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Heldenbuch. Altdeutsche Heldenlieder. Erster Band

Wolfdietrich

Hagens Handschrift · Hagen1855

131 Min. Lesezeit· Friedrich Heinrich von der Hagen

In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.

Lokale OCR mit geprüften Werkgrenzen, Seitenfolge und gezielten Stichproben. Verbleibende Erkennungsfehler sind möglich. Wolfdietrich-Abschnitt260–949 vollständig; Hugdietrich1–259 separat. Letzte Druckstrophe verkürzt; historische Lücken unverändert. OCR-Arbeitsfassung. Der gesamte Textzeuge ist nicht als vollständig kollationiert ausgewiesen; Umfang und offene Lesarten bleiben dokumentiert.

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260 Nu laſsen wir ligen den edlen künig reich, und kürzen wir dy weile mit Wolfdietreich, do wuchs zu Konſtantinopel das kindlein wunneſam, unz im ſtarb ſein vater, ſein freud was im zergan.

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261 Do Wolf Dietreichs vater an ſeinem ende lag, ſeiner lieben kinde er mit trewen pflag, er het zwen ſün junge, dy hieſz er für in gan, purge, land und leut(e), macht er in untertan.

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*262 Er ſprach: „vil liebe kinde, nu hört waz ich euch ſage, * ieh waiſz nicht, ob ich lenger mag leben einen tag.“

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do ſchuef er Wachsmuten ain land bei der Yp hin dan,

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und ſchuef Bugen ein weit land, das dient dem künen man.

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263 „Wolf Dietreich, Konſtantinopel ſol dein aigen ſein, und was dar zu gehöret, vor andern erben mein,“ do hiefz er herzogen Berchtung palde für in gan: „ich enpfilch dir Wolfdietreichen, du piſt ein trewer man.“

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264 Dar nach an dem fünften tag der her ſein ende nam, und ward geſtat zu dem grab, als im wol gezam. wie pald(e) herzog Berchtung Wolfdietreichen nam und furt in in ſein aigen lant: er was ein frewer man.

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265 Da zoch er ſeinen herren unz in das fünfte jar, er lert in manigerltay(e), das ſag ich euch fürwar, er lert in weit(e) ſpringen und ſchieſzen wol den ſchaft und lert in mit trewen manigerlai ſpils kraft:

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266 Er lert in meſzer werfen, des geſchach im not,

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er wär von eime haiJdgen anders gelegen tot,

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do er Itund in noten vor dem haiden hochgeboren:

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er geligt im an; des half im ſein maiſter auſzerkoren. 267 Was in ſein maiſter lerte, des ward er maiſter gar,

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mit mangerlai tugent. das ſag ich euch fürwar,

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er ward in feiner jugent pider und auch gut.

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des frewet fich des werden herzog Perchtungs mut. 268 Dar nach in kurzen zeiten heten im ſein bruder genomen,

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was im von Konſtantinopel gutes ſollt ſein bekomen, (8.2)

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ſy wolten ſein(e) lout(e) im nit dienen lan,

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ſy ſprachen, er wör ein käps kind und möcht nit erbes han. 269 Alſo herzog Berchtung dy mare da vernam,

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er gund gar tugentlichen für ſeinen herren ſtan,

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er ſprach: „her Wolſdietreich, ir ſult ritterlich leben:

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ewce)r land und leut(e) mulſz man euch wider geben.“

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270 Er ſprach; „maiſter Perchtung, gib mir deinen rat, ſeit du wol waiſt, das alles, an dir ainig Nat.“ er nam das ſwert nach wirden, an einen pfin(ge)stag. der fürſft zu allen zeiten großser züchte pflag.

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271 Do im herzog Berchtung das ſwert zu den henden bracht, er ſprach: „ich han ſechszehen fün pider und geſchlacht, und funf hundert ritter kuen und lobeſam, ich leg mit euch aut die wag(e) al meine dieneſtman.“

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Do ſante bherzog Berchtung aulz in leine lant, zwai lauſent beld(e) komen alfo ſchier zu hant, dy mueſten ſweren aid(e), das wil ich euch ſagen, das ſy Wolfdietreich bulfen fein aigen land behaben. 273 Sy ſprachen: „berre, was ir welt, das ſol au uns ergan,“ do riten ſy mit züchten auſz der Nat zu Meran und grueſten gar ſchone dy mänge über al do rilen ſs gar ſchier(e) gen Open in das tal. 274 Do ſpienens auf dy ſegel(e) dr unverzagten wan und ſchiften da mit frewden über des meres tran, pis das ſy gen Konſtantinopel kKomen in die hab, ſs furen drei wochen, got in das gelück(e) gab.

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275 Da paiſzten ſy gar ſchier(e) nider auf das lant in einen grünen anger, manger küner weigant, do ſprach herzog Berchtung: „Jieben herren mein, [Cein.“ ich und mein herre Wolfdietreich müſsen heinacht zu hofe

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276 Er ſprach zu ſeinen ſünen: „ir ſalt hie beſtan, und weun ir hört mein ſtimme, ſo kumbt ir kimen man, ſo gat es uns an die ere, das man ſtreiten ſol,(XX/, 5.1) und kumbt uns zu hilfe, des traw wir euch gar wol.“

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277 Do giengen ſy gar ſchier(e) auf der zwaier künig(e) ſal, do enpfieng man den alten, das gefind über al, ſy enpfiengen herzogen Perchtung, und lieſsen Wolf- dietreich ſtan. er ſprach: „was hat mein herre zu laid euch getan?“

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278 Do ſprach (künig) Wachsmut, der was ein junger man: „fag uns herzog Perchtung, wem wildu pei beſtan?“ -- „das wil ich meim herren Weolfdietreichen dem trewen

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man; den enpfalch mur ſein vater: ir ſalt ſein erb im lan.“

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279 Do ſprach künig Bug(e) ein ungetrewer man; „Wolfdietreich iſt ein käps kind und mag nit erhes han, er iſt funden zu walde bei jungen wölfelein: du ſolt in varen laſsen und ſolt unſer aigen ſein,“ ---

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280 „„Was ſagt ir mir von wölfen? dy laufent zu holz, es iſt ein degen küner und ein ritter ſtolz; ir ſult im ſein erbe von recht(e) wider lan: ich wil mit im dar legen alles das ich han.“

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281 Do ſprach Wolfdietreich: „ir lieben bruder mein, tut es durch got den guten und lat mich bei euch fein, und habet euch das lant halbes, das mir beſchaiden iſt, und lat mir es halbes und dy ſtat, das doch wol pil- Lich ißt 282 Do ſprach künig Bug(e) der ungetrewe man: „nu piſt(u) doch ein käps kind, und magſt nit er- bes han; heb dich pald von hinne, und wildu geneſen, oder es muſz noch heute von mir dein ende weſen.“

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253 Do ſprach herzog Berchtung: .,,es mbſt wir weſen laid, ſolt ich alſo verlieſen mein grofse arbait, dy ich zu allen zeiten auf in geleget han: er muſs gewaltikleichen hie vor euch allen ſtan.“

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.-.

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Do ſprach künig Bug“e): ..dqu alter zigen part

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das du auf unſerm hofe ſo lang ie wurd geſpart!

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du erwindeſt ſein nimmer, du wirſt ſein anderſt gewar, (S-2) ich muſz den part dir ziehen von dem mund(e) gar.“

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265 Do ſprach Wolfdietreich: „wie ir ſeit dy bruder mein, wer anrürt den maiſier mein, der muſz verſchroten ſein wit meinem guten ſwerte, oder ich wil ligen tot.“ alfo antwort er aus zorne, des gieng in groſse not.

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2S6 Do wichen dy zwen herren gen einer tür hin dav. do wappent fich auf der purge menig küner man, ſy ſchlufſen in dy ring(e), als wir haben vernomen, ſy heten Wolfdielreichen gerne ſein leben genomen.

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[2] [* 4] =!

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Do ſprach herzog Perchtung: ..lieber herre mein,

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nu tretet für dy tür und lat niemant aus, noch ein; wer aus oder ein wel ſchliefen, der muſz ſein haupt hie lan, ſo werdet ir erſt innen, ob ir habt einen dieneſt man.“

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268 Da ſprang herzog Berchtung von der tür hin dan, ein horn rot von golde plies der küne wan. das erhorten ſein lieb(e) ſün, dy eilten pald(e) dan, mit allem irem geſinde komens an die porten hin au.

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259 Do hub fich in der purge ein ungefüger ſchal, do dy ritter drungen, anf der purg über al. do weſte nit der alte, das der jung Nund in not: von Wolfdielreichs handen, lag menig man tot.

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290 Sy ſtrifen einen langen fag, das wil ich euch ſagen, da wurden herzog Berchtung al ſein(e) man erſchlagen, pis an ſein ſechzehen ſüne, dy pliben dennoch gar, und ſein her Wolfdietreich, und er ſelber, das iſt war.

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291 Do ſprach Wolfdietreich: „wir ſullen von hinnen faren, nu uns dy helt ſint erſchlagen, got muſz uns bewaren, pis an dein ſechzehen ſün(e), dy für mit dir von dan: und verlur ich der ainen, ſo müſt ich erſt traurig ſtan.“

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292 Do ſprach herzog Berchtung: „lieber herre mein, ich und alle mein ſün(e) muüſsen bei euch ſein, und muſz noch ietlicher hundert man beſtan. ſam tun ich zwai hundert.“ alſo ſprach der küne man.

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293 Sy giengen wider zu ſtreite, das wil ich euchlagen, (XY//,S.1) da wurden herzog Berchtung ſechs ſeiner ſün erſchlagen: wenn er ainen ſach vallen, den herren plikt er an, und gruſst in t(a)ugenlichen, der fürſte lobeſam.

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294 Do ward Wolfdietreich von in drungen hin dan, das maiſt an im ſtunden wol zwai hundert man. do weſte nit der alte, das er ſtund in not, er want ſein herre Wolfdietreich wäre gelegen tot.

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295 Do ſach man herzogen Berchtung trauriklichen [tan, im überliefen dy augen, dem unverzagten man. do ſprach ſein ſun Hagen, ein fürſte lobeſam: „ich Geh durch dy ſwert plicken dort ſtan den künen man.“

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296 Dy ſchilt namen ſy zu ruck(e), manig ſchlag dar auf erhal, ſy ſtriten grimmiklichen durch das gefßnd über al, ſy erſchlugen vil ſchiere wol drew hundert man, ee das ſy iren herren ſahen mit augen an.

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297 Da het heldes werk erzaigt der fürſt(e) ſo gemait, mer dan zwai hundert toten het er umb fich gelait, da mitten ſtund unter in der wunder kuene degen, er het fich ſein(e)s leibes nabent gar verwegen.

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298 Ob im ſtund ein degen, der was hoch gemut, der warf im ein wunden durch ſeinen helm gat, da von Wolfdietreich ſtrauchte und viel auf den plan, und lag in unkreften der tugenthafte man.

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299 Wie pald(e) herzog Perchtung über in dar ſprang! er hub in auf gar fchier(e), dy weil was im nit lang, den helm von dem haubte brach im der Kuen(e) man: „Wol mir, lieber herre, das ich euch lebendik funden ban!“

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300 Wir ſulſleJu von hinnev reiten, das wil ich euch ſagen, ſeit uns die helde alle ſeint ze tod erſchlagen, werdent unſer dy Kriechen inne, ſo muüſz wir ligen tot.“ ſy gachten zu den roffen, von dannen was in not.

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301 Do eilten ir von dannen, dy künen degen palt, ſo [| aller peldelt mochten, gen einem finſtern walt. zwailtaufent ire veinde gachten in faſt(e) nach: (5.2) Wolfdietreich und den lvinen was gen dem walde gach. 302 Sy komen neben der [ſtraſs(v) in ein wild hin ze tal auf einen grünen anger. gelegen was der ſchal do heten fich di» herren Nreites gar verwegen, doch heten ſs hofnung(e), ſs foulten lenger leben. 303 Do beliben da die herren unz in dy finſtern nacht. do ſprach Wolfdietreich: ..ir herren ſo geſchlacht. ir ſult euch legen ſchlafen, ich wil der ſchiltwacht pflegen.“ „nun welle got!“ ſprach Hagen, ein wunder küner degen.

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304 Do ſprach herzog Berchtung: „lieber herre mein, war umb wolt ir uns dienen, und wir ewer aigen ſein“ ich und mein(e) ſün(e) ſullen für euch ſtan, ir ſult euch legen ſchlafen, ir ſeit ain muder man.“

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305 Do ſprach Wolfdietreich ein küner degen her: „ich fürcht wärlich, ich diene ewr kaim(e) nimer mer; lat mich euch heint dienen, das iſt der wilte mein: das wolte got von himele, und ſolt es lenger ſein!“ 306 Do ſprach herzog Berchtung: „ewr vart ein rauhes weib; wie welt ir vor derſelben bewaren ewren leib? ſy iſt euch nach gegangen wol in das vierde jar: ſy het euch gern zu manne, das ſag ich euch fürwar.“ Do ſprach Wolfdietreich: „wie ſol ich das bewaren? es iſt mir lieber in der jugent. was mir lalds ſol widerſaren, den das es wir wurt geſpart in das alter mein:

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ich muſz arbeit leiden, und mag mit anderſt geſein.“ 308 Do Jogten ſy tich ſchlafen, ſein ailif dieneſt man;

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wachen pis auf mitnacht herzog Berchtung began.

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Woltdietreich wolt nit ſchlafen, er was ein trewer man,

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er maint, ob ſein waiſter gen dem tag möcht rue gehan, 309 Als da entſchlief ſein maiſter, do kam das rauhe weib

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vegangen zu dem feur(e), ſy ſach des fürſten leib,

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ſy gieng auf allen vieren, als [vy wäre ein per:

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er ſprach: „piſtu geheure, oder wer hat dich getragen her (SAuir, S. 1)

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310 Do ſprach dy rauch frau Elſe: „jich pin geheur, zwar. nu nim mich, Wolfdietreich, aus ſorgen hilf ich dir gar, ich gib dir ein künigreich, dar zu ein weites lant, das muſz dir, Wolſdietreich, dienen an dein hant.“

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311 .„Nain ich, auf mein trewe!“ ſprach Wolfdietreich „ich mag dich nit minnen, valantinne reich! dn ſolt gan zu der helle, du piſt des teufels genoſz: mich müt alſo ſere dein ungefüger doſz.“

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312 Von zorn warf ſy ein zauber auf den künen man, da von fich Wolfdietreich nit mer wol beſan; wie pald ſv im ſein gut ſwert und ſeinen volen nam! ee das Wolfdietreich zu im ſelber wider kam.

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313 Do er kom zu im ſelher, er graif nach dem ſwert hindan, und wolt fich und die ſeinen damit umb riſsen han. do er nit fand des [wertes, da gieng der küne man und ſuecht(e) ſeinen volen: do het ſy in anch hin dan.

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314 Do gedacht Wolfdietrich: „,wes ſol ich nu hie beſtan? iſt, das nu erwachent mein ailif dieneſtman, ſo put mir ainer ſein [wert, der ander wil mir das ſein geben: ſo kan ich nit wiſsen, wie ich mit in ſol leben.“

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315 Do gieng Wolfdietrich von in in den finſtern tan, do was gemacht mit zauber ein ſtraſz, da er auf kam, er lief des nachts zwelif meil(e), der küne weigant: unter einem ſchönen paume, er dy rauhen Elſen fant.

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316 „„Wil du mich noch minnen?“ ſprach dy Elſe reich. „Dain ich, auf mein trewe.“ ſprach der Wolfdietreich „gib mir wider palde mein gut ſwert und mein völen, den du mir, ungeſchlachtes weib, poslich haſt geſtolen.“

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317 Sy ſprach: „leg dich ſchlafen, du piſt ein müder man, und laſz mich dir ſchaiteln die löcke wunneſam.“ -- „der tenfel ſol bei dir ſchlafen!“ ſprach der küne degen +, Was mag ich gemaches bei dir, raubes weib, pflegen?“

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318 Vor zorn warf ſy ein pulfer auf den künen man, das behengt im an dem herzen, ſchlafe(r)n in began, (S. 2) das er muſt nider feigen auf den grünen plan. do beſchniet ſy im dy negel(e) dem unverzagten man,

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19 Sy nam des hars zwen löcke von dem ſchlaf hin dan, * ſv macht in zu einem toren, den tugentlichen man, das er lief unverſunnen in dem wald ein halbes jar: von der erd nam er ſein ſpeile. das ſag ich euch fürwar.

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320 Do erwacht(e) herzog Berchtung, der getrewe ſa zehant

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erlſchrakt in lvinem herzen, do er des herren nit enfant, er ſprach zu ſvnen ſünen: „nu greift das peſt(e) an, und wert der zwaier künig(e) in Kriechen dieneſt wan.

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321 So mülzet ir ſweron aidie). lich heb(e)t arbeit vil.

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wie ir dy aid behaltet, ich euch boſehaiden wil: wenn ir ewren herren mit augen ſehet an, das ir der aid den ledig leit.“ ſprach der küne man.

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322 Stab und(e) eeken nam der küne degen,

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er ſprach zu feinen ſünen: ..yot müſz ewer pflegen!“ mit klagen und mit wainen er von den kinden lchiet und ſüecht(e) feinen herren, als ſein tin im riet.

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3 Do teten dy jungen, was in der all(e) pot, Iy korten von der wilde, das tet in grofse not, und riten zu den künigen, und wurden ir dieneſt wan: und tetens doch nit gerne, dy held(e) wunneſan.

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Do wallet herzog Berchtung von dem mer hin dan mit trauigem müt(e), pis er gen [alten] Troyen kam, da er dy rauben Elfen vor dem münſter fant:

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ſys gruſst in tugentleichen mit frewden ſa zu hant.

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3 Do ſprach herzog Berchtung: „liebe frawe mein,

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ich pat euch allo gern(e), möcht es ewr wil geſein, das ir mir zaigt mein herren, den ir wir habt genomen., vo we meins lieben herren! wa iſt er hin komen *“

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326 Do Iprach die ranch Elſe: „ich han in nicht geſehen:

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wie fürt ir mich ſein zeihen? euch mag wol laid geſchehn!“ ' [14

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„ach!“ Iprach er „ſiehe fraue, als ich mich kan verſtan,

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ir ſeit im nach gegangen: da von ich in verloren han.“

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*327 [Er ſprach:] „nu muſz aller erl(e) mein freud ein ende han.

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* 0 we meitios lieben herren.“ (ſv Iprach der klne man. * „lieber got von himel(e), wie fol mir nu geſchehen? * und ſol ich meinen herren nimmer lebendig geſeheun.?“

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328 Do wallet herzog Berchtung durch dy haidenſchaft, mit traurigem mute, leibs het er wol die kraft, über perg und über tal: do er ſein hern nit fant, von laid was nach er verdorben, der küne weigant. (814 2N0;48. 1)

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329 Do ſchift er wider mit laide über des meres tran, do fand er ſein zehen ſün in der künige hof(e) gan. er ward ſchon enpfangen, im was vil laid geſchehen, ſy ſprachen: „habt ir noch nindert Weolfdietreichen ge- ſehen?“

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330 „„Nain ich,“ ſprach der alt(e) „ich fürcht, er ſei tot: des leidet mein herze grofs kumer und not.“ -- „ach, reicher got von himel(e), wie ſol uns geſchehen? füllen wir unſern herren nimmer in freuden ſehen?“

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331 Umb dy trew dy ſy heten zu Wolfdietreich, dar umb wurden ſy gefangen, dy helt lobeleich, man ſchlug ie zwen zu ſamene in ein(en) blok gut, dar in liden ſy lang(e) trawriklichen mut. --

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332 Dannoch lief Wolfdietreich wol ein halbes jar alſo wild zu wald(e), das ſag ich euch für war, bis got ſein arbeit nit lenger wolt vertragen: er ſand der frawen ein engel, das wil ich euch ſagen.

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333 Der engel ſprach zu der frawen: „was haſtu getau? war umb wildu verderben einen piderman? du wider tue ims palde, du ungeſchlachtes weib! anderſt dir nimpt der fonre in dreien tagen deinen leib.“

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*334 Als die küniginne die ſelben ſtimme vernam, * daz ſy von got was komen, do hub ſy fich von dan * pald(e) hin zu walde, da ſy in het verlan: * da vant ſy Wolfdietreichen, den gar getrewen man.

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335 „„Wildu mich noch minnen?“ ſprach dy Eiſe reich. des antwort ir von Kriechen der trew(e) Wolfdiet- reich: „wär(e)t ir getaufet,“ ſprach der kuene degen „fo wolt ich mit euch wagen paide, leib und auch leben.“

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336 Er ſprach: „edle künigin, nu ſaget mir fürwar, ob ich euch gerne minnet, wie küm ich euch durchs har P“ (S. 2) ſv ſprach dar umb(e) ſoltu lützel ſorgen han, wan ich es licherleichen wol gefuegen kan.“

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337 Sy furte in in einen kiel, den tugenthaften man, do ſchiften ſy wit ſrewden über des meres tran, da het ſy ein künigreich und ein weites lant, ſy ſprach: „wildu getrew ſein, das dient dir an dein hant.“

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338 Do furt ſy in in dem land(e), den tugenthaften man, für einen [hohen] perg, da weſt ſv ein jung brunnen ſtan, der was ain halb kalt(er), und anderhalb was er worm: dar ein ſprang die frawe, ſy pat ſich got bewaren.

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339 Do ward ſy getaufet: vor was ſy rauch Els gonant, nu hieſz ſy fraw Sigminne, dy ſchönſt über alle lant. do het ſy dy rauhen haut in dem brunnen gelan: in gedaucht, das nie kain [ſchöner fraw(e) wär getan.

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*340 Sy was an dem leibe wol geſchaffen über al,

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* gefrollen als ein kerze über die hüf hin ze tal, * ire liehten wengel waren roſen var: * ſv legt an [von] ſeiden klaider, das ſag ich euch fürwar,

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341 „Wildu mich noch minnen!* Iprach ds Elſe reich, des antwort ir von Kriechen der trew Wolfdietreich : „ir ſeit worden fo ſchöne und [0 minniklich, ir habt euch wol verker(e)t, ir wartvordemtewfel geleich.“

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*312 „Da von loltu mich minnen, du fuügenthafter man.“

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* des antwort ir Wolfdietrich der fürfte lobefam:

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„und wär ich m ſo ſchöne, als vor einem halben jar, ſo minnet ich euch gerne, das ſag ich euch fürwar.“ 343 Do Iprach fraw Sigeminne : „und welleſt duſchön(e) weſen,

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fo ſpring in den brunnen, ſo piſtu wol genelen, ſo wirſin alſo ſchön(e), als ein kint von zwelf jar, ſchön und minnigliche, das ſag ich dir fürwar.“

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344 Do ſprang in den brunnen der unverzagt(e) man. do er wider heraufz ſchiet, ſy furt in zu einem pett hindan, dar an legt er ſich ſchlafen, der getrewe Wolfdietreich,

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* zu [einer ſchönen frawen: ſy waren minnikleich.

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345 Do het er hochzeit mit der frawen wol getan, das er nie gedacht(e) an ſein ailif dieneſt man. im kom eines nachtes in ſein fin und [in] ſein mut, wie er ſolt(e) ſtreiten mit Ortniden dem kaiſer gut.

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346 Er ſprach zu ſeiner frawen: „diebe fraw(e) mein, nu helfet mir meins mutes, als lieb ich euch müg ſein,

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das ich ſtreit mit kaiſer Ortnit dem künen man: (84. XXV, 8. 1)

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ach, reicher got von himel(e), und het ich im gefiget an!“

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347 Do ſprach dy ſchön(e) fraw(e): „was hat er euch getan, das ir in mit ſtreite [al]ſo gerne woltet beſtan?“ er ſprach: „liebe frawe, das wil ich euch wiſsen lan, doich wasein klains kindel, da wolter mich bezwungenhan.“

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348 Er fande mir zwelf graven in meins vater lant, das ich im das lant ſolt zinſen, teten ſy mir bekant. do pot ich im hin wider(e): wenn ich wurd ein man, ſo wolt ich in zu Garten umh mein aigen land beſtan.

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349 Nu pin ich gewachſen und worden zu einem man, und wil in zu Garten umb mein aigen erb beſtan. ſein geſell(e) wil ich werden, gefig ich im an. dar zu gebet mir ewern rat, fraw(e) wol getan.“

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350 Sy ſprach: „jr ſeit mir alſo lieb, ich hilf euch auſz der not, das ir von kaiſer Ortnit nit geliget tot.“ zu hand hieſz ſy im beraiten ein kiel wünneſam mit gutem greifen gefider(e) der was wolgetan.

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351 Dar ein hieſz dy fraw(e) dem herren lragen dar ain hemd von palmat ſeiden, das ſag ich euch für war, Sant Pangrazien hailtum dar ein verfigelt was: es was von fibenzig ſachen: darin er dick genas.

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352 Do ſpien er auf dy ſegel(e), der wunder küne man, do ſchift er mit frewden über des meres tran. do er kom zu lande, er kert gen Garten hin dan, er legt fich unter ein linden, der wunder küne man.

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353 Umb dy ſelben linden was es alſo getan, das niemant durch kurz weil(e) getorſt dar unter gan, er wär den durch [ſtreites willen komen in das lant, alſo was Wolfdietreich der küne weigant. 8. 2)

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354 Oben auf der linden ſungen vogelein ; des ward er erfrewet in dem herzen lein, wenn er hort dy ſtimme und den reichen ſchal, er frewel lich der wunne: wol lang ſraw nachtigal.

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355 Do het ieder vogel Sein ſtimme ſunder wol. da von Wolfdietreich ward der freuden vol, das von dem ſüſzen ſchal(le) entſchlief der küne man. do kom kaifer Ortnid an ein(e) zinnen jjan,

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336 Er ſtund an der zinnen der werd(e) kaiſer gut, bei im ſein ſchöne fraw Liepgart, die gab im hohen mut. ſy [prach zu im: „nu wart(e) hin, du werder dogen, ich geſach nie kainen mer(e) [ſo gewaltig dort fich legen.“ 357 Er ſprach: „liebe ſraw(e), des ongilt ſein leib kurzlich von meinen henden, das wiſze, ſchönes weib, er fert mit einem ſchall/e), ſam das lant ſein aigen ſei, es wonet grofser über mut ſeinen herzen bei.“

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358 Do ſprach die ſchön(e) fraw(e): „Jieber herre mein, er mag wol weſen müder und ver geſtrichen ſein ; Jaſz in (iezo) ruen, er iſt ein küner degen: fich torſt'e) licherleich(e) Kain zager dorthin legen.“ 359 Er ſprach: „liebe fraw(e), ich glanb, ir ſeit im holt; im kan nit gehelfen ſein ſilber und ſoin [rotz] golt das im ſcheinet durch die brünne und durch den helm gut: er muſz mit mir ſtreiten, und wär er noch ſo hoch gemut.“ 360 Do ſprach fraw(e) Liepgarlt: .,war umb wär ich im holt? ich geſach in nie mit augen, dar umb ich [weren wolt. ich rat euch auf mein trewe, ir ſult in nit heſtan.“ „Ja“, ſprach kaifer Ortnid „er wirt lein nit erlan.“ 361 Er ſprach: „bei meiner trewen, mit ſtreit ſtand ich im bei; er fert mit groſsem ſchall(e), ſam das lant ſein aigen ſei, das han ich ber behalten von manigem pider man: er mus mir ſicherleichen mein reich ligen lan.“ (XXV, S. 1.)

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362 Do ſprachen ſy do alle die feinen dieneft man: „füllen wir mit euch, herre, zu der linden gan?“ „Dain,“ ſprach der herre ..ich wil euch [her] heime Jan, ich wil in all ain(e) auf hohen breis beſtan,“

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Wolfdietrich. 211

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Sein(en) guten harnaſch hieſs er pald her tragenz

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do wapnot in dy fraw(e), das wil ich euch ſagen; ainen ſchaft groſsen nam er in ſein hant:

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do gieng er zu der linden, da er Wolfdietreichen fant,

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Er gab im ein ſtoſs auf dv bruſt, der kaiſer hoch gemut.

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auf ſprang Wolſdietreich, zornig was ſein mut;

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[er ſprach:] „pfläget ir tugent, ir ſoli(et) mich anders gewecket han:

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ir fordert mich gar ungefug und habt unhoflich getan.“

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zzIr werdet ſtreites nit erlan mit ſtreit ſtan ich euch bei;

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ir faret mit einem ſcball(e), als das land ewr aigen ſei,

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das han ich behalten vor manigem pider man:

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ir müſset mir licherlichen mein reich hie ligen lan,“ --

185

„So ſtricket mir dy riemen, ſeit ir ein pider man;

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ir ſeit wol ſo küne, das ir mich turret beſtan.

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ich han von ewer manheit alſo vil yernomen,

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das ich [euch] durch ſtreites willen pin her ze lande komen.“

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„Ir werdets nit erlaſsen, degen hoch gemut.“

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auf pand er Wolfdietreichen ſeinen helm gut

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und ſtrikt im dy riemen mit den henden ſein.

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do kom hinach geſchlichen dy edie kaiſerein.

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Sy wolt(e) ſehen, weder dem andern gefiget an.

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do giengen zu ſtreit(e) dy zwene küne man,

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da wurden ſy nicht innen der frawen wolgetan,

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do faſseten dy ſchilde dy unverzagten man.

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Sy ſtunden gen ein ander, ainer den andern ansach,

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gerne mügt ir hören, wie der kaiſer ſprach,

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er ſprach: „degen küner, nu ſag mir deinen namen, (S.2)

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das ich dich müg erkennen; des ſoltu dich nit ſchamen.“

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Do ſprach Wolfdietreich: „das wär mir ein Zagheit,

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ſolt ich von meinem namen ſo palde haben gelſait,

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oder wer mein vater wäre, oder wann ich wär geporen:

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was habt ir des zu fragen? das tüt mir auf euch zorn.“

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„Mich zimt an ewern gepärden, ir ſeit ſo hofleich,

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ir ſeit von wilden Kriechen Wolf-her-dietereich ;

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ich han von euch vernomen das ich gern gehöret han.“

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„fo wer" dich, kaiſer Ortnit, der wolf wil dieh beſtan,“ 14*

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372 Do ſprungen ſy zu ſfamene dy wunder künen man, es ward michel wunder von in baiden getan, es ſchlug ie ainer den andern drei und auf das lant: zu dem vierten male viel Wolfdietreich zu hant.

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373 Do rueft er im herzen unſern herren an: „mu berat mir, got, zu Kriechen mein ailif dieneſt man, und herzogen Berchtung den (lieben) maiſter mein: ach got, laſz mein(e) ſel(e) dir enpfolhen ſein!“ 7374 Wie patde Wolfdietreich wider auf ſprang! * und im fein vil gut ſchwert in der hende erklang: * „m wert euch, kaiſer Ortneit, € lich vol endet der tag, * ſo wirt euch wol vergolten von mir diſer ungefüge ſchlag.“

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375 Sein [wert der trew Wolfdietreich zu baiden henden nam, mit unverzagtem mute lief er den Kaiſer an, er ſchlug im auf ſein haubet einen ſwinden ſchlag, das der kaiſer Ortnit vor im geſtreck(e)t lag,

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376 Und das er zu der ſtunde weder hort(e), noch geſach, noch zu der ſelben zeit(e) nie kain wort geſprach, und im das plut zun oren und zum mund auſz drang. wie pald(e) dy kaiſerin über ir herren ſprang!

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377 Sy ſprach: „lieber herre, was hab ich euch getan, das ir mir habt verderbet meinen lieben mau?! bringet mir des brunnen, das ich Jab den herren mein.“ do Iprach Wolfdietreich:! ,,wo mag das waſser ſein?“

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78 Sy ſprach: „da keret bald(e) von der linden hin ze tal, und fürdert euch her wider(e) zu uns auf das wal, (NXW77,8.1) das ich lab mein herren, tut es umb den willen mein.“ er ſprach: „jich lu(n) es gerne, vil edle künigein.“

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79 Do gieng Wolfdielreich durch den finſtern tan, in ſeinen guten helm er das waſser nam, er gieng wider zu der linden, da er ſy baide vant, do lahte ſy mit züchten Ortneiden ſa ze hanf.

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380 Do nam dy kaiſerin(ne) Wolfdietreichen bei der hanf, ſy furt in unter dy linden den künen weigant. do ſprach dv ſchön(e) fraw(e): „herre Wolfdietrich, ich pit euch umb ein gab(e), der fult ir gewern mich,“

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381 Er ſprach: „liebe fraw(e), ich wil euchs nit verſagen, und kan es an meinen eren mir nit geſchaden ; das man mirs müg breifſen für ein zaghait, ſo let ichs nimmer, das ſei euch vor geſait.“

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382 Do ſprach dy kaiſerin(ne): „main, lieber herre mein, ir müget dar umb(e) kain zag(er) nit (ge)ſein: ain künig und ein kaiſer, ir ſeit zwen kuen(e) man, wolt ir[an] einander verderben, das wär nit als wolgetan.“ 383 Dy fraw(e) gieng wider(e), da ſy [kaiſer] Ortnit het lan; da was wider erman(ne)t der (vil) kuene man; ſy ſprach: „kaiſer Ortnit, lieber herre mein, ich pit euch umb ein gabe, der ſult ir mich gewerent ſein.“

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384 Er ſprach: „liebe fraw(e), ich wil euchs nit verſagen, und kan ſy an meinen eren mir nit geſchaden, ich han gemütwillet hie bei langer zeit: ee ich tet wider er(e), ee wolt ich verlieren den leip.“ 385 Do ſprach dy ſchön(e) fraw(e): „lieber herre mein, ſy mag dir nit geſchaden an den eren dein. ain künig und ein kaiſer, ir ſeit zwen kuen(e) man: (S-. 2) woltſent]Jir [an] einander verderben, das wär nit wolgetan.“

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386 Sy nam den kaiſer bei der hant und furt in mit ir dan, do fand ſy Wolfdietreich(en) unter der linden ſtan, ſy ſprach: „ir herren baid(e), das ſei euch gefait, ew(e)r ietlicher muſz mir ſweren einen aid,

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387 Das ir ſeit zwen geſellen dy weil ir habt das leben, und [an] ein ander beiſtendig, den rat wil ich euch geben, ſo waiſs ich kain im land“e), der euch müg geßigen an: ir ſeit baide zwen(e) wunder küne man.“

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388 Do volgeten der frawen dy zwen geſellen gut. ſy ſwuren auch zu ſamene, dy fürſten hochgemut, was den ain an gienz(e) dy weil er het das leben, das ſolt der ander rechen: das riet in dy fraw gar eben.

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389 Do nam kaiſer Ortnit Wolfdietreichen bei der hant, er furt(e) in gen Garten [auf dy feſten] den künen weigant, do wart ſchon enpfangen der kuen(e) Wolfdielreich von des kaiſers hofgefind, dy komen al geleich,

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390 Sy giengen fugentlichen für ſein tafel Nan, und dienten zu tiſche dem fürſtem lobeſam. da ſaſsen ſy zu tiſch(«) und heften frewden vil mit puſannern, pfeifern und lpeis was irs herzen lpil.

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Ho waren bei ein ander dy zwen geſellen gut unz in dy vierden wochen, dy fürftoen hoch gemut. do Iprach Wolſtietreich?! ..ich wil von hinnon varen. Ortnit, lieber geſell(e), got mölge) dich bewaren! 392 (iebet mir urlaub von hinnen. edle Kkailerin reich. got geſogen ench. liebes hofgelind !“* Iprach Woltdietreich. urlaub nam Wolfdietreich, und ſchift über des meres tran hin gegen alten Troyen, als wir vernomen hau. 393 Do für im engegen(e) Sigmin lein ſchönes weih, mit allem irem gelinde, gekrönet was ir leib; ſy fur im engegen(e) mit manigem piderman. ſy enpfieng in wirdikleich(en), als ir wol gezam. 39

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-

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Sy ſprach: „ich weſi(e) gerne dy mär«, CXXVII11.S.1) berre Wolfdietreich, wie es euch gegangen wäre mmit kaiſer Ortnide, dem (vil) kuenen man: ſaget mir, lieber herre, habt ir im geliget an"* -- 395 „Es iſt mir wol ergangen, edle künigin reich, wir haben zu ſamen gelworen.“ ſprach Wolſdietreich „er pot mir zucht und ere, der lugenthaftſe) man.“ wie es im was ergangen, ſagt er ſviner frawen (fan). 396 Do ſchlueg man auf [al]ſo ſchön(e) ein reich(es) gezelt auf einem grünen anger nider auf das velt. da ſaſzen ſs zu tiſch(e) und heten frenden vil, mit elsen und(e) trinken, [peis was irs herzen ſpil. 397 Do kom der haiden Trilian, der ungetrew(e) man, er zaubert hirſz und hinden mit golt allo ſchon. do der trew Wolfdietreich dy wild [alfo laufen ſach, gerne mügt ir hören, wie er zu der frawen ſprach:

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398 „„Nu laſt euch nit verdrieſsen, liebe frawe mein, ſein.“ ich muſz mit den hunden [nach dem wild]in den wald hin * er jagt im nach vil pald(e), und ander ſeine man: do belaib dy fraw allain(e) unter dem zelt beſtan.

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399 Do kam der haiden Trfian zu der frawen gan,

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er fuerls mit im von dannen über des meres tran auf ein guete feſten, [dy was] wunneſam getan. dy lag in ſeinem land(e): da von Wolfdietreich laid gewan,

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Do het er dy frawen wol ein halbes jar,

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das niemant wefte, wa ſy was, dasſag ich euch ſürwar. Wolfdietreich das gejaid(e) auf den hirſzen nam,

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er jagel im nach ſo lange bis er mueden began,

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Do paiſst der werde fürſte uider für den walt, da er ſein frawen het gelan, der fürſi(e) ſo palt, er kam des abents ſpat(e) zu dem zelt(e) gan: do vand der herre niemant, den er da het gelan.

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Do er ſein ſchöne frawen nindert finden kunt,

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er was in grofſsem leid(e) zu der ſelben ſtunt,

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do ſprach gar trawrikleich(en) der trew Wolfdietreich: ſolt ich alfo verloren haben mein frawen minniklich !“* Aiven rauhen kotzen legt er an ſein leib, (%& 2) ſein ſwert macht er in bolmat und ſuecht ſein ſchön(es) weib, und kert(e) haim zu land(e), ob ſy haim wäre komen, oder ob ſein dienſtleut(e) nicht heten von ir vernomen.

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Do er ſy nit dahaim vand, er ſchift über des meres tran, auf einem guten kiele, den im ſein fraw het gelan.

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do er hin über kom, do gieug er auf das land hin dan, mit trauriklichem mut(e) unz er gen Garten kam,

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Auf dy guten- veſt(e), da er kaiſer Ortnit vant.

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do was niemant auf der purge, der den fürſten erkant, wie wol im vor vil liebes was (alda) geſchehen,

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und mau in auch dicke in frewden het geſehen.

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Do niewant erkante den tugenthaſten man,

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er pat kaiſer Ortnit, das er in lieſz da beſtan.

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do ſprach kaiſer Ortnit: „ich wil dirs nit verſagen. von wannen baſtu gewallet? des muſz mich wunder haben, Biſtu icht vor gewandelt durch dy weiten lant, baſtuicht vonaim vernomen, deriſt Wolfdietreich genant?“ er ſprach: „lieber herre, ich han in nie geſehen

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und kan euch der warheit von im nit verjeben.

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Wolſdietrich.

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Ich pin wol ferre gewallet durch dy weiten lant:

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der da baiſzt Wolfdietreich, der iſt mir unerkant.

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der kaiſer nam den pilygram und weiſt in hindan,

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er ſezt in zu einem tiſche, den tugenthaften man.

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Do ſach in dy kaiſerin dik mit augen an,

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ſy erlacht(e) taugenlichen, ſt; erkant den kuenen man. von dem tilch gieng [ſchlafen (Ortnit) der kailer gut, mit im ſein fraw Liepgart, dy gab im hohen mut.

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Do entſchlief der kailer, ſy gieng wider hin dan,

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do vant ſy den pilgram auf dem hofe ſtan,

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ſs» enplieng in wirdiklichen und ſprach : ich ken euch wol.“ Jes wurden im vor laide ſein augen walszers vol.

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St Iprach: „Wolfdietreich, wie ſeit ir ſo getan?

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iſt euch icht zu laid geſchehen, ſulit ir mich wiſsen lan.“ er ſprach: „ſeit ir mich kennet, ſo muſz ich euch verjehen, mir iſt in fremden landen vil zu laid geſchehen,

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Ir ſult mich nit mären, als lieb ich euch müg geſein.“ „ich traw es wol verſweigen.“ ſprach dy kaiſerein. AXLV, 8.1) ſy gieng wider palde, da ſy Ortniten vant,

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do was er nu erwach(e)t der kuente weigant.

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Sy ſprach: „kaiſer Ortnit, was ſol der ze lone han, der euch zaigt Wolfdietreichen, den geſunden man!“ do ſprach kaiſer Ortnit der auſzerwelte degen:

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„ich wolt im immer gerne baide, leihen und(e) geben.

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Und ſolt ich meinen geſellen mit augen ſchen an, mir möcht in aller welte nit liebers ſein getan.“ dy fraw(e) nam den kaiſer und furt in mit ir dan, do vant ſy Wolſdietreichen in der purg(e) ſtan,

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Sy ſprach: „vu ſchaw dein geſellen, wie er iſt getan; und klage wir im ſein kummer, er ilt ein trewer man.“ gerne mügt ir hören, wie der kafſer Iprach,

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do er Wolfdietreichen zum) erſten anſach:

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„Sag, warumb“e) laugnoſt du gen mir den namen dein? wenn ich dich nit erkenne, du ſolt dich nit ſchämen ſein.“ do ſprach gar trawriklich(en) der trew Wolfdietreich: „ich klag dir meinen kummer, du werder Kaiſer reich.

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417 Ich het dy ſchonſten frawen, dy ie kain man gewan, die iſt mir yerſtolen, da von ich kummer han.“ -- „wie lang haſtu ſy geſuchet? das ſag mir, werder degen.““ er ſprach : „wol ein halbes jar han ich ungemaches pflegen;

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418 Und ſolt ich lang [al]ſo leben, wäger wär mir der tot.“ do ſprach kaiſer Ortnit: „ch hilf dir auſz der not.“ do ſprach von (wilden) Kriechen der trew Wolfdietreich: ſo teteſtu zware wol einem kinde geleich.

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419 Du ſolt hie zu lande bei deiner frawen beſtan. war umb wolteſtu die durch meinen willen lan?*“ do ſprach gar tugentlichen Ortnit der kaiſer reich: „ich wil mit dir von hinnen, geſell(e) Wolfdietreich. 420 Seit ich dich, lieber geſell(e), lebentig hab geſehen, (8.2) uns muſs wit ein ander lieb und laid geſchehen.“ alfo wolten ſy paid(e) mit ein ander von dan: do ward haiſs(e) wainen dy kaiſerin wolgetan.

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421 Sy klagt, das ſy ie mit augen het Wolfdietreichen geſehen, das ir (al) ſo grofſses laid von im ſolt beſchehen. do ſprach von (wilden) Kriechen der trew Wolfdietreich: ich wil allain(e) ſuchen mein frawen ficherleich,

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422 Da von gebt mir urldub, ich wil von hinnen varen. Ortnit, lieber geſelle, got müſz dich bewaren!“ do ſprach gezogenlichen Ortnit der kaiſer reich; „ich wil mit dir von hinnen, geſell(e) Wolfdietreich.

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423 Und wil dir helfen ſuchen dein frawen wolgetan, oder mich ficht zu Garten frolich nimer kain man,“ alſo giengen dy zwen geſellen zu fueſsen von dan: gute ros und klaider möchten ſy wol gehabet han,

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424 Sy giengen holz und haide die zwene kuene man, an trinken und an eſsen, als wirs vernomen han, ». ſy giengen mit einander dy zwen geſellen gut, unz an den vierden morgen, dy degen hochgemut.

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425 Do komens zu eins waldners haus dy zwene küne man, vil tugentlichen ers enpfing, als wirs vernomen han. do ſprach der waldnere: „vil lieben herren mein, welt ir heint hie peleiben, ich gib euch brot und wein,

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426 Hüner und auch wiltprat.“ ſprach der waldman „Ir habt mir hie zu walde nie kain laid getan.“ do ſprach kaiſer Ortnit: .,wir wellons dir nit verſagen ; du haſt mir vil gedienet, dos ſoltu gnad(e) haben.

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427 Es iſt uns alfo gangen, das uns iſt geſchehen not.“ ain reiche wirtſchaft der waldner in enpot. do ſprach aber der waldner: „vil lieben herren mein, ir full euch legen ſchlafen, ir mügt wol müd(e) fein.“ 428 Als der kaiſer da entſchtief, Wolfdietreich bub fich |von] dan und lieſs kaifer Ortnit hinter im beſtan. Wolfdietreich dem waldner gar l(a)ugenlich verpot, [er ſprach :] „du folt im nit weiſen nach mir, tut nieht not.

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429 Tue das durch meinen willen und haiſs den kuenen man dabaim in ſeinem land(e) bei ſeiner frawen beſtan.“ (NXN,S./) urlaub nam Wolfdietreich und hub ſich von dan, er kom an ain ſmalen ſteig, der lrueg in durch den tan.

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430 Er gieng holz und haid(e) wol an den fibenten lag, weder elsens noch trinkens er nie (da) enpflag, den laubes und auch wurzlen, dy er zu wald(e) nam, und auch grünen krautes nert(e) fich der küne man.

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=.

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Er traibs (al)ſo lang(e) unz er müden began,

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er legt ſich für ein hohen perg und ſchlief in dem tan, vor dem ſelbigen ſtain(e) vant er ein linden ſtan,

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dar ob lag ein marbel, der was ſo wunneſam;

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432 Dar unter was ein urſprung und edler wurzen vil, da entſchlief er, der geſchwak was ſeines herzen ſpil. derſelbe ſtain was hoch michel unde brait. do het ſich fraw Sigminne oben au ein fenſter gelait,

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433 Das gieng aus dem perge, darein ſy gefüret was, do hel got im zu hail(e) wol gefüget das, das fich fraw Sigmin(ne) an ein venſter het gelait, ee das er ſchiet von dannen der fürſte ſo gemait. 434 Do ſach [vr zu dem hrunmmen über den wald hin dau, do ſach Iy vor dem ſtaine ligen den wallenden man. do kom zu ir gegangen der haiden Trilian, Iy ſprach: „lieber herre, wild(u) mein hulde han,

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435 So bring mir den waller der auf dem ſtain(e) leit, fo wil ich bei dir ſchlafen.“ er ſprach: „des wär wol zeit.“ do gieng aulz der purge der haiden Trifian, da er vand Wolfdietreichen; er hieſs in bald auf ſtan.

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436 Er ſprach: wildu mit gemache an einer herberg weſen, ich gib dir ein reiche wirtſchaft, du magſt wol geneſen.“ do ſprach Wolfdietreich:! „des fut mir alſo not: ich wils umb dich verdienen.“ in zwang des hungers not,

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437 „Es iſt (nu) mänig tag das ich kain wirt nie gewan.“ „fo gang mit mir von hinnen.“ ſprach do Triſian, er weiſt in tugentleichen auf dy purg hin dan, (52) er ſazt in zu einem feur(e), das da ſchon(e) bran.

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438 Da aſz Wolfdietreich und het guten gemach wie pald er in der purge al umb fich ſach, er wart nach ſeiner gewonheit, der wunder kuene man: do ſach er einen umbhank, davon er fröwden gewann.

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439 Der was im mit der frawen auſz dem zelt genome. er gedacht: „ich pin zu hail(e) zu diſer purg(e) komen,“ wie balde Wolfdietreich von dem fewr aufſprang! er beſchauet alſo gerne den ſelbigen umbhang.

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440 Do ſprach der haiden Trifian: „dir möcht wol lieber ſein, der dich lieſz bei dem feure pflegen des gemaches dein, dan das du geſt ſchawen.“ do ſprach der knene man: „man ſchaut vil dings durch wunder, alſo banich getan.“

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*441 [Er ſprach:] „ich han vil fremde mär(e) Kkürzleichen ver- * die mu in dem land(e) erſt(e) fint aus komen.“ [nomen, * do ſprach der alte Trifian: „,was mag das geſein?

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* undmagſtduvoruntrewen nichtpflegen des gemaches dein?“

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*442Do ſprach Wolfdietreich: „wie ſol es uns ergan? das der kaiſer Ortnit zwingt ſo manigen man.“ do heten ſy der mare alſo vil geſait. er ſalz gezogenlichen mit ganzer wirdikeit.

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443 Bei dem feur dy weile was im nit gar lang, bis man mit den eſsen zu dem tiſche drang, do ward man laul(e) ruefen, das man waſser nam: do kam zebof gegangen menik zwerk wolgetan,

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Wolfdietrich.

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Es kom zu dem tiſche menik hoflich gezwerg;

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1» pauten ticherleichen dy purg und auch den perg ; dar nach kom gegangen dy edle künigin reich:

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ſy hieſs got wil komen ſein den lrewen Wolfdietretch. Sy naigt im mit dem haupte, lam tet der kuene man, do hieſs ſy den waller für hin eſsen pan.

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do ſazt man im ein ſeſsel zu dem tiſch hindan.

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0 plikt in dy künigin dick mit iren augen an.

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=

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[? Sy ſprach: „ſeit ir icht verre gewallet durch dy lant? habt ir vernomen von ainemw, der iſt Wolſdielreich genant!“ er ſprach: „liebe frawe, ich han ſein nit geſehen

351

und kan euch der warhait vou im nit verjehen.“

352

Da ſaſsen ſy ob tiſche und heten freuden vil (4XX/, 8:1) mit ellen und mit trinken, ſpeis was irs herzeu ſpil, und wes ſy begerten, dar zu der ſaiten klank:

353

mit wangerlai kurzweil ir herz nach frewden rang.

354

Do man het geeſsen, dy tiſch wurden hin getragen, do ſprach Wolſfdielreich, das wil ich euch ſagen,

355

er gedacht in ſeinem mute: „nu getraw ich ſogen wol, wes mir iſt zu mute: umb mich ſtet es wol.“

356

[Er ſprach:] „ich han ſelzem märe in dem land vernomen, die flint kurzlichen zu wege her komen.“

357

do ſprach der haiden Trifian: „was mag das geſein ! magſiu nit vor untrewen pflegen des gemaches dein?“

358

[Er ſprach:] .,es hat zu alten Troien ein junger künig reich Kurzlich gehabt ein hochzeit mit einer frawen minniklich.“ ſy ward hailse wainen ir augen wurden [ir] rot,

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ſy über luffen ir dicke, als ir trewe gepot.

360

Do ſprach der alte haiden: „was haſtu getan!

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du baſt betrübt mein frawen, es muſz dir an das leben gan.“ do ſprach die (ſchöne) frawe: „vain, lieber herre mein, ſo wolteſt du an wir brechen dy grofsen trewe dein,

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Du waiſt wol, ich wolt noch nie deines willen pflegen: des wil ich mich erwegen, das du in laſseſt leben.“ do ſprach der alte haiden: „mag das ſtät(e) weſen, ich wil durch deinen willen, in gerne laſsen genelen,“

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453 Do ſprach der alte haiden: „wir ſullen ſchlafen gan mit frolichem mute in dy kamer wunneſam.“ die zwerg(e) giengen naher, er nam ſy bei der hant: wie pald(e) Wolfdietreich ſein kotzen aufpant!

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454 Sein ſwert aus dem palmat zukt der kuene man, [erſprach:] „ſyiſt hie geweſen lang(e) dy fraw(e) wolgetan : ſy muſs mit mir von hinnen, du ungetrewer man! du ſtalſt mir ſy laſterlichen, do du ſy fürteſt von dan,“

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455 Do ſprach deraltehaiden: „„wolteſtn dich ir annemen, (S.2) und beſtünd ich dich zaglichen, es müſt mir übel gezemen, wir ſullen umb ſy ſtreiten; wer den fig behab, dem werd dy ſchöne frawe und alles das ſy hab,“

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456 Do wart Wolfdietreich der rede alſo fro.

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drei vil liechte brünne bracht man dem wirte do:

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die ain(e) brün was alt(e) und weiter ring(e) gar,

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by ander zwo waren liecht und filber var.

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Er hieſs ſy für Wolfdietreich tragen auf den ſal,

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er ſprach: „nu nim dir aine, ich wil dir lan dy wal.“ wie palde Wolfdietreich zu der alten ſprang!

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do ſprach der alte auſz laide: „wer gab dir diſen gedank?“

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458 An wapnot fich vil pald(e) der haiden Trifian. do wapnot Wolfdietreichen dy frawe wolgefan und ſtrikt im dy riemen dy frawe minniklich: des frewet fich im herzen der trewe Wolfdietrich,

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459 Do ſprungen ly zeſamen(e) die zwen(e) knenen man, es ward michel wunder von in paiden getan, es ſchlug ie ainer den andern vier mal auf das lant: zum fünften mal viel Wolfdietreich der kueneman zuhant.

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460 Do ſprach dy künigin: „lieber got, wildu mich aber lan?“ do ruft er unſern herren in ſeinem herzen an, er ſprach: „got von himel(e), du ſolt mir bei geftan: und berat mir auch zu Kriechen mein ailif dieneſtman!“

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461 Do warſen] der wilden zwerg(e) ſo vil auf den ſal komen, die heten Wolfdietreichen gern ſein leben genomen, ſy ſchuſsen und(e) wurfen auf den kuenen man, ſy wolten Wolfdietreichen gerne verderbet han,

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*462 Wie pald(e) Wolfdietreich wider auf ſprang, * und im in der hende ſein vil gut ſwert erklang! * er ſprach: „nu wert euch, Trilian. os zat ouch an den leip :

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* wie lorſl(iel) ir es erleben, das ir mir ſtalt mein weip"“

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463 Sein ſwert zu paiden henden der Irew Wotldietreich nam, mit unverzagtem mule lief er den haiden an, * er ſpielt in von der achſel unz auf dy gürtel dan, das er viel zu der erde und da ſein ende nam.

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SI - ..

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Do der haus herre allo lag vor im tot,

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die zwerge füben von dannen, des tet in grofse not, ſy Muhen in dr winkel vor dem künen man. Wolfdietrich undſeinfrawe huben lich von dan. (AXXII, S.1)

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465 Sy Iprach: „mir haben die zwerg(e) vil zu laid getan.“ „Ges müſsen ſy engelten.“ Iprach der kuene man.“ wie pald Wolſdietreich ein feur nam in ſein hant! in einer kurzer weile wart dy purg mit in verbrant.

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466 Wolfdietreich und ſein frawe huben fich von dan, ſv komen auf ein [malen ſteig, der trug |y durch den tan, ſy giengen in fünf lagen wider zu dem waldes man, von dem vor Wolfdietreich in liben tagen was gegan.

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467 Er Iprach:,.lag mir, waldner, wa ilt mein golel hin komen!“ er weiſt in auf ſein ſtraſse, als wir haben vernomen, do gieng im mit der frawen bin nach der kuene weigant, das er in kurzen zeiten kaiſer Orlneiden vant.

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468 Gerne mügt ir hören, wie der kailer Iprach, als er Wolfidietreichen von erſte an ſach: „got wil kom, lieber gefell(e), ich han dich gern geſchen, mir möcht in allen dingen nit liebers ſein geſchehen.“ 469 „Nu dank dir got der gute!“ ſprach der kuone man „wie piſin ſo ſwarz worden! was haftu getan! das du mich haſt geſuchet, des iſt mir laid geſchehen: du kundelt mich nit vinden, weder hören, noch fehen.“

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470 Do ſprach gezogenlichen Ortnit der kaiſer reich: „Jas wiſse ficherleich(en), geſell;e) Wolfdietreich, ee ich brach die aid(e), die ich dir han geſworen, ee müſt ich licherlichen immer ſein verloren.

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471 Ich vant vor einem perg(e) einen riſen ſtan, mit dem ich unmaſsen faſt geſtriten han, mit einer ſtählein (langen lief er mich dick an: doch half mir got von himel(ce), das ich den fig gewan.

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472 Vor einem hohen perge, der was innen hol, zwerg und wilder leute was er aller vol, die zunten an den Schwebel, das pech und das harz: von dem ſelben rauch(e) pin ich worden ſwarz,

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473 Sy jahen zu einem herren den haiden Trifian, dem dient(e) der ſelbe perg, das ward mir kund getan.“ do kerten hin gen Garten dy zwen(e) küne man, (S.2) da funden ſy fraw Liebgarten an einer zinnen ſtan,

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474 Die het ir mit laide gewartet mangen tag; ſy frewet ſich in irem herzen, für war ich euch das ſag, do ſy ſach die berren, gieng ſy mit den jungfrawen dar,

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* ja ward ir alfo jach, das ſag ich euch fürwar.

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475 Sy gieng den herren engegen(e) dy fraw(e) ſa zu hant pald über den hof, da ſy Wolfdietreichen fant, ſy enpfieng in tugentlichen, den unverzagten man, ſy ſprach: „wa iſt mein herre, oder wa habt ir in lan.“

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476 Er ſprach: „liebe frawe, Kkennet ir in nicht? fö nemet euch da den ſwarzen, von dem euch lieb geſchicht, das iſt ew(e)r herre,“ do ſprach dy keiſerin: „wie mag er in kurzen ſtunden ſo [warz worden ſein?“ 477 Sy giengen mit einander auf dy purg hin dan, ſy wurden ſchon enpfangen von [den] frawen wolgetan, mit alſo groſsen eren, dy edle kaiſerin bat ſy und fraw Sigminne got wil komen ſein.

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478 Do beliben ſy zu Garten wol vierzehen tag. er ſprach» „jich wil von hinnen, für war ich euch das ſag, gip mir urlaub Ortneit, lieber geſelle mein, ich mag von meinem lande nit lenger geſein.

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479 „Nun welle got von himel(e)!“ ſprach der kaiſer reich „du muſt bei mir beleiben, geſell(e) Wolfdietreich ; wolteſtu ſo palde von mir von dan, ſo wurd ich nimmer fro(lich).“ ſprach der kuen(e) man,

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* do kert er mit der frawen gegen dem mere dan.

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*

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.*

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Wolfilietrich.

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Ich mag nit longer beteiben,“ ſprach Wolfdietreich ..es ſtat übel in meinem land(e), lieber kaifer reich;

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es Met hie deſt(e)r wirſcher, dasduunlangpiſtauſz geweſen: wie mügen denn dy meinen ſo lang an mich geneſen? Es iſt wol ein jar, das ich da haim ausſchiet,

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ſeit hab ich gewallet, wa mir mein fin hin riet,

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bis ich han fuvden dy liehen frawen mein: (NNY//I, S. 1) ich muſz haim zu tand 'e), und mag nit anderſt geſein.“ Urlaub nam er von ſeinem geſellen und von der frawen wolgetan.

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er hielt in gerne lenger [gehabt]. wan er im das verjach, das er ſich freüt von herzen, wenn er Wolfdietrichen ſach.

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*453 Do furen ſy mit freüden über des meres tran

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hin gen alten Troven, als wir vernomen han,

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da ward er ſchon enpfangen von manigem piderman und von den ſchönen frawen, die waren wolgeltan.

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Do belaib er bei der frawen wol ein halbes jar,

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bis got über ſy gepot, das ſag ich euch fürwar.

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ſv lag an irem ende, wie ſchon die frawe verſchiet! alſo ſtarb fraw Sigminne: verkündet uns das liet.

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Do nu fraw Sigminne was gelegen tot, »-

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dar nach in kurzen zeiten kom [kaiſer] Ortneit in not, dem Sant ſein ſweher in das lant zwen würme fraillam, und ein ungefüges weib und einen grofsen man.

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Der hieſs riſe Hell(e), der ungefüge man,

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ſein weib hieſs fraw Runtz(e), ir zorn der was fraiſſam, dy trugen dy würm gen Garten in einen grofsen walt, von den verlos der kaifer ſein leben der degen halt.

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7 Dy würm in einem perge er licherlichen verparg,

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ſy zugens unz das ly wurden gar michel und(e) Nark, do giengens aus dem walde und teten ſchaden groſs: do was niemant im land(e) der war der würme genoſs. Do ward man dem kaiſer vil da von ſagen

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wie dy würme menigen man in den wald heton getragen, menigen werden ritter und menigen künen man:

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das wolt nit lenger vertragen der Kaiſer lobeſan.

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489 Er gund gar tugentlichen für ſein frawen ſtan, er ſprach: „edle kaiſerin, ich mulz dein urlaub han, ich wil reiten gen walde und löſen das erbe mein: ich magsnitlengergeleiden, ſolten meinleul verdorben ſein.“

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490 Do ſprach dy ſchöne fraw(e): „ain, lieber herre mein, du ſolt hie haim beleiben, als lieb ich dir müg geſein; du kenſt dy würm nit recht(e), ir ftreit iſt fraiſlam, (5.2) * und das ungefüge weib, und iren groſsen man.“ 491 Des antwort tugentlichen der kaiſer lobeſam: »„ſolt ich lan verderben manigen pider man, ee beſtünd ich mit gotes hilfe allain wol hundert man: wie lang ſolt ich dy leut(e) in ſolichen nöten lan?“ 492 Sy ſprach: „lieber herre, ich hör euch das verjehn, ir wellet nit erwinden, ir welt dy würm(e) ſehen, ſo muſz ich euch des gunnen und auch mein urlaub gebn; got vom himel behuete ewr(n) leih und ewer leben!“

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493 Sein guten harnaſch hieſs er pald(e) her tragen,

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an wapent in ſein frawe, das wil ich euch ſagen,

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ſy halſt in und(e) kuſt in (al)ſo minnikleich:

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„ich fürcht, ich ſech dich nimmer mer, edler kaiſer reich.“ 494 Ein ros hieſs im der werde mit züchten ziehen dar,

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ain ſchilt mit rotem golde, des nam er eben war,

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ain helm rot von golde pot man dem kaiſer dar,

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und einen guten lait hunt, das ſag ich euch fürwar.

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4935 Als er auf ſein ros gelaſz, er ſprach zu der frawen ſein: „ich far mit ew(e)rn hulden, vil edle kaiſerin, und ſei, das mir die wilden würm geſigen an, ſo ſoltu dir zu herren nemen einen piderman,

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496 Der nach mir dy würme mit ſtreil(e) tur beſtan.“ do ward haiſs(e) wainen dy kaiſerin wolgetan. „och waiſs ich kain fo künen und muetes ſo reich, es fue den mein geſelle, der trew(e) Wolfdietreich,

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497 Der trait in ſeinem herzen eines helden mut; und käm er her zu land(e), edle kaiſerin gut, und ſei, das ich verderbe, ſo nim den zu einem man: er getar dy würme mit ſtreit(e) wol beſtan.“ 15

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49% Urlaub nam er von der frawen und kert(e) ſich von dan. er kom auf ein(e) Nraſßs(e). dy truog in in don tan, unter ein gruene linden, do paiſst er in das gras, da des riſen gevert(e) zu allen zeiten was. CANN/V, S. 1)

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499 Ein horn rof von goldie) plies der kailer gut. das hort der rise Hollie), gar zornig was ſein mut, er nam ein Nählin ſtangen, do hub er lich von dan, do fand er kailer Ortneit unter der linden ſtan.

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500 Dv iprach der ungefuege: ..du klainos wichtelein, du haſt mich erwecket aufz dem ſchlafe mein, du erſchlwgſt mir zu Muntburen den lieben ohem mein: nu han ich dich hie funden, es muſz dein ende lein.“

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501 Do ſprach kaifer Ortneit der kuoene degen palt: „du valant ungeheur(e), wer bracht dich in difen walt! ich getraw mein reich(e) noch wol vor dir behaben, ich wil dir noch heut(e) hie gar manlich wider ſagen.“

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502 Do tet dem grofsen riſen dy red aufser maſsen zoren, des het kailer Ortneit ſein leben nahet verloren, ſein ſtangen hueb hoch auf der ungefuege man, er ſchlueg der linden elfte nach dem Kailer anf den plan.

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503 Wie pald der kaiſer Ortneit von der linden ſprang! mit ſeinem guten Iwert(e; er auf den rilen drang, er ſchriet im ah die ſtangen, als ob es ploei wär: do ward der kaiſer Ortneit im herzen Ffrewden bär.

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304 Wie pald der rife Hell(e) hinter fich (da) ſprang! ſein Iwert er aufz zukte, das was zwelif ellen lang, er ſchlueg den kaiſer nider(e), der ungefuege man, er wolt(e) kailer Orineit gern verderbet han.

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505 Do wart er laut(e) ruefon der ungefuege man. das erhorl(e) frawſe) Runtz da, Iy lief in don tan, ſy nam ein tählin Nangen und lief pald(e) dan, ir was allo gach unter dy linden zu dem man. 506 Sy ward laut(e) ruefen: „was iſt dir geſchehen? hat dir jemant icht getan? des folt du mir verjehen.“ - er ſprach: ..ich han den kaiſer hie zu tod geſchlagen: nu nimpt fein herſchaft ende, des ſul wir frewd(e) haben“

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507 Do gedacht in feinem mut(e) Ortneit der werde man: (S.2) „reg ich mich iendert, fo mulſz ichs leben verloren han; ich wil ligen ſtille.“ gedacht der werde man, ob ir ain(e)s gieng(e) von dem andern in den tan.

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508 Der lait hunt lief in dem wald(e) pellen er began; do das erhort fraw Runtze, ſy eilt(e) pald hin dan, ſy want, es wär ein jeger(e) und wolt(e) ſy beſtan, ſy kert hinnach vil pald(e), da ſy di ſtimm(e) vernam. 509 Wie palde kaiſer Ortneit wider auf ſprang! das im ſein ſwert Boſe in der hant erklang, und ſprang aus der linden der unverzagt(e) man, er lief den groſsen riſen grimmikleich(en) an. 510 Do ſprach der ungefuege: „piſtu noch geneſen? nu wolt ich doch wänen, es war dein end geweſen. dich kan dein manhait gen mir nit vervaſheJ]n, ich wil mit meinen henden dich heut zu tod(e) fſchlaſheJ]n.“ 511 Sein ſwert der riſe zu baiden henden trueg, wie gar kreftikleichen er auf den kaiſer ſchlueg! das im muſt entweichen der kaiſer lobeſam, er ſehriet der linden eſte nach im nider auf den plan. 512 Wie pald der kaiſer Ortneit von der linden ſprang! das im ſein ſwert Roſe in der hant erklang, er ſchlug im in ſein rücken einen ſwinden ſchlag, das im ſein nider gürtel bei den fueſzen lag. 513 Wie pald der riſe Hell(e) auf den kaiſer ſprang! er wolt mit ſeinen fueſzen in geſtoſsen hav. der kaiſer was behende und ſchlug im ſein pain ab, als es wer ein ſwamb(e), ſein manhait im das gab. 514 Do ſprang zu der linden der ungefüge man, er graif mit den henden nach des paumes ſtam, der kaiſer ſprach: „mich rewet, das dich mein ſwert nit pas verſnait: iſt dir wider gewachſen ein fueſs, das iſt mir lait. (NNXV,S.1) 515 Ich muſz noch pas verſuchen.“ ſprach der kuene man. mit unverzagtem mut(e) lief er den rifen an, er ſchlueg im ab das ander pain, ſein ellenthafſte hant, Jas er nit lenger mocht geſtan, er fiel nider auf das lant. | d

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516 Do ward er aber ruefen einen lauten ral. das es in dem porge umd in dem tal erhal do das erhort ſfraw Runtz(c), das es was ir man, 1% vergaſs der flählein Nangen, ein jungen paum ſy nam.

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517 Si ſwang in über ds achfel. das wil ich euch ſagen.

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in möcht vor grofser ſwäre ein wagen nit gelräagen, dy tolden und div eſte Wieſz fs hängen dar an, * do huch fs fich vil paldie) zu der linden hin dan.

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518 Sy fant kaiſer Ortnoeit ob irem mann(e) ſan; do ſchlug ſs nach dem herren, und traf iren man, das es in dom wald(e) darnach tofzen began : ſs wolt den landes herren gern verderbet han.

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519 Doa Iprach gezogenliche der kaiſer Ortneit: „Iich wailz nicht, weleher teufel dir die krefte geit. ach. reicher got von himel(e), ich ſan in größfger not: hilft mir nit dein güte, ſo muſz ich ligen tot“

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520 Als ſy do ward innen, das ſv het troffen iron man, do erſchrak I% alfo ſere. das ſy viel hinder tich hin dan. wie palde kaiſer Ortneit auf ſy naher trat! ſoin ſwert het er in [der] hende zu derſelben ſtat,

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[23] t<

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Er ſchlueg ir ab das haubet, der unverzagte dogen. do ward Iv mit den painen faſt al umb lich geben,

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und ſtieſs mit einem fuels(e) den unverzagten man, das er viel zu der erden nider auf den plan.

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[2] [x5 [SI

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Wie pald(o) kaiſer Ortnoeit widor auf ſprang!

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das im ſein gut [wert (Roſe) in ſviner hant erklang, er ſprach: „„wärſt du noch lebentig, mein ſorge wire grol“s: Ja ward nie kain teufel, du wäreſt wol tein genolz.“ (S. 2)

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52:

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-

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Do ſalz er auf ſein gut ros. der fürſte lobefam.

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er kam auf ein(e) ftraſse, dy trug in in den tan,

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da rait der degen edel(e) wol einer meil(e) weit,

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do hort(e) der fürſte zu der ſelbigen zeit

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524 Yor im in dem wald'e) einen grofsen ſturm:

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da ſtreit ein helfanl wilde mit eiſne]m grauſam(en) wurm. er furt an ſeinem lchilt(e) ein helfant, der was rot, durch des ſelben willen er dem helfant hilfe pot,

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Wolfdietrich. 229

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Er trat von dem roſſe, ſein ſwert zu der hant er nam, mit unverzagtem mut(e) lief er den wurm an,

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er ſchlueg im alſo ſchier(e) tiefer wunden drei:

500

der wurm floch von dannen, der helfant ſtuend im bei.

501

Er ſprach; „wie nu, helfant! wilt du zu walde gan?!

502

oder wildu mit (rewen hie bei mir beſtan?

503

ſo für ich dich gen Garten,“ ſprach der kaifer her

504

„und frei dich vor dem wurme, das er dich engſt(e) nimmer mer.“

505

Er naigt mit dem haupt(e) dem tugenthaſten man.

506

er ſprach: „ich fich wol, helfant, du wilt bei mir beſtan.“ do ſaſz auf ſein (gutes) ros der fürſte lobeſam,

507

er furt mit im gen Garten den helfant hin dan.

508

Do komens zu einer linden, dv was gegredet wol;

509

da wurden 'fraw Liepgarten ir augen waſsers vol;

510

dy was mit zauberei gemacht, das wil ich euch ſagen: wer entſchlief dar unter, der ſchlief gen drein tagen. Er trat von ſeinem rofſe nider auf den plan,

511

do er dy erden rüret, ſchlafen er began,

512

er ſprach: „awe! ſchlaf, du nimſt mir mein(en) leib, dar zu land und leut(e) und auch mein ſchönes weib.“ Do der werde fürſt(e) mnider ſigen began,

513

do entſchlieſ alfo geſwinde der tugenthafte man;

514

fich legt zu im ſein brackſe), der helfant nam ſein war: do kom der wurm wilde geſchlichen zu im dar.

515

Do der helfant wilde den wurm erſt anſach, (XXXy"7,S.7) do was im zu ſtreite gegen im alſo gach,

516

do wart ein ſtreit ſo herte von in paiden zuhant.

517

der brack ſprang auf ſein herren, tut uns das puch bekant, Er krazt in auf der bruſt(e), walgen er in began,

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und wolte ſeinen herren gern gewecket han:

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er was geſunt entſchlafen, und lag, ob er wär tot,

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des kom er von dem wurme in aug(e)ſt und in not. Er mocht ſein nit erwecken, das ſag ich euch fürwar. fich hueb der helfant wilde von dem wurme dar

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und ſtieſs ſein(en) herren, das er fich umb(e) want:

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er bet in gern erwecket den Kkünen la ze hant,

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534 Er mocht ſein nit erwecken, do hub er lich dar, * er wart zorniges mutes, das ſag ich euch für war, mit grim und mit zorne lief er den wurm an, das von im ſchrat das few(e)r, ir ſtreit was gar Frailfam. 535 Das ros begunde ſcharren und ſnurchen es began, es Itieſs ſeinen herren und wollt in geweckel han: er was vaſt entſchlafen und wolt erwachen nicht, von dem der edlen kaiferin von berzen laid geſchicht. 536 Dor wurm was erzürnet und ſtieſs den helfant zu tal, das er wuſt zerbrechen; des lieſz er einen gal, das er in dem walde toſzen da began: do wart der brack ergelfen aber auf dem künen man.

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*537 Do der wurm nu den fig(e) an dem helfant gewau, * do kert er under die linden, den herren er da nam, er ſchlikt inunz under die üchſen vil vaſt in ſeinen kragen, er wolt in ſeinen kinden zu einer Ipeilv tragen.

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53% Des ward er nicht innen. der kailer lobeſam. bis er kom auſz der linden: do erwacht der kuene man, do hueb er auf ſein hende: ..awe der grofsen not! bilf mir got von himel(e). oder ich muſz ligen tot.“

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539 Er graif in dem wurme nach dem ſwert hindau ; do er den arm rüret der tugenthafte man, do lief der wurm an einen ſtain mit dem künen degen, das er muſt zerbrechen und was auch tot gelegen. 540 Er lrueg in mit gewalt(e) paide, perg und tal, (CS. 2) er legt in für ſein jungen, ſy hetten grouſsen ſchal. alfo ward der kaiſer in den berg getragen, er ward der würme ſpeilſe), das wil ich euch ſagen. 511 Allo ward verloren der kaiſer tugentlich, und verlos auch ſein leben, das wilset flicherlich. lein ros und ſein brack(e) kerten gen Garten dan: do vernam ſchier dy märie) dy fraw(e) wunneſam, 512 Sy klagt(e) kleg(e)leich(en) ir grofßses ungemach, das ſy den werden kailer (mit augen) ie geſach. ſy wainet umb iren herren unz in das vierde jar: allv tut noch oft aine, und nit all(e) fürwar.=-

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543 Do nu der werde kaiſer het verloren ſeinen leib, dennoch klagt Wolfdietreich zu Troyen ſein ſchönes weib, ob irem grab das kreuz(e) der kune an fich nam, durch irer ſel(e) willen ſchift er über des meres tran.

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544 Ainen alten waller er zu im (ge)nam, den het er an ſeinem hofe gezogen, der werde man. den furt er mit im dannen gen dem hailigen grab: da legten ſy ir opfer, für war ich euch das lag.

533

545 Do m wider von dannen ſehied der tugenthaſte man, do ſtarb im fein waller, als wir vernomen han. er ſprach: „got von himel(e), was han ich dir getan? das ich kain(e) fälde umb dich verdienen kan.“

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546 Do ſchift er wider mit laide über des meres tran, auf ein gute ſtrafz(e) kam der küne man, da rait er holz und haide, der fürſt(e) lobeſam: an dem zwelften morgen kom er zu Püdens auf den plan,

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547 Da hort er ſagen märe von eiſne]m haidniſchen man, der kund mit meſsern werfen, den torſt niemant beſtan, * der het ain ſchöne fochter, und ſaſz in Falkeneilſs: * an manigem werden ritter het er bejagt den preis.

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548 Alſo Wolfdietreich(e) dy mär(e) ward erkant, er gab auf da zu Troyen dy purg und auch dy lant, er rait gen Falkeneils(e) der trew Wolfdietrich, zehen tage rait der küne, das wilſset ficherlich.

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549 An dem ailiften morgen kam der degen palt „geriten ane ſorgen für einen gruenen walt, (XXXY1,,8.1) * auf ain praite haide der fürſte lobeſam, da fach er vor im (. .) ein ſchone purg ſtan,

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550 In derſelben pürge dreiſzig türme lag, die zinnen auf der maur(e) lauchten als der tag: do fach er an der zinnen fünfhundert haubet ſtan, und ſach auf gen himel(e) der tugenthafte man.

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551 Er Iprach: „das mag dy purg ſein, da von ich vernomen han: nu berat mir got zu Kriechen mein ailif dienelt man!“ er trat von dem roſſe vider auf das lant und klagt(e) kläg(e)lichen der küne weigant:

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552 „Wie mich mu haben vertriben dy lieben bruder mein, na wölt got, das in Kriechen dy purg ſolt(e) ſein! und dar auf mit gemache mein ailif dienelt man: dar umb(e) wolt ich immer in ungenaden ſtan.“

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*553 Sein ros das was ſchöne. das gurt der degen pals.

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* hart vermeſsenleichen er darauf faſs, da trabt(e) gen der pürge der fürlte ſobeſam: der haiden und lein tochter waren an ein venſter gan.

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Do in die junkfrawe von erſt an fach,

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gerne mügt ir hören, wie ſy zu irem vater Iprach.

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Ify fprach:] „lieber vater, herre, ich wil dich wiſsen lan, dort vor dem wald(e) reit ein Kriſten man.

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[2] & [27]

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Ich fich an ſeiner gepäre,“ ſprach dy künigin gut

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„er fürt in ſeinem herzen aines helden mut;

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ir ſulſle]t im engegen reiten mit einer ſchönen ſchar, und enpfacht in wirdikleichen. des pit ich dich für war.“ 556 Er ſprach: „ich tun es gerne, liebe tochter mein,

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ich wil im geben gerne mein brot und mein(en) wein.“ wol mit hundert pferden er im engegen rait,

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und enpfiong in wirdikleichen den fürſten I» gemait.

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557 Er ſprach: „du werder Krilten, du ſult mir witkomen ſein, ich wil dir geben gerne mein brot und meinen) wein, durch got, den meinen,“ Iprach der haidniſch man, der ift gehailsen Machmet: den ſolt ir ruefen an.“ (8.2)

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55S Do ſprach Wolfdietreich gar an argen liſt:

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„her haiden, mir iſt nit wiſsen, wer dein got Machmeb iſt; ich wil gerne trinken dein wein und elzen dein brot, durch den. der an dem kreuz(e) hat erliten den tot.“

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559 Dy ſchöne junkſraw(e) in bei dor hende nam, ſy weiſt in tugentlichen zu ir Kitzen dan, ſv hieſs ir ainen ſeſszel tragen pald(e) dar, dar auf ſalz Iv gegen im und nam ſein eben war.

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560 Das tet die junkfrawſe) alles nur umb das, das ir under Kriſten noch haiden nie kain man geviel paſs. do gedacht Wolfdietreich und wider fich ſelber ſprach, das er kain ſchvnere frawen nie (mer) geſach.

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561 Do ſprach dy ſchön junkfrawe: „lieber vater mein, laſz den werden Kriſten meinen masgefſellen ſein.“ er gewert ſy tugentlichen, wes [y in (da) pat. wan bracht in dar die ſpeiſe an der ſelben ſtat,

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562 Man pflag ir hofenlich(en) mit wild und auch mit zam. ſy ſprach: „nu eſset vaſt(e), mein vater euch des wol gan.“ [er ſprach :] „an eſsen und an trinken ſol fich niemant lan, wer mit frawen und federſpil kurzweil(e) wil han.“ --

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563 „Durch aller frawen er(e) ſag mir den namen dein, das muſz in kurzen friſten dir gedanket ſein.“ er ſprach: „ich tun es gerne, vil edle künigin,.“ ich pin von alten Troyen genat künig Pilgerin.“

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564 „„Nu bat mein ſorg ein ende,“ ſprach dy künigin gut „ich want, ir wärt von Kriechen ein degen hochgemut, der haiſst Wolfdietreich und iſt ein junger man: der ſol mit meſser werfen meinem vater gefigen an.“

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*565 Des antwurt(e) mit züchten der kün(e) Wolfdietrich: * ir ſült mein nit ſpotten, fraw(e) minniklich, * ir ſült mich ſein erlaſsen (. . . . . « . .) * bitt ich aufs der maſszen (. . - « . „ - .)

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*566 Do ſprach gezogenlich(en) die junkfraw wolgetan: * „ich han ewr nit geſpottet, tugenthafter man, * das ſült ir mir gelauben, ritter unverzagt. * ich han euch ficherlichen die warhait geſagt.“

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567 Sy nam in bei der hende und weiſt in in ein ſal, der was von merbelſtain(e) und leuchtet über al, dar in ſtund ein lindſ(e) dy was guldin gar, als ſy der baiden frailfſam het gemachet dar.

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568 Zwen und fibenzig eſt(e) nam er an der linden war, dy vogel dy dar aufſaſgen dy waren guldin gar, (XXXVYI11,8,1) ſy waren gemacht mit liſten und waren inuen hol: wenn ſy der wint durch waet(e), ir ſtimme ſungen wol.

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569 Do man gaſz und dy tiſch(e) waren auf gebaben, do ſprach der ſtolze haiden; „ich wil euch wider ſagen, ich wil euch frid(e) banner vor allen meinen man: [gan.“ [ich wil] mit euch meſser werfen, es muſz euchan dasleben

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570 Do ſprach dr ſchbne junkfraw: „ain, lieber vater moin, ſo wolteſt an mir brechen dy grofsen trewe dein: grſchäch im icht laides, ich wolt mich taufen lau. und wollt(e) ſeinem gott(e) weſen under tan“

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371 Do Iprach aber der haiden: „diebe tochter mein, lo fol der werd(e) Kriften hie bei dir ſein. hörſtu es, werder Krifton,“ Iprach der haidniſch man, du lolt ſäld und gelücke bei meiner tochter han;

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3572 Bürge, land und leut(e) mach ich dir unter tan und gib dir mein tochter.“ ſprach der haicnifſch man „dy iſt licherleichen dy aller ſchönſte mait, lo du ie gefachſt mit augen, die iſt dir berail.“

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573 Do ſprach Wolfdietreich zu dem haidniſchen man: „her wirt, was ew(e)r ere ſei, das laſst an mir ergan.“ do Iprach aber der haiden: „,es mulz alfo gau.“ er ſprach: „ich tun es gerne.“ der tugenthafte man.

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574 Mim weilt Iv paide ſchlafen in ein kempnat wunnefam. der haiden ein fwalm trinken im ſein bend(e) naw: „nu nim hin, werder Kriſten,“ ſprach der hainilch man „das ſchlaf trinken ſoltu bei deinem pet(te) han,“

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575 Do Iprach dy junkſrawſe) zu dem haidniſchen man: „vater, dein groſse untrew(e) mag heinacht nit organ.“ do zukt ſy im vil paldie) das trinken ab der hant,

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Ny warf es hinter das pel(te hin dan) au die want.(S, 2)

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576 Do Iprach der ſtolze haiden: „vil Liebe tochter mein, du ſvlt heut froleich(e) bei difem manne ſein, und ſag e) mir die mare, [o es beginſne)t tagen, obdich der werde Kriften zu einem friedel well(e) haben.“

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577 Dv zoch ſy ab irem leib(e) allle)s ir gewant, ſy legt es für das pet(te) nider da ze hant,.

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-

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Iv het auf irem kopfe ein reilich gebent, da mit die junklſraw zieret iren leib behent. 78 Sy lalz zu imauf das pet(te), und ſprach: .,du werder degen, ich han dir behalten dein er(e) und dein leben: und heteſtu gelrunken, du tugenthafter man, fo het dir mein vater morgen mit meſser werfen gefiget au.

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579 Nu hat mein ſorg ein ende.“ ſprach dy künigin reich „beinacht leit an weinen armen ein ritter tugentleich, einer der ſchönſte, den ie kain fraw gewan.“ aller erſt plikt ly Wolfdietreich tugentleichen an.

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580 Sy ſprach: „ſcehaw du werder, ob [nit] wandels an mir ſei; tugent unde er(e) wonet mir noch bei, nu nim an, werder ritter, und träwte meinen leib, ob dir ie lieb wurden alle ſchöne weib.“

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581 Sy ſtuend für in an das bette die künigin hoch gemut, und zaigt ir ſchöne brüft(e) dem edlen fürlten gut, weiſz waren ire hende, verdecket was ir ſcham, ſy ſprach: „du werder ritter, fich frawen er(e) vor dir an,

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582 Du ſolt (dir lan ge)lieben meinen ſchönen leib, ob dir ie lieb wurden alle ſchöne weib. und wildu mich nit minnen, das ſoltu mir ſagen, ſo wil ich allen frawen über dich klagen.“ 583 Er ſprach: „ich min dich gerne; wie ſtet der glaub(e) dein? wiltu gelauben an Jeſum, den lieben herren mein, und an Unſer Frawen,“ ſprach der kuene man „mein leib und auch mein fſele wolt ich bei dir lan.“ -- 584 „Weſt ich, wer dein got war(e),“ ſprach dy ſchöne mait „und war mir vor von deinem got(e) icht geſait, (XXXIX, S. 7) durch in liefs ich mich taufen.“ ſprach dy wolgetan, do ſprach Wolfdietreich: „jich wil dich in wiſsen lan,

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585 Sich, in hat ein raine mait an diſe werlt getragen, ſy iſt genant Maria, das wil ich dir ſagen, und was auch ein Jüdin, das ſag ich dir fürwar, ir verkund ein engel, das ſy in uns zu einem hail gepar,“

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586 Sy ſprach : „an die du gelaubeſt, dy iſt ein unhuld fürwar, ſy hat über all(e) welt fich gebrait(et z)war, 1y wil dich betriegen, du tugenthafter man: noch ſtand von deinem glauben und ruf Machmeten an.“ 587 [Erſprach:],.ich wilanden gelauben, der mich erfchaffen hat, er iſt gehaiſsen Jeſus; wie es mir darnach ergat, ich traw wol ſein genade, das er mich nit lat, er ſech hie an mir ſein edle hant getat.“

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Wolfdietrich.

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Er ſprach mer! „du vertailter leib, war umb Ichilteltu die,

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die bei iren zeiten kain lfünd(e) ie boeie

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ſy ilt vin tröſtorin(ne) und ain raine mait,

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1% kan eim ieden ſünder wol tröſten ſein hait.“

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Aller erſt(e) pliktie) ſs Wolfdietrichlon| an:

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er ſach ſ* gar ſchön(e) in arbailt vor im ſtan,

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ir weilze wenglein lauchten an der ſelbeu Nat,

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recht als dy liechte roſe, wenn ſy erſt auf gat.

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IEr ſprach:] „nu ſtand von deim gelauben und jiceh dem meinen got;

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dein got iN ein güttel, das gelaub ane ſpot,

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er kan mit feinen linnen nit machen den wein:

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dein got gen dem meinen muls er ein gogel fein.“

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Sy ſprach: „deſtu mich noteſt, dies entuv ich nicht,

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wenn mir vil lieb(e)s von meinem got zelchicht,

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CG...) püſl under han ich alſo vil:

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mein gol iſt alſo getan, das ich in lieb, wan ich wil.“*

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Doch zu jungſt über redt(e) Sy den trewen degen,

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das er lich mult(e) an das pet(te) legen.

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fein Iwert zoch er aus der ſchaiden undleogteszwiſchentich,

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er ſprach: „wer lich rür(e)t, der verſneitde)t lich.“

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Sy nam es bei dem gebhilz(e) und warf es fer hindan,

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und Iprach: „nu leb(e)t freuntlich, des ich euch wol gan.“

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Iv graif im allo ſchier(e) nach feiner weiſsen hant, (S. 2)

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I'y lait ims tugentlichen, da ſy ire brüſtlein vant.

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Vnd hueb auf ir weiſs(es) pain und legt es über in.

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er ſprach: „edle künigin, nu tuet (+. .) hin,

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uml ee ich euch minte, auf dy trew(e) mein.

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ee wolt ich unz [auf] mein end(e) an all(e) frawen ſein.“

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Ds nacht nam ein end(e), vs kom dor liechtie) tag,

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do gieng der ſtolz(e) haiden, da ſein tochter lag:

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„nu lag mir, liebe tochter, auf dy trew(e) dein,

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mag der werde Kriſten dein gemehel ſein?“

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Do ſprach die junkfrawe: ,„,nain, lieber vater mein,

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er hat dir nit gemin(ne)t dy lieben tochter dein.“

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do ſprach mit zorne der haidniſch(e) man:

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„ich gib im des mein trew(e), es mulz im an fein leben gan.“

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597 An wapnot fich pald(e) der fürſt(e) lobeſam, [er gedacht :] „nu berat mir got zu Kriechen mein ailif dieneſt man! und herzogen Berchfung den lieben maiſter mein: ach, lieber got von himel(e), laſz dir mein ſel enpfol- hen ſein!“

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598 Sein ſwert gurt er umb(e), ſein ſchilt nam er in dy hant, er gieng auf den hof (dan), da er manigen haiden vant. do ſprach der ſtolz(e) haiden: „ſher gaſt,] ir ſult an mein

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recht gan.“ do fragt in Wolfdietreich: „wie iſt das getan?“

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599 „Ich wil mit meſsern zu euch werfen, tut ir mir alſam.“ do fach auf gen himel(e) der tugenthafl(e) man. ain rivg ward da gemach(e)t von manigen haidniſchen

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| man, ſechs meſser und zwen trilſtuel bracht man auf den plan.

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600 Do ſy ſolten werfen, das wiſsSet ficherleich, do ſprach von (wilden) Kriechen der trew Wolfdietreich: „her wirt, welichs meſser mir geval, das ſult ir mir lan.“ „hab dir dy wal dar unter.“ ſprach der haidniſch(e) man.

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601 Ainen ſtul und drew meſser gab man im in die hant. der haiden ſprach: „dein got hat dich dir zulaidbergelant,“ zwene klain(e) pukler bracht(e) man in dar, die waren einer ſpan(ne) brait, ſag ich euch fürwar.

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*602 Do gab man den ainen da dem künen degen; * ainen braiten ſchilt lieſs er zu dem ſtul(e) legen, 00 zeuch ab dein gewafen,“ ſprach der baidniſch man dreier würſ(e) muſtu mir in dem hembd beſtan. (XZ, S.1)

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*603 Und weichſtu von dem ſtul(e) gen ainem har hin dan, * ich gib dir (des) mein trew(e), es muſs dir an daslebengan,.“ * er zoch ab ſeinem leibe alles lein gewant, * er legt es zu dem ſtul(e) nider auf das lant,

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604 Er ſprach: „ſol ich nu ſterben in der purg alſam, ſo herat mir got zu Kriechen mein ailif dienelt man! * und herzog Perchtungen, den lieben maiſter mein: * her got, laſs wein(e) ſel(e) dir empfolhen fein!“

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605 Do ſprach Wolfdietrich zu dem haidniſchen man: „ber wirt, ir habt euch (heute) ain recht genomen an, das ſölt ir gen mir (. . ) ſfaren laſsent ſein: nu zeuch ab deim(e) leib(e) dy liechten brünne dein.“

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606 Do ward laut(e) Jachen der künig Belgi(a)yn. nu waren hei den zeiten dy recht alfo getan, was ain man gelobt(e), das mocht er nit abgan.

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607 Do zoch er ab dem leib(e) dy liechten brünne ſein, er ſtund für Wolfdielreichen in aim(e) hemd(e)lein: „waiſtu, werder Kriſten,“ ſprach der haidniſch man „was ich rechtes in meinem lande han!

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608 Welher kompt zu meinem haus, das ſag ich euch fürwar, der muſz den wirt von erſt(e) laſsen werfen dar. fichſtu dort an die zinnen her, an meinem türelein? da muſz dein werdes haubet zu einem pfand(e) fein.“

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609 Do ſprach Wolfdietreich zu dem haidniſchen man: „wie iſt den aim der kümbt her und dir gefiget an? vor dem ſoltu dich hüten,“ ſprach der degen gut „das dn nit engelteſt deiner groſsen übermut.“

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610 „Ich waiſs kainen ſo künen,“ ſprach der baidniſch man „der mir mit meſser werfen mag geligen an, den in wilden Kriechen, da wächſt ein junger degen, von dem ſol ieh verlieſen mein leib und mein leben.

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611 Seyeſtu der ſelb(e), das tue mir bekant, ſo gib ich dir zu aigen purg und auch lant.“ do ſprach Wolfdietreich: „dir ſol wider ſag(e)t ſein: ich pin von alten Troyen genant künig Pilgerein.“

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612 Do ſprungens auf dy ſtuele, dv unverzagten degen. und het fich der von Kriechen ſeins lebens nach verwegen, er ſprach: „got vom himel(e), gnad(en) reicher Kriſt hilf mir von hinnen, wan mir nit peſsers iſt.“ (S. 2)

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613 Der haiden nam das erſt meſser in die hant ſein, er ſprach: „nu hüt dich eben(e) zu der ſchaitel dein.“ er warf neidikleichen auf den kuenen man: ſeins hars zwen löck(e) warf er im von der ſchaitel dan.

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614 Ains wurfs het er verfälet, der haidniſch(e) man, er ſprach: „lieber got Machmet, du ſolt mir bei beſtan, als du mir vor dick(e) in noten haſt getan, das ich behüt mein er(e), dy ich von dir han.“

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615 Er nam das ander meſser in dy hant fein, er ſprach: „nu hüt dich eben(e) zu dem herzen doin.“ do ſprach Wolfdietreich: „,mu pfleg der got mein, dem mein leib und ſel(e) ſol enpfolhen ſein!“

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616 Er ſprach aber: „nu ſchirm dich eben, küner man.“ und da er ſach das meſsger von dem haiden gan, auf hub er die achfel und lieſs es durch (hin) gan. zwaier würf het er gevälet, do ſchrai der (haidniſch) man:

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617 „Ich wän, du welſle]ſt mich heut(e) laſsen, mein got Machmet, es gefchach mir doch nie mere,“ ſprach der haiden an der ſtet „Was ich ie warf, das ich zwaier würf gevälef han.“ er nam das dritte meſser ſin dy hant]: „nu hüt'dich zu der gürtel dan,“

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618 Er wolt(e) haben betrogen den tugenthaften man. Wolfdietrich wolte wenken, im brach ein pain vom ſtuel hindan: dennoch ſtuend auf den zwaien der ellenthafi(e) degen. der haiden ſprach: „du muſt mir heut hie lau dein leben,

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619 Es iſt umb dich ergangen du Kriſten man, mir well(e) den mein got DMachmet nit bei beſtan.**

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. . .

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620 Er ſprach: „er ſol dich laſsen, wan er ein gaukel iſt. nu kum mir zu hilfe, der da haiſst Jeſus Kriſt! (XZ/,8.1/) der an dem kreuz(e) geliden hat den tot, der ſol mir hent(e) helfen auſz ang(e)ſt und auſz not.“

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621 „„Wie ſtark iſt dein glaub(e),““ ſprach der haidniſch man „mein got Machmet gefiget wol dem deinen an. du Kkumbſt l:aim zu land(e) ficher nimmer mer: du magſt deim gof wol klagen, das du ie kombt zumir her,“

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622 „Ich hoffe), moin got Icb noch,“ ſprach Wolfdietreich „Jer ilt milt und dar zu gnaden alfo reich, das er Kaim(e) Krilten Kam laid Jaſst geſchehn: ich wil fein zu gol(e) unz an mein end verjehn.“

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623 Do ſprach abor mit zorne der haidniſch (0) man: „Au muſt mir dein leben auf dem ſMurke) lan. mir welke) des houl(e) mein got Machmeot abgeſtan. Hieber got Machmet, du lolt mir bei beſtan!“

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*624 Do antwurt und ſprach (. . ,) der küne man: * „Machmeten (. . . .) rüf ich nimmer an, * jn noch fein(e) muter die weil ich das leben han. *625 Der haiden verwarf drei meſser. als ich han goeſait : * dos het lich aber gehütet der fürſte (vil) gemeit, * Wolfdietrich der küne von dem ſtul auf ſprang, * gar tief zwiſchen den fülszen in die erd [ein [panne lang] das meſser drang. 626 Dreier würf was Wolfdietreich auf dem ſtul beſtan, das nie ward wund der tugenthaft(e) man, er hueb auf fein hende an der ſelben friſt, er ſprach: „her, ſei dir gedank(e)t, gnadenreicher Kriſt!“ 627 Do ſprach der RNolze haiden: „wer lJert dich difen ſprung ! den kan auf erd(en) niewant, den herzog Berchtung : hiſtu Wolfdietreich? das tue mir bekant, ſo gib ich dir zu aigen purg und auch dy lant. *625 Berchtung was moin gefell(e) wol zwei und dreis- Sig jar: * durch ſeinen willen laſs ich dieh leben zwar.“ * do ſprach gezogenlich(e) der tugenthafte man:

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* „Ja ich herzog Perchtung nie erkenn(e)t han.“

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629 Do Iprach Wolfdietreich: „dir fol wider ſaget ſein, ich pin von alten Troyen gonant künig Pilgerein, und pin durch deinen willen kumen [in das land] auf den plan: du muſt mir heul(e) gelten manigen Kriſten man,

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* 630 Den du haſt verderbet bei deinen tagen, des ſol dir von mir (lenger) nit werden vertragen.“

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631 Do ſtvend des haiden tochter an eim fenſterlein, ſy ſprach mit groſsem laid(e): „lieber vater mein, unſer got Machmet wil uns heut in nöten lan; awe, lieber vater, wie ſol es uns ergan!“

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632 Do ſprach der (ſtolze) haiden zu der tochter ſein: ,5du bringſt mich noch heut(e) umb das leben mein: heteſt du mich im laſen das Itwalm zu trinken geben, ſo het ich im heut an gefſigt und (in) bracht umb ſein leben.“

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633 Do ſprach Wolfäietreich: „ich ſtand in frewden hie, mein got Jeſus (Kriſtus) mich nie verlie, und ſein muter Maria half mir aus not: dein got iſt ein teufel, und felt mit dir in das kot.“ -

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634 „„Biſtu Wolfdielreich, das ſoltu mich wiſsen lan, purg, land und leut(e) mach ich dir untertan, (672) und gib dir mein tochter, die ſoltu taufen lav, das mich hie leben laſseſt, du tugenthafter man.“ --

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635 [Er ſprach:] „„was ſagſtu hie von wölfen, dy da laufen zu holz? ich pin von alten Troyen ein ritter alſo ſtolz. dreier würf(e) muſtu mir auf dem ſtal beſtan; das recht aug oder den glenken fuſs, das ain mulſtu mir lan,“

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636 Der haiden ſprach aufz laide: „.awe der grofsen not! huet ich mich unden, ſo pin ich oben tot. ich ſtand in deinen gnaden,“ ſprach der haidniſch man „lieber got Machmet, du ſolt mir bei beſtan!“

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637 Do warf Wolfdielreich den erſten wurf dar, er ſach im zu den augen und nam ſeins fu(ſs)es war, * er warf im das meſszer durch den fuſs unz an das heft, er ſprach: - „han ich dich getroffen, du bhaidniſcher knecht? 16

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638 Wildu wiſsen, wer ich ſei? ich ſag dirs ficherleich, ich pin von wilden Kriechen (der) Wolfdietreich. du muſt mir gelten mangen [Kriſten] man, den du ver- derbet haft, die weil du mir ſo eben(e) auf dem ſMuel(e) ſtaſt.“

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*639 Er nam das ander meſzer in die hant ſein, * er ſprach: „nu beſchirm dich oben(e) bei der ſchail- len dein.“ * er warf es dar mit neid(e) auf den haidniſchen man * da mitten durch den pugler und durch die ſchaitel dan.

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*640 Der haiden ſchrai laut(e), das hall in der burg [hin] dan, * er ſprach: „lieber got Machmet, du ſolt mir bei geſtan! * hilffiu mir nit ſchier(e), es muſs mein end(e) ſein,

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* o wo, liebe fochter, wa teteſlu mein(en) wein?“

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*641 Do lief die junkfraw(e) pald(e) ſa zehant,

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* da ſy iren (lieben) got Machmeten fant, * ſy trug (in) ſo bald(e) dy junkfraw wolgetan, * da ſy iren vater ſach ſo in grofsen nöten Nan.

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*612 Sy ſprach: „lieber got Machmet, nu bilf dem vater mein! * und hilfftu im nit ſchier(e), ſo muſs ſein ende ſein.“ do ſprach Wolfdietrich gar an argen liſt: ew(e)r got Machmet (z)wal(r) er entſchlafen iſt!“

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* *

703

643 Er nam das dritte meſser in dy hant ſein, er ſprach: „nu huet dich eben(e) zu dem herzen dein, dar zu wil ich dich werfen, haidniſcher man, wo ich dirs nit trif(e), ſo wil ich noch verloren han.“

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644 Do warf Wolfdietreich den dritten wurf dar, er ramot im ſeins herzen und nam ſein eben war, er warf in in ſein herz(e), den haidniſchen man, das er viel von dem ſtuel(e) und da ſein ende nam,

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645 Alſo geſchach dem haiden mit Wolfdietreich. do ſiuend an dem ring(e), das gelaubet ficherleich, vil manger ſtolzer haiden, dy waren ſein dieneſt man, dy wolten iren herren da gerochen han.

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646 8y griffen zu den ſwerten und liefen den [kuenen] man an, und wolten Wolfdietreichen gern verderbet han. do Iprang (er) von dem ſtuel(e) nider auf das lant, Roſe ſein gut(es) [wert nam er in ſein hant.

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647 Er ſprach: „und ſol ich beut(e) hie in [groſsen] nöten ſtan, (lS: 1) ſo berat mir got zu Kriechen mein ailif dieneſt man, und herzog Berchfung(en), den lieben maiſter mein, ach, got berre, lalz dir mein ſel enpfolhen ſein!“

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648 Do half im got der gut(e) auſz grofſsem ungemach, nu höret, wie ein zaichen an dem fürſten geſchach: er ſchlueg (al eine) funfzig der haidniſchen man; do Nuben dy andern all(e) von im ab dem plan.

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649 Sy ſprachen al geleich(e): .„,er hat ein ſtarken got, der im wol gehelfen mag auſz ang(e)ſt und auſz notz wir ſullen dar umb piten Wolfdietreich den trewen man.“ do giengen (ſy) all(e) mit ein ander dan,

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650 Und fielen im zu fueſsen dem fürſten lobeſam : „wir piten dich, Wolfdietreich, du tugenthafter man, das du uns laſseſt taufen, edler fürſt lobeſam.“

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651 Do ſprach er, er lets gerne, der tugenthaft(e) man: 5»ſ0 han ich weder pfaffen, noch kapp(e)lan.“ do ſach er alſo ſchier(e) auf dem hofe ſtan ainen werden pfaffen und ein(en) kapp(e)lan.

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652 Er ſprach: „lieben herren, dar umb wil ich euch piten, das ir taufet die haiden mit alſo kluegen fiten.“ ſy ſprachen: „wir tuens gerne [alſo] hie an diſer ſtunt, weln an den ſy gelauben, der an dem kreuz ward wuntf,

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653 Und an ſein muter Maria, die vil raine mait, die kan eim ieden ſünder wol wenden ſein lait.“ ſy ſprachen: „wir tuens gerne hie an diſer ſtat.“ Wolfdietreich den trewen dy mait do zu toten pat, 16*

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654 Er lerts den glauben |und das pater noſter] der trew Woltidietreich, und das Ave Maria, das glanb(e)t ficherleich. do wurden ſy guat Kriften an der felbigen ſtat, ſy glaubten an den, der an dem krenz lait den tot.

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655 Do wurden tauft vierhundert haid(eyniſch(e) man. == do gieng des ha«dons tochter in ein kempnat dan, ſs zaubert auſsen um die purg ein(eyn wilden ſee, der tet dem (ge)trewen Wolfdietreich allo wes.

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656 Do ſaſz auf ſein gul(es) ros der trew Wolfdietreich. er wolt urlanb(es) pflegen dor ed(e)l fürſtie) reich. (S2) do ſach er auſsen umb dy purg ein wilden wag gan, nu höret, wie (er) Iprach der tugenthafl(e) man:

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657 „Ach, ſuoſser nam(e) Jelus, wie han ich mich verdacht! wer hat diſen wilden wag umb dy purg (ner) bracht“ do ich nechten ſpat(e) zu diler purg her rait, do was dy haid mit pluemen alle wol beklait.“

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65S Do fach er übers waſser ein glelin brucke gan, nu höret, was (er) ſprach der tugenthaft(e) man: „welt ir mit mir von hinnen, edle künigin reich !** ſv ſprach: „gerne tuen ichs.“ und kuſt Wolfilietreich.

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659 Wie pald er dy junkfrawen für ſich aufs ros nam! er ward urlaubes pflogen der tugenthaft(e) man. do rait er mitten auf dy bruck der kuen(e) weigant: do viel dy bruck(e) paidenthalb nider ſa zu hant.

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660 Zu ſolichen groſsen nöten was er nie komen mer, er mocht auf der bruckte) weder hin, noch hoer. ſy wart zu einer agelaſter und flog in die purg hindan und lieſs in alters ainig in groſsen nöten ſtan.

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661 Sy ſaſz in ainer zinnen. wenn ſy hin wider ſach, gerne mügt ir horen, wie dy junkfraw ſprach:

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„du vertailter Kriſten, du giltſt den vater mein, es muſz in dem wage dein letz(tes) ende ſein.“

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662 Noch Iprach ſy (mere): .,du tugenthafter man:

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„noch ſtand von deinem glauben, und rüf Machmoten an, al(le)s ditz(e) reich(e) mach ich dir untertan und wil dich hie gerne nemen zu einem man.“

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663 Do ſprach zuchtikleich(en) der tugenthaft(e) man: „du ſolt dein got Machmelen telb(e)s ruefen an, und pit(e) Machmeten, das er helfe dir: Got und ſein raine muter komen zu hilfe mir!“ 664 Er ſprach : ,,es wär deſtfer] peſser, und wär ich hie nit wer, und müſi(e) hie wagen mein leib und mein er.“ ſein gut ros nam (er) zwiſchen baide ſporen und ſprang ab der brucken in vil groſsem zoren.

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665 Er viel wunder tiefe [hoch] ab in ein(en) grunt: do ſach er alſo ſchier(e) zu der ſelben ſtunt ein vil braite haid(e) ſach er vor im ſtan, (XLZ//1, S. 1.) dar ob lag ein hoher perg, der was fraiſſam, 666 Vor dem ſelben perg(e) er zwelf teufel ſant, ietlicher het ein kolben und ein ſwert in ſeiner hant, ſy beſtunden in neidikleichen und feten im ungemach, das im bei ſeinen zeiten wirſer nie geſchach. 667 Nu merket, ob des zauberns nit wär(e) genug: ir wurden vier und zwainzig, als er dy zwelif erlchlug, alſo neidikleichen meret ſich ir ſchar, der teufel ward zwen und fibenzig: von in ſchlug er fich gar. 668 Nu wil ich euch beſchaiden, von wew das ergie, das er in ſeinem herzen got nie verlie, er mant in mennikleichen, der tugevthaft(e) manu, das im der ſwaiſs mit kreften durch dy ring(e) ran, 669 Der perg und dy haid(e) waren ſtählein. do ward er man(en) und piten unſern trechtein. in ſaumbt der perg ſo lang(e), das ſag ich euch fürwar, das er an dem dritten morgen erſt dar auf kom gar. 670 Do nu auf den perg kam der kuen(e) degen pald, do ſach er dar umb(e) gan ein prinnenden walt, do muſt fich (. .) ſchier(e) der trew(e) Wolfdietrich, von der hitz(e) muſt er keren, das wiſset ſicherlich. 671 Er ſprach: „du verzagtes herz(e), was wildu nu tuen? nu haſtu nie geworben nach weltlichem ruem.“ da der walt am feſten bran, da eilt er hin an, er wolt es nit erwinden, bis der zauber ein end(e) uam.

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672 Do kom [wider] in zwelif lagen der kuen(e) weigant geriten an(e) ſorgen gen Lamparlten [in das] lant. do hort er allenthalb(en) in dem land(e) ſagen, wie dy würme ſein geſellen |Ortneit] in den perg heten tragen. 673 Er rait eins abents ſpat(e) gen Garten an den graben, da hort er den wachter und dy frawen klagen. * ſv ſelb zwelft begund(e) faſt(e) klagen ir lait: in erbarmel ſer der frawen laid den fürſten vil gemailt.

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74 |Sy ſprach:] „ich lieſs mich taufen, Maria, durch den willen dein, * ich wil dein(e) dierne unz an mein ende ſein. die hat gen mir verheng(e)t ein alſo grofsen zoren: al die frewd dy ich ie gewan dy han ich ganz verloren!“ 675 Sy ſprach: „ach got von himel(e), wer klag(e)t mir mein lait?! heiligew muter unſers herren, das ſei dir geklait! (S. 2) * das du durch unſern willen ſtürb,“ ſprach die frawe gut * „und wir von deinen wunden ſus haben er und gut!“ 676 Do macht nit lenger beleiben der tugenthafi(e) man, vor der frawen wainen kert er ſich hindan. er eilt alſo pald(e) nach den würmen in den walt, gen einer (hohen) ſtainwant kert der degen palt.

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677 Do kom im auf der ſtraſz(e) ein wilder waldman, den gruſt(e) tugentlichen der fürſi(e) lobeſam, er ſprach: „waldner(e), waiſtu den wald nit wol? kanftu mir nit zaigen, wa iſt der würme hol?“

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678 Do ſprach der waldner(e) zu im da zu hant: „ſecht ir dort in dem wald(e) die hohen ſtainwant? da hin fült ir reiten, das wil ich euch ſagen, dar ein wart kaiſer Ortneit von den würmen getragen.“

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679 Da hin reit pald(e) der trewe Wolfdietreich, da der kaifer het verloren ſein leib minnikleich. er rueft(e) vor dem perg(e), als eim helt wol gezam: +», wurm, piſtu da haim(e), ſo gang von dem loch her dan!

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680 Dein wartet vor dem ſtain(e) ein werder ſchilt man, das du truegſſN] kaiſer. Ortneit in den perg (hin)dan. gib mir den ritter, das wil ich dir ſagen, oder ich muſz heut auch von dir in den perg werden

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tragen.“

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681 Der wurm was nit dahaim(e) und was in dem walt ſeinen kinden nach ſpeiſ(e): do erzurnt der degen palt und eilt hin nach vil pald(e) der tugenthaft(e) man, er rait nach dem wurme allain in den tan.

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682 Er rait im nach ſo lang(e) unz an den dritten tag, das im ſein gut(es) ros vor müde gar erlag, von not muſt er [nider] paiſszen der tugenthaft(e) man, er trat von ſeim rolſe und ſchlueg (es) in den tan. 683 Er lieſs fich [noch] auf ſein(en) ſchilt der fürſt(e) lobeſam und wolt ein klaine weil(e) da geru(w)et han. do hort er in dem wald(e) ein(en) groſsen ſturm, da ſtrait ein wilder lew(e) mit dem grimmen wurm. 684 Do nu Wolfdietreich den lewen (da) vernam, do eilt er zu ſeim roſſ(e) der tugenthafl(e) man, do rait der edl(e) degen ſo er peldeſt macht, da der lew wild(er) mit dem wurme facht, 685 Er furt an ſeinem ſchill(e) ein lewen, der was rot: da ſach er den wilden ſtan in grofser not, alſo Wolfdietreich den lewen anſach, CALIV, S. 1) gerne mügt ir hören, wie der trew(e) ſprach; 686 „Lew, lieber geſell(e), das ich dir nit helfen mag, da von ſo han ich heul(e) ein laidigen tag; doch ger an wich genaden, ich hilf dir auſz der not, oder ich für dich nimmer mer an meinem ſchilt(e) rot,“ 687 Da mit macht er den wilden lewen alſo gezam.. mit ſeinen ſneide(n)ten augen plikt er den fürſten anz er winkt im mit den augen, des nam der lew(e) war, er ſprang von denf wurm(e) zu dem degen dar. 688 Sein ſcbilt begund er faſsen der fürſt(e) lobeſam: „au berat mir got zu Kriechen mein ailif dieneſt man, und herzog Berchtung(en), den lieben maiſter mein, ach her got, laſz mein ſele dir befolhen fein!“

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689 Der wurm rant(e) faſt auf in und was im ein hagel, ſein(en) ſchilt ſchlueg er im an drew ſtük mit dem zagel. er warf das ain(e) ſtück(e) auf den wurm dau, fein ſwert begund er falzen der tugenthaft(e) man,

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690 Er ſchlueg es dem wurm(e) vil faſt auf ſein(en) gebel, das im auſz dem halfie) für ein feurin nebel, und im ſein haupt ergläſte, das ſag ich euch für war: er kund in nit gewinnen als klain als umb ein har.

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Sein haut im von horne alſo herl(e) was, einer ſpanne dicke [und] liecht als ein ſpiegel glas; er was auf ieder ſeiten zwelit ellen langk, auf vier und zwainzig fuelſsen gar fraillam was fein gangk. *692 Manigen ſchlag geſchwinden fürt der kün(e) wan * auf den wurm wilden, das few(e)r von um pran. wit im [trait der edi(e) helt unz auf den abent dan, das im der ſwaiſs mit kreften durch dy ring(e) ran. 693 Do der lew das ſach, das der her ſo müd(e) was, do ſprang er für den fürſten gegen dem wurm in das gras. er wart kratzen und peiſszen den wurm fraillſam, da mit wolt er Wolfdietreichen gerne geholfen han. *694 Von dannen ſprang bald(e) der tugenthaft(e) man: * do ſtrait der lew(e) wilder mit dem wurm fraifſam. er fraibs alfo lang(e) bis im die kraft entwaich: ach, wie der lewe wild(er) vor dim wurm(e) kraich! 695 Er lioſz ein laut(e) ſtimm(e), dy erhal in dem tan, das tet er als umb den liſt, als ich euch ſagen kan, ob fein geſell in dem wald wäre, das er das ver- name ſan CS. 2) und im und Wolfdietreichen zu hilfe käme dan. 696 Do der lew ſo müdie) was, der herre das anlach, gerne mügt ir hören, wie der trew(e) ſprach: „„lewe, lieber gefell(e), un trit an den rücken mein, ich wil unz an mein ende dein not geſell(e) ſein.“ 697 Sein ſwert zu baiden henden der tugenthaft(e) trug und mit michlen kreften [er] es auf den wurm ſchlueg, er ſchilueg in das gebürne ein gelwinden ſchlag, l[ltag. das fein ſwert in drew ſtücken |brach und] auf dem land(e)

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*698 Ain vſchlünd* (?) trew(e), groſs was ſein ungemach. * gerne mügt ir horen, wie der trew(e) ſprach: „ei, reicher got von himel(e), was han ich dir getan, das ich kain(e) ſäld(e) umb dich verdienen kan?

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699 Lew(e), lieber geſell(e), das ich dir nit gehelfen mag, da von ſo han ich heut(e) ein laidigen tag. doch wil ich anſeben, wie dein end(e) ſei getan.“ do ſaumpt(e) fich nit lang(e) der wurm fraiſfſam,

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700 Er nam den lewen in den mund ſund] den ritter in den zagel; ſy heten verzag(e)t baide, der wurm was in ein hagel; er trueg ſy baid mit gewalt(e) gar ſchier in ſein hol, das was von manigem ritter worden alſo vol, 701 Er legt den lewen wilden für dy jungen dar, die erzarten in gemain(e), das ſag ich euch für war, ſy ſugen im aus das plut unz auf das pain (hin dan). aller erſt da klagt im der tugenthaft(e) man, 702 Dy jungen würm(e) gullen laut, das ſag ich euch für war: der valand ungebhewr(e) der (trakt ſein zagel dar, er ſchlueg in auf ſein(en) helm den fürſten hoch gemut, das im zu baiden oren auſz ſprutz(te) das plut. 703 Er graif nach im hin umb(e), das ſag ich euch für war, und lait in alſo pald(e) für dy jungen dar; ſy betten in gerne gewunnen, das wilSet ficherlich: ſy funden in niendert ploſzen den trewen Wolfdietrich. 704 Von wew das ergieng(e), das beſchaid ich euch ſicherleich: ain hempd vou palmat ſeiden trug Wolfdietreich, von zwai und fibenzig fach(en), das frilt im lein leben, das im ſein fraw Sigminne ze Troyen het gegeben; 705 Sant Pangrazien heiltum dar ein verwirket was: das half im, das er vor den würmen genas. ſy ſugen im dy ring(e), das gelaub(e)t ficherleich, ſy mochten nit gewinnen den werden fürſten reich. 706 Die jungen gullen laut(e) nach mer luder an, do gieng der alte wurm nach dem ros in den tan, (XLV, S.1) er fand es bei eim paum(e) und falsts in den ſwanz fein, und trueg es mit gewalt(e) zu den jungen hin ein,

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707 Die ſpilten mit ein ander ſzar untugentleich, das nachet het verloren ſein leben [der] Wolfdietreich. der alt(e) pegunt(e) wälen unter den toten ſüber] al, welcher der ſchwäreſt wäre, den jungen zu eim(e) pal.

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708 Do walt er unter in gemain unz auf den mittag, unz er kam auf dy Nat, da der trew(e) lag. er zukt in auf bald(e) den unverzagten man: do ward ein ungefüges ſpil mit im gehaben an,

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709 Sy polten gen ein ander den trewen Wolfdietreich, das nachet het verloren ſein leben der fürſi(e) ſo reich, Jer altſe) hub fich bald(e) von den jungen dan, er legt lich auſsen für den ſlain, als ich euch ſagen kan,

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*710 Do het er nit gedingen, der wurm fraiſſam, * das im von Wolfdietrichen die jungen gefiget an. * das ſach er gerne der tugenthafte man, do graif (er) alſo pald(e) zu der erden hin dan:

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711 Den ſwaiſs von den painen nam der kuene man und huebs zu ſeim(e) mund(e), davon er kraft gewan,

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do nam ſein ſorg ein ende dem tugenthaften man.

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712 Do ſucht er pald auf hoher der kuene weigant, da er Roſen das gut ſwert in einer [hürnen] ſchaid(e) vant : auf dem knopfſe ſchain ein ſtain, der laucht(e) als der tag, Sant Pangrazien heiltum dar in verwürket lag.

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713 Do fand er in dem perge ain ſchilt als ain [dicke] want; da bei lag Ortneides bain und alles ſein gewant, das was ain ſtarke brünne, von gutem werk getan; do legt er an die brünne der unverzagte man,

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.-. Sein vil groſse ſorge (da) ein ende nam: * „nu berat mir got ze Kriechen mein ailif dieneſt man, * und herzog Perchtung(en) den lieben mailter mein, * ach, her got, laſs mein ſel(e) dir empfolhen ſein!“

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715 Da ſucht aber naher der kuene weigant, da er einen guten helm in dem plute ligen fant, dar aus ſchain ein ſtain, der laucht(e) als ein glas: Jar in lag ein haubet, das kaiſer Ortneides was.

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Wolfdietrich, 251

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716 Die zeher von den augen liefen im über den munt, er kuſt(e) das tote haubet mer den zehen ſtunt, [er ſprach:] „Ortneit, lieber gefell(e) mein, du ellent- hafler degen! her got von himel, geruch(e) ſeiner ſel zu pflegen!

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717 Und erparm dich über dy ſel(e) Kaiſer Ortneits, und änch zu Lamparten über ſein trewes weib! (5. 2) und berat mir zu Kriechen mein ailif dieneſt man, und den lewen wilden, den ich verloren han!“

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718 Do ſprang er auf frolich der kaene weigant,

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Roſen, das gut(e) ſwert, nam er in ſein hant,

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er ſchluegs mit paiden henden (vaſte) in den ſtain,

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das das feur in der hol umb und umb erfſchain. 719 Er graif im nach der ſneiden mit ſeiner edlen hant:

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weder mal, noch ſcharten er an der ſneiden vant.

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er ſprach: „ſeit du des ſchlag(e)s ganz biſt beſtan,

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ſo iraw ich noch [wol] zu tröſten mein ailif dieneſt man.“ 720 Yon des ſwertes gleſten ſach er dy würme an,

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nu hvoret, wie (er) [prach der tugenthaft(e) man:

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„ir würm, ir ſchlafet zu lang(e), ich wil euch beſtan,

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ich gib euch des meintrew(e), es muſs euch an dasleben gan.“ 721 Do Iſtrait der degen edel(e) mit den würmen fraiſſam,

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das im der ſwaiſs mit kreften durch dy ring(e) ran,

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mit alſo groſsem zorne fiigt er den jungen an:

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do verſchlief (es) der alt(e), als ich euch geſagen kan. 722 Er eilt(e) vil pald(e), da er den alten ſach,

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gerne mügt ir hören, wie der trew(e) ſprach:

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„alter wurm, duſchlafeſt zu lang [ wan] ich wil dich beſtan,

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ich gib dir des mein trew(e), es muſz dir andeinlehen gan,“ 723 Er ſchlueg alfo vaſte auf den wurm ſraiſſam;

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da walget Wolfdietreich über mangen toten man;

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ich wails nit, wie im der fürſt(e) alſo nachet kam,

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das in der alte wurm ergraif und in den munt nam, 724 Von im raiſs fich pald(e) der kuen(e) weigant,

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Roſen ſein gut(es) ſwert vam er in ſein hant,

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er ſchlueg den wurm wilden nach der ſeiten dan,

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da mit er fich ledigot(e) von dem wurm Sraillam.

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725 Do het er in dem perg(e) dy würm all erſchlagen.

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er ſchnaid in aufz dy zungen, das wil ich euch lagen, und eilt(e) alfo pald(e), da Ortneits gebain(e) läg: er trueg es aulz dem perge an den liechten tag,

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726 Und legt es vor dem Nain(e) nider auf das lant.

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ein guldin fingerlein er bei dem ſchült(e) vant,

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das was geweſen Ortneides, des ellenthaften degen,

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das im ſein ſchöne ſraw Liebgart zu einein gemehel het geben, XL VI, S. 1)

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*727 Do beſtatt er in vor dem Itaine der tugenthafte man,

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=1

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er ſtunt zu dem ſtain(e) und ſchraib auch dar au,

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wer dar zu käm(e), es wär man oder weib,

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das er da(r) an ſähe, da lag des trewen leib.

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Do kert(e) von dem ſMain(e) der trew(e) Wolſdietreich gen einem ſchönen perge, das wiſ(se)t ficeherleich,

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da bet er ein vetragen laub und auch gras,

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als er vor ein(ew) winter dar in geweſen wasz

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]

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29 Er gurt ab ſein ſwert Rofe und legts auf ein(eu) Nam!

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Roſe, ich gewin dich nimmer,“ iprach der kuene man ," 8 | „ich ſehe den zu Kriechen mein ailit dieneſt wan, | oder ein lewen wilden in grolszen nöten Itan.“

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730 Er ſaſz in dem ſtain(e) unz an den vierten morgen,

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* do rüt er gar ſer(e) und gar [un]verborgen, das er weder eſsens, noch trinkens nit enpflag, den laub und(e) wurzlen, dy weil(e) er da lag.

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*731 Da mit wolt(e) er puelgen der fürſi(e) wunneſam

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alle fein(e) ſfünd(e), dy er het wider got getan, | an dem vierden morgen hort der degen palt ainen lewen wilden ſchreien in dem walt,

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32 Alſo Wolfdietreich den lewen da vernam,

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* do gurt er lich mit Roſen und kert in den lan, * nach des lewen ſtimme richt er fich hin nach: | * im was ficherlichen zu der raiſ(e) gach. 33 Er het in gern ergangen der tugenthaft(e) man: do kom er auf ein ſtraſs(e), dy trueg in fer hin dan; ſein| ſchönes | ros was im verdorben, ze ſüſsen muſi er gan, zu einer ſchönen linden kam der kuene mau. |

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734 Er wolt ein weil da r(u)wen, do kom ein wilder man und ſtal im ſein gut(es) ſwert und trueg es in den tan. do er erwachet und ſeins ſwerts nit ſach, gerne mügt ir hören, was der trew(e) ſprach:

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735 „Ach, reicher got von himel(e), was han ich dir gelan, das ich kain(e) ſäld(e) umb dich verdienen kan! weſt ich einen lewen ſtan in groſser not, und möcht im nit gehelfen, bei im fo lag ich fotz

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*736 Doch müſt ich (vor) ſehen, wie ſein ende wäre getan, * nü berat mir, got, zu Kriechen mein ailif dienſtman, * und herzog Perchtung(en) den lieben maiſter mein, * ach, hergotvon himel(e), nulaſs dirmeinſel empfolhen ſein,“

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737 Die red(e) erhort(e) alda der wild(e) man. er ſprach: „degen kün(e), du ſolt hie beſtan, ich gib dir des mein trew(e), ich wil dir weſen untertan: ich ken dich wol, Wolfdietreich, du piſt ein küner man;

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738 Du biſt von wilden Kriechen ein fürſt(e) lobeſam: ſe hin dein gut(es) ſwert! du tugenthafter man. dein ſorg(e) nimpt ein end(e), das glaub(e) ficherleich: da erſtreiteſt mit deinſen] henden dreuzehen künigreich.

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739 Sichſtu dort in dem walde den wunnikleichen perg.(4. 2) darauſfz dient mir, wennich wil, wol fünfhundert gezwerg, zwen und fibenzig riſen gar gewaltikleich: damit wil ich dir dienen, wen du wilt, Wolfdietreich.“

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740 Er dankt im fleiſsikleichen, do er das [wert zu im nam, do kert er hin gen Garten der Iugenthaft(e) man: er vand ein wilden lewen, ee er gen Garten kam, von einem ſarpant(e) in groſsen nöten ſtan.

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741 Do Wolfdietreich den lewen verreſt anſach, gerne mügt ir hören, wie der trew(e) ſprach: „lew(e), lieber geſell(e), ſtand an den rucken mein, und(e) laſz mich heut(e) dein notgeſellie) ſein.“

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742 Roſen das gut(e) ſwert nam er in ſein hant, er ſchluegs neidikleichen auf den ſarpantz das tier erſchrak des ſchlag(e)s und ſprang ſer hin dan, Wolfdietreichen den trewen plies er mit few(e)r an,

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743 Zu lv groſsen nöten kom er nie me, von nol muſt er lich ſenken in ein(en) tiefen ſee. do ſach Wolfdietreich das ſarpant vaſt an, er ſprach: „dich mugen all(e) leut an mich nit beſtan.“

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744 Do eilt er auſz dem wag(e) nach dem tier(e) dan, er gab im mit ſeim ſwert(e) manigen ſchlag fraiſſam. Wolſfdietreich doa trewen plies es [aber] mit feur an, das der wald und haid(e) aller umb in bran,

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745 Zu ſo groſsen nöten was er komen nie mer: en mitten in dem roſcht(e) ſtund der fürſte her, er mocht(e) nit entweichen des hailsen feures fink, im erglüten an dem leibe die liechten harnaſch ringk.

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746 Doch half im got der gut(e), das er das lier erſchlug, und Sant Pangrazien heiltum, das er bei im trueg, * und das er auch geſunder (wider) von im kam, do kert er von dannen der unverzagt(e) man,

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747 Er nam den lewen wilden an den armen ſein, er trueg in gen Garten, auf dy trewe mein. do er kam mit dem lewen gen Garten in den graben, da hort er dennoch den wachter und dy frawen klagen. *748 Sy Iprach: „ach, got herre, was han ich dir getan! * des (we?) meines lieben mannes, den ich verloren han, * der mus (mich) immer rewen.“ ſprach das werde weib * „ei, der mir riel(e), wie ich verderbet meinen leib!“

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749 Sy ſprach: „was ſo] mir mer(e) [ſo ein weites lant? über dreizehn künigreich(e) was ich ain fraw genant: dy han ich geben got, der dy marter an dem kreuzie) nam, das er ſich erbarmet über meinen lieben man,

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750 Den mir dy wilden würme in den perg hant getragen. ach, herre got von himel(e), wie lol ich den verklagen !“ kaiſer Ortneit, ſol ich dich, nimmermer geſehen, (AL V//,S.1) wie möcht mir armer frawen immer laider geſchehen !“

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751 Do giengen ſy in ein kewpnaten hin dan, dar in was gegoſsen ein pildie) nach Sant Amaſßian. do dy Kailerin(ne) das pild(e) an ſach, gerne mügt ir hören, wie dy fraw(e) ſprach:

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752 „Wie nu, hailiges pild(e), her Sand Awmaßfan! nu het ich dir entpfolhen meinen lieben man: den baſtu mir verlaſsen.“ ſprach dy kaiſerin her „du ungetrewer Amaſian, ich getraw dir nimmer mer,

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753 Ich gab dir zu lehen,“ ſprach dy wol gefan „ich opfert dir al morgen ein guldin, Amaſyan, das tet ich alles auf dy genade dein, das du mir ſolteſt behüten den (lieben) wirt mein.“

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754 Do erſchain ir vor dem alter Sand Amaſyan, gleich eim alten herren, weiſz klaider trug er an; die waren ficherlich(e) weiſz als der ſnee, er ſprach: „edle kaiſerin, dein wainen tut mir wee,

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755 Was wär es deſter päſzer, verdürheſt du dich gar? het er dir gefolget, er [het] gelebet noch vierzehen jar.“ er ſprach: „edle kalſerin, ich muſz dir dy warhait ſagen: in heten doch dy würme zum jüngſten in den perg

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getragen.“

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756 Do hieſs die fraw(e) pald(e) ein tafel für fich tragen, dar an ſtuend ſy gemalet und ir her, wil ich euch ſagen, do die kaiſerin(ne) die pilde an ſach, ſy ſprach: „du ſolt nit lachen, groſs iſt mein ungemach.

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757 Du wänſt, ich ſtand zu frewden, als ich dik han gelan: nain ich, ich han verloren meinen lieben man.“ ſy zukt ab ein(en) hentſchuech und ſchlueg das pild an den munt: „ſchem dich, verfluchtes pild(e)! mein ſorg tun ich dir kunt,

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758 Ich muſs von waren ſchulden klagen mein groſse not, troſt und auch ſrewd(e) Gfnt mir gelegen tot.

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759 Und iſt, das ſein ſel(e) in keinen nöten ſei, herre got, ſo machſ(y) von allen ſorgen frei, C8. 2) und laſs mein(e) ſel(e) für dy ſeine zu pfant ſein; das pit ich dich, herre, durch dy muter dein.

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760 Suülſse künigin Maria, muter, raine mait, laſz dich heut erparmen mein proſses herzen lait, und laſz dich heul erparmen einer [armer] frawen klag, durch deines kindes willen mir armen weib(e) nit verſag.“

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2761 Die fraw gieng do pald(e) an die zinnen ſtan, * [v klagt alſo ſere iren lieben man. * [ſy ſprach:] „un? förcht ich nicht der ſelle), ich fiel über die zinnen dan.“ * do ſprach Wolfdietrich: „jich fieng euch, ob ich kan.“

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*762 Do ſprach die kaiſerin(ne): „ich [wil] gan an allen neit; * nm ſagt mir, edler degen, recht(e), wer ir ſeit.“ * do ſprach Wolfdietrich: „ich wil euch für war ſagen, * ich han ain lewen wilden zu der purg getragen.

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763 Ich pin aufz dem walde her zu euch komen, fraw, ewr groſs(es) wainen han ich wol vernomen. hail mir den lewen wunden, edle kaiſerin reich, durch Ortneides ſelſe) willen.“ ſprach Wolſdietreich,

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764 Sy gewarte kaume bis es hegun(de) tagen, ſy gieng mit iren junnkſrawen an den purk graben, ſy vand den lewen wunden und hieſs in naher tragen in ein gute kempnate, das wil ich euch ſagen.

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765 An dem andern abent ſpat(e) gieng er [aber] an den purkgraben,

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da hort er den wachter und ſein frawen klagen,

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do ſprach der wachter: „vil liebe ſraw(e) mein,

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tröſtet ew(e)r laidie) und laſzt ewr wainen ſein.“

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766 Sy ſprach: „drewzehen künigreich, dv ich verloren han, vierzig mark goldes, dy mir ab(e) gan, des haben fich under wunden al mein dienefſt man: nu han ich kaum zu beraten ein armen kappelan.““

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zt [-7] =1

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Ain ſtain lag vor der porten, das wil ich euch ſagen,

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den mocht von groſser [wäre ein wagen nit ſhaben] ge- getragen,

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den warf Wolfdietreich über dy zinnen dan.

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do ſprach gezogenleich(e) dy fraw(e) wol getan:

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Wolfdiefrich, 257

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768 „„Das iſt wol geleich(e) dem kaiſer Ortneit, wenn er des abents ſpat kom, da mit wekt er mich zu ] aller zeit. biſtu indert wild worden ferre in einem tan, ſo laſz mich nimmer wainen, du tugenthafter man.“

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769 Do ſprach von (wilden) Kriechen der trew Wolfdielrich: „wr ſult nimmer wainen, fraw(e) minniklich.“ er ſprach: „edle kaiſerin, ich wil euch wiſsen lan: ich han mit meinem ſwert(e) gerochen ewren lieben man.“

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=? I [=]

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Do ſtund bei der porten ein graf lobeſam. der was von Piterne, Wildunk was ſein nam,

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der hort(e) die mär(e), das glaub(e)t ficherleich, CXLVYIIT. S. 1) das het erſchlagen dy würme (der belt) Wolfdietreich.

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-1 =1 ve

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Zu morgens rait er für den perg mit fünfhundert man, er enthauptet dy toten würme, die waren fraiſſam. zwen(e) rilter (edele) wolt er bezwungen haben,

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das ſy heten geſprochen, er het dy würm erſchlagen.

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772 Do wolten die zwen ritter im nit (bei) beſtan, fich ſtal der ain(e) ritter von dem grafen dan, er kom zu Wolfdietreichen ferre in den tan, er fand unter ainer linden den tugenthaften man.

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773 Als er Wolfdietreich(en) verreſt an ſach, gerne mügt ir hören, wie der ritter ſprach: „ſeit ir Wolfdietreich, das ſult ir mir ſagen: fich hatein grafdes auſz getan, er hab dy würm erſchlagen.“

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774 Als(o) nu Wolfdietreich die red(e da) vernam, do kert er zu dem grafen in den wald hin danz N er fand in vor dem perg(e), das gelaubet ficherleich, do ſprach von (wilden) Kriechen der trew Woifdietreich :

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*775 Als er nu den graſen ferreſt an ſach, * gerne mügt ir hören, wie der trew(e) ſprach: „ſprech(e)t ir, her graf(e), ir habt dy würm erſchlagen ?“-- „Ja ich ſtrait mit dem alten wol gen drey(en) tagen M7

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776 Vor dem wilden perge. das gelaubet licherleich; nu traboet, helt kuen'e , und tut das tugoentlich, und faget hin gen Garten, ich hab dy würm erlchlagen : ich gib euch zu lon ein rules ros. das euch wol mag gelragen."

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77 „Es hat mir getraumel,“ ſprach Wolfdietreich

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*

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„Je (als!) wen awin vater wäre ein künig alſo reich; du wäre pals mein agen, den ich dein dieneſt man: du woltelt mit lügen gewinnen dy frawen wolgetan.“

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775 Die red begund(e) zürnen dem grafen lobefam : do ſtunden im zu ſchiere al [vwin(e) dieneft man: do ward Wolfdietreich gar neidikleich beſtan. 779 Er trat mil fvinem rücken an ein ſtain want. Rolen ſein gul(es) ſwert nam er in ſoin hant, er ſchlug dem grafen ſchier(e) funſzig ſeiner man: do pat er got den gute. das er im hulf von dan. 780 Do kert/e) hin gen Garten der graf pald(e) dan. do was dy kaiſerin ſchawen an ein zinnen gan, ſy Iprach: „got von himel ex, was han ich dir getan? nu was der vor mein aigen, ſol ich in nu nemen zu man!“

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7S1 Do der graf von Biterne auf den hof kam, er ſprach: „mir haben dy würme erſchlagen funfzig Imeiner| man: (8. 2) ich geligt in ſelbs kaum an, das gelanb(e)t ficherleich.“ die red(e) hort ein ritter, hieſs der ſchön Hainreich.

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1 [- 2] vo

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[Er ſprach:] „dy würm hat niemant erſchlagen wen Wolfdietreich,

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des wil ich euch bekempfen, das wiſset ficherleich:

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graf, ir torſt die würme nit haben geſehen an.“

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„wes zeihet ir mich (. .)*** ſprach der graf lobeſam

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783 „„Hetet ir den ſtreit mit ewren augen an geſehen, wie mir mit den wilden würmen wäre geſchehen: ich ſtund in groſsen nöten, da war euch vil von zu ſagen, bis ich die würme in dem perg(e) han erſchlagen.“

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Wolfdietrich, 259

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Do gab man die frawen dem grafen wolgetan, -- do het Wolfdietreich zu einem wirt ein waldman, als er vernam dy märe, das gelaub(e)t fieherleich, er hneb lich gendem wald(e) zu demtrewen Wolfdietreich.

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785 Alſ(o) Wolfdietreich die red(e da) vernam,

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des ſelben ahenls jpat(e) kom er in die purg gegan, er pat den portner(e), das er in het in gelan. Cdder ſprach: „her, das kan an mein maiſter nit ergan.“

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Die red(e) tet zoren (dem hern) Wolfdietreich,

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er ſtieſs auf die porfen und gieng für die künigin reich, do nam er im die ſpeiſ(e) zu einem fremden man: dastet erumb denliſt das man inmit ſetz zu der tür hindan.

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Er ſprach: „du ſolt nit zürnen, vil lieber geſell(e) mein, das ein edel man ſul(le) dein maſz geſell(e) ſein: gewin ich nimmer gut, auf dy trew(e) mein,

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das muſz mit dir und mit ſchon leuten getailet ſein.“ Die fraw hueb auf ein pecher und ſand in Wolfdietreich dan! dar auſz trank der kuen(e), und gab in dem werden man, do nam er ab der hende Ortnides fingerlein,

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er warf es in den pecher und fand es der frawen ſein,

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Als die kaiſerin(ne) das fingerlein anſach,

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gerne ſult ir hören, wie die fraw(e) ſprach:

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„„Wee mir armen weib(e), das ich das leben [nie] gewan: das fingerlein was Ortneits, des vil liehen man.

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Den leib hat er verloren;“ ſprach die kaiſerin her „ich gefich in da zu Garten lebentig nimmer mer.“

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„er muſz mich immer rewen,“ ſprach der graf lobeſam „fraw. laſst ew(e)r wainen, wir ſullen iezund ſchlafen gan.“ Die ſraw(e) hieſs pald(e) Wolfdietreichen für ſy gan: „wer gab euch das fingerlein. tugenthafter man?“ -- „„das tet ainer in dem wald(e), das gelaub(e)t ficherleich, der iſt gehaiſgen der trew Wolfdietreich.“ C4XLIX, S, 1)

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792 Sy ſprach: „degen kuener, meld(et) eueh bei der zeit,

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ob euch i(ch)t lieb wurden all(e) werde weib: haiſset ir Wolfdietreich? [das] ſult ir wich wiſsen lau, ob euch i(ch)t lieb wurden, ewr ailif dieneſt man.“

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) 7

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793 Do ſprach gezogenlich(en) der trew Wolfdietreich: „ir ſült mmwmer fragen. fraw(e) minnikteich, edle kunigin(ne). ich wil ench wiſsen lan, ich han mit meinem [werte gerochen ewrn lieben man.“

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794 Ain kappen mit palmat ſeiden trueg Wolfdielreich, die zukt er ab dem loib(e) der edel fürſt(iv) reich, . da ſtunden auf wol hundert Kknopftein waren guldein. ſer ſprach:] „das nim maſz geoſell(e), trags durch den willen mein.“ 795 Als dr werd(e) Ffraw(e) dy gab(e) anfach, gerne mügt ir hören. wie man zu dem fürſten ſprach: „ſprecht ir. wie ir dy würme habt erlſchlagen!“ Sprach der graf lobelam „laſst ſchawen ewre zaichen, tngenthaffer man.“

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796 Do Iprach Wolfdietreich: .„.das kan nit geſchehen: graf von Biterne, lafst ewre zaichen ſehen.“ do ſprach der graf (Wildung): „ich wil euch nit verſagen.“ er hieſs der würme haubet (balde) her tragen.

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797 Man trueg die haubet für dv Künigin hoch gemut. do ſprach Wolfdietreich, ein küner dogen gut: „u get her zu. ir frawen, ir herren, ir dieneſt man, wa geſacht ir ie kain haubet an die zungen ſtan““

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79S Do graif er paldie) nach den zungen zu hant, er warf fy für die Künigin und ſür ir dieneſt leut allant. aller erſt ward oin ſtreit auf in. das wil ich euch ſagen, ſy zigen in al geleich(e), er het kailer Ortneit erſchlagen.

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799 Do kert er den rücken ain halben an die want, Roſe ſein gut(es) ſwert nam er in ſein hant, da muſt er ſere ſtreiten, das wil ich ouch ſagen. er Iprach: „het ich mein lJewen, den ich zu der purg hab getragen!“

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600 Als dy kaiſerin“ne) die red alſo vernam, ſy lieſz aulz den lewen dy fraw'e) wolgetan. do ſprang der lew(e) pald(e) in der purg hin und dan, da er ſach Jein Heben herren in grofsen nöten an.

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801 Er geſtund im bei balde) und half im als ein man, (S.2)

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er ſtraicht gen im mit dem wadel(e), mit den augen lacht er in an.

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do ward ein flucht in der purg(e), das wilich euch lagen:

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der graf ward gefangen und ſein haupt im ab geſchlagen,

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802 Do gab man dy ſrawen Wolfdietreichen wolgetan. kain(e) kurzweil(e) wolt er mit ir han, er wolt ſy vor laſsen ſehen dy zaichen (an), dy er im perg(e) (. . .) het getan, des morgens hueb er fich für den perg mit allen iren dienſt man.

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803 Dv ſprach Wolfdielreich zu der frawen wol getan: „ewre(r) zwerg(e) zwelif ſullen mit mir gan.“ nun wolte nie kainer mit im in den perg gan, do ſprach die künigin(ne): „du ſolt mich mit dir lan.“ 804 Do weiſt er mit im in deu perg die frawen wolgetan, da zaigt er ir dy toten würme gar fraiſſam. ſy ſaſsen zu ein ander nider auf das gras: vil ſchier kom der alt(e) wurm, dy ir elter muter was.

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805 Mit einem ſtarken kampfe hub er fich an den degen, er lraib in in den perg mit ungefuegen ſchlegen, er nam die künigin in den wadel, das wil ich euch ſagen, er wolt ſy mit gewalt(e) ferre haben getragen, 806 Sy ſprach: „degen kuener, verleus nit nach mir dein leben, ob dir ie lieb von weibes pilde wär geſchehen, gedenk meiner ſelie), edler fürſt reich und her: du gefichſt mich zu Garten lebendig nimmer mer.“ 807 „„Nain, liebe fraw(e)!“ ſprach Wolfdietreich, das ſwert zu baiden henden nam der fſürſt(e) reich, er ſchlueg auf den wilden wurm, das ſag ich euch für war, er kund fein nit gewinnen als klain als umb ein har. 808 Er ſprach zu ſeinem [wert(e): „Ros, wildu mich nu lan? dich trueg bei ſeinen zeiten des leibes gar ein man,“ das ſwert warf er umbe mit ellenthafter hant, erſchlueg es durch dy würm(iv), das es anderhalb wider want

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809 Do het er in dem perg(e) dy würme gar erſchlagen, zu im nam er ſein [ſchöne] frawen, das wilich euch ſagen, dy weiſt er mit im für den perg, dy frawen wohgetan: do waren von dem ſtain(e) geflohen all ir dieneſt wan.

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810 Er nam dy edlie) künigin mit eltonthafter hant, er weiſtie) ſy vil paldie, da er Ortnides gebain vant. als da dy kunigin(ne) das gebain anlach, (L, S. 1) ſy klaget alfo ſere, das bar ſy aus dem baupt'e) brach.

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Mit baiden iren henden ſy fich zu den brüſten ſchlueg: „wee mir armen weibe, das mich muter ie getrug! mein groſzſe) herzen Iwäre, dy ich arme frawce) han, des mus meinſterk, mein ſchön(e) inkurzen zeiten ergan.“*=- 812 „Nicht klaget alfo ſere.“ ſprach der weigant.

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ſy ſaſsen zu einander da nider auf das lant,

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er entſchlief ir in ir ſcloſs(e). do kom ein wilder man und verſtal die frawen: ein tarn kappen het er an.

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813 Er furt(e) ſy durch den wald gen einem perg hin dan, dar aus ficherleichen ein ſchöner brunn“e) ran, er legt ir an ein tarn kappen, ein wurzen in den munt, er furt ſy zu lal durch den brunnen zu der ſelbigen ſtunt.

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S14 Als er erwachet und dy frawen nimmer fant, auf gab er da zu Garten purg und auch lant, ſein [wert barg er in ein kotzen, das lag ich euch für war, da walt er nach der ſfrawen wol in das vierdie) jar. 815 In dem vierden jar(e) do kom Wolſdietreich gegangen zu dem brunnen, da die künigin reich was durch gefüret, das gelaubet ticherleich: do ſaſz zu dem brunnen der edel ſfürſtv; reich. S16 Als er geſals ein weile der trew Wolfdietreich, do was in dem perg komen zu eim venſter dy künigin reich 3 als ſy bei dem brunnen den trewen litzen ſach, gerne [ſult ir hören, wie dy fraw(e) ſprach.

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-;

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817 Sy ſprach: „vil lieber herre,“ Billung hieſs das zwerg, „es iſt ein irdiſcher man komen für den perg, auſz welhem land(e) ſei er für dilen perg komen, er wails vil ſreimder märe, die het ich gern vernomen.“

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818 Do ſprach das gezwerg(e): „vil liebe fraw(e) mein, was dir lieb iſt, das ſol geſchehen ſein,“ an legt es ein farnkappen, ein wurz nam es in ſein munt: es fur auf durch den brunnen an der ſelbigen ſtunt.

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819 Do eilt es vil pald(e) in den wald [da] zu bant,

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da es bei dem brunnen den trewen ſitzen fant,

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als es Wolfdietreich(en) von erit anfach,

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es enpfieng in lugentlichen; nu höret, wie es ſprach: 820 „Bis got wil komen, waldner, her für diſen perg. (S. 2)

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ich wil dich gern herbergen,“ ſprach das gezwerg

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»„wildu hie ſein heint(e), du edler pilgereim,

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das iſt war, ich gib dir gerne mein brot und mein(en) wein.“ 821 Do ſprach Wolfdietreich: „„unler her lone dir

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der trew und der ere, die du begaſt an mir!“

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es ſazt im auf dy tarn kappen, ein wurz gab es im in

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den munt,

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es furt in [zu tal] durch den brunnen zu der felbigen ſtunt, 822 Als nu Wolfdietreich kom in den perg gegan,

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do fach er in dem perg(e) ein ſchöne purg ſtan,

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in der ſelben pürge wol drei turn(e) lag,

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die zinnen auf der maure lauchten als der tag. 823 Das gezwerg nam den fürſten mit ellenthafter hant,

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es weiſt in vil pald(e), da es ein zier garten fant,

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dar in ein geſidel(e) von merbel was berait:

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dar ob ſtuend ein lind(e), die was gruen und brait,. 824 Bei der ſelben linden ſtund ein erner man,

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der het in ſeiner hende zwen plaſpelg wunneſam;

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do giengen aufz der linden fünfhundert ror guldein,

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da ſaſgen oben dar auf(e) wol fünfhundert vogelein. 825 Das was ein ſchöne gezierung, das ſag ich euch für war,

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als der wirt wolt kurzweil haben, ſo hueb er fich dar.

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wen das pild dy pelge rurte mit der ſeiner hant,

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do ſungen auf der linden dy vögelin alſant. 826 Da ſtund ander halb(en) ein palaſt, der was weit,

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dar in was gerichtet an der ſelben zeit

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wol fünfhundert tiſche, das ſag ich euch fürwar,

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ob iedem fünfhundert zwerg, dy warn ze wunſche gar.

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827 In dem ſelben palaſt ſtund ein guldin man, der het in ſeinen benden zwai giefz faſz wunneſam; das gielz faſz was getichtet mit Marken liſten groſs, das das ſelbe pildie) hundert mannen waſSer goſz.

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828 Do ſy geaſsen, dy tiſch(e) waren hin getragen, do ſprach dy künigin: .,waller, kanſtu mir icht geſagen, iſt dir i(ch)t kund auf Garten? das ſag mir ficherleich : da was ein weil geſeſszen ein künig, hielz Wolfdietreich.

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829 Das ilt recht wol vier(t)halb jar, das mich im verſtal diſer waltman: ich han es mit liſte getriben, das er meines leibes nit gewalt gewan.“

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830 Do ſprach Wolfdietreich: ..ich han in nie geſehen (Z/, S.1) und kan euch der warheit von im nit verjehen.“ do ſprach zornikleich(en) diſer wild(e) man: „umb die red, auf mein trewe, es mulz euch au das leben gan.“

988

S31 „Wes woldeſt du mich zeihen?“ ſprach Wolſdietreich „ich kam zu deinem brunnen, das waiſtu ficberleich, du batelt mich zu [deinem] hauſe und gabeſt mir brot

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und wein: wolteſtu dich nu ziehen gen mir elenden pilgerein ?“

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832 Sy ſprach: „du ſolt ſein ſchonen, er iſt ein armer man.“ =

991

„naina, wirt herre, nu ker dich nicht dar an: ich was in meinem lande“ ſprach der kuen(e) man „ain vil werder ritter: da bin ich aus (ge)gan.“

992

833 Ein kopf [ſtund auf dem tiſch(e), der was guldin gar, Wolfdietreich der trewe vil oft plikte dar: er hueb auf den kopf, er wart zornig genug, wan er in dem wirt(e) an das haubet ſchlueg.

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Das zwerg ſchrai laut(e), das hal in dem lan:

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„das klag ich got dem guten, das ich euch zu haus geladen han,

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das muſs mich immer rewevn, auf dy trew(e) mein:

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wan du piſt fſicherleichen ein mülich pilgerein.“

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835 Das gezwerg hieſs pald(e) fein harnaſch für in fragen, do ward Wolfdietreich beſtanden, das wil ich euch ſagen, von zwaien wilden riſen, dy waren dem zwerg untertan: da ſtund in ungenaden der tugenthaft(e) man.

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836 Do mult der her(re) faſt(e) ſtreiten auf ſein leben, das ſwert auſz ſeinen henden geſchlagen ward dem degen, da ſtund der von Kriechen an wer in grofser not: und het ſy im nit geholfen, er müſte ſein gelegen tot; 837 Die fraw bracht palde und gab im das ſwert wider in ſein hant und half [im] auſz ſeinen nöten dem künen weigant, ſy half im williklichen, als ir wol gezam: des danket ir gutlichen der tugenthaft(e) man. 838 Do (trait ſo fürſtenlichen der wunder kuen(e) man, vil mangen zwergen edelen geſiget er an. der ſtrait wert in der pürge unz an den dritten tag, bis der wirt und die ſeinen vor im tot lag. 839 Aller erſt kand die fraw(e) den trewen Wolfdietreich, ſy viel im zu fueſgen dy künigin(ne) reich, er zukt ſy auf mit der hende, er kult ſy an den munt, da wainot ſy vor freuden an der ſelben ſtunt. (S. 2) 840 Zu im nam er ſein frawen, die was wol getan, er wolt ſy durch den brunnen auſs gefür(e)t hau: do kam ein zwerg (balde), das was wunneſam, auſs dem perg gelaufen und hieſs in ſtill(e) ſtan, Do ſprach Wolfdietrich: „wer mag das geſein? wer wolt leicht über ziehen mich armen pilgereim?“ das zwerg viel im zu füeſgzen und kuſt in an die hant: „fichſtu, Wolfdietreich, diz wunnikliche lant? 842 Das was mein aigen und was mir untertan, bis das mir es Billung mit untrew abgewan. wildu nu, geräte ſchöne, die laſz ich dich ſehen: reichtum und(e) wirdikait magſt du mir wol verjehen.“

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813 Es nam in bei der hende, es weiſt in mit im dan in ein wurze gärtelein, da er ſach ein linden I(tan, ſy ſaſgen zu ein ander nider auf das lant: das zwerglein het ein kleines ſchlüſselein in ſeiner hant ;

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844 Auf ſchloſs er dy linden, das wiſset ficherleich, do giengen aus der linden zwelf maide wunnikleiechb, ie zwo neben ain ander genomen an die hant, ſy heten an irem leib(e) menig zierlich gewant.

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845 Ir klaider von ſilber waren reich genug, ir ietliche ein guldin harbant auf dem haupt(e) trug. do ſprach das gezwerge: „„ugenthafter man, ich wil dich laſsen wiſsen, was ich in meiner linden han.

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846 Er nam in bey der hende, er weiſet in hindan; da ſach er in der linden ein zeder paum ſtan; der zeder paum in der linden der was guldein;: dar auſz ſchankt man den herren moras und den wein.

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847 Do ſprach der baus herre: „jich wil euch ein gab geben, der du mir muſt danken dy weil du haſt das leben. wenn ich dir nit leuge, das ſoltu gelauben mir.“ er ſprach: „du piſt ſo gewäre, ich wil wol getraw(e)n dir.

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848 Des ſoltu haben gnade, das wil ich dir ſagen.“ das zwerg hieſs pald(e) ein püchſen für fich tragen. do gab er dem herren dy püchſen ſa zu hant, ſerkant, es ſprach :,ich wildich weiſen, wie esumb dy püchſen mir iſt

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849 Drei ſtund in dem jarſe), edler fürſt lobeſam, ſo nymeſt auſz der püchſen funfzig gewapent man, von welicher hant klaider ſy wellen tragen. (LIL,S.1) dannoch wil ich dir mer(e) von der püchſen ſagen.

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850 Ob dich wolten vertreiben al fürſten lobeſam, ſo finſtu in der püchſen wol huudert dieneſt man. uu peit hie ein weilen.“ do gieng es von in dan, es verſpart in in der linden und dy frawen wol getan. 851 Es rueft(e) hin wider(e): „vil lieber herre mein, man ledig dich von mir danne, du muſt mein gefangen ſein. „fich, wes woltſt du mich zeiben!“ ſprach Wolfdietreich „ich kom zu deiner linden, das waiſt wol ficherleich,

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S52 So verr auf dein genade: was rich(e)ſtu an mir? du piſt wol ſo gewär(e), vil wol getraw ich dir.“ „filch), wes wolt ich dich zeihen?“ ſprach das gezwerg „du piſt mir zu frumen komen in den pergz

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853 Land und purge dy wir mein vater hat verlan, da mit wil ich dir dienen, du tugenthafter man.“ das gezwerg bracht in der hende ein klaines hörnelein, es ſprach: „du getrewer, das lol dir geſchenket ſein,

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854 Und kumbſtu über zehen land, und geſchäch dir ſein not, ſo plas es zu einem mal(e), das iſt mein rat, ſo iſt (umb) das hörnelein (es) alſo getan, ſo kumb ich dir zu hilfe und wol hundert meiner man.

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855 Do ſprach Wolfdietreich: .,möchteſt du mir ſagen, von wem haſiv diſe wirdikait? das ſoltu nit verdagen.“ do ſprach das gezwerg(e): „das tun ich dir kunt, und wil dich ſein beſchaiden hie su diſer ſtunt.

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856 Mein vater hieſs Titan, unde was ein zwerg. dem dienten zwelif hundert ſein genoſsen und diſer perg. von got het er drei wünſch(e), tugenthafter man, die kund er bei ſeinen zeiten nie pals gelegen an;

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857 Ainen an die linden, den andern an das lant, den dritten an das hörnelein und an die püchſen zu hant, land und perg die mir mein vater hat verlan, das ſei, trewer Wolfdietrich, mit aigen untertan.“

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858 Das gezwerg nam den fürſten bei ellenthafter hant, es weiſt in für den perg, der was im wol bekant, auf ein praite ſtraſz(e) kam der tugenthaft(e) man, da kert er hin gen Garten mit der frawen wol getan,

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859 Als er gieng ein weile hin dan Wolfdietreich, do hort er in dem wald(e) ein ſtim(me) klag(e)leich, do lieſs er dy künigin bei einer ſtainwant, doeilt ernach der ſtim(me), da erein wilde frawen vant.(S.2)

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860 Ir was wee zu einem kind(e), groſs was irs herzen [ſwjJer: „was wirt euch, liebe frawe?“ ſprach der fürſt(e) her „mag ich dir ſein püſsen? das tun mir kunt.“ ſy ſprach: „ich tuen es gerne hie an diſer ſtunt,

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861 Mir iſt wee zu einem kind(e); ir ſult von mir gan; es ſüln nit mannes augen frawen ſehen an,“ =- „war umb(e), liebe fraw(e), ſchemeſtu dich vor mir? verpint mir dy augen, laſs mich nach ſein bei dir,“

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662 Do gieng dy wild fram(e) unter einen panm auf ein pras,

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eines ſchönen kindes dv fraw(e) da genas.

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do ſprach dü wild fräw e): „küner degen her,

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nu bring mir des waſszers durch Unter Frawen er.“ 863 Do eilt er vil paldie,. da er ein brunnen vant,

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er bracht ir des wälsers in dem heim zu bant.

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da was aim der frawen ein jämerleiche not:

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do er da hin wider kom. do was ſy laider tol.

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864 Do taufl(e) das kindelein der trew Wolfdietreich. er grueb ein grab der frawen. das glaub(e)t ficherleich als er das grab grueb mit dem ſwert(e) ſein, do was laider tot das klaine kindelein.

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865 Er legt ly zu einander in ein grab an der ſtat. und er got in feinem herzen entlichen an pat, er ſprach: „her got von bhimel(e), durch dy fünf wun- den dein, nu laſs dir diſer frawen von meins toten ſel enphol- hen fein!“ 866 Do eilt er vil pald(e), da er ſein ſrawen het verlan, do kert er hin gen Garten der fürſt/e) lobelam. do erſchullen dy märe weit hin dan in das lant, wie Wolfdietrich der trew(e) wäre komen ze lant.

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867 Da ſampt(en) fich ſchier(e) armen und auch reich, ſy wolten gern vertriben han den trewen Wolfdietreich. do ward Wolfdietreich von den leinen beſtan: do pat er got den guten, das er im hülfe von dan.

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868 Pei der Dülmendt“ie) ſampt(e) fich das her: do het er niemant zu hilfe, den fein aine wer. [ly hielten im vor purg und auch mark: ir groſse untrew(e) was michel undie) Mark.

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869 Bei dem ſelben waſser hueb fich ein grofser ſtreit, zwiſchen Pern und Garten, auf der haide weit, da ward Wolfdietreich neidiklich beſtan: (LIM, S1) do nam er aufz der püchfen funfzig wol gewapnot man,

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870 Da half im got der gut(e) aus grofßsem ungemach. nu höret, wie ain zaichen an dem herren da geſchach: er gefigt in an (alten) mit alſo groſser kraft: er furl(e) ſy gen Garten mit einer micheln ritterſchaft,

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71 Do macht er in dem land(e) ein ſchone hochzeit, das nie wart kein gröſsere, weder vor, noch ſeit; er macht fünf hundert ritter, den gab er pferd und gewant: do wart ſein lob ſo weit(e) über alle reich erkant.

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872 Da was er bei der frawen volliklich ein jar der wolgezogen (herre), das fag ich euch fürwar, unz das er wider gewan pürg(e) und auch lant. das alles muſt(e) dienen ſeiner gewaltigen hant.

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873 Do rang er mit ungemach alſo manigen fag,

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Kainer kurzweil(e) er mit der frawen pflag.

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das traib er alſo lang(e) der ftugenthaft(e) man,

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unz das er doch eines nachtes lag bei der frawen wolgetau. 874 Sy ſprach: „degen küner, fag mir, was wir(re)t dir?

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iSt dir icht wandels an mir, das ſag du mir,

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das peſser ich dir ſelber, und tueſtu mir es kunt,“

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er ſprach: „ich tuen es gerne, fraw, an diſer ſtunt.“

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75 Er ſprach: „edle künigin, von ſchulden muſz ich klagen, groſse herzen ſwäre, dy ich an meinem leih muſs tragen: ich ſech den mein ailifdieneſt man,“ ſprach der fürſt(e) her ,,0der man ficht mich da zu Garten lebentig nimer mer.

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876 Manfſuer den mich gen Kriechen, datauftman mich an ſcham. da hieſs man mich Dietreich, Wolf was mein ander nam. land und pürge dy mir mein vater hat verlan, dy rewen mich nit ſo ſere, als mein ailif dieneſt man.“

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[2] I 4

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Sy ſprach: „dein ailif dieneſt man die laſs unter wegen: ich wil dir ie wider ainen ailif taufſent geben,

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das du die raiſe laſseſt, tugenthafter man:

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durch got, belaib hier haimen, fürſt(e) loheſam.“ --

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78 „„Wären alle land dein aigen und alle künigreich, die näm ich nit für ainen.“ ſprach der fürſt(e) reich „Ich wil faren und ſuecehen mein ailif dieneſt man, dy ich halt in dreiſsig jaren nie geſehen han,“ (S. 2)

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879 „„Wem wildu mich laſsen !“ ſprach dy künigin reich „ich trag eyn klaines kindelein, das glaube fieherleich, und fol nu das verderben, das ſey got geklait! durch das belaib hie haimen, fürſt(e) vil gemait.“ --

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880 „„Tue es durch meinen willen, edle künigin reich, werd es ein knäblein, ſo haiſs es Hug Dietreich ; werd es aber ein maidlein ſo haiſs es Amelgart durch den willen mein: morgen wil ich von hinnen, fraw, mit den bulden dein.

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Damit wil ich von hinnen, edle künigin reich, da mit pfleg got deiner eren, fraw(e) wunnikleich! ich wil gen Konstlantinopel, fraw gar wolgetan, und ſuechen endlichen mein ailif dieneſt man.“

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882 Des andern morgens frwe beſampt fich der küne man, mit drei tauſfent feiner man ſchift er lich an mit zwaien ſchönen kielen gen Kriechen über ſee: der edlen künigin(ne) tet das ſchaiden wee,

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883 Mit zwaien grofsen kielen ſchift er ſich auf das wag, da ſchluegen I|y die winde unz an den fünften tag, ain kiel [im] zerpraſt, im ertrunken zwaihundert man: do pat er got den guten, das er im hulf gnedikleich von dan. 884 Da half im got der gul(e) auſz groſsem ungemach. nu höret, wie ein zaichen an dem herren da gefehach : im ſant(e) got zwen kiele, als wir haben vernomen, die waren im zu troſt(e) auf dem wilden wag(e) komen. 885 Zu Kriechen von dem lande waren ſy gefloſsen dar, do funden ſy auf dem lande dy ellenthaſten ſchar; ir lorge nam ein ende, das wiſset ficherleich, do gieng an (den) einen kiel der trew Wolfdielreich. 686 Mit alſo grofsen ſfrewden ſchilten ſy auf dem wag: da ſchlugen ſy die winde unz an den zweliſten tag, das ſult ir mir gelauben, zu Kriechen zu ſeiner ſtat: ir ſorge nam ein ende, ſy heten reichen rat. Do giengen ab den kielen dy künen degen palt, do lag vor Konstantinopel ein kreftiger walt, darein ſy fich legten, alſo das geſchach, gerne ſult ir hören, wie der getrew(e) ſprach:

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88S „Ich rat euch werden herren recht(e) was ir tut, ſolget meiner lere, das wirt euch allen gut, (Z/V, S. 1) ich wil alters ainig gen Konstantinopel gan und ſuechen endlichen mein ailif dieneſt man.

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889 Nn merket ir vil recht(e),“ ſprach der ſfürſt hochgeborn wenn(e) ir vernemet diſes klaine horn, ſo laumet euch nit lang(e), ir held(e) wunneſam, das glaubet entleichen, ſo pin ich beſtan,

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890 Da mit pfleg got ewr eren, ir herren alle ſant!“ do legt er über harnaſch pilgrams gewant, do gieng er gegen der ſtat, fraurig was ſein mut, er klaget alſo ſere der kuen(e) degen gut.

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891 Eines abents ſpat(e) kom er an den purk graben, er parg ſich unter ein maure, das wil ich euch ſagen, da lag er vil und lang(e) unz er bei im vernam alſo haiſs(e) wainen ſein ailif dieneſt man.

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892 Der waren nun zehen, der ailift der was tot. ſy klagten al geleich(e) ſwäre groſse not, ſy ſprachen; „ſueſse künigin, muter und raine mait, das du dich nicht ruecheſt erbarmen über unſer groſs lait!“

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893 Do ſprach der eltoſt unter in, der hieſs Herbrant: „laſset ewſe)r wainen, ir herren alle ſant, bitet got den guten al andächtikleich, das er fich ruech zu erbarmen über den trewen Wollſ- dietreich!

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894 Des wirt morgen an dem tag wol zwai und drei- ſsig jar, das wie unſern herren nie geſahen, das iſt war, noch das uns von dem fürſten niemant nit hat geſait: raine magt, Sant Maria, das ſei dir geklait!“

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895 Do ſprach Wolfdietreich in dem purkgraben: „ir zirkler auf der maure, ich hör euch ſere klagen; was gebt ir im zu miete, ir helt ſo wunnikleich, der euch zaigt wol gefunden den trewen Wolfdiet- reich?“

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896 Sy ſprachen al geleich: „het wir gut, das wolt(en) wir euch geben.“ „von wannen ſoit ir komen!“ ſprach Herbrant der degen „„Jdas ir in alſo erkennel? oder wa habt ir in geſehn! ſaget uns das: euch alles lieb am leib(e) muſz ge- ſchehn!“

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897 „Ich wil euch gerne ſagen,“ ſprach Wolfdietreich „zu Troyen in dem land(e) iſt der fürlt(e) reich, (S. 2) dar über iſt er herre, und iſt im untertan, land und(e) leul(e) mag er wol gehan.“

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895 Sy ſprachen al geleich(e): „gutes hab wir nicht, wir mügen pald(e) wainen, des laid uns geſchieht: wir arme leult(e) Jeiden alſo grolse not: des woll(e) got von himel(e), wir wären alle fampt tot!

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899 Von unſers herzen ſwäre wär euch vil zu ſagen: es ſint ie zwen zu ſamen(e) in ein band geſchlagen, wir arme leut(e) leiden alſo groſs ungemach, das halt Kriſten Leuten nie ſo wee geſchach.

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900 Man gibt ie zwaien ein halb(e)s brot, das wilich euchſagen, und ein(en) trunk waſsers, dar an müſz wir haben genug ainen tag des glaub(e)t fſicherleich.“ do ſprach gezogenlich(en) der trew Wolfdietreich:

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901 „Ir zirkler auf der maure, euch pit ein ſellender] pilgerein umb ein fiertail brotes, ob es mit [ewren] hulden wüg geſein, durch der [liebſten] ſele willen, der ir got ſchuldig ſeit: mit alſo groſsem jamer iſt bevangen mir der leip.“

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902 Do Iprach der alt(e) Herbrant der vil Kuen(e) man: „der mir es alſo ertailte und hieſs mir aufſtan vaſer und(e) muter, von den ich pin geporen, ee ich im gäb ein viertail brots, ich lieſs ſy ſein gar verloren, 903 Iedoch wie es dar umb gat, wol wir uns ſein verwegen, durch einer ſel(e) willen wellen wir euchs geben, das iſt unſer Heber herre der trew Wolfdietreich.“ ſy wurfen ims brot über dy maur, glaubet ficherleich.

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904 Er mocht ſein nit enpfahen, das wil ich euch ſagen, recht ſam er tot wäre, viel er über den purkgraben, in erparmet ir aller wainen, das ſy teten, atſo ſer: da lag er mit unkreften der kuen(e) degen her.

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905 Sy klagten al geleich(e) ir vil groſse not. [ſy ſprachen :] „nu iſt uns der vater in den panden tot, und uns von dem fürſten niemant hat gefſait: raine magt muter Maria, das ſei dir geklait!“

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906 Do ſprach Wolfdietreich aber in dem graben. (LV, 8. 1) „ir zirkler auf der maur(e), ir ſult euch wol gebaben, freuet euch gemain(e), ir helt ſo wünnikleich: „Ja kKumpt in kurzen zeiten der trew Wolfdietreich,“ --

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907 „Nu wolte got, das er noch lepte und wär(e) geſunt! dar umb ſo wel wir pauen al der helle grunt. laider er lebt nimmer, er iſt nu zu ſtund tot: des leiden wir arme leut(e) alle groſse not.“

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908 Do ſprach Wolfdietreich aber in dem [purk]graben: „ir zirkler auf der maur(e), ir ſult euch wol gehaben, frewet euch gemaine, ir helt wunniklich : ich fur in, von Wilden Kriechen den herren Wolfdietrich.“

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909 Auf rakten ſy ir hend(e) zu der ſelben friſt, ſy ſprachen: „pis gelobt, herre, vater Jeſus Kriſt! das wir unſern herren zu aiſne]m mal ſüllen ſehn, des iſt uns armen leuten ein herz(en) freud(e) geſchehn.“

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910 Sy heten grofs(e) ſorge, wie ſy [zu ſamen] ſölten komen zu irem vil lieben herren, den ſy [ſo nachent] heten ver- EF nomen: „Gas ſtat an gotes genaden, [ul wir unſern hern ſehn: an ſein(e) raine hilfe ſo kan es nit geſchehn.“

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911 Auf rakten ſy ir hende zu der ſelben ſtunt: „gedenk her, vater, Jefus Kriſt, das du ward(ſt) an dem kreuz wunt, durch dein heiliges plut das dir durch dein ſünf wun- den ran, nu ruche uns ze erbarmen, uns arme nothafte man!“ 18

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912 Do erparmet got den guten ir groſs ungemach, und hodret, wie ein zaichen an dem herren geſchach : er lediget ſy anſz den panden, got ſelber zu hant, das ſr bei ein ander ſtunden dy kuenen weigant,

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913 Do giengens mit ein ander dy ellenthaften degen, ſy ſtuenden frölich(o)n nnd heten fich verwegen, ſy lieſsen über dy manr(e balde) fich hinabe (> 2 j R .) in den tiefen purkgraben.

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914 Da funden ſy iren heren ſo traurikleichen ſtan. * do ſprachen ſy (al geleiche) zu im als wolgeltan: * „got, laſs uns an der ſel(e) nimmer wirs geſchehen, das wir den liebſten herren an ſüllen ſehn!“

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915 Er mocht ir nit enpfahen, er fiel in den purkgraben, recht ſam er fot wäre, das wil ich euch ſagen, ſam teten ſy hinwider(e), von frewden das geſchach. gerne ſult ir hören, wie der trew (Wolfdietrich) ſprach.

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916 Er kuſt ſv all(e) zehen, ſein getrew(e) dieneſt man: „wa iſt nu mein maiſter Berchtlung? den fich ich nit vor mir ſtan.“ CS. 2) ſy ſprachen al geleich(e): „vil lieber herre mein, er iſt lot vor zehen jaren: laſst ew(e)r wainen ſein.“

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[4 a

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Da ſprach Wolfdietreich: „ſagt mir, wa ir in hin ge- legt habt.“

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ſy namen in bei der hende, ſy weiſten in an die ſtat,

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vor Sant Jörgen münſter, da er was begraben:

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von ſeinem groſßsen wainen wär euch vil zu ſagen.

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918 Er klaget alfo ſere der knevne weigant, er ſprach: „vernim mein wainen, ein küng über alle lant! ob du iendert in der welt(e) Kkain zaichen habſt getan, des ſoltu, lieber her(re), mich heut genieſsen lan.

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919 Haiſz mit mir den toten reden auſz dem grab.“

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k 7 8 .) (ren | fürſt Teliiliho Id umb ſo „il ich immer ſein dein dieneſt man.“

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920 Er ſprach! „ich pit dich, herre, durch dein edels plut, das dir an dem kreuz(e) von dein fünf wunden wut, baiſs mit mir den toten aufz dem grab(e) reden, durch deines grabes ere!“ ſprach Wolfdietrich der degen,

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921 Do erparmet got den guten ſein wainen und ſein klage, er hieſs (da) den toten mit im reden auſz dem grabe, in aller der gebäre, ſam er lebentig was. [genas. da geſchach ein groſs(es) zaichen, wan er an der ſel wol

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922 Das erſt(e) wort das Berchtung auſz dem grab(e) ſprach: [er ſprach: „bis] got wil komen, lieber herre, meiner

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freud ein obedach! gedenk(e), künig ber(re), an die dieneft mein, und laſz dir mein(e) lieb(e) ſün wol enpfolhen ſein.

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923 Dar zu ſag ich dir wär(e), du tugenthafter man, edler furſt(e) her(e), wie es umb mein ſel iſt getan: dy iſt da zu genaden, das gelaub(e)t ficherleich : alſo verfich dy deinen, du trewer Wolfdietreich!

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924 Da mit red ich nit mer(e), ellenthafter degen: got ſol deines leibes und deiner ſele pflegen!“

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925 Da mit des toten ſprach(e da) ein ende nam. da muſt man Wolffdietreichen für toten fragen dan, wan er in unkreften vor der porten lag, unz über ſy all(e) begund(e) ſeheinen der helle tag.

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926 Do erſchullen dy mär(e) gar weit in die lant, [(ZV, S. 1) wie Wolfdietreich der trew(e) wär komen [ſa zu hant, dy zirkler auf der maur(e) waren entrunnen gar. do beſampt(e) fich in der ſtat gar ein kreftige ſchar.

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927 Sy gewunnen in einer klainer weil mer dan lauſent man, ſy zugen kreftikleichen gen der porten dan, da verlegt man in die ſteige über al in dem lant, ſy zugen auſz bei der ſtat, da man den fürſten vant.

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928 Als ſy der herzog Herbrant von erſft(e) anſach, gerne ſult ir hören, wie der getrewe ſprach: „nu wol auf, lieber herre! dy haiden fint komen: wir mügen dir nit gehelfen, d(e)w wer iſt uns genomen.“ 18“

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Wolfdietrich.

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Do ward Wolfdietreich von den ſeinen beſtan, ſs paten got den guten, das er in hulf von dan. (.

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Do griffen ſy an die erden an der folben ſtunt:

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zu unſers herren opfer namen fy ds [erden] in den munt. ſy paten got den guten all andächtikleich,

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das er lich ſolt erparmen über den trewen Wolfdietreich.

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Alſo nu Wolfdietreieh dy parmung anſach, gerne ſult ir hören, wie der getrewe ſprach: er hieſs dv gllenden an ſeinen rücken ſtan,

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do troſte ſy gutlich(en) der tugenthaft(e) man.

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Do ſchlug er durch dy haiden manigen geſchwinden pfat, er ertrante liechte ringe und manige farwat.

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mit pluetigen werken gab er in das gelt,

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da fungt er mit den toten dy haid und auch das velt.

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Er [ſtrait lo ſt?)ürſtikleichen al den langen tag: menger ſtolzer haiden tot vor im lag.

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er facht ſo frümbikleichen, der Kuen(e) degen gut: man ſach von ſeinem ſwert(e) flieſsen das rot(e) pluet.

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Da ſprach herzog Herbrant: „wie lol es uns ergan?

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unſern lieben herren ſehen wir in nöten ſtan,

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wie ſül wir nu geparen, das wir im zu hilfe komen?

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nu ſprechen wir was wir wellen, der leib wird uns genomen.“

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Do griffen ſy zu den toten an der lelben ſtunt

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I'y zugen in ab den harnaſch, dv da lagen wunt, (S. 2)

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wie ſchier ſy lich da wapent(en) die degen un- verzait,

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ſy namen für ſich zu ſchirme dy guten ſchill(e) brait,

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Sy ſlriten auf ain veſper zeit, [als] der lag ein end(e) nam,

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do giengen ſy zu ſamene ſauf dv wal] dy vil kuenen man,

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ſy wanten, das ſy heften über wunden al ir not: aller erſt wurden ſy beltanden auf den pitterleichen tot.

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KREIS

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937 Wolfdietreichs brueder baid(e) kamen geriten dar mit drew tauſfent haiden, dy waren geharnaſch gar, ir ſchilt lauchten ſchone, ir helm(e) wunnikleich, do ſprach gezogenleich(en) der trew Wolfdietreich: 938 „Ir herren, wert euch vaſte, des tul euch groſse not, ob ir nit wellet kiefen den pitterleichen tot.“ ir ſwert zu baiden henden namen ſein [getrew] dieneſt man, wan ſach ſy ritterlichen in dem ſtreit umb(e) gan.

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939 Da praſten ſy zu ſamene gar mit groſsem neitz unz an dem morgen frue vor der ſtat wert der ſtreit. als Wolfſdietreich das erlach, das der ſtreit nit ende nam, do ſatzt er das born an den munt, das plies der kuen(e) man,

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940 Acht hundert und zwaitaufent wan bracht im das ge- zwerg, dem er wider het gewunnen den wunniklichen perg. alfo Wolſdietreich das zwerg an ſach, er enpfieng es tugentlichen, da zergieng ſein ungemacl,

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941 Da fieng Wolffdietreich ſein brueder baid(e) ſant: auf gaben ſy im zu Konſtantinopel purg vnd auch lant. do zugens gen der porten, dy waren in aufgetan, do ward ſchon enpfangen der fugenthaft(e) man.

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942 Vil laut rueft(e) Hacke, ain fürſti(e) lobeſam, er ſprach: „die pürg(er) haben mir zu laid(e) vil gelan, die ſtat dy mus verbrinnen,“ ſprach der kuen(e) man „ich gib in des mein trew(e), es muſs in an das leben gan.“

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943 „Nain, lieber geſell(e)“ ſprach Wolfdietreich „du ſolt ir gerne ſchonen, das ſtat dir tugentleich: * der zwelif poten fſiben(e) haben(t) fich bie nider gelan: des ſul wir, lieber herre, ſy wol genieſsen lan. (217/,S.1)

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944 Wer fich well laſsen taufen, der fue es bei der zeit, ob er welle behalten ſel und auch leip. wer aber welle der taufe abſlan, ich gib im des mein trew(e), es mus im an das leben gan.“

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945 Dy mär(e) do erfſchullen ſo weit in das lant.

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manger ſtolzer haiden kom da zu hant:

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achtzig tauſent haiden wurden tauft in vierzehn tagen.

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Wolfdietreich gab den bruecdern das land wider, wil

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ich euch ſagen.

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946 Er was gen in gar gul der fürſt(v) lobeſam.

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er nam von in vlaub und al ſein dieneſt man,

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er kert hin gen Garten der wunder kuen(e) man:

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er ward ſchon enpfangen von ſeiner frawen wolgetan. 947 Do waren entorb(e)t ſein zehen dieneſt man

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ixs vaterleichen erb(e)s. als ich euch ſagen kan:

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er behalf in wider(e) in ir aigen lant,

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das in muſt [gewaltiklich] dienen, den wunder kuenen man. 948 Er gab in ſeins aigen lands ein ganz(0s) kunigreich

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für irs vater tod, das gelaubet ficherleich,

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vnd für ir ellenthaft(es) leben:

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er tailt unter ſy geleich(e) und auch eben.

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949 Da belaib er zu Garten der tugenthaft(e man) bei feiner ſchönen frawen, bis er ſein (ende nam, =)

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Zusätzlich belegte eigenständige Fassung

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Ambraser Wolfdietrich-Fragment

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Anfang · Ende

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Historisches Ambraser Fragment; zusätzlich fehlen im vorhandenen Digitalisat die Druckseiten126–127 (PDF259=Druck125, PDF260=Druck128). Kein vollständiger Lesetext dieser Fassung.

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Quelle zitieren

Wolfdietrich, in: Heldenbuch. Altdeutsche Heldenlieder. Erster Band, S. 199–278 (PDF-Seiten 331–410), 1855

Archivfassung zitieren

Wolfdietrich, Sagenarchiv Verlag Kawerau, hrsg. von Verlag Kawerau. https://sagenarchiv.de/archive/heldenepik-wolfdietrich/textzeugen/heldenepik-wolfdietrich-heldenbuchaltdeu00hageuoft-original-gmh-1