In historischer Schreibweise · Die Absatznummern verlinken einzelne Textstellen.
Vorhandene OCR mit geprüften Werkgrenzen, getrenntem Apparat und gezielten Stichproben. Erkennungsfehler können verbleiben. Vollständiger Haupttext der Ausgabe einschließlich der Hugdietrich-Vorgeschichte: Druckseiten 167–301, Strophen 1–932. Die im Hauptscan fehlenden Druckseiten 282–283 wurden aus dem zweiten Scan derselben Ausgabe ergänzt. Historische Textlücken bleiben erhalten; Strophe 932 endet mit zwei überlieferten und zwei verlorenen Langversen. Der gesamte Textzeuge ist nicht als vollständig kollationiert ausgewiesen; Umfang und offene Lesarten bleiben dokumentiert.
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1 Ez wuohs in Kunstenopel ein junger kúnic rich, gewaltec unde biderbe, der hiez Hugdietrich. üf von kindes jugent kund der helt wol leben, durch got und durch Are beidiu lihen unde geben. 2 Er was klein an dem Itbe, wo) geschaffen über al, gedrol alse ein kerze über die hüffe hin zetal. sin har was im reide, dar zuo lanc unt val: ez gienc im über die absel uf die hüffe hin zetal. 3 Sin vater was geheizen der kúnic Antztus, ein kúnec in Kriechenlande. daz buoch sagt uns alsus. der hete úf sínem hove erzogen, daz ist wár, einen alten herzogen, der lebt vil manec jár. 4 Daz was herzog Berhtunc, geborn von Merän. der selbe kúnic Antztus der hiez in fúr sich gán. er sprach “ich hán erzogen dich in wirdekeit: des láz mich geniezen. ich enphilhe dir úf dinen eit 5 Hugdietrichen, min vil liebez kindelin, und dar zuo lant und liute hin ze den triuwen din: der tót hát mich erslichen, die werlt muoz ich verlän.’ ritter unde knehte sach man trüriclichen stän.
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6 Er sprach ‘herzog Berhtunc, du solt mich geniezen län, ich lert dich mezzer werfen, des tar dich nieman bestan; dö gap ich dir ze wibe die edelen herzogin. nu lere ez Hugdietrichen, als liep ich dir múge gesin.’ 7. Er sprach ‘vil lieber hérre, des sult ir sicher sin. swaz ich kan, ich lerez den lieben herren min. ich getrüwe gote von himele, ir müget noch wol genesen.’ ‘nein’ sprach der kúnic, ‘daz mac niemére enwesen.' 8 Dar näch in kurzen tagen der künic dä erstarp. mit zühten herzog Berhtunc vil schiere daz erwarp, wie er begraben wurde, als man noch künegen tuot. er nam zuo im den jungen: vil trüric was sin muot. 9 Dar nach zöch er sin herren unz an daz zwelfte jar. dò sprach Hugdietrich, , daz sage ich iu für wär ‘lieber meister Berhtunc, ich suoche triwe ze dir: durch alle dine tugent soltus erzeigen mir. 10 Nach einer schenen frouwen sé stat mir der muot. du weist wol, lieber meister, ich hän er unde guot, beide lant und liute, wit ist diu hérschaft min: ob ich nu alsö sturbe, wes solte ez danne sin?’ 11 Do was herzog Berhtunc diu rede niht leit. er sprach ‘ich bin gewesen in landen verre unt breit: ich gesach nie mit ougen frowen noch magedin, die dir hie ze lande mugen genözsam sin. 12 Hat si ez an dem libe, so ist si ein dienestwip; hät si ez an dem adel, so ist ungeschaffn ir lip. dä von enkan ich vinden keiner slahte maget, diu dir hie ze lande ze frouwen wol behaget.’
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13 Dé sante Hugdietrich über al in siniu lant. dö kom gen hove geriten manec küener wigant. er sprach ‘nu rätet alle - umbe ein magedin.’ si sprächen ‘der rät aller muoz ligen an dem meister din.’ 14 Er sprach ‘vil lieber meister, gip mir dinen rät, sit der rät aller an dir einic stät. nu rat mir mit triuwen umbe ein megetin, diu mir hie ze frouwen müge wol genözsam sin.’ 15 Er sprach ‘vil lieber hérre, daz tuon ich dir kunt. ez sitzt ze Salnecke ein künec, heizt Walgunt: sin frouwe ist geheizen diu schoene Liebgart: se, diu habent ein tohter, daz nie kein schener wart. 16 Hiffburc diu schene só ist si genant. man enfunde niht ir glichen, der füer durch alliu lant, weder küniginne, noch keiner slahte maget, diu dir hie ze lande ze frouwen alse wol behaget. 17 Siist von allen orten edelem künne gebar. ir wonet bi zuht und ére, daz sage ich dir für wär, mäze unde ouch schame, dar zuo bescheidenheit, ‚tugent unde ouch scheene, die treit diu selbe meit. 18 Uf einem turn beslozzen só ist diu werde meit. ir vater hát versworen si sí allen man verseit stete unz an sin ende, die wile er hät daz leben: * daz umb si bet der keiser, er wolte im si nimmer geben. 19 Ir phliget ein wahtere schöne zaller zit, | und ouch ein torwertel, als man ir zezzen gtt, und ouch ein juncfrouwe, diu ir dar zuo behaget: alsus ist si behüetet, diu keiserliche maget. |
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20 Waz hilft iuch, lieber hérre, daz ich iu verjehen hän von der schenen frouwen ? die müezt ir varn län. mit allen iuwern sinnen mügt ir se gewinnen niht; ir múezt si län dá heime, swaz iu dar umbe geschiht.’ 21 ‘Du weist wol, lieber meister, daz diu tumben kint ze stirmen noch ze striten kein frume niht ensint, noch ze höhen reten, da man der phlegen sol. rat mir durch din triuwe, an mir sé tuostu wol. 22 Nach der schenen frouwen só stat mir der muot. ich lerne nen und spinnen, ob ez dich dunket guot, dar zuo wehe würken mit siden und mit vaden; mit fróuwelicher zúhte wil ich mich úberladen. 23 Heiz mir balde gewinnen die besten meistertn, o als si in dem lande iendert mac gesin, diu mich lere würken mit siden an der ram und dar üf entwerfen beide wilt unde zam, 24 Und mich ler an der hüben diu wunder äne zal, dar umbe gen die borten beide breit unt smal; hirze unde hinden, als ez lebendec müge gesin. ich muoz mit listen werben umb daz schene magedin.’ 25 Der meister, herzog Berhtunc, den herren ane sach, daz er von zwelf jären 56 listeclichen sprach. er gewan im durch ein wunder die besten meisterin, als si ze Kriechenlande iendert mohte gesin, 26 Dé lernte Hugdieterich wol ein ganzez jar alsó wehe wúrken, daz sage ich iu fúr wár: swaz si im vor worhte, sin getriuwe meistertn, des wart er ouch meister zuo den henden sín.
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37 Nach wiplicher stimme só kérte er sinen munt; daz har liez er wahsen an der selben stunt. dö wart er vil schene unde ouch minniclich, oberhalp der gürtel einer frouwen gar gelich. 23 In wiplicher wete er sich sehen lie, dé er ze Kunstenopel hinz der kirchen gie. die in vor wol erkanden, den fürsten lobesam, die begunden alle frägen ‘wer ist diu wol geän? 299 Alsó Hugdietrich daz an im ervant daz er nu den liuten was worden unerkant, des fróute er sich im herzen und hóhte sich sin muot: er gedaht ‘kum ich gen Salnecke, min werben daz wirt guot.’ 30 Er sprach ‘vil lieber meister, nu gip mir dinen rät, sit du wol sihest daz ez allez an dir stät. mit welher hande wise sol ich von hinnen varn? dö sprach der alte grise ‘ich sol ez wol bewarn. 31 Du solt mit dir füeren, herre Hugdietrich, fünfzic ritter küene mit kleidern lobelich und vier hundert knappen, daz si sin wol bereit, sehs und drizic juncfrouwen, die tragen richiu kleit. 32 Du solt mit dir füeren din vil rich gezelt hin gén Salnecke für die burc uf daz velt, und heiz ez schdne uf slahen Of den grüenen plan: dar under sitz mit krone, din diener heiz umb dich stan. 3 Só wirt von dem künege vil schiere ze dir gesant, durch waz Aventiure du sist komen in daz lant.
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“ich bin von Kunstenopel ein edel kúnigtn,” 34 Und dich habe vertriben din bruoder Hugdietrich; der wolt dich geben einem man, der si dir niht gelich, einem ungetouften in die heidenschaft; und du sist komen üf gnäde zem künege tugenthaft, 35 Daz er dich behalte, der künic üz erkorn, unz daz gên dir verláze din bruoder stnen zorn. sö lät er dich beliben, der fürste lobesam: so beltp dort selbe vierde, daz gesinde sende wider dan. 36 Und wirp du dann daz beste unz in daz ander jär; só wil ich zuo dir riten, daz sage ich dir für wär, und wil danne suochen, merken unde spehen, ob dir iht äventiure ze Salnecke sí geschehen.’ 37 Do wart Hugdietrich des selben rates frô. finfzic ritter küene hiez er kleiden dô und vier hundert knappen, die waren wol bereit, sehs und drizic juncfrouwen, die truogen richiu kleit. 38 Sin gezelt riche muost wesen da bereit, und ander sin gezierde, als ez uns ist geseit. urloup namens schiere, als wir haben vernomen: an dem ahtzehenden morgen wärens gen Salnecke komen. 39 Harte riliche sluoc man üf diu gezelt für die burc ze Salnecke nider üf daz velt. vier karfunkel gäben üf den knöpfen schin. die liute nam gróz wunder, wer die geste möhten sin.
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40 Ein ritter hiez Herdegen, der wart ze in gesant, durch waz aventiure si wern komen in daz lant. der ritter dé vil balde uz der bürge gie, Hugdietrich und die einen er tugentliche enphie. 41 Alsó der werde ritter den herren érste an sach, gerne müget ir heren wie er zuo im sprach ‘edeliu küniginne, wannen müget ir komen sin? daz sult ir mich län wizzen und waz si der wille din.’ 42 Des antwurte im schiere der fürste unverzaget ‘ich bin von Kunstenopel ein ellendiu maget. da hät mich vertriben min bruoder Hugdietrich ; der wolt mich geben einem man, der ist mir ungelich, 43 Einem ungetouften in die heidenschaft. nu bin ich komen üf gnäde zem künege tugenthaft, daz er mich behalte, der künic üz erkorn, unz daz min bruoder vläze gen mir sinen zorn.’ 4 Der ritter gienc hin widere da er sinen hérren vant. “hérre, seltsene geste sint komen in daz lant. ez ist von Kunstenopel ein edeliu kinigin komen her ze lande, hérre, úf die genáde din, 45 [Daz du si behaltest, herre úz erkorn, unz ir bruoder vláze gen ir sinen zorn. enphäch si tugentlichen, vil lieber herre min, sit si ist her komen durch den willen din.) 46 Daz stat dir hérliche, sit si her komen ist sô verre Ùz fremden landen und doch än argen list.
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du häst stn frum und êre, künec üz erkorn: si ist ein maget here und dar zuo höchgeborn. 47 Man hät ir vil geseit, du sist ein tugenthafter man. ` des solt du si, hérre, hie wol geniezen Jan.’ Walgunt der künic here üz der bürge gie, Hugdietrich und die sinen er tugentliche enphie. 48 Hugdietrich liez sich nider für den künic lobesam. Walgunt der künic werde bat si vil balde úf stan. Hugdietrich sprach ‘ich biute mich zuo den füezen din. hérre, min lieplich grüezen läz mit dinen hulden sin, 49 Daz du mich behaltest, künic üz erkorn, unz min bruoder vläze gen mir den sinen zorn. des dankt dir wol mit Gren der künic alsó rich, als er mich lät ze hulden: daz wizze sicherlich. 50 ‘Sit ir von Kunstenopel ein edel künigin, só sult ir iuwer kniewen vor mir lázen sin. muotet swes ir wellet, des sult ir sin gewert. daz ir, frouwe, vor mir kniewet, des bin ich niht wert. 51 Ir und iwer gesinde sult hie bi mir bestán. ezzen unde trinken sult ir envollen hän durch Hugdietriches willen, vil edel kinigtn.’ ‘nein’ sprach diu werde, ‘her künic, desn mac niht gestn. 52 Mich hät her beleitet von Kunstnopel über mer von Méran herzog Berhtunc mit ritterlicher wer. der ist ein fürste werde und hät ein witez lant. ich muoz ims wider senden, des ist min triwe sin phant.’
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53 ‘Berhtunc ich wol erkenne, daz sage ich dir für wär. der hät mir gedienet unz in daz dritte jär.’ er sant si wider heim und kleidetes richlich. do beleip er selbe vierde, der künic Hugdietrich. 54 Walgunt der künic werde in bt der hande nam; er fuorte in tugentlichen úf die burc hin dan. diu edel küniginne in dö engegen gie: den herren und die sinen si tugentliche enphie. 55 Dö sprach der künic Walgunt ‘vil liebiu frouwe min, dise maget scheene lat iu enpholhen sin ` und nemet iu si ze gemazzen, die künegin üz erkorn. wir weren wol ir eigen, als höhe ist si geborn.’ 56 Dö hiez diu küniginne ein sidel tragen dar mit edelen sidin bolstern, daz sage ich iu für wär. ‘dar Of só sult ir sitzen, frowe, ze dirre stunt.’ si frágte in wie er hieze; dô sprach er ‘Hildegunt.’ 57 Do begunde kleine spinnen Hildegunt zehant, man enhiet niht ir gelichen funden in dem lant: dar zuo wehe neien manec kluogez vogelin mit golde und mit siden, als ez lebendic möhte gesin, 58 Als diu küniginne die richen kunst an sach, nu múget ir heren gerne wie sie zuo im sprach ‘daz soltu mir zwö leren hie der juncfrouwen min.’ er sprach ‘ich tuon ez gerne, vil liebiu frouwe min.’ 59 “Dar umbe wil ich dir ¡immer wesen holt. ich gibe dir ze löne silber und ouch daz golt.
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swes du getarst muoten, daz ist dir unversaget.’ des dankte ir tugentlichen der ritter unverzaget. 60 Do lérte Hugdietrich zwó megde, daz ist war, alsö wehe würken wol ein halbez jar tischlachen scheene, diu waren wiz unt breit, als man si ze höchziten für edele fürsten leit. 61 Siteche unde zisel, droschel und nahtegal, daz was an den enden gezieret hin zetal. anderhalp der grife und ouch der adelar ze vorderst zer gesihte daz man sin neme war. 62 Anderhalp der valke, alsö er dannen flüge, und daz gefügele schöne vor im hin zúge; mitten inn der lewe wilde und ouch der lintwurm, sam si mit einander hieten einen grözen sturm. 63 Hasen unde ouch fühse und daz wilde réch, üzen an dem orte der lébart alsé véch, daz eberswin ze walde, mit im die hunde röt. alrerst man ez dem fürsten ze Salnecke wol erböt. 64 Hirze unde hinden die stuonden ouch dar an von dem vil röten golde, sam siz leben möhten hän. seltsener äventiure der stuont vil dar an: daz schouwet an dem tische vil manic werder man.
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65 Dö sprach der künic Walgunt ‘wer hät uns daz genät, ditz seltsene wunder daz vor uns hie stat?’ dé sprach ein kamerzre an der selben stunt ‘daz tuot allez von Kriechen diu schene Hildegunt. 66 Dó wurden im die liute in dem lande holt. er begund her fúr suochen sín kleine gespunnen golt. dö worhte er an ein húben diu wunder áne zal: dar umbe giengen borten, einer breit der ander smal. 67 Als er die wol gezierten húben het bereit, dó sante er nách dem kúnege, als uns ist geseit. er sazte im úf die húben mit den henden sin: ‘daz traget ze dirre höchzit, herre, durch den willen min. 63 Ir sult si durch min willen vor iuwern gesten tragen, als si komen heim ze lande, daz si danne künnen gesagen, ir traget úf iuwerm houbet ein vil richez kleit.’ ‘genade, liebiu frouwe, vil minnecltchiu meit. 69 Ir habt mich wol geéret, vil edeliu kúnigto. muotet swes ir wellet, des sult ir gewert sin. lant unde liute, swes iuwer herze gert, ich gibe iu des min triuwe, des sult ir sin gewert.' 10 Er sprach ‘vil lieber hérre, mac aber daz state gesin? er sprach “já, swaz ir wellet, daz sol geschehen stn.’ ‘sé lat ab dem turne zuo mir iur tohter gan: 80 wil ich umb die haben niht mêr ze löne han.’ 711 ‘Vil edel küniginne, des sult ir sin gewert. ir möht wol richer gäbe an mich hán gegert.
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beide lant und hute, silber und ouch daz golt, daz hiet ich iu geben, ob ir ez nemen wolt.’ 72 Dö sante künec Walgunt über al in stniu lant. ze hove kom geriten manec küener wigant, herzogen unde gräven mit kleidern lobelich. dö sant diu küniginne näch manegen frouwen rich. 73 An einem pfingesttage si ab dem turne gie. dé liez sich Hugdietrich für si nider úf diu knie. si umbvienc in mit armen und bat in wilkomen sin. si sprach ‘stat df, juncfrouwe, làt iuwer kniewen vor mir sin. 74 Frou Liebgart diu alte zwischen in beiden gie. mit ietweder hende si ir eine gevie. si fuort si üf ein sidel, seht, daz was alsó rich. dö sach er alsö gerne die juncfrouwen minneclich. 75 Dô sazt man zuo einander die jungen kúnigtn. man brähte in guote spise und dar zuo klären win. dé saz der werde fürste bf der frouwen wol getan: si blicten tugentlichen beide einander an. 76 Er bot ir den becher und sneit ir für daz bröt. hovelicher zúhte er ir dé vil erböt. wie möhte dö dem herren sin gewesen baz, dä er bi siner frouwen an einem tische saz! 77 Frou Liebgart diu alte diu blihte dicke dar. ir beider geberde nam si vil guote war. si rúnte ir in daz dre, der jungen künigin ‘du solt zuht bt ir lernen, vil liebiu tohter mio.’
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78 Walgunt der künic werde lenger niht enlie: wie balde er ze hove für sine geste gie die er ze der höchzite hete dar geladen! durch sines hoves ére nam er grözen schaden. 79 Dé sprach ein richer grave ‘hérre, tuot mir bekant durch alle iuwer tugent, wer hat iu gesant dise húben whe? daz ist ein stolzez kleit.’ ‘daz hät getán von Kriechen ein minneclichiu meit, 80 Diu ist ingesinde bi miner tohter hie.’ der künic dö vil balde für die frouwen gie. dé sázen bi einander die zwó gespilen guot: swer si nu wolte scheiden, der het niht wisen muot. 81 Dé sprach diu schene Hiltburc ‘vil lieber vater min, ich bet dich alsó gerne, möht ez mit hulden sin, daz du mir af den turn liezest Hildegunt: diu wolt mich léren swaz si kan gar in kurzer stunt.’ 82 Er sprach ‘vil liebiu tohter, dar umb bin ich ir holt. ich gibe ir ouch ze löne silber und daz golt; wils ein herren, lant und liute mach ich ir undertan.’ ‘nein’ sprach Hugdietrich, ‘ich enwil deheinen man.’ 83 Diu höchzit nam ein ende, die herren riten dan. wie bald der künic Walgunt die zwó gespilen nam! er fuort si üf den turn, dar af man si verslöz. des wart Hugdietriches fröude michel unde gróz. 84 In wart dar of geschaffet aller der gemach : swes si beide bedorften, mit willen daz geschach.
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der wahter und der torwart muosten ber üzen sin: man bót in swes si bedorften dä ze einem venster In. 85 Dó wart Hugdietrich der frouwen alsó holt: er lert si spehe würken mit siden und mit golt, dar nach in der tihte wätken an der ram und ouch dar ùf entwerfen beidiu wilt unde zam. 86 Nu merket ob der fürste iht grözer zühte phlac, daz er wol aht wochen üf dem turne lac, daz er si nie bräht innen daz er was ein man, unz daz diu starke minne an dem helde enbran. 87 Er umbvienc si mit armen, zuo im er si beslöz; sin halsen und sin küssen daz wart alsó gróz. dé sich nu diu minne niht lenger mohte verheln, do begund sich stn geselle vil bald her far steln. 88 Dé sprach diu schene Hiltburc ‘trütgespile min, waz diutet ditze triuten oder waz mac ez gesin? ‘gehabet iuch zem besten, küniginne rich: ich bin von Kunstenopel der künic Hugdietrich. 89 Ich hän durch iuwern willen erliten gröz arbeit, und tuon ez noch gerne, wünneclichiu meit. ich wil iuch élichen ze einer frouwen han: já sult ir ze Kunstenopel under der króne gan.’ 90 Si begunde heize weinen, ir ougen wurden rot: ‘wirt sin min vater innen, sô müez wir ligen tôt.’
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er tiberkams mit guote, daz si ir weinen lie; in wart wol ze muote: ir beider wille ergie. 91 Dó hete Hugdietrich die frouwen, daz ist war, volliclich sehs wochen unde ein halbez jar, daz sin nieman wart innen und nieman wart gewar, swie oft diu küniginne gie zuo in beiden dar, 92 Unz daz diu frouwe enphienc von im ein kindelin. Salnecke unde ouch Kriechen diu wurden beide sin; Tuskän unde Pülle, Röme und Laterän, und allez reemisch riche wart dem kinde undertän. 93 Als diu juncfrouwe des kindes dö enphant, si begunde heize weinen, ir hende si dö want. si sprach “Hugdietrich, fürste lobesan, ja wen ich unser fröude diu müeze ein ende han. 91 Ich enphinde in minem libe, ich trage ein kindelin. wir müezen bi einander hie gevangen sin: wir kunnen mit unsern sinnen komen niht hin abe.’ er sprach ‘liebiu frouwe, durch got dich wol gehabe. 95 An dem richen gote unser beider leben stat: der sol uns hinnen helfen und gebe uns sinen rät, und sol uns behüeten unser Gre und unser leben daz er von sinen gnäden uns beiden hät gegeben.’ 96 Frou Liebgart diu alte lenger niht enlie, zuo ir schenen tohter si úf den turn gie. si schouwet wie si lernte, ir liebez tohterlin, und ouch durch kurzwile kom si zuo in bin in.
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97 Do sprach diu schene Hiltburc . ‘vil liebiu muoter min, ich bet dich alsö gerne, möht ez mit hulden sin, daz du uns ein wile liezest an die zinnen gan, ob wir iht äventiure uf der heide móhten han.’ 98 Si sprach ‘vil liebiu tohter, ich wil dirs niht versagen.’ si hiez úf entsliezen den turn und daz gaden. Hildegunt die schoene si bi der hende gevie: mit den jungen beiden si an die zinnen gie. 99 Dé sahens úberz gevilde sigen einen van, dar under riten schöne zwelf hundert man. wer die herren weren, daz was den zwein unkunt: vil schier si dö erkante diu schene Hildegunt. 100 ‘Die wir dort sehen her riten, die sint mir wol bekant: die hät min bruoder Hugdietrich her näch mir gesant. ez ist herzoge Berhtunc, ein ritter üz erkorn: ez hät gen mir min bruoder verläzen sinen zorn.’ 101 Dé sprach diu schene Hiltburc ‘nein, trütgespile min, tuo ez durch got den guoten und 14 die rede sin. solte ich dich verliesen in só kurzer stunt, | sé nem min fröude ein ende, vil scheniu Hildegunt.’ 102 Dó sprach diu schene Hildegunt *trütgespile min, und soltest du alsó lange von dinen friunden sín als ich hie bin gewesen, und sante man nách dir, du fróust dich in dem herzen: dá bi geloube vuch mir.’ 103 Ez gie an den ábent daz man in ezzen truoc. si heten zallen ziten wirtschefte genuoc. von in gie dé sláfen diu alte kúnigin: sam tet ouch Hugdietrich mit der lieben frouwen sin.
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104 Er het des selben nahtes vil manigen gedanc von só grózen sorgen diu in sinem herzen ranc, wie er mit fuoge keme von der kúnigin, daz er behuote ir ére und ouch daz kindelin. 105 ‘Edeliu kúniginne, als ich iu geheizen hán, ir sult ze Kunstenopel under der krone gan. ` ir múezet arbeit liden, vil liebiu frouwe rich: des wil ich iuch ergetzen’ sprach Hugdietrich. 106 ‘Swenn nu kumet diu zit daz ir sult ze neten gan mit unser beider kinde daz wir von gote han, den wahter und den torwart, nemet zuo iu her in und ouch die juncfrouwen, daz si toufenz kindelin. 107 Heizt ez eins morgens früeje hinz dem minster tragen daz si ez verholne toufen, daz wil ich iu sagen. si ez ein maget, só heiz ez nách dem willen din: si ez ein knabe, Dietrich durch den willen min. 108 Heiz ez schöne ziehen, ez si tohter oder knabe. swann du dann Erste mügest, só kum ze mir hin abe: nim zuo dir zwene ritter und vier magedin, den wahter und den torwart und ouch daz kindelin. 109 Als du danne kumest gen Kriechen in daz lant, schaf daz der ritter einer zuo mir werde gesant; £ só wil ich gen dir riten mit manegem werden man und machen dich gewaltic alles daz ich hän.’ 110 Si sprach ‘vil lieber hérre, des räts ich volgen sol. nu überhebe mich der scham, durch got und tuo só wol
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und gewin mir die gevateren die ich danne süle han.’ do begunde Hugdietrich zehant von dem bette ùf stan. 111 Er gienc an die zinnen dä er den wahter vant. er ruofte im an ein venster, tuot uns daz buoch bekant: ‘seltsene äventiure, wahter, wolt ich dir sagen, und werst du sé getriuwe daz du ez woltest verdagen, 112 Só wolt ich entsliezen gén dir daz herze mín: des möhtest du wol geniezen, woltest du getriuwe sin. daz soltu verswigen, wahtere, an dirre stunt.’ er sprach “vil liebiu frouwe, ez kumt nimer für minen munt.’ 113 ‘Sô láz dir sin enpholhen die jungen kúnigtn. und si daz si gewinne ein kleinez kindeltn, só soltu gevatere werden und solt ouch daz verdagen.' ‘swiget, juncfrouwe, waz welt ir mir sagen? 114 Wie hiete ich danne gehúetet, wer ieman komen her tn, bi dem wer swanger worden diu liebe frouwe min? würde der rede innen min her der künec Walgunt, ‚er hiez mich an den turn henken an dirre stunt.’ 115 ‘An alle dine schulde só ist ez ergán. dich lat ouch din hérre vil wol sta hulde han. ich bin von Kunstenopel der künic Hugdietrich: bt mir só treit daz kindel diu küniginne rich. 116 Daz soltu verswigen, wahter tugenthaft, s und kum ze mir gen Kriechen: ein ganziu gräfschaft, dar zuo lant und bürge muoz din eigen sin: und brinc mit dir die frouwen und ouch daz kindelin. 117 Den torwart und die juncfroun soltu ouch mit dir län. wizze, tisent marc goldes mach ich dir undertän
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und ein vil guote veste dá mit ist beslozzenz lant: des sé hin mín triuwe si für al din phant.’ ug Dé wart der wahtere der guoten geheize fró. mit den sinen triuwen lobt erz dem herren dé, dé freute er sich der mare daz er gevatere was. er tete ouch swaz er solte, dé diu frouwe genas. 119 Hugdietrich gienc hin widere da er sin frouwen vant. er sprach ‘swenn ich muoz riten von dir üz diseme lant, só han ich dich wol bewart, vil liebiu frouwe min, und din &re behüetet und ouch daz kindelin.’ 120 Dé kam herzog Berhtunc af den hof geriten. si erbeizten von den rossen nach ritterlichen siten: si fuorten an von golde manic richez gewant. do enphienc man den hérren iriu phert zehant. 121 Walgunt der kúnic riche in engegen gie: herzogen Berhtunc er tugentliche enphie. dó sprach herzog Berhtunc ‘vil lieber hérre min, wie gehabet sich von Kriechen diu edele kiinigin? 122 Ich bin her nách ir komen, edel kúnec rich. sinen zorn hät verläzen gen ir Hugdietrich: man sol si im heim senden, die frouwen wol getán.' dö sprach der künic Walgunt ‘ich wil si nieman lån. 123 Ich han si miner tohter zeiner gespilen gegeben. bi der wil si beliben die wil si hat daz leben. daz hat si mir geheizen, diu frouwe wol getan.’ dé sprach herzog Berhtunc ‘ir sult mich si sehen lan.’
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124 An dem andern morgen gienger ab dem turn her abe. ez geschach nie só leide dem man füert hin ze grabe vater unde muoter, als Hiltburge geschach, dö si ir trütgespilen weder hörte noch ensach. 125 Alse dö Hugdietrich ab dem turne gie, sinen meister Berhtunc er tugentliche enphie: ‘lieber meister Berhtunc, als liep ich dir mage gesin, wie gehabet sich Hugdietrich, der liebe bruoder min?’ 126 Er umbvienc in mit armen, er rünte im daz dar: ‘ich han die frowen erworben, daz sage ich dir fir war. fier mich mit dir von hinnen, min getriuwer dienstman, oder ich muoz daz leben, daz wizze, verloren han.’ 127 Dé sprach der künic Walgunt ‘vil edeliu künigin, du solt bi mir beliben und läz din rünen sin. búrge lant und liute mach ich dir untertán, daz du bi mir belibest, frouwe wol geän, 128 Dö si nu heten gezzen und man von tische gie, dö liez sich Hugdietrich für den künec üf diu knie: ‘urloup heim ze lande gebt mir, künec üz erkorn, sit gen mir min bruoder hat verläzen sinen zorn.’ 129 ‘Uber iuwern willen mac ich iuch niht gehaben. ez muoz ab miner tohter fröude stn begraben.’ dö sprach Hugdietrich zer jungen kúnigin ‘tuo ez durch minen willen und läz din weinen sin.’ 130 Diu frowe zöch abe ir hende ein guldin vingerlin. ‘daz füer mit dir von hinnen, trütgespile min.
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du solt ez durch minen willen tragen an diner hant: als oft du ez an blickest, só wis an alle triuwe gemant.’ 131 Der künec hiez im balde ein rich gewant her tragen, daz was mit rótem golde umbe und umb beslagen. dö sprach er zuo dem herren ‘vil edeliu künigin, daz traget in iuwerm lande, frouwe, durch den willen min.’ 132 Er hiez im balde bringen vier phärt wünneclich, diu gap er Hugdietrichen und sinen frouwen rich. urloup nämens schiere: dé kérten si von dan. der künec gap imz geleite mit manegem werden man. 133 Dé sprach der künic Walgunt ‘vil liebiu frouwe min, ich muoz hie heime bliben, daz lat mit hulden sin.’ er sprach ‘vil lieber hérre, lat iu enpholhen sin Hiltburgen min gespilen und ouch die tohter din.’ 134 Dö reit Hugdietrich heim in sin eigen lant. sin stete und ouch sin birge er wol in wirde vant. gegen im riten schiere die sinen dienstman: si enphiengen iren herren als ez im wol gezam. 135 Er beleip ze Kunstenopel wol ein halbez jar. er wart trüriges muotes, daz sage ich iu für wär, als ofte er ane blicte daz guldin vingerltn, sö trdrete im daz herze nach der frouwen sin. 136 Als tet diu scheene Hiltburc ze Salnecken hie, dé si mit grözem leide üf den turn gie. mit beiden iren henden si daz här üz brach, dö si ir trütgespilen weder hörte noch ensach,
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137 Dé sprach der wahtere ‘vil liebiu frouwe min. tuot ez durch got den guoten und låt iur weinen sin. von stunde hin ze wile, unz daz kome der tac, sö hilfe ich iu des besten des ich kan unde mac’ 138 Si verdructe in irem herzen, diu edel künigin, gröz leit unde smerzen und maneger hande pin von stunde hin ze wile, unz diu zit komen was daz diu werde frouwe eins schenes degenkindes genas. 139 An einem morgen früeje, dé der tac uf gie, dé was diu küniginne eins suns genesen hie. der wahter und der torwart kémen ze ir hin in, und ouch diu juncfrouwe, si badeten daz kindelin. 140 Do begund diu küniginne schouwen unde ouch spehen, ob si iht áventiure an dem kinde möhte gesehen. si vant im zwischen schultern ein rötez kriuzelin: dá bi si dá erkante ir liebez kindelin. 141 Alsó daz kindel kleine wart üz dem bade erhaben, man wantz in scheeniu tüecher, daz wil ich iu sagen. ein palmätsidin küssen . man umb daz kindel want, und ein gürtel stdin was sin wiegenbant. 142 Frou Liebgart diu alte lenger niht enlie, zuo ir schenen tohter si of den turn gie. si hiez sich balde in läzen, diu edele künigin: do enwestens war si solten mit dem jungen kindelin. 143 Dó sprach der wahtere ‘vil liebiu frouwe min, wie suln wir gebären mit dem kindeltn? hort ez iur muoter weinen daz ez erste ist geborn, sö müez wir sicherlichen daz leben hän verlorn.
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144 Wie wellen wir verbergen daz kleine kindelin ?’ ‘ich kan iu_niht geraten’ só sprach diu künigin. ‘der riche got von himele, der ez geschaffen hat, der sol ez behüeten und gebe uns sinen rat.’ 145 Dé sprach der wahtere ‘frouwe, sit wol gemuot. ich han ein list funden, ob ez iuch dunket guot: wir suln ez über die mire in den hac län an einem starken seile, daz dunkt mich guot getan. 146 Só ist wol verborgen, frouw, iuwer kindelin.' ‘ez dunket mich daz beste’ sô sprach diu künigin. é diu alte küniginne wart in den turn gelän, man liez ez über die müre in den hac hin dan. 147 Frou Liebgart diu alte zuo ir tohter gie. ‘wie ist dir geschehen ? wie bistu erblichen hie?’ “dá wolt mich haben erkrummen, frou muoter, ine weiz waz. ich was nach gestorben; nu ist mir worden baz. 148 Ich het vil nach verzwivelt, frou muoter, umb min leben.’ ein edele guote spise hiez si ir balde geben, von ezzen und von trinken, als ir durft was: diu alte küniginne kunde ir wol gefüegen daz. 149 Zweier hande sorgen diu junge im herzen phlac: diu eine daz daz kindel in dem hage lac alsó unbehúetet, und enweste wie im was; só was diu ander sorge daz si sin alsó genas.
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150 Daz verdructe in irem herzen diu edele künigfn. si leit vil grózen smerzen und maneger hande pin den selben tac als langen unz úf den ábent ie, unz daz ir liebiu muoter von ir ab dem turne gie. 151 Dannoch lac daz kindel verborgen in dem hac. den selben tac só langen ez der rouwe phlac, daz ez sweic só stille und ez nieman vernam. von bade und ouch von windeln was im sin reht getán. 152 Ein wolf näch stner spise in dem hage gie, dar inne er húenr und kappen é vil dicke gevie. der nam daz kindel kleine und vazte ez in den munt: er truoc ez hin ze walde an der selben stunt 153 Gén einem hóhen berge, der was innen hol. der alten wáren zwéne, daz sage ich iu wol. si heten vier jungen, diu wärn einer wochen alt: der witze und ouch des kindes wären geliche gestalt. 154 Für si leite der alte daz kleine kindelin. ez solte der jungen wolve spise gewesen sin. dö schuof ez diu jugent daz si dannoch wären blint: daz half die küniginne daz ir genas daz kint. 155 Nu läzen wir daz kindel bi den wolven hie und hæren wiert der muoter ze Salnecke ergie. si sprach ‘lieber wahter, trüt gevatere min, sag mir durch al din tugent, wie gehabet sich min kindelin ? 156 Wie balde der wahtere abe dem turne gie üzen zuo der müre, dä er daz kindel lie.
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er enkund sin nindert vinden: der wolf hetz hin getragen. er sprach ‘wè mir der mere! waz sol ich miner frouwen sagen?’ 157 Maneger hande gedanke in stnem herzen vaht: ‘ich wil hie vor beliben dise langen naht unz an den morgen früeje daz ez beginnet tagen, sam ich ez habe getoufet, und wil daz miner frouwen sagen. , 155 Sô wirt ez wol verswigen umb daz kindelin, unz si kumt dz dem bette, diu liebe frouwe ‘min. breht ich sis iezuo innen daz ez were verlorn, vor leide miest si sterben, diu frouwe héchgeborn.’ 159 An dem andern morgen dé ez begunde tagen, der wahter kam gegangen, seht, daz wil ich iu sagen. dé sprach aber diu frouwe *trút gevatere min, sag mir durch al din tugent, wie gehabet sich min kindelin ?” 160 Er sprach “umb ez stát ez wol, vil liebiu frouwe min. dá hán ich ez getoufet, iur liebez kindeltn, ich und diu juncfrouwe die es min hérre bat; ez hat ouch der torwart hinaht gehuot an miner stat.’ 161 Der künec wolt jagen riten, als ich iu bescheide hie. dö sach man aber daz der wolf dort in dem hage gie. dé wart daz gejeide úf den wolf verlan: man jagte in hin ze walde, dé er den schaden het getán, 162 Gegen einem höhen berge, der was innen hol. der alten wären zwéne, seht, daz sag ich iu wol: dé was nieman sé küene, der inz luoc wolte gan. dô sprach der kiinec iz zorne ‘wir müezen doch die wolve han.’
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163 Hérren unde ouch knehte die muosten vaste graben, beidenthalp des luoges gröze arbeit haben. daz minnecliche kindel man an den wolven rach: vil schiere man die alten in dem luoge erstach. 164 Alsö die alten beide wären gelegen töt, hin in slouf ein jeger der si her úz böt. er vant diu jungen viere, der enmoht niht mére sin. do er wolt von dannen scheiden, do erweind daz kindelin. 165 Er truoc ez balde an daz lieht, schouwen erz began: er hiet nie mér gesehen ein kint só wunnesam. dö sprach der jeger ‘wartet, edeler künec Walgunt, já han ich hie funden einen richen funt. 166 Schouwet, lieber hérre, welch ein kint ıch funden hän. ez enmöhte in al der werlte niht scheners sin getan.’ si sprachen alle geliche daz ez wer érste geborn. ‘ez müest mich immer riuwen, und were ez also verlorn.’ 167 Dé sprach der künec zem jeger ‘lieber, nu suochez wip, ob si der wolf verderbet habe, diu dá truoc des kindes lip.’ als man dé die frouwen in dem berge niht envant, vor dem künege man do schiere daz kindel af bant. 168 Swaz sich sol danne füegen, daz muoz doch geschehen. des mac man äventiure an dem kinde spehen. natúrlichiu triuwe den kúnic des betwanc, daz er sin beste gewæte umb daz kindel swanc.
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169 Er wolte ez nieman läzen, er nam ez an den arm: ‘wir suln frveliche gen Salnecke varn.’ ritter unde ouch knehte des lenger niht bevilt, si fuorten gen der veste daz kint und ouch daz wilt. 170 Dö kömen si vil schiere üf den hof geriten. do erbeiztens von den rossen näch ritterlichen siten. dé gienc der kúnic Walgunt für sin frouwen stän: ‘na schowe, vil liebiu frouwe, welch ein kint ich funden han’. 171 Wie ez die wilden wolve heten in den berc getragen, wie man ez hiete gewunnen, begunde er ir sagen. ‘ez ist noch ungetoufet und ist niuliche geborn: ez müest mich immer riuwen, und werz alsé verlorn. 172 Man sol ez balde baden, daz kleine kindelin. ich wil ez heizen toufen, vil liebiu frouwe min, und wil ez schöne ziehen. wirt ez ein biderbe man, tüsent marc goldes nfach ich im undertan.’ 173 Do gewan er im ze göten den gräven Wülfin unde ouch von Galitzen ein edel marcgrävin und den ritter Jörgen, gar ein biderben man. der wahter und der torwart muosten üf höher stän. 174 Dô zuo dem toufe wart bereit daz scheene kindelin, dé volgte im nach der künic und diu frouwe stn. ritter unde ouch knehte, die dühte ez wunderlich: der künic liez ez toufen und hiez ez Dietrich. 175 Alsó dé daz kindel wart üz dem toufe erhaben, dö schepft man im ein namen, der volgte im hin ze grabe:
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Wolf bt Dietriche, der name wart wite erkant. dô hiez er Wolfdietrich, ein hérre tbr alliu lant. 176 Im gap ein marc goldes der grave Wülfin. dé gap im ouch eine diu edel marcgrevin. dé gap im ouch Jörge ein guldin vingerlin, daz man dester baz züge daz kleine kindelin. 177 Einer richen ammen daz kint enpholhen wart. diu zöch ez alsó schöne, ez wart ir alsó zart, daz man in dem lande von im begunde sagen. dristunt in der wochen muost man ez für den künic tragen. 178 Frou Liebgart diu alte lenger niht enlie, zuo ir scheenen tohter si Uf den turn gie. si begunde ir sagen mere von dem kindelin: do erschrac si in ir herzen, diu junge kúnigin. 179 Wie ez die wilden wolve heten in den berc getragen, wie ez der kúnec hiet funden, begunde si ir sagen, wie rehte schæne ez were, . daz edel kindelin. dó sprach diu juncfrouwe ‘hérre got, wes mac ez sin?’ 180 Dar nach in kurzen stunden diu muoter von ir gie. diu junge küniginne lenger niht enlie, si sprach ‘wahtere, trüt gevatere min, sag mir durch al dia tugent, wie ståt ez umb min kindeltn ? 181 Er sprach ‘ez gehabt sich wol, vil liebiu frouwe min. ich han ez getoufet, iur liebez kindeltn.' ‘ich mane dich des gerihtes daz ze lest muoz über dich gän, sag mir die rehten wärheit wiez umb min kindel si getän.'
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182 Als si den wahtere só tiure hete gemant, im überliefen d'ougen, sin hende er dö want. er sprach ‘liebiu frouwe, daz wil ich iu sagen: ich kunde ez mindert vinden, ich enweiz wer ez hin hät getragen’. 183 Diu edel küniginne het dö leides genuoc. mit beiden iren henden si sich zen brüsten sluoc. si klagt só klegelichen, diu frouwe wol getän, si klagte ez gote von himele daz si daz leben ie gewan. 184 ‘Daz ich von muoter libe zer werlte ie wart gehorn! wie hän ich gotes hulde und min kint verlorn unde ouch Hugdietrichen, den lieben herren min! von Gren und von guote muoz ich gescheiden sin.’ 155 Dé sprach aber der wahter ‘vil liebiu frouwe min, tuot ez durch got den guoten und lät iur weinen sin. ez hät iur vater funden iur liebez kindelin: der ziuhtz án iuwern schaden, des sult ir freelich sin. 186 Welt ir mir niht gelouben, só bert waz ich iu sage: só bittet iuwer muoter daz manz her üf trage, und schouwet dann vil rehte daz selbe kindelin; só werdet ir wol innen, ob ez mac iwer gesin.’ 187 Frou Liebgart diu alte lenger niht enlie, zuo ir scheenen tohter si if den turn gie. si begunde ir aber sagen von dem kindelin. si sprach ‘got herr von himele, wes mac ez gesin ? 188 Dé sprach aber diu junge ‘vil liebiu muoter min, ja sehe ich alsé gerne daz selbe kindelin.' ‘din vater hat ez alsó liep, der wil ez nieman Ian.’ ‘sé heiz die ammen morgen ze mir her ùf gan.’
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189 Des andern morgens früeje kom diu amme så zehant. diu junge nam ez uf die schóz: wie balde siez Of bant\ dé vant si im zwischen schultern daz rote kriuzelín, dá bi si wol erkande daz ez was ir kindeltn. 190 Si zöch bald abe ir hende ein guldin vingerlin und gap ez der ammen zuo dem kindelin, - daz siz dester baz züge, daz kleine kindelin: ‘were ich bi den liuten, ich wolte dir genzdic sin.’ 191 Dar nach in kurzen ziten diu muoter bt ir saz. si retten aventiure, beidiu ditze unt daz. si sprach zuo der muoter ‘und törste ich dir verjehen seltsener Aventure diu mir hie ist geschehen ?' 192 Si sprach ‘vil liebiu tohter, du maht mir wol sagen waz dir hie ist geschehen bi allen dinen tagen. daz mac ich wol verswigen’ sprach diu künigin. ‘sé wizze daz, frou muoter, daz kindel daz ist min.’ 193 Wie ez die wilden wolve heten in den berc getragen, wiez dar zuo komen were, begunde si ir sagen, und wenn siz hiet gewunnen, daz selbe kindelin. ‘nu sage mir, liebiu tohter, wer mac sin vater gesin?’ 194 Si sprach ‘liebiu muoter, daz tuon ich dir kunt. du weist wol von Kriechen : die schceene Hildegunt, diu mich lérte wirken die haben wunderlich: daz was von wilden Kriechen der künic Hugdietrich. 195 Bi dem han ich gewunnen daz sch&ne kindelin. gehabe dich zem besten, sitz niht anders mac gesin.
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ich han dir geseit die wärheit, reht als ez umb mich stät. daz ich kome zim gen Kriechen, des gip mir dinen rät.’ 196 “Ich fröuwe mich der mere’ sprach diu kinigin, ‘daz du häst einen herren, des eigen mahtu sin. nu swic, vil liebiu tohter, sit ez alsó umb dich stat: daz du komest zim gén Kriechen, des gibe ich dir minen rat.’ 197 Dar nach diu küniginne bi irem herren lac. maneger hande freuden er mit der frouwen phlac. si sprach “kúnec Walgunt, lieber herre min, wie sol man dar zuo gebären daz niht anders mac gesin ge Und in dirre werlde kan nieman understán ?” des antwurte ir der hérre ‘daz sol man varen län.’ ‘des gebet mir iuwer triuwe daz ez múge state gesin.’ er sprach ‘ich briche ez nimmer, vil liebiu frouwe min.’ 199 “Seltsener Aventure muoz ich iu verjehen diu unser lieben tohter kurzlichen ist geschehen. ir fundet in dem walde ein kleinez kindelin, — daz ist Hiltburgen, der schoenen tohter din. 200 Und wer stn vater si, daz tuon ich ju kunt. ir wizzet wol von Kriechen die schene Hildegunt, diu si lerte würken die hüben wunderlich: daz was von wilden Kriechen der künic Hugdietrich. 201 Bi dem hät si gewunnen daz scheene kindelin. nu gehaben wir uns zem besten, sitz niht anders mac gesin. ir sult nach im senden und sult'im si gerne lan, wan beidiu lant und liute mac er wol geban.’ 202 Dö het der künic Walgunt vil manigen gedanc von dem grözen zorne der in sinem herzen ranc.
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er gedähte ob sin tohter den hérrn hiet an gelogen und den torwart od den wahter hiet über sich gezogen. 203 ‘Geloubet ir ez, frouwe, só tuot ir tumplich. ir antlütze unde ir varwe was einer frowen gelich. si was minnicliche und dar zuo wol gezogen: ich fürhte unser tohter habe den herren an gelogen.’ 204 An dem andern morgen hiez er balde gän, den torwart und den wahter hiez er beide vän. er sprach ‘ir müezt mir sagen von der tohter min, bi wem si habe gewunnen daz schene kindelin.’ 205 Dé sprach der wahtezre wider den hérren sá zehant ‘geloubt mir, lieber hérre, só tuon ich iu bekant wie ez si ergangen umb die tohter din, bi wem si habe gewunnen daz schoene kindelln. 206 Hildegunt diu scheene diu nam mich bt der hant üf dem turne an ein venster, tuon ich iu bekant, dô sagte si mir mare diu wären wunderlich, si wer von wilden Kriechen der künic Hugdietrich. 207 Daz hiez er mich verswigen, der hérre tugenthaft: des gap er mir ze miete ein ganze gräfschaft, lant unde bürge müest ouch min eigen sin, daz ich im breht min frouwen und ouch daz kindelin. 208 Dé tete ich sam der tumbe und was der geheize fró : mit minen ganzen triuwen lobt ichz dem herren dô. sendet hinz Kunstenopel: mig ez niht alsó sin, só heizt mich danne henken, vil lieber hérre min.’ 209 Er sprach ‘lieber hérre, waz hete ich schult dar an daz ir ze iuwer tohter verspartet einen man?
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ez ist niht ungefüege, hat si ein kindelin.’ dé sprach künic Walgunt ‘nu habet die hulde min.’ 210 Er sprach ze sinen herren ‘nu hete ich doch versworn, ich geb si niht ze manne, die frouwen höchgeborn. nu hät si selbe gemannet, daz schene magedin: nu sprecht ob ich der eide wol müge ledic sin.’ 211 ‘Ir sit der eide ledic' sprächens alle gelich. ‘ir sult kurzlichen senden näch dem künege rich, daz er kome ze lande, die frowen welt ir im län, sit er ist ein hérre unde ein fúrste lobesam.’ 212 Dé sprach der kúnic Walgunt ‘lieber graf Wülftn, ir und der ritter Jörge sult mine boten sin. ir sit sin gevateren, des han ich iuch erwelt: nu bringet mir von Kriechen Hugdietrich den helt.’ 213 Dô wären die zwen herren der selben botschaft fró. vier und zweinzic ritter hiez er kleiden dô. mit den fuoren si von dannen, tuot uns daz buoch bekant: si muosten botschaft werben in der Kriechen lant. 214 [Der kainic hiez dé bringen für sich die schoenen meit. er fragt si ob ez were als der wahter hiete geseit. ‘ez ist alsó ergangen’ sé sprach daz magedin ‘und anders niht, des müeze min houbet iuwer phant sin.') 215 Dé sprach diu juncfrouwe ‘lieber graf Walfin, ir und der ritter Jorge sult mine boten sin. sagt im ze wortzeichen, er wizz wol waz er mir riet des nahtes an dem bette, dé er des morgens von mir schiet.
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217 ‘Ich wil daz tuon gerne’ sprach der grave lobesam, ‘gebt mir urloup von hinnen, frouwe wol getan.’ urloup nam er von dannen, als wir haben vernomen: an dem ahtzehenden morgen wärens gen Kunstenopel komen. 218 Si kömen richliche üf den hof geriten. si erbeizten von den rossen näch ritterlichen siten. si giengen ze Kunstenopel für den künic stän: do enphienc si Hugdietrich, der fürste lobesam. 219 Dé lie sich der grave für in nider üf diu knie. | er sprach ‘durch iuwern willen, hérre, sin wir hie. gebet uns daz botenbröt, edeler künic frum: Hiltburc, iuwer frouwe, hat einen schenen sun. 220 [Doch sin wir niht her komen ein umb daz botenbrót: ich wil iu sagen rehte, waz iu der künec enböt. ir sult näch der frouwen, er wil si iu gerne län, und dar zuo lant und liute macht er iu undertan.’} 221 ‘Wenne genas si des kindes, diu liebe frouwe min?’ ‘es ist wol ein halbez jär, vil lieber hérre min.’ er sprach ‘got von himele, wer mac min gevatere sin?’ ‘daz bin ich und der ritter’ sprach grave Wúlfin. 222 Dé wart Hugdietrich der gevateren also fró: bf ietweder hende gevie er einen dé. er fuort si gezogenlichen ùf den sal hin in: man sazt si of ein sidel, man brahte in guoten win.
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223 ‘Wenne wart man sin innen umb die frouwen min? wie tete der künic Walgunt gen der tohter sin und diu alte kiniginne? daz hiete ich gerne vernomen.’ dé sageten si im diu mere, als ez dar umbe was bekomen. 224 Wie ez die wilden wolve heten in den berc getragen, wie ez der künec het funden, begunden si im sagen, und wie reht wunderliche ez were nach verlorn: er sprach ‘got hérr von himele, daz ich ie wart geborn! 225 Sit ez die wilden wolve heten in den berc getragen, wie mac ez danne heizen? daz sult ir mir sagen.’ dé sprach der grave werde ‘daz tuon ich iu bekant: ez heizet Wolfdietrich, durch daz manz bf den wolven vant. 226 Ez gie an den äbent, daz man in ezzen truoc: si heten zallen ziten wirtschefte genuoc. - hundert marc goldes er in ze dienste bot, ros unde ouch guotiu kleider gap er in ze botenbröt. 227 Dô kom herzog Berhtunc geriten in daz lant. dö sagte im diu mare der fürste sá zehant. er sprach ‘wir suln riten näch der frowen wol getän: ir sult si hie ze lande ze einer kúniginne ban.’ 223 Do besante sich Hugdietrich über al in siniu lant. dé kom gên hove geriten manec küener wigant. wol fünf tüsent helde, die wären unverzeit, mit den der künec Hugdietrich gen Salnecke reit. 229 Wol hundert soumare wurden wol geladen und ouch die kamerwagen, als si solten tragen trinken unde spise durch diu witen lant: daz riet im wol nach Aren vil manic küener wigant.
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230 Dé hiez er balde kleiden manegen ritter guot, die ze siner höchzit wären mit eren wol behuot: frien unde gräven, vil manegen werden man in silber und in golde sach man richlichen gan. 231 Dö sprach herzog Berhtunc ‘vil lieber hérre min, daz golt und daz silber lat iu niht ze liep sin. gebet ez tugentlichen frouwen unde man, daz man iuch ze Salnecke für einen herren müge gehän.' 232 Er sprach ‘vil lieber meister, als liep ich dir müge sin, schaf daz ez sté nach éren, als ich kume her wider fn.’ urloup námen si von dannen, als wir haben vernomen. an dem ahtzehenden morgen warens gén Salnecke komen. 233 Dô hete der kúnic Walgunt gebüwen uf daz velt manec hérlich gestüele und manic rich gezelt. die knöphe dar of lühten und gäben liehten schin. die liat nam michel wunder wann die geste kemen drin. 234 Dé kam der ritter Jörge vor in her gerant. er sagte im daz er keme mit éren in daz lant. Walgunt der künic here sich dar zuo bereit: wol ein ganze tageweide er im engegen reit. 235 Alse er Hugdietrichen `. verren ane sach, vil gerne müget ir hæren wie er zuo im sprach ‘got wilkomen, hérre und frouwe! wie habt ir mich betrogen! ich sihez an iuwer varwe, der wahter hat niht gelogen, 236 Den ich durch iuwern willen wolte erhenket han.’ dé sprach Hugdietrich . ‘daz were unrehte getän. ir wolt si nieman geben, die edelen künigin: dö muost ich mit listen werben umb die frouwen min.
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237 Do enphie man die geste sé gar tugentlich, manegen ritter küene und ouch den künic rich. man het si alsé schöne, vil manegen werden man, die dar wären komen mit dem fürsten lobesam. 238 Dé kómen si dé schiere in daz gestüele geriten, dä heten si kurzwile näch ritterlichen siten. dö sprach Hugdietrich ‘möht ez mit hulden sin, só sehe ich alsó gerne min liebez kindelin, 239 An dem mir nach só grózez leit was geschehen. die andern sinen friunde die hán ich wol geseben: ich seh mín kindel gerne daz mir der wolf nam.’ dó muost diu amme balde für in mit dem kinde gán. 40 Er nam ez an den arm an der selben stunt, er kuste ez gar schóne vil ofte an sinen munt. er sprach ‘Wolfdietrich, min liebez kindeltn, Kunstenopel sol din eigen vor andern minen erben sin.’ 241 Sinen mantel liez er slifen, der was só rilich gar, nider zuo den füezen, daz sage ich iu für wär. der was mit liehtem golde rilich durchslagen ` den hiez er dé die ammen mit dem kinde fürder tragen. 242 Dô wart sin diu amme üzer mäzen fró. ‘genäde, lieber hérre’ sprach si zem künege dé, ‘got durch al sin güete Jaz iuch mit sælden leben: ir habt mir zuo dem kinde só riliche gegeben.’ 243 Frou Liebgart diu alte lenger niht enlie, mit ir schenen tohter si im engegen gie. zwei wol spilende ougen unde ein röter munt täten Hugdietrichen ein lieplich grüezen kunt.
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244 Dö sprach frouwe Liebgart ‘vil lieber hérre min, ich wolte sin niht wenen daz ez alsó möhte gesin, dé ir só schöne worhtet die húben wunderlich. des begunde lúte lachen der kúnic Hugdietrich.' 245 Do besant sich künic Walgunt nàch manegem werden man. dó kom zuo der hóchzit manec ritter lobesam, frien unde gráven, durch diu witen lant. alrérste wart Hugdietrich ze Salnecke wol erkant. 246 Den herren man dä schöne ir herberge gevie. der werde künic Walgunt ze sinen gesten gie. ezzen unde trinken wart dä niht gespart: alliu varende diet dá wol beräten wart. 247 Diu höchzit wert mit vollen dri wochen, daz ist war. dò fuoren si von dannen mit maneger grözen schar. ‘welt ir mit mir von hinnen, Walgunt, sweher min?’ er sprach ‘ja, vil gerne, bi den triuwen min.’ 248 Urloup nam Hugdietrich, daz wizzet sicherlich. sam tete von Salnecke diu küniginne rich. hundert wizer miule bräht man der künigin: jeglicher truoc gen Kriechen ein schanez magedin. 249 Do besant sich künic Walgunt nach manegem werden man. wol vier hundert ritter er zuo im gewan, | daz wären helde küene und ouch vil unverzeit. mit siner schenen tohter er gen Kunstenopel reit. 250 Do bereit sich von Galitzen diu edel margrevin: mit irem lieben gevateren wolt si ouch varen hin. wol mit sehzic juncfrouwen wart si dö bereit. nu schouwet wie érliche diu frowe von lande reit.
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251 (Dé huop sich ze Salnecke ein vil richer schal, dö sich daz gesinde machte von dannen über al. urloup nam si zer muoter, als ich iu bescheiden wil. dé sach man vor der frouwen vil maneger hande spil.] 252 Dé kouft man úf der stráze swes ie daz herze gert. man tet dá nieman schaden eines phenninges wert. si riten zweinzic tage mit der frouwen wol getan: dar nach des nahsten morgens sáhens Kunstenopel an. 253 Dó hete herzog Berhtunc boten dz gesant und hete ze im gewunnen manegen kúenen wigant. er reit dem hérrn engegen mit manegem werden man und enphienc in wirdiclichen und die frouwen wol getan. 254 Dö kömen si richliche üf den hof geriten. si erbeizten von den rossen näch ritterlichen siten. si giengen mit der frouwen af den vil schonen sal: dé huop sich allenthalben ein ungefüeger schal. 255 Vierzehen tage sö lange werte diu hóchztt. man het dá von ze sagen in dem lande wit. urloup nam kúnic Walgunt und ouch die sinen man dä ze siner lieben tohter; dö huop er sich von dan. 256 Si riten heim ze lande, als wir haben vernomen. an dem ahtzehenden morgen wärens gen Salnecke komen. er erkund diu mer dä heime vol gesagen nie wie manz da ze Kunstenopel mit siner tohter begie. 257 [Dô wart ir marschalc der grave Wúlfin. dé wart der ritter Jorge kamrere der kinigtn.
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dô wart ir phlegerinne diu edel marcgravin. der wahter und der torwart muosten ouch herren sin. 258 Dö het er die frouwen unz in daz ahte jär. si gewunnen noch zwén sine, daz sage ich iu für wär: der eine der hiez Bouge, der ander Wahsmubot. dar näch in kurzen ziten verschiet diu frouwe guot. 259 Da läzen wir beliben disen kúnic rich und dúrzen wir die wile mit Wolfdietrich. ez wuohs ze Kunstenopel daz kindel wunnesam, unz im starp sin vater: sin fröude was zergán.] II. 260 Als Wolfdietriches vater an stnem ende lac, stner lieben kinde er wol mit triuwen phlac, er het zwén süne junge, die hiez er für sich gan. sin lant und ouch sin liute macht er in undertän. 261 Er sprach ‘vil lieben kint, nu hert waz ich iu sag. ich enweiz ob ich lenger mac leben einen tac.’ er gap Wahsmuoten bi der Ipper dan, dé gap er Bougen Blibort, daz diente dem küenen man. 262 Er sprach ze Wolfdietrichen ‘Kunstnopel sol wesen din und swaz derzuo geheret vor den andern erben min.’ dö hiez er herzog Berhtunc vil balde für sich gän: “ich enphilh dir Wolfdietrichen, du bist ein getriuwer man.’
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263 Dar nach am fünften tage der herr sin ende nam. dé wart er bestatet als ez im wol gezam. vil schiere herzog Berhtunc Wolfdietrichen nam: er fuorte in in sin eigen lant, der vil getriuwe man. 264 Dé zöch er sinen hérren wol in daz fünfte jar. er lérte in maneger hande, daz sage ich iu für wär: er lérte in wite springen und schiezen wol den schaft, er lerte in ouch mit triuwen spiles maneger hande kraft. 265 Er lérte in mezzer werfen, seht, des geschach im nöt: er wer von einem beiden anders gelegen töt, dé er stuont in neten vor dem heiden höchgemuot: dem gesigte er an, des half im got und sin meister guot. 266 Swaz in sin meister lérte, des wart er meister gar von maneger kurzwile, daz sage ich iu für war. er wart in siner jugent biderbe unde guot: des freute sich des werden herzogen Berhtunges muot. 267 Dar nach in kurzen ziten heten im sin bruoder genomen, swaz im von Kunstenopel guotes solt sin komen. im wolten sine bruoder sin lant nibt dienen län: si Jahn er were ein kebeskint, ern möht nibt erbes han. 268 Alsö herzog Berhtunc diu selben mare vernam, er gienc gezogenlichen fir sinen hérren stan: ‘hérre Wolfdietrich, du solt ritterlichen leben. din lant und-ouch din liute muoz man dir wider geben.’ 269 Er sprach ‘lieber meister, nu gip mir dinen rat, sit du wol weist daz allez an dir einic stat.’ daz swert nam er nach werde an einem phingestac, der werde degen biderbe, der ouch vil tugende phlac.
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270 Als im herzog Berhtunc daz swert ze handen bráht, ‘ich hän sehszehen süne, biderbe unde geslaht dar zuo fünf hundert ritter, küene und lobesam: die lege ich of die wage mit dir und alle mine man.’ 271 Dô sante herzog Berhtunc über al in siniu lant. vier tüsent helde küene kömen im sá zehant. die muosten swern eide, seht, daz wil ich iu sagen: si hulfen Wolfdietrichen sin eigen lant behaben. 272 ‘Hérre, swaz ir nu wellet, daz sol allez ergán.' dö riten si mit zühten üz der stat ze Merän: si gruozten tugentlichen die menige über al: , dô riten si vil schiere ze Eppan in daz tal. 273 Uf bunden si die segele, die ùz erwelten man. dó fuoren si mit fróuden über des meres strän. si kómen kurzliche gén Kunstnopel in die hab: si fuoren wan drt wochen; got in daz gelücke gap. 274 Do erbeizten si vil balde nider af daz lant úf einen grúenen anger, die vil kdenen wigant. dó sprach herzog Berhtunc ‘vil lieben hérren mfn, ich und mín hér Wolfdietrich suln hinaht ze hove sin.’ 275 Er sprach ze sinen sünen ‘ir sult hie bestän, und vernemet ir mín stimme, só kumet, ir küenen man; só gét ez uns an die ére und daz man striten sol; só kumet ir uns ze hilfe. des getriuwen wir iu wol.' 276 Dó giengen si vil balde in der zweier kúnege sal. wol enphienc man den alten, daz gesinde úber al, 3i enphiengen herzog Berhtunc, den jungen liezens stän. er sprach “waz hät min hérre . ze leide iu getán ?
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237 Dé sprach der künic Wahsmuot, daz was ein junger man ‘nu sage mir, herzog Berhtunc, wen wiltu ze hérren han?’ ‘daz wil ich Wolfdietrichen, der ist ein getriuwer man, den enphalch mir sin vater: ir sult im sin erbe län.’ 278 Dé sprach der künic Bouge, ein ungetriuwer man ‘Wolfdietrich ist ein kebeskint, der mac erbes niht gehän. man vant in ze walde bi jungen wolvelin: du solt in earen läzen und solt unser eigen sin.’ 279 “Waz saget ir mir von wolven die loufent dä ze holz? er ist ein degen küene und ouch ein ritter stolz. ir sult im sin erbe durch reht ligen län: ich wil dar wider legen allez daz ich indert hän.’ 280 Dé sprach Wolfdietrich ‘vil lieben bruoder min, tuot ez durch got den guoten und lät mich bf iu sin. habt iu daz lant halbez daz mir bescheiden ist, und Jat mirz halbez und die stat, daz doch vil billiche ist.’ 251 Dö sprach künic Bouge, der ungetriuwe man ‘du bist doch ein kebeskint, du maht erbes niht gehän. du hebe dich von hinnen, und wellestu genesen, oder ez muoz noch hiute von mir din ende wesen.’ 282 Dé sprach herzog Berhtunc ‘daz wer mir immer leit, solt ich alsö verliesen min gröze arbeit, die ich an den fürsten lange geleget han. er muoz gewalticlichen hie vor iu allen stan.’ 283 Dô sprach künic Bouge ‘du alter zugebart, daz du üf unserm hove wurd ie só lange gespart! wilt du sin niht erwinden, du wirst sin anders gewar: daz här von dinem munde heiz ich dir zerren gar.’
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284 Dô sprach Wolfdietrich ‘swie ir sit die bruoder min, swer an rüert minen meister, der muoz verschröten sin von minem guoten swerte, oder ich muoz ligen tot.’ als antwurte er üz zorne, des gie in gróziu not. / 4,289 285 Die herren wichen beide gen einer tür hin dan. sich verwäpent of der bürge manic küener man. si sluffen in die ringe, als wir haben vernomen: si heten in gerne verderbet, möht ez alsó sin komen. 286 Dô sprach herzog Berhtunc ‘vil lieber hérre min, hüetet wol der tūre, als liep Cu múge gesin. swer üz od in well sliefen, der sol stn houbt hie lan: só sult ir werden innen ob ir habt einen dienstman.' 287 Dö spranc herzog Berhtunc für die türe, der küene man. - ein horn rót von golde blies der helt lobesam. daz erhörten sine süne, si gahten balde dan: mit allem irm gesinde kémens an die porten gan. 288 Dé huop sich in der birge ein ungefüeger schal, dé die ritter drungen in der bürge über al. des enweste niht der alte daz sin hérre stüende in nöt. dö muost von Wolfdietrichen manec helt ligen tôt. 259 Si striten einen langen tac, daz wil ich iu sagen. dô wurden Berhtunge sin helde alle erslagen, unz an sine süne, die beliben dannoch gar, und sin hérre Wolfdietrich unde er selbe, daz ist wär. 290 Dö sprach Wolfdietrich ‘wir suln von hinnen varn, sit uns die helde sint erslagen: got müeze uns bewarn. noch lebent al din süne, die füeren wir von dan, und verlüre ich der einen, sé müeste ich érste trüric stan.’
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291 Dé sprach herzog Berhtunc ‘vil lieber hérre min, ez suln alle mine süne noch hie bt dir sin. ez sol ir jegelícher noch hundert man bestan: sam tuon ich selb zwei hundert’ sus sprach der kiiene man. 292 Dé gengen si ze strite, daz wil ich iu sagen, dé wurden Berhtunge siner sine sehs erslagen. als er ir ein sach vallen, den hérren blicte er an und gruozte in tugentlichen, der firste lobesam. 293 Dé wart Wolfdietrich gedrungen verr hin dan. zwischen im und stnem meister stuont wol zwei hundert man. des enweste niht der alte, der stuont in grözer not: er wand sin hérr Wolfdietrich were gelegen tot. 294 Dé sach man den alten vil trúriclichen stan: im überliefen d’ ougen, dem unverzagten man. dé sprach sin sun Hache, der fürste lobesam: ‘ich sihe diu swert dort blecken, da stat der küene man.’ 295 Die schilt namens ze rucke, manec slac dar üf erhal: si vahten grimmiclichen, dé si drungen durch daz wal. si ersluogen wol zwei hundert, sin werde dienstman, unz daz si iren hérren mit ougen sähen an. 296 Dé het heldes werc erzeiget der fürste vil gemeit: mer dan zwei hundert töten het er umb sich geleit. da enmitten stuont er inne, der unverzagte degen, dô hete er sich des libes, daz wizze, gar verwegen. 297 Ob im stuont ein degen, der was vil höchgemuot: der warf im ein wunden durch sinen helm guot,
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dé lac er in unkreften, der tugenthafte man. 29s Wie balde herzog Berhtunc über sinen hérren spranc! er zucte in üf vil schiere, diu wile was niht lanc. den helm von dem houbte brach im der küene man: ‘wol mich, daz ich iuch, hérre, noch lebendic funden hän! 299 Nu suln wir von hinnen, daz wil ich iu sagen, sit uns die helde alle sint ze téde erslagen. werdent unser inn die Kriechen, só sin wir alle tot.’ dó gáhtens zuo den rossen, von dannen was in nöt. 300 Dó kérten si von dannen, die küenen degen balt, só si baldest mohten, gegen einem grüenen walt. fünf túsent ir vinde die jagten in allez näch: Wolfdietriche und den sinen wart gén dem walde gách. 301 Si kómen neben der stráze in ein wilde hin ze tal úf einen grúenen anger. gelegen was der schal. da beliben nu die herren, strits hetens sich verwegen, doch heten si gedingen, si solten dennoch lenger leben. 302 Si beliben da, die herren, unz si begreif diu naht. dö sprach Wolfdietrich zuo den helden geslaht ‘ir helde, leget tuch släfen, ich wil der schiltwaht phlegen.’ ‘nu enwelle got’ sprach Hache, der úz erwelte degen. 303 Dé sprach herzog Berhtunc ‘vil lieber hérre min, war umb welt ir uns dienen, sit wir iur eigen sin? lat mich und min gesinde hinaht vor iu stan, und leget ir iuch släfen ; ir sit ein müeder man.’
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304 Dò sprach Wolfdietrich, ein küener degen her ‘jà fürhte ich gedienen iwer keinem nimmer mer. lät mich iu hinte dienen, daz ist der wille min: daz wolte got von himele, und solte ez lenger sin. 305 Dé sprach herzog Berhtunc ‘iwer wart ein rühez wip. wie welt ir vor der selben gefristen iuwern lip? si ist iu nach gegangen unz in daz dritte jar: si hiete iuch gerne ze manne, daz sage ich iu für war.’ 306 Dé sprach Wolfdietrich ‘wie sol ich daz bewarn ? ez ist mir lieber in der jugent swaz mir leids sol widervarn, danne ob ez mir wurde gespart inz alter min. swaz ich arbeit muoz liden, daz mac anders niht gesin.’ 307 Dö legten si sich slafen, sin einlif dienstman. wachen unz uf mitte naht herzog Berhtunc began. Wolfdietrich wolt niht släfen, er gedäht, der küene man, ob sin meister gen dem tage möhte ein wile ruowe gehän. 3us Als sin meister dé entslief, dö kom daz rühe wip zuo dem fiure gegangen: si sach des fürsten lip. si gienc üf allen vieren, reht sam si were ein ber. er sprach ‘bistu gehiure ? welher tiuvel brabt dich her?” . 309 Dé sprach diu rúhe Else ‘ich bin gebiure gar. nu minne mich, Wolfdietrich, só wirstu sorgen bar. ich gib dir ein künicriche, dar zuo ein witez lant, daz ez dir, herre, dienet für eigen an din hant.’ 310 ‘Nein ich, úf min triuwe' sprach dö Wolfdietrich. ‘ja enwil ich dich niht minnen, du välantinne rich.
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du hebe dich zuo der helle, du bist des tiuvels gnóz: já múet mich áne mázen din ungefúeger dóz.' 311 Vor zorn nam si ein zouber und warf ez úf den man, dá von sich Wolfdietrich niht mér wol versan. vil balde si im sin guot swert und sinen volen nam: é daz er kam zim selben, dö het si ez von dan. 312 Do er sich versan, dé greif er näch dem swert hin dan: er wolt sich und die sinen umberizzen hän. als er ez niht envant, do tlte der küene man suochen sinen volen: si het in ouch von dan. 313 Do sprach Wolfdietrich ‘wes sol ich hie bestän ? und ist daz nu erwachent min einlif dienstman, só biutet einer mir sin swert wil mir der ander geben: so enkan ich niht gewizzen wie ich mit in sol leben.’ 314 Dé kérte Wolfdietrich von in in den tan. si macht von zoubr ein sträze, dá kam er Of gegan: er lief des selben nahtes zwelf mile, der wigant ; under einem schanen boume er die rühen Elsen vant. 315 “Wilt du mich noch minnen, Wolfdietertch ?’ ‘nein ich, úf min triuwe, du válantinne rich. du gip mir balde widere min swert und minen voln, daz du mir, ungeslahtez wip, besliche hast gestoln.’ 316 Si sprach ‘nu lege dich slafen, du bist ein müeder man, und läz mich dir scheiteln dine löcke wunnesam.'
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‘der tiuvel sol bi dir slåfen! só sprach der kúene degen, ‘waz gemaches solte ich bt dir rúhen wibe phlegen ?' 317 Vor zorn nam si ein zouber und warf ez üf den man: daz bestuont im an der brüste; släfen in began, daz er muoste nider sigen üf den grüenen plän. do verschriet si im die negele, dem unverzagten man. 318 Si nam des härs zwén löcke von dem släf hin dan. si machte in zeinem tören, den tugenthaften man, daz er lief unversunnen da ze walde ein halbez jar und die spis nam von der erde, daz sage ich iu für wär. 319 Do erwachte herzog Berhtunc der getriuwe sa zehant: er erschrac in sinem herzen, do er den hérren niht envant. er sprach ze sinen sünen ‘nu grifetz unreht an und wert der zweier künege ze Kriechen dienstman. 320 Ir sult in swern eide: sich hebet arbeit vil. wie ir die eide behaltet, ich iu bescheiden wil: swenne ir iuwern herren seht mit ougen an, daz ir denn der eid sit ledic’ só sprach der küene man. 321 Stap unde ouch taschen nam der küene degen: er sprach ‘vil lieben kint, got ruoche iuwer phlegen.' klagende und ouch weinende er von sinen kinden schiet: er suochte sinen hérren, als im sin sin riet. 32 Do täten die jungen daz in der alte geböt. si kerten von der wilde, des twanc si gröziu nöt. si kömen zuo den künegen und wurden ir dienstman, und tätenz doch niht gerne, die helde lobesam. 323 Dô wallet herzog Berhtunc von dem mere hin dan mit trürigem muote, unz er z’alten Troyen kam,
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dä er die rühen Elsen vor einem münster vant: si gruozte in tugentlichen, diu frouwe, sá zehant. 324 Dó sprach herzog Berhtunc ‘vil edele kúnigin, ich bete iuch alsó gerne, möht ez mit hulden sin, daz ir mir zeigt min herren den ir mir habt genomen. owé mins lieben herren! wa ist er hin komen?’ 325 Dô sprach diu rühe Else ‘ich han sin niht gesehen. wie getürt ir mich stn zthen? iu mac wol leit geschehen.' ‘ach’ sprach er, ‘liebiu frouwe, als ich mich kan verstan, ir sit im nach gegangen, da von ich in verloren han. 326 Nu muoz aller érste min fröude ein ende hän. owé mins lieben herren! sô sprach der küene man. ‘lieber got von himele, wie sol mir danne geschehen, und sol ich minen herren nimmer mére lebendic sehen! 327 Dö wallet herzog Berhtunc durch die heidenschaft mit trúrigem muote (libes het er wol die kraft) úber berc und úber tal. dó er sin niht envant, vor leid was nách erstorben der vil küene wigant. 328 Dó schifte er mit leide über des meres strån : dó vant er sine süne in der künege hove gan. dé wart er wol enphangen, vil liep was im geschehen. ‘habet ir noch ninder Wolfdietrich gesehen ? 329 ‘Nein ich’ sprach der alte, 44 fürhte ich, er al tôt. min herze in minem ltbe leit arbeit unde nôt.’ ‘heber got von himele, wie sol uns danne geschehen, und suln wir unsern hérren nimmer mére in fröuden sehen!
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330 Dannoch lief Wolfdietrich wol ein halbez jar wilder da ze walde, daz sage ich iu für war, | unz got niht lenger wollte die arbeit sin vertragen : er sant der frowen ein engel, seht, daz wil ich iu sagen. 331 Der engel sprach zer frouwen ‘waz hästu getän, daz du wilt verderben einen biderben man? du widertuo ez balde, du ungeslahtez wip, oder dir nimt der donre in drin tagen dinen lip.’ 332 Als diu küniginne die selben stimme vernam, daz si von gote was komen, dö huop si sich von dan balde hin ze walde, dä si in hete verlän: da vant si Wolfdietrichen, den vil getriuwen man. 33 ‘Wiltu mieh noch minnen ? sprach diu frouwe rich. des antwurte ir von Kriechen hérre Wolfdietrich ‘und weret ir getoufet' sprach der küene degen, ‘sô wolte ich mit iu wägen beidiu lip unde ouch leben. 34 Edeliu kúniginne, nu saget mir fúr wár, ob ich iuch gerne minnet, wie keeme iu durch daz har?’ si sprach ‘dar umbe soltu lützel sorgen han, wan ich ez sicherlichen vil wol gefüegen kan.’ 335 Dé fuort si in in einen kiel, den unverzagten man. dé fuoren si mit fröuden über des meres strän: -da hetes ein künicriche und ouch ein witez lant. si sprach ‘wilt du getriuwe sin, daz dient dir an din hant.’ 36 Si fuorte m in dem lande, den fúrsten lobesam, fúr einen berc, dá westes einen juncbrunnen stán: der was einhalp kalt und anderhalbe warm: dar fn spranc diu frouwe, si bat sich got bewarn. 29 Dô wart si getoufet. é was si rúch Else genant: nu hiez si frou Sigminne, diu scheuste tbr alliu lant.
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si het die rühen hüt in dem brunnen gelän. er het nie mére gesehen ein frowen só wol getán. 338 Si was klein an dem libe, wol geschaffen über al, gedrol alse ein kerze über die hüffe hin ze tal: iriu liehtiu wengel wären rösenvar. si legte an kleit von siden, daz sage ich iu für wär. 339 ‘Wiltu mich noch minnen, Wolfdietertch?’ des antwurte ir von Kriechen der werde fürste rich ‘ir sit worden schene und ouch gar minneclich. ir habt iuch wol verkéret: ir waret vor dem tiuvel glich.’ 340 ‘Da von soltu mich minnen, vil tugenthafter man.’ des antwurte ir Wolfdietrich, der fürste lobesam ‘wer ich nu alse schene als ich was vor einem jar, só minnete ich dich gerne, daz sage ich dir für war.’ 341 Dé sprach frou Sigminne ‘und wellestu schæne wesen, só sprinc in den brunnen, só bistu wol genesen: sö wirstu sam ein kindel von zwelf jären gar, schene unde minniclich. daz sage ich dir für war.’ 342 Do spranc er in den brunnen, der tugenthafte man. als er drüz schiet, zeim bette fuorte man in dan: dar an legt er sich slafen, der getriuwe Wolfdietrich, ze siner sch&nen frouwen : si wurden fröuden rich. 343 Dö hete er höchzite mit der frouwen wol getan, daz er nie gedahte an sin einlif dienstman. im kom eines nahtes in sin sin und in den muot, wie er solte striten mit Ortnide dem degen guot.
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34 Dò sprach Wolfdietrich ‘vil liebiu frouwe min, nu helit mir mines muotes, als liep Cu müge gesin, wie daz ich gestrite mit Ortnide dem küenen man: ei, Ficher got von himele, und hiete ich im gesiget an! 345 Si sprach ‘vil lieber hérre, waz hat er iu getan, daz ir in alsö gerne mit strite welt bestán ?” er sprach “vil liebiu frouwe, ich wil iuch wizzen län: do ich was ein kleinez kindel, dé wolt er mich twungen han. 346 Dé sante er siner graven zwelf in mins vater lant, ich solte im immer zinsen birge unde ouch lant. ich enböt im hin widere, swenn ich wurde zeinem man, dö wolte ich in ze Garten umb sin eigen lant bestän. 347 Nu bin ich gewahsen und worden zeinem man: nu wil ich in ze Garten umb sin erbe bestan. sin geselle wil ich werden, und gesige ich im an. dar zuo sult ir mir raten, frouwe wol getán.' 45 Si sprach ‘ir sit mir alsó liep, ich hilfe iu úz der nót, daz ir von keiser Ortnit niht geliget tot.’ dó hiez si im bereiten einen kiel wunnesam mit guotem grifengevidere, der was wol getän. 349 Dé hiez si dem herren in den kiel tragen dar ein palmätstdin hemde, daz sage ich iu für wär: sant Pangräzien heiltuom dar inne versigelt was; ‚von zwein und sibenzic vachen: dar inne er vil dicke genas. 40 Uf bunden si die segele, die unverzagten man: dö fuoren si mit fröuden über des meres stran.
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dö er kom ze lande, er kêrt gen Garten dan: da erbeizte er undr ein linden, der tugenthafte man. 351 Umb die selben linden was ez alsô getän, daz nieman durch kurzwile getorst dar under gän, er enwer durch strites willen komen in daz lant: _alsó was Wolfdietrich, der küene wigant. 352 Uf der selben linden sungen diu vogelin. wie möhte dé sin fröude græzer gewesen sin? als er die stimme erhörte und den fröudenrichen schal, dö freute er sich der wunne: dá sanc wol diu nahtegal. 353 Dé sanc ietweder vogel sin stimme sunderber. da von wart Wolfdietrich in herzen fröudenber, und daz von dem schalle entslief der küene man. dé kam keiser Ortntt an ein zinnen gän. 354 Er stuont an der zinnen, der werde keiser guot, ` bt im diu scheene Liebgart, diu gap im héhen muot. si sprach ‘keiser Ortnit, wart hin, vil werder degen, ich sach só gwalticlichen sich niemer keinen dar legen.’ 355 Er sprach vil liebiu frouwe, ez gät im an den lip kurzlich von minen handen, daz wizzet, scheenez wip. er vert mit einem schalle sam daz lant sin eigen si: ez wonet vil grözer übermuot sinem herzen nahen bt.’ 356 Dô sprach diu schene frouwe ‘nein, lieber hérre min, er mac wol wesen müede und verre gestrichen sin.
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WOLFDIETRICH B. Il 358 H. 221 ir lat in ruowe phlegen, er ist ein küener degen: sich getorste ein zage nimmer mér under die linden legen’. 351 Er sprach ‘vil liebiu frouwe, ich geloube ir sit im holt. in kan doch niht gehelfen sin vil rötez golt daz im liubtet durch die brünne und durch den helm guot: jA muoz er mit mir striten, und were er noch als héchgemuot. 358 Si sprach ‘vil lieber hérre, wie solt ich im wesen holt? ich gesach in nie mit ougen, dar umbe ich sweren wolt. já rate Pu Of min triuwe, ir sult stn niht bestân.’ dò sprach keiser Ortnit “a wirt er sin niht erlan.’ 359 Er sprach “bi minen triuwen, ich wone im kampfes bi. er vert mit einem schalle sam daz lant sin eigen sf: daz hån ich her behalten vor manegem werden man: er muoz mir sicherliche min riche ligen lan.’ 360 DA sprächen si dô alle, die sinen dienstman ‘hèrre, suln wir mit iu zuo der linden gan?" ‘nein’ sprach der herre, ‘ich wil iuch hinne lan:
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daz han ich her behalten vor manegem werden man: ir müezt mir sicherlichen min riche ligen län.’ Lager) 364 “Só stricket mir die riemen, sit ir ein biderbe man. KENIA ich weiz iuch wol sé küenen daz ir mich türt bestän: ich han von iuwer manlıeit alsö vil vernomen, und bin ouch durch strites willen her ze lande komen.’ 365 ‘Ir wert sin niht erlazen, degen héchgemuot.’ uf bant er Wolfdietrichen sinen helm guot: dé stricte er im die riemen mit den henden sin: dé kam hin nach geslichen diu edel keiserin. 366 Dö wolte si besehen, wederm andern sigte an. dö giengen si ze strite, die zwéne küene man. dö wurden si niht innen der frouwen wol getän: die schilte begundens vazzen und giengen für einander st 367 Si stuonden gegen einander, einern andern ane sach. gerne müget ir heren wie der keiser sprach: ‘du werder degen küene, nu sage mir dinen namen, daz ich dich müge erkennen: des soltu dich niht schamer 368 Do sprach Wolfdietrich ‘daz were ein zageheit, und solt ich von minem künne só balde han geseit, wer min vater were oder wanne ich si geborn. waz habt ir des ze fragen? daz ist mir af iuch zorn.’ 369 ‘Mich dunkt an iwer geberde (ir sit sö hovelich), ir sit von wilden Kriechen Wolf herre Dietrich. ich hän von iu vernomen daz ich gerne geherret han.’ ‘sd wert iuch, herre Ortnit, iuch wil der Wolf bestán.' 370 Dô sprungen si zesamene, die zwéne küene man. dô wart vil michel wunder von in beiden getán.
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ez sluoc ie einern andern dristunt of daz Jant: zuo dem vierden mäle viel Wolfdietrich zehant. 311 Wie balde Wolfdietrich wider üf spranc! sin vil guotez swert im in der hende erklanc. ‘nu wert iuch, keiser Ortnit! & sich volende der tac, sö wirt iu wol vergolten von mir dirr ungefüeger slac.’ 312 Sin swert Wolfdietrich ze beiden henden nam, mit unverzagtem muote lief er den keiser an: er sluoc im uf daz houbet einen swinden slac, daz der keiser Ortnit vor im gestrecket lac 373 Und er ouch zuo der stunde weder hörte noch gesach, noch zuo den selben ziten nie kein wort gesprach, und im daz bluot ze munde und ze ören dz dranc: wie bald diu keiserinne über iren hérren spranc! 314 Si sprach ‘vil lieber hérre, waz hän ich iu getän, daz ir mir habt verderbet minen lieben man? bringet mir des brunnen, daz ich labe den herren min.’ dö sprach Wolfdietrich ‘wa mac daz wazzer sin?’ 375 ‘Da kert ir hinnen balde von der linden hin ze tal und fürdert iuch her widere zuo uns Uf daz wal, daz ich gelabe den hérren: tuot ez durch den willen min.’ er sprach ‘ich tuon ez gerne, vil liebiu frouwe min.’ 316 Dé gienc Wolfdietrich durch den vinstern tan. in sinen guoten helm er des wazzers nam. do kérte er zuo der linden da er si beidiu vant: dé labten si in mit zühten, Ortniten, sa zehant. 37 Als er kam ze kreften und wider df sach, vil gerne miget ir heren wie der keiser sprach.
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‘saget, vil lieber hêrre, ist daz diu frouwe min? mac si mit keiner liebe iwer gewesen sin?’ 378 Dö sprach gezogenlichen der getriuwe Wolfdietrich ‘nein si zwäre, hérre, dem tuot si niht gelich. ir wert des libes wol ein gast, und wer diu frouwe min. si sitzet iu só nähen, si mac wol iuwer sto.’ 379 Dô sprach gezogenlichen Ortnit der küene man ‘wer ez mit iuwerm willen, ich wolt iuch ze gesellen han.’ dé sprach Wolfdietrich ‘min triwe wil ich iu geben, daz ich iuch han ze gesellen die wile ich han daz leben.’ 380 Dé swuoren si zesamene, die fürsten lobesam: si schiet nieman dan der töt, die zwéne küene man. dé sprach Wolfdietrich, der úz erwelte degen “swaz du wilt, daz sol geschehen. er kund wol tugende phlege 381 Do giengens mit einander üf die burc hin dan. dé wurdens wol enphangen von der frouwen wol getan, dô kérte sich her umbe ` diu edel keisertn: si bat die zwéne gesellen gote willekomen sin. 382 Do beleip er dá ze Garten wol ein halbez jár, daz er nie gedáhte an sin frouwen klär, die er dá z'alten Troyen het hinder im gelán: des verdróz froun Sigeminne nách dem vil kúenen man. 383 In begund diu keiserinne mit ougen blicken an. daz sach vil ungerne Ortnit der werde man. er gedáhte daz si minnet Wolfdietriches lip : doch verlós er niht gerne sin ére und daz schoene wip. 384 Dó sprach gezogenlichen Ortnit der keiser guot “wenn wiltu von hinnen, geselle héchgemuot? hat dir ieman iht gesagt von der frouwen din und ouch von dinem lande, ob ez in wirden múge sin?’ 385 Dó sprach Wolfdietrich, der tugenthafte man ‘nein, vil lieber geselle, ich hän unrehte getän.
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já briche ich min triuwe an der lieben frouwen min: ich solt vor manegen ziten ze minem lande sin.’ 3% Urloubte sich von dannen der tugenthafte man. dö kerte er sich vil balde gen dem mere dan: dö vant er sin frouwen an dem stade stän: si was im näch gevaren und wolt in gesuochet hän. 387 Si fuoren hin wider über, si wären wunnesam, hinz der alten Troyen, als wir vernomen hän: da wurdens wol enpfangen von manegem werden man und ouch von schoenen frouwen, die wären wol getän. 388 Da beliben si mit fröuden zwelf wochen oder mé. eins tages reit Wolfdietrich ze einem grözen sé, dä wolte er wilt jagen mit den hunden sin: mit im fuort er sin frouwen in den walt hin in 359 Undr ein gezelt von siden: sin fröud wart manicvalt. er wolte ein wile entwälen, der küene degen balt. reht als er kurzwile mit der frouwen wolte han, dé kam vil schiere geloufen ein tier vil wunnesam. % Daz was ein hirz schener, seht, daz sag ich iu wol: sin gehirn was im bewunden mit golde, des was er dol, als in ein alter ritter het in den walt gesant durch schener frouwen willen, der was Drasiän genant. 391 Alse Wolfdietrich den hirz_ane sach, vil gerne müget ir hæren wie der getriuwe sprach: ‘nu làt iuch niht verdriezen, vil liebiu frouwe mtn, ich muoz nach dem wilde mit den hunden min, #2 Er jagte im nach vil balde und ander sine man: diu frouwe wart al eine underm gezelte verlän. dö kam der alte ritter zer frouwen wol getän, die fuorte er von dannen über des meres strän
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393 Uf ein schoene veste, diu was vil wunnesam, diu lac in stnem lande: des Wolfdietrich leit gewan. dô het er die frouwen ` wol ein halbez jar, daz nieman weste wa si was, daz sage ich iu für wär. 394 Wolfdietrich daz gejeide af den hirz nam: er tite im nach só lange, unz er müeden began. ' do erbeizte der degen edele für den grüenen walt, da er sin frouwen hete gelan, der küene degen balt. 395 Er kam des äbents späte zuo dem gezelte gän: dö vant der herre nieman der dä bi were bestän. als er dö die frouwen nindert vinden kunt, sin klage wart ungefüege an der selben stunt. 396 Dô sprach er oz leide, der getriuwe Wolfdietrich ‘und suln wir nu verlorn han die frouwen minniclich?’ er nam ein rühen kotzen, er legte in an den lip, sin swert in einen palmen worht er und suocht sin scheenez wip. 397 Er kert hin und gedähte, ob si heim were komen oder ob in sinem lande ieman von ir hete vernomen. do er si dä heime niht envant, er kért über des meres stran in sinem guoten kiele, den im diu frouwe hete verlän. 398 Dó er kom hin über, dö huop er sich von dan mit vil trúrigem muote unz er gén Garten kam, uf die guoten vesten dá er Urtniten vant. dé was nieman üf der bürge der den hérrn erkant, 399 Swie im doch dä were liebes vil geschehen und man in ouch vil dicke in fröuden hete gesehen. do in dä nieman erkante, den tugenthaften man, dö bat er keiser Ortnit daz er in dä lieze bestän.
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400 Dé sprach keiser Ortnit ‘ich wil dirs niht versagen. wannen hästu gewallet ? des muoz mich wunder haben. hästu iht verre gewallet durch diu fremden lant? hästu iht vernomen von einem der ist Wolfdietrich genant ? 401 Er sprach ‘vil lieber hérre, ich hän sin niht gesehen und enkan iu der wärheit niht reht von im verjehen. ich bin vil verre gewallet durch diu fremden lant: der dä heizt Wolfdietrich, der ist mir unerkant.’ 402 Er nam in bf der hende, er wiste in mit im dan, er ructe im einen sezzel für den tisch, der küene man. in begund diu keiserinne mit ougen blicken an: do erlachtes tougenlichen, si erkante wol den küenen man. 403 Als si nu heten gezzen, Ortnit wolt släfen gan, mit im diu schene Liebgart, diu was vil wol getän. als der keiser dö entslief, dö huop si sich von dan: dö vant si den waller uf dem hove gan. 404 Si enphienc in schéne und sprach ‘ich kenne juch wo)”. dö wurden im vor leide diu ougen wazzers vol. si sprach ‘Wolfdietrich, wie sit ir só getán ? ist iu ¡ht leit geschehen ? daz sult ir mich wizzen län.’ 405 ‘Sit ir mich erkennet, sô muoz ich iu verjehen: mir ist in fremden landen gar vil ze leide geschehen. ir ensult mich niht melden, als liep Pu müge gesin’. “ch getrouwe ez wol verswigen' só sprach diu keisertn.' 40 Dó gienc si vil balde dá si Ortniten vant: dó was er erwachet, der kúene, sá zehant. si sprach “vil lieber hérre, waz sol der ze lóne hán, der dir zeigt wol gesunden Wolfdietrich den kúenen man?’
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407 Dö sprach keiser Ortnit, ein ùz erwelter degen ‘ich wolte im immer gerne Ithen unde geben. und solte ich minen gesellen mit ougen sehen an, mir móhte in al der welte niht lieber sin getán'. 405 Si nam in bt der hende und biez in mit ir gán: dó funden si den waller dort in der búrge stán. ‘schouwe dinen gesellen, wie er ist getän, und klagen wir stnen kumber, er ist ein getriuwer man’. 409 Als in dö der keiser verrist ane sach, gerne miget ir hoeren wie er zuo im sprach. ‘war umbe verlougenst du gén mir dines namen? swenn ich dich niht erkenne, du soltest dich niht schamen’. 410 Dô sprach er mit zúhten, der getriuwe Wolfdietrich ‘ich klage dir minen kumber, vil werder keiser rich. ich het die schensten frouwen als si ie kein man gewan. diu ist mir verstolen, dá von ich kumber han’. 411 ‘Wie lang hastu se gesuochet? daz sage mir, küener degen.’ er sprach ‘wol ein halbez jar han ich ungemaches phlegen. und solte ich alsé lange leben, weger wer mir der tôt’. dö sprach der werde keiser ‘ich hilf dir dzer nôt’. 412 Dö sprach von wilden Kriechen der getriuwe Wolfdietrich ‘sd tætest du ze ware wol einem kinde gelich. Ja soltu hie ze lande bt diner frowen bestän. war umbe woltest du die durch minen willen lan? 413 Dö sprach gezogenlichen Ortnit, der keiser rich ‘ich wil mit dir von hinnen, daz wizze sicherlich.
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sit ich dich, liebe geselle, lebendic hän gesehen, beidiu liebe und leide müeze mir bi dir geschehen.’ 414 Die herren wolden beide mit einander dan: des begunde heize weinen diu frouwe wol getän. si klagt daz si ie mit ougen het Wolfdietrichen gesehen, sit ir só grözez leit von im solte geschehen. 415 Dé sprach gezogenliche der getriuwe Wolfdietrich “á wil ich eine suochen min frouwen sicherlich. da von gebet mir urloup: ich wil von hinnen varn. Ortnit, min geselle, got müeze dich bewarn’. 416 Dé sprach gezogeniichen Ortnit, der keiser rich ‘ich wil mit dir von hinnen, geselle Wolfdietrich, und wil dir helfen suochen din frouwen wol getan, oder mich siht ze Garten in fröuden nimmer mér kein man’. 417 Dé zugen dó die herren ze füezen beide dan: ros unde ouch guotiu kleider möhtens wol gwunnen hän. si giengen holz und heide, die zwene küene man, an trinken und An spise, als ich iu gesagen kan. 418 Si giengen mit einander, die fürsten lobesam, unz an den vierden morgen, dé ez tagen began, hinz eines waldners hüse kémen si gegan: der wirt si tugentliche enphienc, als wir vernomen han. 419 Dé sprach der waldenzre ‘vil lieben hérren min, welt ir hint hie beliben, ich gibe iu bröt unt win, húener und wiltbrete’ sé sprach des waldes man: ‘ir habt mir hie ze walde ` nie niht ze leide getan’.
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420 Dö sprach keiser Ortnit ‘wir suln dirs niht versagen. du häst mir vil gedienet: des soltu gnäde haben. nu ist ez alsó komen daz uns ist geschehen not.’ ein ganze riche wirtschaft in der waldner dö erböt. 421 D6 sprach aber der waldner ‘vil lieben herren min, ir sult iuch legen släfen, ir müget wol müede sin’. als der keiser dô entslief, `. Wolfdietrich huop sich dan: dö liez er sinen gesellen hinder im bestän. 423 Wolfdietrich sich dem waldner vil tugentliche erböt: ‘du solt im niht zeigen nach mir, des ist im nåt. tuo ez durch minen willen und heiz den küenen man hie heime in stnem lande bi siner frouwen bestán'. 423 Urloup nam er zem waldner, dô kérte er von dan. er kam Uf einen smalen sttc, der truoc in in den tan. dó gienc er holz und heide vollen siben tage án trinken und án spise, für wär ich iu daz sage, 424 Dan loubes und ouch wurzen, die er ze walde vant, ‘und ouch des grüenen krütes nert sich der wigant. dar näch der degen küene sere müeden began. bi einer höhen steinwant entslief der küene man. 425 Vor dem selben steine vant er ein linden stan: dá bi só lac ein mermel, der was vil wunnesam, dar under was ein ursprunc, und guoter wurzen vil. dar zuo legt er sich slafen: der smac was sines herzen spil.
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465 Dé was der selbe stein hóch, michel unde breit. dó het sich frou Sigminne an ein venster geleit, dó schowet si úber den walt gén dem brunnen dan: dó sach si úf dem steine ligen den wallenden man. 417 Dé kam zuo ir gegangen der alte Drasián : si sprach “vil lieber hérre, welt ir mín hulde hán, só bringet mir den waller der dort af dem steine Itt; só wil ich bf iu slafen’. er sprach ‘des war wol zit.’ ` 423 Dé gienc er dz der bürge, der alte Drasfan: dé vant er Wolfdietrichen, er hiez in balde of stan: ‘wiltu mit gemache an der herberge wesen, ich leist dir guote wirtschaft, du maht ouch wol genesen’. 429 Dé sprach Wolfdietrich ‘des ist mir alsó nôt. ich wil ez immer dienen, der mir gebe win unt brót. sin ist manic tac daz ich nie wirt gewan’. ‘sé gane mit mir von hinnen’ sprach der alte Drastán. 430 Er fuorte in tugentlichen üf die burc hin dan: er saz ze einem fiure daz vil schöne bran. dö saz Wolfdietrich und hete guoten gemach. wie vaste der degen edele in der bürge al umb sich sach! 431 Er warte nach gewonheit. dé sach der küene man einen schenen umbehanc, da von er fröude gewan. der was im mit der frouwen von dem gezelte genomen: er gedähte ‘ich bin ze heile ze dirre bürge komen’. 42 Wie balde Wolfdietrich von dem fiure úf spranc! dé schowet er alsö gerne den selben umbehanc.
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dé sprach der alte Drasiän ‘dir möht vil lieber sin, der dich lieze bi dem fiure phlegen des gemaches din, 433 Dan daz du al umbe schouwest'’. dó sprach der kúene man “man schowet manc dinc durch wunder: als han ouch ichgetän. ich han vil fremder mere kurzliche vernomen, diu nu in dem lande erste sint ûz komen’. 434 Dô sprach der alte Drastán ‘waz mac daz gesin ? mahtu vor untriuwen niht phlegens gemaches din?’ dé sprach Wolfdietrich ‘wie sol ez uns ergán, daz der keiser Ortnit twinget sö manegen man?’ 435 Dô heten si der mere alsé vil geseit: dé saz gezogenlichen mit ganzer wirdekeit Wolfdietrich bt dem fiure; in düht diu wile lane, unz daz man mit der spfse zuo dem tische dranc. 436 Man begunde lute rüefen daz man daz wazzer nam: dé kom gén hove gegangen manec twerc wol getän. dö dranc für den tisch manec kluogez twerc, diu büweten sicherlichen die burc und ouch den bere. 437 Dar näch kam gegangen diu küniginne rich: si bat gote wilkomen sin den getriuwen Wolfdietrich. si neic im mit dem houbet, als tet der küene man. si sprach ‘man sol den waller hint vor mir ezzen làn’. 438 Man truoc im einen sezzel für den tisch hin dan: in begund die kiniginne vil dicke blicken an. si sprach ‘habt ir iht verre gewallet durch diu lant? habt ir iht vernomen von einem, der ist Wolfdietrich genant?’ 439 Er sprach ‘vil liebiu frouwe, ich hän sin niht gesehen und enkan iu der wärheit niht reht von im verjehen.
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doch hat zer alten Troyen ein junger künic rich kurzliche höchzit gehabt mit einer frouwen minniclich’. 440 Diu frouwe begunde weinen, ir ougen wurden röt und überliefen ir dicke, des gienc si gröziu nôt. dö sprach der alte Drastän ‘waz hástu getán? du hast betrüebt min frouwen: ez muoz dir an daz leben gan’. 441 Dé sprach diu küniginne ‘nein, lieber hérre min, sé woltestu an mir brechen die grözen triuwe din’. ‘du weistwol, hérre, ich wolte noch nie dins willen phlegen: des wil ich mich verwegen, daz du in läzest leben’. 442 Dé sprach der alte Drasian ‘und mac daz stete wesen, ich wil in durch dia willen noch gerne län genesen’. dö sprach aber der alte ‘wir suln släfen gan’. alsó sprach er ûz fróuden, er was vil wunnesam. 43 Diu getwerc giengen dannen, er nam si bi der hant. wie balde Wolfdietrich den kotzen üf bant! sin swert üz dem palmen brach der küene man: ‘si ist lange hie gewesen, si muoz bi mir bestan’. 444 Do sprach der alte Drastan ‘wilt du dich ir an nemen, und bestüende ich dich zaglichen, daz möht mir übel zemen. wir suln umb si striten, und swer den sige behabe, dem werd diu schoene frouwe und allez daz si habe’. 445 Dé wart Wolfdietrich üzer mäzen fra, dri vil liehte brünnen braht man dem wirte dé,
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die truoc man vil schiere zuo im ùf den sal. der wirt sprach ‘nim dir eine, ich wil dir lan die wal’. 446 Ein brünne diu was alt -und witer ringe gar. die zwö wären lieht unde ouch silbervar. wie balde Wolfdietrich dé zuo der alten spranc! dö sprach der alte üz leide ‘wer git dir disen gedanc?’ 447 An wapent sich vil balde der alte Drastan: dé wäpent Wolfdietrichen diu frouwe wol getän. dö stricte si im die riemen, diu frouwe minniclich: des freut sich in dem herzen der getriuwe Wolfdietrich. 448 Dé sprungen si zesamene, die zwéne küene man. dö wart vil michel wunder von in beiden getän. ez sluoc ie einern andern wol fünfstunt af daz lant: zuo dem sehsten male viel Wolfdietrich zehant. 449 Dé was der wilden twerge sé vil Of den sal komen: si heten Wolfdietrichen gern sin leben genomen. si wurfen unde schuzzen uf den vil küenen man: si wolten Wolfdietrichen gerne verderbet han. 450 Dé sprach diu küniginne ‘got herr, wilt du mich lan?’ dö rief er unsern herren in sinem herzen an. er sprach ‘got hérr von himele, du solt mir bf gestän, und berat mir ouch ze Kriechen min einlif dienstman! 451 Wie balde Wolfdietrich wider of spranc! sin vil guotez swert im in der hende erklanc. er sprach ‘nu wert iuch, Drastán, ez gat iu an den lfp. wie getorstet irz erleben daz ir mir stält min wip?’ 452 Sin swert Wolfdietrich ze beiden henden nam, mit unverzagtem muote lief er den alten an.
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er spielt in von der ahsel unz üf die gürtel dan, daz er viel zuo der erde und ouch sin ende nam. 453 Dé nu des hüses hérre was gelegen töt, diu getwerc fluhen von dannen, des gienc si gröziu nöt. si burgen sich in die winkel vor dem vil küenen man: Wolfdietrich und sin frouwe huoben sich von dan. 454 Si sprach ‘mir habent diu getwerc ze leide vil getan’. ‘des sulnt si engelten’ sö sprach der küene man. wie balde er ein fiuwer zunte mit siner hant! in einer kurzen wile wart diu burc mit in verbrant. 455 Wolfdietrich und sin frouwe huoben sich von dan uf einen smalen stic: dé kértens durch den tan. si giengen in fünf tagen wider hinz dem waltman, von dem der getriuwe in siben tagen was gegán. 456 Do frágte er den waldner, war sin selle were komen. er zeigte im Of sin straze, als wir haben vernomen. er ilte im mit der frouwen nach, der küene wigant. der näch in kurzen ziten er keiser Ortnit vant. 47 Als er dö den keiser verren ane sach, vil gerne müget ir heren wie der fürste sprach: ‘wis willekomen, geselle, ich han dich gerne gesehen. mir enmöhte in al der werlde niht lieber sin geschehen.’ 458 ‘Nu lon dir got der milte’ só sprach der küene man. ‘wie bistu só swarz worden? waz hastu getán ? daz du mich hast gesuochet, des ist mir leit geschehen; und mich doch niht mohtest vinden, weder hæren noch gesehen’.
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459 Dö sprach gezogenlichen Ortnit der keiser rich ‘daz wizze sicherlichen, geselle Wolfdietrich, & ich brach die eide die ich dir hän gesworn, ja müeste ich immer mére, daz wizze, sin verlorn. 460 Ich vant vor einem berge ein grözen risen stan, mit dem ich ane maze vil gestriten han. mit einer stehlin stange lief er mich dicke an: doch half mir got von himele daz ich den sige gewan 461 Vor einem hóhen berge, der was innen hol. getwerge und wilder liute was er aller vol. die zunden an den swebel, daz bech und ouch daz harz: von dem selben tampfe bin ich worden alsó swarz. 5 [der rise jach im ze herren einen, heizt Drasiän. dem dient der selbe berc, daz wart mir kunt geän. 462 Dô kérten si gen Garten, die zwene küene man: dö fundens froun Liebgarten an einer zinnen stän. diu hiet ir mit leide gewartet manegen tac: si freut sich in ir herzen, als ich iu wol sag. 5 [als si ersach die herren, mit ir frowen huop si sich dar. ja wart ir alsó gach, daz sage ich iu für wär.] 463 Si gienc in engegen, diu frouwe, sá zehant balde úber den hof, dá si Wolfdietrichen vant. si enphienc in tugentlichen, den unverzagten man: ~ Si sprach ‘wa ist min herre? wa habt ir in hin geän ?” 464 Er sprach ‘vil liebiu frouwe, erkennet ir sin niht? sé nemet iu disen swarzen, dá von iu liep geschiht:
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daz ist iur hérre der keiser’. dö sprach diu keisertn ‘wie mager in dirre stunde só swarz worden stn?’ 465 Si giengen mit einander üf die burc hin dan. dö wurdens wol enphangen von der frouwen wol getän mit alsó grözen Aren: diu edel keiserin bat si und froun Sigminne gote wilkomen sin. 466 Do beliben si ze Garten wol vierzehen tage. er sprach ‘wir suln von hinnen, fir war ich iu daz sage. gip mir urloup von hinnen, Ortnit, geselle min: ja enmac ich niht lenger von minem lande sin’. 487 Nu wolte got von himele’ sprach der keiser rich ‘daz ich dich möhte gehaben bi mir, Wolfdietrich. solte ich dich só schiere hie verloren han, sö wurde ich nimmer rehte fro’ só sprach der küene man. 465 ‘Ich enmac niht lenger bliben' só sprach Wolfdietrich. ‘ez stat übel in minem lande, werder keiser rich. ez stat hie deste wirser und bist unlange üz gewesen: wie sint dann die minen só lange án mich genesen ? 469 Ja ist sin vil nach ein jar daz ich von dannen schiet. sit han ich gewallet wa mir min sin hin riet, unz ich nu habe funden die lieben frouwen min: nu wil ich heim ze lande, daz lázt mit hulden stn.’ 410 Urloup nam er zem gesellen und zer frouwen wol getan. dé kérte er mit der frouwen gegen dem mere dan. er hiet in gerne lenger behabt, wan er im des verjach daz er sich freute im herzen, swenne er Wolfdietrichen sach. 471 Dé fuoren si mit fröuden über des meres strän hinz der alten Troyen, als wir vernomen han.
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und guch von schenen frouwen, die waren wol getan. 472 Do beleip er bi der frouwen wol ein halbez jar, unz got über si gebét, daz sage ich iu für war. si lac an irem ende: wie schön diu frowe verschiet! dö starp frou Sigeminne, sus kündet uns daz liet. 473 Als nu frou Sigeminne was gelegen töt, dar näch in kurzen ziten kam Ortnit in gröze nôt: im sant sin sweher in daz lant zwen würme freissam unde ein ungefüegez wip und einen grözen man. 474 Daz was der rise Helle, ein ungefüeger man, und sin wip frou Runze, der zorn was freissam. si truogen die würme wilde bi Garten in einen walt: von den verlös der keiser sin leben, der degen balt. 475 Die würme er in dem berge vil sicherltche verbarc. si zugens unz daz si wurden michel unde starc. dó giengens úz dem walde und táten schaden gróz: ez lebt nieman in dem lande der wer der würme genöz. 476 Do begunde man dem keiser vil da von sagen, waz schaden si dä teten, - hörte man dé klagen, an manegem werden ritter und manegem küenen man: des enwolt nie mère vertragen der keiser lobesam. 477 Er gienc gezogenlichen fir stn frouwen stan: ‘edeliu keiserinne, ich sol din urloup han, riten hin ze walde und lesenz erbe min: ich enmac stn niht erliden, sulnt mine liute verdorben stn’.
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418 Dô sprach diu keiserinne ‘nein, lieber hérre min, du solt hie heime bliben, als liep ich dir mage gesin. du erkenst die wirm niht rebte (der strit ist freissam) und daz ungefüege wip und iren grözen man’. 479 Dé sprach gezogenlichen der keiser lubesam ‘wie lang sol ich verderben lan manegen biderben man? ich bestüend mit gotes hilfe al ein wol hundert man, und solte ich dan die liute in solhen neten län?’ 480 Si sprach ‘vil lieber hérre, ich here iuch des verjehen, ir wellet niht erwinden, ir enwelt die würme sehen: só muoz ich iu stn gunnen und ouch min urloup geben. nu friste iu got von himele luwer jungez werdez leben.’ 481 Sinen guoten harnasch hiez er für sich tragen: an wäpent in diu frouwe, daz wil ich iu sagen. si hiels in tugentlichen, diu keiserinne her, si sprach ‘mir sagt min herze, ich gesihe dich nimmer mer’. 42 Ein ros hiez im der werde mit zühten ziehen dar, und sinen schilt von golde, des nam er eben war. ein horn röt von golde reicht man dem fürsten rich, und einen guoten leithunt, daz wizzet sicherlich. 483 Als er Of daz ros gesat, er sprach zer frouwen sin ‘ich var mit dinen hulden, vil edeliu keisertn. st daz die würme wilde mir gesigen an, só soltu ze herren nemen einen biderben man, 484 Der näch mir die wúrme getürre wol bestan:. (do begunde heize weinen diu frouwe wol getän)
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‘ich enweiz aber keinen só gar muotes rich, ezn tuo dan min geselle, der getriuwe Wolfdietrich. 485 Der treit in stnem herzen eines lewen muot. und keme er her ze lande, keiserinne guot, und ist daz ich verdirbe, sô nim in zeinem man, wan er getar die würme mit strite wol bestán'. 486 Urloup nam er zer frouwen. dé kérte er von dan. er kam ùf einen smalen sttc, der truoc in in den tan, under ein linden grüene: da erbeizte er Of daz gras, dä des risen geverte ze allen ziten was. 487 Ein horn röt von golde blies der keiser guot. daz erhörte der rise Helle, vil zornic was sin muot. er begreif ein stehlin stangen, dé huop er sich von dan. dé vant er keiser Ortnit under der linden stan. | 488 Dô sprach der ungefüege ‘du kleinez wihtelin, zwiu hästu mich erwecket ? ez muoz din ende sin. du slüege mir Boumgarten, den lieben neven min: nu hän ich dich hie funden, ez muoz din ende sin’. 489 Dô sprach keiser Ortnit, der küene degen balt ‘du välant ungehiure, wer bräht dich in disen walt? ich getrouwe miniu riche noch wol vor dir behaben: ich wil dir noch hiute vil manliche widersagen’. 490 Daz was dem starken risen üzer mäzen zorn. des hete der keiser werde daz leben näch verlorn. die stangen huop er höhe, der ungefüege man: er sluoc der linden este vor im nider úf den plan.
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491 Wie balde keiser Ortnit von der linden spranc! sin vil guot swert Röse im in der hende erklanc. er schriet im abe die stangen reht sam si bifin war: des wart keiser Ortnit in stnem herzen freudenber. 492 Wie balde der rise Helle hinder sich spranc! er zucte von der siten ein swert zwelf ellen lanc. er sluec den keiser nider, der ungefüege man: er wolte des landes herren gerne verderbet hän. 493 Er begunde lúte rüefen, der ungefüege man. daz erhört frou Runze dä si lief in dem tan. si begreif ir stangen, dö huop si sich von dan: dé kam daz ungefüege wip zuo irem grézen man. 494 Si begunde lite rúefen “waz ist dir geschehen? hät dir ieman iht getän? des soltu mir verjehen'. er sprach “ich hán den keiser hie ze tóde erslagen. nu wirt diu hérschaft unser, des suln wir freude haben’. 495 Do gedähte in stnem muote Ortnit, der werde man ‘und rúere ich mich nu indert, ich muoz den Ip viorn han. ich wil ligen stille’ gedähte der küene man, ob ir einez von dem andern gienge in den walt hin dan. 46 Der bracke begunde gelfen dä er lief in dem tan. daz erhört frou Runze, dö huop si sich von dan. si gedähte ez were ein jeger und wolte si bestän. si kért hin nach vil balde da si die stimme vernam. 497 Wie balde keiser Ortnit wider üf spranc! sin vil guot swert Röse im in der hende erklanc. dö spranc er von der linden, der unverzagte man: dé lief er den risen vil grimmiclichen an.
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498 Dó sprach der ungefüege ‘und bistu noch genesen ? ja wolt ich des wenen, ez wer din ende gewesen. ja enkan dich din manheit gên mir niht verván: ich wil dich mit minen henden noch hiut ze tóde erslan’. 499 Daz swert der rise Helle ze beiden henden truoc. wie gar nidiclichen erz nách dem keiser sluoc, daz er vaste muoste wichen, der unverzagte man! er schriet der linden este nách im nider úf den plán. 500 Wie balde keiser Ortntt von der linden spranc! mit sinem guoten swerte er üf den risen dranc. er gap im üf den rücken einen swinden slac, daz im diu nidergürtel under den füezen lac. 501 Dô trat der rise Helle gegen dem küenen man, er wolt den keiser gerne mit eim fuoze gestözen hän. der keiser was behende: daz bein sluoc er im ab reht sam ez were ein swam; sin manheit im daz gap. 502 Dô trat er zuo der linden, der ungefüege man. dö greif er mit den henden näch des boumes stam. er sprach ‘mich riuwet daz dich min swert niht baz versneit, und ist dir wider gewahsen ein fuoz, daz ist mir leit. 503 Ich muoz ez baz versuochen' só sprach der küene man. mit vil zornigem muote lief er den risen an. er sluoc im abe daz ander bein mit síner edelen hant: er enmohte gestén niht lenger, er viel nider af daz lant. 504 Do liez er einen Júten vil ungefüegen gal, daz der berc und ouch der walt vil vast dar nach erhal.
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dó daz erhórt frou Runze, daz ez was ir man, si vergaz der stehlin stange, einen jungen boum si nan». 505 Si swanc in über die ahsel, seht, daz wil ich iu sagen: den enmöht von swere ein wagen nimmer haben getragen. die tolden und die este liez si hangen dran: dö huop si sich vil balde zuo der linden dan. 506 Si vant den keiser Ortnit ob irem manne stän. si wolt den landes herren gerne verderbet hän. si vervelt des herren und traf iren man, daz ez in dem walde dar näch dözen began. 507 Dó sprach gezogenlichen der keiser Ortnit ‘ich enweiz niht welher tiuvel dir 86 gröze krefte gtt. ey richer got von himele, ich stan in grözer nöt! und hilft mir niht din güete, já muoz ich ligen tôt’. 508 Als sı dô wart innen daz si traf iren man, do erschrac si alsó sére, si viel hinder sich hin dan. wie balde keiser Ortnit hin naher baz getrat! sin swert fuort er enhende an der selben stat. 509 Er sluoc ir abe daz houbet, der unverzagte degen. si begunde mit den beinen vaste al umb sich streben. si traf in mit dem beine und stiez den küenen man, daz er viel sicherlichen nider zuo der erden dan. 510 Wie balde keiser Ortnit wider úf spranc! sin vil guot swert Röse im in der hende erklanc. ‘und werest du noch lebendic, min sorge were gröz: „jà wart nie kein tiuvel, du enwerst wol sin gendz’. 511 Uf sin_ros saz er schiere, der tugenthafte man. | er kam üf ein sträze, diu truoc in in den tan.
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dö reit der degen edele wol einer mile wit: dö hört der werde fürste an der selben zit 512 Vor im in dem walde einen freislichen sturm. dá streit ein helfant wilde mit einem grimmen wurm. er fuorte an sinem schilte einen helfant, der was röt: durch des selben willen er dem wilden helfe böt. 513 Er stuont von stnem rosse, sin swert er ze handen nam: mit unverzagtem muote lief er den wurm an. er sluoc im kurzlichen tiefer wunden drt: der wurm fléch von dannen, der helfant bestuont im bi. 514 Er sprach ‘wie nu, helfant? wiltu hin ze walde gan oder wiltu in triuwen hie bt mir bestän? ich fier dich hin ze Garten’ sprach der degen hér ‘und fri dich vor dem wurme, daz er dich geangstet nimmer mer". 515 Er neic mit dem houbet gegen dem vil küenen man. er sprach ‘ich sihe wol, helfant, du wilt bi mir bestan.’ uf sin ros saz er schiere, der tugenthafte man: dé kérte er mit dem helfant gén Garten hin dan. 516 Er kam under ein linden diu was gedeget wol. da wurden froun Liebgarten ir ougen wazzers vol. si was gemacht mit listen, daz wil ich iu sagen: swer entslief dar under, der slief wol drt tage. 517 Dò saz er von dem rosse, der tugenthafte man. als er die erden ruorte, släfen in began.
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er sprach ‘owé släf, du nimest mir den lip, dar zuo lant und liute und min scheenez wip’. 518 Alsö dé der fürste nider sigen began, do entslief er alsö vaste, der tugenthafte man. sich legte zim der bracke, der helfant nam sin war: dö kam der wurm wilde geslichen zuo im dar. 519 Alsö der helfant wilde den wurm ane sach, dô was im zuo dem wurme ..... alsó gach: dé wart ein strit só herte von in beiden getan. dé spranc der bracke vaste uf den hérren lobesam. 520 Er krazte in ùf der brüste, gelfen er began und wolte sinen herren gerne erwecket hän. in het der släf begriffen, er lac sam er were tot. des kom er von dem wurme in angest unde in not. 521 Daz ros begunde scharren, snarchen ez began. ez sluoc sinen herren und wolt in erwecket han. er was vaste entslafen, er enmohte erwachen niht: da von der keiserinne von herzen leit geschiht. 522 Er enmoht sin niht erwecken, daz sage ich iu fiir war. sich huop der helfant wilde von dem wurme balde dar. dé stiez er den hérren daz er sich umbe want: er hete in gerne erwecket, den küenen, sá zehant. 523 Als er in niht mohte erwecken, dò huop er sich von dan: er was zorniges muotes, er lief den wurm an mit nide und mit zorne, daz sage ich iu für wär, daz von im fuor daz wilde fiur: si wären freissam gar.
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524 Der wurm was erzürnet, er stiez den helfant ze tal, daz er muost zerbresten. dé liez er einen gal daz der walt und ouch der berc diezen da began. wie sére der bracke ergalf ob dem vil küenen man! 525 Dé der wurm den sige an dem helfant gewan, dé kérte er undr die linden, den hérren er dá nam: er slant in über die ahsel vaste in sinen kragen: er wolte in sinen kinden zeiner spise hän getragen. 526 Des enwart niht innen der keiser lobesam, unz er kam tz der linden: do erwachte der küene man. dé huop er ùf stn hende ‘owé der grózen nöt! nu hilf mir, got von himele, oder ich muoz ligen tot’. 527 Er greif dem wurme in den hals, er woltz swert gezogen hän als er den arm ruorte, der tugenthafte man, er lief ze einem steine und stiez den küenen degen, daz er muost zerbresten und ouch verlös sin leben. 528 Er truoc in mit gewalte beidiu berc unde ouch tal: er leite in für diu jungen, diu heten grözen schal. alsö wart der keiser in den berc getragen. er wart der wärme spise, daz wil ich iu sagen. 529 Alsó wart verderbet der keiser tugentlich ` und verlös ouch stn leben, daz wizzet sicherlich. sin ros und sin bracke kêrten gén Garten dan: do verstuont sich wol der mære diu frouwe wol getän. 530 Si begunde klagen ir gröz ungemach, daz si den werden keiser mit ougen ie gesach.
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si weinde umb iren herren unz in daz vierde jàr. als tuot noch manic frouwe: só tuont si doch niht gar. IIL. 531 Alsó der werde keiser het verloren sinen lip, dannoch klagt Wolfdietrich ze Troyen sin schwnez wip. ob irem grabe der küene, daz kriuze er an sich nam: durch ir sele willen fuor er über des meres stram. 532 Einen alten wallere er zuo ime nam, den het er af stnem hove gezogen, den küenen man. den fuorte er mit im dannen zuo dem heilegen grabe: dar legten si ir opfer, fiir war ich iu daz sage. 533 Dö kérte er von dannen, der tugenthafte man: do verschiet im der wallzre, als wir vernomen han. er sprach ‘ach got von himele, waz han ich dir getan, daz du mir, hérre, nieman wilt genesen lan?’ 534 Dé schifte er wider mit leide über des meres strän. uf ein guote straze kam der küene man. dé reit er holz und heide, der fürste lobesam: an dem zwelften morgen kom er ze Büden üf den plän. 535 Nu hörte er sagen mere von eim heidenischen man, der kund wol mezzer werfen, den torst nieman bestän: der hete ein schene tohter und saz ze Falkenis; an manegem werden ritter het er bejaget den pris. 536 Alsó Wolfdietriche diu rede wart bekant, uf gap er da ze Troyen hirge unde ouch lant. er reit gén Falkentse, der getriuwe Wolfdietrich: zehen tage reit der küene, daz wizzet sicherlich.
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537 An dem einliften morgen kam der degen balt geriten äne sorgen für einen grüenen walt üf ein breite heide, der fürste lobesam : dö sach er vor im.... ein scheene burc stan. 538 An der selben bürge wol zwei hundert türne lac. die zinnen úf der mire die lúhten als der tac. er sach ùf den zinnen fünf hundert houbet stán: dó blicte er úf gén himel, der tugenthafte man. 539 ‘Ez mac vil wol diu burc sin, da ich von vernomen hán. nu berát mir got ze Kriechen mín einlif dienstman”. do erbeizte er von dem rosse nider úf daz lant: dó klagte er klegelichen, der küene wigant. 540 ‘Swie mich nu haben vertriben die lieben bruoder min, daz wolte got, und solte diu burc ze Kriechen sin, daz mit gemache s&zen min einlif dienstman: dar umbe wolte ich immer mit ungenäden gan’. 641 Sin ros daz was schoene, daz gurte der degen baz. harte vermezzenlichen er dar üf saz. dé trabte er gén der bürge, der tugenthafte man: der heiden und sin tohter wären an die zinnen gan. 542 Als in diu juncfrouwe verren ane sach, | gerne müget ir heren wie si ze ir vater sprach. si sprach ‘vater hérre, ich wil dich wizzen lan, dort vor dem walde ritet ein werder kristenman. 543 Ich sihe an siner gebere' sprach diu künegin guot, ‘er füert in sinem herzen eines küenen heldes muot. nu rit im engegene mit einer schonen schar und enpfäch in tugentlichen, des bite ich dich für war’.
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wol mit tüsent rossen er im engegen reit: do enphienc er wirdiclichen den fürsten wol gemeit. 545 Er sprach ‘du werder kristen . solt mir gote wilkomen sin. zwäre ich gibe dir gerne min bröt und minen win durch got den minen’ sprach der heidenische man, ‘der ist geheizen Machmet, den soltu rüefen an’. 546 Dô sprach Wolfdietrich gar än argen list ‘her heiden, mirst niht wizzen wer din got Maclımet ist. ich wil hiute trinken dinen win und din bröt durch den der an dem kriuze hät erliten den tòt’. 547 Diu schene juncfrouwe in bi der hende nam: si wiste in güetliche zuo ir sitzen dan. si hiez ir einen kamerer einen sezzel tragen dar: dar ùf saz si gen im über und nam sin mit flize war. 548 Daz tet diu juncfrouwe allez umbe daz, daz ir under heidn noch kristen geviel nie keiner baz. do gedahte wider sich selben der getriuwe Wolfdietrich ‘ich sach under kristen nie frowen só minniclich”. 49 Dé sprach diu juncfrouwe ‘vil lieber vater min, und láz den werden kristen min mazgesellen sin’. er gewert si tugentlichen, des si in schöne bat: man truoc in für die spise an der selben stat. 550 Man phlac ir hoveliche mit wilde und ouch mit zam. si sprach ‘nu ezzet vaste, min vater iu des wol gan’. ‘an trinken und an ezzen sol sich nieman län, der mit frouwen und mit vederspil kurzwile welle han’.
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des muoz dir in kurzer frist .... gedanket sin’. er sprach ‘ich tuon ez gerne, vil edeliu kinigin : ich bin genant von Troyen der künic Pilgertn’. 552 ‘Nu hät min sorge ein ende’ sprach diu künegin rich. ‘ich wände ir wert von Kriechen der künic Wolfdietrich, der ist ein degen küene unde ein junger man, der sol minem vater mit mezzerwerfen gesigen an’. 553 Des antwurt mit zühten der küene Wolfdietrich “ir sult mín niht spotten, frouwe minneclich. ir sult mich sin erlazen, des bite ich tuch.... 554 Dô sprach gezogenltche diu frouwe wol getän ‘ich hän iuwer niht gespottet, tugenthafter man. daz sult ir mir gelouben, Titter unverzaget: ich hän iu sicherlichen die wärheit gesaget’. 555 [Si nam in bi der hende und wist in in einen sal, der was von marmelsteine und lühte über al. dar inne stuont ein linde, diu was guldin gar, als.si der heiden freissam hete gezoubert dar. 556 Wol zwene und sibenzic este nam er an der linden war. die vogel, die dar Of stuonden, die wären guldin gar. si wärn gemacht mit listen und wären innen hol: als si der wint durchwäte, ir stimme diu sanc wol.] 557 Dó si gázen und die tische wurden üt gehaben, dö sprach der stolze heiden ‘ich wil iu widersagen. ich wil iu fride bannen vor allen minen man: ich wil mit iu mezzer werfen, ez muoz iu an daz leben gan’. 558 Dô sprach diu juncfrouwe ‘nein, lieber vater min, sô woltest an mir brechen die grözen triuwe din. und geschiht im iht leides, ich wolt mich toufen län und wolte sinem gote wesen undertan’.
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559 Dö sprach aber der heiden “liebiu tohter min, só sol der werde kristen hinaht bf dir sin. hıerstu ez, werder kristen?’ sprach der heidenische man “du solt guote naht bt miner tohter han. 560 Bürge lant und liute mach ich dir undertän und gibe dir mín tohter’ sprach der heidenische man. ‘diu ist sicherlichen diu aller scheenest meit, die du ie geseh mit ougen: diu ist dir bereit’. 561 Dé sprach Wolfdietrich wider den heidenischen man ‘hér wirt, waz geste reht sf, daz lat an mir ergan’. dé sprach aber der heiden ‘ir wert sin niht erlan’. ‘zwar só tuon ichz gerne’ sprach der tugenthafte man. 562 Man wist si beide slafen in ein kemenäte dan. der heiden ein twalmtrinken ùf sine hant nam: ‘se hin, du werder kristen’ sprach der heidenische man, ‘ditze slaftrinken soltu bi dinem bette han’. 563 Dé sprach diu juncfrouwe ze dem heidenischen man ‘vater, din gröz untriuwe mac hinaht niht ergan’. dé zucte si im vil balde daz trinken ab der hant. si swanc ez hinderz bette und warf ez an die want. 564 Dé sprach der stolze beiden ‘vil liebiu tohter min, só sol der werde kristen hinaht bf dir sin. sage mir diu rehten mere, sô ez beginnet tagen, ob dich der werde kristen ze einem friedel múge gehaben’. 565 Dé zöch si ab ir Itbe allez ir gewant: si legte ez für daz bette nider uf daz lant. si hete of irem houbet ein rilich gebent, da mit ziert diu juncfrouwe iren ltp behent.
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566 Si saz zim úf daz bette und sprach ‘du werder degen, hint hàn ich dir behalten dinen lip und din leben. und hætestu getrunken, tugenthafter man, sô het dir min vater morgen mit mezzerwerfen gesiget an. 567 Nu hät min sorge ein ende’. sprach diu künegin rich. ‘hint lit an minem arme ein ritter tugentlich, ein der aller schenste, den ie kein frowe gewan'. dé blict si tugentlichen Wolfdietrichen an. 568 ‘Schouwe, werder ritter, ob iht wandels an mir si. tugent unde ére wonet mir noch bl. nu nim an, werder ritter, triute minen lip, ob dir ie liep wurden elliu scheeniu wip’. 569 Si stuont fir in anz bette, diu künegin héchgemuot. si legte ir scheniu brüstel üf den fürsten guot. wiz wären ir hende, endecket was ir scham: si sprach ‘du werder ritter, sich frouwen ére vor dir an. 570 Du solt.... triuten minen schonen lip, | ob dir ie liep wurden elliu werdiu wip, und wiltu mich niht minnen, daz soltu mir sagen: só wil ich allen werden frouwen über dich klagen’. 571 “Ich minn dich niht, só verre stát der geloube din. wiltu gelouben an Jésum, den lieben herren min, und ouch an unser frouwen’ sprach der küene man, ‘lip und séle wil ich durch dinen willen lan’. \ 572 ‘West ich wer din got ware’ 'sprach diu schoene maget, ‘oder were mir iht von dinem gote gesaget, durch in liez ich mich toufen’ sprach diu frouwe wol getän. dö sprach Wolfdietrich ‘ich wil dich in wizzen län.
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573 Sich, den hät ein reiniu maget an dise welt getragen. diu ist geheizen Marja, daz wil ich dir sagen, und was ouch ein júdinne, daz sage ich dir für wär. ir kunte ein engel daz si in uns zeinem heile gebar’. 514 “An die du geloubest, diu ist ein unholde zwar: si hat sich mit listen über die welt gebreitet gar. si wil dich betriegen, du tugenthafter man. nu stant von dinem glouben und rüef Machmeten an’. 575 ‘Ich wil an den gelouben der mich geschaffen hat, der ist geheizen Jésus. swiez mir dar nach ergät, ich trowe wol stnen gnáden daz er mich niht enlat, und wil in in minem herzen biten ze aller tat’. 576 Er sprach mére ‘du verteilter Itp, war umb schiltestu die, diu bi iren ziten kein sünde nie begie? si ist ein trosterinne und gnäden richiu meit: einem iegelichen súnder büezet si sin leit’. 577 Aller Erste blicte si Wolfdietrichen an. er sach si vil schoene in arbaytten stan: ir wiziu wengel lühten an der selben stat, reht als diu liehte röse swenn si erste Of gat. 578 ‘Nu stant von dinem glouben und gich dem minen got. din got ist ein gütel, daz geloube ane spot. er kan mit sinen kreften machen niht den win: din got gén dem minen muoz ein gougel sin. 7.25%. 519 Si sprach ‘des du mich neetest, des entuon ich niht. hei waz mir guotes von minem gote geschiht! ...... besunder han ich alsó vil: min got ist alsó getán, daz ich in sihe swanne ich wil’.
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580 Doch ze jungest überrette si den getriuwen degen, daz er sich zuo ir muoste an daz bette legen. sin swert zöch er üz und legte ez zwischen sich. er sprach ‘swederz sich rüeret, daz sol versniden sich’. 581 Si namz bi dem gehilze und warf ez verre dan: “múgt irz niht tuon frelichen, sit man iu es gan?’ dó greif si alsó schiere nach siner wizen hant: si leite ims tugentlichen da si ir brüstel vant. 582 Ir bein huop si üf höhe und leite ez über in. ‘edeliu küniginne, nu tuot..... hin! wan é ich iuch minnet, üf die triuwe min, ich wolt & unz an min ende an alle frouwen sin’. 583 Diu naht het ein ende, dö nähete in der tac. dö gienc der stolze heiden dä sin tohter lac. ‘nu sage mir, liebiu tohter, üf die triuwe din, mac der werde kristen din friedel noch gestn ?’ 584 Dö sprach diu juncfrouwe ‘nein, lieber vater min, er hät dir niht geminnet die lieben tohter din’. dö sprach zorniclichen der heidenische man ‘ich gibe im des min triuwe, ez muoz im an daz leben gan’. 585 An wäpent sich vil balde der degen lobesam: ‘nu berat mir got ze Kriechen min einlif dienstman!’ sin swert gurte er umbe, sin schilt nam er enhant: dö gienc er üf den hof da er manegen heiden vant. 586 Dé sprach der stolze heiden “ir sult an min reht gan’. dé sprach Wolfdietrich ‘wie ist ez getán ?’ ‘ich wil mezzer zuo iu werfen, tuot ir mir alsam’. dö blicte er üf gen himel, der tugenthafte man.
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587 Dô wart ein rinc gestellet von den heidenischen man. zwen tritstüele und sehs mezzer braht man ùf den plan, als si solten werfen, daz wizzet sicherlich. dé sprach gezogenliche der getriuwe Wolfdietrich 568 ‘Swelch mezzer mir gevalle, daz sult ir mir geben’. ‘habe dir die wal dar under’ sprach dé der bewegen. einen tritstuol und driu mezzer gap man im in die hant: ‘ich wene din got habe dich dir ze leide her gesant’. 589 Zwén kleine buckelere brahte man in dar: die waren einer spanne breit, daz sage ich iu für war. dé gap man den einen da dem küenen degen: sinen breiten schilt hiez er zem stuole legen. 590 ‘Nu ziuch ab din gewefen’ sprach der heidenische man, ‘drier wirfe muostu mir in dem hemde bestan. und wenkest du von dem stuole gén einem har hin dan, ich gibe dir des min triuwe, ez muoz dir an daz leben gan’. 591 Er zöch ab sinem libe allez sin gewant. er leite ez zuo dem stuole nider úf daz lant. er gedähte ‘sol ich hiute in grözen neten stan, so berät mir got ze Kriechen min einlif dienstman’. 592 Dé sprach Wolfdietrich wider den heidenischen man ‘ir habt iu ein reht genomen, daz sult ir gen mir län. nu zieht ab iuwerm Jibe die liehten brúnne alsam’. do begunde lute lachen der heidenische man. 59 Nu wären bi den ziten diu reht alsó getän: swaz der man gelobte, des enmohte er abe gán.
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er muoste ab stnem libe die liehten brünne legen: er stuont in stnem hemde für Wolfdietrich den degen. 594 ‘Heerstu, werder kristen’ sprach der heidenische man, ‘wie getäniu reht ich in minem lande han? swelher kumet in min his, daz sage ich dir far war, der muoz den wirt des érsten läzen werfen dar. 595 Sihstu dort an den zinnen fünf hundert houbet stan, diu ich mit minen henden alle verderbet han? noch stat ein zinne lære an minem türnlin: da muoz din werdez houbet ze einem phande stn’. 596 Dé sprach Wolfdietrich wider den heidenischen man ‘wie obe dir kumet einer, der dir gesiget an? vor dem soltu dich hüeten’ sprach der degen guot, ‘daz du iht engeltest diner grözen úbermnot.' 597 “Ich weiz keinen só kúenen' sprach der heidenische man, ‘der mir mit mezzerwerfen múge gesigen an, danne in wilden Kriechen dá wehst ein junger degen, von dem sol ich verliesen minen lip und min leben. 598 Und bistu der selbe, daz tuo mir bekant: sé gibe ich dir für eigen búrge unde ouch lant.’ . dé sprach Wolfdietrtch ‘daz enláz dir wider sin, ich bin genant vou Troyen der künic Pilgertn’. - 599 Si sprungen zuo den stüelen, die unverzagten degen. dó hete sich der von Kriechen des libes gar verwegen. ‘hérre got von himele, genäden richer Krist, nu hilf mir von hinnen, wan nieman bezzer ist’.
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600 Der beiden namz Erste mezzer in die hant stn. er sprach ‘nu schirm dich ebene zuo der scheiteln din’. er warf ez nidiclichen dar üf den küenen man: sins hares zwene löcke warf er im von der scheiteln dan. 602 Eins wurfes heter vervalet, der heidenische man: ‘lieber got Machmet, du solt mir bi gestän, du solt mir hiute helfen, als du dicke häst getän, daz ich behalt min ére, die ich von dir han’. 602 Er nam daz ander mezzer in die hant stn. er sprach ‘nu schirm dich ebene zuo den füezen din’. dö sprach Wolfdietrich ‘nu pflege min vil eben der engel..... den mir got hat gegeben’. 603 Dennoch het der heidenz mezzer in der hant sin. er sprach aber ‘nu schirm dich ebene zuo den füezen din’. Wolfdietrich der küene von dem stuole uf spranc: vil tiefe zwischenn füezen daz mezzer in die erde dranc. 604 Dé sprach der stolze heiden ‘wer lért dich disen sprunc ? in kunde af erde nieman dan herzog Berhtunc. bistu Wolfdietrich ? daz soltu mich wizzen lán: bürge lant und liute mach ich dir undertän. 605 Berhtunc was min geselle wol zwei und drizic jar: durch den sinen willen läz ich dich leben zwar’. dé sprach gezogenliche der tugenthafte man “já ich herzog Berhtunc nie erkennet han’. 606 Zweier würfe heter vervelet : dö schrei er an der stet ‘ich wen da wellst mich läzen, lieber got Machmet.
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daz geschach mir doch nie mére’ sprach der heidenische man, ‘swaz ich han geworfen, daz ich zweier würfe gevelet han’. 607 Er nam daz dritte mezzer in die hant sin. er sprach ‘nu schirm dich ebene zuo dem herzen din’. er wolte im vaste dröuwen, dem tugenthaften man. Wolfdietrich begunde wenken: dem stuole brach ein stolle dan. 608 Dennoch stuont er df den zwein, der ellenthafte degen. dé sprach der stolze heiden ‘du last mir din leben. ez ist umb dich ergangen, tugenthafter man, ez enwelle min got Machmet mir niht bi gestán'. 609 ‘Machmet sol dich läzen, wand er ein tiuvel ist. we 253 nu kum mir ze hilfe der dä heizet Jésus Krist, 8 der durch uns an dem kriuze hät erliten den töt: der sol mir hiute helfen uz dirre grözen not’. 610 ‘Swie state st din gloube' sprach der heidenische man, ‘min got Machmet gesiget wol dem dinen an. du kumest heim ze lande sicherlichen nimmer mer: du maht dinem gote klagen daz du ie bist komen her’. 611 ‘Der &wege got.... sprach Wolfdietrich, ‘der ist voller .... und gnäden alsó rich, er lezet keinem kristen dehein leit geschehen. ich wil sin ze gote unz an min ende verjehen’. 612 Dé sprach aber mit zorne der heidenische man ‘Machmeten..... co. .... ..... ..... rúefe ich nimmer mere an Jesum noch sin muoter, die wile ich daz leben han’. 613 Er verwarf daz dritte mezzer, als ich han geseit. dé het sich eben gehüetet der fürste vil gemeit.
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614 ‘Nu sol ich ouch werfen’ sprach Wolfdietrich. “nu beschirm dich ebene, daz ist dir guot sicherlich. so ich wirfe dez erste mezzer, heidenischer man, ich wil dich läzen sehen ob ich werfen kan. 615 Drier würfe muostu mir üf dem stuole bestän, als ich üf dem minen dir hie han getan. daz rehte ouge od den lenken fuoz, daz ein muostu mir län’ 616 Der heiden sprach üz leide ‘owé der grózen nòt! hüete ich mich nu unden, só bin ich obene tót. ich stande in dinen gnäden’ sprach der heidenische man, ‘lieber got Machmet, du solt mir bt gestan’. 617 Dé warf Wolfdietrich . den érsten wurf dar: er sach im zuo den ougen und nam sins fuozes war. er warf im daz mezzer durch den fuoz hin dan: ‘han ich dich getroffen, heidenischer man?’ 618 Er begunde lachen und sach den herren an: ‘wer hät mich daz geleret daz ich dich troffen han?’ dé sprach gezogenlichen der heidenische man “ch weiz wol sicherlichen, ir sit ein fürste lobesam. 619 Ir vart mit einem schalle, ir mügt wol ein fürste sin’. ‘ich heize Wolfdietrich und bin der vient din’. ‘bistu von wilden Kriechen der künic Wolfdietrich, von dem ich sol verliesen minen lip vil wúnneclich ? 620 Lázá mich hie leben’ sprach der heidenische man. “allez min riche mach ich dir undertän, und gibe dir min tohter, die soltu toufen lan, daz du mich hie läzest leben, tugenthafter man.’ 621 ‘Din lant sf dir selic!’ sprach Wolfdietrich. ‘du muost mir hiute gelten manegen ritter lobelich, und habe dir din tohter, die frouwen wol getan. ich gibe dir des min triuwe, ez muoz dir an das leben gan.’ 622 Er nam daz ander mezzer in die hant sin. er sprach ‘nu schirm dich ebene zuo der scheiteln din’.
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er warf ez dar mit nide üf den heidenischen man da enmitten durch den buckler und durch die scheiteln dan. 623 Der heiden schrei vil lite, daz hal in der burc hin dan ‘lieber got Machmet, du solt mir bi gestan. hilfestu mir niht schiere, ez muoz min ende sin. owé, liebiu tohter, war tet du minen win?’ 624 Dô lief diu juncfrouwe balde sä zehant dá si ir got Machmeten ....... vant. si truoc in alsó balde, diu frouwe wol getán, dá si sach ir vater só in grózen neeten stan. 625 ‘Lieber got Machmet, nu hilf dem vater min, und hilfestu im niht schiere, ez muoz stn ende sin.’ dö sprach Wolfdietrich gar an argen list ‘iuwer got Machmet, wen er entslafen ist.’ 626 Er nam daz dritte mezzer in die hant sin. er sprach ‘nu schirm dich ebene zuo dem herzen din. dar zuo wil ich dich werfen, heidenischer man: und ist deich dich niht triffe, sö wil ich noch verloren han.’ 627 ‘Sô wirfest du dir nach wunsche und näch der künste din. ey, lieber meister Berhtunc, hiut vliuse ichz leben mtn. daz kumet von dinen schulden’ sprach der heidenische mates 628 Dé warf Wolfdietrich den dritten wurf dar: er rämte im sines herzen und nam sin eben war: er warf in in sin herze, den heidenischen man, daz er viel von dem stuole und dä sin ende nam. 629 Alsö geschach dem heiden mit Wolfdietrich. dé stuont an dem ringe, daz geloubet sicherlich, vil manic stolzer heiden, die wärn sin dienstman: die wolten iren herren dä gerochen hän. 630 Si griffen zuo den swerten und liefen den küenen an, und wolten Wolfdietrichen ` ` gerne verderbet han. dé spranc er von dem stuole nider üf daz lant: sin vil guotez swert nam er in sin hant.
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631 Er sprach ‘und sol ich hiute hie in grözen neten stan, so berät mir got ze Kriechen min einlif dienstman’. dé half im got der guote iz grózem ungemach: nu hæret wie ein zeichen an dem fürsten geschach. 632 Er sluoc ir wol fúnfzic, der heidenischen man. dö fluhen die andern alle vor im ab dem plän. si sprächen al geliche ‘er hät ein starken got: der mac im wol gehelfen ûz angest und ûz nôt; 633 Wir suln dar umbe biten den getriuwen man, daz er uns läze toufen, der fürste lobesam', dé giengens al geliche mit einander dan und vielen im ze füezen, dem fürsten lobesam. 634 ‘Wir biten dich, Wolfdietrich, du tugenthafter man, daz du uns läzest toufen, fürste lobesam'. er sprach, er tete ez gerne, der tugenthafte man: ‘sô han ich weder pfaffen noch .... kappelan’. 635 D6 sach er alsó schiere üf dem hove stan einen werden pfallen und einen kappelán. er sprach “lieben hérren, dar umb wil ich iuch biten, daz ir die heiden toufet mit alsó kluogen siten’. 636 ‘Wir tuonz alsó gerne hie an dirre stunt, weln si an den gelouben, der wart am kriuze wunt, und an stn muoter Marg, die vil reinen meit, diu iegelichem sünder wol wenden kan sin leit’. 637 Si sprächen ‘wir tuonz gerne hie an dirre stat’. Wolfdietrich den getriuwen man dé ze toten bat. er lérte si den glouben, der getriuwe Wolfdietrich, und daz Av& Marja, daz geloubet sicherlich. 638 Dé wurden si guot kristen an der selben stat. si geloubten an den der an dem creutz den tod laid. dó wurden touft vier hundert heidenischer man: dé gienc des heidens tohter in ein kemnäten dan.
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si zoubert üzen umb die burc einen wilden sé, , der tet dem getriuwen Wolfdietriche alsó we. 640 Uf sin ros saz er schiere, der getriuwe Wolfdietrich : er wolt urloubes phlegen, der edele fürste rich. dö sach er üzen umb die burc ein wilden wäc gän: gerne múget ir hæren wie sprach der tugenthafte man. 641 ‘Im namen Jesu Kristes, wä gange ich über dich ? von wannen kumet diser sé? mich wundert sicherlich. dö ich nehten späte ze dirre bürge reit, dö was diu heid mit rösen alliu wol bekleit’. 642 Er gedähte in sinem muote, der tugenthafte man ‘und sol ich nu sterben, iu muoz geschehen alsam. vart mit mir von hinnen, küniginne rich’. si sprach ‘ich tuon ez gerne’ und kust hérn Wolfdietrich. 643 Er nam zim Of sin ros die frouwen wol getan. er sach ein glesin brücke über den sé gan. als er dé kam enmitten uf die brücke, der küene man, dé viel si beidenthalben in den sé hin dan. 644 Zuo só grózen neten was er nie komen mêr: do enmohte er üf der brücke weder hin noch her. si wart ze einer agelster und flouc in die burc hin dan, ~ und ez in alters eine in grözen neeten stan. 645 Si saz Of eine zinnen: dé si hin wider sach, gerne múget ir hæren wie si zuo im sprach. ‘du verteilter kristen giltest mir den vater min. ez muoz in dem wage hint din ende sin’. 646 Dö sprach gezogenlichen diu frouwe wol getan ‘noch stant von dinem glouben und rüef Machmeten an.
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allez ditze riche mach ich dir undertän und wil dich hie gerne nemen ze einem man’. 647 Dé sprach zühticliche der tugenthafte man ‘dinen got Machmeten solt du selbe rüefen an und bite Machmeten daz er helfe dir. got und sin reiniu muoter komen ze helfe mir. 643 Ez were deste bezzer und were ich hie niht mér. só muoz ich den lip wägen’ sprach der fürste her. uf sin ros saz er schiere und namz ze beiden sporn. dé sprancte er ab der brücke, der fürste héchgeborn. 649 Er wänd daz er ab viele an des tiefen séwes grunt: dö sach er alsö schiere zuo der selben stunt ein vil breite heide sach er vor im stän, dar obe lac ein höher bere, der was freissam. 650 Zwelf tiuvel freissam wären vor dem berge bereit: jeglicher hete ein kolben unde ein swert breit. si bestuondn in nidiclichen und täten im ungemach. wen im bi sinen ziten nie só wé geschach. 651 Nu merket ob des zoubers niht were genuoc: ir wurden vier und zweinzic, als er die zwelve ersluoc. alsó nidicliche mérte sich ir schar. ir wurden zwéne und sibenzic, von den sluoc er sich gar. 652 Nu wil ich iu bescheiden von wiu daz ergie: daz er got üz sinem herzen . » + . . nie verlie. er mant got emziclichen, der tugenthafte man. der sweiz im durch die ringe über die brünne ran. 653 Der berc der was höch unde ouch stáhelin : dé mante er aller gnäden unsern trehtin.
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in muote der berc sö lange, daz sage ich iu für wär, unz an dem dritten morgen kom er dar üf gar. 654 Als er kam üf den berc, der küene degen balt, dò sach er dar umbe gan einen brinnenden walt. dé muost sich ... schiere der getriuwe Wolfdietrich, von der hitze muoste er kéren, daz wizzet sicherlich. 655 Er sprach ‘verteilter lip, waz wiltu nu tuon? nu hästu ie geworben umb weltlichen ruom’. da er aller vestest bran, dá huop er sich von dan, dö er niht wolte erwinden daz der zoubr ein ende nam. IV 656 An dem zwelften morgen dé kam der wigant geriten äne sorgen gen Lamparten in daz lant. dé hörte er allenthalben in dem lande sagen, wie die wúrm ein sellen Ortnit heten in den berc getragen. 657 Eins abendes späte kam er an den burcgraben. do erhörte er den wahter und die frouwen klagen. si selbe zwelft begunde vaste klagen ir leit. daz begunde sére erbarmen den fürsten vil gemeit. 658 ‘Ich liez mich toufen, Marja, durch den willen din: ich wil din dienzrinne unz an min ende sin. du hast ze mir verhenget alsó grózen zorn. alle fróude die ich ie gewan, die han ich gar verlorn’. 659 Si sprach “got hérr von himele, wer klaget mir min leit? co... +... ne daz si dir gekleit,
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daz du durch uns stirbe’ sprach diu frouwe guot, ‘und wir von din wunden süeze haben ére unde guot’. 660 Er enmohte lenger da bestan, der tugenthafte man. von der frouwen weinen kérte er balde dan. dé huop er sich schiere nach den würmen in den walt: gegen einer steinwende kérte der degen balt. 661 Im widerfuor af der straze ein wilder waltman. er gruozte in tugentlichen, der fürste lobesam ‘nu sage mir, waldnere, kennstu den walt iht wol? kanstu mir iht zeigen wa si des wurmes hol?’ 662 Dé sprach der waldnzre wider in sá zehant ‘seht ir dort in dem walde die hóhen steinwant ? dar gegen sult ir kéren, daz wil ich iu sagen, dá wart keiser Ortnit in den berc getragen. 663 Dô kérte er gên dem steine, der getriuwe Wolfdietrich, da der keiser het verloren sinen ltp wúnneclich. der degen ruofte lüte, als eim helde wol gezam ‘her wurm, sit ir hie heime? ir sult von iuwerm hol gån. 664 Iuch suochet vor dem loche ein werder schiltman, daz ir den werden keiser in den berc truoget dan. ir geltet mir den keiser, daz wil ich iu sagen, od ir müezt mich iuwern kinden ouch ze einer spise tragen’. 665 Der wurm was niht dá heime zuo der selben frist; er was sinen kinden in dem walde nách genist. daz muote Wolfdietrichen, den vil kúenen man: im was gách nách dem wurme: dó reit er in den tan. 666 Er reit im nách só lange unz an den dritten tac, unz im sín guot ros vor múede gar erlac.
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durch nöt muost er erbeizen nider üf den plän. er wolte ein wile ruowen, der fürste lobesam. 667 Dö hörte er in dem walde einen freislichen sturm, dä vaht ein lewe wilde mit dem grimmen wurm. dö nu Wolfdietrich den lewen dä vernam, dö gähte er zuo dem rosse, der tugenthafte man. 668 Do iit der degen edele, sô er baldest maht, dá der lewe wilde mit dem wurme vaht. er fuorte an sinem schilte einen lewen der was rót: dó sach er den wilden stán in grózer nöt. 669 Alsó Wolfdietrich den lewen érste an sach, gerne múget ir heren wie der getriuwe sprach. “ger an mich genáden, ich hilf dir úz der nót, od ich fúer dich nimmer mére an minem schilte rôt’. 670 Swie wilt der lewe ware, diu vorhte machte in zam. mit sinen sneideten ougen blict er den fúrsten an: er wincte im mit den ougen úf den wurm hin dan. dó spranc er von dem wurme hinder den kúenen man. 671 Sin schilt begunde er vazzen, der vil kúene man: “nu berát mir got ze Kriechen min einlif dienstman’. 672 Der wurm rante vaste úf in, er was im ein hagel: sinen schilt in driu stúcke sluoc er im mit dem zagel. er nam ein stúcke und warf ez üf den wurm dan. dó greif er nách dem swerte, der tugenthafte man. 673 Er sluoc ez dem wurme vil vaste úf sinen gebel, daz im úz dem houbte fuor ein fiurín nebel
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und im stn swert erglaste, daz sage ich iu für wär: er kund sin niht gewinnen als kleine als umbe ein har. 674 Sin hut im von horne alsö herte was, einer spanne dicke und lieht alse ein glas. ze ietweder siner siten was er zwelf ellen lanc: uf vier und zweinzic fiezen , freislich was sin ganc. 675 Manegen slac geswinden frumte der kiene man uf den wurm wilden: daz fiur von im enbran. dé streit der degen edele unz üf den äbent dan: der sweiz im durch die ringe über die brünne ran. 676 Alsö der lewe wilde ..... daz ersach, dé spranc er für den fürsten, üf den wurm was im gach. er begunde kratzn und bizen den wurm freissam, da mit wolte er Wolfdietrichen von dem wurme helfen dan. 677 Von dannen spranc vil balde der tugenthafte man. dö streit der lewe wilde mit dem wurme freissam den tac unz üf den äbent, unz im sin kraft entweich. hei wie der lewe wilde von dem wurme sleich! 678 Er huop af sta stimme, diu erhal in dem tan. daz tet er durch einen list, als ich iu bescheiden kan, ob sin sellen in dem walde ez vernemen sån, daz si im und Wolfdietrichen von dem wurme hulfen dan. 679 Als nu der lewe múede was, der hérre daz ersach, gerne müget ir hæren wie der getriuwe sprach. ‘lewe, min geselle, stant an den rücken min: ich wil unz an min ende din nötgeselle sin’. 680 Sin swert ze beiden henden Wolfdietrtch truoc und mit micheln kreften erz üf den wurm sluoc.
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er sluoc in daz gehürne einen ungefüegen slac, daz imz swert brach ze drin stücken und ùf der erde lac. 681 An wer stuont der getriuwe, gréz was sin ungemach. gerne müget ir hæren wie der getriuwe sprach ‘ei, richer got von himele, waz han ich dir getän, daz ich deheine selde umb dich verdienen kan ? 682 Lewe, min geselle, daz ich dir niht helfen mac, da von sé han ich hiute einen leidegen tac. doch muoz ich ane sehen wie din ende sf getán'. dó súmte sich niht lange der wurm freissam. 683 Er nam den lewen in den munt und den ritter in den zagel: si heten beide verzaget, der wurm was in ein hagel, er truoc si gewalticliche - in sin eigen hol; daz was von manegem ritter worden alsó vol. 684 Er leit den lewen wilden für diu jungen dar. si zarten in gemeine, daz sage ich iu für war: si sugen im dz daz bluot unz an daz bein dan. dö klagte in klegeliche der unverzagte man. 685 Diu jungen gullen lüte, daz sage ich iu für wär: der välant ungehiure der stract sin zagel dar. er sluoc in üf den helm, den degen hóchgemuot, daz im ze beiden ören üz spranc daz bluot. 686 Er greif nach im hin umbe, daz sage ich iu für wär, er leite in vil balde für diu jungen dar. si heten in gerne gewunnen, daz sage ich iu für wär: si enkundn in blözen vinden als kleine als umbe ein här. 687 Von wiu daz ergienge, ich bescheide iu’z sicherlich: ein palmatsidin hemde truoc Wolfdietrich,
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daz im frou Sigeminne ze Troyen hete gegeben, von zwein und sibenzic vachen, daz behielt im stn leben. 688 Wan sant Pangrazien heiltuom dar inne versigelt was: daz half im vor den würmen daz er da genas. si sugen in durch die ringe, daz wizzet sicherltch. si mohten niht gewinnen den werden fürsten rich. 689 Diu jungen gullen lite nach mére luoder an: dé huop sich der alte nach dem rosse in den tan. er vantz bf einem boume, in den zagel er ez nam: -er truoc ez mit gewalte in den berc hin dan. 690 Si spilten mit einander gar untugentlich. des hete nach verlorn den ltp der getriuwe Wolfdietrich. der alte begunde welen undern töten über al, welher der swerest were den jungen zeinem bal. 691 Er walde undr in gemeine unz üf den mitten tac unz er kam an die stat, da der werde lac. er zucte in úf balde, den unverzagten man: dé wart ein ungefüegez spil mit im gehaben an. 692 Si bolten in gén einander, daz wizzet sicherlich ; des hete er nach verlorn den lip, der getriuwe Wolfdietrich. der alte huop sich balde von den jungen dan: er leit sich für den stein, als ich iu gesagen kan. 693 Dé hete er niht gedingen, der wurm freissam, daz im von Wolfdietrichen wurde gesiget an. diu jungen ...... see ee . daz sach er alsó gerne, der tugenthafte man. ê. Aumgestelli H 3 im K, sein liebe H ze Troyen H Ae, R fachH frist
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694 Dö greif er alsó balde zuo der erden dan. des sweizes von den beinen nam der küene man: er böt ez zuo dem munde, dä von er kraft gewan. dö nam sin sorge ein ende dem unverzagten man. 695 Dö ructe er balde üf höher, der küene wigant, da er Rösen daz vil guote swert in einer hürnin scheide vant. üf dem knopfe schein ein stein, der lühte als der tac: sant Pangräzien heiltuom dar inne versigelt lac. 696 Dö vant er in dem berge einen schilt als ein want, da bt lac Ortnides beine und allez sin gewant. daz was ein starkiu brünne, diu was guot genuoc, als si keiser Ortnit in sinen neeten truoc. 697 Do leite er an die brünne, der unverzagte man. sin vil gröziu sorge schiere ein ende nam. ‘nu berät mir got ze Kriechen min einlif dienstman’. 698 Dé ructe er aber úf höher, der küene wigant: einen guoten helm er im bluote ligen vant. dar úz schein ein stein, der lúhte als ein glas, dar inne lac daz houbet daz Ortnides gewesen was. 699 Die zeher im von den ougen dä runnen über den munt. dö kuste er daz houbet mer dan zehen stunt. er sprach, ‘geselle Ortnit, du ellenthafter degen, got von himele geruoche diner séle phlegen. 700 Hérre got, erbarme dich über keiser Ortnit. als tuo ouch datz Lamparten über sin getriuwez wip; und berät mir ouch ze Kriechen min einlif dienstman und disen lewen wilden, den ich verloren ban’. 701 Dô spranc er balde of höher, der küene wigant: Rösen sin guot swert nam er in die hant.
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er sluogz mit beiden henden vaste uf einen stein, daz daz fiur in dem hole umbe und umbe erschein. 702 Dô greif er nach dem ecke mit síner edelen hant: scharten noch flecke er niendert dar an vant. er sprach ‘sit du des slages ganz bist bestan, so getrouwe ich wol getresten min einlif dienstman.’ 703 Von des swertes glaste blict er diu jungen an. dö sprach gezogenliche der fürste lobesam ‘ir würme, ir liget ze lange, wan ich wil iuch bestän: ich gibe iu des min triuwe, ez muoz iu an daz leben gan.’ 704 Dé streit der degen edele mit den würmen freissam : der sweiz im durch die ringe über die brünne ran; mit alsó grözen kreften sigt er den jungen an. do verslief hie vor der alte, als ich iu gesagen kan. 105 Do ilte er vil balde dä er den alten sach. gerne müget ir hæren wie der getriuwe sprach. ‘alter wurm, ir släft ze lange, wan ich wil iuch bestän: ir loufet nimmer mére nach gewilde in den tan.’ 106 Dé sluoc er alsó vaste ùf den wurm freissam. dé walget Wolfdietrich über manegen töten man. ich enweiz wie im der degen alsö nähen kam, daz in der wurm ergreif und in den munt nam. 107 Von im schriet sich balde, der küene wigant. Rösen sin guot swert nam er in die hant. er sluoc ez dem wurme nach der siten dan, da mit erledegete er sich von dem wurme freissam. 708 Dé het er in dem berge die würme gar erslagen, er sneit in dz die zungen, daz wil ich iu sagen,
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dô flte er vil balde da Ortntdes gebeine lac: er truoc ez üz dem berge an den liehten tac. 709 Er leite ez für den stein nider df daz lant. ein guldin vingerlin er bf dem schilde vant, daz was gewesen Ortnides, des ellenthaften degen, daz im sin scheniu frouwe zeinem gemehel hete gegeben. 110 Do bestatte ern vor dem berge, der tugenthafte man. dé saz er zuo dem steine und schreip ouch dar an, swer dar zuo kame, ez wer man oder wip, daz er dran seh, da lege Ortnides des getriuwen ltp. 711 Dé kérte er von dem steine, der getriuwe Wolfdietrich, gén einem wilden berge, daz wizzet sicherlich, [dar in het der rise Helle getragen loup unt gras, als er vor einen winter dar inne gewesen was. 712 Er gurte ab sin swert Röse und legtz úf den stein dan. ‘Röse, ich nime dich nimmer’ só sprach der küene man, “ich sehe dan ze Kriechen mín einlif dienstman oder einen lewen wilden in grözen neeten stan.’ 7113 Dé lac er in dem steine unz an den vierden tac. ezzens noch trinkens der fúrste niht enphlac, wan loup unde wurzen, die er ze walde nam: sin sünde wolte er búezen, die er het wider gote getän. 714 An dem vierden morgen hörte der degen balt einen lewen wilden schrien in dem walt. alsö Wolfdietrich den lewen dä vernam, dö gurte er sich mit Rösen und kérte in den tan. 715 Näch des lewen stimme rihte er sich hin nách:' im was sicherlichen zuo der reise gäch. er hete in gerne ergangen, der tugenthafte man. dö kam er üf ein sträze, diu truoc in in den tan.
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716 Sin ros was im verdorben, ze füezen muoste er gan: ze einer grüenen linden kam der unverzagte man. er wolte ein wil dá ruowen, dö kam ein wilder man und verstal im sin guot swert und truoc ez in den tan. 117 Alse er dé erwachte und des swertes niht ensach, gerne miget ir heren wie der getriuwe sprach ‘ey, richer got von himele, waz han ich dir getan, daz ich keine selde umb dich verdienen kan? 118 Find ich ein lewen wilden stän in grözer nöt, und möhte im niht gebelfen, bt im só lege ich tót. iedoch müeste ich sehen wie sin ende were getän. nu berät mir got ze Kriechen min einlif dienstman.’ 119 Dise rede erhörte al dá der wilde man. er sprach ‘degen kúene, du solt hie bestán. du bist von wilden Kriechen Wolfdietrich genant. w2nst du deich dich niht kenne? du bist mir wol erkant. 120 Sé hin din guotez swert, du tugenthafter man: ich gibe dir des min triuwe, ich wil dir wesen undertán. din sorge hát ein ende, daz wizze sicherlich : du erstrite mit dinen henden driuzehen künicrich. 121 Sihstu dort in dem walde den wünneclichen berc? dar üz dient mir, swenne ich wil, wol fünf hundert twerc; zwene und sibenzic risen die sint vil wünneclich. dá mite si dir gedienet, swenn du wilt, Wolfdietrich.’ 722 Er dancte im fitziclichen, dö erz swert zuo im nam: dé kérte er hin gén Garten, der tugenthafte man. hinz dem Gartenséwe kam Wolfdietrich gegán: dé sach er ein lewen wilden vor eim sarpande in noten stan.
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gerne müget ir heren wie er zuo im sprach ‘lewe, min geselle, stant an den rucken min: ich wil unz an min ende din nétgeselle sin.’ 724 Résen sin guot swert nam er in die hant. er sluoc ez nidiclichen uf den sarbant. daz tier erschrac des slages und spranc verre dan: Wolfdietrichen den getriuwen blies ez daz fluwer an. 725 Zuo só grözen neeten was er nie komen mé. durch nöt nıuost er sich senken in den tiefen sé, der lewe schrei lüte, hin tn moht er niht stan: er huop sich üf den wec zuo dem tiere dan. 726 Dennoch stuont Wolfdietrich in dem tiefen sé. durch nöt moht er dar inne niht beliben mé. dô sach Wolfdietrich ` ` daz serpant vaste an: “dich mügen alle liute áne mich niht bestán.' 727 Do tite er ûz dem wage nach dem tiere zehant: manegen slac geswinden sluoc er úf daz serpant. Wolfdietrich den getriuwen blies ez aber daz fiuwer an, daz der walt und diu heide allez samt verbran. 728 Zuo só grózen Dien was er nie komen mér: enmitten in dem réste stuont der fürste hér. dö mohte er niht entwichen des starken fiures sinc, im ergluoten an dem libe die liehten brünnerinc. 729 Doch half im got der guote daz er daz tier ersluoc, und sant Pangräzien heiltuom daz er bi im truoc, und daz er auch gesunder von tm kam. dé kérte er von dannen, der unverzagte man. 730 Er nam den lewen wilden an den arm sin: er truoc in gen Garten, üf die triuwe min.
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dé brähte er in bf mitter naht an den burcgraben: dö hörte er die frouwen weinen unde klagen. 731 Si sprach ‘ach got hérre, waz hän ich dir getän ? owé mins lieben mannes, den ich verloren hän. der muoz mich immer riuwen’ sprach daz werde wip. ‘hei, der mir daz riete wie ich verderbte minen lip! 732 Got herr, waz sol mir beide ére unde gewalt? über driuzehen künicriche was ich ein frowe gezalt. diu han ich geben durch got, der die martr am kriuze nam, daz er sich erbarme über minen lieben man, 733 Den mir die wilden würme in den berc hänt getragen.’ si sprach ‘got hérr von himele, wie sol ich den verklagen? keiser Ortnit, sol ich dich nimmer mer gesehen, wie möht mir armen frouwen immer wirs geschehen !' 734 Dé gienc diu frouwe Liebgart in ein kapelle dan, da was ein gozzen bilde nach sant Marcelllän. als diu keiserinne daz bilde ane sach, gerne miiget ir heren wie diu frouwe sprach. 735 ‘Wie nu, heiligez bilde, sant Marcelltän ? ich enphalch dir üf min triuwe minen lieben man. den hästu mir verderbet' sprach diu frouwe her, ‘ungetriuwer sant Marcelliän, ich getriwe dir nimmer mér. 736 Ich gap dir ze léhen' sprach diu wol getan, ‘ich opfert dir alle morgen drt guldin lobesam. daz tete ich allez ùf die genäde din, daz du, ungetriuwer trigenzr, huotest den herren min. 737 Do erschein ir vor dem alter sant Marcellián, glich einem alten herren: wiz kleider truoc er an. diu wären sicherliche wiz alsó der sné: ‘edeliu keiserinne, din weinen tuot mir alsó we.
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hete er dir gevolget, er hete gelebet zwelf jár. edeliu keiserinne, ich wil dir die wárheit sagen: ich heten doch die wúrme ze jungest in den berc getragen. 739 Diu frouwe hiez vil balde ein tavel tragen dar, dran stuont si und der keiser, daz sage ich iu für wär. als diu keiserinne daz bilde erst an sach, si sprach ‘du solt niht lachen, gröz ist min ungemach. 740 Du wenst, ich stand in fröuden, als ich dicke han getän. ja han ich verloren minen lieben man.’ die hant zuct si balde und sluoc ez an den munt: ` ‘scham dich, verfluochtez bilde, klagen tuon ich dir kunt. 741 Von schulden muoz ich weinen, klagen tuot mir nöt. tröst unde ouch fröude sint mir gelegen töt ee òè o è @ ë @ e e o. . e e o o e e H H e . e ‘ H e a 742 Und st daz sin sele in keinen neten si, hérre got, sö mache si von allen sorgen fri und läz mine séle für die stnen pfant sin: des bite ich dich, herre, durch die muoter din. 374 Süeziu küniginne, muoter und reiniu meit, daz du dich läzst erbarmen min grözez herzenleit. nu läz dich hiute erbarmen einer armen frouwen klagen durch dines kindes willen, daz du ein halp jar hast getragen!” 744 Diu frouwe gienc dé balde an die zinnen stan, si klagte alsó verre iren lieben man. ‘und vorhte ich niht der séle, ich viel über die zinnen dan.’ dé sprach Wolfdietrich ‘ich vienge iuch, ob ich kan.’ 745 Dô sprach diu keiserinne ‘ich wil gan An allen nit. nu saget mir, werder degen, rehte wer ir sit.’
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dé sprach Wolfdietrich ‘ich wil iu für wär sagen, ich hän ein lewen wilden zuo der burc getragen. 146 Ich bin dz dem walde ze dirre bürge komen: frouwe, din gröz weinen ban ich wol vernomen: heil mir den lewen wunden, keiserinne rich, durch Ortnides willen’ sprach Wolfdietrich. 147 Diu frowe diu beite kúme. unz ez tagen began: mit iren juncfrouwen huop si sich balde dan. si vant den lewen wunden, daz wizzet sicherlich: si hiez in in ir kamer tragen, diu edele keiserinne rich. 748 An dem andern åbent späte kam er aber an den graben. do erhörte er den wahter und die frouwen klagen. dé sprach der wahtzre ‘vil liebiu frouwe min, tuot ez durch got den guoten, und låt iur weinen sin.’ 7149 ‘Driuzehen künicriche diu ich verloren han, dar zuo hant sich gezogen die minen dienstman. wol ahzic marc goldes die ich verloren hän: ich kan noch küme beräten einen kappelan.’ 150 Ein stein lac vor der porten, daz wil ich iu sagen, den ein wagen von swere niht möhte han getragen. den nam Wolfdietrich und warf in über die zinnen dan. dé sprach gezogenliche diu frouwe wol getän: 751 ‘Ditze ist wol geliche dem keiser Ortnit. swenn er des Abents späte kom, er wact mich zaller zit. bistu iht wilde worden verre in dem tan? durch got Jaz mich niht weinen, tugenthafter man.’ 152 Dô sprach gezogenlichen der getriuwe Wolfdietrich ‘ir ensult niht mêre weinen, frouwe minneclich.
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edeliu keiserinne, ich wil iuch wizzen län, ich hän mit minem swerte errochen iuwern man.’ 753 Dé stuont bi der porten ein gräve lobesam, der was von Biterne, Wildunc hiez der man. als er vernam, die würme het erslagen Wolfdietrich, des morgens früeje für den berc huop er sich sicherlich 754 Wol mit fünfhundert der stnen dienstman. er enthoubt die töten würme, die wären freissam. co... .. zwene ritter wolt er betwungen haben, daz si heten gesprochen, er het die würme erslagen. 755 Dé wolten im die zwéne ..... niht bestán. sich verstal der eine ritter von dem gräven dan. näch Wolfdietrichen kerte er verre in den tan: undr einer grüenen linden vant er den küenen man. 756 Alse er nu Wolfdietrich verrest ane sach, gerne müget ir hæren wie er zuo im sprach. ‘beizet ir Wolfdietrich? daz sult ir mir sagen. sich hät ein grave des ùz getän,. er habe die würme erslagen.’ 757 Alsö nu Wolfdietrich die rede da vernam, dé kérte er vil balde nach dem graven in den tan. bt dem wilden berge vant er in sicherlich: gén im kért da schiere der getriuwe Wolfdietrich. 758 Alse er nu den graven verrest ane sach, gerne miget ir heren wie der getriuwe sprach. ‘jehet ir, hérre grave, ir habet die wúrme erslagen ?’ “já streit ich mit dem alten wol gén drien tagen 759 In dem wilden berge, daz geloubet sicherlich. nu drabet, degen küene, und tuot sé tugentlich,
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ir sagetz hin gen Garten, ich habe die würme erslagen. ich gibe iu ein guotez ros, daz iuch ze lande mac getragen.’ 160 ‘Daz hät mir wol getroumet?’ sprach Wolfdietrich. ‘ja wen min vater were ein künic alsó rich, ir weret baz min eigen, dan ich iur dienstman. daz wizzet, hérre grave, ir welt die frowen mit lúge bestan.’ 161 Diu rede begunde zürnen dem graven lobesam. dé stuonden im zuo schiere die sinen dienstman. dé wart Wolfdietrich vil nidicliche bestan. dé bat er got den guoten daz er im hulfe dan. i62 Dé kérte er sinen rücken an ein steinwant. Rösen sin guot swert nam er in die hant. er het dem gräven fünfzic siner man erslagen: er selbe entran küme, daz wil ich iu sagen. 763 Dé kérte hin gen Garten der gräve lobesam: dö was diu frouwe schouwen an ein zinnen gan. si sprach ‘got von himele, waz hän ich dir getän? nu was der é min eigen, sol ich den han ze einem man ? 164 Dô kom der grave schiere üf den hof geriten: ‘edeliu keiserinne, ich hän als verre gestriten. mir hät der wurm fünfzic miner man erslagen: ich selbe twanc in küme, daz wil ich iu sagen.’ 765 Die rede hörte ein ritter, hiez der schoene Heinrich: ‘die würme sluoc nieman wan Wolfdietrich. gräve, ir torst die würme niht haben gesehen an.’ ‘wes zihet ir mich, hérre?’ sprach der grave lobesam. 766 'Hætet ir mit iuwern ougen den strit an gesehen, wie mir mit den wilden würmen were geschehen !
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unz ich in dem berge die würme han erslagen.' 767 Dé gap man dem graven die frouwen wol getan. dé hete Wolfdietrteh ze wirte ein waltman. als er vernam diu mere, daz gloubet sicherltch, er huop sich gén dem walde ze dem getriuwen Wolfdietrich. 768 Alse Wolfdietrich die rede dé vernam, des selben äbents spate kom er in die burc gegan. er bat den portenere daz er in het in gelän: er sprach ‘daz kan, hérre, ân minen meister niht ergan.’ 769 Diu rede begunde zirnen dem getriuwen Wolfdietrich. er stiez üf die porten und gienc für die frouwen rich. dé nam er im die spise ze einem varnden man: daz tete er umb den list, daz man in zer tür iht sazte dan. 770 Er sprach ‘du solt niht zürnen, vil lieber geselle min, daz ein ellender man sol din mazgeselle sin. gewinne ich iemer guot, üf die triuwe min, mit dir und schonen liuten muoz ez geteilet sin.’ 771 Diu frowe huop of ein becher und sand in Wolfdietriche dan. dar ùz tranc der kúene und gap in dem werden man. dé zöch er ab der hende Ortnides vingerlin: er warf ez in den becher und sande ez der frouwen sin. 772 Als diu keiserinne daz vingerlin an sach, gerne müget ir heren wie die frouwe sprach. ‘we mir armen wibe, daz ichz leben ie gewan! ` daz vingerl was Ortnides, mines vil lieben man. 773 Den Jip hat er verloren’ sprach diu keiserinne her, ‘ich gesihe in da ze Garten lebendic nimmer mêr.’ ‘er muoz mich immer riuwen’ sprach der gräve lobesam. ‘frouwe, lat iur weinen, wir suln iezuo släfen gan.’ 774 Diu frowe hiez Wolfdietrichen balde für sich gan: ‘wer gap iu daz vingerlin, tugenthafter man?’ ‘daz tet einer in dem walde, daz geloubet sicherlich, der ist genant von Kriechen der getriuwe Wolfdietrich.’
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115 Si sprach ‘degen küener, meldet iuch bi der zit, - -ob iu ie liep wurden elliu werdiu wip. heizet ir Wolfdietrich ? daz sult ir mich wizzen làn, ob iu iht liep wurden iuwer einlif dienstman.’ 116 Dé sprach gezogenliche der getriuwe Wolfdietrich ‘ir ensult niht mêre frägen, frouwe minneclich. edeliu keiserinne, ich wil iuch wizzen lån, ich han mit minem swerte errochen iuwern lieben man.’ 117 Ein kappen palmätstdin truoc Wolfdietrich. die zucte er ab dem ltbe, der edele fürste rich. dá stuonden Of wol hundert knópfelin guldin : ‘daz nim, mazgeselle, trage ez durch den willen min.’ 718 Als diu werde frouwe die gabe ane sach, | gerne müget ir heren wie man zem fürsten sprach ‘jeht ir, wie ir die wirme ‚habt erslagen in dem tan, läzt schouwen iuriu zeichen, tugenthafter man.’ 779 Dé sprach Wolfdietrich ‘daz kan nibt geschehen. grave von Biterne, läzt iuriu zeichen sehen’. dö sprach zehant der gräve ‘ich wil iu niht versagen’. er hiez der würme houbet her...... tragen. 190 Dö truoc man diu houbet für die frouwen héchgemuot. dö sprach Wolfdietrich, ein küener degen guot ‘nu gét her zuo, ir frouwen, ir herrn, ir dienstman ; wa gesäht ir ie kein houbet áne die zungen stan?’ 181 Dé greif er vil balde nách den zungen sá zehant: er warf si für die frouwen und die liute alle sant. alrérste wart ein strit Of in, daz wil ich iu sagen: si zigen in al geliche, er bet den keiser selbe erslagen. 782 Dô kérte er den rücken einhalp an ein want. Rósen sín guot swert nam er in die hant. dé muoste er sére striten, daz wil ich iu sagen. 'heet ich den lewen wilden, den ich zer bürge hán getragen! 783 Als nu die keiserinne die rede dá vernam, dô liez si úz den lewen, diu frouwe wol getän.
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dô spranc der lewe wilde in die bur6 hin dan, dä er sach sinen herren . in grözen neten stän. 784 Er gestuont im zuo balde als ein ander man. er stract gen im den zagel, mit ougen blicte ern an. dô wart ein fluht in der bure, daz wil ich iu sagen: def gräve wart gevangen, sin houbet wart im abe geslagen. 785 Liebgart diu frouwe . wart Wolfdietrich gegeben. deheiner kurzwile wolte er mit ir phlegen: er wolt si län sehen diu zeichen diu er im berge het getän. des morgens gienc er für den berce - mit allen sinen man. 786 Dö sprach Wolfdietrtch zer frouwen wol getän “iuwer ziugen zwelve suln mit mir gän.’ nu enwolte keiner mit im in den berc gän: dö sprach diu keiserinne ‘du solt mich mit dir län.’ 787 Dö wiste er mit im in den berc die frouwen wol getän. dö zeigte er ir die wärme, die wären freissam. si säzen zuo einander, nider üf daz gras: dô kam die würminne diu ir aller muoter was. 788 Mit einem starken süse huop si.sich an den man. “ sitreip in mit gewalte in den berc hin dan. si nam die keiserinne in’ den zagel, wil ich iu sagen: si wolt si mit gewalte . verre hän getragen. 789 Si sprach ‘degen küene, vlius niht nach mir den Hp, ob dir ie liep wurden elliu werdiu wip. gedenke miner sele, edeler fürste her: . du gesihest mich ze Garten lebendic nimmer mer. 790 ‘Neins, liebiu frruwe sprach Wolfdietrich. 2 daz swert ze beiden henden nam der fürste rich:
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er sluogez df den wurm wilde, daz sage ich iu für wär; er kund sta niht gewinnen als kleine als umbe ein här. 791 Er sprach ze sinem swerte ‘Röse, wiltu mich Jan? dich truoc bi sinen ziten des libes gar ein man.’ daz swert warfer umbe mit ellenthafter hant: er.sluoc ez durch die würmtn, daz ez anderhalp erwant. 792 Dô hete er in dem berge die würme gar erslagen. er nam zim sin schene frouwen, daz wil ich iu sägen. die fuorte er mit im für den berc, die frouwen wol getän. dö wären von dem steine geflohen alle ir dienestman. 793 Er nam die keiserinne mit ellenthafter hant. er wist si balde dä er Ortnides gebeine vant. als dö die keiserinne daz gebeine Erste an sach, si klagte als6 sere: daz här si üz dem houbte brach. 794 Mit beiden iren henden si sich zen hrüsten sluoc. ‘owe mir armen frouwen, daz mich muoter ie getruoe! min gröz herzenswaere, die ich armiu frouwe hAn, des muoz min stztiu schene in kurzen ziten ergän.’ 795 ‘Niht klaget alsö sere’ sprach der wigant. si säzen zuo einander - nider Of daz lant. er entslief ir in ir schöze. dö kam ein wilder man und verstal im die frouwent: ein tarnkappen truoc er an. 796 Er fuort si durch den walt gen einem berge dan, dar üz sicherlichen ein schener brunne ran. an leite er ir ein kappen, ein wurz gaber ir in den munt:- er fuort si durch den brunnen an der selben-stunt. 797 Alsö er erwachte und die frouwen niht envant, üf gap er dä ze Garten bürge unde ouch lant. sin swert worhte er in ein kotzen, daz sage ich iu für wär. dö wallt er näch der frouwen unz in daz vierde jâr.
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798 In dem vierden järe dô kam Wolfdietrich gegangen zuo dem brunnen, da diu keiserinne rich durch was gefüeret, daz geloubet sicherlich. dé saz er zuo dem brunnen, - der edele fürste rich. 799 Dô er gesaz ein wile, der getriuwe Wolfdietrich, dó was in dem berge diu keiserinne rich komen zeinem venster ern 800 Als si dá den getriuwen bi dem brunnen sach, gerne sult ir hæren wie diu frouwe sprach. si sprach ‘vil lieber hérre’ (Billunc hiez daz twerc), - ‘ez ist ein irdischer man komen für den berc. 801 Uz swelhem lande sf er fúr disen berc komen, er weiz vil fremder mere, diu hete ich gerne vernomen. nu bringt mir disen waller, der vor dem brunnen lit, sd wil ich bt iu slafen.’ er sprach ‘es wer wol zit.’ 802 Dé sprach daz getwerc ‘vil liebiu frouwe min, allez swaz dir liep ist, daz sol geschehen stn.’ an legte ez ein tarnkappen, ein wurz namz in den munt: er fuor Of durch den brunnen an der selben stunt. 803 Dé ilte ez vil balde in den walt sá zehant, ' dá ez den getriuwen bt dem brunnen vant. als ez Wolfdietrichen verrest ane sach, ez enphienc in tugentlichen; nu heret wie ez sprach. 804 ‘Wis gote wilkomen, waller, her fúr disen berc. ich wil dich gern herbergen' sprach Billunc daz getwerc. ‘wiltu bint hie belfben, du edeler pilgerín, zwäre ich gibe dir gerne min bröt und minen win. 805 Dé sprach Wolfdietrich ‘unser hérre löne dir der triuwe und der Are die du begäst an mir.’ er sazte im Of die kappen, ein wurz gaber im in den munt: er fuorte in durch den brunnen zuo der selben stunt.
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sos Als nu Wolfdietrich kom in den berc gegan, dô sach er in dem berge ein schæne burc stän. an der selben bürge wol zwei hundert türne lac: die zinnen üf der müre lühten als der liehte tac. 407 Daz getwerc nam den fürsten mit ellenthafter hant. ez wiste in vil balde da ez ein ziergarten vant, dar inne was ein sidel von marmelsteine bereit, dar obe stuont ein linde, diu was grüene unt breit. 808 Bt der selben linden stuont ein ériner man, der hete in sfnen henden zwen bläsbelg wunnesam. da giengen úz der linden hundert rör guldin: dä säzen obene üfe wol hundert vogelín. 809 Daz was ein schen ziere, daz sage ich iu für wär. als der wirt wolt han kurzwile, do huop er sich dar. als daz bild die belge ruorte mit der sinen hant, dé sungen úf der linden diu vogelin alle sant. 810 Anderhalp der linden stuont ein palas, der was wit. dar inne was gerihtet an der selben zit wol fünf hundert tische, daz sage ich iu für wär: ob iegiichem hundert twerc, diu wärn ze wunsche gar. 311 Uf dem selben palas stuont ein guldiner man, der hete in sinen henden zwei giezvaz wunnesam. daz bilde was gewürket mit starken listen gröz, daz daz selb wol hundert mannen wazzers góÓz. 812 Dô si gázen und die tische wurden hin getragen, dó sprach diu keiserinne, ‘kanstu mir iht gesagen, ist dir iht kunt of Garten? ` daz sage mir sicherlich. dá was ein wile gesezzen ein künec, hiez Wolfdietrich,
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und enkan iu der wärheit niht reht von im verjehen.’ dö sprach zornicliche Billunc der wilde man, umb die rede müest ez im an daz leben gan. 614 ‘Waz woltestu mir wizen ?” só sprach Wolfdietrich. ‘ich kom ze disem brunnen, daz wizze sicherlich, du bete mich ze húse, und geb mir bröt unt win. waz woltestu dich nu ziehen gen mir ellenden pilgerin?’ 815 ‘Sich, waz solt ich dia schönen? du bist ein armer man.’ ‘neinä, wirt hérre, nu ker dich niht dar an: ich was in minem lande’ sprach der küene man ‘ein vil werder ritter: dá von bin ich gescheiden dan.” 816 Ein kopf stuont úf dem tische, der was guldin gar. Wolfdietrich der getriuwe blicte ofte dar. er huop úf den kopf, er was zornic genuoc, wan er in dem wirte an daz houbet sluoc. 817 Daz getwerc schrei lúte, daz hal in dem berge dan: ‘daz klage ich gote von himele, daz ich dich geladen han, daz muoz mich immer riuwen üf die triuwe min, wan du bist sicherlichen ein müelich pilgerin.’ 818 Daz getwerc hiez balde springen sin harnasch für sich tragen. dö wart Wolfdietrich bestän, daz wil ich iu sagen, | von zwein risen die wären dem twerge undertän. dö stuont in ungemache der tugenthafte man. 819 Dö muost der herre vaste striten umb sin leben. daz swert üz siner hende wart geslagen dem degen. dö stuont der von Kriechen an wer in grözer nöt, und het si im niht geholfen, er müeste sin gelegen töt. 820 Dé spranc diu frouwe balde und gap im daz swert enhant, und half im dz neten, dem küenen wigant.
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si half im willicliche, als ir wol gezam. des dancte ir tugentliche der tugenthafte man. 821 Dô streit sô strengelichen der wunderküene man, manegem getwerge edele gesigete er dá an. der strit wert in dem berge unz an den dritten tac, unz der wirt und sin gesinde allez töt vor im lac. 822 Alrérste erkant diu frouwe den getriuwen Wolfdietrich. si viel im ze füezen, dem edelen künege rich. er zucts üf mit der hende und kust si an den munt: dö weinte si vor fröuden an der selben stunt. 823 Zuo im nam er sin frouwen, diu was wol getän. er wolt si durch den brunnen ûz gefüeret han. dé kam ein getwerc, daz was wunnesam, üz dem berge geloufen und hiez in stille stän. 824 Dé sprach Wolfdietrich ‘wer mac daz gesin, der sich wil ziehen gên mir ellenden pilgerin ?” daz getwerc viel im ze füezen und kuste in an die hant: ‘sihestu, Wolfdietrich, ditz wünnicliche lant? 825 Daz was & min eigen und was mir undertän, unz daz mir ez Billunc mit untriuwen abe gewan. richtuom unde wirde mahtu mir wol jehen.' ez nam in bi der hende und wiste in mit im dan in einen wurzgarten, dä sach er ein linden stan. 827 Si säzen zuo einander nider üf daz lant. daz getwerc ein kleinez slúzzelin het in siner hant und slóz af die linden, daz wizzet sicherlich: dé giengen dz der linden zwelf meide minneclich,
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828 le zwó neben einander genomen bi der hant. si heten an irem libe manec hérlich gewant. ir kleider von silber wären rich genuoc: ir ieslich ein guldin härbant üf irem houbte truoc. 829 Dö sprach daz getwerc ‘tugenthafter man, - ich wil dich läzen sehen swaz ich in der linden han.’ er nam in bt der hende, er wiste in hin dan: dö sach er in der linden einen zéderboum stan. 830 Der zéderboum in der linden, der was guldin. dar üz schanct man den hérren möraz unde win. dé sprach der hüsherre ‘ich wil dir ein gäbe geben, der du mir muost danken die wil du häst daz leben. 631 Wan ich dir niht liuge, daz soltu gelouben mir.’ ‘du bist alsó gewere, vil wol getrouwe ich dir.’ ‘des soltu haben gedingen, daz wil ich dir sagen.’ daz getwerc hiez balde springen ein bühsen für sich tragen. 832 Dö gap ez die bühsen dem herren sá zehant. | ‘ich wil dich läzen wizzen, wie ez umb si ist bewant. dristunt in dem järe, wizze, fürste lobesam, só nimest du ùz der bühsen fünfzic gewäpenter man, 833 Von swelher hande kleider si gerne wellen tragen. “dennoch wil ich dir mêre von der bühsen sagen. ob dich vertriben wolten alle fürsten lobesam, sé nimest du ûz der bühsen fünfhundert dienstman. 834 Nu beit hie ein wile.’ ez gienc von im hin dan; ez versparte in in der linden und die frouwen wol getän. ez ruoft hin wider Júte ‘vil lieber hérre min, nu ledege dich von dannen; du muost min gevangen sin.’ 835 ‘Sich, waz woltest du mir wizen? sô sprach Wolfdietrích. ‘ich kam ze diner linden, daz weist wol sicherlich,
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sô verre üf din genäde. waz richestu an mir? du bist wol só gewere, vil wol getrouwe ich dir.’ 836 ‘Sich, waz wolt ich dir wizen?’ sprach aber daz getwerc. ‘du bist mir ze frumen komen in disen berc. lant und liute diu mir min vater hät verlän, da mite sf dir gedienet, du tugenthafter man.’ 837 Daz getwerc braht im zer hande ein kleinez hörnelin: ‘kumestu über zehen lant, ist dir nöt geschehen min, só blás ez zeinem mäle: alsó daz ist getán, s0 kume ich dir ze helfe und tüsent miner man.’ 838 Dô sprach Wolfdietrich ‘kanstu mir iht sagen, von wem hästu die wirde? daz soltu niht verdagen.' dé sprach daz getwerc ‘daz tuon ich dir kunt und wil dich sin bescheiden hie ze dirre stunt. 839 Min vater der hiez Tarnunc und was ein getwerc, dem diende zwelf hundert siner gnöze und dirre berc. dri wünsche heter von gote, tugenthafter man. die kund er bi einen ziten niht baz gelegen an, 840 Wan einen an die linden, den andern an daz lant, den dritten an daz hörnelin und an die bühsen zehant. lant und bürge diu mir min vater hät verlän, daz si dir, Wolfdietrich, allez undertan.’ $41 Daz getwerc nam den fürsten mit ellenhafter hant: er wiste in für den berc, der was im wol erkant. — — — — — üf ein breite sträze kam der tugenthafte man. dé kerte er hin gen Garten mit der frouwen wol getän. 812 Als er gienc ein wile, der getriuwe Wolfdietrich, dö hörte er in dem walde ein stimme klägelich.
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dô liez er die frouwen .bi einer steinwant. dö ilte er näch der stimme, dä er ein wilden frouwen vant. 843 Ir was we zeinem kinde, gröz was irs herzen ser. ‘waz wirrt dir, liebiu frouwe ? sprach der degen her. ‘mac ich dir stn büezen, daz tuo mir schiere kunt.’ si sprach ‘ich tuon ez gerne hie an dirre stunt. 844 Mir ist we zeinem kinde, ir sult von mir gan: ez ensulnt niht mannes ougen frowen tougen sehen an.’ ‘war umbe, liebiu frouwe, schemestu dich vor mir? verbiot mir miniu ougen und läz mich sin bt dir.’ 845 Do gienc diu wilde frouwe undr ein boum df ein gras. eins schenen degenkindes diu frouwe dò genas. dö sprach diu wilde frouwe “kúener degen hêr, nu brinc mir des wazzers durch unser frouwen êr. 846 Dé ilte er vil balde då er ein brunnen vant. er brähte ir des wazzers in dem helme zehant. dö was an der frouwen ein jemerlichiu nôt: dö er kam hin widere, dö was si leider töt. 847 D6 touft daz kleine kindel der getriuwe Wolfdietrich. er gruop ein grap der frouwen, daz wizzet sicherlich. als er si dö begruop mit dem swerte sin, dö was ouch leider töt daz kleine kindelin. 848 Er leit si zuo einander in daz grap an der stat, wan er got in sinem herzen emzeclichen bat. er sprach ‘got herr von himele, durch die fünf wunden din, nu läz dir mines toten séle enpholhen sin.’ 849 Do ilte er vil balde da er sin frouwen het verlän. dé kérte er hin gen Garten, der unverzagte man. do erschullen diu mere witen in diu lant, Wolfdietrich der getriuwe wer komen sá zehant.
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850 [Do besamnet sich vil schiere arm unde ouch rich: si heten gerne vertriben den getriuwen Wolfdietrich. dö wart Wolfdietrich von den sinen bestän: dó bat er got den guoten daz er im hulfe dan. 851 Bt der Dúlmende besamnet sich daz ber. dö het er nieman ze helfe, dan sin eines wer. si hielten ime vor bürge unde ouch marc. ir gröz untriuwe was michel unde starc. 852 Bi dem selben wazzer huop sich der gróze strit, zwischen Berne und Garten úf der heide wit: dá wart Wolfdietrich nidicliche bestán. dé nam er ùz der bühsen fúnfzic wol gewápenter man. 853 Dó half im got der guote üz grózem ungemach. nu heret wie ein zeichen an dem herren da geschach. er gesigete in an mit alsó grözer kraft. er fuorte si gén Garten mit einer micheln ritterschaft.] 854 Dö machte er in dem lande ein schene hóchzit, daz kein groezer nie wart weder vor noch sit. wol fünf hundert rittern gap er ros unde gewant. dé wart sin lop só wite über elliu riche erkant. VI 855 Dé was er bt der frouwen vollecliche ein jar, der..... wol gezogen, daz sage ich iu für wär, unz daz er wider gewan bürge unde ouch lant. dö muoste allez dienen siner gewaltigen hant. 856 Dé ranc er mit ungemache alsö manegen tac. deheiner kurzwile er mit der frouwen phlac. daz treip er alsó lange, der tugenthafte man, unz daz er eines nahtes lac bi der frouwen wol getän.
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857 Si sprach ‘degen küene, sag an, waz wirret dir? ist an mir iht wandels, ..... daz sagedu mir: daz bezzer ich dir selbe, und tuostu mir ez kunt.' er sprach ‘ich tuon ez gerne, frouwe, an dirre stunt. 858 Edeliu keiserinne, von schulden muoz ich klagen gróz herzenswere die ich an minem ltbe tragen: ich ensehe min einlif dienstman' sprach der fúrste her, “od man siht mich datz Garten lebendic nimmer mér. 859 Man füere mich gen Kriechen. dä touft man mich An schame: dá hiez man mich Dietrich, Wolf was min ander name. lant und búrge diu mir min vater hät verlán, diu riwent mich niht als sere als min einlif dienstman.’ 860 Si sprach ‘din einlif dienstman die läz under wegen. ich wil dir ie für einen einlif tüsent geben, daz du die reise lázest, tugenthafter man. durch got belip hie heime' sprach diu frouwe wol getan. 861 ‘Wiern elliu lant din eigen und elliu künicrich, diu neme ich niht für einen’ sprach der fürste rich. ‘ich wil varn und suochen min einlif dienstman, die ich in drizic jären nie gesehen han.’ 862 ‘Wem wiltu mich läzen ? sprach diu keiserinne rich. ‘ich trage ein kleinez kindelln, daz geloube sicherlich, und sol ich nu verderben, daz si gote gekleit. durch got belip hie heime, fürste vil gemeit.’ 863 ‘Tuo ez durch minen willen, keiserinne rich: werd ez ein knäbelin, só heiz ez Hugdietrich. werde ez aber ein megetin, heiz ez nach dem willen din. morgen wil ich von hinnen, frouwe, mit den hulden din. 864 Da mite wil ich von hinnen, keiserinne rich. got phlege diner éren, frouwe minniclich. ich wil gen Kunstenopel, frouwe wol getan, und suochen endelichen min einlif dienstman.’
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865 Des andern morgens früeje besant sich der küene man: mit drin tüsent siner man schifte er sich an, mit zwein schenen kielen gen Kriechen über sé: der edelen keiserinne tete daz scheiden we. s66 Mit zwein grözen kielen schift er sich üf den wäc. dö sluoc si der wint unz an den dritten tac. ein kiel zerbrast, do ertrunken im zwei hundert man. dé bat er got den guoten daz er im hulfe dan. 867 Dé half im got der guote dz grözem ungemach. nu heret wie ein zeichen an dem hérren da geschach: im sante got zwen kiele, als wir haben vernomen, die wären im ze heile üf den wilden wäc komen. 868 Ze Kriechen von dem lande warn si geflozzen dar. dé fundens of dem wage der ellenden schar. ir sorge nam ein ende, daz wizzet sicherlich: dé gienc an einen kiel der getriuwe Wolfdietrich. 869 Mit alsó grözen fróuden schiftens sich üf den wäc. dó sluoc si der wint unz an den zwelften tac, daz sult ir mir gelouben, ze Kriechen zeiner stat: ir sorge nam ein ende, si heten richen rät. s70 Dé giengen ab den Kielen die küenen degen balt. dö lac vor Kunstenopel ein kreftiger walt, dar fn si sich legten. alsö daz geschach, gerne sult ir heren wie der getriuwe sprach. 871 ‘Ich rate iu, werden herren, rehte waz ir tuot. volget miner lére, daz wirt iu allen guot. ich wil alters eine gen Kunstenopel gån und suochen endelichen min einlif dienstman. 872 Nu merket ir vil rehte’ sprach der fürste höchgeborn,, ‘swenne ir vernemet ditze kleine horn, sé sümet iuch niht lenger, ir helde wunnesam: so geloubet sicherlichen, sô bin ich bestán.
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dö leite er über sin harnasch pilgeringewant. dé gienc er gên der stat, trüric was sin muot: er klagte alsö sére, der küene degen guot. 874 Eins ábendes spate kom er an den burcgraben. er barc sich undr ein müre, daz wil ich iu sagen. da lac er vil unlange, unz er bi im vernam alsö heize weinen sin einlif dienstman. 875 Der wären niuwan zehen, der einlift der was töt. si klagten al geliche ir sweren grözen nöt: ‘süeziu küniginne, muoter und reiniu meit, daz du dich niht erbarmest über unser grözez leit.’ 876 Dé sprach der eltest under in, der hiez Herbrant ‘lazet iuwer weinen, ir herren alle sant. bittet got den guoten alle and:ehticlich, daz er sich ruoche erbarmen über den getriuwen Wolfdietrich. 877 Des wirt morgen an dem tage : wol zwei und drizic jar, daz wir unsern herren nie gesähen, daz ist wär, noch daz uns von dem fürsten nieman hät gesaget. reiniu maget sant Marja, daz st dir geklaget.’ 878 Dé sprach Wolfdietrich in dem burcgraben “ir zirkere Of der mire, ich here iuch sére klagen. waz gebet ir dem ze miete, ir helde wünneclich, der iu zeigt wol gesunden den getriuwen Wolfdietrich ?’ 879 Si spráchen “und heten wir guot, daz wolte wir iu geben.’ ‘von wannen sit ir komen’ sprach Herbrant der degen, ‘daz ir in só wol erkennet, od wa habt irn gesehen ? ach, saget uns, daz iu allez liep am libe múeze geschehen! eso Ich wilz iu gerne sagen’ sprach Wolfdietrich. ‘ze Troyen in dem lande ist der fürste rich: dar über ist er hérre, und ist im undertän. lant unde liute mac er wol gehan.’
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881 Si sprächen al geliche ‘guotes habe wir niht. wir mügen balde weinen des leider uns geschiht. wir armen liute liden alsó gróze not: daz wolte got von himele, und wer wir alle sament töt. 882 Von unser herzenswere were iu vil ze sagen: ez sint ie zwéne und zwéne in ein bant geslagen. wir armen liute liden alsö gröz ungemach, daz halt kristenliuten nie só we geschach. 683 Man git ie zwein ein halpbröt, daz wil ich iu sagen, und einen trunc wazzers, da miiez wir gnuoc an haben einen tac sin berihtet, daz geloubet sicherlich.’ dé sprach gezogenliche der getriuwe Wolfdietrich 834 ‘ir zirkere uf der mire, iuch bitet ein pilgertn umbe ein vierteil brötes, obez mit hulden müge gesin, durch der liebsten séle willen, der ir guotes schuldic stt. mit alsó grózem jámer ist bevangen mir der ltp, 885 Dé sprach herzog Herbrant, der vil küene man ‘der mirz alsö geteilte und hieze mir üf stän vater unde muoter, von den ich bin geborn: è i'm gebe ein vierteil brótes, ich liezes é verlorn. 886 Jedoch swie ez dar umbe gat, well wir uns sin verwegen durch einer séle willen wellen wir dirz geben: daz ist unser hérre, der getriuwe Wolfdietrich’ ` si wurfen imz über die mire, daz geloubet sicherlich. 887 Er enmoht sin niht enphahen, daz wil ich iu sagen. reht sam er töt were viel er in den burcgraben. in erbarmte ir aller weinen, daz si täten alsó sér. dé lac er in unkreften, der kúene degen hêr. 888 Si klagten al geliche ir vil grözen not: ‘nu ist uns der vater in den banden gelegen tét,
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reiniu maget sant Marja, daz st dir geklaget.’ 889 Do sprach Wolfdietrich aber in dem burcgraben ‘ir zirkere úf der mire, ir sult iuch wol gehaben. fröuwet iuch gemeine, ir helde wúnneclich: já kumet in kurzen ziten der getriuwe Wolfdietrich.’ 890 Si sprachen alle ‘wolte got daz er lebte und were gesunt, dar umb só well wir búwen der tiefen helle grunt. er lebet leider nimmer, er ist nu ze stunde töt: des liden wir armen liute alsó gröze nôt.’ 891 Dó sprach Wolfdietrich aber in dem burcgraben ‘ir zirkere uf der mire, ir sult iuch wol gehaben, fröuwet iuch gemeine, ir helde wünneclich: ich bin von wilden Kriechen der getriuwe Wolfdietrich.’ 892 Üf racten si ir hende an der selben frist: si sprächen ‘wis gelobet, herre Jésu Krist, daz wir unsern hérren zeinem male suln sehen! des ist uns armen liuten só gröziu fröude nie geschehen.’ 893 Si heten gröze sorge wie si solten komen zir lieben herren den si sé nähen heten vernomen. ‘daz stät an unserm herren, sul wir einander sehen: An sin heilege helfe sé kan ez niht geschehen.’ 894 Uf racten si ir hende an der selben stunt: ‘gedenke, hérre Jésu Krist, daz du wurde am kriuze wunt. durch din heilic bluot daz dir durch din fünf wunden ran, nu ruoche uns enbinden, uns arme nöthafte man.’ 895 Do erbarmet got den guoten ir gröz ungemach. nu heret wie ein zeichen an den hérren dá geschach. er ledeget se üz den banden, got selbe sá zehant, daz si bi einander stuonden, die küenen wigant. 896 Als si dô ledic wurden, die ellenthaften degen, si stuonden freeliche und heten sich verwegen:
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.......... hin abe in den tiefen burcgraben. 697 Do funden si ir herren trüriclichen stän. dé sprächen si zuo im als wol getan ‘got läze uns an der sele nimmer wirs geschehen, daz wir unsern herren ane sullen sehen!’ $98 Er enmohte ir niht enphähen, er viel in den burcgraben reht sam er tót were, daz wil ich iu sagen. sam táten si hin widere. von fróuden daz geschach. gerne sult ir hæren wie der getriuwe sprach. s99 ‘Wa ist min meister Berhtunc ? den sih ich niht vor mir stan.’ er kust si alle zehen, sin getriuwe dienstman. si spráchen al geliche ‘vil lieber herre min, er ist tót vor zehen járen, lät iuwer weinen sin.’ 90 Dé sprach Wolfdietrich ‘wa habt ir in bestat ?” si namen in bi der hende und wisten in an die stat vor sant Jörgen münster, dä was er begraben. von sinem grözen weinen were iu vil ze sagen. 901 Dé klagte alsó sére der küene wigant. er sprach ‘vernim min weinen, künec übr elliu lant, ob du iender in der welte kein zeichen habest getän: des soltu, lieber herre, mich hiute geniezen lán. %2 Heiz den töten mit mir reden’ sprach der küene man: ‘dar umb só wil ich immer sin din dienstman. er sprach ‘ich bite dich, hérre, durch din heiligez bluot, daz dir an dem kriuze von dinen süezen wunden wuot. %3 Heiz den töten mit mir reden üz dem grabe durch dines grabes ére da du inne bist gelegen ..... ren sprach Wolfdietrich der degen. 9% Do erbarmet got den guoten sin weinen und sin klage: er hiez den töten mit im reden üz dem grabe
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do geschach ein gröz zeichen, wan er an der sele genas. 905 Daz erste wort daz Berhtunc üz dem grabe sprach: ‘wis gote wilkomen, hérre, miner fröude ein obedach. 906 Gedenke, kúnic hére, an die dienste mín, und láz dir min liebe süne . wol enpholhen sin. dar zuo sag ich dir mére, tugenthafter man, edeler fürste here,. wiez umb min sele ist getän. 907 Diu ist dä ze genäden, daz wizze sicherlich. alsö geschehe der dinen, getriuwer Wolfdietrich. da mit red ich niht mere, ellenthafter degen. got múeze dines fibes und diner sêle phlegen.’ 908 Da mite des töten spräche dé ein ende nam. dô muost man Wolfdietrichen für töten tragen dan, wan er in unkreften vor der porten lac, unz über in begunde schinen der liehte tac. 909 Do erschullen diu mere witen in diu lant, Wolfdietrich der getriuwe war komen sa zehant, die zirkere ùf der mire waren entrunnen gar. do besamt sich in der stat gar ein kreftigiu schar. 910 Si gewunnen in einer wile mer dan tüsent man. si zogten krefticlichen gén der porten dan. do verlegt man in die stige über al in dem lant. si zogten uz bi der stat, da man den fürsten vant. 911 Als si der herzog Herbrant verrest ane sach, gerne sult ir heren wie der getriuwe sprach. ‘nu wol df, lieber hérre, die heiden die sint komen. wir migen dir niht gehelfen: diu wer ist uns genomen.' 912 Dé wart Wolfdietrich nidicliche bestán. si báten got den guoten, daz er im hulfe dan.
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dé griffen si zer erden an der selben stunt: ze unsers herren opfer nämens die erden in den munt. 913 Si bäten got den guoten alle andzhticlich, daz er sich erbarmte über den triuwen Wolfdietrich. alsö nu Wolfdietrich die barmunge ane sach, gerne sult ir hæren, wie der getriuwe sprach. er hiez die ellenden an sinen rücken stan. dö tröstes tugentlichen der tugenthafte man. 915 Dö sluoc er durch die heiden manegen swinden pfat: er entrante manegen liehten rinc und manege sarwat. mit bluotigen werken gap er in daz gelt. dé tungte er mit den töten die beide und ouch daz velt. 916 Er streit só krefticlichen al den langen tac: maneger stolzer heiden tôt vor ime lac. er vaht só frümeclichen, der küene degen guot: man sach von sinem swerte fliezen daz röte bluot. 917 Dé sprach herzog Herbrant ‘wie sol ez uns ergin"? unsern lieben hérren sehen wir in neten stan. wie sul wir nu gebären, daz wir im ze helfe komen? wan uns sicherlichen diu wer ist benomen.' 918 Dô griffens zuo den téten, die dá wären wunt. si zugen in ab daz harnasch an der selben stunt. wie schier si sich bewarten, die degen unverzeit! sie námen fúr sich ze schirme die guoten schilde breit. 919 Si striten úf ein vesperzit. als der tac ein ende nam, dó giengen si zesamene, die vil küenen man. si wánden daz si héten überwunden al ir nót: alrérst wurdens bestanden úf den bittern tót. 920 Wolfdietriches bruoder beide kámen geriten dar mit drin túsent heiden, die wárn ze harnasch gar.
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dö sprach gezogenliche der getriuwe Wolfdietrich 921 ‘Ir herren, wert iueh vaste, daz tuot iu gröze nöt, ob ir niht wellet kiesen den bitterlichen tôt.’ ir swert ze beiden henden truogen sin dienstman, man sach si ritterlichen in dem strite umbe gan. 922 Dö brästen si zesamene mit vil starkem nit: unz an den andern morgen werte dä der strit. als dö Wolfdietrich sach daz der strit niht ende nam, er sazt daz horn an den munt, daz blies der küene man. 923 Aht hundert und zwei tüsent man [brähte im daz getwerc, dem er wider het gewunnen den wúnneclichen berc. alsó nu Wolfdietrich daz getwerc ane sach, er enphienc ez tugentliche:] do zergienc sin ungemach. 924 Dò vienc Wolfdietrich sin braoder beide sant. ùf gäben si im ze Kriechen bürge unde ouch lant. dé zogtens gén den porten, die warn in uf getan. dé wart schéne enpfangen der tugenthafte man. 925 Vil lite ruofte Hache, ein fürste lobesam ‘mir hånt die burgere vil ze leide getän. diu stat diu muoz verbrinnen’ sprach der küene man; ‘ich gibe in des min triuwe, ez muoz in an daz leben gan.’ 926 ‘Neinä, lieber geselle’ sprach Wolfdietrich. ‘du solt ir gerne schönen, daz stät dir tugentlich. sich hånt hie nider lázen' sprach der küene man ‘der zwelfboten sibene, des suln wir si geniezen lån. 927 Swer sich welle läzen toufen, der tuo ez bi der zit, ob er welle behalten séle unde ouch lip, swer aber wele dem toufe abe stan, ich gibe im des min triuwe, ez muoz im an daz leben gan.’
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928 Do erschullen diu mzre witen in diu lant: maneger stolzer heiden kam geriten sa zehant. wol ahzic tüsent heiden touft man in vierzehn tagen. er gap den bruodern wider daz lant, wil ich iu sagen. 929 Er was gen in gar guot, der fürste lobesam. er nam urloup von in und alle sine man. er kérte hin gen Garten, der wunderküene man: da wart er schöne enpfangen von siner frouwen wol getan. 930 Dö wären dä enterbet stn zehen dienstman irs vaterlichen erbes, als ich iu sagen kan. er gehalf in widere in ir eigen lant, daz in gewalticlichen muost dienen an ir hant. 931 Er gap in sins eigen landes ein ganzez künicrich für ires vater töt, daz gloubet sicherlich, und für ir ellenthafft...... ER leben. er teilte under si geliche unde ouch eben. 932 Do beleip er dä ze Garten, der tugenthafte man, bi siner schenen frouwen, unz er sin ende nam. [Zwei Langverse fehlen in der historischen Überlieferung.]