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Badisches Sagen-Buch II

Sagen von der Jörgenburg

1 Min. Lesezeit· Bernhard Baader, August Schnezler, Creuzbauer und Kasper

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

01

1. Als die s. g. Meerwiesen bei Walddürn noch mit schiffbarem Wasser bedeckt waren, stand auf dem darangrenzenden Schloßbuckel die Jörgenburg, welche später von den Fluthen verschlungen wurde. In dem noch vorhandenen Burgkeller liegt viel uralter Wein in der Haut, die er allmälig durch die Länge der Zeit, während die Fässer verfaulten und die Dauben abfielen, sich selbst gebildet hat. Auch große Schätze hält der Schloßbuckel verborgen; ein Mann, der spät in der Nacht dort vorbeiging, sah außen einige Kisten stehen, worauf der Teufel saß und den Schlüssel in der Hand trug.

02

2. Einem andern Manne blieb dort beim Ackern die Pflugschar in der Handhabe eines im Boden befindlichen Kessels stecken. Zweimal rief er: „Geh heraus in Gottes Namen!“ als es aber nicht ging, das dritte Mal: „Wenn’s nicht in Gottes Namen geht, so geh’s in Teufels Namen!“ Da versank der Kessel, welcher voll Geldes war, in die Tiefe, die Handhabe aber blieb an der Pflugschar hängen. Hätte der Mann auch das dritte Mal „in Gottes Namen!“ gerufen, so würde das Geld ihm gewiß zu Theil geworden seyn.

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Quelle zitieren

Sagen von der Jörgenburg, in: Badisches Sagen-Buch II, Nr. 321, Karlsruhe: Creuzbauer und Kasper: 1846

Archivfassung zitieren

Sagen von der Jörgenburg, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/sagen-von-der-joergenburg/textzeugen/badisches-sagenbuch-ii-321-sagen-von-der-joergenburg