Handschriften gedient wird. Dem Vereinsvorstande schien also in Rücksicht auf den grossen Leserkreis, den diese Pu- blication namentlich auch unter Nichtgelehrten sich erobert hat, ge- rathen, dass die im Falle entbehrliche und selbst ziemlich erfolglose Strenge der Textesconstruction angänglich gemildert, und von den Varianten nur die nothwendigsten gegeben würden, besonders solche, die zur Erklärung des Sinnes beitragen. Demgemäss habe ich mein Verfahren bei der Bearbeitung des Autors eingerichtet. Der Text derjenigen Handschrift, die als der Schreibweise desselben am nächsten stehend, zu Grunde gelegt wurde, ist durch Beseitigung vieler Inconsequenzen in Lautirung und Schreibung, welche oft allein den Sinn verdunkeln, und durch die Hilfsmittel der modernen Inter- pungirung vor allem lesbarer gemacht worden. Einige Stellen ver- suchte ich durch Conjectur aufzuhellen, aber einige bleiben unver- ständlich. Ein Autor, bei dem man zum Theil den Wortvorratlı und die Satzbildung des 15. Jahrhunderts findet, hatte am Ende des 16. Jahrhunderts wenig Aussicht, von seinen Abschreibern richtig verstanden zu werden. Soviel für jetzt und bis zu einem Bericht über Beschaffenheit und Benutzung der vorhandenen Handschriften. — Kritische Beihilfe war nach dem Plane dieser Publication nur damit zu leisten, was zur Confrontation Grunau’s mit Schriften und Urkunden dient, die er benutzen konnte oder benutzt hat, und was seine Glaubwürdigkeit und seine schriftstellerische Eigenthümlich- keit kennzeichnet. Dies ist in möglichster Kürze geschehen, so dass auf offenbare Falsa nur durch ein {!) hingewiesen wurde. Der Kürze wegen ist auch der Beirath an Urkundentexten, mit dem der Autor, wie andere Chronisten, prunkend sich beladen hat, grösstentheils beseitigt. Es wäre unerträglich, diese längst und zum Theil besser gedruckten Urkunden nochmals nach ver- dorbenen Abschriften gedruckt zu lesen. Dagegen habe ich Ur- kunden und urkundliche Mittheilungen, die nicht blos durch ihre
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Fehlerhaftigkeit für Grunau’s Art und Weise charakteristisch sind, nicht entfernt. — Das 3. Capitel des Tractats XV]. ist von Herrn Dr. Perlbach textlich eonstituirt. Von da an trat ich mit meiner Arbeit ein, damit die Fortsetzung der Publication, deren Zustande- konımen mich länger als ein Jahrzehnt lebhaft interessirt hat, nicht gänzlich unterbrochen würde. Da indessen der Verein ihr einen schnelleren Fortgang wünschte, als mit meinen Amts- und anderen Geschäften sich verträgt, auch Herr Archivsecretär Dr. Wagner er- bötig war, die Arbeit zu übernehmen, so hat der Vorstand die weitere Fortsetzung dem Genannten übertragen. Königsberg, im December 1881. R. Philippi, Königl. Staatsarchivar. Verbesserungen. 164 Anm. 4 1. die er S. 151 m. Stillschw. überg. 184 2. 3 1. hie st. sie. . 206 letzte 24.1. \.c. st. ©. c. 223 letzte 4. 1. Gans st. Ganz. 224 2. 11]. oder zufälligen st. und zuf. 240 Columnentitel L XVII st. XIT. . 273 sind die Zahlen ler Anm. 4 und 5 vertauscht. KEnNLEnn Verlag der Hartungschen Verlagsdruckerei in Königsberg. Fische, Fischerei und Fischzucht in OÖst- und Westpreussen. Von Dr. Berthold Benecke, Professor an der Universität Königsberg. Complet eleg. brochirt Mk. 12. Complet eleg. cartonnirt Mk. 13,50. Unter der Presse: Neues preussisches Urkundenbuch. Abtheil, I.: Die politischen Verhältnisse des Ordensstaates, Herausgegeben vom Königl. Staatsarchiv zu Königsberg. Baud I, 1: Die Urkunden bis zum Jahre 1255.