In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Die vollständige Erstabschrift ist erst teilweise unabhängig mit den historischen Scans verglichen. Der gesamte Textzeuge ist nicht als vollständig kollationiert ausgewiesen; Umfang und offene Lesarten bleiben dokumentiert. Alle 259 Strophen (1.036 Verse) sind übertragen; 416 Verse wurden unabhängig gegengeprüft. Strophe 96, Vers 3 enthält eine dokumentierte unsichere Lesart.
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Es wuchs zu Konstantinopel ein junger künig reich, Gewaltig und piderb(e), der hiesz Hugdietreich, auf von kindes jugend(e) so kund der helt wol leben, durch got und durch ere paide, leihen und geben.
Er was klaine an dem leibe, wol geschaffen über al, getrollen als ein kertze gar über dy huf zu tal sein har was im raid(e), darzu langk und fal, es gieng im über die achsel auf die hŭf hin (ze) tal.
Sein vater was gehaissen künig Antzius ain künig von Kriechenlanden, das puech sagt uns alsus, der het auf seinem hofe ertzogen, das ist war, ainen alten hertzogen, der lebt(e) manig jar.
Das was hertzog Berchtung, geboren von Meran. der selbig künig Antzius hiess in für in stan, er sprach: „hertzog Perchtung, ich han ertzogen dich, in wirdikeit, des solt du lassen geniessen mich.
Ich enpflich dir (auf dein trewe und) auf den aid dein Hug(e)diet(e)reichen mein [vil] liebes kindelein. der tod hat mich erschlichen, dy werlt musz ich verlan.“ freyen, grafen, riter und knecht sach man trawrig stan.
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Er sprach zu hertzog Berchtung: „du solt mich geniessen lan, ich lert dich messer werfen, des dar dich niemant bestan. da gab ich dir zu weibe dy edelen hertzogin: nun ler es Hugdietreichen, als lieb ich dir imer mag sein.“
Er sprach: „vil lieber herre, des sult ir sicher sein, was ich kan, ich ler(e)s den lieben herren mein. ich trawe got vom himel(e), ir mügt noch wol genesen.“ „nain,“ sprach der künig „es mag nit mer gewesen.
Dar nach in kurtzen jaren da der künig starb. mit tzüchten hertzog Berchtung vil schier(e) daz erwarb, das er begraben wurde, als man noch künigen tut: er nam zu im den jungen, vil trawrig was sein mut.
Dar nach tzoch er sein herren wol in das tzwelifft jar. Do sprach Hugdietreich, das sag ich euch fürwar: Lieber maister Berchtung, ich sueche trew zu dir, durch alle deine tugent soltus ertzaigen mir.
Nach einer schöner frawen stat mir mein muet. du waist wol, lieber maister, ich han ere und gut, haide, land und leute ist weit dy herschafft mein: ob ich nu allso sturbe, wer solt des erbe sein?“
Do was hertzog Berchtung die rede nit layd, er sprach: „ich pin gewesen in landen verre und brait, ich gesach nie mit augen weder frawen, noch megetein, die dir zu einer frawen mug gefuegsam sein.
Hat sy es an dem leibe, so ist sy ein dienst weib; hat sy es an dem adel(e), so ist ungeschaffen ir leib, dar vmb kan ich nit finden weder frawen, noch megetein, die dir zu einer frawen mug gefuegsam sein.“
Do sand(e) Hugdietreich ser ausz in seine lant. gen hof kam geriten manig küener weigant, er sprach: „ratet alle umb ein megetein.“ sy sprachen all: „der rat musz ligen an dem maister dein.“
ER sprach: „vil lieber maister, gib mir deinen rat Seit der rat aller an dir ainig stat, nu rat mir mit trewen umb ein megetein, die mir zu einer frawen mug genossam sein.“
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Er sprach: „vil lieber herre, das tuen ich dir kunt, er ist ein künig zu Salneck der haisset Walgund, sein fraw ist gehaissen dy schöne Liebgart, die habent ein schoͤne tochter, das nie kein schönere wart.
Hiltpurg die schöne so ist sy genant, man vint nit iren geleichen in allem weitem lant, weder künigin(ne), noch kainer schlacht(e) magt, die dir zu einer frawen hie als wol behagt.
Sy ist von ander irer art edelen künigen gebar, und wonet bei tzucht und ere, das sag ich euch fürwar: siten und auch scham(e), darzu beschaidenhait, tugent und auch schöne treit die selbig mait.
Auf einem turn verschlossen ist die werde mait. ir vater hat versworen, sy sei allen mannen verlait staͤt bis an sein ende dy weil er hat das leben: das umb sy paͤt ein kaiser, er wolt im sy nit geben.
Ir pfligt ein wachter gar schon zu aller tzeit, und auch ein torwertel, so man ir zu essen geit, und ein junkfraw gut, dy ir dar zu behagt. also ist sy behuet(et), die kaiserliche magt.
Was hulf euch, lieber herre, das ich euch verjehen han von der wunnikleichen magt? die muest ir faren lan mit allen ewren sinnen mugt irs gewinnen nicht: ir muest sy faren lassen, was euch dar umb geschicht.“ —
„Du waist wol, lieber maister, das die tumben kint zu sturmen, noch zu streiten kain nutze sint noch zu hohen ra(e)ten, da man ir pflegen sol: nu rat mir auf dein trewe, an mir so tuͤstu wol.
Nach der schoͤnen frawen stat mir der mut, ich lerne naen und spinnen, ob es dich dunket gut, und dar zu spaͤhe würken mit seiden und mit faden: mit weiplichen tzüchten wil ich mich überladen.
Haisz mir pald gewinnen dy pesten maisterin, das sy in Kriechen landen nit pesser mug gesein, das sy mich lerne würken mit seiden an der ram und dar auf entwerfen paide, wild und tzam;
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D(e)w mich lerne an der hauben wunder ane tzal, dar umb die gulden porten, baide, brait und smal, hirtzen und(e) hinden, sam sy lebentig sein, ich muesz mit listen werben umb das schöne magetein.“
Der werd(e) hertzog Berchtung den herren sein ansach, das er von tzwelif jaren so listikleichen sprach. er gewan im mit wunder die pesten maisterin, so sy in Kriechenlanden nit pesser mocht gesein.
Do lernt sy Hugdietreichen wol ein gantzes jar allso spaͤhe würken, das sag ich fürwar, was sy im vor worcht(e) dy gut(e) maisterin, des ward er also ein maister mit den henden sein.
Nach weiplicher stimme kert er den munt, das har liesz er wachsen zu der selben stunt, da ward er also schöne und dar zu minniklich: oberhalp der gürtel was er einer frawen gleich.
In weiplicher waͤt(e) er sich sehen lie, da er zu Konstantinopel zu der kirchen gie: dy in vor gesehen hetten, den herren lobesam, die gunden alle fragen: „wer ist dy wol getan?“
Also Hugdietreich an im enpfant, das er seinen leuten waͤre unerkant, des frewet er sich im hertzen und hoͤhet sich sein mut, er gedacht: „gegen Salnecke mein werben das wirt gut.“
Er sprach: „vil lieber maister, gib mir deinen rat, seit du wol waist, das er an dir ainig stat, mit welcher hant weise sol ich von hinnen varen?“ do sprach der alte hertzog: „das wil ich wol bewaren.
Du solt mit dir fueren, her Hugdietreich, funftzig ritter kuͤne, mit claidern lobelich, und vierhundert knappen, die wol sint berait. und sechs und dreiszig junkfrawen, die tragen reiche klait.
Du solt auch mit dir füren dein vil reich getzelt, und wenn ir komet für dy purg zu Salneck auf das felt, so haisz es schon auf schlahen auf dem weiten plan, darunter sitz mit der krone, dein diener haisz für dich stan.
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So wirt von dem künige schier zu dir gesant, umb was abenteur(e) du seyest komen in das lant. so solt du sprechen, vil lieber herre mein: „ich pin von Konstantinopel ein edle künigein.
Dar ausz hat mich vertriben mein bruder Hugdietreich. der wil mir geben einen man der ist mir nicht geleich, ainen ungetauften ausz der haidenschaft; nu pin ich komen auf genade zu dem künig tugenthaft,
Das er mich behalt(e), ein künig auszerkoren, bis mein bruder Hugdietreich mir verlass sein zoren.“ so lat er dich beleiben, der fürst(e) lobesam, so beleib du dort selb vierde, das gesind send wider von dan.
Und wirb du den das peste bis in das ander jar, so wil ich zu dir reiten, das sag ich dir fürwar, und wil dar zu danne suechen vnd(e) spehen, ob dir icht abentewr(e) zu Salneck sei geschehen.“
Da ward Hugdietreich des rates allso fro funftzig ritter kuene hiesz er klaiden do, und vierhundert knappen, die waren schon berait, und sechs und dreiszig junkfrawen, dy trugen reiche klaid.
Sein reiches getzelt muste wesen da perait, und ander sein gesinde, als uns ist gesait, urlaub namen sy schiere, als wir haben vernomen, an dem achtzehenden morgen warens gen Salneck komen.
Sy schlugen auf gar schone ein reiches getzelt, für die purg zu Salneck auf das weite felt, vier karfunkel gaben in knopfen liechten schein: dy leut(e) nam grosz wunder, wan dy geste möchten sein.
Ain ritter hiesz Herdegen der wart zu in gesant, umb was abentewr(e) sy waͤren komen in das lant. der ritter ausz der burge unter das tzelt gieng, Hugdietreich und dy seinen gar tugentlich enpfieng.
Gerne mügt ir hoͤren, wie der ritter sprach, da er Hugdietreichen und dy seinen ansach, er sprach: „mich hat mein herre her zu euch gesant, umb welcherlai abentewr(e) ir seit komen in das lant?“
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Des antwort im Hugdietreich der fürst unvertzait: „ich pin von Konstantinopel ein künigin gemait, dar ausz hat mich getriben mein brueder Hugdietreich, der wil mir geben einen man, der ist mir ungeleich,
Ainen ungetauften ausz der haidenschaft: ich pin her komen auf genade zu dem künig tugenthaft, das er mich behalte, der künig auszerkorn, bis mein brueder verlasz(e) gen mir seinen tzoren.“
Der ritter gieng hin wider(e), da er seinen herren fant, er sprach: „herre, seltzem geste sint komen in das lant, es ist von Constantinopel ein edle künigin, die ist her komen auf dy gnade dein,
Das du sy behaltest, ein künig auszerkoren, pis ir brueder Hugdietreich gen ir verlasz sein tzoren. enpfach sy tugentlichen, vil lieber herre mein, seit sy her komen ist auf dy gnad(e) dein.
Das stat dir herlich(e), seit sy her komen ist so ferre ausz fremden landen, so gar an argen list, du hast sein frum und ere, [edler] künig auszerkorn: sy ist ein magt gar schöne und darzu hochgeborn.
Man hat ir vil gesait, du seist ein tugenthafter man: des solt du sy, lieber herre, wol genieszen lan.“ auf hueb sich künig Walgund, ausz der purg er gieng, Hugdietreich und dy seinen er tugentlich enpfieng.
Do naigt(e sich) Hugdietreich dem künig lobesam. do pat sy künig Waldgund vil pald auf stan. Hugdietrich sprach: „ich naig mich zu den fueszen dein, herre, mein liebleich grueszen lasz mit deinen hulden sein.
Das du mich behaltest, ein künig auszerkoren, selb vierd(e) pis mein brueder verlasze seinen tzoren. des danket dir mit eren mein brueder also reich, wenn ich kumb zu hulden, das wisse sicherlich.“ —
„Seit ir von Konstantinopel ein edle künigin, so sult ir ewer knien laszen vor mir sein. mutet was ir wellet, des sult ir sein gewert: das ir vor mir kniet, des pin ich nit wert.
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Ir und ewr gesinde sult bei mir bestan und sullet eszen vnd trinken nach ew(e)rm willen han, durch Hugdietreichs willen, edlew künigin.“ do sprach der fürst(e), „des mag nit gesein.
Mich hat her gelaitet von Konstantinopel über mer hertzog Berchtung und dy seinen mit ritterlicher wer, der ist ein fürst(e) werd(e) und hat ein weitez lant: ich musz ims wider senden, des ist mein trewe sein pfant.“
Der künig sprach: „hertzog Berchtung kenn ich wol fürwar, er hat mir gedienet in das dritte jar.“ er sante ims wider haim und klaiste ims ritterlich: da belaib selb vierd(e) der künig Hugdietreich.
Künig Walgund Hugdietreich(en) bei der hende nam, er furt in tugentlichen in dy purg hin dan. dy alt(e) künigin(ne) in engegen gieng, Hugdietreichen und dy seinen sy gar tugentlich enpfieng.
Do sprach künig Walgund: „vil liebe frawe mein, dise maget schöne lasz dir enpfolhen sein, und nemt euch zu gemazen die künigin auszerkoren: wir waͤren wol ir aigen, als hoch ist sy geboren.“
Do liesz man pald(e) tragen seszel dar, dar auf seiden kusse, das sag ich euch fürwar: „dar auf sult ir sitzen, fraw, in diser stunt.“ sy fragt in, wie er hiesz(e), er sprach: „fraw, Hildegund.“
Darnach wart klain(e) spinnen Hildegund zu hant, man het nit iren gleichen in dem gantzen lant. darzu hofflich würken dy schoͤnen vogelein mit golt und mit seiden, sam es lebentig möcht gesein.
Da dy künigin(ne) dy reichen kunst ansach, gerne mügt ir hoͤren, wie sy zu im sprach: „ir sullet mir zwo leren der junkfrawen mein.“ er sprach: „das tuͦn ich gerne, vil edle künigein.“
Dy künigin sprach: „darumb(e) wil ich euch haben holt, ich gib euch zu lone silber und das golt, und was ir turret gemuͦten, das ist euch unversait.“ des danket ir der fürste Hugdietreich unvertzait.
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Do lert Hugdietreich tzwo junkfrawen, das ist war, allso schon(e) würken wol ein halbes jar. manig schön(e) tischtuch wart da schon berait, als man zu hochzeiten für ein fürsten trait.
Dar an wilde[r] vogel(e), trossel und nachtigal, an dem andern orte getzieret hin zu tal. und anderhalb den greifen, und auch den adelar vor an zu gesicht(e), das man sein naͤme war:
Und da bei den falken, als ob er dannen flug, und das ander gefügel(e) mit im hin tzug, und milten in den lewen und den lintwurm, als ob sy mit ein ander hetten ein freislichen sturm.
Hasen und(e) fuechse auszen an dem ort, als ob sy liefen und schlügen, auszen an der port, das eberswein zu wald(e) mit den hunden rot. aller erst man dem fürsten vil eren erpot.
Hirtzen und(e) hinden stunden auch dar an von dem roten golde, sam sy das leben han: seltsamer abentewr(e) der stunden vil dar an: das schöne tischlachen schawet manig pider man.
Do sprach der künig Walgund: „wer hat uns das genat, ditz seltsam wunder, das vor uns hie stat?“ do sprach der kameraͦre an der selben stunt: „das tut alles von Kriechen die schöne Hildegund.“
Do wurden im dy leut(e) in dem lande holt. er wart her für tziehen sein klain gespunnen golt, da wurkt er ab ein hauben, vil wunder ane tzal, dar umb dy gulden porten paide, brait und smal.
Da er die tzierlichen hauben het berait, er sand(e) nach dem künig(e), als uns das puech sait, und satzt im auf die hauben mit den henden sein: „dy trag(e)t auf der hochzeit durch den willen mein.“
Ir sult sy vor den gesten durch meinen willen tragen wen sy komen zu lande, das sy mügen sagen, ir tragt auf ewr(e)n haupte ein vil reiches klait.“ er sprach: „genad, liebe frawe, und minnikliche mait!
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Ir habt mich wol geeret, vil edle künigin, mutet, was ir wellet, des sult ir geweret sein, burg(e), land und leut(e), was ew(e)r herz begert, ich gib euch des mein trewe, des sult ir sein gewert.“
Sy sprach: „vil lieber herre, mag das staͤt gesein?“ er sprach: „ja, was ir wellet, das sol geschehen sein.“ — „so lat her ab dem turne zu mir ewr tochter gan: ich beger für die hauben nit mer zu lone han.“
Er sprach: „edle künigin, des sult ir sein gewert; ir möchtet [wol] reicher gab(e) an mich han begert, purge, land und leut(e), silber und auch das golt, das hiet ich euch geben gerne, ob ir das nemen wolt.“
Do schikt ausz künig Walgund in alle seine lant, gen hof kom geritten manig kuener weigant, herzogen und(e) grafen mit klaidern lob(e)leich. do schikt ausz dy künigin nach mancher frawen reich.
An einem tag dy junkfraw von dem turne gie, da liess sich Hugdietrich für sy [nider] auf dy knie. sy umbfieng in mit armen und hiess in wil komen sein; und sprach: „stet auf, junkfraw, und last ewr knien sein.“
Dy alt(e) künigin(ne) zwischen in baiden gieug, mit ietweder(m) arme sy aine umb(e)fieng, sy fuert sy auf ein sidel, dy was also reich, da sach er also gerne dy junkfraw minniklich.
Do sazt man zu ain ander dy jungen künigin. man bracht in dar zu essen und zu trinken guten wein. da sasz Hugdietreich bei der junkfrawen wolgetan; sy plikten baide [an] ein ander lieplich an;
Er bot ir den pecher und schnaid ir für das brot, hofflicher zücht(e) er ir do vil gebot. Wie möcht im immer sein gewesen pasz, dan do er an dem tische bei seiner frawen sasz?
Dy alte künigin plikte dik zu in baiden dar, sy nam ir baider tugend(e) lieplich(en) war. sy raunet in ein or(e) der jungen künigin: „du solt zucht pei ir lernen, liebe tochter mein.“
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Der werde künig Walgund des lenger nit enlie, vil pald er ze hofe zu seinen gesten gie, dy er zu der hochzeit het dar geladen, durch seins hofes er(e): des nam er groszen schaden.
Ein herre begund in fragen, das er im tet bekant, „saget mir durch ewr tugent, wer hat euch gesant dise hauben waͤhe? das ist ein reiches klait.“ — „das hat getan von Kriechen ein minnikleiche mait.
Dy ist in gesinde bei meiner tochter hie.“ der werd(e) künig balde für die frawen gie. da sassen bei ein ander dy tzwo gespilen gut: wer sy het geschaiden, der het nit weisen mut.
Do sprach dy schöne Hiltpurg: „vil lieber vater mein, ich paͤt dich also gerne, möcht es dein wil gesein, das du zu mir lieszest mein gespilen Hildigund, die wolt mich lernen was sy kan, in also kurzer stund.“
Er sprach: „vil liebe tochter, dar vmb pin ich dir holt, und wil dir geben gerne silber und das golt. wil sy einen herren, land und leut mach ich ir untertan.“ „nain,“ sprach Hugdietreich „ich wil kainen man.“
Der hof nam ein ende, dy herren riten von dan. wie pald(e) künig Walgund dy tzwo gespilen nam, er furt sy auf den turn dar auf man sy verschlosz. des ward Hugdietreichs frewd(e) michel und(e) grosz.
In ward dar auf geschaffen aller der gemach, wes sy baide bedorften, mit willen das geschach. der torwart und der wachter muesten her auszen sein: wes sy bedorften, das gab man in zu einem fenster ein.
Do ward der junkfrawen Hugdietreich also holt, er lert sy hoflich würken mit seiden und mit golt, darnach in der tichte würken an der ram, und dar auf entwerfen paide, wild und zam.
Nu merkt, wie groszer züchte der edel fürste pflag: das er acht wochen auf dem turne lag, das er sy nie bracht innen, das er waͤr ein man, bis dy starke minne vestikleichen an im bran,
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Do umb fieng er sy mit armen gar schon er sy umbschloss, sein helsen und sein küssen das ward also gross, das sich dy stark(e) minne nit lenger mocht verhelen: do ward sich sein geselle gar schon herfür stelen.
Do sprach dy schoͦne Hiltpurg: „liebe gespile mein, was deutet ditz träuten, oder was mag es gesein?“ — „nu nim es zum besten, edle künigin reich: ich pin von Konstantinopel der künig Hugdietreich,
Vnd han durch deinen willen erliten grosz arbait, und wils auch gerne lenger tuen, vil edle schöne mait, ich wil euch erlichen zu einer frawen han, ir sult zu Konstantinopel unter der krone gan.“
Do ward sy haisze wainen, ir augen wurden rot: „und würdes mein vater innen, wir müsten leiden den tot.“ er pat sy tugentlichen, das sy ir wainen lie: sy wurden frewdenreiche, ir paider wil ergie.
Da het Hugdietreich dy frawen, das ist war, follen(k)lich sechs wochen und ein halbes jar, das sein niemant ward innen, noch niemant wart gewar. wie dik dy alte künigin gieng zu in paiden dar.
Do enpfieng die frawe von im ein kindelein: Salneck und(e) Kriechen wurden paide sein, Tuskan und(e) Püllen, Rom und Lateran, und alles Romisch reich(e) ward im untertan.
Als dy junkfrawe des kinds in ir enpfant. sy ward haisse wainen, ir hende sy do want, sy sprach: „lieber Hugdietreich, du tugenthafter man, ich fürcht, unser paider frewde well ein ende han;
Ich enpfind in meinem leibe, ich trag ein kindelein: wir mueszen bei ein ander hie gefangen sein, und kunnen mit vnsern sinnen nit komen hin ab.“ er sprach: „sweig, liebe frawe, durch got dich wol gehab.
An dem reichen got unser baider leben stat, der mag uns wol gehelfen und geben seinen rat, und sol uns behuͤten unser leib und unser leben, das er von seinen gnaden uns baiden hat gegeben.“
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Dar nach dy alt(e) künigin des lenger nicht enlie, zu ir schönen tochter sy auf den turn gie, sy fraget(e), was würket ir selbs töchterlein allso kom sy mit frawen zu in baiden hin ein.
Do sprach die schöne Hiltpurg: „liebe muter mein, ich paͤt dich allso gerne, möcht es dein wil gesein, das du uns liesze[st] ein weile an ein zinnen gan, ob wir icht abentewr(e) dar an möchten gehan.“
Sy sprach: „liebe tochter, ich wil dirs nit versagen.“ sy hiesz ir auf schlieszen dy türn und das gaden, ir schoͤnen tochter sy bei der hend enpfieng, mit den jungen baiden sy an ein zinnen gieng.
Do sahen sy über das gevilde her tzigen einen fan, dar unter ritten schon(e) wol zwelif hundert man; und das gesind(e) was den zwaien unkant: wie schier sy da erkant(e) fraw(e) Hildigund.
Sy sprach: „dy dort reiten, dy sint mir wol erkant, dy hat mein brueder her nach mir gesant: es ist hertzog Berchtung, ein fürst auszerkoren: es hat gen mir verlaszen mein brueder seinen zoren.“
Do sprach dy schöne Hiltpurg: „liebe gespile mein, (sch)weig durch got den guten, und lasz dein reden sein. und solt ich dich verliesen hie an diser stunt, so naͤm mein frewd ein ende, schöne Hildigund.“
Do sprach Hugdietreich: „vil liebe gespile mein, waͤrest du so lange von den freunden dein, als ich hie pin gewesen, und sand(e) man nach dir, du froͤutest dich im hertzen: das selb gelaub auch mir.“
Es gieng an den abent, das man in zu essen trug; billicher wirtschaft hetten sy zu allen zeiten genug. von in gieng do schlafen dy alt(e) künigein: allso tet Hugdietreich mit der frawen sein.
Er het die nacht vil manigen herten gedank, von pitterlicher sorge, dy in seinem hertzen rang, wie er kaͤm mit fuege von der frawen sein, das er behute ir ere und ir kindelein,
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Er sprach: „liebes lieb, als ich dir verhaiszen han, du solt zu Konstantinopel unter der krone gan. ir muͦsset arbeit leiden, vil edle frawe reich, des wil ich euch ergetzen.“ sprach da Hugdietreich.
„Wan nu kumbt die zeit, das du zu nöten solt gan mit unser baider kind, das wir von gotes gnaden han, den torwart und den wachter nim zu dir her ein vnd dy junkfrawen, das sy taufen das kindelein;
Und haisz es in zwaien tagen zu der kirchen tragen, das mans haimlich taufe, das wil ich euch sagen: sei es ein knab, so haisz (es) Dietrich durch den willen mein, Ist es ein tochter, so haisz es nach dem willen dein.
Und gib es ainer ammen, es sei tochter oder knab. wenn du denn erst mugest, so kum zu mir her ab, und bring mit dir zwen ritter und zwo magedein, den torwart und den wachter, und das kindelein.
Wenn du den kumest gen Kriechen in das lant, so schaf, das der ritter einer werd zu mir gesant, so wil ich gen dir reiten mit manigem piderman, und dich gewaltik machen über alles das ich han.“
Sy sprach: „lieber herre, deinem rat ich folgen sol; und über heb mich der scham und(e) tue so wol, und gewin mir die gevatter(n), dy ich dan musz han.“ do ward Hugdietrich von dem pet aufstan.
Er gieng an dy zinnen, da er den wachter vant, er rueft im an ein venster, tut uns das puch bekant, er sprach: „seltsam abentewr wolt ich dir gerne sagen, waͤrestu so getrew(e), das du es woltest verdagen.
So wolt ich auf schlieszen gen dir das herze mein, des möchtist du wol genieszen, woltest du getrewe sein, und du es verswigest hie an diser stunt.“ der wachter sprach: „junkfrawe, es kumbt nimer für meinen munt.“ —
Er sprach: „so empfilch ich dir die junkfrawen dein; und sei, das sy gewinne ein klaines kindelein, so solt du gevatter werden und solt das verdagen.“ er sprach: „sweiget, junkfraw, was welt ir mir sagen?“
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Wie het ich den gehuͦtet, war iemant komen her ein, pei dem waͤr swanger worden dy liebe junkfraw mein? und horte dise rede mein her künig Walgund, er henkt mich an den turn hie zu diser stunt.“
Hugdietreich sprach: „es ist geschehen an alle deine schult; dich musz dein herre laszen haben sein(e) hult: ich pin von Konstantinopel der künig Hugdietreich, pei mir tregt das kindlein dy künigin so reich.
Das sol du versweigen, wachter tugenthaft. und kum zu mir gen Kriechen, ein ganze graffschaft, purge, land und leut(e), das musz dein aigen sein, und bring mit dir dy frawen und das lieb kindelein.
Den torwart und dy junkfraw soltu mit dir lan, tausent mark goldes mach ich euch unter tan und ein vil gute vesten, dy verschleuszt mir mein lant, see hin, mein küniglich trewe sy werd ew(e)r pfant.“
Do ward der wachter der guten gehaisze fro, mit seinen paiden henden gelobt ers dem herren do, er froͤwet sich der maͤre, das er gevatter was, er tat al[les] das er solte, bis dy frawe genas.
Hugdietrich gieng hin wider(e), da er sein frawen fant, er sprach: „ich muss reiten hie von disem lant, ich han dich wol bewart, vil liebe frawe mein, und dein ere behuet(et) und dein kindelein.“
Des morgens kom herzog Berchtung auf den hof geriten sy baiszten von den rossen nach ritterlichen siten, sy fuerten von golde menig reiches klait, als mans het dem fürsten zu Konstantinopel berait.
Walgund der künig reiche im entgegen gieng, herzog Berchtung(en) er tugentlich enpfieng. do sprach herzog Perchtung: „vil lieber herre mein, wie mag dy von Kriechen, dy edle künigein?
Er hat sein zorn verlassen, ir bruder Hugdietreich, man sol sy haim senden, dy frawen minniklich, purge, land und leute mag sy wol gehan.“ do sprach künig Walgund: „ich wil sy niemant lan.
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Auch han ichs meiner tochter zu einer gespilen geben, pei der so wils beleiben dy weil sy hat das leben. das hat mir verhaiszen dy junkfraw wol getan.“ do sprach herzog Berchtung: „ir sult mich sy sehen lan.“
An dem andern morgen liess man in von dem turn her ab; do geschach kainem nie so laide, dem man trueg zu dem grab vater unde muter, als Hiltpurgen geschach, do sy ir liebe gespilen weder hort(e), noch sach.
Als do Hugdietreich von dem turne gieng, herzogen Berchtung er tugentlich enpfieng, [er sprach:] „sag mir, herzog Berchtung, auf die trewe dein, wie mag Hugdietreich der liebe brueder mein?“
Er umbfieng in mit armen und raunt im in ein or, [er sprach:] „ich han dy frawen erworben, das sag ich dir fürwar, du solt mich nicht hie laszen, du trewer dienstman, es musz mir anders sicher an mein leben gan.“
Do sprach künig Walgund: „liebe frawe mein, ir sult bei mir beleiben, und lat ewr raunen sein, purge, land und leute sult ir von mir han, das ir bei mir beleibet, junkfrawe wol getan.“
Do man nu het geessen, und man von tische gie, do liesz sich Hugdietrich für die künig auf dy knie: „gebt mir urlaub zu lande, ein knig auserkoren, es hat gen mir mein brueder verlassen seinen zoren.“ —
„Über ewren willen mag ich euch nit gehaben: des ist meiner tochter frewde gar vergraben.“ do sprach Hugdietreich: „liebe gespile mein, tuet es durch meinen willen und last ewr wainen sein.“
Do zoch sy ab der hende ein gulden fingerlein: „das fuer haim zu lande, vil liebe gespile mein, du solt es durch meinen willen tragen an der hant: wenn du es anplickest, so pis an alle trew gemant.“
Do hiess kunig Walgund ein reiches klaid her tragen, das was mit rotem golde umb und umb beschlagen, er sprach zu Hugdietreich: „vil edle künigin, das tragt in ewrem lande durch den willen mein.“
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Er hiesz auch her bringen vier pferd wunnikleich, die schankt er herzogen Berchtung und der frawen reich. urlaub namen sy schiere und riten von dan, do belait er sy gar schone mit manigem pider man.
Do sprach künig Walgund: „liebe frawe mein, ich musz hie haim beleiben, das lat mit hulden sein.“ er sprach zu dem künige: „lasst euch enpholhen sein Hiltpurgen mein gespilen und dy tochter dein.“
Also rait Hugdietreich haim in sein aigen lant, stet und(e) purge er wol bewart fant. da riten im entgegen(e) al sein dienstman, sy enpfiengen iren herren, als in wol gezam.
Er belaib zu Konstantinopel wol ein halbes jar. er ward dik traurigs mutes, das sag ich euch fürwar, als oft er anplikte das guldin vingerlein, gar betrübt was im das hertze nach der frawen sein.
Also tet zu Salneck dy schöne Hiltpurg hie, do sy mit grossem laide auf den turn gie, mit paiden iren henden sy das har ausz brach, do sy ir liebe gespilen weder hort, noch sach.
Do sprach der wachter: „liebe frawe mein, trostet ew(e)r laiden und lat ewr wainen sein, von stund hinz der weile unz das kom der tag, so hilf ich euch des pesten das ich kan und mag.“
So vertrukt in irem hertzen, dy edle künigein. grosz laid und schmerzen und maniger hande pein. von stund hinz der weile das die zeit komen was, das die fraw eines schönen degen kindes genas.
Dar nach an einem morgen do der tag auf gie, do was die künigin(ne) genesen eines kindes hie. der torwart und der wachter giengen zu ir hin ein und peteten der junkfrawen und dem kindelein.
Auf hueb es dy künigin und begund(e) zu hant spehen, ob sy nit abentewr(e) an im möcht(e) sehen: do fand sy zwischen schultern ein rotes kreuzelein da bei sy her nach kante ir schönes kindelein.
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Do das kint klaine aus dem pad ward gehaben, man want es in seiden tücher, das wil ich euch sagen, ein küssin von palmatseiden man umb das kindel want, und ein seiden gürtel was sein wiegenpant.
Dar nach dy alte künigin des lenger nicht enlie, zu irer schönen tochter sy auf den turn gie, do hiesz sich bald einlaszen dy edel künigin: sy westen nit, war sy solten mit dem klainen kindelein.
Do sprach der wachter: „vil liebe frawe mein, wie sullen wir geparen mit dem kindelein? und hörts ewr muter wainen, das erst ist geboren, so müszen wir allererst(e) unser leben haben verlorn.
Wo sullen wir hin verpergen das klaine kindelein?“ „ich kan euch geraten,“ sprach dy kunigein „der lieb got von himel(e) der es beschaffen hat, der mag uns wol gehelfen und geben seinen rat.“
Do sprach der wachter: „fraw, seit wol gemut, ich han einen list funden, ob er euch dunket gut: wir sullen es über dy mauer in den hag lan an einem starken saile, des dunket mich gut getan.
Ich traw, es sei wol behütet ewr liebes kindelein.“ do sprach sy zu dem wachter: „es dunkt mich auch gut sein.“ ee dy alte künigin auf den turn ward gelan, sy heten über dy mau(e)r das kind in das hag gelan.
Dy alt(e) künigin(ne) zu in auf den turn gie, sy sprach zu irer tochter: „wie pistu erplichen hie?“— „fraw muter, ich han ein grimmen, ich waiss nit was, das ich nahent was gestorben: nu ist mir worden pasz.“
Ich het vil nach verzweivelt, fraw muter, umb mein leben.“ sy hiesz ir dar tragen und gute speise geben, von essen und von trinken, das ir wol gezam, als man den künigin(nen) noch wol gesuegen kan.
Zwaier hant sorg dy junge in irem hertzen pflag: dy ain, das ir kindel hie auszen was in dem hag, und sy nit wesst(e), wie es behütet was; dy ander sorge, das sy sein ellendiklich genas.
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Das vertrukt in irem hertzen dy edle künigin grosz laid und smerzen und maniger hande pein, den ganzen tag als langen bis auf den abent ie, pis ir liebe muter von dem turne gie.
Dennoch lag das kindlein hie auszen in dem hag, von morgens bis auf den abent es der ruwe pflag, das es swaig so stille und es niemant vernam: mit pad(en) und mit pinden was im sein recht getan.
Ein wolf nach seiner speise in dem hage gieng, da er dicke hüner und kaphan innen sieng, er sant das kindlein klaine und faszt es in den munt und trueg es hin ze walde an der selben stunt,
Gen einem hohen perge der was innen hol. der alten waren zwene, das sag ich euch gar wol, dy hetten vier jung(e) einer wochen alt, mit witzen und mit sinnen des kindes gleich gestalt.
Der alte in bracht(e) das klaine kindelein, es solt der jungen wölfe speis gewesen sein: do schuef ir jugend(e), das sy waren plint, das der edlen künigin da genas das kint.
Nu laszen wir das kindlein unter den wölfen hie, und sagen, wie es der muter zu Salneck ergie. sy sprach zu dem wachter: „lieber gevater mein, sag mir durch dein tugend(e), wa ist mein kindelein?“
Auf stund der wachter, ab dem turn er gie vnter die mauren, da er das kindlein hin lie, er kund es nicht vinden, der wolf hets hin getragen; er was laidig und gedachte: „was sol ich meiner frawen sagen?
Ich wil hie auszen beleiben disen langen tag, und wil hie sitzen in dem gruenen hag, unz morgen frwe, so es beginnet tagen: als ob ichs hab getaufet, das wil ich ir sagen.
So wirt es verswigen umb das kindelein, pis kumbt ausz dem pette dy liebe frawe mein. und würd sys ietzund innen, das kindlein war verloren, so to(e)t sy sich vor laid(e), dy künigin hochgeborn.“
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An dem morgen frwe, do es begunde tagen, do kam der wachter, das wil ich euch sagen. sy sprach: „wachter, lieber gevater mein, sag mir durch dein tugend(e), wie mag mein kindelein?“
Er sprach: „es mag wol, liebe fraw(e) mein, ich han es getaufet, ewr schönes kindelein, ich und eine junkfraw, dy es mein herre pat. der torwart hat gehütet heinacht an meiner stat.“
Der künig wolt jagen reiten, als ich euch sag(e) hie, do sach man, das der wolf dort in dem hage gie, do wart das gejaide auf den wolf gelan, man jagt in hin zu walde, da er den schaden het getan,
Gen dem hohen perge, der was innen hol, der alten wölf waren zwene, das sag ich euch wol, da was kainer so kuene, der in dy hol wolt gan: do sprach der künig mit zorne: „wir müszen dy wölfe han.“
Sein ritter und sein knechte dy musten fast(e) graben paidenthalb des hol(e)s grosz(e) arbait haben, pis man das edel kindlein an den wölfen rach, und dy alten paide in der hol erstach.
Und do dy alten wölfe nu gelagen tot, hin ein schlauf ein jager, der sy her ausz pot; er sant der jungen vier(e), der mocht(e) nit mer sein: do er von dannen wolt schaiden, do erwainet das kindelein.
Er nams und truegs an das liecht, schauen ers began, er sprach: „ich sach nie mer(e) ain kint so wol getan.“ do sprach der jager: „schauet, her künig Walgund, ich han hie funden einen reichen funt.
Schaut, lieber herre, welich ein kind ich funden han; mich dunkt, in aller welt(e) nit schöners sei getan.“ sy sprachen alle geleiche: „es ist newlich geporen.“ der künig sprach: „es müst mich rewen, soltz also sein verloren.“
Do sprach der künig zu dem jager: „lieber, nu suech das weib, ob sy dy wölf nit zurissen haben, dy trueg des kindes leib.“ do man der frawen in dem perg nit fant, wie pald(e) man das kindlein vor den künig auf pant!
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Was sich den sol suegen, zwar, das mus geschehen: do ward man abentewr(e) an dem kinde spehen, naturlich(e) lieb(e) den künig dar zu twang, das er sein künicklich halsz umb das kindlein swang.
Er wolt es niemant laszen, und nam es an den arm, er sprach: „wir sullen frolich gen Salneck hin faren.“ sein ritter und sein knecht(e) des lenger nit besilt, sy furten gen der festen das kind und auch das wilt.
Sy komen ritterlichen auf den hof geriten, sy paiszten von den rossen nach ritterlichen siten, do gund(e) künig Walgund für sein frawen stan, er sprach: „schau, liebe frawe, welich ein kind ich funden han.
Das hetten dy wölfe in ein(e)n perg getragen.“ und wie es wart funden, begund er ir sagen. „es ist noch ungetaufet und newlich geporen: es müst mich immer rewen, solt es also sein verloren.
Haissets pald(e) paden, vil liebe frawe mein, so wil ichs laszen taufen das schöne kindelein, und wil es schon(e) ziehen; wirt es ein pider man, tausent mark goldes mach ich im untertan.“
Do gewan er im zu töten den graven Wüllin, und die von Galitzen ein edle mark grävin und den ritter Sant Jörgen, der was ein piderman: der torwart und der wachter muesten auf hoher stan.
Do man trueg zu taufe das schone kindelein, im folget nach der künig und dy frawe sein. sein ritter und sein knecht(e) dy daucht es wunderlich, das er es hiesz taufen und hiesz es Dietreich.
Also da das kindel ausz dem pad ward erhaben, man schepft im den namen, das wil ich euch sagen: es hiess Wolf Dietreich, der nam ward weit erkant, und hiess Wolf Dietreich ein herre über maniges lant.
Im gab ein mark goldes dy edele margräfin, im gab ein mark goldes der graf Wüllin, do gab im ritter Sant Jörg ein guldin vingerlein, das man dester pasz erzog das schöne kindelein.
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Ainer reichen ammen es enpfolhen wart, dy zoch es also schone, und wart ir also zart. es ward also schöne dar nach in kurzen tagen, von einer purg zu der andern must man es tragen.
Do wuechs im kurzen tagen das kindlein wunnesam, es ward also schöne und so wol getan, das man in dem lande hort(e) da von sagen: man must es all(e) wochen dreistund für den künig tragen.
Dar nach dy alt(e) künigin des nit lenger enlie, zu irer tochter schöne sy auf den turn gie, sy sagt ir der maͤre von dem kindelein. do erschrak in irem hertzen dy junge künigein.
Wie es dy wilden wölfe in den perg heten tragen, und wie es ir vater het funden, begund(e) sy ir sagen, wie recht schön es wäre, das edel kindelein. do sprach dy junge künigin: „ach lieber got, wes mag es sein?“
Dar nach in kurzen stunden dy muter von ir gie. dy junge künigin(ne) des nit lenger enlie, sy sprach zu dem wachter: „lieber gevater mein, sag mir durch dein tugend(e), wie mag mein kindelein?“
Er sprach: „es mag wol, vil liebe frawe mein, ich han es getaufet, ewr schönes kindelein.“ [sy sprach:] ich man dich des gerichtes, das zulest über dich musz gan, sag mir die rechten maͤre, wie es umb mein kint sei getan.“
Und do sy den wachter so tief het ermant, im über liefen dy augen, sein hend er do want, er sprach: „liebe frawe, das wil ich euch sagen, ich kund es nymmer finden, ich(n) weisz, wer es hin hat getragen.“
Die edel küniginne het nu laides genug, mit iren paiden henden sy sich zu iren prüsten slug, si klaget(e) klägelichen, die frawe wol getan: „ich klag es got von himel(e), das ich es lebendig ie gewan.
Owe! das ich von muter leibe ie wart geporen! nu han ich gotes hulde und mein kint verloren, und auch Hugdietreichen, den liebsten herren mein: sol ich von er und gute also geschaiden sein?“
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Do sprach aber der wachter: „vil liebe frawe mein, tut es durch ew(e)r güte, und laszt ewr wainen sein: es hat ewr vater funden ewr schönes kindelein, er zeuchts an ewren schaden, des sult ir frölich sein.
Und welt irs nit gelauben, so hört, was ich euch sage: und pittet ew(e)r muter, das man es her auf trage und schawet den vil rechte das selbe kindelein, so werdet ir des innen, ob es ewer mag gesein.“
Dar nach dy alt(e) künigin des lenger nit enlie, zu irer schönen tochter sy auf den turn gie, sy ward ir aber sagen von dem kindelein. do sprach dy junge künigin: „liebe muter mein,
Ich pät dich also gerne, möcht es dein wil gesein, das du mich sehen lieszest das schöne kindelein.“ sy sprach: „es ist deim vater lieb, er wil es niemant lan.“ — „so haiss dy ammen morgen mit dir her auf gan.“
An dem andern morgen bracht sy dy ammen zu hant, sy satzt ir das kind auf die schosz: wie pald sy es aufpant! da sant sy im zwischen der schulter das goldfarb kreuzelein, da bei sy wol erkent(e) das es was ir kindelein.
Do zoch sy ab der hende ein guldein vingerlein, und gabs der ammen zu dem kindelein, das sy destr pas erzüge ir schönes kindelein, [sy sprach:] „wär ich bei den leuten, ich wolt dir gnädig sein.“
Dar nach in kurzen zeiten dy muter bei ir sasz, sy retten von abentewr(e) paide, ditz und das. dy tochter sprach: „muter, törst ich dir verjehen was mir abentewr(e) kurzlich ist geschehen?“
Dy muter sprach: „tochter, du solt mir wol sagen, was dir ist geschehen bei allen deinen tagen, das traw ich wol versweigen.“ sprach dy kunigin. dy tochter sprach: „muter, das kindlein das ist mein.“
Wie es dy wilden wölfe in den perg heten tragen und wie es dar zu komen was, das begund sy ir sagen, und wie sy het gewunnen das schöne kindelein. dy muter sprach: „tochter, wer mag der vater sein?“
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Dy tochter sprach: „muter, das tuen ich dir kunt: du waist dy von Kriechen, dy schöne Hildigund, dy mich lert(e) würken dy hauben wunderleich, das was von wilden Kriechen der künig Hugdietreich.
Pey dem han ich gewunnen das schöne kindelein. nu nym es zum pesten, es mag nit anderst gesein. nu han ich verjehen, wie es umb mich stat: wie ich kumb gen Kriechen, des gebt mir ew(e)rn rat.“
„Ich frew mich der maͤre, sprach dy kunigin das du hast ein herren, des du wol magst [aigen] sein. nu gehab dich wol, tochter, wie es umb dich stat, das du kumbst gen Kriechen, des gib ich dir mein rat.“
Dar nach dy alt(e) künigin bei irem herren lag, kurzweil und abentewr(e) er mit der künigin pflag, sy sprach: „künig Walgund, lieber herre mein, wie sol man tuen eim ding(e), das nit anderst mag gesein?
Das in der welt(e) nieman widerbringen kan.“ er sprach: „liebe fraw(e), das sol man faren lan.“ — „des gebt mir ewer trewe, das es staͤt mug gesein.“ er sprach: „ich brich es nimmer, liebe frawe mein.“ —
Seltsamer abentewr(e) musz ich euch verjehen, wie unser lieben tochter kurtzlich ist geschehen: du fan(de)st in dem perge ein schönes kindelein: das ist Hiltpurgen der lieben tochter dein.
Und wer der vater sey(e), das tun ich dir wol kunt: du waist wol von Kriechen dy schöne Hildigund, die sy lert(e) würken dy hauben wunderleich: das was von wilden Kriechen, der künig Hugdietreich.
Pei dem hat sy gewunnen das schöne kindelein. nu nem wirsz zu dem pesten, es mag anderst nicht gesein. ir sult nach im senden, und sult sy im gerne lan: purge, land und leut(e) mag er wol gehan.“
Do het künig Walgund mengen herten gedank, von dem grossen zorne, der in seinem hertzen rang, er mainte, wie die tochter den herren het angelogen und het den torwart und den wachter über sich gezogen.
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„Gelaubet ir des, frawe, so tut ir törlich: sein schönes antlitz(e) was einer frawen geleich, sy was minniklich(e) und dar zu wol gezogen: ich fürchte, fraw, unser tochter hab den herren angelogen.“
An dem morgen frue hiesz er palde gasz(e)n, den torwart und den wachter hiess er paide vasz(e)n. er sprach: „ir müst mir sagen von der tochter mein, pei wem sy hab gewunnen das schöne kindelein.“
Do sprach der wachter zu dem herren zu hant: „gelaupt mir, lieber herre, so tuen ich euch bekant, wie es sei ergangen umb die tochter dein, pei wem sy hab gewunnen das schöne kindelein.
Hildigund dy schöne nam mich bei der hant, auf dem turn an ein venster, das tun ich euch bekant, da sagt sy mir die maͤre, dy waren wunderlich, sy wäre von Kriechen der künig Hugdietreich.
Das hiesz mich versweigen dy vil tugenthaft; und kaͤm ich gen Kriechen ein ganze graffschaft, purge, land und leute müst mein aigen sein, und das ich brächt dy frawen und das kindelein.
Do tet ich als der tumbe und was des gehaiszes fro, mit meinen paiden henden gelobt ichs dem herren do. sendet gen Konstantinopel: mugs nit also gesein. so haiszt mich palde henken, lieber herre mein.
Sagt mir, lieber herre, was han ich schuld dar an, das ir zu ewer tochter verschliesset einen man? es ist nit ein wunder, hat sy ein kindelein.“ do sprach künig Walgund: „du hast dy hulde mein.“
Do sprach der wachter: „nu hetet ir doch versworen, ir wolts geben kainem manne, dy vil hoch geboren: nu hat sy selber gemannet, das schöne magedein. nu sprechet, ob ich der aide ledig mug gesein?“
„Ir seit des aides ledig.“ sprachens all gleich. „ir sult pald(e) senden nach dem künig reich, das er kom zu lande, ir welt im die frawen lan, wan er ist ein herre und ein fürste lobesam.“
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Do sprach der künig Walgund: „lieber graf Wülfin, du und ritter Jörg(e) sullet mein poten sein, ir seit paid sein gevattern, des han ich euch erwelt, und bringet mir von Kriechen Hugdietreichen den helt.“
Do waren die herren der potschaft also fro. vier und zwanzig ritter hiesz man in klaiden do, die riten mit in [von] danne, tut uns das puech bekant: die wolten potschaft werben in der Kriechen lant.
Der künig hiesz do bringen für sich die schonen mait, er fragt sy, ob es wäre, als der wachter het geseit. „es ist also ergangen,“ sprach die künigin „des sol mein werdes haubet (hie) zum pfande sein.“
Do sprach die schöne Hiltpurg: „gevater, graf Wülfin, du und ritter Jörg(e) sult mein poten sein, und saget im zu warzaichen, er wiss wol, was er mir riet, des nachtes an dem pette, do er des morgens von mir schiet.
Und haiszet in senden in alle seine lant, das er zu im gewinne mangen stolzen weigant, das er kom zu land(e) mit manigem piderman, das man in zu Salneck für ein herren müg gehan.“
Er sprach: „ich tun es gerne.“ graf Wülffin lobesam „gebet mir urlaub schier(e), fraw(e) wol getan.“ urlaub namen sy [von] dannen, als wir haben vernomen, an dem achtzehenden morgen warens gen Konstantinopel komen.
Sy komen erlich(e) auf den hof geriten, sy paiszten von den rossen nach ritterlichen siten, sy giengen zu Konstantinopel für den künig stan. do enpfieng sy Hugdietreich der fürste lobesam.
Da liesz sich graf Wülfin für in auf die knie, er sprach: „durch ewern willen, herre, sein wir hie, gebet uns das potenbrot, edler künig frum: es hat ewr frawe Hiltpurg gewunnen einen schönen sun.
Doch sein wir nit her komen umb das potenbrot, ich wil euch sagen recht(e), was euch der künig enbot: ir sult kumen nach (Salneck), er wil euch dy frawen lan, purge, land und leute macht er euch untertan.“ —
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„Wenn genas sy des kindes, dy liebe frawe mein?“ — „es ist wol ein halbes jar.“ sprach graf Wülfin. — „ach, reicher got von himel(e), wer mugen mein gevatreit sein?“ — „das pin ich und ritter Jörg(e).“ sprach graf Wülfin.
Do was er der gevatreit auszer maszen fro, bei ietweder hende sieng er einen do, er furt sy tugentlichen in ein sal hin ein, man sazt sy auf ein gesidel(e) und schankt in klaren wein.
„Wenn ward man sein innen umb die frawen mein? wie tet künig Walgund gen der tochter sein? und dy alte künigin? das het ich gern vernomen.“ sy sagten im die maͤre, wie es dar zu was komen.
Wie dy wilden wölfe das kint heten hin getragen, und wie es der künig het funden, begunden sy im sagen, und wie recht wunderliche es nahent waͤr verloren. er sprach: „ach got von himel(e), das ich ie wart geboren!
Hetten es die wölfe in den perg getragen, wie mag es dan haiszen, das sult ir mir sagen.“ do sprach der graf Wülfin: „das tuen ich euch bekant, es haiszet Wolfdietrich darumb das man es bei den wölfen sant.“
Es gieng an den abent, das man in zu essen trueg, ieglicher wirtschaft hetens zu allen zeiten gnueg. wol hundert mark goldes er in zu dienest pot, guete ros, reiche klaider gab er in zu potenbrot.
Do kom herzog Perchtung geriten in das lant, do wurden im dy maͤre gesait sa zu hant. er sprach: „wir sullen reiten nach der frawen wol getan, ir sult sy zu Konstantinopel zu einer künigin han.“
Do sand ausz Hugdietreich in alle seine lant. gen hof kom geriten manig küner weigant, zwai tausent helde kuen und unverzait, mit dem der künig Hugdietreich hin gen Salnecke rait.
Wol hundert saumer waren swaͤr geladen und dy kamerwegen(e), dy da solten tragen den wein und dy speise durch dy weiten lant: das riet im mit eren manger küner weigant.
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Zu hant hiesz er beklaiden mangen ritter gut, die zu der hochzeit waren mit eren wol behut, herzogen und(e) grafen, mengen piderman, in silber und in golde sach man ritterlichen stan.
Do sprach herzog Berchtung: „lieber herre mein, das golt und das silber lat euch nit zu lieb sein, das geb(e)t tugentlichen der frawen und dem man, das man euch zu Salneck für ein herren mug gehan.“
Er sprach: „vil lieber maister, als lieb ich dir mag gesein, schaf, das es stand nach eren, so ich kum mit der frawen mein.“ urlaub namen sy schier(e), als wir haben vernomen, an dem achtzehenden morgen warens gen Salneck komen.
Do het kunig Walgund lan pauen auf das velt mänig fürstlich gestül(e) und ritterlich gezelt, die knöpf auf den zelten gaben liechten schein: die leut(e) nam des wunder, wan dy geste möchten sein.
Do kom ritter Jörg(e) vor in her gerant, und sagt im, wie er kaͤm(e) mit eren in das lant. wie pald der künig Walgund sich dar zu berait! wol ein ganze tagwait er im engegen rait.
Gerne mügt ir hören, wie der künig sprach, do er Hugdietreichen von ersten an sach: „got wilkomen, her und frawe, wie habt ir mich betrogen! ich sich an ewrem antlitz wol, der wachter hat nit gelogen.
Den wolt ich von ewren wegen, herre, verderbet han.“ do sprach Hugdietreich: „das waͤr nit wol getan. ir woltets niemant geben, ewr schönes töchterlein: ich must mit listen werben umb dy frawen mein.“
Do enpfieng man dy geste also tugentlich, mangen ritter kuen(en) und auch den künig reich. man het also schon(e) mengen werden man, wie sy waren komen mit dem künig lobesam,
Also komen sy schier(e) in das gestül geriten, dar in hetens freud(e) nach hoflichen siten. do sprach Hugdietreich: „möcht es mit hulden gesein, so saͤch ich also gerne mein liebstes kindelein,
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An dem mir nahent was grosz laid geschehen. ich han ander sein freunt vor dik gesehen, ich saͤch gern mein liebstes kind, das mir der wolf nam“ zu hand must dy amme mit dem kinde für in gan.
Er nam das kind an den arm zu der selben stunt, er halst oft und kust es dick an seinen munt, er sprach: „Wolfdietreich, liebes kindelein, Konstantinopel sol dein aigen vor anderen erben sein.“
Ain mantel liesz er fallen, der was reilich gar, nider zu den fueszen, das sag ich euch fürwar, der was mit rotem golde reiche wol beschlagen, den hiess er dy ammen mit dem kind hin tragen.
Do was die amme der reichen gab vil fro, sy sprach: „gnad, herre,“ zu dem künig do „got durch al sein güte lasz euch mit sälden leben! ir habt mir reiliche zu dem kinde gegeben.“
Dy alt(e) künigin(ne) des lenger nit enlie, mit irer schönen tochter sy zu dem herren gie: zwai wol spilende augen und ein roter munt dy teten Hugdietreichen ain lieplich grüszen kunt.
Do sprach dy alt(e) künigin: „lieber herre mein, nu wolt ich nit waͤnen, das es also möcht gesein, do ir dy schönen hauben wurchtet wunderlich.“ do ward laut(e) lachen der künig Hugdietrich.
Do sand ausz künig Walgund nach manigem piderman, do komen zu der hochzeit manig ritter lobesam, herzogen und grafen in dem weiten lant: aller erst ward Hugdietreich in dem land(e) wol erkant.
Dem herren man [die] herberge gar schone da gefieng, der werde künig Walgund mit seinen gesten gieng, an essen und an trinken wart da nit gespart, und aller notturft(e) da berait(et) wart.
Dy hochzeit wert(e) drei wochen, das ist war, do zugen sy von dannen mit maniger grosser schar. — „welt ir mit mir haime(e), Walgund, sweher mein?“ er sprach: „das tue ich gerne auf dy trew(e) mein.“
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Do sand ausz künig Walgund nach manigem piderman, wol zwai hundert ritter er zu im gewan, dy waren held(e) kuen(e) und auch gar unverzait, do er mit seiner tochter gen Konstantinopel rait.
Und dy von Gallicien, dy edle margrafin, dy wolt mit iren gevatreit auch reiten hin, wol sechzig junkfrawen het sy schon berait: nu schauet, wie herlich(e) dy junkfraw von dem lande rait.
Urlaub nam Hugdietrich, das wisset sicherlich, und mit im von Salneck dy edle künigin reich. wol hundert weisze maul(e) waren der künigin: ietleiches trug gen Kriechen ein schönes magedein.
Do hueb sich zu Salneck ein ungefüger schal, do dy herren von dannen zugen über al. urlaub namen sy von der muter, als ich euch beschaiden wil: do hueb sich von (vor?) der künigin maniger hand(e) spil.
Do kauft man auf der strasze was iederman begert, man tet da niemant schaden umb eins pfennings wert. sy riten zwainzig tag(e) mit der frawen wolgetan; dar nach an dem andern morgen sahen sy Konstantinopel an.
Do sande herzog Berchtung ausz in seine lant, gen hof kom geriten manig kuͤner weigant, er rait dem herren engegen(e) mit manigem piderman: er enpfieng in wirdiklichen und die frawen wolgetan.
Sy komen reilich(e) auf den hof geriten. sy paiszten von den pferden nach kaiserlichen siten, sy giengen mit der frawen hin auf den sal: do hueb sich in der purge ein ungefüger schal.
Vierzehen tag so lang(e) wert(e) dy hochzeit, das man in dem lande davon sagte weit. urlaub nam künig Walgund und al sein dienest man, von seiner lieben tochter hueb er sich von dan.
Er rait ausz dem lande, als wir haben vernomen, an dem achtzehenden morgen was er haim(e) komen. er kund(e) da haim(e) dy maͤr wol sagen ie, wie man es zu Konstantinopel mit seiner tochter begie.
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Es was ir marschalck worden der grafe Wülfin, und ritter Jörg ein kamerer der edlen künigin, und was ir pflegerin(e) dy edle margrafin: der torwart und der wachter musten auch herren sein.
Da het Hugdietreich dy frawen wol in das achte jar. sy gewan dennoch zwen sün(e), das sag ich euch fürwar, do hiess der aine Bug(e) der ander Wachsmut. dar nach in kurzer zeite verschied der künig gut.