In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
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1 Ez wart ein buoch funden ze Suders in der stat, daz het geschrift wunder, dar an lac manic blat. die heiden durch ir erge die heten daz begraben. nu sul wir von dem buoche guote kurzwile haben. 2 Swer in freuden welle und in kurzwile wesen, der Jaze im von dem buoche singen unde lesen von einem künicriche, daz hat Lamparten namen. daz endarf vor allen krönen sich des namen niht enschamen. 3 Ez wuohs in Lamparten ein gewalteger künic rich, dem was bi den ziten dehein künec gelich über elliu lant ze Walhen. daz bezeichente daz, die wile und daz er lebte daz er gewalticlichen saz. 4 Si muosten alle fürhten den künec und ouch sin her. diu lant het er betwungen von dem birge unz an daz mer: den zins si im muosten bringen. die bt im säzen do, die muosten alle fürhten sin gebot und ouch stn dré, 5 Durch künicliche wirde gap man im den pris. geheizen was er Qrtnit, ze sturme was er wis. Brissen unde Berne was im undertän. im diente Of Garte tegelich zwen und sibenzic dienstman.
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6 Näch rehter küniges wirde in siner jugende er ranc. im hulfen ouch die sine, daz er diu lant betwanc. zwelf manne sterke het der wundernküene man. im diente mit gewalte Rome unde Lateran. 7 Alsö der degen edele gebanket het den lip, dé rieten im die sine, daz er im name ein wip, diu im ze habene zieme und frouwe miöhte sin und ouch mit éren hieze über Lamparten ein künigin. 8 Dö sprach der künic edele ‘nu rätet, mage unt man, als ichs in minem lande aller tiuriste han, wa ich ein frouwen vinde, diu mir genózsam si, daz ich von ir geslehte der schame beltbe fri?’ 9 Dó sázens an dem rate wol ze fünf tagen und enkunden für die wärheit dem künege niht gesagen, wä si ein frouwen funden, dier mit éren möhte nemen, daz si sich ir rätes hernäch niht dorften schemen. 10 Dé sprach der margrave Helmnót von Tuscan ‘swaz künege uns sint gesezzen, die sint dir undertan. wir kunnen ninder vinden dishalp mers übr elliu lant, da ist kein künec sö riche, er müeze dienen diner hant, 11 Do sprach von den Riuzen et der künic Yljas, J. 28,2. wan er dä näch Ortniden der tiweriste was ‘ich weiz eine frouwen schane und wol geborn, der gebat nie man, er hiete daz houbet sin verlorn. . dach 20 12 Dö sprach der künic Ortnit ‘nu sage mir fürbaz, Yijas lieber œheim, wa von mac wesen daz? wer ist ir geslehte? wer mac diu frouwe sin? mac si mit éren heizen über Lamparten kinigin?’ 13 ‘Ir vater wil ich dir nennen, der heizet Machorel,
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geborn von Muntabüre: sin lip hät mören vel. im dienet heiden mêre, dan dir kristenheit. ze Jerusalém der herre die küneges kröne treit. 14 Suders in Sürie daz ist sin houbetstat. swer in botscheften der frouwen ie gebat, waz wil du mér ze frägen ? si wirt nimmer din. 15 Si liuht üz allen frouwen, als daz schwne golt tuot neben krankem blie: daz du gelouben solt. si liuht üz allen wiben reht als diu röse tuot. ez wart nie kint só schene, man seit si si ouch guot.’ 16 Do sprach von Lamparten der kúnic Ortolt ‘nu bringet mich des inne, ob ir mir wiege sit. ich wil mich getrwsten des künicriches min, ich muoz den lip verliesen, mir enwerd diu künigin.' 17 Do sprach der künec von Riuzen ‘nu si ez gote gekleit, daz ich dir disiu mre hiute han geseit, diu nach dinem töde dir üf erstanden sint. ich widerriete ez gerne: du bist miner swester kint.’ 15 ‘Swer mir daz widerretet, dem wirde ich nimmer holt. ich han geheien lange silber unde golt: den hort wil ich nu bieten, ich gewinne ein kreftic her. ez ergé mir swie got welle, ich muoz nach ir hin über mer.’ 19 ‘Kumst du ze Muntabüre, sö sich die zinnen an. zwei und sibenzic houbet hat er gestecket dran E RI gen die er durch der frouwen willen hät boten abe geslagen. daz ich ir ie gedähte, daz wil ich gute klagen!’ 20 Dé sprach der Lamparte ‘wie ist im só liep sin kint, daz mir só gröze jámer dá von nu kúnftic sint? er sol nach sinem rehte geloublichen tuon, EN nf Kuren gebe si einem manne: só hät er tohter unde suon.' AY fe 7%, 3b /
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21 ‘Daz ist im wol geräten, des hät er keinen muot, und wil dich des berihten war umbe ers niht entuot. er hät im für gesetzet des er sich solde schemen: swenn im die muoter stirbet, sô wil er die tohter nemen. 22 Er siehe gerne töten der frouwen muoter ltp, durch daz sin schwne tohter wurd sin liebez wip.’ ‘daz sol im got verbieten’ sprach der künec Ortnit. “ich geruowe nimmer, unz si mir nähen lit.’ 23 Dé sprach aber von Riuzen der kúnic Yljas ‘sit du din gemüete dar an gewendet has, vil manegem Lamparten wirt diu reise ein suontac, iedoch wil ich dir helfen só ich aller beste mac.’ 24 ‘Swer mir der reise hilfet, dem bin ich immer holt. im si ouch mit geteilet min silber und min golt, lant unde bürge dar zuo liute unt guot. ich wil im immer danken, swer ez williclichen tuot. 25 Dem bin ich immer wege die wile unde ich lebe. daz mir got die salde und daz gelücke gebe, daz ich den heiden irre siner unreinekeit, | und ouch die meit schene bring her in die kristenheit! 26 Vil liebe schargenöze, wir müezen üf den sé. got uns der selden gunne, daz ez uns wol ergé. swelch kristenman erstirbet, dem wil ich geben tróst: dem ist ouch immer mere sin reiniu séle erlöst. 27 Nu lat iuch niht verdriezen, vart williclichen dar. wir müezen danne fliezen mit ritterlicher schar. swer mir nu helfen welle, der bedenke sich enzit: mit frelichem muote’ sprach der künic Ortnit 28 ‘Sul wir die heiden teten, die ninder kristen sint.’ dô sprach Yijas von Riuzen ‘du bist miner swester kint. von rehte sol ich wägen bi dir lip unt leben. ich wil dir fünf tüsent ritter und ouch mich selben geben.’ 29 Dô sprach der Lamparte ‘du hast in kurzer frist mir daz wol erzeiget, des du mir schuldic bist.
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getriuwer friunde hilfe diu ist vil wümiclich, und sent mich got her widere, ich mére dir din künicrich.' 30 Dé sprach ùf Garte der burcgräve Engelwän Bach S9, 15, ‘du hast af dirre bürge zwén und sibenzic man, 59. 39, 3 den bistu zeinem vogete gesetzet und geborn, und klagent si daz sére, solt du dá werden viorn’. 3ı Mit zorne sprach sin bruoder der küene Helmnöt ‘du enweist war umb du ritest näch frouwen in den töt. du soltest wol billiche bt dinem lande sin: eins richen fürsten tohter wer dir wol künigin.' 32 Dö sprach der Lamparte ‘du maht mirz niht erwern. fürhtest du des libes, sô solt du mir niht swern. du hast doch ie geheret’ sprach der künec Ortnit ,2%ef/- ‘daz biderbes mannes erbe in allen landen lit’. 33 Dé sprach der truhseze, ir vater Hiuteger, ‘wir wizzen dinen ernest und irren dich niht mer. dir gebent of dirre búrge zwen und sibenzic dienstman ieslicher hundert ritter, wilt du sis niht erlän.’ 34 Dö sprach der Lamparte ‘daz ist ein friundes rät. sit disiu burc ze Garte sô manegen ritter hät (vor aller miner hilfe’ wärns ie min erster strit), si suln der marke húeten' sprach der künic Ortnit. 35 ‘Fürsten, graven, frien und edele dienstman, swaz ich der äne Garte in minem lande han, die mich williclichen dirre vart gewern, wir suln uns ellenden: des mac ich niht enbern’. 36 Dö sprach der margräve Helmnöt von Tuscan “só nim von mir ze stiure fünf tüsent küener man: die wil ich mit dir senten, herr, über den wilden sé. sol ich selbe mit dir (liezen, %,# só wirt ir lihte mé. 37 ‘Got lôn dir diner gäbe’ sprach der künec Ortntt, ‘du häst mich gestiuret üf lobelichen strit. . , y
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ich bevilh dir úf din triuwe beidiu liute unt lant. 38 Richer fürste reiner, dast wol ze dir bewart. swenn ich von lande rite mit lieber hervart, Garte und al min ére sol dir bevolhen stn. ich bevilh dir ouch min muoter, herre, üf die triuwe din.’ 39 Dö sprach von Troyen der herzoge Gerwart sich wil dich, hérre, stiuren zuo diner hervart: nim fünf ene Ide, la dirs endanke stn, und wilt, ich v] iuzé Auch selbe mit dir nach der künigin. 40 Dö sprach der Lamparte ‘des wil ich muoten niht. du hast mich wol gestiuret, swaz et mir geschiht, daz du mir hast geheizen só manegen stolzen degen: du solt hie heime selbe des hergebirges phlegen.” ya 2, 2%, N 41 Dé sprach der von Cecilje, der heiden Zacharis ybl, 4 “ich sitze in dime gedinge, du bist min oberstez ris. des du ander liute vlégest, daz tuon ich ungebeten. ich wil dich höhe stiuren, swenn du úf den sé wilt treten. 42 Swenne du wilt fliezen ùf den sé vome staden, ich wil dir zwelf kiele vol richer spise laden und mit dem besten wine, den man künegen ie getruoc. nu sitz üf swenn du wellest, ich gibe dir driu jar genuoc. 43 Ich wil dich höhe stiuren, richer künec Ortnit: . zweinzic tüsent helden phelle und samit, richiu tuoch von golde wol gewefelt und geweben, des wil ich dir den vollen und zweinzic tüsent helden geben.’ 44 Dö sprach der Lamparte ‘ich wil füeren über se drizic tüsent helde und dannoch liute mé. dar an solt du gedenken: ich wil mit freuden varn. die ich hie heime läze, die müeze got bewarn.
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45 Ir sult dar an gedenken, ir helde, sit gemant, ich wil deheinen füeren, od er habe sturmgewant, er si ouch ein edel ritter oder ritters genóz: mir envolgt deheiner, ist im ein vinger blöz.’ 7. 46,3. 47,» 46 Dó sprach der kúnec von Riuzen “ich füer dir über sé fünf túsent sneller helde, lieht als ein sné in liehten stälringen: ninder man si blecken siht. swar ich minen vanen neige, dá von koment si niht.' 47 Dó sprach der margráve Helmnót von Tuscán ‘ich wil dir enphelhen manec höhez kastelán. fünf tüsent sneller helde, daz ist min Erster gruoz: so geswiche mir din triuwe, ob in inder blecke ein fuoz, 48 Er si mit stälringen bedecket und bewart.’ dö sprach aber von Troyen der herzoge Gerwart ‘Nutschir und Bönavente daz ist mir undertan: dar üz wil ich dir senden ouch fünf tüsent man 49 In liehten stälringen, edel und wol geborn, _ als ich dirs in minem lande aller beste han erkorn’. ‘ir habt mich gestiuret’ sprach der künec Ortnit ‘mit fünfzehen tüsent helden üf der argen heiden strit. 50 Vind ich noch hundert tüsent, den wil ich geben solt. swer hinder mir belibet, dem wirde ich nimmer holt.’ (dé sach man manegen dringen durch gäbe und ouch durch guot, ‚Jar dranc ouch sumelicher durch sinen höhen muot. 51 Si wären alle willic dem richen künege her. des gesach ir sumelicher Lamparten nimmer mer. ros unde ringe wurden da gegeben: durch des guotes willen wagten si daz leben. 52 Vil manege knappen junge enphiengen von im swert. ‘wol mich’ sprach der Lamparte ‘daz iemen guotes gert. { ez stét ein turn ze Garte, dar inne lit min hort, ` der ist gefult mit schatze von bodem unz an den bort.'
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die siner kamere phlägen die schuofen daz man schreip ` 4 drizic túsent schilte und als manegez ritters dach: die wáren ouch bereitet, daz des niht dá gebrach. 54 “(Eheim unde herre’ sprach der künec Yijas, “sint du von starkem guote die grözen kraft häs_ und ouch sö riche wirde, nu kius dir einen man, der dir geräten kunne: an wen wilt du dich lin? 55 Dö sprach der Lamparte ‘ich bin diner swester kint. sit daz die fürsten alle in unserm gwalte sint, ich wil dich ze vater kiesen: du bist der vater min. die liute und ouch mich selben enphilhe ich of die triuwe din.’ 56 ‘Ich sage dir’ sprach der Riuze ‘und verstu uf daz mer, du maht vil wol ertrinken, du und al din her: der segelwint ist bese, ez ist noch niht varens zit.’ ‘ich var, als du gebiutest' sprach der kúnic Ortnit. 57 ‘Swenn uns der meie erschinet, gegen den liehten tagen, só bite des dine friunde, daz si ir helden sagen, daz si sich bereiten, swie ez in dar näch erge, daz wir mit vogelsange varn úf den wilden sé.' 58 Dó sprach von Lamparten der künic Ortnit ` ‘sint elliu min freude und wúnne an iu lit, só leistet iuwer triuwe, die ir mir habt gegeben. daz wil ich verdienen, und sol ich lange leben.’ 59 Diu triuwe wart geleistet, si lobten im alsó daz siz vil gerne teten. des wart der künic fro. dem künege wart der winder und die kurzen tage lanc - 66. jda von daz in diu minne und der meide scheene twanc. 60 Si waren frö der vlege, swes er si wolde biten. urloup si dö nämen, von Garte si dö riten. mit minneclichem muote er in allen urloup gap. des volgte tugent und ére dem künege in sin grap. 61 Do si alle von im schieden unz an den’einen man, den beiden von Púlle, den wolde er ninder lån,
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und ouch den künec von Riuzen (die zwéne het er erwelt, die warn in stnem lande ze den besten uz gezelt), 62 Dô sprach der Lamparte ‘got laze mich geleben, daz ich dir des gedanke, daz du mir hast gegeben, tugentricher heiden, des ich dich nie gebat. und woldest kristen werden, ich hiet dich an bruoder stat.’ 63 ‘Enruoch bin ich ein heiden, und ist min triuwe guot, ob ich dir mér gediene dan dir ein kristen tuot. min triuwe ist unzebrochen, swaz dir an die sorge gat. ich diene dir als gerne, als der touf enphangen hat.’ 64 Dö sprach Yijas von Riuzen ‘ez nahent gegen den tagen. du solt im wol getrüwen, bit dir den heiden sagen, wa du die kiele vindest, die er dir geben wil. daz du dich dar näch rihtest, bit dir geben ein zil.' 65 Dé sprach der wise heiden ‘wa möhte ez anders sin, da er die kiele funde, ezn geschehe in Messin, in minem künicriche und in miner besten habe, dä alle marnzre sitzent ùf unt abe?’ 66 Dò sprach der Púlleschere ‘nu laz mich, hérre, varn, sol ich dine kiele beribten und ouch dar zuo bewarn, daz du si alsó vindest, als ich gelobet han.’ dé sprach der Lamparte ‘wie wol ich dir des gan! 67 ‘Ich wil ouch gegen Riuzen’ sprach der kúnic Yljas. ‘ez nähent vaste dem järe, daz ich dä heime was. ich she gern dá heime min wip und ouch min kint. ich muoz die helde schouwen, die dir geheizen sint. 65 ‘Got gesegen iuch beide sprach der künec Ortnit, ‘und läze iuch des geniezen, daz ir getriuwe sit, daz ir só gerne leistet min bete und min gebot. ich getar iuch niht mé irren: nu gesegen iuch got.’ 69 Sus gap er in beiden urloup äne danc. niwan von sagenden dingen der meide schoene in twanc. im het ouch ir minne vil nach benomen den sin. Ortnides áventiure ist jezuo einiu hin.
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II. 70 Mit zühten sprach sin muoter, daz minnecliche wip ‘du wilt in gröze sorge bringen dinen lip. du soldest billiche haben diner friunde rät. ez ergét vil selten ebene, swaz man ane rat begat.’ 71 ‘Muoter unde frouwe' sprach der künec Ortnit, ‘du solt mir niht weren den willen noch den strit. swaz du mir gebiutest, frouwe, daz geschiht: hiet aber ich tüsent muoter, ' durch die belibe ich niht.' 72 “Ich solz niht widerráten' sprach diu kúnigin, ‘vater unde hérre, man unde kindelín, sit dichs só sêre lustet, © sô wil ich dirz niht wern. nu múeze dir gelúcke und sælde got dar beschern.’ 73 Dé sprach der Lamparte ‘mir ist ein troum bekant. vil lieber kamerere, nu brinc mir min sturmgewant.' dö sprach mit klagenden worten daz minnicliche wip ‘sun, du geruowest nimmer, dune verliesest dinen ltp. 74 Dö sprach der Lamparte ‘frowe unde muoter min, ein man mac ouch nimmer an ungelücke sin. dem ich mich bevilhe, der muoz mich bewarn. ich han geruowet lange, ich wil aber irre varn. 75 Ich han nach Aventure nu lange niht geriten. muoter unde frouwe, du solt mir guotes biten, wan ich dich nie erzurnde: des ich geloubic bin. und werest du mir die reise, só wil ich doch dä hin.’ 76 Dó sprach diu frouwe in zühten ‘du bist mtn liebez kint, sit alle mine mage an dich gedigen sint und ouch an minen bruoder, dinen ceheim Yljas, den künec von wilden Riuzen, der dir ie getriuwe was.’ . d pr:
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77 ‘Bringt mir mine ringe’ sö sprach der helt balt, ‘ich muoz nach aventiure riten in den walt. mir ist min muot só ringe, mir gelinget lihte wol. der biderbe an allen dingen sin heil versuochen sol.’ 75 Dé sprach stn liebiu muoter ‘du wilt in sorgen leben. und suochest äventiure, ich wil dir min stiure geben, daz du mir immer mere muost deste holder sin. swenn du von mir ritest, só gibe ich dir daz vingerlin.' 79 ‘Muoter unde frouwe, ich swer dir einen eit, daz ich ez niemen gibe, ist ez dir anders leit.’ ‘sun unde hérre, nu habe dir daz golt: und gist duz aber iemen, ich wird dir nimmer holt.’ 80 Alsó der Lamparte daz vingerlin ersach, er schouwetz fliziclichen, er lachete unde sprach ‘nu weste ich harte gerne, vil liebiu muoter min, wa von só liep dir were ` ditz kleine vingerlin?’ sı ‘Daz vingerlin ist riche, und dunct dich nihtes wert. du suochest äventiure: sit des din herze gert, wil du in die wilde riten, só láz ez von dir niht. du vindest äventiure, von dem steine daz geschiht. §2 Du solt mir daz gelouben, ditz selbe vingerlin, daz du daz niht engebest, ob diu riche waren din. daz golt hät nutzes kleine, der stein ist aber só starc: ez frumt dir an disem järe über fünfzic tüsent marc. $3 Só du von Garte ritest, só ker zer lenken hant über ronen und über gebirge neben der steinwant, und warte wä ein linde under dem gebirge ste und üz der steinwende ein kúeler brunne ge. $4 Diu linde diu ist grúene, dar undr ein anger breit. fünf hundert rittern schöne diu linde schate treit. kumstu under die linden, só muost du mir des jehen. solt du áventiure vinden, daz muoz aldá geschehen.' 55 Dé neic der Lamparte der lieben muoter sin. si sprach ‘du solt niht bergen, sun, daz vingerlin.
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swar du wellest riten, só láz ez blecken bar. solt du 4ventiure vinden, die wiset ez dich dar.’ 86 Dó reit der Lamparte vil unverzeiter dan von der burc ze Garte an alle stne man. daz was den getriuwen und den biderben leit, daz er des niene wolde, daz iemen mit im reit. 87 Dô meit er daz gevilde als in sin muoter bat, und kérte in die wilde áne sträze und ane phat. dé habte er gegen der sunne daz vingerl und die hant. er reit gréz ungeverte ze tal die steinwant. 88 Dé kom er in ein ouwe neben dem Gartesé. da sprungen uf der heide bluomen und der klé. die vogele schéne sungen, dé hörte er süezen déz. die naht het er gewachet, des ritens in verdröz. 89 Diu sunne gegen dem morgen durch diu wolken schein. do beschouwete er vil dicke daz golt und den stein. dö vant er über anger daz grüene gras geweten: er sach mit kleinen füezen ein smalez phat getreten. 90 Dem selben phade er volgte under die steinwant, dä er den küelen brunnen und ouch die linden vant. er sach die grüenen heide und ouch der linden ast. si het ouch Of ir rise vil manegen werden gast. 91 Die vogele dar af sungen vil lite wider strit. ‘ich wen ich rite rehte’ sprach der künec Ortntt. do erbeizte er von dem Tosse und zöch ez an der hant. dö freute sich sin herze, da er die linden vant. 92 Die linden schowet er lange, er lachete unde sprach ‘daz wizze got von himele, du bist ein schonez dach. ez gie von einem boume nie só súezer wint.’ dó luogte er under d'este: er sach ein kleinez kint, 93 Daz het sich gedrucket nider ùf daz gras. done weste der Lamparte leider wer ez was. ez truoc an stnem libe die aller besten wát, die jungez oder altez in der werlde inder hát.
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94 Mit edelem gesteine was gezieret sin gewant. dö er daz kint aleine under der linden vant, “ouwé wå ist din muoter ?' sprach künic Ortnit ‘din lip vil unberuochet under disem boume lit. 95 Du hast an dinem libe vil ritterlichiu kleit. ich getar dich niht geschrecken. wie bin ich só gar verzeit? durch din kindes schene tar ich dir niht getuon. daz wolte got von himele, und werest du min suon! 96 Du bist in kindes mäze, des vierden järes alt. ob ich dich mit mir fuorte, waz hulf mich der gewalt ? ich hiet sin lútzel ére, sit niemen hüetet din. ouwé wä ist din muoter, vil liebez kindelin 7 97 Von golde und ouch von siden was sin gewate gar. dé stuont er unde schouwet den lip und ouch daz har. . in dühte harte schene daz kint und ouch ein dach. ez kom von einem steine, daz er in ligen sach, 98 In einem vingerline, daz fuorte er an der hant. er stuont in manegem muote da er ez ligende vant. er sprach ‘din gröziu scheene und din wat ist alsó guot: swie ich dich eine vinde, du bist niht unbehuot. 99 Ich bin näch Aventiure geriten dise nabt. nu hat mich got der guote under dise linden braht. sit ich nach áventiure her geriten bin und ich niht ‘anders vinde, sd muost du mit mir hin.’ 100 Sin ros daz hafte er vaste an ein der linden zwi. er sprach ‘ich wil versuochen ob iemen bi dir st. wenne wil du wachen?’ der Lamparte rief. der kleine brähte in inne daz er niht vaste slief. 101 Er wolde in zuo dem rosse in kindes wise tragen. des wart im zuo der brüste ein grozer slac geslagen : der kleine dé den grézen mit der viuste sluoc. dö half im des sin sterke, daz er in niht entruoc. 102 Dö sprach der Lamparte ‘swer sine vinde spart und sine friunde erzürnet, der hät sich niht wol bewart;
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der mac lihte an beiden vil grözen schaden nemen. sm:eher vinde und kleiner wunden sol sich nieman enschemen. 103 Wie bist als ungefúege?” sprach der kúnec Ortnit. - “wá von kumt dir diu sterke, diu an dinem ltbe lit? du wilt mir entrinnen Ìfht âne minen danc.’ sich segent der gróze dicke, do er mit dem kleinen ranc. 104 Der gróze was erzúrnet, der kleine der was fró. der eine lachete lúte, dem andern was ninder só. doch zóch an der lenge des grözen sterke hin. do betrouc den kleinen sére stn höchvart und sin sin. 105 Von sinem grözen spotte wart im stn pris benomen. und hiete er niht gelachet, só hiet ern niht überkomen. der gröze nam den kleinen und warf in üf daz gras. daz kom von den schulden daz ez sin wille was. 106 Zwelf manne sterke het der ungefüege man. den kleinen behabte er küme, daz er im niht entran, alsö von dem grözen der kleine nider lac, dö greif er zuo dem swerle und wolde im einen slac 107 Haben geslagen mit nide, der im gienge an sinen lip. “lá stan’ sprach der kleine, ‘du möhst gerne slaben ein wip. wilt du mich sére schelten und dar zuo ze tóde erslán, des hästu lützel ére: du maht mich gerner van.’ 108 Dé sprach der Lamparte ‘des entuon ich niht. ich han stn immer schande, swá man dich gevangen siht. só getar ich diser mere von dir niht gesagen. des geloubet ùf mich niemen, daz ich dich habe erslagen. 109 Swa ich dich nu fuorte mit mir gevangen hin, só spotten min die liute, wan ich der gréze bin. sé sprechen alle liute “wie tibelz Ortniden stat, daz er ein kleines kindlin durch ruom gevangen hät.” 110 Wil dich min swert sniden, sé muost du ligen tét. ich kom von einem manne nie in só gróze nöt. du brahtest mich in schande, liez ich dich lange leben.’ ‘entriuwen’ sprach der kleine, ‘du muost mir fride geben.’
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111 Dö viel im ze fuoze der vil lútzel geschaft : “lá mich, kúnic Ortnit, durch dine hérschaft! só gibe ich dir ze minne ein sé guote sarwat, daz niemen in der werlde sd vestes niht enhat. 112 Funfzic tüsent marc geltes ist diu brünne wert. zuo dem halsperge wil ich dir geben ein swert, daz alle ringe schrötet als si nie gewunnen stal. ja wart nie helm sö veste, ez tete im schaden mal. 113 Zuo dem halsperge geherrt ein beingewant. däst ninder rinc só kleiner, in smitt min selbes hant. werdent dir die ringe, du solt in wesen holt. dä ist niht valsches inne, ez si allez lüter golt. 114 Ich wene ouch in der werlde iht sd guotes st. ich namz in einem lande, daz heizet Aräbt. daz golt ist valsches äne und ist lüter sam ein glas. ich namz an einem berge, der heizet Kaukasas. . 115 Zuo den liehten ringen gib ich dir einen schilt só vesten und só starken, ob du mirs danken wilt, den nie geschöz verwundet noch deheines swertes slac, noch deheines fiures hitze dar durch gewinnen mac. 116 Daz swert wil ich dir nennen, des varwe diu ist lieht. swaz du dä mit gestritest, sé hat ez scharten nieht. diu klinge heizet Röse, die nenne ich mit namen. swä man elliu swert erziuhet, du darft dich sin niht schamen. 117 Zuo allem dem gesmide gib ich dir ein houbetdach, daz man ob ritters houbet sd schcenez nie gesach. der man ist immer szlic swer den helm treit. man kiuset ouch sin houbet über ein halbe mile breit.’ 118 Dé sprach der Lamparte ‘sftt só gröze gäbe gist, sô wil ich dich niht enläzen, du sagest mir wer du sist.’ - dö sprach aber der kleine ‘ich bin ein wildez twerc. mir dienet in Lamparten manec tal unde bere, 119 ‘Nu sage mir wie du heizest’ sprach der kúnic ricH. ‘wil du mich gerne nennen, sö rüefe ot Alberich.’
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dô sprach der Lamparte ‘du bist läzens ungewert. ja mac dich niht gehelfen din brünne und ouch din swert, 120 Noch swaz du mir geheizest unde ouch maht gegeben. daz mac dir niht gehelfen, daz ich dich laze leben. ich slah dir under der linden abe daz houbet din, du helfest mir erwerben ein schenez magedin.’ 121 ‘Wer ist si, der du muotest? sprach aber Alberich. ‘ist si libes oder guotes ein küniginne rich? mac aber si mit Aren heizen wol din wip, so erwirbe ich dir die frouwen, oder habe dir minen Ip. 122 ‘Ir vater hat vil lande jenhalben an dem mer. ich getrüwe ir niht gewinnen, ichn suoche si mit her. ir vater ist als unreine, - der wil si niemen geben: nieman tar ir gemuoten, man enneme im sa daz leben. 123 Er ist ein künec gewaltic. über al die heidenschaft hät er gen allen künegen enhalp meres gröze kraft. er ist üf Muntabüre, da hät er heimlich.’ ‘vil wol ich in erkenne’ sprach aber Albertch. 124 ‘Wil du mich noch lazen’ sprach der vil kleine man, ‘sô wil ich dir leisten daz ich dir gelobet hän, dé sprach der Lamparte ‘ich wen des niht ergé. du wirdest ledic nimmer, dune setzst mir búrgen é.' 125 “Du wilt mich höhe twingen’ sprach der kleine knabe, “du eischest von mir búrgen, ich wen si ninder habe. du solt gotes gedenken' sprach der vil kleine man, “lá mich, ich wil dir leisten daz ich dir gelobet han.’ 126 Dö sprach der Lamparte ‘hie wirt lázens niht, unz an die liehten ringe daz die min ouge an siht.’ ‘entriuwen’ sprach der kleine ‘si werdent nimmer din die wile ich muoz gevangen in diner gwalte stn.’ 127 ‘Nu rat daz beste uns beiden’ sô sprach der künic rich. ‘des wil ich dich bescheiden’ sprach aber Alberich,
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‘la mich of min triuwe, dir mac guot von mir geschehen.’ ‘nein ich’ sprach der Lamparte, ‘ich muoz die ringe é sehen.’ 128 ‘La mich of min triuwe, só get dir freuden zuo. du maht mich gerne läzen, ich binz ein künec als duo. mir jehent mine genózen daz ich getriuwe st. swie vil du häst der lande, ich han mére dan din dri. 129 Du hast ob der erde gewaltes harte vil, só han ich dar under alles des ich wil. ich gibe wol swem mich lustet silber unde golt: ein man der wirt gerichet, wird ich im mit triuwen holt. 130 Nu lä mich’ sprach der kleine, ‘ich swer dir einen eit und gibe dirs min triuwe und mine sicherheit, daz ich dir niene liuge’ sprach aber Albertch. ‘ich wage ez Of din triuwe’ sprach dé der künic rich. 131 Von im stiez er den kleinen. vor im er schöne stuont in zühticlichen vorhten, als die gevangen tuont. dé sprach der Lamparte ‘sit du ungevangen stäst, nu hin und brinc mir balde daz du mir gelobet hast.’ 132 Mit zühten sprach der kleine ‘nu gewer mich einer bete durch aller künege wirde, è daz ich von dir trete.’ dô sprach der kigc Ortnit ‘waz mac diu bete sin?’ mit zühten sprach der kleine ‘ez ist niht der schade din.’ 133 ‘Nu láz mich doch hæren, swes du gebiten maht.' mit zühten sprach der kleine ‘ich hän mirs vor gedäht, ich wil din dienest immer und din eigen sin: durch aller künege wirde gip mir din vingerlin!’ 134 Dö sprach der Lamparte ‘entriuwen, ich entar. ich gebe dirz vil gerne, ez ist mir verboten gar. swes du anders an mich muotest, des wil ich dich gewern. ich gebe dirz vil gerne: ich mac sin niht enbern.' 135 Dé sprach aber der kleine ‘war zuo ist ez dir guot? «waz sol dir kúnicriche, du habest ouch milten muot? daz dich sé sére erbarmet ditz kleine vingerltn! bet ich dich dines rosses, ez wurde ouch nimmer mtn!’
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136 ‘Ich gebe dir noch lieber ein burc oder ein lant, daz ich dir iezuo gebe daz golt ab miner hant. daz aber din muot só sére näch disem golde tobt! ‘ich gebe dirz vil gerne: nu han ab ichz verlobt. 137 Ez gap mirz min muoter, der han ichz versworn. ich fürhte, ob ich dirz gabe, ich hiete ir hulde verlorn.' ‘ouwé’ sprach der kleine, ‘zwiu sol dir din grözer lip und ouch din mannes sterke, und fürhtest du ein wip? 138 Daz du só sére fúrhtest eins wibes gerten slac! ich wen din ltp von wunden nimmer genesen mac.' “si hát in guoter wile nie mit gerten mich geslagen. mir ist aber só liep min muoter, daz ich gerne wil vertragen. 139 Vil we tuot minem herzen, swenn ez si trüren siht. nu lache oder zürne, ich gibe dirs zwáre niht.’ ‘entriuwen’ sprach der kleine, ‘du maht niht gewern mich! ich fürhte, ob du mirz gebest, din muoter slüege dich. 140 Ich wene er wart nie künege sö liep ein vingerlin. maht du michz doch läzen schouwen uf die triuwe min?’ er sprach ‘sit du s6 sére näch disem golde strebest, nu gip mir des din triuwe, daz du mirz wider gebest.’ 141 Er wolde ins niht erlazen, er múeste i eide swern. er greif im nách der hende: des torste er im niht wern. als er im ab der hende daz vingerlin gebrach, zehant verswant der kleine, daz er stn niht ensach. 142 Dó sprach der Lamparte ‘sag an, wa bist du hin?’ mit zorne sprach der kleine “nu enruoche, wá ich bin! du hast von diner hende ein vingerlin gegeben, daz du niht überwindest, und soltu lange leben. 143 Dô du mich Erste vienge und mich din ouge sach, von disem selben steine daz gelücke dir geschach. ich müest dir immer dienen hiets du daz vingerlin. nu hebe dich, swar du wellest: ez wirt nie mére din. -
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144 Dé sprach von Lamparten der kainic Ortnit ‘lat mich des geniezen daz ir ein künic sit, sit ich uf juwer triuwe mich hie gelazen han. swaz ich noch guotes hiete, daz were iu undertän.' 145 Mit zühten sprach der kleine ‘du hast niht wisen muot. swaz dir din vater retet und din muoter, daz ist guot. wa sehe du ùz henden ie geben gewunnez spil? mir ist der stein só nutze, «laz ich dirz niht geben wil.’ 146 Dé sprach der Lamparte ‘sé bin ich ungewert. wil du mir aber bringen den halspere und daz swert? daz du mir hast geheizen, des mache ein teil doch war!’ ‘ich kér mich’ sprach der kleine ‘an din rede niht umb ein har.’ 145 Dò sprach der Lamparte ‘mir ist übele nu geschehen. möhte ich dich erloufen od kunde ich dich gesehen, daz du mir hast geheizen, daz müesest du mir tragen, od du wurdest bi dem beine vaste umb disen stein geslagen.’ 145 ‘Zwiu solten dir die ringe ? sprach aber Alberich ‘oder waz sol einem tóren só höhez künicrich ? ich wil die ringe senden einem der ir baz bedarf.’ mit ungefüegen steinen er im dö näch warf. 149 Dé gurte er sinem rosse in zornegem muote baz. von danne wolte er riten, in zorne er dar Ùf saz. in vil grimmen muote reit der künic rich. ‘her, guot man, belibet!’ sprach aber Alberich. 150 ‘Wem wil du nu läzen din liebez vingerlin? od wer sol dir hulde gewinnen umb die muoter din? du mahtz ungerne vliesen: der stein ist alsó guot. wie mich die slege erbarment, die dir din muoter tuot! 151 Do sprach der Lamparte ‘des muoz ich mich verwegen. ich bin doch miner muoter sd nähen bi gelegen, daz ich billtche lide swaz mir von ir geschiht. wir sin gefriunt só guote, si sleht mich ze töde niht" 152 “Ich wil dich baz getr&sten’ sprach dö Alberich. ‘gip mir des din triuwe, gewalteger künic rich,
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daz du des niht enzürnest, swaz ich von der muoter din red oder müge gesprechen: só gibe ich dir daz vingerlin’. 153 Dé sprach der Lamparte ‘ich liez dir é din golt. und maht ouch reden só úbele, ich wurd dir nimmer holt. du maht só sére sträfen daz tugentriche wip: west ich wá ich dich funde, ich nem dir dinen lip.’ 154 Mit zühten sprach der kleine ‘öwol dir, selic kint, du häst der triuwen eine, da die liute behalten sint.’ dö sprach der Lamparte ‘jà muoz ichz nu vertragen swaz du von ir sprichest. wenne wilt die warheit sagen ?’ 155 ‘Ich sage von diner muoter niht wan die warheit. du zürnest eine wile, und wirt dir doch nimmer leit. ich mach dirz alsé süeze, daz duz wol hæren muost. gip mir des din triuwe, daz du mir iht entuost’, 156 Dö sprach der Lamparte ‘ich wil dirs min triuwe geben, daz ich dich niht erzürne al die wil wir leben. ein man mac des waren reden alsé vil; du maht reden alsé lange, daz ichs niht heren wil’. 157 Mit zühten sprach der kleine ‘ez muoz nu gelobet sin. ich warte üf dine triuwe, sé hin din vingerlin!’ dé sprach der Lamparte ‘sô bin ich dir holt. ich enruoch waz du geklallest, und wirt mir wider daz golt’. 158 Der Lamparte listic ` und ouch der starke was. daz golt muost er im bieten: dô warf ern ut daz gras. zuo im gesaz er nidere ‘nu sage mir, besser geist, é ich dich talanc laze, du sage mir swaz du weist’. 159 Daz golt an sinen vinger der Lamparte stiez. alrérst sach er den kleinen, von im er in niht liez. dé sprach der wilde wise ‘her kúnec, wie sêre ir tobt! nu hüetet iuwer triuwe! waz habt ir mir gelobt? 160 Dô sprach der Lamparte ‘geselle, ich tuon dir niht, und freut sich min herze swenn dich min ouge an siht.
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mir ist din lip noch lieber dan daz vingerlin. sage allez daz du wizzest von der lieben muoter min’. 161 ‘Sô sage ich din muoter vor allem wandel vri. ich wen ein wip só guote in Lamparten ninder si. doch hat si ein teil dinges in iren tagen getan: sich, wer din vater ware? si het zwene man.’ 162 Dö greif er in daz mezzer, dò greif er in daz swert. der kleine ware läzens von im gerne gewert. do erbleichte im sin varwe, er wart vil dicke röt. er sprach ‘nu sage niht mere und lá mich ane not. 163 ‘Ich fúrhte mir niht sére' sprach der lützel Alberich. ‘nu schöne diner triuwe, biderber künic rich. sich verkeret harte dicke iwer herze und iuwer muot, und sit doch só getriuwe, daz ir mir niht entuot. 164 Ich dunke iuch gar ze kleine und sit über mich ze groz, und sit über alle künege baz danne risen genúz. unser lide an uns beiden vil ungeliche sint. swie gréz ab ir iuch dunket, só sit ir doch min kint’. 165 Dé sprach der Lamparte ‘du hast iezuo gelogen. breche ich niht min triuwe und wer niht ungezogen, min herze ist ungefüege und tar doch niht getuon’. er sprach üz zornes munde ‘und bin ab ichz din suon?’ 166 Mit zühten sprach der kleine ‘du bist min kindelin’. ‘des muoz üf einer hürde brinnen diu muoter min, daz bi ir iemen mere für minen vater lac. und vinde ich si ze Garte, si geniuzt sin nimmer tac’. 167 Mit zorne sprach der kleine ‘du bist hie äne sin. du bist da von gehöhet, daz ich din vater bin. din selde und din gelücke ist dir unbekant. du häst von miner lere beidiu bürge unt lant. 165 Dô ich bi diner muoter alrerste ie gelac, daz was in grienem meien umb einen mitten tac.
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si weinte harte heize dó ichs alrérst betwanc. du solt mit ir niht zúrnen, ez geschach án iren danc. 169 Dinen vater und dín muoter diu hórte ich sére biten nách alteclichem orden in trúriclichen siten, daz in got bescherte ein kleinez kindeltn. des bat din vater sére und ouch diu muoter din. 170 Swie liep si einander wáren, doch wil ich rehte sagen, diu frouwe von dem manne moht kindes niht bejagen. doch was si ouch só gehiure dazs ir keinen mér erkós. si klagten beidiu tiure daz ir lant wurde erbelós. 171 Ich gedáhte in minem muote “und stirbet nu der man, só wirt zehant verstózen diu frouwe wol getán: daz lant muoz immer mére mit unselden leben“. do gewan ich si ze wibe: daz sol mir got vergeben. 172 An ir schenem bette si eines tages Saz. si wunscht nách liebem kinde, ir ougen wurden naz. in der kemenäte torst niemen bi ir sin, durch daz si weinen muoste; dá liez si niemen In. 173 Dé stuont ich vor ir bette und hört waz si dö sprach. dä von wart ich ir gwaltic, daz si mich niht ensach, swie sere si sich werte, sö wart si doch min wip: nu nim mich alsö kleinen für zweier künege ltp. 174 Ich trúwe mer betwingen dan du und al din her: sich getar kein künec gesetzen wider dich ze wer’. dö sprach der Lamparte ‘ich muoz ez übersehen. swaz ich dar umbe tete, só were ez doch geschehen’. 175 ‘Nu sitze, kúnec, ein wile und behalt din vingerlin, só wil ich dir leisten daz gelúbde min. ich wil dir úf mín triuwe niht gelogener worte sagen: ich wil dir her die ringe of dinem schilte tragen.’ 176 Als schiere und im der kleine entweich dá in den berc,
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von golde liehter ringe einen niuwen schilt vol, als ez an sinem Itbe ein man ze rehte tragen sol. 177 Liter als ein brunne und lieht als ein glas sazte er im die ringe nider Ùf daz gras. zuo dem halsperge einen vesten helm lieht, der was geworht só veste, . kein swert daz sneit sin nieht. 178 Dé was der Lamparte frö der ringe sin. er mohte ir niht geschouwen, só schene was ir schin. “ich wene ez welle ein wunder’ sprach er ‘hie geschehen, ich mac vor liehtem glaste der ringe niht gesehen”. 179 Dö schouwete er die ringe, die wären stales blóz, vil ungefüege dicke, guldin, vingers gröz. do er si genuoc geschouwet, dö legte er si an. die ringe stuonden ebene: des freute sich der man. 150 Si waren gemezzen ze kurz noch ze lanc, ze wite noch ze enge. fralich er drinne spranc. der helm was umbespenget: gelich dem liehte erschein úz iegelichem orte ein karfunkelstein. 151 In almitten drinne stuont ein adamant. sin rieme was ein borte. den helm er üf gebant. ‘got lón dir diner gäbe’ sprach der künic rich. ‘sint dir die ringe rehte ?’ sprach aber Alberich. 152 ‘Mir wart bi minen ziten nie wat als rehte braht.’ ‘è ich dich ie geszehe, dé hete ich dirs gedäht. nu han ich wol gezieret, Lamparte, dinen lip. wil du daz ich dir diene, só erzúrne niht daz wip. 183 Ich gibe dir min triuwe, und erzürnst die muoter din, só müeze wir gescheiden immer mere sin.’ dé sprach der Lamparte ‘gern leiste ich din gebot. é daz ich si erzurnde, ich erzurnde lieber got. 184 Got léne miner muoter, von der ich die gabe han! ich wil mich alles dinges an dine genäde làn.
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wider dinen willen min herze nimmer strebt. min muoter din geniuzet die wile daz si lebt.’ 185 Der Lamparte in freuden ze sinem rosse greif. dö wolte im der kleine haben den stegereif. dö sprach der Lamparte “ich sten hie disen tac, nu ich dir mit nihte anders din dienst erweren mac’. 186 Mit unverzagtem muote gurt er dem rosse baz. . dé rümete im der wilde unz er dar af gesaz. dé sprach der Lamparte ‘nu reiche mir den schilt’. ‘ich sihe wol’ sprach der kleine ‘daz du von mir wilt.’ 187 E er den schilt enphienge, dé schouwete er sin swert. er sprach ‘ich bin in noten ze strite wol gewert. swer mit der Rösen fliuhet, der muoz sich immer schamen.’ dö vant er beidenthalben geschriben stnen namen. 188 Guldin was sin scheide. daz der vezzel solte sin, daz was durchslagen von golde ein bdrte sidin. daz oberhalp der helzen was des swertes klöz, daz was ein karfunkel wol einer viuste gröz. 189 Den schilt nam er ze halse. dö wolte er von im dan. ‘got müeze dich gesegnen’ sprach der kleine man. ‘du solt mich nu niht mtden, als du bedurfest min: du maht mich nimmer vliesen, hast du daz vingerlin.’ 190 Der Lamparte kérte dó vor im in den walt. sin muot der was ringe, sin freude manicvalt. er sprach ‘ich bin ze strite alrérste nu gewert. war kome ich deich versuoche min harnasch und min swert?’ 191 Sin phat daz reit er widere neben der steinwant. er was in ungemüete do er niht ze striten vant. er sprach ‘sol ich daz wunder von dem swerte niht gesehen ? mit mir enstritet niemen, ez muoz vor der bürge geschehen.’ 192 Fir sich reit er nach strite unz an den dritten tac, daz er von übermüete deheiner ruowe pflac
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dö sprach der Lamparte ‘ich vil uns:elic man, daz ich nach minem willen niht ze vehten han!’ 193 Die sin unsanfte enbaren, die waren gar verzeit. die im niht guotes gunden, die heten in verkleit. ze Garte und in dem lande was jemerlichiu not: si wanden alle geliche der künic were tot. 194 Jemerliche swere het diu muoter sin. getresten niemen kunde die edeln künigin. die nöt leit näch ir kinde daz tugentriche wip: wer er niht komen schiere, si hiet verlorn den lip. 195 An dem vierden morgen der Lamparte reit far die burc ze Garte in die grüenen ouwe breit. als der morgensterne durch vinster wolken brach, dem sterne schein geliche sin schilt und ouch sin dach. 196 Do was dem wahtere der gast vil unbekant. gelich dem morgenblicke lüht im allez sin gewant. fur die burc ze Garte reit er in daz grüene hac. daz ros hafte er vaste: dô wart ez liehter tac. 197 Er gie mit gewalte unz an den burcgraben gelich als er die müre wolte erstürmet haben. ‘und trüegt ir’ sprach der wahter ‘immer fiurinen schin, swie vaste ab ir nu dringet, iuch enlet doch niemen in.’ 198 Dö sprach der Lamparte ‘nu sliuz üf mir daz tor und sage den besten allen, ir hérre sf hie vor.’ der wahter rief vil lute ‘wes slefet disiu diet? ez ist hiute der vierde morgen daz min hérre hinne schiet. 199 Vor diser burcmúre stát ein vil küener man, von fuoze unz an daz houbet ist er gezundet an: er giht, er si min hérre, als ichz von im hán vernomen. erst lihte dem tiuvel entrunnen und ùz der helle komen.’ 200 In sorgen dö erwachte diu edel künigin. si luogte durch daz venster. dö si ersach den schin,
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si sprach ‘se hin, der brinnet als ein kerzenlieht. mines sunes ringe sint só schene nieht.’ 201 Die in der bürge wären, beidiu wip unt man, die giengen durch daz wunder üf an die zinne stän. dö sprach der burgräve ‘her, wer müget ir sin? ir müezt iuch alrérst nennen, é wir iuch läzen fn.’ 202 Sin stimme sich verkérte, sin rede diu was gréz: sin houbet under helme het ungefüegen döz. dö sprach der burgräve ‘nu sagt, hérre, wer ir sit?’ dò sprach der Lamparte ‘ich binz din hérre Ortnit.’ 203 ‘Wer gap iu dise briinne und disen helm lieht und ouch den schilt niuwen ? des entruoc min hérre nieht. dö sprach der degen küene “ich wil dir die wärheit sagen, ich binz ein wilder heiden und hän den herren din erslagen. 204 Nu sint üf diser bürge zwen und sibenzic dienstman: die suln den schaden rechen, den ich ir herren hän getän. die hät der Lamparte alle mir genant und gezelt. ich bite vor der porte, ob ir in rechen welt.’ 205 Dé sprach der burcgrave ‘entriuwen, ez muoz sin.’ alrerst sluoc sich zen brüsten diu arme kúnigtn. dó tet den vil getriuwen irs hérren sterben wé. dó sloufte er an die ringe wiz alsó der sné. 206 Daz tor unz an den angel er úf mit zorne warf. si gezucten úf der brúcke zwó schene klingen schart. swie küene der wirt were, doch erzurnde in der gast: er schriet von im die ringe reht als daz füle bast. 207 Er sluoc vil vaste widere, sin swert was aber enwiht üf sinen erbeherren und verschriet der ringe niht. er sluoc in für die füeze, er hiete in sanfte erslagen. dé sprach der Lamparte . ‘nu heiz in von mir tragen.’ 208 Hiet er im niht erbarmet, er hiet im den lip benomen. in des was ouch gewäfent der ander bruoder komen. dö sprach der Lamparte ‘des strites ist genuoc. nu müeze ez got erbarmen, daz ich in hiute gesluoc. 209 Alrerst wil ich gelouben daz ir mir getriuwe sit. nu vergebt mir dise untugende, ja bin ichz Ortnit.’
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alrerst si in bekanden, si liezen in dé in. dé sprach der Lamparte ‘wa ist diu muoter min?’ 210 Dé wart vil wol enphangen der herre sa zehant. dé wisten in die liute da er sine muoter vant. diu frouwe in schiere bekande, sin houbet daz was bliz: dö wart alrerst von liebe der frouwen weinen gröz. 211 Dö gie er über den wunden, der vor im verhouwen lac. ‘ouwe daz ich dir hiute gesluoc deheinen slac! daz müeze got erbarmen. du solt mirz vergeben: ich wil dichs immer mere ergetzen, sol ich leben.’ 212 ‘Nu sage mir’ sprach diu muoter, ‘wer gap dir daz gewant?' ‘ich reit als du mich lıieze, neben der steinwant. da han ich din genozzen, daz ich dir vil wege bin.’ Ortnides äventiure ist aber einiu hin. III. 213 Sin muoter frägte in dicke ‘wa neme du daz dach? do sagte er ir von erste allez daz im dort geschach. ‘ich mac dirz niht gelougen’ sprach daz scho:ne wip, ‘ich wil in dine genäde setzen minen lip.’ 214 Si halsten unde kusten, unz er ir vriunt wart. do begunde ez schiere nahen siner hervart: doch beit er ùf Garte unz umbe kom daz jar. die mit im varn solden, die kömen alle dar. 215 Er enphalch dem margräven sin muoter und daz lant. die herren swuorn im hulde. do urloubte er sich zehant mit sinen schargenözen zuo der muoter sin. l er fuor mit sinen holden in die habe ze Messtn.
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216 Do enphie in minneclichen der heidenische man. die kiele er im bereite. zehant huop er sich dan. im waren ze drin járen die kiele wol geladen, die anker si dö lösten und fluzzen von dem staden. 217 Dö fuor der Lamparte mit freuden und sin her. an dem zwelften morgen dö kom er über mer.- an des masboumes ende ein marner oben trat: er sach die burc ze Suders und des heiden houbetstat. 218 Er rief in lüter stimme ‘waz sol uns geschehen ? ich han ze Sürie daz wite lant gesehen und ouch die stat ze Suders: ` der si wir nähen bi, daz man sol alsó fliezen daz man An angest si.’ 219 Dé sprach der marnere der der schefle phlac ‘wen ich iu niht guotes nu geraten mac. der wint sleht uns ze verre: sé kom wir nimmer wider.’ er sprach ze sinen knehten ‘nu lat die segele nider.' 220 Dé sprach der Lamparte “st aber dir bekant, si wir geflozzen rehte ze Súrie in daz lant? und seist du mir niht rehte, ez gét dir an daz leben. ich wil dir zwelf bouge ze botenbrote geben.’ 221 ‘Nu si wir rehte geflozzen ze Suders gén der habe. ich wil dir widerraten, daz du iht sitzest abe. ouch wene wir ze nähen der stat geflozzen sin: ze Suders in der veste ist manic roupgalin.' 222 Dé sprach der Lamparte ‘mir ist niht künde wol. swie gerne ich fürbaz füere, ich weiz niht war ich sol. den ich mir het ze meister uf dirre verte erkorn, der mich da léren solde, den han ich leider viorn. 223 Ich solte wider kéren. waz hilfet mich min vart? ich han mich zuo der verte leider niht bewart.’ mit trüriclichem muote er gar bevangen was. ‘du maht dich selbe tresten’ sprach von Riuzen ljas.
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224 Dé sprach der Lamparte ‘leider ich enmac! nu müeze ez got erbarmen deich gelebte ie disen tac. der mir da helfen solde von den sorgen min, der ist mir ze verre: ich han dort vergezzen sin.’ 225 Mit zorne sprach der Riuze ‘du hast doch alle die, die dir da helfen solden, die hast ouch bt dir hie. ze sturme und ze strite hastu wol bewart in liehten stälringen drizic tüsent wol geschart.’ 226 ‘Ich hän verlorn daz beste’ sprach der künic rich. mit jamer sach er umbe: bi im stuont Alberich. dö wart der Lamparte só rich und ouch só fró daz er vergaz der sorgen. vil lüte rief er dé 227 ‘Vater unde hérre, wer hat dich her braht? alrérste wil ich lachen, und was mirs ungedaht.’ er huop in Of die arme und kuste in tüsent stunt. mit zühten sprach der kleine ‘helt, dir ist niht kunt, 225 Daz ich só gröze triuwe ze dinem libe han. du læst mich harte Ithte, só wil ich dich niht lan. du vergizzest min vil dicke, só vergaz ich din nie. enphäch mich swie du wellest, ich bin doch bf dir hie.’ 229 Dé sprach der Lamparte ‘durch got berihte mich. sage mir Of din triuwe, wa hast verborgen dich?’ ‘oben úf dem masboume in der keibe ich saz: ich hiet mich wol gewiset, wan daz ich dich versuochte baz’. 230 Dô sprach der Lamparte ‘nu wis mir willekomen. daz ich dich hie han funden, daz muoz mir immer fromen. mir was vil wé ze muote daz ich din «nic was.’ ‘mit wem hästu gerdnet?’ sprach von Riuzen Yıjas. 231 ‘Du maht dä von verliesen lihte dinen lip. wäfen st gerüefet über daz selbe wip! daz ich dirz ie genande, daz wil ich gote klagen.’ dö sprach der Lamparte ‘ich wil dir guotiu mare sagen.’ 232 ‘Sage imz Of sin triuwe’ sprach aber Alberich, ‘daz ich dir helfen welle der küniginne rich.
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ich weiz in sô getriuwen, er treit dir keinen haz. swenn ir mich beide wizzet, só ist iu dester baz.’ 233 Dô sprach der Lamparte ‘eheim, nu ginc her. wil du mirs immer danken, ich sage dir guotiu mær. du wænst ich habe gerünet mit mir alters ein: wil du diu mer nu hæren, só trit her zuo uns zwein.’ 234 ‘Sag an’ sprach der Riuze, ‘wer ist mit dir da? mit diner áspreche machest du mich gra.’ der Lamparte den Riuzen vil küme des erbat, daz er zuo dem kleinen und zuo dem grözen trat. 235 Dô rief des scheffes hérre ‘nu gebt iu selben rat! ich wene der kúnic riche deheine sorge hat. welt ir mit den heiden striten af dem mer, só warnet uch ze sturme: iu kumt vil schiere ein her. 236 Si koment mit wildem fiure, der strit ist iu niht guot. si brennent uns die kiele, só múeze wir enfluot.' dó stuonden in den sorgen die zwéne künege rich. “ich kan lu wol geráten' sprach aber Alberich. 237 ‘Guotes friundes lére ie guot ze nien was.’ sich begunde segenen von Riuzen Yljas. ‘wer ist der uns die lére und ouch die rete git? wil du dich niht segenen, cheim Ortnit? 238 Ez ist der zweier einez der tievel oder got. sag an, bistu gehiure? só leist ich din gebot.’ dô sprach der Lamparte ‘ja ist ez ein getwerc. im ist kunt in der werlde manic tal unt bere, 239 ‘Entriuwen’ sprach der Riuze, ‘des hære ich dich nu jehen, sol ich daz gelouben, ich muoz alrérst besehen.’ dé sprach der Lamparte ‘herest du sta niht?’ ‘ich weiz niht waz ez meinet unz ez min ouge an siht. 240 Ez mac mit zouberlisten ein trügenwise sin.’ ‘wil duz nu gerne schouwen, sé nim daz vingerlin und stöz ez an den vinger, só wirt ez dir bekant.' der Riuze lúte erlachte, dó er den kleinen vant.
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241 Er sprach mit süezen worten ‘wannen bistu, kleinez kint? ouwe daz dine mäge dir alsö verre sint.’ ‘swie kleine ich dich dunke, du geloube mir für wär, ich han ùf minem halse mer dan fünf hundert jar. 242 Ir sult mir beide volgen, daz ist iu beiden guot. swer näch friunde räte und näch ir willen tuot, ob im dä misselinget, da ist er unschuldic an. ez lert ein friunt den andern des er selbe niht enkan. 243 Ein künic mac wol liegen durch sines libes nöt. gefüege rede gehceret vil dicke für den töt. swer dich der mere fräge wanne die kiele gän, sé sprich, du gerst geleites, du sist ein koufman.' 244 Dö sprach der Lamparte ‘der rat ist enwiht. ich rette mit in gerne, ich kan ir sprache niht. ich bin sust unberihtet’ sprach der künic rich. ‘sô muoz ich dich si léren’ só sprach Alberich. 245 ‘Wil du mirs immer danken, ich gibe dir einen stein, der dich die sprache lére. der zungen ist dehein, swenn din zunge besliuzet den stein in den munt, swaz iemen wider dich sprichet, daz ist dir allez kunt.’ 246 ‘Wie mac ich daz gelouben' sprach der künec Ortnit, ‘daz got einem steine sô gröze gabe git, daz ich von siner krefte alle liute mac vernemen ? daz du só vil geliugest, des möhst du dich wol schemen.” 247 ‘Swiga’ sprach der kleine, ‘du sträfest mich ze vil. got tuot üz einem steine und üz erde swaz er wil. ja ist im ze tuone niht gar unmügelich: daz soht du gelouben' sprach aber Alberich. 248 Den munt er üf habete unz er den stein verbarc. er sprach ‘ich wil versuochen die sinen krefte starc.' dé dühte im wier verneme al der liute wort. dé gie der Lamparte oben an des scheffes bort.
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249 Dé schrei der marner lite ‘swie ez uns ergé, wol vierzic roupgaline fliezent ùf dem sé. swaz si halt meinent, si fliezent vaste her. swer mit in reden kunne, der berihte si der mer.’ 250 Die roupgaline fluzzen vaste Uf dem sé. ir segel lüte duzzen, wiz als der sné, beidenhalp der kiele. dé lachete Ortntt. dé sprach der barkenzre ‘nu saget mir wer ir sit.’ 251 Dé sprach der Lamparte ‘ich binz ein koufman, grözen koufschaz richen ich her gefüeret han.’ dé wincte er daz sich burgen die liute under daz dach mit helmen und mit schilten, daz man ir niht ensach. 252 ‘Wer heizet iuch só nähen ze dirre veste varn?’ sprach der barkenzre, ‘daz soldet ir bewarn.’ ‘ich wil noch nahner fúeren min lip und ouch min guot. ich wen, swer koufschaz füere, daz ir dem iht entuot. 253 Ich füere von Kerlingen daz aller beste gewant, daz ich ze Walhen inder in den steten vant. des han ich mine kiele wol gefüllet und geladen. nu bringet mir geleite und helft mir zuo den staden. 254 Ez mac immer mere daz lant dester baz. helft mir zuo der müre, ich wil dar ane haz.’ “swer alsó gröze bringet, der sol willekomen sin’ sprächen die galinzre und fluzzen wider In. 255 Dó het ouch ir gewartet der konstabel von der stat. der fragte ouch si der mare, stille haben er si bat. si sprächen ‘hérre, er füeret sin kiele gewantes vol, und muotet eins geleites, ob man imz geben sol. 256 Er jach, swer koufschaz füere, der sol hie haben fride. den sol man in enbieten bi dem halse und bi der wide.’ dé sprach der stat rihtere ‘ich sol daz wol bewarn, daz man iht tuo gewaltes. ich wil selbe mit in varn.'
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357 Dö hiez er im gewinnen ouch ein roupgaltn. wol vierzic pusún:ere die sazte er zuo im drin. einen vanen und ein kriuze er an den masboum bant: dä mit er si bewiste, daz in fride were bekant. 258 Dô rief der nóklier vaste, der in der keibe saz, ‘gehabt iuch wol dort nidene, unser dinc vert aber bar. wir suln fröltche if den kielen varen In. jà wil der stat meister unser geleite selbe sin.’ 259 Vor den beiden allen der rihter selbe flöz. of der galine obene manec pusúne erdóz. die geste enphienc er schóne und beleites in die habe. er sprach ‘swenne ir wellet, só vart in barken abe.’ 260 Dé wárens Of dem wage den tac unz an die naht. ouch het er sine kiele gar zesamene bráht. ‘nu rät an unde lére, vil lieber Alberfch, wie wir die stat gewinnen’ sö sprach der künic rich. 261 ‘Diu porte diu stét offen, ich wene uns iemen wer, swenn alle liute entsläfen, wir dringen in mit her. si müezen des engelten dazs alle heiden sint: wir suln si selbe teten, ir wip und iriu kint.' 22 Dé sprach der kleine wise ‘wer leret dich den list? sö stüende daz vil übele daz du ein künic bist, daz du erzürnen woldest dinen hüsgenöz und im niht widersagtest. daz were ein laster gröz.’ 263 Dö sprach der Lamparte ‘daz muoz er mir vertragen. der heiden ist so zornic, im tar niemen widersagen. ich sende Of sine genäde deheinen boten dar. „ tuon ich im iht leides, er wirt sta wol gewar.’ 264 ‘Entriuwen’ sprach der kleine, ‘daz laster wurde din. daz man dich drumbe schulte, ich wolte & bote sin. nu solt mit eren werben; wie bistu só verzeit? wil du mirs immer danken, ich hán im schiere widerseit.’
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265 Dö sprach der Lamparte ‘des bin ich immer fro. ouch danke ich dirs vil gerne, ob ez sich füeget sd. sol ich din alhie biten ?’ sprach der künic rich. ‘ich kom dir morgen widere:’ von im fuor Alberich. 266 Ez brähte in des wol inne, daz ez were ein getwerc. dem wilden dem was kündic beidiu tal unt berc. eZ weste wol waz bürge in der heidenschefte lac. ez kom ze Muntabüre & daz ez wurde tac. 267 Dô saz ez neben der múre nider Uf einen stein, und erbeite des vil küme daz der tac erschein, daz er die botschaft wurbe, die man in .werben bat. : der heiden uf die mire ob im an die zinne trat. 268 Durch die süezen winde sé gie er an den luft. ja het er durch die hitze gerümet sine gruft. mit zühten sprach der kleine ‘wer ist der ob mir stät? getar ich dich gefrägen, sô gip mir dinen rat. 269 WA ist des hüses hérre?’ sprach er. ‘daz bin ich.’ dô vorhte sich der heiden vil vaste, er segente sich. ‘waz ist daz dä sprichet, daz ich des niht ensie?’ er sprach ‘bistuz der tievel? waz tuost du danne hie?’ 270 ‘Nein ich’ sprach der kleine, ‘ich binz ein ander bot. mich hät her gesendet min meister und min got, ‘af dines gotes mare dar of enahte ich niht. swaz er mir mac enbieten, daz dunket mich enwiht. 271 Ich ahte harte lútzel üf dines gotes bet. ich fürhte wan Apollen und minen Mahmet. den wil ich gerne dienen, die sint diu göter min.’ ‘nu sage mir’ sprach der kleine, ‘wie lange wilt uns:elic sin? 272 Daz du an in niht gloubest, daz wirt ouch lihte enwiht, daz du den niht enfürhtest, den man gewaltic siht, der daz hat beschaffen, daz du bist menschlich. Mahmetes und Apollen, wa ist der bimelrich ?
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273 ‘Si sin swá si wellen’ sprach der beiden dé, ‘mich und min genözen machents dicke fró. mit witzen sprach der kleine ‘du bist der sinne ein kint. ‚nu bin ich eine sterker danne al din göter sint.’ 274 Dé sprach aber der heiden ‘nu tuo mir doch bekant, sage mir waz du werbest: zwiu bist du her gesant?’ ‘da hät mich her gesendet zuo dir der meister min, daz du einem richen künege gebest die tohter din’. 275 Mit beiden sinen henden sd roufte er ùz den bart. ‘ouwe sprach der beiden ‘daz ich ie geborn wart! daz mich miner tohter nie dehein man gebat, ich hiez im ab sin houbet slahen an der stat.’ 276 Dô sprach aber der: kleine ‘uf din rede enahte ich niht. ez ist geschehen dicke daz nimmer mer geschiht. ich sage dir offenliche, gist du im niht die meit, daz er dich mit here suochet. dir st von im widerseit’. 277 Der alte heiden lite weinete unde sprach: ‘daz mir bi minen ziten daz laster ie geschach! mir getorst bi minen jaren nieman widersagen. daz ichz nu muoz heren, daz wil ich minen götern klagen. 275 Du solt mir daz gelouben, hiet ich dich in miner hant, und wer der himel din eigen, ich slúeg dich umbe ein want.’ einen stein ungefüegen den stiez er in den graben. da wolte er den kleinen ze tode erworfen haben. 279 Mit zorne sprach der kleine ‘waz hilfet dich din wer"? nu gip im din tohter, - od er suochet dich mit her. & danne du iht wizzest, só sihestu in hie vor. er nimt si mit gewalte und hæht dich für daz tor.’ 280 Der heiden schrei sé lute, daz berc unde tal und ouch diu burc elliu von sinem döze erhal. die in der bürge sliefen, die erwachten dá só gar: durch diu grózen wunder só huoben si sich dar. 261 ‘Ich ween, du sist unsinnic’ sprach diu kúnigin. ‘nein ich’ sprach der heiden, ‘man bitet der tohter din.
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mir hat vil zornicliche ein stimme widerseit. ich mac mich niht gerechen: daz st Mahmete gekleit.’ 282 Er sprach zuo sinen heiden ‘louft um den burcgraben. daz er uns iht entrinne, ir sult in umbehaben.’ die heiden alle sprungen nider an daz gras. si sluogen unde stachen da Albertch dó was.. 283 Hinders heiden rücke barc sich daz twergelin. ‘künec, du solt verbieten dazs ir werfen lazen sin. vor schüzzen und vor würfen trüw ich wol verbergen mich: welnt si min lange rämen, si treffent lihte dich.’ 284 Mit zorne sprach der heiden ‘lat stén und werfet niht. wie wolt ab ir den treffen, den man ninder siht? swaz er nu tälanc klaffet, daz muoz ich im vertragen.' dó sprach aber der kleine ‘waz sol ich dem künege sagen?’ 285 ‘Daz mir got müeze rihten über iuwer beider leben! ich wil dir niht gelouben, du solt mir brieve geben.’ ‘sit ich dir der brieve hie nibt geleisten mac, da bi solt dus gedenken und sluoc im einen múlslac. 286 Die liute ez alle hörten, só lite erhal sin hant. der heiden wart unsinnic; durch wüeten man in bant. diu tohter und ir muoter vielen an ir gebet. si klagten alle ir laster Apollen und Mahmet. 287 Dö het ouch wol erworben sin botschaft Alberich. dò kérte er von der mire gegen dem künege rich. si ramten sin mit würfen: dö was er anderswa. Ortnides äventiure ist aber einiu da.
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IV. 285 Dô kom er zuo den kielen é daz ez wurde naht. dö sprach der Lamparte ‘waz mere hast uns braht?’ ‘ich bring dir besiu miere von der künigin: du gewinnest si mit strite, si wirt nimmer din. 259 Ich hän ir vater erzürnet, daz man in gebunden hät.’ dô sprach der Lamparte ‘nu gip uns dinen rät. gewinne wir die veste, sö habe wir al daz lant.’ ‘ich trüwe iuch wol in barken füeren üf den sant. 290 Diu naht ist iezuo vinster, den mänen niemen siht: sö hüetent üf der müre die wahtzre niht. wir suln in barken fliezen verholne zuo den staden. si fürhtent üf dem wage deheines vindes schaden. 291 Ich trüwe ouch uns die barken wol verholne steln. ouch sult ir stille swigen und sultz mit zühten heln.' die zwene künege volgten niuwan dem kleinen man. bi der burcmüre fünf hundert barken er gewan. 292 Die der barken huoten, die wurden gar betrogen, daz si die winde hieten üf den s& gezogen. dé sprach ir iegelicher ‘in weiz wa min barken sint; die ketene brestent alle, und enpfúert si uns der wint.’ 293 Si sprungen ab den Kielen all in die barken nider. si kömen dar lere und fluzzen beladen wider. des morgens iegelicher sine barken vant: si truogen drizec tüsent helde des nahtes an den sant. 294 Si sprungen üz den barken uf die erde do. daz si enbunden wären, des wärens alle frö.
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Ortnit von Lamparten und von Riuzen Yljas giengen von den barken nider úf daz gras. 295.Dó sprach der Lamparte “nu rät an, Alberich, daz wir die stat zesteren ze leide dem künege rich.’ ‘ir seht wol’ sprach der kleine ‘daz diu porte offen stat. ich kan zuo iuwerm strite geben deheinen rät.’ 296 Dö sprach der Lamparte ‘du endarft uns nimmer manen. Yljas von Riuzen, nim minen sturmvanen. er touc ander niemen ze füeren an der hant: swem ich in anders gebe, daz wer niht wol bewant.' 297 ‘Des solt du mich erlazen, a:heim Ortnit. ich han fünf tüsent helde gefüeret in den strit, die ich billiche wisen unde léren sol. ein alsó gróziu menege bedarf ir herren wol.’ 298 Dó sprach der Lamparte “ich mac dichs niht erlán, sit ich dich ze tróste mit mir gefüeret hán. wir mugen wol striten beide under eim baniere lieht: die wir her haben gefüeret, die entwichent uns nu niht.’ 299 ‘Daz weiz got’ sprach der Riuze, ‘nu gip mir in an die baut, einen sweren vanen er dò ane bant, dar üz ein lewe lühte von schenem golde rôt. die zwéne künege fuorten vil manegen in den töt. 300 Si waren gar berihtet, als der tac tif brach. ein heiden üf der mire in liter stimme sprach ‘nu wol ùf, wachet alle! uns ist ein koufschaz komen: swer zuo dem koufe gahet, dem wirt der lip benomen. 301 Er mac sin wol engelten und sines kindes kint. wol drizic tüsent ritter hie vor der mire sint, in liehten stalringen wiz alsó der sné. von disem koufschatze geschiht uns allen wê.’ 302 Da von vil manic heiden in der stat erschrac. dé kom in mit leide diu sunne und ouch der tac. von dem koufschatze wart maniger verlorn: Ortnit dranc in die porten und blies sin herhorn.
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303 Die heiden sich dö scharten: vil michel wart ir schal. | vil schiere si sich samten von der comüne über al. wol sehzic tüsent heiden kömen für den palas, dá der constabel, ir rihter, inne was. 304 Den gesten er engegene mit grözer menege reit, Ortnit neben dem Riuzen gewalticlichen streit. dé stapften si zesamene ùf sorcsamen strit. dö rief der Lamparte “tschä tschavalier Ortnit! 305 Dö dranc gegen der dicke von Riuzen Yijas. do enwest man welhez kristen oder heiden was. dó kom só vil der heiden, daz man in niht fúrbaz liez. des kúneges vanen enmitten er úf den palas stiez. 306 Dó tet der Lamparte vil manegem heiden schaden. si heten in gefüeret ùf ir kumber zuo den staden. swem dó der ungehiure gap dá einen slac mit sines swertes orte, vor im er tót gelac. 307 Die heiden wichen alle vor dem vil kúenen man. dó torst im an der enge ir deheiner vor bestán. vil manegen kúenen heiden benam er dá daz leben. ez kómen ouch die einen niht danne unvergeben. 308 Vil manic wite lucken er beidenthalben sluoc. der Riuze an sinem rücke den vanen nách im truoc. ‘laza die helde striten' ` ` gef aber Alberich, “dá wellent dir die heiden entrinnen, kúnic rich. 309 Jä sint die porten alle leider unbewart. die besiozzen wären, die habents üf gespart. sich, ob duz mügest erwenden, künic Ortnit. si brennent dir die kiele und nement swaz dar üf lit.’ 310 Einen snellen türken der Lamparte twanc. er kom mit sinen helden, zeiner porten er ùz dranc. do entwichen im die heiden, só kreftic was sin her. er sluoc ir vil ze töde und tranctes in dem mer.
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311 Alsö der Lamparte dem Riuzen dö entweich, dö wart im sin hilfe gegen den heiden weich. dé nam er schaden grözen, den er niht mohte verklagen: er verlös fünf tüsent helde und wart selbe nider geslagen. 312 Dö kom üf einem türken der kleine näch geriten. er sprach zem Lamparten ‘du häst gnuoc hie gestriten. nu kére wider bi zite und rich dinen zorn: du häst den künec von Riuzen und sine helde verlorn' 313 Dó sprach der Lamparte “cheim Yljas, nu múeze ez got erbarmen, daz ich bi dir nibt was. ich muoz nách dinem tóde immer trüric wesen.’ mit zorne kerte er widere und half im genesen. 314 Dö het sich der Riuze siner hilfe gar verzigen. den sach er in almitten under den vinden ligen. die wile und er mohte, dö het er sich gewert. im kom diu hilfe schiere: dä von wart er ernert. 315 Dö het er umbevangen den vanen mit einer hant, sin swert in der andern, dó er in ligende vant. von starken slegen grözen wart er ungesunt. er vant in ligen für töten, und was doch ninder wunt. 316 Daz swert nam er zen handen, den schilt ze rücke er warf. alrerst muost er versuochen die sine klingen scharf‘: näch friunden und näch vinden er tobiclichen sluoc. üf dens € vaste drungen, dem wart dé rüms genuoc. 317 Harte jemerliche der kiiene Riuze sprach, dé er durch helmes venster den ceheim ob im sach ‘nu müeze got erbarmen daz ich ie wart geborn! daz liebest daz ich hete, daz han ich leider vlorn.’ 318 Des freute sich der küene, dé er in lebende vant. üf zucte er in snelle von der erden mit der hant. ‘ez mac disiu reise äne schaden niht entwesen. ich wil dichs wol ergetzen, und trúwestu genesen.'
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319 ‘Wie maht du mich ergetzen des schaden den ich han? nu ligent vor uns verhouwen alle mine man.' der Riuze sprach mit jämer ‘ich genzse noch wol; nu enweiz ab ich unseelic, zwiu mir min leben sol.’ 320 ‘Sich muoz der man getreesten’ sprach der kúnic Ortnit ‘des libes und der liute, swer get in einen strit. swaz er dar inne verliuset, des muoz er sich verwegen. ich wien, du maht niht striten: la mich des vanen phlegen.' 321 ‘Nein’ sprach der Riuze, ‘mir wirret schiere niht. si werdent wol vergolten die man hie téte siht. ich wil dir aber helfen; du solt mir den vanen lan. du sihest mich hiute sterben, oder ich geriche mine man.’ 322 Dé stuont unde warte gegen in diu heidenschaft, wenne si versuochten aber ir mannes kraft. dé sprach der Lamparte ‘wir müezen et aber an sie. wir liezen dise töten ungerochen übele hie.' 323 Zesamne si dé drungen, dé mischete sich ir schar, dé wurden liehte ringe bluotrichgevar. dé muosten aber die geste dem wirte an gesigen: dé sach man manegen heiden vor dem Lamparten ligen. 324 Si heten zuo der erde manegen töten bräht. die heiden sich verburgen: niemen mér mit in dä vaht. si heten manegen töten gevellet úf daz gras. , ‘mit wem sol ich nu vehten ? sprach von Riuzen Yljas. 325 'É du dich gehabest immer alsó jemerlich, ich zeig dir túsent heiden' sprach aber Alberich, ‘die sich habent verborgen, wil du rechen dine man.’ ‘vil gerne’ sprach der Riuze, ‘hérre, nu wol dan!’ 326 Dé fuorte in der kleine in eine steinwant, da er wol tüsent heiden verspart inne vant. dò stiez er mit den füezen üf rigele unde tür: ‘unreine Sarrazine, ir müezet doch her far!’ 327 Dé vielens im ze füezen: ‘hérre, läzt uns leben. in iuwers gotes gnáde welle wir uns geben.'
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‘gerne’ sprach der Riuze, ‘und gelt mir mine man. mit disem besemrtse wil ich iu zeslahen den ban. 328 Ich wil iu buoze setzen, der ir enbrechet niht. man sol iuch alsö schouwen, als man si ligen siht. swenn ich mit disem rise slah hiute einen slac, der muoz die buoze vasten unz an den jungisten tac.’ 329 Der heiden er iegelichen zuo dem liehte truoc. er nam in bi dem häre, daz houbt erm abe sluoc. ze töde sluoc ers alle, unz er ir niht mére vant. hiet er ir iht mere vunden, si hiet ouch ertöt sin hant. 330 Dö dranc er durch die töten aber fürbaz. er kom in ein gewelbe, daz vollez frouwen saz. die vielen im ze füezen: ‘hêr, Jat uns den Jip; ir habt stn lützel ére, slaht ir uns armiu wip.’ 331 ‘Ir sit mir alle geliche, wip unde man. ir müezet mir die gelten, die ich verlorn han.’ er nam si bi ir häre und tet in ouch alsam: do erzurnte alrerst der kleine und wart dem Riuzen gram. 332 Der kleine huop sich balde ùz der steinwant uf daz wal der töten, da er Ortniden vant. ‘din ceheim sleht die frouwen, des maht du dich wol schemen; die gerne kristen wurden, den wil er daz leben nemen.’ 333 Mit zorne der Lamparte dé zuo dem Riuzen spranc. er sprach ‘du bist unsinnic, din lip der habe undanc. die frouwen sint unschuldic, . den du hast ir lip benomen. maht du dar an gedenken, du bist ouch von frouwen komen. 334 Wil du deheines dienstes von mir sin gewert, só tuoz durch minen willen und stóz in din swert. du bist an dinen sinnen leider gar ein kint. wol dan, hilf mir ze toufen, die gerne kristen sint.' 335 Mit zorne sprach der Riuze ‘da kére ich mich niht an. du solt mit diner toufe mich mit fride lán. swelh ich ze wazzer füere, die werdent ungesunt. und geschehent si mir ze toufen, ich stöz si an den grunt.
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336 Do erbat er in des küme, daz er sin swert in stiez und die armen frouwen mit gemache liez. die gerne kristen wurden, die toufte der künic rich, und half in des vil vaste der lützel Albertch. 337 Mit zorne gie der Riuze von im in daz wal. swelch wunter sich if rihte, den stiez er wider ze tal. den kristen zuo den heiden den trat er in den munt: die wol genesen waren, machte er ungesunt. 338 Mit zorne dö der kleine zuo dem Lamparten sprach ‘wir haben vor disem tievel tälanc dehein gemach. er möhte doch den kristen wol einen fride geben. sumelich die wol genzsen, die læt er niht leben.’ 339 Do sprach aber mit zorne der kúnic Ortnit ‘eheim, du wilt ot nimmer lazen dinen strit. waz richest an den liuten die durch uns erstorben sint? du bist in rehten triuwen eins ungehiuren mannes kint.’ 340 Vil küme wart der Riuze von der ungefüege braht: dö het er im borschiere einer niwen erdäht. er gie ze der heiden bethüs da er ir abgöter vant: her üz truoc er die sarke und sluoc si umbe ein want. 341 Dô sprach der Lamparte ‘got müez dir sinne beschern. wie lang sol ich dir hiute din ungefüege wern? nu habe ot dinen willen, tuo swaz dich dunke guot. * du wilt durch mich niht lazen din wunderlichen muot.’ 342 ‘Nu volge mir, Lamparte’ sprach aber Alberich, ‘und suochen wir die töten, daz ist gewizzenlich. die wol genesen kunnen under diseme her, die sende wir in barkeu zuo den kielen úf daz mer 343 Dé giengens unde suochten, den leide was getän, und funden undern kristen wan fünf hundert man, die wol genesen mohten. die sande er uf den sé. dé tet dem Lamparten der jamer harte wé.
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341 ‘Ich sage dir’ sprach der kleine, ‘du häst genomen schaden. ez ist vil maneger leider her uf sinen tot geladen. her künec, swenn ir nu wellet, só bläst iuwer herhorn. nu lachet oder weinet, ir habt niun tüsent ritter vlorn.' 345 ‘Got laze michs gebúezen' sprach der künec Ortnit, ‘daz alsö manic töter in minem dienste lit. der ábent ist ze nähen, fürbaz ich niht enmac; wir müezen hie belfben unz morgen Uf den tac.’ 346 ‘Nu sich’ sprach er zem Riuzen, ‘waz hulfe mich min zorn? swie ungefüege ich were, só werens doch verlorn. zuo langer herverte gehert dehein gewin. miner unselden ist aber einiu hin.’ Y. 347 Diu stat wart besetzet und ouch die naht behuot. swaz den Lamparten und den Riuzen dúhte guot, die heiden táten gerne des si der kúnic bat: si gäben im úf genáde ir lip und ouch die stat. 348 Sus lägens äne sorgen die naht unz an den tac. dö sprach der Lamparte ‘niht lenger ich enmac in diser stat beliben. nu wol ùf, ez ist zit: wir suln gen Muntabúre' sprach der künec Ortntt. 349 ‘Nu wol üf, küener Riuze, und rechen unsern zorn. ouch rechen unser liute, die wir haben verlorn. die töten ligent immer in dem herzen min. der vergizze ich nimmer, mir enwerd diu kinigtn.’ 350 Die dannoch bt im waren, die súmten sich dé nieht. vil manic wize brünne und manegen helm lieht, herte stalringe die hetens an geleit; si zogten úz der veste üf die grüenen heide breit.
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351 Dò sprach der Lamparte ‘nu wol ùf, mine man! alrerste wil ich striten, nu ich ze lebene han. ich muoz die burc gewinnen, od ich vliese minen lip: ich geruowe nimmer, mir werde dan daz wip. 352 Die mir her habent gevolget, die wil ich alle manen. Yljas von Riuzen, nim minen sturmvanen. sehzehen tüsent helde die volgen uns an den graben: uns getar der heiden nimmer die burc mit strite vor gehaben.’ 353 Mit jamer sprach der Riuze ‘ich weiz niht war ich sol. in walhischen richen hiet ich die kiinde wol, daz ich die liute fuorte die rehten sträze hin. si riten nach mir irre: ich enweiz selb wa ich bin.’ 354 ‘Wolt ir mir nu volgen’ só sprach daz getwerc, ‘die helde wil ich wisen durch tal und durch berc unz an des berges hehe, da Muntabúr lit. ‘nu lôn dir got von himele' sprach der kúnec Ortnit. 355 ‘Din ros daz heiz mir Ithen, daz man da füret an der hant. den vanen wil ich füeren unz in des küneges lant. ob si dich dar umbe fragen, die dir ritent bi, wer dinen vanen fire, só sprich daz ichz der engel st.’ 356 Im gap der Lamparte daz ros in sin gewalt und satzte in drif gereite. sin brogen wart manicvalt. den vanen habte er vaste: dö reit er für daz her. dé wiste er die helde die straze ane wer. 357 Die Walhe sprachen alle und gesegenten sére sich, ‘richer künic here, wenne wil du segen dich ? sihstu niht daz wunder daz dir ist beschert? wer ist daz üf dim rosse mit dem vanen vert? e 358 Des lachten si vil suoze, die zwene künege her. si sähenz alters eine und ander niemen mer. ‘ez ist der gotes engel’ sprach der künec Ortntt, ‘der uns sin geleite für Muntabúr git.
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359 Dar an sult ir gedenken: swelhe hie vervarn, die füeret er hinz himele: ir sult iuch enstrit niht sparn, des wären die Lamparten alle harte fró. “só sul wir gerne striten’ sprachens, ‘und ist im sô.’ 360 Dem zeichen si dö volgten und namens alle war. dö sprächen ir iegelicher ‘nu wenne kom wir dar?’ dö riten die unverzagten fürbaz uf daz velt. vil lüte rief der kleine ‘nu slaht of iwer gezelt! 361 Wilt du die burc schouwen, sô rit her, Ortnit. iezuo wil ich dich wisen, wà Muntabür lit. nu gip hin dem Riuzen den vanen an die hant. ir sehet nu wol die hehe und auch die steinwant.' 362 Ez nam der starke Riuze den vanen in zorne dé. daz sie die burc gesähen, des wárens alle fré, der Riuze wolt vor zorne ninder üf gehaben: er truoc die banier vaste unz an den burcgraben. 363 In die burcliten er den vanen stiez. des Lamparten liute er dö herbergen hiez. der marschalc in erloubte neben der burc daz velt. dö dactens über anger manec hérlich gezelt, 364 Als imz der riche heiden ze Messin het gegeben. der wären zwei von golde gestricket und geweben. swenn man diu zerbreite, ir dach den schaten truoc, daz hundert ritter héten dar under rdms genuoc. 365 Von helfenbeine stangen later als ein spiegelglas. daz an der stangen orte der knoph der hitten was, dá was in gesenket ein karfunkelstein, der in*den palas reht als ein kerze schein. 366 Si heten der burc ze nahen ir hútten df gezogen. si wolden danne triben die heiden mit ir bogen. ‘wir ligen al ze nahen’ sprach der künic rich. ‘ich trüwe ez wol erwenden’ sprach aber Alberich.
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367 ‘Vor dirre burcmúre sult ir stille ligen. ich mache daz noch hinte ir schallens wirt geswigen. swazs Of der burcmüre geschozzes mügen haben, daz wil ich in allez brechen und werfen in den graben. 368 Ich wil noch hinte húeten' sprach aber daz getwerc. urloup namz zuo dem künege und huop sich üf den berc. dö suochte ez üf der müre; swaz ez geschozzes vant, daz brach inz gar mitalle und warf ez von der want. 369 Dö sprach von Lamparten der künic Ortnit ‘sich, wa diu wer der beiden elliu in dem graben lit! nu släfe wir mit freuden unze morgen fruo: wir sin des vil än angest, daz man uns nu iht tuo. 370 Die heiden riefen lüte “der tievel der ist komen. des wir ze wer bedurfen, daz hat man uns benomen. du solt disem künege din tohter gerne geben: und wirt er unser gwaltic, er nimt uns allen daz leben. 371 Dé sprach des küneges frouwe, diu guote heidentn, “du móhtest wol dem künege geben die tohter din. du maht sin wol engelten, wil du im din kint versagen, ‚der Suders hät zebrochen und die liute drinne erslagen. 372 Uf huob er die fûst und sluoc si in den munt. ‘wil du mirs iht mére raten, du wirdest ungesunt. dé sprach diu küniginne ‘sin got geb im die kraft, daz er noch über uns beiden werde sigehaft. 313 Dé sprach ein wiser beiden ze dem künege ‘nu nim rät, sit daz din burc só veste der were niht enhát.* der heiden sprach in zorne ‘sit wir vierzic túsent haben, wir suln mit in vehten morgen uf dem buregraben. 374 Albrich erhörte schiere daz si heten gelobt. er sprach ze dem alten heiden ‘hêr kúnec, ich wene ir tobt, iuch mugen niht gefristen alle die nu lebendic sint. er heht dich an die zinne od du gebest im din kint.'
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375 Mit zorne sprach der heiden ‘waz hat dich nu her bräht? der rede der du muotest, der ist mir ungedäht. daz ir só nähen kómet, daz müget ir gote klagen. des muoz min burcmüre iwer aller houbet tragen.’ 376 ‘Des wirdest du wol inne’ sprach aber Alberich. ‘ob vor der burc niht were der Lamparte rich, du müesest dine tohter mir alters eine geben. dich beschermet niemen, ich beneme dir din leben. 377 Mit stecken und mit steinen warf er dem kleinen näch. er vorht sich harte kleine; von im was im gäch. er hiete in gerne troffen: dé er in da niht sach, dé wart er aber sô zornic daz er sin har dz brach. 378 Dé huop sich aber der kleine von der steinwant nider zuo der erden, da er Ortniden vant. ‘ja enbiutet dir der heiden den offenlichen strit? ‘so enger ich nihtes mére’ sprach der kúnec Ortntt. 379 Do slief er in den sorgen die naht unz an den tac. wie schiere er dö erwachle, swie er in ruowe lac! in manlicher stimme er vil lüte rief dem künege von den Riuzen, der dannoch bi im slief. 380 ‘Wie lange wil du släfen, von Riuzen Yljas? wir suln mit dem bluote begiezen daz grüene gras! si wellent mit uns striten üf dem burcgraben. nu heben wir uns bi ziten, daz wir den berc behaben. 381 Ir liehtez sturmgewate daz slouften si dö an. dò truoc man gein der porten den Ortnides van, den der starke Riuze mit gewalte truoc. ei waz der Lamparte der heiden nider sluoc! 392 Die beiden riefen alle “nu setzen uns ze wer. ez gähet gegen der bürge der kúnic und sin her,’ innerhalp der müre wart sin ludem gröz. der heiden gerte strites, die porten man uf slóz. 383 Dö dranc dá zesamene diu sturmgite diet. si wolten sich versuochen. niemen si dó schiet.
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dé werten sich die geste der wirte unverzeit. dé sluoc sich zu den brüsten diu minnecliche meit. 384 Daz har alsam die siden si uz der swarte brach. si vorhte ir vater tödes, dö si den strit gesach. diu muoter nam ir tohter mit jamer bi der hant: si gie zuo ir bethús, - da si die sarke vant. 385 Vor ir abgötern beiden sprach si ir gebet. si viégte harte dicke Apollen und Mahmet. daz här ir von dem nacke gie nider für den fuoz, zeroufet und verworren. jemerliche was ir gruoz. 386 Dô schein ir durch die zöpfe ir hals alsam der sné. dö tet Alberichen der meide jämer we. swá durch ir schoene zöpfe daz näckelin erschein, daz bran als ez were ein karfunkelstein. 387 Ir munt bran als ein röse und als ein rubin. gelich dem vollen mänen lüht ir beider ougen schin. si was in rehter groze, ze beiden siten smal, gedret als ein kerze von den armen hin ze tal. 38 Ir arme sleht, ir hende, dá nihtes niht gebrach, ir nagel dar an só lúter, daz man sich drinne ersach. ir wengel mit ir trähenen wärn beidenthalp bestreut, reht als ez berle waren: diu meit was ungefreut. 359 Dé wart der meide jämer harte grezlichen starc. si viégten ir göter beide und vielen für den sarc. sich krazte unde roufte diu frouwe minneclich: dé huop ir die hende der lützel Alberich. 3% Ir hende minneclichen er in sin hende gevie. diu frouwe sprach zir muoter “wer ist bt mir hie? wer ist der mich dá væhet und mich só vaste hat? er tuot unhovelichen, daz er mich niht enlät. 391 Dé sprach diu maget schöne “lá mich durch mine bet. weder bistuz Apolle oder Mahmet?
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hilf mir úz den sorgen, bistuz min abgot. “nein ich’ sprach der kleine, ‘ich binz von himel ein bot.’ 392 “Wie tarst mich danne rüeren vor den götern min? du solt mich balde läzen’ sé sprach daz magedin, “sie handelnt dich ltht úbele, und sint si bi mir hie.’ “nu enruoche sprach der kleine, “ich bin sterker danne sie.’ 393 ‘Nu sage mir waz du werbest ` sprach diu schene meit. mit zühten sprach der kleine ‘ez wirt dir wol geseit. min meister von den himelen hät mich zuo dir gesant, du solt küniginne werden über ellin Walhen lant.’ 394 Dö sprach diu maget edele ‘an der rede bist du betrogen. ich bin in der heidenschefte geborn und gezogen. dä muoz ich inne ersterben’ sprach diu kúnigtn, “ich wil bt miner muoter und bf minem vater sin. 395 Dö sprach aber der kleine “diu rede frumt dir niht. an dinem schonen libe ein wunder gróz geschiht, daz du niht überwindest die wile und daz du lebest, dá von daz du só sére wider dinen schepher strebest.' 396 Dó sprach diu juncfrouwe “daz enweiz ich wer der ist, der mich hät beschaffen.’ er sprach ‘der heizet Krist. erst gewaltic über die erde und über daz himelrich und über alle geschefte’ só sprach Albertch. 397 ‘Swes du dir maht erdenken, daz ist im undertan. wil du den Lamparten niht ze einem man, verseist im dinen willen, só dunkest du mich tump: an handen und an füezen machet er dich krump. 398 Er nimt dir din schene und macht dich dar zuo blint. du solt ay in gelouben: nu bist duz doch sin kint. von im häst du die schoene und ouch din varwe lieht.' dö sprach diu juncfrouwe ‘dinen got fúrhte ich nieht.’ 399 Dö half in vil lützel swaz er si mére gebat. den strit wolte er schouwen: an daz venster er getrat. da warte er welch ez bezzer an dem strite möhte haben: die kristen triben die heiden vaste über den graben.
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400 Der Lamparte ein lucken beidenthalben sluoc. der Riuze mit gewalte den vanen näch im truoc unz an die burcporten. er leinte in an die want. dä nämen si dô beide diu swert ze beider hant. 401 Dó sprach ze der juncfrouwen der lützel Alberich ‘wil du den strit schouwen, küniginne rich? swaz dir min got gebiutet, lest du des niht geschehen, só muost in disem strite dinen vater töten sehen.’ 402 Dö sprach diu juncfrouwe ‘der heiden ist doch vil.’ “só hilfe ich minen gesellen alles des ich wil.’ diu junge und diu alte ` tráten zuo im dé: dö si den strit ersähen, si wurden beide unfró. 403 ‘Sihstu’ sprach der kleine ‘mines gotes zorn? verkerst du dich niht schiere, sé ist din vater verlorn. du möhtest den Lamparten gerne kiesen zeinem man, é daz hiute an iu allen grezer schade wurde getán.' 404 Dé sprach diu meit in zühten ‘man? waz ist ouch daz? ich gelobe dirs nimmer, du bescheidest mich stn baz.’ ‘du gelernest harte schiere’ sprach diu muoter ‘mannes site. é dan din vater sterbe, sé tuo des er dich bite. 405 Mit zihten sprach der kleine ‘vil guot ist mannes lip. wil du den mannen volgen, sô muost du werdn ein wip. gewonst dus eine wile, die naht unz an den tac, ez mac dir alsó lieben, daz dirz niemen erleiden mac.’ 406 ‘Nu sí mir weder ez welle, liep oder leit, ich wil mich doch niht kéren an din kunterfeit. ich geleiste nimmer din bete noch din gebot, ich sehe dan ob du migest sin sterker dan min got. 407 Nu gesach ich dich hiute sö kreftic noch só starc, daz du mine gote rüerest od iren sarc. vil schiere het der kleine die sarke ùf erhahen: er sluoc si umb die mire und warf si in den graben. 408 "War sprach der Riuze, ‘der strit ist wünneclich, den dä stritet üf der müre der lützel Alberich.
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ich enweiz wer im helfe: er hät den strit erhaben: der heiden apgöter ligent alle in dem graben.’ 409 Nu was der heiden harte wenic hie vor. dö triben si die kristen unz an daz bürgetor. dö sprach diu juncfrouwe ‘nu wis sin frideschilt, daz ich den vater iht vliese: ich tuon allez daz du wilt.’ 410 Mit witzen sprach der kleine ‘des solt du dich niht wern, wilt du die heiden mit dinem vater nern. wil du daz ich ez laze mit guotem fride sin, den künic soltu kiesen, sent im din vingerlin.’ 411 ‘Ich han ez im geheizen, nu muoz ez ouch geschehen. sol ich sin ze friunde muoten, só läz mich in Erste sehen.’ . dô sprach aber der kleine ‘sihstu, wer dort stät? „jener der só vil der heiden für sich geslagen hät. 412 Uz allen halspergen só liuhtet sin gewant, sam in vinsterm hüse ein kerze were enzant. er vihtet vor in allen, bluotic ist sin swert.’ ‘entriuwen’ sprach diu muoter, ‘er ist eins biderben wibes Wert. 413 Dé sprach diu juncfrouwe ‘nu bring im hin min golt, sage dem Lamparten, ich bin im mit triuwen holt. bit in daz er entwiche von der burc mit sime her. ich tuon swaz er gebiutet, daz er mir den vater ner.’ 414 Dö wart der kleine biderbe der rede harte fré. daz vingerlin er griphte, ze dem künege gie er dö ‘ô wol dich dirre mere, künic Ortnit, daz schiere ein scheniu juncfrou an dinem arme lit. 415 Der künic wart getrostet, daz er des strits vergaz. dô sprach der Lamparte ‘nu sage mir fürbaz waz mir min frouwe enbiete, diu edele kinigtn.’ ‘daz tuots ir holde minne und sant dir daz vingerlin.
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416 Nu heiz et ùf hæren, ir habt genuoc gestriten. din frouwe und ouch ir muoter heizent dich des biten, daz du der bürge entwichest und die heiden läzest leben. den ir lip scheenen wil si in dine genäde geben.’ 417 Dé sprach der Lamparte ‘entriwen, daz muoz geschehen. were ich nu só szlic, daz ich si solde sehen!” in zorne sprach der Riuze ‘laz ez ungefridet sin: dir wirt doch wol diu frouwe. hilf mir zuo der porten in.’ 418 Mit zorne sprach der kleine ‘wie solte ein schvenez wip, bi dem gewinnen freude, der ir vater nam den lip? er möht wol tuon mit éren des in diu frouwe bat. in nummer dumme námen ! du wirdest nimmer vehtens sat.’ 419 Dö sprach der Lamparte ‘ich wil ir niht versagen.’ dö heten ouch die heiden die porten zuo geslagen. si wolden niht mér striten. zuo sluogen si daz tor: Ortniden und die sinen liezen si hie vor. 420 Dé blies der künic riche sin lützel herhorn. dö het er siner helde ein michel teil verlorn. drizic tüsent helde héter wan fünf tüsent man. und torsten doch die heiden die kristen niht bestan. 421 Dé kérte von der veste der biderbe künic rich. ‘nu sul wir uns verbergen’ sprach aber Alberich ; “bt einer wisen grüene da weiz ich einen bach, da kan uns niemen vinden: da habe wir guot gemach, 422 Dé nam aber der Riuze den vanen an die hant. dé reit er trüriclichen von der steinwant. er kérte in ein wilde uf ein heide breit, dar in der kleine wiste; dä wart daz her geleit. 423 ‘Wir zwene müezen widere’ sprach daz getwerc. ‘du solt mit mir riten, Orinit, für den berc. des ich got wol getrüwe und den listen min, daz wir von danne iht keren, uns enwerd daz magedin. 44 Du solt sich heizen warnen ze strite al din her. für die burcmüre fuort ich wol liute mer,
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sö wurdens unser inne: wir möhten niht gehaben, uns berüefe der wahtzre üf dem burcgraben. 425 Wir suln kúme widere komen ungestriten. du solt den künec von Riuzen und sine helde biten, swenn só ich in rüefe, daz si dir ze hilfe komen. süment si sich lange, só wirt dir diu meit genomen.’ 426 Dé riten die hergesellen wider zuo der steinwant. si kómen unvermeldet für die burcmüre gerant. dá hiez er Ortniden: an der burcliten haben. dö gie er unvermeldet üf den burcgraben. 427 Dé steic er ungewarnet datz der müre obene tn. er vant die juncfrouwen und die alten künigtn bi einander sitzen. manec heidenischez wip die säzen ob den töten und qualten sére ir lip. 428 Ez säzen bi einander die küniginne rich. zwischen ir beider siten barc sich Alberich. dö sprach der klein vil sanfte ze der jungen kinigin ‘wenne wil du leisten daz gelübde din?’ 429 ‘Daz tuon ich vil gerne swenne sé du wilt. der künec hät aber den heiden des tievels mit gespilt. wil du michs niht erläzen, só gip mir dinen rät, wie ich dem helde werde, der mich só tiure erarnet hät.’ 430 Dé sprach aber der kleine ‘wil du leisten min gebot, sô sprich ze diner muoter, ez si aber komen got.’ ‘ich han ez wol geheret' sprach des alten heiden wip. ‘ich fürhte, ob ich irs hulfe, mir name ir vater den lip.’ 431 ‘Nu volget miner lére, daz ist iu beiden guot. komt niht dz minem rate: ich sage iu waz ir tuot. du solt diner tohter erlouben daz si gé, daz si ir apgot viége, Mahmeten, daz er ùf ste.’ 423 Dé sprach in lúter stimme daz schene magedin ‘wil du mir erlouben, frouwe und muoter min, só wil ich für die porten uf den burcgraben, des unser apgot beidiu mich gebeten haben.
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433 Si habent mir geheizen, si wellenz widertuon daz uns hát gelastert der Lamparten suon, | und jehent, welle ichs vlégen, si komen wider tn.’ ‘dir sí der gane erloubet' sprach diu alte kúnigin. , 434 ‘Muoter unde frouwe, si habent mich gebeten, ich sol alters eine fúr die porten tfeten, daz ichs aleine schouwe und ander niemen mer.’ ‘dir sol niemen volgen.’ des wart diu maget hêr. 435 Si wolte niht geverten, swie vil man sis gebat. ùz der burcmúre diu frouwe aleine trat. dó nam der wilde kleine die maget bt der hant, und fuortes an die liten dá er Ortniden vant. 436 Dö het Ortnit in strite den tac sín swert gezogen: er was vor múede entsläfen úf sinen satelbogen. der kleine rief im lise. dó er ims vil vertruoc, dó er niht wachen wolte, mit fiuste er in sluoc. 437 ‘Du wilt mit sláfe diesen die Are und dinen lp! nu wache, Lamparte, ich bringe dir din wip.’ der Lamparte von dem sláfe erwachete unde sprach ‘6wol mich deich ie gelebte hiute disen tac! 43g Leg ich nu an dem tóde, ich wurde doch gesunt.' er umbevie und kuste si wol hundert stunt. “ich wil dir daz erlouben’ sprach aber Alberich, ‘du halsest unde küssest die küniginne rich: 439 Du solt ab niht ze wibe gewinnen daz magedin, unz daz si wirt getoufet: si ist ein heidentn. nu hebe dich balde hinnen, geselle, daz rät ich.’ er sprane in sin gereite, die meit nam er für sich. 40 Von der burcliten si dö beidiu riten. | ir ros gienc enschüfte, niemens si dá biten. die heiden wolte er irren, Albrich der was kluoc: der apgote er einen in die burc getruoc.
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441 Daz tet er durch die heiden, er machete einen spot. si wanden daz ez spreche Mahmet ir got. dé rief er bi dem sarke, dannoch in niemen sach, die heiden wolte er effen: in later stimme er sprach 442 ‘Vallet alle nidere und sprechet iwer gebet. danket der juncfrouwen, hie kom ich Mahmet. ir sult alle danken der jungen kúnigín, diu hat mich des ervléget und den gesellen min, 443 Daz wir her wider wellen in unser steinwant. seht zuo, ich hán mich selben geleinet an die want. die meit sol niemen irren, des hiezs iuch alle biten. diu kan uns wol geflegen nach heidenlichen siten.’ 444 Alsó het er beteret die heiden alle gelich. nach dem Lamparten huop sich dô Alberich durch gebirge und durch gesteine, da er Ortniden vant: des ros traoc harte swáre, dar zuo het erz verrant. 445 In einer kemenäten der heiden saz verspart. vor zorne und vor grimme route er ùz den bart, daz er dem Lamparten daz laster muose vertragen. ‘tuot af’ sprach ein kamerer, ‘ich wil iu guotiu mare sagen.’ 446 Dô sprach aber der beiden ‘sag an und sint si guot? ‘ich wil iu iuwer swere ringen und iuwern muot. Mahmet und Apolle die kömen wider in, und hat si des erviéget diu junge künigin.' 447 Mit zorne sprach der heiden ‘ja her, wa ist mín kint?’ “si ist noch vor der porten, dá ir göter sint.” ‘ouwé’ sprach der alte, “wie unsalic ich nu bin! nu wol úf zuo den rossen: min tohter ist dá hin.’ 448 Dô wurden aber die heiden ze strite wol gegart, mit zwelf tüsent heiden het er sich schiere geschart. dé was euch Ortniden der reise harte gach: , doch fuor im der heiden úf siner slage nach. 449 Uf manegem snellen rosse die heiden ranten dan. da von der Lamparte fliehen began.
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si sahen in verre riten, der mäne lühte in lieht: Ortnides ros was müede, ez mohte fürbaz nieht. 450 ‘Nu rat uns zwein daz beste, vil lieber Alberich. ouwe, wem sol ich läzen die maget wunneclich ? nu müezen liehte ringe von bluote werden röt. € ich mich von ir scheide, ich gelige è bi ir tét.’ 451 ‘Daz weiz got’ sprach der kleine, ‘ich han mir niht erdaht, wie ich dich hinne bringe. rit só du beste maht. ich weiz hie vil náhen einen brunnen und ein mos, da enmac man über geriten deheiner slahte ros.’ 452 Dó sprach diu kúniginne “ich wände ez wer din spot. wes trúrest du só sére? nu hilfet dir din got. wie bin ich dem entrunnen, der mich hät erzogen! ez ist ein trúgenwise daz mich hát betrogen. 453 Ich rate dir daz beste’ " sprach daz magedin, ‘daz du vil dräte entrinnest dem argen vater mín. er ziuht dir úz din äder, und erwischet dich sin hant. ich mac dir niht gevolgen: setz mich nider üf daz lant. 454 Ich han verlorn min ére, und tuot mir am líbe niht; doch klage ich immer mere, ob dir schade von mir geschiht.' dö sprach der Lamparte ‘daz wil ich dir widersagen: é ich dich hiute laze, ich lig é bi dir erslagen.” 455 Sin ros daz truoc in schöne unz d& er vant den bach. dé spranc er zuo der erde, da er daz wazzer sach. dé verwac er sich des markes, daz het der reise genuoc. die maget er an dem arme über daz tiefe wazzer truoc, 456 Von dem bache verre und satztes uf den sant. den schilt nam er ze rücke, daz swert in die hant. sote vil der vinde wæren, doch satzte er sich xe wer. von tm huop sich der kleine und brdhte im al sin her. 457 Daz si daz wazzer funden, daz kom im ze staten. si mohten niht geriten, si muosten zuo im waten. der beiden dé mit zurne erbeizete üf daz gras, und ouch sin starkiu menege, diu mit im komen was.
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458 Dô huop sich zuo den swerten der heiden und sin rot. dô vaht der Lamparte ze slage und ze gebot. er muoste ot vaste vehten, dô man ins niht erlie. er sluoc sô vil der heiden, daz man trucken über gie. 459 Doch betwanc in die müede, daz er ze lange vaht. do entweich im in den armen diu kraft und ouch diu maht. ‘ich mac nimére gestriten. ouwé, war sol ich nuo? dé sigen die Sarraztne allenthalben zuo. 460 Dé sprach der Lamparte ‘min lip des frides gert. welt ir mich nern, hér heiden, só gibe ich iu min swert. ich enruoche ob ir mich vahet, daz ir mich läzet leben: ich wilz iu af iuwer triuwe und úf iwer genáde geben.’ 461 ‘Durch mine? tohter willen só nim ich dir den lip.’ ‘ich enweiz wes ir mich zihet, si wart noch nie min wip.’ ‘alle die nu lebent die mugen dich niht ernern. “só wil ich mich’ sprach der arme ‘noch eine wile wern. 462 Sô wer ich mich doch armer so ich aller lengste mac.’ dé sach er liute riten und hörte ir huofslac. sin herze in hoffenunge ein lützel kreftic was. ‘nu wer dich, lieber osheim! sprach von Riuzen Yljas. 463 Die türken sach man springen vil baz dan enzelt. der Riuze reit ze vorderst und erbeizete ùf daz velt zuo siner swester kinde, daz dá in neten was. , ‘nu wer dich, lieber ceheim ! sprach von Riuzen Yljas. 464 Dé sprach der Lamparte ‘ich touc niht an den strit. -ir helde, ir sult mir helfen, wan ir geruowet sit. ich gewan bi minen ztten nie só gröziu herzenser. eheim, nu nim die Rösen: ich mac niht striten mer. 465 Des freute sich der Riuze, dé er die Rösen vant. er nam dem Lamparten daz swert ùz der hant. alrérste huop sich jämer und ein strit alsó gróz. dé viel der Lamparte der frouwen in die schóz.
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466 Si sprach “mir ist vil swere, daz ir in miner schöze liget. ir múget dá von wol sterben, ob min vater iu an gesiget.' ‘mirst leit deich dir niht nehner noch bin bi gelegen.’ “nu ergé mir, swie got welle, ich han mich sin gar verwegen.’ 467 Do erbat er si des küme daz si im den helm ap bant. si wischte in mit ir stüchen und mit ir wizen hant. als in der alte heiden in der schöze ligen sach, dö viel er in die werre, daz er nie wort ensprach. 468 Inner des die heiden mit den kristen sere striten. si kömen über die töten gegangen und geriten. ‘nu wol af sprach der Riuze, ‘ez ist aber an der zit! müget ir iht gevehten, só hebet iuch wider enstrit. 469 Dé sprach der Lamparte ‘daz muoz ot aber sin. nu wünsche uns beiden heiles, vil liebiu frouwe min. ich weiz wol, wes si muotent, des werdents ouch gewert.' dö sprach der Lamparte ‘nu gip mir wider min swert.' 410 Zesamne si dé träten, manec heiden wart dä gevalt. in lägen ouch vor den füezen die kristen ungezalt. dö sprach der Lamparte ‘alrérst hebt sich diu nôt: mir ligent miner helde aber wol vier túsent tot.’ 411 ‘Nu sul wir si rechen’ sprach von Riuzen Yljas. dé drungen si dé beide da der alte beiden was. der begunde in dé entwichen mit stnem sturmvanen. do begunde ouch der Lamparte die sinen vaste manen. 412 Die beiden muosten entwichen, vil lützel was ir her. si getorsten gegen den kristen sich setzen niht ze wer. si vorhten alle sere Ortnides unzuht: diu banier lac da nidere, der heiden gap die fluht. 473 Ortnit begunde in zorne dé sinen sweher jagen, und möhte ern haben erreichet, er hiete in gerne erslagen. er wart vor Muntabüre gejagt unz an daz tor: dar in entweich der heiden, Ortnit beleip hie vor.
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rosse und ringe nämen die kristen grözen roup. dé sprach ze der juncfrouwen der lützel Alberich ‘nu muoz din vater ersterben, küniginne rich. 475 Dö wart der juncfrouwen jamer harte gröz. ir vielen von ir ougen die zaher in ir schöa. ‘sol mir min vater sterben, só sí ez gote gekleit. ich solte imz aber niht wizen' sprach diu schoene meit. 476 'Er mac genesen nimmer, só grimmic ist sin muot. ouch hát erz wol verdienet: ich enruoch waz er im tuot. dé kom der Lamparte wider zuo ir geriten: alrérst het er den heiden ` den sige gar ab gestriten. 477 Er sprach ze der juncfrouwen ‘sag wie gehabestu dich, friundinne unde frouwe? stant úf und küsse mich.’ ‘daz getuon ich nimmer, du welst mir érste sagen, künec, uf dine triuwe, hast du minen vater erslagen ?’ 478 ‘Nein ich’ sprach der küene, ‘du solt guotes muotes wesen, und wis mir deste holder: din vater ist genesen. wer er mir niht entrunnen, ich hiet im den ltp benomen.' dé sprach diu maget scha:ne “só wis mir willekomen.’ 479 Si namen vil der rosse und ander sturmgewant. swaz er der lebentigen under den töten vant, die wol genesen mohten, die fuorte er mit im dan. gesunder unde siecher het er niuwan tüsent man. 480 Dé satzte er die juncfrouwen üf ein kastelän. si riten unverborgen vil offenlichen dan. ze Suders in der veste kundens des niht bewarn: er wolte zuo den kielen mit siner frouwen varn. 481 Der reise si im wol gunden. dò fuor er ùf den sé; da het er von den beiden dehein angest mé. dö mohte er üf dem wäge strites sicher sin. Albrich und der Riuze touften im die kúnigin.
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ai ze lande kómen, dö wart diu maget ein wip. an dem niunzehenden morgen fuorens in Messin: da hiez in aber der beiden “gote willekomen'sin. fe > Pu ve , Dé wart vil wol enphangen der künic Ortnit. 9256 I er het ouch mit der frouwen üf Garte höchzit. die fürsten im riten engegene, frien und dienstman. hin ist diu ayentiure, heben aber ein ander an. VI. 194 Der heiden sich versparte in einen palas, daz niemen in der werlde bi im dar inne was. sus saz er verborgen unz an den dritten tac, daz er von siner erge trinkens noch ezzens phlac. 435 Im getorste niemen ruofen, in getorste niemen seben. swer in erzūrnet hiete, dem wære schade geschehen. ezzens noch trinkens getorste in niemen biten noch deheines släfes: dö kom ein jeger geriten. 1% Der frägete wa were der liebe herre sin. man jach, er were beslozzen und lieze et niemen in. dö sprach der jeger wise ‘ich muoz in zwäre haben, hiet er sich under erde vor den liuten vergraben.’ #1 ledoch wart er gewiset an der kemenäten tür. dé sprach er zuo dem künege ‘her, nu trit her für. din kint ist wol behalten: daz darftu nimmer klagen. wil du mirz immer danken, ich wil dir guotiu mere sagen. 8 Sit dir ist só leide daz du vlorn hast daz wip, wil du dem Lamparten nemen sinen lip,
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wil du mirz immer danken: ein dinc ich funden hin, daz muoz dem Lamparten an sin leben gán. 489 Dä von im harte schiere der lip wirt benomen.' mit freuden sprach der heiden ‘daz sol dir immer fromen’. do entslóz er uf die porte und lie den jeger in. er sprach ze dem wildenzre ‘sag an waz mac ez sin, 490 Daz dem Lamparten grözen schaden tuot? mac er dä von ersterben, diu miete diu wirt guot.’ ‘ich het nach den hunden ze verre mich verrant, dé kom ich unverwiset under ein steinwant. 491 Einen wurm ungefüegen sach ich dar üz gän. hiet ich tüsent manne sterke, den wolte ich niht bestän. er hiete et mich verslunden, hiet er mich dä gewest. ze walt liez ich in slichen und huop mich in sin nest. 492 Noch greezer dan min houbet vant ich dä ein ei. dé suochte ich dá mére: ich vant niht wan zwei, diu wären ungefüege, gröz und swere genuoc, alsö daz ich si küme heim in min hüs getruoc. 493 Ich vorhte, si verdurben und legts in ein warmez loch. swaz dar inne ist, dast lebentic: diu eijer han ich noch. dá von suln si der wurme in dem lande dá bekomen. swer mit dem tievel stritet, dem wirt der ltp benomen, 494 Diu eijer wil ich füeren in der Lamparten lant, und wil die würme brüeten in einer steinwant. koment si zuo ir jaren, in tuot der hunger we: só wene ich, in dem lande vor in iht beste. 495 Über vihe und über liute ez danne sá ergat. | só ist Ortnit só küene, daz er die wúrme bestät. só mac er sich des eine niht erwern wol. swá er in begrife, er treit in in sin hol. 496 Só muoz er von den wúrmen verliesen sá daz leben.’ dó sprach sá der heiden “dar umb wil ich dir geben
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allez des du muotest, daz du den degen starc mit den würmen tetest: ich gibe dir tüsent marc.’ 497 Dö sprach der jeger wise ‘ich wil dir geben rät, und wil dich selbe leren. sit ez alsó stat, du solt mir zwéne soume mit gesmide heizen laden und mit edelem gesleine send mich über zuo den staden. 498 Von boumwolle und von siden lat mir ein soumschrin : da suln stzticlichen diu eijer inne sin in hitze und in wirme: anders entügens niht. ich sage dir, von den würmen den kristen schade geschiht. 499 Dine brieve solt du senden der lieben tohter din, du wellest holt ir manne und dinem kinde sin. mit edelem gesteine send in daz gröze golt: só wellent si des wsenen, du sist in beiden holt.’ 500 Des volgete im der heiden. af einen kiel er luot von golde und von gesteine in bulgen michel guot. als der jeger wolde, alsó muost man im laden. dé flóz er in dem kiele ze remischen staden. 501 Dö gap er im geleite in Lamparten lant unz üf die burc ze Garte, dä er den künic vant. vil boteschefticlichen er näch den soumen reit: in einem soumschrine was leider kunterfeit. 502 Alsö der wise heiden üf die burc gienc und für die burcporten, der portnzre in enphienc. dò vernam et niemen dä die rede sin. äne Ortnides willen liez man niemen in. 503 Dé sagte man dem künege, ez were ein bote komen: si hieten bi ir jaren nie solhe rede vernomen ; er bringe zwene soume, die vil swere tragen, ‘waz er mit rede meine, des kunne wir iu niht gesagen.' 504 ‘Nu bringet mir die soume und ouch den fremden man.’ man lie in zuo der porte und hiez in für sich gan.
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‘waz ist daz du wirbest?’ der beiden sprach alsó ‘ich bringe dir niumzre der du muost wesen fró.' 505 Dô seite er im vil mere und gap im einen brief. als in der künec schouwet, vor freuden er dö rief ‘daz er sich hät bek£ret, des st immer got gelobt, daz er vil übeler heiden niht immer mêre tobt!’ 606 Den boten er dö wiste da diu küniginne was. den brief gap er der frouwen. dé si die schrift gelas, ‘er bringet guotiu mere' sprach dé diu kúnigto, ‘uns hat enboten hulde der liebe vater min. 507 Er hat enboten uns beiden minne und friuntschaft : er priset harte sére din gelücke und dine kraft. die wile er dich weiz lebende, só get im freude zuo. er giht, im st in der werlde niemen lieber danne duo. 508 Er wil sich läzen toufen und wil her in din lant. nu lá dir niht versmahen daz er dir hat gesant. du solt dem brieve gelouben daz du an im hærest jehen.' ‘ich wil iuch’ sprach der heiden ‘sin gäbe lázen sehen.’ 509 Vier swere bulgen er im dö für truoc. dä lac inne goldes und edeler steine genuoc. dö sach er vor im ligen fürspan und vingerlin. ir vater sere dancte diu edel künigin. 510 Der heiden sprach ‘ein bulge lit noch vor dir vol. ez ist noch niht gewahsen daz man dir geben sol. ez bringt dir edele steine: ich sage dir’ sprach der bote, ‘ez ist üz dem garten ein abrahemschiu krote. 511 Swenne diu gewehset, diu bringet einen stein, daz in der werld diu sunne sô guotez nie beschen, ich wil dir sagen mére, waz dir ist gesant: ich sol dir, herre, ziehen ein schenen helphant. 612 Der mac äne gebirge niht genesen wol. ich gibe dirs beidiu schiere, nu wis mich in ein hol’.
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‘ich schaffe dir gebirge und dar zuo allen rät, und heiz din phlegen schöne minen potestat.’ 513 Dé hiez er in wisen in ein steinwant bi der stat ze Triente, dá er den berc vant. sin schelcltch gezühte er in den berc getruoc. des er dar inne bedorfte, des gap man im genuoc. 514 Dé was er zwelf mänede in dem berge oder mêr. dé het er mit den würmen gröziu herzenser. & ers gezüge ze rehte, dé het er arbeit. ei waz er doch sorge mit den würmen leit! 515 In dem halben järe die würme wurden gróz, só daz ir meister sêre des lebens bi in verdróz, daz sf sin dicke varten wie sim nemen daz leben. in wolte ouch der rihtære der spise niht mé geben. 516 Si heten dar an ze kleine, alle tage ein rint. dé sprach der rihtere ‘ez ist Ithte des tievels kint! ` min hérr möht gerne läzen disen helphant, € daz er im verslunde ein stat und ein lant.’ 517 Dé der jegermeister den würmen niht enbét und si vor hunger waren iezuo vil nähen töt, si twanc der hunger sére, dé ramten si des man. dé zente ers zuo dem liehte: vil küme er in entran. 518 Swä der biderbe den beesen ziuhet, der ist dar an betrogen. alsó het er an den würmen sine vinde erzogen. dö sie sich vermohten, do enahtens of in nieht: er lie si nemen selbe und wistes an daz lieht. 519 Von grözer hungergite wart dö den würmen zorn. swaz in diu ougen sähen, daz was gar verlorn. swaz si in dem lande funden, daz verslunden si sé gar. sus heten si ir erge mér danne ein ganzez jar. 5% In walde und in gevilde kund in niht vor bestán. si heten ouch der werlde grözen schaden getän.
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si täten an den liuten diu gremelichen leit: vor in man Ùf der sträze weder gie noch enreit. 521 Unz für die burc ze Garte der ein daz lant betwanc. si muosten im entwichen, die liute äne danc. si getorsten Of dem velde . ir aker niht gesen, noch getorsten vor den welden ir wisen niht gemen. 522 Si bestuonden küene ritter durch ir übermuot und ouch durch ruomes willen: - daz wart in dehein guot. jegern und gebüren namen si daz leben, | die würme wolten niemen deheinen fride geben. 523 Dé hört man datz der kirchen die pfaffen über si klagen. dé sprach der Lamparte ‘er wirt nie mére erslagen; er stirbet leider nimmer äne minen strit. ich muoz uns von im lesen’ sprach der künec Ortntt. 524 Sus lac er eines nahtes bt der kúnigin. do begunde er aber denken an die sorge sin. ‘ob mir nu misselinget, verliuse ich minen lip, owé, wem laze ich danne daz ellende wip, 525 Diu vater unde muoter durch mich hät verkorn. ich weiz wol, stirbe ich eine, só si wir beide viorn. owé, nu muoz ich eine minen kumber klagen! nu getar ouch ichz vor jamer miner frouwen niht gesagen. 526 Nu klage ich niht ze ware ‘weder bürge noch diu lant: ich klage mine frouwen, die ich als stæte vant. ich getar irs niht gekünden, und wil doch den wurm bestän. der Ortnides sorgen hebt sich hie aber einiu an.’
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VII. 527 Nu het er sich gerihtet aber in die sorge stn. er wände ez niemen hörte: do erwacht diu kinigin. dö durchbrast ir herze, ir jamer wart só gróz, daz si mit ougen regene sine brust gar begóz. 528 Si dructe in zuo dem herzen und kuste in túsent stunt: ‘herre got von himele, waz wil mir werden kunt? ouwé mir armen frouwen, waz wil mir nu geschehen? wäfen über diu ougen, dá mit ich dich han gesehen! 629 Und wäfen über die arme, dä mit ich umvangen hän dich, künic unde herre. wem wilt du mich nu län? nu han ich gelázen' sprach diu künigin ‘vater unde muoter durch den willen din 530 Und alle mine mage’ sprach diu frouwe hêr. ‘vlius ich dich alters einen, só han ich niemen mêr. alle mine mäge liez ich, her, durch dich. richer künic edele, wem wil du läzen mich? 531 Dö sprach der Lamparte ‘ich wil dich enphelhen got unde mich ergeben verre in sin gebot. swie aber mir gelinge, ich verliese mtnen lip, od ich behalte in Ithte, mir wart nie lieber wip.’ 532 Dö sprach si bärmiclichen ‘hast aver du rehten sin, du solt dich baz bedenken. Ortnit, wa wil du hin? maht du doch rates fragen graven frien dienstman.’ ‘nein’ sprach der Lamparte, ‘ich wil den wurm bestan. 533 Von dines vater listen kom der wurm in ditze lant. nu muoz ez got erbarmen, daz in niht sluoc min hant, daz ich in ie gesparte durch den willen din.’ ‘daz muoz got erbarmen’ sprach aver diu künigin.
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534 ‘JA hät er geschüpfet die würme ùf minen ltp.’ “got muoz über in rihten' sprach daz vil schæne wip, ‘daz alsö vil der kristen ist durch in erslagen. daz er ie kom in Lamparten, daz wil ich gote klagen.’ 535 ‘Du solt dich selbe troesten’ sprach der künic rich. ‘ich kum dir schiere widere, frouwe minneclich, ich getrou wol an dem wurme gerechen minen zorn.' si sprach “já fürhte ich sére, du habest den ltp verlorn, 536 Sit daz der wurm só úbele und só unszlec ist, daz von siner erge niemen nu genist. du häst ouch wol erzeiget dine frimekheit, dich möhte wol verdriezen jarlanc der arbeit.’ 537 ‘Daz sint die edeln steine die mir din vater hät gesant. nu hät er mir verderbet mine liute und min lant. er muoz mir den schaden gelten der mir ist von im geschehen. du solt mir heiles wünschen: ich muoz die würme sehen. 538 Du solt niht sere weinen, liebiu frouwe mín.” ‘wie möhte ich daz gelázen ?” sprach diu kúnigtn. ‘dä merkent ditz die liute, wil du ze sére klagen: friunt min unde frouwe, du solt ez niemen sagen.' 539 ‘Du wilt des niht erwinden, du wellest, hérre, dar.’ dò sprach der Lamparte ‘daz ist min wille gar.’ dö sprach diu küniginne ‘ich muoz mich din verwegen. ich han diu jär gemerket, diu ich bin bi dir gelegen. 540 Ez ist in dem sechsten járe, daz du mir wurde kunt. min herze ist äne wafen und ane snide wunt. alrérst sol ich mich nieten, vil lieber hérre, din: nu wil du von mir scheiden’ sprach diu künigin. 541 ‘Nu müeze ez got erbarmen daz ich dich ie gesach. ir herze hörte er krachen, dazz in ir libe brach. dö sprach diu küniginne ‘hérre, nu bellp. dir kumt diu reise übele’ sprach daz schene wip. 542 ‘Nu soldest du mich trosten, so verweisenst mir min leben.’ si sprach ‘du wilt ze sere näch dinem töde streben.’
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dó schein im durch daz venster des morgens blicke lieht. dé wolde er uz dem bette: sie liez in von ir nieht. 543 Swie küen sin herze were, des zornes er vergaz. im wurden siniu ougen von grózem jámer naz, dé in diu frouwe schene mit armen umbeslóz. si weinden beidiu sére, daz wazzer über ir brüste flöz. 544 ‘Frouwe, ich muote urloubes, des mac ich niht enbern.’ “swie ungerne ich dirs gunne, doch muoz ich dich gewern. du wilt niht hie beliben: got der muoz dich bewarn,’ ‘nu läz mich, scheniu frouwe, mit dinem urloube varn.’ 545 Dé spranc er üz dem bette, an leite er sin gewant. ob im tet er daz venster ùf mit siner hant. dö sprach der Lamparte ‘swaz dir die liute sagen, des solt du niht gelouben. du solt niht sére klagen. 546 Küniginne und frouwe, gip mir din vingerlin. swer dir daz wider bringe, dem geloube den töt min. swer dir daz vingerl bringet, dem ist vil wol geschehen: der nimet mir etewaz mére und hat mich téten gesehen. 547 Swer des wurmes houbet bringet, der hät den wurm erslagen, od aber zehowen die zungen, dier im munde hät getragen. swer daz houbet äne zunge bringt, der hät dich betrogen: swer aber die zunge füeret, der hät dir niht gelogen. 545 Geloube et niht in beiden, vil edeliu künigin. swer dir die Rösen bringe und die liehten brünne min, dar zuo des wurmes zunge und ditz vil kleine golt, sich, der hät mich errochen, dem wis mit triuwen holt. 549 Der bringet ouch vil lihte den helm und ouch daz swert. der selbe sol von rehte mit dir sin gewert. lobe mir daz du deheinen nimmer nemest zuo der &, swie er dich betwinge, er slahe den wurm é.’ 550 Mit zornegem muote slouf er in sin sturmgewant. diu frouwe vil geweinte, dö si im die riemen bant. dé lac vor sinem bette zallen ziten ein bräckelin, daz muost mit im ze walde, so er eine wolte sin.
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551 Urloup nam er zer frouwen: dé huop er sich zehant für sine kemenäten, da er ein ros gesatelt vant. den schilt neben der siten, den bracken hinder sich: si sprach vil bärmiclichen ‘got gesegene dich.’ 552 Als er dé eine wile von der birge gereit, dô het er eines dinges . vergezzen, daz was im leit. do gedähte er ‘ich muoz widere zuo der künigin: ich vinde niht Albriches an daz vingerltn. 553 Dannoch stuont si af der mire und sach im allez nach. si freut sich, dé im widere der reise was 86 gach. si wande, er wolte beliben und gie gein im an den graben. ‘du wenst, ich welle erbeizen: da für solt duz niht haben. 554 Ich het des nach vergezzen, gip mir min vingerlin. dö sprach diu frouwe in jämer ‘bi wiu gedenke ich din?’ ‘bt maneger naht vil guoten du min gedenken solt.’ diu frouwe heize weinde und gap im dar sin golt. 555 Dé kerte er von der bürge an den wilden bere, under der linden grüene, dá vant er daz getwerc. “war hästu dich bereitet ?’ sprach aber Alberich. ‘ich wil aber in die sorge’ sprach der künic rich. 556 ‘Wider wen wil du nu striten? wer hat dir iht getan?’ dé sprach der Lamparte ‘ich wil den wurm bestan.’ mit zorne sprach der kleine ‘du wilt ungerne leben, war umb wilt aber sö sere nach dinem töde streben? 557 Wil du mit im vehten, daz tuost an minen rät. erst uf min triuwe ein töre, der den wurm bestat’. dé sprach der Lamparte ‘ich han michs an genomen. ez ergé mir swie got welle, ze schaden oder ze fromen. 558 Nu frage ich dich rates: du solt mir geben tröst, wie der ungehiure des libes werde erlöst.’ ‘nu lida sprach der kleine ‘swaz dir von im widervert. du wirst sin wol inne waz dir got hät dä beschert. 559 Aber mit einem dinge ich dich noch treesten sol. kumst du mit im ze strite, du slehst den wurm wol.
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ich wane abe’ an im kleine werde din gewin, und vindet er dich sláfent, er treit dich entriuwen hin. 560 Ich wil dir daz verbieten, daz du entsláfest niht. só sage ich dir ze wáre, daz dir heil an im geschiht. got múeze dich gesegenen. gip mir min vingerlin, gesent dich got her widere, só ist ez aver din.’ 561 Im warf der Lamparte daz vingerl ùf daz gras. Alberiches herze von der reise betrüebet was. er sprach ‘zuo solhen dingen hert michel arbeit’. “got gesegen dich’ sprach der gróze; von dem kleinen er dô reit. 562 Dé reit er ungewiset durch daz gebirge hin, als in sin muot lerte und sin sturmlicher sin. dö reit er ungeruowet den tac unz an die naht: dannoch was im lange släfens ungedäht. 563 Do erbeizte er zuo der erde. sin fiur er úz sluoc. ungefúeger ronen este er selbe dar an truoc, durch daz der wurm erssehe deste er des fiures schin. dó fuorte er an dem satele sin spise und sinen win. 564 Dö saz er üf die grüene, er tranc unde az, und gap ouch dem bracken der in siner schöze saz. dö het er niemen mere wan sich alters ein. dé saz er bi dem fiure unz daz der mane erschein. 565 Dé wolte er aber riten, sin marc er schiere enbant, und muote in harte sére daz er den wurm niht vant. sus reit er 4ne ruowe die naht unz an den tac. dé kom er úf einen anger, dá vil der rösen lac. 566 Under einem grüenen boume erbeizte dé der degen. dé het er ouch vil gerne eine wile da gelegen. ungaz und ungetrunken muost er dö leider sin: dé het er an dem satele weder spise noch den win. 567 Sin herze im was beswerret, sin lip vil müede gar: dò neigte er sich ein wile durch sine ruowe dar. ein lützel wolte er ruowen: der slaf in des betwanc, daz im daz houbet nidere gein dem grüenen anger sanc.
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568 Der sláf kom im ze sorgen, des wachens in verdróz. dó legte sich der bracke in des Lamparten schóz. daz kom von sinem sláfe, daz er swurmes niht ensach : dá von dem Lamparten der gróze schade geschach. 569 Er brach durch loubes dicke, die boume dructe er nider. der bracke lief zem wurme und zuo dem hérren wider. swaz er in lúter stimme gebal, daz slief der gast. üf des hundes bellen ahte der múede niht ein bast. 570 Swaz in daz welf gekrazte und in die ringe beiz, dá lac er als ein tóte der sich niht verweiz. als des wurmes houbet vernam des mannes smac, dó streich er al gerihte, dá der múede vor im lac. 571 Der hunt wolte in bizen, do er het den wurm vernomen. dó mohte er vor dem helme niht zuo dem houbte komen. der wurm ungehiure raht sinen snabel her fúr: sín múl wart im noch witer dan ein mzzigiu tür. 572 Unz an die sporn beide den ritter er verslant. daz kom von den schulden daz er in släfende vant. dem kleinen hundeltne wolt er alsam haben getán, er rámt sin mit dem zagele: der bracke im kúme entran. 573 Dem wurm was von dem boume gein der steinwende gách. durch sines herren triuwe lief im der bracke nách unz fúr daz gebirge, da er mit neste inne saz. dó vorhte vuch im der bracke und getorste niht fúrbaz. 574 Die jungen heten dar inne vor hunger gróze nöt. swie er unverhouwen were, doch muoste er ligen töt. er truoc in sinen kinden in einen holn berc: diu mohten in niht gewinnen und sugen in durch daz werc. 575 Do verlös der Lamparte mit jamer sinen lip. des dannoch niene úf Garte west sin liebez wip. man klagte in durch sin ére die er dem lande erwarp. daz ist diu áventiure da Ortnit inne starp.
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VIII 576 Sich huop der bracke widere heim an sine vart. als diu küniginne des hundes inne wart, do getorst si oflenliche ir jamer niht geklagen. si gedähte in ir herzen ‘min hérre der ist erslagen’. 577 Die dé den bracken sahen und bekanden sinen site, die wänden der genäden, daz ir hérre nach im rite. er muoste dort beliben, des twanc in gróziu nôt. si mohten lange biten: er lac in dem berge tot. 578 Si fragten alle geliche ‘war ist unser hérre komen? der bracke kom aleine: im ist wen der lip benomen. in hat verräten lihte diu edele kúnigtn. si mac an sinem tóde vil wol schuldic sin.’ 579 ‘Nu enwelle got von himele' sprach daz schene wip, ‘und werdet ir des inne, só nemt mir minen lip.’ dé sprachen aber die besten ‘wer dir sin sterben leit, du soldst uns nach im wisen: du weist wol war er reit.’ 580 ‘Waz han ich dá von ze sagen?’ sprach aber diu kúnigin, ‘ich tar iuch dar niht gewisen, lobt ich bi den triuwen min. é daz aber ir nu zürnet, welt ir michs niht erlän, ich sage iu war er kérte: er wolt den wurm bestän.’ 581 Do begunden die Lamparten ir herren alle klagen. si sprächen alle geliche ‘in hät der wurm hin getragen. swer in nu rechen welle, der hebe sich enzit. ez enwirt in Lamparten nimmére dehein Ortnit 582 Só biderbe und só kúene, sô der lande kunne phlegen. unser tröst und unser freude ist an im gelegen.’ dö sähen si den jämer, den der bracke begie, daz er ir iegelichen bi sinem géren vie. 583 Swelher im ie volgte, den zöch er für daz tor. er woldes alle wisen üf des starken wurmes spor.
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“er weiz wol minen hérren' sprach von Garte ein dienstman. ‘reich mir mine ringe! ich wil mich legen an 584 Und wil dem bracken volgen unz min ouge dez phat an siht. swie liep mir min hérre were, ich besten des wurmes niht’. dò volgete er dem bracken, die straze kunde er wol: des wiste ouch er den küenen vil nähen für daz hol. 585 Als er des wurmes staphen alsó bluotic vant, niht fürbaz wolte er riten und kérte wider zehant. dé seite er besiu mere, sin hérre der ware tot. dö huop sich in dem lande jamer unde nôt. 586 Von dem grözen jamer den dé leit diu kúnigin, und von des sunes töde starp ouch diu muoter sin. si starp von dem jämer dazs in sehen solt niht mer. dé het ouch niht mer freuden diu küniginne her. 587 Sus lebte si in dem jämer unz an daz dritte jär, daz ir die Lamparten nämen deheinen war. do verlös ir liehte varwe, diu frouwe wol getän. si wolden si des twingen daz si name einen man, 588 Da von beruochet weren ir liute und ouch ir lant, an dem daz künicriche were wol bewant. dé sprach diu küniginne ‘ir dürft mir deheinen geben. man gewinne ich nimmer, er enneme dem wurmez leben.’ 589 Dô si miht volgen wolte, die frouwen man verstiez. alles ir künicriches man ir niht enliez des si sich neren wolte, wan kupfers hundert phunt. , daz was ir gelt des järes: dé wart ir jamer kunt. 590 Uf der burc ze Garte was gemürt ein turn hol, der was unz an daz ende von grunde schatzes vol. daz si niht mannes wolde, des wären si ir gram. si moht sin niht geniezen: die slüzzel man ir nam. 591 Swie vil si ir leides taten, vil steete was ir muot. si begie sich von ir hende, als manic frouwe tuot. daz hulfen ir gewinnen ir meide unde ir wip: si worhten mit ir henden daz si betruogen ir lip.
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592 Diu frouwe lebte in sorgen beidiu naht unt tac. der liute und ouch der lande leider niemen phlac. dö zöch ir iegelicher zuo im daz er begreif: da von des landes wirde und ére gar zersleif. 593 Dö sprach der marcgräve zuo der künigin ‘mir ist vil leit din kumber, frou, wil du mit mir sin?’ mit jamer sprach diu frouwe ‘ich enruoch waz mir geschiht. daz muoz ich allez liden: ich kum von Garte niht.’ 594 Dö sprach der marcgräve ‘nu erbarmet mir din nöt. ich wil durch dinen willen rechen mines herren tôt, ich wil die wile erbiten unz min sun gewahse ze man, daz ich vil rehte wizze wem ich min erbe süle verlan’. 595 Ir phlac vil wol der fürste und ouch diu margrevin. si sanden ir uf Garte die spise und ouch den win, ze höchziten diu kleider, ir silber und ir golt: si warn die wil si lebten der frowen mit triuwen holt. 596 Sus muoste in grözem jämer diu arme frouwe leben. dem do diu küniginne von Lamparten wart gegeben, und der den wurm tote von dem Ortnit wart verlorn, des müezet lange biten, wan er ist noch ungeborn. 597 Er muoz in sorgen wahsen von dem der wurm wirt erslagen. ich wil iu sin geslehte und sinen vater sagen. seht, daz was von Berne Dietriches alter an. ditz liet daz heret gerne: alrérst hebt ez sich an.